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Wieser Herbst 2018


© Foto: Wieser Archiv/Niki Meixner

Antescriptum Liebe Leserinnen, liebe Leser! Liebe Buchhändlerinnen, liebe Buchhändler!

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icht alle Tage geschieht es, dass ein Autor mit seinem Text in aller Munde ist. In den vergangenen 30 Jahren selten und meist verbläst es die Interessenswolke gar rasch. Josef Winklers Festrede zur 500-Jahr-Feier von Klagenfurt/Celovec sorgt für Unruhe. Umso mehr sind wir in solchen Zeiten gefordert. Das, was das Buch kann, und das, was in unseren Händen liegt, ist, flexibel und prompt mit einem schön gemachten Büchlein für seine Dauerhaftigkeit zu sorgen, die sich dem Vergessen widersetzt. Jeder kennt ja den Spruch über die Zeitung, die einen Tag alt ist … Gute, lesbare Qualität hat ihren Preis und der ist in dieser Ausstattung im Halbleinenband und mit Prägung wahrlich dem Inhalt angemessen und wohlfeil! In diesem Sinn: Es lebe der Widerstandsgeist! Georgien ist im Wandel! Der Wind, der von dort weht, bringt uns Träume der Könige, entführt uns in einem unmöglichen Roman in die Vorstadt von Tbilissi, nach Gldani; erzählt uns von Engeln, Farben und vom Himmelreich für Mädchen und lässt uns georgischen Gerichten bis ins 19. Jahrhundert nachspüren. Die hereinbrechenden Ränder haben uns viel zu sagen. Auch ein vergessener Kaffeehausliterat schaut vorbei, der Kuh, Polgar, Werfel und Blei stark beeindruckte und uns bisher meist in Fußnoten, nur in Nachrufen und Essays begegnete. Sogar Bildnisse von ihm sind unauffindbar. Das Echo des Jahrhunderts bringt Neues und im Kanon schlagen uns die widersprechenden Erzählungen entgegen, eines davon ist der zehnte Band der Werkausgabe Grušas, ein anderes sind die Aufzeichnungen eines schonungslos lachenden, grotesken, sarkastischen Schreibers von abseits irgendwo; Erinnerungen an 1968 werden wach und Hoffnungen auf Frieden auf dem Amselfeld geweckt. Alle und jeder begeben sich auf die Suche, was wohl „die Welt im Innersten zusammenhält“? Europa, ja das perspektivlos erscheinende Europa kann nur erlesen werden, Buch um Buch … Und nicht zuletzt: Zum Zeitpunkt des Erscheinens des Kataloges wird Gewissheit bestehen, ob der Band Der Geschmack Europas. Die ersten Stationen, nominiert beim Gourmand Award 2017 zum besten Buch der Welt, in einer oder sogar in beiden Kategorien A08 und C02 ausgezeichnet wurde. Die Entscheidung fiel in den Tagen vom 25. bis 28. Mai in Yentai in China, in einer der schönsten Städte des Landes, und „war man einmal da, will man immer wieder kommen“ schreibt der Stifter des Preises Edouard Cointreau. Sie kennen den Orangenlikör bestimmt. Daraus können wir schlussfolgern, dass der Wieser Verlag mit der vom ORF produzierten (und auf ORF und 3sat gezeigten) TV-Dokumentation Der Geschmack Europas und dem den Filmen folgenden und vertiefenden Buch im Zentrum der derzeitigen internationalen Trends steht und diese, sowohl dem Inhalt als auch der Form nach – bei Bild, Text, Kamera und Sprache – schon frühzeitig mitgeformt hat, bedenkt man, dass wir mit den ersten Filmen schon 2013 begonnen haben und somit neue internationale Impulse vorgeben konnten. Das fühlt sich gut an und ist – und das ist die zweite Schlussfolgerung – Ergebnis des Zusammentreffens mehrerer Gesichtspunkte: Einerseits die frühzeitige Konzentration auf möglichst kleine Regionen, andererseits die ruhige Erzählweise durch die Kameraführung und den Schnitt; die poetische Sprache und die Erzählung, die Heutiges, Archaisches und Verschollenes des Mangels und den daraus geborenen Reichtum der Speisen würdigt. Jedenfalls: Der Geschmack Europas kann in weiteren Stationen erkundet werden. Der zweite Band macht Lust. Und für alle, die wissen möchten, was China gebracht hat: http://www.cookbookfair.com/index.php/gourmand-awards/winners-2018 Ihr Lojze Wieser

Gerne möchten wir die geschätzten Buch- und Literaturverehrenden an den zahlreichen Besprechungen und Grußbotschaften, die den Wieser Verlag zu seinem 30 Geburtstag erreichten, mitlesen lassen. Sie schauen aus den kleinen, über den Katalog verteilten Fenstern heraus. 2 | Herbst ’18


I n ha l t Josef Winkler

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Der Tag wird kommen!

Festrede zur 500-Jahr-Feier von Klagenfurt/Celovec

Der Tag wird kommen!

Svecˇani nagovor ob petstoletnici Celovca/Klagenfurta

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Meta Osredkar

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Silvija Hinzmann

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Mörderische Idylle Krimi

Die dunkle Seite der Bucht Prohaskas dritter Fall in Istrien Fried Nielsen (Hg.)

Georgien im Wandel Wind, der weht. Chatuna Travdgirize

Der Fisch mit zwei Schatten Die Träume der Könige Guram Matskhonashvili

Gldani

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Roman Tamta Melashvili

Marines Engel

Europa Erlesen

Charkiw/Charkow, Kasachstan, Kaukasus, Sydney, Liverpool, Toskana Europa Erlesen Gregor C. Mìlena/Wolfgang Platzer

Echo des Jahrhunderts Europa Erlesen

Echoes (Note)Book Otfried Krzyzanowski (1886–1918)

„diese Zeit ist nicht die meine und die tage fliehn …“ Kaffeehausliterat, Bohemien, Hungerpoet Alexander Widner

Tag und Nacht und Tag Aufzeichnungen von abseits irgendwo Maria Dippelreiter/Michael Dippelreiter (Hg.)

„1968“ in Österreich: Aufbruch und Scheitern? Ulrike Lunacek

„Frieden Bauen heißt weit bauen“ Von Brüssel ins Amselfeld und retour: Mein Beitrag zu Kosovos/Kosovas Weg in die EU

Edition Quer denken

Erzählung

Kunst • Wissenschaft • Gesellschaft

Vakho Babunashvili

Das Kochbuch des Prinzen Bagrat von Georgien 1818

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Björn Engholm/Horst Peter Groß/Peter Heintel

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Jiří Gruša

Prinz Bagrat (1776–1841) Lojze Wieser

Der Geschmack Europas Ein Journal mit Rezepten – Weitere Stationen

Was die Welt im Innersten zusammenhält Perspektiven für eine (Re-)Zivilisierung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Vortrag und Gespräch mit Michael Kerbler

Reden und Gespräche WA Band 10, Essays IV

Nachlese zu 30 Jahre Wieser Verlag „Seit 30 Jahren arbeitet der Wieser Verlag an der Verbreitung österreichischer, slowenischer, ja europäischer Literatur. Für viele Menschen ist er zum Inbegriff eines Verlages geworden, der das intellektuelle, das kulturelle und das politische Klima unseres Landes positiv beeinflusst und sich mit Idealismus und schier endloser Energie als geistiger Nahversorger versteht. Ich gratuliere dem Wieser Verlag zu seinem beeindruckenden Jubiläum – mehr aber noch zu einer Leistung, auf die alle, die dazu beigetragen haben, zu Recht stolz sein können. Alles Liebe nach Klagenfurt.“ Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen

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Literatur muss zum Glück überhaupt nichts – außer vielleicht in Tagen wie diesen, da die ebenfalls zur Festrede geladene Historikerin den Zweiten Weltkrieg mit einem einzigen Satz zum Kriegsende (!) streift, die Funktion eines kritischen Korrektivs erfüllen und gegen die Übermacht von Dummheit und Vergesslichkeit angehen. Anna Baar, Kleine Zeitung 2. 5. 2018

Es hat nicht lange gedauert und ich habe diese Rede auf der Zunge gehabt, in den Augen und in den Ohren. Beim guten Geschmack kommt es auf die geschärften Sinne an. Man kann das Hören sehen und umgekehrt. (…) Über Geschmack lässt sich nicht streiten, in der Literatur geht es um Gültigkeit. Lydia Mischkulnig, Kleine Zeitung 2. 5. 2018

Der Autor und sein Werk 4 | Herbst ’18


Essay

Der Tag wird kommen! Festrede zur 500-Jahr-Feier von Klagenfurt/Celovec

Prihaja dan! Svečani nagovor ob petstoletnici Celovca/Klagenfurta

© Foto: Wieser Archiv

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ei unserem allerersten Ausflug in die Kärntner Landeshauptstadt stiegen wir Kinder der Dorfvolksschule Kamering am Bahnhof in Klagenfurt am Walther-von-derVogelweide-Platz aus dem Omnibus und gingen mit der Lehrerin Waltraud Stoxreiter und mit dem Lehrer Emanuel Wenger in die Stadt hinein. Alle Menschen auf der Bahnhofstraße grüßten wir, zu jedem sagten wir: ,Grüß Gott! Grüß Gott!‘ Manche grüßten freundlich und beglückt zurück, andere gingen hochnäsig vorbei, manche fühlten sich sogar gefrotzelt. Dann gab uns der Lehrer zu verstehen, daß wir die Leute in der Stadt nicht grüßen müssen. Ich war entsetzt und fragte mich mit schlechtem Gewissen, da ich keinen Vorbeigehenden mehr grüßte, wie so etwas möglich ist auf dieser Welt, dass Menschen einander nicht grüßen!“

Josef Winkler geboren 1953, in Kamering, Kärnten. Zuletzt erschien Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot (Suhrkamp). Für sein literarisches Werk hat Josef Winkler unter anderem den Georg-Büchner-Preis und den Großen Österreichischen Staatspreis erhalten. Seine Bücher werden in 10 verschiedene Sprachen übersetzt. Zuletzt bei Wieser: Die Wetterhähne des Glücks und Die Totenkulterer von Kärnten. Wenn wir den Himmel sehen wollen müssen wir donnern helfen/Saualm reflux. Der Allerheiligenhistoriker, Gehört Gelesen 04

36 Seiten, ultramarin 007 EUR 14,95 · ISBN 978-3-99029-313-3 Auch als E-Book erhältlich Bereits erschienen

„Die Überspitzung unerträglicher Strukturen und Zustände ist nicht erst seit Thomas Bernhard ein literarisch zulässiges Kennzeichen des Alarmismus. Übertreibung dient der Kenntlichmachung von Borniertheit. Künstlerische Strategien helfen, strukturelle Gewalt sichtbar zu machen. Winkler, ein verschworener Anhänger anrüchiger Einzelgänger wie Jean Genet oder Pier Paolo Pasolini, ist nicht nur Schüler der antibürgerlichen Moderne. Das obsessiv benützte Merkwort seiner morbiden Poesie ist seit jeher der Tod.“ Roland Pohl, Der Standard, 3. 5. 2018

Ein Text über Jörg Haider ist immer heikel – für dessen Fans. Norbert Mayer, Die Presse, 28. 4. 2018

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Š Foto: Wikimedia Commons


Krimi

Mörderische Idylle Krimi

Meta Osredkar (geb. 1981) studierte englische Sprache und Literatur und ist diplomierte Archäologin. Sie übersetzt Literatur (u. a. Nicholas Spark, Marcus Sedgwick) sowie Fachtexte auf dem Gebiet der Archäologie und Geschichte. Bisher wurden zwei ihrer Kriminalromane veröffentlicht.

© Foto: Privat

ca. 300 Seiten, wtb 041 EUR 14,95 · ISBN 978-3-99029-316-4 Erscheinungstermin: Oktober 2018

nspektor Kos und seine Mitarbeiter Simon und Edi treffen im Urlaub auf eine Gruppe Sportbegeisterter, die sich gerade auf den Triathlon vorbereitet. Diese Gruppe setzt sich aus einer Lokalmatadorin und Extremsportlerin sowie ihrem Mann und deren rebellischer Teenagertochter, aus einem französischen und recht unreifen Kajakfahrertrio, einem echten slowenischen Bergsteiger, der hübschen Tochter der Pensionsbesitzer und ihrem ungustiösen Verehrer zusammen. Rasch stellt sich heraus, dass der Großteil der Personen eine lange Geschichte miteinander teilt und dass die Ereignisse aus längst vergangenen Tagen ihre Leben wohl noch immer auf die eine oder andere Art beeinflussen. Dem gilt es auf den Grund zu gehen – je früher, desto besser, spätestens aber dann, wenn die Dinge sich so zugespitzt haben, dass die Polizei eingreifen muss. Meta Osredkars zweiter Kriminalroman entführt uns auf eine Reise durch die schöne slowenische Landschaft, in der jedoch nicht alles so idyllisch ist wie es scheint. Romantische Momente am See weichen Intrigen, Beschreibungen von Flora und Fauna müssen konspirativen Machenschaften Platz machen. Mit viel Humor und Biss hat es die Autorin erneut geschafft, einen Krimi abzuliefern, der voller Überraschungsmomente und satirischer Seitenhiebe steckt.

© Foto: Philippe Breucker

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Metka Wakounig (geb. 1983) wuchs zweisprachig in Kärnten/Koroška auf und studierte Trans­ lationswissenschaften und Germanistik in Graz und Bristol. Ist als Übersetzerin und Lektorin sowie im Verlagswesen tätig. Zahlreiche Übersetzungen slowenischer Literatur (u. a. Marjan Rožanc, Sebastijan Pregelj, Anton Haderlap, Katja Perat). Lebt und arbeitet in Wien.

Meta Osredkar

Hochwürden stirbt grausam ISBN 978-3-99029-251-8 Auch als E-Book erhältlich

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Istrien-Krimi

Die dunkle Seite der Bucht Prohaskas dritter Fall in Istrien oe Prohaska, ehemaliger Kriminalhauptkommissar aus Stuttgart, lebt in einem winzigen Dorf in Istrien, wo er sich nach der Frühpensionierung zur Ruhe gesetzt hat. Als er ein anonymes Päckchen mit dem Hinweis auf einen Mordfall erhält, den er vor vielen Jahren bearbeitet hatte, kann von Ruhe keine Rede mehr sein. Der Täter hatte ihm damals Rache geschworen. Nun ist er wieder in Freiheit. Prohaska glaubt nicht, dass ihm der Mann gefährlich werden könnte, dennoch erzählt er Inspektor Rossi davon. Aber Rossi hat keine Zeit, denn am Strand von Punta Corrente wurde die Leiche eines Unbekannten angespült. Prohaska beschließt, der Sache mit dem Päckchen selbst auf den Grund zu gehen. Zuvor muss er bei einer Hochzeit die offiziellen Fotos machen. Doch als kurz nach der Trauung der Bräutigam spurlos verschwindet, ahnt Prohaska, dass er wieder einmal zur falschen Zeit am falschen Ort ist.

ca. 280 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 21,00 · ISBN 978-3-99029-317-1 Erscheinungstermin: Oktober 2018

© Foto: Autorin

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Silvija Hinzmann (geb. 1956 in Čakovec, Kroatien) lebt in Stuttgart und arbeitet als Übersetzerin und Dolmetscherin. Bisher veröffentlichte sie drei Romane, zahlreiche Kurzkrimis, war Herausgeberin von Kurzkrimi-Anthologien und übersetzte Erzählungen, Gedichte, Essays, Kurzgeschichten, literarische Reiseführer und Romane kroatischer und serbischer Autoren für verschiedene Verlage. Gemeinsam mit Gero Fischer übersetzte sie Die Fahnen, Roman in fünf Bänden, des bekanntesten kroatischen Schriftstellers Miroslav Krleža (2016, Wieser Verlag). Mehr unter: www.silvija-hinzmann.de

130 mm

Der spannende Krimi von Silvija Hinzmann, einer Kroatin, die in Stuttgart lebt, hält in Atem von der ersten bis zur letzten Seite, weil der Plot klug ausgetüftelt ist.

14 mm

130 mm

wtb 18

Zuletzt bei Wieser: Der Duft des Oleanders (2015). Der Wanderer im Karst (2016). Die Fahnen, Roman in fünf Bänden, von Miroslav Krleža, aus dem Kroatischen von Gero Fischer und Silvija Hinzmann (2016)

eIn Balkan-krImI

… Der Krieg hat einen langen Arm. Die Zeit danach ist die der Abrechnung. Und die der Rache. Sie wirkt über Generationen bis zum nächsten Krieg und darüber hinaus. Ein Teufelskreis seit Menschengedenken. Die einen nennen es Politik, die anderen Schicksal oder einfach Zufall. Aber Verbrechen geschehen Tag für Tag, egal wie man es nennt, überlegte Erich Jäger, als er zur

Silvija Hinzmann (geb. 1956 in Čakovec, Kroatien) lebt seit ihrer Kindheit in Stuttgart und arbeitet als Übersetzerin und Dolmetscherin. Seit 2002 veröffentlichte sie neben einem Roman zahlreiche Kurzkrimis, publizierte als Herausgeberin mehrere Kurzkrimi-Anthologien und übersetzte Erzählungen, Gedichte, Essays, Kurzgeschichten, literarische Reiseführer und Romane kroatischer und serbischer Autoren bei verschiedenen Verlagen. Sie ist Mitglied im Syndikat, der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren und bei Mörderischen Schwestern und mehreren Berufsverbänden. Mehr unter: www.silvija-hinzmann.de

Der Duft des Oleanders

Norbert Schreiber über den Oleander; http://www.facesofbooks.de/krimis/

Silvija Hinzmann

205 mm

Hotellobby hinunterging.

Silvija Hinzmann

Der Duft des Oleanders Prohaskas erster Fall in Istrien

ISBN 978-3-99029-● EUR 7,●

Hinzmann Oleander.indd Alle Seiten

WIeser 24.04.15 09:02

Silvija Hinzmann

Silvija Hinzmann

Der Duft des Oleanders

Der Wanderer im Karst

ISBN 978-3-99029-157-3 Auch als E-Book erhältlich

ISBN 978-3-99029-199-3 Auch als E-Book erhältlich

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Geschichte

Fried Nielsen (Hg.)

Georgien im Wandel Wind, der weht.

F

ried Nielsen lädt den Leser ein, ihn auf seinen zahlreichen Ent­ deckungsreisen durch Georgien zu begleiten. Wir reisen an die Küste des Schwarzen Meeres, in einsame Bergdörfer im Kaukasus. Dabei wirft er den Blick auf Details, beispielsweise wie die Jungen in einem Dorf in Swanetien das Kalb liebevoll beruhigen, bevor es dann doch für das Festmahl geschlachtet wird. Daneben stehen Schilderungen von Begegnungen mit dem georgischen Präsidenten Eduard Schewardnadse genauso wie die Exkursionen zu den verschiedenen Ethnien Georgiens und zu seinen Kulturstätten, insbesondere den vielen Klöstern und Kirchen. Wir erfahren, dass die Samen für die deutschen Tannenbäume aus Georgien kommen, aber auch sehr viel über die Zeitgeschichte der neunziger Jahre. Es ist dem Buch deutlich anzumerken, dass Fried Nielsen zu Land und Leuten eine tiefe Beziehung entwickelt hat. Er beschreibt teils mit leichter Ironie die Lebenseinstellung der Georgier, denen Gastfreundschaft über alles geht, die meisterhaft improvisieren können und gern spontan das Leben genießen. Drei Jahre blieb der Diplomat in Georgien, vorher war er in London und Santiago de Chile. Als er sich zu Beginn seines Aufenthalts über Georgien informieren wollte, musste Fried Nielsen feststellen, dass es nur wenig aktuelle deutsche Literatur über die Region gibt. Die interessanten Reiseberichte stammen aus dem vorletzten Jahrhundert. Fried Nielsen wollte an diese Tradition wieder anknüpfen, unterhaltsam über die Kultur, die politische und wirtschaftliche Entwicklung des Landes und die Hintergründe informieren.  Birgit Kos, Deutschlandradio

ca. 350 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 24,95 · ISBN 978-3-99029-310-2 Erscheinungstermin: Oktober 2018

2. erweiterte Ausgabe ISBN 978-3-99029-311-9

„Selten habe ich ein Buch gelesen, in dem eigene Erlebnisse, Gespräche, Zusammenkünfte, Besichtigungen – und zwar nicht nur in der Hauptstadt und in großen Städten, sondern buchstäblich im ganzen Land – so eng und direkt verwoben und verbunden sind mit der Darstellung der Geschichte, der Tradition, der Architektur, der Literatur und den aktuellen politischen und wirtschaftlichen Problemen wie in Ihrer Schilderung über Georgien.“

© Foto: Autor

Prof. Wolfgang Leonhard im NDR

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Fried Nielsen Fried Nielsen, geboren 1961 in Christian-Albrechts-Kong (Nordfriesland/Schleswig-Holstein, Deutschland), Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten Bonn und München. Aufbaustudium am Institut d’Etudes Politiques, Paris. 1988 Eintritt in das Auswärtige Amt, seit August 2004 Leiter des Arbeitsstabes Kultursponsoring und private Stiftungen. Veröffentlichungen: Deutsch in Georgien (Bamberg 1995), Wind, der weht – Georgien im Wandel (Erstausgabe, Frankfurt am Main 2000). Bei Wieser erschienen: Fried Nielsen (Hg.) EE Georgien


prosa

Der Fisch mit zwei Schatten Die Träume der Könige

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ca. 200 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 21,00 · ISBN 978-3-99029-309-6 Erscheinungstermin: Oktober 2018

er Fisch mit zwei Schatten ist ein moderner, georgischer, philosophischer Roman, geschrieben im Stil des magischen Realismus. Die Handlung spielt einerseits in einem erfundenen mystischen Reich – dem am Meer gelegenen Umman – und andererseits spielt sich die Handlung im frühen Mittelalter ab, wo Westen und Osten, Christentum und Islam aufeinandertreffen, in dessen Hintergrund sich die apokalyptischen Szenen des Mittelalters abspielen. Zusammen mit den erfundenen Figuren dieses Buches treffen wir auf die Folklorewesen aus aller Welt, auf die universalen, religiösen und mythologischen Archetypen. In der uralten Handschrift Die Träume der Könige werden Weisheiten, Prophezeiungen und die Chroniken einer Familie aufbewahrt. Mithilfe einer metaphorischen Sprache wird sie uns erzählt, die Geschichte einer Person von Anbeginn der Zeit bis zu ihrem Ende. Das Jahr 1008: Die Apokalypse ist unausweichlich, doch wird das Leben der Menschen weitergehen auch nach dem jüngsten Gericht? In diesem Roman wird der Mythos der totemischen Zwillinge zum Leben erweckt und die Zukunft der Menschheit wird neu geschrieben.

Nachlese zu 30 Jahre Wieser Verlag „Lojze Wieser ist ein verlegerischer Grenzgänger. Er verbindet Menschen über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg und hilft mit seinen Büchern die beschränkenden Grenzen im Kopf zu überwinden.“ Ernst A. Grandits, Buchmarkt, 23. 4. 2017

© Foto: Privat

© Foto: Privat

CHATUNA TAVDGIRIDZE Geboren am 15. August 1974 in Batumi. Sie ist Schriftstellerin, Folkloristin und Professorin für Mythologie an der Universität Batumi. Forschungsgegenstand ihrer interdisziplinären Forschung sind archaische Kulturen, Vergleichenden Mythenforschung, Politische Mythologie, Mittelalterforschung, Religionsforschung u. v. m. Zurzeit arbeitet sie als Professorin am Georgisch-Amerikanischen Institut und an der Grigol-Robakize-Universität. Sie ist Autorin mehrerer Romane, Erzählungen und Gedichte, die sie im Stil des magischen Realismus schreibt.

Anastasia Kamarauli Geboren 1993 in Tbilissi. Seit ihrem siebenten Lebensjahr lebt sie in Deutschland. 2012 begann sie ihr Bachelorstudium der Politikwissenschaft mit dem Nebenfach Kaukasiologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, das sie 2016 abschloss. Zurzeit studiert sie im Masterstudium Internationale Studien/Friedens- und Konfliktforschung ebenfalls in Frankfurt am Main. Seit 2009 ist sie Mitglied der Übersetzer-Assoziation beim Frankfurter Literatursalon EUTERPE. | 11


prosa

Gldani Roman

G

© Foto: Magda Kalandadze

ldani ist die größte Vorstadt von Tbilissi. Man nennt sie auch eine Stadt in der Stadt. Das sowjetische Ghetto, das Ende 60er-Jahre als Experimentalprojekt entstand und seitdem in der Zeit erstarrte. Indem sie in Gldani eine Wohnung mietet, tritt Lana zum Bild – die Frau, die nach Tbilissi, die vom Bürgerkrieg in eine Hölle verwandelte Stadt übersiedelt, ein Kind kriegt und versucht, sich von Neuem liebzugewinnen. Das Leben der Mutter und des Kindes ist von Zuschauern und Klatschgeschichten – diesem mythologischen Urbanelement – bewacht. Ihr Zusammenleben kippt dann um, als ihr Sohn eine Zuneigung zu seinem jungen Freund zeigt. Mit diesem Spalt beginnt der Umsturz der beiden ausgezeichnet funktionierenden Systeme – der Familie und der Kleinwelt Gldani. Die sexuelle Deviation macht mit einem Domino-Prinzip einzelne Teile des Systems zu Gegnern: Die Mutter kämpft gegen ihren geliebten Sohn, das System versucht, die Mutter zu neutralisieren. Parallel dazu erleben die Bewohner von Gldani merkwürdige, märchenhafte Ereignisse, denen man nur in Spielen gegenübersteht. Der mit stilistischen Spielen, einer meisterhaft vernetzten Struktur und vielen Farben beladene Roman bereitet dem Leser eine Menge von Überraschungen.

ca. 160 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 18,90 · ISBN 978-3-99029-307-2 Erscheinungstermin: Oktober 2018

Tamar Kotrikadse 1973 in Tbilissi geboren, studierte Germanistik, seit 2007 freischaffende Übersetzerin und Kritikerin; Mitarbeit bei verschiedenen Zeitschriften und Verlagen, wissenschaftliche Publikationen, literaturkritische Artikel, literarische Übersetzungen aus dem Deutschen, Englischen, Französischen und Russischen. Ihre Übersetzungen wurden mehrfach ausgezeichnet. 12 | Herbst ’18

© Foto: Privat

Guram Matskhonashvili 1989 in Tbilissi geboren. Er studierte an der Tbilisser Staatlichen Film- und Theater-Universität. Arbeitete als Kulturrezensent, Journalist. Sein kurzer Dokumentarfilm über eine Transgenderfrau gewann den UNDP-Preis und den Preis der Stiftung Offene Gesellschaft Georgien (2013, 2014). Er ist Autor und Regisseur von einigen Theaterstücken zum Thema Menschenrechte und Urbanisation. Arbeitete zusammen mit dem Puppen- und dem dramatischen Theater an verschiedenen Projekten. Für das Jahr 2019 ist Guram Matskhonashvili in das Hans-Otto-Theater Potsdam als Regisseur eingeladen. Sein literarisches Debüt Gldani [ein unmöglicher Roman] erschien in Georgien Ende 2017.


prosa

Marines Engel Erzählung

M

ca. 120 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 16,90 · ISBN 978-3-99029-308-9 Erscheinungstermin: Oktober 2018

arines Engel ist der erste Erzählungsband von Tamta Melashvili. Er enthält Texte, die zwischen 2006 und 2017 entstanden sind. Protagonistinnen des Bandes sind Frauen von verschiedenem Alter und gesellschaftlichem Stand, obwohl die meisten zu marginalen Gruppen gehören, deren Stimme in der Öffentlichkeit fast nie ertönt. Der Band ist ein Versuch, diese Stimmen zu „sammeln“ und sie für den Leser hörbar zu machen, um mithilfe einer literarischen Form den Ursprung von Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Unterdrückung zu begreifen. Die Erzählungen Eins und zwei (2006) und Mein Vater ist eine Taube (2016) sind in einem Sammelband des Literaturpreises „Tsero“ veröffentlicht worden. Die andere Farbe (2010), Seit Großvater weg ist (2012), Jener Tag und Das Himmelreich für Mädchen (2013) sind zu verschiedenen Zeiten in die Anthologie „15 beste Erzählungen“ eingegangen. Der Brief an Lia und Marines Engel sind neueste Texte der Autorin, die 2017 entstanden sind.

© Foto: Privat

© Foto: Privat

Tamta Melashvili Geboren 1979 in Ambrolauri, wohnt zurzeit in Tbilissi und arbeitet als Forscherin und Lehrerin an der Staatlichen Universität Tbilissi. Sie ist eine Aktivistin der feministischen Bewegung und hat in Budapest, an der Central European University Gender studiert. Ihre Erzählungen erschienen erstmals auf literarischen Websites und wurden später in verschiedenen Anthologien gedruckt. 2010 erschien Tamta Melashvilis Debütwerk Abzählen, das sofort Erfolg gewann. Der Roman wurde von Kritikern als eine „neue, ausgeprägte Stimme“ bezeichnet und erhielt 2011 den größten Literaturpreis des Landes, Saba. Im nächsten Jahr erreichte die Autorin Popularität auch außerhalb Georgiens, ihr Buch wurde 2012 in Deutschland unter die Top Ten der besten Bücher aus unabhängigen Verlagen nominiert und mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2013 in der Kategorie Junge Erwachsene ausgezeichnet. Abzählen ist in die deutsche, kroatische, russische und englische Sprache übersetzt worden. Tamta Melashvilis Werk Techno der Jaguare erschien 2013 auf Deutsch in der Frankfurter Verlagsanstalt. Literaturpreise: Deutscher Jugendliteraturpreis 2013 in der Kategorie Junge Erwachsene für Abzählen. 15 Beste Erzählungen 2013, Preis des BakurSulakauri Verlags (2. Platz) für Jener Tag. Literaturpreis SABA 2011 in der Kategorie Bestes Debüt für Abzählen.

Tamar Kotrikadse 1973 in Tbilissi geboren, studierte Germanistik, seit 2007 freischaffende Übersetzerin und Kritikerin; Mitarbeit bei verschiedenen Zeitschriften und Verlagen, wissenschaftliche Publikationen, literaturkritische Artikel, literarische Übersetzungen aus dem Deutschen, Englischen, Französischen und Russischen. Ihre Übersetzungen wurden mehrfach ausgezeichnet. | 13


Geschmack

Das Kochbuch des Prinzen Bagrat von Georgien 1818 Prinz Bagrat (1776–1841)

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er Sohn des letzten Königs von Kartli und Kacheti, Giorgi XII., hatte in den letzten Jahren des georgischen Königreichs wichtige administrative Ämter inne. 1803 wurde Bagrat samt Familie nach Russland zwangsübersiedelt. Er war Träger mehrerer Auszeichnungen des Russischen Imperiums sowie Autor historischer Abhandlungen, wie Neue Erzählung und Russisch-Persischer Krieg, und auch verschiedener Ratgeber veterinärer und wissenschaftlicher Art, unter anderem des ersten georgischsprachigen Buches Behandlung der Pferde und anderer Tiere. Von Prinz Bagrat stammt auch das erste georgische kulinarische Werk Das Buch zur Kreation der besten Speisen, Zuckerkandis und Getränke, welches 1818 in Sankt Petersburg herausgegeben wurde. ca. 200 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 29,95 · ISBN 978-3-99029-306-5 Erscheinungstermin: Oktober 2018

Nachlese zu 30 Jahre Wieser Verlag „,Delo‘ schreibt in seiner Einleitung zum Gespräch: ,Busek stellte anlässlich des Geburtstages des Wieser Verlages fest, dass Lojze der Träger der unsichtbaren Medaille für seine Arbeit ist, von der viele ihren Nutzen hatten, einschließlich Kärntens, (…) doch wollten sie sie nicht haben‘. (…) Der Verleger Lojze Wieser kümmert sich seit der Gründung seines Verlages vor 30 Jahren intensiv um österreichisch/slowenische Literatur, um die Literaturen Südosteuropas und erkundet mit seiner Reihe Europa erlesen den ganzen literarischen Raum eines Kontinents.“ Ö1, 15. 5. 2017, http://oe1.orf.at/programm/20170515/47449

Dr. Maia Panjikidze Geboren 1960 in Tbilissi, ist promovierte Germanistin und freischaffende Übersetzerin, Absolventin der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und der Staatlichen Universität Tbilissi. Sie ist Autorin der Werke über die Deutsche Sprache und Literatur und Übersetzerin sowohl aus dem Deutschen ins Georgische als auch aus dem Georgischen ins Deutsche. Ihre neuesten Übersetzungen sind Thomas Bernhards Der Theatermacher (2015) Die georgische Küche (2017, aus dem Georgischen ins Deutsche), Gerhart Baums Rettet die Grundrechte! (2017) und Max Frischs Stiller (2018). 14 | Herbst ’18

© Foto: Privat

© Foto: Karchkhadze Publishing

Vakho Babunashvili Geboren 1967, absolvierte die Staatliche Medizinische Universität. Seit 1989 ist ein Mitglied der Gruppe Soft Eject. Seit 2009 Mitbegründer und Boardmitglied der Festspiele Tbilisi Open Air. Hat zehnjährige praktische kulinarische Erfahrung. Unterrichtet an der Kakha Bendukidze Kulinarischen Akademie. Seit Jahren arbeitet er mit den Zeitschriften Tabula, KulinArt, Georgia To See zusammen. Ist Mitverfasser des in Polen herausgegebenen Buches Gruzinski Smak (Georgischer Geschmack).


Geschmack

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ie Reise zum Geschmack Europas geht 2018 weiter. In zwei Bänden wird sie nachgezeichnet und zugleich sind wir filmisch in den Folgen 19 bis 21 auf der Suche nach der unbekannten Insel auf den Alentejo gestoßen, werden bei den Walisern die Melodie der gälischen Sprache hören und in Nordwestirland heimische Erzähler suchen, Austern klauben und wer weiß noch welche unbekannten Geschichten mit nachhause nehmen und uns in der Kühle des Bregenzer Waldes auf dem Moos ausruhen und dem Wind lauschen … Laufend werden die bisherigen 18 Filme auf ORF 2, ORF 3 und auf 3sat wiederholt. Ab September 2018 werden die im heurigen Jahr gedrehten Filme in der SonntagsMatinee ausgestrahlt. Die Journale, die nun in zwei Bänden 14 der Reisen begleiten und erweitern, sind nicht nur wertvolle Geschenke, sie lenken den Blick auch auf kleine Nebensächlichkeiten des Lebens der Menschen, die wir getroffen haben. Sei kreativ, schau auf den Seiten der FS-Anstalten und finde die Links zu den Wiederholungen: https://www.3sat, http://orf.at oder auch auf flimmit.com Der Geschmack Europas als DVD-Edition im ORFShop: http://shop.orf.at Die Fernsehseserie Der Geschmack Europas und das dazugehörige Journal finden sich in zwei Kategorien auf der Shortlist der Gourmand Awards 2018: http://www.cookbookfair.com/

Großformat, ca. 300 Seiten, durchgehend vierfärbig, gebunden, Lesebändchen EUR 30,00 · ISBN 978-3-99029-250-1 Erscheinungstermin: Juni 2018

Großformat, 304 Seiten, durchgehend vierfärbig, gebunden, Lesebändchen EUR 30,00 ISBN: 978-3-99029-235-8 Bereits erschienen

KARST

ostro zazvižgala / divje je plesala. scharf hat sie gepfiffen / wild hat sie getanzt. Zahrumi čez gore, polasat gre bore Poltert über Berge / zupft die Föhren vije čez pečine / brije čez strmine. schlängelt über Felsen / putzt die Jähen. Zakadi se v more / kjer vihra in orje Jagt sich in das Meer / wo sie jault, wo sie pflügt od togote jezne / v brezno se pogrezne. und gest unter dann / vor Zorneswut. Prav se botra ti godi / ker si mrzla do kosti Recht geschiehts dir Tantchen / erfroren bist bis zu den Knochen. prav, prav, prav! Recht so, recht so, recht so! Cvetko Golar, Text aus dem slowenischen von Lojze Wieser

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Wie isst Europa? Die neue, von ORF und 3sat koproduzierte Reihe „Der Geschmack Europas“ bietet Antworten auf diese Frage und erkundet die Küchen und Kulturen unseres Kontinents. In den kulinarischen Reisereportagen kredenzt Präsentator Lojze Wieser, Gastrosoph, Autor und Verleger, fremde und vertraute Gerichte der europäischen ie erste Folge der kulinari- der Bora luftgetrockneter Pršut von Speisetafel. Gestalschen Reise, führt das Fern- einem 97-jährigen Fleischermeister tung Martin Traxl. Prosehpublikum in Österreichs Nachbar- in hauchdünne Scheiben geschnitduktion wdw-Filmproland Slowenien – in den Karst und in die ten, Gedichte und Loblieder auf duktion. Gestaltung den rauen Karst gesungen. Goriška brda, das Görzer Hügelland. Martin Traxl und FloriIm Karst, dem kargen Land der Stei- Auch in der benachbarten Gorišan Gebauer. Produktine, treffen sich die mediterrane und ka brda, dem Land der Oliven- und on wdw-Film. Kamera die alpine Kultur – in architektoni- Obstbäume, wird das Leben im EinHeribert Senegacnik scher wie in kulinarischer Hinsicht. klang mit der Natur noch zelebriert. und Wolfgang Rauch. Kaisers Zeiten waren getrockne„Eins glaub‘ ich beobachten, je mehr in den Gebirgen Der Karst ist eine Gegend, die überall tra- Zuzu Ton Bertram Knapitsch eine Delikatesse, ditionell die Grenze zwischenbeschränkt, Oli- te Zwetschgen die Menschen abgeschnitten und auf die die allerersten und Michael Mikula; nach Wien und Lemberg exporvenöl- und Butterregion bildet und biszurückgewiesen Bedürfnisse des Lebens sind, je mehr sie sich von Robert LaAssistenz die sich immer mit den Nachbarlän- tiert wurden, heute beherrschen nur chowitz; Redaktion einem einfachen, langsamen, unveränderlichen Erwerbe nähren; noch wenige die Kunst des Zwetschdern befruchtet hat. Sharon Nuni, Sandra desto besser, willfähriger, freundlicher, uneigennütziger kenschälens. Aus Wildspargel, LöOelz und Edith Hisch. Alles, was das Land Gutes zu bieten und gastfreier sie gefunden“ wenzahnhab undich Kräutern werden Kösthat, mischen die Bäuerinnen in den lichkeiten gezaubert und mit dem Eintopf Jota, der exemplarisch ist gekocht, wasvon vor der Haustüre wächst. Johann Wolfgang Goethe , 1799 für die Vermischung der Kulturen. Eine Hymne auf das einfache Leben. Der gehaltvolle Teran, Rotwein und (Presseaussendung des ORF) Lebenselixier, wird verkostet, von

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34 Jahre später queren wir in der Innerschweiz Goethes Spuren. Die Reise führt uns in die Kantone Luzern, Schwyz und Glarus, nördlich des Alpenkammes …

ie vierte Folge der kulinarisch-kulturellen Reihe „Der Geschmack Europas“ führt uns in eine der beliebtesten Destinationen Italiens: in die Toskana. In ihrem südlichen Teil verbirgt sich die herbe Maremma, in der es für Kunst- und Kulinarikliebhaber viel zu entdecken gibt.

Die toskanische Maremma

Escholzmatt, der Gasthof Rössli. Hier kocht Stefan Wiesner, ein Zauberer und ein Weiser, ein Koch und Philosoph. Er zeigt anhand seiner Kreationen, wie der Vergangenheit und dem in der Natur Gewachsenen heute neue Seele eingehaucht wird. Alles was existiert, kann und soll zum Genuss werden, auch Rost und Horn … Er verbindet Einfaches und veredelt es, was zusammengehört, findet zusammen. In diesem Reich kreiert er seine Jahreszeitenmenüs.

Siebenbürgen

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n der dritten Folge von „Der Geschmack Europas“ reisen wir durch die Landschaften und Küchen Siebenbürgens. Die rumänische, die sächsisch-deutsche, die österreichisch-landlerische und die szekler-ungarische Kultur treffen hier seit Jahrhunderten – oft sich reibend – aufeinander.

Hunderte Einmachgläser, eine Enzyklopädie der Gerüche. Stefan Wiesner geht davon aus, dass alles, was existiert, zum Genuss werden kann und soll. Die Verbindung von Einfachheit und Veredelung, das Zusammenfinden von sich zersetzendem Material wie Rost und Torf, 4000 Jahre alt, als Grundlage für Gedämpftes oder als essbare Dekoration, angerichtet auf dem Schindelbrett oder auf einem Stein oder Schiefer, mit dem auch das Kirchendach gedeckt ist, auf Leder vom Kalb, aus dem das Gekochte besteht; aber auch die Schalen von Flusskrebsen, auf denen das Junghühnerfleisch gedämpft wird, in der Folie zugedeckt; oder wenn die Hühnerhaut gebraten, mit Honig und gestoßenen Karotten verfeinert, bestrichen als Dekoration oder

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Die Innerschweiz

Burja Bora Burja, botra burja, / je na Krasu vstala Bora, Tantchen Bora / auf dem Karst ist sie aufgestandeń

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Der slowenische Karst und die Goriška brda/Collio

in Form von Chips angeboten wird, auf Stein serviert, mit einem Schaum aus geläuterter Butter, in der die Schalen der Krebse noch 6 bis 8 Stunden liegen und dann abgeseiht werden. „In den Südländern wie Slowenien, Italien und Spanien wird noch animalischer und ursprünglicher gekocht, da kommt der Geschmack des Fleisches deutlich zum Ausdruck, hier in der Schweiz und in Deutschland wird der Geschmack zurückgedrängt und darf nicht mehr vorschmecken, man will auch nicht das Blut und das Kräftige sehen. Wie die Schnecke auf dem

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Trüffel trifft auf Pfeffer aus aller Herren Länder, Verbene auf Galgantwurzel, getrocknetes Kuhhorn gesellt sich zur Kuhflade und vergnügt sich mit Boxhornklee.

Heute begegnen sie sich in kulinarischer Hinsicht – eine friedliche Koexistenz von Speisen und Geschmäckern, wie sie in der Gegend um Hermannstadt, Sibiu, Nagyszeben spürbar wird. Die verschiedenen Volksgruppen brachten ihre Kochtraditionen mit, die in ständigem Wandel und mit Anpassungen in Notzeiten bis heute überlebt haben. Geschmäcker der Vergangenheit und neue Zutaten, wie die in Siebenbürgen wiederentdeckte Sommer- und Winter-Trüffel, wecken die Lust, in die Region zu reisen und

sich vor Ort auf neue Kocherfahrungen einzulassen. Ein Land, das Fröhlichkeit und Zuversicht verbreitet, das Innenhöfe öffnet und die Seelen; ein Land, das ein Gefühl des Heimkommens und des Willkommenseins verbreitet; ein Land, das immer wieder, trotz aller Wunden, zu sich kommt und die Zeit nicht allzu lange mit dem Wundenlecken verbringt, auch wenn sich Kerben in die Seele kratzen. Ein Land, das nach vorwärts schaut, das nicht aufgibt, sich aber auch nicht offen dem Vergangenen stellt, wohl auch, weil der tiefer liegende Schmerz viel schmerzhafter ist, als man es nach außen zeigt. Und ein Land, in dem Kulturen und Sprachen erfahren, wie Sprachen ohne Territorium überleben. (Ein Film von Florian Gebauer und Lojze Wieser. Presseaussendung des ORF)

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Siebenbürgen in Rumänien ist ein Land der Vielfalt und der Minderheiten. Die Ungarn haben die Paprika eingebracht, die Landler die Süßspeisen und die Sachsen Wein und die reichhaltigen Mehlsuppen. Ihren Namen bekamen sie wohl von Saxones, nach dem lateinischen Stereotyp jener Zeit für Siedler aus dem Westen.

Lausitz

Die Etrusker hatten die einst sumpfige Gegend urbar gemacht. Heute treiben die Butteri, wie die Cowboys gerufen werden, die Maremanna-Rinder über die Weiden – wie vor 100 Jahren, nur heute, um die Rinderrasse vor dem Aussterben zu retten. Das Maremmaner-Rind ist nahe am UrTier, dem Auerochsen, und seit dem Mittelalter immer in diesem Sumpfgebiet heimisch. Es hat kaum Ähnlichkeiten mit anderen Rassen, am ehesten noch mit den istrischen Boškarin-Rindern mit ihren breiten Hörnern. Sie sind hier völlig isoliert, fressen, was sie finden, auch die salzhaltigen Pflanzen im Sumpf, und haben am ehesten eine indianische Anbindung, die mit den „Barbaren“ eingeführt wurde. Die Pferderasse Maremmano folgte über lange Zeit keinen genauen Zuchtregeln; im Lauf der Jahrhunderte wurden spanische Rassen eingekreuzt, ebenso Berber und im 19. Jahrhundert eine englische Pferderasse. Kühe und Pferde, die Cowboys hat Columbus mitgebracht, die sind übrig geblieben, von jenen, wird augenzwinkernd erzählt … Doch nicht nur Rinder prägen das Bild der Maremma, die Lage entlang

Galicien

der italienischen Westküste bietet auch hervorragende Fischgründe. Der Fischer und Umweltaktivist Paolo Fanciulli gebietet der Raubfischerei auf originelle Weise Einhalt – mit Unterwasser-Skulpturen aus Carrara-Marmor – und begründet damit das erste Museum unter Wasser. Acquacotta, Wildschwein, Schafskäse und Wein gehören auf die traditionelle maremmanische Speisetafel, in einer Gegend, in der man vor nicht allzu langer Zeit noch so arm war, dass viele heute nicht einmal eine Lieblingsspeise der Kindheit benennen können – Hauptsache, es war überhaupt etwas auf den Tisch gekommen. In der auf Tuffstein gebauten, auf etruskische Wurzeln zurückblickenden Stadt Pitigliano pflegt noch heute eine jüdische Gemeinde Kultur und Religion.

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Einen ganzen Skulpturen-Park hat sich der Erfinder der EatArt, der Künstler Daniel Spoerri, am Rand der Maremma, mitten in den Maronihainen eingerichtet.

ie ORF-Sendereihe erkundet die kulinarischen Wege unseres Kontinents – ein Streifzug durch das bunte Europa und seiner Geschmäcker, der geschichtliche, landschaftliche, geografische und kulturelle Besonderheiten und Verwandtschaften einfließen lässt. Die Lausitz umfasst den Süden Brandenburgs und den Osten Sachsens bis hin nach Tschechien und Polen. Spannend sowohl kulinarisch – berühmt für seine Spreewald-Gurken – als auch kulturell, denn hier sind die Sorben zu Hause. Zwei slawische Völker in Deutschlands Sprachenmeer, pflegen sie ihre Sprache und Kultur, die bereits Theodor Fontane in seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ beschrieben hat, seit 1400

Jahren. Die sorbischen Vorfahren brachten die Säuerung der Gurken ins Land, die bis heute eine weltweit beliebte Tradition prägen. Es ist ein leidgeprüftes Land, reich an Kultur und Sprache auch wenn Kohletagbau den Menschen ihre Dörfer nimmt. Ein durch Kanäle und Flüsse durchzogenes Land, in dem man sich verzaubern und verführen lässt. Die Begegnung mit diesen Menschen hilft, neue gemeinsame Wege zu finden. Lojze Wieser begibt sich mit Florian Gebauer auf Fontanes Spuren durch Brandenburg und erfährt einiges über den vielfältigen Geschmack der Spreewälder-Gurken und die geheime Heilkraft des goldenen Leinöls. (Pressetext, ORF2 19.9.2014)

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ellen des Meeres von Vigo, seht ihr meinen Amigo? He Gott, sag, wird er bald kommen? // Wellen des Meeres ihr Rauen / seht ihr meinen Lieben / He Gott, sag, wird er bald kommen?// singt Martin Codax, der galicische Troubadour im 13. Jahrhundert. Das Meer. Es gibt Muscheln und Fisch. Die Wellen nehmen aber auch den Geliebten. Ein teures Geschäft. Die Wellen gebaren Fische und Witwen. He, Gott, sag, warum verschlangen sie auch noch die Fischer? Um dem zu entgehen, sind in den Jahrhunderten viele bis zum Mond ausgewandert. Galicien ist reich und arm zugleich.

Gailtal

Der Hafen von Vigo. Möwen fliegen zum Appell, warten. Eine zeigt, alle folgen krächzend, laut. Wer jagt wen? Schwertfische fallen.

Besiegt in Reih und Glied: angepriesen, angeschrieben, ausgerufen: Börsenstimmung. Nur, hier fallen die Preise und wer als erster die Nerven behält, gewinnt. Ein Meer von Fischen. Hochseefischer fahren bis nach Irland. Tagesumschlag 300 Tonnen. 7000 Menschen leben davon.

G alicien ist wie eine verzauberte Welt, und so ursprünglich wie kaum noch ein anderer Teil Spaniens. Im nordwestlichen Eck des Landes hat diese Region sowohl kulinarisch als auch literarisch einige Schätze zu bieten.

Megaphone überschlagen sich. Nach dem Fang übernehmen die Frauen. Galicien wird zum Matriarchat.

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eute reist man nostalgisch in das Tal mit zwei Namen – Slowenisch: Zilja, Deutsch Gail, fußend auf illyrischen, lateinischen und altslowenischen Ableitungen – und wagt die Wiedergeburt. Eine weitgehend intakte Natur und Menschen, die das Sterbende, das Abgeschobene und fast Vergessene kenntnisreich beleben. Noch vor 100 Jahren zog ein knappes Drittel der Menschen aus, Arbeit und Brot zu finden – in der Fremde. Schräge Vögel, Querdenker, Wissenschaftler, Grammatiker, Poeten und Künstler sind aus dieser jahrhundertelangen Reibung entsprungen. Seit der Reformation. Sie setzen sich Angriffen von politischer Seite entgegen und kratzen am trügerischen Schein der Idylle. Ein Paradies mitten im Tal, erschaffen vom Künstler Cornelius Kolig. Wer kennt nicht den Vorwurf

Die Möwen harren weiter. Möwen sind klug. Möwen schmuggeln sich in die Fischhalle, Möwen sind eine Plage. Deswegen die Falken, die sie jagen. Eisgrieß kühlt die Fische während ihrer Fahrt auf die Fischmärkte.

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gegen ihn: „Fäkalienkünstler“ ha es durch das Land. Dabei reic die Ursprünge seiner Kunst we die Kindheit – bis zur Ruhr, die a ihn fast dahinraffte. Mit sich träg die Erinnerung daran und, das Na schmecken …

Bei der noch jungen Initiative „Gai Bauer“ bekommt man eine herrli Sássaka! Das Tal geht über von Ide vieles gärt im Tal, Neues aufbau Altes wiederbeleben und ein e ner Trotz sind Begleiter beim Zus menfinden. Sássaka, das Verhack wortwörtlich, die harten Würstel, Speck, Käse lagern mundgerecht z Hernehmen. Verarbeitet wird auch les, was im eigenen Garten wäch zu Eingelegtem, Marmeladen, Si – Gemüse, Blüten, Kräuter – und Chioggia-Rübe, die entpuppt sich Shootingstar!

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Europa Erlesen

ca. 272 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN 978-3-99029-294-5 Erscheinungstermin: Juli 2018

ca. 280 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN 978-3-99029-296-9 Erscheinungstermin: Juli 2018

ca. 256 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN 978-3-99029-292-1 Erscheinungstermin: Juli 2018

Europa Erlesen Backlist und interaktive Karte: www.wieser-verlag.com/europa-erlesen Einige dieser Titel wurden bereits angekündigt

ca. 160 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN 978-3-99029-295-2 Erscheinungstermin: Juli 2018

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ca. 256 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN 978-3-99029-302-7 Erscheinungstermin: Juli 2018

ca. 256 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN 978-3-99029-272-3 Erscheinungstermin: Juli 2018


Europa Erlesen Echo des Jahrhunderts Krieg und Frieden

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ca. 480 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN: 978-3-99029-244-0 Erscheinungstermin: Juli 2018

ie in den Bergen die Kommunikation über das Echo gesteuert und zielführend eingesetzt wird, wenn die Stimme oder der Hornton in die Landschaft geschickt werden und anhand des Echos Antworten oder aus dem Ausbleiben desselben Fragen für die Menschen, die auf sie warten, entstehen, ist das Buch eine Sammlung aller während des Projektes eingesammelten Erfahrungen und Signale, die in verschiedenen Formen ausgesendet oder archiviert wurden. Sie sind die nachhaltige Verdichtung und Materialisierung des Gedankengutes, das für weitere Bearbeitung bzw. Diagnosen zur Verfügung steht und einen bestimmten Moment der gemachten Erfahrungen einfriert, um diese für spätere Aufarbeitung bereitzuhalten bzw. um heranwachsenden Generationen als empirisches Erfahrungsgut zur Verfügung zu stehen. Eine momentane Erfassung eines Zustandes kann hilfreich sein, um den Erkenntnisprozess in der Wahrnehmung und die Stufe derselben zu orten, wie auch durch die visuelle oder die musikalisch-sprachliche Annäherung in Form der Fotografie, des Filmes, der Tonaufnahmen, der Komposition und der Präsentation einen neuen Spalt zu öffnen, aus dem die beengenden Verhältnisse abfließen und wiederkehrende Hoffnung eintreten kann. Texte zu 100 Jahre DADAechoes undfrom derinvisible Frage:landscapes Es hat sich nichts verändert. Hat sich wirklich nichts verändert? Von Krleža, Voranc, Polaković, Reiter, Szyttia, Kassák, Bläulich, Gauß, Kosovel, Gruša, Havel, Grum, Cankar, Dizdar, Kovačič, Novy, Hartmann, Auden, Bretagne, Naum, René Char, Schwendter … Gregor C. Mìlena/Wolfgang Platzer (Hg.) Gregor C. Mìlena ist Herausgeber der Reihe EUROPA ERLESEN, Literaturschauplatz.

(NOTE)BOOK

echoes from invisible landscapes

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reative Europe: Culture | 2016 – Smaller scale cooperation projects (Cat 1) | Projektnummer 570367 ECHOES FROM INVISIBLE LANDSCAPES ist ein zweijähriges EUNetzwerk-Projekt unter der Leitung von Enterprise Z (AT). Der Verein bildet gemeinsam mit Mani doo (HR), Zveza Mink Tolmin (SI), Wieser Verlag und der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt ein neu gegründetes „Echo Collective“, das sich über die Alpen-Adria-Region spannt. Echos entstehen aus den individuellen und kollektiven Geschichten der Menschen in der Region und aus ihrem natürlichen und konstruierten Umfeld. Die „Landschaften“ im Projekt­titel stellen materielles und immaterielles Kulturgut dar, das die Basis individueller Identität und kollektiver Gesellschaft formt.

128 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 4,95 · ISBN: 978-3-99029-222-8 Bereits erschienen

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prosa

Otfried Krzyzanowski (1886–1918)

„diese Zeit ist nicht die meine und die tage fliehn …“ Kaffeehausliterat, Bohemien, Hungerpoet Herausgegeben von Elisabeth Buxbaum/Christian Fridrich

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m November 1918 zerfiel nach mehr als vier Kriegsjahren mit Millionen Todesopfern die Habsburger-Monarchie. Gleichsam stellvertretend für den Untergang des Reiches starb zur selben Zeit der Dichter Otfried Krzyzanowski (geboren 1886 in Starnberg, Bayern). Er war kein Frontsoldat im Schützengraben, er verlor sein Leben im Hinterland, in Wien durch eine Mischung aus Verelendung, Krankheit und Hunger. Sein literarisches Œvre ist gering und fast zur Gänze in Vergessenheit geraten. In Erinnerung geblieben ist seine Person sowohl bei Zeitgenossen (Franz Blei, Anton Kuh, Alfred Polgar und Franz Werfel) als auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Protagonist in Nachrufen, Essays und diversen Publikationen: Man anekdotisierte ihn als „Kaffeehausliterat“, „Bohemien“ und „Hungerpoet“. Schablonenhaft wird Krzyzanowskis Äußeres, seine ungewöhnliche Sprache, Mimik und Gestik, sein Kampf gegen gesellschaftliche Usancen, sein Charakter und besonders sein elendes und sinnloses Sterben thematisiert. Kaum jemand geht auf das dichterische Schaffen ein, das es sehr wohl verdient, wieder in den Blickpunkt der an Literatur Interessierten gerückt zu werden. Im Zuge neuer Quellenstudien recherchierten die Herausgebenden Leben und Schaffen des in Vergessenheit geratenen Kaffeehausliteraten und dokumentierten sein eigenes und weiteres Umfeld im Kontext des Endes des Ersten Weltkriegs und des Untergangs der Habsburger-Monarchie. Präsentiert werden Werk und Leben von Otfried Krzyzanowski sowie seine Darstellung in den Werken anderer bekannter Literaten.

ca. 200 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 21,00 · ISBN 978-3-99029-323-2 Erscheinungstermin: September 2018

Christian Fridrich Geboren in Wien, Studium der Geographie, Mathematik, Philosophie, Psychologie und Pädagogik, Mag. phil., Dr. phil., Professor an der Pädagogischen Hochschule Wien, Leiter des Fachbereichs Geographische und Sozioökonomische Bildung, Lehrbeauftragter an den Universitäten Graz und Wien; Autor und (Mit-)Herausgeber von Fachaufsätzen, Zeitschriften, Büchern und wissenschaftlichen Buchreihen; Atlasgestalter. Begeisterter Bücherwurm, Fotograf und Reisender; lebt im Weinviertel. Zuletzt bei Wieser in der Reihe Europa erlesen erschienen: Donau; Donaudelta. 18 | Herbst ’18

© Foto: Privat

© Foto: Privat

Elisabeth Buxbaum Geboren in Wien. Studium der Geschichte und Germanistik, Dr.in phil. Emerita der Pädagogischen Hochschule in Wien, Leiterin des Departments Geschichte; Arbeiten im Bereich der österreichischen Literatur des 19. Jahrhunderts wie Joseph Schreyvogel oder Adalbert Stifter und zum Thema Goethe und Österreich (Gestaltung der gleichnamigen Ausstellung 1999 in der Österreichischen Nationalbibliothek sowie des Goethe-Museums im Stift Kremsmünster); literarhistorisch fokussiert die letzten beiden Bücher Des Kaisers Literaten. Kriegspropaganda zwischen 1914 und 1918 (2014 Edition Steinbauer) und Liebesgrüße von der Front. Briefe Franz Werfels an Gertrud Spirk 1915–1918 (2016 LIT Verlag).


prosa

Tag und Nacht und Tag © Foto: Wieser Archiv

Aufzeichnungen von abseits irgendwo Revidierte Ausgabe

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idner sprengt mit diesem Text gängige Genres. Schonungslos wütend, schonungslos lachend, grotesk und sarkastisch schreibt Widner über sich und andere, über Musik und Literatur und über das gewordene Österreich – aphoristisch und poetisch zugleich.

Alexander Widner geboren 1940. Verschiedene Orte, Berufe, Ansichten, Vorstellungen, Obsessionen, Irrtümer, Vermutungen, Behauptungen, Narreteien. Lebt jetzt und voraussichtlich für den Rest seiner Tage in Klagenfurt. Etliche Veröffentlichungen, zuletzt: Am Abgrund der Bücher, NY 11235, Kreitzberg, Graves­ end, Ashburns Knöpfe, Stark wie ein Nagel, Postscriptum oder Der exquisite Kadaver.

ca. 100 Seiten, wtb 040 EUR 9,95 · ISBN 978-3-99029-320-1 Auch als E-Book erhältlich

Nachlese zu 30 Jahre Wieser Verlag „Die Literaturen des Balkans und des europäischen Ostens bekamen in Lojze Wieser einen treuen Kumpan, der bis heute den längst nicht mehr Verfemten eine Öffentlichkeit schafft. Zahlreiche Entdeckungen sind seinem Suchgeist zu verdanken.“ Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten, 18. 5. 2017

„Der wortwandernde Grenzgänger. Vor dreißig Jahren hat der Kärntner Slowene Lojze Wieser seinen eigenen Verlag gegründet. Zum Jubiläum wartet er mit drei Novitäten auf.“ Joachim Leitner, Tiroler Tageszeitung, 11. 5. 2017

„1400 Bücher aus dem Klagenfurter Wieser Verlag änderten, veränderten so manches. Rund 8000 Texte von 3000 Autorinnen und Autoren brachten etwas slowenische, kroatische, serbische, rumänische, albanische, bulgarische ... Kultur nach Österreich.“ Peter Pisa, Kurier, 19. 5. 2017

„Europa zwischen Buch-Deckeln: Nun gilt es, das 30-jährige Jubiläum des Wieser Verlags zu feiern – die 200 Bände der Reihe Europa erlesen zum Beispiel, die fünfbändige Ausgabe von Miroslav Krležas ,Die Fahnen‘, die Werkausgabe von Jiří Gruša oder die Wilhelm-PevnyGesamtausgabe so wie die vielen Bücher südosteuropäischer Autoren, die der Wieser Verlag in deutscher Sprache herausgebracht hat.“ Christoph Hirschmann, Österreich, 13. 5. 2017

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Wissenschaft

„1968“ in Österreich: Aufbruch und Scheitern?

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er 22. Kongress der „Österreichischen Kultur­vereinigung“ ist ein Versuch, die Chiffre „1968“ – im Besonderen mit Blick auf Österreich – zu entschlüsseln. Ein zeitnahes Gedenkjahr zu „begehen“, ist immer eine Gratwanderung zwischen Mythos-Pflege und vergleichender Rekonstruktion, eine Orientierung zwischen Anekdoten und Fakten. Wertvolle Auseinandersetzungen mit der eigenen Lebensgeschichte aus dem Fokus von „1968“ stehen gleichberechtigt neben Faktensammlungen aus dem Blickpunkt der Rechtswissenschaft, Politik(wissenschaft), Zeitgeschichte, Sozial­geschichte, Erwachsenenbildung, Frauen- und Geschlechterforschung, Religionswissenschaft wie auch der Kunst und Kultur. Die einzelnen Artikel widerspiegeln – zusammengenommen – einen seriösen Diskurs mit einem zur Polarisierung verführenden Thema: „Mailüfterl“ oder Zäsur? In allen Gesellschaftsbereichen oder vor allem bei den „sensiblen Kulturschaffenden“? Und vor allem: Was ist davon geblieben? Das Ergebnis des Kongresses dokumentiert in zehn Beiträgen ein kühnes Unterfangen mit veritablem Ergebnis.

188 Seiten, englische Broschur EUR 20,00 · ISBN: 978-3-99029-312-6 Erscheinungstermin: Juli 2018

Nachlese zu 30 Jahre Wieser Verlag „Ihre Arbeit ist der Beweis, dass sich menschliche Bescheidenheit mit großer Kreativität verknüpfen lässt, haben Sie sich doch durch all die Jahrzehnte, trotz schwieriger Bedingungen, nicht nur im slowenischen, sondern auch österreichischen und europäischen Raum durchgesetzt. Die Übersetzungen slowenischer Autoren, die ihr Verlag einem breiten Kreis von Kulturliebhabern im deutschsprachigem Raum bekannt machte, sind ein unschätzbarer Teil des kulturellen Erbes des slowenischen Volkes.“ Grußbotschaft des Slowenischen Botschafters in Österreich, Dr. Andrej Rahten

Prof. Dr. Michael Dippelreiter Historiker, befasst sich hauptsächlich mit den Themen österreichische und regionale Zeitgeschichte, Bildungs­ geschichte sowie Geschichte der Bukowina. Zuletzt erschienen: Radikale Phrase, Wahlbündnisse und Kontinuitäten. Landtagswahlkämpfe in Österreichs Bundesländern 1919–1932 (gem. mit Herbert Dachs und Franz Schausberger). Wien: Böhlau, 2017. Politische Korrektheit. Der lange Weg vom Postulat zur Performanz (gem. mit Maria Dippelreiter). Klagenfurt/Celovec: Wieser, 2017. 20 | Herbst ’18

© Foto: Privat

© Foto: Privat

Mag. a Maria Dippelreiter Studium in Wien und Graz (Lehramt für Höhere Schulen: Pädagogik/Psychologie/Philosophie und Deutsch); Arbeitsschwerpunkt im Bildungsministerium: Literacy/Leseförderung. Zuletzt erschienen: Individuum und Gesellschaft im Spannungsfeld zwischen Bindung und Freiheit (gem. mit Christian Prosl). Klagenfurt/Celovec: Wieser, 2016. Politische Korrektheit. Der lange Weg vom Postulat zur Performanz (gem. mit Michael Dippelreiter). Klagenfurt/Celovec: Wieser, 2017.


Sachbuch

„Frieden Bauen heißt weit bauen“

Von Brüssel ins Amselfeld und retour: Mein Beitrag zu Kosovos/Kosovas Weg in die EU

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320 Seiten, englische Broschur EUR 19,80 · ISBN 978-3-99029-304-1 Bereits erschienen

m 17. Februar 2018 jährt sich die Unabhängigkeit der Republik Kosovo/Kosova zum zehnten Mal. Zeit für Ulrike Lunacek, die langjährige Kosovo-Berichterstatterin des Europaparlaments, Bilanz zu ziehen. Dieses Buch spricht Klartext über die Hoffnungen der kosovarischen Bevölkerung auf einen „normalen“ Staat, über Leistungen der Politik, aber auch über Fehler und Versäumnisse, etwa aufgrund von mangelndem politischen Willen. Dieses Buch spricht Klartext darüber, wie viel die EU – Parlament, Kommission und Rat – schon zum Aufbau des unabhängigen Staates Kosovo/Kosova beigetragen haben, über die Erfolge, aber auch die Versäumnisse – etwa die Nichtanerkennung durch fünf Mitgliedsstaaten. Dieses Buch spricht Klartext über die zwiespältige Haltung Serbiens, das trotz Fortschritten die Hindernisse für gutnachbarschaftliche Beziehungen mit Kosovo/Kosova nur halbherzig aus dem Weg räumt. Und dieses Buch spannt den Bogen von der Politik zu den kosovarischen BürgerInnen, zu deren Nutzen und Wohlergehen die EU-Erweiterungspolitik letztlich beitragen soll. Lunacek liefert mit diesem Buch zudem ein zentrales europa- und erweiterungspolitisches Statement: Bei Kosovo/Kosova muss, kann und sollte sich erneut die friedenspolitische Durchsetzungskraft und Soft Power der EU beweisen. Denn erst mit der Erweiterung um ALLE Nachfolgestaaten Jugoslawiens wie auch Albaniens wird das Europäische Friedensprojekt auch auf diesem Teil des Kontinents erfüllt sein.

Ulrike Lunacek geboren 1957 in Krems/Donau, Niederösterreich, 2009–2017 als Grüne Europa-Abgeordnete unter anderem auch Berichterstatterin für Kosovo/Kosova. 2014–2017: Vizepräsidentin des Euro­päischen Parlaments. 1975–1983: Dolmetsch-Studium (Englisch/Spanisch in Innsbruck). 1980–1982: Mitbegründerin des Tiroler Frauen­ hauses, anschließend bei Frauensolidarität (Obfrau bis heute) und Deutsch-Lehrerin für Flüchtlinge in Wien. 1989–1995: Redakteurin/Pressereferentin des ÖIE (heute Südwind). 1995: Nationalratskandidatur für Grüne, erste offen lesbische Politikerin Österreichs. 1996–1998: Grüne Bundesgeschäftsführerin. 1999–2009: Nationalrats­ abgeordnete, Fokus Außen-, Entwicklungspolitik, LGBTI-Rechte. Nach Grünen-Spitzenkandidatur bei der NR-Wahl 2017 und Nicht-mehr-Einzug in den Nationalrat legte sie alle ihre politischen Funktionen zurück. Lunacek arbeitet bei Erscheinen dieses Buches freiberuflich als Referentin, Autorin, Journalistin.

© Foto: Grüne

„Wir EU-ropäerInnen haben die Verpflichtung, die großen Hoffnungen nicht zu enttäuschen, die gerade die BürgerInnen von Kosovo/Kosova in die EU setzen. Die KosovarInnen sollen endlich ein ,normales‘ Leben in einem ,normalen‘ und weltweit anerkannten Staat führen dürfen.“

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Sachbuch

Edition Kunst|Wissenschaft|Gesellschaft Quer denken Herausgegeben von Horst Peter Groß bei Wieser

Björn Engholm/Horst Peter Groß/Peter Heintel

Was die Welt im Innersten zusammenhält Perspektiven für eine (Re-)Zivilisierung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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ie Welt, die wir bisher zu kennen glaubten, scheint aus den Fugen geraten zu sein. Doch trotz Klimaerwärmung, Artensterben, Krieg und Terror, Flüchtlingsströmen und immer offensichtlicher auftretender sozialer Risse einer Gesellschaft, welche Globalisierungsgewinner und -verlierer zunehmend voneinander trennt, lebt die Mehrheit der Menschen unserer Wohlstandsgesellschaft so, als ginge sie das alles nichts an. Zumindest solange sie von diesen Ereignissen selbst nicht direkt betroffen sind. Angesichts der massiven Folgewirkungen der globalen kapitalistischen Entgrenzung stellt sich jedoch die Frage, was unsere Weltgesellschaft im Innersten zusammenhält und wie ein menschenwürdiges, sozial und ökologisch nachhaltiges Zusammenleben einer weiterhin stark anwachsenden Weltbevölkerung ermöglicht werden kann.

© Gerhard Maurer

Edition Kunst | Wissenschaft | Gesellschaft Quer denken bei Wieser Nr. 13 EUR 7,95 · ISBN 978-3-99029-303-4 Bereits erschienen

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Dr. Horst Peter Groß Philosoph, Unternehmensberater, Leiter des Instituts zur Förderung von Wissenschaft und Forschung der Kärntner Sparkasse AG. 1988–2005 Mitglied des wissenschaftlichkünstlerischen Beirats des Universitätskulturzentrums Unikum; 1997–2003 Mitglied des Universitäts­beirats, 2003–2008 Vorsitzender des Universitätsrats der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt; seit 1995 Präsident des Universitäts.club|Wissenschaftsverein Kärnten.


GruŠa Werkausgabe

Reden und Gespräche WA Band 10, Essays IV

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ca. 300 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 21,00 · ISBN 978-3-99029-300-3 Erscheinungstermin: Oktober 2018

EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-140-5 Auch als E-Book erhältlich

EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-165-8 Auch als E-Book erhältlich

ieser letzte Band der zehnbändigen Ausgabe der Werke von Jiří Gruša zeigt den Autor und Diplomaten als Redner und Gesprächspartner. Die Reden sind chronologisch geordnet und spiegeln seine breite Tätigkeit wider als Botschafter seines Landes, als Präsident des Internationalen PEN-Clubs und als Direktor der Diplomatischen Akademie in Wien. Seine lebendige Anteilnahme, seine Offenheit und seine Neigung zu Verständigung und Versöhnung zeichnen alle diese Reden aus, gelte es nun die Beziehungen zwischen Tschechien und den deutschsprachigen Ländern zu fördern, gelte es die bedrohte Freiheit des Wortes oder die wachsende Einheit Europas zu beschützen. Doch auch Nebensachen können ihm zu Hauptsachen werden: die Eröffnung eines Karikaturenmuseums, die Einweihung eines Denkmals für Walther von der Vogelweide, die Laudatio auf den Freund und Dichter Petr Kabes. Die meisten Reden sind noch nicht veröffentlicht, die Gespräche mit Journalisten dagegen sind gedruckt worden. Die nicht gedruckten Interviews, die im Mährischen Landesmuseum liegen, werden am Ende des Bandes aufgeführt. Die meisten Reden und Gespräche liegen deutsch vor, die tschechischen wurden von Joachim Bruss ins Deutsche übersetzt.

EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-183-2 Auch als E-Book erhältlich

Die Werkausgabe soll im Jahr 2018 abgeschlossen werden. Bisher sind erschienen: Band 1, Essays und Studien bis 1989 (Essays I); Band 3, Mimner oder Das Tier der Trauer (Prosa I); Band 4, Erzählungen (Prosa II); Band 5, Der 16. Fragebogen (Prosa III); Band 9, Beneš als Österreicher (Essays III); Band 6, Dr. Kokeš – Meister der Jungfrau (Prosa IV) ); Band 2, Essays und Studien ab 1990 (Essays II); Band 7, Tschechische Gedichte (Gedichte I); Band 8, Deutsche Gedichte (Gedichte II).

EUR 21,00 ISBN: 978-3-99029-247-1 Auch als E-Book erhältlich

EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-092-7 Auch als E-Book erhältlich

EUR 21,00 ISBN: 978-3-99029-258-7 Auch als E-Book erhältlich

EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-213-6 Auch als E-Book erhältlich

EUR 21,00 ISBN: 978-3-99029-298-3 Auch als E-Book erhältlich

Jiří Gruša geboren 1938 in Pardubice (Böhmen), gestorben 2011 in Bad Oeynhausen, Studium der Philosophie und Geschichte an der Prager Karls-Universität. Mitwirkender am Prager Frühling; Journalist, Lyriker, Prosaist, Essayist, Übersetzer, Arbeitsloser, Schriftsteller, Intellektueller, Dissident, Politiker, Botschafter und inniger Freund von Václav Havel. Präsident des Internationalen P.E.N.; von 2005 bis 2009 Direktor der Diplomatischen Akademie Wien; zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen.

© Foto: Wieser Archiv

EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-091-0 Auch als E-Book erhältlich

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Lojze Wieser ist der Extremsportler unter den Verlegern. Aber er stürzt sich nicht deshalb in seine oft kühnen Projekte, weil er süchtig wäre nach dem Adrenalinrausch, den so ein verlegerisches Wagnis auslösen könnte. Er geht vielmehr an Grenzen und nimmt es in Kauf, immer wieder am ökonomischen Abgrund zu balancieren, weil er leidenschaftlich für seine Bücher brennt und für die Literatur ganz allgemein.“

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Joachim Riedl, Die Zeit Österreich, 24. 5. 2017

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Katalog Herbst 2018 Art Director: Lojze Wieser Redaktion: Erika Hornbogner, Silvia Krause Grafische Umsetzung: Dietmar Schöffauer Lektorat und Korrektur: Maria Sikora und Josef G. Pichler Fotonachweise: Siehe Hinweis bei den einzelnen Bildern im Katalog

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Die Mauren kommen …

24 | Herbst ’18

Wieser Verlag Herbst 2018  
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