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eco.nova

Ausgabe Nr. 1 / Februar 2013, P.b.b. Verlagspostamt 6020 Innsbruck, ZNr. GZ 02Z030672 M, Euro 3.00

wer tirol bewegt Die einflussreichsten Persönlichkeiten des Landes MARKTAUSBLICK

Anlegen oder ausgeben? Geldstrategien und Anlagetipps für 2013

LEIDEN(SCHAFT) IM ZILLERTAL

Gernot Paesold im Interview über Marketingstrategien und Zufriedenheit

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das wirtschaftsmagazin


Männer, die Maschinen fliegen, sollten auch welche tragen.

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eco.edit

Mag. Sandra Nardin und Christoph Loreck eco.nova-Herausgeber

wer die wahl hat ... Wir treffen täglich zahlreiche Entscheidungen. Gehirnforscher gehen davon aus, dass es bis zu 20.000 sind – bewusste und unbewusste. Manche davon sind im Grunde völlig irrelevant (Apfel- oder Orangensaft?), andere haben Auswirkungen auf die Zukunft (Berufsheer oder Wehrpflicht?) und wieder andere Informations- und Unterhaltungswert (eco.umfrage „Wer bewegt Tirol?“).

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itte Jänner hat sich Österreich entschieden – für die Wehrpflicht. Auch in Tirol war das nicht anders. Von 535.498 Stimmberechtigten haben 47,41 % ihre Stimme auch tatsächlich abgegeben, und damit weit mehr als erwartet. Der Ausgang ist bekannt (Tirol: 37,49 zu 62,51 % gegen das Berufsheer). Hierzlande geht das muntere Kreuzchen-Machen bereits im April weiter, dann nämlich stehen die Landtagswahlen ins Haus. Und hier gibt es mittlerweile fast schon so viele große, kleine und kleinste Gruppierungen, die sich der Wahl stellen, wie Persönlichkeiten bei unserer Umfrage, die die Basis für unsere erste 2013er-Titelgeschichte bildet. Zugegeben, das war übertrieben, aber eine derartige Zersplittung, wie sie gerade in Tirols Politikszene stattfindet, könnte „man für ungünstig halten“, wie es Bundesminister Karlheinz Töchterle in unserem Interview ausdrückt. Er ist übrigens einer jener „bewegenden Tiroler“, den Sie an die Spitze seiner Kategorie gewählt haben. Und so wird die Rubrik Politik von einem Parteilosen angeführt, der in Wien sitzt. Was auch ein Statement ist. Ähnlich wie Meinungsforscher bei der Wehrpflicht-Frage haben auch wir mit einem derartigen Rücklauf auf unsere Umfrage nicht gerechnet: Rund 1.000 Teilnehmer haben darüber abgestimmt, welche Persönlichkeit den größten Einfluss auf unser Land hat. Wer schlussendlich an der Spitze landete, lässt sich am Cover unschwer erkennen, erfreulich ist aber auch, dass es derart viele Familienunternehmen unter die Wirtschafts-Top-15 geschafft haben. Dies hat uns die Arbeit allerdings nicht unbedingt leichter gemacht, weil gerade Familienunternehmen gerne im Verborgenen arbeiten und die Menschen an deren Spitze fast schon phantomartig durchs Land geistern. Wir haben uns trotzdem auf die Suche gemacht ... Und fürs nächste Mal: Äußerst plumpe Manipulationsversuche an den Umfrageergebnissen durchschauen wir, und erlauben uns, deren Wertung wieder geflissentlich zu ignorieren.

In eigener Sache Auch wir haben für das heurige Jahr eine Entscheidung getroffen – und mit tatkräftiger Unterstützung unserer Grafikerin Sophie Frenzel der eco.nova ein frisches Outfit verpasst. Bye-bye Meta Dafür haben wir uns als Erstes von der guten alten „Meta“ verabschiedet und die Schrift durch eine zeitgemäße, unkomplizierte Alternative ersetzt. Sie steht stellvertretend für das neue Layout, das in seiner Gesamtheit moderner, flexbiler und aufgeräumter wurde, mehr gestalterische Freiheit bietet und auf einen ausgewogenen Mix aus Text und Bild achtet. Wirtschaft verstehen Unserem Credo, hintergründig und seriös zu informieren, bleiben wir aber natürlich weiterhin treu. Wir handeln nicht mit Sensationen und lesen nicht krampfhaft zwischen den Zeilen, sondern betrachten die Wirtschaft in gebührender Objektivität, um von innovativen Köpfen in unserem Land zu lernen und ihre Erfolge zu teilen. All diese Geschichten bekommen ab sofort ein neues Gesicht und stellen jene in den Mittelpunkt, über die wir schreiben: die Menschen dahinter.

Ihre Redaktion der eco.nova, die übrigens lieber Orangensaft trinkt Impressum Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/290088, E-Mail: redaktion@econova.at, www.econova.at Geschäftsleitung: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin // Assistenz: Ruth Loreck // Chefredaktion: Marina Kremser Redaktion: eco.wirtschaft: MMag. Klaus Schebesta, Mag. Sandra Nardin, Bruno König, Renate Linser-Sachers, MMag. Paul Salchner, Barbara Liesener, DI Caterina Molzer-Sauper, Uwe Schwinghammer, Mag. Barbara Wildauer, Marion Witting, MSc. // eco.zukunft: Dr. Barbara Hoffmann // eco.geld: Dr. Michael Posselt, Michael Kordovsky // eco.kultur: Julia Sparber // eco.mobil: Bruno König // steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian // recht.aktuell: RA Mag. Dr. Ivo Rungg // eco.life: Marina Kremser Anzeigenverkauf: Ing. Christian Senn, Bruno König, Martin Weissen­brunner // Fotoredaktion: Julia Türtscher (blickfang-photographie.com), Ursula Aichner (fotowerk.at) Grafik: Sophie Frenzel // Druck: Radin-Berger-Print GmbH // Jahresabo: EUR 25,00 (14 Ausgaben) Unternehmensgegenstand: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. // Grundlegende Richtung: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifestyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar.

eco.nova

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eco.inhalt

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eco.titel

016 Wer bewegt Tirol?

Wir haben in einer Umfrage die einflussreichsten Persönlichkeiten unsers Landes gesucht. Das Ergebnis lesen Sie hier.

eco.wirtschaft

032 Tiroler Adlerrunde

Wer sie sind und was sie machen – und warum sie nicht politisch sein wollen.

036 Im Interview: Gernot Paesold, Zillertal Tourismus

Ein ganzes Tal spricht über eine Person. Wir haben Gernot Paesold zum Gespräch über das Tal gebeten.

090

070 Marktausblick 2013

Ausgeben oder investieren? Wir haben Tirols Banker gefragt, wo Ihr Geld 2013 sinnvoll aufgehoben ist.

eco.art

082 Waffen für die Götter

Die aktuelle Sonderausstellung im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum nähert sich einem schwierigen Thema.

084 Osterfestival 2013

Ein Festival feiert Geburtstag.

eco.mobil

042 GemNova: Streit um den „kommunalen Geizhals“

082 Im Test: Volvo V60

046 steuer.berater

090 Range Rover

Verbandsobmann Ernst Schöpf kämpft um eine Idee.

050 recht.aktuell eco.zukunft

056 Start-up-Finanzierung 2.0

Crowdfunding als Alternative zur klassischen Kreditfinanzierung.

060 Forschungsobjekt Großveranstaltungen

Wie große Sportevents Nutzen für die Forschung bringen.

062 Forscher von morgen fördern

Das Gründungszentrum CAST geht mit der First-Lego-League auf eine „Mission Begeisterung“.

eco.geld

068 Was bringt Basel III?

Auch wenn die geplante Umsetzung verschoben wurde: Basel III nimmt konkrete Formen an.

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Der Schweden-Schönling greift die Platzhirschen an. Tradition in vierter Generation.

092 Im Test: Passat Variant Alltrack

Ein Passat konnte immer schon viel – jetzt passt er auch ins Gelände.

082 Im Ladys-Check: VW Beetle

Ein Käfer wird erwachsen und eine Frau hat ihn getestet.

096 Mercedes-Modelloffensive

Die Marke mit dem Stern bekommt Lust auf Neues.

082 Im Test: BMW X1

Auch der Kleine hat sein xDrive bekommen.

eco.life

100 Tiroler Edler

Der geadelte Edelbrand der Therese Fiegl.

102 Weintrends

Von Ausschenkzeremonien und richtigen Gläsern.


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eco.mmentar

Jetzt geht’s los Volksbefragung – Landtagswahlen – Nationalratswahlen. In diesem Superwahljahr geht es Schlag auf Schlag. Neue Listen und der Abtritt alter Haudegen sorgen in Tirol für politische Unruhe. Alle gegen Platter heißt die Devise. // Text: Klaus Schebesta, Foto: Florian Schneider

N MMag. Klaus Schebesta

un hätten wir also den ersten Monat in diesem Superwahljahr 2013 geschafft. Das Gemetzel um die Wehrpflicht haben wir hinter uns gebracht, am 28. April stehen die Landtagswahlen in Tirol an, voraussichtlich am 29. September wird der Nationalrat neu gewählt. Das öffentliche Klima, in dem diese Wahlgänge stattfinden, ist aufgeheizt. Das Image der Politik befindet sich generell im Sturzflug. Die Prozentzahl jener, die den Politikern vertrauen, nähert sich dem einstelligen Bereich. Dass gleichzeitig in Umfragen eine Mehrheit der Österreicher mit der allgemeinen Lage und ihrer persönlichen Situation zufrieden sind, ist im Grunde ein Paradoxon. Denn wer, außer der Politik, sollte die Rahmenbedingungen dafür geschaffen haben? Doch die Politiker müssen mit dieser Situation zurechtkommen, ganz unschuldig daran sind sie schließlich nicht. 2012 war mit seinen Korruptionsaffären und dem dilettantischen Umgang mit Steuergeldern der Turbo für die Fahrt in den Imagekeller.

Zu Tode argumentiert

Auch bei der Volksbefragung machten es die Parteien den Bürgern schwer. Sowohl Gegner als auch Befürworter warfen ihre Propagandamaschinen an – inklusive Nebelbomben, Tarnen & Täuschen und Scheinangriffen. Wenn doch nur das österreichische Heer

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so agil wäre! Zurück blieben verwirrte Bürger, die sich im Dickicht von Argumenten, Gegenargumenten und Pseudoargumenten nicht mehr ausgekannt haben. Die Befragung beleuchtete für den aufmerksamen Beobachter auch einige interessante Mechanismen: Der Kanzlerbonus hat definitiv nicht gezogen. Die SPÖ lag mit ihrem taktischen Kalkül weit daneben und musste eine ordentliche Schlappe einstecken. Ebenfalls wirkungslos blieb die Kampagnenmaschinerie der Kronen Zeitung, die schamlos einseitig das Berufsheer in die Höhe jubelte, ohne auch nur annähernd den Versuch zu unternehmen, ausgewogen zu berichten. Unterm Strich bleibt: Auch direkte Demokratie will gelernt sein. Dazu gehören auch gesetzliche Grundlagen, wie sie die Schweiz geschaffen hat: Für komplexe Fragen ist dort das so genannte „Abstimmungsbüchlein“ obligatorisch, in dem objektiv Pro- und Contra-Argumente aufgelistet sind. Das ist etwas ganz anderes als die einseitig gefärbten Inserate, Folder und Statements, welche die österreichischen Bürger über sich ergehen lassen mussten.

AuSSer in Österreich ...

Die Volksbefragung zeigte leider einmal mehr, dass politische Verantwortung hierzulande nicht besonders ernst genommen wird. Der Verteidigungsminister erwies sich


eco.mmentar

dass die landtagswahl ruPPig werden wird, sPürt man sChon Jetzt. die tiroler können siCh auF Folgende situation einstellen: die koalitionsPartner sPöVP werden ihre leistungen der letzten Viereinhalb Jahre Verteidigen. und die Vereinigte oPPosition wird kein gutes haar daran lassen. dem trend der zeit entsPreChend, sind eine menge Proteststimmen am markt auF die siCh alt-, neu- und immersChonrebellen stürzen werden. als größter Sesselkleber der Nation. Darabos schlägt jeden Loctite-Superkleber um Längen. Immerhin ist das keine Überraschung, sondern zieht sich nahtlos durch seine Politikkarriere. Jemand, der aus Gewissensgründen den Dienst an der Waffe verweigert, kann im Grunde unmöglich zum Oberbefehlshaber eines Heeres werden. Außer in Österreich. Und jemand, der die allgemeine Wehrpflicht als unreformierbar bezeichnet, kann unmöglich den Auftrag erhalten, das Heer zu reformieren. Außer in Österreich. Da sich nach der Befragung weder an den handelnden Personen noch an der grundlegenden Ausrichtung etwas geändert hat, wird keiner ernsthaft daran glauben, dass sich beim Bundesheer irgendetwas ändert. Außer vielleicht in Österreich.

tiroL wähLt

Doch kaum waren die Abstimmungsergebnisse verkündet, war die Aufregung schon wieder vorbei. So funktioniert nun einmal der Marktplatz öffentlicher Meinungen. Die Karawane ist längst weitergezogen – erst recht in Tirol. Denn hier marschieren Parteien und Medien

in Richtung 28. April, dem Tag der Landtagswahl. Dass es ruppig werden wird, spürt man schon jetzt. Das Motto ist offenkundig: alle gegen Platzhirsch ÖVP. Diese wirbt im Vorwahlkampf mit starken Tiroldaten, etwa der niedrigsten Arbeitslosigkeit aller 271 EU-Regionen oder der geringsten Verschuldung der Bundesländer. Das aber scheint niemanden der Mitbewerber zu beeindrucken. Bislang sind folgende Fixstarter auszumachen: die Grünen (mit relativ stabilen Umfragewerten), die Sozialdemokraten (ebenfalls stabil, allerdings auf geradezu basisdemokratisch niedrigem Niveau), die in Tirol traditionell unbedeutende KPÖ, Gurgiser & Team sowie die Freiheitliche Partei, die sich Platz 2 als Wahlziel gesteckt hat. Dort wollen allerdings auch Grüne und die Sozialdemokraten hin. Neu am politischen Spielfeld – oder sagen wir besser zurück auf selbigem – ist die Gruppierung „vorwärts Tirol“, die mit den Ex-Landesräten Hans Lindenberger (SP) und Anna Hosp (VP) eine kleine Große Koalition in sich bildet und Landeshauptmann Platter zeigen will, wo politisch der Hammer hängt. Echte Neuigkeiten und konkrete Inhalte feh-

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len bislang – derzeit gibt es nicht mehr als die Ansage, alles besser machen zu wollen, sekundiert von der Innsbrucker Bürgermeisterin, die ihre Rechnungen mit der VP offenbar noch nicht beglichen hat. Nach dem Rückzug von Fritz Dinkhauser sowie Andreas Brugger und Gottfried Kapferer sieht sich derweil praktisch die ganze Opposition als legitime Erben des Bürgerforums. Kein Wunder, denn auch der Proteststimmenteich ist nicht unendlich tief. Alle wollen in den ehemals 18, zuletzt gerade noch 7 Prozent der Liste Fritz fischen. Ob die Protestwähler ausgerechnet die Alt-Politiker Hosp und Lindenberger als knackfrische und unbelastete Alternative akzeptieren, steht in den Sternen. Und ob die Liste Stronach, die Piraten und andere Kleinstgruppierungen angesichts des Getümmels überhaupt genügend Personal und Unterstützungserklärungen zusammenkratzen können, steht zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls noch nicht fest. Fest steht allerdings, dass die kommenden Wochen eine Herausforderung für die Parteiapparate und die Nerven der 535.000 Wahlberechtigen werden.

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eco.zahlen

Tirol in Zahlen Gemeinden in Tirol:

279

• Bürgermeisterinnen: 10 (3,6 %)

• Bürgermeister-Stellvertreter gesamt: 300 / davon weiblich: 28 (9,3 %)

• reichste Gemeinde: Kufstein (Bruttoüberschuss: 4,3 Mio. Euro)

• ärmste Gemeinde: Untertilliach (Bruttoüberschuss: –40.500 Euro)

• Gemeinden mit 0 % Verschuldungsgrad: 2 / Gemeinden mit 100 % Verschuldungsgrad: 22

• die meisten Einnahmen aus Kommunalsteuer: Wattens (rd. 7,8 Mio. Euro)

• die wenigsten Einnahmen aus Kommunalsteuer: Namlos (970 Euro)

Unternehmensinsolvenzen in Tirol 2012:

380 (-4,0 %)

/ Passiva in Mio. Euro: 132

• Großinsolvenzen: 3 (Ricmar Technology GmbH, Hilber Solar GmbH, Valenta GmbH & Co. KG) / Passiva in Mio. Euro: 39,5

Arbeitslosenquote 2012:

5,9 % (+/- 0)

• vorgemerkte Arbeitslose, Durchschnitt: 19.329 / davon Jugendliche: 3.331

• zur Besetzung gemeldete freie Stellen: 40.487

• Personen in Schulungen, Durchschnitt: 2.155

• Durchschnittliche Dauer der Abreitslosigkeit in Tagen: 71 • Lehrstellensuchende Jugendliche / gemeldete freie Lehrstellen, Jahresmittel: 360 / 698

Skigebiete in Tirol:

32

davon Osttirol:

3

• Pistenkilometer gesamt: 2.472, davon Osttirol: 185

• größtes / kleinstes Skigebiet: Arlberg (283 Pisten-km) / Nordkette Innsbruck & Reutte – Vitales Land (13) • Skigebiete, in denen eine Tageskarte für Erwachsene über 40 Euro kostet: 7 • Skigebiete, in denen Jugendliche / Senioren gleich viel zahlen wie Erwachsene: 6/8 • Skigebiete, in denen Kinder nichts bezahlen, wenn sie mit ihren Eltern fahren: 2 • Anzahl der Tiroler Skigebiete unter den Top 10 der besten Skigebiete der Alpen laut Skigebiete-Test.de: 4 8

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Kopf der Ausgabe

Andreas Altmann, MCI-Rektor Studium der Wirtschaftswissenschaften und internationalen Beziehungen an den Universitäten Linz, Innsbruck sowie der John Hopkins University Bologna. Vor der Berufung zum MCI-Gründungsgeschäftsführer wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Instituten für Finanzwissenschaft und Unternehmensführung der Universität Innsbruck. Vortrags-, Lehr- und Forschungstätigkeit sowie zahlreiche akademische Mitgliedschaften und Funktionen im In- und Ausland. // Text: Marina Kremser, Foto: Julia Türtscher

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ormalerweise präsentieren wir an dieser Stelle Menschen, die hierzulande (noch) eher unbekannt sind und die ihre Arbeit abseits der breiten heimischen Öffentlichkeit verrichten – dies aber nicht minder erfolgreich tun wie die „großen Namen“ unseres Landes. In der ersten 2013er-Ausgabe wollen wir eine Ausnahme machen. Die bestätigt bekanntermaßen die Regel. Und außerdem gibt es einen guten Grund dafür ... Andreas Altmann, langjähriger Geschäftsführer des Management Center Innsbruck (MCI) und vor fast einem Jahr auch mit der akademischen Bezeichnung des Rektors betraut, ist hierzulande schon lange kein Unbekannter mehr. Ihm ist es gelungen, das MCI als Unternehmerische Hochschule® international zu positionieren und zu etablieren. Ende letzten Jahres wurde das MCI dabei in die renommierte IAU International Association of Universities aufgenommen – ein weltweites Netzwerk qualitätsorientierter Universitäten mit derzeit rund 630 institutionellen Mitgliedern aus ca. 120 Ländern und globale Plattform für Meinungsaustausch, Qualitätsentwicklung, Innovation und Kooperation. Das Wort von Andreas Altmann hat Gewicht. Er genießt Vertrauen. Dies zeigt auch unsere aktuelle Titelgeschichte, in deren Umfrage er in der Kategorie „Wissenschaft, Bildung & Gesundheit“ auf den 3. Platz der einflussreichsten Tiroler und damit als einziger Vertreter einer privatrechtlichen Bildungseinrichtung in die Top 10 gewählt wurde.

Das Jahr fängt gut an

Nach zahleichen internationalen Auszeichnungen in den vergangenen Jahren startet das MCI 2013 mit einem sensationellen Erfolg: Die internationale Akkreditierungsagentur FIBAA hat den beiden MCI-Executive-Master-Studiengängen „General Management Executive MBA“ und „Master of Science in Management HM.Sc.“ das FIBAA-Premiumsiegel verliehen und sie damit quasi in den Bildungs-Adelsstand erhoben. Grund für die Auszeichnung ist die beispielgebende Qualität

der Studiengänge, die sich laut Gutachter in besonderer Weise in ihrer schlüssigen Zielsetzung, konsequenten internationalen Ausrichtung, ihrer Positionierung im Bildungs- und Arbeitsmarkt sowie in der integrativen Verankerung im strategischen Konzept der Hochschule widerspiegelt. Auch die Lehrenden bekamen in diesem Zusammenhang hervorragende Bewertungen in den Bereichen Internationalität, Methodik und Didaktik, wissenschaftliche Qualifikation, Praxis-Know-how und Betreuung der Studierenden. Wie hoch diese Prämierung einzuschätzen ist, zeigt sich darin, dass bislang lediglich 9 von insgesamt 1.400 FIBAA-akkreditierten Studiengängen das begehrte Siegel tragen dürfen. In Österreich ist es überhaupt einmalig. eco.nova: Das MCI erhält in schöner Regelmäßigkeit auch internationale Auszeichnungen. Was macht das MCI anders als andere Hochschulen? Andreas Altmann: Wir haben uns nie gescheut, ausgetretene Pfade zu verlassen, was gerade im Bildungsbereich nicht selbstverständlich ist. Hier sehe ich zu viel Statik und Behäbigkeit, und man versteckt sich nur allzu gerne hinter Titeln, Dünkeln und Status. Hochschulen und Bildungseinrichtungen dürfen aber nicht für sich selbst da sein, sondern haben für ihre Kunden, Partner und die Gesellschaft Nutzen zu stiften. Das Premiumsiegel ist zweifelsohne sehr positiv für das Standing des MCI. Wie wichtig sind Ihnen solche Auszeichnungen und inwieweit verbuchen Sie diese auch als persönlichen Erfolg? Man kann solche Auszeichnungen gerade im internationalen Kontext gar nicht hoch genug schätzen. Damit ziehen wir gute Studierende und Lehrende aus aller Welt an, was wiederum die Qualität und Marke weiter festigt und auch den heimischen Lehrenden und Studierenden gut tut. Nicht zuletzt sind sie positiver Motivator für unsere Arbeit. Was wir unseren Studierenden mitgeben möchten, ist neben profundem Know-how, Leistungsbereit-

schaft, persönlichen Werten und tragfähigen Netzwerken vor allem eine starke Marke. Wer am MCI studiert hat, soll als Reaktion ein „wow“ zu hören bekommen. Das ist mein erklärtes Ziel. Etwas Besseres können wir unseren Studierenden gar nicht mitgeben, weil es ihnen ihr ganzes Leben lang hilft. Das MCI ist eng mit Ihrem Namen verknüpft. Was sehen Sie selbst als Ihren größten Erfolg in der Zeit als Geschäftsführer? Man sollte seine eigene Rolle nie überschätzen. Erfolg ist immer eine Teamleistung. Persönlich war mir immer wichtig, dass wir in Wirtschaft und Gesellschaft hohes Vertrauen genießen. Das ist ein knappes und sehr wertvolles Gut und schafft Gestaltungsraum. Am MCI haben Trägerinstitutionen und Aufsichtsorgane immer ausgesprochen konstruktiv zusammengewirkt und sich nie ins Tagesgeschäft eingemischt. Das kann man aber nur, wenn eine Vertrauensgrundlage gegeben ist. Für dieses Vertrauen kann man gar nicht dankbar genug sein. Wo es hinführt, wenn dies fehlt, kann man hinreichend beobachten. Wenn Sie in der Bildungslandschaft eine Sache verändern könnten – welche wäre das? Da gäbe es vieles. Man sollte dem Bildungsbereich beginnend bereits mit den Schulen mehr Autonomie und Verantwortung geben. Dass Schulen praktisch keine Möglichkeit haben, ihre Mitarbeiter auszusuchen und sich im Einzelfall notfalls wieder zu trennen, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein, weil es auf dem Rücken der Kinder und der Gesellschaft ausgetragen wird. Den Universitäten sollte man innerhalb eines von der Politik gesteckten Rahmens endlich zugestehen, ihre Studierenden auszusuchen und ihre Studienbeiträge autonom festzusetzen. Das können wir im Wesentlichen seit Beginn. Insgesamt wünsche ich mir mehr Mut, Zuversicht und Veränderungsbereitschaft. Wir sollten den Anspruch haben, die besten Schulen und Universitäten in Europa zu haben, und diesen konsequent verfolgen. Dies lässt sich nicht mit Zaudern, Zögern und Unentschlossenheit erreichen.  eco.nova

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wirtschaft & UntErnEhmEn

diE psychoLogiE dEr wirtschaft Schon immer spielte die Psychologie in der Wirtschaftswelt eine bedeutende Rolle. Und so verwundert es wenig, dass auch heute viele Entscheidungen völlig irrational und wider besseren Wissens getroffen werden. Das Tun der Masse steht über der eigenen Meinung. Der Mensch, ein Rudeltier? Mag. Stefan Garbislander von der Abteilung Wirtschaftspolitik und Strategie der Wirtschaftskammer Tirol beim heurigen Konjunkturausblick: „Irgendwie war alles in irgendeiner Form schon einmal da. Es gibt also nichts wirklich Neues unter der Sonne.“ Und recht hat er. Blickt man zurück auf

ein wesentliChes indiz Für die herrsChende unsiCherheit über die zukünFtige wirtsChaFtliChe entwiCklung ist die weiterhin grosse zurüCkhaltung bei den inVestitionen. dabei sind die bedingungen daFür so gut wie sChon lange niCht mehr. die Inflationsentwicklung der KreiskyÄra oder den „Schwarzen Freitag“ der 1920er Jahre – der eigentlich ein Donnerstag war –, zeigt dies recht deutlich, dass Krisen und Aufschwünge ein völlig natürliches Element der Wirtschaftsentwicklung sind: Aufschwung – Abstieg – Panik – Kursverfall – (Banken-)Stützungsaktion – Aufschwung ... Trotzdem sorgen gerade Abwärtstrends allerortens immer wieder für ein emotionales Durcheinander. Zu Tode gefürchtet ist aber leider auch gestorben. Natürlich soll man die derzeitige Situation nicht schöner reden, als sie ist – die massive Verschuldung im Privatbereich wie bei der öffentlichen Hand ist definitiv ein Problem, das es zu lösen gilt. Im Jahr 2011 verstießen zudem alle (!) Länder der Eurozone gegen die vereinbarten Maastricht-Kriterien, wenn auch Schweden ganz knapp dran war.

sorgEnKind invEstitionEn

Ein wenig mehr Zweckoptimismus würde aber nicht schaden. Vor allem in Bezug auf Investitionen. Sie sind es schlussendlich, die Arbeitsplätze schaffen und Unternehmen nach vorne bringen. Doch gerade hier treten Tirols Unternehmer auf die Bremse, auch wenn die aktuelle Geschäftslage von vielen als stabil und gut angesehen wird. Die längerfristigen Erwartungen trüben sich nach einem kurzen Anstieg im Frühjahr 2012 jedoch

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leicht ein, was im selben Atemzug die Basis für Investitionen wegbrechen lässt. Der Aufschwung ist noch nicht so tragfähig und die Unsicherheit so hoch, dass Investitionen entweder aufgeschoben oder gar gänzlich abgesagt werden. Hat es die Politik geschafft, unser Land durch gezielte und durchaus gute Maßnahmen halbwegs erfolgreich durch die Krise zu manövrieren, so hat sie es verschlafen, für Unternehmer auch heute noch Anreize für ein entsprechendes Wachstum zu schaffen. Keine Investitionen bedeuten jedoch niedrigeres Wachstum – und die BIP-Prognose ist mit einem Plus von 0,8 % für Österreich jetzt schon nicht gerade rosig (Vergl. USA: +2,1 %, Lateinamerika: +3,2 %, China: +7,8 %, Asien: +6,7 %). Niedrigerem Wachstum folgt ein Anstieg der Arbeitslosigkeit, die Politik versucht, mit Stabilitätsmechanismen dagegen anzukämpfen ... die natürlich Geld kosten ... und die Katze beißt sich in den Schwanz, weil dies meist mit allgemeinen Teuerungen einhergeht. Dabei waren die Zeiten für Investitionen selten so gut wie heute. Das internationale Umfeld ist besser als noch vor einem Jahr, die Leitzinsen befinden sich auf einem historischen Tief, und auch wenn die langfristige Tendenz der Rohstoffpreise nach oben geht, so sind sie zuletzt dennoch gesunken. Schlussendlich prognostiziert die Wirtschaftskammer Tirol einen schwierigen Start ins Jahr 2013 – aber mit Aussicht auf ein Happy End.


eigener strom für zauberteppich

jubiläumsjahr

Sunkid klingt im ersten Moment nach einem Softdrink für die Kleinen – ist in diesem Fall aber ein Unternehmen aus Imst und bei der Personenbeförderung auf Förderbändern in Skigebieten mit einem weltweiten Marktanteil von 70 % führend in diesem Bereich. Das Team rund um Geschäftsführer Mag. (FH) Emanuel Wohlfahrter beschäftigt sich seit Jahren mit der Weiterentwicklung sowie neuen Anwendungsmöglichkeiten für die Sunkid-Produkte. Kürzlich konnte ein weltweit einzigartiges Projekt in Gerlos in der Zillertal Arena umgesetzt werden: So produziert eine eigene Photovoltaik-Galerie ab sofort den Ökostrom für den Betrieb des Teppichs, der Überschuss wird ins örtliche Stromnetz einge­pflegt. Während des klassischen Liftbetriebes braucht der 180 Meter lange Sundkid-Zauberteppich rund 16.000 kWh Strom im Jahr – die Photovoltaik-Anlage erreicht eine Gesamtenergiemenge von 22.000 kWh/Jahr. Die Restmenge von 6.000 kWh Ökostrom kann den durchschnittlichen Stromverbrauch von zwei Einfamilienhäusern decken. Wohlfahrter rechnet aufgrund des schnellen Rückflusses der Investitionskosten sowie der geringen Betriebskosten mit einer weltweiten Nachfrage für das neue Sunkid-System.

Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1993 hat sich die CYTA im Westen von Innsbruck zu einer der größten österreichischen Handelszonen entwickelt. Folglich feiert die Shoppingwelt heuer ihr 20-Jahr-Jubiläum, 18 davon steht Erich Pechlaner als Geschäftsführer an der Spitze. Auch wenn er anfangs noch dachte, eine berufliche Fehlentscheidung getroffen zu haben. Schließlich stand das Shoppingcenter damals völlig allein auf der grünen Wiese, war verkehrstechnisch wenig erschlossen und ein Lebensmittelhändler war etwas unmotiviert irgendwo außerhalb positioniert. Heute wird Pechlaner froh sein, das Handtuch nicht geworfen zu haben, denn die CYTA hat sich prächtig entwickelt. Im Vorjahr wurden am gesamten Areal mit knapp 60.000 qm Verkaufsläche und über 110 Shops knapp 180 Mio. Euro umgesetzt. „Über alle Geschäfte hinweg konnten 2012 Steigerungen von ca. 6 Prozent erreicht werden. Mehr als zwei Drittel der Shops konnten zulegen“, so Pechlaner. Bilanziert habe man durchaus positiv mit leichter Verbesserung zum Vorjahr – und zumindest in einer sochen Höhe, dass alle Investitionen finanziert werden konnten.

jobsuche 2.0 Jedem kommt sie im Laufe seines Lebens unter: die Bewerbungsmappe – sei es als Arbeitgeber oder als Arbeitsuchender. Foto, Lebenslauf, kurzes Anschreiben, Zeugnisse: Was schon in Printform mühselig ist, macht sich als E-Mail-Anhang nicht zwingend besser. Nadine Tschiderer, die vor einiger Zeit bereits die internationale Plattform für Hotelliere & Gastronomie mit dem klingenden Namen www.worldhotelbook.com ins Leben gerufen hat, geht nun einen Schritt weiter und spricht mit www.cv-sedcard.com nicht mehr nur die Gastroszene an. Wer sich heute in der internationalen Berufswelt potenziellen Arbeitgebern präsentieren möchte, muss mehr bieten als einen tabellarischen Lebenslauf. Das neue Tool von cv-sedcard.com erleichtet ab sofort diese Bewerbungsprozesse – verpackt in edle Optik. Hier können Interessierte eine digitale Visitenkarte mit allen wichtigen Infos von Persönlichem über den beruflichen Werdegang bis zu Zeugnissen & Co. erstellen und per Link an zukünftige Arbeitgeber verschicken. Diese widerum können hier auch gerne aktiv nach neuen Mitarbeitern suchen. Das professionelle Design leitet bequem durch Suchund Eingabemaske.

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glitzer-investition Selten bekommt man Markus Langes-Swarovski zu Gesicht. Und wenn, geht es meist um die Kristallwelten. Mitte Jänner gab er gemeinsam mit Stefan Isser (Geschäftsführer der d. swarovski tourism services gmbh) die Erweiterung selbiger bekannt. Bis 2015 soll eine der erfolgreichsten Sehenswürdigkeiten Österreichs weiterentwickelt und die bisherige Fläche von 3,5 auf 7,5 ha mehr als verdoppelt werden. Das lässt sich Swarovski auch einiges kosten: Rund 34 Mio. Euro sollen in das Projekt investiert werden – vor allem um noch mehr Anziehungskraft und Attraktionen im Außenbereich zu schaffen. Seit 1995 besuchten mehr als 11 Mio. Gäste den „Riesen“ in Wattens. eco.nova

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wer bewegt

tirol? Ende letzten Jahres haben wir sie mittels Umfrage gesucht: Personen, in Tirol geboren oder wohnhaft, die unser Land bewegen und beeinflussen. Wir haben keine ausgewählte Fachjury darüber abstimmen lassen, die ausschließlich nach vorher festgelegten Kriterien, Hardfacts und Unternehmenskennzahlen über Sein oder Nichtsein bestimmt hat. Unser Ziel war es, hinter jedem Erfolg auch den Menschen zu sehen und jenen Tiroler zu finden, der in seiner Gesamtheit überzeugt: durch beruflichen Erfolg, Persönlichkeit und Sympathie. Deshalb haben wir auch Sie als unsere Leser gefragt und freuen uns, dass fast 1.000 Teilnehmer unserem Aufruf gefolgt sind.

M

it Umfragen ist es immer so eine Sache: Auch wenn man noch so sehr versucht, neutral zu bewerten, Bekanntheitsgrad und Sympathie werden immer eine gewisse Rolle spielen – wenn auch unbewusst. Die Basis unserer Umfrage bildeten deshalb nicht die klassischen Hardfacts wie Umsatz, Unternehmenskennzahlen oder Mitarbeiterstände, auch wenn sie für den ein oder anderen in dessen Bewertung sicher eine Rolle spielten. Vorrangig ging es uns darum, herauszufinden, wen Herr und Frau Tiroler in verschiedenen Kategorien als wahre „Persönlichkeit“ in all ihren Facetten empfinden.

wirtschaft trifft KULtUr trifft poLitiK

Die Gesamt-Top-10 unserer Umfrage zeichnet ein durchaus interessantes Bild. Bestehend aus einem Mix aus Wirtschaft, Kultur und Politik kreiert sich eine spannende Vielfalt, die zeigt, dass Tirol mehr ist als Tourismus und weitaus differenzierter wahrgenommen wird. Aber auch in den einzelnen der sieben Kategorien zeigen sich klare Tendenzen, wenngleich auch kein eindeutiger Trend. Es ist weder die junge Generation noch sind es die alten Granden, die durchgehend die Nase vorn haben. In den Top 10 der jeweiligen Kategorien finden sich die erwartungsgemäßen Vorhersehbarkeiten ebenso wie Persönlichkeiten aus Nischenbereichen, die man hier eventuell nicht vermutet hätte. Eines zeigt sich aber auch ganz deutlich: Jene Menschen, die als besonders einflussreich und bestimmend beurteilt werden, sind weder Newcomer, berufliche Neueinsteiger oder typische Aufsteiger, sondern solche, die Tirol in seiner Innen- wie Außenwirkung bereits über einen längeren Zeitraum mittragen. Beständigkeit ist eben nach wie vor ein Zeichen von Qualität.

gEsamt-top-10 Name

Punkte

Langes-Swarovski Markus, Konzernchef Swarovski

2250

Mitterer Felix, Autor

2061

Töchterle Karlheinz, Bundesminister für Wissenschaft und Forschung

1989

Oppitz-Plörer Christine, Bürgermeisterin Innsbruck

1971

Moretti Tobias, Schauspieler

1953

Mölk Hansjörg, Geschäftsführung MPREIS

1929

Schwarzkopf Michael, Vorstandsvorsitzender Plansee

1890

Wolf Armin, Moderator

1848

Platter Günther, Landeshauptmann ÖVP

1839

Darbo Martin, Vorstandsvorsitzender Darbo

1839

top 3 – fraUEn Oppitz-Plörer Christine, Bürgermeisterin Innsbruck

1971

Schiestl-Swarovski Carina, Vorstandsvorsitzende Swarovski Optik

1617

Weichselbraun Mirjam, Moderatorin & Schauspielerin

1611

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Platz 1:

markus langes-swaroVski kristalliner unternehmenssPreCher

famiLy affair

Er ist das Gesicht eines international bekannten und etablierten Familienunternehmens mit langer Geschichte und trägt damit nicht nur die Verantwortung für seine Mitarbeiter, sondern für eine ganze Familie und die Weiterführung einer Tradition: Markus Langes-Swarovski, von vielen kurz MLS genannt. Was sich ein wenig anhört wie ein schnittiger Sportwagen, ist in seiner Assoziation viel-

sich ohne große Änderungen in Reinschrift übertragen. Das macht es nicht einfach, hinter die Fassade zu blicken. Aber genau diese geheimnisvolle Aura (passenderweise nennt sich auch das Parfum des Hauses so) macht das Unternehmen Swarovski aus – und seinen Erfolg. Natürlich gab es Tiefen, Rückschläge und Widrigkeiten. Die meisten davon wurden erfolgreich und medienunwirksam überstanden. Was nach außen dringt, glitzert.

„die zeiten sind Für Viele wirtsChaFtliCh und PersönliCh herausFordernd, auCh Für uns hier in tirol und im weltweiten unternehmen swaroVski. als würdigung unserer mitarbeiter und ihrer arbeit Freue iCh miCh, diese ehrenVolle auszeiChnung entgegenzunehmen, und Verstehe sie auCh als ansPorn.“ Markus Langes-Swarovski

leicht gar nicht so verkehrt. Er ist hübsch anzusehen, nicht immer leicht zu bändigen (was sich u. a. darin zeigt, dass er mit noch nicht einmal 40 Jahren bereits zum dritten Mal verheiratet ist ... mit der zweiten Frau. Die erste – mit der er auch zwei Kinder hat – heiratete er nämlich kurzerhand zweimal) und der leibhaftige Ausdruck des Understatements. So ist der Swarovski-Clan nicht nur eine der bekanntesten Familien Österreichs, sondern wohl auch die verschwiegenste. „Wir schweigen gerne – wie man das in den Bergen so macht“, meinte Langes-Swarovski einst in einem Interview. In solchen ist ihm folglich auch kaum eine Emotion zu entlocken. Er spricht ruhig, mit tiefer, klarer Stimme, gewählt im Ausdruck. Jeder seiner Sätze wirkt wohldurchdacht. Gespräche ließen

So ist es auch wenig verwunderlich, dass alle zur Swarovski-Gruppe gehörenden Unternehmen, wie die Hauptfirmen D. Swarovski KG, der Markus Langes-Swarovski vorsteht, Tyrolit KG und Swarovski Optik KG, als Personengesellschaften geführt werden. Diese sind nicht veröffentlichungspflichtig. Dafür nimmt die Familie auch gerne unbeschränkte Haftung in Kauf. Somit dürfte auch die Frage nach einem möglichen Börsegang des Unternehmens geklärt sein.

rEich & schÖn

Geboren wurde Markus Langes-Swarovski 1974 als Spross der Fred-Linie – einer von drei nach den Söhnen Fritz, Fred und Wilhelm des Firmengründers Daniel Swarovski benannten Linien. Insgesamt zählt die Dy-

nastie mittlerweile über 200 Familienmitglieder, rund 80 davon sind auch Gesellschafter. Plan von Daniel Swarovski, der 1956 verstarb, war seinerzeit unter anderem, dass die Anteile am Unternehmen nur innerhalb der Familie weitergegeben und Führungspositionen ausschließlich von Familienmitgliedern besetzt werden dürfen. Dass Markus Langes-Swarovski schließlich ganz an die Spitze kam, ist ob des Stammbaumes nicht weiter verwunderlich, stellt die Fred-Linie mit rund 35 % Firmenanteil doch die stärkste des Trios. Und so folgte er 28-jährig im Jahr 2002 seinem Vater und langjährigen Aushängeschild des Unternehmens Gernot Langes-Swarovski in die Geschäftsführung nach. Wenngleich damals noch quasi als primus inter pares und einer unter acht. Auch heute noch und damit zehn Jahre später hält man ihn in seiner jetzigen Position als Vorsitzenden des mittlerweile auf fünf Personen abgespeckten Executive Boards und seit 2012 auch im Beirat sitzenden offiziellen Vertreter Swarovskis für jung; was hat man also damals gedacht? Dabei war er im Vergleich zu seinem Vater sogar noch ein Spätzünder, hatte Gernot Langes-Swarovski den Chefsessel doch bereits mit 23 erklommen. Unerfahren war Sohn Markus indes nicht – und ist es demzufolge auch heute nicht. Da kann es einem durchaus zuweilen auf die Nerven gehen, als aufsteigender Jungspund dargestellt zu werden.

gUt vorBErEitEt

Markus Langes-Swarovski studierte Kunst sowie Sozial- und Wirtschaftswissenschaften in München, das auch seine so wenig nach Tirolerisch klingende Sprache erklären mag. Danach wurde er in einer internen Managementausbildung auf die Konzernleitung vorbereitet. Heute steht er an der Spitze der Kristallsparte mit rund 2,2 Mrd. Euro Umsatz (2011) und über 26.000 Mitarbeitern, der


Gruppenumsatz soll für 2012 bei kolpotierten knapp 3 Mrd. Euro liegen. Das Forbes-Magazin schätzt den Markenwert von Swarovski auf fast 5 Mrd. Dollar. Was zu einem Gutteil auch Cousine Nadja Swarovski-Adams zu verdanken ist, die im Designbüro in London sitzt und als erste Frau in die Swarovski-Geschäftsleitung aufstieg. Sie hat es geschafft, den Namen Swarovski hinaus aus den Niederungen der Klatsch- wieder hinein in die Wirtschaftspresse zu bringen und Stars und A-Promis als Markenbotschafter zu gewinnen. Die Klatschspalten hatte vor allem die liebe Verwandtschaft in Form von Cousine Fiona Pacifico Griffini-Grasser, ebenfalls aus der Fred-Linie stammend, zu verantworten; übrigens eines der wenigen Themen, bei denen das Lächeln von Markus Langes-Swarovski einen Bruchteil einer Sekunde lang verschwindet. Heute steht Swarovski fast ausnahmslos für puren Glanz … oder wie es Langes-Swarovskis Tochter Luisa sagen würde: Glitzer. Seit Markus Langes-Swarovski an der Spitze steht, hat sich jedenfalls einiges getan – vor allem wurden viele Bereiche des Unternehmens reorganisiert und gestrafft. Was naturgemäß nicht immer ohne Entlassungen möglich war. Die Mitarbeiterzahl ist allein in Wattens von rund 6.500 im Jahr 2008 auf etwa 5.300 gesunken. Auch wenn man es Langes-Swarovski aufs Wort glaubt, dass er es nicht gerne gemacht hat. Und so waren die hochgehenden Wogen über Kündigungswellen bald wieder verebbt; wie auch einige andere aufkeimende Negativschlagzeilen. Weitere Mitarbeiterreduktionen soll es nicht geben – auch nicht am Standort Wattens. Zumindest was die Gesamtzahl der Mitarbeiter betrifft, die Arbeitsbereiche könnten sich aber durchaus verschieben. Denn: Man müsse sich vom alten Dogma, ausschließlich in Österreich zu produzieren, entfernen und ein globales Fertigungskonzept etablieren, um dem Druck des Wettbewerbs Herr zu werden – der vor allem im Komponentenbereich durch die zahlreichen Massenanbieter vorrangig aus Fernost weiter zunehmen wird, aber es gibt auch Konkurrenz aus der Nachbarschaft: Preciosa aus Tschechien etwa. Aber auch die ägyptische Asfour gibt mächtig Gas. Qualität wird künftig also immer wichtiger und Innovationen werden zu einem Spiel auf Zeit. Schlussendlich ist Swarovski aber in der Lage, so ziemlich alles zu beglitzern, was sich nicht essen lässt. Somit ist das Kundenspektrum wohl schier unerschöpflich.

Swarovski – Zahlen & Fakten

Umsatz 2011: 2,87 Mrd. Euro davon Geschäftsbereich Kristall: 2,2 Mrd. Euro, Schleif- und Abrichtwerkzeuge: 550 Mio. Euro, optische Präzisionsgeräte: 100 Mio. Euro Mitarbeiter zum 31.12.2011: 31.458 davon Geschäftsbereich Kristall: 26.140, Schleif- und Abrichtwerkzeuge: 4.577, optische Präzisionsgeräte: 741 Executive Board der Kristallsparte: Markus Langes-Swarovski, Nadja Swarovski-Adams, Robert Buchbauer, Daniel Cohen, Mathias Margreiter Retailnetz: 1.218 eigene Geschäfte, 1.000 Partnerboutiquen Fertigungsstätten in 8 Ländern: China, Indien, Jordanien, Liechtenstein, Österreich, Thailand, Tschechien, USA Weltweites Vertriebsnetz in 42 Ländern


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Kategorie

WIRTSCHAFT

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ür viele ist „die Wirtschaft“ gemeinhin mit großen, internationalen Unternehmen verknüpft, die ob ihrer ökonomischen Macht oft als Triebfedern gesehen werden. Was so nicht ganz richtig ist. Zumindest nicht hierzulande. Denn in Österreich im Allgemeinen und in Tirol im Speziellen sind Familienunternehmen die tragenden Säulen der Wirtschaft. Dieses Bild zeichnet auch das Ergebnis unserer Umfrage, in der vorrangig jene Persönlichkeiten in den Top 15 zu finden sind, die mit harter Arbeit und viel Fleiß ihr eigenes Unternehmen aufgebaut haben bzw. die Tradition ihrer Vorfahren weiterführen. Unser Wirtschafts- und gleichsam Gesamtsieger Markus Langes-Swarovski ist das beste Beispiel dafür. Es zeigt aber auch, dass sich Familiensinn und Internationalität nicht zwingend ausschließen müssen. Erfolgreich ist, wer über den Tellerrand blickt, ausgetrampelte Pfade verlässt und dabei seine Wurzeln nicht vergisst. Anonyme Geschäftsführer mö-

gen in der Sache gut sein, hinterlassen aber selten persönliche Fußabdrücke und werden auf diese Weise austauschbar. Alle unsere gewählten Wirtschafter sind hingegen eng mit ihren Unternehmen verknüpft und geben ihnen Charakter.

Gott sei Dank nicht „Mann des Jahres“

Ganz anders als in unserer Umfrage, die aus sehr subjektiv und persönlich motivierten Bewertungen zustande kam und deshalb auch den etwas emotionalen Titel „Wer bewegt Tirol?“ trägt, verleiht das Magazin „trend“ seit 1979 alljährlich seinen Titel „Mann des Jahres“. Heuer ging dieser an die beiden Staatsmanager Christian Kern (ÖBB) und Georg Pölzl (Post). Hoffen wir, dass sie nicht ein ähnliches Schicksal ereilt wie viele Topmanager vor ihnen, die kurz nach der Wahl herbe Niederlagen erlitten oder gar in die Insolvenz schlitterten. Managementstrategien sind eben meist nur so lange erfolgreich, so lange sie

diskret verfolgt werden. Kommt es zu vielen Nachahmern einer Erfolgsstrategie oder rückt ein bestimmtes Marktfeld zu sehr ins Blickfeld der breiten Masse, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis einstige Erfolgsstrategien zu Standardmechanismen degradiert werden ... und der Erfolgsbonus verlorengeht. Familienunternehmen ticken in dieser Hinsicht ein bisschen anders. Meist agieren sie im Verborgenen, schreien Erfolge selten in die Welt und scheuen die Öffentlichkeit. Sie sind in der Regel nicht der breiten Masse oder Aktionären Rechenschaft schuldig, sondern nur sich selbst. Und das fordert weit mehr überlegtes Handeln und Weitblick, als wenn man sich hinter der Anonymität eines Großunternehmens verstecken kann. Deshalb freuen wir uns, dass Sie so viele Menschen unter die Top 15 gewählt haben, deren Gesicht stellvertretend für ein erfolgreiches eigenes Unternehmen steht. Das zeigt, wie wichtig Familienunternehmen in unserem Land sind und wie sehr es diese Identifikationsfiguren braucht.

TOP 15 wirtschaft Name Langes-Swarovski Markus

Punkte 2250

Mölk Hansjörg

1929

Schwarzkopf Michael

1890

Darbo Martin

1839

Thöni Arthur

1803

Fröschl Eduard jun.

1746

Egger Michael und Fritz

1704

Binder Hans

1665

Benko Rene

1662

Riedel Georg

1623

Schiestl-Swarovski Carina

1617

Ruetz Christian

1602

Wallnöfer Bruno

1587

Petz Hermann

1527

Handl Christian und Markus

1488

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Platz 2:

Hansjörg Mölk, © BB Landeck/Kolp

MPREIS-Geschäftsführer * 1946. Gemeinsam mit seinem Bruder Mag. Anton Mölk führt er die Tiroler Supermarktkette MPREIS, die Anfang der 1920er-Jahre von Therese Mölk als kleines Lebensmittelgeschäft in Innsbruck gegründet wurde. Heute verfügt MPREIS über 219 Supermärkte, davon 16 in Südtirol, 16 in Salzburg und 12 in Kärnten, 150 Baguette-Café/Bistros, einen Bäckerei-Produktionsbetrieb und eine Metzgerei sowie rund 5.100 Mitarbeiter (davon 200 Lehrlinge aus über 30 Nationen) und erwirtschaftete 2011 als Gruppe einen Bruttoumsatz von über 650 Mio. Euro. Erstaunlich, und doch auch irgendwie typisch, ist, dass über Hansjörg Mölk so gut wie nichts Privates bekannt ist. Selbst die Fotosuche gestaltete sich schwierig, weil man bei MPREIS partout keines herausgeben wollte. Dass die Mölks eine ganz besonders verschwiegene Familiengattung sind, zeigt sich vor allem darin, dass nicht einmal die Unternehmenssprecherin zur Familie gehört. So wurde im Laufe der Jahre Mag. Ingrid Heinz – zuständig für die Pressearbeit – zum offiziellen Gesicht von MPREIS. Und so verschwindet der Familienname mehr und mehr aus der öffentlichen Wahrnehmung und aus der „Lebensmittel und Großbäckerei Therese Mölk“ wird eine zwar nach wie vor regionale Supermarktkette, die aber mehr durch ihre Architektur als durch die Familie dahinter in den Köpfen der Tiroler steckt. Was natürlich auch ein Ansatz sein kann. Die Zahlen sprechen für sich ...

Platz 3:

Michael Schwarzkopf,

Plansee-Vorstandsvorsitzender * 1961. Der Enkel des Plansee-Gründers und Doktor der Montanwissenschaften Paul Schwarzkopf ist seit 1993 Mitglied des Vorstandes und seit 1996 Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, das in rund 30 Produktionsgesellschaften und Niederlassungen in 50 Ländern weltweit über 6.000 Mitarbeiter beschäftigt – etwa ein Drittel davon in Breitenwang. Nach wie vor ist Plansee gänzlich im Besitz der Familie Schwarzkopf. 2011 kletterte der Umsatz auf 1,52 Mrd. Euro. Laut Wirtschaftsblatt befindet sich Plansee in all seinen Unternehmensbereichen unter den Top 3 der Welt, 30 % des Umsatzes werden mit Produkten gemacht, die jünger als fünf Jahre sind. Im vergangenen Jahr feierte seine Mutter Hilde Schwarzkopf ihren 80. Geburtstag.

Platz 4: Martin Darbo * 1976. Ist seit dem Jahr 2009 als einer von vier Söhnen von Klaus Darbo Vorstandsvorsitzender der Adolf Darbo AG. Im Jahr 2011 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 110,4 Mio. Euro, der Exportanteil lag bei 43 %. Laut AC Nielsen lag der wertmäßige Marktanteil von Konfitüre bei 59,5 %, von Honig bei 39,1 % und Sirup bei 16,2 % in Österreich. Platz 5: Arthur Thöni * 1939. Gründete 1964 sein Unternehmen als Schlossereibetrieb und baute es kontinuierlich zu Thöni Industriebetreibe aus. Die Gruppe erwirtschaftete heute mit ca. 550 Mitarbeitern in Telfs, Landeck, Kufstein und Kempten Umsätze von rund 200 Mio. Euro. Platz 6: Eduard Fröschl jun. * 1964. Führt die Fröschl-Firmengruppe seit 2000 in dritter Generation. Das Unternehmen wurde 1937 gegründet, erzielte 2011 eine Firmengruppenumsatz von 201,1 Mio. Euro und beschäftigt insgesamt 930 Mitarbeiter. Platz 7: Fritz und Michael Egger * 1950 bzw. 1947. Die Brüder sind Eigentümer des Tiroler Holzwerkstoffkonzerns Egger (6.800 Mitarbeiter, 2 Mrd. Euro Umsatz), der im vergangenen Jahr abseits des klassischen Holzgeschäftes u. a. mit einer 150 Millionen Euro schweren Unternehmensanleihe von sich reden machte. Platz 8: Hans Binder * 1948. Der Geschäftsführer der Binderholz Gruppe war der erste Tiroler, der in der Formel 1 Rennen fuhr. Zuletzt startete er beim Großen Preis von Japan 1977. Binderholz verfügt über fünf Standorte in Österreich und einen in Deutschland und beschäftigt über 1.000 Mitarbeiter. Platz 9: Rene Benko * 1977. Der Geschäftsführer und Gründer der SIGNA-Unternehmensgruppe macht in schöner Regelmäßigkeit Schlagzeilen – jüngst durch die Gründung eines Joint Ventures mit einem israelischen Milliardär. Platz 10: Georg Riedel * 1949. Ist seit 1973 im Familienunternehmen tätig und steht seit vielen Jahren in 10. Generation an der Spitze des renommierten Glasherstellers. Sein Sohn Maximilian J. Riedel ist seit Januar 2001 als Vice President für den nordamerikanischen Markt zuständig. Im Jahr 2004 übernahm Riedel den deutschen Glaskonzern Nachtmann mit der Tochterfirma Spiegelau und beschäftigt nunmehr insgesamt rund 1.400 Mitarbeiter. Platz 11: Carina Schiestl-Swarovski * 1968. Die erste und einzige Frau unter den Wirtschafts-Top-15 ist studierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin und als Ururenkelin des Swarovski-Firmengründers seit 2006 Vorstandsvorsitzende der Swarovski Optik. Platz 12: Christian Ruetz * 1954. 1986 übernahm Christian Ruetz die Bäckerei seines Vaters Rudolf und baute gemeinsam mit Schwager Norbert Fagschlunger das erfolgreiche Vertriebssystem mit eigenen Bäckereigeschäften auf. 1997 wurde das „Blaue Backhaus“ in Kematen eröffnet. Platz 13: Bruno Wallnöfer * 1948. Der studierte Rechtswissenschaftler kam über die Politik (1993/94 war er 1. Bürgermeister-Stellvertreter) zur TIWAG und ist dort seit 2003 Mitglied des Vorstandes, seit 2004 Vorstandsvorsitzender. Platz 14: Hermann Petz * 1961. Von 1981 bis 1990 war Petz in der Tiroler Sparkasse Bank AG tätig und kam anschließend zur Tiroler Tageszeitung. Seit 1997 ist er im Vorstand der Moser Holding, seit 2003 Vorstandsvorsitzender. Platz 15: Markus und Christian Handl * 1975 bzw. 1971. Mit Jänner 2012 haben die Brüder das Ruder bei Handl Speck von ihrem Vater Karl übernommen. Gegründet wurde das Unternehmen in Pians 1902 als Fleischhauerbetrieb. Pro Jahr werden rund 15.000 Tonnen Rohfleisch verarbeitet. 520 Mitarbeiter an drei Standorten sorgen für einen Jahresumsatz von 115 Mio. Euro.

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ährend Herr und Frau Österreicher (wie übrigens auch der gemeine Europäer) laut einer Studie von Reader’s Digest prinzipiell hohes Vertrauen in Feuerwehrleute, Apotheker, Krankenschwestern, Piloten und Ärzte haben, rangieren Politiker weit abgeschlagen und noch hinter Autoverkäufern und Fußballern auf dem letzten Platz. Ist der Gang in die Politik also eine subtile Form des Masochismus? Unser Tiroler in Wien – Wissenschaftsminister

Karlheinz Töchterle – sieht’s in einem Interview Mitte Jänner eher pragmatisch und sehr reflektiert: „In der Politik muss man immer versuchen, das Optimum für alle zu finden, das es nahezu nie gibt. Die Sehnsucht nach reiner Sachpolitik ist unerfüllbar. Der Kompromiss stellt naturgemäß meist niemanden zufrieden. Er ist aber wahrscheinlich langfristig das einzig Erträgliche.“ Spaß mache es ihm aber trotzdem. Politikverdrossenheit hin oder her: Im Gesamtranking unserer Umfrage liegen mit Karlheinz Töchterle, Christine Oppitz-Plörer und Günther Platter insgesamt drei Politiker unter den Top 10, wobei Innsbrucks Bürgermeisterin auch klar die Liste der Topfrauen dominiert und in der Punktezahl deutlich vor dem Landeshauptmann liegt. Es ist allerdings bezeichnend, dass genau jener (parteilose!) Tiroler Politiker an die erste Stelle gewählt wurde, der in Wien sitzt ...

landesregierung Name Platter Günther, LH ÖVP

Punkte 1839

Steixner Anton, LH-Stv./ÖVP

1443

Tratter Johannes, ÖVP

1386

Pupp Thomas, SPÖ

1299

Zoller-Frischauf Patrizia, ÖVP

1287

Palfrader Beate, ÖVP

1284

Reheis Gerhard, LH-Stv./SPÖ

1257

Tilg Bernhard, ÖVP

1182

Die Landesregierung haben wir in einem ExtraRanking zusammengefasst, wobei Günther Platter seiner Rolle als Landeshauptmann vor Anton Steixner gerecht wird. Dahinter zeigt sich das Bild ausgeglichen mau, denn fasste man beide Werte – Politik allgemein und die Landesregierung im Speziellen – zusammen, so schaffte auch die Regierung abseits von Platter und Steixner die Top-10Hürde nicht.

Platz 1:

© BMWF/L. Hilzensauer

Karlheinz Töchterle – Bundesminister für Wissenschaft und Forschung ter Kommunikations- und Arbeitsstil der Öffentlichkeit deutlich wurde – zum Beispiel von Albertina-Direktor Dr. Klaus Albrecht Schröder: „Was für ein Glück für Österreich, einen solchen Wissenschaftsminister zu haben.“ Welches Lokal in Wien können Sie für einen schnellen Businesslunch bzw. ein Geschäftsessen empfehlen? Meine „Hauskantine“, das Minoritenstüberl am Minoritenplatz. Bürger werden ständig gefragt, was sie sich von der Politik erwarten. Umgekehrt gefragt: Was wünschen Sie sich von den Bürgern? Eine gerechtere und differenziertere Beurteilung. Unser Land gehört zu den wohlhabendsten, sichersten und lebenswertesten dieser Welt. Daran kann die Politik nicht völlig unbeteiligt sein.

geboren am 13. Mai 1949 in Brixlegg, verheiratet, 2 Kinder Beruflicher Werdegang: Studium der Fächer Klassische Philologie und Germanistik; 1976 Promotion und 1986 Habilitation in Klassischer Philologie (Dissertation über „Ciceros Staatsschrift im Unterricht“) • 1976 bis 1997 Universitätsassistent • 1987 Vertretung einer Professur an der Uni Graz; 1978/88 Vertretung einer Professur an der Uni München • 1987 bis 1998 Vorsitzender der Gesamtösterreichischen Studienkommission Klassische Philologie • 1998 bis 2004 Vorsitzender des Kollegiums der Geisteswissenschaftlichen Fakultät • 2000 bis 2007 Leiter des Institutes für Sprachen und Literaturen • 2007 Rektor an der Uni Innsbruck • seit 21.04.2011 Bundesminister

Sie sind seit gut eineinhalb Jahren Bundesminister. Welches war das schönste Kompliment, das Sie als Politiker bekommen haben? Das erfreuliche Lob von verschiedenen Seiten erhielt ich zu Beginn, als mein anderer, mehr von der Wissenschaft als von der Politik gepräg-

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Was möchten Sie in Ihrer Amtszeit noch unbedingt erreichen? Bessere Rahmenbedingungen für Wissenschaft und Forschung; dazu zählen auch mehr Mittel, vor allem aus dem privaten Bereich, wo wir im EU- und OECD-Vergleich weit unterdurchschnittlich sind. Beobachten Sie das Politikgeschehen in Tirol? Glauben Sie, dass die neuen Listen (Für Tirol, Vorwärts Tirol…) der Wahl eher schaden oder nützen – und wie glaubwürdig macht es die Politik? Natürlich beobachte ich die Tiroler Politik mit großem Interesse. Wie man neue Listen betrachtet, hängt natürlich von der Perspektive ab. Wenn man eine entscheidungsstarke Regierung wünscht, könnte man eine allzu große Zersplitterung für ungünstig halten. Die da und dort durchscheinenden Motive für die Gründung solcher Listen (persönliche Enttäuschung und daraus resultierende Revanchegelüste) wirken wohl auf diese selbst, nicht auf die Politik insgesamt zurück.


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Platz 2:

Christine Oppitz-Plörer, Bürgermeisterin der Stadt Innsbruck

* 1968, verheiratet, 2 Kinder. Die studierte Volkswirtin arbeitete von 1996 bis 2002 bei der TILAK als Büroleiterin im Vorstandsbereich. Zur Jungen ÖVP kam Oppitz-Plörer bereits mit 18 Jahren. Bei der Gemeinderatswahl 2000 kandidierte sie schließlich auf der Liste „Für Innsbruck“ von DDr. Herwig van Staa und schaffte prompt den Einzug in den Gemeinderat. Von Dezember 2002 bis 2009 war sie Stadträtin, im Juni 2009 wurde sie zur 2. Vizebürgermeisterin gewählt und folgte im März 2010 der verstorbenen Hilde Zach als Bürgermeisterin nach. Mitte Jänner präsentierte Christine Oppitz-Plörer gemeinsam mit Anna Hosp und Hans Lindenberger ihre Liste „Vorwärts Tirol“ für die heurige Landtagswahl, was ihr gleichzeitig den Rauswurf aus der ÖVP bescherte.

Platz 3:

Jürgen Bodenseer,

Tiroler-WirtschaftsbundObmann und Präsident der Wirtschaftskammer Tirol, Unternehmer * 1947, verheiratet, 6 Kinder. Er ist wohl eine der polarisierendsten Persönlichkeiten der heimischen Politikszene und einer, der sich auch gern selbst inszeniert. Sei es durch provokante Sager oder auf seiner eigenen Homepage, auf der er sich selbst u. a. als spontan und kreativ, Hobbyhandwerker und – wer hätt’s gedacht – Fan schöner, schneller Autos beschreibt. Ins Wirtschaftsleben startete der promovierte Rechtswissenschaftler 1976 als Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft Tirol, eröffnete 1977 das erste Benetton-Geschäft in Innsbruck und übernahm 1981 den Vertrieb der Marke Champion in Österreich, Deutschland und der Schweiz. 1990 wurde Bodenseer zum Landesobmann des Tiroler Wirtschaftsbundes gewählt, zwischen 1994 und 1999 war er Landtagsabgeordneter, 1996/97 zusätzlich Präsident des Fußballvereins FC Tirol. Seit 1998 ist er Honorarkonsul der Slowakischen Republik in Tirol, seit 2004 Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer.

Platz 4: Reinhard Schretter, Präsident der Industriellenvereinigung * 1955, verheiratet, 4 Kinder. Der studierte Rechtswissenschaftler und Betriebswirtschafter (Promotion 1978) ist gemeinsam mit Cousin Robert Schretter Gesellschafter des Mineralstoffunternehmens Schretter & Cie und seit 2008 Präsident der IV Tirol. Platz 5: Ernst Schöpf, Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes * 1959. Der VP-Politiker und Söldener Bürgermeister folgte Mitte 2009 Hubert Rauch als Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes nach und ist derzeit vor allem damit beschäftigt, die Einkaufsplattform GemNova zu verteidigen. Platz 6: Erwin Zangerl, Präsident der Arbeiterkammer Tirol * 1959, verheiratet, 1 Tochter. Begonnen hat Zangerl seine Laufbahn bei der Österreichischen Post, von 1986 bis 1998 war er Gemeinderat in Zirl, wechselte danach zur Arbeiterkammer und ist dort seit 1991 im Vorstand. Seit 2008 ist er Präsident der Tiroler Arbeiterkammer und Vizepräsident der Bundesarbeiterkammer. Platz 7: Franz Fischler, Präsident Europäisches Forum Alpbach * 1946, verheiratet, 4 Kinder. Studium der Landwirtschaft in Wien (Promotion 1978), 1979 wechselte Fischler in die Landwirtschaftskammer Tirol und wurde 1984 zum Direktor bestellt. 1989 wurde er Bundesminister, als der er maßgeblich an den Beitrittsverhandlungen Österreichs zur EU beteiligt war. Von 1995 bis 1999 war er EU-Kommissar für Landwirtschaft. Letztes Jahr wurde Fischler zum Präsidenten des Europäischen Forums Alpbach gewählt. Platz 8: Fritz Dinkhauser, Obmann Liste Fritz – Bürgerforum Tirol * 1940, verheiratet, 5 Kinder. Ursprünglich Leistungssportler (sechsfacher Tiroler Meister im Hammerwerfen, nahm als Bobfahrer an den Olympischen Spielen teil) begann die politische Karriere des Friedrich Josef Lienhard Dinkhauser 1964 als Landessekretär der jungen Generation der ÖVP Tirol. 1971 wurde er Landessekretär des AAB Tirol, von 1984 bis 1993 Obmann der TGKK, ab 1979 Kammerrat in der AK Tirol, in der er 1991 zum Präsidenten gewählt wurde. Bei den Landtagswahlen trat er erstmals mit seiner eigenen Liste an und poltert seitdem durch die Politik – bis jetzt ... Platz 9: Markus Wilhelm, dietiwag.org * 1956. Er ist kein Politiker, mischt die Szene aber ordentlich auf: Früher mit der kulturpolitischen Zeitschrift Föhn, die er gemeinsam mit Felix Mitterer, Hans Haid und Bert Breit gegründet hat, und bis heute mit seiner 2004 ins Leben gerufenen Homepage. Richteten sich Wilhelms Beiträge anfangs vordergründig gegen die TIWAG, so hat er heute die Volkspartei als Lieblingsfeind erklärt. Im „echten Leben“ ist Wilhelm übrigens Bergbauer in Sölden. Platz 10: Herwig van Staa, Landtagspräsident * 1942, verheiratet, zwei Kinder. In seiner Zeit als Landeshauptmann von vielen gerne als „Landesschwiegersohn“ bezeichnet (van Staa’s Frau Luise ist die Tochter des ehem. Landeshauptmannes Eduard Wallnöfer, dessen Sohn Bruno sitzt im TIWAG-Vorstand), ist der gebürtige Linzer nach Stationen als Innsbrucker Gemeinderat, Gründer der eigenen Liste „Für Innsbruck“ (VP-Mitglied blieb er trotzdem), Bürgermeister der Landeshauptstadt bis hin zum Landeshauptmann heute Landtagspräsident. Nach den Gemeinderatswahlen 2012 legte er seine Ehrenobmannschaft bei „Für Innsbruck“ zurück, weil Christine Oppitz-Plörer die Stadt-ÖVP bei der Regierungsbildung außen vor ließ.

TOP 10 politik Name Töchterle Karlheinz Oppitz-Plörer Christine

Punkte 1989 1971

Bodenseer Jürgen

1719

Schretter Reinhard

1509

Schöpf Ernst

1488

Zangerl Erwin

1485

Fischler Franz

1461

Dinkhauser Fritz

1398

Wilhelm Markus

1377

van Staa Herwig

1341 eco.nova

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WISSENSCHAFT UND BILDUNG Es ist in ihrem Ergebnis die wohl bunteste Rubrik unserer Umfrage. Angeführt von einem Arzt, der bereits seit dreieinhalb Jahren in Pension ist, über Wissenschaftler mit Nobelpreis-Ambitionen, bis hin zu Rektoren öffentlicher wie privater Bildungseinrichtungen.

Platz 1:

Raimund Margreiter – Transplantationspionier Innsbrucker Klinik die chirurgischen Grundbegriffe und Standardeingriffe. In der Chirurgie ist es üblich, dass man nach einem genauen Studium eines erstmals durchzuführenden Eingriffes diesen mehrfach von einem erfahrenen Chirurgen assistiert bekommt. Das konnte in Innsbruck nicht geschehen, weil bestimmte Eingriffe bis dahin nicht durchgeführt wurden, und für einen längeren Aufenthalt an entsprechenden Zentren hatte ich aufgrund der Ereignisse im Haus keine Zeit mehr. Hat aber nicht geschadet, weil man Eingriffe, die andernorts bereits etabliert waren, umso genauer in der einschlägigen Literatur studiert und Premieren ohnedies bis ins letzte Detail durchdacht und geplant werden müssen.

geboren am 16. Mai 1941 in Fügen, lebt in Reith b. Seefeld, verheiratet Beruflicher Werdegang: Studium an der medizinischen Fakultät Innsbruck, innerhalb kürzester Zeit 1965 zum Dr. med. promoviert; 1980 Habilitation • 1999 Vorstand der Universitätsklinik für Chirurgie in Innsbruck; 2002 Leiter der Klinischen Abteilung für Allgemein- und Transplantationschirurgie • Oktober 2009 Ruhestand nach 44 Dienstjahren Erfolge: u. a. 1974 erste Nierentransplantation • 1977 erste Lebertransplantation in Innsbruck • 1983 erste Herztransplantation Österreichs sowie erste kombinierte Leber-Nieren-Transplantation weltweit • 1985 erste Herz-Lungen-Verpflanzung Österreichs • 1987 erste Doppellungentransplantation im Eurotransplantraum (Deutschland, Benelux, Österreich, Slowenien, Kroatien) • 1989 weltweit erste erfolgreiche Multiviszeraltransplantation (multiviszeral = mehrere Organe betreffend) • 1990 erste Inselzellentransplantation – ebenfalls eine Österreichpremiere • 2000 Doppelhandtransplantation bei Theo Kelz

Bei der Autorenbeschreibung des Haymon-Verlages steht über Sie geschrieben: „Als reiner Autodidakt hat Margreiter zahlreiche Eingriffe in der Allgemein-, insbesondere aber in der Transplantationschirurgie zum Teil erstmalig in Innsbruck oder auch darüber hinaus und zudem als weltweit einziger Chirurg alle verschiedenen Organverpflanzungen erfolgreich durchgeführt.“ Wie kann man sich einen Autodidakten in der Medizin vorstellen? Wie in allen anderen Bereichen auch: Als jemand, der sich Kompetenz und Können im Selbststudium aneignet. Vermittelt wurden mir an der

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Bei einem Interview vor Ihrer Pensionierung sagten Sie, Sie möchten sich völlig aus der Öffentlichkeit zurückziehen – was gut gelungen zu sein scheint. Wie schwer war es, die Medizin hinter sich zu lassen? Ich habe noch am letzten Arbeitstag einen eher komplexen Eingriff bei einem Kleinkind durchgeführt und anschließend das Skalpell für immer aus der Hand gelegt, was mir eigentlich überraschend leicht gefallen ist. Wobei mir wohl geholfen haben mag, dass ich mich nie über das Operieren definiert habe. Wenn ich auch als strategischer Berater ausländischer Universitätskliniken, Mitglied unserer lokalen Ethikkommission, Leiter des Alumni-Vereines der Medizinischen Universität, Mitverantwortlicher für das Tiroler Krebsforschungsinstitut sowie über noch laufende Forschungsprojekte und Vortragsverpflichtungen Kontakt zur Medizin habe, ist die Entfernung vom Fach unübersehbar und erfolgt rascher, als ich mir vorgestellt habe. Wenn ich etwas vermisse, so ist es der sich ziemlich abrupt verlierende Kontakt zu früheren Kollegen und Mitarbeitern. Würden Sie sich rückblickend und mit Ihrem heutigen Erfahrungsschatz als junger Mann wieder für die Medizin entscheiden? Ich halte trotz überbordender Bürokratie, Arbeitszeitgesetz und einer Reihe weiterer negativer Entwicklungen der letzten Jahre den Arztberuf nach wie vor für den schönsten und würde mich wieder für diese Fachrichtung entscheiden; vielleicht gerade, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken und zu helfen, aus dem Job wieder einen Beruf zu machen. Sie waren in den 1970ern auch als Abenteurer und Bergsteiger bekannt. Was sind Ihre Abenteuer von heute? Kontakt mit meiner Familie und Freunden, kulturelle Ereignisse, lesen, einfache Bergwanderungen und Reiseziele, für deren Realisierung ich während meines Berufslebens keine Zeit hatte, sowie Sudokus der oberen Kategorien.


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Platz 2:

Peter Zoller,

Quantenphysiker / Institut für Theoretische Physik © C. Lackner

* 1952, verheiratet, 3 Kinder. Er ist einer der Vordenker der Quantenphysik und erhält für seine Ideen seit Jahren renommierte Auszeichnungen, darunter auch einige der wichtigsten Wissenschaftspreise der Welt. Peter Zoller hat als Theoretiker wichtige Beiträge zur Wechselwirkung von Laserlicht und Atomen verfasst. Neben grundsätzlichen Entwicklungen in der Quantenoptik ist ihm insbesondere auch der Brückenschlag zur Quanteninformation und Vielteilchenphysik gelungen. Zollers Ideen und Konzepte finden breite Aufmerksamkeit in der Wissenschaft, seine Arbeiten wurden bereits über 30.000 mal zitiert. Gemeinsam mit seinem spanischen Kollegen Ignacio Cirac erhielt Zoller kürzlich den mit 100.000 Dollar dotierten Wolf-Preis für Physik für ihre grundlegenden theoretischen Beiträge zur Quanteninformationsverarbeitung, Quantenoptik und zur Physik von Quantengasen. Viele Wolf-Preisträger erhielten später auch den Physik-Nobelpreis.

Platz 4: Rainer Blatt * 1952, verheiratet, 3 Kinder. Deutsch-österreichischer Experimentalphysiker Platz 5: Karl Gabl * 1946, verheiratet, 2 Kinder. Meteorologe und Bergsteiger Platz 6: Tilmann Märk * 1944, verheiratet, 1 Sohn. Seit 2011 Rektor der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Platz 7: Dorothee van Laer * 1958, verheiratet, 3 Kinder. Professorin und Leitung der Sektion für Virologie an der Medizinischen Universität Innsbruck, erfolgreich in der HIV- und Krebsforschung Platz 8: Stefan Deflorian * 1965, verheiratet, 2 Kinder. Seit 2008 Vorstandsdirektor der TILAK Platz 9: Lukas Huber * 1961, Professor an der Medizinischen Universität Innsbruck und Direktor des Biozentrums, wissenschaftlicher Leiter von Oncotyrol Platz 10: Andreas Wieser * 1954, geschieden, 2 Kinder. Gründer und langjähriger Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Lanserhof. Er übergab dessen operative Leitung im April 2012 an Dr. Christian Harisch und ist heute beratend tätig.

Platz 3:

andreas altmann mci-rektor

* 1963, verheiratet, 2 Kinder. Sein Name steht eng mit dem MCI in Verbindung, dessen langjähriger Geschäftsführer er ist und dessen strategische Ausrichtung er maßgeblich mitgetragen hat – und für die das MCI mit zahlreichen Preisen bedacht wurde. Der jüngste ist die Verleihung des FIBAA-Gütesiegels für zwei Studiengänge (siehe Beitrag „Kopf der Ausgabe“). Vor gut einem Jahr wurde Altmann auch zum Rektor ernannt. Begonnen hat der gebürtige Salzburger als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Innsbruck, 1993/94 war er Mitarbeiter des Projektteams zur Errichtung des Management-Zentrums Tirol, danach Mitglied der Gründungs-Geschäftsführung und ab 1995 Alleingeschäftsführer. Seit 1997 ist er Gründungs- und Alleingeschäftsführer der MCI Management Center Innsbruck GmbH. 1995 bekam er überdies den Wissenschaftspreis der Stadt Innsbruck, 1996 legte er die Prüfung zum staatlich anerkannten Unternehmensberater ab.

TOP 10 wissenschaft und bildung Name Margreiter Raimund

Punkte 1815

Zoller Peter

1731

Altmann Andreas

1596

Blatt Rainer

1569

Gabl Karl

1326

Märk Tilmann

1272

von Laer Dorothee

1260

Deflorian Stefan

1206

Huber Lukas

1152

Wieser Andreas

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Kategorie

Tourismus Tirol ist in seiner Außenwirkung nach wie vor Tourismusland. Nicht unwesentlich daran beteiligt ist die Arbeit der Tirol Werbung. Es kommt also nicht von ungefähr, dass ausgerechnet deren Geschäftsführer zur Nummer eins gekürt wurde.

Platz 1:

josef Margreiter – Tirols tourismusmann zielt zu steigern, ist bis heute unverändert und groß. Das Umfeld veränderte sich in vielen Bereichen sehr dynamisch und es gilt mit den Herausforderungen zu wachsen: Strukturwandel und Sparkurse im Land, neue Kommunikationswelten und der vom Internet ausgelöste bzw. forcierte Paradigmenwechsel haben nicht nur unseren Arbeitsalltag, sondern auch die Organisation der Tirol Werbung maßgeblich verändert. Was sehen Sie als Ihren größten beruflichen Erfolg? Wenn ich an meine berufliche Zeit vor der Tirol Werbung denke, ist sicherlich der Aufbau und gute Verkauf einer eigenen Unternehmung zu nennen. Seit meiner Tätigkeit für die Tirol Werbung sehe ich (neben unternehmerischen Akzenten wie Gründung von Cine Tirol und des Tirol-Shops sowie dem Tiscover-Aufbau und seiner geglückten Privatisierung) die strategische Entwicklung der Marke Tirol als wichtigstes Projekt. Wir haben Mitte der 90er-Jahre die Arbeit an der Marke begonnen, als dies für viele noch ein Fremdwort war. Das Resultat dieses konsequenten Markenmanagements bildet heute ein Fundament, aus dem jeder seinen individuellen Nutzen ziehen und die eigene Persönlichkeit bzw. das eigene Profil im Sinne eines qualitätsvollen und Tirol-kompatiblen Angebotes (weiter)entwickeln kann. Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Mitarbeiter aus? Entscheidend sind: Qualifikation, Tirol-Identifikation und -Begeisterung, Charakter und Leistungswille. Bitte beschreiben Sie Ihr ganz persönliches Tirol in drei Sätzen. Tirol is lei oans, is a Landl a kloans, is a schians, is a feins und des Landl is meins! geboren am 8. Feber 1962 in Wörgl, verheiratet, vier Kinder

Sie sind seit 1995 in der Tirol Werbung als Geschäftsführer tätig. Wie hat sich Ihre Arbeit im Laufe der Jahre verändert? Die Marke Tirol zählt zu den bekanntesten und beliebtesten im Alpenraum, mich in den Dienst dieser Marke und ihres Tourismus zu stellen, bedeutet auch nach über 15 Jahren Freude und Verpflichtung zugleich. Meine wichtigste Motivation, nämlich mit einem beherzten und zugleich professionellen Team immer wieder außergewöhnliche Maßnahmen zu realisieren und damit die positive Bekanntheit und Begehrtheit Tirols ge-

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Sind Sie nachtragend? Nein, für mich zählen positive Energie und der Blick nach vorn! Was war Ihre beeindruckendste Begegnung 2012? Mein beruflicher Alltag war, so wie in all den Jahren zuvor, auch 2012 von vielen beeindruckenden und unvergesslichen Erlebnissen und Begegnungen geprägt. Diese Erlebnisse und Begegnungen sind es auch, die meine Arbeit erfüllend und inspirierend machen. Unvergessen wird für mich 2012 bleiben, wie ich zusammen mit wertvollen Wegbegleitern nach der Charity-Radtour von Innsbruck nach London zu den Olympischen Sommerspielen auf der Tower Bridge einfahren und so viel (Tirol-)Begeisterung für unser Projekt erleben durfte. 


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Platz 2:

Jakob Falkner,

Geschäftsführer der Bergbahnen Sölden * 1957. Die Familie Falkner ist Inhaber des Hotels Central in Sölden und Hauptgesellschafter der Skiliftgesellschaft Sölden-Hochsölden. Jakob „Jack“ Falkner ist eine der treibenden Kräfte der Region und war an der Inszenierung von Multimedia-Aufführungen bis zum Gay Show Happening so ziemlich überall beteiligt, was touristische Anreize schafft. Dabei hatte alles recht beschaulich begonnen, als sein Vater Hans Falkner 1955 die Anteile am einzigen Lift der Gegend übernommen hat – um als Viehhändler und Bäcker einen steuerlichen Absatzposten zu haben. Der Grundstein für den wirtschaftlichen Aufschwung Söldens kam dann mit der Hereinnahme der Familien Riml und Gurschler. Das Trio gilt bis heute als Big Player in Sölden und Umgebung. Jack Falkner ist überdies an Skihallen in Deutschland beteiligt.

Platz 4: Balthasar Hauser * 1946, verheiratet, 4 Kinder. Stanglwirt-Chef mit aufsehenerregenden Ideen Platz 5: Harti Weirather * 1958, verheiratet, 1 Tochter. Der ehemaliger Skirennläufer und Abfahrtsspezialist betreibt seit seinem Karriereende 1987 eine Sportmarketingagentur und ist erfolgreicher Eventorganisator. Platz 6: Alexander Fankhauser * 1974, verheiratet, 2 Kinder. Kocht im Restaurant Alexander (3 Gault-Millau-Hauben) im Hotel Lamark in Fügen und gemeinsam mit Andreas Wojta im ORF. 2005 wurde er zu Österreichs Koch des Jahres gewählt. Platz 7: Martha Schulz * 1963, verheiratet, 1 Sohn. Führt gemeinsam mit Bruder Heinz die Schulz Gruppe, die es u. a. mit zahlreichen architektonischen Prestigeobjekten und Edel-Skihütten regelmäßig in internationale Lifestylemagazine schafft. Seit 2010 Obmann-Stellvertreterin der Fachgruppe Hotellerie und Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich. Platz 8: Franz Dengg * 1964, verheiratet, 3 Kinder. Hotelier (Hotel Post, Lermoos) und Geschäftsführer der Tiroler Zugspitzbahn Platz 9: Karl Gostner * 1956, verheiratet. Obmann des TVB Innsbruck und Vorsitzender des Innsbruck Tourismus Platz 10: Harald Ultsch * 1958, verheiratet, 3 Kinder. Hotelier (Romantikhotel Schwarzer Adler in Innsbruck, Harry’s Home und neu: Designhotel Adler’s im neuen Headline in Innsbruck) und Tourismus-Spartenobmann der WK Tirol

Platz 3:

Günther Aloys, Hotelier & Visionär

* 1947. Verheiratet, drei Kinder. Er war schon immer etwas anders und hat es mit seinen visionären Ideen zumindest geschafft, Ischgl zu einem In-Skiort zu machen, wenngleich auch manche seiner Visionen aus Unmachbarkeit in der Schublade verschwanden. War er früher vor allem mit seinen beiden Hotels Madlein und Elisabeth im Gespräch, die mittlerweile die Aloys-Generation gewechselt haben, so taucht er heute vermehrt mit seinen Events in den Lifestyle-Spalten der Nation auf. Einer seiner größten Coups: Für Rich Prosecco „It-Girl“ Paris Hilton als Testimonial zu gewinnen.

TOP 10 tourismus Name

Punkte

Margreiter Josef

1584

Falkner Jack

1530

Aloys Günther

1422

Hauser Balthasar

1371

Weirather Harti

1302

Fankhauser Alexander

1224

Schulz Martha

1218

Dengg Franz

1203

Gostner Karl

1155

Ultsch Harald

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Kategorie

kunst & unterhaltung Die Kunst- und Kulturszene Tirols ist eine sehr vielfältige. Gleichsam präsentiert sich das Ergebnis unserer Umfrage: Schauspieler, Kabarettisten und Autoren treffen auf Moderatoren und Direktoren.

Platz 1:

© Thomas Böhm

felix mitterer – autor Man sagt Autoren gerne nach, dass sie sich zumindest in Teilen in den Hauptfiguren wiederspiegeln. Viele Ihrer Stücke polarisieren durch ihre kontroversen Themen, sie spielen gerne mit Klischees. Wie viel Felix Mitterer steckt in Ihren Büchern? Es stecken all meine Erfahrungen darin, meine Kindheit, meine Jugend, mein ganzes Leben. Man darf allerdings nicht den Fehler begehen, den Autor mit seinen Figuren zu verwechseln. Der „behinderte“ Bub in meinem ersten Stück „Kein Platz für Idioten“ war ich aber selbst; das merkte ich erst, als ich die Rolle spielte.

geboren am 6. Feber 1948 in Achenkirch, nach der Geburt zur Adoption an das Landarbeiterehepaar Mitterer freigegeben, aufgewachsen in Kitzbühel und Kirchberg, lebt ab 1995 mit seiner Familie in Irland und seit 2011 wieder in Österreich im Weinviertel Arbeit: 1962 bis 1966 Lehrerbildungsanstalt in Innsbruck, danach Arbeit beim Innsbrucker Zollamt; 1970 wurden seine ersten Beiträge im ORF gebracht, seit 1977 freier Autor Erstes Stück: Kein Platz für Idioten, 1977 (Uraufführung an der Tiroler Volksbühne Blaas am 15. September 1977); erstes Drehbuch: Schießen, 1977; großer Durchbruch mit „Die verkaufte Heimat“, 1988/89 bzw. 1992 sowie „Piefke Saga“, 1991; seit 1999 Autor von elf in Tirol gedrehten Tatort-Folgen; Autor mehrerer Kinderbücher Auszeichnungen: 1987 Peter-Rosegger-Preis, 1991 Adolf-Grimme-Preis und Romy für die „Piefke Saga“, 2001 Ernst-Toller-Preis, 2003 ORF-Hörspielpreis und 2004 Prix Italia für „Die Beichte“, 2005 Ehrenzeichen des Landes Tirol, 2009 Romy für „Tatort: Baum der Erlösung“

Ihre leibliche Mutter war eine verwitwete Kleinbäuerin, der Vater rumänischer Flüchtling. Sie wurden gleich nach der Geburt von einem befreundeten Landarbeiterehepaar adoptiert. Hatten Sie Kontakt zu Ihren leiblichen Eltern? Meine leibliche Mutter war die beste Freundin meiner Adoptivmutter. Deshalb besuchten wir meine leibliche Mutter immer wieder. Ich hatte Kontakt zu ihr bis zu ihrem Ableben im Jahr 2003. Sie war eine wunderbare Frau. Ich wusste ja immer, dass sie mich nur aus Not „verschenkt“ hatte. Mein leiblicher Vater verschwand ein Jahr nach meiner Geburt spurlos. 2001 war ich in seinem Heimatort in der heutigen Ukraine, aber auch dort hatte man seit seiner Flucht im Jahr 1943 nichts mehr von ihm gehört.

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Wären Sie nicht Autor geworden, was wäre Ihre Berufswahl gewesen? Mein Volksschullehrer erkannte meine Begabung und schlug mir vor, entweder Pfarrer oder Lehrer zu werden, er würde sich um Schule und Stipendium bemühen. Ich wollte zwar Schriftsteller werden, schon mit zwölf Jahren, aber das auszusprechen, war in meinem Umfeld vollkommen absurd. Also stimmte ich der Lehrerbildungsanstalt zu. (Pfarrer war mir mit 14 nicht so recht, denn ich hatte mich gerade in eine Schulkollegin verliebt, die das aber natürlich nie erfuhr.) Irgendwann schaffte ich es dennoch, freier Schriftsteller zu werden. Hätte ich das nicht erreicht, wäre ich Volksschullehrer geworden, wahrscheinlich ein ganz guter. Lesen Sie selbst gerne? Ich lese seit meiner Kindheit gerne, heutzutage allerdings handelt es sich hauptsächlich um Bücher, die ich zu Recherchezwecken für meine Arbeit lesen muss. Die anderen Bücher stapeln sich lange Zeit ungelesen. Was mir leid tut. Welche bereits verstorbene Person hätten Sie gerne kennen gelernt? Einen Mann, der jahrzehntelang vollkommen allein in den Zillertaler Bergen lebte, ohne Kontakt zu anderen Menschen. Ich wollte mit ihm reden, über ihn schreiben, aber ich verpasste ihn leider. Irgendwann wurde er krank, wurde in ein Altersheim gebracht und hat dort den Freitod gewählt. Sie gelten als sehr zurückhaltend. Wie gehen Sie mit Ihrer Bekanntheit in der Öffentlichkeit um? Da ich kein Popstar bin oder Sportler, nehmen ja nur Leute mit mir Kontakt auf, die meine Arbeit schätzen, und das sind dann durchwegs interessante, spannende Menschen, von denen ich lernen kann, die mich bereichern. Auch habe ich dadurch viele schöne Gegenden Tirols und ganz Österreichs kennen gelernt, die mir sonst unbekannt geblieben wären. 


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Platz 2:

Tobias Moretti, Schauspieler © Manfred Hassl

* 1959, verheiratet, 3 Kinder. Bekannt geworden ist er vor allem durch seine Rolle des Richard Moser in Kommissar Rex. Doch Tobias Moretti, der eigentlich Bloeb heißt und 1984 für eine Arbeit in Italien den Mädchennamen seiner Mutter angenommen hat, ist weit mehr als seichter Fernsehkrimi. Nach dem Versuch eines Kompositionsstudiums wechselte Moretti recht rasch an die Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München, wurde vom Bayrischen Staatsschauspiel und den Münchner Kammerspielen engagiert. Mit Spielzeit 2011/12 ist er wieder ans Residenztheater (Bayrisches Staatsschauspiel) zurückgekehrt. In der Zwischenzeit ist viel passiert: Fernsehfilme und -serien, Kinofilme, Auszeichnungen von der Romy bis zum Ehrenzeichen des Landes Tirol. Das Theater hat er auch während der Fernsehzeit nie verlassen.

Platz 4: Mirjam Weichselbraun * 1981. Moderatorin und Schauspielerin. Während andere durch den Playboy berühmt werden, schaffte Weichselbraun ihren Durchbruch als „Bravo-Girl“ und sie ist wohl eines der wenigen Werbetestimonials, das in ihren Werbespots gedoubelt wird (im SPAR-Ski-Werbespot). Ihr Zwillingsschwester Melanie (nahm den Nachnamen Binder des Vaters an) ist auch ihre Managerin. Platz 5: Hansi Hinterseer * 1954, verheiratet, 2 Kinder. Johann Ernst Hinterseer ist „bäriger“ Ex-Skifahrer, Sänger, Moderator und Schauspieler in Personalunion. Seit 2006 ist die Marke „Hansi Hinterseer“ im deutschen Markenregister eingetragen. Platz 6: Christoph Grissemann * 1966. Teil des Kabarett-Duos „Stermann & Grissemann“ mit abgebrochenem Germanistik- und Publizistikstudium. Sohn des Radio- und Fernsehmoderators Ernst Grissemann. Platz 7: Norbert Pleifer * 1952. Gründer und seit über 30 Jahren Leiter des „Treibhauses“ und Kulturmacher ohne Blatt vorm Mund. Platz 8: Helmut Krieghofer * 1951. Vom „Osttiroler Boten“ und „Tirol heute“ zur ÖVP und über die UNIQA nicht unumstritten als Landesdirektor ins ORF Landesstudio Tirol. Platz 9: Franz Posch * 1953, verheiratet, 1 Sohn. Volksmusiker, gestaltet Musiksendungen für Radio und Fernsehen und präsentiert seit 1988 die Fernsehreihe „Mei liabste Weis“. Platz 10: Gregor Bloeb * 1968, verheiratet, 3 Kinder. Theater-, Film- und Fernsehschauspieler. Der Bruder von Tobias Moretti ist mit Schauspielerin Nina Proll verheiratet.

Platz 3:

Armin Wolf, Moderator © ORF/Ali Schafler

* 1966, verheiratet, 2 Kinder. Er ist einer der beliebtesten und wohl auch unkonventionellsten Nachrichtensprecher des Landes. Und ja! Er ist Tiroler, auch wenn er weder so spricht noch sich so fühlt, nicht Watten kann und auch nicht Ski fährt. Dafür liest er gerne, mag Theater, die Oper, Kino und Ö1. Wolfs Medienkarriere begann als Gründer einer Schülerzeitung, 1985 wurde er freier Mitarbeiter der Hörfunk-Redaktion im Tiroler Landesstudio. 1988 übersiedelte er nach Wien, selbst wenn er bis heute nicht weiß, was man dort unter einer „Eitrigen“ (= Käsekrainer) versteht, wie er jüngst auf Twitter vermeldete, wo er den Tweets zufolge seinen halben Tag verbringt ... Berühmt-berüchtigt sind vor allem seine Live-Interviews, die ihm zwar nicht nur Freunde einbringen, aber zumindest zahlreiche Auszeichnungen. Seine JVP-Mitgliedschaft, die er im zarten Alter von 18 niederlegte, bezeichnet er heute als „Jugendsünde“. Von 2001 bis 2004 war er mit ORF-Moderatorin Birgit Fenderl verheiratet, dann wechselte er das Nachrichtenfach und lebt heut mit WOMAN-Chefredakteurin Euke Frank in Wien.

TOP 10 kultur & unterhaltung Name

Punkte

Mitterer Felix

2061

Moretti Tobias

1953

Wolf Armin

1848

Weichselbraun Mirjam

1611

Hinterseer Hansi

1509

Grissemann Christoph

1476

Pleifer Norbert

1434

Krieghofer Helmut

1359

Posch Franz

1341

Bloeb Gregor

1332 eco.nova

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Kategorie

sport

Dass Tirol in erster Linie ein Wintersportland ist, zeigt auch das Ergebnis unserer Umfrage. Gleich sechs Namen unter den Top 10 stehen in direkter Verbindung mit Schnee – auch wenn uns vor allem im alpinen Skisport die Salzburger mit Anna Fenninger und Marcel Hirscher zumindest ergebnistechnisch den Rang abrennen. Umso mehr freuen wir uns, dass auch die aufstrebende Jugend in Form von Angela Eiter oder David Lama hier Platz gefunden hat.

Platz 1:

© GEPA pictures

benjamin raich – skifahrer zu haben. Man sollte sich auf das Ziel konzentrieren, das man hat. Wenn’s nicht klappt, kann man immer noch etwas anderes tun. Ich bin ein Mensch, der gern etwas unternimmt, fleißig ist, auch Konkurrenzsituationen annimmt. Das ist eine ganz gute Voraussetzung dafür, dass man – sollte es in der einen Richtung nicht klappen – auch woanders gut und erfolgreich sein kann. Was war für Sie der schönste Moment Ihrer bisherigen Karriere? Es gab Gott sei Dank sehr, sehr viele schöne Momente in meiner Karriere. Rückblickend war es aber wohl der Olympiasieg im Riesenslalom. Ich hatte gerade eine kleine Durststrecke hinter mir ... obwohl das so eigentlich nicht ganz richtig ist ... ich war immer erfolgreich, aber der Olympiasieg fehlte eben noch. Dieser Sieg war emotional gesehen schon etwas Besonderes, an das ich mich sehr gerne zurückerinnere.

geboren am 28. Feber 1978 in Innsbruck, aufgewachsen auf einem Bergbauernhof im Pitztal, 2 Geschwister, Beziehung mit Skifahrerkollegin Marlies Schild Skifahrer seit: begonnen mit 2 Jahren, erstes Rennen mit 4 Jahren Karriere: mit 14 Jahren Skihandelsschule Stams, 1995 Sprung ins Nachwuchsteam des ÖSV, 1996 Aufstieg in die Europacupmannschaft, 1997 Aufstieg in den A-Kader. 1999 erster Weltcupsieg Erfolge: Olympische Spiele: 2006 – Olympiasieger im Slalom und Riesentorlauf in Turin / Weltmeisterschaften: 2009 Val d’Isere – Silber im Riesentorlauf (RTL); 2007 Aare – Gold im Teambewerb, Silber in der Superkombi; 2005 Bormio – Slalom-Gold, RTL-Silber, Kombi-Gold, Bronze im Super-G, Gold im Teambewerb; 2001 St. Anton – Slalom-Silber / Gesamtweltcupsiege: 2001 im Slalom, 2005 im Riesentorlauf und Slalom, 2006 im Riesentorlauf, 2007 im Slalom, 2010 in der Kombination

Sie standen bereits als Zweijähriger auf Skiern. Was hat Sie als Kind, außer Skifahren, am meisten begeistert? Ich war schon immer sehr sportbegeistert – vom Bergsteigen bis zum Fußballspielen. Alles was mit Bewegung zu tun hatte, hab ich gern gemacht. Ich habe auch zu Hause am Bauernhof geholfen, mich mit den Tieren beschäftigt und natürlich haben mich auch die Maschinen sehr interessiert. Langweilig war es nie. Es war eine sehr spannende und schöne Kindheit. Gab es einen Plan B, sollte es mit der Skifahrerkarriere nicht klappen? Nicht unbedingt. Ich ging in Stams zur Schule. So gesehen war klar, dass es mein Ziel ist, schlussendlich im Weltcup zu starten und dort gut zu fahren. Ich glaube, es ist wichtig, nicht immer einen Ausweg

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Im Spitzensport generell liegen Erfolg und Niederlage nah beieinander. Wie gehen Sie persönlich mit dem ständigen Druck um. Können Sie daraus auch Tipps fürs „normale“ Leben ableiten? Das ist richtig. Erfolg und Misserfolg liegen sehr nahe beieinander – und folglich auch, wie man von außen wahrgenommen wird und wie man sich selbst fühlt. So braucht es in Erfolgszeiten eine gewisse Demut, bei Misserfolg darf man nicht komplett den Kopf verlieren. Natürlich kann man traurig oder vielleicht auch kurzzeitig nicht gut drauf sein, man muss aber immer wieder nach vorn schauen. Das habe ich stets versucht und mich damit immer wieder aus kleinen Tälern herausziehen können. Ich glaube, dass das auch ein ganz wichtiger Tipp fürs normale Lebens ist: in die Zukunft zu schauen. Was vergangen ist, kann man eh nicht mehr ändern. Also: Lehren daraus ziehen und für die Zukunft wieder das Beste versuchen. Welches Buch liegt derzeit auf Ihrem Nachttisch? Oliver Twist von Charles Dickens. Worauf mussten Sie als Sportler verzichten, hätten es aber gerne getan? Die Leute denken immer, gerade im Jugendalter muss man auf vieles verzichten. Ich hatte Gott sei Dank nie das Gefühl, dass ich auf etwas verzichten muss. Ich habe immer das gemacht, was ich gern gemacht hab. Ich bin in meiner Jugendzeit auch in Discos gegangen – natürlich nicht vor einem Rennen oder im Winter, wo ich sehr viel beruflich unterwegs war. Man muss natürlich wissen, was man wann machen kann. Schlussendlich hatte ich aber nie das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Im Gegenteil: Mir hat der Skisport immer sehr viel gegeben und auch sehr viel zurückgegeben. 


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Platz 2:

Gregor Schlierenzauer, Skispringer © GEPA pictures

* 1990. Im zarten Alter von 16 wurde Schlierenzauer zum ersten Mal Juniorenweltmeister auf der Normalschanze. Einen Monat später debütierte er beim Weltcup in Oslo, wo er auf Anhieb auf dem 24. Platz landete. Seitdem ging es für den 1,77 Meter großen Fulpmer steil bergauf, bis er schließlich in der Saison 2007/08 mit 18 Jahren in Oberstdorf jüngster Skiflugweltmeister wurde. Seine persönliche Bestweite von 243,5 Metern stellte er 2011 in Vikersund auf. Heuer konnte er zum zweiten Mal die Vierschanzentournee gewinnen und steht damit auf einer Stufe mit „Altmeister“ Janne Ahonen, dem bisher als Einzigem die Titelverteidigung gelang. Gemanagt wird Schlierenzauer von seinem Onkel und mehrfachen Rodelweltmeister Markus Prock. Erstaunlich ist sein Erfolg vor allem auch deshalb, weil Skispringen viel mit Gleichgewicht zu tun hat, Schlierenzauer aber seit Geburt am linken Ohr taub ist.

Platz 3:

Peter Schröcksnadel, ÖSV-Präsident

* 1941, verheiratet, 3 Kinder. In einem Wordrap meinte er vor langer Zeit: „Mich interessieren nur Projekte mit Problemen – da ist Fantasie drinnen.“ Fantasie braucht er demzufolge genug. Schröcksnadel ist nämlich nicht nur seit 1990 Präsident des Österreichischen Skiverbandes und seit 2009 auch Präsident der European Ski Federation (ESF) und Vizepräsident des ÖOC, sondern über seine Sitour Management GmbH (30 Mitarbeiter) auch Besitzer von Skigebieten und Tourismusunternehmen – u. a. der Patscherkofelbahn GmbH oder der Ötscher Lift GmbH, an der er jeweils 100 % hält. Zu 40 % ist er an der Großglockner Bergbahnen Touristik GmbH, zu 50 % an der Großglockner Hotel und Infrastruktur GmbH sowie der Hochficht Bergbahnen GmbH und zu 10,24 % auch am Radiosender Antenne Tirol beteiligt. Insgesamt umfasst das Schröcksnadel’sche Firmengeflecht rund 30 Unternehmen, wobei er 1989 seine Sitour GmbH mit Feratel verschmolz, das er Ende 1999 an die Börse brachte. Heute ist er 50,3%iger Anteilshaber der Firma, deren Vorstandsvorsitzender Sohn Markus ist. 1992 wurde ihm der Professorentitel verliehen, vor zwei Jahren erhielt Schröcksnadel zudem das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

Platz 4: Stephan Eberharter * 1969, verheiratet, 1 Sohn. Ex-Skirennläufer mit 29 Weltcup- und 2 Weltcupgesamtsiegen, Olympiasieger im Riesentorlauf (Salt Lake City 2002) und dreifacher Weltmeister. Heute Ehrenbürger der Gemeinde Stumm. Platz 5: Peter Habeler * 1942, verheiratet, 2 Kinder. Extrembergsteiger mit spektakulären Erstbegehungen in den amerikanischen Rockys und Bezwinger einiger Achttausender. Er war u. a. der erste Europäer an den Big Walls im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien und bestieg die legendäre Eigernordwand in nur vier Stunden. 1999 wurde er zum Professor ernannt. Heute hält er Vorträge. Platz 6: Andreas Kofler * 1984. Skispringer, mehrfacher Weltmeister, zweimal Olympiasieger mit der Mannschaft, Sieger der Vierschanzentournee 2009/10 Platz 7: Angela Eiter * 1986. Die Sportkletterin zählt zu den Weltbesten in den Bereichen Lead und Bouldern. Dreimalige Weltcup-Gesamtsiegerin (2004/05/06), viermalige Lead-Weltmeisterin (2005/07/11/12), fünfmalige Gewinnerin der Rock Master (2003/04/05/07/09) und Europameisterin in der Disziplin Lead 2010. Platz 8: Andreas Schiestl * 1968, verheiratet. Sitzt seit 1993 nach einem Autounfall im Rollstuhl und ist seit einer Rückenmarktentzündung 1994 querschnittgelähmt. Schiestl ist mehrfacher Teilnehmer und Medaillengewinner bei den Paralympics und Weltmeister in der Disziplin Monoski. Heute betreut er andere Behindertensportler und ist u. a. Ausbildner beim Tiroler Skiverband „Schneesport ohne Handicap“ Platz 9: David Lama * 1990. Sohn einer Innsbruckerin und eines nepalesischen Bergführers. Klettert seit seinem 6. Lebensjahr, erster Wettbewerb mit 8 Jahren. Zahlreiche Erfolge bei Jugendwettbewerben, als 15-Jähriger erhält er eine Sondergenehmigung, in den Erwachsenen-Weltcup einzusteigen, wo er bereits den 2. Weltcup gewinnt. Er klettert mit fast buddhistischer Ruhe in der Vertikale, in der Kletterhalle oder am Fels. Platz 10: Nicole Hosp * 1983. Skifahrerin. Hatte bereits mit 8 Jahren einen Privattrainer, startet seit 2006 in allen Disziplinen im Weltcup und hat das Programm für heuer wieder reduziert. Bei der Ski-WM in Are gewann sie 2007 Gold im Riesenslalom.

TOP 10 sport Name

Punkte

Raich Benjamin

1788

Schlierenzauer Gregor

1767

Schröcksnadel Peter

1662

Eberharter Stephan

1611

Habeler Peter

1575

Kofler Andreas

1494

Eiter Angela

1455

Schiestl Andreas

1425

Lama David

1371

Hosp Nicole

1371 eco.nova

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eco.wirtschaft

Kategorie

sozial

Mit Altbischof Reinhold Stecher wird die Rubrik von einer Persönlichkeit angeführt, die bis zuletzt eine moralische Instanz und Ausnahmeerscheinung unserer Zeit war. Seine fortwährende Beliebtheit zeigt sich unter anderem an der hohen Zahl an Käufern seiner Bilder und Gästen, die zur Lesung seines aktuellen Buches gekommen waren – nichtwissend, dass es seine letzte sein wird. Sein bedingungsloses Leben mit und seine Liebe zu Gott hinderten ihn nicht daran, sich auch öffentlich gegen traditionelle Wertvorstellungen der Kirche zu stellen. Am 29. Jänner 2013 ist Reinhold Stecher den Folgen eines Herzinfarktes erlegen. Die Wahl zur einflussreichsten Persönlichkeit im Bereich Soziales ist damit auch eine ganz spezielle Würdigung und Zeichen unseres Respektes. Uns hat er eines seiner letzten Interviews gegeben.

Platz 1:

reinhold stecher – altbischof, maler, autor Welche drei Personen würden Sie zu einem gemeinsamen Abendessen einladen? Diese Frage überfordert mich, weil es zu viele Menschen gibt, denen ich viel verdanke. Im vergangenen Jahr haben Sie Ihren 90. Geburtstag gefeiert und sind nach wie vor umtriebig und kreativ. Was fasziniert Sie an der Malerei? Auch wenn der Hauptakzent eines Seelsorgers auf dem Dienst am Wort liegt – auch da hat eine Bildhaftigkeit eine große Bedeutung, weil sie nicht nur den Geist, sondern auch das Gemüt berührt. Darum ist das Hobby des Malens nicht ganz im Abseits, auch wenn ich mir bewusst bleibe, dass meine künstlerischen Versuche im Bereich des Laienhaften und Naiven bleiben.

geboren am 22. Dezember 1921 in Innsbruck; tätig als Präfekt, Lehrer und Seelsorger, seit 25. Jänner 1981 Bischof, seit 1997 in Ruhestand Lebenslauf: Matura in Innsbruck, Ableistung des Reichsarbeitsdienstes, 1939 Eintritt ins diözesane Priesterseminar in St. Michael bei Matrei, nach Auflösung des Seminars durch die Gestapo 1940 am Stift St. Georgen in Kärnten weiterstudiert, 1941 von der Gestapo verhaftet (Anklage der Mitbeteiligung an der Organisation einer unerlaubten Wallfahrt nach Maria Waldrast), drei Monate Haft, danach Einzug zur Wehrmacht mit Einsätzen in Karelien, Lappland und Norwegen, 1945 Fortsetzung Theologiestudium in Tirol, 1947 Priesterweihe in Schwaz, 1951 Promovation zum Doktor der Theologie, 1980 von Papst Johannes Paul II. zum Nachfolger von Bischof Rusch berufen, 1981 Priesterweihe, ✝ 29.01.2013

Was sind feste Grundprinzipien in Ihrem Leben, die für Sie als unumwerfbar gelten? Letztlich reduzieren sich die „moralischen Prinzipien“ auf die Ehrfurcht vor der Schöpfung und den Geschöpfen und auf die entscheidenden Grundsätze der Mitmenschlichkeit: Wertschätzung, Einfühlung, Hilfsbereitschaft, Solidarität, Nächstenliebe. Und das sollte nicht nur eine Privatsache sein, sondern sich auch in der Gesellschaft durchsetzen, da wir inzwischen aus Erfahrung wissen könnten, was unmenschliche Kräfte in unserer Welt anstellen.

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Gab es für Sie jemals eine Alternative zu einem Leben mit Gott? Es gibt für mich keine Alternative zu einem Leben mit Gott – und es hat sie auch nie gegeben. Mir ist aber klar, dass für viele Menschen das Stehen im Glauben aus vielerlei Gründen nicht selbstverständlich ist. Ich hatte in dieser Hinsicht nur glückliche Lebensumstände. Glauben Sie immer an das Gute im Menschen? Auch wenn man manchmal das Böse als übermächtig erlebt, möchte ich die Frage trotzdem bejahen. Auf der einen Seite müsste man festhalten, dass alle menschliche Bosheit doch auch immer konditioniert ist, verwoben mit Anlage, Erziehung, Umwelt, Zeitgeist. Wir sind auch nie „chemisch rein“ „gut“ und können uns das Gute nicht selbstgefällig aufs eigene Konto schreiben. Der tiefste Grund, warum ich an das Gute im Menschen glaube, liegt darin, dass ich von der christlichen Botschaft her jeden Menschen von Gott geliebt weiß. Ist soziales Engagement Ihrer Meinung nach „erlernbar“? Meines Wissens besagen neueste Forschungen, dass soziales Verhalten sozusagen in unseren Genen liegt. Es ist so wie mit vielen anderen Anlagen: Sie können entfaltet oder verkümmert werden. Wir haben heute in der Gesellschaft durchaus fördernde Trends, die das soziale Gewissen betreffen. Man denke nur an die veränderte Einstellung zu Behinderten, zu Not in der Welt und zum Umgang mit Senioren. Da hat sich im Laufe meines Lebens eine ganze Welt geändert. Andererseits sind Reklamesprüche wie „Geiz ist geil“ und „Ich habe nichts zu verschenken“ natürlich kontraproduktiv.


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Platz 2:

Georg Schärmer, Caritas-Direktor

* 1956, verheiratet, 2 Kinder. Nach dem Besuch der Volks- und Hauptschule in Inzing lebt Schärmer auch heute noch dort. Von 1977 bis 1988 war er Hauptschullehrer für Deutsch, Geschichte und Religion, seit 1998 ist er Direktor der Caritas. Zu Letzterer kam er auf verschiedensten Wegen – u. a. durch ehrenamtliche Sozialarbeit, außerdem war er 10 Jahre lang Direktor des Elisabethinums, bis die Einladung kam, die Leitung der Caritas von Mag. Hans Neuner zu übernehmen. Gegründet wurde die Caritas nach dem 2. Weltkrieg als „Diözesanes Amt“ ohne eigene Rechtspersönlichkeit und war direkt dem jeweiligen Diözesanbischof und seinen Gremien unterstellt. Seit 2009 ist die Caritas der Diözese Innsbruck eine kirchliche Stiftung.

Platz 4: Christian Moser * 1964. Studierte Unternehmensführung mit Schwerpunkt Marketing und ist seit 2008 Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf Österreich. Platz 5: Ursula Mattersberger * 1959. Geboren in Lienz kam sie durch Zufall 1986 als Lehrerin an die Klinikschule für Kinder- und Jugendpsychiatrie und nach kurzer Zeit in die Kinderkrebsstation. Bald wurde der Verein Kinder-Krebs-Hilfe Tirol und Vorarlberg auf sie aufmerksam, dem sie heute als Obfrau vorsteht. Platz 6: Inge Welzig * 1944. Obwohl Dr. Adolph Platzgummer offzieller Obmann des Tierschutzvereins für Tirol ist, ist Inge Welzig das Gesicht der Organisation. Auf der Homepage führt sie einen eigenen Blog. Platz 7: Inge Partl * 1933. Engagiert sich mit viel Einsatz für den Verein „Rettet das Kind Tirol“, der im vergangenen Jahr sein 45-jähriges Bestehen feierte. Als Vereinsgründungsmitglied ist Partl seit mittlerweile 16 Jahren Vorsitzende des Vereins – ehrenamtlich! Platz 8: Adi Werner * 1936, verheiratet. Adi Werner ist nicht nur Tourismuspionier, sondern steht mit der von ihm zu neuem Leben erweckten Bruderschaft St. Christoph auch als Synonym für Nächstenliebe. Für sein soziales Engagement wurde er letztes Jahr mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Uns freut’s, dass es den geborenen Wiener nach Jobs auf der ganzen Welt schlussendlich nach Tirol verschlagen hat. Platz 9: Georg Willeit * 1964. Der studierte Germanist und Pädagoge war in der Lebenshilfe kein Unbekannter, als er mit 2. Jänner 2012 die dortige Geschäftsführung übernahm. Bereits Jahre zuvor war er in der Öffentlichkeitsarbeit der Lebenshilfe tätig und kam u. a. über Stationen als Geschäftsführer des Innsbruck Marketings, als Leiter des Elisabethinums in Axams sowie der SOS-Kinderdörfer wieder zurück.

Platz 3:

Marianne Hengl,

Platz 10: Gabi Schiessling * 1962. Seit 1999 ist die SPÖ-Politikerin Abgeordnete zum Landtag und neben ihrer politischen Funktion auch Diplomsozialarbeiterin, seit 1998 Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Krebshilfe Tirol, bis 2005 war sie zudem Vorstandsmitglied im Sozialmedizinischen Verein Tirols, bis 2006 Präsidentin der Tiroler Volkshilfe.

Obfrau des Vereins RollOn * 1964, verheiratet. Geboren in Saalfelden, besuchte Hengl bereits die Volksschule im Elisabethinum in Axams. Seit 1980 beschäftigt sie sich im Seraphischen Liebeswerk der Kapuziner im Bereich Öffentlichkeit und Fundraising, seit 1989 organisiert sie Behindertenreisen im Tiroler Landesreisebüro und wurde im gleichen Jahr Obfrau des Vereins RollOn Tirol (RollOn Salzburg folgte 2004, RollOn Austria 2010). Hengl selbst ist durch eine Gelenksversteifung an allen vier Gliedmaßen von Geburt an körperbehindert. Von 2000 bis 2010 war sie zur Delegierten im Österreichischen Wirtschaftsparlament berufen.

TOP 10 sozial Name

Punkte

Stecher Reinhold

1764

Schärmer Georg

1476

Hengl Marianne

1440

Moser Christian

1419

Mattersberger Ursula

1386

Welzig Inge

1290

Partl Inge

1200

Werner Adi

1170

Willeit Georg

1089

Schiessling Gabi

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„Wir sind nicht politisch …“ Zugegeben, ein klein wenig verwirrt waren wir schon, als Ingeborg Freudenthaler und Fritz Unterberger am Rande einer Pressekonferenz der Tiroler Adler Runde meinten, ebendiese wäre so gar nicht politisch. Meldet sie sich doch in schöner Unregelmäßigkeit, dann dafür aber sehr plakativ zu Wort – meistens, um ihre Unzufriedenheit mit den politischen Rahmenbedingungen zu artikulieren. // Text: Marina Kremser, Fotos: Ursula Aichner

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atürlich könnte man sagen, dass die Forderungen an die Politik rein wirtschaftlich motiviert wären und ausschließlich Unternehmerinteressen verfolgten; ein gewisses politisches Interesse ist der Adler Runde aber dennoch nicht abzusprechen. Öffentlichkeitswirksam ist ihr Auftreten nämlich vor allem dann, wenn es genau darum geht: Tirols Politik(er). Kürzlich machte die Adler Runde, oder zumindest ein Teil davon, jedoch noch mit etwas ganz anderem von sich reden.

Gute Sache

Insgesamt besteht die Tiroler Adler Runde aus 37 Tiroler Unternehmen, gut die Hälfte davon hat im Jahr 2011 einen Start-upFonds – dotiert mit insgesamt 550.000 Euro – ins Leben gerufen, der Jungunternehmern bei der Gründung nicht nur mit finanzieller Starthilfe, sondern auch einem breiten Netzwerk unter die Arme greifen soll. Auch wenn es, glaubt man den Worten vieler Banken, keine Kreditklemme gäbe, ha-

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ben es Jungunternehmer heute richtig schwer, entsprechendes Kapital aufzutreiben. Dieser Meinung ist auch Fritz Unterberger, Mitglied der Adler Runde und als Investor immer wieder mit Anfragen konfrontiert. Ein Teil der Adler Runde hat es sich also zur Aufgabe gemacht, junge, innovative Geschäftsideen in Tirol mittels zinsloser, finanzieller Gründerhilfe zu fördern, die Jungunternehmer entsprechend zu begleiten und ihnen laufend unternehmerisches Feedback zu geben. So lange, bis sie auf eigenen Beinen stehen können. Nach einer vorher festgelegten Frist (3 bis 5 Jahre) kann das folglich nicht mehr ganz so junge Unternehmen die Anteile zu einem ebenso festgesetzten Preis zurückkaufen. Neben der Tiroler Adler Runde ist auch der Kufsteiner Investor Alfred della Torre mit im Boot, der mit seiner DETO Invest eingehende Ideen entsprechend auf Machbarkeit prüft und verifiziert. Er entscheidet maßgeblich darüber, ob ein Projekt Potenzial hat und sich der Start-up-Fonds daran beteiligt … oder eben nicht. Zusätzlich

und unabhängig vom Fonds können sich die einzelnen Mitglieder der Adler Runde auch noch persönlich am Unternehmen beteiligen. Darüber hinaus bekommt jedes unterstützte Unternehmen eine Art „Paten“ aus der Runde gestellt, der im Idealfall aus derselben Branche stammt, auf jeden Fall aber über einschlägiges Know-how verfügt. Bisher unterstützt der Start-up-Fonds drei Unternehmen, von denen zwei kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellt wurden (die Firma „Idee“ wird seit 2011 begleitet): der Medizinentwickler spypach medical Services GmbH aus Absam sowie Dienstleister „Henry“ aus St. Johann. Helmut Pach erhält von der Tiroler Adler Runde und Alfred della Torre jeweils 50.000 Euro als finanzielle Unterstützung, um das Marketing, die Serienproduktion und den Exportaufbau für ein neu entwickeltes Produkt voranzutreiben, Susanne Thamers und Margarethe Ritschs Starthilfe liegt bei 25.000 Euro, wobei für die beiden nach eigenen Angaben das große Netzwerk und unternehmerische Knowhow der Gruppe für ihr Dienstleistungsunter-


„wir brauChen unternehmergeist in der tiroler Politik – klare ziele und JährliChe überPrüFung des erreiChten, motiVierte sPitzenbeamte und wettbewerbsFähige rahmenbedingungen Für die Vielen klein- und mittelunternehmen tirols.“ Pressesprecherin Ingeborg Freudenthaler und Präsident Erich Geisler


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Kürzlich präsentierten Ingeborg Freudenthaler und Fritz Unterberger stellvertretend für die Adler Runde zwei neue Jungunternehmen, an denen sich der Start-up-Fonds finanziell wie ideell beteiligt: spypach von Helmut Pach und „Henry“ von Susanne Thamer und Margarethe Ritsch. Pach ist das perfekte Beispiel, dass Jungunternehmertum nicht zwingend eine Frage des Alters ist.

nehmen weit mehr zählt als das Geld an sich. Welche Ideen und Projekte unterstützt werden, hängt in erster Linie natürlich von der Umsetzbarkeit und in zweiter von der Größenordnung ab. Wobei es zwar keine Ober- und schon gar keine Untergrenze gebe, wie Ingeborg Freudenthaler, Sprecherin der Adler Runde, sagt. „Es gibt aber Größenordnungen, die wollen wir nicht bedienen“, ergänzt Unterberger. Konkret gehe es ihm darum, wirklich nur Unternehmen zu unterstützen, die ganz am Anfang stehen und nicht schon – wie auch immer geartet – im Wirtschaftsleben etabliert sind. So ergibt sich eine bestimmte Obergrenze schon aus der Natur der Sache.

diese Runde zusammen, welche Ziele verfolgt sie, wer wird in den Zirkel unter welchen Bedingungen aufgenommen? Deshalb haben wir nachgehakt. Und sind in einigen Punkten leider auch nicht viel schlauer als vorher.

Wer, wie, was?

Wie finanziert sich die Tiroler Adler Runde? Die Tiroler Adler Runde hat einen jährlichen Mitgliedsbeitrag.

So gern die Adler Runde Auskunft über ihren Start-up-Fonds gibt, so wenig sprechen sie über sich. Was in manchen Fällen eine Tugend sein kann, nicht aber, wenn man konkret danach gefragt wird. Die Rolle der selbsternannten Interessenvertretung ist jedenfalls nach außen hin nicht ganz klar: Wie setzt sich

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eco.nova: Welche Kriterien muss man erfüllen, um der Tiroler Adler Runde beitreten zu können? Ingeborg Freudenthaler: Die Tiroler Adler Runde ist eine Unternehmerrunde, die aus derzeit 37 Mitgliedern mit über 15.000 Mitarbeitern besteht. Wenn sich ein Unternehmer um die Aufnahme bewirbt, wird darüber in der Runde abgestimmt.

Welchen Mehrwert hat die Adler Runde für Mitglieder, welchen für Tiroler Unternehmer generell? Jedes Mitglied bringt sich mit ihren/seinen

Stärken ein – dadurch besteht ein enormer Mehrwert für jede und jeden. Wie erfolgt die Meinungsbildung innerhalb der Runde und wie findet der Meinungsaustausch statt? Es gibt regelmäßige Treffen. Viele Mitglieder haben aber selbstverständlich auch außerhalb dieser Treffen oftmaligen Kontakt. Die Adler Runde möchte laut Homepage dazu beitragen, „Tirol zu einem nachhaltigen Wirtschaftsstandort zu machen und zu stärken“. Warum fühlen Sie sich von Politik, Wirtschaftskammer oder Industriellenvereinigung nicht genug vertreten, deren Zielsetzungen und Aufgabenbereiche jenen der Adler Runde recht ähnlich scheinen. Jedes Mitglied der Tiroler Adler Runde führt erfolgreich ein oder mehrere Unternehmen. Der Erfolg wird nicht dadurch erreicht, dass man in die Fußstapfen anderer tritt, sondern indem man selbst Spuren hinterlässt. Wir alle lieben unser Land, die Zukunftssicherung


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des Wirtschaftsstandortes ist uns wichtig. Tirol ist längst keine Insel der Seligen mehr – wir liegen mitten in Europa und damit im Brennpunkt der europäischen Krise. Es geht hier nicht um Konkurrenz zu bestehenden Institutionen – es geht um Ideen und um ein wertschätzendes Miteinander. Welche drei konkreten Punkte laufen Ihrer Meinung nach in der Tiroler Wirtschaftspolitik schief ? Im Zweifel für die Wirtschaft – das geflügelte Wort von Ferdinand Eberle gilt nicht mehr. Damit fehlt die Wirtschaftsgesinnung und Unternehmer sind immer öfter Bittsteller. Wir brauchen Unternehmergeist in der Tiroler Politik – d. h. klare Ziele und jährliche Überprüfung des Erreichten und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für die

Das ist nicht hochpolitisch, sondern selbstverständlich für Unternehmer, die Tag für Tag im Kampf der Wirtschaft stehen. Dementsprechend sollte darauf nicht empfindlich reagiert, sondern gemeinsam an einem Strang für die Zukunft dieses Landes gezogen werden. Im in den Medien inserierten „Offenen Brief“ am 23.06.2012 hieß es unter anderem, Tirol brauche eine neue politische Kultur. Ist das bloße Stellen von Forderungen nicht zu wenig? Warum macht die Adler Runde nicht selbst Politik und kandidiert bei Wahlen? Unter einer neuen politischen Kultur verstehen wir, dass sich ALLE Parteien nicht in provinziellem Parteigezänk verlieren, sondern dass dem Wahlauftrag entsprechend gearbeitet wird. Unsere Kernkompetenz ist das erfolgreiche Wirtschaften. Man muss in die-

„die idee, den start-uP-Fonds zu gründen, entstand 2010. sie basierte auF der tatsaChe, dass Jungunternehmer immer grössere Probleme haben, bankenFinanzierungen zu bekommen. mittlerweile hat siCh der start-uP-Fonds an drei Jungunternehmen Finanziell beteiligt.“ Ingeborg Freudenthaler

vielen Klein- und Mittelunternehmen Tirols. Denn sie bilden das Rückgrat der Tiroler Wirtschaft. Ein Beispiel sind Genehmigungen – hier braucht es konzentrierte Verfahren: alle Beteiligten zu Beginn an einen Tisch, rasche Abhandlungen, keinen endlosen Schriftverkehr, in dem immer wieder ein Papier gefordert wird, rasche Entscheidungen. Das spart letzten Endes auf beiden Seiten – Behörde und Wirtschaft – Zeit und Geld. Wir brauchen hervorragend ausgebildete und geschulte Beamte, deren Ziel es ist, gemeinsam mit den Unternehmen Projekte umzusetzen und nicht zu verhindern. Die Adler Runde ist stolz darauf, dass keine Politiker zu ihrem Kreis gehören. Sie betätigt sich aber selbst hochpolitisch. Wie passt das zusammen? Die Mitglieder haben ihre Betriebe in diesem Land und sind daran interessiert, dass die Herausforderungen der Zukunft angenommen werden. Wir wünschen uns eine leidenschaftliche Politik mit einer Kultur der besten Köpfe und erlauben uns, Verbesserungspotential aufzuzeigen bzw. Ideen einzubringen.

sem Land zur Kenntnis nehmen, dass nicht jeder politisch Interessierte gleich zur Kandidatur aufgefordert werden sollte. Niemand würde auf die Idee kommen, wenn sich jemand für klassische Musik interessiert, gleich Opernsänger zu werden oder für Fußball ein Fußballspieler – also lassen wir die Kirche im Dorf. Außerdem sollte man bei einer Wahlbeteiligung von knapp 50 % mehr wie froh über politisch interessierte Menschen sein.

Die Adler Runde ist weder eine gewählte Partei noch eine gesetzliche Interessenvertretung. Auf welche Legitimation stützen Sie sich bei ihren Forderungen? Politiker werden vom Volk gewählt und sind diesem verpflichtet. Sie werden mit öffentlichem Geld bezahlt. So gesehen hat jeder Bürger dieses Landes das Recht, seine Meinung über diese Arbeit zu äußern – eine Legitimation ist dafür wohl nicht erforderlich. Das ist gelebte Demokratie. Wenn ein Mitarbeiter aus unseren Unternehmen seine Meinung äußert, sind wir als Unternehmer froh darüber und setzen uns mit den Forderungen auseinander. Dasselbe erwarten wir von der Politik. Zu welcher im Landtag kandidierenden Partei fühlt sich die Adler Runde ideologisch am nächsten – und zu welcher besteht die größte Differenz? Wir fühlen uns denen am nächsten, die im Zweifel für die Wirtschaft handeln und uns berechenbare Rahmenbedingungen bieten, damit wir erfolgreich arbeiten können, um die Zukunft unserer Unternehmen zu sichern und die Arbeitsplätze zu erhalten bzw. auszubauen. Wie sehen Sie die Rolle der Adler Runde bei der kommenden Landtagswahl? Wird es eine Wahlempfehlung oder ein Forderungsprogramm an den Landtag geben? Die Bürger dieses Landes sind mündig. Sie wissen selbst, wem sie ihre Stimme geben. Abschließend: Welche Schwerpunkte verfolgt die Tiroler Adler Runde 2013? Jedes Mitglied der Adler Runde wird den Schwerpunkt auf ein erfolgreiches Wirtschaften legen, um die Unternehmen langfristig abzusichern und die Arbeitsplätze zu erhalten. Und selbstverständlich werden wir uns weiterhin mit Ideen für dieses Land zu Wort melden.

tiroLEr adLEr rUndE

Gegründet wurde die Tiroler Adler Runde im Jahr 2003. Sie beschreibt sich selbst als „Plattform, die sich als eine Ideenschmiede-Plattform sieht und die Schnittstelle zwischen Politik, Wirtschaft und Menschen bildet, um Tirol als Wirtschaftsstandort zu stärken, KMUs die Möglichkeit des Aufbaus zu geben, den Förderdschungel zu sortieren und den Mensch & die Wirtschaft in den Vordergrund zu rücken“. Mitglieder: 37 (Ingeborg Freudenthaler, Sonja Huber, Gretl Patscheider *, Arthur Bellutti, Thomas Bodner, Herbert Empl – Vizepräsident, Erich Geisler – Präsident, Peter A. Grüner, Karl Handl, Christian Harisch, Richard Hauser, Bernhard Heitzmann, Hannes Hess, Bernhard Hörtnagl, Reinhold Karner, Walter Kastlunger, Andreas Kröll, Hubert Lagg, Georg Marberger, Klaus Mark, Hans Jörg Mölk, Norbert Mühlburger, Ludwig Obwieser, Klaus Ortner, Michael Pfeifer, Anton Pletzer, Stefan Recheis, Hans Rubatscher, Christian Ruetz, Manfred Santner, Josef Schett*, Gerhard Stocker, Hans von der Thannen, Franz Thurner, Fritz Unterberger, Hannes Winkler) *) Gretl Patscheider und Josef Schett haben ihre Mitgliedschaft derzeit ruhend gestellt, da sich beide dazu entschieden haben, bei den kommenden Landtagswahlen für die Liste „Vorwärts Tirol“ zu kandidieren.

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Leiden(schaft) im Zillertal „Passion“, zu Deutsch Leidenschaft, ist die Markenbotschaft des Zillertales, das dem Tiroler Tourismus als größte Ferienregion der Alpen jährlich die meisten Nächtigungen beschert. Im Tourismusjahr 2012 hat das Zillertal die 7-Millionen-Marke an Gästeübernachtungen überschritten. Leidenschaftlich sind aber auch die Diskussionen, die im Zillertal geführt werden – verwunderlicherweise gerade um einen der Hauptverantwortlichen dieser Erfolgszahlen: den Geschäftsführer der Zillertal Tourismus GmbH, Gernot Paesold. // Text: Barbara Liesener, Fotos: Julia Türtscher


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Wir haben mit Gernot Paesold über das Zillertal im Allgemeinen und seine dortige Rolle im Besonderen gesprochen.

Eco.nova: Sie sind seit Frühjahr 2006 Geschäftsführer der Zillertal Tourismus GmbH. Wie wird das Zillertal touristisch vermarktet und wie hat es sich im 5-JahresVergleich entwickelt? gErnot paEsoLd: Das Zillertal wurde in insgesamt vier Tourismus- bzw. Regionsverbände untergliedert, die Erste Ferienregion Fügen-Kaltenbach, der Zillertal Arena Zell-Gerlos, Mayrhofen/Hippach und TuxFinkenberg. Diese TVBs sind primär für die infrastrukturelle Entwicklung und Organisation von Veranstaltungen zuständig. Die Zillertal Tourismus GmbH wurde als Vermarktungsgesellschaft für das gesamte Zillertal gegründet und ist vor allem für das Marketing in den internationalen Märkten zuständig. Betrachtet man die Zahlen seit Gründung 2006, so bestätigen diese eindrucksvoll den Zillertaler Weg. Wir konnten als eine der wenigen Regionen Österreichs von 2006 bis 2012 zweistellige Zuwächse verzeichnen, unsere Nächtigungen stiegen in diesem Zeitraum um 11 %. Mit dem Tourismusjahr 2012 konnte die Sieben-Millionen-Nächtigungsmarke erstmals überschritten werden, womit wir als Tal mehr Nächtigungen erzielen konnten als vergleichsweise ganz Oberösterreich mit insgesamt 6,9 Mio. Nächtigungen/Jahr oder mehr als doppelt so viele wie das Burgenland mit rund 3 Mio. Nächtigungen/Jahr. Wir befinden uns auf dem Nächtigungsniveau von Bundesländern! Das Zillertal alleine ist für 16 % der gesamten Tiroler Nächtigungen verantwortlich und trägt damit erheblich zur touristischen Wertschöpfung in Tirol bei. Wie läuft die aktuelle Wintersaison und die vergangene Sommersaison und wie ist das Verhältnis Winter/Sommer? Beide Saisonen sind bzw. waren sehr gut! Dass wir im Tourismusjahr 2012 die Sieben-Millionen-Marke überschreiten konnten, verdanken wir einerseits unseren lang-

fristigen und frühzeitigen Investitionen zur Stärkung der Sommersaison und vor allem unserem steten Engagement, den internationalen Wintergast auf sehr hohem Niveau halten zu können. Im Sommer verzeichnen wir rund 2,6 Mio. Nächtigungen und im Winter 4,4 Mio., wobei Winter- und Sommersaison fließend ineinander übergehen. Durch den Gletscher verfügen wir über ein Ganzjahres-

bild schaffen. Dieses versuchen wir in unserem Marketing konsequent umzusetzen – z.B. in Kommunikation und Sponsoringaktivitäten oder im Bereich des Online-Marketings. Wie die generelle Entwicklung im Tourismus – belegt durch aktuelle Studien (MCI, Basel) – auch bestätigt, sind es jene Destinationen, die ein gutes Markenbild haben, dieses klar positionieren und in Fol-

„nur Jene touristisChen destinationen, die ein authentisChes markenbild haben und dieses klar Positionieren, sodass sie Vom gast auCh als marke wahrgenommen werden, werden langFristig wirtsChaFtliCh erFolgreiCh sein!“ Gernot Paesold

skigebiet und durch die generell hoch gelegenen Skigebiete über Schneesicherheit – einer der größten Vorteile unseres Tales, vor allem in Hinblick auf Befürchtungen zum Thema Klimawandel/globale Erwärmung künftiger Jahrzehnte. Was sind Ihre Hauptherkunftsmärkte und mit welchen Themen werben Sie für das Zillertal? Deutschland ist unser Hauptherkunftsmarkt und wir sind froh, dass wir entgegen dem allgemeinen Tirol-Trend der vergangenen Jahre die Nächtigungen aus Deutschland immer auf über 50 % halten konnten. Wichtige Herkunftsmärkte sind auch die Niederlande, Belgien, Großbritannien und – vor allem im Winter – die osteuropäischen Staaten. Der Kernwert der „Marke Zillertal“ ist „Leidenschaft“. Wir agieren sehr stark mit Wertefeldern wie Tradition, Natur und Lebensfreude und konnten ein authentisches und von den Zillertalern gelebtes Marken-

ge vom Gast auch als Marke wahrgenommen werden, die im Tourismus die größten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten haben. Der LAbg. und Kaltenbacher Bürgermeister Klaus Gasteiger lobte in einem Interview Ihre Arbeit sehr und sieht sie auch in direktem Zusammenhang mit der steigenden Nächtigungsbilanz des Zillertales von plus 10 % pro Jahr (real plus 700.000 Nächtigungen) seit Beginn Ihrer Tätigkeit im Jahr 2006. Nun haben Sie neben starken Befürwortern mit den Zillertaler Seilbahnern auch scharfe Kritiker im Tal, die aus gemeinsamen Marketingaktivitäten ausgestiegen sind und sogar drohen, extra Zahlungen für die Zillertal Tourismus GmbH ganz einzustellen, sollten Sie auf Ihrem Posten bleiben. Am messbaren Erfolg Ihrer Arbeit kann’s offensichtlich nicht liegen, was glauben Sie, woran dann? Dazu möchte ich vorab sagen, dass eine so erfolgreiche Bilanz wie die unsere nur durch eco.nova

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die professionelle und gemeinschaftliche Zusammenarbeit aller für den Tourismus Verantwortlichen möglich ist. Dazu gehören die Zillertaler Beherbergungsbetriebe vom Privatzimmervermieter bis zum 5-Sterne-Hotel, die Gemeinden, Tourismusverbände und natürlich die Bergbahnen, die alle unermüdlich in Infrastruktur, Qualität und Ausstattung ihrer Betriebe und Anlagen investieren! Dass das Zillertal zu einer so starken Destination und bekannten Marke geworden ist, liegt nicht zuletzt auch an der Bevölkerung, den „Zillertalern“, die den Tourismus lieben und leben und den Gästen keine aufgesetzte, sondern echte Gastfreundschaft entgegenbringen. Durch Gründung der TVBs und der Zillertal Tourismus GmbH wurde die Basis geschaffen und es ist gelungen, die verschiedenen Leistungsträger auf eine gemeinsame Linie zu bringen, sodass sich die „Marke Zillertal“ erst bilden konnte. Im Rahmen der von uns ausgearbeiteten Konzepte konnten die verschiedensten Projekte mit Beteiligung der Zillertaler Partner sehr erfolgreich umgesetzt werden. Der Zillertal Truck, unser Fußball-Engagement, das Zillertal-Magazin oder der gemeinsame Schützenauftritt bei den Olympischen Spielen in London 2012 sind nur einige der zahlreichen Aktionen der letzten Jahre, die sehr erfolgreich und auch identitätsstiftend verlaufen sind. All diese Aktionen stärken die Marke Zillertal und haben ihren berechtigten Anteil am Gesamterfolg des Tales. Die Zillertal Tourismus GmbH muss als Vertreter aller Leistungsträger agieren und es ist nicht leicht, allen gleich gerecht zu werden. Die Vorstellungen der Bergbahnen gehen nicht immer konform mit jenen der anderen Touristiker oder auch mit meinen als Geschäftsführer der Zillertal Tourismus GmbH. Dies führte und führt mitunter zu leidenschaftlichen Diskussionen, die dann nach außen das Bild grober Uneinigkeit vermitteln. Dass diskutiert wird, ist aber wichtig und

richtig und hat in der Vergangenheit oft schon zu den besten Entscheidungen geführt. Die Zillertaler Seilbahnunternehmen sind enorm engagiert und außerordentlich erfolgreich mit ihren Projekten. Trotzdem müssen wir als Vermarktungsagentur des gesamten Tales auch die Interessen der anderen Leistungsträger wie z. B. der Beherbergungsbetriebe berücksichtigen. Vor allem aber müssen wir immer den Gast im Fokus haben und dessen Urlaubsbedürfnisse erfüllen! Bei allen geführten Diskussionen sind sich sämtliche Beteiligten aber darüber einig, dass unser erfolgreicher Weg nur gemeinsam fortgesetzt werden kann,

Beruflicher Werdegang Gernot Paesold

1995–1998: Assistent der Geschäftsleitung Bank Austria Trading Company 1999–2005: Leiter CRM BMW Group (PKW, Motorrad, Bank, After Sales) und Launch Manager MINI, BMW Group Austria 2006–aktuell: Geschäftsführer Zillertal Tourismus GmbH, Vermarktungsorganisation der größten Ferienregion der Alpen

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denn ein nachhaltiger Erfolg in einer Region kann nur bei Topleistungen in der gesamten touristischen Angebotskette erzielt werden. Der Erfolg in nur einem Glied der Tourismusdienstleistungskette erreicht keine Nachhaltigkeit, wie aktuelle Beispiele zeigen! Wenn sich darüber alle einig sind, bedeutet das, dass die IG Seilbahnen (Vereinigung aller Zillertaler Seilbahnen) bei den Marketingaktivitäten der Zillertal Tourismus GmbH jetzt wieder einsteigen? Das heißt im konkreten Fall, dass Touristiker und Bergbahnen gerade gemeinsam ein Konzept für den Winter 2013/14 ausarbeiten. Die Österreichische Hoteliervereinigung und namhafte Touristiker warnen vor einer „Bettenblase“ im Tourismus, da die Zahl der Gästebetten in Tirol um 15 bis 20 % zu hoch sei und daher Überangebot und Dumpingpreise drohen. Wie sehen Sie das? Ich beantworte das für das Zillertal. Derzeit haben wir im Zillertal rund 50.000 Gästebetten


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zahLEn dEr aKtUELLEn wintErsaison: zillertal Dez. 2012 Nov. & Dez. 2012 tirol Dez. 2012 Nov. & Dez. 2012

Ankünfte Nächtigungen + 7,1 % + 5,3 %

+ 11,7 % + 8,6 %

+ 5,4 % + 6,4 %

+ 9,2 % + 7,7 %

Nächtigungsentwicklung im Zillertal: 2006: 6.306.114 Nächtigungen 2012: 7.042.140 Nächtigungen PLUS von 736.026 Nächtigungen Umfrage zur Markenbekanntheit: (Quelle: Tiscover)

Zillertal: 25 % Salzburg: 22 % Kitzbühel u. Kärnten: 15 %

im Vergleich zu 2006 mit 47.000 Betten. Man muss sich bei dieser Fragestellung aber auch immer die Strukturen ansehen. Bei uns wurde vor allem in bessere Ausstattung und größere und schönere Zimmer investiert. Viele Betriebe konnten sich in dieser Zeit sehr erfolgreich positionieren und für die Gäste unterschiedliche Nutzengewinne erzielen, weshalb die reine Erhöhung der Bettenanzahl nicht im Vordergrund steht. Dass ein Tal wie das Zillertal über eine komplexe Bettenstruktur verfügen muss, vom Privatzimmervermieter bis hin zum 5-SterneBetrieb, liegt auf der Hand, und wie die Zahlen belegen, haben unsere Betriebe auch eine sehr gute Auslastung hinsichtlich Nächtigungen und Aufenthaltsdauer! Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt im Zillertal mit 5,2 Tagen übrigens deutlich über dem Tirol-Schnitt mit 4,0 Tagen. Die Gefahr des Preisdumpings sehe ich für das Zillertal auch nicht. Eine letzte Frage: Was sagen Sie zu dem im Vorfeld nicht unumstrittenen und sich gerade im Bau befindlichen Großprojekt Golf-

platz Uderns der Schultz-Gruppe, das im Frühjahr 2014 fertiggestellt werden soll? Das Zillertal ist geradezu prädestiniert für einen Golfplatz und wir sind stolz, bald einen eigenen zu haben. Ein Platz im Zillertal schließt für den Golfer das Dreieck Mittersill, Achensee, Zillertal, wo die Distanzen bisher doch groß waren. Mit einem Golfplatz in Uderns am Taleingang wurde diese Lücke geschlossen. Wer den Unternehmer Heinz Schulz kennt, weiß, dass er nur Topprojekte

realisiert – nehmen wir als Beispiel die Wedel- oder die Kristallhütte. Ein Golfplatz bereichert die Infrastruktur des Tales und fügt sich harmonisch in das Zillertaler Sommerangebot ein. Sehr zu begrüßen ist auch, dass wir mit Heinz Schultz eine Regelung gefunden haben, wodurch alle Gäste des Zillertales den Platz zum Vorteilspreis (Tages-Greenfee) bespielen können. Bereits ab Mai/Juni 2013 werden wir Platzreifekurse auf drei Bahnen anbieten können.

„das zillertal maCht alleine 1 % der gesamten tiroler näChtigungen. Von der grössenordnung her beFinden wir uns auF dem näChtigungsniVeau Von bundesländern!“ Gernot Paesold

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Durch die Platzierung des 42 Meter hohen Turms im Ostteil des Gebäudes behält der Raum vor dem Sillpark seine Offenheit.

Neue Landmark für Innsbruck

Amraser StraSSe bekommt neue architektonische Identität Einstimmig entschied sich die Expertenjury bei dem von der PEMA Gruppe und der Stadt Innsbruck ausgeschriebenen internationalen Architektenwettbewerb für das Projekt des Innsbrucker Architekturbüros LAAC. Rund 45 Millionen Euro wird PEMA-Eigentümer Markus Schafferer in die architektonische Neugestaltung der Amraser Straße 2-4 investieren. // Fotos: P8 HOFHERR, LAAC, Martin Vandory

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emeinsam mit Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Planungs-Stadtrat Gerhard Fritz und dem Architektenduo Kathrin Aste und Frank Ludin stellte PEMA-Eigentümer Markus Schafferer das Siegerprojekt im Jänner vor. „Die Möglichkeit zu haben, das Stadtbild im Umfeld von Headline weiterzuentwickeln und somit auch prägen zu dürfen, ist eine spannende Herausforderung. Wie schon bei Headline ist es unser Ziel, ein Gebäude mit Mehrwert zu errichten. Darunter verstehen wir einen Mehrwert für die Mieter, für den Stadtteil und die künftigen Nutzer. Zudem muss die Immobilienlösung den Bedürfnissen der Stadt entsprechen. Wir sind überzeugt, dies wird mit dem ausgewählten Projekt gelingen“, erklärt Markus Schafferer.

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Multifunktionales Geschäfts- und Wohngebäude

Das Siegerprojekt besteht aus einem transparenten Sockel, einem darauf aufbauenden Turm und einem dazwischen liegenden Forum. Im unteren transparenten Bereich wird eine moderne Einlaufsmeile entstehen. Zwischen dem sockelartigen Baukörper und dem Turm wird eine öffentlich zugängliche Freiluftebene errichtet, die den Bürgern als Treffpunkt dienen und zum Verweilen einladen soll. Auf der Ostseite des Sockelbaus wird der Turm des Gebäudes rund 42 Meter in den Innsbrucker Himmel ragen. Seine facettierte Oberfläche lässt die zehn Geschoße optisch ineinander verschwimmen. „Für uns waren zwei Aspekte bei der Gestaltung des Entwurfs von besonderer Bedeutung: Einerseits wollten wir mit der Planung des Turms auf der Ost-

seite des Gebäudes – in Richtung Stadtteil Pradl – die räumliche Offenheit im Bereich Sillpark weiterhin gewährleisten. Andererseits war uns das Einrichten dieses öffentlichen und einladenden Freiraums ein besonderes Anliegen, um hier der Bevölkerung einen konkreten Nutzen zu bieten“, erklärt das siegreiche Architektenduo Kathrin Aste und Frank Ludin. Auch Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer ist vom Mehrwert des Gebäudes für die Stadt überzeugt: „Das Projekt bietet hochwertige Flächen für Geschäfte und den Wohnbau sowie einen anspruchsvollen Treffpunkt für die Bürger und Besucher unserer Stadt. Es verbindet Pradl mit der Innenstadt und erweitert diese in Richtung Osten. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Aufwertung des Bahnhofsareals und somit der Entwicklung der Stadt Innsbruck“, so Oppitz-Plörer.


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moderner Architektur umsetzen können, die vollends akzeptiert werden. Headline gefällt laut IMAD-Studie 84 Prozent der Innsbrucker Bevölkerung und mehr als drei Viertel sehen in dem Gebäude eine Bereicherung für die Stadt. Ich bin überzeugt, dass auch unser neues Projekt einen breiten Zuspruch in der Bevölkerung haben wird. Gerade deshalb haben wir den Dialog mit der Stadt Innsbruck gesucht und die Verantwortlichen am Entscheidungsprozess wesentlich beteiligt. Die nun vorgestellte architektonische Lösung fügt sich optimal in die urbane Landschaft ein und nimmt die Gegebenheiten des Straßenzugs

„durCh die bauliChe neugestaltung des areals rund um den innsbruCker bahnhoF wollen wir einen mehrwert Für alle sChaFFen.“

optimal auf. Mit der 2.000 m2 großen Stadtterrasse in etwa elf Metern Höhe schaffen wir eine hochwertige öffentliche Freiluftebene, die den Bürgern als Treffpunkt dienen soll. Was sind die nächsten Schritte? Natürlich wollen wir so schnell wie möglich mit der Umsetzung des Projektes beginnen, allerdings sind dafür noch diverse Vorarbeiten nötig. Der Spatenstich soll im vierten Quartal dieses Jahres erfolgen. Spätestens zu Beginn des Jahres 2015 werden wir den Bau fertigstellen und seiner Bestimmung übergeben.

Vorhang auf: Stolz präsentieren die Architekten Kathrin Aste und Frank Ludin mit PEMA-Chef Markus Schafferer, Planungs-Stadtrat Gerhard Fritz und Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer das Siegerprojekt

drEi fragEn an marKUs schaffErEr

Herr Schafferer, vor gerade einmal drei Monaten haben Sie Headline eingeweiht und nun folgt das nächste Großprojekt in dessen unmittelbarer Nähe. Was treibt Sie an? Als Immobilienentwickler bin ich ständig auf der Suche nach interessanten Möglichkeiten, um spannende Projekte umzusetzen. Die Neugestaltung des Areals rund um den Innsbrucker Hauptbahnhof ist derzeit meine größte – aber auch schönste – Herausforderung. Die Realisierung des Siegerprojektes des Innsbrucker Architekturbüros LAAC, das sich gegen neun Mitbewerber durchgesetzt hat, wird ein weiterer Meilenstein in der Unternehmensgeschichte der PEMA Gruppe. Wie bei Headline wollen wir auch in der Amraser Straße ein prägendes Gebäude mit Mehrwert für alle Beteiligten errichten. Das geplante Gebäude mit dem 42 Meter hohen Turm setzt moderne architektonische Akzente. Wie sehen Sie die Akzeptanz des Projektes bei den Innsbruckern? Wir haben bereits mit Headline bewiesen, dass wir Großprojekte in zentraler Lage mit

Die öffentlich zugängliche Freiluftebene mit Gastronomiebereich bietet den Bürgern und Besuchern der Stadt Innsbruck einen besonderen Mehrwert.

zahLEn Und faKtEn

Investitionsvolumen: 45 Millionen Euro Höhe Turm: 10 Stockwerke, 42 m Nettogeschoßfläche pro Stockwerk im Turm: ca. 1.000 m2 Fläche Freiluftebene: ca. 2.000 m2 Ausbau unterirdisch: Tiefgarage mit ca. 200 Stellplätzen 

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streit um den „kommunalen geizhals“ Die Idee ist vielfach und jahrzehntelang erprobt: Viele Kleine tun sich zusammen, um gemeinsam ein Produkt zu bestellen. Durch die große Menge können sie folglich Rabatte herausschlagen. So sollte das auch bei der 2010 gegründeten Beschaffungsplattform des Tiroler Gemeindeverbandes, GemNova, laufen. Tut es, sagt der Verbandsobmann und Söldener Bürgermeister Ernst Schöpf (VP). Tut es absolut nicht, finden Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer (VP) und Landeshauptmann-Stellvertreter Gerhard Reheis (SP).// Text: Uwe Schwinghammer

nalen ‚Geizhals‘, schauen, wie hier die Preise sind. Und versuchen dann bei ihren Lieferanten auf eigene Faust die Preise zu drücken.“ Da die GemNova von einem Prozentsatz der ausver-

(BBG) gehen können, die ähnliche Leistungen anbietet. Schöpf: „Und es wird auch nicht alles über die Plattform laufen. Wenn am Heiligen Abend im Altersheim die Heizung aus-

„der Fonds war 2011 mit 0 mio. euro beFüllt, die Von den gemeinden kommen. da dürFen sie wohl über zwei Jahre 00.000 euro Für ureigenste belange wieder herausbekommen.“ Ernst Schöpf

GemNova-Verbandsobmann Ernst Schöpf sieht keinen Anlass zur Schelte und wähnt den Verlauf mit Anfangsverlusten im Plan

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akt ist, dass in etwas mehr als zwei Jahren eine Miese von 643.000 Euro aufgelaufen und 320.000 Euro aus dem Gemeindeausgleichsfonds in die GemNova geflossen sind. Für Ernst Schöpf ein völlig normaler Vorgang: „Bei einem Unternehmen, das neu gegründet wurde, sind Anfangsverluste doch typisch. Wir haben einen Wirtschaftsplan, dass wir nach fünf Jahren in den schwarzen Zahlen sind, und das werden wir 2014 oder vielleicht sogar schon Ende 2013 erreichen.“ Die Kosten, so Schöpf, entstünden durch ein Büro und fünf Mitarbeiter, die bei Gemeinden und zukünftigen Partnern „Klinken putzen“ gingen. Und inzwischen zeige die Werbetätigkeit auch Erfolg. Es seien fast alle Tiroler Gemeinden und schon zahlreiche namhafte Firmen mit im Boot. Schöpf gibt allerdings zu, dass viele Gemeinden sich den Betrieb der GemNova erst einmal anschauen würden: „Die verwenden die Plattform als eine Art kommu-

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handelten Rabatte leben soll, fehlt’s daher noch ein bisschen an den Einnahmen. Was das Geld aus dem Gemeindeausgleichsfonds angeht, versteht Schöpf die Aufregung jedoch überhaupt nicht: „Da schreien Leute, die es eigentlich besser wissen müssten. Der Fonds war 2011 mit 90 Millionen Euro befüllt, die von den Gemeinden kommen. Da dürfen sie wohl mit Fug und Recht über zwei Jahre 500.000 Euro für ureigenste Belange wieder herausbekommen. Ich sehe da keinen Anlass, dass die Gemeinden jetzt in gebückter Haltung gehen.“ Die Meinung von Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer könnte man mit den Worten „Idee gut, Ausführung gescheitert“ zusammenfassen. Für ihn ist es – übrigns ebenso wie für Gerhard Reheis – Zeit, die GemNova zuzusperren. Unter anderem fürchtet er, dass bei der Beschaffungsplattform Tiroler Kleinunternehmen nicht zum Zug kommen, weil sie bei den Preisen nicht mithalten können. Auch diese Angst will Schöpf entkräften. Gerade weil man Tiroler Unternehmen als Partner haben wollte, sei die GemNova gegründet worden. Sonst hätte man ja zur Bundesbeschaffungsagentur

fällt, dann wird man den örtlichen Installateur holen. Das ist ja logisch. Klar ist aber auch, dass die Regionalität Grenzen hat: Im Ötztal gibt es halt kein IT-Unternehmen und niemanden, der Klopapier oder Kopierpapier liefern kann. Also muss ich mir das von auswärts kommen lassen.“ Allerdings wolle man – im Gegensatz zur BBG – darauf achten, dass die Waren nicht „Made in China“ seien. Für Schöpf steht fest, dass die Gemeinden durch die GemNova jetzt schon mehr gespart haben, als diese gekostet hat. Und was die Schelte angeht, wähnt er reine Politik dahinter: „Man schlägt den Sack und meint den Esel.“ Sprich: Ziel der Angriffe sei in Wahrheit Schöpf und nicht die GemNova.

gEmnova

• Gegründet 2010 als Tochter des Tiroler Gemeindeverbandes. • Angebot: Einkauf, IT-Leistungen, Beratung, Services • Derzeitiger Mitarbeiterstand: 6 • Partner (Auszug): Banner Batterien, Belutti Planen, Daka, Elin, Empl, IKB, TIWAG, Raiffeisen Lagerhaus;


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städtebauliche meisterleistung Seit geraumer Zeit gönnt sich die Tiroler Landeshauptstadt ein vielbeachtetes Architekturprogramm. Dabei hat Innsbruck ein gravierendes Problem: Platzmangel. Deshalb legen Bürgermeisterin wie Stadtplanung viel Wert darauf, die ohnehin spärlich vorhandenen Flächen möglichst effizient zu nutzen. Mit seiner Filiale am Fürstenweg konnte der Nahversorger SPAR neben seinen Kunden auch die Stadt-Zuständigen überzeugen. // Text: Marina Kremser, Fotos: SPAR

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ie Verbindung von Wohn- und Geschäftsf lächen ist für jeden Bauherrn eine besondere Herausforderung, weil oft völlig konträre Interes­ sen der verschiedenen Parteien aufeinandertreffen. Baumeister Andreas Göttlicher hat es mit dem Projekt F42 am Innsbrucker Fürstenweg dennoch geschafft und mit dem Lebensmittelhändler SPAR einen kongenialen Partner gefunden. In Kombination mit dem Wohnbauprojekt wurde hier ein moderner, zeitgemäßer Nahversorger geschaffen und mit ihm ein Paradebeispiel für städtebauliche Nachverdichtung.

Lob von der stadtplanung

Ursprünglich war der SPAR-Supermarkt ein Flachbau. Als ein Umbau im Raum stand, war die erste Idee, das Gebäude komplett abzureißen und neu aufzubauen. Was zwar zu einer Modernisierung geführt, nicht jedoch das Platzproblem der Stadt Innsbruck gelöst hätte. Zahlreiche Gespräche und einen Architekturwettbewerb später wurde

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schluss­endlich eine Lösung präsentiert, die nicht nur die Verantwortlichen bei SPAR überzeugen konnte, sondern auch seitens der Stadtplanung und Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer viel Lob einbrachte. Entstanden ist ein Nahversorger, der alle Wünsche an Frische, Qualität und Vielfalt erfüllt und gleichzeitig homogen in ein Wohnbauprojekt integriert wurde. Sorgen, dass Geräuschentwicklungen zu den Anlieferzeiten auf die Bewohner störend wirken könnten, wurden zerschlagen, indem die Zeiten enstprechend angepasst wurden. SPAR-Geschäftsführer Dr. Christof Riss­ bacher: „Normalerweise bedeutet das Integrieren von Geschäfts- in Wohnf lächen immer einen Kompromiss. Mit diesem Projekt ist es uns gelungen, eine architektonische wie städtebauliche Meisterleistung zu vollbringen, mit der letztendlich wirklich jeder zufrieden ist: SPAR selbst, die Stadt Innsbruck und auch der Bauherr, der den Wohnbau durch einen Nahversorger entsprechend aufwerten und sinnvoll ergänzen und auf der anderen Seite auch gleich die

SPAR-Geschäftsführer Dr. Christof Rissbacher, Stadtrat Mag. Gerhard Fritz, Arch. DI Erika Schmeissner-Schmidt, DI Hans Peter Sailer und Bmst. Ing. Andreas Göttlicher

weniger beliebte Erdgeschoßf läche dauerhaft vermieten kann.“ Während des Umbaus blieb der Markt überdies dank perfekter Planung lediglich drei Monate geschlossen – was vor allem die SPAR-(Stamm-)Kundschaft freute.  SPAR-Supermarkt Fürstenweg Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. von 7 – 19 Uhr, Fr. von 7 – 19:30 Uhr und Sa. von 7 – 18 Uhr www.spar.at


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Prophylaxe für Steuerprüfungen & mehr ... Selbst den ehrlichsten Steuerzahler beunruhigt die Ankündigung einer Steuerprüfung. Tatsächlich bedeutet eine Steuerprüfung immer auch einen zusätzlichen Aufwand und ist daher eine Belastung. Mit der richtigen Vorbereitung und einer regelmäßigen Prophylaxe kann Ihnen aber im Grunde nichts Schlimmes passieren, denn . . . // Text: STB Dr. Verena Maria Erian, STB Raimund Eller und STB Mag. Eva Messenlechner, Foto: Foto Hofer

Es gibt keine Prüfung ohne Warnung

Zuallererst: Ohne Vorwarnung werden Sie nicht geprüft. Die Prüfung beginnt vielmehr mit einer Ankündigung zirka eine Woche vor ihrem Beginn. Jetzt müssen Sie und Ihr Steuerberater aktiv werden!

Wohl vorbereitet sein hilft

Es gilt, die Unterlagen vorzubereiten, zu sichten und nochmals im Hinblick auf steuerliche Zweifelsfragen auszuwerten. Dies ist besonders deshalb so wichtig, da sich auch Betrieb-

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sprüfer durch Aktenstudien und Internetrecherchen umfassend vorbereiten. Mit einer wirklich wirksamen Prophylaxe sollte allerdings schon viel früher begonnen werden:

Alljährliche Kontrollroutinen

Nach Erstellung des Jahresabschlusses sollten Kontrollroutinen des gesamten Rechenwerkes auf Plausibilität dahingehend erfolgen, ob der ausgewiesene Gewinn unter Berücksichtigung aller betrieblichen und außerbetrieblichen Geldflüsse überhaupt dazu reicht, den Lebensunterhalt der Familie zu bestreiten.

Steuererklärung und Lebensstandard

Das Finanzamt will wissen, ob Sie von dem, was Sie steuerlich als Ihr Einkommen erklären, überhaupt leben können. Geht sich diese Rechnung nicht aus, so muss es andere Geldquellen (Erbschaft, Schenkung, Kredit, Ersparnisse, Verkauf von privaten Wirtschaftsgütern etc.) geben, aus denen Sie Ihren Lebensunterhalt bestritten haben. Andernfalls nimmt die Finanz an, dass Sie von unversteuerten Geldern gelebt haben. Diese Rechenübung nennt man Mittelnachweis (Vermögensrechnung). Da die Prüfung durch


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das Finanzamt meist erst Jahre später stattfindet, kann es leicht passieren, dass Sie sich an gewisse Vorkommnisse nicht mehr erinnern können bzw. keine Unterlagen mehr dazu haben. Daher empfiehlt es sich, für jedes abgelaufene Jahr sofort bei der Jahresabschluss­ erstellung einen solchen Mittelnachweis zu erstellen. Manche Steuerberater führen diese Prophylaxe jährlich durch und bewahren Sie so davor, in die Falle zu tappen.

Auch privates Vermögen ist relevant

Dazu werden auch die Bankauszüge zu privaten Guthabens- und Darlehenskonten, Bauspardarlehensauszüge und Unterlagen zu Ihren Wertpapierdepots benötigt. Das Ergebnis dieser „Vorsorgeuntersuchung“ sollte in etwa dem tatsächlichen Aufwand für das tägliche Leben (Wohnen, Essen, Kleidung, Sport, Urlaub etc.) entsprechen.

Bei gröSSeren Abweichungen besteht Handlungsbedarf: a) Der errechnete Wert liegt unter dem Existenzminimum In diesem Fall haben Sie entweder öfter „vergessen“, Einnahmen zu erfassen, oder es gab doch noch andere Geldquellen wie Kredite, Schenkungen, Versilberung privaten Vermögens etc. Können Sie nicht erklären, wie Sie Ihren Lebensunterhalt bestritten haben, so droht Ihnen ein steuerlicher Supergau. Die Konsequenzen reichen von einer Ausweitung des üblichen Prüfungszeitraumes von 3 auf bis zu 7 Jahre, über Zuschätzungen zum bisher erklärten steuerlichen Einkommen bis hin zum Albtraum eines Finanzstrafverfahrens. b) Der errechnete Wert ist extrem hoch So erfreulich dies auch ist, Sie sollten eine Erklärung für den Verbleib des Geldes finden. Vielleicht gibt es noch Wertpapiere, die vergessen wurden in den Mittelnachweis aufzunehmen. Oder es gab sonstige größere private Ausgaben (Immobilientransaktionen, Jagdpacht etc.), die vorerst übersehen wurden. Haben Sie keine Erklärung, so könnte die Finanz auf im Ausland versteckte Wertpapierdepots mit möglicherweise nicht versteuerten Erträgen tippen. Auch dies wirkt sich auf den Verlauf einer Betriebsprüfung unangenehm aus und kann ebenso dazu führen, dass der Prüfungszeitraum unnötig verlängert und alles viel genauer unter die Lupe genommen wird und zusätzlich Kosten entstehen.

Solche Szenarien können mit der jährlichen Erstellung eines fundierten Mittelnachweises rechtzeitig analysiert und verhindert werden. Zudem liefert ein solcher Mittelnachweis wichtige Parameter für betriebswirtschaftliche Kennzahlen und Auswertungen:

Wirtschaftlicher Zusatznutzen

Dieselben Daten, die ohnehin für den Mittelnachweis gegenüber dem Finanzamt benötigt werden, können gleichzeitig auch für betriebswirtschaftliche Fragestellungen ausgewertet werden, wie folgt: •

• •

• • • • •

Woher kommt das Geld und wohin geht es? Dies ist vor allem dann interessant, wenn Sie sich wundern, warum von dem so hohen Gewinn so wenig Geld für Sie übrig geblieben ist. Wie viel Geld habe ich angespart? (Entwicklung Wertpapiere, Sparguthaben etc.) Wie viele Schulden habe ich zurückbezahlt bzw. inwieweit ist mein Verschuldungsgrad angestiegen? (Entwicklung Kredite/Darlehen) Welche Schulden habe ich und welche vertrage ich? Wie haben sich meine Fremdwährungskredite entwickelt? (Kursgewinne u. -verluste) Wie viele Jahre muss ich noch für meine Schulden arbeiten? Wie hoch ist das Familieneinkommen? Was kann ich mir leisten? Lebe ich über meine Verhältnisse?

Resümee

Haben Sie einen neugierigen Steuerberater, der sich auch für ihre Privatkonten interessiert? Gut so! Das bedeutet nämlich, dass Sie sich einer Kanzlei anvertraut haben, für die eine jährliche Mittelnachweisberechnung selbstverständlich ist. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die Gewinnermittlung durch eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung erfolgt. So haben Sie die Kontrolle über Ihre Geldflüsse und sind dem Finanzamt immer einen Schritt voraus. Darüber hinaus hat Ihr Steuerberater damit bereits wichtige Basisinformationen für eine wertvolle betriebswirtschaftliche Beratung gewonnen. Ergebnis sind individuelle Kennzahlen, die Ihnen Sicherheit geben und dafür sorgen, dass Sie Ihren gesamten Cashflow, sowohl betrieblich als auch privat, fest im Griff haben. 

Koproduktion der EMF TEAM TIROL STEUERBERATER GMBH und den ÄRZTESPEZIALISTEN vom TEAM JÜNGER: STB Dr. Verena Maria Erian, STB Mag. Eva Messenlechner, STB Raimund Eller, v. l.

CHECKLISTE STEUERPRÜFUNG

• Wann werden Sie geprüft? Die im Finanzcomputer installierten Prüfungsprogramme filtern bestimmte Auffälligkeiten heraus. Diese können zu einem Prüfungsauftrag führen. Wenn Sie schon länger als zehn Jahre nicht geprüft wurden, steigen Ihre „Chancen“. • Welcher Zeitraum wird geprüft? Meist die letzten drei Jahre, für die die Steuererklärungen bereits abgegeben sind. • Welche Information will der Prüfer? Sämtliche für die „Steuer“ relevanten Unterlagen, insbesondere Buchhaltung, Aufzeichnungen der Bareinnahmen, das gesamte Belegmaterial, Aufzeichnungen über Privatanteile, Verträge etc. Zudem müssen die Daten der Buchhaltung auf elektronischen Datenträgern zur Verfügung gestellt werden. Weiters können auch Erkundigungen bei Geschäftspartnern, Angestellten und anderen eingeholt werden (Kontrollmaterial). • Wo findet die Prüfung statt? Im Idealfall findet die Prüfung im Büro Ihres Steuerberaters oder im Finanzamt statt. Üblicherweise will der Betriebsprüfer aber auch Ihr Unternehmen besichtigen. Ihr Steuerberater sollte dabei auch anwesend sein! Sind entsprechende räumliche Voraussetzungen gegeben, so kann der Prüfer auch in Ihrem Unternehmen prüfen. • Wie lange dauert eine Prüfung? Dem Prüfer stehen im Allgemeinen 2 Wochen für die Prüfung zur Verfügung! Bei vollständigen Unterlagen, guter Vorbereitung und tatkräftiger Mitwirkung und Prüferbetreuung vermindert sich in der Regel die Prüfungsdauer.

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Gastgewerbepauschalierung NEU ab 2013 Die Gastgewerbepauschalierung wird von einer Vielzahl von kleineren Gastgewerbebetrieben in Tirol in Anspruch genommen, um die Einkommensteuer und Umsatzsteuer vereinfacht zu ermitteln. Für manche Betriebe hat sich aus der Pauschalierung auch ein großer Steuervorteil ergeben. Der Verfassungsgerichtshof hat die alte Regelung im letzten Jahr aufgehoben. Die neue Gastgewerbepauschalierung ab 2013 wurde kürzlich veröffentlicht. // Text: Mag. Sieghard Haslwanter, Mag. (FH) Birgit Breyner

Überblick

Die Gaststättenpauschalierungsverordnung hat in den letzten Monaten eine wechselvolle Geschichte erlebt. Begonnen hat es damit, dass der Verfassungsgerichtshof die alte Gaststättenpauschalierungsverordnung (aus dem Jahr 1999) mit Ablauf des 31.12.2012 als gesetzwidrig aufgehoben hat. Dann folgte eine Entscheidung des Unabhängigen Finanzsenates Innsbruck, der feststellte, dass auch für Zeiträume bis zum 31.12.2012 die Verordnung nicht mehr anzuwenden ist, da sie eine unerlaubte EU-Beihilfe darstellt. Das Bundesministerium für Finanzen hat in Erwiderung darauf mit Schreiben vom 17.9.2012 mitgeteilt, dass es die Auffassung des UFS Innsbruck nicht teilt. Nach Ansicht des BMF ist die alte Gaststättenpauschalierungsverordnung 1999 für alle Fälle bis zur

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Veranlagung 2012 anzuwenden. Zuletzt hat der Verwaltungsgerichtshof mit Erkenntnis vom 5.9.2012 den Anwendungsbereich der alten Gaststättenpauschalierungsverordnung 1999 noch deutlich reduziert, weil er für die Anwendung ein Mindestmaß an frisch zubereiteten Speisen verlangt. Die Abweichung zwischen tatsächlichen Gewinnen (Vorsteuern) und durch die alte Pauschalierungsverordnung 1999 ermittelten Gewinnen (Vorsteuern) hat in vielen Fällen (z.B. Après-Ski-Lokale) ein solches Ausmaß erreicht, dass der Verfassungsgerichtshof sich gezwungen sah, diese Regelung mit Ablauf 2012 aufzuheben. Um diese Betriebe in Zukunft nicht mit einer vollumfänglichen Gewinnermittlung zu belasten, hat die Finanzministerin eine Nachfolgeregelung veranlasst. Mit Verordnung

vom 21.12.2012 wurde die Gastgewerbepauschalierung mit Wirkung ab der Veranlagung für das Kalenderjahr 2013 neu geregelt. Die neue Pauschalierung ist keine Vollpauschalierung (Gewinnpauschalierung) mehr, sondern nur eine erweiterte Betriebsausgabenpauschalierung. Eine pauschale Ermittlung von Vorsteuerbeträgen sieht die neue Verordnung nicht mehr vor.

Anwendungsvoraussetzungen

Die neue Pauschalierung ist anwendbar auf Betriebe, für die eine Gewerbeberechtigung für das Gastgewerbe (§ 111 GewO 1994) erforderlich ist und während des gesamten Wirtschaftsjahres vorliegt. Voraussetzungen für die Inanspruchnahme sind weiters, dass keine Buchführungspflicht besteht


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und auch nicht freiwillig Bücher geführt werden, die Umsätze iSd § 125 BAO im Vorjahr nicht mehr als EUR 255.000,– betragen und aus der Steuererklärung hervorgeht, dass der Steuerpflichtige von der Pauschalierung Gebrauch macht.

Gewinnermittlung

Die Betriebsausgaben können unter Zugrundelegung eines Grundpauschales, eines Mobilitätspauschales und eines Energie- und Raumpauschales ermittelt werden. Bemessungsgrundlage für alle Pauschalen sind die Umsätze iSd § 125 Abs 1 BAO. Voraussetzung für die Berücksichtigung des Mobilitätspauschales ist die Inanspruchnahme des Grundpauschales; Voraussetzung für die Berücksichtigung des Energie- und Raumpauschales ist die Inanspruchnahme des Grundpauschales sowie das Vorliegen von außerhalb des Wohnungsverbandes gelegenen Räumlichkeiten, die der Ausübung des Gastgewerbes dienen. Das Grundpauschale beträgt 10 % der Bemessungsgrundlage, mindestens EUR 3.000,– und höchstens EUR 25.500,–; beträgt die Bemessungsgrundlage weniger als EUR 30.000,– darf durch den Ansatz des Pauschalbetrages von EUR 3.000,– kein Verlust entstehen. Unter das Grundpauschale fallen auch Aufwendungen und Ausgaben für ein im Wohnungsverband gelegenes Arbeitszimmer sowie Einrichtungsgegenstände der Wohnung. Neben dem Grundpauschale dürfen nur berücksichtigt werden: Ausgaben für Waren, Ausgaben für Personal und Fremdlöhne, Pflichtversicherungsbeiträge, Ausgaben für Aus- und Fortbildung von Arbeitnehmern und für im Betrieb tätige Personen, Absetzung für Abnutzung und Buchwertabgänge, Ausgaben für Instandsetzung und Instandhaltung, Ausgaben für Miete und Pacht von unbeweglichen Wirtschaftsgütern sowie von (Teil-)Betrieben, Fremdmittelkosten, Bildungsfreibetrag, Grundfreibetrag (Gewinnfreibetrag) sowie das Mobilitätspauschale oder die darunter fallenden tatsächlichen Aufwendungen und Ausgaben und das Energie- und Raumpauschale oder die darunter fallenden tatsächlichen Aufwendungen und Ausgaben. Das Mobilitätspauschale beträgt 2 % der Bemessungsgrundlage; dieses darf nicht hö-

her als das höchste Pendlerpauschale sein, jedenfalls aber nicht höher als EUR 5.100,–. Unter das Mobilitätspauschale fallen folgende Aufwendungen und Ausgaben, soweit diese nicht Arbeitnehmer oder Personen betreffen, die für den Betrieb tätig sind: Ausgaben für KFZ-Kosten (insbesondere Abschreibung, Leasing, Kilometergeld), Ausgaben für Verkehrsmittel zur Personenbeförderung (öffentliches Verkehrsmittel, Taxi) und Reisekosten. Wird das Mobilitätspauschale nicht in Anspruch genommen, sind die genannten Aufwendungen und Ausgaben gesondert zu berücksichtigen. Das Energie- und Raumpauschale beträgt 8 % der Bemessungsgrundlage, höchstens aber EUR 20.400,–. Unter das Energie- und Raumpauschale fallen sämtliche Aufwendungen und Ausgaben aus Anlass der betrieblichen Nutzung von Räumlichkeiten, die der Ausübung des Gastgewerbes dienen. Nicht darunter fallen: die Absetzung für Abnutzung und Buchwertabgänge, Ausgaben für Instandsetzung und Instandhaltung sowie Ausgaben für Miete und Pacht. Wird das Energie- und Raumpauschale nicht in Anspruch genommen, sind darunter fallende Aufwendungen und Ausgaben gesondert zu berücksichtigen.

Änderung der Gewinnermittlungsart

Nimmt der Steuerpflichtige in einem Wirtschaftsjahr (Basisjahr) das Grundpauschale in Anspruch, ist er in den folgenden zwei Wirtschaftsjahren verpflichtet, ebenfalls das Grundpauschale in Anspruch zu nehmen und Aufwendungen, die unter das Mobilitätspauschale und unter das Energie- und Raumpauschale fallen, in gleicher Weise zu behandeln wie im Basisjahr. Geht der Steuerpflichtige von der Ermittlung der Betriebsausgaben unter Zugrundelegung der Gastgewerbepauschalierungsverordnung 2013 auf eine Buchführung (nach § 4 Abs 1 EStG) oder im Rahmen der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (nach § 4 Abs 3 EStG) auf die Geltendmachung der Betriebsausgaben nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften freiwillig über, ist eine erneute Ermittlung der Betriebsausgaben unter Zugrundelegung dieser Verordnung frühestens nach Ablauf von drei Wirtschaftsjahren zulässig.

Links: Mag. Sieghard Haslwanter, Steuerberater bei Deloitte bzw. Kapferer Frei Grüner Rechts: Mag. (FH) Birgit Breyner, Steuerberaterin bei Deloitte bzw. Kapferer Frei Grüner

Fazit

Die Gastgewerbepauschalierung NEU ab 2013 ist im Vergleich zur Gaststättenpauschalierung ALT weit weniger vorteilhaft. Die Ergebnisermittlung nach der Gastgewerbepauschalierungsverordnung 2013 ist kompliziert. Seitens des Steuerpflichtigen ist jedenfalls eine vollständige Aufzeichnung der Einnahmen und Ausgaben zu machen. Bei der Erstellung der Steuererklärungen ist eine Vorteilhaftigkeits-Vergleichsrechnung zwischen einer Ergebnisermittlung nach vollständiger Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und nach Pauschalierungsverordnung anzustellen, wobei auch die Bindungswirkungen zu beachten sind. Laut Pressemitteilungen will das Finanzministerium die Pauschalierung, die bislang nur für Gastgewerbebetriebe gilt, auf alle Kleinunternehmen mit einem Jahresumsatz bis EUR 255.000,– ausweiten; damit könnten diese statt wie bisher 10.000 rund 150.000 Unternehmen in Anspruch nehmen. Die Finanzministerin spricht von einem „Quantensprung an Verwaltungsvereinfachung sowohl für die Betriebe als auch für die Finanzverwaltung“. Dieser Euphorie der Finanzministerin kann jedoch nicht gefolgt werden. Eine Basispauschalierung für Kleinunternehmer hat es bisher schon gegeben. Eine Verwaltungsvereinfachung für die Steuerpflichtigen ist nicht erkennbar, da – wie im Vorabsatz bereits erwähnt – umfangreiche und komplizierte Vorteilhaftigkeits-Vergleichsrechnungen gemacht werden müssen. Kontakt & Info unter www.deloitte-tirol.at eco.nova

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recht.aktuell

KMUs aufgepasst: Neues zum „Bagatellkartell“ Der Gesetzgeber hat jüngst das „Kartell- und Wettbewerbsrechts-Änderungsgesetz 2012“ (KaWeRÄG 2012, BGBl I 13/2013) verabschiedet. Hinter diesem Unwort verbergen sich insbesondere Novellen zum Kartellgesetz 2005 („KartG 2005“) und zum Wettbewerbsgesetz („WettbG“), die mit 1. März 2013 in Kraft treten. // Text: Ivo Rungg/Johannes Barbist, Binder Grösswang Rechtsanwälte, Innsbruck

Ivo Rungg

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ie Reform nimmt auch und insbesondere kleine und mittlere Unternehmer (KMUs) ins Visier, indem sie die Regelungen für sogenannte „Bagatellkartelle“ verschärft und dem (grenzüberschreitend relevanten) europäischen Kartellrecht annähert. Wenngleich wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen und abgestimmte Verhaltensweisen zwischen Unternehmern in Österreich – unabhängig davon, ob sie in einem Wettbewerbsverhältnis („horizontale Kartelle“) oder einem Lieferanten-Kunden-Verhältnis („vertikale Kartelle“) stehen – seit langem grundsätzlich verboten sind, galt bis dato im KartG 2005 für KMUs eine recht großzügige Regelung. Vorausgesetzt, dass die an

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einem Kartell (z.B. in Form von Preisabsprachen zwischen Wettbewerbern oder Gebietsaufteilungen) beteiligten Unternehmen gemeinsam am österreichischen Markt einen Anteil von nicht mehr als 5 % und an einem allfälligen inländischen räumlichen Teilmarkt von nicht mehr als 25 % hatten, galten selbst gravierende Kartelle unterhalb dieser Schwellen als kartellrechtlich nicht sanktionierbar. In der Praxis führte diese „Bagatellgrenze“ dazu, dass gerade KMUs für sich einen „kartellrechtsfreien Raum“ definierten und so munter Preisabsprachen, Gebiets- und Kundenaufteilungen mit Wettbewerbern vereinbarten oder die Wiederverkaufspreise ihrer Händler verbindlich festlegen wollten. Aber bereits unter dem derzeit noch geltenden Regime entsprach dieses Freiheitsgefühl vielfach nicht der Rechtslage, zumal ja auch ein gemeinsamer Anteil am örtlichen bzw. regionalen Teilmarkt von knapp über 25 % bereits unzulässig war. Die Fahrschulen in Innsbruck können ein Lied davon singen, kamen sie doch wegen vermuteter Preisabsprachen ins Visier der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB); das Verfahren endete mit einem Vergleich und einer Geldbuße von insgesamt EUR 70.000,– Die Novelle zum KartG 2005 fasst die Ausnahme für Bagatellkartelle neu. So greift die Ausnahme nur für wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen oder aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen, wenn die beteiligten Unternehmer • bei horizontalen Kartellen am relevan-

ten Markt einen gemeinsamen Anteil von nicht mehr als 10 % haben bzw. • bei vertikalen Kartellen am relevanten Markt einen Anteil von jeweils nicht mehr als 15 % haben und die Wettbewerbsbeschränkung weder die Festsetzung der Verkaufspreise, die Einschränkung der Erzeugung oder des Absatzes noch die Aufteilung der Märkte bezweckt. Aus Compliance-Sicht ist Unternehmern generell – unabhängig von ihrer Größe – angeraten, jedenfalls keine „Hardcore-Kartelle“ zu vereinbaren. Mit anderen Worten: • Vereinbaren Sie mit Ihren Wettbewerbern keine Einkaufs- oder Verkaufspreise. • Machen Sie keine Gebiets- oder Kundenaufteilungen mit der Konkurrenz. • Stimmen Sie sich mit konkurrierenden Marktteilnehmern nicht über künftige Produktions- oder Vertriebsmengen ab. • Schränken sie Ihre unabhängigen Vertriebspartner nicht in Bezug auf die Wiederverkaufspreise ein. Unverbindliche Preisempfehlungen und Höchstpreise sind aber zulässig, sofern auf den Partner kein (wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher) Druck ausgeübt wird. Abgesehen davon kommt es auf die Anteile am relevanten Markt an. Auch hier sind unternehmerisches Wunschdenken und kartellrechtliche Beurteilung nicht immer deckungsgleich. KMUs und deren Organe sollten daher vorsichtig bleiben, um kartellrechtliche Sanktionen (Geldbußen) und Schadenersatzansprüche Dritter zu vermeiden.


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eiterbildung wird zunehmend als bereichernde Freitzeitbeschäftigung gesehen und das BFI Tirol folgt diesem Trend mit einem modernen und ansprechenden Layout und dem Slogan „Bildung. Freude Inklusive“. Mit hervorragenden Trainern und zeitgemäßen Bildungskonzepten ist das BFI Tirol die erste Adresse für Ihre Weiterbildung. Die zahlreichen Bezirksstellen bieten Ihnen bestes Service und eine große Kursauswahl auch in Ihrer Nähe. Besondere Neuerungen gibt es im Bereich Wirtschaft und Recht mit zusätzlichen Schwerpunkten und Inhalten im Bereich Mediation, Büromanagement und Führung. Das Angebot der Akademie für die Immobilienwirtschaft wurde um neue Fachthemen ergänzt und vertieft. Für Ausbildungsinteressierte im IT-Bereich wurde das Programm um Neuheiten bei Kursen zu Datenschutz,

Web und den Einsatz von MS Office erweitert. Für Teilnehmer der Hauptschule für Erwachsene stehen zusätzliche Kurszeiten zur Verfügung, im Bereich Wellness finden Sie nun vollständige Lehrgänge für den gewerblichen Einsatz. Hochkarätige Fachtagungen und Zusatzkurse zum Thema Sicherheitsfachkraft, Baurecht und Wohnbauförderung runden die technische Kurspalette ab. Auch die größte Sprachenvielfalt Tirols mit aktuell 28 Sprachen wird noch stärker an die Kundenbedürfnisse ausgerichtet. So gibt es weitere Deutschkurse für den beruflichen Einsatz, Intensivkurse für Maturanten und Studenten und spezielle Sprachmodule für Firmen. Bildung am BFI Tirol bietet Ihnen wesentlich mehr als nur Wissen. Das BFI Tirol ist Ihr perfekter Partner für die neue Lust am Lernen. Nutzen Sie das vielfältige Angebot und erleben Sie Bildung – Freude inklusive.

„nutzen sie das hoChQualitatiVe angebot am bFi tirol und erleben sie bildung – Freude inklusiVe.“ Mag. Dagmar Wresnik, Geschäftsführerin BFI Tirol

BFI Tirol Ing.-Etzel-Straße 7 6010 Innsbruck Tel. 0512/59 660 info@bfi-tirol.at www.bfi-tirol.at

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recht.aktuell

Immobilien-Due-Diligence Das verstärkte Interesse von institutionellen und privaten Investoren an Immobilienanlagen, direkt oder indirekt, führt naturgemäß zu vermehrten Transaktionen am Markt. Diese Transaktionen erfolgen in Form von An- und Verkauf von Einzelimmobilien, ganzen Immobilienpaketen (Portfolios) oder gesamten Immobilienunternehmen.

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ährend bei Einzeltransaktionen mit beschränktem Volumen die Erstellung eines Verkehrswertgutachtens, nach den bekannten nationalen und internationalen Wertermittlungsverfahren ergänzt um steuerliche Aspekte, zur Entscheidungsfindung für An- und Verkäufer meist ausreichend ist, so sind die Anforderungen an die Sorgfaltspflicht im Rahmen größerer Immobilientransaktionen umfänglicher. Dies resultiert zum einen aus der Pflicht zum sorgsamen Umgang mit anvertrauten Anlegergeldern, zum anderen aus der höheren Komplexität größerer Deals. Dieser erhöhten Sorgfaltspflicht wird über den strukturierten Ansatz der sog. Immobilien-Due-Diligence begegnet. Ziel ist es dabei, systematisch beschaffte Informationen zu den Immobilien/dem zu erwerbenden Unternehmen zu analysieren und zu bewerten. Auf Basis der so erhaltenen Ergebnisse wird die unternehmerische Entscheidung, die Einzelimmobilie, das Portfolio oder das gesamte Immobilienunternehmen betreffend, gefällt. Im Rahmen von Unternehmensfusionen, -an- und -verkäufen sind detaillierte Untersuchungen der betrachteten Unternehmen

Weitere Informationen

Advokatur Dr. Herbert Schöpf LL.M., Rechtsanwalt-GmbH, Arkadenhof, Maria-Theresien-Straße 34, 6020 Innsbruck, advokatur@dr-schoepf.at

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hinsichtlich ihres Wertes und der in ihnen steckenden Chancen und Risiken, die sog. Due Diligence, Standard. Die Due Diligence – wörtlich übersetzt die gebotene bzw. angemessene Sorgfaltspflicht – gibt dem Verkäufer/Erwerber eines Unternehmens/einer Immobilie eine strukturierte, definierte und umfängliche Betrachtung des Bewertungsgegenstandes. Sie dient darüber hinaus zur Beschränkung des Haftungsumfangs sowohl des durchführenden Dienstleisters als auch der Organe der beteiligten Unternehmen, dies gilt insbesondere auch im Zusammenhang mit der Prospekthaftung im Rahmen der Emission von Anlageprodukten (Sorgfalt des ordentlichen Geschäftsmannes nach § 25 GmbHG; Sorgfalt des ordentlichen Unternehmers – § 347 UGB; Sachverständigenhaftung nach § 1299 ABGB). Damit dient die Due Diligence über die Bewertung des Transaktionsgegenstandes hinaus auch zur Minimierung von Risiken, die aus dessen rechtlichem und wirtschaftlichem Umfeld kommen. Die Unterscheidung der Arten einer Due Diligence orientiert sich an zwei Fragen: • Wird gekauft oder verkauft? • Was wird verkauft – eine Immobilie oder ein Unternehmen? Naheliegend spricht man je nach Beantwortung der ersten Frage von einer Käufer- oder Verkäufer-Due-Diligence. Die Käufer-Due-Diligence dient zur Absicherung der gebotenen Sorgfaltspflicht

im Sinne einer Aufdeckung und Vermeidung von vermeidbaren Risiken. Die Verkäufer-Due-Diligence dient darüber hinaus zur Offenlegung von vorhandenen, aber meist nicht kurzfristig abrufbaren Informationen den Kaufgegenstand betreffend, die sich der Verkäufer im Nachgang zu einem Deal als Wissen zurechnen lassen muss. Im Zusammenhang mit der Beantwortung der zweiten Frage unterscheidet man zwischen Asset-Deal und Share-Deal. Der guten Ordnung halber ist anzumerken, dass die Beantwortung dieser Frage nicht ausschließlich das entscheidende Kriterium betreffend die Art der Transaktion ist, vielmehr muss eine Unterscheidung über den Erwerb einer Immobilie oder eines Unternehmens hinaus gemacht werden. Fragen, die Einzeloder Gesamtrechtsnachfolge u.Ä. betreffend, spielen letztendlich die ausschlaggebende Rolle. Um die Anforderung an die Sorgfaltspflicht erfüllen zu können, bedarf es im Regelfall einer Strukturierung der DueDiligence-Inhalte nach vier Komponenten: Technik, Finanzen, Recht, Steuern. Durch die strukturierte Transparenzschaffung im Zuge der Due Diligence ist es möglich, jegliche erkennbare Risiken zu bewerten, Hinderungsgründe für einen möglichen Deal herauszuarbeiten (K.o.-Kriterien), den Bedarf hinsichtlich expliziter Vereinbarungen im Sinne einer nachhaltigen Rechtssicherheit aufzuzeigen und die Basis für die Wertermittlung, das Unternehmen und die Immobilien betreffend, zu legen.


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sREAL: Österreichs gröSSter Privatimmobilienmakler Die sREAL wurde 1979 als Immobilienmaklergesellschaft der Erste Bank, sBausparkasse und Sparkasse gegründet und steht somit für die Größe und Seriosität der gesamten Sparkassengruppe. Mit rund 4.000 vermittelten Immobilien pro Jahr ist die sREAL Österreichs größter Privatimmobilienmakler.

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em sREAL-Kunden steht ein umfangreiches Angebot rund um die Immobilie zur Verfügung – von Kauf, Verkauf, Miete über Angebote für Investoren. sREAL Immobilien Tirol Harald Knoll, GF hat im Jahr 2011 365 ImsREAL Tirol Sparkassen Immobilien mobilien mit einer Gesamtsumme von 75 Mio. Euro erfolgreich vermittelt. Auch die Geschäftsentwicklung 2012 ist sehr zufriedenstellend, so dass etwas über 400 Immobilien erfolgreich vermitteln werden konnten.

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nelles Vermarktungspaket an den Start: Das geht von der Bewerbung im Internet über persönliche Angebote an vorgemerkte Kunden, Videos und Diashows in den Auslagen der Sparkassen und der sREAL Betriebsstätten bis hin zu unserer Zeitschrift sREAL aktuell.

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Die sREAL-Immobilien Tirol hat ihr Geschäftsfeld erweitert und bietet ihr fundiertes Wissen und ihre Marktkenntnis nun auch im Bereich Gewerbeimmobilien an. Firmen kaufen Gewerbeimmobilien nicht nur nach dem Kriterium des Gefallens, sondern nach unternehmerischen und ökonomischen Gesichtspunkten. Hier kommt es vor allem auf die Lage

bzw. den Standort, auf die Gebäudegröße und auf den Unternehmerbedarf an. sREAL Immobilien als 100%iger Bankenmakler bietet in diesem Bereich eine topgeprüfte Kundenkartei in Zusammenarbeit mit den Tiroler Sparkassen.

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Der Kauf und Verkauf besonderer Immobilien verlangt ein Maximum an Seriosität und Fachkompetenz. Erfahrung, sowie kompetente und einfühlsame Beratung sind dabei für einen renommierten Makler wie sREAL-Immobilien eine Grundvoraussetzung. Aktuell ist die Nachfrage nach hochwertigen Immobilien sehr groß und daher die Gelegenheit zum Verkauf derzeit besonders attraktiv. eco.nova

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Wissenschaft & Neue Märkte

Wolf-Preis für Physik 2013

Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und WK-Präsident Jürgen Bodenseer

ERFINDER-FÖRDERUNG Das Tiroler Patententwicklungsprogramm unterstützt Erfinder dabei, ihre Idee mittels Patent oder Gebrauchsmuster zu schützen. „Wir möchten die Patententwicklung ankurbeln und diejenigen fördern, die eine gute Idee oder ein tolles Produkt auf den Markt bringen wollen“, erklären Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer. Am Patententwicklungsprogramm können im Gegensatz zu anderen Technologieförderungen nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatpersonen teilnehmen. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, gewähren Land und Wirtschaftskammer finanzielle Unterstützung für Recherchekosten in internationalen Patentdatenbanken, Honorare von Patentanwälten, Anmeldegebühren und für den Bau eines Prototypen. Weiters werden Berater vermittelt und finanziert, die mit betriebswirtschaftlichem Wissen bei der Umsetzung bis zur Markteinführung helfen. Die Förderung umfasst einen Zuschuss von 30 bis 75 Prozent der anfallenden Kosten und hat eine Laufzeit bis zum Jahr 2018.

Quantenphysiker Peter Zoller Foto: C. Lackner

Der Innsbrucker Quantenphysiker Peter Zoller erhält gemeinsam mit dem spanischen Theoretiker Ignacio Cicac den Wolf-Preis für Physik 2013. Die beiden Preisträger verbindet eine langjährige intensive Zusammenarbeit. Unter anderem stammt von Cirac und Zoller die Idee für einen Quantencomputer, basierend auf der Wechselwirkung von Lasern mit kalten, in einer elektromagnetischen Fal-

le gespeicherten Ionen. In Grundzügen wurde diese Idee in den vergangenen Jahren bereits experimentell umgesetzt und zählt zu den erfolgversprechendsten Konzepten auf dem Weg zu einem skalierbaren Quantencomputer. Peter Zoller forscht und lehrt an der Universität Innsbruck und ist Wissenschaftlicher Direktor am Institut für Quantenphysik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Ignacio Cirac ist Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching. Vor seiner Berufung nach Deutschland war Cirac von 1996 bis 2001 Professor für Theoretische Physik an der Universität Innsbruck. Der Wolf-Preis wird seit 1978 vergeben und zählt heute in den Naturwissenschaften zu den angesehensten Wissenschafts­ preisen weltweit. Von den bisherigen 50 Physik-Preisträgern wurden 15 in den nachfolgenden Jahren mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Die Ehrung für die diesjährigen Preisträger findet im Mai 2013 durch den israelischen Präsidenten Shimon Peres in der Knesset in Jerusalem statt.

FORSCHUNG FÖRDERN Bereits zum 8. Mal unterstützte die Hypo Tirol Bank 2012 im Rahmen eines Förderungsprogramms heimische Wissenschaftler. Für den Preis konnten sich Teilnehmer aus den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen bewerben. Eine Fachkommission wählte dann die zwölf „Besten der Besten“. Vorstandsvorsitzender Dr. Markus Jochum überreichte die Förderzusagen Ende 2012. Die Hypo Tirol Bank fördert bereits seit mehreren Jahren Projekte im Wissenschafts- und Forschungsbereich.

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eco.mmentar

hightEch-thEmEn 2013 Anfang des Jahres veröffentlichte der deutsche Hightech-Verband BITKOM wieder das Ergebnis seiner jährlichen Trendumfrage in der ITK-Branche zu den wichtigsten HightechThemen 2013. Diesmal findet sich unter den Top-Themen auch das boomende Thema Big Data. 37 Prozent der befragten Unternehmen sehen Big Data als maßgeblichen Trend des Jahres. „Big Data ermöglicht die blitzschnelle Auswertung riesiger Datenmengen aus unterschiedlichsten Quellen. Damit sind völlig neue Analysen für wirtschaftliche oder wissenschaftliche Zwecke möglich“, erklärt BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. Das Thema Cloud Computing bleibt aber wie in den Vorjahren der Spitzenreiter mit 59 Prozent der Nennungen. Beim Cloud Computing erfolgt die Bereitstellung und Nutzung von IT-Leistungen nach Bedarf über Datennetze (in der „Wolke“) anstatt auf lokalen Rechnern. Dieser strukturelle Wandel betrifft die gesamte IT-Industrie und nahezu alle Anwender. Mit 48 Prozent sind mobile Anwendungen ein weiteres sehr wichtiges Hightech-Thema 2013. Ein Dauerbrenner ist mit 33 Prozent das wichtige Thema IT-Sicherheit. Im Zusammenhang mit der mobilen IT-Nutzung steht die Einbindung privat angeschaffter Geräte wie Smartphones in die IT-Umgebungen von Unternehmen und anderen Organisationen. Die IT-Branche spricht in diesem Zusammenhang von „Bring Your Own Device (BYOD)“, das 27 Prozent der ITK-Unternehmen als wichtige Herausforderung nennen. Social Media bleiben mit 22 Prozent ebenfalls ganz oben auf der Agenda.

startschUss für trigos 2013 Der Trigos ist eine österreichische Auszeichnung für Corporate Social Responsibility (CSR) und geht zum zehnjährigen Jubiläum eine Kooperation mit der Europäischen Kommission ein. Bewertet wird das ganzheitliche Engagement der Unternehmen im sozialen sowie ökologischen Bereich. Die Einreichfrist für den Trigos 2013 Tirol läuft noch bis 1. März. Teilnahmeberechtigt sind alle Unternehmen, die Mitglied der Wirtschaftskammer sind. Vergeben wird der Preis von einer Plattform aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Nachhaltigkeit und verantwortungsvolle Unternehmensführung zu fördern. Unternehmen können ihre Projekte online unter www.trigos.at einreichen. Alle Einreichungen in Tirol nehmen auch automatisch am TRIGOS Österreich teil. Durch die erstmalige Kooperation mit der Europäischen Kommission besteht auch die Chance auf den ersten „European CSR-Award“.

Dr. Gerhart Handle

Dr. Bernhard Huter

Dr. Wolfgang Sterzinger

sPezialisierung Versus ganzheitsmedizin Ohne Spezialisierung ist die moderne Medizin kaum mehr denkbar – sie birgt aber auch Gefahren. In der heutigen modernen Medizin ist es gerade in den operativen Fächern nicht mehr denkbar, dass ein Arzt alle Gebiete auf internationalem Spitzenniveau abdeckt. Somit ist bei der erforderlichen regelmäßigen Fortbildung und der operativen Ausführung vor allem schwieriger und seltener Eingriffe eine Spezialisierung notwendig, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Gerade bei der Einführung neuer Methoden wie der minimalinvasiven Hüftchirurgie ist dies durch die notwendige Einführung eines standardisierten Operationsablaufes nur mit einem Fachärzteteam, das sich schon lange mit der Endoprothetik (Kunstgelenke) beschäftigt, möglich. Vor der Operation steht allerdings die sehr wichtige Indikationsstellung zur operativen Versorgung; also die Überlegungen: Welche Vorteile bringt die Operation? Wenn mehrere Operationen anstehen: Welche bringt in der jetzigen Situation den größten Vorteil für den Patienten? Welche Operation ist zumutbar? Nur eine sachliche und wohlüberlegte Planung und Indikationsstellung führt auch zu einem guten postoperativen Ergebnis und einem zufriedenen Patienten! Die Gefahr der Spezialisierung besteht nun darin, dass der alleinige Spezialist nur sein Spezialgebiet sieht. Was nützt einem Patienten eine verbesserte Beweglichkeit der Schulter, wenn er wegen abgenützter Hüftgelenke den Weg zum Kühlschrank nicht zurücklegen kann – oder umgekehrt, wenn er trotz verbesserter Gehleistung wegen funktionsunfähiger Hände die Tür nicht öffnen kann? Gerade beim klassischen Rheumapatienten oder dem multimorbiden/mehrfachkranken orthopädischen Patienten (mehrere/viele Gelenke sind betroffen) ist die Beurteilung des gesamten Bewegungsapparates und die Beurteilung des Patienten in seinem Umfeld äußerst wichtig, um ein für den Patienten optimales Ergebnis zu erzielen und ihm so Mobilität und Selbständigkeit zu erhalten. Obwohl wir gerade in der Orthopädie und Rheumaorthopädie, die sich mit der Behandlung von traumatischen Folgeschäden und Erkrankungen des gesamten Bewegungsapparates befasst, dies von Grund auf gelernt haben, lässt sich eine Behandlung oft nur durch Absprache im Team bestmöglich umsetzen. Der optimale Ablauf muss also sein: Betrachtung des Patienten als Ganzes – Besprechung und Planung im Team – Versorgung durch den Spezialisten! Ein entsprechend orthopädisch ausgebildetes Team von Spezialisten gewährleistet so auch ganzheitlich orientierte Medizin am Bewegungsapparat!

wEitErE informationEn:

Die Orthopäden Bozner Platz 7, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/560056, www.dieorthopaeden.at

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start-uP-Finanzierung 2.0 In Zeiten, in denen Kreditfinanzierungen immer schwieriger werden, hoffen Unternehmensgründer und KMUs auf eine innovative Finanzierungsmethode: Crowdfunding. Immer mehr Internetplattformen werden gegründet, bei denen Kleininvestoren eine Geschäftsidee finanzieren. 2,8 Mrd. US-Dollar sind 2012 über Crowdfunding-Plattformen weltweit eingesammelt worden, Tendenz steigend. Auch in Österreich hält der neue Trend Einzug. Tiroler Experten begrüßen die Entwicklung, allerdings eignet sich Crowdfunding nicht für alle Geschäftsideen. // Text: Barbara Hoffmann


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„in zukunFt wird CrowdFunding neben den bewährten methoden siCherliCh standard sein, aber die klassisChen zugänge niCht Verdrängen.“ DI Gernot Bock, WK Tirol

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as deutsche Start-up Protonet entwickelt und baut leicht einzurichtende und einfach bedienbare Server für kleine und mittlere Unternehmen sowie Privathaushalte. Mit ihren Produkten, die den Cloud-Computing-Markt revolutionieren sollen, sorgten sie allerdings im vergangenen Jahr nicht für Schlagzeilen – sondern mit ihrer Finanzierungsmethode: Das Hamburger Jungunternehmen sammelte auf der Crowdfunding-Plattform Seedmatch in nur 48 Minuten 200.000 Euro von 216 Privatpersonen ein. Seit dem Launch von Seedmatch im August 2011 wurden bereits 28 junge Unternehmen erfolgreich finanziert und über drei Millionen Euro für Start-ups zusammengetragen. Welches Potential Crowdfunding hat, zeigt auch die kürzlich veröffentlichte Jahresbilanz der weltweit größten Crowdfunding-Plattform Kickstarter, die 2009 in den USA gegründet worden ist: 2012 haben hier 2.241.475 Menschen 319.786.629 US-Dollar gespendet und damit 18.109 Projekte finanziert. Kickstarter ist seit kurzem auch in Europa aktiv, vorerst allerdings nur in Großbritannien, und gehört wie viele weitere bekannte Crowdfunding-Plattformen zu der Gruppe, bei der nicht vorgesehen ist, dass die Kapitelgeber auch finanzielle Rückflüsse aus ihrer Beteiligung erhalten. Denn Crowdfunding, also die so genannte Schwarmfinanzierung, ist lediglich ein Übergriff dafür, dass Geschäftsideen auf Internetplattformen vorgestellt werden und registrierte User das Projekt finanzieren. Plattformen wie Seedmatch

setzen hingegen auf die Methode des Crowdinvesting. Dabei werden die Geldgeber am Unternehmensgewinn beteiligt, allerdings mit dem Risiko, dass beim Scheitern der Unternehmensidee das investierte Geld verloren ist.

vErBindUng von crowdfUnding mit crowdsoUrcing

Inzwischen hält der Trend Crowdfunding auch in Österreich Einzug. Einer der Crowdfunding-Pioniere in Österreich ist der Grazer Dr. Reinhard Willfort. Er gründete 2012 die erste Plattform nach dem Prinzip des Crowdinvesting in Österreich und engagiert sich zudem als Vertreter Österreichs im European Crowdfunding Network. Sein Portal „1000x1000.at“ ging im April 2012 online. Derzeit gibt es ein Investitionsprojekt, fünf Projekte sind in Vorbereitung und 36 Einreichungen in der Bewertungsphase. Rund 120 Investoren sind registriert, Tendenz steigend. Als erstes Investitionsprojekt sollen sie

die Neurovation GmbH, ein Spin-off von Reinhard Willforts Stammunternehmen ISN, mit bis zu 100.000 Euro finanzieren. Das Start-up ist aus einem Forschungsprojekt heraus gegründet worden und im Besitz der modernen Ideenplattform www.Neurovation.net sowie der 1. Österreichischen Crowdinvestingplattform 1000x1000.at. Willfort verbindet damit Crowdfunding mit dem sogenannten Crowdsourcing zur Vorfilterung und Weiterentwicklung von Projektideen. Dabei geht es im Gegensatz zum bekannten Outsourcing um die Nutzung der kollektiven Intelligenz einer Masse von freiwilligen Usern, die zum Beispiel Feedback zur Marktfähigkeit von Ideen geben. Neurovation ist eine webbasierte Informationsplattform mit konkreten Tools zur Mobilisierung der Innovationskraft von Organisationen. Bereits 6.600 Nutzer sind registriert. Neben der öffentlichen Plattform wird Neurovation aber auch als Social-Media-Service für ein zeitgemäßes internes Ideenmanagement eingesetzt.

„crowdfUnding ist nicht gLEich crowdfUnding“

Crowdfunding oder Schwarmfinanzierung ist eine Finanzierungsmethode, bei der ein Projekt gemeinsam von vielen zumeist Kleininvestoren über das Internet finanziert wird. Die Plattform fungiert dabei als Vermittler. Crowdinvesting oder Equity based Crowdfunding ist eine spezielle Form des Crowdfunding. Wie bei jeder Kapitalbeteiligung kann der Investor seinen Einsatz verlieren, wenn das Start-up scheitert. Beim Crowdinvesting muss nicht unbedingt eine unternehmerische Beteiligung vorliegen. Investoren könnten beispielsweise am Gewinn sowie am Substanzwert im Falle des Unternehmensverkaufs beteiligt werden. Donatation based Crowdfunding: Dabei sollen beispielsweise Projekte aus der Kreativ-, Kultur- und Kunstszene ermöglicht werden. Die Spender erhalten dabei eine Anerkennung oder eine frühe Nutzungsmöglichkeit des Ergebnisses. Lending based Crowdfunding: Dabei handelt es sich um sogenannte Mikrokredite. Die Geldgeber verleihen Geld über eine Plattform an ein von ihnen ausgewähltes Projekt und erwarten sich die Rückzahlung innerhalb einer vereinbarten Laufzeit mit einer entsprechenden Verzinsung.

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BranchE noch in KindErschUhEn

Die Crowdfunding-Branche steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Verbesserungspotential gibt es beispielsweise bei den rechtlichen Rahmenbedingungen. „Wenn man in Österreich so etwas macht, gibt es keine Beratung, wie vorzugehen ist. Wir sind im April online gegangen und erst dann von der Finanzmarktaufsicht kontrolliert worden“, erklärt Willfort, der glaubt, dass es noch zwei bis drei Jahre dauern wird, bis sich Crowdfunding in Österreich etablieren wird. „Unsere Zielgröße sind 10.000 Investoren.“ Für den innovativen Plattformgründer ist die Zeit aber reif für Crowdfunding. „Wir brauchen eine echte Alternative zur Bankfinanzierung“, ist der Grazer überzeugt. „Wir bringen die Firmen, die Bedarf an Kapital haben, mit Mikroinvestoren zusammen, die ihr Geld lieber in Zukunftsprojekte investieren möchten, als nur auf das herkömmliche Bankensystem zu setzen.“ Derzeit betreut Willfort noch keine Unternehmen aus Tirol, er habe aber bereits entsprechende Anfragen erhalten.

EintrittsKartE in das UntErnEhmErtUm für JEdErmann

Die Geldvermehrung muss bei Masseninvestments zwar möglich sein, ist aber nicht das vordergründige Ziel der Crowdinvestoren. „Die Leute wollen etwas bewegen und kaufen sich eine Eintrittskarte ins Unternehmertum“, erklärt Reinhard Willfort. Dabei kann das Risiko durchaus minimiert werden. Eine durchschnittliche Investitionssumme von 5.000 Euro kann beispielsweise auf zehn Projekte verteilt werden. Dadurch gründen die Mikroinvestoren quasi ihren eigenen privaten Investmentfonds. „Ich habe dadurch die Möglichkeit, in unterschiedliche Projekte und Branchen zu investieren, und minimiere das Risiko. Nicht alle zehn Projekte werden schiefgehen“, sagt Willfort. Als Anlageform für sämtliche Ersparnisse eignen sich Crowdinvestements allerdings nicht, warnt der Experte. Investiert werden sollten nur kleinere Geldbeträge, die nicht täglich verfügbar sein müssen, sondern längerfristig angelegt werden können.

KonKUrrEnz nimmt zU

Die Plattform von Dr. Reinhard Willfort wird schon bald Konkurrenz bekommen. Ende Februar soll mit Conda.at eine weitere österreichische Crowdinvesting-Plattform online gehen. Gestartet wird zunächst mit drei Investmentprojekten, insgesamt sollen heuer 15 bis 20 Start-ups sowie Unternehmen, die bereits

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nehmungen präsentiert werden. Hierbei setzt Horak auf Qualität: „Wir werden nicht wie amerikanische Plattformen hunderte von Unternehmen vorstellen, sondern uns auf ein qualitatives Maß reduzieren.“ Neben österreichischen Initiativen könnten sich auch Plattformen aus Deutschland in Österreich engagieren. Für die deutsche Plattform Seedmatch ist dieses Szenario bereits konkret vorstellbar. „Leider haben wir im Moment noch keine österreichischen Start-ups auf unserer Plattform. Wir haben uns bisher auf den deutschen Markt konzentriert, können uns aber mittelfristig auch vorstellen, österreichische Start-ups zu präsentieren“, erklärt Sprecherin Dana Schramm.

tiroLEr ExpErtEn: crowdfUnding Ja – aBEr nicht für aLLE

„es wird immer sChwieriger, eine Finanzierung Für startuPs auF die beine zu stellen, deshalb ist Jede neue art herzliCh willkommen.“ Thomas Bluth, innet

erste Umsätze erwirtschaften, finanziert werden. In den vergangenen Monaten haben die beiden Conda.at-Gründer Daniel Horak und Paul Pöltner ein umfassendes Netzwerk aus Steuer- und Unternehmensberatern, Rechtsanwälten, IT-Experten und Marketingfachleuten zusammengestellt. „Es gibt viele Aspekte, die berücksichtigt werden müssen. Auf der einen Seite gibt es die rechtliche Situation, andererseits wollen wir sowohl für die Unternehmen als auch die Investoren steuerlich so attraktiv wie möglich sein. Auch die IT-Sicherheit und eine verständliche Gestaltung der Plattform sind wichtige Kriterien für eine erfolgreiche Plattform“, erklärt Horak, der seit mehreren Jahren als IT- und Unternehmensberater tätig ist und selbst Erfahrung als Gründer mitbringt. Die Konkurrenzsituation am österreichischen Crowdfundingmarkt sieht Horak derzeit noch entspannt: „Es gibt definitiv Potential in Österreich für mehrere Plattformen.“ Ob eine Plattform Erfolg haben wird oder nicht, hängt stark davon ab, welche Unter-

Angesichts dieser Entwicklungen raten auch Tiroler Experten Unternehmensgründern sich mit dem Thema Crowdfunding auseinanderzusetzen. „Ich denke, in Zukunft wird diese Finanzierungsmethode neben den klassischen Methoden sicherlich Standard sein, aber die klassischen Zugänge mitnichten verdrängen“, meint etwa DI Gernot Bock, Leiter der Abteilung Innovation und Technologie der Wirtschaftskammer Tirol. „Je höher die Anzahl der Plattformen und der darin beworbenen Projekte, desto mehr Konkurrenz gibt es untereinander und irgendwo wird es sich schließlich einpendeln.“ Auch für Thomas Bluth, Investmentmanager von innet, dem Investorennetzwerk Tirol, und Consultant beim Tiroler Gründungszentrum CAST, ist Crowdfunding ein wichtiges Zukunftsthema. „Es wird immer schwieriger, eine Finanzierung für Startups auf die Beine zu stellen, deshalb ist jede neue Art herzlich willkommen. Das Modell Crowdfunding eignet sich allerdings nicht für alle. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass die Geschäftsidee leicht verständlich ist“, sagt Bluth. „Von allen Projekten, mit denen ich in Tirol zu tun habe, könnte ich mir Crowdfunding nur für eine Handvoll vorstellen.“

LinKs

www.europecrowdfunding.org www.kickstarter.com www.seedmach.de

ÖstErrEichischE crowdfUnding-pLattformEn www.1000x1000.at www.conda.at www.respekt.net


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Personalvermittlung AMS Tirol: Schenken Sie uns Ihr Vertrauen – wir bieten Ihnen unsere Erfahrung. Neue MitarbeiterInnen bedeuten mehr Unternehmenserfolg – wenn es die Richtigen sind. Mit dem Service für Unternehmen (SFU) finden Personalverantwortliche das passende Personal. // Foto: Paul Weber

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as spart bei der Suche nach geeigneten Bewerbern nicht nur wertvolle Zeit, sondern auch Kosten und Nerven. „Menschen in Arbeit zu vermitteln ist unser Auftrag und unsere Leidenschaft. Wir beraten sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber und stellen den Kontakt zwischen beiden Gruppen her. Dabei kennen und nutzen wir die vielfältigen Möglichkeiten moderner Personalvorauswahl. Wir vermitteln Fach- und Hilfskräfte in neue Jobs“, unterstreicht Dr. Bernhard Pichler, zuständig für das Service für Unternehmen (SfU) beim AMS Tirol. Nach einer qualifizierten Vorauswahl stellen die ExpertInnen des Service für Unternehmen die bestgeeigneten KandidatInnen in aussagekräftigen Unterlagen vor. Die Unternehmensführung entscheidet dann über weitere Gespräche mit den BewerberInnenn und ihre endgültige Wahl. „Wir wollen Sie zufrieden sehen. Als Spezialist für Personalvermittlung konzentrieren wir uns ganz auf die Be-

dürfnisse des Unternehmens. Es ist mir ein persönliches Anliegen, Sie mit großem Engagement und maßgeschneiderten Lösungen zu überzeugen“, lädt Dr. Bernhard Pichler zur Zusammenarbeit ein. Die MitarbeiterInnen des Service für Unternehmen in allen Geschäftsstellen des

AMS Tirol sind Experten auf ihrem Gebiet. Rufen Sie einfach unverbindlich an oder senden Sie ein E-Mail. Sie finden uns auch unter www.ams.at/tirol. 

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Jugendspiele waren ein Gewinn für die Forschung Sportliche Großveranstaltungen, wie die Youth Olympic Games (YOG) 2012 in Innsbruck, sind auch für die Wissenschaft von großem Interesse. Um eine maximale wissenschaftliche Nutzung der YOG 2012 zu garantieren, wurde am Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck erstmals ein spezielles „Labor“ (YOGINN 2012) eingerichtet. Die externe Koordinationsstelle für Forschungsprojekte hat sich bewährt: Es sind über 60 wissenschaftliche Projekte entstanden. // Text: Barbara Hoffmann, Foto: Julia Türtscher

ein Gewinn für die Universität Innsbruck: Es entwickelte sich eine ERASMUS-Partnerschaft sowie eine Forschungskooperation zwischen dem Institut für Sportwissenschaft und der Norwegian School of Sport Science, die die YOG 2016 in Lillehammer wissenschaftlich begleiten wird. Innsbrucker Wissenschafter konnten darüber hinaus ihre wichtigsten medizinischen, sportpsychologischen und trainingswissenschaftlichen Ergebnisse im bekannten British Journal of Sports Medicine veröffentlichen. Noch sind allerdings nicht alle wissenschaftlichen Auswertungen beendet. Weitere Publikationen werden folgen. So gab es beispielsweise Untersuchungen zum Konsumverhalten der YOG-Besucher oder den wirtschaftlichen Primärimpulsen.

Schwachstelle Wissenstransfer

Sportmanager Dr. Martin Schnitzer

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edizinische, sportpsychologische, sozioökonomische, ökologische oder Fragestellungen zum Freiwilligen-Management: Das Interesse der Wissenschaft an sportlichen Großveranstaltungen ist genauso vielfältig wie umfassend. Häufig sind Organisationskomitees allerdings mit den Anfragen zu begleitenden Forschungsprojekten überlastet. Das Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck richtete daher im Rahmen der YOG 2012 ein spezielles Labor ein,

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das so genannte YOGINN 2012 („Innsbruck 2012 – Youth Olympic Laboratory for Youth and Innovation“). Die externe Koordinationsstelle für begleitende Forschungsprojekte sollte das Organisationskomitee entlasten und wissenschaftliche Studien verstärkt ermöglichen. Koordinator des YOGINN 2012 war Dr. Martin Schnitzer, seit 2006 am Institut für Sportwissenschaft tätig und erfahrener Sportmanager. „Dass es Bedarf für eine solche Einrichtung gibt, haben wir bei der Winteruniversiade 2005 gesehen. Bereits damals gab es einige Projekte und wir haben uns gefragt, wie wir die Synergien für die Universität noch besser nutzen können.“

Internationale Tagung in Innsbruck

Mit der Einrichtung des YOGINN 2012 konnte eine optimale wissenschaftliche Nachhaltigkeit der Jugendspiele erreicht werden: Über 60 Forschungsarbeiten in unterschiedlichen Fachbereichen, darunter Bachelor-, Master-, Diplom- oder Doktorarbeiten, sind entstanden. Damit war die Veranstaltung auch

Von den wissenschaftlichen Studien profitieren auch die kommenden Sportveranstaltungen. „Für die Rekrutierung von Freiwilligen oder die Berechnung des wirtschaftlichen Nutzens solcher Veranstaltungen können die wissenschaftlichen Untersuchungen wichtige Erkenntnisse bringen“, erklärt Schnitzer. Insbesondere im Wissenstransfer sieht der erfahrene Sportmanager allerdings noch großes Verbesserungspotential. „Das Internationale Olympische Komitee (IOC) fördert zwar den Wissenstransfer zwischen den olympischen Organisationskomitees, aber die Weitergabe des gewonnenen Wissens innerhalb einer Veranstaltungsregion funktioniert weniger gut. Daher müssen die Eventorganisatoren häufig bei null beginnen“, erklärt der gebürtige Südtiroler.  Ein Überblick über die wichtigsten wissenschaftlichen Ergebnisse, die im Rahmen der YOG 2012 erzielt wurden, wird im Rahmen des 3. Innsbrucker Sportökonomie & -management Symposium in Innsbruck am 21. Februar 2013 gegeben. Die internationale Tagung findet am Institut für Sportwissenschaft, 1. Stock, Fürstenweg 185 statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldung unter martin.schnitzer@uibk.ac.at Weitere Infos: www.uibk.ac.at/isw/


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kommunikation als grundbedürFnis Die Logopädie therapiert im Allgemeinen Sprach- und Kommunikationsstörungen. Auch die Behinderung der Nahrungsaufnahme und des Hörvermögens kann logopädisch behandelt werden. Aufgrund steigender Nachfrage wird der Logopädie in der neuen medalp Rehaclinic Imst ein eigener Bereich gewidmet.

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ommunikation gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen und stellt einen der wichtigsten Bestandteile des menschlichen Zusammenlebens dar. Der Verlust der Sprache oder die Möglichkeit, nur noch sehr schwer und eingeschränkt zu sprechen, bedeutet eine gravierende Veränderung im Alltag. Die Rehaclinic ist seit der Eröffnung der neuen medalp in Imst ein eigener Bereich. „Neben Physiotherapie, Unterwassertherapie und Ergotherapie nimmt die Logopädie hier einen besonderen Stellenwert ein, da die Nachfrage stetig steigt“, so Dr. Manfred Lener, Leiter der Rehaclinic. Ziel der logopädischen Behandlung im neurologischen Bereich ist die Wiederherstellung, Verbesserung oder Kompensation der Stimme und der Sprache. Auch Störungen des Sprachverständnisses, der geschriebenen Sprache, des Redeflusses, des

ziel der logoPädisChen behandlung im neurologisChen bereiCh ist die wiederherstellung, Verbesserung oder komPensation der stimme und der sPraChe. Lesens, Schreibens und Rechnens sowie des Hörvermögens und der Atmung, die bei allen Altersgruppen auftreten können, werden durch Logopädie untersucht, diagnostiziert und behandelt. Ein großer Bereich der Logopädie ist die Sprachentwicklung und die korrekte Artikulation im Kindes- und Jugendalter. Diese Fähigkeiten gelten als eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Schullaufbahn. Die Logopädie behandelt darüber hinaus auch Störungen und Behinderungen der Nahrungsaufnahme, der Mundfunktionen, der Schluckfunktion und der Atmung.

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medalp A-6460 Imst, Medalp Platz 1 (A12, Exit 136) sportclinic - imst Tel. +43 5418 51100 A-6460 Imst, Medalp Platz 1 (A12, Exit 136) Fax +43 5418 51100 111 Tel. +43 5418 51100 info@medalp.com Fax +43 5418 51100 111 info@medalp.com

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FIRST LEGO League:

DIE FORSCHERINNEN VON MORGEN FÖRDERN Die FIRST LEGO League (FLL) ist der weltweit größte LEGO-Roboterwettbewerb für Kinder und Jugendliche. Ende 2012 fanden in Innsbruck die Regionalausscheidung und erstmals in Österreich das Semifinale South statt. Veranstalter war das junge Tiroler Unternehmen TiRoLab: Gründer Ing. Dr. Michael Sieb möchte bei Mädchen und Buben die Faszination für Technik wecken. Unterstützt wird er dabei vom Tiroler Gründungszentrum CAST. // Text: Barbara Hoffmann, Fotos: TiRoLab

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eim FLL-Wettbewerb lösen Teams bestehend aus fünf bis zehn Jugendlichen mithilfe eines Roboters anspruchsvolle Aufgaben. Beim Forschungsauftrag ging es darum, Senioren im Alltag mit Technik zu unterstützen. „Im Gegensatz zu vielen anderen Wettbewerben wird hier auch beurteilt, wie das Team zusammenarbeitet. Die großartige Unterstützung vieler Freiwilliger sowie Sponsoren von Hands on Technology, MRT, SAP, myRobotCenter, CAST, Silberquelle, Standortagentur Tirol, Förderverein Technik, Technogate, myflyer.de und der Jungen Uni Innsbruck haben diesen tollen Event erst ermöglicht“, erklärt Veranstalter Michael Sieb von TiRoLab. Weltweit nehmen über 19.000 Teams

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teil, davon alleine 793 in Zentraleuropa. In Innsbruck traten 29 Teams aus Österreich, Südtirol und Süddeutschland an, um sich für die Zentraleuropameisterschaft zu qualifizieren.

Mission Begeisterung

Kinder und Jugendliche für Forschung und Technik zu begeistern, ist die Mission des Start-Ups TiRoLab. Das im Sommer 2012 mit Unterstützung des CAST Gründungszentrums gegründete Unternehmen bietet ein sehr breites Angebot an Technik- und Roboterworkshops jeweils alters- und gendergerecht vom Kindergarten über Schulen bis hin in die Lehre oder zu einem Universitätsstudium. CAST war einer der Sponso-

ren des FLL-Semifinales. „Es ist uns ein persönliches Anliegen, die Jugend in den Bereichen Technologie und Innovation zu fördern, weil sie es sein wird, die die Zukunft voranbringt“, erklärt CAST-Beraterin und Coach Bettina Specht. Auch Landesrat DI Dr. Bernhard Tilg begrüßt die Initiative: „Die FLL-Roboterwettbewerbe sind eine großartige Möglichkeit für Tiroler Jugendliche, ihre technischen und naturwissenschaftlichen Fähigkeiten zu zeigen. Das Land Tirol unterstützt diese Initiative und möchte mit Technologietagen in ausgewählten Tiroler Bezirken neue Teams für eine Teilnahme 2013 begeistern.“ Weitere Informationen unter www.tirolab.at.


eco.zukunft

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BENEWIRKT BEI VISIONÄREN DESIGNERN.

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Erst probieren, dann studieren „Warum braucht es Management im Gesundheitswesen?“, „Klassische Experimente der Psychologie“ oder „Technik ohne (Fach-)Grenzen – Mechatronik“ sind die Themen, die am 23. März beim Schnupperstudium der Tiroler Health & Life Sciences Universität UMIT vorgestellt werden.

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m modernen Campus der Universität in Hall werden die universitären BachelorStudien, Mechatronik, Psychologie und Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen im Rahmen von Schnuppervorlesungen spannend und anschaulich dargestellt. Weiters bietet das Mechatronik-Labor der UMIT Technik zum Angreifen. Es wird der moderne Universitätscampus mit Studentenheim und Mensa vorgestellt und die Studierendenvertretung und das Studienmanagement geben einen Einblick in das studentische Leben der Universität.

Weichenstellung fürs Leben

Studienentscheidungen sind wichtige und schwierige Weichenstellungen im Leben. Mit dem Schnupperstudium will die UMIT eine Unterstützungshilfe für Studienanfänger bieten. Die Entscheidung, nach der Schule ein Studium zu beginnen und insbesondere die Wahl eines geeigneten Studienfachs, ist sicherlich eine der wichtigsten und in vielen Fällen gleichzeitig schwierigsten Weichenstellungen im persönlichen Lebenslauf. Trotz vielfältiger Informationsmöglichkeiten ist es häufig schwierig, sich eine konkrete Vorstellung von den Inhalten und dem Ablauf eines Studiums zu machen. Neben den späteren Berufswünschen und -aussichten ist aber die Frage „Gefällt und interessiert mich die Thematik und ist dieses Studium das Richtige für mich?“ ganz wesentlich.

Das Schnupperstudium findet am 23. März von 9 bis 13 Uhr statt. Anmeldung unter www.umit.at/ schnupperstudium, lehre@umit.at oder unter Tel. 050 8648-3817.

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Finanzieren & Versichern

zu diesem Zeitpunkt war jedem der anwesenden Zuhörer klar, dass Eigenvorsorge notwendig sein werde, wenn man sich seinen hart erarbeiteten Wohlstand auch in der Pension erhalten möchte.

Lösungsvorschlag: kapitalgedeckte Pensionsvorsorge

pensionsvorsorge: quo vadis? Im Rahmen der Veranstaltungsreihe anlegerwissen.at von Michael Müller und der Fachgruppe Finanzdienstleister der Wirtschaftskammer Tirol klärte Walter Worresch, Obmann des Vereins, die Pensionsbeitragszahler auf, wie die staatliche Pensionsvorsorge funktioniert und worauf diese beruht: Nämlich: „Ausschließlich auf dem Versprechen, dass die zukünftige Generation der Beitragszahler für ihre Pension aufkommen wird.“ Dass dieses System nicht mehr lange funktionieren kann, ist für jeden mit Blick auf die demographische Entwicklung ersichtlich. Während nach dem Zweiten Weltkrieg rund sechs Erwerbstätige (= Beitragszahler) einem Pensionisten (= Beitragsempfänger) gegenüberstanden, sind es heute nicht einmal mehr drei und werden es in 20 bis 30 Jahren – wenn die Babyboomer-Generation der 50er

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und 60er Jahre in Pension geht – weniger als zwei sein. Und dies sei der Regierung durchaus bewusst, gab es in den letzten Jahren im Rahmen der zahlreichen Pensionsreformen ja auch zum Teil massive Pensionskürzungen. Diese seien den meisten Menschen nur eben nicht bewusst, weil es ihr jetziges Leben eben nicht beeinflusse, so Worresch. Zur Veranschaulichung rechnete er vor, wie sich sein Pensionsanspruch in den letzten Jahren reduzierte. Von den einstmals versprochenen 80 Prozent des Letztbezuges blieben nach Reduktion des Steigerungsbetrages (von zwei auf 1,78 Prozent), Erhöhung der Abschläge für die vorzeitige Alterspension von zwei auf 4,2 Prozent pro Jahr) und der Verlängerung des Durchrechnungszeitraumes (von 15 auf 40 Jahre) schlussendlich nur mehr 43,6 Prozent des Letzteinkommens übrig. Spätestens

Daher rät Horst Güdel, Vorstand der die Veranstaltung mitfinanzierenden RWB Privat Capital AG, jedem Bürger, sich seine eigene kapitalgedeckte und mit Sachwerten hinterlegte Pensionsvorsorge aufzubauen, so wie dies Pensionskassen in Amerika, aber auch in Großbritannien, Holland oder Norwegen täten. Breit gestreute Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen, wie sie seine Gesellschaft seit mittlerweile mehr als 12 Jahren anbiete, seien dafür eine sehr gute Möglichkeit, erfolge doch jegliche Wertschöpfung zunächst in Unternehmen. Dem konnte auch Gottfried Schafzahl von der Wiener Städtischen Versicherung in Tirol einiges abgewinnen, wenngleich er natürlich auch die Lebensversicherung als geeignetes Vorsorgeprodukt verteidigt. Diese biete wie kein anderes Produkt Sicherheit und decke auch die mit dem Leben verbundenen so genannten biometrischen Risiken ab. Ebenso für die langfristige Vorsorge geeignet seien aber auch Aktien und Fonds, wie sie eben auch im Rahmen der fondsgebundenen Lebensversicherung angeboten werden. Last, but not least dienen auch Immobilien, zunächst und insbesondere die eigengenutzte, als Vorsorgeinstrument. Auch wenn die Situation rund um das Thema Pension auf den ersten Blick also alles andere als rosig ausgesehen haben mag, so gebe es durchaus Möglichkeiten, der allgemeinen Verunsicherung entgegenzuwirken und Lösungen anzubieten. Was es jetzt noch brauche, sei der Mut, zu handeln und seine persönliche, private Pensionsvorsorge anzugehen. Letztendlich ist nämlich allen Anwesenden, Bürgern, Kunden und Beratern, nur dann gedient, wenn sie sich für die eine oder andere Vorsorgevariante entscheiden. 


aus alt mach neu Mit 01.04. 2012 ist die Kapitalertragssteuer neu (Vermögenszuwachssteuer auf Kapitalerträge) in Kraft getreten. Während neu angeschaffte Aktien und in- und ausländische Investmentfonds rückwirkend per 01.01.2011 mit den Kursgewinnen steuerpflichtig gestellt wurden, sind Kursgewinne von Anleihen, Zertifikaten und Derivaten, die vor dem 31.10.2011 entgeltlich erworben wurden, als Altbestand qualifiziert und von den Regelungen der KESt neu nicht umfasst. Somit kommt es z. B. bei Aktien zur Situation, dass Wertzuwächse bei steuerlichen Altbeständen (Kauf vor dem 01.01.2011) nach einem Jahr Behaltefrist steuerfrei sind. Auch bei Anleihen aus Altbeständen (Kauf vor dem 31.10.2011) sind Wertzuwächse nach einer Behaltefrist von einem Jahr steuerfrei, während Kursverluste bei den Altbeständen steuerlich nicht mit Gewinnen verrechnet werden können.

Kursentwicklung steigend

Aufgrund der Marktentwicklung im Zinsbereich sind vielfach die Kurse von Anleihen stark angestiegen, wodurch viele Kunden derzeit Kursgewinne bei Anleihen auf ihren Depotauszügen sehen. Die aktuell ausgewiesenen Gewinne sind jedoch nur theoretische (Buch-)Gewinne, da Anleihen – sofern man sie bis zum Laufzeitende hält – mit der Nominale von 100 % getilgt werden. Vor diesem Hintergrund ist es vielfach sinnvoll, die aktuellen Kursgewinne bei steuerlichen Altbeständen zu realisieren. Dann stellt sich die Frage, was mit dem realisierten Kapital geschehen soll. Sofern man die Assetklasse Anleihen nicht verlassen möchte, bietet sich aus steuerlicher Sicht eine Re-Investition in eine neue Anleihe an. Auch wenn die Kurse teilweise weit über dem Tilgungsversprechen des Emittenten von 100 % liegen (was der Grund der Gewinnmitnahmen bei steuerlichen Altbeständen sein sollte), ist der Kauf einer neuen Anleihe zum aktuellen Zeitpunkt der Erwerb eines steuerlichen Neubestandes. Und bei diesen besteht die Möglichkeit, im Rahmen der Verlustverrechnung Kursverluste am Laufzeitende mit der Kuponzahlung bzw. anderen Zins- und Dividendenzahlungen zu verrechnen. Dies stellt auf alle Fälle eine bessere Alternative dar, als bei der bestehenden Altbestandsanleihe im Depot zuzuwarten bis der aktuelle Kursgewinn bei der Tilgung wieder verloren ist. Zusätzlich gilt es zur weiteren Optimierung zu beachten: Erfolgt der Kauf einer Anleihe vor dem Kuponzahlungszeitpunkt, ist der Kupon sofort zu versteuern. Ein Verlust, der aus den erhöhten Anschaffungskosten entsteht, kann aber erst bei Tilgung oder Verkauf der Anleihe ausgeglichen werden. Der Erwerb einer Anleihe ist also kurz nach dem Kuponzahlungszeitpunkt günstiger. Aus: Schoellerbank Analysebrief Nr. 221, Januar 2013

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„kredite mit langer lauFzeit müssen künFtig durCh längerFristige und somit teurere mittel als bisher Von den banken reFinanziert werden, was FolgliCh auCh die kredite Für die unternehmer teurer maCht.“ Hans Unterdorfer


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was bringt basel iii? Beginnend mit 1. Jänner 2013 ist die schrittweise Umsetzung der neuen Richtlinien bezüglich der Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften für Banken geplant. Neben den heimischen KMUs müssen nun auch Land und Gemeinden mit Einschränkungen bei der Kreditvergabe rechnen. Grund ist, dass Landes- und Gemeindedarlehen zukünftig nicht mehr auf die neuen Liquiditätskennzahlen angerechnet werden dürfen. // Text: Michael Posselt

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chon lange spukte das Gespenst von Basel III in den Köpfen so mancher Banker herum und sorgte bei einigen für anhaltendes Kopfzerbrechen. Was im Dezember 2010 im Baseler Ausschuss der Bank für internationalen

bei der Kreditvergabe rechnen mussten, seien nun auch Länder und Gemeinden betroffen. Der Grund dafür ist die Einführung und Berechnung einer neuen Liquiditätskennzahl für die Banken, welche die Refinanzierung von Krediten an Gemeinden und Länder

„land und gemeinden sind gut beraten, bereits heute danaCh zu traChten, dass ihre kredite auF die liQuiditätskennzahlen Von basel iii angereChnet werden.“ Dr. Hans Unterdorfer, Vorstandsdirektor Tiroler Sparkasse

troffen sein. Die 279 Tiroler Gemeinden haben einen jährlichen Finanzierungsbedarf von etwa 140 Millionen Euro. Hinzu kommen rund 100 Millionen Euro, die heuer das Land Tirol benötige. Unterdorfer rät Ländern und Gemeinden, zukünftige Kredite verbriefen zu lassen, damit diese auf die Basel-III-Richtlinien angerechnet werden können. Ob dies dann allerdings auch so der Fall sein werde, könne er nicht garantieren. Im Basel-III-Paper sei nur von Staatsanleihen die Rede, allerdings werde auch nicht nach verschiedenen Staatsformen unterschieden. Außerdem handle es sich laut Unterdorfer beim Papier lediglich um Empfehlungen, die sich allerdings in ihrer Umsetzung schon in einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium befinden.

tEUrErE KrEditE

Zahlungsausgleich beschlossen wurde, nimmt nun immer konkretere Züge an. Auch wenn die geplante Umsetzung – nach einer zweijährigen Beobachtungsphase – noch einmal um zwei Jahre bis 1. Jänner 2015 verschoben wurde, „so verlieren die Vorschriften nichts von ihrer Relevanz“, so Hans Unterdorfer, Vorstandsdirektor der Tiroler Sparkasse. Er rechnet mit dem Start von Basel III noch mit Mitte des Jahres. Für die Tiroler Sparkasse sei dies jedoch kein Problem, „wir erfüllen bereits jetzt alle Voraussetzungen hinsichtlich Eigenkapital und Liquidität“.

UnattraKtivE gEmEindEKrEditE?

Nichtsdestotrotz warnt Unterdorfer vor negativen Auswirkungen der neuen Regelungen. Nachdem bislang vor allem die heimischen Unternehmen mit einer Verschärfung

schlechter stellt. Diese so genannte Liquidity Coverage Ratio (LCR) gibt vor, wie viele liquide Mittel eine Bank vorhalten muss, um im Krisenfall Barabflüsse einen Monat lang kompensieren zu können. Dabei handelt es sich um Papiere, die rasch in Liquidität umgewandelt werden können. Neben Einlagen und Barmitteln sind dies vor allem verbriefte Verbindlichkeiten, die gegen Hinterlegung bei der Nationalbank oder EZB zu Geld gemacht werden können. Während dies bisher für Kredite von Gemeinden, Bundesländern und Staaten galt, so ist dies in Zukunft nur mehr für hinterlegte Staatsanleihen möglich. Rückflüsse für Darlehen an Länder und Gemeinden werden hingegen nicht mehr berücksichtigt. Dies mache Kredite an Länder und Gemeinden gegenüber dem Bund unattraktiv, so Unterdorfer. Österreichweit dürften davon mehrere hundert Millionen Euro be-

Die heimischen KMUs sind eher von einer weiteren Kennzahl betroffen. Die so genannte Net Stable Funding Ratio (NSFR) verlangt von den Banken, dass sie ihre Finanzierungsquellen stärker auf das Fälligkeitsprofil ihrer Forderungen abstimmen (so genannte Fristenkongruenz). Dadurch müssen Kredite mit langer Laufzeit durch längerfristige und somit teurer Mittel als bisher refinanziert werden, was die Kredite für die Unternehmen teuerer mache, so Unterdorfer. Zusätzlich müssten auch die Kosten für die erhöhten qualitativen beziehungsweise quantitativen Ansprüche an die Eigenmittel in die Kreditkonditionen eingepreist werden. Last, but not least werde auch die Bedeutung des Ratings für die Bemessung der Finanzierungskosten für Unternehmen mit dem Regelwerk weiter ansteigen. Inwieweit es hier noch Erleichterungen für die Eigenmittelunterlegung von KMU-Krediten geben könne, ist Gegenstand der letzten Gespräche auf europäischer Ebene, so der Bankboss. eco.nova

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die hoFFnungen überwiegen Das abgelaufene Jahr hatte es in sich. Die Rezession und Staatsschuldenkrise in Europa, die Wahlen in den USA, eine global schwächelnde Konjunktur und politische Unruhen in vielen Ländern, die nicht zuletzt im Nahen Osten zu tiefgreifenden Veränderungen geführt haben, hielten uns – und nicht nur die Börsen – in Spannung. Dass sich bei dieser Nachrichtenlage die Kapitalmärkte überwiegend positiv entwickelt haben, schürt die Hoffnung für 2013. Und so sind auch die meisten Analysten grundsätzlich positiv für das kommende Jahr gestimmt, auch wenn sie vor einer höheren Volatilität und zwischenzeitlichen Korrekturen warnen. // Text: Michael Posselt

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iner, der grundsätzlich eher vorsichtig ist, mit seinen Prognosen und Voraussagungen zumeist aber richtig liegt, ist Herbert Schmarl, Fondsmanager der Tirol Invest, der Kapitalanlagegesellschaft der Tiroler Sparkasse. Das größte Risiko sieht Schmarl in der hohen Erwartungshaltung für Lösungen, „was heuer viel mehr Platz für Enttäuschungen lässt, wenn etwa die angekündigten Maßnahmen nicht entsprechend umgesetzt und implementiert werden.“ Allgemein stehe auch heuer in Europa die Politik, insbesondere die Wahlen in Deutschland und Italien, im Mittelpunkt. Diese bergen durchaus Risiken, etwa wenn Angela Merkel, die sich als der Stabilitätsanker im Euroraum erwiesen hat, nicht mehr in die Regierung komme, oder wenn in Italien, als wichtigstem Land in der Peripherie, Mario Monti sein Amt verlieren oder gar

wieder Silvio Berlusconi zurück an die Macht käme, so Schmarl. Insgesamt schlechter als Europa würden jedoch die USA dastehen – trotz höherem Wirtschaftswachstum, weil dort A die Verschuldung höher sei und zudem kaum Bereitschaft für Reformen herrsche. Weltweit werde sich die Wirtschaft im Vergleich zu einem schlechten 2012 erholen, das Wachstum aber im Vergleich zu den Wachstumsraten der vergangenen zehn Jahre geringer ausfallen.

KEinE staatsanLEihEn aUs EUropa, Usa Und Japan

Ebenso werden auch die Zinsen tief bleiben (in Europa, den USA und Japan) oder weiter leicht rückläufig tendieren (in den Emerging Markets). Schmarl rät daher von Staatsanleihen in den USA, Deutschland, aber auch von den europäischen Peripherieländern ab, weil

„die staatssChuldenkrise und ihre Folgen auF der einen seite, VerunsiCherung und das streben naCh siCherheit Vieler anleger auF der anderen seite engen die VeranlagungsmögliChkeiten massiV ein und maChen diese zu einer grossen herausForderung.“ Mag. Markus Hörmann, Volksbank Tirol Innsbruck-Schwaz AG

dort das Chancen-Risiko-Verhältnis nicht passe. Neben Emerging-Markets-Anleihen (bis zu 20 Prozent) präferiert Schmarl Staatsanleihen in soliden Währungen (norwegische Krone, Schweden-Krone, Austral- oder Can-Dollar). Dem konservativen Anleger rät er, bis zu 30 Prozent seines Geldes aufs Sparbuch zu legen. Wer sich längerfristig binden möchte, könne auch noch auf Wohnbauanleihen zurückgreifen. Als Fondsmanager setzt Schmarl zusätzlich auf strukturierte Zins- und Anleihenprodukte von Topschuldnern, wie beispielsweise der EZB oder systemrelevanten Banken, soweit diese via Zweitmarkt zu günstigen Kursen erhältlich sind. Grundsätzlich positiv ist der Sparkassen-Manager gegenüber Aktien eingestellt. Dennoch würde er diese in einem ausgewogenen Depot nie höher als mit 50 Prozent gewichten. Im Aktienbereich setzt Schmarl neben den Emerging Markets auf Japan, weil dort die Erwartungshaltung niedrig ist und charttechnisch ein Ausbruch möglich erscheint. Die erwartete Yen-Schwäche müsse man aber jedenfalls absichern. Untergewichten würde Schmarl aus den angesprochenen Überlegungen die USA, Europa deckt er mit Blick auf mögliche Korrekturen ausschließlich via Bonuszertifikate ab. Interessant erscheinen nach der jüngsten Korrektur Edelmetalle (Gold, Silber, Platin) sowie Brent-Öl (ebenfalls via Bonuszertifikat). Immobilien (zehn Prozent via Immobilienaktien und -fonds) runden das Portfolio ab. eco.nova

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hoffnUng Und EnttäUschUng LiEgEn Eng BEiEinandEr

Nirgendwo in der Weltwirtschaft dürften 2013 Hoffnung und Enttäuschung so dicht beieinander liegen wie in den USA. Im Haushaltsstreit gelang zwar im letzten Moment noch ein Minimalkompromiss, doch spätestens im Feber/März droht bereits die nächste Eskalation im Kongress, wenn die zulässige Schuldenobergrenze für den Bundeshaushalt wieder erreicht beziehungsweise überschritten wird. Die USA bräuchten eine tiefgreifende Reform des gesamten Staatshaushaltes, doch hierfür fehle den beiden Regierungsparteien die Kraft. Demgegenüber

tisch sei daher die Gefahr eines Rückfalls in die Berlusconi-Ära in Italien, die Forderung der irischen Regierung nach einem Schuldenerlass oder die mangelnde Reformbereitschaft in Frankreich. Erneute Rückschläge seien daher trotz EZB immer noch möglich, so Sterzinger. Nichtsdestotrotz bleibt auch die Alpenbank grundsätzlich zuversichtlich für Aktien, mit einem Kurspotential von etwa 10 Prozent bei den großen Aktienindizes. In Europa habe der EuroStoxx 50 Nachholpotential gegenüber dem DAX. Verschlechtert habe sich das Risiko-Ertrags-Verhältnis aus Sicht der Anleger bei den Unternehmensanleihen. Zu-

„aktien bieten dem inVestor eine langFristige absiCherung gegen die inFlationsrisiken.“ Mario Bernardi, Direktor Schoellerbank Innsbruck

überraschten die jüngsten Wirtschaftsdaten. Die US-Konjunktur ist robust. Auf der Habenseite steht zudem die allmähliche Erholung des schwer angeschlagenen US-Immobilienmarktes – dies ist ein klarer Indikator dafür, dass die Folgen der Finanzkrise überwunden wurden, so die Alpenbank in ihrem Jahresausblick 2013. Wenn politische Schocks ausbleiben – was nicht sicher ist –, werde das Wirtschaftswachstum im Vergleich zu einem schwachen 2012 wieder etwas Fahrt aufnehmen (3,3 Prozent). 2014 könnte sogar wieder ein Plus von vier Prozent ins Blickfeld genommen werden. Auch für die Eurozone sehen die Experten der Tiroler Privatbank realistische Chancen, dass sich diese ab der zweiten Jahreshälfte allmählich wieder erholen werde. Dies sollte insbesondere von Deutschland angetrieben werden, „wo wir 2014 sogar einen erneuten Boom für möglich halten“ (erwartetes Wachstum über 2 Prozent). Vor allem Deutschland sollte nämlich von den sehr niedrigen Zinsen profitieren und eben von einer allmählich wieder anziehenden Weltwirtschaft. Das größte Risiko sieht auch Martin Sterzinger, Sprecher des Vorstands, in der Politik (bzw. den Politikern). Diese müssen sich im Klaren sein, dass sie diszipliniert die eingeschlagene Konsolidierungs- und Reformpolitik fortsetzen müssen. Besonders kri-

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dem ist der Ratingtrend vor allem in Europa negativ, d.h. immer mehr Unternehmen erhalten eine schlechtere Bonitätsnote, was bedeutet, dass der Spielraum für Spreadeinengungen (und damit einhergehenden Kurssteigerungen bei bestehenden Anleihen) sehr gering geworden ist. Ebenfalls Gefahr sieht die Alpenbank bei High-Yield-Anleihen, deren Ausfallrisiken deutlich steigen, wenn sich der Konjunkturabschwung in der Eurozone stärker beschleunigt als erwartet. Andererseits bestehe bei Anleihen besserer Bonität (in den Ratingklassen AAA bis BBB) mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren kaum oder keine Chance besteht, eine Realrendite zu erzielen. Dieser Anlagenotstand dürfte auch über 2013 hinaus anhalten.

KEinE angst vor 2013 mit dEr richtigEn aKtiEnstratEgiE

Ebenfalls skeptisch gegenüber den Anleihenmärkten zeigt sich die Schoellerbank. Auf der Suche nach Rendite wagten sich die Anleger immer weiter die Schuldnerqualitätstreppe hinab und versuchen mit Unternehmensanleihen, High-Yield-Bonds und Staatsanleihen aus der Peripherie ihren Renditehunger zu stillen. Dem Risiko eines Schuldnerausfalls versuche man durch möglichst breite Streuung vorzubeugen. Ob diese Rechnung aufgeht, werde sich zeigen, so die Schoeller-

bank in ihrem Analystenbrief Nr. 220 vom Dezember 2012. „Ertragreiche Veranlagungsmöglichkeiten finden wir hingegen am Aktienmarkt, der sich vom Zinsmarkt vor allem darin unterscheidet, dass es sich um Sachwerte handelt und nicht um Forderungen. Der Vorteil der Aktie liegt gerade im heutigen Umfeld darin, dass sie dem Investor eine langfristige Absicherung gegen Inflationsrisiken bietet, sofern das zugrunde liegende Unternehmensmodell solide ist“, so Mario Bernardi, Direktor der Schoellerbank in Innsbruck. „Demgemäß suchen wir gezielt nach Unternehmen mit langfristig verteidigbaren Wettbewerbsvorteilen, einer geringen Verschuldung und einer soliden Bilanz.“ Konservativen Anlegern empfiehlt die Schoellerbank gedeckte Bankanleihen systemrelevanter Banken sowie das eine oder andere Garantieprodukt. Trotz des tiefen Zinsniveaus ließen sich dort nämlich aufgrund der erwarteten Schwankungsintensität der Aktienmärkte interessante Beteiligungsniveaus darstellen. Weiterhin Sinn mache es, die Währungsgrenzen zu überschreiten und Fremdwährungen beizumischen. Internationale Aktieninvestoren holen sich diese Komponente quasi automatisch ins Portfolio, aber auch bei Rentenpapieren macht Diversifikation Sinn, was auch für ein aktives Währungsmanagement gelte.

risiKo nEU dEfiniErEn

Unspektakulär sind die Erwartungen der BTV, was die Geldanlage 2013 betrifft. Die Zinsen bleiben noch längere Zeit tief. Das bedeutet auch bei moderaten Inflationsraten zwischen zwei und drei Prozent weiterhin negative Realzinsen und einen Kaufkraftverlust für alle Sparer, so Peter Strele, Leiter des BTV-Expertenteams Vermögensanlage. Die Wirtschaft in Europa wird weiterhin schwächeln, global betrachtet werden wir ebenfalls unter den Wachstumsraten der letzten zehn Jahre liegen. Die Schwellenländer bleiben wirtschaftlich gesehen auf der Überholspur. Die Anleihenmärkte werden nicht mehr die Renditen der vergangenen Jahre erreichen. Die Preise an den Immobilienmärkten sind weit fortgeschritten. Betrachtet man die Historie, so sind Aktien eine der wenigen Anlageklassen, bei denen Anleger unterinvestiert und die Bewertungen nicht überteuert sind, so Strele. In diesem Umfeld müssen Anleger ihr Risiko neu definieren. Dabei gehe es für die meisten Anleger darum, die Kaufkraft ihres Vermögens langfristig zu erhalten und idealerweise den einen oder anderen Prozentpunkt „real“ pro Jahr dazuzuverdienen. Das gehe aber nicht ohne Risiko, so Strele. Viele Anleger werden sich die Frage stellen müs-


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„die zeit negatiVer realVerzinsung wird noCh lange andauern. VermeintliCh siChere Veranlagungen wie das sParbuCh, Festgeld oder staatsanleihen hoher bonität sind dabei die grössten VerlustgesChäFte.“ Wolfgang Lechner, Nova Portfolio Vermögens-Management GmbH

sen: Wie hoch ist meine Aktienquote? Der Auf- und Ausbau dieser Assetklasse ist ein wichtiges Thema im Anlagejahr 2013. Um dabei nicht zu stark ins Risiko zu gehen, sind klare Regeln zu beachten. Die BTV setzt dabei auf ihre bewährten Anlagegrundsätze, wie breite Streuung, transparente, verständliche und vor allem liquide Produkte sowie ein aktives Vermögensmanagement mit variablen Bandbreiten in den einzelnen Assetklassen.

BEwäLtigUng dEr KonJUnKtUrschwächE oBErstE priorität

Überwiegend positiv blickt die Hypo Tirol Bank in ihrem Ausblick 2013 auf die Kapitalmärkte. „Nach der Bekämpfung der Staatsschuldenkrise wird im Jahr 2013 vermutlich der Bewältigung der Konjunkturschwäche oberste Priorität eingeräumt werden. So werden die geplanten Sparmaßnahmen der Regierungen wohl milder ausfallen und somit die Konjunktur weniger stark belasten. Zudem entspannte sich die Lage für die europäischen Banken infolge der geldpolitischen Maßnahmen der EZB. Wir glauben daher, dass die Wirtschaft in der Eurozone spätestens ab der Jahresmitte 2013 wieder zu einem positiven Wachstum zurückkehren wird, schreibt die Hypo Tirol Bank in ihrem Marktausblick 2013. Allerdings werde das Wachstum auf absehbare Zeit gering bleiben und weiterhin von einer großen Differenz zwischen den wirtschaftlich wettbewerbsfähigeren Kernländern und der Euro-Peripherie geprägt sein. Ein etwas stärkeres Wachstum als in Europa erwartet die Hypo für die USA. Voraussetzung dafür ist aber die endgültige Entschärfung der „Fiskalklippe“. China dürfte sich auf dem aktuellen Niveau von plus sieben Prozent Jahreswachstum einpendeln. Insgesamt dürfte sich das Wachstum der Weltwirtschaft von 3,0 Prozent in 2012 in Richtung vier Prozent in diesem Jahr beschleunigen. In ihrem Basisszenario (Wahrscheinlichkeit über 60 Prozent) geht die Hypo Tirol Bank davon aus, dass die Geldmarktzinsen

in den USA und Japan weiterhin tief bleiben (die EZB hätte sogar noch Spielraum für eine Senkung ihres Leitzinssatzes von derzeit 0,75 Prozent). Trotzdem bestehe keine Inflationsgefahr, da die Kapazitätsauslastung in der Industrie niedrig ist und sich die Unternehmen mit Investitionen zurückhalten. Wegen des tiefen Zinsniveaus wird die Suche nach höher rentierenden Veranlagungsmöglichkeiten anhalten. Dieser Umstand sollte Unternehmensanleihen und Anleihen aus den Schwellenländern begünstigen. „Wir erwarten für diese beiden Marktsegmente historisch gesehen niedrige Ausfallraten und daher ein gutes Ertrags-/Risikoverhältnis“, so die Hypo-Experten. Anders stellt sich die Situation bei Staatsanleihen bester Bonität dar: Hier sehen diese durchaus Risiken, da die oft negative Realverzinsung fun-

Tiefpunkt des Wachstums überschritten wurde, die höchsten Kursanstiege. Mit dem Blick auf mögliche hohe Kursschwankungen raten die Hypo-Experten aber, nur moderat in Aktien zu investieren.

EUropa droht rEzEssion

Nicht ganz so positiv wie die Kollegen der Hypo Tirol Bank sehen die Experten der Raiffeisen Landesbank die Aussichten für das bereits begonnene Jahr. Die Eurozone dürfte ihrer Ansicht nach auch 2013 in der Rezession bleiben – mit dem Risiko, dass sich diese sogar noch verschärft. In den Peripheriestaaten (Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Spanien) sind schwere Rezessionen oder sogar Depressionen ohnehin schon seit vielen Jahren Realität. Die bereits beschlossenen und noch folgenden öffentlichen Sparmaßnahmen sowie die teilweise rasant steigende Arbeitslosigkeit werden diesen Trend weiter verstärken. Damit droht sich auch die Negativspirale aus sinkenden Steuereinnahmen und gleichzeitig steigenden Sozialausgaben weiterzudrehen. Erst im zweiten Halbjahr, spätestens aber 2014 rechnet RLB-Veranlagungsexperte Christian Andreatta aber mit einer zumindest vorübergehenden Lockerung der Sparpolitik. Bei den europäischen Staatsanleihen erwartet Andreatta, dass Spanien unter den ESM-Schutzschirm schlüpft und in weiterer

„die hohen erwartungshaltungen der marktteilnehmer bergen Viel rüCksChlagsPotential, wenn etwa die angekündigten massnahmen niCht entsPreChend umgesetzt und imPlementiert werden.“ Herbert Schmarl, Tirol Invest

damental nicht zu rechtfertigen und nur auf die extreme Risikoscheu der Anleger zurückzuführen sei. Bei einer nachhaltigen Entspannung der Lage und wieder höherer Risikobereitschaft der Investoren könnte es hier zu Renditeanstiegen mit entsprechenden negativen Kursfolgen kommen. Aktuell empfiehlt die Hypo daher Laufzeiten im kurzen bis mittleren Segment. Nicht nur aus Diversifikationsüberlegungen, sondern auch aufgrund einer Dividendenrendite, die über jener von Anleihen liegt, erscheinen derzeit Aktien interessant. Außerdem erbrachten Aktien in der Vergangenheit in jenen Konjunkturphasen, in denen der

Folge die EZB die Renditen von spanischen Staatsanleihen durch Käufe auf ein langfristig vertretbares Niveau drückt. Dies wird dann entsprechende Hoffnungen für andere Länder (Italien, Portugal) wecken und ebenfalls zu Renditerückgängen in diesen Staaten führen. Die Bewertungen an den Aktienmärkten sind trotz der vergangenen Kursanstiege weiterhin nicht als zu teuer anzusehen, obwohl die Gewinnerwartungen für dieses Jahr aus heutiger Sicht etwas zu hoch erscheinen, so Andreatta. Unterstützend wirken da auch die gefallenen Staatsanleihenrenditen der Euro-Krisenländer sowie die scheinbar endlos eco.nova

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„anleger müssen ihr risiko neu deFinieren. der reale werterhalt bedingt zwar ein gewisses risiko, das aktiV gemanagt werden muss. risikolose anlagen hingegen bedeuten den siCheren realwertVerlust.“ Peter Strele, Leiter BTV-Expertenteam Vermögensanlage

zur Verfügung stehende Liquidität, die aktuell fast allen Veranlagungsklassen gleichzeitig Kurszuwächse zu bescheren vermag. Andreatta erwartet Zuwächse bei den großen Indizes in der Höhe von zehn Prozent, wobei er Europa gegenüber den USA den Vorzug gibt.

mit sachwErtEn Und garantiEzErtifiKatEn sichEr vEranLagEn

Noch kaum jemals zuvor war das Thema Veranlagung eine größere Herausforderung als heute. Die Staatsschuldenkrise und ihre Folgen auf der einen Seite, Verunsicherung und das Streben nach Sicherheit vieler Anleger auf der anderen Seite engen die Veranlagungsmöglichkeiten massiv ein. Auf der Suche nach interessanten Veranlagungsmöglichkeiten ist die Volksbank Tirol Innsbruck-Schwaz AG insbesondere bei hausinternen Produkten fündig geworden: Sicherheit und die „Chance auf mehr“ bietet der Fix Plus Garant 1/2013 der Österreichischen Volksbanken AG. Mit der Zeichnung dieses Zertifikateklassikers sichern sich die Anleger eine jährliche Fixverzinsung von 2,1 Prozent (vor Steuern) sowie die Auszahlung des Nominales (durch die ÖVAG) am Ende der Laufzeit. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit auf eine Gesamtverzinsung von sechs Prozent p.a., wenn keine der zugrunde liegenden Aktien an einem der zwölf Beobachtungstage pro Jahr 80 Prozent des Startwertes unterschreitet. Der Inflation ein Schnäppchen schlagen kann man mit der Inflationsanleihe 2013– 2019. Ihr Kupon ist im zweiten bis sechsten Jahr an die Inflationsentwicklung gekoppelt und bietet eine Zinszahlung zwischen null und sechs Prozent (vor Steuer). Ebenfalls Schutz vor steigenden Preisen bieten bekanntermaßen Aktien. Auch hierzu hat die Volksbank aktuell zwei heiße Eisen im Feuer: Mit dem Europa Dividend Best-In Garant 2 profitieren Anleger von der Entwicklung des EUROSTOXX-Select-Dividend-30-Preisindex und sichern sich zudem durch die BestIn Funktion den optimalen Einstiegszeitpunkt während der ersten zwei Laufzeitmonate. Danach profitiert der Anleger zu 100

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Prozent an der positiven Wertentwicklung des Index, wobei die Ertragsobergrenze bei 140 Prozent des Nennwertes festgelegt ist. Last, but not least bietet der Aktienfonds DWS Top Dividende die Chance, an den Ausschüttungen und der Kursentwicklung der im Fonds enthaltenen Unternehmen zu partizipieren. Das Management investiert dabei weltweit in Aktien, die eine bessere Ausschüttung versprechen als der Marktdurchschnitt. Diese hohen Erwartungen wurden in der Vergangenheit nicht enttäuscht. Seit Auflegung liegt die Dividendenrendite des Fondsportfolios bei durchschnittlich 4,0 bis 4,5 Prozent p.a. Hinzu kommt noch die jährliche Wertentwicklung des Fonds, die in den letzten zwölf Monaten bei 14,4 Prozent lag, so Vorstandsdirektor Markus Hörmann. Hörmann rechnet 2013 mit einem etwas ruhigeren Aktienjahr. Positiver sollten sich die Emerging Markets entwickeln, wo das Wachstum immer noch stark ist und es keine Schuldenproblematik gebe.

infLation führt zU wohLstandsvErLUstEn

Bekanntermaßen kritisch sieht Wolfgang Lechner, Geschäftsführer der Nova Portfolio

Maxime einer aktiven Vermögensverwaltung, Verluste zu vermeiden, um langfristig Gewinne erwirtschaften zu können. Dies sei im derzeitigen Umfeld aber mit erheblichen Risiken verbunden, so Lechner. Umgekehrt seien vermeintlich sichere Veranlagungen, wie das Sparbuch, Festgeld oder Staatsanleihen hoher Bonität, die größten Verlustgeschäfte. Schutz bietet vor allem die gleichzeitige Investition in verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Gold, da die am Finanzmarkt überschüssige Liquidität aufgrund der immer noch vorherrschenden Unsicherheit der Anleger zwischen Risk-on- und Risk-off-Veranlagungen hin und her fließe. Die Beziehungen (Korrelationen) zwischen den einzelnen Anlageklassen lassen sich messen, ebenso deren unterschiedliche Schwankungen. Solange diese Beziehungen gelten, ist es möglich, für jeden Risikotyp das optimale Portfolio herzustellen, das sich durch eine stabile Wertentwicklung auszeichnet und die Chance wahrt, das Vermögen vor Kaufkraftverlusten zu schützen und reale Gewinne zu erzielen, so Lechner. Dazu müssen die Veränderungen der Korrelationen ständig überprüft und das Portfolio regelmäßig den veränderten Marktbedingungen angepasst werden.

fazit

Wie bereits eingangs erwähnt überwiegen die Hoffnungen auf ein gutes Anlagejahr die Risiken. Gerade darin dürfte aber das größte Risiko für den Anleger liegen. Werden die positiven Erwartungen nämlich enttäuscht, so ist das Rückschlagspotential heuer deutlich höher als am Beginn des Vorjahres. Dies gilt sowohl für Aktien als auch am Anleihenmarkt. Andererseits bieten scheinbar sichere Veranlagungen keine Chance auf eine reale

„auFgrund der bereits besChlossenen und noCh Folgenden öFFentliChen sParmassnahmen sowie der teilweise rasant steigenden arbeitslosigkeit wird euroPa auCh 2013 in der rezession bleiben.“ Mag. Christian Andreatta, RLB Tirol

Vermögens-Management GmbH, die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Diese führe nämlich unausweichlich zu Inflation und damit einhergehend zur Vernichtung von Kapital, was unweigerlich mit der Vernichtung von Arbeitsplätzen und der Vernichtung von allgemeinem Wohlstand einhergeht. Dem gegenüber steht die oberste

Rendite. Wer also am Ende des Jahres nicht mit leeren Händen dastehen möchte, wird um eine gewisse Portion Risiko nicht herumkommen. Risikostreuung und aktives Vermögensmanagement sind dabei aber ein Gebot der Stunde. Wer am Ende des Jahres die Nase vorne haben wird, wird sich zeigen. Das Anlagejahr bleibt jedenfalls spannend.


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Volksbank tirol innsbruCk-sChwaz ag: nutzen sie das serViCe einer wohnbau-bank! Die Finanz-, Staatsschulden- und Euro-Krise hat die Menschen stark verunsichert. Die Sparzinsen sind im Keller und die hohe Inflation nagt an den Ersparnissen vieler Anleger. Was soll man mit seinem Geld machen? Am besten in die eigenen vier Wände oder in den Kauf eines Grundstücks bzw. einer Wohnung investieren denken sich derzeit wohl immer noch viele Tiroler und Tirolerinnen. Der Trend zum Immobilienerwerb, Bauen und Sanieren ist anhaltend groß und wird aktuell auch durch das Land Tirol z.B. mit einer großen Sanierungsoffensive seit 1.1.2013 und verbesserte Förderungsmöglichkeiten unterstützt. Auch die Bundesregierung hat die Förderaktion „Sanierungsscheck“ zur thermischen Sanierung von privaten Wohngebäuden 2013 fortgesetzt.

„nutzen sie das Volksbank-wohnbau-serViCe – es zahlt siCh aus.“ Stefan Posch, Vorstandsassistent und Bereichsleiter Vertrieb der Volksbank Tirol Innsbruck-Schwaz AG

Wohnbau_Tirol_TIS_122x185_Kalender_2013_Layout 1 23.01.13 09:13 Seite 1

Die Volksbank Tirol Innsbruck-Schwaz AG bietet als Wohnbau-Bank eine ganze Reihe erstklassiger Serviceleistungen speziell für Bauherren und Immobilienkäufer: • Individueller Finanzierungs-Check • Ein maßgeschneidertes Angebot mit unterschiedlichen Finanzierungsvarianten • Förderungsberatung und Hilfestellung bei der Einreichung von Wohnbauförderungsanträgen • Wohntraum-Kredite mit Top-Konditionen • Garantierte Zinsobergrenze auf Wunsch • Kostengünstiges Baukonto • Rasche Finanzierungsabwicklung • Gratis-Versicherungs-Check • Gratis-Wohnbau-Broschüren • Nutzung des Volksbank-Netzwerkes – speziell für Häuslbauer und Wohnungskäufer (Notare, Architekten, Immobilienmakler, Energieberatung, Wohnbauförderung, Tiroler Versicherung, Physiotherm u.v.a.m.) Übrigens, zu jedem Finanzierungsangebot gibt’s jetzt – solange der Vorrat reicht – gratis einen USB-Stick mit interaktiven Bauherren-Infos und den begehrten Superadler-Kalender.

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Volksbank. Mit V wie Flügel.

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Anlagevorschläge/Portfolios Herbert Schmarl, Tiroler Sparkasse

Anleihen/Festgeld (50 %) 30 % Sparbuch (max. ein Jahr Laufzeit) 20 % Anleihen Emerging Markets Aktien (25 %) 10 % Europa (Bonuszertifikate) 5 % USA 5 % Emerging Markets 5 % Japan Rohstoffe/Gold (15 %) 10 % Edelmetalle (Gold, Silber, Platin) 5 % Öl (via Bonuszertifikat) Immobilien (10 %) 5 % Immobilienaktien 5 % offene Immobilienfonds

BTV Vermögensstrategie Trend

Aktien global: 0–50 % Cash/Anleihen: 35–100 % Alternative Investments: 0–15 % Aktuelle Gewichtung: Aktien 47,50 % Cash/EUR-Anleihen: 47,50 % Immobilien: 5%

Raiffeisen Landesbank Tirol AG

Nova Portfolio Startportfolio 2013 – für den konservativen Anleger)* 55 % Anleihen (weltweiter Mix aus Unternehmens- und Staatsanleihen guter Bonität) 35 % Aktien (Asien und Schwellenländer übergewichten, Europa und USA untergewichten) 10 % Rohstoffe/Gold (Gold physisch oder als ETF) * Diese Aufteilung lässt aufgrund der aktuellen Korrelationen und Volatilitäten eine Portfolioschwankung von 5 Prozent p.a. erwarten.

Schoellerbank Vermögensverwaltung Variante B (mit Individualwerten) Aktien (25 %) Aktien Einzeltitel Aktien-/Dachfonds Emerging Markets Aktien-/Dachfonds Rohstoffe

17,01 % 5,00 % 3,00 %

Anleihen (75 %) Konventionelle EUR-Anleihen Fremdwährungsanleihen Inflationsgeschützte Anleihen Strukturierte Zinsprodukte Geldmarkt/-nahe Anlagen

29,92 % 14,00 % 12,00 % 11 % 8,08 %

Alpenbank Portfolio (Kundenziel max. Rückschlag 10%) Aktien (24 %) Aktien Europa Aktien Nordamerika Aktien Pazifik % Emerging Markets

10,50 % 6,50 % 7,00 %

Anleihen (58 %) Staatsanleihen & Supranationale Unternehmensanleihen Anleihen High Yield Anleihen Emerging Markets Wandelanleihen

27,00 % 15.50 % 8,00 % 5,50 % 2,00 %

Alternative Anlagen (15 %) Musterdepot Anleihen 34 % Raiffeisenanleihe 4 % Staatsanleihen 22 % EUR-Unternehmensanleihen 15 % Geldmarkt 10 % Emerging-Markets-Anleihen 15 % Anleihen USA Musterdepot Aktien 30 % Aktien USA 40 % Aktien Europa 13 % Aktien Osteuropa 17 % Aktien Emerging Markets

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Barmittel (3 %)

Volksbank Tirol Innsbruck-Schwaz AG Anleihen (60 %) 20 % 1,25% Volksbank Tirol Kassenobligation 20 % Volksbank Inflationsanleihe 2013–2019 20 % Pionieer Austria Corporate Trend Invest Aktien (40 %) 20 % Europa Dividend Best In Garant 2013–2018 13 % DWS Top Dividende 7 % DWS Invest Emerging Markets Top Dividend Plus Lc


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v.l.n.r.: Herbert Wötzer, Claudia Schranz, Peter Slamik, Andrea Außerlechner, Harald Strieder, Mag. Thomas Spielmann, Mag. Katharina Wagensonner, Andreas Stolz, Mag. Eva Frank, Daniela Singer

besondere betreuung Für besondere kunden In der Tiroler Sparkasse finden Menschen der Berufsgruppe „Freie Berufe“ individuelle Betreuung in einem spezialisierten Kundencenter. Über 2.000 Kunden schenken der Sparkasse in diesem Zusammenhang ihr Vertrauen, über die Hälfte davon sind Ärzte.

S

eit 190 Jahren widmet sich die Tiroler Sparkasse in puncto Kundenbetreuung auch der Berufsgruppe der Freien Berufe, seit 27 Jahren sogar mit einem eingenen Spezialistenteam. Zu den Freien Berufen zählen Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Notare, Tierärzte, Zahnärzte oder auch Ziviltechniker, wie zum Beispiel Architekten. Seit Juni 2012 hat das Team des dazugehörigen Kundencenters mit Mag. Thomas Spielmann einen neuen Leiter. Für Spielmann stellt die Gruppe der Freien Berufe eine besondere dar: „Sie sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft und sichern in ihren Berufen essentielle Grundbedürfnisse, wie Gesundheit, unsere Rechte gegenüber dem Staat oder auch Sicherheit in Bau und Technik“, erklärt er. Ärzte, Anwälte oder Architekten stillen aber nicht nur Grundbedürfnisse der Zivilgesellschaft. Ihre Professionen bringen auch spezielle Ansprüche an eine Bank mit sich. Nicht bei allen Geldinstituten werden sie von spezialisierten Experten und dementsprechend gezielt betreut. Niedergelassene Ärzte werden zum Beispiel oft als Firmen oder Kli-

nikärzte als Privatkunden eingestuft. „Unsere Spezialisierung reicht von der Zuordnung über die Produkte, die wir dieser Berufsgruppe anbieten, bis hin zum Hintergrundwissen, auf dem wir unsere Beratung aufbauen“, versichert Thomas Spielmann. Eine Philosophie und eine Strategie, mit der die Sparkasse sehr erfolgreich am heimischen Markt arbeitet. „Wir betreuen 2.100 Kunden aus den Freien Berufen, dies entspricht fast jedem Zweiten in unserer Region.“ Wie sich das individuelle Angebot der Tiroler Sparkasse an diese Berufsgruppe gestaltet, erklärt Thomas Spielmann am Beispiel der Ärzte: „Wir bieten für Ärtze eine spezielle Kreditkarte, die AESCULAP-Card, an. Diese beinhaltet unter anderem eine umfangreiche Ärzte-Haftpflichtversicherung bei Erste-Hilfe-Maßnahmen auf Reisen“, erzählt Spielmann. Darüber hinaus sei das Um und Auf das nötige Hintergrundwissen. „Wir wissen, wie viel es kostet, eine neue Praxis aufzubauen oder einen Zahnarztstuhl zu beschaffen. Damit können wir gezielt die Finanzierungsanforderungen unserer Kunden

UntErnEhmEnsführUng in dEr arzt- Und zahnarztpraxis Termine: 19.2., 26.2., 5.3. und 12.3. 2013, jeweils um 18.30 Uhr Ort: Tiroler Sparkasse, Innsbruck, Sparkassenplatz 1, 6. Stock

Diese spezielle Kreditkarte für Ärzte beinhaltet auch eine Ärzte-Haftpflichtversicherung bei Erste-Hilfe-Maßnahmen auf Reisen.

einschätzen und sie punktgenau beraten“, betont Thomas Spielmann. Ihr Know-how teilt die Sparkasse auch mit ihren Kunden und Interessierten. So startet am 19. Feber 2012 eine kostenlose Vortragsreihe der Sparkasse in Zusammenarbeit mit dem Fortbildungsreferat der Ärztekammer und der Zahnärztekammer zum Thema „Unternehmensführung in der Arzt- und Zahnarztpraxis“. Interessierte können sich unter www.tirolersparkasse.at/aerzte anmelden.

KUndEncEntEr frEiE BErUfE Sparkassenplatz 1, Postfach 245 6010 Innsbruck www.tirolersparkasse.at/fb freieberufe@tirolersparkasse.at Tel.: 050100 – 70777

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Der europäische Zahlungsraum ist da Am 1. Februar 2014 startet endgültig der neue gemeinsame europäische Zahlungsraum SEPA (Single European Payments Area). Die ersten Umstellungen sind bereits erfolgt bzw. sollten jetzt in den Unternehmen in die Wege geleitet werden. // Text: Barbara Wildauer

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m einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum können Verbraucher, Unternehmen und andere Wirtschaftsakteure unabhängig vom Land, in dem sie sich befinden, Euro-Zahlungen tätigen oder empfangen. Das ist nach der Einführung der gemeinsamen europäischen

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Währung ein zweiter wichtiger Schritt zum Zusammenwachsen der Wirtschaftsräume innerhalb der EU. Der Austausch von Waren und Dienstleistungen wird damit weiter erleichtert. Das spielt nicht nur für alle exportorientierten Unternehmen eine wichtige Rolle, sondern bringt auch für kleine

Unternehmen große Erleichterungen. Das Umstellungsdatum 1. Februar 2014 scheint dabei noch weit entfernt, aber gerade in Unternehmen, die ihre Buchhaltung mittels ERP oder anderer Datenverarbeitung abwickeln, ist es jetzt an der Zeit, alle notwendigen Maßnahmen zur Umstellung in die


eco.geld Werner Seebacher hat in der Hypo Zentrale im Bereich Service die Schulung der Vertriebsmitarbeiter vorbereitet und umgesetzt und die Umstellung organisatorisch begleitet. Die Hypo Tirol Bank hat für Firmenkunden umfassende Unterlagen zusammengestellt, in denen alle Neuerungen kompakt zusammengefasst sind.

Mag. Andreas Kleinhansl, Hypo Tirol Bank

Änderungen durch SEPA

Wege zu leiten. Auf Bankenseite sind die Umstellungsarbeiten bereits voll angelaufen. In der Hypo Tirol Bank sind die Unterlagen für Mitarbeiterschulungen, Kundeninformation und Spezialfragen aufbereitet, die Schulungen der Mitarbeiter laufen auf Hochtouren und es geht jetzt daran, die Kunden zu informieren.

Was ist neu bei „einfachem“ Zahlungsverkehr? Bei allen Überweisungen sind ab 1. Februar 2014 IBAN und BIC anzugeben, auch im Inland. Die Überweisungsdauer bei elektronischen Überweisungen beläuft sich auf maximal einen Bankgeschäftstag und bei beleghaften Überweisungen auf maximal zwei Bankgeschäftstage.

Neue Zahlungsanweisungen

Woran müssen Unternehmen denken? Unternehmen sollten keine Zahlscheine mehr bestellen, sondern gleich die neuen Zahlungsanweisungen. Im Falle von Selbstdruck sollte das Druckerprogramm zeitnah umgestellt werden. Bei Überweisungen direkt aus der Buchhaltung muss auf das neue XML-Format umgestellt werden, daher ist die Kontaktaufnahme mit dem Softwarehersteller erforderlich. Notwendig ist auch die Umstellung von Kontonummern und Bankleitzahlen der Geschäftspartner auf IBAN und BIC in der Buchhaltung. Bei Telebankingprogrammen sind Updates einzuplanen. Daueraufträge werden in der Hypo Tirol Bank automatisch konvertiert. Sollten Daueraufträge nicht automatisch konvertiert werden können, so muss dies manuell vom Kunden gemacht werden, da sie sonst ab 1. Februar 2014 nicht mehr durchgeführt werden. Möchte der Unternehmer Lastschriften verwenden, wird eine Creditor-ID benötigt, die über die Hausbank bei der OeNB beantragt werden kann. Eine neue Creditorvereinbarung mit der Bank ist ebenfalls notwendig.

Mag. Andreas Kleinhansl, Leiter Firmenkunden Oberland der Hypo Tirol Bank, hat sich in den vergangenen Wochen umfassend mit den Änderungen befasst, die SEPA bringt. Mag. Kleinhansl: „Ab 1. Februar 2014 können nur mehr SEPA Zahlungsanweisungen sowie das europäische Lastschriftverfahren verwendet werden. Daher geben wir an unsere Kunden seit Jänner dieses Jahres nur mehr die neuen Zahlungsanweisungen aus.” eco.nova: Was sind die großen Vorteile für Unternehmen? Andreas Kleinhansl: Der einheitliche Zahlungsraum bringt für alle Kunden maßgebliche Verbesserungen. Die erste davon ist schon seit einem Jahr wirksam – alle Zahlungsverkehrstransaktionen wurden verpflichtend beschleunigt, die Überweisungsdauer darf seit 1. Jänner 2012 bei maximal einem Tag liegen. Weitere Auswirkungen werden bald spürbar werden. Die Abwicklung von Überweisungen und Lastschriften wird einfacher und auch günstiger, da nur mehr ein Konto innerhalb der EU notwendig ist. Bei SEPA-Transaktionen fallen keine Auslandsspesen an, dies auch unabhängig vom Betrag. Und Transaktionen werden aufgrund der Verwendung von IBAN und BIC sicherer. Betrifft SEPA auch den privaten Zahlungsverkehr? Ja, alle, die Finanztransaktionen tätigen, kommen in den Genuss der Vorteile von SEPA.

Welche Aufgaben übernimmt die Bank für die Unternehmen? Die Hypo Tirol Bank bietet hierfür einen IBAN- und BIC-Konvertierungsservice an. Die Unternehmen übermitteln uns die Daten in einem vorgegebenen Muster und diese werden dann von uns um IBAN und BIC ergänzt. Die Creditor-ID für Lastschriften kann bei der Bank beantragt werden. Die Hypo bietet Kunden darüber hinaus eine SEPA-Checkliste an, damit nichts vergessen werden kann.

IBAN-Only: Diese neue IBAN enthält alle für eine Überweisung notwendigen Informationen wie Kreditinstitut, Kontonummer und Staat. Die Pflicht zur Angabe der BIC entfällt ab 1. Februar 2014 für nationale Zahlungen und für grenzüberschreitende Überweisungen ab 1. Februar 2016. Zahlungsanweisungen statt Zahl- und Erlagscheinen: Unternehmen sollten ab sofort auf die neuen Zahlungsanweisungen umsteigen. Selbstdrucker sollten jetzt die Umstellung des Belegdruckes in Angriff nehmen und Testdrucke durch die Hypo Tirol Bank AG vor erstmaliger Ausgabe auf Richtigkeit überprüfen lassen. Vor der Umstellung sind eventuell verschiedene weitere organisatorische Änderungen zu berücksichtigen: Zahlungsanweisungen aus Finanzbuchhaltungen werden künftig in ganz Europa einheitlich im XML-Format abgewickelt. Alle Kunden- und Geschäftspartner-Kontonummern müssen mit IBAN und BIC hinterlegt werden. Die Hypo Tirol Bank bietet hierfür einen IBAN-Konvertierungsservice an. Telebanking muss SEPA-fit gemacht werden. Das Hypo Office Banking (HBP) ist es bereits.

Die SEPA-Länder

Insgesamt sind 32 Länder dabei, neben den EU-27-Staaten auch Monaco, Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island. SEPA-Länder: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Monaco, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern.

Die SEPA-Umsetzung in Österreich

Belege: bis 1/2014 Parallelbetrieb, ab 2/2014 nur Zahlungsanweisungen. Online-Banking: bis 1/2014 Parallelbetrieb, ab 2/2014 Überweisung nur mit IBAN/BIC. Dauerauftrag: bis 1/2014 Parallelbetrieb, Neuanlage Dauerauftrag nur mehr mit IBAN und BIC ab Ende 2. Quartal 2013. Ab 2/2014 nur mehr mit IBAN/BIC.

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KUnst & KULtUr

comEBacK dEr KLassischEn maLErEi Bereits zum 17. Mal öffnet die ART internationale messe für zeitgenössische kunst innsbruck heuer ihre Tore. Vom 21. bis 24. Feber steht die Innsbrucker Messehalle wieder ganz im Zeichen der Kunst. Und schon früh hat sich ein klarer Trend abgezeichnet: Die Kunstwelt besinnt sich wieder mehr auf die klassische Malerei und auch der Phantastische Realismus feiert ein Revival. Knapp drei Monate vor Beginn der Messe waren die Plätze bereits vollends ausgebucht. Neben den Stammausstellern konnte ART-Initiatorin Johanna Penz für heuer auch viele neue Galerien überzeugen – u. a. aus Berlin und Mallorca. Auch der russische Konzern MVideo ist wieder mit an Bord. Letztes Jahr präsentierte dieser eine Sonderschau über klassische zeitgenössische Kunst in Russland. Penz: „Nach der repräsentativen Sammelschau über die Moskauer Schule im Jahr 2012 möchte MVideo jetzt ganz gezielt Einzelkünstler fördern und in Westösterreich bekannt machen.“ Die diesjährige Sonderschau wird deshalb dem Moskauer Maler

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Vladimir Valentsov gewidmet, der als bedeutender Vertreter des russischen Neo-Imperialismus gilt.

KUnst – dEsign – KUnst

Eine weitere Sonderschau widmet sich der Schnittstelle Kunst und Design. Kuratiert wird „Grenzbereich Kunst – Design – Kunst“ durch die Innsbrucker Galerie Rhomberg, selbst langjähriger Aussteller auf der ART. Galerieinhaber Clemes Rhomberg hat durch sein Einrichtungshaus Kranebitter mit exklusiven Designerstücken schon von Berufs wegen eine Affinität zu Kunst und Design – besonders in Kombination – und präsentiert in der Sonderschau unter anderem Objekte

herausragender zeitgenössischer Künstler wie Michelangelo Pistoletto, Peter Kogler und Damian Roland. „Wenn Künstler sich der so genannten angewandten Kunst zuwenden, also Alltagsgegenständen ihre Formensprache aufprägen, dann werden diese Gebrauchsgegenstände fast immer dem Alltag und der Alltäglichkeit entrückt. Plötzlich ist ein Tisch eben nicht mehr nur ein Tisch, eine Lampe nicht mehr nur eine Lampe. Die Objekte erzählen einem ganz andere, neue Geschichten“, so Penz. art innsbruck, 21. bis 24. feber 2013 Messehalle D + E, Innsbruck www.art-innsbruck.at

„wir sind Vollends ausgebuCht. die resonanz auF unsere aussChreibung war so gut wie sChon lange niCht mehr.“ Johanna Penz, ART-Gründerin


auf den spuren von jeanne d‘arc

Lois Weinberger: Garden 1994/2002, Plastikeimer, Erde, Spontanvegetation; Landesmuseum Niederösterreich // Foto: Helmut Lackinger

buntes programm Das Programm der Tiroler Landesmussen für das heurige Jahr ist wie gewohnt vielfältig. Am Plan stehen neun Sonderausstellungen, Präsentationen von Arbeiten zeitgenössischer Künstler, zwei Symposien im Bereich Musik sowie mehr als 20 Konzerte. Direktor Dr. Wolfgang Meighörner: „Mit zeitgenössischer Kunst von etablierten Persönlichkeiten wie Lois Weinberger (Anm.: Ihm wird im Ferdinandeum eine umfassende Personalie gewidmet) bis zu Shootingstars wie Christoph Raitmayr, mit Kuriositäten aus den Sammlungen, historischen Momenten der Geschichte Tirols, einer Sonderausstellung über Hygiene sowie mit prächtigen Paradiesvögeln wollen wir unsere Besucher heuer in den Bann ziehen.“ www.tiroler-landesmuseen.at

Karl Prantl, Zur Meditation, 1963 Tauerngrün-Serpentin, 23 x 27 x 21 cm // Foto: Galerie E&K Thoman

spiel mit licht Seit 22. Jänner sind in den Räumen von Thoman modern in Innsbruck frühe Skulpturen von Karl Prantl zu sehen. Mit der Ausstellung „Steine 1950–1975“ ist der Künstler seit Jahren wieder in der Galerie zu Gast. www.galeriethoman.com

Noch bis 2. März erforscht im Innsbrucker Kellertheater eine Frau die Spuren des Mythos Jeanne d‘Arc und sucht gleichzeitig nach den Kämpferinnen von heute und ihrer eigenen Heldenhaftigkeit. Auf ihrem Weg begegnet ihr ER, der Mitsuchende, der Prüfende, der Mann, der Professor, dem sie in Männerkleidern entgegentritt, bis der Hörsaal zur Kampfarena und die Prüfung zur Schlacht wird. Begleitet werden die Protagonisten Günther Lieder und Angelica Ladurner live von Hanno Windner an der Gitarre. Spannend! www.kellertheater.at

Fotografie von Michaela Falkensteiner

badebetrieb und schwarze keramik wunschprogramm frohe farbenwelt Ab 21. Feber 2013 zeigt der Tiroler Künstler Heinz Weiler seine Werkschau „Querverweiler“ in den Swarovski Kristallwelten. Im CAFÉ-terra wird das künstlerische Prinzip Weilers zugänglich gemacht – mit 16 Werken, die einen ironischen Blick auf die Welt werfen und von seiner augenzwinkernden Grundfröhlichkeit zeugen.

In den vergangenen Jahren stand im Theater praesent die Verbindung von Theater und Musik im Mittelpunkt. Angelehnt an die ORF-Sendung „Wurlitzer“ zeigt das Theater im Feber einen literarisch-musikalischen Abend, dessen Verlauf jedes Mal vollkommen offen ist. Weil das Publikum aus mehr als 100 Stücken wählen darf, was gespielt wird. www.theater-praesent.at

Vom 19. Feber bis 16. März präsentiert die Innsbrucker Galerie Nothburga eine Doppelausstellung mit Fotos der Wiener Künstlerin Michaela Falkensteiner und Objekten von Patrick Piccarelle, der in Belgien und Frankreich ausgebildet wurde. Erstere bewegt sich in ihrer Arbeit „Badebetrieb“ möglichst natürlich in einer spezifischen städtischen Einrichtung: dem öffentlichen Bad. Piccarelle untersucht mit seinen Objekten das Spannungsfeld zwischen der groben Schamott-Tonmischung und luftigem Porzellan. www.galerienothburga.at

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Blick in die Ausstellung – Gegenüberstellung von Negauer Helmen aus dem Depot von Negau-Zenjak/Slowenien und aus dem Depot von Vetulonia/Italien

Die Waffe als Weihgabe Das Thema „Waffen“ ist aktuell nicht zuletzt durch die immer wiederkehrende Diskussion in den USA ein Dauerbrenner in den Medien – und damit äußerst negativ besetzt. Dabei lässt sich die Waffenthematik auch von einem ganz anderen Blickwinkel betrachten, wie die aktuelle Sonderausstellung im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum zeigt. // Fotos: TLM

Bronzestatuette aus Sanzeno, 5. Jh. v. Chr., Castello del Buonconsiglio, Trento

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och bis 31. März widmet sich das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in der Sonderausstellung „Waffen für die Götter“ dem vielschichtigen Thema der Waffenweihungen in prähistorischer und römischer Zeit. Die Ausstellung präsentiert rund 700 Objekte, Prunkwaffen und Paradeausrüstungen, von Beil und Lanzenspitze über Schwertteile, Dolch, Helm, Schild, Brustpanzer und Beinschiene bis zur Statuette und Schmuckstücken von über 60 Leihgebern aus sechs Ländern. Sie beleuchten mit Ausblick auf den Vorderen Orient und Griechenland ausgewählte stein-, bronze-, eisen- und römerzeitliche Waffenopfer und sich darin widerspiegelnde kultisch-religiöse Ausdrucksformen.

Sie rettete Leben und brachte Tod

Die Geschichte prähistorischer Kulturen, der antiken griechischen Welt und die Expansi-

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„die zusammenarbeit mit dem institut Für arChäologien der uniVersität innsbruCk und dem römisCh-germanisChen zentralmuseum mainz ermögliChte eine übergreiFende arbeitsweise. iCh halte das im Falle einer FaChausstellung Für elementar und sehe darin eine grosse bereiCherung sowohl Für uns ausstellungsmaCher als auCh Für das Publikum.“ PD Dr. Wolfgang Meighörner, Direktor der Tiroler Landesmuseen

Vollgriffdolch aus Bronze aus Landeck-Perjen, Frühbronzezeit, Kunsthistorisches Museum Wien

Keramik und Stabdolchklingen aus Bronze, aus Hofkirchen-Unterschöllnach, Lkr. Passau, Archäologische Staatssammlung München

onspolitik Roms sind untrennbar mit Kriegen verbunden. Kampf und Gewalt waren die Mittel, mit denen territoriale und wirtschaftliche Interessen einer Gemeinschaft verfolgt wurden – sei es durch Verteidigung oder Angriff. Abgesehen von Taktik, der Willenskraft und Verfassung der Befehlshaber und Krieger war das „Werkzeug“, die Waffe, entscheidend für Sieg oder Niederlage. Mit Weihehandlungen und Weihgaben brachten die Menschen einst den Gottheiten ihre Anliegen und Danksagungen, aber auch ihre Verbundenheit und Ehrfurcht zum Ausdruck. Bei kriegerischen Eliten und Kämpfern waren Waffen gängige Weihegaben; Krieg und Waffen nahmen eine bedeutende Stellung in ihren Wertvorstellungen ein. Archäologische Fundkomplexe sowie Berichte antiker Autoren wie Homer oder Caesar sind Zeugnisse dafür. Die Plätze, an denen Waffenweihungen stattfanden, unterschieden sich indes kaum

Fachbereich für Vor- und Frühgeschichte, und dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz. Mag. Wolfgang Sölder, Ausstellungskurator und Kustos der Vor- und Frühgeschichtlichen und Provinzialrömischen Sammlungen: „Diese Ausstellung ist das Resultat langer Vorbereitung. Wir freuen uns, dass uns über 60 Leihgeber das Vertrauen entgegengebracht und ihre archäologischen Preziosen zur Verfügung gestellt haben.“ Zu den Highlights der Ausstellung zählt dabei der Depotfund von Negau-Zenjak aus Slowenien. Er umfasst 23 erhaltene Negauer Helme aus der Zeit zwischen dem 5. und 2./1. Jh. v. Chr., die nach ihrer Auffindung 1811 an unterschiedliche Orte gelangten: ins Kunsthistorische Museum in Wien, ins Universalmuseum Joanneum in Graz, ins Narodni muzej Slovenije in Ljubljana sowie in die Antikensammlung in München und Berlin. Nach über 200 Jahren ihrer Auffindung können die 23 Helme erstmals gesamt in einer Ausstellung präsentiert und dem repräsentativen Querschnitt von Negauer Helmen aus dem Depot von Vetulonia (Italien) gegenübergestellt werden.

von den Orten, an denen auch die nichtkriegerische Bevölkerung Devotionalien opferte, denn der Weihekult beschränkte sich nicht allein auf Waffen. Auch Dinge des geringen Habes der Bevölkerung wie Tongeschirr, Trachtenschmuck oder Speisen wurden als Opfer dargereicht. Die Ausstellung „Waffen für die Götter“ im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum hat sich jedoch auf diesen einen speziellen Bereich des Weihekults beschränkt und stellt ihn umfassend und in all seinen Facetten dar. Die breite Palette an Weihgaben spiegelt dabei indirekt auch die Veränderung der Bewaffnung von der Steinzeit bis in die Römerzeit wider.

waffEn für diE gÖttEr – KriEgEr, trophäEn, hEiLigtümEr

nEgaUEr hELmE aLs highLight

Kinder-Führung an Samstagen: 9. & 23.2., 9. & 23.3., 15 Uhr

Die Sonderausstellung „Waffen für die Götter“ erfolgt in Kooperation mit dem Institut für Archäologien der Universität Innsbruck,

Bis 31. März im Tiroler Landesmuseum Ferndinandeum Öffnungszeiten: Di. bis So. von 9 bis 17 Uhr www.tiroler-landesmuseen.at Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderterKatalog mit Übersichts- und Kurzbeiträgen auf rund 280 Seiten. Kuratorenführung: 31.3., 11 Uhr Führung an Sonntagen: 10., 17. & 24.2., 10. & 17.3., 11 Uhr

Familien-Rundgang am Sonntag: 10.2., 15 Uhr

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geburtstag mit Viel musik Seit Anbeginn ist die Galerie St. Barbara in Hall eng mit der Musik verknüpft. Es war ein knappes Dutzend junger Haller, das 1968 begann, Ausstellungen mit Musik zu umrahmen. Eröffnet wurde die Galerie schließlich mit der Ausstellung Anton Tiefenthaler und Schönbergs „Sechs kleinen Klavierstücken“ – gespielt von Gerhard Crepaz, wobei man damals weder den einen (Komponisten) noch den anderen (Klavierstudent Crepaz) wirklich kannte ... Irgendwo / Tanz, Österreichische Erstaufführung; 21. März 2013, Congress Innsbruck

J.S. Bach, Markuspassion / Konzert; Il Concerto Viennese / Ensemble Origen; 27. März 2013, Marienkirche Wattens

F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig / Figurentheater mit Puppenspieler Niklaus Habjan; Karfreitag, 29. März 2013, Salzlager Hall

„immer war es die musik und deren Verbindende kraFt, an die wir glaubten. niCht nur wir, auCh das Publikum war gesPannt auF neues, und auCh geduldig. als einmal John tilbury, einer der musiker, die uns gePrägt haben, ein konzert irrtümliCh erst Für den näChsten tag Vorgemerkt hatte, da kam unser Publikum eben am näChsten tag wieder.“ Maria Crepaz, Galerie St. Barbara

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um 40. Geburtstag der Galerie meinte Maria Crezpaz, die seinerzeit die Galerie gemeinsam mit ihrem Mann sowie Franz Arnold, Gerhard Combocz, Werner Jud, Rudolf Leichter, Gottfried Moser, Andreas Preindl, Henri Quintern, Alois Unterholzner und Heinz und Wolfang Weiler ins Leben rief, auf die Frage, wofür denn die Galerie St. Barbara stehe: „Da ist zuerst das Publikum, es ist uns wichtig. Im Dialog mit den hörenden Menschen erfüllt

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sich das Leben. Wir machen nur die Impulse möglich, Denkanstöße als Begegnung mit besonderer Musik und deren Persönlichkeiten. Genauso wichtig sind die Künstler und das gemeinsame Erleben ihrer Arbeit.“ Und Gerhard Crepaz ergänzt: „Früher waren wir viel von Naivität geprägt, zeigten unendliche Freude an jedem, der nach Hall kam. Es war auch immer alles ein kleines Wunder: Vieles erreichten wir, obwohl wir fast kein Geld hatten.“ Was sie damals vermutlich auch nicht ahnten: Dass sich

die Galerie St. Barbara plötzlich einem derart breiten Publikum öffnet und seine Kreise weit über Tirol hinaus zieht. Denn die Galerie entstand vorerst ohne kommerziellen Hintergedanken, „zum Spaß“, wie es Gerhard Crepaz formuliert. „Wir wollten Kunst bekannt machen, die damals kaum einer kannte. Diese wahnsinnigen, geisteskranken Preise im internationalen Kunstmarkt von heute gab es damals nicht, auch nicht dieses ‚alles nur am Geld aufhängen‘ –


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J.S. Bach, Osteroratorium / Konzert; Orchester des 18. Jahrhunderts / Cappella Amsterdam; Karsamstag, 30. März 2013, Congress Innsbruck 5. Ghost Track / Tanz, Österreichische Erstaufführung; Ostersonntag, 31. März 2013, Congress Innsbruck

terfestival Tirol übertragen bekommen – keine einfache, aber eine wunderbare Verantwortung. Im Jubiläumsjahr gibt es deshalb auch viele Verweise auf die Vergangenheit, eine (immer subjektive) Sicht unserer Gegenwart und – bescheiden und hoffnungsmutig – auch unseren Blick in die Zukunft.“

Kult um den Einzelnen

man lebte für ein besseres Leben, im geistigen Sinn, und da gehörte Kunst dazu. Alles wurde bedacht, in Frage gestellt, aber es war eine private Sache.“ Schließlich übernahm das Ehepaar Crepaz 1972 die Bildgalerie und baute sie konsequent zu dem aus, was sie heute ist. Künstler von Weltrang kamen am Anfang ihrer Karriere genauso nach Tirol wie solche, die längst Weltstars waren. Und das ist auch heute noch so.

Neue und alte Musik, Tanz und Theater

1989 gründeten Maria und Gerhard Crepaz die mehrtägige Veranstaltungsreihe „Musik der Religionen“, eine Mischung aus Alter und Neuer Musik, Tanz und Theater. Hinzu kam ein jährliches Motto, das gesellschaftsrelevante Themen und grundlegende Fragen des Le-

bens aufgreift. Das Festival versteht sich als eine Begegnung der Kulturen und Religionen, als ein intellektueller Austausch, der Toleranz und Respekt füreinander fördert. Später wurde die Reihe in „Osterfestival Tirol“ umbenannt, das es heuer seinen 25. Geburtstag feiert. Künstler aus aller Welt und international bedeutende Komponisten kamen und kommen immer wieder persönlich zum Festival. Die Galerie St. Barbara fördert dabei ganz im Sinne des Gründungsgedankens stets auch einheimische Komponisten und junge Künstler. Seit fünf Jahren steht das Osterfestival unter der Leitung von Hannah (künstlerische Leitung) und Christoph Crepaz (kaufmännische Leitung). Hannah Crepaz im Vorwort zum heurigen Osterfestival-Folder: „Vor fünf Jahren haben meine Brüder und ich das Os-

Das heurige Jubiläumsfestival vom 15. bis 31. März steht unter dem Titel „massiv.ich“. Die Veranstaltungen thematisieren neben der Verbindung zur Osterzeit den immer stärker werdenden Egoismus des Einzelnen, die Rücksichtslosigkeit auf der einen Seite und die Konformität, Gleichschaltung der Masse auf der anderen. Zu hören und sehen sind Passionsmusiken, Orchesterkonzerte, traditionelle und zeitgenössische Musik aus verschiedenen Kontinenten, Tanz, Theater und Gespräche. Schwerpunkte des 25. Osterfestivals sind unter anderem Bachs Passions- und Auferstehungsmusiken (darunter die rekonstruierte Markuspassion) unter der Leitung von Frieder Bernius und Frans Brüggen, Tanz und Performance aus Kambodscha, Indonesien und Europa mit Lutz Förster und Lisbeth Gruwez; hochkarätige Solisten aus aller Welt interpretieren zeitgenössische, alte und außereuropäische Musik.

25. Osterfestival Tirol 15. bis 31. März 2013 Innsbruck, Hall, Wattens Karten zwischen 19 und 59 Euro www.osterfestival.at

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w tEs EitErE tBE aKt rich U Und ELLE n tE, ww mEhr Ews w.E co - UntEr moB iL . a t

aUto & motor

grossEr KLEinEr

KEin x für Ein U Die besten Argumente für intelligenten Allradantrieb liefert der Winter – auch wenn‘s am Foto nicht ganz danach aussieht. Und so steigert die BMW Group ihr Angebot allradgetriebener Modelle auf satte 68. Mit dabei: der BMW 120d, der jetzt auch den Zusatz xDrive tragen darf. Was so ein X im Namen bringt? Vor allem ein deutliches Plus an Fahrdynamik, was von Beginn an das Erfolgsrezept der Vierradantriebler war. Erstmals wurde die Kraftübertragung auf vier Räder als Alternativkonzept zum markentypischen Hinterradantrieb 1985 auf den Markt gebracht – damals für ein Modell der 3er-Reihe. Die Allradtechnologie von BMW optimiert dabei nicht nur die Traktion und Fahrstabilität auf Schnee oder Eis, rutschigem Untergrund oder unbefestigtem Terrain, sondern steigert auch spürbar die Agilität in Kurven. Ab sofort also auch beim kleinen 1er ...

Der Clio von Renault war bisher eher im Kompaktsegment angesiedelt und versuchte immer mal wieder, der Generation Golf schöne Augen zu machen. Bis jetzt. Denn mit dem Zusatz Grandtour hat sich der Clio ganz nett in die Länge gestreckt und misst jetzt stattliche 4,26 Meter, schluckt mindestens 433 Liter Gepäck und gerne auch mal 1.380. Ein Merkmal des sportlich gezeichneten Kombis, der Passagieren ebenso großzügig Platz lässt. Darüber hinaus kombiniert der Clio Grandtour souveräne Fahrleistungen mit hocheffizienten Downsizing-Motoren. Und dass Franzosen ein Gespür für Mode haben, zeigt die Optik ...

fLottEs KErLchEn Auch für die Tschechen hat das neue Jahr begonnen: Mit dem Rapid nämlich, dem jüngsten Mitglied der Skoda-Modellfamilie, mit dem die Marke die Lücke zwischen Fabia und Octavia schließt. Die coupéartige Silhouette macht bei Ansicht schon mal einiges her und den schnittigen Skoda durchaus sympathisch. Auch seine 550 Liter Kofferraumvolumen markieren einen Spitzenwert in seiner Klasse. Dazu gibt‘s drei Ausstattungsvarianten, wobei bereits die Einstiegsversion „Active“ mit reichlich Serienausstattung bestückt ist. Ebenfalls sympathisch: Der Einstiegspreis von unter 15.000 Euro.

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dEr anti-hEKtiKEr

toLLE aUra Der Toyota Auris, Japans Beitrag zur Golfklasse, wurde sanft aufgehübscht und präsentiert sich mit elegantem, dynamischem Karosseriedesign und äußerst selbstbewusst. Ein tiefer Schwerpunkt und das aerodynmisch besonders günstige Dachprofil sorgen für angenehme Fahreigenschaften, und auch der Preis macht kein Kopfweh. Der Einstieg liegt bei rund 17.000 Euro.

Schon von außen zeigt sich der Honda CR-V kraftvoll und fast schon beschützerisch. Der Innenraum ist fast wie ein Zufluchtsort abseits der Hektik des Alltags: weiche Materialien, tolle Verarbeitung, elegantes Drumherum, intuitives Cockpit und die fließenden Formen von außen finden im Interieur ihre Fortsetzung. Doch der neue Honda hat mehr zu bieten als Softskills. Auch die technischen Fakten überzeugen. Innovative Technologien sorgen für mehr Effizienz, niedrigeren Kraftstoffverbrauch und geringere CO2-Emissionen. Ganz so wie es der umwelt- und designbewusste Fahrer von heute mag. Toll: Der elektronische gesteuerte Allradantrieb, der sich auf nasser, vereister oder glatter Straße zum normalen Frontantrieb automatisch zuschaltet.

sanftE gELändE-iKonE

Bruno König, Motorredaktion

zweithöChster Pkw-absatz der gesChiChte Mit über 336.000 Neuzulassungen endete das Autojahr 2012 in Österreich als das zweitstärkste in der Geschichte. Das ist zwar ein Rückgang von 5,7 Prozent zum Rekordjahr 2011, dennoch hielt die Neuwagenkauflust entgegen schlechter Prognosen weiter an. Die Gründe dafür liegen laut Experten in der stabilen Wirtschaft und den niedrigen Zinsen. Dazu kommen Fahrzeuge mit spritsparenden Technologien und zahlreichen attraktiven Kaufangeboten. Bemerkenswert dabei ist der rasante Anstieg bei den SUV-Modellen. In diesem Segment konnten an die 20 Prozent Zuwächse verzeichnet werden. Der Volkswagen-Konzern hält dabei einen Rekord-Marktanteil von knapp 36 Prozent. Anregungen und Kommentare bitte an koenig@econova.at

Seit jeher ist ein Range Rover ein Männerauto: rau, kantig, bissig und der perfekte Geländegänger. Imposant ist er immer noch mit seinem markanten Kühlergrill, dennoch scheint er etwas weichgezeichnet und zumindest optisch ein bisserl sanfter geworden zu sein. Und er ist leichter geworden. Viel. Je nach Modell bis zu stattlichen 420 kg. So ist er in Sachen Dynamik eine echte Offenbarung geworden, was übrigens auch Nick Rogers, Direktor des Range-Rover-Programms, findet. Auch innen ist alles top: Ledersitze, Edelholzfurnier, Designelemente in makellosem Metall. Obwohl: Bei einem Einstiegspreis von 102.000 Euro darfs gern ein bisschen mehr sein.

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sChweden-sChönling Der Volvo V60 ist angetreten, um den Platzhirschen Audi A4 und BMW 3er das Leben etwas schwerer zu machen. Mit Erfolg. Er punktet mit seinem gefälligen Design, aber mindestens genauso mit vielen anderen Qualitäten. // Text und Fotos: Bruno König

tiv. Er wirkt edel und sportlich zugleich. Besonders seine markante Front macht ihn unverwechselbar und zu einem guten Beispiel dafür, dass trotz der zahlreichen Anforderungen an Fußgängerschutz und Ähnliches eine Frontpartie Charakter haben kann.

KErnigEr 5-zyLindEr

Charakter hat auch der Antrieb unseres Testwagens. Der 136 PS starke Turbodiesel ist nämlich ein Fünfzylinder und verwöhnt deshalb mit viel Laufruhe, jeder Menge Drehmoment und kernigem Sound. Naturgemäß will ein zusätzlicher Zylinder auch mit Treibstoff versorgt werden, was so viel heißt, dass der Verbrauch etwas höher liegt als bei einem vergleichbaren Vierzylinder. Konkret schluckte der V60 D3 während unseres Tests durchschnittlich 6,8 Liter auf 100 km. Dieser Wert geht aufgrund der üppigen Ausstattung und der guten Fahrleistungen absolut in Ordnung. Bekannt ist Volvo auch für seine zahlreichen Sicherheitssysteme, die natürlich im V60 ebenso mit an Bord sind. Abstandsradar, Spurassistent, Toter-Winkel-Warner und noch einiges mehr bieten die Schweden bereits serienmäßig. Einzig das Automatikgetriebe machte einen etwas nervösen Eindruck und zeigte sich lasch beim Anfahren. Ansonsten kann es der Schweden-Schönling mit der deutschen Konkurrenz locker aufnehmen; speziell im sportlichen R-Design-Kleid wie unser Testwagen. Wer dann noch Allradantrieb ordert, braucht sich überhaupt keine Gedanken mehr zu machen.

voLvo v60 d3 r-dEsign

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k. ein Kombi für den Großeinkauf im Metro ist der V60 beileibe nicht. Aber das sind seine Marktbegleiter Audi A4 Avant und 3er BMW Touring genauso wenig. Mehr als der vorhandene Stauraum zählt in dieser Klasse der Kombis mittlerweile der Lifestyle.

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Das war nicht immer so. Im Gegenteil. Schön waren frühere Volvo-Kombis ja nicht unbedingt, aber was diese Gefährte an Gepäck geschluckt haben, war schon beeindruckend. Heute gehen auch in Schweden die Uhren anders. Und das ist gut so – finde zumindest ich. Denn der V60 fällt auf ... und zwar posi-

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Motor: 5-Zylinder-Turbodiesel Leistung: 100 kW/136 PS Drehmoment: 350 Nm bei 1.700 U/min Beschleunigung: 10,4 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 200 km/h Testverbrauch: 6,8 Liter auf 100 km CO2-Ausstoß: 129 g/km Crashsicherheit: 5***** (94 % lt. NCAP) Preis: ab 32.200 Euro (Basis), ab 39.870 Euro (R-Design)


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Tradition in 4. Generation Der Range Rover ist nicht nur Wegbereiter und Mitbegründer eines eigenen Segments, sondern auch Inbegriff von Luxus integriert in einen leistungsfähigen Geländewagen. Nun geht die vierte Generation an den Start und bietet mehr Luxus denn je, wurde noch kultivierter, stärker und speckte dank innovativer Fertigungsmethoden über 400 Kilo ab. // Text: Bruno König, Fotos: Werk

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r zählt zu den besten SUVs der Welt, ist seit 1970 am Markt und unverkennbar in seinem Design. Der neue Range Rover legt die Latte bei den LuxusGeländewagen für seine Mitbewerber enorm hoch. Durch seine Vollaluminium-Monocoque-Karosserie konnte Land Rover beim Range Rover 420 kg an Gewicht einsparen. Damit bringt die Karosse des Neuen gleich um 23 kg weniger auf die Waage als etwa ein 3er BMW und sogar 85 kg weniger als ein Audi Q5. Der Range Rover ist damit auch der weltweit einzige SUV mit Vollalu-Karosse.

Mehr Luxus, bessere Geländefähigkeit

Wie schon seine Vorgänger besitzt auch der Neue eine elegante, unverkennbare Form, frischt seine Linie jedoch mit neuen Interpretationen auf. Damit beweist er Charakter, denn seit 1970 steht Range Rover für eine unvergleichliche Mischung aus Luxus, Leistung und Kompetenz auf allen Straßen. Mit jeder Generation konnte das Fahrerlebnis dank enormer Fortschritte bei Komfort und Handling in eine neue Dimension transformiert werden. Trotz der Revolutionen der vergangenen Jahrzehnte ist der Neuling dennoch sofort als Range Rover erkennbar. Das üppig ausgestattete Interieur beeindruckt mit feinsten Materialien und höchster Qualität. Neben der umfangreichen Serienausstattung und optionalen Details öffnen sich für Range-Rover-Kunden Möglichkeiten,

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ihr Fahrzeug ganz individuell zu gestalten. Die Auswahl an Farben, Oberflächen und weiteren Merkmalen war noch nie so groß.

18.000 Optionsmöglichkeiten

Erstmals im Angebot sind Kontrastfarben für das Dach und 22-ZollAlu-Räder. Die Geländetauglichkeit wurde weiter verbessert. Modernste Techniken für Fahrwerk und Karosse stellen sicher, dass der Neue sein enormes Potential noch ausweiten konnte. Zum Einsatz kommt etwa ein neu entwickeltes „Terrain-Response“-System. Damit steigt die Bodenfreiheit auf knappe 60 cm und lässt seine Mitbewerber weit hinter sich. Dank eines ausgeklügelten Luft-Ansaugtraktes stieg die Wattiefe auf 90 cm.

Souveräne Fahrleistungen

Die revolutionäre Voll-Alu-Karosserie ist um 39 Prozent leichter als die Stahlkarosse des Vorgängers. Das reduziert nicht nur Gewicht, sondern erhöht zugleich Fahrleistungen und Effizienz. Damit erreicht der heutige V6-Diesel dieselben Fahrleistungen wie der Vorgänger mit V8. In Zahlen heißt das: 7,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h, ein Durchschnittsverbrauch von nur 7,5 Litern und ein CO2Wert unter 200 g/km. Toppen kann diese Werte nur noch die Diesel-Hybrid-Version, die kommendes Jahr auf den Markt kommen wird. Erhältlich ist der „All New Range Rover“ ab sofort zu einem Einstiegspreis von 102.000 Euro. eco.nova

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Pass(a)t für alle Fälle Ein Passat kann grundsätzlich schon ziemlich viel. Er ist praktisch, zuverlässig, hat Platz und sieht obendrein auch noch gut aus. Nur wer mit ihm ein bisserl ins Gelände wollte, hatte schlechte Karten. Für diejenigen bietet VW nun den hochbeinigen Alltrack. // Text und Fotos: Bruno König

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ur weil der Passat Alltrack mehr Bodenfreiheit hat als seine Straßenbrüder, ist er noch kein SUV, dennoch kann er auch querfeldein überzeugen. Dafür verfügt der Wolfsburger sogar über ein spezielles Offroad-Programm, das per Knopfdruck angewählt werden kann. Damit geht’s dann recht mühelos und dennoch komfortabel über Stock und Stein und es greift eigenständig beim Bergabfahren ein. Der kräftige 2,0-Liter-TDI leistet 170 PS, sorgt für mächtig Drehmoment und erweist sich trotz kleiner Geländeeinsätze als großer Sparmeister. Im Durchschnitt gönnte sich der Offroad-Passat weniger als sieben Liter auf 100 km. Einzig seine Anfahrtsschwäche mit dem DSG-Getriebe fiel in unserem Test etwas unangenehm auf.

Kunstoffbeplankung und Unterfahrschutz

Der Alltrack macht auch optisch einen auf Geländewagen. Neben der erhöhten Boden-

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freiheit zeigt er sich mit Kunstoffbeplankungen an den Kotflügeln und einem Unterfahrschutz vorne und hinten, der nicht aus billigem Kunststoff, sondern aus Edelstahl gefertigt ist. Damit bleiben Ölwanne und Differential auch im schwereren Gelände gut geschützt. An Serienausstattung fehlt dem Volkswagen ebenso nichts, da er auf der höchsten Ausstattungslinie „Highline“ basiert. Das macht zwar kein Schnäppchen aus ihm, das wissen Passat-Fahrer, die auf eine gute Ausstattung

Wert legen, aber ohnehin. Mindestens 38.330 Euro muss einem der Alltrack-Beiname wert sein. Dafür bekommt man den 160-PS-Benziner mit 6-Gang-Schaltgetriebe ohne Allrad. Für den 2,0 TDI mit DSG und 4motion sind dann schon mindestens 45. 600 Euro fällig. Damit ist der Alltrack ein hochwertiger Passat, der wie seine Brüder bei Qualität, Komfort und Platzangebot überzeugt und darüber hinaus noch über zusätzliche Fähigkeiten verfügt.

Passat Variant Alltrack 2,0 TDI 4motion

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Motor: 2,0-Vierzylinder-Turbodiesel Leistung: 125 kW/170 PS Drehmoment: 320 Nm zwischen 1.750 und 2.750 U/min Beschleunigung: 8,9 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 211 km/h Testverbrauch: 6,9 Liter/100 km CO2-Ausstoß: 155 g/km Crashsicherheit: 5***** (88 %) Preis: ab 38.330 Euro (1,8 TSi), ab 45.600 Euro (2,0 TDI 4motion)


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herbie gross in Fahrt Der Käfer wird erwachsen. // Text: Sophie Frenzel, Bilder: Bruno König

erinnert. So sieht man ein in Wagenfarbe lackiertes Armaturenbrett und schicke Instrumente, die noch dazu gut ablesbar sind. Wow. So starte ich also mit dem schnittigen Viersitzer los und freue mich über die bewundernden Blicke, die wir beide ernten. Es könnte natürlich auch sein, dass die Leute deshalb so schauen, weil ich die großzügigen Scheibenformate nicht gewohnt bin und lautstark zu „Time of my Life“ mit- (naja, nennen wir es) -gröle. Herrlich, endlich mal ein Auto, das sich zwar immer noch tendenziell stärker in der Frauenecke ansiedelt, aber trotzdem Biss hat und ein bisschen aggro ist, wenn man es drauf anlegt. Statt „We had joy, we had fun, we had seasons in the sun“ ertönt aus diesem Auto jetzt „Eye of the tiger“. Wir sind erwachsen und groß geworden.

der käFer 2.0 hat deutliCh an eCken und kanten zugelegt und ist riChtig männliCh geworden.

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ugegeben, ich mag ja Autos. Sehr sogar. Und ganz klischeehaft versteh ich nicht viel von ihnen, dekoriere mich aber furchtbar gerne mit solch schnittigen Gefährten. Typisch Weibchen eben. Da passt es ganz gut, dass ich ab und an in den Genuss komme, einen Testwagen auszuprobieren. So wie dieses Mal, als ich den Schlüssel für den neuen VW Beetle in die Hand gedrückt bekam. „Och süß, der Beetle, die kleine, ulkige Knutschkugel“, dachte ich mir und freute mich auf ein paar gemütliche, schnuckelige Ausfahrten im unter

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70-km/h-Bereich. Aber nix da. Als ich den roten Pilzkopf zum ersten Mal sah, war nur mehr wenig von der bekannten „Wo ist der Anfang, wo das Ende“-Eiform übrig – hat der Neue doch an Ecken und Kanten zugenommen, als hätte man ihm eine Testosteronkur verordnet. Markant und männlich flirtete er mich an, als ich den Motor startete. Fast so, als würde er mir sagen wollen, dass wir jetzt nach Palermo durchbrennen und jegliche Konventionen brechen. Interessant, denke ich mir und tätschle ihm liebevoll das Interieur, das an eine Mischung zwischen Fiat 500 und Mini Cooper

Groß ist übrigens auch der Kofferraum. Dafür wurde der dritte von den billigen Plätzen wegrationalisiert. Was für mich aber keinesfalls ein Manko ist, denn dann passt ein Menschlein weniger rein, der maulen könnte, wenn ich die Kurven etwas eng anschneide. Dies ist nämlich dank des sportlich-knackigen Fahrwerks durchaus möglich. Das Einzige, was ich bei diesem Spaß auf vier wohldesignten Rädern bemängeln würde, ist, dass der Heckscheibenwischer fehlt. Klar würde dieser doof auf der schicken, hochgezogenen Scheibe aussehen, aber bedenkt man, dass die Zeiten der Bummelausflüge vorbei sind und man die neue Sportlichkeit des flotten Käfers ausfährt, wird es schwer, im Rückspiegel noch etwas zu erkennen, denn wo viel Scheibe, da viel Dreck. Und der ist dann eben nicht wegwischbar. Aber Schwamm drüber. Der neue Beetle macht sehr viel Spaß und besticht mit seiner neugewonnenen Coolness. Ein Auto, das dank seiner Lässigkeit auch Mann mittlerweile fahren kann. Aber trotz des ganzen Faceliftings und der Kraft, die in ihn gesteckt wurde – tief in meinem Herzen bleibt Herbie ein kleiner, süßer Käfer. Trotz PS-Steroide.


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Wenn Sie die Chance bekommen, etwas vollkommen Neues zu tun… ergreifen Sie sie! Der neue CR-V ist für jede Situation bestens gerüstet: intuitives Honda Real Time AWD System, fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme, wie z.B. der intelligente Spurassistent… und dem größten Kofferraum seiner Klasse, der mit nur einem Handgriff in einen ebenen Laderaum mit 1.669 Litern verwandelt werden kann. Das alles schon ab € 25.590,–. Kraftstoffverbr. komb.: 5,6 – 7,7 l/100 km, CO2-Emission in g/km: 149 – 180. * € 1.000,– First-Minute-Bonus wird beim Kaufpreis des Neufahrzeugs in Abzug gebracht. Gültig bei Eintausch eines gebrauchten PKWs jeder Fahrzeugmarke, der mindestens 3 Monate auf den Käufer zugelassen war. Aktion gültig für Neufahrzeuge Honda CR-V Modelljahr 2013 bei Kaufvertragsabschluss bis 28.2.2013. ** Details auf www.honda.at.

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Außergewöhnlich, aber unverwechselbar und mutig: CLS Shooting Brake

Zurück in die Zukunft Mercedes will wieder auf die Überholspur und startet aus diesem Grund eine echte Modelloffensive. Neben dem Shooting Brake bringen die Schwaben eine neue E-Klasse, den GL und kreieren mit dem CLA eine völlig neue Spezies. // Text: Bruno König, Fotos: Werk, Bruno König

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ie Lust an Neuem war bei Mercedes schon lange nicht mehr so stark wie aktuell. Die Schwaben zeigen sich betont mutig und damit wieder angriffslustig auf Mitbewerber. Los ging es schon Ende letzten Jahres mit dem wunderschönen, aber mindestens genauso außergewöhnlichen Kombi CLS „Shooting Brake“. Dazu gesellen sich der überarbeitete GLK sowie das Raumwunder GL. Das allein ist den Sternträgern aber noch nicht genug. Das Allradsystem „4matic“ wurde grundlegend überarbeitet und bringt in Kombination mit der neuen 7-Gang-Automatik beeindruckende Fahrdynamik und Traktion auf die Straße. In den nächsten Monaten wird Mercedes insgesamt 60 Modelle in 13 Baureihen mit dem neuen Allradantrieb anbieten.

Mit dem CLA kreiert Mercedes ein völlig neues Segment

Neue E-Klasse

Das betrifft auch die neue E-Klasse, die ab April bei den Händlern sein wird. Mehr als 2.000 Bauteile wurden verändert, um wieder auf die linke Spur wechseln zu können. Das Gesicht ist ein völlig neues. So hat sich Mercedes etwa vom Vieraugen-Geschau ver-

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Ab April kommt die neue E-Klasse zu den Händlern. Topmodell wird der E63 AMG sein

abschiedet, den Kühlergrill schmäler werden lassen und die Front überhaupt viel sportlicher gestaltet. Diese Überarbeitung kommt allen Modellen der E-Klasse zugute. Darüber hinaus profitiert der Neue schon von Sicherheitssystemen, die in der kommenden S-Klasse zum Einsatz kommen werden. Die Motorenpalette reicht von 136 bis 408 PS. Das Topmodell E63 AMG wird über bärenstarke 585 PS verfügen.

Mutiger CLA

Dass Mercedes mutiger wird zeigte sich schon bei der neuen A-Klasse oder dem CLS Shooting Brake. Mit dem völlig neuen CLA gehen die Schwaben nun ganz neue Wege. Er ist ein viertüriges Coupé auf kompakten 4,63 Metern Länge und treibt die Vorderachse an. Ab Herbst wird auch im CLA der 4matic-Antrieb verfügbar sein. Die Motorenpalette reicht von 122 bis 211 PS bei den Benzinern, dazu gibt’s einen 170-PS-Diesel. Später sollte noch ein 136-PS-Selbstzünder sowie eine scharfe, rund 350 PS starke AMG-Variante folgen. Preislich stehen die Modelle ab gut 30.000 Euro im Angebot. 


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ptisch lässt sich das Facelift im X1 vor allem an der Frontpartie erkennen. Neues Scheinwerferdesign, neue Außenspiegel und integrierte Seitenblinker. Hinten zeigt das neue Modell einen Unterfahrschutz, dazu neue Außenlackierungen und ein neues Felgendesign. Neues findet sich aber auch im Innenraum. Die Mittelkonsole neigt sich mehr zum Fahrer hin und wird damit besser bedienbar. Die verwendeten Materialien vermitteln eine noch höhere Wertigkeit als bisher. Unverändert geblieben ist das Raumangebot im X1, das in seiner Klasse durchaus großzügig ist. Der Kofferraum fasst bei Bedarf bis zu 1.350 Liter an Gepäck. Die serienmäßige Ausstattung wurde weiter verbessert, die optionalen Extras noch umfangreicher.

Souverän mit xDrive

Beim Antrieb kann der Kunde wie bisher zwischen Heckantrieb und Allrad wählen. Wobei in unseren Gefilden dem souveränen Allradantrieb xDrive klar der Vorzug zu geben ist. In unserem Testfahrzeug war der 143 PS starke 2,0-Liter-Dieselmotor mit Twin-Power-Turbotechnologie verbaut, der mit tollem Drehmoment bei niedrigsten Drehzahlen und Zurückhaltung beim Spritkonsum glänzt. Die Werksangabe von 4,9 Litern Verbrauch wird zwar schwer zu erreichen sein, doch auch 6,2 Liter stellen für einen Kompakt-SUV mit Allrad immer noch einen Spitzenwert dar. Dabei ist der Sechs-GangSchalter alles andere als eine Schlaftablette. In nur 9,6 Sekunden geht’s auf erlaubtes Landstraßentempo, und sollten Sie bei unseren nördlichen Nachbarn unterwegs sind: Der X1 schafft mehr als 200 km/h Spitze. Zu haben ist der moderne X1 bereits unter 30.000 Euro – dann allerdings als 116d mit 116 PS und Heckantrieb. Der Einstiegs-xDrive im 118d steht ab 34.450 Euro beim Händler. 

BMW X1 118d xDrive

Verjüngungskur für den X1 BMW hat sein kleinstes X-Modell überarbeitet und bietet damit auch neue Motoren und verschiedene Ausstattungslinien. Die kosmetischen Maßnahmen halten sich jedoch in Grenzen. // Text und Fotos: Bruno König

• Motor: 2,0-Vierzylinder-Diesel mit Twin-Power-Turbo • Leistung: 105 kW/143 PS • Drehmoment: 320 Nm zwischen 1.750 und 2.750 U/min • Beschleunigung: 9,6 sec von 0 auf 100 km/h • Spitze: 202 km/h • Testverbrauch: 6,2 Liter/100 km • CO2-Ausstoß: 128 g/km • Crashsicherheit: 5***** (87% lt. NCAP) • Preis: ab 29.950 Euro (116d sDrive), ab 34.450 Euro (118d xDrive)

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KLEinE manUfaKtUr – grossE innovationEn

„modernste teChnik, mit sPezieller teChnologie geFertigte gehäuse und bänder und alles VerPaCkt in mehrFaCh ausgezeiChnetes design das ist Ventura.“ Uhrmachermeister Robert Witzmann

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Ventura hat im Jahr 2000 die erste generatorbetriebene Digitaluhr auf den Markt gebracht. Im Gegensatz zu analogen Uhren mit ähnlichen Antriebssystemen benötigen digitale Zeitmesser mit Flüssigkeitskristall-Anzeigen und multiplen Funktionen erheblich mehr Strom. Im Mikro-Generator-System (MGS) von Ventura wird die Energie einer oszillierenden Schwungmasse über ein Getriebewerk mittels eines Barillet-Federhauses mechanisch verstärkt und auf einen leistungsfähigen Generator abgegeben; der erzeugte Strom wird in einem Akku zwischengespeichert. Dieses innovative Konzept der Verbindung mechanischer und elektronischer Systeme wird durch die seitliche Anordnung von Uhrwerk und MGS® visualisiert und mit der Einführung der „sparc MGS“ erfolgreich lanciert. Das Design dieser Uhr stammt von Simon Husslein (Studio Hannes Wettstein) und erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen vom Red Dot Award 2012 „Best of the best“ bis zum Good Design Award ( Japan). Uhren von Ventura gibt es ab sofort wieder bei Juwelier Witzmann in Innsbruck ab 450 Euro, das Topmodell, die sparc MGS, liegt bei 3.900 Euro.


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meister der spitzen feder Ihnen entgeht nichts: Ironisch, provokant und schonungslos entlarven Karikaturisten Politiker, Prominente und manchmal auch das ganz normale Volk. 1. Politische Karikaturen & Köpfe des Jahres 2012, Petar Pismestrovic, Styria Regional, 128 Seiten, EUR 19,99. Politische Karikaturen in Reinkultur. 2. Für immer Deix!, Manfred Deix, Ueberreuter, 223 Seiten, EUR 26,00. Unveröffentlichte Skizzen und die besten Werke des Meisterzeichners. 3. Alles bestens, molden Verlag, 200 Seiten, EUR 25,00. Maria Schuster hat das Beste der heimischen Cartoonisten zusammengetragen.

sri lanka Die Insel für alle Sinne im Indischen Ozean.

east Hotel & Restaurant GmbH, Sinn-von-Utrecht-Straße 31, D-20359 Hamburg Tel.: +49/40/30 99 30, info@east-hamburg.de, www.east-hotel.de

Ab auf den Kiez! Einmal Reeperbahn und zurück – dank Air Berlin ist das derzeit von Innsbruck aus direkt möglich. Hamburgs berühmteste Straße, auf der sich Gastronomie, Bars, Theater, Diskotheken und Nachtclubs aneinanderreihen, ist der erste Anlaufpunkt für Nachtschwärmer. Architektonische Highlights, historische Kirchen, ein Spaziergang durch den Gänsemarkt oder das szenige Schanzenviertel: Auch abseits der sündigen Meile hat Hamburg eine Menge zu bieten. Der Hamburger Hafen, auch als das „Tor zur Welt“ bezeichnet, ist zu Recht ein Besuchermagnet und die unglaubliche Ruhe, die sich einstellt, wenn man die riesengroßen Containerschiffe beobachtet, lässt den Trubel der Großstadt schnell vergessen. Wer cool schlafen, trinken und essen möchte, der ist im Hotel east bestens aufgehoben. Im Stadtteil St. Pauli befindet sich das Designhotel, das diverse Bars, Lounges und ein eigenes Restaurant unter einem Dach vereint. Ruhige Nächte sucht man im etwas düsteren Hotel vergebens, dafür entspannt man sich untertags in einem Liegestuhl am Elbestrand ...

Der traumhafte Inselstaat überzeugt als Urlaubs­ paradies durch seine unberührte Natur, wunderschöne Sandstände und das tropische Klima. Eine Destination, die jeden bezaubert. Sri Lanka ist zudem bekannt für Ayurveda-Wellness, die die meisten Hotels anbieten. So erleben Sie Reinigung und Wohlbefinden für Körper und Seele im Paradies. Sri Lanka bietet mit seinen 1.600 km langen feinen Sandstränden optimale Bedingungen für einen Badeurlaub. Beste Reisezeit ist von November bis April.

Kahanda Kanda Boutique Hotel*****

Eingebettet in üppige Tropenvegetation in der Nähe von Galle, liegt das zauberhafte Kahanda Kanda Boutique Hotel mit einer grandiosen Aussicht über den Koggala-See, das inmitten einer Teeplantage elegantes koloniales Flair und internationalen Luxus auf höchstem Niveau verbindet. Fünf bezaubernde, gemütlich und stilvoll eingerichtete Pavillons mit Terrasse bieten einen atemberaubenden Panoramablick über Dschungel und Indischen Ozean. Lassen Sie sich von der exquisiten Küche verzaubern: Im Kahanda Kanda werden nur frische lokale Produkte zusammen mit Gemüse und Kräutern, die auf dem Gelände wachsen, zu köstlichen asiatischen und internationalen Gerichten verarbeitet. Infos & Buchungen: Reisestudio QoolTOUR, Fürstenweg 55, Innsbruck, www.qooltour.at

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Geadelter Edelbrand Die Grauvieh-Schokolade „Tiroler Edle“ von Therese Fiegl hat einen Partner bekommen. Den kann man zwar nicht essen, dafür aber trinken. Und wenn Sie die schnittige Kuh auf den Schokoladenverpackungen mögen, werden Sie die Schwingen des Adlers lieben ...

Tiroler Edler

Die Herkunft der Früchte spielt bei der Sortenfestlegung von „Tiroler Edler“ eine ganz wichtige Rolle: • Apfel mit Wacholder: Die verwendeten Topaz-Äpfel werden vor der Haustür der beiden Brenner geerntet und zeichnen sich durch ein säuerlich-süßliches Aroma aus. Wacholderbeeren wachsen besonders in Föhrenwäldern und müssen sehr aufwändig geerntet werden. Sie geben dem Apfelbrand eine ganz individuelle Note. • Spenling mit Zwetschke: Spenling ist eine Wildpflaume und wie die Stanzer Zwetschke im Tiroler Oberland beheimatet. Beides macht das Destillat zu einer besonderen Spezialität. Die Ernte der „Stanzer Hauszwetschke“ erfolgt Anfang Oktober und dauert rund eine Woche. Dabei werden die Bäume händisch geschüttelt und die Früchte in einem Tuch aufgefangen. Die Stanzer Zwetschke ist viel kleiner, dafür aber deutlich aromatischer als handelsübliche Zwetschken. • Williamsbirne: Sie gilt als die Königin unter den Birnen. Die Williamsbirnen, die aus Stanz und dem nahegelegenen Vinschgau stammen, werden kurz vor ihrer Vollreife geerntet und in Kisten sorgfältig ausgereift. Erhältlich sind die „Tiroler-Edler“-Brände in 0,35-l-Flaschen in ausgewählten MPREIS-Filialen, bei Grissemann und Grüner, bei der Bauernkiste sowie direkt bei den Edelbrennern Kössler und Maass.

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herese Fiegl ist eine umtriebige Frau und schafft es, bäuerliche Erzeugnisse, die per „Bauernkiste“ direkt ins Haus geliefert werden, edle Schokoladen und feine Seifen unter einen Hut zu bringen. Und jetzt auch noch Edelbrände. So unterschiedlich die Produkte auch sein mögen, eines ist ihnen allen gemein: Tirolbezug und höchste Qualität.

tiroL zUm trinKEn

Seit über 15 Jahren stellt sich Therese Fiegl in den Dienst regionaler Produkte und bringt erfolgreich die Erzeugnisse ausgewählter Hersteller zu den Konsumenten. Nun hat sie auch einen Edelbrand geadelt – der passende und konsequent gewählte Name: Tiroler Edler. Meisterbrenner Christoph Kössler, der schon die ein oder andere edle Schokolade mit seinen Bränden befüllte, kennt Fiegl bereits seit 12 Jahren. Sie weiß aus Erfahrung, dass man sich auf ihn und die Qualität seiner Arbeit verlassen kann. So war es naheliegend, seine Edelbrände ins Portfolio zu integrieren. Kössler ist ein Meister seines Fachs, ein Brenner mit Feingefühl und hohem Qualitätsanspruch. Sein Haus in Stanz bei Landeck, in dem er samt Familie wohnt, ist das Geburtshaus des österreichischen Barockbaumeisters und Stift-Melk-Erbauers Jakob Prandtauer. „Unser Kleinod ist die ca. 300 Jahre alte Stube aus massivem Zirbenholz, in der wir gerne unsere Edelbrände verkosten lassen“, sagt Kössler. Das Kontrastprogramm dazu wird in der Brennerei gefahren: hochmoderne Technologie bis ins kleinste Detail. Und so sind die Wahrung der Tradition und der Einsatz modernster Geräte für Kössler kein Widerspruch. Hier, wo Geschichte auf das Heute trifft, entstehen die Edelbrände, für die Christoph Kössler bereits vielfach und auch international ausgezeichnet wurde. Von Gault Millau erhielt er gar dreimal hintereinander die bisher höchste vergebene Bestnote. Einen kongenialen Partner fand Kössler in Gerhard Maass, dem „Turabauer“ aus Prutz, dessen Edelbrände ebenfalls international gefeiert werden. In Sachen Edelbrennen stimmen die beiden jedenfalls gänzlich überein. „Besonders stolz sind wir auf unsere 10.000 Bergmarillenbäume, die auf rund 5 ha Anbaufläche den Hof umgeben“, so Maass, der seine alpenländischen Schätzchen mit viel Mut, Handarbeit und Fachwissen auf 900 Metern Seehöhe pflegt. Sowohl Stanz als auch Prutz sind die idealen Obstanbaugebiete: In sonniger Lage und bei besonderen klimatischen Bedingungen

„wie bei allen meinen markenProdukten ist mir auCh bei diesem ProJekt der bezug zu tirol, höChste Qualität und Vor allem die ästhetik der Produkte ausserordentliCh wiChtig.“ Therese Fiegl, Initiatorin „Tiroler Edler“

können die Früchte optimal heranreifen. Was wichtig ist, weil nur die besten Früchte – vollreif geerntet und selektiert – als Basis für edle Brände taugen. Die Zeiten, in denen man mit Bränden Fallobst assoziierte, sind längst vorbei. Gleich nach der Ernte wird das Obst zerkleinert, die Maische in Edelstahltanks gefüllt und kontrolliert vergoren. Hier werden bereits die feinen Fruchtaromen freigesetzt. Durch die sofortige Verarbeitung ist gewährleistet, dass bei den Früchten kein Fäulnisprozess beginnen kann und so der reine Fruchtgeschmack des vollreifen Obstes erhalten bleibt.

spiEL mit tEmpEratUrEn

Wie in Tirol schon immer üblich, wird auch für „Tiroler Edler“ zuerst die Maische in Raubrand und mit einem weiteren Schritt in Feinbrand verarbeitet. Dieser Brennvorgang erfolgt so schonend wie möglich und erfordert ganz besonderes Feingefühl bei der Temperaturführung und der Abtrennung des Herz-

stücks von Vor- und Nachlauf. Anschließend wird das Destillat abgefüllt und unter klimatisch idealen Bedingungen ein bis zwei Jahre gelagert, wodurch der Brand ein abgerundetes Bukett und volle Harmonie erreicht. So viel Muße und Qualität verlangt auch nach entsprechender Optik. Klar und reduziert ist die Formensprache von „Tiroler Edler“. Die einzelnen Sorten sind durch ihre Farbcodes eindeutig unterscheidbar, das Logo hat Charme und das gewisse Augenzwinkern, das den eleganten Glasflaschen ihre Strenge nimmt.


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drum PrüFe den wein beVor du ihn geniesst „Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken“, meinte der deutsche Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe. Dieses Zitat könnte auch von den Tiroler Weinhändlern stammen, die ein Sortiment aus edlen Tropfen in unterschiedlichen Preisklassen für ihre Kunden bereithalten. Sie beraten kompetent, helfen bei der Wahl des passenden Weines zu jedem Anlass und geben Tipps, was man beim Ausschenken des Weines beachten muss. // Text: Paul Salchner, Foto: Julia Türtscher

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ass der Genuss von einem Glas Wein wirklich zu einem wird, hängt einerseits davon ab, welche besondere Flasche Wein man gerade erworben hat. Andererseits kommen auch der Lagerung, der richtigen Serviertemperatur oder dem Ausschenken Bedeutungen zu. Auf alle Fälle sollte man die Qualität des Weines kontrollieren, bevor man diesen serviert. „Dabei gilt der Grundsatz: Auge, Nase, Mund“, erklärt Bruno Resi von der La Dottoressa Weinhandel & Genuss GmbH in Grinzens. Der Tiroler Weinhändler ist außerdem engagiertes Mitglied des Tiroler Sommeliervereins. „Die visuelle Prüfung erfolgt mit dem Auge. Bei dieser achtet man darauf, ob der Wein klar ist und Trübstoffe enthält. Danach riecht man einmal vor-

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sichtig hinein. Nimmt man keinen offenkundigen Weinfehler wahr, riecht man intensiv – zum Analysieren und ersten Genießen. Erst danach probiert man einen kleinen Schluck, um allfällige Weinfehler zu erkennen, die mit der Nase nicht wahrnehmbar waren. Zu beachten ist auch, dass manche Weinfehler erst nach einiger Zeit auftreten bzw. wahrnehmbar sind“, erklärt Resi.

BEdEUtUngsvoLLE aUsschEnKzErEmoniEn

Hat man den Wein nach der Kontrolle für gut befunden, geht es ans Weinausschenken, aus dem sich eine lange und schöne Inszenierung machen lässt. Dadurch kann man dem Wein (und seinen Herstellern) eine gewisse Art von Respekt zollen.

Dabei gilt es, gewisse Regeln zu beachten. Wichtige Rollen spielen das Dekantieren bzw. das Belüften von Weinen. Dekantiert werden Weine vor allem, um sie von ihrem Depot zu trennen. Dies betrifft hauptsächlich ältere Weine (10, 20 Jahre) wie zum Beispiel Port- oder alte französische Weine und auch jene Weine, die nur schwach gefiltert wurden. Belüftet werden hingegen hauptsächlich jüngere, tanninstarke Weine und solche, die längere Zeit im Barrique (Holzfass mit einer Kapazität von 200 bis 500 Litern) ausgebaut wurden (viele österreichische und internationale Cuvées). Durch das Belüften kommt – wie die Bezeichnung vermuten lässt – Luft zum Wein, wodurch sich seine Aromen besser entfalten können. Eine besondere Zeremonie beim Weinausschenken, weil zugleich auch eine sehr


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sinnvolle, ist das Avinieren. Darunter versteht man das Spülen eines Weingefäßes vor der Verwendung mit etwas Wein. Auf diese Weise werden dem Glas allfällig anhaftende Gerüche eliminiert, die zum Beispiel von der Reinigung oder der Aufbewahrung des Glases stammen können. Man sagt, das Glas wird weinfreundlich oder „weingrün“ gemacht. Bei professionellen Weinverkostungen wird in der Regel der nächste zu verkostende Wein auch als Spülwein verwendet.

EndLich ist dEr wEin im gLas angEKommEn

„Für unbeschwerten Weingenuss muss auch ein dem Wein entsprechendes Glas verfügbar sein. Denn nur im richtigen Weinglas serviert, kann der Wein zu seiner Höchstform auflaufen“, ist Weinexperte Resi überzeugt. „So eignen sich beispielsweise für kräftige Rotweine große Gläser mit hohem Kamin.“ Beim Einschenken selbst sollte man darauf achten, das Glas bis zu maximal einem Drittel vollzuschenken. Dieses Privileg wird in der Regel dem Gastgeber zuteil, der natürlich erst dann mit dem Ausschenken beginnt, wenn er die Qualität des Weines gründlich überprüft hat und dieser die richtige Trinktemperatur aufweist. „Ist der Wein ins Glas eingeschenkt, schwenkt man dieses, bis fast die gesamte

Innenfläche des Glases mit Wein benetzt ist. Dadurch verteilen sich die Aromastoffe am besten und man kann sie mit der Nase intensiv aufnehmen“, empfiehlt Bruno Resi. Haben alle Anwesenden ihr Glas Wein erhalten, folgt ein allseits bekanntes Ritual – das Anstoßen. Man hält das Glas beim Stiel, lässt es leicht mit den anderen Gläsern zusammenstoßen und klingen und schaut sich dabei gegenseitig an.

Und doch – gEschmäcKEr sind vErschiEdEn

Auch wenn man vermeintlich alles richtig gemacht und den passenden Wein für einen bestimmten Anlass besorgt, diesen dekantiert und mit großer Sorgfalt eingeschenkt hat, kann es trotzdem sein, dass er nicht jedem Gast mundet. Das kann selbst dann der Fall sein, wenn es sich objektiv um einen Spitzenwein handelt. Woran kann es liegen, dass nicht jeder über ihn begeistert ist? Des Rätsels Lösung: So vielfältig wie die Menschen sind auch ihre Geschmäcker: So steht beispielsweise der eine auf süße Dinge, wohingegen der andere Saures bevorzugt. Deshalb ist es für den Weinfachhändler wichtig, die Vorlieben des Kunden in einem professionellen Beratungsgespräch zu ergründen. Bei der Beratung und der Suche nach dem für ihn passenden Wein stehen deshalb jene Fragen, ob jemand Rot- oder Weißwein bevorzugt, oder jene nach geschmacklichen Vorlieben an der Tagesordnung. „Wenn jemand auf sauer steht, dann sind für ihn wahrscheinlich frische Weißweine oder junge Rotweine mit hohem Säureanteil ideal bzw. wenn jemand Süßes liebt, dann ist hier die Wahrscheinlichkeit groß, dass er auch Süßweine mag. Einem Kunden, der kraftvolle Speisen und Schärfe schätzt, werden sehr kräftige Weine schmecken. „Im Zuge eines Beratungsgespräches hilft der Weinfachhandel auf jeden Fall, den optimalen Wein für den jeweiligen Anlass und die perfekte Harmonie zwischen Speise und Trank zu finden“, so Bruno Resi.

aLLErLEi wEinsprüchE Wein und Frauen sind auf Erden aller Weisen Hochgenuss, denn sie lassen selig werden, ohne dass man sterben muss.

Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

Der Wein steigt in das Gehirn, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von feurigen und schönen Bildern. William Shakespeare (1564–1616)

Guter Wein preist sich selbst. Holländisches Sprichwort

Rotwein ist für alte Knaben eine von den besten Gaben. Wilhelm Busch (1832–1908)

Wein ist stärker als das Wasser, das gestehn auch seine Hasser. Wasser reißt wohl Eichen um und hat Häuser umgerissen; und ihr wundert euch darum, dass der Wein mich umgerissen?

Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781)

Lieber Wein lesen als gar keine Lektüre. Unbekannt

Es gibt mehr alte Weintrinker als alte Ärzte. Deutsches Sprichwort

Am Rausch ist nicht der Wein schuld, sondern der Trinker. Konfuzius (551–479 v. Chr.)

Regen lässt das Gras wachsen, Wein das Gespräch. Schwedisches Sprichwort

Der Wein wirkt stärkend auf den Geisteszustand, den er vorfindet. Er macht die Dummen dümmer und die Klugen klüger. Jean Paul (1763–1825)

Und dass der Wein erfreue des Menschen Herz ... Psalm 104 (Bibel)

„die weintrends gehen generell hin zu leiChteren weinen, also zu solChen mit weniger alkohol, aber es gibt auCh eine wiederentdeCkung der klassisChen weine wie Portweine oder sherry.“

Der Wein ist ein Ding, in wunderbarer Weise für den Menschen geeignet, vorausgesetzt, dass er bei guter und schlechter Gesundheit sinnvoll und in rechtem Maße verwandt wird. Hippokrates (460–370 v. Chr.)

Bruno Resi

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IM GESPRÄCH

Li.: WK-Präsident Jürgen Bodenseer, WK-Direktorin Evelyn Geiger-Anker und WK-Bezirksobfrau Regina Stanger // re.: Barbara Wechselberger und Monika Hofer

Li.: Hubert Schenk, Tiroler Sparkasse, Herbert Peer, Netzwerk „Tirol hilft“, und Volksbank-Vorstand Markus Hörmann // re.: Gudrun Platzl, Reinhard Schretter und Verena Wieser

GLAMOURFEELING Der Getränkekonzern Diageo lud Freunde und Bekannte im Zuge der Kitz‘n‘GlamourParty in die Gamsstadt und präsentierte neben zahlreichen Promis natürlich auch seinen stylischen Ultra Premium Vodka Ciroc. Li.: Sonja und Harald Ultsch // re.: Luca Filippi, Vizegeneralsekretär der Handelskammer Bozen, und WK-Direktor Horst Wallner

die wirtschaft feiert sich selbst Auch heuer lud die Wirtschaftskammer Tirol wieder zu ihrem traditionellen Neujahrs­ empfang und mit ihm zum Stelldichein der heimischen Politik, Wirtschaft und Medien­landschaft. Der Innsbrucker Messesaal war gut gefüllt und unterhielt sich bei musikalischer Umrahmung der Wiltener Sängerknaben.

nachfolge Seit heuer steht die Kammer der Wirtschaftstreuhänder in Tirol unter neuer Leitung. Steuerberater Klaus Hilber übernahm im Rahmen des Neujahrs­empfangs das Amt von Josef Sporer.

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Rektor Herbert Lochs, Landesrat Bernhard Tilg, TILAK-Vorstandsdirektor Stefan Deflorian und Alumni-i-Med-Präsident Raimund Margreiter // Foto: Meduni

abifeier Auch der Absolventenverein der Medizinuni Innsbruck lud zum Neujahrs­ empfang. Rund 100 Alumnis, Mitarbeiter und Förderer sowie zahlreiche Ehrengäste waren auch heuer wieder der Einladung von Präsident Raimund Margreiter gefolgt.


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AM-Tirol-Geschäftsführer Wendelin Juen und LR Anton Steixner mit den Lebensmittel-Ladys Ingrid Heinz, MPreis, und Barbara Moser, SPAR // Foto: AM Tirol

megatrend: regio

kultwinzer Mitte Jänner lud Michael Jank die acht renommierten Vitikult-Winzer zu Plangger Delikatessen nach Seefeld. Natürlich mit im Gepäck: die besten Weine aus dem Burgenland.

Gerhard Maass, Therese Fiegl und Christoph Kössler

tiroler edler Unter diesem Namen präsentierte Therese Fiegl gemeinsam mit den Brennern Gerhard Maass und Christoph Kössler die neue Edelbrand-Linie, die ab sofort in drei Sorten erhältlich ist. Mehr dazu auf Seite 100.

Kürzlich zog die Agrarmarketing Tirol Bilanz über das vergangene Jahr. Deutlicher Trend: Regionalität ist Vertrauenssache. Der Lebensmittelhandel ist dabei ein wichtiger Vermarktungspartner.

drehscheibe maschinenring Seit Mitte Jänner sticht im Gewer­bepark Mils ein neues Gebäude ins Auge: Das Maschinenring-Zentrum vereint traditionelle und moderne Komponenten und steht damit symbolhaft für seinen Bauherrn. Das Betriebsgebäude wurde innerhalb weniger Monate errichtet und ist Arbeitsplatz für 20 Mitarbeiter sowie Anlaufstelle für mehr als 700 Dienstleister und 1.300 Mitglieder.

benefizkonzert Am 15. Feber 2013 um 19.30 Uhr gastiert der amerikanische Bariton Thomas Hampson mit dem handverlesenen 22-köpfigen Kammermusikensemble „Wiener Virtuosen“ auf Einladung des Zonta Clubs Innsbruck I im Innsbrucker Congress. Mit dem Erlös des Konzerts wird ein Projekt unterstützt, das Eltern schwerkranker Kinder ermöglicht, ihr Kind während der Zeit in der Innsbrucker Klinik vor Ort zu begleiten und betreuen.

Prof. Dr. Barbara Prüller-Strasser leitet das Institut für Angewandte Ernährungswissenschaften an der UMIT

fachwissen in drei modulen Seitdem Menschen Sport treiben, versuchen sie neben geeigneten Trainingsmethoden ihre Leistungsfähigkeit durch spezielle Ernährungsmaßnahmen zu verbessern. Auf keinem Teilgebiet der Ernährungsgestaltung spielen allerdings Mythen und Aberglaube eine so große Rolle wie im Bereich der Sporternährung. „Dabei sind die wissenschaftlich begründeten Ernährungsempfehlungen für Leistungssportler keinesfalls spektakulär. Vielmehr geht es darum, gesichertes Ernährungswissen im Trainingsalltag umzusetzen und bestimmte Spielregeln für Essen und Trinken in der Wettkampfsituation den jeweiligen spezifischen Anforderungen entsprechend anzuwenden“, sagt dazu Prof. Dr. Barbara Prüller-Strasser, die an der Tiroler Gesundheitsuniversität UMIT das Institut für Angewandte Ernährungswissenschaften leitet. Dieses wissenschaftlich gesicherte Ernährungswissen wird ab Ende Februar im Rahmen des UMIT-Zertifikatslehrganges „Sport und Ernährung“ in drei Modulen (Dauer je Modul vier Tage) vermittelt. Bei diesem Lehrgang setzen sich die Teilnehmer mit den wesentlichen Aspekten zum Thema Sporternährung sowie mit internationalen Trends und Entwicklungen auseinander, um damit ihr Wissen in diesem Bereich wissenschaftlich fundiert auszubauen. Die Teilnehmer am Lehrgang erhalten nach bestandener Abschlussprüfung das Zertifikat „Certificate of Advanced Studies in Sport Nutrition“. Weiters werden für den Zertifikatslehrgang zwölf ECTS-Punkte vergeben, die vollständig für das UMIT-Master-Studium Ernährungswissenschaften angerechnet werden. Weitere Infos unter www.umit.at/academy, barbara.strasser@umit.at oder unter der Telefonnummer 0508648-3916

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LH Günther Platter, IV-Tirol-Präsident Reinhard Schretter, Bischof Manfred Scheurer und IV-Tirol-Geschäftsführer Josef Lettenbichler

IM GESPRÄCH

Brunhilde Fröschl mit Michael Schwarzkopf und Bernhard Schretter, beide Plansee

Paul Wetscher, Herbert Haberl (30 Jahre Wetscher-Familientreue), LR Patrizia Zoller-Frischauf, Alfred Kreidl (35 Jahre bei Wetscher), Verkaufsleiter Reinhard Strasser (25 Jahre im Unternehmen) und Martin Wetscher

Kardiologieleiter Hannes Alber, Berndt Martetschlager, hos­ pitals-Geschäftsführer, Verwaltungsdirektor Christian Elzinger, Landesrat Bernhard Tilg, Humanocare-Prokuristin Hannelore Röck und Christian Brenneis // Foto: ofp.kommunikation

mehr raum für therapien Nur ein Jahr nach der Eröffnung wurden im REHA-Zentrum Münster rund 800.000 Euro in einen neuen Sequenzraum im Kraft-Ausdauer-Bereich und einen neuen Ambulanzstützpunkt investiert. Patientenwünsche und die neue vierte Indikation Onkologie begründeten die Erweiterung.

jubiläum Sein Jahrhundertjubiläum feierte Wetscher Ende letzten Jahres mit einer Feier für seine Mitarbeiter, die teilweise seit Generationen hier arbeiten. Pünktlich zum Jubiläumsjahr wurde das Familienunternehmen mit der Ehrenurkunde und dem Wappen des Landes Tirol ausgezeichnet. LR Patrizia Zoller-Frischauf, Friedl, Klaus und Hansjörg Wetscher, LH Günther Platter, Martin und Paul Wetscher sowie Walter Höllwarth, Bürgermeister von Fügen // Fotos: Wetscher/Mallaun

Die Geschäftsführer der BWHA Michaela Thaler, Josef Stock, Franz Pirktl, Wolfgang Kostenzer und BWHA-Präsident Wolfgang Burgschwaiger

best performer Sie waren die Vorreiter in Sachen Wellness und verstehen ihr Geschäft nach wie vor. Die Hotels der Gründer der Best Wellness Hotels Austria (BWHA) mischen immer noch ganz vorne mit und zählen regelmäßig zu den „Best Performer“ der Gruppe.

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Christian Koidl, D. Swarovski, Harald Schneider, IKB, Bernward Pichl, Pichl Medaillen, und Werner Ritter, Siemens

Frank-Jürgen Hess, A. Loacker, Günther Berg­ hofer, Adler-Werke, und Roland Hebbel, Steinbacher Dämmstoffe

die industrie feiert Anfang Jänner lud auch die Industriellenvereinigung Tirol zu ihrem Neujahrs­ empfang. In all der Feierlaune fand Industriepräsident Reinhard Schretter auch ernste Worte in seinem Statement: „Gute Politik muss bereit sein, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen.“

holz-dimensionen Über 200 Besucher folgten der Einladung von proHolz Tirol zum Vortrag „Holzbau-Dimensionen: Beispiele aus Österreich und der Schweiz“ mit Architekt Helmut Dietrich (im Bild mit proHolz-Tirol-Vorstandsvorsitzendem Hermann Wurm und Geschäftsführer Rüdiger Lex) nach Alpbach, der die große Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten von Holz aufzeigte.


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glitzernde Wasserkraft!

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Range RoveR Die nächste geneRation Ab € 102.000,– landrover.at

Der leistungsfähigste Land Rover aller Zeiten Der Range Rover definiert seit 1970 den Standard für Luxus und Stil bei hundertprozentiger Geländetauglichkeit. In der vierten Generation überzeugt er mit der weltweit ersten Vollaluminium-Monocoque-Karosserie seiner Klasse, beeindruckenden 900 mm Wattiefe und dem neuen Terrain Response® 2.

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+43 512 3323-0 info@denzel-unterberger.cc Land Rover Umweltinformation: Range Rover Kraftstoffverbrauch 7,5 – 13,8 l/100 km kombiniert; CO2 -Emission 196 – 322 g/km


Symbolfoto

Wirtschaftsmagazin eco.nova - Feber 2013  

eco.nova ist ein unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissensc...

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