eco.nova spezial Tirol im Winter 2011

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n e v r u K , n e f u K n o V n r e n n รถ K und

Foto: ร tzal Tourismus/Bernd Ritschel


rodeln in tirol

Tiefer, breiter, schneller: Die schärfsten Schlitten kommen aus Tirol. Hier hat die Rennrodel ihre Heimat und wer sein Gesäß auf einem gescheiten Gefährt platzieren möchte, scheut auch nicht den Weg zum Hersteller. Die heißen Fluckinger, Gallzeiner, Gasser sowie Kathrein und jede Werkstatt oder Manufaktur arbeitet mit dem Knowhow von Generationen, entwickelt stetig neue Ideen für die idealen Begleiter am Berg und legt größten Wert auf Handarbeit.

eco.nova betrat die verborgenen Stätten des Rodlerglücks, schaute sich um zwischen hohen Holzstapeln, prähistorischen Dampfgarern, Arsenalen von Schraubzwingen und sorgfältig gekanteten Kufen. Die Welt fährt ab auf Rodeln made in Tirol und eco.nova gibt ihnen jetzt ein Gesicht. Wir zeigen die Macher des Machbaren aus Holz und haben dabei auch die Legende aus Kitzbühel nicht vergessen – den Zipflbob. Der Plastikveteran transportiert den Pistenspaß, während die hölzernen Boliden die sportliche Schussfahrt durch die Spitzkehren repräsentieren. Und wer überholt wen? Die Szene bewegt sich da zwischen Glaubensbekenntnis und Statussymbolik, wenn Schwüre geleistet werden auf die Vorzüge der verschiedenen Freizeitgeräte. Die klassischen Pflegetipps zum Erhalt der Rodeln stehen auf den Homepages der Firmen, doch die wahren Tipps und Tricks fürs Fahren am Limit, die gibt es nur von den Meistern persönlich. Bei denen schon im Sommer die Nationalteams vieler Länder auf der Matte stehen und ihre Wünsche für die nächste Saison platzieren.

So schön gesund kann Rodeln sein: dynamischer Aufstieg und elegante Abfahrt, geprägt von der Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer. Allerdings besitzen noch nicht alle der 100 Rodelbahnen in Tirol das Gütesiegel des Landes. Diese Auszeichnung erhalten die Betreiber der Rodelbahnen, wenn ihre Strecken verschiedene Kriterien erfüllen wie Präparierung, Sicherheit, Schneelage und bei Bedarf auch notwendige Bahnsperren. Wer es dann tagesaktuell und ganz präzise wissen möchte, schaut nach auf dem Portal von www.winterrodeln.org. Seit 15 Jahren präsentiert das Rodelkollektiv auf seiner Homepage alle relevanten Infos für Freizeitsportler und Familien und wird dabei immer populärer: Die monatlichen Zugriffe auf die Strecken verzeichneten in der vergangenen Saison eine Steigerung von rund 40 Prozent.

Wer auch ohne Temporausch, aber trotzdem mit guter Technik die Naturrodelbahnen hinunterfl itzen möchte, kann seine Fertigkeiten diesen Winter regulär verbessern: Erich Eder gründete die erste Rodelschule in Tirol nahe Jenbach und vermittelt Theorie und Praxis auf der gütesiegelbewehrten Kogelmoos-Rodelbahn. Ein Kurs dauert 4 Stunden und kostet pro Person 20 Euro. Gewisse Grundregeln sollten alle Rodler beherrschen, sagt Eder und erklärt die Basics für eine gepflegte Abfahrt: „Die Sitzposition soll in der Mitte sein. Mit einer Hand hält man sich an der Rodel, mit der anderen am Holm fest. Gebremst wird vor der Kurve und mit vollem Ferseneinsatz – seitlich der Kufen werden die Füße fest auf den Boden gedrückt und die Rodel am Lenkriemen leicht angehoben.“ Es folgt die schwungvolle Kurvenfahrt: „Fährt man in eine Linkskurve, hält man den Gurt in der rechten Hand, verlegt sein Gewicht auf die linke Seite und drückt mit dem rechten Fuß vorne auf die Kufe. Bei einer Rechtskurve gilt entsprechend das Gegenteil. Rodelt ein Duo zu Tal, so setzt sich der Größere nach vorn, der Copilot stellt seine Füße auf die Kufen und hält sich am Vordermann fest.“

Die zehn Rodelregeln 1) Nimm Rücksicht auf andere Rodelbahnbenützer. Verhalte Dich so, dass Du keinen anderen gefährdest oder schädigst. 2) Beachte Sperren und Warnhinweise. Vergewissere Dich, dass die Strecke zum Rodeln freigegeben ist, und informiere Dich über den Streckenverlauf. 3) Verwende eine Qualitätsrodel, trage einen Schutzhelm und festes Schuhwerk. Aus Sicherheitsgründen keine Plastikbobs oder Plastikuntersätze. 4) Rechts und hintereinander aufsteigen. Quere die Rodelbahn nur an übersichtlichen Stellen. 5) Fahre kontrolliert, auf Sicht und halte Abstand. Passe Geschwindigkeit und Fahrweise Deinem Können, der Rodelbahn, den Schnee-, Eis- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte an. 6) Mach auf Dich aufmerksam. Warne unaufmerksame Aufsteiger (Glocken, lautes Rufen). Verwende Stirnlampe und reflektierende Kleidung bei Dunkelheit. 7) Warte an übersichtlichen Stellen auf Deine Begleitung. Vergewissere Dich, dass Deine Gruppe vollständig ist. Halte nie an engen und unübersichtlichen Stellen. 8) Rodeln auf Schipisten ist gefährlich und verboten. Die Kollisionsgefahr mit SchifahrerInnen ist groß. In der Nacht festgefrorene Rodelspuren beeinträchtigen die Pistenqualität. 9) Keine Hunde. Hunde sind bei Aufstieg und Abfahrt schwierig zu führen, es besteht auf den meist engen Rodelbahnen große Kollisionsgefahr mit den Abfahrenden. 10) Keine Beeinträchtigung durch Alkohol oder Medikamente. Suchtmittel beeinträchtigen die Reaktionsfähigkeit und verringern die richtige Gefahreneinschätzung.

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Der große Blonde mit den schnellen Rodeln

Uptown-Langkampfen. Am Ende des Egererbodens, wo die schmale Straße direkt in den Wald mündet, dort beginnt das Reich der Rodeln von Georg Fluckinger. Auf der linken Seite am Waldesrand ruhen die geschnittenen Bretter und trocknen im Schutz von Planen weiter vor sich hin, auf der rechten Seite stehen Wohnhaus samt Werkstatt, dessen Vorhof einen hölzerne Wand aus Kufen flankiert. Pärchenweise liege die Rohlinge beieinander, bis sie an die Reihe kommen und ihre elegante Form erhalten. Mitarbeiter: 3–4 Sommer, 6 Winter Rodelpreise: 80 bis 220 Euro Rodelproduktion: 1.500 bis 2.000 Fluckingers favorisierte Rodelreviere: Brentenjoch (Kufstein), Kala-Alm (Thiersee), Haagalm (Hopfgarten) > www.fluckinger-rodeln.at

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Georg Fluckinger besitzt eine stattliche Größe im normalen Leben wie im Rodelsport, wo er Großes leistete: 1980 bei den Olympischen Spielen in Lake Placid schoss er im Doppel durch den Eiskanal und gewann Bronze für sich und sein Land. Mit dem Triumph in der Tasche und der Medaille um den Hals startete er zuhause ein neues Gewerbe, sattelte um vom Zimmermann zum Rodelbaumeister. Zwar war er vertraut mit seinem Werkstoff, doch tauschte Fluckinger die derben Eichenbohlen gegen zarte Stangen aus flexibler Esche und bastelte los. „70 bis

100 Rodeln schaff ten wir in unserer ersten Saison und jede Rodel hatten wir noch selbst getestet“, erzählt Fluckinger an der Werkbank stehend, wo er gerade „Bankln“ und Kufen fest verschraubt. „Damals kamen die ersten Kunden alle aus einem Umkreis von 20 bis 30 Kilometer, heute bekommen wir auch Bestellungen aus Russland und Übersee“, sagt er, packt mit kräftigen Händen die Holme und verwindet sie gegen die Kufen. Stabilität kombiniert mit Flexibilität ist der Clou der Rodeln aus Tirol, Flachländer dagegen denken gerne, die Gestelle hätten eine Schraube locker. Eher das Gegenteil kommt in Frage, denn wer seinen Nachbarn etwas Minderwertiges verkaufen würde, könnte gleich einpacken. Wobei Georg Fluckinger auch gerne einpackt, und zwar die jüngsten Accessoires des Hauses: Nach Schneespritzschutz für die Rodel und Kletterketten für die Schuhe als Hilfe beim eisigen Aufstieg sind jetzt wieder die Schlitten dran – warme wie weiche Schafsfelle auf dem Sitz laden ein zum Cruisen auf Kufen.


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Rodel in besonderer Mission

Alle zehn Zentimeter eine Schraubzwinge, davon reihen sich zwölf aneinander und gehen gespannt in die Kurve. Eingeklemmt in die Klauen aus Stahl liegen bis zu zwölf Schichten Holz in unterschiedlichen Farben: Esche, Buche, Ahorn und für die Rodel de Luxe kommt auch das edle Gehölz vom Nussbaum zum Einsatz. Es macht den feinen dunklen Strich und setzt damit für Kenner schon den ersten entscheidenden Akzent an der Kufe: Das muss eine echte „Gallzeiner“ sein. Vor fünf Jahren entschied sich Jungchef und Tischlermeister Bernhard Lederwasch für den Wechsel vom bisherigen Massivholz-Beugen zum aufwendigeren Schichten-Biegen und den Rodeln des kleinen Handwerksbetriebs in Buch bei Jenbach bekam die Innovation bestens. Sein Schwiegervater gründete das Unternehmen, machte das Hobby zum Beruf und die zweite Generation gibt dem Ganzen die sportliche Note. Denn so schnell wie der Meister spricht, so wird er auch durch die Kurven sausen – das aber läuft nur mit ultraglatten Schienen samt stahlhartenKanten, denen Lederwasch bei Bedarf erst ihren optimalen Schliff verpasst. Das bedeutet: Wer eine „Gallzeiner“ fahren will, der kommt persönlich vorbei und wählt ein frisches

Modell vom Lager oder gibt gleich die individuelle Bestellung auf, inklusive Kufenkick. In der weitverzweigten Werkstatt montiert Lederwasch dann die einzelnen Elemente. Wer eintritt in das Rodelreich, wird gleich begrüßt von einer illustren Schar abholbereiter Typen, deren Sitze alle mit dem jeweiligen Namen des neuen Besitzers bestickt sind – kleiner Gimmick, große Gefühle. Dort stehen die relativen Normalos neben den Sportlern und wer genau hinschaut, entdeckt auch ein paar rassige Renner, eben die Spezialität des Hauses. Lederwasch legt Wert auf die alten handwerklichen Tugenden, zu denen auch die Betreuung der Kunden zählt. Bringt jemand seine alte „Gallzeiner“ mit rostigen Schienen vorbei, dann kann er sie blank poliert wieder abholen, und die nötigen Pflegetipps und Rodeltricks gibt es gratis dazu. „Es kommt vor, dass mich Leute anrufen und alles Mögliche wissen wollen zum Rodeln, doch unser Know-how teilen wir mit den Kunden und das soll genügen“, sagt Lederwasch. Die kommen dann auch schon mal aus Berlin vorbei oder Wien und dürfen sich nicht wundern, wenn gerade ein Fernsehteam das Entstehen einer Rodel filmt. Pro7 und ServusTV drehten schon in der Werkstatt und wenn ein winterlicher James Bond demnächst lieber rodelt als Ski fährt, dann retten die „Gallzeiner“ vielleicht auch noch die Welt.

Mitarbeiter: 1 ganzjährig Rodelpreise: 110 bis 380 Euro Rodelproduktion: 800 Familie Lederwachs‘ favorisierte Rodelreviere: Affenbrennerhütte (Kufstein), Gaisberg (Kirchberg b. Kitzbühel), WildkogelRodelbahn (Bramberg-Neukirchen am Großvenediger) > www.gallzeiner-rodel.at

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Serienstars für die winterliche Daily-Snow

Der prähistorische Dampfgarer kocht die Balken aus Esche weich, anschließend spannt das Brüderpaar die aufgequollenen Hölzer in flexible Bleche, die unter dem Druck der Biegemaschine das Holz für die Kufen in die passende Form bringen. Dabei muss ein Holz dem anderen gleichen, denn die CNCMaschine im Herzen der kleinen Fabrik kennt kein Pardon, sondern nur ihr Programm. Doch der Senior des Clans, Johann Gasser, lehrte seinen Jungs früh alle Kniffe für den Rodelbau und so landen heute nur perfekte Kufen in der Montagehalle. Wo die Holme für die Bänke schon warten. Aber trotz der intensiven Serienproduktion bleibt immer noch Zeit für die speziellen Wünsche einzelner Kunden, die sich für ihre Rodel auch persönlich auf den Weg machen nach Mühlbachl bei Matrei am Brenner.

Mitarbeiter: 8 Rodelpreise: 54 bis 300 Euro, Spezialanfertigungen bis 500 Euro Rodelproduktion: 10.000 bis 15.000 Gassers favorisierte Rodelreviere: Maria Waldrast (Matrei), Schanzberg und Peeralm (Navis), Nösslachhütte (Nösslach) > www.gasserrodel.at

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Endstation für die hölzerne Gradlinigkeit. Dunkel droht die mächtige Maschine schon aus dem Nachbarraum der verzweigten Manufaktur, eiserne Ketten mit großen Gliedern lassen ahnen, dass der Koloss einer anderen Zeit entstammt. „Das ist unsere Biegemaschine“, sagt Christian Gasser, zieht sich ein paar dicke Handschuhe an, die gegen Hitze schützen, und rückt ein Blech zurecht unter dem elliptischen Bolzen des Ungetüms. Plötzlich zischt es scharf, aus einem ofenähnlichen Schwitzkasten quillt weißer Dampf und sofort beschlagen die Brillengläser von Thomas Gasser. Doch er weiß auch blind, was zu tun ist, denn gemeinsam mit seinem Bruder managt er den Familienbetrieb in vierter Generation nun schon seit einigen Jahren und kennt den Arbeitsprozess bereits aus Kindertagen.

Johann Gasser repräsentiert noch das klassische Wagner-Handwerk, die an der alten Bundesstraße gelegene Werkstatt fertigte einst Räder aus Holz und landwirtschaftliches Gerät für die Bauern. Christian Gasser widmete sich der Schlosserei, studierte später Maschinenbau dazu, während sein Bruder Thomas das Tischlern zur Profession machte, und so gibt es bei Gassers eigentlich nichts, was die Herren des Hauses nicht irgendwie selbst gebaut bekommen. Entsprechend produzieren sie auch die Schienen selbst, die den Rodeln einen kantigen Auftritt verleihen. Als Rohstoff dienen rund 4 Tonnen speziell legierter und gewalzter Stahl, der schon ein Jahr im Voraus bestellt werden muss. Der Neigungswinkel der Kufen reicht von braven 10 Grad bei den Tourenrodeln für optimales Gleiten auf Schnee bis zu bissigen 25 Grad der Supersportrodeln für vereiste Serpentinen.


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Die Kunst der 180-Grad-Kufe

Die Karriere der Kathrein-Rodeln kann sich sehen lassen: Vor 25 Jahren setzte Seniorchef Alois Kathrein der Dritte alles auf eine Kufe, beendete die traditionelle Produktion von Werkzeugstielen in der einstigen Wagnerei und investierte stattdessen in den Ausbau der Werkstatt mit weiteren Maschinen für den Rodelbau. Die Rechnung des Familienunternehmens ging auf und heute fertigen die Prutzer mit Abstand die meisten Rodeln in Tirol, für die Nachbarn, für Verleihstationen landesweit und den Export europaweit. „Als es in der alten Werkstatt zu eng wurde, sind wir ins neue Industriegebiet übersiedelt, wo wir seit fünf Jahren unsere Rodeln produzieren“, sagt Christoph Kathrein, der nun in vierter Generation die Geschicke der Firma leitet. Und die jüngsten Pläne des Unternehmens verrät: „Im nächsten Jahr werden wir eine zweite Hal-

le bauen, denn diese wird schon wieder zu klein: Im Herbst lagern hier an die 10.000 Rodeln, für weitere fehlt einfach der Platz – aber die Nachfrage nach Qualitätsrodeln ist da“, sagt er. Rodeln können wirklich ganz schön sperrig sein, das kennt jeder aus dem Keller oder vom Verstauen im Auto, und deswegen liefert Kathrein noch persönlich von Tür zur Tür. Dann klemmt sich der Senior hinters Steuer und geht mit dem kleinen Laster auf Tour, weil externe Frachtkosten einfach zu hoch seien, sagt der Junior. Er hat sein Büro gleich im Showroom der Firma, wo alle Modelle aufgereiht stehen. Natürlich auch die typische Familienrodel mit der 180-GradKufe. Wie dieser Klassiker aus Eschenholz aber gebogen werde, das bleibe ein Betriebsgeheimnis, sagt Christoph Kathrein. Schließlich gelte der Vorsprung durch Technik auch im Rodelbau.

Mitarbeiter: 10–12 ganzjährig Rodelpreise: 60 bis 300 Euro Rodelproduktion: 15.000 bis 20.000 Familie Kathreins favorisierte Rodelreviere: Bergkastel (Nauders), Schnadinger Bild (Kaunerberg), Fendels > www.rodel.at

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Des Winters beliebtester Zipfl Sein Name ist Bob. Mini-Bob. Doch fast alle kennen das dynamische Plastikgeschoß unter seinem Spitznamen und der lautet passend „Zipflbob“. Siegmund Löger jagte mit ihm erstmals vor 35 Jahren in Kitzbühel die Pisten hinunter und heute besitzt der alpine Klassiker bereits Kultstatus – und gehört selbst zu den Gejagten. Paul Steinbach und Dr. Dieter Heinrich vom Sportinstitut der Uni Innsbruck testeten in einer Studie das Original samt diverser Kopien auf deren Fahreigenschaften und attestiertem dem Oldie dabei beste Werte, aber nicht die allerbesten. Die erhielt ein Typ namens „Zipfl racer“, der aussieht wie ein getunter Mini-Bob: tailliert für die Kurvenfahrt, mit ergonomisch geformten Auflagen für die Beine, inklusive Tragegriff und ausgezeichnet mit der höchsten offiziell gemessenen Zipflbob-Geschwindigkeit von 157,34 km/h. Der Mini-Bob wurde bei 139 km/h geblitzt. Doch es könnte noch rasanter werden, denn die Sportwissenschaftler aus Innsbruck basteln an

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einer eigenen Version: „BozZ Carver“ heißt der immerhin schon 3-D-animierte Bolide und echte Kanten sollen sein Lenkverhalten weiter verbessern. Während Steinbach als Zipfl bob-Weltmeister die fahrtechnischen Features defi niert, verwandelt der Biomechaniker Heinrich die Wünsche in konkrete konvexe Werte für ideale Kurvenradien. Die Patente für den „BozZ Carver“ liegen mittlerweile auf dem Amt und diesen Winter werde mit dem Preisgeld aus dem Businessplan-Wettbewerb „adventure X“ der Bau von Prototypen fi nanziert, sagt Heinrich. Der Klassiker bekommt abermals Konkurrenz und es wird sich zeigen, wer später am besten die Kurve kratzt auf den Rodelbahnen des Landes. Auf den Übungshängen der Skigebiete ist der Plastikbomber auch gerne gesehen, auf den regulären Pisten kommt er jedoch nur bei Rennen zum Einsatz. Allerdings arbeiten die Zipfl bob-Aktivisten an einer Lösung für die Pistenkompatibilität ihres Gefährts.

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Heimat bist du großer Ideen. Egal ob Söhne oder Töchter, Modemacher aus Tirol halten dem Land auf ganz eigene Art und Weise die Treue: Sie bedienen sich textiler Traditionen, arbeiten mit heimischen Materialien und beschäftigen die Menschen vor der Haustür, manchmal auch ein paar Straßen weiter hinter den hohen Bergen, prinzipiell aber findet die Wertschöpfung hier statt und garantiert vor Ort eine lebendige Szene. Die Qualität der Produkte dagegen hat sich mittlerweile weltweit herumgesprochen und so expandieren die Unternehmen munter weiter. Dabei gibt es große Schritte und kleine, aber keine übereilten Sprünge, denn das Wichtigste scheint den Familienbetrieben neben einer guten Auftragslage ihre Unabhängigkeit zu sein. Lieber volles Risiko gehen, dafür aber selbst und sicher entscheiden können, was in der nächsten Saison auf den Bügeln hängt und in den Regalen liegt. Für die Designer aus Tirol ist der aktuelle Winter längst schon wieder Geschichte, als eco.nova bei ihnen vorbeischaute, gingen die Entwürfe für 12/13 von Hand zu Hand, stapelten sich Stoffmuster jeder Art auf den Tischen, nahmen erste Muster langsam Gestalt an.

Das kreative Chaos der Modemacher besitzt Charme und zeigt Charakter. Es ermöglicht die größtmögliche Freiheit und verlangt zugleich ein hohes Maß an Effizienz, denn die Termine in der Modewelt sind strikt und stetig erhöht sich die Taktzahl zur Präsentation der Kollektionen. Das gilt für die glitzernden Global Player im Fashion-Business natürlich viel mehr als für die Local Heroes im Hinterhof, doch ermöglicht ein Medium heute fast jedem Entschlossenen das Erreichen seiner Ziele sowie Fans und besonders Freunde – das Internet. Theoretisch war Modemachen wahrscheinlich noch nie so einfach, denn das Medium erleichtert den Zugang zu Materialien oder Märkten, Kunden wählen den direkten Kontakt und Online-Shops bieten gerade kleinen Marken eine reelle Chance zum Vertrieb der Waren. Aber mögen die Kommunikationsabteilungen der internationalen Konzerne auch noch so grandiose Bilderwelten rund um die Produkte inszenieren, der ganze virtuelle Firlefanz wiegt nur wenig gegen die Lust an echter

Sinnlichkeit. Die stellt sich nur ein beim Begreifen der edlen Textilien. Darum machte sich eco.nova auf zur klassischen Tuchfühlung und es wurde einem dabei ganz warm ums Herz, denn auch diesen Winter setzt die Wolle ihr Comeback fort. Zurück zu den Wurzeln mit Walkwaren und Lodenstoffen, Leder als ultimative Langzeitklamotte und alles kombiniert mit technischen Geweben höchster Güte, die Tragekomfort mit Leichtigkeit garantieren. Laufsteg frei für Tirols kreative Modeszene, sie reicht von großen Marken bis hin zu Mini-Labels, denn in den Bergen kennt die Vielfalt keine Grenzen.

SPORTALM Verliebt auch in die letzte Litze. Mit vier Kollektionen startet die Sportalm aus Kitzbühel in die Wintersaison, doch so verschieden Stile und Designs auch sein mögen – etwas verbindet das Quartett. Es wirkt wie ein Signet, doch entgegen der üblichen

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Alles auf Taille


Sport al m

Logohysterie vieler internationaler Brands definiert die Sportalm ihre Corporate Identity über das Dekor der Kleidungsstücke. Eine Maxime des Hauses besteht in der Liebe zum Detail und die wird zelebriert. Eine andere besagt, dass der Schnee von gestern solcher bleibt und nur frische Flocken in die nächste Kollektion gelangen. Chefdesignerin Ulli Ehrlich setzt die Themen, wählt die Formen und lässt ihr Team gewähren. Diesen Winter treffen Bondgirls in glamourösen Overalls auf nordische Sternschnuppen in dickem Strick oder smartem Softshell, die wiederum konkurrieren mit den japanischen Applikationen der Origami-Database-Linie. Ein munterer Mix der Stile, primär produziert für die Exportmärkte in der Schweiz und in Frankreich, Deutschland, Russland und China. Während hier noch alle auf den realen Winter warten, um die aktuellen Outfits auszuführen, stickt und näht die Sportalm längst für die nächste Saison.

möglichst langen Leben entgegenreift. Das gelingt aber nur, wenn zum Beispiel die Hose so gut sitzt, dass der Träger gar nicht mehr von ihr lassen will. Frauenschuh bedient sich dafür ergonomischer Modelle aus der Motorradbekleidung und die Sachen passen perfekt. Selbst tritt er in die Pedale des Mountainbikes, schätzt das Berggehen als Ausgleich wie Inspiration und verbringt möglichst viel Zeit mit seiner Familie. „Bewegung ist alles“, sagt Frauenschuh, der sich das Kind im Manne bewahren konnte und gerne spielt mit Textur und Textilien, traditionelles Loden oder Walk verbindet mit technischen Geweben wie Power-Stretch. „Das können wir langsam ganz gut“, sagt der Chefkombinierer und die gewonnenen Global Style Awards sowie die Präsenz in den Skisport-Destinationen der Welt dokumentieren den Erfolgsweg der Marke und Manufaktur aus Kitzbühel.

CHIX N GRAVY FRAUENSCHUH Mit Patina gegen das Pathos. Kaspar Frauenschuh designt und konfektioniert Luxusmode, weil er als Denker des Unternehmens auf traditionelle Werte eben großen Wert legt und dabei keine Kompromisse kennt. Das beginnt beim Hirschleder, dem traditionellen Produkt der einstigen Gerberei: Das kostbare Material wird schonend behandelt, ökologisch korrekt und energieneutral, damit es später als Hose oder Jacke einem

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Lässige Looks für Boarder und Freeski-Babes. Simone Ober hat ihre Kollektion komplett durchgefüttert und wer sich das Muster genau anschaut, entdeckt viele kleine Freestyler bei der Arbeit. Seit Herbst existiert in Kitzbühel ein eigener Chix-Shop und der Designerin bliebe theoretisch mehr Zeit zum Entwerfen, aber eben nur theoretisch. Denn da sich die Frontfrau praktisch um alles alleine kümmert, darf sie den ganzen Tag über Entscheidungen treffen,


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Frau schu e n h

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wie: Wer bekommt die neue Ware? „Durch die Krise sind in Südeuropa viele Shops verschwunden oder die Zahlungsmoral lässt zu wünschen übrig, aber solche Ausfälle kann ich mir nicht leisten“, sagt die Finanzchefin. Oder wer produziert wo die kommende Winterkollektion? „Meine türkischen Produzenten machen super Fashion, quälen sich aber mit den Sportartikeln, wogegen die Fabrikanten in Hongkong zum Beispiel dafür das optimale Know-how besitzen und auch die technischen Stoffe fertigen“, sagt die Produktmanagerin. Da Simone Ober ihre Marke auch als Hommage an den geliebten Schneesport schuf, will sie ihrem Freundeskreis zivile Preise bieten und sich in der Szene engagieren: So gründete die Marketing-Fachfrau ein eigenes Freestyle-Team, sponsort fünf dynamische Damen und initiiert demnächst ein Freeski-Camp. Und die Mode? „2013 kommt wieder mehr Strick“, sagt die Modeschöpferin.

SABINE SOMMEREGGER Caramel fürs Karma. Sie kam, nähte und nervte so lange, bis Wilhelm Ehrlich als frischer Inhaber der Sportalm sie einfach machen ließ und zum Designen beförderte. Sabine Sommeregger nutzte die Chance, kreierte ihre erste Skikollektion und der Rest ist Geschichte in Kitzbühel. Dem kometenhaften Aufstieg folgten internationale Engagements als freie Designerin, sie landete große Entwürfe für große Modehäuser wie Lodenfrey, Head, 5th Avenue oder Otto Kern,

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jettete von Kitz nach Asien und Südamerika, überwachte die Produktion der Kollektionen und sah sich plötzlich mit einem ganz anderen Modetrend konfrontiert: allein erziehende Mutter von zwei Jungs. Sie trotzte der Modewelt und malte drauflos, besann sich aber nach einer Weile wieder ihres größten Talents. „Ich weiß heute, was die Menschen suchen, darum bestimmen auch dunkle Grundtöne die Kollektion, mit der Lebenserfahrung reduziert sich vieles auf die wesentlichen Dinge“, sagt der ganz in schwarze Stoffe gekleidete „Farbenmensch“. So setzen zum Beispiel den Mandalas verwandte farbige Applikationen direkt von der Seidenstraße die bunten Kontraste auf den durchweg gewalkten Stoffen der Folklorelinie, oder rot-weiß-rote Querbalken lassen die dunkle Austria-Kollektion leuchten.

TIROLER ADLERIN Kunstwerke mit Kopierschutz. Margret und Melanie Schiestl starten mit Elan in ihre zweite Wintersaison: Musterstücke zieren den Horst der Adlerin in Zellberg, heimische Lodenstoffe liegen bereit, die Näherinnen aus der Nachbarschaft haben die Garnspulen eingespannt, eine Strickerin liefert mit heißen Nadeln die passenden Socken, Stulpen oder Mützen. Das Sortiment wächst stetig, weil das Duo eine Idee nach der anderen lebt. So soll als Nächstes der Shop um die erste Etage erweitert werden und neben den Textilien auch Kleinmöbel verkaufen. Nach dem be-


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Tiroler A dle r i n

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Garag Span e

währten Prinzip: gestaltet im Zeichen der Adlerin und hergestellt von den Handwerkern des Zillertals. Dabei zeigen sich die beiden Damen so radikal retro, dass sie sogar die vergessenen Knickerbocker aus der Klamottenkiste zauberten und das Flair des frühen Alpinismus neu belebten. Auch so ein kleines Kunstwerk, erhältlich nur als Unikat, dafür passend auf den Po geschneidert, und sollte der deutsche Kunstpapst Markus Lüpertz seine Schülerin im Shop besuchen, so kann sich der charismatische Meister gleich seinem Stil entsprechend einkleiden.

GARAGE SPAN Haute Couture aus dem Hinterhof. Exzentrik gehört bei Hermine Span zum Handwerk, doch neben der großen Geste für die nächste Gala designt die Künstlerin auch Mode passend zum alpinen Alltag. In ihrer silbernen, weil 25. Winterkollektion treffen klassische Wollstoffe wie Tweed aus Samt und Stepp aufeinander; Leder und Walk aus Tirol finden sich in vielen Variationen und Applikationen. Neben der traditionell verfilzten Wolle experimentiert die Magierin der schrägen Schnitte in ihrer Garage in Downtown-Innsbruck auch mit blumigemWollvlies sowie Kugelmustern auf gewalkter Seide. Als Hauptgang serviert die Sterne-Designerin diese Saison voluminöse Mäntel und Jacken aus Stepp mit dreidimensionalen Taschen und Krägen. Und zum Après-Ski

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reicht sie Jet-Anzüge, zeitlos extravagant und natürlich betont figürlich. Die Modelle machen Eindruck sowohl abseits der Piste wie auch mittendrin, schließlich will der Jetset nicht unbedingt sehen, aber ganz dringend gesehen werden.

WOLLE UND STAUNE Maschen-Mekka in der Provinz. Wer typische Wolllädchen kennt, fühlt sich bei Sabine Kahn wie auf einem anderen Stern und das mit Recht: Lila lackierte Übersee-Container bilden den Torso, ein schwingender Stahlboden lagernd auf massiven Holzbohlen fungiert als Zwischendecke und Dach, ausrangierte Kisten und Regale bilden das Interieur und präsentieren die feinsten Fäden weltweit zum Stricken oder Häkeln. Und das mitten im Gewerbegebiet von Kolsass, zwischen Autowerkstatt und Elektromarkt. Das gibt der innovativen Strickliesl eine Gewissheit – wer ihr Geschäft aufsucht, plant Großes, sucht das Besondere, findet Avantgarde bis zum Abwinken. „Die jungen Leute lernen sich das Stricken heute vielfach selbst mit Videos im Internet und die Lust an der Individualität wächst gewaltig“, sagt sie und freut sich über Kundinnen, die aus ganz Österreich sowie Süddeutschland zu ihr kommen. Der Markt sei da und auch immer mehr Männer greifen zu den Nadeln, die es mittlerweile auch in vierkantiger Form gibt.

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Wolle & Staune

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Alles auf eine Karte! Sölden haben oder nicht haben, das schien immer wieder die Frage. Nachdem sich das prominente Skigebiet lange Zeit zierte, sich nur den Gletschern verbunden fühlte und selbst der Tiroler Snowcard die kalte Schulter zeigte, landeten die Macher der Tirol Regio-Card diese Saison den Coup: Sie präsentieren ihren neuen Pistenpartner für ganze drei Tage.

Hotelier Harald Ultsch

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Damit rückt die Initiative aus dem Oberland noch ein wenig mehr zusammen. Und wie reagiert das Unterland? Die Freizeit-Ticketer aus Innsbruck kontern im Interesse ihrer Karte das Angebot mit jeweils drei Tagen Ischgl sowie drei Tagen St. Anton. Seit diesem Oktober sind die frischen Karten auf dem Markt und Harald Ultsch fragt sich: Könnte die Gültigkeit der Karten nicht auch im Januar starten und sie somit als Weihnachtsgeschenk funktionieren? Selbstverständlich ist dem Spartenobmann in der Wirtschaftskammer für Tourismus und Freizeitwirtschaft klar, dass die Freude des Handels über so eine Lösung eher verhalten

ausfallen würde – trotzdem müsse es Platz für neue Lösungen geben“, sagt der Hotelier. Der mit seiner Hotelkette „Harrys Home“ vielleicht nicht alles auf eine Karte setzte, aber erfolgreich neue Wege ging und einen solchen würde er auch gerne beschreiten im Sinne einer universellen Freizeitkarte für ganz Tirol. Nachdem die Tränen der Seilbahner wegen des vermeintlichen Versuchs einer erneuten Preisdrückerei wieder getrocknet sind, geht die Diskussion weiter. Auf den ersten Blick scheint das Unternehmen gewagt, denn wie lassen sich völlig unterschiedliche sportliche Ambi-


karten Foto: Ötzal Tourismus

wie den restlichen Tirolern die eigene Big-3-Karte: Wurden unter dem Namen bisher die drei 3000er im Skigebiet vermarktet, so kauft die neue Karte im Wert von 72 Euro/Punkten, wahlweise auch aufladbar mit 144 oder 216 Einheiten, die Lifttickets für Sölden zum Preis von 24 statt 38 Euro und der dreistündige Besuch des Aquadomes kostet dann 12 statt 17 Euro. Abgerechnet wird zum Schluss und die Spannung ist groß, ob und wie sich die Karte etablieren wird. Das Einzige, das bis dahin interessiert, ist die einzig wahre Wetterkarte, und Wohl denen, die schon früh mit der Beschneiungskarte gepokert haben.

tionen auf einer Karte koppeln? Der Trick bestehe eben in der Absage an ein All-inclusive-Produkt, sagt Ultsch: „Die Lösung könnte eine Punktekarte sein, auf der gezielt Punkte eingekauft werden für verschiedene Freizeitangebote wie Skifahren oder Rafting, und diese Karten könnten dann auch von Familienangehörigen oder Freunden genutzt werden.“ Der Touristiker sieht in der einen potentiellen Karte für viele Freizeitaktivitäten im Lande einen zusätzlichen Akzeptanzbringer, denn oft fehle stark touristisch geprägten Einrichtungen der Rückhalt in der Bevölkerung. Sölden geht diesen Schritt schon jetzt und bietet allen Ötztalern so-

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Karten-Spiel Freizeitticket Tirol

Tirol Snow card www.snowcard.tirol.at Einzelkarte Kinder frei bis einschl. Jahrgang 2005 ab 2004 bis einschl. 1995 Jugendliche bis einschl. 1992 Erwachsene Invalide mit Ausweis ab 60 % Studenten an einer in Tirol ansässigen Hochschule

Preise EUR 313,– EUR 501,– EUR 626,– EUR 501,– EUR 466,–

Personen mit Hauptwohnsitz in Tirol (Nachweis erfolgt durch Vorlage einer Meldebestätigung, welche nicht älter als 3 Monate sein darf) sowie alle Personen mit einem Beschäftigungsverhältnis in Tirol unter Vorlage der Sozialversicherungsbestätigung (nicht älter als 3 Monate) sowie Studenten der Universität Innsbruck und Studenten einer in Tirol ansässigen Hochschule oder Fachhochschule unter Vorlage eines aktuellen Studiennachweises für das laufende Studienjahr/Semester, erhalten den ermäßigten Tarif. Gültig bis:

15. Mai 2012

Das Angebot kompakt: 82 Skigebiete außer Ischgl, St. Anton und Sölden, aber es bleiben landesweit 1.045 Liftanlagen mit sensationellen 3.584 Pistenkilometern. Charakteristik: Die Visitenkarte für absolute Ski-Aficionados, Ausweis für eine ganz eigene Liga und ein Muss für Sammler stylischer Accessoires.

Kinder frei bis einschl. Jahrgang 2005 ab 2004 bis einschl. 1995 Jugendliche bis einschl. 1991 Erwachsene Invalide mit Ausweis ab 60 % Familienkarte*) Kinder ab Jahrgang 2004 bis einschl. 1995 Jugendliche bis einschl. 1991 Mutter bzw. Vater Gültig bis:

Einzelkarte

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Kinder frei bis einschl. Jahrgang 2006 ab 2005 bis einschl. 1996 Jugendliche, Studenten, Invalide, Zivil- & Präsenzdiener Erwachsene Senioren Familienkarte *)

EUR 191,– EUR 305,– EUR 381,– EUR 343,– Preise

Kinder ab Jahrgang 2005 bis einschl. 1996 Jugendliche ab 1995 bis einschl. 1993 Erwachsene

EUR 44,– EUR 177,– EUR 381,–

Sonderregelung Ischgl: Das Freizeitticket Tirol gilt in Ischgl und am Arlberg für je drei Erstzutritte. Falls während der Wintersaison diese drei Zutritte nicht eingelöst werden, hat der Kunde die Möglichkeit, die Karte auch im Sommer 2012 abzufahren, am Arlberg nur in St. Anton. Das Freizeitticket gilt in Ischgl und Samnaun. Erstzutritt nur in Ischgl möglich. Bei diesen Events bzw. Veranstaltungen im Skigebiet Ischgl hat das Freizeitticket Tirol keine Gültigkeit: Saisoneröff nung am 26.11.2011 und Abschlusskonzert am 30.04.2012. Gültig bis:

30. September 2012

www.tirol-regio.at

Das Angebot kompakt: 12 Bergbahnen mit Ischgl – NEU: Axamer Lizum, Ski Arlberg, Glungezer und Kellerjoch – und 10 bieten auch nächtliches Rodeln und Skifahren, dazu 7 Eislaufplätze inklusive der Olympiaworld und zauberhaftem Innenstadt-Eislauf am Sparkassenplatz, 3 Hallenbäder inklusive der Planschoase im O-Dorf, 2 Museen in Innsbruck und für den Sommer noch 4 Freibäder inklusive des Nussöl-Hotspots Tivoli. NEU: Strandperle Seefeld – Seefelder Badesee.

Preise

Charakteristik: Die Eintrittskarte für sportlich-familiäres Vergnügen direkt vor der Haustür der Hauptstadt.

Tirol Regio Card Einzelkarte

www.freizeitticket.at

EUR 195,– EUR 312,– EUR 390,– EUR 293,–

White 5 www.tirolergletscher.com

Preise EUR 52,– EUR 182,– EUR 390,– 30. September 2012

Das Angebot kompakt: 32 Skigebiete mit 3 Gletschern. NEU: Sölden, Tannheimer Tal, die Elferlifte in Neustift sowie die Serlesbahnen in Mieders. 10 Stationen zum Nachtskilauf, 12 Rodeldestinationen sowie über 20 Bergbahnen für das Wandervergnügen und 6 Eislaufplätze – inklusive der Olympiaworld in Innsbruck. Dazu 4 Hallenbäder und im Sommer über 20 Badeseen und Freibäder. Charakteristik: Die ultimative Universalkarte für den Westen des Landes – und natürlich für Unterländer auf Entdeckungstour. Sensationeller Neuzugang und keine Preiserhöhung!

Einzelkarte

Preise

Erwachsene

EUR 325,–

Gültig bis:

15. Mai 2012

Das Angebot kompakt: 10-Tages-Skipass, Tage frei wählbar auf allen 5 Tiroler Gletschern. Charakteristik: Die Power-Karte für Schneewütige und Sonnenanbeter im erweiterten Single-Modus. > Auf Homepage gleich auch noch Urlaubsangebote dazu zu buchen, Geschenkgutscheine!

All Star Card www.allstarcard.at

*) Papiere bereithalten: maximal 3 Monate junge Meldebestätigung, alternativ die Sozialversicherungsbestätigung oder einen aktuellen Studiennachweises für das laufende Studienjahr/ Semester. Familien brauchen den JUFF Familien-Pass des Landes Tirol. Den gibt’s gratis und sofort für Tiroler, die den Pass auf dem Amt samt aller relevanten Dokumente persönlich beantragen und gleich mitnehmen: JUFF Familienreferat, Michael-Gaismair-Straße 1, 6020 Innsbruck, Tel. 0512-508-3681, Sprechzeiten Mo. bis Do. 8 bis 16 Uhr und Fr. 8 bis 12 Uhr. Alle anderen müssen sich laut Amtsauskunft etwas gedulden, weil die augenblickliche Antragsflut weiter anhält.

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Kartentyp

Erwachsene

Jugendliche

Kinder

Saison 6 Tage variabel 10 Tage fi x

EUR 599,– EUR 235,– EUR 312,50

EUR 479,– EUR 188,– EUR 250,–

EUR 299,– EUR 117,50 EUR 156,–

Gültig bis:

1. Mai 2012

Das Angebot kompakt: 10 Skigebiete in Tirol und Salzburg, 356 Seilbahnen und Lifte, 271 Skihütten auf 1.087 km Pisten, davon 824 km beschneit, entweder kitzlig mondän oder zirkusreif wie in Saalbach-Hinterglemm. Charakteristik: Die Jetset-Variante für erlesene Stunden im Bann der Streif. Sehr variabel, ist als Skipass für 1–14 aufeinanderfolgende Tage, 6-Tage-Wahl-Skipass oder Saisonkarte erhältlich.


karten

Foto: Zillertal Tourismus GmbH/Bernd Ritschel

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Der Flockenfänger Für die einen nur ein anderer Aggregatzustand von Wasser, für Norbert Span ein Geschenk des Himmels: Filigran wie vergänglich fallen die Schneekristalle aus allen Wolken, schweben dem Jäger und Sammler direkt vor die Linse.

Jeden Winter wiederholt sich in Steinach am Brenner ein einzigartiges Naturschauspiel: Fällt der erste Schnee, springt Norbert Span in seine arktistaugliche Thermokluft, schnürt die Moonboots, wirft seine Daunenjacke über, flitzt ins Gartenhaus, kommt mit einem Glasplättchen zwischen den dick verpackten Fingern wieder hinaus ins Freie, hebt es in den weißen Himmel und wartet, bis die ersten Flocken auf der kalten Scheibe andocken. Dann zaubert der Forscher und Flockenfänger seinen akklimatisierten Marderhaarpinsel aus der Tasche, putzt vorsichtig die Platte und zerlegt vorsichtig die Flocken, bis sein trainiertes Auge einzelne Kristalle identifiziert. Diese trägt er so behütet wie möglich unters Mikroskop und sofort beginnt für den Wissenschaftsfotografen der eiskalte Countdown: „Ich habe eine bis maximal zwei Minuten Zeit, bis sich der Kristall auflöst.“ Seine Leidenschaft für Schneekristalle entdeckte Span schon als junger Schüler, wenn er morgens durch die

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vereisten Fenster des Elternhauses in Neustift sah oder auf dem Schulweg der frische Pulverschnee aufstob und er dem Tanz der Kristalle zuschaute. Während es den meisten Kindern völlig reichte, zu wissen, wann wie viel Schnee fallen sollte und wo am Nachmittag gewedelt wurde, wollte schon der kleine Norbert ergründen, worauf er da eigentlich abfuhr. Entsprechend wählte er später an der Uni Innsbruck die Fächer Meteorologie sowie Glaziologie und studierte die komplette Lebensgeschichte der weißen Flocken. „Die filigrane Schönheit der Schneekristalle fasziniert mich genauso wie die kompakten Eiskristalle.“ Denn im ewigen Eis der Gletscher finden die Flocken je nach geographischer Lage eine erste Ruhe von bis zu 1000 Jahren, bevor sie sich als Schmelzwasser wieder auf den Weg machen in den unendlichen Wasserkreislauf. Span kletterte auf und in Gletscher auf allen Kontinenten, machte seine Leidenschaft zum Beruf und entdeckte für sich vor acht Jahren die Flockenfotografie: „Es existierten zwar in der wissenschaftlichen Literatur einige


flocken.fänger gute Fotografien von den Kristallen, die meisten aber in Schwarz-Weiß und wenig systematisch“, sagt Span. Sobald bei ihm zu Hause auf 1120 Metern die Flocken fallen, melden das vier sehr sympathische Schneesensoren, denn mittlerweile ist die ganze Familie sensibilisiert für die frische weiße Pracht. Die nur existiert, wie wir sie kennen, weil feinster Schmutz jeder Art durch die Atmosphäre geistert. „Meteorologen nennen diese Mikropartikel die „Kondensationskeime“ – Regentropfen und Schneekristalle brauchen diesen feinen Staub, um sich überhaupt bilden zu können. In einer hochreinen Atmosphäre würde es nie regnen oder schneien“, sagt der Fachmann. Uns so funktioniert es rein atmosphärisch: „In der Wolke ist die Hölle los“, sagt Span und beschreibt die wilden Turbulenzen und Winde im feinen Wasserdampf. Der sei die Basis für jeden Schneekristall. Tropfen befinden sich dagegen in einem anderen Stadium und stürzen entweder wässrig oder eisig zu Boden. Welche Gestalt der Schneekristall annimmt, hängt ab von der Temperatur in der Wolke und der zeitgleich herrschenden Luftfeuchtigkeit. Beide Komponenten modellieren das meist sechseckige und sternförmige Aussehen – „wie auf jedem Skipullover“, sagt Span. Nach acht Jahren im Schnee und gefühlten 6000 Aufnahmen auf den Festplatten machte der Forscher eine interessante Entdeckung: Bewegen sich die Temperaturen in der Wolke zwischen 0 und –3 Grad, kreiert die Natur primär den sechszackigen Klassiker. Fällt die Temperatur weiter auf Werte zwischen –3 und –10 Grad, bildet der Wasserdampf kleinste Prismen und Nadeln, den Formen des

Kandis verwandt. Unterhalb von –10 Grad wählt die Natur wieder die sternförmigen Modelle, wechselt jedoch ab –22 Grad zurück zu Prismen und Plättchen. Auf welcher Systematik aber basiert dieses geometrische Hin und her? Während Norbert Span sich noch mit der Frage beschäftigt, hat er erst einmal ein Poster entworfen, um eben dieses Phänomen mit einmaligen Fotos von den sogenannten Fraktalen farblich zu dokumentieren. Das Poster wird ab diesem Winter im Wetter-Café in Innsbruck verkauft. Vielleicht nehmen das ja die Redakteure des renommierten Wissensmagazins namens „National Geographics“ zum Anlass für einen Besuch beim Flockenfänger und singen dann im Namen der Forschung gemeinsam mit der Familie „Leise rieselt der Schnee“ oder eben auf Englisch „Snow falls over the trees“. Denn inzwischen hat eine Organisation der UNESCO (IACS – International Association of Cryospheric Sciences) zwei Schneekristalle von Norbert Span in die Publikation „The international classification for seasonal snow on the ground“ aufgenommen – ein Standardwerk für Schneeforscher auf der ganzen Welt.

Bei einer Änderung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit wachsen in der Wolke verschiedene Schneekristalle. Zwischen 0 °C und –3 °C bilden sich dünne Plättchen und die klassischen Schneesterne (Dendriten). Unter –3 °C wachsen dünne Nadeln und Prismen. Ab –10 °C bis –22 °C formen sich wieder die ästhetischen Sterne, gemeinsam mit Plättchen und Sektorenscheiben. Unter –22 °C schneit es schließlich nur noch kleine Prismen und Plättchen. Alle Fotos wurden zwischen 2004 und 2011 von Nobert Span in Steinach am Brenner aufgenommen.

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www.schneekristalle.com

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Schnee - Festspiele! Tourengehen ist nichts Neues, liegt aber im Trend. Für die Ein- oder Umsteiger ist in erster Linie die richtige Ausrüstung von Bedeutung.

NORDICA Dobermann Spitfire: Rennorientierte Performanceski

HAGLÖFS Spitz 2 Jacket: 3-LagenGore- Tex- Outdoorjacke

UVEX Sioux XC: bestens belüfteter Skihelm

ORTOVOX Lawinenrettungsset, bestehend aus: „Ortovox 3+“ 3- AntennenLVS-Gerät, Lawinensonde 240 cm, Aluschaufel „ Beast“ und einem Gutschein für einen Lawinenkurs

DYNAFIT Eruption Down Jacket: Ultraleichte Daunenjacke (490 g)

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Blasius-Hueber-Straße 14 • 6020 Innsbruck Tel.: 0043/512/28 67 07 E-Mail: office@sport-spezial.at www.sport-spezial.at