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eco.edit

Herausgeber Christoph Loreck und Mag. Sandra Nardin auf einem Fauteuil „Cubica” von Wittmann, Teppich „Arabesque” von Floor to heaven bei möbel schrammel, Innsbruck

Zwei Jahre lang gibt es keine Wahlen im Land. So lange besteht ein Zeitfenster für echte Reformen. Theoretisch. Das neue Jahr begann mit einer traurigen Nachricht: Innsbrucks Altbürgermeisterin Hilde Zach ist am 15. Jänner ihrem schweren Krebsleiden erlegen. Die Anteilnahme der Bevölkerung vor allem am Begräbnis, das zu einem echten Staatsbegräbnis geworden ist, zeigt: Die Bürger honorieren klare Aussagen, unverrückbare Standorte, Ecken und Kanten. „Die Hilde“ war keine Einfache – aber sie sagte, was sie dachte, und setzte um, was sie sagte. Und sie blieb ständig an der Basis, ging grüßend durch Innsbruck und kümmerte sich um jede noch so banale Angelegenheit. Diese Bürgernähe setzt eine starke Persönlichkeit voraus und ist durch nichts ersetzbar. Politikverdrossenheit wird nicht durch Politiker vom Schlag Hilde Zachs ausgelöst. Sie entsteht durch ideologische Grabenkämpfe, durch unverbindliche Sonntagsreden, durch Nicht-Entscheiden und mutloses Weiterwursteln bis zur nächsten Wahl. Genau deswegen löst die Große Koalition auf Bundesebene bei vielen Staatsbürgern dumpfes Magengrimmen aus. Es wird um Kleinigkeiten gestritten, es werden emotionslos Standpunkte ausgetauscht – und die großen Probleme werden auf die lange Bank geschoben. Die echten Reformen im Pensions-, Sozial- und Gesundheitssystem geraten so zur Hypothek für die Jungen. Im wahrsten Sinne: Denn Österreich muss jährlich acht Milliarden Euro an Zinsen überweisen – das ist mehr als das gesamte Bildungssystem kostet. Womit wir gleich bei der nächsten Baustelle sind. Gerade bei den Schulen prallen ideologische Grundwerte aufeinander – und deswegen passiert: Gar nichts. Obwohl wir jährlich bei PISA weiter nach hinten rutschen. Obwohl die Lehrpläne längst entrümpelt gehören. Obwohl allen klar ist, dass viel zu wenig Kulturtechniken des Alltags – vom Maschinschreiben über Rhetorikschulungen bis hin zu wirt-

schaftlichen Grundkenntnissen – unterrichtet werden. Dabei wäre gerade jetzt ein günstiges Zeitfenster für mutige Schritte: In Österreich stehen zwei Jahre keine Wahlen an. Bedeutet eineinhalb Jahre Zeit, auch unpopuläre, dringend notwendige Maßnahmen umzusetzen. Theoretisch. Und Tirol? Wir haben die Krise im Vergleich zu anderen Standorten gut übertaucht, auch wenn die Situation noch nicht völlig geklärt ist (siehe dazu die Berichte zur konjunkturellen Lage und zum Finanzmarkt in dieser Ausgabe). Das verdanken wir unter anderem dem heimischen Tourismus. Darüber sollten jene, die stets über den Ausverkauf der Tiroler Seele jammern, nachdenken. Es gibt unangenehmere Arten, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, als Gäste freiwillig ihr Geld nach Tirol tragen zu lassen. Auch politisch wird es in den nächsten Monaten in Tirol nicht langweilig: Das endgültige Ergebnis beim Kriterienkatalog zum Ausbau der Wasserkraft wird zeigen, ob unsere Bäche weiterhin ungenutzt ins Tal plätschern oder wir es ernst meinen mit der Nutzung umweltfreundlicher Energie. An den vorgezogenen Erschließungskosten wird sich belegen lassen, ob die Bauern wieder einmal einen Sonderstatus durchgedrückt haben (wie derzeit vorgesehen) oder es gelingt, die Bereithaltung von betrieblichen Erweiterungsflächen zu honorieren. Und am Umfang der lange angekündigten Verwaltungsvereinfachung wird sich die Bereitschaft des Landes ablesen lassen, in Bürgernähe und Bürgerfreundlichkeit zu investieren. Was immer es auch sein wird, das sich im Land in nächster Zeit bewegt: Sie lesen es in den kommenden Ausgaben. Ihre Redaktion der eco.nova

eco.nova 3


seite 68: anlagestrategie 2011

seite 34: lachende sonne erobert die welt

seite 92: boom der internetbeteiligungen

eco.titel

020 gelenkretter und trendsetter

034 die lachende sonne

068 erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

022 flying high

eco.inhalt

Hier geht es um Ihr Geld: Wirtschaftswachstum, Staatsverschuldung, Eurokrise, Zinsen, Aktienmärkte, Ölpreis, Gold.

eco.wirtschaft

Die medalp-Gruppe baut aus. Flughafendirektor Mag. Reinhold Falch im Interview.

024 urlauburlaub.at Eine Tiroler Erfolgsgeschichte geht neue Wege

026 reise auf dem erfolgsweg Die Idealtours-Geschäftsführer Susanne und Christof Neuhauser zum Thema Reisen.

012 das ende der krise Die Lage ist nach wie vor ernst – aber nicht hoffnungslos.

028 ready for departure Nur fl iegen ist schöner? Lernen Sie es doch selbst.

014 achterbahnprojekt Die unendliche Geschichte der Stadtgalerien in Schwaz.

030 the new generation Wechsel an der Schenker-Spitze: Das Interview mit dem neuen Führungsduo.

016 unser kleines dorf Eine Welt mit 100 Menschen ...

018 Qualität bringt Erfolg

032 marketingclub tirol

Schuler Elektro Küchen Wohnen: von damals bis heute.

Präsidentin Claudia AngererFoissner im Gespräch.

Das Unternehmen Sonnentor stellt sich vor.

038 gewohnt wird immer Das Modell Vorsorgewohnung.

040 steuer.berater 046 recht.aktuell

eco.zukunft 054 adventure x Der Businessplanwettbewerb geht in die 10. Runde.

056 von der forschung zur gründung Wenn aus Forschungsprojekten Unternehmen werden.

058 positive erwartungen Die Ergebnisse des KonjunkturPressegesprächs der Wirtschaftskammer Tirol.

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)#(3#(%.+- )2 seite 110: eco.test: citroĂŤn ds3

060 social business Die Lernkaskade des Zukunftszentrum Tirol.

062 innovative kĂśpfe Von Harvard nach Hall.

064 sozial denken, wirtschaftlich handeln Dagmar Wresnik im Bildungsgespräch

eco.geld

seite 122: hotel â&#x20AC;&#x17E;das kronthalerâ&#x20AC;&#x153;

104 heidi holleis Unzensierte BauchgefĂźhle.

106 musik im riesen Kammermusik, Streichquartett und Schubert.

Der CitroĂŤn DS3 im Test.

114 auffällig unauffällig

Wie realistisch sind die Horrorszenarien?

092 hype um facebook Der Internet-Beteiligungspoker boomt.

eco.art 100 viel museales Der Direktor der Landesmuseums, Wolfgang MeighĂśrner, im Interview.

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DIREKTAM-EERMITEIGENER "UCHT GROÂ&#x201D;ZĂ GIGER7ELLNESSBEREICH SCHONABâ&#x201A;Ź X(0

113 kleiner macht auf groĂ&#x;

Was war, was kommt.

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110 renn-baguette Der Kombi unter den Seats â&#x20AC;&#x201C; der Ibiza ST.

Wie Sie sich schĂźtzen.

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078 globale megatrends 084 inflation/deflation

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Understatement: der Hyundai i30 CW.

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interlĂźbke-Roadshow zu Gast in Innsbruck.

120 hotel.tipps Hotel Schloss MĂśnchstein/Salzburg, Hotel Stock/FĂźgen, Das Kronthaler/Achenkirch, Hotel Turm/VĂśls am Schlern

Impressum

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Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova Verlags GmbH, HunoldstraĂ&#x;e 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/290088, Fax: 290088-70, E-Mail: redaktion@econova.at, www.econova.at Geschäftsleitung: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin â&#x20AC;˘ Assistenz: Marina Kremser, Ruth Loreck Redaktion: eco.wirtschaft: Mag. Barbara Wildauer, MMag. Klaus Schebesta, Mag. Sandra Nardin, Bruno KĂśnig, Stefan Becker, Renate Linser-Sachers, Julia Sparber, Doris Penna, Barbara Liesener, Paul Salchner â&#x20AC;˘ eco. geld: Dr. Michael Posselt, Michael Kordovsky â&#x20AC;˘ eco.kultur: Julia Sparber â&#x20AC;˘ eco.mobil: Bruno KĂśnig â&#x20AC;˘ steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian â&#x20AC;˘ recht.aktuell: RA Mag. Dr. Ivo Rungg â&#x20AC;˘ eco.gesundheit: Ulrike Delacher â&#x20AC;˘ eco.life: Marina Kremser Anzeigenleitung: Ing. Christian Senn, Fotoredaktion: Florian Schneider, Titelseite: stadthaus 38, Jahresabo: EUR 19,00 (14 Ausgaben), Druck: a-print, Klagenfurt Unternehmensgegenstand: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. Grundlegende Richtung: Unabhängiges Ăśsterreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung Ăźber Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifestyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. FĂźr die RĂźcksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr Ăźbernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar.

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eco.mmentar

Vorsätzlich Einen Monat ist sie jetzt her, die sternenklare Winternacht, in der es geschah. Oder geschehen hätte müssen. Ich rede von Vorsätzen, die uns unbewusst, bewusst oder auch nur ahnungsweise in das neue Jahr begleitet haben. Und wie sieht es mit der Umsetzung aus? Ja, auch Vorsätze wollen evaluiert werden – selbst wenns weh tut. Und da das sonst niemand macht, übernehme eben ich diesen Knochenjob.

MMag. Klaus Schebesta

Text: Klaus Schebesta Foto: Florian Schneider

... verehrtester Herr Bundespräsident: Was ist aus Ihrem beherzten, ja geradezu energischen Entschluss geworden, auch über die Neujahrsansprache hinaus einmal in Erscheinung zu treten? In dieser Ansprache haben Sie übrigens wirklich viele Dinge sehr konkret und mutig angesprochen. Meine diesjährige Lieblingspassage lautet: „Jedes neue Jahr ist wie ein unbeschriebenes Blatt; mit unvorhersehbaren Ereignissen und Überraschungen. Das schaff t Unsicherheit, bietet aber auch Chancen“, knapp gefolgt von: „Allzu oft sind Schwarzmaler oder Schönfärber am Werk.“ Ja – das sind Sätze voller Nachdruck, Energie und visionärem Geist. Das wird Österreich, was sag ich: Europa, nein: die Welt verändern! ... hochgeschätzte Bundesregierung im Allgemeinen: Wolltet ihr nicht mit dem Streiten aufhören und in Form von konstruktiven, zukunftsweisenden Diskussionen einmal wirklich etwas weiterbringen? Oder ist es einfach zu verlockend, weiterhin ideologische Schlagworte auszutauschen und so Öl ins Feuer der Politikverdrossenheit zu gießen? … lieber Herr Bundeskanzler im Speziellen: War das am 31. Dezember um 24 Uhr laut gegen Himmel gerufene Wort „Reformen“ doch nur ein unter Einwirkung von Schlumberger entstandener Versprecher anstatt eines ordentlichen Versprechens? Ist es also wahr, dass „Zukunft“ für Sie etwas ist, mit dem sich ruhig die nächste oder noch besser übernächste Regierung herumschlagen soll? … teurer Herr Finanzminister: Haben Sie im ersten Monat des neuen Jahres schon ordentlich Geld eingespart und Schulden abgebaut? Oder läuft es weiter wie immer: Solange der Mittelstand zahlt, erspart man sich das Sparen. ... gefällige Fundamentalopposition im Allgemeinen: Solltet ihr die Ahnung, die euch in der Silvesternacht beschlichen hat, dass nämlich euer fortwährender und uneingeschränkter Nein-Reflex langsam auff ällt, nicht doch ernst nehmen? Wer nichts, aber schon gar nichts an seinem politischen Mitbewerber akzeptabel findet, wird auf Dauer selbst unglaubwürdig.

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... lieber Herr Strache ganz im Speziellen: Ja, es schreckt ein wenig, dass Sie den Silvesterabend vor dem Spiegel mit den Worten „Grüß Gott, Herr Bundeskanzler“ verbracht haben. Es ist zu befürchten, dass ihr dort gefasster Vorsatz eher in Erfüllung geht als der Schwur, für diesen Fall eine „ordentliche Beschäftigungspolitik“ umzusetzen. … geschätzte AK-Präsidenten und Gewerkschaftsvertreter: Was ist aus der Erkenntnis geworden, die Sie zur mitternächtlichen Jahreswende wie ein Blitz getroffen hat – dass nämlich weder die Politik noch die Arbeiterkammer noch die Gewerkschaft Arbeitsplätze schaffen, sondern einzig und allein die Betriebe im Land? … werte Büro- und Technokraten unseres schönen Landes: Wo sind bloß eure leisen Zweifel geblieben, dass ausufernde Gutachtenberge und Expertenmeinungen möglicherweise nicht zum Wohlergehen beitragen, sondern nichts außer Kosten und Stillstand produzieren? ... meine unermüdlichen Pensionslobbyisten Andreas Khol, Karl Blecha und neuerdings auch Fritz Neugebauer: Hat euch zum Jahreswechsel nicht zumindest ein Funke an schlechtem Gewissen durchzuckt, da ihr für die jetzigen Alten alles herausreißen wollt, während die kommenden Alten sich mit Almosen zufriedengeben werden müssen? ... verehrte Exzellenzen der katholischen Kirche: Wie wäre es, zumindest im Jahr 2011 damit zu beginnen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und einen zögerlichen Schritt in Richtung Gegenwart (von Zukunft möchte ich gar nicht reden) zu gehen? Zölibat, Verhütung, weibliche Priester – es gibt genügend Schutt der Jahrhunderte, der wegzuräumen ist. Oder wartet ihr lieber, bis der letzte Christ ausgetreten ist? Und ich? Ja, ich habe mir auch einiges vorgenommen. Dazu gehört unter anderem, nicht mehr auf jede Frage zu antworten. Sorry.

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Wirtschaft & Unternehmen

Almada Forum, Portugal

Roshen Schokoladenfabrik, Ukraine Fotos: MK Illumination

Wie Weihnachten

Rekordauftrag Swarco Nordic konnte mit „Norra Länken“, einem der größten Autobahn- und Infrastrukturprojekte Schwedens, einen 52-Millionen-Euro-Großauftrag an Land ziehen. Begonnen hat das Projekt Ende November 2010, enden wird es 2015, gefolgt von einem Fünfjahresvertrag über Wartung und operative Betreuung. Norra Länken besteht aus einem 16 km langen Autobahntunnelsystem in der Innenstadt von Stockholm, das sowohl für den Straßenverkehr als auch die Anrainer viele Vorteile bringt und sich überdies positiv auf die Umwelt und Verkehrssicherheit auswirkt. Swarco-Nordic-Geschäftsführer Hans Petter Ødegaard: „Das ist für uns ein strategisch wichtiger Auftrag, der unsere Ambitionen nach mehr Verantwortung bei Contracting und Systemintegration unterstreicht. Wir haben große Ziele. Die Kompetenz und Erfahrung, die wir beim Norra-Länken-Projekt gewinnen, wird uns dabei helfen, unser weiteres Wachstum zu sichern, auch außerhalb Schwedens.“

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Mit einem Umsatz von rund 40 Mio. Euro verzeichnete das Tiroler Unternehmen MK Illumination aus Innsbruck 2010 ein erfreuliches Plus von 10 % gegenüber dem Vorjahr. „Wir konnten viel neue Kunden gewinnen und bestehende Projekte ausbauen. Zudem haben die zahlreichen, 2009 eingeleiteten Optimierungsmaßnahmen sehr positive Wirkung gezeigt“, freut sich CEO Klaus Mark. Mit ihren Produkten hat MK Illumination auch 2010 dafür gesorgt, dass viele Shoppingcenter, Geschäftsstraßen und Stadtzentren in ganz Europa zu Weihnachten in hellem Glanz erleuchteten. Zu den Highlights zählte die komplette Beleuchtung der Innenstadt von Manchester, wo 330.480 LEDs 253 Bäume und weitere 50.000 LEDs Dekoelemente wie Säulen und Straßenüberspannungen beleuchteten. Absoluter Hingucker waren dabei zwei 7 Meter große leuchtende Hirsche. In Summe ergab die gesamte Beleuchtung rund 55.000 Meter Licht, mit dem ein 25-köpfiges Team rund 2.500 Stunden beschäftigt war.

Bank Austria Konjunkturindikator Österreich

Quelle: Statistik Austria, Wifo, BA Economics & Market Analysis Austria, eigene Berechnungen

„Die Tiroler Wirtschaft bleibt 2011 auf Erholungskurs. Die Industrie wird die globale Konjunkturverlangsamung etwas zu spüren bekommen und die hohe Dynamik im Dienstleistungssektor wird sich angesichts der Budgetkonsolidierung auf Bundesebene nicht ganz fortsetzen. Mit 1,9 Prozent erwarten wir dennoch ein kräftiges Wirtschaftswachstum.“ Markus Sappl

Konjunkturindikator „Die Tiroler Wirtschaft hat 2010 überraschend kräftig aufgezeigt und ist mit geschätzten 2 ½ Prozent deutlich stärker gewachsen als Gesamtösterreich mit +1,9 Prozent“, meint der Tiroler Landesdirektor Firmenkunden der Bank Austria, Markus Sappl. Die Industrie hat kräftig aufgeholt, insbesondere der Maschinenbau und die Glaserzeugung haben zulegen können, und auch der Servicebereich hat 2010 spürbar expandiert, während die Bauwirtschaft entgegen dem negativen Österreich-Trend eine zumindest stabile Entwicklung aufwies. „Dank der hohen Wirtschaftsdynamik hat sich die Lage am Tiroler Arbeitsmarkt 2010 überdurchschnittlich stark verbessert“, freut sich Sappl. Die Beschäftigung ist um 1,9 Prozent (Österreich: + 0,7 Prozent) gegenüber dem Vorjahr gestiegen, die Anzahl der Arbeitslosen dagegen um über 5 Prozent auf durchschnittlich 19.100 gesunken. Die Arbeitslosenquote ist mit durchschnittlich 5,9 Prozent nach Salzburg und Oberösterreich die drittniedrigste in Österreich.


V. l.: Georg Theurl, Geschäftsführer der Osttiroler Siedlungsgenossenschaft (OSG), Klaus Lugger, Landesobmann der Tiroler Gemeinnützigen Bauträger, und „Standort-Bürgermeister“ Andreas Pfurner vor einem Vorzeigeprojekt in Nussdorf/Debant in Osttirol. Hier baut die OSG bis zum Sommer eine Wohnanlage mit 38 Einheiten, in die auch das SOS-Kinderdorf integriert Foto: platzermedia wird

Impulsgeber Viele Familien erhalten dank der gemeinnützigen Bauträger wieder ein Stück mehr Lebensqualität. So werden heuer 1.556 Wohnungen fertig und rund 3.400 weiteren Familien kann leistbares Wohnen zur Verfügung gestellt werden (durch Neubauten und natürlichen Abgang frei werdende Mietwohnungen – der so genannte „soziale Schatz“). Die Tiroler Gemeinnützigen bauen dabei nicht nur in den Ballungsräumen, sondern bieten auch in kleineren Ortschaften günstige und grundsparende Alternativen zum Einfamilienhaus. In ingesamt 40 Gemeinden entstehen derzeit entsprechende Objekte. Damit sollen nicht nur die hohen Wohnkosten in Tirol gedämpft werden, die Tiroler Gemeinnützigen geben auch der Wirtschaft starke Impulse. So beträgt der Auftragswert 2011 nicht weniger als 275 Mio. Euro – der Großteil entfällt mit 240 Mio. Euro natürlich auf den Neubau, der Rest wird vor allem in energiesparende Instandhaltung investiert.

V. l.: Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol, Wendelin Juen, Obmann ÖkR Anton Steixner und Hans Plattner, geschäftsführender Gesellschafter der Traditionsmetzgerei Hörtnagl

Aufwärtstrend Über 13.000 Handwerks- und Gewerbebetriebe beschäftigen in Tirol rund 54.000 Menschen, darunter 6.500 Lehrlinge in weit über 120 verschiedenen Lehrberufen. Damit ist das Handwerk und Gewerbe der verlässlichste Arbeitgeber, wie auch die Umsatz- und Auftragszahlen des letzten Jahres bestätigen. So sind in den ersten drei Quartalen 2010 die Auftragseingänge und Umsätze um 1,8 % gestiegen, auch die Geschäftslage im vierten Quartal war besser als im Jahr zuvor. Für die nächsten Monate ist die Branche vorsichtig optimistisch. Fast 90 % der Handwerksbetriebe werden ihren Personalstand weiterhin halten können, einige ihn sogar erhöhen und auch die saisonbedingte Winterarbeitslosigkeit ( Jänner bis März 2011) wird geringer ausfallen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Georg Steixner (Mitte) mit WK-Volkswirt Stefan Garbislander (l.) und Ludwig Kössler

VIKING unter neuer Führung VIKING hat unter der Führung von Nikolas Stihl eine sehr erfolgreiche Entwicklung genommen. Aus 67 Mitarbeitern im Jahr 1993 wurden knapp 300, der Umsatz hat sich auf 106 Mio. Euro fast verdoppelt. Mit April wechselt er nun zum Mutterkonzern Stihl (Nikolas Stihl ist der Enkel des Firmengründers) nach Waiblingen/Deutschland. Seine Agenden beim Gartengerätehersteller in Langkampfen wird Peter Pretzsch übernehmen, der wiederum seit 20 Jahren für das Unternehmen im Stammhaus in Deutschland tätig ist. „Rasentraktor-Schlüsselübergabe“ bei VIKING: Peter Pretzsch (li.) übernimmt die Geschäftsführung von Nikolas Stihl, der mit April 2011 in den Beirat des Mutterkonzerns STIHL wechseln wird

Die Agrarmarketing Tirol zog über das vergangene Jahr Bilanz und wagte einen ersten Blick in die 2011er-Kristallkugel. Anton Steixner: „Das Bewusstsein der Konsumenten, zu heimischen Produkten zu greifen, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Damit hat sich der Absatz von regionalen Produkten am heimischen Markt merklich verbessert. Wir punkten mit unseren Botschaften beim Konsumenten und sind mit dem Thema Regionalität am Zahn der Zeit. In Anbetracht der schwierigen Lage der heimischen Landwirtschaft ist es in Zukunft wichtiger denn je, Einheimische wie Gäste zu animieren, regionale Produkte zu genießen.“ Gelingen soll dies mit einer Reihe an Schwerpunkten, die bereits in vergangenen Jahren gesetzt wurden, sowie dem „Bewusst-Tirol“Gastroprojekt, das für eine bessere Vernetzung zwischen Gastronomie- und den bäuerlichen Betrieben sorgen soll und auch heuer wieder klar forciert wird. Auch die Zusammenarbeit mit Kleinsennereien will man noch mehr stärken, neue Produkte mit dem Gütesiegel „Qualität Tirol“ sind ebenso in Planung.

Sieben täglich Die aktuellen Gründerzahlen für 2010 zeigen: Pro Kalendertag wurden in Tirol fast sieben Unternehmen gegründet. So kam man auf die stolze Zahl von 2.465 Unternehmen im vergangenen Jahr. Die Gründungsdynamik hat damit ebenso wie die Konjunktur wieder kräftig angezogen. Auf dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise im Jahr 2009 wurden in Tirol geringfügig weniger Unternehmen gegründet (2.337) als im Rekordjahr 2008 (2.573). Dass viele davon aus Mangel an Alternativen in die Selbständigkeit getrieben werden, stimmt laut einer Umfrage nicht: So wollte der Großteil immer selbständig oder in der Zeitund Lebensgestaltung flexibler sein und selbst Verantwortung übernehmen. Erfreulich: In Tirol sind drei Jahre nach der Gründung immer noch 80 % der Unternehmen erfolgreich am Markt tätig, nach fünf Jahren noch sieben von zehn. Was nicht bedeutet, dass die anderen in der Zwischenzeit in die Pleite schlittern. Viele, die in die Selbständigkeit wechseln, kehren nach einiger Zeit freiwillig in ein unselbständiges Verhältnis (zurück). Markus Gwiggner, Obmann der Jungen Wirtschaft Tirol: „Wichtig ist uns vor allem der nachhaltige Erfolg der neuen Unternehmen und hier liegen wir nach wie vor ganz weit vorne und sind sogar an der Spitze in ganz Europa.“

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eco.wirtschaft

Heimatverbunden


Foto: Kneissl

Der Stern ist endgültig erloschen Sprach der Scheich zum Emir: „Jetzt zahl‘n wir und dann geh‘n wir.“ Sprach der Emir zum Scheich: „Zahl‘n ma nit und geh‘n ma gleich!“ Da sprach der Abdel Hamamid: „Das Tischtuch neh‘m wir auch noch mit.“ Altes Sprichwort

Zahlt er oder zahlt er nicht, um diese Frage dreht es sich in der Causa Kneissl eigentlich schon lange nicht mehr. Das Projekt der Tiroler Unternehmer (Fritz Unterberger u.a.), die mit ihrem Einstieg 2007 das Tiroler Traditionsunternehmen retten und wieder als Stern am österreichischen Skihimmel etablieren wollten, ist gescheitert. Und das nicht erst mit dem Konkursantrag durch Fritz Unterberger, der

ja schon zwei Jahre vorher als letzter Retter wieder ausgestiegen ist. Mit 12.000 Paar verkauften Schi im Jahr 2010 (von denen nur 5.000 in Kufstein gefertigt wurden) kann man nicht ernsthaft eine Schi- oder Wintersportfi rma führen und auch als Marke nicht wahrgenommen werden. Und auch der Handel von Sportmode und -accessoires in den eigens kreierten Star-Lounges mag auf den ersten Blick als tolle Idee erscheinen, doch wer kauft sich seine innovative, teure Ski- und Wintersportausrüstung neben einem Cappuccino. Und auch die Kneissl-Ressorts werden keine zahlenden Gäste finden. Hier wurde das Pferd von hinten aufgezäumt: Zuerst das Drumherum, dann die Marke und zuletzt das Produkt. Funktionieren tät‘s anders herum, wie erfolgreiche Markenartikler beweisen. Ob nun Sheikh Mohemed Bin Issa Al Jaber sich einen Schabernack mit uns erlaubt (oder doch noch leistet) oder ob Kneissl-Geschäftsführer Andreas Gebauer mit seinen Vertröstungen die Gläubiger nur an der Nase herumführt, das ist nur mehr Nebensache. Und auch wenn wir uns schön langsam dem Faschingshöhepunkt nähern, die Sache ist trotz allem nicht zum Lachen, weder für die Gläubiger noch für die Mitarbeiter und auch nicht für die Allgemeinheit. Egal ob die 1,2 Millionen Euro noch fl ießen, die Marke Kneissl ist damit nicht mehr zu retten. Schade darum, sie hätte sich ein besseres Ende verdient.

Tirols kreative Köpfe Mit dem im letzten Sommer eingeführten „Tiroler Patententwicklungspool“ will das Land Innovationen fördern und KMUs sowie private Erfinder bei ihren Entwicklungen und Patentierungen unterstützen. Nach rund sechs Monaten konnten nun die ersten Anträge auf Förderung positiv abgewickelt werden. „Die Jury hat die Unterstützung für drei Projekte genehmigt. Es handelt sich dabei um Entwicklungen zum Thema alternative Energien, ein neues Sportgerät sowie um ein Gerät für professionelle Musiker“, lässt Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf anklingen. Vier weitere Projekte stehen in Begutachtung, weitere fünf wurden eingereicht. Im Schnitt werden pro Projekt rund 15.000 Euro beantragt, die bei positiver Beurteilung zum Teil als Darlehen, zum Teil als Zuschuss gewährt werden. „Für kleinere Firmen und potenzielle Firmengründer ist der kostenintensive Weg zu einem fertigen Patent oder Prototyp nicht immer einfach. Neue Erfindungen können aber ganz entscheidende Initialzündungen für unsere Wirtschaft sein“, so die Landesrätin. Abgewickelt wird der Patentenwicklungspool von der Abteilung Innovation und Technologie der Wirtschaftskammer, dessen Abteilungsleiter Gernot Bock erklärt: „Gefördert werden Projekte der vorwettbewerblichen Forschung und Entwicklung und/oder Patentanmeldungen. Eine Erfindung sollte schon vorhanden oder zumindest realistisch möglich sein. Nicht förderbare Inhalte sind Markenund Namensschutz oder Designs.“ Um die Patentierbarkeit abzuklären, werden auch technische Gutachten mitgefördert. In anderen Fällen geht es wiederum um Erfindungen, die bereits vor Einreichung zum Patent angemeldet worden sind und für die ein Prototyp geschaffen werden soll. Die Antragsteller werden also in den verschiedensten Entwicklungsphasen unterstützt.

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TIVOLI Office verkauft Noch zum Jahresende 2010 wurde das von der ZIMA bereits 2008 fertig gestellte Bürogebäude TIVOLI Office West mit 4.400 qm Nutzfläche und 108 Tiefgaragenplätzen an die Wüstenrot Versicherungs-AG verkauft. „Das TIVOLI Office West passt perfekt in die Anlagestrategie des Wüstenrot-Konzerns und erfüllt alle Kriterien an eine langfristige und sichere Veranlagung, die auch von Gutachtern und Wirtschaftsprüfern für überdurchschnittlich bewertet wurde“, so ZIMATirol-Geschäftsführer Ing. Mag. Alexander Wolf. Mit dem Verkauf ist dieses Projekt für die ZIMA nun zu einem erfolgreichen Ende gekommen.


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Ernst, aber nicht hoffnungslos Letztes Jahr um diese Zeit gab es nur ein Thema: Die Krise. Die panische Angst davor erwies sich mittlerweile als voreilig. Heuer gibt es wieder nur ein Thema: Die Verkündung des Endes der Krise. Doch auch das könnte sich als voreilig erweisen. Denn die Lage ist nach wie vor ernst – aber nicht hoffnungslos.


schieben, zu analysieren, zu vertagen, eine Kommission und Arbeitsgruppen einzurichten, Ausreden zu finden, um ja nicht entscheiden zu müssen. Mit Mut, den man ja von uns Unternehmern so gerne abverlangt, hat das wenig zu tun.“ Konkret spricht Schretter die Nutzung der Wasserkraft oder die beabsichtigte Verschiebung von Infrastrukturprojekten an.

Text: Klaus Schebesta

Neben großen Reformen bei den Pensionen und bei der Verwaltung thematisiert Präsident Schretter auch den Bereich Bildung und führt dazu fünf Punkte an:  1. Die Motivations- und Begeisterungsfähigkeit sowie die Verantwortung der Lehrer stärken. 2. Die Chancengleichheit weiter fördern, aber nicht das Recht auf Ausbildung mit einem Recht auf ein positives Arbeitszeugnis verwechseln. 3. Nicht nur auf einen positiven Schulabschluss, sondern auch auf gute Noten achten. 4. Die Begabten fördern und fordern. 5. Die für Bildung Zuständigen ohne unnötige Zurufe aus den jeweiligen Parteizentralen arbeiten lassen. Auch AMS-Chef Anton Kern gibt noch lange nicht Entwarnung: Die Beschäftigung in Tirol stieg zwar im Vorjahr rasant. Fast 305.000 Tiroler waren 2010 im Schnitt unselbstständig beschäftigt, das sind um rund 6.000 (+1,9 Prozent) mehr als im Krisenjahr 2009. Die Zahl der Arbeitslosen sank aber nicht im selben Ausmaß. So gab es 2010 im Schnitt 19.000 vorgemerkte Arbeitslose, das ist ein Rückgang um nur 1000 Personen oder 5,2 Prozent. Für Tirol ergibt sich unter dem Strich eine Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent (2009: 6,3 Prozent). Für die große Spanne zwischen rasantem Beschäftigungszuwachs und vergleichsweise geringem Rückgang der Arbeitslosenzahlen gibt es laut Tirols AMSChef Anton Kern drei Gründe. Zum einen hätten die Teilzeitjobs enorm zugelegt. Zum anderen würde die Zahl der Jobsuchenden aus Deutschland zunehmen. Als dritten Grund nennt Kern den Fachkräftemangel: „Wir spüren strukturelle Mängel, Fachkräfte werden dann eben zum Teil aus dem Ausland geholt.“ Auch wenn sich im Vorjahr die Lage am Tiroler Arbeitsmarkt etwas entspannt hat, kann Kern für 2011 somit keine Entwarnung geben. „In den ersten Monaten wird sich die Lage zwar entspannen, aber im Lauf des Jahres, so ab Mai, könnte die Zahl der Arbeitslosen wieder zunehmen“, warnt Kern. Aus heutiger Sicht wird Tirol 2011 mit 2 bis 2,3 Prozent stärker wachsen als heuer. Für WK-Präsident Jürgen Bodenseer ist die Prognose allerdings mit Vorsicht zu genießen: „Die Weltkonjunktur schwächelt schon wieder ein bisschen, weil man sich zum Beispiel in China entschlossen hat, den überhitzten Markt durch höhere Leitzinsen etwas abzukühlen und sich das natürlich auf unseren Export auswirken wird.“ Zudem stellt sich die Frage, wie sich die teils massiven Sparpakete zahlreicher EU-Länder auswirken werden, und auch die Euro-Krise ist bis heute noch nicht nachhaltig gelöst.

„Man übt sich schon viel zu lange darin, Ausreden zu finden, um ja nicht entscheiden zu müssen.“ IV-Präsident Reinhard Schretter

Bleibt als Fazit: Es gibt helles Licht am Horizont, aber gegessen ist die Krise noch nicht. Wie gesagt: Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos.

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eco.wirtschaft

Das Jahr 2010 ist in weiten Teilen der Wirtschaft besser gelaufen als erwartet. Der Geschäftsklimaindex der Top-100-Befragung der WK Tirol unter heimischen Leitbetrieben zeigt den Optimismus deutlich: Von seinem Tiefpunkt im März 2009 kletterte der Index bis Dezember 2009 von –26 auf –2 Prozentpunkte. Aktuell hat der Index mit +31 Punkten schon fast wieder Vorkrisenniveau erreicht. Unter dem Strich ist die Tiroler Wirtschaft 2010 laut aktueller Schätzung um knapp 1,9 Prozent gewachsen. „Die rasche Erholung haben wir unserer Unternehmensstruktur, dem breiten Branchenmix, der Innovationskraft und der umsichtigen Personalpolitik unserer Unternehmen zu verdanken“, erklärt WK-Präsident Jürgen Bodenseer dazu. Der Optimismus ist also wieder im Vormarsch – mit Ausnahme der Bauwirtschaft. Laut Tiroler Bauvorschau 2011 ist der Bauproduktionswert 2009 um 17 Prozent eingebrochen und wird nach einer leichten Erholung heuer (+3 Prozent) im kommenden Jahr abermals um 2 Prozent nachgeben. Nun ist die Baubranche aber ein Indikator für die Gesamtentwicklung und Impulsgeber für andere Branchen. Hauptgrund für die schlechte Stimmung sind die ausbleibenden Investitionen von Gemeinden, Land, Bund, ÖBB oder Asfinag. Ob das die Betriebe auf Dauer durchhalten können, wird von Wirtschaftsvertretern kritisch gesehen. Deswegen fordert die Tiroler Wirtschaftskammer Investitionsimpulse seitens der öffentlichen Hand. Denn auch alle anderen Branchen scheinen dem Aufschwung noch nicht gänzlich zu vertrauen. Sie halten sich mit Neuinvestitionen stark zurück, was ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass noch immer mit Vorsicht geplant wird. In dieser Lage ist den Wirtschaftsvertretern die seitens des Landes Tirol geplante Abgabe für vorzeitige Erschließungskosten ein Dorn im Auge. Die WK verlangt, dass Industrie- und Gewerbegründe davon ausgenommen sind – weil Betriebe nicht für die vorausschauende Bereithaltung von Erweiterungsflächen bestraft werden dürfen. Die Wirtschaftskammer Tirol verlangt statt neuer Belastungen Entlastungen und Konjunkturimpulse. Um die Binnennachfrage anzukurbeln und den vom Export getragenen Aufschwung und das Wachstum nachhaltig abzusichern, schlägt die WK Tirol als erste Maßnahme die Einführung der degressiven Abschreibung in Österreich vor. In Deutschland hat diese Abschreibung, die begrenzt für 2009 und 2010 eingeführt wurde, ausgezeichnet funktioniert. Dort ist auch auf Grund von vorgezogenen Investitionen die wirtschaftliche Erholung ausgeprägter als bei uns in Österreich, was sich am rund 1,5 Prozent stärkeren Wachstum ablesen lässt. Eine zweite Möglichkeit, die Investitionen anzukurbeln, sieht die WK Tirol in der Einführung der Investitionszuwachsprämie Neu. Unternehmen sollen für zusätzliche, zukunftsorientierte Investitionen eine Prämie von 10 Prozent erhalten. In eine ähnliche Kerbe schlägt die Tiroler Industriellenvereinigung: IV-Präsident Reinhard Schretter forderte alle Tiroler Sozialpartner auf, gegen eine offenkundige Lähmung bei der Umsetzung wichtiger Projekte und Entscheidungen anzutreten: „Man übt sich schon viel zu lange darin, zu sondieren, zu untersuchen, aufzu-


Das funktionell angepasste Projekt, überarbeitet von Architekt Brunner ZT © A&GP International Architekt Brunner ZT Ges.m.b.H.

Achterbahnprojekt Das Einkaufszentrum Stadtgalerien in Schwaz – die Bebauung des Areals der ehemaligen Austria Tabakwerke – hat in den vergangenen Jahren heiße Kontroversen ausgelöst. Die Neugestaltung und Entwicklung dieses für Schwaz städtebaulich sehr prägenden Quartiers wurde zu einer Hochschaubahn mit vielen Höhen und Tiefen. Der Investor, selber langjähriger Schwazer Stadtpolitiker und Unternehmer, Stadtführung, Stadtbauamt, Architekten und Bevölkerung zerrten an dem Projekt. Derzeit wird die Tiefgarage errichtet und fast am Ende der Entwicklung – quasi kurz vor der Zielkurve – sind noch lange nicht alle glücklich. Es lohnt sich aber trotzdem, zu schauen, was rauskommen wird.

Meilen- und Mühlsteine 2001 wurde die Austria Tabak vollständig privatisiert und von der staatlichen ÖIAG an die britische Gallaher Group verkauft, das betraf auch einen seit 1830 in Schwaz bestimmenden und wichtigen Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor: die Austria Tabakwerke Schwaz – die „Tschiggin“, wie sie von den SchwazerInnen genannt wurde. 2005 folgte dann ein echter Schock für die Stadt: Im Laufe des Jahres 2005 wurde die Zigarettenfabrik in Schwaz geschlossen und die Produktion nach Linz und Hainburg an der Donau verlagert. 2006 freuten sich Bürgermeister Dr. Hans Lintner und die ganze Stadt, dass der Schwazer Unternehmer Ing. Günther Berghofer das ATW-Areal kaufen und darauf ein multifunktionales Zentrum mit modernem Einkaufszentrum, Hotel, Büros und Stadtsaal errichten wollte – als privater Investor. Kurz wurde diskutiert, ob zumindest Teile der Tabakfabrik zu erhalten wären. Das wurde im Sinne einer zügigen Projektumsetzung aber hintangestellt. Das Areal ist für die Stadt Schwaz von besonderer städtebaulicher Bedeutung. Die Austria Tabakwerke

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bildeten mit einem massiven Industriebau ein komplett abgeschlossenes Bollwerk Richtung Inn. Für die Neugestaltung des gesamten Areals waren sich Stadt und Investor einig, einen Architektenwettbewerb auszuschreiben, den Investor – mittlerweile die von Ing. Berghofer gegründete AGB Errichtungs- und BetriebsGmbH – und die Stadtgemeinde Schwaz gemeinsam durchführten. Aus dem Wettbewerb im März 2007 ging ein Projekt als klarer Sieger hervor: Die Wiener Architekten Henke Schreieck überzeugten mit einem städtebaulichen Konzept und starker Öffnung des gesamten Quartiers. Das Siegerprojekt erfüllte damit wichtige Kriterien in Hinsicht auf die Stadtentwicklung. Die städtischen Zugangszonen werden neu gestaltet, die Stadt zum Inn hin geöffnet und neuer städtischer Aufenthaltsraum wird geschaffen. In dieser Projektphase war ein Hotel noch wesentlicher Bestandteil des Projektes. Das Projekt erlebte in der Folge eine richtige Achterbahnfahrt an Hochs und Tiefs. Ing. Berghofer war nicht erfreut, als sich die Stadtgemeinde im Herbst 2007 vom Hotelprojekt verabschiedete. Ein Hotel wurde in Folge jedoch


eco.wirtschaft Ein Projekt im Wandel: Modell des Siegerprojektes aus dem Architekturwettbewerb von Henke Schreieck 2. und 3. v. l.: Bgm. Dr. Hans Lintner und Ing. Günther Berghofer bei der Grundsteinlegung im Oktober 2010

sehr wohl errichtet, und zwar mit Beteiligung der Stadt und der Umsetzung von Herbst 2008 bis Juli 2009 – das Hotel Stay Inn in Sichtweite des ATW-Areals. Größte Herausforderung des gesamten Projektes war und ist bis heute aber die sehr beengte Verkehrssituation im Bereich des ehemaligen ATW-Areals. Die Bundesstraße ist hier zwischen Inn und Grundstück eingezwängt. Es folgen im Laufe der Projektentwicklung verschiedenste Überlegungen bis hin zu einer Unterflurtrasse.

Der wandernde Stadtsaal Im August 2009 entschied nach langen Verhandlungen, in denen die Vorstellungen von Ing. Berghofer und Stadtführung zu weit auseinanderklafften, der Stadtrat der Stadtgemeinde Schwaz dann, den Stadtsaal nicht am ATW-Areal zu errichten. Es wurde auch schon konkret über einen anderen Standort nachgedacht. Damit stand das gesamte Projekt im August 2009 auf der Kippe. Daraufhin bot Investor Ing. Günther Berghofer eine neue Lösung an – der Stadtsaal wird nun doch im Rahmen des Projektes errichtet und an die Stadt vermietet. Im Dezember 2009 erfolgte daraufhin der Startschuss für die Umsetzung des Stadtsaales. Im Oktober 2010 erfolgte die Grundsteinlegung für das 70-Millionen-Projekt Stadtgalerien auf 35.000 m2 Nutzungsfläche.

Der Umgang mit Öffentlichkeit Das Projekt Stadtgalerien – nach dem Namen, den das neue Stadtteilzentrum mit Einkaufszentrum, Büros, einigen wenigen Wohnungen und mit Stadtsaal nach der Fertigstellung führen wird – ist von Beginn an aufgrund seiner exponierten und vor allem städtebaulich bedeutsamen Lage unter Argusaugen der Öffentlichkeit gestanden. Jede Veränderung im Projekt erfuhr von außen die Beurteilung: Stadt und Investor – in Person von Ing. Günther Berghofer und Bürgermeister Dr. Hans Lintner – streiten dauernd. Nach der Beauftragung des Architekten Brunner mit der Umsetzung durch die AGB Errichtungs GmbH erhob sich dann in den letzten Monaten auch noch von Seiten verschiedener Architekten – auch Beteiligten an der Juryentscheidung der Tiroler Architektenkammer – und lokal verwurzelten BürgerInnen massiver Protest an der architektonischen Lösung – obwohl derzeit kein aussagekräftiger Ent-

wurf der Öffentlichkeit vorliegt. Unter dem Auftritt „Stadtgaleere“ artikulierten sich in den letzten Wochen verschiedenste Proponenten, die die Achterbahn gerne noch aus der letzten Kurve fliegen sehen möchten. Die Argumentation beginnt dabei ganz vorne: Die alte „Tschiggin“ hätte nicht abgebrochen werden dürfen. Nachdem diese nicht wieder aufgebaut werden kann, lautet der Vorschlag, die bereits im Bau befindliche Tiefgarage fertigzustellen und einen neuen Architektenwettbewerb auszuschreiben. Mag. Wolfgang Fister, AGB Errichtungs- und BetriebsGmbH, geht nicht davon aus, dass das eine realistische Variante darstellt. Mag. Fister: „Das Projekt musste vor allem durch das veränderte Verkehrskonzept, das eine Begradigung der Bundesstraße verlangt, angepasst werden und auch funktionell wurde das Konzept von der Idee von Henke und Schreieck stark nachgeschärft.“ Aus der Sicht des Investors wurden viele Anregungen aus dem Siegerprojekt dabei sehr wohl aufgenommen – zum Beispiel werden in der Stadt ganz neue Verkehrsachsen – vor allem Fußwege – und auch neuer städtischer Raum in Form eines großen Platzes Richtung Osten entstehen.

Text: Barbara Wildauer

Stand der Dinge ist, dass das Projekt Stadtgalerien nach einer wahren Achterbahnfahrt über vier Jahre fast die Ziellinie erreicht hat. Natürlich kann ein Projekt auch noch aus der Zielkurve fliegen – allerdings ist das sehr unwahrscheinlich. Das Stadtbauamt ist mit der städtebaulichen Performance des gesamten Quartiers noch nicht restlos glücklich. Die funktionellen Anforderungen an Einkaufszentrum, Öffnung der Stadt Richtung Westen und Umsetzung der komplizierten Verkehrslösung – der heuer zum Entsetzen vieler Schwazer dann noch die Kastanienallee am Inn zum Opfer fiel – werden auch städtebaulich neue Lösungen bringen. Im März 2011 wird Bürgermeister Dr. Hans Lintner den neuen Stadtsaal vorstellen. Die Außenfassade steht derzeit noch gar nicht endgültig fest. Mag. Wolfgang Fister, AGB Errichtungs- und BetriebsGmbH: „Wir haben nicht nur eine Fassade, sondern sind nach allen Seiten sichtbar und offen, und es wird hier zwar unterschiedliche, aber sehr offene Lösungen geben.“ Die Stadtgalerien werden – wenn wetterbedingt alle Terminpläne eingehalten werden können und alles planmäßig läuft – am 4. April 2012 ihre Tore öffnen, gemeinsam mit dem Stadtsaal.

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Die drei Ökonomen, Historiker und Dorfchronisten: Josef Nussbaumer, Andreas Exenberger und Stefan Neuner

Wunder gibt es immer wieder And the Winner is ...: „Unser kleines Dorf“. Das Taschenbuch gewinnt den Tiroler Bildungs-Innovationspreis 2010 und zeigt auf, wie famos die Dialektik der Zahlen und eine Didaktik der Bilder zusammenpassen. Ganz ohne Dialekt. Dafür mit umso mehr Leidenschaft.

Text: Stefan Becker Fotos: Stefan Becker, Simb

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„Unser kleines Dorf “ gilt als die heimliche Verlagssensation des vergangenen Jahres. Das Buch verkaufte ganz ohne Werbung bisher über 3000 Exemplare und den Lesern die aktuell gültige Wahrheit über die Lebensbedingungen ihrer Spezies auf dem Planeten und welche Wirkungen das Wirtschaften der vergangenen 200 Jahre bis heute zeigt. Ein großes Projekt. Und damit die Konfusion ob der komplexen wie komplizierten Kausalitäten nicht überhand nimmt, bedienten sich die drei Autoren eines Kunstgriffs: Sie schrumpften die Welt auf die Größe eines Dorfes mit 100 Menschen, verteilten diese proportional passend in die Weiler Afrika, Asien, Amerika und Europa und tauften das statistische Konstrukt „Globo“. Wirtschaftshistoriker Josef Nussbaumer von der Innsbrucker Uni hatte schon lange die Idee, eine vereinfachte und trotzdem wissenschaftlich korrekte Übersicht vom ökonomischen Treiben des Menschen auf Erden zu verfassen. Schließlich verfügte er über das notwendige Zahlenmaterial und durch einen anhaltenden Boom der Statistik sammelten sich immer mehr Daten auf seinem Schreibtisch. Doch erst am Stammtisch fiel 2005 die Entscheidung und das globale Dorf namens „Globo“ nahm numerische Gestalt an. Nussbaumer rechnete alles passend auf den verkleinerten Maßstab und präsentierte das fertige Manuskript sei-

nem Kollegen Andreas Exenberger, drei Büros weiter. Der saß ebenfalls hinter einem Berg von Blättern, sah die Seiten durch und schrieb so einiges um. „Ich musste immer wieder in Nuancen kontrollieren, ob das auch noch mein Text war“, erzählt Nussbaumer und grinst seinen Kollegen an. Der grinst zurück, hebt abwehrend die Hände und erwidert: „Ich erinnere mich da an eine ganz andere Version.“ So funktioniert die Welt: Jeder hat eben seine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Damit aber gerade im Buch der Blick auf die Zustände ein möglichst objektiver bleibt, haben die drei Akademiker jede Art von Meinung ausgeblendet und auch auf das Angebot potentieller Lösungen verzichtet: „Das Buch soll dem Leser ein Werkzeug sein beim bewussten Handeln. Denn die menschliche Kreativität kennt keine Grenzen.“ Das leitet direkt über zum dritten Autor, der sehr wohl mit diversen Grenzen zu kämpfen hatte, und zwar mit den graphischen. Stefan Neuner schob die zu Weilern gewordenen Kontinente auf seinem Bildschirm hin und her und griff dann zurück auf einen Klassiker der Weltanschauung: das Logo der UN. Diese Komposition füllte er mit Farbe und Leben und kleinen Icons und setzte anschließend auf 70 bunten Seiten die zentralen Zahlen in Szene. So weit alles wunderbar, doch was noch fehlte, war ein Verlag. Und da geschah ein


eco.wirtschaft „Die größte Menschheitskatastrophe ist die historische und die gegenwärtige Verteilungssituation.“ Josef Nussbaumer

„Wie wenig doch manche für etwas so Wichtiges ausgeben können und wie sehr sie deswegen noch dazu auf anderes verzichten müssen, weil sie es selbst zahlen müssen.“

„Während der Großteil der Menschheit vom Genuss eines sauberen und kühlen Glas Wassers träumt, spülen die Privilegierten damit ihre Fäkalien herunter.“ Stefan Neuner

Andreas Exenberger

echtes kleines Wunder. Üblicherweise publizieren Wissenschaftler mehr oder weniger selbstfinanzierte und dazu blasse Fachliteratur in allesdruckenden Studienverlagen. „Globo“ aber entging dem Schicksal, ein ehemaliger Student von Nussbaumer begeisterte sich für das Projekt und gründete passend dazu den IMT Verlag in Kufstein. „Seine einzige Bedingung: Das Buch musste vierfarbig werden“, erzählt der Autor der ersten Stunde. So kam es und die Leserschaft wächst weiter von Tag zu Tag. Weil sich der hohe Nutzwert des Werkes sofort erschließt. Neben der originellen Idee, die andere allerdings vorher auch schon hatten, erlaubt das Buch durch die Präsentation überschaubarer Größen plötzlich Vergleiche, die sonst weniger deutlich zu Tage treten. Vielleicht sogar lieber verschwiegen werden, weil in den Nachrichten gerade andere Themen aktuell sind. Denn die Medien lieben Katastrophen, Kriege und Krisen jeder Art. Je globaler, desto besser, solche Themen garantieren Auflagen und Einschaltquoten, provozieren für einen Moment die erwünschte Betroffenheit auf dem Sofa und motivieren temporär zu Akten karitativer Natur. Dann kommt die Werbung. Das Autorentrio wirbt auch auf seine leise Weise und zwar für mehr Gedanken, Ideen, Geistesblitze und was sonst noch hilft auf dem Weg in eine lebenswerte Zukunft. Denn gemessen an den gegenwärtigen Verbrauchswerten in den stark industrialisierten Weilern von Globo gibt es keine Garantie auf den Fortbestand eines Lebensstandards im Überfluss. Glück und Elend dieser Welt haben einen Namen: Anthropozän. „So wird die Zeitspanne vom Beginn der Industrialisierung bis heute genannt“, sagt Nussbaumer, „in diesen 200 Jahren hatte der Mensch den größten

Einfluss auf die Umgestaltung der Erde und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Umwelt.“ So zeigt das Buch neben dem globalen Status quo basierend auf den jüngsten Daten zu allen Themen auch die Entwicklungen bis heute und in welchen Sprüngen sie verliefen. Dabei kommt der Zeit als solcher eine eigene Bedeutung zu. So wie sich zum Beispiel die Phasen von Produktzyklen stetig verkürzen, so rasant steigt auf der anderen Seite die Umweltverschmutzung oder das Leerfischen der Meere: „Die generelle Beschleunigung birgt die Gefahr, dass die Zeit zum Reagieren auch immer kürzer wird“, sagt Exenberger. Dabei bleibt das Buch immer sachlich – oberstes Gebot. Doch es liefert mit den Fußnoten jedem Interessierten die besten Quellen zu den Problemen unserer Zeit und es weckt durch seinen entspannten Umgang mit Zahlen sogar die Lust am Kopfrechnen. Was es zu einer weiteren Bereicherung des Unterrichts macht. Immer mehr Lehrer entdecken „Unser kleines Dorf “ als optimales Medium zum vertiefenden Erklären der Welt. Was Kinder vielfach wünschen und auch brauchen, denn die oft verstörende Bildsprache auf Werbeplakaten oder in Nachrichtensendungen setzt zu sehr auf Effekthascherei. Das goutierte die Jury des Bildungs-Innovationspreises und sprach einen der beiden mit 2.500 Euro dotierten Preise dem Autorentrio zu. Welches das Geld in die weitere Entwicklung des Projekts investieren will. Und ein Teil wird gespendet, wie die bisherigen Gewinne aus dem Buchverkauf. Auf diese Weise und dokumentiert auf der Homepage www.unserkleinesdorf.com zeigen die Macher auch ganz persönlich, was ihnen wichtig ist, und wo weiteres Engagement die Not lindern und Zukunft sichern kann.

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Unser kleines Dorf: Eine Welt mit 100 Menschen; 192 Seiten 60 farb. Info-Grafiken EUR 27,90 ISBN: 978-3-9502786-2-0

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Ursprünglich zu viert, seit 2008 noch ein Führungstrio: die SchulerGeschäftsführer Paul Spörr, Romed Weber und Hannes Thurnwalder

Qualität übersteht ... Qualität hat Bestand und ist somit auch erhaben über Krisenzeiten. Gekauft wird immer, aber wenn das Geld nicht mehr so locker sitzt, wird nicht nur zwischen dringenden und weniger dringenden Anschaffungen differenziert, sondern auch nach Anbietern. Gut, wenn ein Unternehmen dabei auf eine solide Basis bauen kann, auch wenn diese damit zustande kommt, dass man Abschied nehmen muss.

„Seit der Wirtschaftskrise achten Kunden vermehrt auf Qualität und vertrauen auf heimische Unternehmen.“ Schuler-Geschäftsführer Paul Spörr

Text: Marina Kremser Foto: Birgit Pichler

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Seit knapp 40 Jahren besteht das Unternehmen Schuler und hat seitdem eine Menge mitgemacht. Nicht nur wechselnde Standorte, sondern auch wechselnde Eigentümer. Schritte, die man rückblickend nicht besser setzen hätte können und die dem Unternehmen jene Bodenhaftung geben, die nicht nur unter uns Tirolern gern gesehen ist.

Konsequent geradlinig 1972 wird die Firma Schuler durch die Übernahme des kleinen Elektrogeschäftes Jordan mit einer Verkaufsfläche von gerade 80 Quadratmetern in der Innsbrucker Innstraße vom Pitztaler Reinhard Schuler gegründet, der seine Karriere als Unternehmer hier gemeinsam mit seiner Frau und einem Lehrling begann. Die Geschäfte laufen gut, 12 Jahre später übersiedelt man in die Höttinger Au und hat plötzlich 400 Quadratmeter an Fläche zur Verfügung, sodass neben dem bisherigen Elektrosortiment auch eine Küchen- und Möbelausstellung Platz findet. 1990 hat der anfänglich kleine

Familienbetrieb 25 Mitarbeiter. Doch so toll sich die Hardfacts anhören, so wenig glücklich war Reinhard Schuler. Er stand kurz vor der Jahrtausendwende vor einem Unternehmen mit 60 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 10 Mio. Euro ... und wollte eigentlich etwas ganz anderes. So zog er konsequenterweise für sich einen Schlussstrich unter das Projekt „Schuler“ und seine engsten Mitarbeiter ins Gebet. Er gab ihnen die Möglichkeit, das Unternehmen ohne ihn weiterzuführen und es ihm bei guter Geschäftslage innerhalb von drei Jahren – während denen er noch am Gewinn beteiligt war – gänzlich abzukaufen. Paul Spörr, Hannes Thurnwalder, Romed Weber und Gottfried Gratl wagten also 1998 den Schritt in die Selbständigkeit und schlossen den Deal ab. Und Reinhard Schuler? Der gründete die Naturkosmetiklinie alpienne ... und macht seit seinem 50. Geburtstag das, was er wirklich will. Die neuen Eigentümer indes führten das Unternehmen Schuler weiter auf der Erfolgsstraße, steigerten


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Umsätze und Gewinne kontinuierlich und entschieden sich im Jahr 2000 für einen gewagten Schritt: Die Übersiedlung nach Völs, wo Schuler heute noch seinen Hauptsitz hat. Geschäftsführer Paul Spörr: „Es war ein Abenteuer. Die CYTA hatte noch nicht diesen Erfolg und die Größe von heute, die Kundenfrequenz war also noch nicht derart hoch. Die Standortfrage war eine sehr schwierige.“ Trotzdem haben sich die vier getraut und ein Gebäude an den Ortsrand gestellt, das u. a. auf einer Ausstellungsfläche von 2.700 qm ein umfangreiches Sortiment an Elektrogeräten, Unterhaltungselektronik, Küchen, Bäder und sonstige Möbel aus dem Interieurbereich bietet. 2003 folgte der Kauf des Küchenstudios „Welt der Küchen“ in Thaur mit einer zusätzlichen Fläche von 1.000 qm und die Eröffnung der ersten Filiale in Steinach am Brenner. Nur zwei Jahre später wird das Geschäft in Thaur auf 2.400 qm vergrößert und ein Schauraum für exquisite Einrichtungen geschaffen. Heute gibt es dort auch eine eigene Elektroabteilung inklusive Loewe-Studio. Was den Erfolg von Schuler ausmacht? Das Unternehmen ist geprägt von kontinuierlicher Veränderung und Anpassung an Kundenwünsche und -bedürfnisse. Mit dem Bau der Tischlerei in Steinach im Jahr 2007 kann noch besser darauf eingegangen, Möbelstücke ganz individuell nach Maß angepasst werden. Das Sortiment ist so umfangreich, dass es den kompletten Bedarf an Elektro und Wohnen abdeckt – von der einfachen Glühbirne über Haushaltsgeräte bis hin zu ganzen Wohnbereichen – und man trotzdem nicht darin verloren geht. Spörr: „Umfangreicher Service und kompetente Beratung sind unsere großen Pluspunkte gegenüber großen Handelsketten. So hat uns etwa der Cosmos nebenan weder tangiert, als er auf- noch als er zugesperrt hat. Unsere Klientel legt Wert auf persönliche Beratung und schenkt uns auch dann Vertrauen, wenn es nur um ,Kleinigkeiten‘ geht.“ Positive Entwicklungen sind praktisch in allen Segmenten zu verzeichnen. Auch während der so genannten Wirtschaftskrise wurde Geld fürs Wohnen ausgegeben – allein die Qualität ist mehr in den Vordergrund gerückt. Deshalb ist es wohl das größte Kompliment, dass Schuler selbst in dieser Zeit seinen Umsatz um rund 8 % steigern konnte. „Auch 2010 werden wir ähnlich gut abschließen.“ Qualität besteht – und übersteht nicht nur Krisenzeiten.

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Schuler GmbH Mitarbeiter: Umsatz 2009:

74 rd. 13,8 Mio. Euro

Standort Völs:

5.200 qm (2.700 qm Verkaufsfläche und 2.500 qm Lager)

Standort Thaur:

2.400 qm (davon über 300 qm für die neue Elektroabteilung)

Tischlerei Steinach: 1.100 qm Sortiment:

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Tischlerei

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Gelenkretter und Trendsetter Der Medizintrend der nächsten Jahre heißt Tagesklinik. Wenn Patienten die Wahl haben zwischen ambulanter und stationärer Behandlung, entscheiden sie sich immer öfter für einen tagesklinischen Eingriff. Studien belegen diese Entwicklung und nennen Gründe: Die Menschen möchten möglichst schnell wieder zurück in ihren Alltag und eine anschließende Therapie so aktiv wie intensiv nutzen. Genau so ein Konzept bietet die medalpGruppe. Spezialisiert auf Verletzungen rund um die Gelenke sowie Beschwerden des gesamten Bewegungsapparats, diagnostizieren, operieren und therapieren die Mitarbeiter an mittlerweile vier Standorten.

Die Kritiker von früher sind die Stauner von heute: Als sich das Medizinertrio Alois Schranz, Hermann Köhle und Manfred Lener vor einer Dekade aus seinen sicheren Krankenhausjobs verabschiedete, um den Traum einer effi zient arbeitenden Tagesklinik zu verwirklichen, ernteten die Visionäre viele fragende Blicke von den Kollegen. „Österreich war für Tageskliniken ein Niemandsland und alle prognostizierten uns nach einem halben Jahr das Ende des Projekts“, erinnert sich Alois Schranz. Neben seiner Funktion als einer der drei Geschäftsführer operiert er primär als Unfallchirurg im eigenen OP und kümmert sich in der restlichen Zeit um die Patienten in der Ordination. Mittlerweile sind 10 Jahre vergangen, die Zahl der Mitarbeiter kletterte von anfangs 10 auf aktuell 120. Nach einer weiteren Klinik in Sölden, einem Therapiezentrum in der Therme Aqua Dome in Längenfeld und der vor drei Jahren eröff neten Sportclinic Zillertal in Mayrhofen folgt dieses Jahr

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der nächste große Wurf – die neue medalp. „In Imst haben wir rund 1.000 qm auf zwei Stockwerken, am neuen Standort können wir mit 5.000 qm planen“, sagt Hermann Köhle. Als Anästhesist und Intensivmediziner bringt er die nötige Sensibilität für die Sorgen der Patienten mit und steht ebenfalls als Pate für das oberste Prinzip der Medalp: Medizin für die Menschen. Im Einklang mit der täglichen Routine. Was manchmal vielleicht negativ klingt, birgt im Kern den Erfolg der Behandlung. Die Medalp-Teams sind so routiniert im Umgang mit den medizinischen Problemen der Patienten, dass sie ihre Fertigkeiten immer weiter optimieren können und dabei modernste Technik einsetzen. Das beginnt schon bei der Diagnostik: „Eine seriöse Gelenkdiagnostik ist ohne MRT oder CT gar nicht mehr denkbar“, sagt Schranz. Die Magnetresonanz ist schon lange im Hause etabliert und wird in der neuen Tagesklinik ergänzt um einen Computertomographen. Allein diese Investition wird rund ein


eco.wirtschaft Die drei Chefmediziner und Macher der medalp: Hermann Köhle, Alois Schranz und Manfred Lener

Zehntel der gesamten Kosten des Projekts betragen und die sind mit 12 Millionen Euro kalkuliert. „Wir als Medalp fi nanzieren das Projekt ganz allein, frei von Subventionen oder sonstigen Zuschüssen“, sagt Hermann Köhle. Baubeginn war im Oktober 2010 und zwei Monate später stand bereits der komplette Rohbau. Durch die milden Temperaturen gehen die Arbeiten bisher ohne Verzögerung weiter, die Wände stehen bereits und die Innenarbeiten konnten beginnen. Wer sich ein tägliches Bild von den Fortschritten machen möchte, sieht diese in Echtzeit oder auf Wunsch auch in Zeitraffer via der installierten Webcam, die auf www.medalp.com aufscheint: Doch auch die Wahl des Standortes sucht ihresgleichen. Die neue Medalp entsteht gleich neben der bekannten Autobahn-Vergnügungsstätte Trofana in Mils. „Strategisch ist dieser Ort optimal, 70 km von Innsbruck entfernt, 30 km von St. Anton und selbst mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen“, sagt Schranz. Der als Notarzt über 15 Jahre im Helikopter unterwegs war und entsprechend auch dessen Landeplatz mit in die Planung integrierte. „Das Gelände ist so groß, wir könnten die gleiche Anlage noch einmal daneben bauen – aber wir drei sind alle über 50, das müssen wir uns nicht mehr antun“, so der Doc. Schließlich wird auch die Ende des Jahres öff nende neue Medalp ganz eigene Highlights bieten, dazu gehört zum Beispiel ein eigenes Schwimmbad. Das sei sozusagen ein tragendes Element der angebotenen ambulanten Rehabilitation, so die Bauherren. Die dann über zwei Operationssäle unter einem Dach verfügen. Die Übersiedlung selbst wird überschneidend durchgeführt, so dass die Mitarbeiter eine Zeit lang an beiden Standorten aktiv sein werden. Ausnahme ist der MRT. Den Hightech-MRT

Chirurg Alois Schranz bereitet einen minimal-invasiven Eingriff vor

in der alten Klinik auszubauen und in der medalp neu einzubauen wird 3 Wochen dauern. Der Zeitplan sieht vor, dass passend zur nächsten Hauptsaison der neue Betrieb auf Hochtouren läuft. „Im Winter beschäftigen wir bis zu 140 Mitarbeiter, davon allein 30 Ärzte“, sagt Lener und Schranz ergänzt: „Unsere hervorragenden Mitarbeiter sind das Herz und das Kapital des Unternehmens.“ Weil die Güte der geleisteten Arbeit höchste Priorität genießt, gab es bis vor kurzem neben der realen Baustelle noch eine eher virtuelle – die der Zertifi zierung. Melitta Kirchmair wacht hauptberufl ich über das Qualitätsmanagement der vier Häuser: Denn wer ISO 9001 sagt, muss zum Erhalt des Zertifi kats eine große Menge an Daten sammeln, darf dadurch alle Arbeitsabläufe transparent machen und verbindlich dokumentieren. Diese Selbstverpfl ichtung setzt in den meisten Fällen neue Standards in den Betrieben und viele Branchen betrachten das Zertifi kat als Wettbewerbsvorteil. Die drei Köpfe der Medalp hingegen verstehen das hohe Niveau des Teamworks eher als Selbstverständlichkeit: „Die Sicherheit des Patienten steht in allen Belangen im Vordergrund“, sagt Schranz. Welchen Stellenwert die Medalp mittlerweile im internationalen Vergleich der Tageskliniken genießt, zeigt die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre: Als sich das Trio aufmachte, die Arbeit von Tageskliniken zu studieren, reisten die drei häufiger nach Hamburg, Berlin und Würzburg. Heute melden sich Mediziner aus ganz Europa zum Besuch in Tirol an, besonders die Nachbarn aus Italien und Deutschland seien interessiert an der Arbeit der Medalp: Dem erfolgreich umgesetzten Modell eines Kompetenzzentrums, das dem oft infl ationär gebrauchten Begriff wieder eine sinnvolle Bedeutung gibt.

Text: Stefan Becker Fotos: medalp

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Flying high Der Flughafen Innsbruck segelt trotz erschwerter äußerer Umstände eindeutig im Aufwind. Neben einem Passagierrekord von über einer Million Fluggäste wurde im Jahr 2010 auch der Umsatzrekord gebrochen und das beste Betriebsergebnis in der Geschichte des Flughafens erzielt. Ein erfolgreiches Tiroler Unternehmen, welches als wichtiger Wirtschafts- und Beschäftigungsmotor eine große Bedeutung für die gesamte Region hat. Wir haben Flughafendirektor Mag. Reinhold Falch zum Erfolgsgeheimnis befragt.

Cost-Bereich nicht mitgemacht haben, und deshalb können wir auf ein nachhaltiges, solides und kontinuierliches Wachstum zurückblicken. Der Jänner beschert dem Tiroler Tourismus in letzter Zeit zunehmend russische Gäste, inwieweit profitiert der Innsbrucker Flughafen davon? Zu den russisch-orthodoxen Feiertagen verzeichnet der Flughafen Innsbruck zusätzlichen Verkehr aus Russland, sowohl auf der Linie wie auch im Charterbereich. Wir haben aber schon seit vielen Jahren in der Wintersaison regelmäßige wöchentliche Linienflüge aus St. Petersburg, Moskau und Kiew. Sehr viele russische Gäste kommen auch mit Anschlussflügen über Wien nach Innsbruck. Hatte das vorweihnachtliche Schneechaos auf zahlreichen europäischen Flughäfen auch Auswirkungen auf den Innsbrucker Flughafen? Aufgrund unserer Lage in den Bergen ist der Flughafen Innsbruck in Winterdienstfragen extrem gut aufgestellt. Wir werden sogar oft eingeladen, im Ausland Winterdienstvorträge zu halten, und erwägen daher auch die Errichtung eines diesbezüglichen Kompetenzzentrums am Flughafen Innsbruck. Allerdings haben sich die meteorologisch bedingten Ausfälle der Flüge aus London, Berlin, Düsseldorf und Amsterdam auch negativ auf unsere Einnahmen ausgewirkt.

Text: Doris Penna Foto: Florian Schneider

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eco.nova: Der Flughafen Innsbruck verzeichnete ja kürzlich einen neuen Passagierrekord, nämlich über eine Million Fluggäste im Jahr 2010. Und das trotz einiger widriger Umstände im Flugverkehr im vergangenen Jahr, wie zum Beispiel die Einschränkungen durch den isländischen Vulkanausbruch, die Wirtschaftskrise oder das erst kürzlich herrschende Schneechaos auf vielen europäischen Flughäfen. Wie hat es der Flughafen Innsbruck trotzdem auf so ein Rekordergebnis gebracht? Reinhold Falch: Es war ein hartes Jahr für die europäische Luftfahrt. Daher sind wir sehr froh, dass wir uns von diesem europaweiten negativen Trend abkoppeln ein Passagierwachstum von plus 8 % und ein sehr gutes Betriebsergebnis verbuchen konnten. Einer der Erfolgsfaktoren war, dass wir gewisse Trends im Low-

Die Flughafenbetriebsgesellschaft hat ja 2010 nicht nur in puncto Passagierzahlen ein Rekordergebnis erzielt, sondern auch im Umsatz. Können Sie uns schon einige Eckdaten verraten? Wir sind derzeit bei der Erstellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2010, aber ich kann heute bereits mitteilen, dass das Jahr 2010 neben einem Passagierrekord auch einen Umsatzrekord mit sich gebracht hat und wir auf das beste Betriebsergebnis in der Geschichte des Flughafens Innsbruck zurückblicken können. Besonders stolz sind wir, dass wir die magische Millionengrenze überschritten und 1.033.512 Passagiere am Flughafen Innsbruck abgefertigt haben. In den letzten Jahren wurden ja mit der Innverlegung und der Erweiterung des Pistenvorfeldes sowie der Modernisierung der Abfluggates umfangreiche Investitionen getätigt. Was steht für 2011 auf dem Plan?


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Jeder Flughafen ist eine ewige Baustelle. Im Jahr 2011 haben wir ein Investitionsvolumen von knapp 7 Millionen Euro im Investitionsplan. Dieses Geld wird vorrangig in Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen wie auch in Sicherheitsverbesserungen fließen. Erwähnen möchte ich, dass sämtliche Investitionen aus dem Cashflow der Flughafenbetriebsgesellschaft und ohne jegliche Zuschüsse der öffentlichen Hand finanziert werden.

Tiroler Flughafenbetriebsgesellschaft m.b.H. IKB Land Tirol Stadt Innsbruck

51,0 % 24,5 % 24,5 %

Bewegungen Linie 2010: Bewegungen Charter 2010: Gesamt: Passagiere Linie 2010: Passagiere Charter 2010: Gesamt:

12.788 2.559 15.347 743.513 289.999 1.033.512

Anzahl Mitarbeiter fix angestellt: 140 Anzahl Mitarbeiter Aushilfen im Winter: bis zu 150 Anzahl der am Gelände beschäftigten Mitarbeiter: 1.200 Umsatz 2009: EGT 2009:

EUR 29.030.351,31 EUR 4.851.759,77

Obwohl wir gerade noch in einer hoffentlich erfolgreichen Wintersaison stecken, planen viele Tiroler schon wieder ihren Sommerurlaub. Wie gestaltet sich für den Flughafen Innsbruck die Geschäftstätigkeit der Sommerbzw. Wintersaison in Relation? Am Flughafen Innsbruck dominiert ganz klar die Wintersaison. Die Rekordzahlen der letzten Wintersaison könnten nochmals leicht übertroffen werden. Eine Steigerung der Passagierzahlen im Linien- und Charterverkehr zwischen 2 % und 5 % ist durchaus im Bereich des Möglichen. Aber auch im Sommer 2011 kann mit einem guten Verkehrsaufkommen besonders in den Mittelmeerraum gerechnet werden. Die Sommersaison 2010 ist trotz schlechter Prognosen sehr erfreulich gelaufen und die bereits gute Buchungslage lässt ein ähnlich gutes Verkehrsaufkommen für den Sommer 2011 erwarten. Gibt es neue Destinationen im Sommerflugplan? Neue Sommer-Urlaubsziele sind Neapel, Reggio di Calabria und Rijeka. Was sind Ihre wirtschaftlichen Ziele für 2011? Ich glaube, dass wir auf Grund der nach wie vor relativ schwierigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Tatsache, dass den Menschen 2011 nicht mehr so viel frei verfügbares Geld für Urlaube zur Verfügung stehen wird, zufrieden wären, wenn wir ein ähnliches Ergebnis wie im Jahr 2010 erzielen könnten.

Weil man in der Pension nur noch die Fixkosten bezahlen sollte, die einem am Herzen liegen. Alle Informationen über die Allianz Fixkostenpension bei Ihrem Berater und unter www.allianz.at

Hoffentlich Allianz.

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Barbara M. Thaler Die in Thiersee geborene Tirolerin studierte an der Universität Innsbruck Politikwissenschaft und Wirtschaftsinformatik und war lange in den Bereichen E-Marketing, E-Work und E-Tourismus beschäftigt. Im Jahr 2005 gründete sie ihre eigene Internetagentur Thaler Enterprises und begann auch ihr umfangreiches Engagement in der Wirtschaftskammer Tirol. Aus einem Beratungsauftrag der Thaler Enterprises entstanden das erfolgreiche Projekt UrlaubUrlaub.at sowie ein Online-Shop für biologische Babybekleidung.

Thomas Thaler Der gebürtige Wiener studierte an der TU Wien Informatik und war dann einige Jahre als technischer Projektleiter für Finanzplanungssoftware und Controlling bei der Creditanstalt tätig. Mehrere Jobs in der Telekommunikationsbranche sowie Direktor des Tiscover. com-Portals waren neben selbstständigen Tätigkeiten die wesentlichen beruflichen Stationen des engagierten Internetexperten. Bei UrlaubUrlaub.at ist Thomas Thaler unter anderem für Suchmaschinenoptimierung sowie Social Media und Marketing zuständig.

Unterwegs im Rekordtempo Nur eineinhalb Jahre nach der Gründung von UrlaubUrlaub.at übernimmt die HEROLD Business Data GmbH eine der erfolgreichsten heimischen Urlaubswebseiten.

Mit knapp einer Million Euro Umsatz im ersten vollständigen Geschäftsjahr und einer Gewinnmarge von 31 % hat sich UrlaubUrlaub.at in kürzester Zeit zu einem überdurchschnittlich profitablen Unternehmen entwickelt. „Das hätte im Vorfeld niemand für möglich gehalten“, freut sich Barbara M. Thaler, die Gründerin der erfolgreichen Website, sichtlich. Derzeit zählt das Reiseportal erstaunliche 16.000 Besucher und etwa 1.000 Reservierungsanfragen am Tag.

UrlaubUrlaub.at ist anders Was das erfolgreiche Reiseportal von anderen Anbietern unterscheidet, ist vor allem eines: UrlaubUrlaub. at listet alle Betriebe auf, auch jene, die nicht bezahlen. UrlaubUrlaub.at ist auch keine reine Buchungsplattform – und kassiert somit auch keine Buchungsprovisionen –, sondern bietet dem User sämtliche Informationen, die es zum Thema Urlaub in Österreich gibt. Selbstverständlich kann über einen Anfragebutton

„Content – Traffic – Geschäftsmodell. Stimmen diese drei Faktoren zusammen, dann funktioniert ein Internetportal. Auch in einem sehr umkämpften Geschäftsfeld.“ Thomas Thaler

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Barbara M. Thaler

oder auch direkt mit dem Anbieter Kontakt aufgenommen werden, was eine vielfach von beiden Seiten gewünschte direkte Kommunikation des Vermieters mit dem Gast ermöglicht. Und ganz egal, ob der Vermieter online buchbar ist oder nicht, auf UrlaubUrlaub.at sind ausnahmslos alle Anbieter gelistet und die Kontakte werden direkt und provisionsfrei vermittelt. Wünscht ein Anbieter eine Vorreihung in einem gewissen Segment, einer bestimmten Region oder zu einem speziellen Thema, so gibt es unterschiedliche entgeltliche Produkte zur Vorreihung. „Mehr als zwei Drittel aller österreichischen Unterkunftsbetriebe hatten keine oder eine unzureichende elektronische Vermarktungsplattform. Mit UrlaubUrlaub.at greifen wir genau diese Problematik auf und bieten eine unschlagbare Lösung zum kleinen Preis an“, so Thomas Friess, Geschäftsführer HEROLD Business Data GmbH.

Weit mehr als eine Hotelübersicht Über 128.000 Anbieter aus allen Regionen Österreichs und rund 45.000 Unterkünfte – vom Privatzimmer über Ferienwohnungen bis hin zu 5*-Hotels – sind auf dem Reiseportal mit Bildern und Beschreibungen mit detaillierten Ausstattungsmerkmalen gelistet. Darüber hinaus findet man aber auch eine Vielzahl an wertvollen Informationen zur Infrastruktur, wie z.B. Ärzte oder Friseure in der Gegend, Tipps für Essen und Trinken, Sport und Freizeit. Beschreibungen von Mountainbiketouren, Skitouren, Wanderstrecken und Erfahrungs- und Reiseberichte runden das umfassende und kostenlose Angebot ab. Mit mehr als 14.700 Fans betreibt das Reiseportal eine der größten touristischen Fanseiten Österreichs auf Facebook, eine ständig wachsende Fangemeinde informiert sich dort tagtäglich über die angesagtesten Bergtouren, die besten Skigebiete und die aktuellsten Infos rund um den österreichischen Tourismus.

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„Um auch weiterhin so nachhaltig und signifikant wachsen zu können und um unseren Bekanntheitsgrad in den speziell für Westösterreich sehr wichtigen Herkunftsmärkten Deutschland, Niederlande, Schweiz und Italien weiter auszubauen, war ein starker und großer Partner gefragt. HEROLD war hier mit seinem internationalen Netzwerk die strategisch optimale Wahl.“

erweitern“, kommentiert Thomas Friess, Geschäftsführer HEROLD Business Data, den Deal. „Um auch weiterhin so nachhaltig und signifi kant weiter wachsen zu können und um unseren Bekanntheitsgrad in den speziell für Westösterreich sehr wichtigen Herkunftsmärkten Deutschland, Niederlande, Schweiz und Italien weiter auszubauen, war ein starker und großer Partner gefragt HEROLD war hier mit seinem internationalen Netzwerk die strategisch optimale Wahl. Eine Umsatzverdoppelung in diesem Jahr ist somit ein ehrgeiziges, aber realistisches Ziel“, erläutert die Geschäftsführerin die Gründe für die Übernahme der Website durch die HEROLD Business Data GmbH. Über die Höhe der Verkaufssumme wurde Stillschweigen vereinbart. Geschäftsführung und Mitarbeiter bleiben unverändert, das Marketing und größere Medienkampagnen in den Hauptquellmärkten werden von einem professionellen Team von HEROLD übernommen. „Wir freuen uns nun auf eine neue Ära, in der sich unser Portal als Teil der HEROLD-Produktfamilie erfolgreich weiterentwickeln wird. Es herrscht von beiden Seiten her bestes Einvernehmen und hervorragende Zusammenarbeit“, kommentiert Barbara M. Thaler den Deal.

Wie alles begann ... Entstanden ist die Idee zu dieser Reiseplattform aus einem Beratungsauftrag von HEROLD an Barbara Thaler‘s Beratungsagentur. Überzeugt von der Idee übernahm die Unternehmerin für den Kunden das Risiko und gründete UrlaubUrlaub.at. „Entscheidend ist der Marktzugang, der Vertrieb muss von Anfang an stimmen. Und dies ist uns mit HEROLD als Partner im Vertrieb gelungen“, sind sich Barbara und Thomas Thaler unisono einig. Ihr Erfolgsgeheimnis für Online-Portale beschreiben sie mit einfachen 3 Buchstaben: C T G, was für Content – Traffic – Geschäftsmodell steht. „Stimmen diese drei Faktoren zusammen, dann funktioniert auch das Portal“, ist Thomas Thaler, langjähriger Internetexperte und auch Lektor am MCI Innsbruck, überzeugt. Dank der erfolgreichen Kooperation mit feratel media technologies steht der Urlaubswebsite ausführlicher Content zur Verfügung. In einem sogenannten mash up werden die Daten aus verschiedenen Quellen gesammelt, neu zusammengestellt und gelangen so ansprechend gebündelt an den User. „Und so ist aus einem Beratungsauftrag ein operatives Geschäft geworden“, freut sich Barbara M. Thaler über die erfolgreiche Entwicklung ihres Unternehmens, das völlig ohne Fremdfinanzierung und ohne jegliche Förderung mit 100 % Eigenkapital gegründet wurde.

„UrlaubUrlaub.at passt hervorragend in die Strategie von HEROLD, über vertikale Produkte das Informationsangebot für den Konsumenten abzurunden und gleichzeitig das Angebot für die Werbewirtschaft zu erweitern.“ Thomas Friess, Geschäftsführer HEROLD Business Data GmbH

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Facts & Figures:

Die freundliche Übernahme „UrlaubUrlaub.at passt hervorragend in die Strategie von HEROLD, über vertikale Produkte das Informationsangebot für den Konsumenten abzurunden und gleichzeitig das Angebot für die Werbewirtschaft zu

Umsatz 2010: knapp 1 Mio. Euro Mitarbeiter: 3 inkl. Geschäftsführung Fans auf Facebook: 14.700 Reservierungsanfragen pro Tag: ca. 1.000 Websitebesucher pro Tag: ca. 16.000

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Text: Bruno König Fotos: Idealtours, Kroatische Zentrale für Tourismus/Ivo Pervan

Reise auf dem Erfolgsweg Heuer feiert das Brixlegger Reiseunternehmen Idealtours sein 35-jähriges Jubiläum. Susanne und Christof Neuhauser im eco.nova-Gespräch über das Reiseverhalten der Tiroler, Erfolgsgeheimnisse und Zukunftsaussichten.

Susanne und Christof Neuhauser

35 Jahre Idealtours. Wie hat sich in dieser Zeit das Reiseverhalten der Tiroler verändert? Zu Beginn unserer Tätigkeit war die Reiseerfahrenheit der Tirolerinnen und Tiroler noch nicht so groß, deshalb wurden gerne begleitete und organisierte Reisen in Anspruch genommen. Sogar bei den Pendelbussen an die Adria oder in das Euganeische Thermengebiet war ein Reiseleiter bei den Transfers mit dabei. Große Reisedistanzen wurden noch mit dem Bus zurückgelegt, z.B. an die Costa Brava oder sogar nach Griechenland, da es dorthin entweder noch kein Flugangebot gab oder die Flüge verhältnismäßig teuer waren. Badeurlaube von zwei bis drei Wochen im Sommer waren keine Seltenheit. Heute gibt es durch die gestiegene Reiseerfahrenheit viel mehr Individualreisende, die sich ihre Reise nach ihren persönlichen Wünschen zusammenstellen lassen oder aus dem breit gefächerten Pauschalreiseangebot die für sie passende Reise auswählen. Der Fluganteil sowie auch Eigenanreisen mit dem eigenen Auto haben sich deutlich erhöht, wobei die Busreise weiterhin als günstiges und bequemes Reisemittel wahrgenommen wird. Durch die schnelleren Verbindungen und das breitgefächerte Angebot ist es heutzutage auch viel einfacher, einmal einen kurzen Städtetrip übers Wochenende einzulegen. Es gibt nach wie vor einen Haupturlaub im Sommer, der sich allerdings auf eine Woche verkürzt hat, und es werden zusätzlich gerne Kurzurlaube zwischendurch gemacht. Zu beobachten ist auch, dass sich reiselustige Best-Ager, die bereits erwachsene Kinder haben und aus dem Arbeitsleben ausgeschieden sind, auch längerfristige Reisen von 4–5 Wochen zur Erkundung der fernen Kontinente gönnen.   Idealtours zählt zu den führenden Reiseanbietern im Land. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis als Tiroler Familienunternehmen, um mit den Big Playern am Markt mitspielen zu können? Wir haben uns immer schon mit unserem Reiseangebot auf die Bedürfnisse der Tirolerinnen und Tiroler konzentriert. Das zeigt sich z.B. bei der Abreise  ab Tirol. Bei unseren Busreisen bieten wir viele ZustiegsmöglichDank bequemer Charterflüge ab Innsbruck auf die Insel Krk/Losinj holt Kroatien wieder stark auf  

keiten an, sodass der Gast fast vor der Haustüre in den Bus einsteigen kann. Und bei unseren Charterflügen kommt natürlich nur der Abflughafen Innsbruck in Frage. Wir arbeiten mit langjährigen verlässlichen Partnern zusammen, die unser Qualitätsbewusstsein mittragen und es uns so ermöglichen, ein ideales Preis-Leistungs-Verhältnis zu einer konstanten Qualität anzubieten. Bei unseren Charterflügen setzen wir auf Nischendestinationen, die sich ihre Authentizität erhalten haben und mit ihren verhältnismäßig kleinen Strukturen Charme und Gastfreundschaft ausstrahlen.   Wo wollen die Tiroler heuer ihren Urlaub verbringen? Gibt es bereits Trends, die sich abzeichnen?  Italien liegt ganz klar vorne, da momentan sehr viele Wohlfühlurlaube in der Euganeischen Thermenregion mit den Orten Abano und Montegrotto gebucht werden. Für den Sommerurlaub in Italien liegt die Obere Adria mit Jesolo und Caorle im Trend. An zweiter Stelle liegt Griechenland, hier nutzen viele die Frühbucherboni für unsere Charteflugziele ab Innsbruck nach Kefalonia und Lefkas/Epiros. Kroatien holt heuer wieder auf, hier liegt Istrien gegenüber dem Vorjahr weit vorne und nicht zuletzt durch unseren bequemen Charterflug in die neue Urlaubsdestination Insel Krk/Losinj.   Was erwarten Sie sich vom heurigen Jahr? Wir gehen davon aus, dass wir schön langsam wieder an die Jahre vor der Krise anknüpfen können. Zu unserem 35-jährigen Jubiläum haben wir uns einige Jubiläumsreisen einfallen lassen, mit denen wir uns bei unseren Kunden bedanken möchten. Idealtours agiert ja nicht nur als Reiseveranstalter, sondern auch als vollkonzessioniertes Reisebüro. Daher haben wir in unserer neuen „IdealtoursSelection“ zusätzlich unseren Kunden Empfehlungen für ihren idealen Urlaub aus dem breiten Angebot der nationalen und internationalen Veranstalter zusammengestellt und möchten uns so als kompetenter Reisepartner für Reisen in die ganze Welt positionieren.   Wie sieht das Reisegeschäft der Zukunft aus? Die Dienstleistung eines Reisebüros wird sich mehr in Richtung Beratung zur Auswahl des idealen Reiseangebots in dem Wust an Reisen, die dem Kunden auf allen möglichen Vertriebskanälen zur Verfügung stehen, verschieben. Auf der anderen Seite wird die ursprüngliche Aufgabe des Reisebüros – nämlich die Reisezusammenstellung – wieder mehr gefragt, da einige schon die Erfahrung gemacht haben, dass das auf eigene Faust sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und doch auch Fachkenntnisse für eine ideale Reise erforderlich sind. Bzgl. Reisen an sich wird sich der Öko-Gedanke mehr und mehr durchsetzen und die Reiseentscheidung beeinflussen: Leiste ich z.B. einen CO2-Beitrag bei Flugreisen oder entscheide ich mich für ein umweltfreundliches Transportmittel, wie etwa den Bus?

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Für die Grundschulung: Cessna C150

Zur Instrumentenflugausbildung: die viersitzige Rockwell Commander

„Ready for Departure ...“ … so können auch Sie sich beim Fluglotsen am Tower Innsbruck melden, um sich kurze Zeit später Ihren Traum vom Fliegen zu verwirklichen. Und der Pilot sind Sie selber, denn bei der Tiroler Flugschule Fly-West können Sie sich mit dem Erwerb des Pilotenscheins diesen Traum erfüllen.

„Das erste Abheben ohne den Fluglehrer ist zweifelsohne der spannendste Moment im Leben eines Flugschülers – ein unbeschreibliches Gefühl.“ Reinhard Mussmann Geschäftsführer

Begonnen hat alles vor vier Jahren mit dem Ankauf des ersten Schulungsflugzeuges und dem Ziel, Privatpiloten auszubilden. Mittlerweile ist die Flotte von Fly-West auf sechs Flugzeuge angewachsen, und aus der reinen Ausbildungsstätte für Privatpiloten wurde eine „Flight Training Organisation“ nach europäischem Standard mit dem Ziel, ein komplettes Ausbildungsprogramm vom Privatpiloten bis zum Linienpiloten anzubieten. „Und damit sind wir die einzige Flugschule im Westen Österreichs, die eine Berufsausbildung zum Linienpiloten anbieten kann“, merkt Geschäftsführer Reinhard Mussmann sichtlich stolz an. Dass die Nachfrage dafür in Tirol vorhanden ist, beweisen die ca. 70 Flugschüler, die sich bei Fly-West laufend in Ausbildung befi nden und auf ihr großes Ziel hinarbeiten – die Pilotenlizenz als Privat- oder Berufspilot. Der Standort am Verkehrsflughafen Innsbruck bietet hierfür beste Voraussetzungen.

Erfüllbarer Kindheitstraum „Fliegen war schon immer mein Wunsch, das hat mich schon als Kind fasziniert“, oder „Wenn ich groß bin, werde ich Pilot“, sind laut Geschäftsführer Alexander Zimmermann die häufigsten Gründe, die

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Menschen motivieren, den Pilotenschein zu erwerben. Privatpiloten sind üblicherweise zwischen Ende zwanzig und Mitte vierzig und häufig Unternehmer oder Freiberufler. Im Vergleich dazu beginnen Fluginteressierte, die eine Lauf bahn als Berufspilot anstreben, normalerweise gleich nach der Schulausbildung mit 18, 19 Jahren, um dann mit 20 als Copilot im Cockpit eines Linienflugzeuges zu sitzen.

Lizenz zum Fliegen „Ohne Fleiß kein Preis“ – und so hat der Flugschüler nicht nur eine praktische, sondern auch eine theoretische Ausbildung zu absolvieren. Gleich mit den ersten Flugstunden beginnt für die angehenden Privatpiloten auch der Th eorieunterricht. Im modernen Fly-West-Schulungszentrum in Neu-Rum wird dabei den Schülern in ca. 100 Stunden wichtiges Wissen vermittelt, unter anderem über Aerodynamik, Luftrecht oder Meteorologie. Der Unterricht fi ndet meistens wöchentlich als Abendkurs statt und dauert ca. drei Monate. In der praktischen Ausbildung hat der Schüler von der ersten Stunde an das Steuer fest in der Hand und wird von erfahrenen Fluglehrern trainiert. Nach etwa 20 Flugstunden kommt wohl der aufregendste Teil der


eco.wirtschaft Cockpit Cessna Citation

Pilotenausbildung: Der erste Alleinflug! Zum ersten Mal sitzt der Flugschüler alleine im Flugzeug und darf die erste Runde um den Flugplatz fl iegen. „Ein Augenblick, der in ewiger Erinnerung bleibt“, erwähnt Reinhard Mussmann sichtlich begeistert. Nach diesem bewegenden Meilenstein stehen noch 25 weitere Flugstunden mit zahlreichen Übungen und Flugmanövern auf dem Programm, bis schlussendlich die theoretische und praktische Prüfung bei der österreichischen Luftfahrtbehörde abgelegt werden kann. Ein weiterer Privatpilot hat sich den Traum vom Fliegen erfüllt!

Professionelle Ausbildungsstätte Dem Berufspiloten steht nun noch ein weiter Weg mit ca. 150 Flugstunden und 650 Stunden Th eorieunterricht bevor, aber in etwa 18 Monaten hat auch er sein Ziel erreicht und hält stolz seine Berufspilotenlizenz in Händen. Für die Grundschulung stehen den angehenden Piloten drei Flugzeuge der Type Cessna C150 und C152 zur Verfügung. Darüber hinaus verfügt Fly-West noch über eine viersitzige Rockwell Commander und eine Cessna C172 für die Instrumentenflugausbildung sowie ein zweimotoriges Flugzeug der Type DA-42 vom österreichischen Hersteller Diamond Aircraft für die Ausbildung auf mehrmotorigen Maschinen. Beide werden vorwiegend in der Ausbildung zum Berufspiloten verwendet. Ebenso der neue Flugsimulator, der erst in der Berufspilotenausbildung all seine Vorzüge voll zur Geltung bringt.

Geschäftsführer Alexander Zimmermann im Flugsimulator

Grenzenlose Freiheit Hat man endlich die Lizenz zum frei sein in der Tasche, kann man auch am Flughafen Innsbruck diverse Flugzeuge chartern und die Freiheit genießen. Als kleiner Geheimtipp unter Piloten gilt nach wie vor ein Ausflug in den Süden – nach Italien, Kroatien oder gar eine der Inseln im Mittelmeer. Bereits nach nur etwas mehr als einer Stunde Flugzeit erreicht man mit einer flotten Maschine die Adriaküste für einen kleinen Badeausflug oder um einfach nur dem kalten Wetter zu entfl iehen. „Mit einem viersitzigen Flugzeug kann man sogar noch drei Freunde oder die Familie mit auf die Reise nehmen“, erzählt Zimmermann aus eigener Erfahrung.

Noch Zweifel? Fliegen zählt zu den aufregendsten und schönsten Erfahrungen, die ein Mensch nur machen kann: Selber zu fl iegen ist das ultimative Gefühl der Unabhängigkeit. Fliegen bereichert nicht nur die Freizeit, sondern man kann diese Unabhängigkeit vielleicht sogar berufl ich nutzen oder gar zum Beruf machen. Und sollte jemand die Mühen einer eigenen Ausbildung scheuen, besteht in Innsbruck auch die Möglichkeit, ein Flugzeug für einen Rundflug oder eine Geschäftsreise zu chartern. Fly-West lädt jeden Interessenten gerne in das Schulungszentrum ein und bietet kostengünstig Schnupperflüge mit Fluglehrer am Flughafen Innsbruck an.

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Text: Paul Salchner Fotos: Fly West

Fly-West Gegründet: 2007 Geschäftsführer: Reinhard Mussmann, Alexander Zimmermann Mitarbeiter: 5 fixe Angestellte, mehrere freie Mitarbeiter (Berufspiloten, die Flugschüler ausbilden) Flotte: 2 Cessna 150, 1 Cessna 152, 1 Rockwell Commander (4-sitzig), 1 Cessna 172 (4-sitzig), 1 Diamond DA-42 (2-motorig) Ausbildungsdauer: 1 Jahr (Privatpilotenschein), 2 Jahre (Berufspilotenschein) Kosten: ca. 9.500 Euro (Privatpilotenschein), ca. 55.000 Euro (Linienpilotenschein) 20 Privatpiloten und 20 Berufspiloten schließen jährlich ihre Ausbildung bei Fly-West ab. www.fly-west.at

Kostenloser Schnupperflug Für schnelle eco.nova-Leser: Senden Sie eine E-Mail an info@fly-west.at (Betreff: eco.nova-Schnupperflug) Die ersten 20 Teilnehmer werden zu einem kostenlosen Schnupperflug mit Fluglehrer eingeladen. Flight Training Organisation, Serlesstraße 17–19, 6063 Innsbruck-Rum, www.fly-west.at

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The new generation Seit Jahresbeginn leiten zwei neue Köpfe die Geschicke der Schenker & Co AG Tirol. Hannes Egger und Gerhard Aigner teilen sich die umfassenden Agenden und Herausforderungen des führenden Speditionsanbieters Tirols.

„Wenn es ein ausgereiftes Projekt mit Straße und Schiene wird, hat der Brenner-Basistunnel sicher seine Berechtigung.“ Gerhard Aigner

Nach 26 Jahren an der Führungsspitze der Schenker & Co AG Tirol ist Hans-Dieter Salcher mit Jahresende 2010 in den wohlverdienten Ruhestand getreten und hinterlässt seinen Nachfolgern ein erfolgreiches und bestens etabliertes Speditionsunternehmen. Insgesamt 52 Jahre hat Salcher dem Unternehmen angehört, da kann man schon von einer Ära sprechen, die hier zu Ende geht. Das neue Führungsduo Hannes Egger und Gerhard Aigner wagt sich nun in die Fußstapfen des „Königs von Wilten“, wie ihn Bürgermeisterin Mag. Christine Oppitz-Plörer kürzlich nannte. „Schenker Tirol setzt auf Kundennähe. Und genau darauf wollen wir aufbauen. Unsere Kernaufgabe und gleichzeitig unseren Erfolgsfaktor sehen wir in einem kompletten Service mit einer proaktiven und lokalen Betreuung über unsere Standorte. Damit wollen wir weiterhin für eine nachhaltige Kundenbeziehung sorgen“, so Hannes Egger. Die Kernaktivitäten des traditionellen Speditionsunternehmens liegen im Europäischen Landverkehr, Luft- und Seefracht sowie Kontraktlogistik. Besondere Dienste wie Spezial- und Kunsttransporte sowie Messeservice, aber auch das Reisebüro verfeinern das Angebot. eco.nova hat das neue Führungsduo zum Gespräch gebeten.

„Wenn wir nicht permanent eine Topqualität bieten würden, hätten wir die letzten Jahre nicht so gut überstanden.“ Hannes Egger

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eco.nova: Man kann ja fast sagen, bei Schenker Tirol ist nach 26 Jahren eine neue Ära angebrochen. Welche Änderungen streben Sie an, was möchten Sie beibehalten? Steht der Umbau auch symbolisch für den Aufbruch in neue Zeiten bei Schenker? Gerhard Aigner: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, darauf wollen wir natürlich auch weiterhin auf bauen. Aber die Zeiten ändern sich und so auch das Marktumfeld und die Herausforderungen. Wir wollen proaktiv auf den Kunden zugehen und für unseren Kunden die beste Lösung erarbeiten. Hannes Egger: Ein wesentlicher Fokus ist, vorausschauend zu sein und Trends rechtzeitig zu erkennen, um für unseren Kunden von Tirol aus das Optimum bieten zu können. Der Umbau unserer Büroräumlichkeiten verfolgt lediglich das Ziel, zwei Büros für uns zu schaffen, da ich von unserem Logistics Service Center Griesauweg nach Bartlmä übersiedle.

Ihr Vorgänger hat insgesamt 52 Jahre dem Unternehmen gedient, Sie beide können auch schon auf eine mehr als zwanzigjährige Erfahrung bei Schenker zurückblicken. Das ist in der heutigen Zeit fast schon ungewöhnlich. Worauf führen Sie das zurück? Aigner: Um unseren Kunden ein bestmögliches Service zu bieten, brauchen wir auch äußerst engagierte Mitarbeiter, die den Konzern wie auch das Marktumfeld beherrschen. Langjährige Mitarbeiter sind bei uns also ein Geheimnis unseres Erfolges. Egger: Jeder Mitarbeiter hat bei uns die Möglichkeit, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten zu entwickeln, sich weiterzubilden sowie möglicherweise auch an einem anderen Standort im Ausland im Zuge eines Mitarbeiteraustausches Erfahrungen zu sammeln. Unsere Schenker-Akademie schult die Mitarbeiter fachbezogen und persönlichkeitsbildend. Wir fordern also nicht nur, sondern wir fördern auch. Wie sehen Sie die derzeitige Entwicklung der Treibstoff preise und wie wirkt sich diese auf Ihr Unternehmen bzw. auch Ihre Kunden aus? Aigner: Dieses Phänomen beobachten wir immer mit Staunen: So schnell wie die Treibstoff preise steigen, so schnell sind sie noch nie gesunken. Es ist also ein ständiges Auf und Ab, mehr Auf als Ab. Im Endeffekt zahlen diese Erhöhungen die Endverbraucher. Wir können diese Kosten selbst leider nicht beeinflussen. Gibt es Alternativen? Wenn ja, sind diese praktikabel und leistbar? Egger: Derzeit sind keine wirklichen Alternativen in Sicht. Was wir tun, ist die intelligente Nutzung kombinierter Lösungen und Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger Schiff, Bahn und LKW. Die gezielte Disposition und die Bündelung der weltweiten Warenströme mit unseren zentralen Umschlagpunkten zur idealen Nutzung dieser Verkehrsträger wird damit von DB Schenker sichergestellt. Wie stehen Sie persönlich zum Brenner-Basistunnel? Welche Vorteile bzw. Erleichterungen wird er aus Ihrer Sicht wirklich mit sich bringen? Aigner: Es kommt ganz darauf an, wie die Nutzung aussehen wird. Wenn es ein ausgereiftes Projekt mit Straße und Schiene wird, hat der Brenner-Basistunnel sicher seine Berechtigung.


Wohin wird sich das Transportwesen in Anbetracht von Klimawandel und Reduktion von CO ²-Ausstoß in Zukunft hinbewegen? Egger: Man bemerkt ein Umdenken bei vielen Unternehmen. Wir haben mit unserem Produktbereich DB Schenker Rail optimale Voraussetzungen im eigenen Haus, die Schiene richtig einzusetzen. Für uns ist dieser Umweltgedanke nicht nur ein Anliegen, sondern eine Verpfl ichtung. DB Schenker verfolgt ein Umweltprogramm in verschiedenen Facetten und wir sehen uns als wichtiger Logistikpartner im Sinne von nachhaltigen Lösungen. Aigner: Investieren in Umweltlösungen kostet immer Geld und solange niemand diese Kosten tragen will, wird sich im Wesentlichen auch nichts ändern. Mit Verboten wird man allerdings nichts regeln und die heimische Wirtschaft schädigen. Eher sollte man in Forschung und Entwicklung investieren, um noch schadstoff ärmere, leisere LKW zu entwickeln. Denn eines sollte uns schon immer bewusst sein: Wohlstand bedeutet Wirtschaft und Wirtschaft bedeutet Verkehr. Was ist das Erfolgsgeheimnis von Schenker? Aigner: Im Grunde ist das Geheimnis ganz einfach.

Wir machen das, was die Kunden brauchen, und nicht das, was wir gerne machen würden. Voraussetzung dafür sind kreative und innovative Mitarbeiter. Ich sehe mich nicht als Dienstleister, sondern als Partner der heimischen Wirtschaft. In einer Partnerschaft geht es um Nachhaltigkeit. Egger: Wir erarbeiten die beste Lösung gemeinsam mit unseren Kunden. Wenn wir nicht permanent eine Topqualität bieten würden, hätten wir die letzten Jahre der Wirtschaftskrise nicht so gut überstanden.

Text: Doris Penna Fotos: Birgit Pichler, Ascher

Welche Ziele verfolgen Sie in Zukunft? Egger: Wir wollen nachhaltig und gesund wachsen, Trends rechtzeitig erkennen und unsere weltweiten Netzwerke lokal für unsere Kunden nutzen. Auch das Thema Sicherheit nimmt einen immer größeren Stellenwert ein.

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Prok. Herbert Pircher (Geschäftsstellenleiter Schenker & Co AG Kufstein), Dir. Hans-Dieter Salcher (Geschäftsstellenleiter Schenker & Co AG Tirol), Mag. Elmar Wieland (Vorstandsvorsitzender Schenker & Co AG Österreich und Südosteuropa), Prok. Hannes Egger (Geschäftsstellenleiter Schenker & Co AG Tirol), Prok. Gerhard Aigner (Geschäftsstellenleiter Schenker & Co AG Tirol)

Zudem muss berücksichtigt werden, dass im Sinne von langfristigen Infrastrukturplanungen zusätzliche Kapazitäten erforderlich sein werden. In diesem Ausmaß, zu diesen Kosten und dieser Größenordnung muss einfach ein wirklich ausgereiftes Projekt geschaffen werden, das über Jahrzehnte hinaus für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr sinnvoll ist.


They know about Marketing Seit kurzem ist Mag. Claudia Angerer-Foissner die neue Präsidentin des Tiroler Marketingclubs, einer Interessenplattform von Führungskräften aus der Tiroler Wirtschaft.

Text: Barbara Liesener Fotos: TMC, Florian Schneider

Der neue Vorstand des Tiroler Marketingclubs, v. l.: Markus Bischof, Roland Schwaiger, Claudia Angerer-Foissner und Hermann Fercher

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2008 am MCI gegründet, zählt der Tiroler Marketingclub mittlerweile fast 60 Mitglieder aus den unterschiedlichsten wirtschaftlichen Branchen. Das neue Vorstandsteam setzt sich neben Angerer-Foissner aus Vizepräsident Roland Schwaiger (IKB), Schriftführer Markus Bischof (hof herr communication) und Schatzmeister Hermann Fercher (Tourismus Zürs/Lech) zusammen. Der Tiroler Marketingclub ist Mitglied der Austrian Marketing Confederation, welche im Mai dieses Jahres erstmals den nationalen Wettbewerb zur Vergabe des Österreichischen Staatspreises für Marketing ausrichten wird, bei dem die besten Konzepte landes- wie bundesweit prämiert werden. Warum professionelles Marketing für ein erfolgreiches Wirtschaften unverzichtbar ist, erörtert die Tiroler Marketingexpertin im Gespräch mit eco.nova: eco.nova: Wie würden Sie den Begriff Marketing definieren? Claudia Angerer-Foissner: Marketing bezeichnet zum einen den Unternehmensbereich, dessen Aufgabe es ist, Waren und Dienstleistungen zu vermarkten; zum anderen beschreibt dieser Begriff ein Konzept der ganzheitlichen, marktorientierten Unternehmensführung zur Befriedigung der Bedürfnisse und Erwartungen der

Kunden und anderer Interessengruppen (Stakeholder). Marketing entwickelte sich über das klassische Zusammenspiel seiner Instrumente (die sog. „6 p‘s“ product, price, place, promotion, people, process) zu einer ganzheitlichen Führungskonzeption, die auch andere Unternehmensbereiche wie z.B. Beschaff ung, Produktion, Verwaltung und Personal mit einschließt. Vereinfacht gesagt entspricht professionelles Marketing eigentlich schlicht der Beantwortung und folgerichtigen Umsetzung einiger grundsätzlicher Fragen der Wirtschaft: Was sind die Bedürfnisse des Kunden? Was kann ich tun, um mein Produkt für den Kunden attraktiver als das meines Mitbewerbers zu machen? Was ist mein Mehrwert im direkten Wettbewerbsvergleich? Wie kann ich diesen Mehrwert in einer aussagekräftigen und klaren Botschaft kommunizieren? Welche Kommunikationskanäle nütze ich dafür? Gibt es für mein Produkt, gerade vor dem Hintergrund einer rasanten Social-Media-Entwicklung, neue Kommunikationswege, wie z.B. über Internet und Facebook? Wer wirtschaftlich erfolgreich sein will, muss auch erfolgreiches Marketing betreiben. Was sind die Zielsetzungen des Tiroler Marketingclubs? Ziel des Tiroler Marketingclubs ist es, den Erfahrungsaustausch, die Vernetzung und den Dialog unter den Marketingverantwortlichen der


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verschiedensten Branchen zu entwickeln und zu intensivieren. Im Rahmen von Fachvorträgen, Unternehmensbesuchen und Exkursionen bekommen unsere Mitglieder die Möglichkeit, sich branchenübergreifende Ideen und Anregungen für ihren täglichen Kreativjob zu holen. Durch unsere gute Vernetzung vereinen wir die Bereiche Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Kultur und möchten das Tiroler Kompetenzzentrum für sämtliche marketingrelevanten Fragen werden. Welche Projekte sind für 2011 geplant? Eines unserer ersten Projekte wird die Gestaltung einer neuen Website sein, wir werden unsere Öffentlichkeitsarbeit intensivieren und uns verstärkt auch künftigen Trends wie z.B. der Entwicklung von Social Media widmen, wir planen die Errichtung einer Praxisbörse für Nachwuchstalente im Rahmen von Schnupperwochen, Praktikumsplätzen, Diplomarbeitsthemen etc. und legen unser Augenmerk natürlich auch weiterhin auf die Akquirierung neuer Mitglieder aus Branchen, in denen wir noch nicht so gut vertreten sind. Im Speziellen würden wir uns über neue weibliche Mitglieder freuen, da unsere Genderquote mit knapp einem Drittel Frauen noch eher gering ist. Im Zuge des Erarbeitungsprozesses der Stadt Innsbruck zur Schaffung ihres neuen Markenprofils wurde auch ein neues Corporate Design erstellt und das veränderte Innsbruck-Logo sorgt für mediale Diskussionen. Was sagen Sie als Marketingexpertin zum neuen Logo? Ich antworte aus rein marketingtechnischer Sicht. Der im neuen Innsbruck-Logo enthaltene Apostroph bewirkt eine Trennung des Wortes Innsbruck. Wort-Bild-Marken sollten immer eine Einheit darstellen. Weiters sollte bei einem Relaunch darauf geachtet werden, dass das Logo aufgrund

„Wir wollen uns zu einer kollektiven Anlaufstelle für sämtliche Marketingfragen entwickeln!“ Claudia Angerer-Foissner

seiner Wiedererkennung stets nur marginal verändert wird. Mit beiden Regeln wurde hier wahrscheinlich bewusst gebrochen. Die Meinungsvielfalt zu diesem Th ema zeigt aber, wie schwierig es ist, ein gutes und prägnantes Logo zu entwickeln, wie es Prof. Arthur Zelger in den 70er Jahren mit dem Tirol-Logo gelungen ist.

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Claudia Angerer-Foissner – zur Person: Ihr Fachwissen über das Marketing eignete sich die Präsidentin des Tiroler Marketingclubs nach ihrem BWL-Studium beim amerikanischen Markenartikelhersteller Johnson & Johnson an. Sie war dort u.a. für die Marken o.b., bebe, Fenjal und MAM zuständig. Heute verantwortet sie mit ihrer Agentur CAA die Marketingaktivitäten des DEZ-Einkaufszentrums und anderer Shoppartner.

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Sonnentor-Inhaber Johannes Gutmann

Die lachende Sonne erobert die Welt Biologische Lebensmittel sind im wahrsten Sinne in aller Munde. Sonnentor geht aber noch einen Schritt weiter und setzt mit seinen Produkten neben Nachhaltigkeit und Bioqualit채t vor allem auf die Erhaltung kleinb채uerlicher Strukturen.


eco.wirtschaft Seit über 20 Jahren ist die Sonnentor Kräuterhandels GmbH Biopionier auf vielen Ebenen. Die Idee von Firmengründer Johannes Gutmann basiert auf dem Gedanken, kleinste bäuerliche Strukturen, wie sie im Waldviertel – der Heimat des Unternehmens – seit jeher gewachsen sind, zu erhalten und zu nützen, bäuerliche Biospezialitäten wie Tee- und Gewürzkräuter, zuckerfreie Fruchtaufstriche, Geschenkartikel und vieles mehr zu sammeln und unter dem Logo der lachenden Sonne zu vermarkten. Bis heute ist dieses Geschäftsmodell die Grundlage für den soliden, wachsenden Erfolg der Marke. Denn Vertrauen in ein Produkt ist der beste Grund für den Kunden, immer wieder zuzugreifen. Und nicht umsonst machten die Konsumenten Sonnentor mit einem Marktanteil von 50 % im Fachhandel (Tee & Gewürze, ohne Lebensmittelhandel) zum Marktführer in Österreich. In Deutschland gehört das Unternehmen mit 25 % Marktanteil zu den Top 3. Insgesamt werden die Produkte mit der lachenden Sonne in mehr als 45 Länder weltweit verkauft, rund 75 % der Produkte gehen in den Export und erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2009/2010 einen Umsatz von rund 14 Mio. Euro (Gesamtumsatz ca. 20,5 Mio. Euro).

Während der Waldviertler Bioexperte im Gründungsjahr 1988 noch von drei Bio-Kräuterbauern mit Mohn und Kümmel beliefert wurde, versorgt heute eine über 150 Biobauern große österreichische Sonnentor-Bauern-Familie den Kräuter- und Gewürzprofi mit hochwertigen Rohstoffen (Gewürze wie Pfeffer oder z. B. Grüntee werden von internationalen Herstellern bezogen), die zu einem über 600 Produkte umfassenden bunten Sortiment verarbeitet werden. Kreative Teemischungen, Essig & Öl, Kraftsuppen, Zaubersalz-Gewürzmühlen, Kaffee und neuerdings auch Schokolade oder die Linie „BioBengelchen“ für kleine Schleckermäuler und vieles mehr bilden den illustren Reigen der Bioprodukte, denen allen eines gemein ist: innovative Konzepte und handverlesene Zutaten höchster Qualität. Jährlich kommen rund 20 Produktinnovationen zusätzlich auf den Markt. Die gesamte Produktvielfalt (inkl. unkompliziertem Onlineshop) fi nden Sie unter www.sonnentor.com oder erleben Sie diese hautnah am Firmenstandort in Sprögnitz, wo Besuchern aus aller Welt in Form eines Kräuter-Sinnes-Erlebnisses Einblicke in die sinnliche Welt der Kräuter und Gewürze gewährt werden, oder in einem der acht exklusiven Sonnen-

Die Sonnentor Kräuterhandels GmbH wurde 1988 im Waldviertel gegründet. Die Idee, bäuerliche Biospezialitäten zu sammeln und unter dem Logo der lachenden Sonne überregional und international zu vermarkten, war Ausgangspunkt für Geschäftsführer und Inhaber Johannes Gutmann.

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e önn t S o k IHR h c u a häf t Gesc en! h e s au s

Mit Sonnentor St. Pölten fiel im Jahr 2008 der Startschuss für den Ausbau des Vertriebsnetzes des Waldviertler Biospezialisten mittels Franchisesystem. Heute sind es fünf (Linz, St. Pölten, Salzburg, Wien und Wiener Neustadt), jährlich sollen zwischen ein und drei neue Partner gewonnen werden. Die Geschäfte bieten das gesamte Produktsortiment unter einem Dach – von den erfolgreichen Biotees und der Kaffeelinie „Wiener Verführung“ über Biogewürze bis hin zur beliebten Kinderlinie „Bio-Bengelchen“ und einer Vielzahl von Geschenkartikeln und Zubehör. Ausgewählte Produkte von Partnerunternehmen ergänzen das vielseitige Sortiment. Ein kleiner Kaffee- und Teeimbiss ermöglicht es den Kunden, gleich vor Ort in die faszinierende Welt des Geschmacks und der Gerüche einzutauchen. In gemütlichem Ambiente werden neben Tee, Kaffee und Biosäften auch diverse regionale Biospezialitäten geboten – und wer möchte, kann sich den schmackhaften Imbiss auch gleich mitnehmen. Das Ladenbaukonzept verkörpert die Sonnentor Markenwerte perfekt. Eine gelungene Verbindung aus modernem Ladenbau-Design ergänzt um traditionelle Elemente macht das Erfolgskonzept der Produkte sichtbar – eine Symbiose aus tradiertem Kräuterwissen und innovativen Produktkonzepten macht die Flagship-Stores zu kleinen Oasen der Entspannung.

{ Sie wollen Franchisepartner werden? Informieren Sie sich unter www.sonnentor.com }

tor Geschäfte in Salzburg und im Osten Österreichs. Um das Netz weiter auszubauen und – für uns Konsumenten hoffentlich bald – auch in Tirol Fuß zu fassen, geht Sonnentor seit 2008 im Vertrieb neue Wege. Zu diesem Zeitpunkt nämlich eröffnete der erste Franchisebetrieb in St. Pölten.

600 Produkte unter einem Dach – vielleicht auch bald unter Ihrem? Mit den exklusiven Sonnentor Geschäften lässt Johannes Gutmann die Sonne in Österreichs Städten aufgehen und schaff t mit den großzügigen Flagship-Stores kleine Oasen der Ruhe und Entspannung. In diesen Geschäften fi nden Konsumenten das gesamte reichhaltige Sortiment und noch vieles mehr. Dabei will man die Franchiseschiene nicht als Konkurrenz zum Bio-Fachhandel – wie in Innsbruck etwa den Fruchthof – wissen, sondern sieht sie als logische Ergänzung dazu. Der Fachhandel

ist und bleibt DER wichtige Sonnentor Partner, hat er doch seinen wesentlichen Anteil am Erfolg der Marke. Welche hohen Erwartungen Gutmann jedoch an das Franchisesystem stellt, zeigt das Engagement, mit dem an dieses Projekt herangegangen wird. Ein eigenes Expertenteam im Unternehmen sorgt für die Suche nach geeigneten Partnern, die die hohen Anforderungen an die künftigen Sonnentor Franchisenehmer erfüllen können. Das Team bietet seinen Partnern auch die nötige fachliche Expertise und Unterstützung. Jährlich sollen ein bis drei neue Partner aufgenommen werden. Bevorzugte Standorte sind dabei stark frequentierte Innenstadtlagen mit Altstadtfl air, wo der Bioexperte mit seinen 70 bis 120 Quadratmeter großen Geschäften eine Bereicherung für das städtische Einkaufsangebot ist. Aber auch Toplagen in Einkaufszentren sind ein Th ema. Innsbruck wäre also ein idealer Standort ...

Sonnentor Facts & Figures Sortiment: Rund 600 Produkte, vom Schnupfennasen-Tee, dem Weißen Kraftschöpfer-Tee mit Ingwer, der Alles-Liebe-Gewürzblütenmischung, der Bio-Bengelchen bunten Kraftsuppe bis hin zur Zaubersalz-Gewürzmühle und der Wiener Verführung (Kaffeemischung in verschiedenen Röstungen)

Vertrieb: Fachhandel (Biofachläden, Apotheken), 3 eigene Geschäfte, 5 Franchisegeschäfte (Linz, St. Pölten, Salzburg, Wien und Wiener Neustadt)

Export: 75 % Exportquote, 14 Mio. Umsatz 45 Länder weltweit, darunter Deutschland, Schweiz, Italien, Frankreich, Skandinavien, Holland, Griechenland, Portugal, Spanien, Großbritannien, Irland, Tschechien, Slowakei, Polen, Rumänien, Kroatien, Albanien, Japan, Hongkong, Bali, Malaysia, Australien, VAE, Bahrain, Taiwan, Kuwait

Vertragsbauern: 150 Vertragsbauern in Österreich, rd. 500 ha Anbaufläche, zusätzlich Anbauprojekte in Tschechien, Albanien und Rumänien, rd. 250 ha Anbaufläche

Auszeichnungen: TRIGOS 2008 (Auszeichnung für besonders verantwortungsbewusste Unternehmen), mehrmalige Auszeichnung mit dem NÖ Innovationspreis der Wirtschaftskammer 2010: Nestor Gold / neuland Award von ecoplus International / Austria‘s Leading Companies – NÖ- und bundesweit als führendes Unterenhmen ausgezeichnet (von PWC, KSV1870 und dem Wirtschaftsblatt)

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Gewohnt wird immer! Eine eigene Wohnung ist der Traum vieler – auch wenn diese nicht selbst bewohnt wird. Die Vorsorgewohnung etabliert sich immer mehr als solide Alternative zu abstrakten Geldanlagen. Das Prinzip ist klar und verständlich, das Veranlagungsprodukt greifbar und real. Und während die Finanzwelt großen Stimmungsschwankungen unterworfen ist, bleibt das Vertrauen in Immobilien beständig. Denn gewohnt wird immer.

Vorsorgewohnungen können positive Steuereffekte erwirken – professionelle Beratung ist jedoch unumgänglich, um die beste, auf die individuelle Vermögenssituation abgestimmte Lösung zu finden.

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Vorsorge kommt vor der Sorge – jener vor fi nanziellen Engpässen nämlich. Dass man allein durch die staatliche Pension seinen Lebensstandard auch nach dem Arbeitsleben wird halten können, daran glaubt kaum noch jemand. Deshalb gewinnt die private Vorsorge immer mehr an Bedeutung. Viele suchen dabei eine Alternative zu klassischen Sparanlagen- oder Versicherungsprodukten und fi nden diese in Substanzwerten. Etabliert hat sich hier das Modell der Vorsorgewohnung. Das Prinzip einer Vorsorgewohnung ist einfach: Es wird eine Wohnung – bestenfalls direkt vom Bauträger – gekauft, mit dem Zweck, diese zu vermieten. Der Anleger erwirbt gründbücherliches Eigentum mit dem Ziel, durch laufende Vermietung Einnah-

men zu erzielen. Er kann auf diese Weise den für den Kauf aufgenommenen Kredit zurückbezahlen und sichert sich nach der Schuldentilgung ein laufendes Zusatzeinkommen (oder kann die Wohnung theoretisch im Alter selbst beziehen und Mietkosten sparen). Positiver Effekt: Die Mieten steigen durch die Indexanpassung, während die Kreditraten konstant bleiben und die Zinsen fortwährend sinken. Da der Investor durch die Vorsorgewohnung einkommensteuerpfl ichtig wird, können in der Folge auch steuerliche Vorteile lukriert werden. So wird er vorsteuerabzugsberechtigt und kann sich von sämtlichen Rechnungen, die seine vermietete Wohnung betreffen, wie Kaufpreis, Reparaturkosten, Rechtsberatung, Wärmelieferung etc., die Um-


eco.wirtschaft N ur n o ch wenige Einheit en f rei!

Projektdaten Fürstenweg 42:

Infos 66 Wohneineinheiten mit Loggia bzw. Dachterrasse (2- bis 4-Zimmer-Wohnungen zwischen 40 und 120 qm) w w w.f Gesamtwohnnutzfläche: 4.218 qm • 73 Tiefgaragenabstellplätze • 130 Fahrradabstellplätze 42.at Großzügige Raumgestaltung rund um die Wohnanlage und zwischen den Häusern Lebensmittelmarkt als Nahversorger Alle Wohnungen sind nach zwei Himmelsrichtungen ausgerichtet. • Haustechnik: Zentrale Warmwasseraufbereitung über Solaranlage, Fußbodenheizung, elektronische Heizenergie- und Warmwassermengenzähler in jeder Wohnung, feuchtegesteuerte Frischluftzufuhr und Abluft, Rauchmelder in jedem Zimmer • Ausstattung: Repräsentative Hauszugänge, großflächige 3-Scheiben Holz-Alufenster, hochwertige Parkettböden, Sonnen-/Lichtschutz elektrisch gesteuert, moderne zeitgemäße Badausstattung mit großformatigen Fliesen, Internetanschluss in mind. 2 Zimmern, Fernsehanschluss in mind. 2 Zimmern über zentrale Sat-Anlage • Fördertechnik: Jedes Haus ist mit einem Personenlift ausgestattet. • Sonderwünsche: Alle Wohnungen sind individuell nach den eigenen Bedürfnissen gestaltbar.

satzsteuer vom Finanzamt zurückholen (die Steuer aus den Mieteinnahmen muss natürlich abgeführt werden!). Im Rahmen der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung kann der Investor Werbungskosten (Fremdkapitalzinsen, Betriebskosten etc.) geltend machen, die die Steuerbemessungsgrundlage mindern. In den ersten Jahren werden die Kosten die Erträge aus den Mieteinnahmen überschreiten. Diese Verluste können mit den anderen Einkünften gegengerechnet werden, wodurch die Bemessungsgrundlage abermals sinkt. Somit gilt: Je höher das laufende Einkommen, desto effektiver sind die Steuervorteile. ACHTUNG: Jeder Investor muss auf einen Durchrechnungszeitraum von 20 Jahren gewinnorientiert arbeiten. Gelingt dies nicht und bleiben die steuerlichen Gewinne hinter den steuerlichen Verlusten zurück, kommt die so genannte „Liebhabereiverordnung“ zum Tragen und die steuerschonenende Behandlung erlischt. Deshalb empfi ehlt es sich,

rund 1/3 des Kauf betrages aus Eigenmitteln zu finanzieren. Um mit der Vorsorgewohnung aber wirklich keine Sorgen zu haben, ist eine gewissenhafte Auswahl (Lage, Qualität ...) des Objektes unumgänglich. Schließlich baut das Konzept darauf, dass die Wohnung laufend vermietet und vermietbar ist.

Das Modell der Vorsorgewohnung ermöglicht es, die Pensionen tatsächlich abzusichern, da die Mieteinnahmen inflationsbereinigt sind.

Junge, urbane Vorsorgewohnungen Ein solches Projekt entsteht gerade in der Höttinger Au in Innsbruck. Göttlicher Baumanagement realisiert am Fürstenweg 42 insgesamt 66 helle 2bis 4-Zimmer-Wohnungen für junges, modernes Wohnen, mit anspruchsvoller Ausstattung und in bester Lage. „Die Innenstadt mit Universität und Klinikum sowie das neue Stadtteilzentrum west sind ebenso wie vielfältige Sport- und Freizeitangebote nur wenige Gehminuten vom F42 entfernt“, so Baumeister Andreas Göttlicher. Ein Nahversorger befi ndet sich sogar direkt im Parterre.

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Text: Marina Kremser Visualisierungen: Göttlicher Baumanagement

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steuer.berater

Steuer 2011 – die besten Tipps Das neue Jahr bringt steuerlich vielerlei punktuelle Belastungen und Lästigkeiten, aber doch auch einige erfreuliche Verbesserungen. Lesen Sie in unserer zweiteiligen Artikelserie, was besser wird, was schlechter wird, wer wovon wie profitiert und welche Tipps und Schlupflöcher Ihnen 2011 noch nützen können.

Teil I: Was besser wird und wer davon profitiert Kopf hoch! Entgegen der derzeitigen Pressestimmung wird das Jahr 2011 zum Glück nicht nur das Jahr der steuerlichen Belastungen. Immerhin gibt es aus steuerlicher Sicht 2011 zumindest auch einige Pluspunkte siehe Infobox. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wer von diesen Pluspunkten profitiert und wie Sie diese nutzen können:

Was wird besser?

Wer profitiert wie und wovon?

Zu den good News 2011 gehören:

Neugründer, Häuselbauer, Investitionsfreudige und „aktive Altschuldner“

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Fall der Kreditsteuer Anhebung des Pendlerpauschales / steuerfreies „Job-Ticket“ „Internationalisierung“ des Sonderausgabenabzuges Anhebung der Zuverdienstgrenze für die Familienbeihilfe Bessere Verlustverwertung bei Vermietungstätigkeit Anhebung der Forschungsprämie von 8 % auf 10 % Erleichterungen bei den umsatzsteuerlichen Erklärungspflichten Verlängerung der Frist für Vorsteuerrückerstattung aus dem Ausland Weitere Verlängerung der Zulässigkeit von Faxrechnungen Anspruch auf eine verbindliche Rechtsauskunft (Advance Ruling) Käufliche Straffreiheit bei Steuerprüfungen Erleichterungen und Klarstellungen für strafbefreiende Selbstanzeigen

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Bisher musste man bei der Neuaufnahme von Schulden und auch bei bestimmten Änderungen bestehender Verträge (z.B. Laufzeitänderungen) 0,8 % von der Vertragssumme an das Finanzamt abführen. Damit ist nun Schluss. Je nach Kredithöhe können so locker hunderte bis tausende Euros eingespart werden. Das bringt vor allem für Neugründer, Häuselbauer und generell für alle künftigen fremdfinanzierten Investments Kostenvorteile. Aber auch für „alte“ Schuldner kann der Fall der Kreditsteuer noch interessant werden. So können all jene, die vorhaben, bald fällige Fremdwährungskredite mit derzeitigen Währungskursverlusten in der Hoff nung auf bessere Zeiten zu verlängern, dies jetzt wesentlich kostengünstiger bewerkstelligen als noch vor ein paar Wochen.


eco.wirtschaft

Häuselbauer mit Hauptwohnsitz außerhalb Österreichs können sich zudem über die „Internationalisierung“ von steuerlich abzugsfähigen Sonderausgaben freuen. Konkret wurde der Abzug für Wohnraumschaff ung und -sanierung auf den EU- und EWRRaum erweitert. Ebenso sind ab der Veranlagung 2011 auch Beiträge an Kirchen und Religionsgemeinschaften aus dem gesamten EU- und EWR-Raum abzugsfähig, wenn es sich um im Inland gesetzlich anerkannte Institutionen handelt.

Pendler All jenen, denen auch schon bisher das Pendlerpauschale zustand, dürfen sich 2011 über eine Erhöhung von ca. 10  % freuen. Das sind bis zu 300 Euro pro Jahr. Dienstnehmer, denen ein Steuerabzugsposten nichts bringt, da aufgrund ihres geringen Einkommens ohnehin keine Lohnsteuer anfällt, bekommen einen Pendlerzuschlag ausbezahlt. Auch dieser wurde mit 1.1.2011 von bisher maximal 130 Euro auf nunmehr bis zu 251 Euro erhöht. Als Alternative zum Pendlerpauschale kann der Arbeitgeber seit Anfang des Jahres auch die Kosten für ein Massenbeförderungsmittel (Bus, Zug etc.) zur Arbeitsstätte übernehmen, ohne dass es für den Dienstnehmer zu einem steuerpfl ichtigen Sachbezug kommt. Tipp: Hier kann es für beide Teile lohnend sein, statt einer Bruttogehaltserhöhung die Übernahme der Fahrtkosten zu vereinbaren. Dabei muss die Zahlung direkt an das Transportunternehmen erfolgen, welches sodann ein spezielles „Jobticket“ ausstellt.

Familien Obgleich die im TEIL II dieser Artikelserie noch zu behandelnden Verschlechterungen bei der Familienbeihilfe insgesamt eher traurig und beschämend anmuten, gibt es doch auch etwas Positives zu vermelden: Die Zuverdienstgrenze für den Anspruch auf Familienbeihilfe wurde von bisher 9.000 Euro auf 10.000 Euro angehoben. Somit kann der Nachwuchs nunmehr immerhin satte 10.000 Euro dazuverdienen, ohne dass sein Fleiß mit der Streichung der Familienbeihilfe sanktioniert wird. Tipp: Besonders wichtig bleibt es aber weiterhin, trotz aller Argumente für Ferialjobs den Ausbildungserfolg im Auge zu behalten. Gelingt es Studierenden z.B. nicht, den ersten Studienabschnitt innerhalb der dafür vorgesehenen Mindeststudiendauer zuzüglich eines Toleranzsemesters erfolgreich abzuschließen, so ist die Familienbeihilfe bis zum tatsächlichen Abschluss des ersten Studienabschnittes zur Gänze verloren. Unter diesem Aspekt kann es mitunter sinnvoller sein, die Ferienzeit zur Vorbereitung eventuell noch fehlender Prüfungen zu nutzen und das „echte Arbeiten“ vorerst noch sein zu lassen.

KOPRODUKTION der EMF TEAM TIROL STEUERBERATER GMBH und der ÄRZTESPEZIALISTEN vom TEAM JÜNGER: STB Dr. Verena Maria Erian, STB Mag. Eva Messenlechner, STB Raimund Eller, v. l.

lichen Einkünften, nicht möglich, Verluste aus Vorjahren vom Ergebnis des laufenden Jahres steuerlich in Abzug zu bringen. Hier hat der Verfassungsgerichtshof (VfGH) in einem kürzlich ergangenen Urteil auf Gleichheitswidrigkeit erkannt. Als erster Versuch, dies zu reparieren, wurde nun die Möglichkeit, bestimmte außergewöhnliche Aufwendungen im Vermietungsbereich auf zehn Jahre zu verteilen, auf weitere Positionen erweitert. Damit wird es in Hinkunft so manchem Vermieter gelingen, nicht vortragsfähige Jahresverluste in steuerlich wirksame „Mehrjahresaufwendungen“ zu verwandeln. Dass damit allerdings jegliche Verfassungswidrigkeit bzw. Ungleichbehandlung beseitigt wurde, darf angezweifelt werden.

Forschende Für Forschungsaufwendungen konnte bisher unter bestimmten Bedingungen entweder ein Forschungsfreibetrag als fiktiver Aufwand zusätzlich von der Steuer in Abzug gebracht werden oder eine Prämie in Höhe von 8 % der korrespondierenden Aufwendungen kassiert werden. Mit 1.1.2011 gibt es keine Freibeträge mehr, jedoch wurde die Prämie auf 10 % erhöht. Dieser Punkt geht an gewinnschwächere Unternehmen, bei denen der Prämienbetrag deutlich mehr ausmacht als eine etwaige Steuerersparnis aus einem fi ktiven Absetzposten sowie an Kapitalgesellschaften, die bisher bei Inanspruchnahme des Freibetrages eine maximale Steuerersparnis in Höhe von 8,75 % der begünstigen Aufwendungen erzielen konnten.

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung gehören so wie Kapitalerträge und Gehalts- und Lohneinkünfte zu den so genannten außerbetrieblichen Einkunftsarten. Bei diesen außerbetrieblichen Einkunftsarten ist es per Gesetz, anders als bei betrieb-

Bis zu einem Umsatz von 30.000 Euro war die Umsatzsteuer schon bisher erst bis zum 15. des zweitfolgenden Monats nach Quartalsende (ansonsten Monatsende) fällig. Dies ist jetzt für Umsätze von bis zu 100.000 Euro möglich.

Vermieter

Unternehmer mit einem Jahresumsatz bis zu 100.000 Euro

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Tipp: Für ein gutes Gelingen empfehlen wir Ihnen daher unbedingt Ihren Steuerberater einzuschalten.

Strafgefährdete

Unternehmer mit einem Jahresumsatz bis zu 30.000 Euro Bis zu dieser Grenze ist weiterhin keine Umsatzsteuervoranmeldung und bei der Inanspruchnahme der Umsatzsteuerbefreiung für Kleinunternehmer ab 2011 auch keine Jahreserklärung mehr einzureichen. Bisher musste bei einem Umsatz von mehr als 7.500 Euro trotz Umsatzsteuerbefreiung eine Umsatzsteuererklärung (Nullerklärung) abgegeben werden. Hier können nun unnütze Verwaltungs- und Beratungskosten für die Erstellung einer Nullerklärung eingespart werden.

Bezieher von Vorleistungen aus dem Ausland ... können sich bestimmte im Ausland bezahlte Vorsteuern rückerstatten lassen. Dies ist ab dem Veranlagungsjahr 2009 elektronisch zu beantragen. Für 2009 hätte dies bereits bis spätestens 30.9.2010 erfolgen müssen. Da einige EU-Mitgliedstaaten mit der praktischen Durchführung des Verfahrens Schwierigkeiten hatten, wurde diese Frist nun bis zum 31.3.2011 verlängert. Damit haben all jene, die bereits glaubten, hier etwas versäumt zu haben, erneut die Chance auf Vorsteuerrückerstattungen aus dem Ausland bis zurück in das Jahr 2009.

Rechnungsfaxer Gefaxte Rechnungen berechtigen nur dank einer expliziten zeitlich befristeten Ausnahmeregelung zum Vorsteuerabzug. Diese befristete Ausnahme wurde nun in den Umsatzsteuerrichtlinien wiederum festgeschrieben und verlängert. So darf auch noch 2011 umsatzsteuerlich bedenkenlos weiter gefaxt werden. Das gilt nicht für gemailte PDF-Rechnungen! Diesen bleibt der Vorsteuerabzug nach wie vor versagt.

Kreative, Wagemutige & Exoten, die Großes vorhaben Seit Beginn des Jahres ist es möglich, auf Rechtsfragen im Zusammenhang mit Umgründungen, Unternehmensgruppen und Verrechnungspreisen eine verbindliche Rechtsauskunft vom zuständigen Finanzamt zu erhalten. Allerdings ist das so genannte „Advance Ruling“ nicht ganz billig und ist an die Einhaltung einer Reihe strenger Voraussetzungen geknüpft. Je nach Umsatz des betreffenden Unternehmens kostet ein solcher Auskunftsbescheid zwischen 1.000 Euro und 20.000 Euro. Selbst bei Zurückweisen des Auskunftsantrages werden 500 Euro in Rechnung gestellt.

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Kommt es anlässlich einer Betriebsprüfung zu Nachforderungen, die möglicherweise auf ein Finanzvergehen zurückzuführen sind, so kann für diese Vergehen seit 1.1.2011 unter bestimmten Voraussetzungen Straff reiheit erreicht werden. Diese gibt es gewissermaßen für einen Zuschlag in Höhe von 10 % des Nachforderungsbetrages zu kaufen. Achtung: Das funktioniert nur, wenn der Nachforderungsbetrag für einen Veranlagungszeitrum insgesamt 10.000 Euro und in Summe für alle geprüften Veranlagungszeiträume 33.000 Euro nicht übersteigt und binnen Monatsfrist nach Festsetzung bezahlt wird. Der Verkürzungszuschlag ist wie eine Anonymverfügung zu sehen, womit es zu keiner Eintragung im Strafregister und auch nicht zu einer Vorstrafe kommt. Tipp: Seien Sie bei der Akzeptanz von künftigen Verkürzungszuschlägen nicht zu großzügig. Sie haben nur dann etwas davon, wenn die Nachzahlungen wirklich auch mit finanzstrafrechtlich bedenklichen Sachverhalten zu tun haben. Neben dieser neuen Straf befreiung für von der Finanz aufgedeckte Verfehlungen war es ja auch schon bisher im Rahmen einer Selbstanzeige möglich, ohne jegliche Strafzuschläge seine Versäumnisse aus eigenen Stücken nachzuholen. Auch hier gibt es nun eine weitere Erleichterung, als dass nun bei jedem beliebigen (also auch beim nicht zuständigen) Finanzamt Strafanzeige eingebracht werden kann. Zudem erfolgte in diesem Bereich auch eine rechtliche Klarstellung für wiederholte Selbstanzeige bei einer ursprünglich unvollständigen Selbstanzeige. Die strafbefreiende Wirkung wurde in solchen Fällen bisher mitunter angezweifelt. Nun herrscht auch hier Rechtssicherheit. Allerdings mit einem Haken: Bei wiederholter Selbstanzeige für denselben Veranlagungszeitraum kommt es zu einem Zuschlag von 25 %. Damit will der Gesetzgeber erreichen, dass bereits in der ersten Selbstanzeige alle Verfehlungen vollständig offengelegt werden.

Resümee Halten Sie 2011 engen Kontakt mit Ihrem Steuerberater, es gibt viel Neues, wenn auch gesamtheitlich gesehen eher Unbedeutendes, aber im Einzelfall dennoch Wichtiges, zu berücksichtigen. Das wird sich noch mehr bei den im TEIL II (eco.nova April 2011) noch zu präsentierenden Minuspunkten zeigen. Wenn die Neuerungen 2011 in Summe auch eher Belastungen und Lästigkeiten darstellen, unbedeutend und unsystematisch wirken, so haben wir für Sie im TEIL I dieser Artikelserie doch auch Erfreuliches und Sinnvolles aufspüren können. So zum Beispiel die seit langem geforderte Abschaff ung der Kreditvertragsgebühren. Orientieren Sie sich an den Pluspunkten, die Ihnen etwas bringen, nützen Sie die aufgezeigten Tipps und konsultieren Sie bei Vorhaben und Zweifeln rechtzeitig Ihren Steuerberater. So wird auch das Jahr 2011 aus steuerlicher und wirtschaftlicher Sicht für Sie wieder ein gutes Jahr.

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Der Fiskus nascht künftig beim Vermögenszuwachs mit Nachdem sich in Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise auch in Österreich erhebliche Löcher im Staatshaushalt aufgetan haben, suchte der Finanzminister nach Möglichkeiten, diese zu stopfen. Das noch knapp vor Jahresende am 30. Dezember 2010 veröffentlichte Budgetbegleitgesetz 2011–2014 ist von dieser „Not“ des Finanzministers geprägt. Herzstück dieser einnahmenseitigen Sanierungsmaßnahme des Staatshaushalts ist die neu geschaffene Vermögenszuwachsbesteuerung von Kapitalvermögen. Neben den „Reichen“ und Stiftungen trifft die Vermögenszuwachsbesteuerung auch den kleinen Sparer, der z.B. für die Pensionsvorsorge in Wertpapiere investiert.

Text: Mag. Andreas Kapferer LL.M.

Nach der bis 2010 geltenden Rechtslage waren realisierte Wertsteigerungen aus der Veräußerung von Kapitalvermögen (Aktien, Anleihen, Investmentfondsanteile etc.) im Privatbereich nur dann steuerpfl ichtig, wenn Kauf und Verkauf innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist erfolgten. Ab 2011 sind Gewinne aus der Veräußerung von privatem Kapitalvermögen immer mit 25 % besteuert, unabhängig davon, wie lange das Investment gehalten wurde. Sowohl „kleine“ als auch „große“ Investoren müssen ab 2011 den Fiskus beim Vermögenszuwachs mitnaschen lassen. Manches lässt sich aber weiterhin zumindest steuerlich optimieren, hierzu muss man die neuen Regelungen kennen. Mit der Neuregelung vertraut machen müssen sich aber auch Unternehmer, die Kapitalanlagen im Betriebsvermögen halten.

Besteuerung realisierter Wertsteigerungen

Kontakt und Info unter www.kapferer-partner.at www.deloitte.at

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Ab 1. Oktober 2011 werden Gewinne aus der Veräußerung, Einlösung oder Abschichtung von privat gehaltenem Kapitalvermögen, das sind insbesondere Aktien, GmbH-Anteile, Wertpapiere, Fondsanteile und Derivate (Zinscaps, Zinsswaps, Optionen, Fu-

tures, Indexzertifi kate etc.), grundsätzlich mit 25 % besteuert werden. Bislang waren derartige Gewinne außerhalb der einjährigen Spekulationsfrist steuerfrei.

Endbesteuerungswirkung Die Steuer ist im Wege des Kapitalertragsteuerabzuges durch die inländische depotführende Bank einzuheben. Mit diesem Steuerabzug ist – wie bereits auch für die laufenden Zinsen und Dividenden – die Einkommensteuer abgegolten. Aufwendungen im Zusammenhang mit diesem Kapitalvermögen (Depotgebühren, Transaktionsspesen usw.) sind allerdings steuerlich nicht mehr abzugsfähig.

Gegenverrechnung von Veräußerungsverlusten Verluste aus der Veräußerung von Kapitalvermögen können grundsätzlich mit positiven Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnet werden. Dies erfordert jedoch die Einreichung einer Einkommensteuererklärung. Ausgenommen davon ist allerdings die Verrechnung von Veräußerungsverlusten (1) mit Bank- und Sparbuchzinsen und Zuwendungen aus Privatstiftungen, (2) mit Einkünften und realisier-


Inkrafttreten ab 1.10.2011 und Übergangsregelung Die D Vermögenszuwachsbesteuerung tritt ab 1.10.2011 in i Kraft. Ab diesem Zeitpunkt gilt die neue Besteuerung für Aktien, GmbH–Anteile und Anteile an e Investmentfonds, die ab 1.1.2011, sowie andere KaI pitalanlagen (z.B. Anleihen) und Derivate, die ab p 1.10.2011 angeschaff t werden.

1 % Mindestbeteiligungen an Kapitalgesellschaften Bereits bisher steuerhängige Beteiligungen an Kapitalgesellschaften (AG, GmbH) von mindestens 1 % bleiben weiterhin steuerhängig. Ab 1.10.2011 unterliegen diese der Vermögenszuwachsbesteuerung. Die Neuregelung besteuert Wertsteigerungen unabhängig von einer Mindestbeteiligungsgrenze (also auch unter 1 %).

Neuerungen in der Besteuerung von Investmentfonds Während bei anderen Kapitalanlagen  das Zuflussprinzip für die Besteuerung maßgeblich ist, wird bei Investmentfonds die Besteuerung von nicht ausgeschütteten (thesaurierten) Erträgen durch die sogenannten ausschüttungsgleichen Erträge zeitlich vorweggenommen. Der Zufluss dieser ausschüttungsgleichen Erträge wird spätestens vier Monate nach Ende des Fondsgeschäftsjahres fingiert. Durch die Gesetzesänderung werden die Bemessungsgrundlagen für die ausschüttungsgleichen Erträge an das neue Besteuerungsregime anderer Kapitalanlagen wie Aktien, Anleihen oder Derivate angeglichen. Von diesen Neuerungen sind auch vor dem 1. Jänner 2011 erworbene Altbestände an Investmentfondsanteilen betroffen. Bislang waren innerhalb des Fonds realisierte Substanzgewinne bei Privaten nur zu 20 Prozent steuerpfl ichtig. Substanzgewinne und -verluste aus Forderungswertpapieren waren steuerfrei gestellt. Diese Steuervorteile werden nun stufenweise gekürzt. Im Ergebnis wird die Steuerpfl icht für Substanzgewinne von 20 Prozent schrittweise bis zum Jahr 2014 auf 60 Prozent angehoben. Forderungswertpapiere (Anleihen) werden noch bis 2012 steuerneutral gestellt sein. Die stufenweise Anhebung der ausschüttungsgleichen Erträge führt bei nach dem 31. Dezember 2010 angeschaff ten Fondsanteilen nur zu einer Verzögerung der erhöhten Steuerbelastung, da die Be-

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t Wertsteigerungen aus nicht endbesteuerten Katen pitalvermögen (Privatdarlehen, stille Gesellschaften p usw.) und (3) mit anderen Einkünften, somit insbeu ssondere mit betrieblichen, unselbständigen oder Vermietungseinkünften. Darüber hinaus können solche m Veräußerungsverluste nicht in Folgejahre vorgetragen V werden. Treten Veräußerungsverluste ein, sollte daher w geprüft werden, ob diese mit anderen Einkünften aus g Kapitalvermögen im laufenden Jahr verrechnet werK den können. Zu denken wäre auch an die gezielte d Realisierung eines Veräußerungsgewinns aus anderen R Veranlagungen. V

steuerung der vorweg steuerfreien Substanzgewinne bei der Veräußerung des Investmentfondsanteils nachgeholt wird. Im Vergleich zu anderen Kapitalanlagen bestehen innerhalb des Investmentfonds aber weiterhin die Vorteile des Abzugs von Aufwendungen, die sofortige Verlustverrechnung sowie der Verlustvortrag.

Vermögenszuwachsbesteuerung im Betriebsvermögen Grundsätzlich gelten ab 1.10.2011 die Regelungen über die Besteuerung der Wertzuwächse auch, wenn die Kapitalanlagen im Betriebsvermögen von natürlichen Personen oder von Mitunternehmerschaften gehalten werden, soweit natürliche Personen an diesen beteiligt sind. Somit werden realisierte Wertzuwächse aus Kapitalanlagen zukünftig auch im betrieblichen Bereich mit dem festen Steuersatz von 25 % zu versteuern sein. Allerdings sind alle mit der Veräußerung zusammenhängenden Ausgaben vom Steuerabzug ausgeschlossen. Es wird somit der Bruttoveräußerungserlös besteuert. Für Kapitalgesellschaften ergibt sich durch die neue Wertzuwachsbesteuerung keine Änderung zur bisherigen Rechtslage. Teilwertabschreibungen auf Kapitalanlagen sowie Veräußerungsverluste können im Veranlagungsweg mit folgenden Ausnahmen steuerlich geltend gemacht werden: • Verluste sind vorrangig mit realisierten Wertsteigerungen und Zuschreibungen zu verrechnen; ein danach noch verbleibender Überhang an Verlusten kann zur Hälfte mit anderen betrieblichen Gewinnen gegengerechnet werden; insoweit ein Ausgleich im selben Jahr nicht möglich ist, geht diese Hälfte in den Verlustvortrag ein; die andere Hälfte des verbliebenen Verlustüberhanges geht verloren (!); • ein Ausgleich mit Kapitaleinkünften oder realisierten Wertzuwächsen im Privatvermögen ist nicht zulässig. Die Neuregelungen für Wertsteigerungen im Betriebsvermögen gelten für Derivate, die nach dem 30.9.2011 rausgeschafft werden, und anderes Kapitalvermögen (Aktien, GmbH-Anteile, Anteile an Investmentfonds), das ab dem 1.1.2011 angeschafft wird.  Für den „Altbestand“ an Kapitalvermögen, das schon vor dem 1.10.2011 bzw. vor dem 1.1.2011 im Betriebsvermögen gehalten wurde, bleiben die bisherigen Regelungen gültig. Für diese ist somit weiterhin der individuelle Steuertarif und nicht der Steuersatz von 25 % maßgeblich. Mit der Veräußerung zusammenhängende Ausgaben bleiben in diesem Fall als Betriebsausgaben abzugsfähig. Auch bestehen für „Altbestände“ keine Einschränkungen in der Verlustverrechnung. 

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Mag. Andreas Kapferer LL.M. ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater sowie Partner bei Deloitte und Kapferer Frei und Partner in Innsbruck

Einladung Arbeitsrecht und Personalver rechnung – Änderungen ab 1.1.2011 am 24.2.2011 von 17:00–18:30 Uhr im BFI Tirol (Festsaal), Ing.-Etzel-Straße 7, 6010 Innsbruck Anmeldung und weitere Informationen: Mail: csarg@deloitte.at Tel.: 0512/582555-23

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recht.aktuell

Die „große Kronzeugenregelung“ Was bisher nur in US-amerikanischen Filmen zu sehen war, soll jetzt auch in Österreich Realität werden: Deals mit Straftätern.

RA Dr. Ivo Rungg

Text: Ivo Rungg/Johannes Barbist, Binder Grösswang Rechtsanwälte, Innsbruck

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Wenn es um die Frage ging, ob Straftäter begünstigt werden sollten, wenn sie mit den Strafverfolgungsbehörden kooperieren, war der österreichische Gesetzgeber bis dato streng – ein Strafausschluss kam nur in engen Grenzen, z.B. bei Schadenswiedergutmachung oder Selbstanzeige (im Finanzstrafrecht) in Betracht. Zur leichteren Tataufklärung im Bereich der organisierten Kriminalität wurde bereits im Jahr 2002 nachjustiert. Mitgliedern einer kriminellen Vereinigung/Organisation werden bei Kooperation seither strafmildernde Umstände (aber keine gänzliche Straff reiheit), in Aussicht gestellt (sog. „kleine Kronzeugenregelung“). Die Notwendigkeit einer solchen Regelung ergab sich für den Gesetzgeber daraus, dass eine Tataufklärung im Rahmen der organisierten Kriminalität ohne „Insiderinformationen“ aus dem Täterkreis wesentlich erschwert ist. Ähnliche Überlegungen führten im Jahr 2006 zur Einführung einer Kronzeugenregelung im Bereich des Kartellrechts, wonach ein Mitglied eines Kartells bei Kooperation mit den Wettbewerbsbehörden unter gewissen Bedingungen „straff rei gehen“ kann. Diese kartellrechtlichen Kronzeugenprogramme führten gerade in den letzten Jahren zu spektakulären Erfolgen bei der Bekämpfung von Preis- und anderen Absprachen zwischen Wettbewerbern und hohen Geldbußen für die „ans Messer gelieferten“ Kartellmitglieder (z.B. Geldbuße von EUR 75 Mio. gegen das Aufzugskartell in Österreich). Inspiriert vom Erfolg der kartellrechtlichen Kronzeugenregelung hat sich der Gesetzgeber jüngst entschlossen, das Angebot „Information für Straff reiheit“ auf viele andere Delikte des gerichtlichen Strafrechts auszuweiten. Die Staatsanwaltschaft „kann“ demnach unter gewissen Voraussetzungen von einer Anklage absehen, sofern der Kronzeuge freiwillig beweiserhebliche Informationen zur Verfügung stellt, die noch nicht Gegenstand eines gegen ihn geführten Ermittlungsverfahrens sind. Die Neuregelung greift nicht

nur bei Wirtschafts- und Korruptionsdelikten, sondern bei allen Straftaten (außer Tötungs- und Sexualdelikten), die in die Zuständigkeit eines Schöffenoder Geschworenengerichts fallen und damit schwere Straftaten betreffen. Während Gegner des Konzepts einwenden, dass sich der Staat mit Verbrechern solidarisiere und ein Denunziantentum fördere, zeigen kartellrechtliche Erfahrungen, dass ausgewogene Kronzeugenregelungen sehr effizient sein können. Die Vorteile für die Strafverfolgung werden in diesem Fall höher bewertet als die privilegierte Kronzeugenposition des Täters. Oder anders gesagt: Der Rechtsstaat will die Aufklärung der Straftaten durch ein effi zientes und transparentes Anreizsystem forcieren, selbst wenn dem Täter dadurch Straff reiheit angeboten werden muss. Nach dem sog. „strafrechtlichen Kompetenzpaket“ (BGBl. 2010/108) ist aber das Angebot an Straftäter nicht bedingungslos, sondern behält sich Steuerungsinstrumente in der Hinterhand: Der potentielle Kronzeuge weiß nicht immer genau, ob gegen ihn vielleicht schon ein Strafverfahren anhängig ist. Nur wenn er Informationen vor Eröffnung eines gegen ihn geführten Ermittlungsverfahrens wegen dieser Straftat offenlegt, kann er aber von der Kronzeugenregelung profitieren. Der Kronzeuge geht nicht völlig straff rei. Er bleibt Beschuldigter, dem aufgrund der Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden statt einer Freiheitsstrafe eine Geldbuße oder die Erbringung gemeinnütziger Leistungen auferlegt wird. Im besten Fall kommt der Betroffene mit der Bestimmung einer Probezeit davon. Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Anwendung der Kronzeugenregelung. Der Kronzeuge muss seine Informationen und Beweise vorab offenlegen, ohne dass ihm Kronzeugenstatus garantiert ist. Die Staatsanwaltschaft kann immer noch zum Ergebnis kommen, dass die Informationen und Beweise des Täters zur Aufklärung der Straftat nicht wesentlich beitragen. Es besteht auch nach Einstellung des Verfahrens ein Risiko der Wiederaufnahme des Strafverfahrens (z.B. bei Verletzung von Mitwirkungspfl ichten, Vorlage falscher Unterlagen und Informationen oder Verschleierung eigener Tathandlungen). Vor diesem Hintergrund bleibt abzuwarten, wie sich die Praxis der Strafverfolgungsbehörden ausbilden wird. Davon wird abhängen, ob Straftäter von der Möglichkeit der großen Kronzeugenregelung Gebrauch machen werden.

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Wenn ’s ums Bauen geht, ist nur eine Bank meine Bank. Beim Planen eines Hausbaus können Sie viel Geld sparen – mit der passenden Finanzierung und den richtigen Förderungen. Wie das funktioniert, sagt Ihnen Ihr Raiffeisenberater, zum Beispiel bei den Energiespartagen in Ihrer Raiffeisenbank. Nähere Infos unter www.raiffeisen-tirol.at


Der General- und Subunternehmer in der Bauwirtschaft

Weitere Informationen: Advokatur Dr. Herbert Schöpf LL.M., Rechtsanwalt-GmbH, Arkadenhof, Maria-Theresien-Straße 34, 6020 Innsbruck, advokatur@dr-schoepf.at

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Die fortschreitende arbeitsteilige Wirtschaft fördert den Einsatz von Subunternehmern. War es in der Vergangenheit so, dass der Bauunternehmer seine und auch artverwandte Leistungen selbst ausführt, so zeigt sich seit Jahren ein zunehmender Trend hin zum Einsatz von Subunternehmern für einzelne Leistungen. Die Entwicklung geht sogar bis hin zum Management von Bauleistungen, bei dem der Generalunternehmer sämtliche auszuführenden Leistungen weitergibt und nur Management und Koordination übernimmt (Totalunternehmer). Ein Generalunternehmer (auch Hauptunternehmer genannt) gibt Teile der an ihn übertragenen Leistung an andere Unternehmer (Subunternehmer) weiter. Die Verantwortung gegenüber dem Auftraggeber für die gesamte Bauausführung liegt alleine in seiner Hand. Der Generalunternehmer übernimmt die Herstellung des Werkes im eigenen Namen. Die von ihm beschäftigten Subunternehmer stehen in keiner vertraglichen Rechtsbeziehung zum Auftraggeber des Generalunternehmers. Die beschäftigten Subunternehmer sind Gehilfen des Generalunternehmers, der gegenüber dem Auftraggeber auch für seine Gehilfen haftet. Generalunternehmer können in verschiedenen Einsatzformen auftreten. Wird einem Unternehmer eine Leistung übertragen, die aus verschiedenen Gewerken besteht, so spricht man von einem echten Generalunternehmer. Er übernimmt die vollständige gewerkeübergreifende Herstellung des Werks. Bei der Auftragsvergabe muss auch dem Auftraggeber bewusst sein, dass der von ihm beauftragte Unternehmer (Generalunternehmer) Teile der Leistung an Subunternehmer weitergeben wird. Von einem offenen Generalunternehmervertrag spricht man, wenn sich der Generalunternehmer die Subunternehmer und Professionisten nicht selbst auswählen kann. Die Professionisten werden vom Bauherrn ausgewählt und mit dem zwischen ihm und dem Subunternehmer vereinbarten Preis dem Generalunternehmer zuzüglich eines Zuschlages überbunden. Diese Subunternehmer nennt man überbundene Subunternehmer. Von einem geschlossenen Generalunternehmervertrag spricht man, wenn der Generalunternehmer in der Wahl seiner Subunternehmer frei ist.

Ein Totalunternehmer übernimmt im Vergleich zum Generalunternehmer zusätzlich die gesamten Planungsarbeiten. Der Totalübernehmer nimmt die Aufgaben eines Totalunternehmers wahr. Er bringt aber im Gegensatz zu diesem keine eigenen Bau- und Planungsleistungen. Sämtliche Arbeiten werden an Subunternehmer vergeben. Der Totalübernehmer selbst führt hauptsächlich nur Managementaufgaben aus. Ein Baubetreuer ist ein Unternehmer, der auf dem Grund des Bauherrn sowie im Namen und auf Rechnung des Bauherrn ein Bauwerk errichten lässt. Verträge zur Planung und zur Errichtung werden vom Baubetreuer im Namen des Bauherrn abgeschlossen. Eine vertragliche Beziehung des Baubetreuers zu den ausführenden Unternehmen besteht nicht. Ein Bauträger ist ein Unternehmer, der in der Regel vom späteren Nutzer mit Planung, Ausschreibung, Vergabe, Bauüberwachung und Übernahme eines Bauvorhabens beauftragt ist. Charakteristisch für einen Bauträger ist, dass er auf eigenem Grund, im eigenen Namen und auf eigene Rechnung das Werk errichtet und mit dem späteren Erwerber einen Bauträgervertrag abschließt, der dem Erwerber das Eigentum oder sonstige Nutzungsrecht zusichert. Der Bau-Treuhänder ist ein Vertreter des Bauherrn, der auf dem Grund des Bauherrn im eigenen Namen, aber auf fremde Rechnung und Nutzung durch den Bauherrn (Treugeber) ein Bauwerk errichten lässt. Der Bau-Treuhänder ist im Besitz des Vollrechts und kann daher wie der Bauherr agieren. Er ist dem Treugeber für treuwidriges Verhalten verantwortlich. Ein Subunternehmer (auch Nachunternehmer genannt) ist ein Unternehmer, der Teile der an den Auftragnehmer (Generalunternehmer) übertragenen Leistung ausführt und vertraglich nur an diesen gebunden ist. Die bloße Lieferung von Materialien oder Bestandteilen, die zur Erbringung einer Leistung erforderlich sind, stellt keine Subunternehmerleistung dar. Oftmals ist das Bestreben um Risikoüberwälzung oder Risikoteilung im Sinne eines Risikomanagements der Grund des Auftragnehmers (Generalunternehmer), Subunternehmen einzuschalten.

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eco.wirtschaft

Volks.bank

25 % Kursgewinnsteuer auf Wertpapiere ab 2011:

Tipp: Jetzt Steuerspar- & DepotCheck der Volksbank nutzen! Die 25 %ige Kursgewinnsteuer wird spürbare Auswirkungen auf die Inhaber von Wertpapier- und Fondsspar-Depots haben. Die neue Steuer wirft viele konkrete Fragen auf. Viele Wertpapieranleger in Tirol sind daher verunsichert und suchen dringend nach Antworten:

anlagungssumme in ein Kapitalsparbuch der Volksbank mit Zinsen in Höhe von 2,5 % p.a. fi x für 6 Monate zu investieren. Um dieses Service anbieten zu können, benötigen wir einfach einen aktuellen Depotauszug der jeweiligen Hausbank.

Mag. Franz Stern, Leiter Vermögensund Finanzplanung der Volksbank Tirol Innsbruck-Schwaz AG: „Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass bei fast allen Depots Verbesserungen – entweder bei Rendite, Steuern oder Risiko – erzielt werden konnten.“ Foto: Volksbank

• Welche Auswirkungen hat die neue Kursgewinnsteuer auf mein persönliches Depot? • Welche interessanten Anlage- und Vorsorgemöglichkeiten gibt es, die nicht der neuen Kursgewinnsteuer unterliegen? • Lassen sich durch gezielte Umschichtungen in einem Wertpapier- oder Fondsspardepot jetzt noch steuerfreie Kursgewinne erzielen? • Sind die Fonds, die als Tilgungsträger für meinen Fremdwährungskredit verwendet werden sollen, von der neuen Steuer betroffen? • Worauf muss ich achten, um eine steueroptimale Veranlagung auch in Zukunft sicherzustellen?

Viele Fragen – die Volksbank gibt Ihnen konkrete Antworten! Die Anlage- und Wertpapierexperten der Volksbank Tirol Innsbruck-Schwaz AG analysieren Ihr Fondsspar- bzw. Wertpapierdepot genau und planen mit Ihnen sinnvolle Maßnahmen zur Optimierung Ihrer künftigen Anlage- und Vorsorgestrategie. Sie erhalten dabei auch alle relevanten Informationen über die Auswirkungen der neuen Kursgewinnsteuer.

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recht.aktuell

Zankapfel Pistentouren Während vor Jahren Tourengeher am Pistenrand aufsteigend an der Hand abgezählt werden konnten, hat sich das Pistentourengehen in letzter Zeit zu einem regelrechten Boom entwickelt. Ein Boom, der mannigfaltige Probleme aufwirft, die leider zum größten Teil bis heute nicht gelöst sind.

Text: Andreas Ermacora Fotos: Egon Wurm, TVB Stubai

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Zunächst einige Fakten: Tourengehen, auch Skibergsteigen genannt, wächst seit Jahren mit ca. 15 % pro Jahr, der Umsatz im Handel mit ungefähr 20 % (Quelle: österreichischer Sporthandel). Im vergangenen Winter wurden erstmals mehr Tourenski (ca. 43.000 Paar) als Langlaufski (ca. 37.000 Paar) und Snowboards (ca. 33.000 Paar) verkauft (Quelle: österreichische Skiindustrie). Insgesamt 700.000 Aktive betreiben diesen Sport (Quelle: OEAV ), davon mindestens 80.000, die nicht alpinorientiert sind, sondern für die die körperliche Fitness im Vordergrund steht. Vor allem in Ballungszentren, wie im Großraum Innsbruck, ist ein enormer Zuwachs von Pistentourensportlern zu bemerken. Auf der Mutterer Alm zum Beispiel halten sich an manchen Tagen die Abfahrer mit Rucksack und die reinen Pistenskifahrer schon die Waage. Dass mit diesem neuen Trend nicht alle glücklich sind, liegt auf der Hand.

Die Skipisten werden in allererster Linie für die zahlenden Skifahrer, die die technischen Aufstiegshilfen benützen und Tageskarten lösen, aufwendig präpariert. Daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. Warum strömen aber immer mehr Sportler auf die Skipisten, um dort aufzusteigen? Die Gründe sind leicht erklärt. Das Abfahren im Tiefschnee oder gespurten Schnee ist nicht jedermanns Sache, Lawinengefahr ist kein Thema, Lawinenausrüstung ist nicht notwendig, Aufstieg auf der Piste geht schnell zwischendurch, meist wartet ein warmes Gasthaus am Gipfel, die körperliche Fitness wird gesteigert, man bewegt sich in der Natur und das „sicher“. Das mit der Sicherheit ist aber so ein Thema und wird von vielen Liftbetreibern als ein gewichtiges Argument für die Unverträglichkeit der beiden Interessen herangezogen. Gemäß FIS-Regel 7 muss ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, den Rand der Abfahrt benützen. In den meisten Fällen


nigen Jahren eine Bestimmung im Polizeigesetz aufgenommen, wonach es den Gemeinden erlaubt wird, nächtliches Skifahren zu verbieten. Wer auf frischer Tat ertappt wird, hat mit einer Strafe von bis zu EUR 500,00 zu rechnen. In Kärnten (Skigebiet Gerlitzen) wird seit 2007 eine Pistenmaut in Höhe von EUR 5,00 eingehoben. Die Frage der Durchsetzbarkeit stellt die Betreiber vor enorme Probleme. Konflikte mit Tourengehern, die sich weigern, den Obolus zu bezahlen, sind an der Tagesordnung. Ich bin der festen Überzeugung, dass Verbote und Strafen der falsche Weg ist. Ähnlich wie beim Mountainbikeboom vor einigen Jahren, wo die Touristiker spät aber doch erkannt haben, dass es kontraproduktiv ist, eine aufstrebende Sportart zu verbieten, wird es auch beim Pistentourengehen sein. Der Nutzen, verschiedenen Sportler „ ihren „ Sport zu ermöglichen, ist über kurz oder lang auch aus wirtschaftlicher Sicht als weitsichtig zu bezeichnen. Tirol kann als Vorreiter bezeichnet werden. Nach einem langen Diskussionsprozess, an dem die alpinen Vereine beteiligt waren, ist es unter Federführung des Landes Tirol gelungen, die Tiroler Seilbahnwirtschaft mit ins Boot zu nehmen. Zehn Empfehlungen für Pistentouren wurden ausgearbeitet, mit dem Ziel, ein Nebeneinander zu ermöglichen, jedoch bei Tourengehern das Bewusstsein zu schaffen, dass die Pisten in erster Linie den Benützern der Bergbahnen dienen und der Tourengeher nur Gast auf der Piste ist. Mit diesem Grundverständnis und der Einhaltung der Empfehlungen lassen sich Konflikte vermeiden. Um den Sportlern auch die Ausübung des Pistengehens am Abend zu ermöglichen, wurde ein Modell erarbeitet, wonach jeden Abend der Woche ein anderes Skigebiet im Großraum Innsbruck die Pisten für die Tourengeher öffnet. Dieses Modell wird gut angenommen und trägt dazu bei, dass Konflikte vermieden werden sollen. An den jeweilig „ offenen „ Abenden steigen hunderte Sportler auf der Piste auf. Die Gastronomiebetriebe freuen sich über gute Umsätze. Die anderen Bundesländer sollten sich ein Beispiel am „Tiroler Modell“ nehmen. Letztlich lebt der Tourismus von der Akzeptanz der Einheimischen. Bewilligungen für Seilbahnen werden erteilt, weil diese im öffentlichen Interesse stehen. Öffentliches Interesse bedeutet, dass alle etwas davon haben sollten. Schließlich werden die meisten Skigebiete stark mit öffentlichen Geldern subventioniert. Dies ist auch letztlich der Grund dafür, dass das Land Tirol bisher von weiteren gesetzlichen Regelungen Abstand genommen hat und an das Verständnis aller beteiligten Interessengruppen appelliert. Sollte sich aber der Boom in Richtung Pistentouren weiter fortsetzen, so wird als nächster Schritt wohl an die Öffnung eigener Pisten für Tourengeher in Skigebieten zu denken sein. Eigene Aufstiegsrouten gibt es bereits in manchen Skigebieten, die von den Sportlern sehr gut angenommen werden. Bei gegenseitigem Verständnis und Akzeptanz der Interessen der „Anderen“ wird auch weiterhin ein Nebeneinander möglich sein.

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wird diese Regel auch eingehalten. Leider gibt es aber ein paar Unverbesserliche, die immer noch glauben, die Piste gehöre ihnen alleine, und queren diese, wie sie es wollen. Es kann also nicht oft genug an die Tourengeher appelliert werden, den Pistenrand zum Aufstieg zu benützen. Überbewertet darf aber diese mögliche Kollisionsquelle auch nicht werden. Ein Mensch auf der Piste stellt keine atypische Gefahr dar. Jeder Abfahrer muss auf Sicht fahren, um vor einem Hindernis rechtzeitig stehen bleiben zu können. Ein weitaus größeres Sicherheitsproblem stellen Tourengeher jedoch nach Pistenschluss dar. Nach 17:00 Uhr bis spät in die Nacht werden die Pisten mechanisch mit Pistenraupen für den kommenden Tag präpariert. In steilen Hängen geschieht dies mit Hilfe von Seilwinden, die ein Abrutschen des Gerätes verhindern und eine gleichmäßige Präparierung ermöglichen sollen. Während Kollisionen mit Pistengeräten eher selten sind, gibt es jährlich einige schwere und schwerste Unfälle durch die in der Nacht nicht sichtbaren Stahlseile. Nachdem der Pistenhalter verpflichtet ist, entsprechende Absperrungen vorzunehmen, um einer Haftung zu entgehen, sind die Liftbetreiber dazu übergegangen, die Pisten ab Betriebsschluss gänzlich zu sperren. Die Rechtsfrage, ob sie dazu überhaupt berechtigt sind, ist bis heute nicht restlos geklärt. Die herrschende Auffassung der Experten lautet aber dahingehend, dass ein Liftbetreiber wohl berechtigt ist, aus betrieblichen Gründen den Zugang des Betriebes zu sperren. Eine Berufung der Sportler auf das freie Recht des Betretens und der Nutzung der Natur ist sicher schwächer als das verfassungsgesetzlich gewährleistete Recht auf Unverletzlichkeit des Eigentums. Mit anderen Worten: Wenn es keine gesetzliche Berechtigung zum Betreten der Skipisten gibt, kommt nur Ersitzung oder der Gemeingebrauch in Frage. Ob die „Allgemeinheit“ das Recht des Aufstieges auf einer Piste durch mindestens 30-jährige Übung ersessen hat, wäre im Einzelfall zu prüfen. Bisher hat es ein solches Verfahren jedoch in Österreich noch nicht gegeben. Skipisten unterhalb der Waldgrenze sind nach allgemeiner Auffassung vom allgemeinen Betretungsrecht des § 33 ForstG (jedermann darf ohne Zustimmung des Eigentümers den Wald zu Erholungszwecken betreten) ausgenommen. Oberhalb der Waldgrenze, im sogenannten Ödland, gibt es in manchen Bundesländern (nicht in Tirol) ein allgemeines Betretungsrecht für unbearbeitete Flächen. Ob Skipisten, die regelmäßig präpariert und markiert werden, solche unbearbeiteten Flächen sind, ist ebenfalls fraglich. Lediglich in Vorarlberg gibt es eine Bestimmung im Sportgesetz, die Tourengehern das Recht einräumt, Skipisten zu betreten (was hier wohl auch unterhalb der Waldgrenze zu gelten hat). Unabhängig von der unklaren Rechtslage oder gerade deshalb keimen seit wenigen Jahren immer stärker werdende Konflikte auf, die in Richtung „Reglementierung des Aufstieges auf Skipisten, Verbot in den Abendstunden, Einhebung einer Pistenmaut“ gehen. Die Salzburger Landesregierung hat bereits vor ei-

RA Dr. Andreas Ermacora Partner bei König-ErmacoraLässer & Partner Maria-Theresien-Straße 13/II 6020 Innsbruck Tel.: 0512/58 54 33 office@advokatur.at www.advokatur.at

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Wissenschaft & Neue Märkte

Arbeitsschwerpunkte 2011 Die Themen Wirtschaft und Arbeit sowie Gesundheitsversorgung sollen 2011 im Fokus der Arbeitssschwerpunkte des Landes Tirol stehen. Die Tiroler Landesregierung stellt im Jahr 2011 dabei die Vollbeschäftigung sowie die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems auf der Prioritätenlisten ganz nach oben. Drei strategische Ansätze hat die Landesregierung für den Arbeitsmarkt formuliert: „Wir werden die Langzeitarbeitslosigkeit weiter bekämpfen, Jugendliche und ältere Arbeitnehmer besser in den Arbeitsmarkt integrieren und wir starten eine Facharbeiteroffensive“, fasst Platter die Maßnahmen zusammen. In Tirol sind 2.500 Menschen länger als ein halbes Jahr ohne Job. „Wir wollen diese noch besser abholen und wieder in den Arbeitsmarkt integrieren.“ Noch im Frühjahr dieses Jahres soll das überarbeitete Wirtschaftsleitbild Tirol präsentiert werden. Die Eckpfeiler sind die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit sowie die Förderung von Forschung, Technologie und Innovation. Ein klares Bekenntnis gibt die Tiroler Landesregierung zum Ausbau der Wasserkraft ab sowie für die Erweiterung bzw. Zusammenschlüsse von Skigebieten. Mit dem Abschluss der Arbeiten für den Kriterienkatalog zur Nutzung der Wasserkraft und der Seilbahngrundsätze ist noch im ersten Halbjahr zu rechnen. Die Regelwerke sollen Projektwerbern mehr Planungssicherheit geben. Die Gesundheitsoffensive umfasst ein umfangreiches Programm. In den nächsten zehn Jahren werden 680 Millionen Euro in die Modernisierung und den Ausbau der Bezirkskrankenhäuser und des Landeskrankenhauses Innsbruck investiert, kündigte Landeshauptmann Platter an.

Die Tiroler Landesregierung und die Klubobmänner der Regierungsparteien fixierten in ihrer Klausur die Arbeitsschwerpunkte für das Jahr 2011 Foto: Land Tirol/Sidon

Dr. Kai de Weldige vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft übergab die höchstdotierte Auszeichnung für deutsche Nachwuchsphysiker an Prof. HannsChristoph Nägerl Foto: Uni Innsbruck

Preis für Quantenphysiker Höchststand bei gewerblichen Unternehmen Noch nie gab es so viele gewerbliche Unternehmen in Tirol: Mit Stand 31.12.2010 waren es exakt 37.916 (aktive Mitgliedschaften der Wirtschaftskammer Tirol). Größte Sparte in Tirol ist dabei das Gewerbe und Handwerk, gefolgt von der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft. Bei der Unternehmensquote belegt Tirol den dritten Platz im Österreich-Ranking: Pro 1.000 Einwohner (EW) gibt es in Tirol 54 gewerbliche Unternehmen. Vor Tirol liegen Salzburg mit 59 und Wien mit 57 Unternehmen/1.000 EW. Aktive Spartenmitgliedschaften 2010 Gewerbe und Handwerk Industrie Handel Bank und Versicherung Transport und Verkehr Tourismus und Freizeitwirtschaft Information und Consulting

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14.338 698 11.742 127 3.218 9.472 6.559

Für herausragende Forschungen auf dem Gebiet der Experimentalphysik erhielt Hanns-Christoph Nägerl den Rudolf-Kaiser-Preis 2010. Die mit 35.000 Euro höchstdotierte Auszeichnung für deutsche Nachwuchsphysiker wurde an der Universität Innsbruck überreicht. Nägerl und sein Team vom Institut für Experimentalphysik sind international führend bei der Erforschung ultrakalter Quantengase. Ultrakalte Gase gelten als ideales Modellsystem für die Erforschung quantenphysikalischer Phänomene. Hanns-Christoph Nägerl studiert deren Eigenschaften seit über zehn Jahren und war an einigen weltweit beachteten Durchbrüchen auf diesem Forschungsgebiet beteiligt. Mit der Arbeitsgruppe um Wittgenstein-Preisträger Rudolf Grimm konnte er das erste Bose-Einstein-Kondensat aus Cäsiumatomen realisieren und den ersten experimentellen Nachweis von EfimovZuständen erbringen. Mit seiner eigenen Forschungsgruppe ist es Hanns-Christoph Nägerl kürzlich erstmals gelungen, ein Quantengas von chemisch gebundenen Molekülen zu erzeugen und die Teilchen quantenmechanisch vollständig zu kontrollieren. Zahlreiche Veröffentlichungen in den Fachzeitschriften Nature und Science zeigen auch die große internationale Beachtung der Innsbrucker Forscher.


FH-Prof. Dr. Bernd Ebersberger, Leiter F&E Services am MCI, überreicht dem Team rund um Barbara Parson, Tamara Kohl, Marta Merschitsch, Ulrike Steinhart und Steffa Waffenschmidt die Urkunde für den 3. Platz Die Gewinnerin des Creativity Awards 2010: Doris Tipotsch

Ing. Christian Senn

Fotos: MCI

2011 fängt bestens an Die Forschungsleistungen von Dr. Yu Kasugai (li.) und Dr. Ramon Tasan, PhD vom Institut für Pharmakologie wurden ausgezeichnet

Anerkennung Innovative Geschäftsideen Das MCI vergibt alljährlich in Zusammenarbeit mit CAST den Creativity Award und fördert damit Studierenden in ihren Visionen, Ideen und konkreten Vorhaben. Der Wettbewerb richtete sich an MCI-Studierende aller Studienrichtungen mit herausragenden Geschäfts- oder Produktideen. Beim Creativity Award werden die eingereichten Projekte auf ihr unternehmerisches Potenzial hin überprüft und die Studierenden in der Umsetzung unterstützt und unternehmerisches Bewusstsein gestärkt. 1. Platz: Doris Tipotsch 2. Platz: Stefan Geisler, B.Sc. 3. Platz: Barbara Parson, Tamara Kohl, Marta Merschitsch, Ulrike Steinhart, Steffa Waffenschmidt (Teameinreichung) 4. Platz: Judith Niederwieser 5. Platz: Mateen Thaha, Benjamin Suitner (Teameinreichung) Insgesamt wurden 22 Ideen eingereicht. Die Studierenden stammen aus technischen, wirtschaftswissenschaftlichen und gesellschaftlichen Studiengängen am MCI.

Beim 16. wissenschaftlichen Symposium der Österreichischen Pharmakologischen Gesellschaft (APHAR) in Wien wurde sowohl der Preis für den besten Vortrag wie auch der Preis für das beste Poster an zwei Wissenschaftler des Instituts für Pharmakologie der Medizinischen Universität Innsbruck vergeben: Der Preis für den besten Vortrag erging an Dr. med. Ramon Tasan, PhD, den Preis für das beste Poster erhielt Dr. Yu Kasugai. Bei beiden Präsentationen ging es um neuartige Erkenntnisse in der Angstforschung.

Info

Angststörungen stellen weltweit die größte Gruppe psychischer Erkrankungen dar und bedeuten sowohl eine Einschränkung der Lebensqualität für das Individuum als auch eine große sozioökonomische Belastung für die Gesellschaft. Derzeitige therapeutische Ansätze beschränken sich auf die Gabe von selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRIs) und Benzodiazepinen, begleitet von psychotherapeutischer Betreuung. Ein Großteil der PatientInnen benötigt Langzeittherapien bzw. spricht kaum oder gar nicht auf die Behandlung an. Zwei Wissenschaftler des pharmakologischen Instituts der Medizinischen Universität Innsbruck beschäftigen sich in ihren Forschungsprojekten mit Angststörungen.

Ankündigung

KREATIVES HANDWERK TIROL startet in die dritte Runde Die Ausschreibung für die Einreichung von neuen Projekten läuft bis zum 31. März 2011. Im Rahmen von „Kreatives Handwerk Tirol“ werden Projekte aus Klein- und Mittelbetrieben des Tiroler Handwerks, die in Kooperation mit KreativpartnerInnen innovative Produkte sowie Prozesse entwickeln, gefördert. Die Projektförderung reicht bis zu 50 % (nicht rückzahlbare Zuschüsse) der Gesamtprojektkosten. Ziel ist es, die Entwicklungspartnerschaften zwischen HandwerkerInnen und Kreativschaffenden weiter auszubauen, um neue und innovative Produkte sowie Prozesse voranzubringen. Land Tirol, die Wirtschaftskammer Tirol und die Europäische Union unterstützen mit dem Programm eine wichtige Säule der heimischen Wirtschaft, die Klein- und Mittelbetriebe des Tiroler Handwerks. Info und Anmeldung: CAST, Center for Academic Spin-offs Tyrol Life Science Center, Mitterweg 24, 6020 Innsbruck www.cast-tyrol.com

Die Nachrichten aus der Wirtschaft sind sehr positiv. Die Wirtschaftskammer vermeldet zum Jahresende einen Höchststand an gewerblichen Betrieben in Tirol. In den Unternehmen und auch auf politischer Ebene werden mit viel Elan und positiver Stimmung gerade die Weichen für eine vielversprechende Zukunft gestellt. Das Land Tirol hat seine Arbeitsschwerpunkte für das Jahr 2011 vorgelegt, die Zukunftsstiftung wurde neu ausgerichtet und firmiert jetzt unter dem Namen Standortagentur Tirol und mit nochmals geschärften Aufgabengebieten. Das Zukunftszentrum hat mit Anfang Jänner ein innovatives Integrations- und Bildungsprojekt auf den Weg geschickt. In den Unternehmen wird mit Hochdruck an neuen Projekten, Produkten und Leistungen gearbeitet. Aber es gibt auch 2011 Sorgenkinder. Sowohl Industriellenvereinigung als auch Wirtschaftskammer fordern von der Politik längst überfällige Verwaltungsreformen ein. Die Bauwirtschaft hat in den Konjunkturumfragen der Wirtschaftskammer im Unterschied zu allen anderen Branchen ein eher düsteres Bild gezeichnet. Die Wirtschaftskammer Österreich ist unzufrieden mit der Performance der Österreich Werbung im Inland und kündigte die Mitgliedschaft. Das Dauerthema Bildung wird in Tirol auch in den nächsten Monaten noch Anlass zu Diskussionen geben – die Neue Mittelschule scheint nur ein Zwischenschritt zu sein, von Zufriedenheit mit den möglichen Lösungen ist im Land noch wenig zu spüren. Es wird auf jeden Fall ein spannendes Jahr – mit viel positiver Grundstimmung, auf deren Basis vielleicht auch einige ganz große Würfe möglich werden. Und wir freuen uns auf jeden Fall auf viele interessante Geschichten. Ihr Christian Senn Lassen Sie es uns wissen, wenn Sie ein neues Patent anmelden, einen Förderpreis erhalten oder interessante Kooperationen eingehen. Hier ist Raum für Ihre Ideen. Schreiben Sie mir unter: christian.senn@econova.at

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eco.zukunft

eco.mmentar


adventure X geht in die zehnte Runde Der Businessplanwettbewerb adventure X geht heuer bereits in die 10. Auflage. Von Jänner bis Juni 2011 sind Gründungsinteressierte und potenzielle UnternehmensgründerInnen in Tirol aufgerufen, sich anzumelden und – unterstützt von 50 FachexpertInnen und Coaches – einen maßgeschneiderten Businessplan zu erstellen. Neu ist zum 10-jährigen Jubiläum von adventure X ein Zwei-Phasen-Konzept. Nach effizienter Wissensvermittlung in Phase eins setzt die Phase zwei ganz auf Vernetzung: Frühe Schlüsselkontakte sollen die Umsetzung der Businesspläne und den Weg zum Kapital erleichtern.

Text: Barbara Wildauer Fotos: iStockphoto, Standortagentur Tirol

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10-jährige Erfolgsgeschichte 1.651 Tirolerinnen und Tiroler haben das RundumService beim Businessplanwettbewerb adventure X bereits genützt. Sie gründeten 212 Unternehmen und beschäftigen heute über 1.000 Mitarbeiter. „Auch aktuell herrscht in Tirol eine sehr positive Gründerstimmung“, freut sich Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf über ein sehr positives „Gründerklima“ in Tirol. 2009 wurden in Tirol 2.139 neue Unternehmen gegründet und damit um 17,8 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Zusätzlich hat im Jahr 2009 bereits jeder zweite Österreicher Interesse an der Selbständigkeit bekundet. Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf: „Ein starker Wirtschaftsstandort wie Tirol braucht immer wieder ‚frisches Blut‘ und

neue Geschäftsideen, aus denen neue Unternehmen werden, die wiederum neue Arbeitsplätze schaffen und Wertschöpfung ins Land bringen. adventure X ist dazu ein wertvolles Instrument.“

In zwei Phasen zum Businessplan und zu gezielten Kontakten Bis Ende März dauert die Konzeptionsphase. Praxiserfahrene Experten helfen den Teilnehmern bei der Erstellung von Plänen, die Geschäftsidee und Kundennutzen ebenso beschreiben wie das zu erwartende Marktpotenzial oder passende Marketing- und Vertriebsstrategien. Eine Jury entscheidet nach Punkten, welche eingereichten Konzepte als Top-30-Businesspläne in die zweite Runde einziehen. In einer


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Vernetzungsphase warten dann neue Termine auf die Teilnehmer: darunter ein Speed-Dating der Top 30 sowie ein Match-Making-Tag mit Branchenprofis aus der Tiroler Unternehmerschaft. Die Phase schließt mit der Abgabe der um eine Finanzplanung komplettierten Businesspläne im Mai des Jahres. „Neben der Hilfe zur soliden Geschäftsplanung sind frühe Kontakte zu möglichen Partnern und zum Kapital die wichtigste Unterstützung für Gründer. Von der neuen Vernetzungsphase soll im Besonderen die jüngste Zielgruppe bis 29 Jahre profitieren“, informiert Dr. Harald Gohm, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol. „Während Phase eins für alle zur Teilnahme offen ist, haben wir in Phase zwei nun die Option, die 30 besten Konzepte aus der Vorrunde noch intensiver als bisher auf die Selbständigkeit vorzubereiten und diese ganz gezielt mit für sie wesentlichen Kontakten zusammenzubringen“, so Gohm.

Die 10. Auflage des Tiroler Businessplanwettbewerbs adventure X startet. Lust auf Teilnahme machten bei der Vorstellung für die Presse die erfolgreichen Teilnehmer und Gründer Hubert Hochleitner und Frank Steinbacher sowie die Veranstalter Harald Gohm, Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und Christian Mathes (v.l.)

Sprungbrett zum beruflichen Neustart adventure X erweist sich für viele Teilnehmer als Sprungbrett zum berufl ichen Neustart. Ein Beispiel ist Vorjahressieger Hubert Hochleitner, der den Bewerb mit einem Businessplan für die Entwicklung und Vermarktung eines Sounddiff user-Systems für Gitarrenverstärker gewonnen hat. „Für mich war die Gründung eines eigenen Unternehmens der Weg aus der Arbeitslosigkeit“, erzählt Hochleitner. „Besonders mit Hilfe der Einzelcoachings konnte ich den Businessplan für mein Einzelunternehmen wesentlich verbessern. Die Siegerprämie hat mir darüber hinaus bei der Finanzierung des Projektes geholfen.“ Anders der Weg von Frank Steinbacher, der als Dissertant an der Universität Innsbruck das Unternehmen AHM Airborne HydroMapping mitgegründet hat: „Wir haben beim Businessplanwettbewerb die Idee zur wirtschaftlichen Fortführung eines Forschungsprojektes aus dem Arbeitsbereich Wasserbau zum ersten Mal von unabhängigen Dritten bewerten lassen. So

konnten wir Schwachstellen im Businessplan aufdecken und einen ganz neuen Weg in der Umsetzung einschlagen. Damit ist es uns dann gelungen, für die Gründung die Begleitung und Förderung durch das CAST sowie in Folge eine Finanzierung der Austria Wirtschaftsservice einzuwerben.“ Das Start-up AHM Airborne HydroMapping ist Spezialist für die Vermessung von Oberflächengewässern aus der Luft und entwickelt hierfür ein neues Messverfahren. Das neue Verfahren ist schneller und kostengünstiger als klassische Vermessungsmethoden und liefert zum ersten Mal flächenhafte Unterwasserkarten. AHM hat im Dezember 2010 auch den österreichweiten Businessplanwettbewerb i2b als Gesamtsieger gewonnen. Veranstalter des Businessplanwettbewerbs adventure X sind auch heuer Standortagentur Tirol und CAST, unterstützt von zum Teil schon langjährigen Partnern wie Wirtschaftskammer Tirol, Prisma AG oder dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG.

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Termine, Anmeldung und Kontakt: www.adventurex.info Standortagentur Tirol Tel.: 0512/57 62 62-18 businessplan@standort-tirol.at

Zukunftsstiftung ist jetzt Standortagentur Tirol Seit 1. Jänner 2011 hat die Tiroler Zukunftsstiftung unter der neuen Bezeichnung Standortagentur Tirol einige Änderungen zu berichten.

Änderung bei den Förderprogrammen Durch das Inkrafttreten der Gesetzesnovellierung der Tiroler Zukunftsstiftung ergeben sich Änderungen im Förderbereich: Die Standortagentur Tirol ist erste Anlaufstelle bei Beratungen aller Forschungs-, Technologie- und Innovationsförderprogramme des Landes. Dazu zählen die Programme K-Regio, Translational Research und Machbarkeitsstudien ebenso wie die Programme InnovationsassistentIn, die erweiterte Tiroler Kooperationsförderung, die Förderung für Initiativprojekte und die Forschungsförderung des Landes Tirol. Fördermittel aus folgenden Programmen sind weiterhin bei der Standortagentur Tirol zu beantragen: K-Regio • Translational Research • Machbarkeitsstudien • InnovationsassistentIn Anträge für Initiativprojekte, die Tiroler Kooperationsförderung und die Forschungsförderung sind beim Sachgebiet Wirtschaftsförderung in der Abteilung Wirtschaft und Arbeit des Amts der Tiroler Landesregierung einzubringen. Die Förderentscheidung bei allen Förderprogrammen obliegt der Tiroler Landesregierung, die Auszahlungen der Förderungen dem Sachgebiet Wirtschaftsförderung. Mit der neuen Bezeichnung ändern sich auch die Adresse im Web (www.standort-tirol.at) und die E-Mail-Adressen der Mitarbeiter der Standortagentur des Landes: vorname.nachname@standort-tirol.at.

Das Büro für Europäische Programme wurde in die Standortagentur integriert Die Aufgaben und Mitarbeiter des Büros für Europäische Programme (www.bep.at) wurden mit 1. Jänner 2011 in die Standortagentur Tirol integriert. Interessierte erhalten Beratungen und Informationen zum 7. EU-Rahmenprogramm, dem Enterprise European Network und den Mobilitätsprogrammen Erasmus und Leonardo da Vinci ab sofort von der Standortagentur Tirol.

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Text: Barbara Wildauer, Fotos: Standortagentur Tirol, AHM

Von universitärer Forschung zur Unternehmensgründung Schneller und informativer als bisherige Verfahren zur Gewässervermessung ist das luftgestützte Laserscansystem, das Frank Steinbacher und Markus Aufleger vom Arbeitsbereich Wasserbau der Universität Innsbruck gemeinsam mit ihrem Technikpartner RIEGL LMS im Rahmen eines Forschungsvorhabens entwickelt haben. Das aus dem Forschungsprojekt entstandene Unternehmen „Airborne HydroMapping“ beendete den österreichweiten Businessplanwettbewerb i2b 2010 als Gesamtsieger und konnte bereits eine AWS-Förderung lukrieren.

Beim Tiroler Businessplanwettbewerb adventure X 2010 holte sich Frank Steinbacher mit seinen Partnern Unterstützung zur Unternehmensgründung. Frank Steinbacher: „Wir haben mit unserem ersten Businessplan-Entwurf bei den Fachcoaches nicht besonders gut abgeschnitten. Das haben wir als wertvollen Erfahrungsgewinn und Hinweis genommen, wo wir noch besser werden müssen. Universitäre Forschung und Unternehmensgründung sind doch zwei sehr verschiedene Aufgabengebiete.“

Die Grundlagen für das ambitionierte Gründungsprojekt hat Frank Steinbacher im Zuge seiner Doktorarbeit geschaffen. 2007 folgte ein Forschungsantrag bei der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der mit einem Förderrahmen von über 1 Million Euro genehmigt wurde. Anfang Dezember 2010 ging Airborne HydroMapping als Gesamtsieger aus dem österreichweiten i2b-Businessplan-Wettbewerb hervor, ein hochdotierter EU-Projektantrag mit 15 EUPartnern wurde im November 2010 eingebracht. „Wir hatten Beteiligungsanfragen von mehr als 120 Universitäten“, freut sich ZT DI Frank Steinbacher. „Geplant war das Projekt als regionales Angebot, durch das große Interesse müssen wir uns allerdings internationaler als vorerst geplant orientieren.“ Mit der im Jahr 2000 in Kraft getretenen Wasserrahmenrichtlinie sind EU-Mitgliedsstaaten verpflichtet, geeignete Maßnahmen zu einer nachhaltigen und umweltverträglichen Wassernutzung zu ergreifen. „Es wird einen enormen Bedarf an Vermessungsarbeiten in Seen, Stauräumen, Flüssen und Bächen geben“, erläutert DI Frank Steinbacher. „Im Vergleich zur klassischen Gewässervermessung ist die Messung aus dem Flugzeug deutlich schneller und zeichnet sich durch einen größeren Informationsgehalt aus“, sagt der Wissenschaftler.

Ein Flugzeug, ein neuer Laserscanner und jede Menge Vermessungspunkte Die luftgestützte Hydrographie basiert auf den zwei Laufzeitinformationen eines Laserimpulses. Beim

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Erreichen der Wasseroberfläche wird der Laserpuls teilweise rückgestreut und eignet sich dadurch zur Bestimmung der Grenzfläche Luft/Wasser. Der reflektierte Laserimpuls wird von einem Empfänger an Bord des Flugzeugs registriert. Die Entfernung zwischen dem Flugzeug und der Grenzfläche Luft/ Wasser bzw. dem Flugzeug und der Sohlenoberfläche errechnet sich unter Berücksichtigung der Lichtgeschwindigkeiten in Luft und Wasser aus den unterschiedlichen Signallaufzeiten. Die Wassertiefe wird über die Differenz der Entfernungen zwischen Flugzeug und Sohlenoberfläche sowie Flugzeug und Grenzfläche Luft/Wasser ermittelt. Die beim Überfl iegen mittels Laserscan gewonnenen Daten ergeben eine zunächst unübersichtliche Punktwolke. „Wichtiges Know-how liegt in der Weiterverarbeitung der Daten zu einem Maschennetz und der Erstellung eines digitalen, in das Geländemodell integrierbaren Gewässermodells“, hebt Steinbacher hervor.

Lehre und Forschung profitieren von Unternehmensgründung Für Lehre und Forschung an der Universität Innsbruck eröff nen sich durch die Unternehmensgründung ebenfalls neue Möglichkeiten: „Durch die geplante räumliche Nähe zur Universität von Airborne HydroMapping im ICT-Gebäude in Innsbruck haben auch Studierende im Rahmen von Lehrveranstaltungen die Möglichkeit, Einblick in diesen vollkommen neuen technischen Bereich zu bekommen“, streicht Steinbacher hervor. Airborne HydroMapping betreibt ein Flugzeug, das für Vermessungs- und Erkundungsflüge oder als Testplattform für luftgetragene Messsysteme zur Verfügung steht. Ab Mai 2011 wird am Flughafen Innsbruck eine eigene Flugplattform stationiert. „Es bestehen eine Reihe Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Fachbereichen“, freut sich Steinbacher. So hat sich zum Beispiel im Rahmen von Gesprächen mit dem Institut für Mikrobiologie bereits ein mögliches gemeinsames Projekt ergeben, im Rahmen dessen Mikroorganismen im Eis geortet werden sollen.

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Links: Großes Teilnehmerinteresse bei den 13. FMGesprächen in Kufstein Rechts: Ausstellungsstück zum Leitthema „Built Environment“

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Fotos: FH Kufstein

FH Kufstein: Facility Management im weltweiten Fokus Von 19. bis 21. Jänner trafen sich über 150 Experten der Bereiche Facility Management und Immobilienmanagement aus der ganzen Welt in Kufstein, um über die neuesten Beiträge zum Themenbereich Built Environment zu diskutieren. Für drei Tage stand Kufstein bereits zum 13. Mal ganz im Mittelpunkt der Facility- und Immobilienmanagement-Welt. Derzeit arbeiten viele Abteilungen isoliert, ohne ganzheitliche Betrachtungsweise ihres Unternehmens. Unter „Built Environment“ werden die Disziplinen Facility Management, Immobilienmanagement und Architektur zusammengefasst. Ziel ist es, die Prozesse in und um Gebäude lebenszyklusorientiert zu optimieren und den Wert und die Qualität der Immobilien und Dienstleistungen zu steigern. Hochkarätige Wissenschafter aus 18 Ländern brachten den begeisterten Besuchern die neun Themen Architektur & Funktionalität, Building Sciences & E-Technology, Arbeitsplatzmanagement, Energie& Nutzermonitoring, Dienstleistungsmanagement, Green Buildings & Gebäudezertifi kate, Best Prac-

tice, Finanzierung & Investition und Planungs- & Entscheidungssysteme näher. Unter den Referenten waren auch bekannte Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Prof. Matthias Ebinger vom Pratt Institute New York, Prof. Dr. Jan van Dalen aus Maastricht sowie Vicky Hardy, ehem. Standford University, USA. Viele weitere Opinion Leader und Professionals von Topunternehmen aus Facility Management und Immobilienwirtschaft nutzten begeistert die Konferenz, um die neuesten Informationen auszutauschen. Die besten Tagungsbeiträge und eingereichten Papers werden in Buchform publiziert. www.fh-kufstein.ac.at

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Erwartete Geschäftslage bis Frühjahr 2011

Geschäftslage aktuell –3

GESAMT

gut

43

schlecht

–5

PRODUKT.

37

Saldo (+/–)

DIENSTL.

Industrie Bauwirt.

–13

Bauwirt.

18 78

Handel Verkehr Tourismus Information & Consulting

Handel Verkehr

28

34

–11 24

–17

Saldo (+/–)

53

–1 30

–13

28

–7

Industrie

39

–4

schlecht

Gewerbe

44

–2

PRODUKT.

gut

DIENSTL.

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Gewerbe

GESAMT

4

–67

70

–2 –4

28 47

Tourismus

41 59

Information & Consulting

Einschätzung von % der Betriebe

38 Einschätzung von % der Betriebe

Die Konjunkturerwartungen sind positiv Aber: Optimismus allein ist zu wenig – Tirol braucht neue Investitionen, lautete das Fazit des traditionellen Konjunktur-Pressegespräches von Wirtschaftskammer-Präsident Dr. Jürgen Bodenseer am 30. Dezember 2010.

Präsident Bodenseer und Direktorin Evelyn Geiger-Anker stellten Ende Dezember die Ergebnisse des neuesten Konjunkturbarometers TOP-100, Winter 2010/2011 (inklusive Jahresausblick 2011) vor, das von der Abteilung Wirtschaftspolitik und Strategie erstellt wurde

Die Konjunkturprognose der Wirtschaftskammer für 2010 hat sich laut WK-Präsident Jürgen Bodenseer nicht nur bestätigt, „es ist in weiten Teilen der Wirtschaft sogar besser gelaufen als erwartet“. Der Geschäftsklimaindex der Top-100-Befragung unter Tiroler Leitbetrieben zeigt den Optimismus deutlich: Von seinem Tiefpunkt im März 2009 kletterte der Index bis Dezember 2009 von –26 auf –2 Prozentpunkte. Aktuell hat der Index mit +31 Punkten schon fast wieder VorKrisenniveau erreicht.

Wachstum 2010 bis zu 1,9 Prozent Unterm Strich wird die Tiroler Wirtschaft 2010 laut aktueller Einschätzung um 1,7 bis 1,9 Prozent (Bruttowertschöpfung) gewachsen sein. „Die rasche Erholung haben wir unserer Unternehmensstruktur, dem breiten Branchenmix, der Innovationskraft und der umsichtigen Personalpolitik unserer Unternehmen zu verdanken“, erklärt WK-Präsident Jürgen Bodenseer.

Geschäftslage spiegelt Optimismus wider „43 Prozent der 249 befragten Unternehmen mit über 39.000 Mitarbeitern sind mit der aktuellen Geschäftslage zufrieden. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es lediglich 24 Prozent“, so Präsident Bodenseer. Im Branchenvergleich zeigt sich, dass die Sparten Handel, Information & Consulting, Verkehr und Tourismus und auch das Gewerbe und die Industrie mit der Geschäftslage aktuell durchaus zufrieden sind.

Bauwirtschaft leidet

Text: Barbara Wildauer

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Die Bauwirtschaft ist die traurige Ausnahme – in der Bauwirtschaft hat sich die Stimmung seit Herbst weiter verschlechtert. Damals bewerteten sechs Prozent die Geschäftslage als schlecht, im Dezember waren es sogar 13 Prozent. Laut Tiroler Bauvorschau 2011 ist

der Bauproduktionswert 2009 um 17 Prozent eingebrochen und wird nach einer leichten Erholung heuer (+3 Prozent) im kommenden Jahr abermals um 2 Prozent nachgeben. „Wenn das so weitergeht, dann wird die Branche irgendwann dem Sparstift der öffentlichen Hand zum Opfer fallen“, beklagt Bodenseer die ausbleibenden Investitionen von Gemeinden, Land, Bund, ÖBB oder Asfinag. Sinnvolle und bereits paktierte Bauvorhaben gäbe es in Tirol genug, sagt Bodenseer, „aber die Politik betreibt mit der Zurückreihung der Projekte ein riskantes Spiel mit unseren Bauunternehmen und ihren 12.000 Mitarbeitern.“

Optimismus mit Unsicherheitsfaktor Auch wenn die rasche Erholung es fast wieder vergessen macht – die Tiroler Unternehmen haben zwei schwere Jahre hinter sich. „Dementsprechend freuen sich jetzt auch alle über den Aufwärtstrend und die Unternehmen sprühen vor Tatendrang und Optimismus“, sagt WK-Präsident Bodenseer unter Hinweis auf die Konjunkturerwartung für 2011. Ein Viertel der befragten Unternehmen geht davon aus, dass sich die Wirtschaftslage 2011 weiter verbessern wird, zwei von drei gehen von zumindest gleich guten Geschäften aus. Die Zahl der Pessimisten hat sich gegenüber 2010 von 30 auf 13,5 Prozent mehr als halbiert. Aus heutiger Sicht wird Tirol 2011 mit 2 bis 2,3 Prozent stärker wachsen als heuer. Für Präsident Bodenseer ist die Prognose allerdings mit Vorsicht zu genießen: „Die Weltkonjunktur schwächelt schon wieder, weil sich zum Beispiel China entschlossen hat, den überhitzten Markt durch höhere Leitzinsen etwas abzukühlen, und sich das auf den Export auswirken wird.“ Auch stellt sich die Frage, wie sich die Sparpakete zahlreicher EULänder auswirken werden, und, so Bodenseer, „auch die Euro-Krise ist noch nicht nachhaltig gelöst“.

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Foto: Betty Tubacova

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AMS fördert weiterbildungsbereite Tiroler Unternehmen 2011 mit 3 Millionen Euro. Mit Qualifizierungsverbünden und Qualifizierung für Beschäftigte unterstützt das AMS Tirol vor allem Kleinund Mittelbetriebe bei der Gestaltung und Umsetzung von Maßnahmen der Mitarbeiterqualifizierung. Bei der Beanspruchung des Förderprogramms ab 2011 sind neue Bestimmungen (siehe Infokasten) zu berücksichtigen. „Die Qualifizierung von Beschäftigten stellt für Unternehmen eine wirkungsvolle Strategie zur Prävention gegenüber drohendem Fachkräftemangel dar. Ich freue mich daher, dass es dem AMS Tirol gelungen ist – trotz mancher Einsparungsvorschläge – , 3 Millionen Euro aus Wien und Brüssel nach Tirol zu holen und damit diese sinnvolle Initiative zusammen mit den Qualifizierungsverbünden auch 2011 sicherstellen zu können“, teilt Dr. Karin Klocker das Ergebnis erfolgreicher Verhandlungen mit. Allerdings regelt eine Richtlinie die Antragstellung neu. Dr. Karin Klocker konkretisiert: „Wesentlich wird künftig sein, dass eine Woche vor Schulungsbeginn das Begehren des Unternehmens in der Landesgeschäftsstelle des AMS Tirol vollständig ausgefüllt und im Original eingelangt ist.“ 2011 wird auch die Qualifizierungsberatung weiter fortgeführt. Gerade mit diesem Instrumentarium können KMU’s dabei unterstützt werden, das oftmals ungenutzte Potenzial von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zu mobilisieren und langfristig zu nutzen. Durch eine bewusste Förderung der bereits vorhandenen MitarbeiterInnenkompetenzen kann das Wissen im Unternehmen gehalten, die betriebliche Flexibilität und die Arbeitsmotivation erhöht und insgesamt die wirtschaftliche Lage des Unternehmens gestärkt werden. Auch die Angestellten profitieren von der berufl ichen Qualifizierung durch

den präventiven Erhalt ihres Arbeitsplatzes und der Erhöhung ihrer Beschäftigungsfähigkeit, die ihnen, auch bei einem Verlust der Anstellung, die Chance auf eine Neuanstellung erleichtert. „Nicht nur, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ihrer kontinuierlichen Weiterbildung profitieren, sie arbeiten auch in Unternehmen, die durch die Bereitstellung von Fortbildung attraktivere Arbeitsplätze bieten und eine entsprechende Mitarbeiterbindung vorweisen können. Darüber hinaus ergeben sich auch interessante Kontakte zwischen den einzelnen Verbundteilnehmern“, ist Dr. Karin Klocker überzeugt vom Stellenwert der Qualifizierungsverbünde.

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Neuerungen ab 2011 Es muss ein neues Begehrensformular verwendet werden. Dieses kann beim AMS Tirol angefordert werden. Oder unter: http://www.ams.at/_docs/qfb-begehren.doc Das Begehren muss ab sofort 1 Woche vor Schulungsbeginn + vollständig ausgefüllt + im Original bei der Landesgeschäftsstelle des AMS Tirol, Andreas- Hofer- Str. 44, 6020 Innsbruck, Tel. 0512/58 46 64 eingelangt sein. Nach Kursende muss zur Auszahlung der Beihilfe eine Kopie der Teilnahmebestätigung mit der Originalunterschrift der teilnehmenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an das AMS Tirol übermittelt werden (kein Fax oder E-Mail).

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Social Business Bildungsinnovation Am 18. Jänner wurde im Zukunftszentrum Tirol ein neues und innovatives Social-Business-Bildungsprojekt – „Die Lernkaskade“ – auf den Weg geschickt. Univ.-Prof. Ing. Bjørn Ludwig, Leiter des Zukunftszentrum Tirol: „Ich habe die Idee des ‚Chancenwerks’ von Murat Vural 2008 kennen gelernt. Das Zukunftszentrum Tirol hat gemeinsam mit Partnern in den vergangenen Monaten für Tirol ein Pilotprojekt ausgearbeitet. Besonders freut mich, dass dabei Bildungsinnovation auch für eine breitere Öffentlichkeit sichtbar gemacht wird.“ Text: Barbara Wildauer, Foto: Florian Schneider

So funktioniert die „Lernkaskade“ Die Lernkaskade ist ein System gegenseitiger Unterstützung. Studierende helfen kostenlos je 8 OberstufenschülerInnen. Diese müssen als Gegenleistung je 8 jüngeren SchülerInnen Nachhilfe geben, die je 10 Euro für ein Monat an das Projekt bezahlen. Murat Vural: „Das System ist einfach und baut auf der Idee auf, dass Jugendliche voneinander sehr gut lernen können und alle davon profitieren. Wer einmal selber Nachhilfe gegeben hat, weiß, dass man damit auch sein eigenes Wissen vertieft. Unser Ziel ist in erster Linie nicht nur die Verbesserung von Noten, sondern die Kinder und Jugendlichen gewinnen viel mehr – Selbstsicherheit, Perspektiven und Lust auf Bildung für alle. Mein Traum war, Ingenieur zu werden und auf die Uni zu gehen. Mein Weg dahin war hart. Tirol hat jetzt das erste Pilotprojekt außerhalb Deutschlands auf die Beine gestellt – in sehr kurzer Zeit und sehr entschlossen haben sich motivierte Partner zusammengefunden und ein System entwickelt, das auch in kleineren Städten und Gemeinden funktionieren wird.“ In Tirol sind bei diesem Social-Business-Pilotprojekt Haupt- und Bundesschulen aus Innsbruck, die Universität Innsbruck, die Volkshochschule Innsbruck und die Stadt Innsbruck unter der Koordination des Zukunftszentrum Tirol beteiligt.

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Vorstellung des neuen Bildungsprojektes „Lernkaskade“ im Zukunftszentrum Tirol – hinten v. l.: Dir. Dr. Karin Peter, HAK Innsbruck, Sonja Pichler und Prof. Bjørn Ludwig, Zukunftszentrum Tirol, und Dr. Ronald Zecha, VHS Tirol • vorne v. l.: Notburga Troger, Stadt Innsbruck, Murat Vural und Vizebgm. Christoph Kaufmann

Vorzeige-Social-Business-Projekt, das Lust auf mehr machen soll Entstanden ist das Projekt aus der Idee von Murat Vural, einem türkischen Einwandererkind, der seine gesamte Bildungskarriere mit allen Nachteilen aus seinem migrantischen Hintergrund durchlebte – in Deutschland und der Türkei. Murat Vural: „Meine Idee und mein Verständnis ist, dass es eine faire Chance auf einen positiven Abschluss für alle geben muss.“ Aus der Idee ist ein Integrationsprojekt entstanden mit Lernunterstützung für Kinder mit Migrationshintergrund, das sich mittlerweile zu einem Bildungsprojekt entwickelt hat. Dem Erfinder Murat Vural hat die Idee das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland eingebracht. Social Business heißt soziale Entwicklungen wahrnehmen, gesellschaftliche Problemfelder erkennen und daraus Produkte und Leistungen unternehmerisch zu entwickeln und umzusetzen – die Lernkaskade ist ein Beispiel, wie mit unternehmerischem Denken neue Lösungen für unsere Gesellschaft gefunden werden“, so

Prof. BjørnLudwig, Leiter des Zukunftszentrum Tirol. Das Bildungsprojekt wurde in kurzer Zeit mit den Partnern Stadt Innsbruck – Integrationsstelle, VHS Tirol und Schulen adaptiert, die Universität Innsbruck wird das Projekt begleiten. Erfinder Murat Vural war bei der Vorstellung des Pilotprojektes in Österreich dabei. In Deutschland erreichte das „Chancenwerk“ in sieben Jahren des Bestehens 1.700 SchülerInnen, 700 sind derzeit im Programm. Das Chancenwerk ist derzeit ein Verein mit vier MitarbeiterInnen. Projektleiterin Sonja Pichler, Zukunftszentrum Tirol: „Mit der Lernkaskade holen wir ein Pilotprojekt nach Tirol, das gesellschaftliche Werte in den Mittelpunkt stellt und Lösungen für gesellschaftliche Probleme anbietet. Wir werden über das Projekt und auch andere Social-Business-Projekte in den Foren des Zukunftszentrum berichten und ich lade alle Interessierten ein, sich auszutauschen und ihre Ideen und Projekte vorzustellen oder einfach mehr über Social Business zu erfahren.“

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Neue Chancen mit Firmenschulungen am BFI Tirol Tirols grĂśĂ&#x;ter Anbieter fĂźr die berufliche Aus- und Weiterbildung konzipiert maĂ&#x;geschneiderte Schulungsangebote. Seit Jahrzehnten ist das BFI Tirol ein verlässlicher Partner der heimischen Betriebe. â&#x20AC;&#x17E;Inhouse-Trainingsâ&#x20AC;&#x153; stellen eine besonders effektive und wirtschaftliche Form der Mitarbeiterqualifizierung dar. Gemeinsam mit dem Kunden entwickelt das BFI Tirol maĂ&#x;geschneiderte Qualifizierungskonzepte, die sich ausschlieĂ&#x;lich an den Zielen und Umfeldbedingungen des Unternehmens und der Teilnehmerstruktur ausrichten.

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FÜrderungen und Zeitmanagement Viele Unternehmer sind sich nicht bewusst, dass es eine Vielzahl von FÜrderungen gibt, die fi rmeninterne Schulungen mÜglich machen bzw. ihre Organisation erleichtern. Gerne informiert Sie das Team des BFI Tirol ßber FÜrdermÜglichkeiten und berät Sie, in welchem Zeitraum eine Schulung erfolgreich abgewickelt werden kann.

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Abhängig von der GrĂśĂ&#x;e des Betriebes und der Branche hat jedes Unternehmen andere BedĂźrfnisse, um am Markt weiterhin erfolgreich zu sein bzw. sich zu entwickeln. Das BFI Tirol konzipiert gemeinsam mit der Geschäftsleitung und den Personalverantwortlichen MaĂ&#x;nahmen, die dabei helfen, die Ressourcenplanung langfristig zu optimieren und die Unternehmensziele zu erreichen. Die besten Trainer des Landes sind bei der Kursausarbeitung behilfl ich und stehen auch während der WeiterbildungsmaĂ&#x;nahme

unterstĂźtzend zur VerfĂźgung. Pluspunkte darĂźber hinaus: Hohe Wirtschaftlichkeit durch Zeitersparnis und geringe Kosten pro Teilnehmer, der Kunde bestimmt Thema und Qualifizierungsschwerpunkte, gemeinsames Definieren von Inhalten und Trainingstiefe, einheitlicher Wissensstand im Team, der Kunde wählt Veranstaltungsort und -zeiten, bestimmt TeilnehmergrĂśĂ&#x;e und Gruppenzusammensetzung und erhält ausfĂźhrliche Schulungsunterlagen. Letztendlich stärkt das gemeinsame Lernen und Trainieren im Team das ZusammengehĂśrigkeitsgefĂźhl und die Kommunikation im Unternehmen nachhaltig.

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„Heute können wir behaupten, dass die Berufung von Prof. Uwe Siebert ein Glücksgriff war.“ Rektorin Christa Them

Im Aufwind Auch kleine Jubiläen gehören gefeiert und so zog die UMIT kürzlich Bilanz über das fünfjährige Bestehen des „Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment“, das im Wintersemester 2005/06 unter der Leitung des renommierten Professors Dr. Uwe Siebert seine Forschungs- und Lehrtätigkeit aufgenommen hat.

„Wir wollen der Public-HealthLandschaft in Österreich und international weitere richtungsweisende Impulse geben, die das nationale und internationale Gesundheitswesen prägen und die Versorgungsrealität der Bevölkerung verbessern.“ Prof. Uwe Siebert

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Mit Prof. Dr. Uwe Siebert hat die UMIT einen innovativen Kopf in unser Land geholt, der die Stadt Hall mit Mut und Neugierde sowie konsequenter Aufbauarbeit als Public-Health-Standort etabliert und dazu beigetragen hat, Tirol zu einer der Top-Wissenschaftsadressen zu machen. Anlässlich des 5-JahresJubiläums des von ihm geleiteten „Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment“ lud die UMIT Ende Jänner zur Pressekonferenz, um einerseits ein Resümee zu ziehen, aber auch um einen Ausblick auf kommende Projekte zu geben.

lichen Nachwuchs in diesem Bereich zu fördern und auszubilden“, freut sich Rektorin Christa Them. Viele großartige Projekte konnten bereits umgesetzt werden – konkret etwa die internationale FAME-Studie, die unter Mitwirkung der Haller Wissenschaftler durchgeführt und im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde. Diese hat in vielen Kliniken weltweit zu einer Änderung der bis dahin gängigen Behandlungspraxis in der Kardiologie geführt. An diese Erfolge möchte man auch mit dem Großprojekt Onkotyrol anknüpfen, an dem Siebert maßgeblich beteiligt ist und das sich bereits auf einem sehr guten Weg befi ndet.

Von Harvard nach Hall Mit Prof. Uwe Siebert ist es der UMIT vor fünf Jahren gelungen, einen der führenden Public-HealthExperten Europas nach Hall zu holen. „Wir waren sehr stolz darauf, dass es uns 2005 gelungen ist, für den Auf bau eines Public-Health-Institutes Uwe Siebert von der Harvard University zu gewinnen. Heute können wir behaupten, dass die damalige Berufung ein Glücksgriff war. Siebert hat mit seinem Team in den vergangenen Jahren konsequent daran gearbeitet, Methoden in Public Health, der systematischen Entscheidungsanalyse und Health Technology Assessment in Europa zu etablieren und wissenschaft-

Medizin der Zukunft braucht Abwägungen Basis für Sieberts Forschungsarbeit sind die Tatsachen, dass in der Medizin immer mehr machbar ist, dass neue medizinische Verfahren aber auch mit neuen Risiken verbunden sind und dass das Gesundheitswesen einem hohen ökonomischen und gesellschaftlichen Druck ausgesetzt ist. „Wir wissen inzwischen nur allzu gut, dass nicht alles, was in der Medizin technisch machbar ist, auch dem Patientenwohl dient. Deshalb will ich mit meinem Team hier in Hall internationale Spitzenforschung betreiben, die sich den Herausforderungen eines modernen Gesundheits-


eco.zukunft UMIT-Vizerektor Philipp Unterholzner, Rektorin Christa Them und Uwe Siebert, Leiter des Institutes für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment, blicken zuversichtlich in die Zukunft

wesens stellt und zu einer schonenden, intelligenten Medizin mit einer Weiterentwicklung von Früherkennung und Behandlung führt“, beschreibt Siebert seinen wissenschaftlichen Anspruch. Es bedarf einer genauen Abwägung zwischen Versorgungsmaßnahme und Risiko, um durch medizinische Behandlung und/oder Pflege das Leben nicht nur zu verlängern, sondern auch die gebührende Lebensqualität zu ermöglichen. Es gilt abzuwägen, welche Maßnahmen notwendig und machbar, aber auch nutzbringend sind. Hier brauche es laut Siebert bewusste, offene Diskussionen, interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine gemeinsame Marschrichtung aller Fachbereiche, um die Medizin nicht nur unter dem Machbarkeitsaspekt, sondern auch unter ethischen und moralischen Standpunkten zu sehen. Die Zeiten der Blockbustermedizin, in der „eine für alle“ galt, sind vorbei. Medizin wird individueller, personalisierter und damit auch spezifischer. Ein spezieller Forschungsbereich des Institutes ist hierbei das Health Technology Assessment – kurz HTA. Dabei handelt es sich um eine wissenschaftliche Methode, die als „Advokat für Patienten und Ärzte“ das Nutzen-Risiko-Verhältnis und andere Aspekte einer medizinischen Maßnahme umfassend ermittelt, unter anderem mit Hilfe von Entscheidungsmodellen. „In diesem Bereich entwickeln wir derzeit in Zusammenarbeit mit der Nationalen HTA-Strategie Österreich eine Guideline für den Einsatz solcher Modelle in Österreich. In immer mehr Ländern Europas werden diese Modelle bereits routinemäßig zur evidenzbasierten Entscheidungsunterstützung eingesetzt“, so Siebert. Praxisbeispiele gibt es bereits – etwa das im vergangenen Herbst veröffentlichte Impfstoffgutachten für das deutsche Bundesministerium für Gesundheit. Dabei wurde zusammen mit führenden Institutionen auf dem Gebiet der Ökonomie und der Strukturforschung im Gesundheitswesen aus Großbritannien und Deutschland die Frage erörtert, wie

die Wirtschaftlichkeit der Impfstoff versorgung gesteigert werden kann.

Europaweite Beachtung Den Schritt von Harvard nach Hall beschreibt Siebert selbst als Entscheidung, die er „nicht ohne Risiko, aber auch nicht ohne Faszination“ getroffen habe. „Damals haben der Drang, moderne Aspekte der Gesundheitsforschung in Europa zu etablieren, die infrastrukturellen Rahmenbedingungen an der UMIT und der konzeptionelle Freiraum, der mir zugestanden wurde, den Ausschlag für den Schritt nach Tirol gegeben“, so der Professor. Fünf Jahre später zeigt sich, dass dieser Schritt für beide Seiten der richtige war, denn neben den viel beachteten Forschungsergebnissen trägt Siebert auch wesentlichen Anteil an der Ausbildung der Fachkräfte von morgen. „Neben dem Magisterstudium Gesundheitswissenschaften haben wir das in Europa einzigartige ‚International Continuing Education Program in HTA & Decision Science‘ (HTADS) konzipiert. Dieses Programm bietet internationalen Absolventen erstmals die Chance, sich im Rahmen eines englischsprachigen Studienganges in den für das Gesundheitswesen immer wichtiger werdenden Disziplinen der Entscheidungsfindung und Technologiebewertung von weltweit renommierten Dozenten unterrichten zu lassen.“ Die Erfolge des Programms lassen sich nicht zuletzt daran messen, dass bereits Universitäten und Gesundheitsbehörden aus Ländern wie Deutschland, den USA, Kanada und Brasilien Vertreter der UMIT einladen, um dort Studierende und Mitarbeiter weiterzubilden. Sieberts Zukunftsvision: „Ich möchte unser eigenes Know-how und die Expertise internationaler Spezialisten in Hall bündeln, an meine Studenten, Mitarbeiter und Gastwissenschaftler weitergeben und eine Brücke von den theoretischen Erkenntnissen aus unserer Public-Health-Forschung über die praxisorientierte Versorgungsforschung hin zur Verbesserung der Gesundheit in der Bevölkerung schlagen.“

Text: Marina Kremser Fotos: UMIT, Florian Schneider

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Sozial denken, wirtschaftlich handeln Was sich auf den ersten Blick schwerlich auf einen gemeinsamen Nenner bringen lässt, ist für Mag. Dagmar Wresnik die tägliche Herausforderung. Wir trafen die Geschäftsführerin des BFI Tirol anlässlich des 3. Standort-Geburtstages zum Gespräch über Qualität und Quantität von Bildung.

„Trends lassen sich nicht prognostizieren, da man mit solchen Vorhersagen natürliche Entwicklungen beeinflusst und damit oft Überangebote entstehen. Bildung darf nicht inflationär werden.“ Mag. Dagmar Wresnik

64 eco.nova

eco.nova: Das BFI Tirol eröff nete vor drei Jahren seinen neuen Standort in der Ing.-Etzel-Straße. Was hat sich seither verändert? Mag. Dagmar Wresnik: Wir konnten sowohl Qualitäts- als auch Quantitätsverbesserungen erreichen. Qualität vor allem in Hinblick auf die Unterrichtsbedingungen für unsere Teilnehmer. Die Räumlichkeiten sind größer und heller, die Technik am letzten Stand am Unterrichtssektor, was den Unterricht interaktiver und spannender macht. Durch eine verbesserte Raumlogistik findet man sich leicht zurecht und macht keine unnötigen Wege und das vergrößerte Platzangebot ermöglicht es, den Großteil der Kurse im Haus zentral anzubieten. Wir müssen nicht mehr auf verschiedene Standorte ausweichen, wie es vorher der Fall war.

Natürlich konnten wir damit auch die Anzahl der Kurse erhöhen und zur besseren Betreuung große Gruppen aufteilen. Wir haben breite Gestaltungsmöglichkeiten, um die Lehrinhalte gezielter zu vermitteln, aber auch, um weitere Themen mit aufzunehmen. Wie werden die Themen für das neue Kursprogramm defi niert und in weiterer Folge zusammengestellt? Einerseits richten wir uns natürlich nach den Bedürfnissen der Wirtschaft bzw. des Marktes. In welchen Branchen gibt es Nachholbedarf, wo werden Mitarbeiter gebraucht? So forcieren wir dann etwa den Bereich des Tourismus oder des Gesundheitswesens. Andererseits gibt es auch vermehrte Nachfragen in Bezug auf die persönliche Weiterbildung. Ist etwa Griechenland als Feriendomizil gerade sehr beliebt, steigen auch die


Nachfragen nach entsprechenden Sprachkursen. Wir beobachten also sehr genau, was um uns herum geschieht, um dann den einen oder anderen Schwerpunkt zu setzen. Jeder Kurs braucht gewisse Vorlaufzeiten. Wir müssen uns sehr genau überlegen, welchen Themen wir mehr Gewicht einräumen. Auf der anderen Seite vertrauen wir natürlich auf die Erfahrungen unserer hoch qualifizierten Mitarbeiter, die den internationalen Bildungsmarkt laufend im Blick haben. Werden etwa neue Zertifikate zur Höherqualifizierung angeboten, werden entsprechende Kurse entwickelt, um diese auch bei uns erwerben zu können. Lässt sich ein Trend erkennen, in welche Richtung sich der Arbeitsmarkt entwickelt? In welchen Branchen sehen Sie die besten Möglichkeiten? Der Blick in die Kristallkugel ist in jeder Branche schwierig. Wir erleben gewisse Wellen in jeder Sparte, egal ob Wellness oder allgemeine Aus- und Weiterbildung. Doch diese Trends vorherzusagen, halte ich für wenig sinnvoll, weil sie die natürliche Entwicklung hemmen. Wird etwa Technikern die große Zukunft vorausgesagt, kommt es zum Hype und überdurchschnittlich viele springen auf diesen Ausbildungszug mit auf – egal, ob sie sich dafür wirklich interessieren. Ich empfehle also, sich die eigenen Stärken und Wünsche klarzumachen, an der eigenen Zukunft zu arbeiten und sich nicht an anderen zu orientieren. Der Markt regelt sich in den meisten Fällen ohnehin von selbst. Nur wenn man sich mit seiner Arbeit wohl fühlt, kann man auch gut darin sein. Wenn man lediglich angelernte Arbeit verrichtet, ohne Freude daran und Talent dafür zu haben, wird man leicht austauschbar. Haben Sie das Gefühl, dass die Menschen damit manchmal am Arbeitsmarkt „vorbei“ lernen? Im Grunde gibt es zwei verschiedene Arten von Weiterbildungswilligen. Die einen, die gerne und fleißig lernen und dies zur eigenen Entwicklung tun, und jene, die für den Markt lernen. Diese Menschen bilden sich aus absolut rationalen Gründen weiter, um daraus Vorteile im Beruf zu lukrieren – etwa, um in der Hierarchie aufzusteigen oder schlicht mehr zu verdienen. Die andere Gruppe möchte einen persönlichen Nutzen aus der Weiterbildung ziehen, um sich selbst weiterzuentwickeln und nicht weil es der Arbeitgeber verlangt. Diese beiden Gruppen halten sich in etwa die Waage. Gibt es Feedback Ihrer Kunden zum neuen Standort? Ja, durchwegs positives. Sie fühlen sich hier wohl und finden sich gut zurecht. Wir sind bemüht, unseren Kunden bestmöglichen Service, informative Beratung und eine angenehme Atmosphäre zu bieten. Das haben wir mit diesem Umfeld geschaff t. Das BFI Tirol hat es zum Marktführer am Weiterbildungssektor in unserem Bundesland gebracht. Was machen Sie anderes als der Mitbewerb? Zuerst möchte ich sagen, dass alle großen Bildungsanbieter hierzulande sehr flexibel, marktorientiert

und professionell arbeiten. Ich bin seit mittlerweile acht Jahren Geschäftsführerin des BFI Tirol und war in dieser Zeit stets bemüht, jede Handlung nach innen oder außen zu optimieren, zu professionalisieren und aus dem BFI ein wirtschaftlich geführtes Unternehmen zu machen. Und ich kann sagen, dass uns dies seit vier Jahren an der Spitze der Weiterbildungsanbieter hält. Es geht darum, die Qualität kontinuierlich zu steigern, laufend Feedback einzuholen, nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen. Wirtschaftlichkeit geht dabei nicht zwangsläufig mit einem strikten Sparkurs einher. Es geht darum, die einzelnen Puzzlestücke wie den Einkauf oder auch interne Abläufe zu professionalisieren, unsere Mitarbeiter auf den bedachten Umgang mit Ressourcen zu sensibilisieren. Nur in eine Richtung zu marschieren, macht noch keinen Erfolg. Natürlich gilt es, sparsam mit den Mitteln hauszuhalten, doch man muss auch investieren – in Kundenbindung, in die Mitarbeiter. Nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Andere Bildungseinrichtungen mögen vielleicht eine höhere Anzahl an Kursen bieten und quantitativ mehr Kunden haben, unsere Professionalität und Qualität macht uns jedoch zur umsatzstärksten Bildungseinrichtung mit den meisten Unterrichtseinheiten im Land und darauf bin ich stolz. Wir möchten den Tirolern dienen und sie auf ihrem Weg begleiten. In diese Richtung musste sich das BFI erst langsam hinentwickeln, aber wir haben es geschaff t. Gibt es im Weiterbildungssektor so etwas wie Kundenbindung? Dies hängt natürlich von der gewählten Sparte ab. Die Matura wird man vermutlich nur einmal machen, Sprachkurse werden dafür immer mal wieder besucht. Das Controlling ist in diesem Bereich sehr wichtig, um aus dem Rückblick für die Zukunft zu lernen. Wir möchten einem gesunden Preis-Leistungs-Verhältnis und vor allem mit Qualität überzeugen, denn was nützt ein billiger Kurs, wenn die Inhalte dem Preis entsprechen? Darf Bildung Geld kosten? Das BFI entwickelt sich auch wirtschaftlich sehr gut, was in unserer heutigen Zeit nicht gerade einfach ist, gewinnt man doch oft den Eindruck, Bildung koste nichts. Dieser Ansatz ist falsch. Man sollte sich jedoch bemühen, dass sie leistbar bleibt. Im Unterschied zur Ausbildung, die hierzulande kostenlos zur Verfügung gestellt wird, darf Weiterbildung ruhig Geld kosten. Der Staat muss sich nicht auch noch darum kümmern müssen. Sie geben doch auch Geld für Wohnen, Kleidung und Essen aus und wenn Sie eben eine schönere Wohnung, chicere Kleidung oder exklusiveres Essen wollen, investieren Sie gerne darin. Wir müssen uns also daran gewöhnen, dass auch Bildung ein „Produkt“ wie jedes andere ist, für das man bezahlen muss, das einem aber auch Freude oder Erfolg bringt. In den letzten 10 Jahren hat hier Gott sei Dank ein Paradigmenwechsel stattgefunden. Bildung muss einem selbst etwas wert sein.

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„Bildung muss mir selbst etwas wert sein. Deshalb darf die persönliche Weiterbildung auch Geld kosten wie jedes andere Gut. Einzig: Sie muss leistbar bleiben!“ Mag. Dagmar Wresnik

Text: Marina Kremser Fotos: BFI Tirol, Florian Schneider

eco.nova 65


Aktien-KESt.: Banken wollen klagen Mit 1.1. wurde die neue Vermögenszuwachsbesteuerung (KESt. auch auf Kursgewinnen von Aktien u.a. Wertpapieren) eingeführt. Diese schmälert nicht nur die Gewinne der Privatanleger (Kursgewinne waren bis dato außerhalb der Spekulationsfrist steuerfrei), sondern stößt auch den österreichischen Banken sauer auf. Sie sollen nämlich die Steuer berechnen und an den Fiskus abführen. Dies ist mit erheblichen Kosten verbunden, die die Banken und Sparkassen nicht tragen wollen. Deshalb hat nun der Verband der österreichischen Sparkassen eine Klage beim Verfassungsgerichtshof eingelegt. Sollte dieser stattgegeben werden, freuts auch die Sparer (und Anleger).

Finanzieren & Versichern

Hypo-Vorstandsdirektor Markus Jochum und Caritas-Direktor Georg Schärmer unterstützen Betroffene beim Neustart mit einem kostenlosen Neustartkonto

Hypo hilft mit Neustartkonto Immer mehr Zahlungen erfolgen heute ausschließlich bargeldlos. Das ist praktisch, aber nur für jene, die über ein Konto verfügen. Wer aufgrund einer sozialen oder wirtschaftlichen Notlage sein Konto verliert und keines mehr erhält, steht nicht nur wirtschaftlich im Abseits. Gemeinsam mit der Caritas bietet die Hypo Tirol Bank solchen Menschen ihre Unterstützung an. Für die Dauer von zwei Jahren erhalten Betroffene kostenlos ein Privatgirokonto inklusive Bankomatkarte auf Habenbasis (ohne Überziehungsrahmen), Hypo Online-Banking sowie iStar, das Online-Sparkonto der Hypo Tirol Bank. „Mit diesem Neustartkonto möchten wir Menschen in Tirol unter die Arme greifen, damit sie ihr Leben wieder selbstbestimmt gestalten können“, so Hypo-Vorstandsvorsitzender Markus Jochum.

„Wofür planen Sie 2011 mehr Geld auszugeben als im Vorjahr?“ Tirol

19/17

18/17

17/21

13/10

13/17

11/9

11/11

10/9

10/11

8/7

Wohnen

Wellness / Sport

Aus- / Weiterbildung

Sparen (für später)

Auto / Mobilität

Freizeit / Hobbys

Gesundheit (priv. Vorsorge)

Nahrungsmittel / Getränke

Mode / Bekleidung

Angaben in %, Quelle: Generali

Urlaub

Österreich

• 14 % der Tiroler haben 2011 mehr Geld zur Verfügung als im Vorjahr • 21 % der Tiroler planen Mehrausgaben für Sport ein • geplante Sparausgaben der Tiroler liegen 2011 über Österreich-Schnitt

66 eco.nova

Wie die „Generali Geldstudie 2011“ zeigt, die Ende des letzten Jahres unter rund 1.300 Österreichern durchgeführt wurde, sitzt das Geld hierzulande wieder lockerer. So geben 14 % der Tiroler an, heuer mehr Geld zur Verfügung zu haben als im Vorjahr. Im Österreich-Vergleich liegen wir damit im Durchschnittsbereich von 15 %, vor dem Burgenland (10 %) und Vorarlberg (8 %), aber deutlich hinter Oberösterreich (23 %) und Kärnten (20 %). Mit dem „Mehr“ im Börserl wollen sich die Tiroler vor allem selbst Gutes tun. So steigen die Ausgaben für Wohlfühlen und Sport am deutlichsten an, gefolgt von Urlaub, Wohnen und dem Sparen. Hier liegt der Westen übrigens deutlich über dem Österreich-Schnitt.

Verbesserte Konjunktur zur Jahreswende – direktanlage.at-Marktkommentar von Dr. Martin Hüfner – Das volkswirtschaftliche Weltbild hat sich in den letzten Wochen aufgehellt. Bisher waren wir davon ausgegangen, dass sich das hohe Wachstum der Weltwirtschaft von 2010 in 2011 verlangsamen würde. Jetzt sieht es so aus, als ob 2011 doch nicht so viel schlechter ausfallen würde. Die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs spricht für 2011 von einem „Jahr des Aufschwungs“. 2010 war für sie nur das „Jahr des Zweifelns“. Was ist passiert? Es ist gar nicht schwer, die Veränderung zeitlich und örtlich zu datieren. In den USA war entscheidend, dass der Kongress die Steuersenkungen aus der Bush-Ära nicht zum Jahresende auslaufen ließ. Er hat sie noch einmal um zwei Jahre verlängert. Dadurch kommt zwar kein neues Geld in die Wirtschaft. Es entfällt jedoch eine Bremse, die sonst wirksam geworden wäre. Als das bekannt wurde, drehte sich die Stimmung. Schon vorher war sie etwas besser geworden, als die Notenbank ein neues Programm zum Kauf von Staatsanleihen aufgelegt hatte. Beides zusammen spricht dafür, dass die Durststrecke beim Einkaufsmanagerindex des ISM jetzt zu Ende geht. In Europa betraf die Veränderung vor allem Deutschland. Hier vollzieht sich im Augenblick ein „schleichender Sinneswandel“. Bisher hatten die meisten erwartet, dass sich das Wachstum nach den 3,6 % in 2010 nunmehr auf 2 % „normalisieren“ würde. Jetzt setzt sich bei vielen die Ansicht durch, dass es sich bei dem Aufschwung nicht nur um eine zyklische, sondern um eine strukturelle Erholung handelt. Die Wirtschaft ist besser aufgestellt. Sie


experten.tipp

profitiert nicht nur von den günstigeren Bedingungen auf den Weltmärkten. Sie hat auch einen stabilen Konsum und eine hohe inländische Investitionsneigung. Von der Staatsschuldenkrise in Südeuropa wird sie kaum tangiert. Die Auftragseingänge stiegen zuletzt preisbereinigt um 5,2 % (!) gegenüber dem Vormonat. Ein Unsicherheitsfaktor ist der harte Winter. Er könnte die Wachstumsraten des vierten Quartals 2010 beeinträchtigen. Auch die Expansion im ersten Vierteljahr könnte niedriger sein. Das würde die Wachstumszahl für den Durchschnitt des Jahres 2011 nach unten drücken. Andererseits würde die Dynamik im zweiten Quartal dieses Jahres umso höher ausfallen, weil dann die witterungsbedingten Produktionsausfälle aufgeholt werden müssen. Einzig in den Schwellenländern hat sich die Situation in den letzten Wochen nicht verändert. Hier ist das Wachstum nach wie vor hoch. Es verlangsamt sich jedoch wegen der hohen Zinsen. Den Einbruch der Autonachfrage in China in den letzten Wochen sollte man wohl nicht zu ernst nehmen. Insgesamt sind das gute Nachrichten. Sie haben positive Wirkungen auf die Schuldenproblematik in der Welt. Je höher das Wachstum, umso höher auch die Steuereinnahmen und umso geringer die konjunkturbedingten Staatsausgaben. Negative Wirkungen gehen dagegen auf die Inflation aus. In Europa ist die Preissteigerung im Dezember überraschend auf 2,2 % gestiegen. Im Februar könnte sich die Rate noch weiter erhöhen. Es hat wenig Sinn, sich damit zu trösten, dass das im Wesentlichen auf Rohstoffe und Nahrungsmittel zurückzuführen ist. Die Kernrate (also die Preissteigerung ohne Energie und Nahrungsmittel) steigt ebenfalls (obwohl sie mit 1,1 % nach wie vor niedrig ist). Für den Verbraucher ist Preissteigerung Preissteigerung, woher sie auch kommen mag. Ich vermute, dass die Geldentwertung bei besserem Wachstum im Laufe des Jahres noch zunehmen wird. Damit steigt der Druck auf die Geldpolitik, die Zügel anzuziehen. Die Liquidität muss verringert, die Zinsen müssen erhöht werden. Die Schwellenländer haben damit schon angefangen. Die Europäische Zentralbank wird handeln, sowie sich die Nervosität an den Kapitalmärkten legt. Die Schweizer werden folgen. Die US-Notenbank wird nicht mitmachen. Hier hatte sich in den letzten Monaten doch gezeigt, dass die Wirtschaft für einen richtigen Exit noch nicht ausreichend gefestigt ist. Für den Anleger: Die Nachrichten vom höheren Wachstum der Weltwirtschaft sind gut für Aktien und schlecht für Renten. Einerseits steigen die Gewinne der Unternehmen. Andererseits haben Bondinvestoren Angst vor Zinssteigerungen und halten sich mit Käufen trotz der hohen Liquidität zurück. Freilich ist immer zu bedenken, dass die Entwicklung an den Märkten nicht nur von der Konjunktur abhängt. Sie entscheidet über nicht mehr als das allgemeine „Grundrauschen“.

Die EFM-Versicherungsmakler in Tirol, v. l.: Hans-Peter Krissmer (EFM Imst), Florian Singer (EFM Innsbruck), Josef Kuenz (EFM Seefeld), Georg Langmaier (EFM Kufstein), Mag. Christopher Rossiwall (EFM Innsbruck), Karin Mark-Fluer (EFM Imst), Willi Purner (EFM Innsbruck), Michael Hochmuth (EFM Hippach), Roland Gratl (EFM Lienz), Martina Hagspiel (EFM Innsbruck), Christian Profer (EFM Lienz)

Winterzeit ist Unfallzeit Jedes Jahr verletzen sich bis zu 56.000 Menschen auf Österreichs Pisten beim Skifahren oder Snowboarden. Kein Wunder, denn schließlich tummeln sich immer mehr Wintersportler aus dem In- und Ausland auf den heimischen Schihängen. In Hinblick auf steigende Geschwindigkeiten und die wachsende Zahl der Ski- und Snowboardfahrer ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Unfälle durch Fremdverschulden passieren. Das Problem ist, dass etwa 25 % der „Pisten-Rowdies“ Fahrerflucht begehen und die Verfahren nach einem Unfall im Schnee langwierig und teuer sind. Allein die Kosten für Bergung und Transport ins Krankenhaus können zwischen 10.000 und 15.000 Euro betragen. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich mit einer privaten Unfallversicherung abzusichern. Diese deckt je nach Vertrag Transport-, Heil- und Invaliditätskosten. Doch damit nicht genug. Je nachdem welchen Beruf Sie ausüben und welche Verletzung Sie sich zuziehen, ist auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung ratsam. Diese sorgt beim Verlust Ihrer Arbeitskraft dafür, dass Sie Ihren Lebensstandard erhalten können. Ohne Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen Sie nur eine minimale staatliche Unterstützung, die das Existenzminimum nicht überschreiten wird.

Um den Winter heil zu überstehen, informieren Sie sich bei Ihren EFM-Versicherungsmaklern!

EFM – mit über 50 Standorten DIE Nr. r. 1 in Österreich! Für Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiter ter der EFM-Versicherungsmakler unter den unten angegebenen Telefonnummern n gerne zur Verfügung. Mehr Informationen finden Sie im Internet unter www.efm.at

EFM-Büros in Tirol EFM Hippach, Hippach-Dorf 9, 6283 Hippach, 05282/20581, hippach@efm.at EFM Imst, Johannesplatz 10, 6460 Imst, 05412/66338, imst@efm.at EFM Kufstein, Vorderthiersee 87c, 6335 Thiersee, 05376/20123, kufstein@efm.at EFM Lienz, Amlacher Straße 2/Stg. 3, 9900 Lienz, 04852/56757, lienz@efm.at EFM Innsbruck, Höttinger Auffahrt 5, 6020 Innsbruck, 0512/908045, innsbruck@efm.at EFM Seefeld, Am Kirchwald, 6100 Seefeld, 05212/2493, seefeld@efm.at

eco.geld

Dr. Martin Hüfner, Volkswirtschaftlicher Berater direktanlage.at


eco.titel

Michael Kordovsky

Auf den ersten Blick sieht alles nach einer Rückkehr zur Normalität aus. Aktienkurse und Rohstoff preise steigen, die High Yield Spreads wurden wieder enger und klassische Carry-Trade-Währungen wie Südafrikanischer Rand und Australischer Dollar tendieren gegenüber dem US-Dollar fester. Seit seinem Tief vom 6. März 2009 stieg der S&P 500 Index bis zum 26. Jänner 2010 um 94,5 Prozent und der Volatilitätsindex (VIX) als Maßstab für die vom Markt erwartete Schwankungsbreite verringerte sich von 49,33 auf 16,64 Punkte. Gleichzeitig verringerten sich die TED-Spreads (Differenz zwischen dem 3-MonatsUS-Dollar-Libor und der Rendite von Treasury Bills mit einer Laufzeit von 3 Monaten) von 464 Basispunkten am 10.10.2008 (Panikreaktion nach Lehman-Pleite) auf mittlerweile extrem niedrige 15 Basispunkte, während der Dow Jones Corporate Index in den vergangenen 12 Monaten noch 2,2 Prozent zulegen konnte. Das klingt doch nach Normalisierung und Aufschwung, wären da nicht 2 Divergenzen, die zu denken geben: 2010 war ein atypisches Aufschwungjahr, in dem die weltweit führenden Notenbanken ihre Leitzinsen auf historisch niedrigen Ständen beließen und nicht nur das: Die Fed beschloss weitere Staatsanleihen im Wert von 600 Milliarden US-Dollar zu kaufen und die Bank of Japan hat am 5. Oktober 2010 die Call Rate von 0,10 auf eine Bandbreite von 0,00 bis 0,10 Prozent gesenkt. Gleichzeitig brachen die Seefrachtraten erneut ein, was sich an der jüngsten Entwicklung des Baltic Dry Index ablesen lässt, nämlich minus 59 Prozent seit Mitte September 2010. Brechen die Frachtraten für Massengüter ein, so deutet dies auf konjunkturelle Abschwächungstendenzen hin. Allerdings signalisieren die nach wie vor hohen Rohstoffpreise, dass zumindest in den bevölkerungsreichen Schwellenländern der Aufschwung noch intakt ist. Angesichts dieser Entwicklungen kann noch am homogenen Aufwärtstrend der Aktien- und Rohstoff märkte partizipiert werden, wobei jedoch mit zunehmender Dauer die Wahrscheinlichkeit einer plötzlichen Trendwende zunimmt, denn ob die jüngste Konjunkturerholung tatsächlich in einen

nachhaltigen Aufschwung übergeht, ist fraglich. So wie die Erholung durch massive Stimulierungsmaßnahmen von Staaten (z.B. Verschrottungsprämien und Rekapitalisierung von Banken) und Notenbanken induziert wurde, drohen nun Budgetkürzungen und Steuererhöhungen in der westlichen Welt den Aufschwung erneut abzuwürgen. Auch die als externer Effekt des Schwellenländerbooms aufkeimende Inflation ist kontraproduktiv, da sie nicht auf die klassische Lohn-Preis-Spirale zurückzuführen ist. So zahlt der europäische Endverbraucher letztendlich nur die Zeche für das Wirtschaftswunder im Fernen Osten, ohne davon unmittelbar profitieren zu können, denn nicht zuletzt infolge von Rationalisierungsmaßnahmen und der Auslagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer liegt die Arbeitslosenquote in der Eurozone bei 10,1 Prozent. Angesichts der steigenden Zahl an Arbeitslosen, Pensionisten und Teilzeitbeschäftigten sind somit wachsende Teile der Bevölkerung von den Kaufkraft beschneidenden Folgen der Teuerung betroffen, die auf den Produktionsboom der Emerging Markets zurückzuführen ist. Gleichzeitig ist die Situation an den US-Immobilienmärkten weiter angespannt und die Gefahr größerer Bankenpleiten noch lange nicht gebannt. Sollte dann tatsächlich der Ernstfall eintreten, stehen wir vor einer großen Herausforderung, denn die Staatsschuldenquote der OECD-Länder nähert sich mit Riesenschritten der Marke von 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, was auf begrenzte fiskalische Spielräume in der Rettung systemrelevanter Institute hindeutet. Diese Rahmenbedingungen, zunehmende Turbulenzen an den europäischen Bondmärkten und letztendlich auch die Gefahr, dass infolge einer PreisKosten-Schere in den kommenden Quartalen die Unternehmensgewinne einzubrechen beginnen, mahnen zu erhöhter Vorsicht und einem stringenten Risikomanagement bei der Geldanlage. Trotzdem bieten sich für Trading-orientierte risikofreudigere Anleger auch lukrative Gewinnchancen, die in diversen Beiträgen dieser Ausgabe gezeigt werden.

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Anlagestrategie 2011: Hochzinsanleihen, Emerging Markets, Fremdwährungen und Rohstoffe Im laufenden Jahr ist eine ausgeklügelte Investmentstrategie notwendig, denn das Umbruchs- und Überraschungspotenzial ist mittlerweile wesentlich höher als noch vor einem Jahr. In den kommenden 2 Jahren ist wieder von einer Rückkehr der Volatilität auszugehen, weshalb Sparer mit schwachen Nerven besser keine Experimente wagen sollten, während sich für risikofreudigere aufgeschlossene Anleger durchaus gute Chancen in Hochzinsanleihen, Emerging Markets, Fremdwährungen und ausgewählten Rohstoffen ergeben könnten.


Land/Region

Akienindex

Text: Michael Kordovsky

2. Bewertungsfallen: Bewertungsfallen traten in der Vergangenheit häufig auf – zuletzt in den Jahren 2007 und 2008, als Analysten für 2008 und 2009 noch von attraktiven Unternehmensgewinnen ausgingen, während sich die Vorboten einer Krise häuften. Tatsächlich entwickelten sich die Gewinne viel schlechter und die für die Zukunft geschätzten KGVs erwiesen sich als falsch. Dies könnte im Verlauf der kommenden beiden Jahre erneut drohen, denn der private Konsum verläuft in der Eurozone nur schleppend, während Staaten zu Einsparungen und Steuererhöhungen gezwungen sind, was das Wachstum weiter beschränkt. In den USA gab es 2010 mit 157 Fällen die meisten Bankenpleiten seit 1992 und die am Moody´s/REAL Commercial Property Price Index gemessenen Gewerbeimmobilienpreise in den USA liegen noch immer 42 Prozent unter ihrem einstigen Hoch von Oktober 2007, weshalb der Finanzsektor für weitere negative Überraschungen sorgen könnte. Somit rechnet die Weltbank damit, dass im laufenden Jahr das Wachstum der Industrieländer lediglich bei 2,4 Prozent nach 2,8 Prozent im Vorjahr liegen wird, während die Schwellenländer (noch) boomen. Dies führt – ähnlich wie 2008 – zu Inflationsschüben, die wiederum Wohlstand und Stabilität in diesen Ländern gefährden, vor allem aufgrund der hohen Nahrungsmittel- und Treibstoff preise. In den Industrieländern hingegen geraten die Unternehmen zunehmend in eine Preis-Kosten-Schere, die die Gewinne beschneidet.

1. Rekord-Staatsverschuldung in Friedenszeiten: Gemäß OECD Sovereign Borrowing Outlook No. 3 vom Oktober 2010 ist von 2007 bis 2009 die Staatsschuldenquote der OECD-Länder von 74,9 auf 90,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gestiegen und von 2010 auf 2011 wird ein weiterer Anstieg von 96,9 auf 99,8 Prozent erwartet. Lagen die Haushaltsdefizite in den Jahren 2007 und 2008 noch bei jeweils 1,2 bzw. 3,1 Prozent so sollten sie 2010 und 2011 bereits 7,5 bzw. 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachen. Diese Entwicklung deutet auf einen hohen Geldbedarf und die Gefahr stark steigender Umlaufrenditen hin, womit Kursverlustrisiken bei „westlichen“ Staatsanleihen verbunden wären. In der Eurozone müssen infolge der Fälligkeit zahlreicher Staatsanleihen Staatsschulden in Höhe von 1.300 Milliarden Euro vgl. mit umgerechnet 2.187 Milliarden Euro in den USA umgeschuldet werden. Darüber hinaus besteht noch ein enormer Finanzbedarf der Banken. In diesem Umfeld rechnen die Experten der OECD damit, dass die durchschnittlichen Umlaufrenditen langfristiger Staatsanleihen der OECDLänder von 3,7 Prozent im Jahr 2009 auf 5,1 Prozent im Jahr 2011 steigen werden. Dieser Prognose liegen folgende Annahmen zugrunde: Sobald die Staats-

schuldenquote eine kritische Grenze von 75 Prozent des BIP erreicht, steigen die langfristigen Zinsen für jeden Prozentpunkt, die die Verschuldungsquote diese Marke überschreitet, um 4 Basispunkte. Infolge steigender Renditen werden dann Anleihen im Vergleich zu Aktien wieder attraktiver, sofern nicht bedingt durch Bonitätsverschlechterungen infolge von Rating-Downgrades ein langfristiger Aufwärtstrend bei den Umlaufrenditen in Gang gesetzt wird. Die jüngsten Ereignisse wie die Rating-Herabstufungen von Irland, Portugal und Griechenland deuten auf den Beginn eines derartigen Szenarios hin.

eco.titel

Nachdem seit März 2009 sowohl mit Aktien, HighYield-Bonds, Schwellenländer-Anleihen, Gold, Silber und Rohstoffen eine beeindruckende Performance erzielt werden konnte, erhoffen sich zahlreiche Marktteilnehmer ein erfolgreiches Aktienjahr 2011, denn die Unternehmensgewinne sind – bedingt durch Rationalisierungsmaßnahmen und teils von Staat und Notenbanken induzierten Wachstumsimpulsen für die Wirtschaft – stark angestiegen, woraus die aktuell niedrigen KGVs (Kurs-Gewinn-Verhältnis) resultieren. Aufbauend auf diesem Fundament implizieren die aktuell niedrigen Forward-KGVs 2011 weltweit zweistellige Gewinnzuwächse (siehe Tabelle). Somit würden in den Industrieländern Aktien gegenüber Staatsanleihen günstig erscheinen, während Indien und Brasilien klare „Anleiheninvestmentländer“ sind. Allerdings sollten dabei 2 Aspekte kritisch betrachtet werden:

KGV

KGV 2011 (e)

Rendite Staatsanleihen LZ 10 Jahre

Gewinnrendite bzw. Inverses KGV 2010

Inflation 2010 (teil.erw.) in %

BIP-Wachstum in % 2010

BIP-Wachstum in % 2011

Haushaltssaldo 2010 in % des BIP

Leitzinsen der Notenbank

16,2

13,1

K/A

6,17 %

K/A

3,9

3,3

K/A

K/A

Global

MSCI World

Eurozone

DJ Euro-Stoxx-50

12,49

9,84

3,33 %

8,01 %

1,6

1,7

1,5

–6,3

1%

USA

S&P 500

16,01

13,52

3,36 %

6,25 %

1,6

2,8

3,0

–11,3

0,00 – 0,25 %

Deutschland

DAX

14,68

11,14

3,02 %

6,81 %

1,2

3,7

2,2

–3,7

1%

Österreich

ATX

17,05

11,89

3,42 %

5,88 %

1,7

2,0

2,0

–4,3

1%

Japan

Nikkei-225

20,73

18,37

1,17 %

4,82 %

–0,8

3,6

1,4

–7,4

0,00 – 0,10 %

China

SA SHR

18

13

4,03 %

5,56 %

3,3

10,2

9,3

–2,2

5,81 %

Indien

SENSEX

18

18

8,35 %

5,56 %

8,8 *

8,8

8,6

–5,5

6,25 %

Brasilien

BOVESPA

14

11

11,94 %

7,14 %

5,0

7,5

4,5

–2,3

11,25 %

Russland

RTS

9

8

8,05 %

11,11 %

6,8

4,0

4,0

–4,8

7,75 %

* Wholesale Price Index (WPI) für Fiskaljahr 2010/11 (bis Ende März 2011) Informationsstand: Aktiendaten per 13.01.2011, Umlaufrenditen per 12.01.2011 | Quellen: Bloomberg, Reuters, IWF, Monatsbericht des deutschen BMF, Weltbank, WIFO, Economist

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Steigende Volatilitäten vorprogrammiert Mit der voranschreitenden Erholung schöpften Anleger neues Vertrauen und der Angstindikator „Volatilität“ entwickelte sich kontinuierlich rückläufig. Gemessen werden kann dies an der Entwicklung des CBOE Volatility Index (VIX®), der sich aus der impliziten (vom Markt erwarteten) Volatilität der an der Termin- und Optionsbörse gehandelten S&P-500-Optionen errechnet. Normal sind im langjährigen Schnitt Werte um die 20, von denen jedoch meist stark abgewichen wird. Am Höhepunkt der Panik in der Finanzkrise wurde am 20. November 2008 ein Wert von knapp 81 erreicht. In ruhigen Perioden hingegen wurden auch schon mal Werte von knapp unter 10 gemessen – wie beispielsweise im November und Dezember 2006. Per 21. Jänner 2011 lag der Wert bei 18,47 vgl. mit einem 12-Monats-Hoch von 48,20. Angesichts der zahlreichen Fragezeichen, die den aktuellen Aufschwung begleiten, sind die nächsten Turbulenzen und somit Volatilitätsanstiege vorprogrammiert, gegen die sich Anleger mittels eines speziellen Zertifikats absichern können. Auch besteht mit demselben Instrument für spekulative Trader die Möglichkeit einer Wette auf steigende Schwankungsbreiten. Konkret handelt es sich dabei um das von Goldman Sachs emittierte Open-End-Zertifikat auf den CBOE VIX Futures mit der ISIN: DE000GS0DVX3. Doch Vorsicht: Es ist auf Rollverluste des Terminkontrakts und die hohen Spreads von derzeit 16,8 Prozent des Briefkurses zu achten. Rein mathematisch betrachtet (politische Überraschungspotenziale ausgeschlossen) eine relativ sichere Wette stellt ein Short-ETF auf Staatsanleihen der Eurozone dar. Mit dem db x-trackers iBoxx EUR Sovereigns Eurozone Short TR Index ETF (ISIN: LU0321463258), der das gewinnt, was der EUR Sovereigns Eurozone Total Return Index an Wert verliert, kann dies umgesetzt werden. 37 Prozent des Vo-

lumens fallen sogar auf die „Problemländer“ Italien, Spanien, Portugal und Irland. Für Trading-orientierte Anleger bieten sich in der ersten Jahreshälfte 2011 noch Chancen in Schwellenländer-Aktien, diversen Rohstoffen sowie im Technologiesektor (siehe Bericht über Facebook-Boom).

Emerging-Markets-Aktien und Rohstoffe Investments in diese beiden Bereiche können so lange getätigt werden, solange sich die Marktturbulenzen auf die Bondmärkte der Eurozone beschränken und das starke Wirtschaftswachstum der Schwellenländer noch anhält, wobei darauf zu achten ist, dass sich die Konjunktur in den Industrieländern nicht zu stark abkühlt. Denn auf langjährige Zeiträume lässt sich nämlich ein inverses Verhältnis zwischen dem globalen Wirtschaftswachstum und dem kurzfristigen Zinsniveau der Schwellenländer erkennen. Geht es nämlich den Industrieländern zu schlecht, ziehen deren Finanzinstitutionen und Investoren Gelder aus dem Ausland ab, um sie zu Hause in kurz laufenden Staatsanleihen oder Spareinlagen sicher zu parken. So lag laut Weltbank-Daten der Netto-Kapitalabfluss aus Aktien von Entwicklungsländern im Jahr 2008 bei 53,2 Mrd. US-Dollar, während 2009 und 2010 wieder Nettozuflüsse von 108,2 bzw. 153,4 Milliarden US-Dollar verzeichnet wurden. Allerdings würden derart turbulente Zwischenphasen hervorragende Einstiegschancen in Emerging-Markets-Aktien und -Anleihen bieten. Im Gegensatz zu den Krisen der späten 90er-Jahre sind die Emerging Markets heute aufgrund einer wachsenden Mittelschicht und der zunehmenden wirtschaftlichen Verflechtung untereinander wesentlich stabiler als damals. So investiert beispielsweise China massiv in den Aufbau der Infrastruktur afrikanischer Staaten. Die Direkt-Auslandsinvestitionen der Entwicklungsländer untereinander

Gefahrenpotenziale und mögliche Auslöser von Turbulenzen 2011:

Afrika-Fonds:

Enttäuschender Verlauf von Staatsanleihen-Auktionen im Zuge der Refinanzierung Portugals, Irlands, Italiens, Griechenlands und Spaniens • Mangelnde Einigkeit der EU-Länder über eine nachhaltige Strategie zur Bewältigung der Schuldenkrise • Fundierte Wikileaks-Enthüllungen bezüglich der Bilanzen einer systemrelevanten Großbank • Missernten und eine Fortsetzung des Anstiegs der Agrarpreise: Inflationsschübe und Unruhen in ärmeren Schwellenländern wären die Folge. • Enttäuschende Quartalszahlen: Ab August 2011 erhöhte Gefahr • Die Notenbanken Chinas und/oder Indiens erhöhen die Leitzinsen und versuchen im Einklang mit der Regierung durch sonstige restriktive Maßnahmen die Teuerung einzudämmen. Dabei wird über das Ziel hinausgeschossen. Die Konjunktur kühlt in einem Ausmaß ab, das strukturelle Schwächen in Industrie und Bankensystem offenlegt. Ausländisches Kapital fließt ab, die Zinsen steigen explosionsartig an. Es kommt zu einer Welle an Banken- und Unternehmenspleiten und das globale Wirtschaftswachstum kühlt ab, denn laut Angaben der Weltbank trugen 2010 die Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen bereits einen Anteil von 46 Prozent des globalen Wachstums bei. • Den USA gelingt es nicht, ihren Immobilienmarkt nachhaltig zu stabilisieren, während steigende Zinsen weltweit einen Rückgang der Immobilienpreise einleiten. Banken sind mit erhöhten Abschreibungen konfrontiert und die Bankenpleitewelle aus den USA schwappt auf Europa über. Doch im Gegensatz zu 2008 sind den Staaten aufgrund einer wesentlich kritischeren fiskalen Ausgangsposition die Hände gebunden

Standard Africa Equity Fund AU (ISIN: IE00B23Q2M41): 29 % Nigeria; 16,2 % Ägypten, 10,1 % Kenya, 9,9 % Zambia, 6,3 % Marokko, 5,2 % Mauritius und 4,0 % Zimbabwe; mit jeweils 7,4 % größte Einzelpositionen sind die nigerianische Guaranty Trust Bank und die Celtel Zambia 12-Monats-Performance: 14,4 %

72 eco.nova

JB EF Northern Africa-EUR/A (ISIN: LU0303756455): 28,7 % Ägypten, 9,1 % Nigeria 12-Monats-Performance: 21,6 % JPM Africa Equity A acc EUR (ISIN: LU0355584979): 32,4 % Südafrika, 14,5 % Nigeria, 10,8 % Ägypten 12-Monats-Performance: 36,0 % iShares MSCI South Africa (ISIN: IE00B52XQP83); 0,74 % Management Fee – ein spesengünstiger ETF für Südafrika-Investments 12-Monats-Performance: 28,5 % und: aufgrund eines erwarteten Gewinnwachstums südafrikanischer Unternehmen von 31,5 % im laufenden Jahr ein vielversprechendes Investment


Interessante Chancen bietet auch Vietnam. Die vietnamesische Notenbank kämpfte im Jahr 2010 mit der

finanz.tipp

eco.titel

stiegen 2010 auf 210 Milliarden US-Dollar bzw. 1,1 Prozent von deren BIP und übertrafen dabei den Rekordwert von 207 Milliarden US-Dollar im Jahr 2008. Da der Rohstoff boom primär auf die Nachfrage in den Emerging Markets zurückzuführen ist, korrelieren die Rohstoff preise langfristig betrachtet stark mit der Entwicklung der Schwellenländer-Aktien. Allerdings gibt es häufig stärkere Preistrend-Abweichungen bei Agrarrohstoffen, deren Wertentwicklung von den Ernteerträgen abhängt. Kupfer, Nickel und Öl hingegen sind die „Emerging-Markets-BoomKlassiker“. Interessant erscheinen derzeit vor allem die afrikanischen Aktienmärkte der Sub-Sahara-Region, da sich diese in der Vergangenheit bereits als Nachzügler in Erholungs- bzw. Aufschwungsphasen erwiesen und somit heuer noch Aufholpotenzial haben. So sollte sich das Wachstum dieser Region von 1,7 Prozent im Jahr 2009 auf 4,7 Prozent im Jahr 2010 beschleunigt haben und ohne Berücksichtigung der größten Volkswirtschaft, Südafrika, hat sich das Wachstum sogar von 3,8 auf 5,8 Prozent beschleunigt. Zunehmend mehr internationale Konzerne kaufen afrikanische Firmen, wie beispielsweise die weltweit größte Kaufhauskette, WalMart, die für die 290 Läden der südafrikanischen „MassMart“ den 13-fachen Vorsteuergewinn bot. Die Nettozuflüsse in den Aktienmärkten sollten von 2010 bis 2012 von 32 auf 51,8 Milliarden US-Dollar steigen, was zusammen mit der zunehmenden Akquisitionstätigkeit ausländischer Firmen in Afrika ein erhebliches Kurssteigerungspotenzial darstellt, wobei Privatanleger ihre Investitionen ausschließlich über einschlägige Fonds mit breiter Länderdiversifi kation tätigen sollten:

AWD-Basisinvestmentstrategie – ein Konzept am Puls der Zeit Die aktuelle und rasante Entwicklung der Kapitalmärkte erfordert neue, der Zeit angepasste Strategien bei der Kapitalanlage. Bisher weit verbreitete Anlagestrategien wie „buy and hold“ sind bei den immer stärker auftretenden Kursschwankungen nur mehr bedingt geeignet, um nachhaltig positive Anlageergebnisse zu erzielen. Mithilfe der AWD-Basisinvestmentstrategie wird durch den Einsatz von „Total-Return“-Strategien ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ertrag und Risiko wesentlich leichter erzielbar als durch klassische Anlagekonzepte. Bei diesem neuartigen Ansatz werden ein breit diversifiziertes Basisinvestment sowie je nach individueller Risikoneigung und Anlagehorizont entsprechende Satelliteninvestments sinnvoll kombiniert. Ziel ist es, von steigenden Aktienmärkten zu profitieren, ohne jedoch jede Talfahrt an den Börsen mitzumachen. Insbesondere die aktiv gemanagten Basisinvestments, bei denen je nach Börsensituation die Aktienquote rasch angepasst werden kann, tragen hier dazu bei, mögliche Kursausschläge an den Börsen zu dämpfen. Die Satelliteninvestments ermöglichen, die Renditechancen durch Auswahl aus den unterschiedlichsten Themenbereichen, Branchen und Regionen entsprechend zu erhöhen. Mit diesem modernen, flexiblen und individuell gestaltbaren Anlagekonzept sind Sie bestmöglich für die neuen Zeiten gerüstet.

Lassen Sie sich beraten! AWD Zentrale Tirol, Tel.: 0512/33 610 Infos zu AWD im Internet: www.awd.at

eco.nova 73


74 eco.nova

Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Serbien verabschiedet und die Hoffnung auf einen EU-Beitritt im Jahr 2014 könnte dem Aktienmarkt einen kräftigen Kursschub verleihen. An dieser Entwicklung kann über das von der RBS emittierte Endlos-Zertifikat auf den BELEX 15 Index mit der ISIN: DE000AA0SBS9 partizipiert werden. Russland hingegen kann über den Lyxor ETF Russia (ISIN: FR0010326140) kostengünstig abgedeckt werden. Die zugrundeliegende Benchmark ist der DJ Rusindex Titans 10. Unter Inflationsschutzaspekten sollten auch Rohstoffe (siehe Artikel über „Schutz vor Inflation und Deflation“) berücksichtigt werden. Insbesondere Agrarrohstoffe könnten weiter nach oben klettern, da weltweit die klimatischen Rahmenbedingungen quer durch die meisten Pflanzen eher für magere Ernteerträge sprechen, weshalb ein Blick auf den Market Access RICI Agriculture Index Fund (ISIN: LU0259321452) geworfen werden sollte. Vor allem Weizen ist stark im Aufwind, nachdem es im östlichen Australien infolge heftiger Regenfälle zu weiteren Verzögerungen bei der ohnehin verspäteten Weizenernte kam. Ebenso ist Mais stark im Aufwind. Diese Entwicklungen könnten mittelfristig auch die Preise für Vieh und Fleisch nach oben treiben. Wer auf einzelne börsennotierte Rohstoffe setzt, kann diese über folgende ETCs von ETF Securities abdecken: Mais: ETFS Corn (ISIN: DE000A0KRJV8) Weizen: ETFS Wheat (ISIN: DE000A0KRJ93) Lebendvieh: ETFS Livestock (Nutzvieh) DJ-UBSCISM (ISIN: DE000A0KRKH5); 63 % Lebendrind und 37 % mageres Schwein

steigenden Inflation, die ein Niveau von 8,9 Prozent erreicht haben sollte, und war mehrmals gezwungen, den Dong gegenüber dem US-Dollar abzuwerten – und dies trotz eines Wirtschaftswachstums von voraussichtlich 7,0 Prozent. Auch im laufenden Jahr sollte die Wirtschaft um 6,8 Prozent wachsen und der Aktienmarkt (VN-Index) ist mit einem KGV von 9,3 bewertet, da er 2010 lediglich um 8 Prozent anstieg, woraus nun ein gewisses Nachholpotenzial resultiert. Investiert werden kann dabei über die Aktie der Vietnam-Holding (ISIN: KYG9361X1043), eine Beteiligungsgesellschaft, deren Kursnotiz in London bei 1,1875 US-Dollar und somit unter dem Nettovermögenswert von 1,335 US-Dollar liegt. Russland und Serbien: Eine völlig unabhängige Analyse ergibt häufig verblüffende Ergebnisse. Während Russlands Attraktivität aus dem starken Ölpreisanstieg, der Aussicht auf einen WTO-Beitritt und den olympischen Spielen 2014 in Sochi resultiert, spricht für serbische Aktien schlichtweg die extrem günstige Bewertung und das positive Überraschungspotenzial: So liegt das für das laufende Jahr geschätzte KGV bei lediglich knapp über 7 und Leitzinsen von 12 Prozent deuten bei einer geschätzten Inflationsrate von 6,8 Prozent mittelfristig wieder auf ein gewisses Zinssenkungspotenzial hin. Darüber hinaus sind Serbiens Devisenreserven auf über 10 Milliarden Euro angestiegen. Mit einem KGV von 9 sind auch russische Aktien günstig bewertet. Doch Serbien ist der engere Markt und wird im Falle positiver Nachrichten und daraus resultierender Kapitalzuflüsse aus dem Ausland viel stärker performen. Am 19.01.2011 wurde das Stabilisierungs- und


Wer hingegen mit einem einzigen ETF-Investment ein Portfolio bestehend aus 37 Rohstoffen aller Kategorien, wie Energie (ca. 40 Prozent), Getreide (ca. 22 Prozent), Metalle (ca. 21 Prozent), Agrarrohstoffe, Vieh und Exoten, abdecken möchte, sollte einfach nur in den Market Access Jim Rogers International Commodity Index Fund (ISIN: LU0249326488) investieren, dessen Performance in den vergangenen 12 Monaten bei 27,1 Prozent lag.

Anleihen – wichtige Ertragskomponente Aufgrund der neu eingeführten Vermögenszuwachssteuer sollten höher verzinste Anleihen als Ertragskomponente stärker gewichtet werden, während der Aktienanteil in überschaubaren Größenordnungen gehalten werden sollte. Doch wahllos in High Yield Bonds schwacher Emittenten zu investieren kann fatal ausgehen. Die bessere Alternative: Man nehme hochverzinste Fremdwährungsanleihen wachstumsstarker und/oder niedrig verschuldeter Schwellenländer und internationaler Organisationen wie beispielsweise der Weltbank bzw. International Bank for Reconstruction & Development (IBRD) oder der Europäischen Investitionsbank (EIB). IBRD- oder EIB-Anleihen beschränken aufgrund der hohen Bonität ihrer Emittenten das Risiko primär auf Wechselkursschwankungen. Darüber hinaus werden hochverzinste Fremdwährungsanleihen mitunter auch von soliden Staaten mit AAA-Bonitäten emittiert, wie beispielsweise Türkische-Lira-Anleihen der Republik Österreich. Bei Emittenten mit schlechteren Ratings – oft im High-Yield-Bereich – sollte man hingegen umgekehrt vorgehen und nach deren Emissionen in Euro Ausschau halten. Dadurch sind die Währungsrisiken ausgeschaltet, während die hohen Kupons durch verbleibende Bonitätsrisiken erhalten bleiben.

Bevor man blauäugig über Banken oder diverse Broker bestimmte Anleihen ordert, sollten die Spesen inklusive Bid/Ask-Spreads bis ins kleinste Detail abgeklärt werden, denn bei illiquiden Titeln oder Anleihen, die in nicht frei konvertierbaren Währungen denominiert sind, können mitunter Spesen von bis zu 10 Prozent des Ordervolumens anfallen. Die Kosten müssen vor jeder Order auf dem Tisch liegen! Im Zuge der EU-Richtlinie MiFID hat jeder Anleger das Recht auf eine transparente Aufl istung der anfallenden Belastungen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf kann man sich auch an ein besonderes – in unseren Breiten für gewöhnlich nicht zugängliches Investment – wagen, nämlich in indischer Rupiah denominierte indische Staatsanleihen, die jedoch in Indien erworben werden müssen. Spezialisierte Broker und Banken wie beispielsweise die Deniz Bank in Wien können diese Papiere beschaffen. Hohe Zinsen und langfristig (auf 5 bis 10 Jahre) eine denkbar feste Indische Rupiah gegenüber dem Euro sprechen für ein Investment in den India Government Bond IGBB.24 04/22/18 (ISIN: IN0020080019) mit Laufzeit bis 22.04.2018 und Moody´s Rating von Ba1 sowie Fitch-Rating von BBB-. Der jährliche Kupon beträgt 8,24 Prozent und Kurse bis 103 Prozent sind Kaufkurse.

Währungsaspekte & Risikomanagement Solange lediglich die Bondmärkte der Eurozone turbulent bleiben, sollten die Hochzinswährungen gegenüber dem Euro eine kalkulierbare Bandbreite aufweisen und im Idealfall sogar fester tendieren. Sinkt hingegen die Risikofreude der Marktteilnehmer, dann kommt es zum „Zurück-ins-Zentrum-Effekt“. Kapital wird von amerikanischen, japanischen und Schweizer Institutionen aus dem Ausland abgezogen und repatriiert. USDollar, Yen und Schweizer Franken tendieren dann

Interessante Ertragskomponenten im Überblick ISIN

Währung

Kupon in %

Fälligkeit

Kurs 21.01.2011

Rendite nach ISMA bis Laufzeitende

Handelsplatz zum Ordern

Rep. Venezuela

XS0214851874

Euro

7,000

16.03.15

85,45

11,60

Stuttgart

Jamaika

DE000A0DED93

Euro

10,500

27.10.14

106,10

8,49

Stuttgart

Rep. Mazedonien

XS0438534579

Euro

9,875

08.10.13

107,24

5,83

Berlin

Rep. Österreich

XS0277323308

Türkische Lira

17,000

17.01.12

110,78

5,39

Frankfurt

Emittent Staaten

Internationale Organisationen oder staatsnahe Institutionen Europ. Investitionsbank (EIB)

XS0477880057

Türkische Lira

10,000

20.01.14

107,40

7,14

Frankfurt

Int. Bank for Reconstr. & Development

XS0490350393

Südafrikanischer Rand

8,750

01.03.17

104,47

7,78

Frankfurt

Europ. Investitionsbank (EIB)

XS0178483649

Südafrikanischer Rand

8,000

21.10.13

101,04

7,53

Stuttgart

Landwirtschaftl. Rentenbank

XS0483995923

Türkische Lira

10,125

05.02.14

106,65

7,56

Frankfurt

Int. Bank for Reconstr. & Development

XS0480029601

Brasilianischer Real

10,000

21.01.15

104,50

8,60

Frankfurt

76 eco.nova


eco.titel fester gegenüber dem Euro, während die klassischen Hochzins-Carrytrade-Währungen wie Australischer Dollar, Südafrikanischer Rand und Türkische Lira unter Druck geraten. Darüber hinaus weiten sich auch die High-Yield-Spreads (Zinsdifferenzen zwischen High Yield Bonds und Staatsanleihen der Bonität AAA) aus. Auch Emerging-Markets-Bonds geraten unter Druck. Angesichts dieser Gefahren sollte noch vor dem ersten Investment das gesamte Risikobudget bzw. jener Betrag einkalkuliert werden, den man maximal bereit ist, im schlimmsten Falle zu verlieren. Auf diese wichtige Kennzahl ausgerichtet sollte auch das Portfolio strukturiert werden. Alle Positionen sollten durch mentale Stopps abgesichert werden. Sobald kritische Schwellen erreicht werden, sollten limitierte Order in den Markt gelegt werden. Die Limitierung sollte dabei verhindern, dass man – wie so häufig nach dem Auslösen von Stopps – eine Abwicklung zu auffallend ungünstigen Kursen bekommt. An den Aktienmärkten klare Verkaufssignale sind, wenn der S&P 500 Index die 200-Tage-Linie nachhaltig unterschreitet und besonders dann, wenn im S&P 500 Index der gleitende 20-Tages-Durchschnitt die 200-Tage-Linie nach unten durchkreuzt. Während mit zunehmenden Turbulenzen die „Chancenpositionen“ eines ruhigeren Marktumfeldes schrittweise reduziert werden, sollte gleichzeitig mit dem Aufbau der „Krisenpositionen“ begonnen werden. Diese wären Cashpositionen in „Fluchtwährungen“, die sich im jeweiligen Umfeld als stabil bewähren. Deshalb sollte man bei Discountbrokern, wie beispielsweise direktanlage.at, mehrere Währungskonten, nämlich primär in US-Dollar, Schweizer Franken und Yen, einrichten. Sollte in diesem Umfeld nach einer vorübergehenden Konsolidierung der Goldpreis wieder fester tendieren, sollten auch Philharmoniker-Goldmünzen erworben werden.

Achtung: Wer derzeit noch Kredite zurückbezahlt, sollte überschüssige Liquiditätsreserven anstatt zu veranlagen zur Kredittilgung heranziehen. Vor allem wenn in den kommenden Jahren die Kreditzinsen ansteigen, bleiben dadurch hohe Zinsaufwendungen erspart. Nur wer frei ist von Privatschulden, sollte in den hier erwähnten Veranlagungen investieren, wobei zwischen defensiven, ausgewogenen und dynamischen Anlegern zu unterscheiden ist.

.

Defensives Portfolio max. 10 % Short-ETF auf Anleihen der Eurozone max. 20 % Hochzinsanleihen solider Emittenten rd. 70 % Sparbücher oder kurz laufende Bundesschätze (Im Falle günstiger Einstiegskurse kann auch ein Teil – max. 10 % – in inflationsgeschützte deutsche Staatsanleihen investiert werden.)

Ausgewogenes Ausgangsportfolio 25 %

Hochzinsanleihen internationaler Organisationen und staatlicher Organisationen mit AAA-Rating 20 % Cashreserven (davon ev. 5 % in Schweizer Franken) 15 % Emerging-Markets-Bonds 15 % Rohstoffe 15 % Aktien (Schwellenländer u. Technologie) 10 % Short-ETFs auf Anleihen der Eurozone

Dynamisches Portfolio 28 % Aktien (Schwellenländer u. Technologie) 20 % Emerging-Markets-Bonds 20 % Hochzinsanleihen internationaler Organisationen und staatlicher Organisationen mit AAA-Rating 20 % Rohstoffe 10 % Short-ETFs auf Anleihen der Eurozone 2 % Open-End-Zertifikat auf den CBOE VIX-Futures

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Globale Megatrends Von der Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert bis zum Internet: Die Entwicklung der Wirtschaft in den letzten 200 Jahren war geprägt von fünf langen Wellen (Kondratieff-Zyklen). Anleger und Experten fragen sich, ob wir – ausgelöst durch die Finanzkrise – am Beginn eines neuen Zyklus stehen, in dessen Mittelpunkt die Bereiche Umwelt, Biotechnologie und Gesundheit stehen.

Text: Michael Posselt Fotos: iStockphoto, Credit Suisse

78 eco.nova

Die Entwicklung der Wirtschaft erfolgt in langen Wellen. Diese Erkenntnis geht auf den russischen Ökonomen Nikolai Kondratieff zurück. Kondratieff beobachte langfristige Wirtschaftsschwankungen in Zyklen von 40 bis 60 Jahren, so genannten Kondratieff-Zyklen. Nach seiner Theorie stehen am Anfang eines jeden Zyklus neue technologische Errungenschaften, die zu Trägern eines lang anhaltenden Konjunkturaufschwungs werden. Vorausgesetzt, diese so genannten Basisinnovationen durchdringen nahezu alle Bereiche der Volkswirtschaft und lösen in der gesamten Wirtschaft neue Produktivitätsschübe aus. Seit der industriellen Revolution Ende des 18. Jahr-

hunderts bis heute hat Kondratieff fünf solcher Zyklen analysiert, an deren Ende zumeist eine Finanzkrise größeren Ausmaßes stand. Auch der letzte Zyklus, getragen von der Entwicklung des PCs und der Informationstechnologie, dürfte auf diese Weise zu Ende gehen/gegangen sein. Gleichzeitig könnte dies aber auch wiederum der Start eines neuen Aufschwungs sein, der von zwei Entwicklungen getragen wird: 1. Globalisierung und Demografie, zwei zukünftige Megatrends, die zu Nachfrageverschiebungen und Wachstum führen werden. 2. Trends beziehungsweise Innovationen, die die Angebotsstruktur der Wirtschaft verändern, wie


Die Kondratieff-Zyklen Erster

Zweiter

Dritter

Vierter

Fünfter

Sechster

Massenproduktion

Warenverteilung

Massenkonsum

Massenverkehr

Weltwirtschaft

Lebensqualität

ca. 1780 – 1830

ca. 1830 – 1880

ca. 1880 – 1930

ca. 1930 – 1970

ca. 1970 – 2010

ab 2010

Wachstumsbarriere

Wachstumsbarriere

Wachstumsbarriere

Wachstumsbarriere

Wachstumsbarriere

Wachstumsbarriere

Arbeitsfluss

Warenfluss

Energie

Mobilität

Informationsfluss

Moralische Defizite

Bedürfnis

Bedürfnis

Bedürfnis

Bedürfnis

Bedürfnis

Bedürfnis

Von der Manufaktur zur Fabrikation

Ausdehnung der Marktgebiete

Verbesserung der maschinellen Produktion

Ausweitung des Aktionsradius

Erweiterung der Wirtschaftsräume

Vom Wohlstand zum Wohlgefühl

Basisinnovation

Basisinnovation

Basisinnovation

Basisinnovation

Basisinnovation

Basisinnovation

Dampfmaschine

Eisenbahn

Chemie / Elektrizität

Automobil

Informationstechnologie

Psychosoziale Kompetenz

Sechster Kondratieff-Zyklus: Biotechnologie, Clean Tech, Neue Energie, Neue Werkstoffe, Medizintechnik

eco.geld

Quelle: 1–5: Allianz GI, Kapitalmarktanalyse, L.A. Nediodow, „Der Sechste Kondratieff“, 2006 / 6: Dr. Matthias Hallweger, HMI Emissionshaus AG

Umwelttechnologie, Bio- und Nanotechnologie oder ganzheitliche Gesundheit. Während im aktuellen Zyklus das Informationszeitalter zu einer enormen Erhöhung der Arbeitsproduktivität geführt hat, scheint der Schlüssel für eine zukunftsträchtige Wirtschaft im nächsten Zyklus die Steigerung der Ressourcen- und Energieproduktivität zu sein. Wachstum wird zukünftig wohl aus einer neuen Mischung von Ökonomie, Ökologie und gesellschaftlichem Engagement generiert. Auch für Credit-Suisse-Director Georg Foidl prägen diese drei Bereiche die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen: 1. rapide demografische Veränderungen 2. die Ausprägung einer multipolaren Welt und 3. der Bedarf an Nachhaltigkeit.

Demografie und Globalisierung als Herausforderung

Siehe nächste Seite ...

Im Bereich der Demografie stellen das rapide Wachstum in den Schwellenländern und die zunehmende Überalterung der Gesellschaft vor allem in den Industriestaaten enorme Herausforderungen an die Gesellschaft und Wirtschaft. Die Weltbevölkerung hat sich in den letzten 40 Jahren mehr als verdoppelt. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung der Menschen stetig an. Dies ist das Ergebnis technologischer, hygienischer und medizinischer Fortschritte. Die Vereinten Nationen prognostizieren bis 2050 einen weiteren Anstieg um 50 Prozent. Gleichzeitig wird die Welt multipolar, da der Wohlstand nunmehr von den Industriestaaten auf die Entwicklungsländer übergreift. Als Folge der Globalisierung partizipieren immer mehr Schwellenländer an der Weltwirtschaft und immer mehr Menschen verlassen die ländlichen

Gebiete, um sich in den „Emerging Cities“ niederzulassen. Mit diesem Trend zur Urbanisierung oder Verstädterung sind vielfältige weitere Herausforderungen, aber auch Chancen verbunden. Neben dem Bau ganzer Städte, Häuser und Straßen liegen diese vor allem in der Schaff ung der notwendigen modernen Infrastruktur, die nicht nur die Verkehrs-, sondern auch die Kommunikations- und Energienetze umfasst. In diesem Zusammenhang kommt den intelligenten Stromnetzen (so genannten „Smart Grids“), die neben dem herkömmlichen Stromtransport auch bidirektionale Stromeinspeisung und Datenkommunikation erlauben, eine wichtige Bedeutung zu. Aber auch die Wasserversorgung und -auf bereitung, Kanalisation, Abfallbeseitigung u.a. Themen müssen gelöst werden. Für Anleger ist das Thema Infrastruktur dementsprechend breit gefächert und betriff t unterschiedlichste Sektoren. Als Kernbereiche gelten Investitionsgüter, Grundstoffe, Versorgung und Telekommunikationsdienste, aber auch Umwelttechnik, erneuerbare Energien u.a. Innerhalb des Themas unterscheidet man dann noch zwischen Bauunternehmen beziehungsweise Anbietern und Betreibern. Erstere kümmern sich um den Bau oder die Bereitstellung der benötigten Grundstoffe. Bei den Betreibern dominieren in der Regel die Versorgungsunternehmen, die öffentliche Dienstleistungen erbringen. Die Bauunternehmen sind meist volatiler und globalen Faktoren stärker ausgesetzt und haben oft spätzyklische Eigenschaften, während die Geschäftsmodelle der Betreiber meist stabiler angelegt sind, so Foidl. Neben globalen und regionalen Fonds hat die Credit Suisse hier einige interessante Unternehmen ausgemacht.

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Investmentideen Der Bau neuer Städte Lafarge: Das Unternehmen gehört zu den weltweit größten Zementherstellern und bietet hohes Schwellenmarkt-Exposure zu einem attraktiven Aktienkurs. Holcim: Dank seines attraktiven geografischen Portfolios ist der Konzern einer der Hauptnutznießer der laufenden Urbanisierung. Saint Gobain: SGO ist ein führender Hersteller energieeffizienter Baumaterialien, der von neuen Regulierungsvorschriften profitieren dürfte. China Railway Group: Das Unternehmen gehört zu den Nutznießern des rasanten Ausbaus der Eisenbahn- und Autobahnnetze.

Intelligente Infrastruktur Ericsson ist der weltweit führende Anbieter von Infrastrukturanlagen für Mobilfunkanwendungen. Cisco ist ein global führender Anbieter von Kommunikationsinfrastruktur, der bereits innovative SmartGrid-Produkte anbietet. Bouygues: Die Bau- sowie Straßen- und Eisenbahnbauaktivitäten des Konzerns sollten von den Modernisierungstrends profitieren. General Electric: Der US-Multi ist gut für die Nutzung langfristiger Wachstumsthemen wie Infrastruktur oder Demografie positioniert. Schneider Electric bietet wichtige Applikationen für die schnell wachsenden Bereiche Stromerzeugung und Energieeffizienz. ABB: Der Schweizer Konzern profitiert vom Wachstum der Ausgaben für die Stromerzeugung und -übertragung.

Ganzheitliche Gesundheit & Medizin Novartis verkauft Medikamente zur Behandlung von Herz/Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sowie nicht rezeptpfl ichtige Gesundheitsprodukte. Novo Nordisk ist der weltweit führende Anbieter von Diabetestherapien und weist ein substanzielles Exposure gegenüber China auf.

Novavax: Das noch junge Unternehmen hat eine Technologie zur Impfstoff herstellung entwickelt, mit der sich rasch auf den Ausbruch von Pandemien reagieren lässt. Roche bietet ein einzigartiges Onkologie-Portfolio in Verbindung mit einer viel versprechenden Pipeline. Synthes ist Marktführer im Trauma- und weltweite Nummer zwei im Wirbelsäulenbereich. Fresenius Medical Care ist Weltmarktführer bei Dialyseprodukten und Dienstleistungen zur Behandlung von Nierenkrankheiten im Endstadium. Teva: Der global größte Generikaanbieter sollte vom Trend zu einer günstigeren Gesundheitspflege profitieren. Medtronic: Das sehr gut diversifizierte Medizinaltechnik-Unternehmen hat eine führende Position bei Herzgeräten und Insulinimpfungen.

Wachsender Konsum & aufstrebende Marken China Resources Enterprise: Die Supermärkte und das Biergeschäft von CRE profitieren von den steigenden verfügbaren Einkommen der chinesischen Bevölkerung. Belle ist einer der führenden Damenschuh-Einzelhändler und einer der größten Sportartikelvertreiber für Nike und Adidas in China. Anta Sports: Eine der größten chinesischen Sportbekleidungsmarken mit Fokus auf Design und Brandmarketing LG Display: Führender Bildschirmhersteller mit Sitz in Korea. Emaar Properties: Führender Immobilienentwickler in Nahost und anderen Frontier-Märkten.

Grüne Energie Suntech Power Holdings Co.: Wichtiges chinesisches Solarunternehmen mit attraktiven langfristigen Wachstumsperspektiven. Meyer Burger Technology fertigt moderne Drahtsägemaschinen, die Einsparungen bei den Rohmaterialien ermöglichen. Gamesa Corporacion Technologica ist einer der weltgrößten Windturbinenhersteller mit einer attraktiven Geschäftsstrategie. Quelle: Credit Suisse, Investment Ideas GI 2.09/2.10


Nahrung und Ressourcen sichern Ebenfalls eng verbunden mit dem Wachstum der Bevölkerung und dem steigenden Wohlstand in den Schwellenländern ist die steigende Nachfrage nach Rohstoffen und Agrargütern – mit möglicherweise katastrophalen Auswirkungen auf das Klima. Zwischen 1950 und 2000 ist die Nachfrage nach Öl und Aluminium um das 7- bzw. 15-Fache gestiegen. Im Zuge der Entwicklung der Schwellenmärkte dürfte sich dieser Trend weiter beschleunigen. Steigende Nachfrage und Erschöpfung der Ressourcen führen zunehmend zu Ungleichgewichten. So zeigt eine UNStudie, dass bis 2025, bei Beibehaltung des jetzigen Verbrauchs, zwei Drittel der Bevölkerung unter Wasserknappheit leiden werden. Um das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wiederherzustellen, ist die nachhaltige Erzeugung neuer und der effizientere Einsatz bestehender Ressourcen zentral. Dies gibt neuen Industrien (Green-Tech, Nanomaterialien, Bio-/Gentechnologie u.a.) Auftrieb. Weltweit sind nur zwölf Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen nicht bewaldet oder bleiben von Erosion und Verwüstung verschont. Zusätzlich behindert Wasserknappheit die Nahrungsmittelproduktion in den Entwicklungsländern. Vor diesem Hintergrund stellt die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung eine große Herausforderung dar. Hier bietet die Agrarökonomie und insbesondere die Biotechnologie neue Lösungsansätze. Sie ermöglicht es, die Produktivität zu steigern, den Nährwert von Lebensmitteln anzuheben sowie die Resistenz gegen Krankheiten und Schädlingsbefall, Dürre und andere

extreme Wetterbedingungen zu erhöhen und so die Ernten zu verbessern bzw. zu sichern. Biotechnologisch veränderte Pflanzen mit einem höheren Gehalt an Mikronährstoffen könnten Menschen mit kleinem Einkommen mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen versorgen. Gentechnisch veränderte Pflanzen entlasten die Umwelt, da neue Sorten weniger Pestizide erfordern und der Boden nicht mehr mechanisch bearbeitet werden muss. Hier gilt es Bedenken und Ablehnung gegenüber biologisch und genetisch veränderten Nahrungsmitteln zu überdenken und den Widerstand zu hinterfragen. Der Weltgesundheitsorganisation zufolge stellen die bestehenden genetisch veränderten Lebensmittel „wahrscheinlich keine Gefahr für die menschliche Gesundheit“ dar. Nichtsdestotrotz müssen die Risiken gegen die Gefahr der Nichtnutzung abgewogen werden. Simulationen zeigen, dass der Anbau von biotechnologischen Pflanzen in Ländern wie Bangladesch, Indien, Indonesien und den Philippinen große Gewinne ermöglichen könnte, die die potenziellen Handelsverluste infolge des Importverbots mehr als ausgleichen könnten. So würde die Nahrungsmittelsicherheit für die Bevölkerung erhöht bzw. gesichert werden. Vor diesem Hintergrund sind die entwickelten Nationen geradezu gefordert, hier weiter zu forschen und zu entwickeln. Doch nicht nur in puncto Nahrung, auch hinsichtlich des weiteren Ressourcenverbrauchs stößt die Welt an Grenzen. Egal ob Öl, Kohle oder andere fossile Energieträger – die Rohstoffe auf unserer Erde sind enden wollend. Hinzu kommt die Belastung des Klimas und der Umwelt im Zusammenhang mit deren Nutzung. Der Einsatz von erneuerbaren Energien und Umwelttechnik ist daher schon eingeleitet und unumkehrbar. Insbesondere die Schwellenländer, allen voran Indien und China oder auch Südkorea, treiben die Einführung grüner Wachstumstechnologien massiv voran und haben dabei die entwickelten Industrienationen längst überholt. Besonders hervorzuheben ist dabei Südkorea, wo die Regierung trotz der aktuellen Wirtschaftskrise konsequent an diesem Kurs festhält und dadurch in den nächsten fünf Jahren 1,8 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen will. Erreicht werden soll dies durch eine grundlegende Umgestaltung der Wirtschaft, indem konventionelle Sektoren radikal modernisiert und neue Bereiche, vor allem grüne Technologien, stark gefördert werden. Durch all diese Maßnahmen will Südkorea 2020 einen wesentlichen Anteil am Weltmarkt für Umwelttechnik erobern. Indessen hat sich China bereits einen deutlichen Vorsprung beim Ausbau der Produktionskapazitäten für erneuerbare Energien verschaff t. Und ein Blick auf Indien zeigt, dass die Regierung mit ihrem Programm „National Solar Mission“ zur Förderung von Sonnenenergie, das Teil eines acht Punkte umfassenden nationalen Aktionsplans gegen den Klimawandel ist, bereits große Fortschritte erzielt hat. In diesem Rahmen plant das Land bis 2020 die Installation von Solaranlagen mit einer Leistung von 20 Gigawatt. Viele dieser Entwicklungen werden auch unter dem Gesichtspunkt der

„Megatrends bieten in einer Zeit, die von tiefgreifenden strukturellen Veränderungen und einer hohen Unsicherheit an den Finanzmärkten geprägt ist, uns und unseren Kunden eine wichtige Orientierungshilfe bei Anlageentscheidungen.“ Georg Foidl, Credit Suisse, Director Private Banking

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eco.geld

Aber auch der Gesundheitsbereich steht vor vielfältigen Herausforderungen und bietet Chancen. Mehr und immer ältere Menschen benötigen mehr und fordern immer anspruchsvollere gesundheitliche Betreuung und Lösungen. Laut U.S. Census Bureau wird sich der Anteil über 65-jähriger Menschen an der Weltbevölkerung zwischen 2000 und 2030 voraussichtlich von 7 Prozent auf zwölf Prozent erhöhen. Dieser Trend ist nicht nur in den Industrieländern zu beobachten, sondern auch in den Schwellenländern, wo sich die Zahl über 65-Jähriger nahezu verdreifacht. Gleichzeitig ergab sich eine Verschiebung der wichtigsten Todesursachen weg von Infektions- und akuten Krankheiten hin zu chronischen und degenerativen Erkrankungen. In Industrieländern wie den USA sind HerzKreislauf-Erkrankungen, Krebs, Schlaganfälle und Diabetes die häufi gsten Todesursachen bei älteren Menschen. Zu weiteren altersbedingten Krankheiten gehören Arthritis, Alzheimer, Osteoporose und Grauer Star. Vor diesem Hintergrund wächst der potenzielle Markt für Gesundheitsunternehmen in Abhängigkeit von der Indikation schneller als die Weltbevölkerung. „Wir empfehlen deshalb innerhalb eines diversifi zierten Portfolios in Gesundheitsunternehmen zu investieren, die von diesen Entwicklungen profitieren können“, so Foidl. Dazu zählen Pharmaunternehmen, Generikaanbieter und Hersteller von medizinischen Geräten.


Megatrends

Die globalen Megatrends der Credit Suisse

Megatrend-Themen

Demographie

Multipolare Welt

Nachhaltigkeit

Verstädterung

Emerging Markets

Innovation

Infrastruktur Entwickelte Marken Mobilität Sicherheit Migration

Brasilien China Indien usw.

Genetik Robotik Nanotechnologie Biotechnologie Digitale Welt

Frontier Markets Afrika usw.

Gesund leben Ernährungstrends Gesundheitsvorsorge Medizinische Geräte Arzneimittel Freizeit

Bildung Landwirtschaft

Neue Produzenten Neue Marken Traditionelle Energie Versteckte Ressourcen Neues Banking Bergbau

Neue Konsumenten Entwickelte Marken

Umwelt Alternative Energien Ressourceneffizienz Wasser Luft Nutzholz

Bevölkerung Mikrofinanz Gesellschaftliche Verantwortung

Logistik Quelle: Credit Suisse Global Investor 2.09

Nachhaltigkeit zusammengefasst. Viele Unternehmen haben dieses Prinzip aufgegriffen und in ihr Geschäftsmodell integriert, weil sie erkannt haben, dass sie nur so langfristig erfolgreich sein können und ihren Aktionären langfristigen Shareholder Value bieten können. „Gerade bei langfristigen Anlageentscheidungen kommt diesem Aspekt eine zunehmende Bedeutung zu“, so Foidl.

Wachsender Konsum in den Emerging Markets Die fortschreitende Entwicklung in den aufstrebenden Märkten führt zu einer neuen Mittelschicht, die sich zunehmend Güter und Dienstleistungen, die über die existenziellen Grundbedürfnisse hinausgehen, leisten kann. „Ausgelöst durch das beachtliche Wirtschaftswachstum und die steigende Kaufkraft sowie die günstigen demografischen Entwicklungen erlebt Asien gerade den Beginn eines noch nie da gewesenen Konsumbooms“, schreiben die AsienExperten von Invesco in ihrem jüngsten „Market Update“. Vor diesem Hintergrund sehen die Invest-

mentexperten eine breite Palette von konsumrelevanten Bereichen, die von diesem Trend profitieren. Dieser Konsumhunger reicht von der Landbevölkerung, die in die Städte abwandert und die vor allem unabdingbare Basiskonsumgüter benötigt, über die neuen Mittelschichten, die zunehmend nicht lebensnotwendige Güter wie Kosmetikartikel, veredelte Nahrungsmittel und Elektroartikel nachfragen, bis hin zu den High-End-Verbrauchern der Oberschicht, die sich Fernreisen, Luxuswohnungen, Yachten und teure Uhren leisten. Ein fantastischer Nährboden für Wirtschaftswachstum, von dem auch die Industriestaaten profitieren, denn last, but not least sind es auch oder gerade die globalen Multis, die sich hier ein großes Stück vom Kuchen abschneiden, so Johannes Rogy, Österreich-Direktor von nordea Investments, die dieses Thema mit einem eigenen Emerging Markets Consumer Fund abdeckt. Aber auch mit den angesprochenen Multis wie Nestlé, Procter und Gamble oder Automobilherstellern wie VW – mit 20 Prozent Marktanteil Marktführer in China – oder Daimler ist man hier gut aufgestellt.

Fazit: Die wirtschaftliche Entwicklung ist geprägt von Zyklen, die von technologischen Innovationen ausgehen. Vor allem

Krisen sind oft der Auslöser für Innovationen und Veränderungen. Vor diesem Hintergrund könnte die Überwindung der Finanzkrise der endgültige Auslöser für einen neuen Zyklus sein, der auf der Nachfrageseite von den Megatrends Globalisierung und Demografie und auf der Angebotsseite von neuen Technologien im Umwelt- und Energiebereich, aber auch der Gesundheit getragen wird. Alle diese Trends können nicht nur langfristige Produktivitätsschübe auslösen, sondern verfügen auch über das Potenzial, gesamtgesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen. Viele Produkte und Dienstleistungen dürften sich eine neue Nachfrage erschließen, die vermutlich zunächst aus den Industrieländern wachsen wird. Langfristig orientierte Anleger sollten diese Trends als Chance erkennen, um auf der sechsten Welle des Kondratieff mitzureiten.

82 eco.nova

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Schoellerbank sieht

gute Chancen auf den Aktienmärkten Globale Aktienportfolios warfen in den letzten zehn Jahren für Anleger keine ansprechenden Gewinne ab und Teile dieses Marktes befinden sich nach wie vor in einer Rehabilitationsphase. Mit einem professionell geschnürten Paket bieten internationale Qualitätsaktien allerdings gute Chancen.

Euro – kein Grund zur Panik Die praktizierte Zinsmarktpolitik der Europäischen Zentralbank dürfte sich in absehbarer Zeit nicht ändern. Niedrige Leitzinsen und gezielte Aufkäufe von Staatsanleihen sind die erklärte Strategie zur Stabilisierung der Finanzmärkte und daher bieten die Geldmarktzinsen nur ein begrenztes Aufwärtspotenzial, wobei sich die Normalisierung speziell in diesem Segment fortsetzen sollte. Eine wahre Berg- und Talfahrt erlebte hingegen der Euro – der kurzzeitige Enthusiasmus wich einer Ernüchterungswelle. „Trotz der jüngsten Entwicklungen sehen wir noch keine nachhaltige Bodenbildung im Euro, das wäre zu diesem Zeitpunkt verfrüht“, ana-

lysiert Bernardi. Yen und Schweizer Franken dürften weiterhin unter Aufwärtsdruck stehen. Grund dafür ist eine weitere Reduktion von Finanzierungen in diesen Währungen. Folgende Aussagen lassen sich für den Finanzmarkt 2011 treffen: • Internationale Qualitätsaktien bieten gute Chancen. • Anleger sollten Bewertungsungleichgewichte durch eine ausführliche Aktienselektion nutzen. • Rohstoffe erweisen sich als strategisch attraktiver Teil des Gesamtportfolios. • Die EZB (Europäische Zentralbank) wird ihre expansive Geldpolitik fortsetzen und den Leitzins niedrig halten. Ein Aufwärtspotenzial ist im Zuge der Normalisierung vorhanden, aber mit Sicherheit auch begrenzt. • 2- bis 3-jährige Zinsen werden dem Trend des Geldmarktbereiches folgen, der Zinsvorsprung sollte konstant bleiben. • Nach dem kräftigen Renditeanstieg erwarten wir bei langfristigen Anleihen zumindest eine Konsolidierung. • Steigende Inflationserwartungen auf ein normales Niveau unterstützen die Performance von inflationsgeschützten Anleihen. Bis zur EZB-Zielmarke und zum historischen Schnitt ist noch ausreichend Platz. • Katzenjammer nach der „Europhorie“ – noch scheint der Euro seine Schwäche nicht zur Gänze überwunden zu haben.

eco.geld

„Die Gewinnrenditen von Qualitätsunternehmen überzeugen durch ihre Attraktivität. Die Kurse liegen noch unter den Werten von beispielsweise April 2010“, so Mario Bernardi, Schoellerbank-Direktor in Innsbruck, auch wenn nicht ausgeschlossen werden könne, dass ein weiterer wirtschaftlicher Rückschlag auch das fundamentale Gerüst dieser Aktien erschüttert. „Dennoch bauen wir hier langfristig auf einem wesentlich solideren und robusteren Fundament als noch vor zehn Jahren.“ Ebenfalls im Fokus von Anlegern sollten Rohstoffe und Rohstoffaktien stehen: „Eine Verknappung einiger wichtiger Rohstoffe ist trotz der starken Kursanstiege in der zweiten Jahreshälfte von 2010 ein Investitionsargument“, erläutert Bernardi und verweist darauf, dass diese Veranlagungsvariante generell ein fi xer Bestandteil in jedem Gesamtportfolio sein sollte.

„Der Finanzmarkt hält auch 2011 für den Anleger Chancen bereit.“ Schoellerbank-Direktor Mario Bernardi

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Quelle: Schoellerbank, Direktor Mario Bernardi

Schoellerbank bestätigt zum 6. Mal Spitzenergebnis Die Schoellerbank setzt bei ihrer Unternehmens- und Anlagephilosophie auf Qualität, Sicherheit und Transparenz und dieser Anlagengrundsatz wurde heuer bereits zum sechsten Mal in Folge belohnt: So wurde die Schoellerbank beim „Elite Report“ zum sechsten Mal zu einem der besten Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet.

Text: Michael Posselt Foto: Schoellerbank

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Schutz vor Inflation & Deflation Die Teuerung bahnt sich ihren Weg zum Endverbraucher, weshalb Inflationsschutz derzeit einen wichtigen Investmentaspekt darstellt. Doch an der Nachhaltigkeit des aktuellen Inflationstrends bestehen berechtigte Zweifel, weshalb mittelfristig auch ein Deflationsszenario in Betracht gezogen werden sollte. Dieser Beitrag zeigt das richtige Investmentverhalten in einem inflationären und deflationären Marktumfeld.

Text: Michael Kordovsky

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In der Eurozone hat sich von November auf Dezember 2010 die Jahresteuerung von 1,9 auf 2,2 Prozent beschleunigt, während sie im Dezember 2009 noch bei 0,9 Prozent lag. Im gesamten EU-Raum hat sie bereits 2,6 Prozent erreicht, vgl. mit 1,5 Prozent im Vorjahresmonat. Vergleicht man die jüngste Jahresteuerung mit dem gleitenden 12-Monats-InflationsDurchschnitt von 2,1 Prozent in der EU27 bzw. 1,6 Prozent in der Eurozone, so ist eine Beschleunigung des Preisauftriebs klar erkennbar. Verursacher dieser Teuerung sind steigende Rohstoffpreise bedingt durch den Boom in den bevölkerungsreichen Schwellenländern China, Indien und Brasilien, die zusammen bereits für den Löwenanteil der globalen Industrieproduktion verantwortlich sind. So ist per 19. Jänner in den vergangenen 12 Monaten der Ölpreis (Brent Crude) um 26,5 Prozent angestiegen, während Diesel um 31,2 Prozent teurer wurde. Die wichtigen Agrarrohstoffe für Grundnahrungsmittel

Weizen und Mais verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 60,0 bzw. 74,9 Prozent, während die Industriemetalle Kupfer und Nickel jeweils 26,0 bzw. 32,7 Prozent zulegten. Der Baumwollpreis hat sich sogar mit einem Plus von 109,6 Prozent mehr als verdoppelt. Weltweit beeinträchtigen Katastrophen und schlechte Witterungsbedingungen die Ernteerträge, was die Nahrungsmittelpreise nach oben treibt. Darüber hinaus befindet sich Öl als Key-Driver der Inflation stark im Aufwärtstrend – und das unabhängig von der eher schleppenden Konjunkturerholung in der westlichen Welt. Chinas Wirtschaft sollte im Jahr 2010 um 10,2 Prozent gewachsen sein und laut Reuters-Prognosekonsens wird 2011 noch immer ein Plus von 9,3 Prozent erwartet. Im Vergleich dazu sollte 2010 und 2011 – gemäß Schätzungskonsens des Economist – das Wirtschaftswachstum in der Eurozone nur jeweils 1,7 bzw. 1,5 Prozent betragen. Indiens Wirtschaft wuchs 2010 voraussichtlich um


eco.geld

durchschnittliche Jahresinflation von Dezember 1914 bis Dezember 2010 bei kumuliert 3,26 Prozent p.a. Während in den USA die Immobilienkrise noch lange nicht ausgestanden ist und ein beeinträchtigter Konsum die Preise niedrig hält, kämpft Chinas Notenbank gegen inflationäre Tendenzen, denn die Zielinflation von 3 Prozent wurde aufgrund explodierender Nahrungsmittelpreise mit 3,3 Prozent überschritten. Im November 2010 stiegen die Verbraucherpreise um 5,1 Prozent und im Dezember wurde mit 4,6 Prozent der Prognosekonsens von 4,4 Prozent übertroffen. Ein kalter Winter und hohe Preise für Agrarrohstoffe sollten im laufenden Jahr zu einer Inflation von 4,3 Prozent führen. In Indien hingegen führt Finanzminister Pranab Mukherjee die derzeit hohe Inflation von 8,43 Prozent im Dezember auf Lieferengpässe in der Industrie und steigende Löhne und Gehälter zurück. Demnach wäre die Lohn-Preis-Spirale voll im Gange und steigende Nahrungsmittelpreise tun ihr Übriges, weshalb Leitzinserhöhungen der Notenbank vorprogrammiert sind. Wie sich erkennen lässt, ist die Inflation nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen. Es gibt boomende Wirtschaftsregionen, die auch in der Eurozone die Exporte beflügeln. Ohne diese stark wachsenden Schwellenländer würde Europa weiterhin in der Rezession verharren. Ein Nebeneffekt ist Inflation, die in einem geringen Ausmaß die Wirtschaft stimuliert, während Deflation das weitaus gefährlichere Szenario ist.

Deflation wesentlich gefährlicher 8,8 Prozent und sollte 2011 mit 8,6 Prozent kontinuierlich weiterwachsen. Jeweils 5,1 bzw. 4,5 Prozent werden 2011 für Argentinien und Brasilien erwartet.

Inflationsgefahr in China und Deflation in Irland Diese Entwicklungen kurbeln Industrieproduktion und Rohstoff nachfrage an und treiben die Commodity-Preise nach oben, die als Weltmarktpreise auch für die Einkaufsabteilungen europäischer Unternehmen gelten, die wiederum versuchen, die Preiserhöhungen – so gut wie möglich – an ihre unmittelbaren Kunden, wie zum Beispiel Großhändler, abzuwälzen. Die Folge: Im November 2010 stiegen im Euroraum die Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,5 Prozent, vgl. mit 4,8 Prozent in der EU27, was eine Beschleunigung des Preisauftriebs darstellt, denn im Vergleich dazu verteuerten sich im Juni die Erzeugerpreise um lediglich 3,1 bzw. 3,5 Prozent. Innerhalb der EU variierten die Verbraucherpreisanstiege im Dezember, doch die Tendenz zeigt stark nach oben. Während die Slowakei und Niederlande mit jeweils 1,3 bzw. 1,8 Prozent die niedrigsten Inflationsraten aufwiesen, zeigten Rumänien, Estland und Griechenland mit jeweils 7,9, 5,4 bzw. 5,2 Prozent die stärksten Anstiege. Irland hingegen verharrte im November mit –0,8 Prozent noch in der Deflation. In den USA kehrte 2010 mit 1,6 Prozent die Inflation zurück, nachdem ein Jahr zuvor die Warenpreise noch um 0,3 Prozent fielen. Im Vergleich dazu lag die

Denn in einem Deflationsszenario sinken die Warenpreise und der Geldwert steigt, was dazu führt, dass sich der Konsum nur noch auf das Allernotwendigste konzentriert, während Investitionen auf die lange Bank geschoben werden. Dies paralysiert die Gesamtwirtschaft und die Arbeitslosigkeit steigt rapide an. Es kommt zu Unruhen und radikale Parteien gewinnen die Oberhand, was im Deutschland der 30er-Jahre der Fall war. Heute herrschen deflationäre Tendenzen in Ländern, deren Regierungen infolge einer hohen Verschuldung und/oder ungünstigen demographischen Entwicklung zu Einsparungen und Steuererhöhungen gezwungen sind. Dies ist derzeit vor allem in Portugal, Spanien, Irland, Lettland und Japan der Fall, während in Griechenland die inflationären Impulse massiver Mehrwertsteuererhöhungen die deflationären Folgen der Wirtschaftskrise überkompensieren. In Japan wird im Gesamtjahr 2010 von einem Rückgang der Verbraucherpreise um 0,8 Prozent ausgegangen, während der Rückgang in Lettland bei 1,2 Prozent liegt. In Portugal und Spanien hingegen liegt die Jahresteuerung bei jeweils 1,4 bzw. 1,8 Prozent. Im laufenden Jahr liegen die größten Gefahrenpotenziale zum einen in einer erneuten Liquiditätskrise des Bankensektors und zum anderen in einer Überreaktion der chinesischen Zentralbank auf die jüngsten inflationären Impulse. Überreagiert China und schwächt das Wachstum zu stark ab, während gleichzeitig zunehmend mehr Banken in der westlichen Welt zu Milliardenabschreibungen infolge der US-Gewerbeimmobilienkrise gezwungen

eco.nova 85


werden, dann kann eine globale deflationäre Kontraktionswelle einsetzen, in der dann auch die Rohstoffpreise sinken. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines derartigen Szenarios in der zweiten Jahreshälfte 2011 ist zu hoch, um eine dann erforderliche Deflationskrisenstrategie zu ignorieren.

sich als knappes begehrtes Gut durch überproportionale Anstiege im Vergleich zum Verbraucherpreisindex auszeichnete, sollten Ölinvestments auf jeden Fall Berücksichtigung finden. Anhand der Entwicklung des Preises für Illinois Crude kann dies anschaulich illustriert werden (siehe Tabelle).

Deflationsschutz-Strategie

Von 1950 bis November 2010 konnte mit Öl nicht nur die Infl ationsrate ausgeglichen werden, sondern noch eine Realrendite von 1,74 % p.a. erzielt werden. Der nominale Anstieg lag in diesem Zeitraum bei 5,54 % p.a. Am besten geeignet für eine direkte Partizipation an der Entwicklung des Ölpreises sind einschlägige ETCs und ETFs, wobei Letztere als börsennotierte Fonds im Konkursfall des Emittenten über Sondervermögensstatus verfügen und somit von allen Alternativen das höchste Maß an Sicherheit aufweisen. Unter den in Österreich zugelassenen Fonds gibt es jedoch keinen reinen Öl-ETF, sondern einen mit einen hohen Anteil von 70,3 Prozent Erdöl, Erdgas und Raffi nerieprodukten, während 13,8 Prozent auf Agrarprodukte und 8,2 Prozent auf Industriemetalle fallen, nämlich den EASY ETF S&P GSCI TM Capped Commodity 35/20 (ISIN: LU0203243414).

In einem Deflationsszenario lautet die Grundregel „Cash is King“, weshalb zumindest ein Betrag von 20.000 Euro in bar entweder im Bankschließfach oder zu Hause im Tresor bereitgehalten werden sollte. Beträge darüber hinaus können in Bundesschätzen mit kurzen Laufzeiten von bis zu einem Jahr oder auf Sparbüchern bis zur Höhe der staatlichen Einlagensicherung veranlagt werden. Mit bis zu 15 Prozent des Portfolios kann über Short-ETFs auf fallende Aktienindizes gesetzt werden. Diese Art von börsennotierten Fonds gewinnt in dem Ausmaß, wie der zugrundeliegende Index an Wert verliert. Interessante Short-ETFs wären: • EURO STOXX 50® SHORT DAILY ETF ISIN: LU0292106753, von db x-trackers • STOXX® 600 BANKS SHORT DAILY ETF ISIN: LU0322249037, von db x-trackers. Damit kann an einer erneuten Panikwelle an den Finanzmärkten erfolgreich partizipiert werden. Geraten Bankenaktien unter Druck, steigt dieser Short-ETF. • S&P 500 INVERSE DAILY ETF ISIN: LU0322251520, von db x-trackers

Inflationsschutz-Strategie Da Öl in den vergangenen 4 Jahrzehnten ein wesentlicher Key-Driver signifi kanter Preisschübe war und

Reine Erdöl-Investments und Investments in – aufgrund mangelnder Raffineriekapazitäten – knapper werdende Raffinerieprodukte wie Heizöl und bleifreies Benzin ermöglichen die ETCs (exchange traded commodities, börsennotierte Rohstoffe) von ETF Securities, dem Marktpionier in dieser Anlageform. Diese ETCs sind als Konstruktion unbefristeter, durch Commodity-Kontrakte gedeckter Nullkuponanleihen börsennotiert. Die Kontrakt-Kontrahenten

Ölpreise seit 1950

1950*

1960*

1970*

1980*

1990*

2000*

2007*

2008*

2009*

2010**

Ölpreisentwicklung nominal

2,77

2,91

3,39

37,42

23,19

27,39

64,2

91,48

53,48

70,32

Ölpreisentwicklung inflationsbereinigt

25,1

21,47

19,04

99,11

38,57

34,65

67,37

92,31

54,24

70,84

* Jahresdurchschnitt | ** bis Ende November | Quelle: www.inflationdata.com

86 eco.nova


Gold, Immobilien und Aktien: nicht unbedingt der ideale Inflationsschutz Gold und Immobilien hingegen sind nicht unbedingt der effektivste Inflationsschutz. Mangels Korrelation zwischen Inflationsraten und der Veränderung des Goldpreises sollte Gold primär als Versicherung gegen die Fiskalpolitik des Staates und Geldpolitik der Notenbank dienen. Fakt ist nämlich, dass in der Geschichte bis dato jedes Papiergeldsystem in eine massive Geldentwertung mündete. Für Immobilien gilt Ähnliches wie für Aktien. Sie sind Sachwerte, unterliegen jedoch starken Wertbzw. Preisschwankungen. Phasen stark steigender Immobilienpreise müssen dabei nicht zwangsläufig mit höheren Inflationsraten einhergehen und umgekehrt. Vielmehr ist zwischen Consumer Inflation (Verbraucherpreise) und Asset Inflation (Aktienkurse und Immobilienpreise) zu unterscheiden. Bei Anlegerwohnungen wird allerdings langfristig der Mietertrag an die Inflationsraten angepasst, weshalb rein von der Entwicklung des Ertragswertes auf Zeiträume von über einem Jahrzehnt betrachtet ein gewisser Inflationsschutz besteht. Doch können Sanierungs- und Leerstandskosten die Renditen erheblich schmälern.

Inflationsgeschützte Anleihen als solide Absicherung Unter diesem Aspekt bedarf es als Basisinvestment einer verhältnismäßig sicheren Anlage, deren Performance an die Inflation gebunden ist. Inflationsgeschützte Staatsanleihen, auch „Inflationslinker“ genannt, fallen in diese Kategorie. Ihr Ertrag wird in regelmäßigen Zeitintervallen automatisch an die Veränderung des zugrundeliegenden Verbraucherpreisindex angepasst, sodass die garantierte Realverzinsung auch gewährleistet ist. In der Praxis wird dies, insbesondere bei deutschen Inflationslinkern, wie folgt

umgesetzt: Sowohl der garantierte Realzins (Zins, der die Inflationsrate übersteigt) als auch der Nennwert der Anleihen werden mit einer sogenannten IndexVerhältniszahl multipliziert, die die Entwicklung des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI ohne Tabak) in der Eurozone widerspiegelt. Doch es gibt auch Anleihen, bei denen der jährliche Inflationsausgleich nur über die Anpassung der Verzinsung erfolgt. Die Handelsliquidität dieser Papiere ist häufig eingeschränkt, weshalb man am effektivsten gleich via Fondskauf ein ganzes Portfolio erwirbt. Doch Vorsicht: Die meisten Fonds haben eine starke Gewichtung italienischer und auch griechischer Staatsanleihen, deren vollständige Rückzahlung nach 2013 (mögliche Beteiligung von Gläubigern an einer Sanierung in Form eines Moratoriums und Schuldennachlasses) von mehreren Experten angezweifelt wird. Trotz im Marktvergleich ähnlicher Portfoliostrukturen interessant erscheinen folgende Inflationsschutz-Anleihenfonds: • Amundi Fd. Euro Inflation Bd.-AE(D) ISIN: LU0201602505: 55,3 % Frankreich, 29,8 % Italien und 15,9 % Deutschland • CS BF (Lux) Inflation Linked CHF A ISIN: LU0175163707: Fondswährung Schweizer Franken; breite Länderdiversifi kation (12,6 % Frankreich, 10,8 % Deutschland, 10,5 % USA, 9,8 % Österreich, 7,7 % Australien; jedoch 55 % Bankschuldverschreibungen)

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von ETF Securities weisen alle ein InvestmentgradeRating auf. Folgende Alternativen erscheinen dabei interessant: Rohöl: ETFS Crude Oil (ISIN: DE000A0KRJX4) Heizöl: ETFS Heating Oil (ISIN: DE000A0KRJ02) Bleifreies Benzin: ETFS Gasoline (ISIN: DE000A0KRJY2) Da Agrarrohstoffe ebenfalls ein aktueller Inflationstreiber sind, sollte auch der 21 Agarrohstoffe enthaltende Market Access RICI Agriculture Index Fund (ISIN: LU0259321452) berücksichtigt werden.

Unter den Inflationslinker-Einzeltiteln sollten primär deutsche Papiere und Emissionen der Europäischen Investitionsbank (EIB) bevorzugt werden (siehe Tabelle). Das optimale Inflationsschutzportfolio soll genau dieser Funktion gerecht werden, weshalb folgende Strukturierung vorgeschlagen wird: Inflationsgeschützte Anleihen bzw. Inflationsschutz-Anleihenfonds: 50 % Öl- und Raffinerieprodukte: 30 % Agrarrohstoffe: 20 % ACHTUNG: Sobald ein klar erkennbarer Wirtschaftsabschwung einsetzt und die Rohstoffpreise abzubröckeln beginnen, sollten die Inflationsschutzengagements – zumindest um die Hälfte – reduziert werden. Vor allem die Ölpositionen sollten dann glattgestellt werden. Dies wäre insbesondere dann der Fall, wenn in China die Konjunktur stärker abkühlt, als es sich die chinesische Zentralbank zum Ziel gesetzt hat.

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Interessante Inflationslinker Titel

ISIN

Kurs

RealzinsKupon

Fälligkeit

RealzinsRendite

Emittent

Marktplatz zum Ordner

1,750 Bund 09 index.

DE0001030526

106,10

1,764 %

15.04.20

1,07 %

Bundesrepublik Deutschland

Stuttgart

1,500 Bund 06 index.

DE0001030500

105,33

1,604 %

15.04.16

0,57 %

Bundesrepublik Deutschland

Stuttgart

2,250 BO index

DE0001030518

106,27

2,367 %

15.04.13

–0,43 %

Bundesrepublik Deutschland

Stuttgart

EIB 16 VRN

XS0258132272

99,00

2,300 %

21.07.16

2,32 %

Europäische Investitionsbank

Frankfurt

Daten per 20.01.2011

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Ist der Euro noch zu retten? In der Eurozone werden im laufenden Jahr Staatsanleihen im Volumen von 1.300 Milliarden Euro fällig, wovon 40 Prozent bzw. 518 Milliarden Euro auf die hoch verschuldeten PIIGS-Länder Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien entfallen. Die Angst davor, dass der 750-Milliarden-Euro-Rettungsschirm nicht ausreicht und dass es über Nacht zu einer Währungsreform kommt ist groß. Doch wie realistisch sind diese Horrorszenarien wirklich?

Text: Michael Kordovsky

Generell herrscht in den Industrieländern in puncto Staatsverschuldung ein „Gleichgewicht des Schreckens“, sodass Entwicklungsländerszenarien, wie ein unendlicher Verfall des Außenwertes der Währung begleitet von massivsten Kapitalabflüssen und Hyperinflation, kein Thema sind. So ist beispielsweise von 2000 bis 2010 in den USA die Staatsschuldenquote von 55,1 auf voraussichtlich 92,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gestiegen, während im gleichen Zeitraum jene der Eurozone von 69,4 laut offiziellen Schätzungen auf 84,1 Prozent des BIP geklettert sein sollte. Die einzelnen Wirtschaftsblöcke der Industrieländer zeigen in einem

Krisenepizentren der Eurozone

Bruttostaatsverschuldung (% des BIP)

allgemeinen Vergleich spezifische Stärken und Schwächen: Während in Europa - trotz Finanzierung der zahlreichen Wohlfahrtsstaaten - keine höhere Verschuldung angehäuft wurde, verfügen die USA über zusätzliche Steuereinnahmenpotenziale aufgrund der im Vergleich zu Europa niedrigeren Abgabenquote von 24,0 Prozent im Jahr 2009 - vgl. mit Bandbreiten von 29,3 (Slowakei) bis 48,2 Prozent (Dänemark) in der EU27. In Japan hingegen liegt zwar die Staatsschuldenquote bei ca. 200 Prozent des BIP, doch hohe Devisenreserven und die weitgehende Platzierung von Staatsanleihen am Heimatmarkt halten bis dato den großen Krach fern.

Anteil von Staatsanleihen in Auslandsbesitz

Umlaufende Staatsanleihen

2010

2015

Q3/10

10 Jahre

Griechenland

140,2

165

58,0 %

11,3 %

Irland

97,4

125

54,2 %

8,3 %

Portugal

82,8

100

66,0 %

6,8 %

Spanien

64,4

85

38,7 %

5,5 %

Quellen: The Economist, Europäische Kommission, IWF

Der Staatsbankrott Griechenlands wird durch den Rettungsschirm der Eurozone abgewehrt bzw. hinausgezögert und auch Portugal wird laut Aussagen diverser Volkswirte – genauso wie Irland – nicht an den Hilfen aus der EFSF vorbeikommen. Auch ist klar ein Zusammenhang zwischen Staatsverschuldung und Zinsen erkennbar. Je höher die Staatsschuldenquote, desto höher ist in der Regel auch der am Kapitalmarkt geforderte Zinssatz.

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Was jedoch im laufenden Jahr für Turbulenzen sorgen könnte, sind mögliche Liquiditätsengpässe an den Finanzmärkten, denn neben einem Volumen von 1.300 Milliarden Euro an Staatsanleihen der Eurozone stehen im laufenden Jahr in den USA umgerechnet 2.187 Milliarden Euro zur Refinanzierung an und das Volumen der alleine in Europa bis 2012 fällig werdenden Bankenanleihen wurde bereits im August 2010 mit 2 Billionen Euro kolportiert. Bis 2013 kann es immer wieder zu Liquiditätsengpässen kommen, die von Staaten und Notenbanken ausgeglichen werden müssen, denn alleine der Finanzbedarf der PIIGS-Staaten beläuft sich in den Jahren 2012 und 2013 noch immer auf 566 Milliarden Euro vgl. mit 1.265 Milliarden in der gesamten Eurozone. Im laufenden Jahr werden Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien mit jeweils 306, 301, 287 bzw. 136 Milliarden Euro den Kapitalmarkt beanspruchen. Demgegenüber steht ein Rettungsfonds mit eingeschränkter Handlungsmöglichkeit, denn die 440 Milliarden Euro schwere European Financial Stability Facility (EFSF) emittiert selbst Anleihen und muss zur Aufrechterhaltung des AAARatings ihre Anleihen übergarantieren und darüber hinaus noch eine Cashreserve halten, weshalb der Spielraum für Kredite von dieser Seite auf ca. 250 Milliarden Euro begrenzt ist. Zwar wird innerhalb der EU-Kommission der Ruf nach einer Aufstockung laut, doch jede Änderung des Rahmenvertrags bedarf einer Ratifizierung durch die nationalen Parlamente, und genau dies droht insbesondere an der Ablehnung Deutschlands zu scheitern. Bereits fi xiert ist, dass das im Zuge des provisorischen Stabilisierungsmechanismus verabschiedete Rettungspaket von EU und IWF in Höhe von insgesamt 750 Milliarden Euro ab Mitte 2013 in einen permanenten Stabilisierungsmechanismus übergehen sollte. 85 Milliarden Euro an Überbrückungskrediten gingen an Irland, das für die EFSF-Komponente 6 Prozent Zinsen bezahlt. Das entspricht einem Zinsaufschlag von 2,925 Prozent gegenüber den Refinanzierungskosten der EU. Nachfolgend werden 3 verschiedene Zukunftsszenarien für die Eurozone, darunter ein sehr wahrscheinliches und plausibles, ein unwahrscheinliches, jedoch durchaus mögliches und ein heiß diskutiertes, jedoch extremst unwahrscheinliches Szenario aufgezeigt.

Die Zukunft der Eurozone – mögliche Szenarien Langjährige Konsolidierungsphase mit defl ationären Tendenzen Schulden kosten Wirtschaftswachstum und dies ist auch empirisch belegt: Die amerikanische Studie „Growth in a Time of Debt“, Carmen M. Reinhart und Kenneth S. Rogoff, 2010, zeigt eine kritische Schuldengrenze von 90 Prozent des BIP auf, die sowohl für Industrie- als auch Schwellenländer gilt. Über diesem Wert fällt das Wirtschaftswachstum gegenüber Perioden mit einer Staatsverschuldung von nur 60 bis 90 % im Schnitt um 1,7 Prozentpunkte – so

das Ergebnis einer Untersuchung von 20 Industrieländern im Zeitraum von 1790 bis 2009. Diese kritische Grenze wird bis 2012 voraussichtlich von Belgien, Irland, Griechenland, Italien, Frankreich und Portugal überschritten sein. Angesichts dieser kritischen Hochrechnungen hat bereits insbesondere in Griechenland, Irland, Spanien und Portugal das große Konsolidieren begonnen. Griechenland hat die Mehrwertsteuer in zwei Schritten von 19 auf 23 Prozent erhöht und die Boni für Staatsbedienstete um 30 Prozent gekürzt. In Irland sollen im Staatshaushalt 10 Milliarden Euro eingespart werden und 5 Milliarden durch Abgabenerhöhungen wie Umsatzsteueranhebung und Einführung einer Immobiliensteuer in die Staatskasse kommen, wodurch das Defizit bis 2014 schrittweise auf 3 Prozent des BIP gedrosselt werden soll. Portugal plant Einsparungen von 3 Milliarden Euro und zusätzliche Steuereinnahmen von 1,5 Milliarden Euro, was Experten jedoch als unzureichend betrachten. Konsequenter ist im Vergleich dazu der Budgetplan Spaniens für 2011, bestehend aus Gesamtausgabenkürzungen um 7,7 Prozent auf 122 Milliarden Euro, Kürzung der Bezahlung von Staatsbediensteten um 5 Prozent und Einkommensteuererhöhungen für Jahreseinkommen ab 120.000 Euro. Doch je mehr der Staat versucht, letztendlich durch die Beschneidung von Kaufkraft (Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen beschneiden langfristig die Kaufkraft) bessere Haushaltssalden zu erzielen, desto größer wird infolge geringen oder sogar negativen Wirtschaftswachstums die Lücke zwischen geplanten und tatsächlichen Steuereinnahmen, was erneute Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen nach sich zieht. Dieser Teufelskreis wurde gerade in Gang gesetzt. Eine Verfehlung der Budgetziele von Krisenländern und steigende Kapitalmarktzinsen sind vorprogrammiert. Wie sehr diese Entwicklung mittlerweile an Wachstum kostet, zeigt ein Vergleich der Wirtschaftswachstumsraten im 3. Quartal 2010: Die Eurozone und EU27 verzeichneten ein Wachstum von jeweils 1,9 bzw. 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum vgl. mit einer Schrumpfung um jeweils 0,7 bzw. 4,6 Prozent in Irland und Griechenland sowie moderaten Zuwächsen von jeweils 0,2 bzw. 1,4 Prozent in Spanien und Portugal.

eco.geld

Das Geld wird knapp

Conclusio für Anleger: Mittels eines Short ETFs auf einen Staatsanleihen-Index der Eurozone und ShortPositionen im Bund-Future kann von steigenden Zinsen oder, präziser ausgedrückt, Umlaufrenditen profitiert werden. Aktien der Eurozone sollten zugunsten asiatischer und amerikanischer Alternativen untergewichtet werden. Darüber hinaus empfiehlt sich noch eine Diversifikation in Fremdwährungen: SchweizerFranken-Sparkonten, Hochzinsanleihen internationaler Organisationen (in Türkischer Lira, Südafrikanischem Rand und Brasilianischem Real) … Innovative Intervention der EZB: Ein Trick, mit dem Staatsschulden über Nacht reduziert werden könnten Finanzinstitute, die in ihren Nostroportfolios über griechische oder irische Staatsanleihen verfügen, sehen sich

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sparen. Dazu ein Beispiel: Gelänge es Griechenland, die Staatsschulden auf einen Schlag um 20 Prozent auf 112 Prozent des BIPs zu reduzieren und würde durch die EZB-Umschuldungsaktion zu 1 Prozent ein für 2011 angenommener Mischzinssatz von ca. 6 Prozent (Altanleihen mit Kupons von 3,6 bis 4,6 Prozent im Umlauf) erspart bleiben, so liegt alleine der Netto-Zinsvorteil bei ca. 7,3 Prozent des BIP. Damit blieben noch ausreichend Mittel zur Verfügung, um die angespannte innenpolitische Situation wieder zu stabilisieren und einen neuen Aufschwung einzuleiten. Conclusio für Anleger: In diesem Szenario sollte auf griechische, irische, portugiesische und spanische Aktien gesetzt werden. Ansonsten gilt „business as usual“.

bereits mit einem gewissen Abwertungsbedarf konfrontiert, denn die Bondmärkte preisen gnadenlos die von den Marktteilnehmern implizit betrachtete Erfordernis eines Schuldennachlasses ein. Diese wäre in einem freien Markt durchaus gegeben, doch Interventionen der Politik gehen in Form des Rettungsschirms einen neuen Weg, der jedoch im Markt auf wenig Begeisterung stößt, da dadurch die Schuldenkrise mit noch mehr Schulden bekämpft wird. Somit notieren beispielsweise griechische Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von 4 bis 7 Jahren nur noch zwischen 66 und 79 Prozent des Nominalwertes und Laufzeiten von über 20 Jahren sind bereits ab 56 Prozent erhältlich. Irische Staatsanleihen mit Laufzeiten zwischen 2 und 14 Jahren notieren zwischen 74 und 98 Prozent, während spanische und portugiesische Papiere ebenfalls unter ihrem Nennwert gehandelt werden. Daraus könnte sich in Kooperation der betreffenden EU-Mitgliedsstaaten mit der Europäischen Zentralbank (EZB) eine einzigartige Chance zur Schuldenreduktion ergeben, nämlich ein günstig finanzierter Rückkauf der ausstehenden Staatsanleihen. Diese Rückkaufaktion eigener Anleihen durch den Emittenten würde bei den aktuell niedrigen Notierungen – je nach Land – eine Reduktion der Schuldenlast um bis zu einem Drittel ermöglichen. Würde die EZB anstatt direkt Staatsanleihen aufzukaufen die Länder Griechenland, Portugal, Irland und Spanien zum Leitzinssatz von 1 Prozent umschulden, damit diese mit den erhaltenen Mitteln am Markt ihre Anleihen unter dem Nennwert zurückkaufen, so würde dies nicht nur die Liquidität der Märkte erhöhen, sondern auch eine definitive Schuldenreduktion ohne Staatsbankrotte bedeuten. Die Rückkäufe können entweder durch limitierte Orders an den Börsen oder – effizienter – per öffentlichem Rückkaufangebot erfolgen und wären die elegante Alternative zu einem Schuldenerlass, denn der Abschreibungsbedarf in den Portfolios der Finanzinstitute ist mittlerweile ohnehin gegeben. Durch die günstige Umschuldung könnten sich die einzelnen Staaten hohe Zinsaufwendungen er-

90 eco.nova

(Teil-)Zerfall der Eurozone Dass es in Extremstfällen zum Ausscheiden eines einzelnen Landes wie zum Beispiel Griechenland kommen kann, ist im Falle politischer Umstürze nicht ganz auszuschließen. Eine vollständige Auflösung der Eurozone ist zwar theoretisch möglich, jedoch in der Praxis kein Thema. Alleine schon die Umtauschgebühren beim Geldwechseln würden, laut EU-Kommission, die gesamte „Ex-Eurozone“ mit 0,4 Prozent des BIP belasten. Darüber hinaus würde es – ähnlich wie im Jahr 1992 – ein regelrechtes Währungschaos geben: Die griechische Drachme würde binnen weniger Tage, vielleicht sogar innerhalb eines Tages gegenüber Schilling, D-Mark und Niederländischen Gulden um über ein Drittel abwerten. Ebenfalls gegenüber den Hartwährungen massive abwerten würden die Spanische Peseta, der Portugiesische Escudo, die Italienische Lira und das Irische Pfund. Der US-Dollar würde gegenüber der D-Mark und dem Schilling, der dann wieder an die D-Mark gebunden wäre, binnen weniger Tage um 10 bis 15 % fallen, jedoch gegenüber den Weichwährungen im Schnitt noch immer steigen. Die Weichwährungsländer wären mit Inflationsraten zwischen 5 und 10 Prozent konfrontiert und permanent zweistellige Umlaufrenditen bei Staatsanleihen und sogar Leitzinsen in zweistelliger Größenordnung wären die Folge. Aufgrund der hohen Kreditzinsen würde es – insbesondere in der Bau und Immobilienbranche – eine regelrechte Pleitewelle geben. Der Hartwährungsblock, v.a. Deutschland und Österreich, wäre hingegen mit deflationären Tendenzen und einer tiefen Rezession konfrontiert, da zahlreiche Konsumenten plötzlich die Teuerung der Euro-Jahre klar und deutlich sehen und zu sparen beginnen. Vor allem die zahlenpsychologische Komponente darf hier nicht unterschätzt werden, denn plötzlich ist man mit wesentlich höheren Zahlen in der Preisfestsetzung konfrontiert (1 Euro gleich 13,7603 Schilling). Conclusio für Anleger: Dieses Szenario ist in absehbarer Zeit dermaßen unwahrscheinlich, dass eine Beschäftigung mit realistischeren Themen angebracht ist. Sollte es tatsächlich dazu kommen, könnte mittels ShortETFs auf einen fallenden DAX-Index gesetzt werden. Ansonsten sollten möglichst viele Cashreserven in Heimatwährung gehalten werden.

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eco.mmentar

Ein willkommener, aber falscher Sündenbock!

Ähnlich wie bei der „Teuro“-Diskussion, wo auch nicht der Euro eventuelle Preissteigerungen durchführte (der Euro schreibt keine Preisschilder oder Speisekarten, sondern Menschen), so ist es auch jetzt nicht die gemeinsame Währung, die von sich aus schwächelt und wegen der wir uns Sorgen machen müssen. Viel eher liegt das Problem in der Struktur und den Schulden einiger Länder, die viele Jahre über ihre Verhältnisse gelebt haben. Aber auch hier ist es schlussendlich wieder die Allgemeinheit, die von diesen staatlichen Nachfrageimpulsen und Förderungen profitiert hat. Sei es in Form von Konjunkturpaketen (erhöhte Infrastrukturausgaben), durch Unterstützung bei der Kurzarbeit oder beim Bankensicherungspaket (u.a. zur Sicherung der Kundeneinlagen), die Renaissance des Staates und seine Mehrausgaben waren überall und ohne Widerspruch sehr willkommen und für uns alle von Vorteil. Der Preis höherer Schulden die verdrängte Realität. Wenn der Euro mancherorts negativ bewertet wird, so muss man erst einmal fragen, woraus man dies ableiten könnte: Als Indikator bietet sich die Funktion als Geldoder Tauschmittel an. Diese erfüllt der Euro sehr gut und in einem immer stärkeren Ausmaß. Der Banknotenumlauf ist seit 2002 (250 Mrd. Euro) auf 840 Mrd. Euro (Stand 31.12.2010) gestiegen und damit deutlich höher als beim US-Dollar oder chinesischen Yuan. Mit Estland ist mittlerweile das 17. Land der Eurozone beigetreten und mit Island, Kroatien sowie Mazedonien streben weitere Länder in die EU bzw. bei Bulgarien und Rumänien sogar in die Eurozone. Auch am internationalen Devisenmarkt nimmt die Bedeutung des Euro kontinuierlich zu, mit 39 Prozent ist er hinter dem dominierenden US-Dollar (85 Prozent) die mit Abstand attraktivste Währung. Ebenso ist konstant ein Drittel aller weltweit begebenen Schuldverschreibungen in Euro denominiert (knapp hinter dem Dollar mit 46 %). Der Euro ist außerdem ausgesprochen wertstabil. Die

Inflation liegt seit 1999 durchschnittlich bei 1,9 Prozent und damit genau im Zielbereich der EZB (Europäischen Zentralbank), deutlich niedriger als in der ehemaligen Hartwährung Schilling. Auch im Außenverhältnis ist der Euro keinesfalls eine Weichwährung. So liegt der Mittelkurs zum USD seit der Einführung 1999 (Wechselkurs EURO/USD 1:1,18) bei 1,19. Das aktuelle Niveau (1,30) hat keine negativen Effekte auf das hohe Exportwachstum und hilft zudem auf der Importseite (der deutliche Anstieg des Ölpreises wird abgefedert). Bleibt vielleicht noch die Frage: „Währt der Euro ewig?“ Historisch gesehen haben wir schon viele Währungen und Währungssysteme (nicht zuletzt Bretton Woods) kommen und gehen gesehen, auch ein Abgehen vom Euro würde nicht zu einem Weltuntergang führen, auch wenn ich dieses Szenario nicht für realistisch einstufe. Der Euro ist politisch gewollt und steht als Symbol für den europäischen Friedens- und Einigungsprozess. Zudem brächte ein Abgehen vom Euro nicht automatisch die Lösung der Finanzprobleme, müssten die kriselnden Länder doch trotzdem ihre Euro-Schulden bedienen (mit einer schwachen eigenen Währung?) und hätte die Wirtschaft der stärkeren EU-Länder voraussichtlich mit einer Aufwertung (und preislich überlegenen neuen Mitbewerbern aus den Abwertungsländern) zu kämpfen. In diesem Sinne ist der Euro weder Grund noch Ursache, sondern eben maximal ein willkommener, aber falscher Sündenbock für die aktuelle Situation. Die Spreizung der Risikoaufschläge auf Anleihen europäischer Staaten ist grundsätzlich zu begrüßen, haben doch gerade die niedrigen Zinsen die Peripheriestaaten zur überzogenen Schuldenaufnahme veranlasst, dort zu ungünstigen Blasen geführt und wird nun das Risiko besser abgebildet. Wir sollten daher mit mehr Selbstbewusstsein und Stolz zu unserer Währung stehen und können positiv in die Zukunft schauen.

Rolle des Euro: Devisenmarkt

10 yr. Government Yield Spreads in BP

800 700 600 500 400 300 200 100 0

600 400 200 0 31.12.09 14.01.10 28.01.10 11.02.10 25.02.10 11.03.10 25.03.10 08.04.10 22.04.10 06.05.10 20.05.10 03.06.10 17.06.10 01.07.10 15.07.10 29.07.10 12.08.10 26.08.10 09.09.10 23.09.10 07.10.10 21.10.10 04.11.10 18.11.10 02.12.10 16.12.10 30.12.10

Area Charts

800

Italien Belgien

Spanien Finnland

Irland Niederlande

Line Charts

per April 2010; in Prozent

1000

Frankreich Österreich

Armin Schneider, OeNB-Regionaldirektor

.

Spreadentwicklung Eurozone

Griechenland Portugal

eco.geld

Der Euro ist als Schuldiger sehr beliebt, aber eigentlich Leidtragender nicht angemessener Haushaltspolitiken einiger europäischer Nationalstaaten.

85 80 75 70 65 60 55 50 45 40 35 30 25 20 15 10 5 0

85 %

39 % 19 %

USD

EUR

JPY

13 % GBP

8% AUD

5% CHF

5% CAD

eco.nova 91


Der Facebook-Hype lässt Internetaktien billig erscheinen Gemeinsam mit der russischen Internet-Beteiligungsgruppe Digital Sky hat Goldman Sachs 500 Mio. USDollar in Facebook investiert, was dessen Marktwert auf astronomische 50 Milliarden US-Dollar katapultierte. Die im Jahr 2010 entbrannte außerbörsliche Spekulation mit Anteilen nicht börsennotierter Internetfirmen hat ihre guten Seiten für Börsianer, denn im Vergleich zu den an „grauen Märkten“ gehandelten Beteiligungen sind Google, Ebay und Co. regelrechte Schnäppchen – und dies bei einem viel höherem Maß an Sicherheit und Transparenz.

Text: Michael Kordovsky

92 eco.nova

Im Vorfeld der geplanten Aufl age eines „FacebookFunds“ als Special Purpose Vehicle beteiligte sich die US-Investmentbank mit 450 Millionen US-Dollar an Facebook. Weitere 50 Millionen kamen von russischen Investoren. Durch diese jüngste Transaktion stieg der Wert von Facebook auf 50 Milliarden USDollar, während Google es nach seinem Börsengang im August 2004 nur auf 27 Milliarden US-Dollar brachte. Noch im vergangenen September war Facebook laut Forbes mit 23 Milliarden Dollar bewertet. Seit Mitte 2009 hat sich der Wert gar verfünffacht. Dabei hat das 2004 vom heute 26-jährigen Multimilliardär Mark Zuckerberg gegründete Social Network als Studentenscherz begonnen.

Der Internet-Beteiligungspoker boomt Grundlage der „Bewertung“ oder – präziser formuliert – Preisbildung derartiger Investments sind dabei keinerlei fundamentale Rechenansätze nach der alten Schule solider Wirtschaftsprüfer, sondern einfach die Preise, die zuletzt an den grauen Märkten für die Beteiligungen bezahlt wurden. Im Fall von Facebook machten 500 Millionen Dollar nur ein Prozent aller Anteile aus. Doch deren Handel trieb auch den Wert der verbleibenden 99 Prozent der Anteile in diese exorbitanten Höhen. Das gleiche Prinzip herrscht auch an den geregelten Aktienmärkten vor, doch mit einem entscheidenden Unterschied, nämlich mehr Transparenz: So müs-


ISIN

plattform „YouTube“ lediglich 1,65 Milliarden USDollar bezahlt. Der Handel mit außerbörslichen Internetbeteiligungen boomt. Laut Nyppex sollte sich das Transaktionsvolumen im Jahr 2010 auf 4,9 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt haben, nachdem sich in den USA zahlreiche Börsengänge verzögerten – ein Trend, der sich weiter fortsetzt, weshalb diese Stimmung für Goldman Sachs als perfekt erschien, um über einen „Facebook-Fund“ 1,0 Mrd. US-Dollar an Investorengeldern in das Social Network zu pumpen. Das war die zweite Finanzierungsrunde. Der Fonds wurde dabei nur für Kunden außerhalb der USA aufgelegt und Facebook habe die Höhe der zweiten Kapitaleinlage selbst bestimmt, wobei Goldman Sachs einen Rahmen zwischen 375 Mio. und 1,5 Mrd. US-Dollar vorgab. Die Konditionen waren laut gut informierten Kreisen: Mindestinvestment von 2 Mio. US-Dollar und Behaltedauer bis mindestens 2013. Mit diesen Geldern sollte Facebook fit für einen Börsengang werden. 2012 wird von Investementbanken als möglicher Zeitpunkt gesehen, da die Anzahl der Anteilseigner im laufenden Jahr auf über 500 steigt und somit bis 30. April 2012 ohnehin die Bilanzdaten veröffentlicht werden müssen.

eco.geld

sen die veröffentlichten Bilanzzahlen durch einen Wirtschaftsprüfer geprüft werden und Quartalsberichte sind gesetzlich vorgeschrieben. So kann von Quartal zu Quartal die Ertragsentwicklung genau verfolgt werden. Bei den außerbörslichen Beteiligungen hingegen besteht keine Publikationspfl icht, sofern die Anzahl an Anteilseignern unter 500 liegt. Somit können Außenstehende über die wahren Zahlen von Facebook nur spekulieren und selbst für Insider des Gesellschafterkreises, wie renommierte Investmentbanken und Beteiligungsgesellschaften, gibt es keine Garantie auf eine hundertprozentige Gewährleistung der Zahlen. Trotzdem entbrannte an den Handelsplätzen wie „SecondMarket“ und „Sharepost“ ein regelrechter Internet-Hype. Mit ca. 20.000 Teilnehmern, darunter Fonds, Banken, Hedge Funds und PrivateEquity-Beteiligungsgesellschaften, die größte Handelsplattform für außerbörsliche Investments ist SecondMarket. Im 3. Quartal 2010 konnte das Handelsvolumen in Anteilen nicht börsennotierter Firmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1500 Prozent auf 75 Millionen US-Dollar gesteigert werden und in den ersten drei Quartalen 2010 lag das Transaktionsvolumen bei über 250 Millionen Dollar. Eine Besonderheit der Plattform ist, dass sie das Kaufi nteresse an knapp 500 Unternehmensbeteiligungen verfolgen kann. Besonders stark war im 3. Quartal 2010 das Kaufi nteresse an Groupon, Facebook, Zipcar, Trulia, Pandora, Bloom Energy, Twitter und LinkedIn. Gemäß den Daten des renommierten Private-Market-Brokers Nyppex stieg von Juni bis Anfang Dezember 2010 der Wert von 11 analysierten führenden privaten Internet fi rmen um 54 Prozent, darunter u.a. Facebook, Groupon und Twitter. Letztere konnte nach der schnellen Beschaff ung von 200 Millionen US-Dollar an Venture Capital ihren Wert auf 3,71 Milliarden USDollar mehr als verdoppeln, verglichen mit einem Wertzuwachs um 56 Prozent auf 41,2 Milliarden US-Dollar bei Facebook, während sich der Marktwert des Gutschein-Portals „Groupon“ infolge eines 5,3-Milliarden-US-Dollar-Übernahmeangebots durch Google mehr als vervierfachte. Im Vergleich dazu hatte Google im Oktober 2006 für die Video-

Im Blickpunkt der Börsenaufsicht Facebook hat triftige Gründe für mehr Transparenz im Jahr 2012, denn: Auf jeden Fall geraten diese von zahlreichen Investoren finanzierten speziellen Investmentvehikel, die jedoch nach außen wie Einzelinvestoren betrachtet werden, aufgrund des Verdachts einer gezielten Umgehung der vorherrschenden Transparenzregeln zunehmend in den Blickpunkt der amerikanischen Börsenaufsicht SEC. Medienberichten zufolge erhielt SecondMarket am 3. Jänner eine Anfrage der SEC bezüglich der Daten von gepoolten Investmentfonds, die von Private-Equity-Firmen emittiert wurden. Mittlerweile werden bereits Stimmen laut, diese Anlagepools nicht mehr wie bisher als Einzelinvestoren zu betrachten. Damit würde schnell die Zahl der einzelnen Investoren auf mindestens 500 steigen, womit dann die Firmen zur Veröffentli-

Marktkapitalisierung (Mio. $)

Kurs-UmsatzVerhältnis

KGV 11 (e)

Erw. Gewinnwachstum kommende 5 Jahre

Bereich

Google

US38259P5089

199.600

7,2

18,5

18,1 % p. a.

Suchmaschine

Yahoo!

US9843321061

21.910

3,4

21,3

13,6 % p. a.

Suchmaschine

eBay

US2786421030

38.040

4,2

15,8

13,8 % p. a.

Online-Auktionen

Expedia

US30212P1057

7.560

2,3

13,8

14,3 % p. a.

Reiseportal

The9 Limited

US88337K1043

203

1,8

neg.

k.A.

Online-Spiele

Netease.com

US64110W1027

5.030

6,5

12,7

17,3 % p. a.

Online-Spiele

Priceline.com

US7415034039

21.500

7,4

24,8

22,2 % p. a.

Flugtickets & Hotelbuchungen

Quellen: Bilanzdaten der Unternehmen, Thomson, Capital IQ

eco.nova 93


chung von Bilanzen und Quartalsberichten verpf lichtet würden. Dann würden die Zahlen auf dem Tisch liegen und Enttäuschungen wären mit einer hohen Wahrscheinlichkeit vorprogrammiert, denn die Erwartungen sind hoch.

Solide Alternative So liegen beispielsweise im Falle von Facebook die Umsatzschätzungen für 2010 bei 1,2 bis 2,0 Milliarden US-Dollar, während sich laut diversen „Hochglanzprospekten“ von Wertpapierfi rmen die Umsätze von Twitter im laufenden Jahr auf mehr als 300 Millionen US-Dollar verdoppeln sollten. Trotzdem würde basierend auf einen Marktwert von 3,7 Milliarden US-Dollar das Kurs-UmsatzVerhältnis bei 12,3 liegen, während Facebook bei einem Umsatz von 2 Milliarden mit einem KursUmsatz-Verhältnis von 25 bewertet wäre. Im Vergleich dazu weisen die etablierten börsennotierten Internetgiganten Google und eBay auf Basis der Umsätze der vergangenen 4 publizierten Quartale ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von lediglich 7,2 bzw. 4,2 auf, während der chinesische Online-SpieleAnbieter Th e9 Limited bei einem Kurs von 7,95 US-Dollar ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,8 aufweist und sogar unter dem Cashbestand notiert. Einen Gewinn von über einer Milliarde Dollar erzielte in den vergangenen vier Quartalen Yahoo!, deren Kurs-Umsatz-Verhältnis bei 3,4 liegt. Im Gegensatz zu Facebook lassen sich die Businessmodelle und Umsatzquellen der genannten Unternehmen auch für Laien plausibel nachvollziehen

94 eco.nova

und somit liefert das globale Wachstum der Anzahl an Internet-Usern auch eine Orientierungshilfe für das Wachstum dieser Firmen. So hat sich laut Angaben der Internationalen Telekommunikationsunion (ITU) in Genf in den vergangenen fünf Jahren weltweit die Anzahl der Internetnutzer auf über zwei Milliarden verdoppelt. Davon sind zwar 550 Millionen Facebook-User, doch für außenstehende Personen wirklich erkennbare Umsätze erzielt beispielsweise Google, deren Marktanteil als größte Suchmaschine bei 84,7 Prozent liegt. Deren Umsatz ist im Zeitraum 2007 bis 2009 von 16,6 auf 23,7 Milliarden US-Dollar gestiegen, während die Cashreserven von Ende 2007 bis zum 3. Quartal 2010 von 14,2 auf 33,4 Milliarden US-Dollar wuchsen. Nach der erfolgreichen Institutionalisierung von AdWords als Inbegriff des Online-Marketings von Unternehmen und dem globalen Satellitenbeobachtungsportal Google Earth folgt im laufenden Jahr mit einer Übersetzungsfunktion auf internetfähigen Smartphones mit dem Betriebssystem Android ein innovativer Quantensprung, denn Auslandstelefonate können dann ohne Sprachkenntnisse geführt werden, da die Übersetzung dann binnen weniger Sekunden erfolgt. Angesichts dieser Entwicklungen und der gegenüber den nicht börsennotierten Internetgesellschaften extrem günstigen Bewertung der etablierten börsennotierten Marktgiganten sind Kursschübe bei Google, Yahoo, eBay und Co. nur noch eine Frage der Zeit. Dies setzt allerdings eine anhaltend freundliche Stimmung oder zumindest eine Seitwärtsbewegung an den Aktienmärkten voraus.

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eco.risk

eco.mmentar

Versicherungen im Licht der Vermögenszuwachssteuer Text: Clemens Reitz, GF der RIVEST Risiko & Versicherungsmanagement GmbH

Eckpunkte • Einführung einer Steuerpflicht in Höhe von 25 % auf realisierte Wertzuwächse, welche aus Veranlagungen ab dem 01.01.11 entstehen. • Betroffen sind nicht nur Besitzer von Aktien, sondern auch von Anleihen, Fonds, Fondssparplänen und anderen Wertpapieren. • Gewinne und Verluste, die der Fonds selbst erwirtschaftet, werden zu einem bestimmten Stichtag gegenverrechnet. • Die Vermögenszuwachssteuer wird gleich von den Banken eingehoben – wie auch die Kapitalertragssteuer auf Sparbuchzinsen. • Verluste können mit der Vermögenszuwachssteuer gegenverrechnet werden. Man muss sie aber selbst in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Dadurch erfolgt jedoch eine komplette Offenlegung der Vermögenssituation, da auf diese Art die Kapitalanlagen an das Finanzamt übermittelt werden.   Nicht betroffen von der neuen Regelung sind Versicherungen! Die gute Nachricht: Wertsteigerungen aus fondsgebundenen Lebensversicherungen bleiben steuerfrei! Somit ergibt sich ab Jänner 2011 ein weiteres schlagkräftiges Argument für fondsgebundene Lebensversicherungsprodukte – oder auch für einen Umstieg aus bestehenden Fondssparplänen.  Steuerbelastung Lebensversicherung vs. Fondssparplan Annahme: 1.200 Euro Jahresnettoprämie, angenommene Wertentwicklung 6 % Lebensversicherung

Steuervorteil

10 Jahre 695 Euro

480 Euro

ca. 2 Monatsprämien od. 215 Euro

20 Jahre 3.202 Euro

960 Euro

ca. 2 Jahresprämien od. 2.242 Euro

30 Jahre 8.690 Euro

1.440 Euro

ca. 6 Jahresprämien od. 7.250 Euro

Laufzeit

Fondssparplan

Fakten • Sämtliche Fondssparpläne büßen zukünftig einen Teil ihrer Performance ein. • Statt zum Beispiel 6 % p.a. macht ein Fondssparplan nur mehr 4,5 % p.a. – oder umgekehrt: Um 6 % Performance nach Steuern zu erzielen, muss der Fonds 8 % nach Abzug aller Kosten erwirtschaften (Annahme 100%ige Besteuerung). • Der Vorteil bei Versicherungsverträgen: Versicherungen unterliegen auch weiterhin dem begünstigten Steuersatz von 4 % und bleiben daher KESt.-frei. • Die Abfuhr der Versicherungssteuer durch den Versicherungsanbieter ist einfach, transparent und erfordert keine weiteren Schritte vom Versicherungsnehmer (Einkommensteuererklärung). • Keine Offenlegung der Vermögenssituation bei Versicherungsverträgen.

Hans-Jörg Paul

Werden Sie Vermieter Warum Vorsorgewohnungen? Anlegerwohnungen sind klassische Sachwerte. Bei Ihrer persönlichen finanziellen Zukunftsplanung sollte Sicherheit Vorrang haben. Durch Kapitalbildung auf Sachwertbasis schaffen Sie sich dafür eine solide Grundlage für ein späteres sorgenfreies Leben. Immobilien stehen für Wertbeständigkeit und Sicherheit und haben seit jeher die Inflation geschlagen und die Kaufkraft vermehrt.

Was ist eine Vorsorgewohnung? Sie kaufen eine Eigentumswohnung in Vermietungsabsicht, um Ihr Geld langfristig und wertsteigernd zu investieren. Dadurch werden Sie zum Vermieter. Sie erhalten regelmäßige indexgesicherte Einkünfte aus der Vermietung und lukrieren gleichzeitig attraktive Steuervorteile. Als Zusatzeinkommen für die Pension, als Startwohnung für die Kinder oder zur Vermögensbildung – mit einer Innsbrucker Vorsorgewohnung sind Sie bestens beraten.

Die geeignete Vorsorgewohnung! Alle Anlegerwohnungen zeichnen sich durch eine gute Lage aus, verfügen über beste Verkehrsanbindungen und liegen in unmittelbarer Nähe von Nahversorgungseinrichtungen. Bei unseren Vorsorgewohnungen handelt es sich um 2–3-ZimmerKleinwohnungen mit Größen von 40 bis 70 qm in Neubauobjekten. Funktionale Grundrisse und eine dadurch gewährleistete Nachhaltigkeit sind eine Voraussetzung für die weitere Vermietung. Eine hochwertige Grundausstattung (Küche, Badezimmer usw.) rundet die ideale Vorsorgewohnung ab. Prüfen Sie Ihre Angebote sehr genau und vergessen Sie nicht – die Wohnung muss dem Mieter gefallen und NICHT dem Vermieter! Nur so lassen sich langfristig gesicherte Einnahmen aus der Vermietung erzielen. Für ein unverbindliches Beratungsgespräch stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung. Ihr Hans-Jörg Paul Kontakt: Immobilien Vorsorge GmbH Leopoldstraße 3, 6020 Innsbruck Tel.: +43/512/890052, Fax: +43/512/582121-710 hj.paul@fsp.ag, www.immobilienvorsorge.at

eco.nova 95

eco.geld

Am 20.12.2010 wurde die endgültige Fassung des Budgetbegleitgesetzes 2011–2014 vorgelegt. Eine wesentliche Änderung stellt die Einführung der neuen Vermögenszuwachssteuer (Wertpapier-KESt.) dar, welche ab 1. Jänner 2011 die Besitzer von Aktien, Anleihen, Derivaten und Investmentfonds betrifft.


markt.überblick

S&P 500 Index aktueller Stand: 1.283,35 (+15,09 %)

Nasdaq Compsite Index aktueller Stand: 2.689,54 (+18,52 %)

Eurostoxx 50 (Price) aktueller Stand: 2.970,66 (+0,15 %)

Nikkei 225 aktueller Stand: 10.274,52 (–2,58 %)

ATX aktueller Stand: 2.870,00 (+15,00 %)

DAX aktueller Stand: 7.062,42 (+18,55 %)

Emerging Markets top, Euro & Staatsanleihen schwächeln In den vergangenen 12 Monaten lässt sich an den Finanzmärkten eine logische Ordnung erkennen. Der Euro neigt zur Schwäche, während Gold und Silber ihren Höhenflug fortsetzten, ehe die jüngste Korrektur einsetzte. Ihren Zenit überschritten haben dürften Staatsanleihen der Industrieländer. Auch die Emissionen Deutschlands und der USA stehen seit 3 Monaten unter Druck, was steigende Umlaufrenditen bedeutet. Diese Entwicklung geht einher mit steigenden Interbankensätzen (EURIBOR). Die Wahrscheinlichkeit einer langjährigen Zinswende ist heute wesentlich höher als noch damals im Jahr 2008, als die Notenbanken in einer international koordinierten Aktion ihre Leitzinsen senkten und die Geldschleusen öffneten. Diese neue Flut an Liquidität ist laut kritischen Marktbeobachtern auch mit ein Faktor oder sogar der Treibstoff des außerbörslichen Social-NetworkHypes und des jüngsten Booms bei Gold und Rohstoffen. Auf breiter Front sind nämlich die Rohstoff preise im Aufwind: Der vom Börsenguru Jim Rogers entwickelte Rohstoffindex konnte seit Ende 2009 fast 19 Prozent zulegen. Dabei sind Öl, Kupfer und Weizen treibende Kräfte des Rohstoff booms.

Umlaufende Staatsanleihen 10 Y* Deutschland Österreich USA China Indien

3,10 % 3,44 % 3,34 % 4,10 % 8,39 %

Etwas differenzierter ist die Entwicklung an den Aktienmärkten zu betrachten. Die Emerging Markets sind stark im Aufwind. USamerikanische Aktien, insbesondere der Technologiesektor (Nasdaq), entwickelten sich freundlich. Auch Aktien der Exportnationen Deutschland und Österreich tendieren fester. Japan und die gesamte Eurozone (Eurostoxx 50) hingegen setzten zu einer massiven Korrektur an, deren Ausmaß noch nicht ganz kompensiert ist. Erneute partielle deflationäre Tendenzen blockieren hier bereits die positive Entwicklung der Aktienmärkte. Da dieser „Aufschwung“ sichtlich auf tönernen Füßen steht, erlaubten wir uns in den vergangenen Ausgaben unter Wahrnehmung von Marktchancen eine durchaus kritische Betrachtung. So hatten wir in unserem Bericht in der Juni-Ausgabe 2010 „Industrieländer in Schuldenkrise – Ihr Vermögen in Gefahr“ in unserem Musterportfoliovorschlag u.a. die Gewichtung von Fremdwährungskonten mit 20 Prozent und Silberbarren mit 6 Prozent vorgeschlagen. Auch wurde zu Short-Positionen in Staatsanleihen der Eurozone geraten, was sich bis dato durchaus als richtig erwies.

Währungen (Euro im Verhältnis zu ...) EUR / USD EUR / CHF EUR / JPY EUR / AUD EUR / ZAR EUR / GBP

1,3620 (–5,02 %) 1,3051 (–12,19 %) 112,4420 (– 15,16 %) 1,3754 (–13,78 %) 9,6020 (–9,28 %) 0,8512 (–4,56 %)

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Rohstoffe Gold Silber Öl (Brent Crude) Kupfer Holz Weizen

1.342,25 27,46 97,66 9.437 313 824

(+22,62 %) (+62,77 %) (+25,48 %) (+27,01 %) (+33,76 %) (+52,38 %)

* Daten per 19.01.2011

Bund Future

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123,71(+2,08 %)

Performance seit 31.12.2009 | Stichtag: 21.01.2011 Quellen: OnVista, eigene Recherche


Rückkehr zur Normalität Dass die Aktienmärkte oftmals (Stimmungs-) Schwankungen unterworfen sind, ist nichts Neues. Genauso wenig neu ist die Entwicklung in solchen Fällen. Eine historische Anlayse der Performance von Aktienmärkten im Umfeld von Rezessionsjahren zeigt dabei drei Phasen: In der ersten Phase kommt es nach dem Erreichen des Lows zu einem deutlichen Aufwärtstrend mit zweistelliger Performance an den Aktienmärkten. Die zweite ist durch ein volatiles Umfeld mit vielen Unsicherheiten gekennzeichnet, was sich oftmals in Seitwärtsbewegungen manifestiert. In der dritten Phase kommt es zu einem weiteren Anstieg an den Aktienmärkten sowie zur Rückkehr zur Normalität. Laut Allianz befinden wir uns derzeit an der Schwelle zur dritten Phase, wie vor allem die Zuflüsse in Aktienfonds zeigen. Auch günstige Bewertungen, Gewinnwachstum bei Unternehmen und anziehende M&A-Aktivitäten dürften die Entwicklung an den Aktienmärkten unterstützen. Wachstumstreiber bleiben – trotz Abschwächung – die Emerging Markets. So empfehlen die AllianzExperten neben einer Übergewichtung von Aktien gegenüber Anleihen, diese im Portfolio zu bevorzugen. Emerging Markets konnten schon im Jahr 2010 Rekordzuflüsse verzeichnen. Aktuelle Wirtschaftsdaten bestätigen die Wachstumserwartungen (besonders günstig erscheint aus Bewertungssicht die Region Osteuropa inkl. Russland und Türkei). Auf Aktienseite empfiehlt die Allianz zudem, die USA „neutral“ zu halten und die EU unterzugewichten. So wird in den USA ein höheres Wirtschaftswachstum

als in der Eurozone erwartet. Die FED sei weiterhin bereit, durch niedrige Zinsen und zusätzliches Quantitative Easing (Ankauf von Staatsanleihen) die Wirtschaft zu unterstützen. In Europa seien die Bewertungen und Dividendenrenditen zwar attraktiv, der verschuldete, strukturell schwache Süden hinkt jedoch den boomenden Industrieländern hinterher. Für Österreich erwarten die Allianz-Experten einen Anstieg des Bruttoinlandprodukts von 1,8 Prozent. Gerade bei einem Veranlagungsschwerpunkt in Österreich zahle sich eine langfristige Veranlagung aus. Auch auf der Anleihenseite seien Emerging Markets (und Unternehmensanleihen) zu bevorzugen – vor allem Länder mit hoher Bonität. Für die USA und Europa lautet auch hier das Anlagevotum „neutral“. In den USA ist die Zinskurve zwischen zwei- und zehnjährigen Anleihen in den letzten Wochen wieder sehr steil geworden. In Europa bestimmt das Verschuldungsproblem der Peripherieländer die Märkte. CDS-Spreads der Problemstaaten befinden sich weiterhin nahe den Allzeithochs. Erste EZB-Zinsschritte seien laut den Allianz-Experten frühestens gegen Jahresende zu erwarten.

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Ob der aktuellen überwiegend positiven Wirtschaftsindikatoren sowie der Beruhigung an den Finanzmärkten erwartet auch die Allianz – wie viele Branchenkollegen – für 2011 Rückenwind für die Aktienmärkte und rät Anlegern, Aktien gegenüber Anleihen überzugewichten.

Hubert Hotter, Landesdirektor Allianz Versicherungs AG

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Allianz-Empfehlungen: • Veranlagungsschwerpunkt Österreich Aktienfonds Allianz Invest Austria Plus (durchschnittl. Performance seit Fondsbeginn: 11,19 % p.a.) • Veranlagungsschwerpunkt Region Osteuropa Allianz Invest Osteuropafonds (durchschnittl. Performance der letzten 10 Jahre: 12,76 % p. a.)

Nach dem Rezessionsjahr 2009 haben sich im Jahr 2010 die volkswirtschaftlichen Indikatoren überwiegend stabilisiert. Für 2011 verspricht das anhaltende Gewinnwachstum der Unternehmen eine attraktive Performance an den Aktienmärkten. eco.nova 97


Kunst & Kultur

Bauen und Wohnen im alten Asien Noch bis Mitte Mai zeigt das Haus der Völker in Schwaz die Sonderausstellung „Wohnen mit Ahnen – Anonyme Architektur in Asien“. Im Mittelpunkt stehen dabei Häuser der Batak und Toraja auf Indonesien. Neben einer Reihe von Architekturelementen sind es die Ahnen- und Götterfiguren, deren Expression das religiöse Denken der Völker veranschaulicht. Hier geht die Sammlung auch über Indonesien hinaus und beeindruckt mit Exponaten aus Indien und Südostasien. Mit dieser Sonderausstellung durchbricht das Haus der Völker seine bisherige Strategie, die vorrangig der Kunst verpflichtet war. Diese Ausstellung thematisiert, wie Menschen wohnen, ihre Behausungen und Speicher gestalten, Territorien einteilen und gesellschaftliche Hierarchien organisieren. Ein spannender Bogen zwischen großen Exponaten und expressiver Kunst. Wohnen mit den Ahnen – Sonderausstellung im Haus der Völker Dauer: bis 15. Mai 2011 www.hausdervoelker.com

Hochzeitskleid, 2001

Foto: Archiv Cornelius Kolig

Paradies und Wirklichkeit Ein stiller und magischer Ort ist das „Paradies“ des Malers, Bildhauers, Objekt- und Videokünstlers Cornelius Kolig in Vorderberg im Gailtal. Auf einem rund 6.000 qm großen Areal schuf und schafft Kolig einen Gebäudekomplex, dessen Konzeption an sakrale Anlagen, die verwendeten Materialien an landwirtschaftliche Zweckbauten erinnern. Wie auch die Bezeichnungen der einzelnen Bereiche zwischen sakral und profan changieren: Sixtina und Pantheon, Kuh- und Saustall, Lager, Silo und Rauschgarten. In diesem seinem Paradies finden Koligs Arbeiten ihren optimalen Raum. Hier können unterschiedlichste Disziplinen, Medien, Techniken und Ideen zu einem übergeordneten Ganzen zusammenwirken. Die in Zusammenarbeit mit Cornelius Kolig konzipierte Ausstellung „Meine Heimat ist mein Körper“ zeigt zentrale Arbeiten – Objekte und Zeichnungen – aus dem „Paradies“. Ein extra für die Ausstellung gedrehter Film von Sasha Pirker vermittelt die räumliche Komplexität der Anlage und macht die „Heimstätte“ der noch bis April im aut ausgestellten Werke sichtbar. Cornelius Kolig, „Meine Heimat ist mein Körper“, bis 2. April im aut. architektur und tirol, www.aut.cc

Tirol aus ungewohnter Perspektive Ein ambitioniertes Fotoprojekt der Tirol Werbung hat sich die diskursive Erarbeitung eines neuen Zugangs zur touristischen Ikonographie und die Erstellung eines Zyklus von Bildern zum Ziel gesetzt, die den Kernbestand einer neuen und reflektierten Bilddatenbank für die TW bilden werden. In zwei anscheinend unversöhnlich widersprüchlichen Bildprogrammen, einer angewandten und einer künstlerisch freien Fotografie, entstanden Fotos in einer Bildsprache, die Neugierde wecken und einen neuen Blick auf die alpine Sehnsuchtslandschaft Tirol werfen. SIGHT-_SEEING. Ein Photoprojekt der Tirol Werbung von 24.2. bis 19.3.2011 im FO.KU.S, BTV Stadtforum, Innsbruck, www.btv-fokus.at

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Ohne Titel (16), 2008, Öl auf Leinwand, Firnis, 34 x 54 cm

Gesten V, 2008, Öl auf Leinwand, 70 x 150 cm

Kinder mit Boot, 2006, Öl und Acryl auf Leinwand, 200 x 405 cm

Fotos: Courtesy Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

Malerei an die Grenze getrieben Mit seinen aktuellen Arbeiten hat Siegfried Anzinger sein klassisches Motivrepertoire – Paradies und Eros, Madonna mit Kind, Pieta, Heilige Familie oder Anna selbdritt, Tiere, Selbstbildnis, Wagen – um den Themenkreis „Wilder Westen“ mit gesattelten Pferden, Cowboys oder Siedlerwägen erweitert. Was wie scharfsinnig humorvolle Comics daherkommt, sind meisterhaft komponierte Gemälde, die eine Vielzahl an malerischen Techniken der Kunstgeschichte vereinen. In der aktuellen Ausstellung der Galerie Elisabeth & Klaus Thoman im Innsbrucker Arkadenhof wird noch bis 10. März unter dem Titel „Heiße Malerei“ ein Querschnitt aus aktuellen Arbeiten gezeigt.

Symbolträchtig Unabhängig von Geografie und Kultur ist Wasser ein bedeutungsreiches Symbol. Es versinnbildlicht Reinheit und Wahrheit, aber auch das Geheimnisvolle. Genau jenes Element hat die junge polnische Malerin Julita Malinowska in den Mittelpunkt ihrer Ausstellung „At the Sea-Side“ gestellt, die noch bis Mitte März in der Galerie Sandhofer in Innsbruck zu sehen ist. Gleichzeitig ist die Schau ein Resümee des bisherigen Schaffens der Künstlerin. Die Leinwände stammen aus 2010 und gehen zurück bis 2006. Julita Malinowska, „At the Sea-Side“, bis 15. 3. 2011 Galerie Sandhofer, Innsbruck, www.galerie-sandhofer.com

Zwei Menschen – ein Tagebuch

buch.tipp

Die Russin Nana Schweitzer erzählt in ihrem ersten autobiografischen Roman über ihr Leben mit zwei Persönlichkeiten. Die eine wild, hemmungslos und sexbesessen, derb in der Sprache; die andere adrett und zurückhaltend in Wort und Bild. Die eine will, kann aber nicht ohne die andere, denn beide leben im selben Körper und färben dementsprechend aufeinander ab. Ein schonungslos ehrlicher Bericht zweier Menschen, die zueinander suchen, um endlich einer zu werden. Schmetterlingspuppe, Nana Schweitzer, Verlag Anais, 272 Seiten, 14,95 Euro

Siegfried Anzinger, „Heiße Malerei“ bis 10. 3. 2011 in der Galerie Thoman, Innsbruck www.galeriethoman.com

Vom Werden und Vergehen Die in Zwettl geborene Künstlerin Ingrid Parkos Planatscher umkreist mit ihren Arbeiten das Phänomen Zeit, den Prozess des Werdens und Vergehens und dessen Zusammenhang mit dem Leben. Die Arbeiten in ihrer diskreten und unprätentiösen Art entstehen aus einer Vielzahl von Schichten, Beschmutzungen, Rost, strukturierenden Gerüsten und Farbakzenten. Von 8. Feber bis 5. März 2011 sind ausgewählte Arbeiten auf Papier und Leinwand in der Galerie Nothburga in Innsbruck zu sehen. Kuratorin der Ausstellung ist Elisabeth Melkonyan. Ingrid Parkos Planatscher, Arbeiten auf Papier und Leinwand, bis 5. März 2011 in der Galerie Nothburga, Innsbruck, www.galerienothburga.at

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Ohne Titel (Selbstportrait), 2008–2009, Öl auf Leinwand, Firnis, 36 x 32 cm


„Das Tirol Panorama wird nicht das historische Museum des Landes Tirol, sondern eine zeitgenössische museale Einrichtung, um unser Bundesland und seine Geschichte besser zu verstehen.“ Wolfgang Meighörner

Das neue Tirol Panorama am Bergisel

Viel Museales für 2011 Das Programm der Tiroler Landesmuseen spannt einen breiten Bogen – vom Barockmaler Holzer im Ferdinandeum über Ameisen im Zeughaus zu den Ladinern im Volkskunstmuseum. Direktor Wolfgang Meighörner gab einen umfassenden Ausblick auf das Ausstellungsgeschehen 2011 und einen kleinen Einblick in das viel kritisierte Tirol Panorama am Bergisel.

Gleich zu Beginn eine Erfolgsmeldung: Die Tiroler Landesmuseen verzeichneten 2010 ein Besucherplus von rund 4,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2009. Wenn man das erst im Mai wiedereröff nete Volkskunstmuseum dazurechnet, ergibt sich sogar ein Plus von 7,7 Prozent. Rückblickend war es ein „erfolgreiches, aber auch anstrengendes Jahr“, resümiert Direktor Meighörner. So wird es weitergehen, denn es steht im März die Eröff nung des viel diskutierten Museums am Bergisel bevor. Mit dem neuen Tirol Panorama werde insgesamt etwas Neues eröff net, das aus Altem hervorgeht: Das Riesenrundgemälde als Hauptattraktion und das alte Kaiserjägermuseum – in sanierter und adaptierter Form – als Dauerausstellung zu Tirols Vergangenheit. Weiters wurde die Privatsammlung der Familie Klocker dem Land Tirol als Dauerleihgabe übergeben. Für die Ausstellung dieser Sammlung werden im Tiroler Landesmuseum neue Räumlichkeiten geschaffen, wie auch unter anderem die fachgerechte Konservierung und Verwaltung der Sammlung übernommen wird. „Die Einbringung der Samm-

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Julia Bornefeld – „High fidelity“

lung Dr. Klocker bedeutet eine weitere Fokussierung zeitgenössischer Kunst, ergänzt unsere Bestände und hilft unseren Vermittlungsauftrag noch besser wahrzunehmen“, so Direktor Meighörner. Das Ausstellungsjahr eröff net hat Johann Evangelist Holzer. „Der Maler des Lichts“ ist bis 13. März im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum zu sehen. Er gehört zu den großen Meistern des 18. Jahrhunderts, in dessen Schaffen besonders die kraftvolle Helldunkelmalerei markant ist. Anhand von Altarbildern, Ölgemälden, Fresken, Zeichnungen und Druckgraphiken wird ein repräsentativer Querschnitt seines umfangreichen Œuvres gezeigt. Die zeitgenössische junge Kunst im Ferdinandeum repräsentiert im April und Mai 2011 die Künstlerin Julia Bornefeld. Sie setzt sich mit Objekten der Schausammlung und den Räumlichkeiten des Ferdinandeums auseinander. Einem komplizierten Sozialwesen im Tierreich widmet sich das Zeughaus von Mai bis Oktober: „Ameisen – unbekannte Faszination vor der Haustüre“ lautet der Titel einer Ausstellung des Biologiezentrums der Oberösterreichischen Landesmuseen, die zum Teil


„Nach der Eröffnung ist vor der Eröffnung – wie beim Fußball!“ eco.nova: Fühlen Sie sich mit dem neuen Tirol Panorama nur der Tradition verpfl ichtet oder wollen Sie einen zeitgenössischen Blick auf die Vergangenheit werfen? Wolfgang Meighörner: Das Tirol Panorama wird nicht das historische Museum des Landes Tirol, das möchte ich in aller Deutlichkeit festhalten. Das Tirol Panorama wird eine zeitgenössische museale Einrichtung, in der man Möglichkeiten geboten bekommt, um das spannende Bundesland und seine Geschichte besser verstehen zu können. Den TirolerInnen wird ab 12. März ein architektonisch gelungenes Gebäude an einem mythologisch stark aufgeladenen Ort präsentiert. Die Entstehung des Museums wird von vielen kritischen Stimmen begleitet, unter anderem wird auch der Name als keine kreative Meisterleistung kritisiert. Gibt es eine naheliegende Erklärung? Es ging uns nie um eine Meisterleistung beim Namen. Tatsache ist, dass Sie dort oben ein einzigartiges Panorama zu sehen bekommen werden – nicht nur die reale Aussicht auf die Nordkette, sondern die gleichzeitig erlebbare Situation vor 200 Jahren als Muse-

umsansicht. In einem unterirdischen Gang werden „kleine Panoramen“ gezeigt werden, also Blicke auf die Tiroler Natur, auf Religion, auf Persönlichkeiten und auf die verschiedensten Facetten der vergangenen 200 Jahre, die für die Entstehung der heutigen Meinung von Land und Leuten bedeutend waren. Die Übersiedelung des Rundgemäldes vom Saggen auf den Bergisel wird von einigen bis heute scharf kritisiert. Die Rotunde als einmaliges Gebäude mit ebensolchem Inhalt beschrieben, das nun verkommt. War das stets in Ihrem Sinne? Wir haben am Bergisel eine schöne Möglichkeit gefunden, das Rundgemälde in einer Einheit zu präsentieren, und mit dem neuen Gebäude auch die passende konservatorische Grundlage dafür. Dort können wir das Gemälde solide, nach den Regeln der musealen Konservierung sauber über die Zeiten bringen. Im alten Gebäude am Inn war das nicht mehr möglich. Und mit Verlaub: Die Rotunde war ursprünglich nicht für das Riesenrundgemälde vorgesehen. Ich muss allerdings von meiner Position aus sagen, dass die Diskussion bis Mitte 2007 nichts mit mir zu tun hat.

Kunstschätze des Mittelalters

Ein weiterer Kritikpunkt: Es wird viel Geld in ein Museum der Vergangenheit investiert, hingegen das zeitgenössische Kunstschaffen in Tirol arg vernachlässigt. Was sagen Sie dazu? Als Museumsmensch sind mir beide Genres wichtig und mit dem Tirol Panorama treffen wir auch beide. Der Bergisel ist an sich ein Gesamtkunstwerk: Hier gibt es u.a. ein Brandgrab, einen Schießstand, er war Sommerquartier der Offiziere des Kaiserjägerregiments, er ist heute ein Naherholungsgebiet und mit der Sprungschanze eine moderne Sportstätte. Am Bergisel haben Air & Style und die Papstmesse gleichermaßen stattgefunden! All diese Faktoren beziehen wir in die Gestaltung mit ein und versuchen die Heimat auch für junge Menschen aufzubereiten. Das Kaiserjägermuseum zum Beispiel wurde seit den 1880er Jahren nicht mehr wesentlich verändert. Wir versuchen auf der Kommentarebene dieses fachspezifische Museum über die vier Kaiserjägerregimenter neu zu erklären. Unter dem Dach des Hauses wird auch die Konfl iktebene behandelt: Das Tirol Panorama wird einen Blick darauf werfen, wie in den vergangenen 200 Jahren mit Konfl ikten umgegangen wurde und wie es im heutigen Europa damit aussieht. Wir bereiten dies mit modernen technischen und medialen Mitteln auf.

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übernommen, aber auch durch eigene Exponate ergänzt werden soll. Von November bis März 2012 feiert das Zeughaus „150 Jahre Tiroler Glasmalereianstalt“, in dem man sich eingehend mit der Geschichte dieses Traditionsbetriebes und seiner kunsthandwerklichen Produktion beschäftigt. 2005 war ein Unglücksjahr für das Landesmuseum, da ein Wasserschaden im Depot auftrat und einige Exponate beschädigt wurden. Doch es wurde restauriert und 2011 wieder gezeigt, was man hat: Für die Sommerausstellung ab 27. Mai werden im Ferdinandeum die „Kunstschätze des Mittelalters“ präsentiert. Neben Altären, Tafelbildern, Skulpturen und liturgischen Goldschmiedearbeiten sollen mit dem Wandmalereizyklus der Burg Lichtenberg zum ersten Mal die bedeutendsten profanen Fresken Tirols in ihrer Einheit zu sehen sein. In der Ausstellung „Kunstankäufe des Landes 2007 bis 2009“ werden die Arbeiten der dritten Ankaufsjury präsentiert, die künftig Teil einer eigenständigen, systematisch aufgebauten Sammlung von zeitgenössischen Werken im Ferdinandeum sein sollen. Die neuen Werke sind von Dezember bis Jänner 2012 zu besichtigen. Im September und Oktober 2011 steht die in Hall geborene Künstlerin Annja Krautgasser im Mittelpunkt, die mit „Le Madison“ eine Ausstellung eigens für das Studio des Ferdinandeums erarbeitet hat. Das Tiroler Volkskunstmuseum wendet sich von Juni bis November einem besonderen Gebiet im vereinten Europa zu: Ladinien. In den Dolomiten gelegen ist es ein einheitliches sprachliches Gebiet, das auf drei Provinzen aufgeteilt ist und in jedem Tal verschiedene Dialekte vorzuweisen hat. Die Ausstellung will den Gemeinsamkeiten und Unterschieden innerhalb der fünf Täler nachspüren und aktuelle Fragestellungen aufzeigen.

Für das neue Museum wurden bereits 21,18 Mio. Euro ausgegeben. Laut Endbericht des Landesrechnungshofes werden 25,3 Mio. Euro veranschlagt. Ein stolzer Preis für ein Heimatmuseum? Nein, anhand der Vergleichszahlen für Museumsneubauten ist das Tirol Panorama ein günstiges Unterfangen. Normalerweise rechnet man für die Gestaltung eines Quadratmeters Ausstellungsfläche zwischen 1.500 und 1.800 Euro. Wir liegen da deutlich darunter. Natürlich sprechen wir hier von einer Menge Geld und ich verstehe, dass man in Zeiten finanzieller Knappheit fragt: Müssen wir für ein Museum mehr

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„Wir werden unser geplantes Budget für 2010 unter anderem deshalb unterschreiten, weil wir sorgfältig abgewogen haben, was wir tatsächlich machen.“ Wolfgang Meighörner

Ameisen im Zeughaus: „Unbekannte Faszination vor der Haustüre“

als 20 Mio. in die Hand nehmen? Aber wer das Tirol Panorama als teuer bezeichnet, zeigt, dass er keine Ahnung hat. Die Tiroler Landesmuseen haben das Budget 2010 unterschritten. Wie ist das gelungen? Das geplante Budget von 8,1 Mio. Euro werden wir unterschreiten, weil wir einerseits sorgfältig abgewogen haben, was wir tatsächlich machen. Wir haben nicht weniger gemacht, sondern einfach stärker hinterfragt, ob es denn nicht auch andere, günstigere Möglichkeiten gibt. Andererseits konnten wir auch eine Einnahmensteigerung verzeichnen. Der Ertrag pro Besucher ist um 5 % höher ausgefallen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Minderausgaben mit Mehreinnahmen bringen natürlich insgesamt ein besseres Ergebnis. Budgetunterschreitung, Einnahmensteigerung und auch der Neubau wird nach Ihren Vergleichen nicht zu teuer ausfallen. Warum gibt es trotzdem so viel Kritik in Tirol? Das ist nicht nur in Tirol so, das ist überall so. Bei großen Projekten wird es immer Stimmen geben, die nicht sehr gewogen sind. Ich sehe es positiv. Für mich als Museumsmensch ein tolles Phänomen, wenn sich die TirolerInnen mit dem Gedächtnis des Landes intensiv auseinandersetzen. Natürlich kann man sich immer weniger Kritik wünschen. Aber ich sehe es als Beleg für die Identifi kation mit dem Museum.

Text: Julia Sparber Fotos: Matthias Klemenc, Julia Bornefeld, TLM, NÖ LM, Florian Schneider

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Die Tiroler Landesmuseen haben eine Umfrage zum Tirol Panorama in Auftrag gegeben, an deren Objektivität gezweifelt wurde. Nicht zuletzt weil eine tendenzielle Fragestellung von der hauseigenen Presseabteilung vorgegeben wurde. Sehen Sie da eine schiefe Optik?

Wir haben die Umfrage bewusst in Auftrag gegeben, weil das Management Center Innsbruck die Experten dazu hat und einen klaren Zensus, der eine repräsentative Aussage ermöglicht. Deshalb lasse ich mir hier auch nicht den Vorwurf der „schiefen Optik“ machen. Die Umfrage ist nach den Regeln der Zunft erstellt worden. Ich hätte den Vorwurf verstanden, wenn wir das selber gemacht hätten. Wir wollten einfach die Ist-Situation für dieses Tirol Panorama erfahren, damit wir künftig die richtigen Maßnahmen lancieren können. Welche Erkenntnisse ziehen Sie aus dieser Umfrage? Wir haben eine deutlich höhere Zustimmung erhalten, als wir das erwartet hätten. In der Wahrnehmung der Menschen wird das Tirol Panorama nicht halb so kritisch gesehen wie in den Medien kolportiert. Der Name allerdings ist noch nicht sehr verankert. Das liegt sicher daran, dass wir noch nichts vorzeigen können, deshalb ist es auch schwer zu erklären. In den begleitenden Werbemaßnahmen wollen wir stark darauf eingehen und natürlich die Umfrage wiederholen, weil wir ja auf real begründbaren Annahmen weitermachen wollen. Und wie wollen Sie weitermachen? Jede museale Einrichtung muss sich immer wieder neu orientieren und weiterentwickeln. In 10 oder 15 Jahren werden wir uns erneut damit beschäftigen müssen, ob der unterirdische Gang im Tirol Panorama noch zeitgemäß ist. Die gleiche Diskussion habe ich derzeit im Zeughaus, das 1999 in der heutigen Form eröff net wurde und nun seine Halbwertszeit erreicht hat. Ich sage bei jeder Ausstellung in jedem unserer Häuser: Nach der Eröff nung ist vor der Eröffnung. Wie beim Fußball!

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Unzensierte Bauchgefühle Heidi Holleis und ihr eigenes Regelwerk im Chaos.

Text: Julia Sparber Fotos: Florian Schneider

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Die Tiroler Künstlerin Heidi Holleis entdeckte „eine dunkle Höhle“ in der Jenbacher Tratzbergstraße, die sie schnell als ihr neues Atelier auserkoren hat. Die ehemalige Metzgerei lag lange Jahre brach und eine intensive Restaurierung war notwendig. Doch heute ist es ein Atelier, das seinesgleichen sucht. Die Metzgerei wurde durch liebevolle Details zu einem lichtdurchfluteten, kunstvollen Kleinod: Eine Glasdecke wurde freigelegt, unter der die Künstlerin heute ihre Farbmixturen herstellt. Die Fleischerhaken an der Wand blieben erhalten, wurden nur bemalt und dienen heute als Garderobe. Bei Heidi Holleis hat alles seine Ordnung: Die Pigmente, Harze, Löse- und Bindemittel in Einweckgläsern sind exakt geordnet, Kataloge in Reih und Glied im Regal gestapelt. Disziplin und Organisation sind für die Mutter zweier Kinder unerlässlich,

auch wenn es auf den ersten Blick scheint, dass diese Attribute der freien Kunst zuwiderlaufen. „Als Mutter ist auch das Meistern des Alltags eine Kunst.“ Der handgeschriebene Schriftzug an der Wand „Give cash to the artists“ zeigt, dass Heidi Holleis ihren spontanen Eingebungen freien Lauf lässt. Diese betrafen den schnöden Mammon, doch auch leise, tiefsinnige Gedanken hielt sie fest:

Das Malen / beginnen mit Farbe / allein im Raum warten / rhythmisches Rühren / Farbe ansetzen spüren / zurückgehen / beobachten herumgehen / ansehen / nicht aus den Augen lassen attackieren / eintauchen in eine andere Welt die vertraute Welt zurückgehen / atmen / durchatmen


Heidi Holleis lebt in einer multidimensionalen Welt. Sie schließt nichts aus, sie versucht zu integrieren und ständig auszubauen. So auch das eigene Netzwerk, „das mich als Künstlerin und als Mensch seit jeher bereichert hat“. Als Obfrau des Vereines KAUZ, dem Büro für Auf- und Zufälliges in Jenbach, öffnet sie ihr Atelier für Veranstaltungen. Im Sinne der grenzenlosen Kunstvernetzung verbanden sich im Sommer 2010 an die 30 KünstlerInnen zu einer gemeinsamen Aktion, die sich inhaltlich den Dadaisten – „den Geistreisenden, die Sinn im Unsinn finden“ – widmete. Jede der KünstlerInnen brachte autonom Projekte ein und Heidi Holleis Atelier wurde zum zentralen Ausgangspunkt von bildender und darstellender Kunst, Interaktion, Installation, Literatur, Musik, Neuen Medien und Performance.

In ihrer eigenen künstlerischen Arbeit integriert sie ebenso verschiedenste Techniken und Themen, um ihrer multidimensionalen Welt keine Grenzen zu setzen. Ihr Antrieb, ständig Neues zu lernen und auszuprobieren, entspringt aus ihrem früh entdeckten Willen zur Kreativität: „Die Kunst war schon als Kind wie ein Freund für mich.“ Sie absolvierte die Kunstgewerbeschule für angewandte Malerei in Innsbruck, verkaufte bereits mit 17 Jahren ihr erstes Bild. Später reiste sie ein halbes Jahr durch Indien, um das farbenprächtige Land kennen zu lernen und praktische Erfahrungen für ihr künftiges kreatives Schaffen zu sammeln. Auf ihren Reisen lernte sie auch, wie wichtig die umfassende Recherche ist. Heute sammelt die Künstlerin aus dem Fundus aller sich bietenden Medien und lässt philosophische Brücken entstehen. 2008 war die Zahl 13 ihr bevorzugtes Recherchegebiet: So fand sie heraus, dass 13 in Japan eine Glückszahl ist, dass man sich in der westlichen Welt aber davor fürchtet. Triskaidekaphobie nennt man diese Angst, an der auch der Wiener Komponist Arnold Schönberg litt – kurioserweise ist er der Erfinder der Zwölftonmusik. Heidi Holleis drückte diese isolierte Phobie vor der Zahl in deklamatorischen Tuschezeichnungen aus. Ihre „Serie der schrecklichen 13 – die Macht der 13 ist mit dir“ möchte sie fortsetzen und hat bereits für 10 weitere Bilder recherchiert.

Regelwerk im Chaos „Im tiefsten Inneren bin ich eine geordnete Ästhetin, doch auch die Chaotin und das Unrhythmische kommen durch“, erzählt die Künstlerin, die zwei Pole in sich vereint, die auch in der Kunsttheorie zu finden sind: Kunst wird als geschlossenes Ordnungssystem gesehen, das in einem Werk einen Mikrokosmos entstehen lässt. Dazu muss in der Komposition des Kunstwerks, dem Verhältnis der Teile zum Ganzen, ein Höchstmaß an Ausgewogenheit und Harmonie von Inhalt und Form erreicht werden. Ohne dieses Regelwerk ist kein Zusammenhang der Gesamtaussage zu erlangen. In ihren Werken orientiert sich Heidi Holleis an der Fibonacci-Folge, die nach dem italienischen Mathematiker benannt ist.

Also der unendlichen Zahlenreihe, bei der sich die jeweils folgende Zahl durch Addition der beiden vorherigen ergibt. Erstaunlicherweise nähert sich diese Formel dem „Goldenen Schnitt“ an, der in der Kunst und Architektur oft als idealer Proportionsspiegel und Inbegriff von Ästhetik und Harmonie angesehen wird. In der Annäherung von Heidi Holleis ist jedoch das Formale vorherrschend, unabhängig von der Ideologie. „Ich recherchiere, wie es gelingen kann, dauerhaft schöne Dinge zu erstellen, da kommt man um Grundprinzipien nicht herum.“ Eine ihrer Regeln im Chaos ist das kunstvolle Wechselspiel der Techniken: Öl und Eitempera verlangen ein achtsames Mischen von Pigmenten, Binde-, Lösungs- und Trocknungsmittel. Ein ständiges Hinschauen und Probieren, bis ein Bild fertig ist. „Bei diesen langsamen Prozessen fehlt mir dann irgendwann das Spontane.“ So verleiht sie ihren „Bauchgefühlen“ mit Tusche und Feder auch raschen, leichtfüßigen Ausdruck. Ihre aktuellen „Bauchbilder“ jedoch münden wieder in einer Mixtur aus Öl- und Eitempera, die auf dreidimensional gepolsterten Leinwänden bewusst zwischen Objekt und Bild schweben. Die Formate variieren von 40 x 40 cm bis zum 2,60 m großen Pentaptychon – auch hier ein variantenreiches Wechselspiel der Künstlerin: „Je älter ich werde, umso mehr bemerke ich die Dualität in den Dingen. Es hat eben alles zwei Seiten.“ Heidi Holleis reflektiert, strukturiert und konzeptioniert ihre Ideen: „Bei meinen ‚Schnittbildern‘ habe ich die Leinwand durchdrungen. Ich wollte das Dahinter sehen.“ Logische Fortführung sind nun die Bauchbilder, die in den Raum vordringen und eine neue Dimension ihrer Kunst erschließen. Heidi Holleis scheint peu à peu ihre eigene Ordnung in einem chaotischen System gefunden zu haben und verfolgt subtile Regeln, ohne ihre Bauchgefühle damit zu zensieren.

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Recherchen zu philosophischen Brücken

BAUCHBILDER von Heidi Holleis noch bis Samstag, 19. Februar 2011 Galerie im Andechshof Innrain 1, Altstadt 6020 Innsbruck Finissage mit Kunstperformance 19. Februar, ab 11 Uhr: Heidi Holleis, Brigitte Jaufenthaler und Paul Heis performen mit Malerei, Musik und Text. Auszüge aus dem geplanten Buch FREI-SEIN, das gemeinsam mit ubuntu – der Kulturinitiative von SOS-Kinderdorf – entsteht.

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Musik im Riesen 2011: Kammermusik, Streichquartette und Franz Schubert Musik für Streichquartett und Kammermusik von Franz Schubert aus seinen letzten Lebensjahren sind die beiden Schwerpunkte von Musik im Riesen 2011. Bei den sechs Konzerten, die von 17. bis 22. Mai 2011 in den Swarovski Kristallwelten stattfinden, sind unter anderen das Hagen Quartett, das Belcea Quartet und der Tenor Mark Padmore zu Gast.

Fotos diese Seite: Oben li.: Das Belcea Quartet gilt als vituos, frisch und voller emotionaler Tiefe Oben re.: Das bekannte Hagen Quartett feiert 2011 sein 30-jähFoto: Regina Recht riges Bestehen Unten li.: Die vier Musiker des Jerusalem Quartet, Alexander Pavlovsky, Sergei Bresler, Amihai Grosz und Kyril Zlotnikov Unten re.: Bilden den Abschluss von Musik im Riesen 2011: Am 22. Mai kommt „Quatuor Diotima“

Fotos rechte Seite: Li.: Tenor Mark Padmore gastiert nach 2007 bereits zum zweiten Mal in den Swarovski Kristallwelten Mi.: Klaviervirtuose Paul Lewis Re.: Lawrence Power

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In seiner achten Ausgabe würdigt das Festival Musik im Riesen die Gattung des Streichquartetts, das in seiner unvergleichlich konzentrierten Form oft exemplarisch für die Kammermusik einer ganzen Epoche steht. Mit Werken vom Barock bis zur Jetztzeit zeichnen vier der außergewöhnlichsten Streichquartette zurzeit die Geschichte der Gattung nach: das Jerusalem Quartet, das Belcea Quartet, das Quatuor Diotima und nicht zuletzt das Hagen Quartett, das 2011 sein 30-jähriges Bestehen feiert.

Zentrale Werke der Quartettliteratur Jedes dieser vier Quartette richtet den Fokus in seinem Konzert auf eine bestimmte Epoche oder zeigt in der Programmierung von Werken aus verschiedenen Zeiten Entwicklungen und Verbindungslinien innerhalb der Gattung auf. Das Hagen Quartett stellt am 18. Mai 2011 Bachs „Die Kunst der Fuge“ Beethovens monumentalem Streichquartett B-Dur op. 130 mit Großer Fuge B-Dur op. 133 gegenüber. Das

Belcea Quartet setzt am 21. Mai 2011 nicht nur Streichquartette von Beethoven und Schubert aus derselben Entstehungszeit, sondern auch den rund achtzig Jahre später komponierten „Langsamen Satz für Streichquartett“ von Anton von Webern in Beziehung zueinander. Johannes Brahms, der sich in vielem an seinem großen Vorbild Beethoven orientierte, ist im Konzert des Jerusalem Quartet am 17. Mai 2011 mit einem seiner ersten veröffentlichten Streichquartette vertreten. Bei der Auff ührung eines späten Werks von Johannes Brahms, dem Streichquintett G-Dur op. 111, musiziert der britische Bratschist Lawrence Power an der Seite des Jerusalem Quartet. Das Abschlusskonzert am 22. Mai 2011 bestreitet schließlich das junge französische Quatuor Diotima, das sich auf die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts spezialisiert hat: Werke des „späten Wilden“ Leoš Janáček treffen dabei auf zwei zeitgenössische Streichquartette von Thomas Larcher und Aureliano Cattaneo.


Mit dem Komponisten und Pianisten Thomas Larcher, der bei Musik im Riesen 2011 auch als Liedbegleiter fungiert, ergibt sich eine Verbindung zum zweiten Schwerpunkt des Festivals: der Musik Franz Schuberts aus dessen letzten Lebensjahren 1826 bis 1828. Neben dem oben genannten Streichquartett sind es Solowerke für Klavier und zwei seiner Liederzyklen, die an zwei Festivalabenden im Riesen erklingen. Interpreten dieser Konzerte sind neben Thomas Larcher der Tenor Mark Padmore und der Pianist Paul Lewis, die am 19. Mai 2011 eine unvergleichlich dichte, empfi ndsame Deutung der „Winterreise“ präsentieren. Am darauf folgenden Tag, dem 20. Mai 2011, konzertiert Paul Lewis als Solist; Mark Padmore und Thomas Larcher sind mit Schuberts postum veröffentlichtem Liederzyklus „Schwanengesang“ sowie neuen Liedern von Thomas Larcher zu hören, die dieser für Padmore komponiert hat. Die konzisen Stücke für Stimme und Klavier

verweisen – wie Cattaneos und Larchers Streichquartette – zudem auf eine Programmlinie von Musik im Riesen, die das Festival seit je entscheidend mitprägt: das neueste zeitgenössische Musikschaffen im Kontext zentraler Werke vergangener Jahrhunderte vorzustellen.

Kunst – Kulinarium – Konzert Die stilvolle Umrahmung von Musik im Riesen bildet von 17. bis 22. Mai 2011 das Package „Kunst – Kulinarium – Konzert“, in dem Gaumenfreuden, Kunst- und Hörgenuss harmonisch aufeinander abgestimmt sind. Die exklusive Abendveranstaltung kostet 85 Euro (ermäßigt: 75 Euro; exkl. Getränke) und beginnt jeweils um 17 Uhr im Eingangszelt der Kristallwelten. Nach einem Aperitif entdecken Besucher in einem fachkundig geführten Rundgang die Kunstschätze der Wunderkammern, ehe sie mit einem dreigängigen Menü ihrer Wahl verwöhnt werden. Ein Konzert von Musik im Riesen schließt den kunstvollen Abend ab.

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Programmübersicht Swarovski Kristallwelten Di., 17. Mai 2011, 20 Uhr: Jerusalem Quartet & Lawrence Powers, Viola Johannes Brahms – Streichquartett a-Moll op. 51 Nr. 2 (1873) • Pause • Johannes Brahms – Streichquintett G-Dur op. 111 (1890) Mi., 18. Mai 2011, 20 Uhr: Hagen Quartett Johann Sebastian Bach – aus „Die Kunst der Fuge“ BWV 1080 (1740–46?), Contrapunctus I–IV; Béla Bartók: Streichquartett Nr. 2 op. 17 (1915–17) • Pause • Ludwig van Beethoven – Streichquartett B-Dur op. 130 mit Großer Fuge B-Dur op. 133 Do., 19. Mai 2011, 20 Uhr: Mark Padmore, Tenor & Paul Lewis, Klavier Franz Schubert – Winterreise D911 (nach Gedichten von Wilhelm Müller, 1827) Fr., 20. Mai 2011, 20 Uhr: Paul Lewis, Klavier / nach der Pause: Mark Padmore, Tenor & Thomas Larcher, Klavier Franz Schubert – Vier Impromptus D 899 (1827); Franz Schubert – Sonate G-Dur D 894 (1826) • Pause • Thomas Larcher – Liederzyklus für Tenor und Klavier (ÖE, Auftragswerk von Alois Lageder); Franz Schubert – Schwanengesang D 957 (nach Gedichten von Ludwig Rellstab, Heinrich Heine und Johann Gabriel Seidl, 1828) Sa., 21. Mai 2011, 20 Uhr: Belcea Quartet Anton von Webern – Langsamer Satz für Streichquartett (1905); Ludwig van Beethoven – Streichquartett a-Moll op. 132 (1825) • Pause • Franz Schubert – Streichquartett G-Dur D 887 (1826) So., 22. Mai 2011, 20 Uhr: Quatuor Diotima Aureliano Cattaneo – Liquido für Streichquartett (ÖE, 2010, Auftragswerk von Alois Lageder, MärzMusik Berlin und Musik im Riesen); Leos Janácek – Streichquartett Nr. 1, „Kreutzersonate“ (1923) • Pause • Thomas Larcher – Madhares für Streichquartett (2006/07); Leos Janácek – Streichquartett Nr. 2, „Intime Briefe“ (1928)

Kartenpreise Karte für einen Konzertabend: 25 Euro; ermäßigt* 22 Euro Kombikarte für alle Konzerte: 125 Euro; ermäßigt* 110Euro Kunst – Kulinarium – Konzert: Aperitif, Kunstführung durch die Wunderkammern, dreigängiges Menü in einmaligem Ambiente (exkl. Getränke), Konzertbesuch 85 Euro; ermäßigt* 75 Euro Buchbar nur mit Vorreservierung. *Ermäßigung für Studenten mit Ausweis, Ö1-Clubmitglieder

Reservierung und Information Swarovski Kristallwelten 6112 Wattens Tel.: +43/5224/51080 swarovski.kristallwelten@ swarovski.com www.swarovski.com/ kristallwelten www.oe1.orf.at/ kulturkalender Abendkassa ab 18 Uhr Tel.: +43/5224/51080-3841

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Schuberts Spätwerk


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Auto & Motor

340 PS kompakt verpackt

Rennlabor mit Hybridantrieb Man nehme die erprobte Spitzentechnologie des 911 GT3 R Hybrid und packe sie in das Design der Genf-Studie 918 Spyder – heraus kommt die High-End-Synthese Porsche 918 RSR, die ihre Weltpremiere auf der Detroiter Motorshow feierte und neben einem waschechten Rennmotor auch zwei Elektromaschinen und somit insgesamt fast 770 PS unter der Haube verbirgt. Aber schön der Reihe nach: Der 911 GT3 R Hybrid sorgte bei seinen Renneinsätzen für Aufsehen, indem er dank überragender Performance nicht nur im realistischen Rennsport-Szenario gegenüber härtester Konkurrenz bestand, sondern auch die hohen Erwartungen von Porsche Motorsport selbst übertraf. Der intern als „Race Lab“ – Rennlabor – bezeichnete Hybridsportler bietet durch seine zukunftsweisende Technologie die Möglichkeit, intelligent zusätzliche Leistung zu generieren, und eröffnet damit neue Dimensionen für die LifestyleLuxus-Sportmarke. Aufbauend auf diesem

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Hybridkonzept wirft Porsche nun den 918 RSR ins Rennen. Derzeit bleibt das Mittelmotor-Coupé noch ein Studienobjekt, dafür wird ab 2013 der Sport-Hybrid 918 Spyder in Serie gehen, der auf 100 km gerade mal 3 Liter schlucken soll.

„Alter Schwede“ möchte man fast sagen, beim Anblick des neuen 1er M Coupés. Nur dass das Teil nicht aus Schweden kommt. Sondern aus München. So ist das M bei BMW das Symbol für überragende Kraftentfaltung und hochdynamische Fahreigenschaften. Nun ist der Buchstabe auch auf die 1er-Reihe übergeschwappt und mit ihm all die typischen Eigenschaften, die das MKonzept auszeichnen. Nur diesmal eben richtig schön knackig umhüllt. Das 1er M Coupé verkörpert das unverwechselbare M-Feeling in einer besonders konzentrierten Form, beschleunigt in 4,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und erreicht nach 17,3 Sekunden bereits die 200er-Marke. Diese Sportlichkeit wird durch die athletische Karosserieform und viele dynamische Details auch optisch unterstrichen. Klassische Coupé-Proportionen treffen auf M-spezifische Ästhetik und auch das Interieur lässt keine Fragen und Wünsche offen. Auf Wunsch lassen sich auch iPhone und iPod touch über das iDrive-Menü steuern und E-Mails auf dem Bordmonitor anzeigen. Allein: Schnäppchen ist der neue Bayer keiner. 50.000 Euro müssen Sie mindestens lockermachen.

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Bruno KĂśnig, Motorredaktion

Goodbye 2010, welcome 2011

Geländegänger

Familyguy

Jeep hat sein Flaggschiff, den Grand Cherokee, von Grund auf neu konstruiert und bringt den Luxus-Geländewagen zum Marktstart gleich in seiner Topversion auf den Markt. Der Grand Cherokee Overland Ăźberzeugt innen, auĂ&#x;en, optisch, haptisch und technisch und toppt seine ohnehin schon legendären Offroad-Eigenschaften noch mit einer neuen Quadra-Lift-Luftfederung. Kosten wird der Overland 5.7 mit V8Motor rund 63.000 Euro. DafĂźr gibts 352 PS, ein Drehmoment von 520 Nm und mehr als 45 Schutz- und Sicherheitsausstattungen â&#x20AC;&#x201C; den GroĂ&#x;teil davon serienmäĂ&#x;ig!

Mit dem Orlando steigt nun auch Chevrolet in das Segment der Family-Vans ein und präsentiert mit ihm ein unkonventionelles Familienfahrzeug fĂźr alle, die nicht mit dem Strom schwimmen wollen. Sein Design orientiert sich ob der niederen Dachkante eher an spritzigen Crossover-Modellen und bricht somit mit den Regeln des traditionell konservativen Segments. Basierend auf dem im Jahr 2008 präsentierten Showcar ist der Chevrolet Orlando ein echter Familyguy mit praktischen sieben Sitzen und flexiblem Interieur, kombiniert mit einem groĂ&#x;zĂźgigen Laderaum. Zur Wahl stehen drei kraftstoffsparende Aggregate (zwei Diesel, ein Benziner) zwischen 130 und 163 PS sowie drei Ausstattungsvarianten ab einem Preis von rund 20.000 Euro.

Fßr die Automobilindustrie ist ein sehr erfolgreiches und ereignisreiches Jahr zu Ende gegangen. Das kommende Jahr lässt aber auch einiges erwarten. Zwar muss sich der starke Aufwärtstrend des vergangenen Jahres erst als stabil erweisen, durch die Fßlle der Neuheiten kÜnnte dies jedoch eintreten. Fast jeder Autobauer bringt 2011 ein neues Modell auf den Markt. Der Trend von länger, breiter, schneller, aber auch sparsamer wird sich fortsetzen. Welche Alternativantriebe stark zulegen kÜnnen, bleibt abzuwarten. Nur bei der Zahl der Kurzzulassungen mßssen die Händler aufpassen, um nicht in eine gefährliche Spirale zu geraten. 2010 wurden insgesamt 328.000 Zulassungen verzeichnet. Davon 55.000 Kurzund Tageszulassungen. Sportwagenfreunde dßrfen sich 2011 ebenfalls freuen. Lamborghini präsentiert nach längerer Zeit wieder ein neues Modell mit V12-Motor. Ferrari bringt einen 458 Spider und Porsche präsentiert den mit Spannung erwarteten neuen 911. Zutaten genug also, um ein spannendes Autojahr 2011 anzurichten.

Alle Testberichte, Interessantes aus der faszinierenden Welt des Automobiles, technische Neuheiten und vieles mehr finden Sie ab sofort auch online unter www.eco-mobil.at.

Innovations-Limousine Inno-Limo Audi legt seinen Erfolgstyp in der Business-Class neu auf und startet mit dem neuen A6 ins FrĂźhjahr. Die groĂ&#x;e Limousine bringt auf allen Technikfeldern innovative LĂśsungen mit â&#x20AC;&#x201C; eine leichte Karosserie, ein sportliches Fahrwerk und eine groĂ&#x;e Auswahl an neuen Assistenz- und Multimedia-Systemen. So verschmelzen bis zu 300 PS mit Soundsystemen von Bang & Olufsen und das Bluetooth-Autotelefon mit dem Internet, wobei ein UMTS-Modul Bilder und Infos von Google Earth auf den Monitor holt und sie mit der Naviroute zusammenfĂźhrt. Und zu alledem ist der Verbrauch der gesamten Baureihe gegenĂźber dem Vorgängermodell um bis zu 19 % gesunken. Das alles hat naturgemäĂ&#x; seinen Preis: Ab rund 45.000 Euro sind Sie dabei.

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Anregungen und Kommentare bitte an koenig@econova.at


Text: Bruno König Fotos: Bruno König, Werk

Renn-Baguette Klein, fetzig, stark. Das sind die drei Schlagworte, die auf den feschen Citroën DS3 am meisten zutreffen. Diese Kombination ergibt eine perfekte Mischung, die zum einen für Aufsehen sorgt und zum anderen jede Menge Fahrspaß ermöglicht.

Allein beim Betrachten der gelungenen Farbkombination freut man sich schon aufs Fahren. Schwarzes Auto, rotes Dach, rote Ledersitze – geil, oder?! Der Fahrspaß allerdings toppt die Optik nochmals. Verantwortlich dafür ist der quirlige 1.600er-Turbomotor mit 156 PS. Schon bei niedrigen Drehzahlen baut der Lader Druck auf und schiebt den DS3 flott nach vorne. Keine Blöße gibt sich der Kleine auch vor der ersten auftauchenden Kurve. Mit Leichtigkeit und Bravour meistert er diese und das Vertrauen wächst mit jeder weiteren. Flott und ohne Traktionsprobleme zieht der Franzose aus der Kurve heraus und wird akustisch begleitet vom Säuseln des Turboladers. Jetzt haben wir Blut geleckt. Statt auf der Autobahn geht’s über die kurvenreiche Bundesstraße auf den Brenner. Hier kann der kräftige DS3 seine Trümpfe voll ausspielen.

Design und Funktionalität Außer seiner Bezeichnung hat der heutige DS mit seinem Vorfahren aus dem Jahr 1955 nichts mehr am Hut. Elf Außenfarben und vier Schattierungen für das Dach stehen zur Auswahl. Das jeweils farblich dazupassende Armaturenbrett macht den DS3 zu einem echten Hingucker. Trotzdem leidet die Funktionalität nicht unter seinem Design. Vorne sitzt man

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bestens, hinten reichts auch mal für Erwachsene. Auch der Kofferraum überraschte mit reichlich Stauraum. Sogar ein unzerlegter Kinderwagen fand dort locker Platz. Qualität und Verarbeitung verdienen sich ebenfalls ein großes Lob.

Fahren und trotzdem sparen Der Fahrspaß steht stets im Vordergrund. Trotzdem versteht es der DS3 THP 150, sparsam zu sein. Bei stets flotter Fahrweise reichten dem Franzosen rund sieben Liter auf 100 Kilometer. Heuer wird Citroën nochmals nachlegen und bringt den DS3 als „Racing“ mit 207 PS. Allerdings nur 60 Stück für die Alpenrepublik.

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Facts Citroën DS3 THP 150 Motor: 1,6-Liter-Vierzylinder mit Turboaufladung Leistung: 115 kW / 156 PS Drehmoment: 240 Nm zw. 1.400 und 4.000 U/min Beschleunigung: 7,3 sec von 0–100 km/h Spitze: 214 km/h Verbrauch: 7,1 Liter Testverbrauch auf 100 km CO2-Ausstoß: 155 g/km Preis: 20.590 Euro


Opel.Astra

Sportlicher Tourer Nach dem FĂźnftĂźrer schickt Opel nun sein Astra-Kombimodell Sports Tourer an den Start. Zum GlĂźck nennt Opel seine Kombimodelle nicht mehr Caravan, sondern Sports Tourer. Das hĂśrt sich nicht nur schicker an, damit mĂśchte Opel auch eine Botschaft verkĂźnden: Dieser Kombi ist kein Lastenesel, sondern die sportlich-elegante Variante fĂźr moderne Menschen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der neue Astra mit 1550 Liter Ladevolumen sogar den grĂśĂ&#x;eren Insignia um 20 Liter schlägt. Pfiffig auch die LĂśsung des Abdeckrollos: Federgespannt und schienengefĂźhrt gleitet es fast geräuschlos vor und zurĂźck. Wer im Sports Tourer Platz genommen hat, findet bekanntes Astra-Ambiente vor. Positiv fallen dabei die geschwungene Instrumententafel, die in die TĂźrver-

kleidungen verläuft, und das angenehme Raumgefßhl auf. Sitze, Sitzposition und Bedienung verdienen sich ein Lob. In unserem Testfahrzeug war der 1,4-Liter-EcotecTurbo-Benziner mit 120 PS verbaut. Das ermÜglicht dem Astra Sports Tourer flottes Vorankommen und guten Durchzug bei sparsamen Verbrauch. Nur 6,5 Liter auf 100 km gÜnnte sich der Opel im Test. Eine ordentliche Serienausstattung und ein gßnstiger Einstiegspreis von nur gut 22.000 Euro machen den Opel zu einem attraktiven Angebot. Darßber hinaus bietet Denzel-Unterberger fßr den Astra interessante Flottenangebote.

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Text und Foto: Bruno KĂśnig



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Ein X für den GT Mit einem einzigen Buchstaben macht BMW aus dem 5er GT ein fast perfektes Auto. Statt Heckantrieb treiben den mächtigen Gran Turismo nun alle vier Räder an.

Text und Foto: Bruno König

O.k., der 5er GT polarisiert. Doch von seiner Fahrdynamik her grenzt er schon sehr stark an ein perfektes Auto. Auch Verarbeitung und Qualität sind über alle Zweifel erhaben. Einzig der Heckantrieb hat – speziell unsere Alpenrepublikaner – etwas gestört. Das hat BMW bereits im September mit dem 530d GT xDrive ausgemerzt. Der Antrieb sorgt nun auch im Winter für müheloses Vorankommen auch auf rutschigem Untergrund. Die Traktion ist dank

des ausgeklügelten Allradsystems hervorragend. Der Effi zienz schadet das Zusatzgewicht kaum. Der bärenstarke Drei-Liter-Diesel fi ndet mit weniger als acht Litern in unserem Test das Auslangen. Kompliment an die Ingenieure in Bayern. Endlich macht 5er-GT-Fahren auch im Winter Spaß.

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Ab 65.200 Euro ist der Allrad-Gran-Turismo zu haben.

„Wir schauen zuversichtlich ins neue Jahr“ Giovanni Di Valentino hat mit Jahresbeginn die Betriebsleitung beim BMW-Betrieb Unterberger-Denzel in Innsbruck übernommen. Auf das kommende Jahr schaut er voller Zuversicht.

Seit 1.1.2011 als Betriebsund Verkaufsleiter bei BMW Unterberger-Denzel in einer Doppelfunktion: Giovanni Di Valentino

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Insgesamt verfügt Di Valentino über 28 Jahre Erfahrung im Automobilgeschäft. Acht davon ist er schon im Betrieb von Unterberger. Neben seiner Funktion als Vertriebsleiter übernahm der gebürtige Deutsche mit 1.1.2011 nun auch die Betriebsleitung von Dieter Unterberger, der neben den Betrieben in Innsbruck und Vorarlberg nun auch die Verantwortung für drei Geschäfte im Allgäu übernommen hat. „Giovanni Di Valentino war schon bisher in meiner Abwesenheit erster Ansprechpartner. Die offizielle Übertragung der operativen Betriebsleitung ist nur die logische Konsequenz, für die Kunden wird sich nichts ändern“, betont Unterberger.

Das vergangene Jahr war für den BMW-Betrieb in Innsbruck eines der besten. Rund 1.100 Fahrzeuge konnten abgesetzt werden. „Auf diesem hohen Niveau wollen wir 2011 wieder anschließen. Mit unserer breiten Produktpalette von BMW und MINI sowie den neuen Modellen, die heuer auf den Markt kommen, bin ich sehr zuversichtlich, das zu erreichen“, ist Di Valentino überzeugt. Für ihn stehen bestes Service und höchste Kundenzufriedenheit an oberster Stelle. „Das Jahr hat gut begonnen. Speziell der neue X3 erfreut sich einer starken Nachfrage“, so Di Valentino.

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Ein Kleiner macht auf groß Eine geniale Idee. Man nimmt einen erfolgreichen Kleinwagen, hängt ihm hinten ein wenig was dran und macht so einen Kombi draus. Der Erfolg gibt dem Seat Ibiza ST recht. Fahren wie ein Kleiner Einmal in Fahrt bemerkt man kaum noch, in einem Kombi zu sitzen. Der Ibiza ST fährt sich wie sein kleiner Bruder mit Schrägheck. Sehr agil und kompakt fühlt sich das Ganze an. Auch die Motorisierung in unserem „tribugelben“ Testauto (85-PS-Benziner) lässt schon – zumindest ein wenig – „Auto Emoción“ aufkommen. Das Fahrwerk ist dabei eher auf der sportlicheren Seite und allen Alltagssituationen (auch im beladenen Zustand) gewachsen. Seat scheint damit auf den „Kombigeschmack“ gekommen zu sein. Der Ibiza ST ist nach dem Exeo ST nun schon der zweite Kombi, den die deutschspanische Kooperation in kurzer Zeit auf den Markt brachte. Man darf also gespannt sein, womit uns die Katalanen in Zukunft überraschen werden.

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Facts Seat Ibiza ST 1,4 L Style Motor: 1,4-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor Leistung: 63 kW / 85 PS Drehmoment: 132 Nm bei 3.800 U/min Beschleunigung: 12,4 sec von 0–100 km/h Spitze: 177 km/h Verbrauch: 6,4 Liter Testverbrauch auf 100 km CO2-Ausstoß: 139 g/km Preis: ab 12.540 Euro (1,2 Reference), ab 14.470 Euro (1,4 Reference)

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Downsizing ist ja gerade in aller Munde. Nicht nur bei den Motoren, sondern beim ganzen Auto. Nicht so bei Seat und ihrem Ibiza. Der wurde kurzerhand um 18 Zentimeter verlängert und zum Kombi gemacht. Erfreulicherweise steht ihm der Anzug gut. Vorne ohnehin nicht auszumachen sieht er hinten aus wie der kleine Bruder vom Golf Variant. Na ja, die Nähe kommt auch nicht von ungefähr. Immerhin stammen sie aus derselben Familie. Wäre keine große Überraschung, würde VW aus dem Polo auch einen Kombi machen. Noch ziert sich der Mutterkonzern ein wenig. Die 18 Zentimeter plus ergeben vor allem mehr Platz fürs Gepäck. Der Kofferraum des ST (Sports Tourer) fasst mit aufrechten Sitzlehnen nun immerhin 430 Liter. Bei umgeklappter zweiter Sitzreihe kommt man gar auf 1.200. Das ist für einen Kleinwagen schon recht ordentlich. Damit wird der Ibiza ST zum perfekten Reisebegleiter für eine Kleinfamilie, macht aber auch beim IKEA-Lager eine gute Figur als Transporteur.

Text: Bruno König Fotos: Bruno König, Werk

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Auff ällig unauff ällig Auffallen ist seine Sache nicht. Lieber punktet der fesch gestylte Hyundai i30 CW als treuer Begleiter in der Mittelklasse. Damit trifft er voll ins Schwarze.

Text und Fotos: Bruno König

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Dass Hyundai Autos baut, die gut ankommen, beweisen die jüngsten Zulassungszahlen. Die Koreaner fahren ihren Erfolgsweg weiter. Sie zählen preislich zwar nicht mehr zu den Superschnäppchen, sind jedoch üppig ausgestattet, qualitativ hochwertig, treffen den europäischen Geschmack und punkten mit einer fünfjährigen Werksgarantie. Der i30 CW ist die Kombiversion der Koreaner und triff t die Wünsche der Mittelklasse. Unser Testwagen, ausgestattet mit dem 90 PS starken CRDiDieselmotor, verfügt ab Werk über eine Start-StoppAutomatik. Damit kann der Verbrauch nochmals leicht gesenkt werden. Insgesamt findet der komfortable Kombi mit gut fünf Litern auf 100 Kilometer das Auslangen. Im Fahrbetrieb etwas rau, beeindruckt das Aggregat jedoch mit gutem Durchzug und ansprechenden Fahrleistungen. Die Sitzposition und Platzverhältnisse auf beiden Sitzreihen sind ebenso gemütlich und ausreichend. Die Verarbeitung wirkt sehr hochwertig, die Bedienung ist einfach und funktional. Das 6-Gang-Getriebe lässt sich gut bedienen und glänzt mit einer gelungenen Abstimmung. Das

Fahrwerk bügelt Unebenheiten willig aus und gibt nicht mehr viel davon an seine Insassen weiter. Einen weiteren Pluspunkt verdient sich die Ausstattung. Serienmäßig sind ABS, ESP, Traktionskontrolle, 6 Airbags, Diebstahlwarnanlage, Nebelscheinwerfer, Dachreling, Klimaanlage sowie ein iPod- und USB-Anschluss an Bord. Ein gelungenes Auto nicht nur fürs Volk, sondern – dank seines frischen Designs – auch für Individualisten, bei dem Preis-Leistung, Effizienz und Qualität passen.

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Facts Hyundai i30 CW 1,6 CRDi blue drive Motor: 1,6-Liter-Vierzylinder-Common-Rail-Diesel Leistung: 66 kW / 90 PS Drehmoment: 240 Nm zw. 1.750 und 2.600 U/min Beschleunigung: 17,7 sec von 0–100 km/h Spitze: 175 km/h Verbrauch: 5,1 Liter Testverbrauch auf 100 km CO2-Ausstoß: 124 g/km Preis: ab 15.990 Euro (1,4 CVVT), ab 17.990 Euro (1,6 CRDi)


TIGAS

Fahren zum halben Preis? Na klar, mit Erdgas!

Fahren mit Erdgas war immer schon attraktiv – vor allem wegen der niedrigen Treibstoffpreise. Jetzt bietet der saubere Kraftstoff noch mehr Vorteile: Die Benzin- und Dieselpreise sind durch die erhöhte Mineralölsteuer gestiegen, Erdgas bleibt günstig. Doch dem ist nicht genug: Erdgasfahrer parken auch gratis in allen Kurzparkzonen der Städte Innsbruck und Wörgl! Autofahren wird teurer – aber nicht für Erdgasfahrer: Durch die erhöhte Mineralölsteuer steigen die Benzinund Dieselpreise und Autofahrer müssen tiefer in die Tasche greifen. Die Preise für Erdgas hingegen bleiben unverändert, wodurch sich der bereits große Kostenvorteil gegenüber den herkömmlichen Treibstoffen noch weiter erhöht. Damit entpuppt sich Erdgas nicht nur als der preisgünstigste, sondern auch als der preisstabilste Kraftstoff der vergangenen Jahre.

Konkurrenzlos in Sachen Preise Wer täglich mit dem Auto fährt, schätzt konstant niedrige Treibstoffpreise. Und Erdgas ist der günstigste Treibstoff, der in Tirol bereits an 24 Tankstellen zur Verfügung steht. Mit einer Betankung von 10 Euro fährt ein Erdgasfahrzeug 310 km, ein Fahrzeug mit Dieselmotor 173 km, ein Benzinauto 111 km. Besonders für Vielfahrer – wie Taxis – lohnt sich der Umstieg auf Erdgas besonders: In Tirol profitieren bereits über 28 Taxiunternehmer von den Vorteilen des sauberen Kraftstoffes und es werden immer mehr. In der Anschaffung kostet ein Erdgasfahrzeug etwa so viel wie ein vergleichbares Dieselfahrzeug. Die Kostenersparnis ist aber nicht der einzige Grund dafür. Der vergleichsweise geringe CO2-Ausstoß spielt ebenso eine wichtige Rolle.

Sieger bei der Ökobilanz Im Gegensatz zu Diesel- oder Benzinfahrzeugen emittieren Erdgasautos weder Feinstaub noch Rußpartikel. Mit bis zu 95 % weniger Schadstoffausstoß als Benzin- und Dieselfahrzeuge leisten sie einen nachhaltigen Beitrag zur Schonung unserer Umwelt. Die Abgase sind geruchlos und das Motorengeräusch ist leiser als bei Fahrzeugen mit herkömmlichen Treibstoffen. Die Städte Innsbruck und Wörgl setzen beispielhafte Maßnahmen zur Entlastung unserer Umwelt und bieten Erdgasfahrern sogar die Möglichkeit, in allen Kurzparkzonen gratis zu parken.

Erdgasautos für jeden Geschmack Als Reaktion auf das gesteigerte Umwelt- und Kostenbewusstsein der Konsumenten sind bereits einige Erdgasmodelle renommierter Autohersteller auf dem Markt. Sie zeichnen sich besonders durch starke Motoren, ausgereifte Technik und hohen Fahrkomfort aus. So sind seit 2009 auch Turbomodelle, wie etwa der preisgekrönte VW Passat Ecofuel, der VW Touran oder der Opel Zafira, erhältlich. Sie verbinden maximale Leistung mit umweltschonendem Fahren und kommen so jedem Fahrstil entgegen.

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Mit Erdgasautos sparen Sie bares Geld! Kosteneinsparungen beim Kauf eines Erdgasautos: Normverbrauchsabgabe: bis zu 600 Euro günstiger • Umweltbonus für Privatpersonen von 500 Euro • Umweltbonus für Gewerbetreibende von 500 Euro • Gratis parken in allen Kurzparkzonen der Städte Innsbruck und Wörgl • 45 % günstiger als Fahren mit Diesel (Bsp. VW Passat Bluemotion) • 64 % günstiger als Fahren mit Benzin (Bsp. VW Passat TSI) • Der Treibstoff Erdgas ist nicht von der Erhöhung der Mineralölsteuer betroffen. •

Nähere Infos unter der kostenfreien Serviceline 0800 / 828 829 oder www.tigas.at

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Wellness-, Golf- und Genießerhotel Salzburgerhof in Zell am See

Luxus & Trends

Entspannte Atmosphäre am Kamin des Mavida Balance Hotel & Spa in Zell am See

Ein 30.000 qm großer Park umgibt das Deluxe Hotel & Spa Resort Alpenpalace in St. Johann/Ahrntal Lautsprecher BeoLab 6002 (vorne) und 8002, Fernseher BeoVision 10-40

Hotelzuwachs3

Lautsprecherikonen Seit rund 18 Jahren haben sie ihren festen Platz in den Reihen der Bang-&-Olufsen-Klassiker. Als die Säulenlautsprecher 1992 auf den Markt kamen, sorgten sie für große Aufregung unter den Fachleuten. Unvorstellbar dazumal, dass derart schlanke Lautsprecher eine zu den damals üblichen schwarzen Boxen vergleichbare Klangwiedergabe zu leisten vermochten. Das Design und die Klangleistung weckten bereits damals großes Interesse – bis heute zählen der BeoLab 6000 und der BeoLab 8000 zu den meistkopierten Designs unserer Zeit. Nun setzen die Nachfolger BeoLab 6002 und BeoLab 8002 dank der Integration der von B&O patentierten ICEpower-Verstärkertechnologie einmal mehr Maßstäbe in puncto Klangqualität und formvollendetes Design. Ein manueller Schalter am Anschlussfeld ermöglicht es zudem, die Klangwiedergabe an die Positionierung im Raum (Ecke, Wand oder mitten im Raum) anzupassen. Einzig der Preis ist bei den Dänen immer so eine Sache. Den 6002 gibt es ab 1.460 Euro, den 8002 ab 2.050 Euro – pro Stück! B&O erhältlich bei IQ tec, Innsbruck und Imst, www.iq-tec.at

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Erfolg mit Katze Für alle, die Katzen haben: Sie werden sich hier wiederfinden. Für alle, die (noch) keine haben: Sie werden nach diesem Vieh wohl nie eine wollen. Simon Tofield‘s freche Cartoonkatze ist im Internet längst zum Superstar avanciert. Trotz weniger Striche ist sie konkurrenzlos komisch und seit geraumer Zeit auch in Buchform zu haben. Obwohl: Hier fehlt irgendwie das hinterhältige „Miau“ aus den Videos – dazu reinschauen unter www.simonscat.com. Simons Katze – Der Zaunkönig Goldmann Verlag 240 Seiten 12,40 Euro

2011 dürfen sich drei weitere Hotels zum Reigen der „Best Wellness Hotels Austria“ zugehörig wissen. Neben den bestehenden 25 Topbetrieben der gehobenen Vier- und Fünf-Sterne-Hotellerie erfüllen nun auch zwei Vorzeigebetriebe im salzburgerischen Zell am See sowie ein Juwel im Südtiroler Ahrntal die strengen Qualitätskriterien der renommierten Hotelkooperation. Mit dabei sind nun auch der hochdekorierte (5 Sterne, 4 Lilien, 3 Gabeln, 2 Hauben) Salzburgerhof, das Designhotel Mavida, das mit reduzierter Ästhetik, raffinierter Küche und chicem Spa überzeugt, sowie das Alpenpalace, das inmitten einer traumhaften Dolomitenlandschaft mit Kaviar, Solekraft und Alpenheu verwöhnt. Die Best Wellness Hotels Austria gelten als erste Adresse für Wellnessurlaube in Österreich und Südtirol. Sie zeichnen sich durch ihr ganzheitliches Konzept für Körper, Geist und Seele aus, liegen alle in traumhaften Ferienregionen und stehen für perfekten Service und Qualität. www.bestwellnesshotels.at


Für strahlende Augenblicke Die Augenpartie ist im wahrsten Sinnee der Blickpunkt jedes Gesichts und diee Haut an dieser Stelle besonders emp-findlich. Deshalb bedarf sie einer ganzz speziellen Pflege. La Prairie hat mitt ihrer Platinum-Collection neue Maß-stäbe in der luxuriösen Hautpflege auf uf höchstem wissenschaftlichem Niveau u gesetzt und die hautverjüngenden Ei-genschaften des kostbaren Edelme-talles Platin in Cremetiegel transferiert. Neuestes Produkt ist die Cellular Eye Creme Platinum Rare, die sich nach dem Auftragen in ein Serum verwandelt und der Haut sofort einen jugendlich-weichen Schimmer verleiht. Die Creme regt den Hautstoffwechsel an, wirkt straffend und glättet die Haut auf natürliche Weise und mildert das Gefühl von Schwellungen unter den Augen. 20 ml im platinfarbenen Tiegel, umhüllt von einem transparenten Flakon um rund 290 Euro

Schokoladenseite Flauschiger Filz fördert Fantasie Haben Sie auch manchmal plötzlich eine Idee, eine Eingebung, und kritzeln diese auf irgendein gerade greifbares Stück Papier? Geht, ist aber nicht gerade stilvoll. Deshalb haben die CONCEPTUM-Notizbücher nun Zuwachs bekommen. Damit auch wirklich für jeden Geschmack und Stil das Richtige dabei ist. Es gibt sie mit flauschig-weichem Softcover aus Filz in vielen Farben, aber auch mit ausgefallenen Designs in Naturthemen, Skully-Style, Business-Karos oder Goldfoliendruck. Geprägt, laminiert, lackiert oder beflockt und mit sinnvollen Ausstattungsdetails wie Inhaltsverzeichnis, Seitenbändern, integrierter Falttasche oder Linienspiegel. Wer diese Notizbücher einmal verwendet, möchte keine anderen mehr! Erhältlich sind die stylischen Helferlein nebst vieler anderer hipper Accessoires und Büromaterial (Papier, Folien etc.) ab ca. 15 Euro über www.sigel.de.

Manche Dinge sind so schön, die sollte man sich nicht verkneifen. So wie die neue handgefertige Schoki von Sonnentor, dem Biospezialisten aus dem Waldviertel. Sechs einzigarige Geschmackskompositionen unter ebenso einzigarigen Titeln stehen zur Auswahl. Nichts mit Erdbeer-Joghurt oder Noisette – bei Sonnentor heißen die Tafeln „Ich hab dich lieb“, „Mein kleines Glück“, „Lass mich dein Schutzengel sein“, „Laune gut, alles gut!“, „Manche mögen‘s scharf“ und „Lass dich verführen“. Die süßen Naschereien enthalten kein Sojalecithin und werden nur mit ausgewählten Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau hergestellt. Renommierte Künstler sorgen zudem für die perfekte Verpackung. Die Bio-Vollmilch- bzw. -Zartbitterschokoladen gibt es in 50-g-Tafeln um je 3,49 Euro. Weitere Infos zu allen Produkten (Gewürze, Suppen, Reis, ätherische Öle und vieles mehr) sowie einen Onlineshop gibt‘s unter www.sonnentor.com. Tipp Unser persönliches Highlight sind neben den Schokostücken die kreativen Sonnentor-Tees, die für allen und jeden das Passende bieten.

GESCHENKTIPP Weihnachten ist zwar vorbei, aber geschenkt wird immer. Für alle, die dabei nicht die Klassiker aus der Schublade holen möchten, empfehlen wir ein einzigartiges Erlebnis: Ballonfahren in den Alpen. Infos und Angebote unter www.ballooningtyrol.com

möbel schrammel war für Sie auf der Kölner Möbelmesse imm cologne und ist unter anderem mit den neuen Modellen von COR zurückgekehrt – wie dem Loungesessel Shrimp, der auf Anhieb mit dem „interior innovation award“ ausgezeichnet wurde. „Jeder soll die Idee verstehen und sich geborgen fühlen“, beschreibt das Designerduo Jehs+Laub seinen drehbaren Loungesessel, dessen Konturen aus einer federnden Formholzschale mit seitlichen Einschnitten entstehen und damit ein wenig wie ein Schalentier anmuten. Ausführungen in Holz für die Schale und Leder oder Stoff für den Sitz unterstreichen den Loungecharakter des Sessels; kombiniert man einen Hocker dazu, kann man sich auch bequem ausstrecken. COR erhätlich bei möbel schrammel, Viaduktbögen Innsbruck, www.schrammel.com

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Für die schönste Zeit des Tages


Die cube-Sonderausstellung von interlübke ist noch bis April in den Räumlichkeiten von möbel schrammel, Viaduktbögen/Innsbruck, zu Gast

Perspektivenwechsel Perspektivenwechsel Wer die Perspektive ändert, sieht die Dinge im neuen Licht, wusste schon Engelbert Schinkel, der seinen Fotografien damit eine ganz eigene Anmut verlieh. So ähnlich verhält es sich mit dem Systemmöbel cube aus dem Hause interlübke, das dem Thema „Wohnen“ neues Leben einhaucht.

Seit letztem Jahr ist interlübke mit cube auf Tour. Zur Zeit ist die Sonderausstellung bei möbel schrammel ein Innsbruck zu sehen, wo sich noch bis 9. April die Gelegenheit bietet, das Kommodenprogramm ausführlich kennenzulernen.

Fotos: Florian Schneider

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„In einer Zeit, in der der Begriff ,Designmöbel‘ fast inflationär geworden ist, müssen wir den Wert und das Potenzial einer Herstellermarke immer wieder erlebbar machen. Wir wecken die Lust auf Neues, fördern den Dialog zwischen Kunden und Handel und begeistern für die Freude am Wohnen“, so Detlef Mika, Geschäftsleitung Marketing und Export bei interlübke, und schickt das vielfältige Möbel „cube“ auf eine Reise durch Deutschland, Österreich, die Schweiz, Belgien und die Niederlande. Zur Völkerverständigung sozusagen. Bei uns können Sie cube bei

möbel schrammel in den Innsbrucker Viaduktbögen hautnah kennen und lieben lernen, denn die Roadshow macht hier noch bis Anfang April Station. Insgesamt haben sich rund 40 ausgewählte, namhafte Einrichtungshäuser dem Bekenntnis „I love cube“ verschrieben und präsentieren das flexible Systemmöbel, das ein gesamtes Universum an Möglichkeiten in nur einem Begriff vereint. „Wer designorientiert wohnt, informiert sich gerne in den Medien, noch lieber lässt er sich aber live inspirieren“, so Mika. Deshalb kommt interlübke jetzt zu Ihnen!


Weiß ≠ Weiß Wenn interlübke heute 24 Farbtöne als beispielhaftes Spektrum zusammenstellt, geht es vor allem um deren Wirkung, unser Wohngefühl in anhaltendes Wohlgefühl verwandeln zu können. Mit den insgesamt acht Farbfamilien (Weißtöne, OffWhite-Farben, Erdfarben, Brauntöne, Grauvarianten, Schwarztöne, Lilafarben, Farbfamilie Rot) harmonieren bestimmte Hölzer, Furniere, Spiegel, Gläser, Stein und der Werkstoff Corian. Die Oberflächen bestechen dabei mit Tiefgang. interlübke kreiert mit Vorliebe Möbel, in denen man sich spiegeln kann. Denn: Wer Farben liebt, liebt Lack, denn kaum eine Oberfläche verbindet Zeitlosigkeit so charmant mit Schönheit.

Unter diesem Motto präsentiert interlübke bei seiner Roadshow das vielfältige Kommodenprogramm „cube“, kreiert von Werner Asslinger. Für den Designer liegt die Zukunft des Wohnens in modularen Einheiten für moderne Nomaden und Familien, die wachsen, für Menschen, die sich weiterentwickeln und verändern und die von ihren Möbeln somit maximale Flexibilität und Anpassungsfähigkeit wünschen. Herausgekommen ist cube – kombinierbare Einzelkommoden mit offenen oder geschlossenen Elementen, Türen, Klappen und Schubladen. Seine Elemente erstrecken sich in die Vertikale oder Horizontale, sie beherrschen das Spiel zwischen Präsentieren und Verbergen, sie werden gestapelt oder nebeneinander gereiht. Die Kommoden, an der Wand oder frei im Raum platziert, sind aus verschiedenen Richtungen zu öff nen. Sie lassen sich auch als Raumteiler anordnen, integrieren Humidore, Audiogeräte oder Ladekabel. Asslinger: „cube kann so ziemlich alles, was man sich wünscht. Seine Ästhetik ist die eine, seine Vielfalt die andere Seite.“ Während man durch die Präsentationsfl ächen streift, triff t man auf den unbändigen Abwechslungsreichtum des Möbels, fi ndet Ideen, wie lieb gewordene Accessoires gehütet oder stilvoll gezeigt werden können. Passionierte Sammler enthüllen ihre Schätze in leuchtenden Vitrinen, andere stecken ihren iPod in die integrierte Docking-Station. Textile Einsätze umhüllen Ihre Preziosen, Spezialböden lagern Ihre Weine. Wer gerne Gäste verwöhnt, plant Details wie Warmhalteplatten mit ein. Nichts muss, aber (fast) alles kann ... Für die neue Dekade des 21. Jahrhunderts hat Werner Asslinger übrigens eine etwas schlankere Ausführung entwickelt. Die Formensprache der Modellvariante

„cube X“ interpretiert wohnliche Eleganz und schmeichelt den feinen Sinnen. Filigrane Seitenflächen und Abdeckungen verleihen den Möbelkörpern einen fast schwebenden Charakter, die Schattenfuge ist auf ein Minimum reduziert. Hinter grifflosen Fronten verbergen sich immer feiner werdende Mechaniken, wie „Sensomatic“, das Schubkästen auf leichtes Antippen hin wie von Zauberhand öff net oder schließt.

Lifestyle zwischen Mode & Beständigkeit Alljährlich werden neue (Farb-)Trends geboren. In der Mode kann man diesem fl inken Wechselspiel folgen, bei der Einrichtung weniger. Deshalb ist es wichtig, Stücke zu finden, mit deren Farben und Materialien man langfristig gut leben kann. Und diese Gestaltungsfreiheit ist so vielseitig wie individuell. Es war also gar nicht so einfach, die passenden Exponate für die Wanderausstellung auszuwählen. Allein 24 Standardtöne wurden für cube festgelegt, Wunschfarben nicht mit eingerechnet. Die schönsten davon wurden für die Roadshow auserkoren, um einen Überblick über die schier unendliche Vielfalt zu geben. „Aber es gibt eine schöne Fortsetzung: Die neuen Kataloge stellen cube, cube x und reef, unser neues Schranksystem, noch einmal im Detail vor“, so Ulrike Knoblauch von möbel schrammel. In der Zwischenzeit können Sie vor Ort cube in aller Ruhe beäugen und auf seine Qualitäten prüfen. Besser, man kommt einem Möbel, mit dem man lange leben will, auch persönlich näher. Erleben Sie, wie aus einem schlichten Kubus ein unendlich vielfältiges Möbelprogramm wird und wie es sich in Ihren Gedanken langsam in Ihre eigenen vier Wände integriert. Entdecken Sie Ihr persönliches Wunschmöbel und lassen Sie es sich am besten gleich planen.

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Stauraum wird Schauraum

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wohl.fühlen

Der denkmalgeschützte Gotische Salon bildet den gediegenen Rahmen für Ihr Seminar (verschiedene Pauschalen mit und ohne Übernachtung buchbar)

Das Mönchstein verfügt über einen exklusiven 300 qm großen Wellnessbereich mit Dampfbad, finnischer Sauna, Behandlungsräumen, Fitness- und Ruheraum, der auch als Day-Spa für externe Besucher zur Verfügung steht. Bestens ausgebildete (Heil-) Masseure verwöhnen mit professionellen Behandlungen.

Inmitten eines 14.000 qm großen Parks thront – direkt auf dem Mönchsberg – das Hotel Schloss Mönchstein

Das Restaurant ist auch für externe Gäste geöffnet und bietet von der Terrasse einen atemberaubenden Blick auf die Stadt

Hoch über Salzburg und doch mittendrin Für die Anfahrt sollten Sie sich ein wenig auf Ihr Gefühl verlassen, denn das Navi nimmt nicht unbedingt den direktesten Weg auf den Mönchsberg. Wenn Sie nach einer exklusiven Übernachtungsmöglichkeit in der Stadt Salzburg suchen, dann lohnt sich die Suche nach der Auffahrt jedoch allemal. Text: Marina Kremser

Das Hotel Schloss Mönchstein – ein in ein Schlosshotel umgewandeltes Anwesen von 1350 – ist die exklusive Alternative zu den klassischen Stadthotels. Etwas oberhalb von Salzburg gelegen, ist es dennoch der perfekte Ausgangspunkt für so ziemlich alles, was Sie in der Mozartstadt erleben möchten, führt doch der Mönchsberglift (ca. 5 Gehminuten vom Hotel) direkt ins Stadtzentrum. Das Hotel selbst verfügt über 24 geräumige Zimmer und Suiten, gediegen eingerichtet im Design der Wiener Werkstätten oder im typischen Schlosscharakter. Wer in einem Schloss nun antiquiert-konservative Mitarbeiter erwartet, hat hier weit gefehlt und so fühlt man sich auf Anhieb wohl. Einzig die Anlaufschwierigkeiten im Service waren noch etwas zu spüren. Das hervorragende Essen im hauseigenen Zwei-HaubenRestaurant machte aber alles wett und wir sind über-

zeugt, dass bis zum Beginn der Terrassensaison der Service der Küche um nichts mehr nachsteht – dann nämlich kann man beim Essen von oben über ganz Salzburg blicken und das Restaurant gewinnt noch zusätzlich an Charme. Relaxt wird indes im exklusiven 300 qm großen Spa, in dem wir perfekte Behandlungen unter professionellen Händen genossen (TOP: Triggerpointmassage und Triggerveda!) und auch die Sauna lädt vor allem im Winter nach einem Spaziergang durch den Schlosspark oder die Stadt zum Wohlfühlen ein. Der Ruhebereich ist – speziell wenn man den Außenbereich (wie im Winter) nicht nutzen kann – etwas knapp bemessen, deshalb empfehlen wir, sich danach ins Zimmer zurückzuziehen und im Marmorbad die Wanne einzulassen. Wann nimmt man sich sonst schon die Zeit, die Annehmlichkeiten seines Zimmers in vollen Zügen zu genießen?

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Hotel Schloss Mönchstein Mönchsberg-Park 26 5020 Salzburg Tel.: 0662/84 85 55 salzburg@monchstein.at www.monchstein.at Preise: DZ ab 280 Euro Suite ab 480 Euro (pro Tag & Zimmer inkl. Frühstück)

Ab 18.000 Euro können Sie das gesamte Schloss exklusiv mieten!

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Die Maria-Theresien-Suite (ab 1.050 Euro für 2 Personen/Tag inkl. Frühstück) ist eines von 24 exklusiven Zimmern

Intimer geht‘s nicht: Das Restaurant in der Turmspitze bietet max. 4 Personen Platz


Wo Wellness zu Hause ist Das Sporthotel Stock gilt als eines der fĂźhrenden Wellnesshotels in Ă&#x2013;sterreich. Vom Deutschen Wellnessverband wurde das Sporthotel bereits zum vierten Mal in Folge als einziges Hotel in Ă&#x2013;sterreich mit dem Prädikat â&#x20AC;&#x17E;Exzellentâ&#x20AC;&#x153; bewertet. Der Relax Guide bewertet das Haus mit â&#x20AC;&#x17E;drei Lilienâ&#x20AC;&#x153;. Das ganzheitliche Beauty- und Massageprogramm zeichnet sich durch renommierte Produktlinien sowie das Stock-Diamond-Privatlabel aus. Die hoteleigene Weinlinie Mount Stock hat sich mittlerweile als eigene Marke etabliert. Mit der Weltneuheit der Zirben-Klimabox des Tiroler Naturprodukterfinders Reinhard Schuler von alpienne setzt das Hotel auf eine Innovation, die aus der Natur kommt, den CO2AusstoĂ&#x; senkt und eine messbar beruhigende Wirkung entfaltet (im Bild Juniorchef Daniel Stock mit Christian Stock von alpienne). Zu den Stock-Inklusivleistungen zählen unter anderem das kostenlose Aktiv- und Entspannungsprogramm mit professionellen Trainern, die Kinder- und Jugendbetreuung sowie die Stockâ&#x20AC;&#x2122;s Wellness-VerwĂśhnpension.

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Weitere Informationen und Angebote unter www.sporthotel-stock.com

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Auf dem Sonnenplateau des hinteren Zillertals in Finkenberg gelegen, wird das Vier-Sterne-Superior-Sportund Wellnesshotel seit 1983 von der Familie Stock und ihren Mitarbeitern gefĂźhrt. Sportlich Aktive, Wellness-Liebhaber, Gesundheitsurlauber, Familien und Romantikreisende wohnen in 96 Zimmern und Suiten im Landhausstil mit Panoramablick auf die Zillertaler Bergwelt. Der Spa- und Beautybereich erstreckt sich groĂ&#x;zĂźgig Ăźber 4.000 Quadratmeter. Sieben RelaxWasserflächen, das Panorama-Hallenbad, der beheizte AuĂ&#x;enpool, ein Whirlpool im Freien, der Solepool oder der kĂźnstliche Bergsee sorgen fĂźr Entspannung. In der Saunawelt erholen sich die Gäste in elf verschiedenen Saunen und Dampfbädern und lassen anschlieĂ&#x;end im Wasserbetten- oder im Panoramaruheraum mit offenem Kamin die Seele baumeln.

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Bühne frei für echten Alpin-Lifestyle Extreme räumliche Großzügigkeit, noble Zurückhaltung beim Mobiliar und die dominierenden Materialien Holz, Stein, Leder und Glas bilden die prägnanten Säulen des neuen 4-Sterne-Superior-Hotels „Das Kronthaler“, über Achenkirch thronend, den Achensee zu seinen luxuriösen Füßen. Text: Renate Linser-Sachers Fotos: Das Kronthaler


Schier unglaublich die Bauzeit von nur etwa acht Monaten, in denen dieses ansprechende, weithin sichtbare Objekt praktisch aus dem Boden gestampft wurde. Klar strukturiert und dem Begriff „Lifestyle“ nicht nur auf dem Papier Rechnung tragend, spiegelt sich im „Das Kronthaler“ jene Art zu leben wider, die dem modernen, offenen und puristischen Anspruch des Gastes von heute entspricht. Dabei ist die Gratwanderung, trotz bewusst reduzierter Innenarchitektur allerorts das Gefühl von Wärme und Gemütlichkeit zu vermitteln, perfekt gelungen. Vom Ursprung inspiriert, von der Zukunft geleitet, vom Moment veredelt – so das Credo des Gastgebers Günther Hlebaina, mit großem Engagement vom professionellen Management und der jungen, 60-köpfigen Mannschaft zum Wohle des geschätzten Gastes realisiert und mitgetragen.

Wohnen mit Kronthaler-Stil Von 99 Zimmern und Suiten in verschiedenen Kategorien – inklusive der drei Luis-TrenkerSuiten und drei Luxus-Panorama-Chalets – genießt man großteils direkten Seeblick oder lässt sein Auge auf das unmittelbar benachbarte Skigebiet Christlum bzw. im Sommer auf grüne Almwiesen und grasende Kühe schweifen. Dezentes Design und warme Farben bestimmen auch hier das Interieur.

Tagung & Lifestyle

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Diese perfekte Symbiose garantiert zum einen modernstes Konferenzequipment in verschieden großen Räumlichkeiten, alle mit viel Tageslicht und der Möglichkeit, direkt ins Freie zu gelangen und auch hier Teil der Natur zu sein. Zusammen mit dem Kronthaler „Seminar all-in“ von feinster Kulinarik bis zur Benützung des Wellness- und Relaxbereiches in kuscheligen Bademänteln wohl die angenehmste Form der Weiterbildung. Die Tagungsräume können jederzeit auch für Bankette, Feiern oder Hochzeiten adaptiert werden – was sich von der Kronthaler-Stunde null an bereits bestens bewährt hat. Weiters steht ein Private-Dining-Room für maximal bis zu 15 Personen zur Verfügung – selbstverständlich auch für Seminare im kleinen, sehr persönlichen Rahmen nutzbar.

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Die Skybar „Himmelnah“ Das Dachgeschoß steht allen Gästen gleichermaßen zur Verfügung. Anstatt hier (wie es sich anbieten würde) weitere Suiten zu platzieren, war es dem Hausherrn ein Anliegen, dieses wohl schönste aller schönen Fleckchen des Hotels der allgemeinen Benutzung zu widmen. Neben der Bar mit sehens- und erlebenswertem Lounge-Charakter inklusive verglaster Rundumsicht lädt die Dachterrasse hoch über dem See zu Mußestunden der ganz besonderen Art ein. Eben Lifestyle pur, der auch hier seine Bühne findet.

Das Wohlfühlrefugium 2500 Quadratmeter Beauty- und Wellnessbereich, In- und Outdoorpool, In- und Outdoor-Saunalandschaft, sieben Treatment-Kabinen und Verwöhnbehandlungen mit den edlen Luxusmarken Comfort Zone und Anne Semonin lassen auch in diesem Segment keine Wünsche offen.

Kronthaler-Specials Hauseigene Skischule und Skiverleih, edle Cuisine von Küchenchef Michael Schranzhofer (dem jüngsten Küchenmeister Tirols) und seinem engagierten Team, ein erlesenes Weindepot mit Degustationsmöglichkeiten, die stylische Ladenstraße mit Designershops von Bogner und Luis Trenker, der Haus-Friseursalon, der Extraraum für Teenies zum Chillen oder Gas geben oder das Ski-in/Ski-out-Konzept – also vom Hotel direkt auf die Piste und zurück. Jedes Highlight für sich ein guter Grund, im neuen Alpin Design & Lifestylehotel „Das Kronthaler“ einzuchecken. www.daskronthaler.com

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â&#x20AC;&#x17E;von der vision bis zur begeisterung ihrer gäste.â&#x20AC;&#x153; Wir bedanken uns beim Bauherren des Hotels â&#x20AC;&#x17E;Das Kronthalerâ&#x20AC;&#x153;, dass wir Ihn von der ersten Idee bis zur Realisierung des Spa Equipments begleiten durften. Wir wĂźnschen weiterhin viel Erfolg!

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*) Grottner Hof â&#x20AC;&#x201C; der Weinhof aus dem 13. Jahrhundert wurde komplett renoviert und bietet nun zwei exklusive Designersuiten fĂźr Reise-Individualisten. Infos unter www. hotelturm.it


Design-Avantgarde Häuser mit einer traditionsreichen Vergangenheit in eine erfolgreiche, moderne Zukunft zu führen, verlangt nach einem hohen Maß an Feingefühl. Es gilt, die Werte von damals in ein zeitgemäßes Heute zu transferieren und ihnen eine Optik zu geben, die die Geschichte nicht leugnet, sie aber trotzdem ein Stück weit ruhen lässt.

Wohlfühlen & Badln und Essen & Trinken im Turm 2006 wurde das Romantik Hotel Turm, dessen Name sich vor allem auch im Spa-Bereich rechtfertigt, von der englischen Zeitschrift „Condé Nast Johansens“ zum besten Wellnesshotel Europas gekürt. Nicht zuletzt deshalb, weil sich hier wie kaum woanders pures Wohlbefi nden mit Regenaration verbindet. Sauna, Schwimmbad, Fitness und die einzigartige Solegrotte harmonieren nicht nur untereinander, sondern bilden auch mit der umgebenden Natur ein wunderbares Konglomerat. Unter den Anwendungen fi nden sich neben klassischen Massagen und Behandlungen traditionelle Völser Heubäder, romantische Bäder (z. B. Apfel-Joghurt-

Bad) in der Kaiserwanne, Vinotherapien am heißen Stein oder Beautyanwendungen mit Produkten von Guinot Paris. Verschiedene Wohlfühlpakete sind bereits zusammengestellt und lassen sich als Packages für jedes Bedürfnis buchen – vom romantischen Wellnesspaket für zwei bis hin zum Relaxpaket für den Mann. Der völlig stressfreie Tag endet mit der prämierten Küche von Stefan Pramstrahler, die mit Kreativität, aber auch Bodenständigkeit und mediterraner Leichtigkeit überzeugt. Das Restaurant wurde zu einem der fünf besten Hotelrestaurants in Italien gewählt und ist auch aktuell wieder mit Hauben und Sternen dekoriert. Lassen Sie Ihr Menü auf jeden Fall von einem edlen Tropfen aus dem Felsenkeller begleiten, der mit den feinsten Kreszenzen Italiens bestückt ist.

Pure Romantik Nur rund 5 km von Völs am Schlern entfernt liegt der Grottnerhof – die neueste Errungenschaft des Romantik Hotel Turm. Im unter Denkmalschutz stehenden Weinhof logieren authentische Geschichte (Selchküche, Bauernstube ...) und zwei modern designte Suiten mit eigener Holzzuberwanne und kreativ-exklusivem Interieur.

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Romantik Hotel Turm Kirchplatz 9, I-39050 Völs am Schlern Tel.: 0039/0471/725 014, info@hotelturm.it, www.hotelturm.it Zimmer ab 87 Euro pro Person, inkl. Frühstück { Tipp für Verliebte} „Romantik Short“ – drei Verwöhntage im Hotel Turm • 3 Übernachtungen im DZ • 2 Tage Halbpension mit 4-Gänge-Romantik- oder 1001-Kalorien-Menü • Begrüßungsaperitif im Felsenkeller bei Kerzenlicht • Cleopatrabad in der Kaiserwanne bei Kerzenlicht und einem Glas Sekt • Heublumenbad in der Holzwanne mit anschließender Teilmassage • Getreidepeeling auf dem heißen Stein bei Kerzenlicht • 1 Solariumbesuch • Abschlussabend: 5-Gänge-Degustationsmenü mit passenden Weinen Preis p. P.: ab 520 Euro { Tipp für Gourmets} Stefan Pramstrahlers Kochkurs vom 20. bis 23. März 2011 Tagliolini, Tortellini, Gnocchi und Konsorten • 3 Übernachtungen im DZ mit Halbpension und Degustationsmenü • Kurs auf dem Grottnerhof Preis p. P.: 580 Euro

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Hier in Völs am Schlern sorgt wohl eines der schönsten Romantikhotels für eine entspannt-verträumte Atmosphäre. Das Romantik Hotel Turm ist umgeben von der anmutigen Kulisse der Dolomiten und in einem Turm aus dem 13. Jahrhundert beherbergt. Idyllisch schmiegt sich das Haus in die Schönheit der Naturlandschaft und lädt zum Träumen ein – ebenso wie die kulinarischen Köstlichkeiten von Stefan Pramstrahler, die auch Gault Millau wie Guide Michelin zu schätzen wissen. Das Romantik Hotel Turm hat es geschaff t und den Charme vergangener Zeiten mit traditioneller Südtiroler Gastlichkeit, internationalem Flair und gediegener Atmosphäre in absoluter Perfektion miteinander verbunden. So gehören zum Anwesen insgesamt drei Häuser und mehrere Türme, die jeder für sich ihren eigenen unverkennbaren Stil haben und dennoch ein harmonisches Ganzes von Alt und Neu ergeben. So stammt der alte Turm aus dem 13. Jahrhundert und wandelte sich vom Wehrturm über Gericht und Kerker bis hin zur Gastwirtschaft, die die Gäste heute so sehr schätzen. Neu gebaut wurden indes der Eulenturm und das Wagenhaus, die sich gekonnt mit dem bestehenden Kraiterhaus und dem Rundturm zusammenfügen. Dem gesamten Hotel gemein ist die Liebe zur Kunst: An allen Ecken und Enden triff t man wie zufällig auf Joseph Beuys, Oskar Kokoschka, Otto Dix, Paul Klee, Gior gio de Chirico und Renato Guttuso. Karl Pramstrahler hat im Laufe seines Lebens eine Gemälde sammlung von rund 2.000 Ölbildern, Aquarallen und Lithographien zusammengetragen.


Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer mit Peter Eckert, Leiter der Bankstelle Marktplatz, und RLBVorstand Hannes Schmid Foto: RLB Tirol AG/Forcher

im Gespräch

Wiedereröffnet Nach siebenmonatiger Umbauzeit konnte die Raiffeisen Landesbank Tirol AG ihre Bankstelle am Innsbrucker Marktplatz in unmittelbarer Nähe zur Markthalle wiedereröffnen. Rund zwei Millionen Euro wurden in den Standort investiert. Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer stattete der Bankstelle einen Besuch ab und bezeichnete diese als „eine große Aufwertung für einen zentralen Platz mitten in Innsbruck“. Sie sei modern und kundenfreundlich und trage zum Image der Stadt bei. Auch der Sprecher des Vorstandes der RLB Tirol AG zeigt sich erfreut: „Der Marktplatz ist ein belebter Standort und unsere Bankstelle ist ein nicht wegzudenkender Teil davon.“

Die Tiroler Industrie geht offensiv und zuversichtlich in die Zukunft, v. l.: GF Josef Lettenbichler, Vizepräsident Christoph Gerin-Swarovski, Stefan Pan (Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol), Präsident Reinhard Schretter, Landeshauptmann Günther Platter, Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und Ehrenpräsident Oswald Mayr, im Hintergrund Landesrat Christian Switak

Paul und Martin Wetscher in Köln Claudia Berghofer (Adler-Werk Lackfabrik), Dieter Böwing (Polyfill), Martin Fiegl (Alpina Druck) mit Gattin Therese (u. a. Initiatorin „Tiroler Edle“)

Andreas Schaller (Multivac), Peter Huter (Johann Huter & Söhne) und David Lindner (Lindner Traktorenwerk)

Sandoz-CEO Ernst N. Meijnders, IKB-Vorstandsdirektor Harald Schneider und Martin Klingler Fotos: IV/Frischauf (DAKA)

Das Wichtige vor das Bequeme stellen Die Industrie blickt alljährlich beim schon traditionellen Neujahrsempfang der Industriellenvereinigung Tirol auf das vergangene Jahr zurück und präsentiert die Ziele für das heurige. Für 2011 fordert IV-Präsident Reinhard Schretter Leadership-Qualitäten von den politischen Verantwortungsträgern: „Die Ungeduld über bisher vertane Chancen steigt bei allen an der Zukunftsfähigkeit unseres Gemeinwesens Interessierten bedenklich an. Man hat nicht immer das Gefühl, dass das Wichtige vor das Bequeme gestellt wird.“ 2011 soll daher das Jahr der Strukturreformen werden. „Wir sollten Nummer 1 sein bei unternehmerischer Gestaltungskraft, bei Wettbewerbsfähigkeit, technischem Innovationsbewusstsein, politischer Leadership und Reformdynamik.“ Die Tiroler Industrie hat schwierige Monate durchlebt und teilweise sehr schmerzhafte Rückgänge überwunden. Die aktuelle Industriestatistik des abgelaufenen Jahres zeichnet neuerdings ein Bild der Stärke und industrieller Dynamik, womit die Tiroler Industrie ihre Hausaufgaben gemeistert hat. Nun sollten auch in der Politik Wandel und Reformgeist zum geduldeten Zustand werden. Schretter: „Schauen wir nicht durch das Schlüsselloch, sondern durch das Fernrohr. Blicken wir nicht mit Zuversicht in die Vergangenheit, sondern ohne Angst in die Zukunft.“

Bellutti fährt sauber! Das Innsbrucker Unternehmen Bellutti Planen nützt bereits seit 2006 die Vorteile von erdgasbetriebenen Fahrzeugen und erneuert jetzt seinen Fuhrpark mit zehn Sauberautos der Firma Volkswagen. Schlüsselübergabe: VOWA-GF Erwin Cassar bei der symbolischen Schlüsselübergabe an Arthur Bellutti

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RIVA-Chef Maurizio Riva

Wetscher auf der imm cologne Was erwartet uns 2011 beim Wohnen und im internationalen Möbeldesign? Paul und Martin Wetscher haben sich auf der Kölner Möbelmesse umgesehen und orten eine Rückbesinnung auf das Echte – noch mehr, als das in Mailand zu sehen war. „Die Renaissance des Handwerks kann uns Tirolern nur recht sein. Schon immer hat Tirol eine hohe Affinität zur feinen Handwerkskunst gehabt. Und zum Holz“, so Martin Wetscher.

GEWONNEN! Auflösung des Gewinnspiels „30 Jahre Messebau Auer“ 1. Preis – Nomadic Display inkl. Grafik im Wert von 2.627 Euro: ANJA SCHLUIFER, OBERHOFEN 2. Preis – zusammenfaltbarer Prospektständer im Koffer im Wert von 260 Euro: PETRA HANDLE, INNSBRUCK 3. Preis – Tisch und zwei Stühle von Auer3parts (Fa. Delana, Cyta, Völs) im Wert von 240 Euro: WOLFANG MOSER, INNSBRUCK Messe- und Austellungsbau Auer gratuliert sehr herzlich! www.messebau-auer.at


Spektakuläre Auswahl an Bilderrahmen aller Stilrichtungen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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Wertvolle Wedeltipps

1.

„In nur 5 Tagen vom Anfänger zum Skiprofi“ lautete das ambitionierte Motto des Alpen-Avantgarde-Hotels Solaria in Ischgl (www.solaria.at). Aus Tausenden Bewerbern wurden 20 ausgelost, die für den Skiurlaub nebst Profi-Skikurs vom Hotel eingeladen wurden. Mit dabei waren auch einige bekannte Namen: So bekamen u. a. Jahrhundert-Playmate Gitta Saxx, Designer Thang de Hoo und X-Factor-Teilnehmer Anthony Thet als blutige Anfänger einen hochprofessionellen Ski-Crashkurs, während Schauspieler Albert Fortell und Kabarettist Christoph Färbl an ihrer Technik feilten. Hotelierfamilie Kathrein überlegt ob des sensationellen Erfolges schon eine zweite Auflage.

2.

1. Gitta Saxx und Designer Thang de Hoo 2. Kabarettist Christoph Färbl mit Freundin Fiorina, PR-Lady Nicole Resch, Schauspieler Albert Fortell, Tiefschnee-Weltmeisterin Daniela Schuster und Fotos: Agentur Resch Ex-Skiprofi Brigitte Obermoser

LH-Empfang im Zeichen der Olympischen Jugend-Winterspiele Der Countdown läuft: Mitte Jänner 2012 wird Innsbruck zum dritten Mal Austragungsstätte von Olymischen Spielen – zum ersten Mal ist dabei die Jugend zu Gast in Tirol. Beim Medienempfang des Landeshauptmannes zeigt sich ebendieser erfreut, Tirol als Bühne für die Stars von morgen zu präsentieren. Darüber hinaus seien die Spiele eine tolle Werbung für Tirol als das Sport- und Tourismusland Nr. 1. Ob des Themas des Abends war es auch wenig verwunderlich, dass beim Empfang diesmal auch eine Reihe an Olympiasiegern anwesend waren, die über ihre Karrieren und Erfolge sprachen.

1. BFI-GF Dagmar Wresnik mit Christoph Platzgummer, Zukunftsbüro, und AMS-GF Anton Kern (re.) 2. Die Künstler, v. l.: Klaus Lottersberger, Patricia Karg, Othmar Trost, Franz Pöhacker und Luca Ventura mit „Hausherrin“ Dagmar Wresnik (3. v. l.) und Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (2. v. r.) 3. Anwalt Franz Pegger und Dagmar Wresnik mit WK-Direktorin Evelyn Geiger-Anker und Anwalt Thomas Anker 4. Künstlerin Patricia Karg signierte ihr Buch und unterhielt sich angeregt mit Alexandra Lechner Fotos: BFI Tirol

Drei Jahre BFI Tirol im Bürgergarten Kürzlich feierte das BFI Tirol seinen 3. Geburtstag am neuen Standort in der Innsbrucker Ing.-Etzel-Straße. Über 400 Gäste ließen sich dieses kunstsinnige Event nicht entgehen und trafen sich im Foyer des Haupthauses, um zeitgenössische Kunst von sechs namhaften Tiroler Künstlern, kulinarische Köstlichkeiten und anregende Musik zu genießen. Geschäftsführerin Mag. Dagmar Wresnik konnte zahlreiche Geschäftspartner, Wegbegleiter und Freunde willkommen heißen.

Reihe oben: Hermann Jenewein, WK-Obmann Innsbruck-Land, mit Moderatorin Bettina Kerschbaumer • Innsbruck-StadtObmann Anton Eberle mit Spartenobfrau Regina Stanger und WK-Präsident Jürgen Bodenseer • Gerald Unterberger mit Industrieobmann Hermann Lindner und Bruno Astleitner, Bezirksstellenleiter Kufstein Reihe unten: AMS-Leiter Erwin Klinger, Marcus Wörle, Michael Falkner und AK-Vizepräsident Reinhold Winkler beim Empfang in Imst • Neujahrsempfang in Landeck: Harald Pesjak, Ernst Kössler und Andreas Praxmarer

Starteten den Countdown zu den Olympischen Jugend-Winterspielen 2012 in Innsbruck, v. l.: LHStv. Hannes Gschwentner, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, IOC-Vizepräsident Ser Miang Ng, LH Günther Platter und ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel

Olympiasieger unter sich, v. l.: Alois Knabl, Stephan Eberharter, Leonhard Stock und Olga Scartezzini-Pall daneben: Olga Scartezini-Pall mit Ernst Vettori

Auf ein gutes neues (Wirtschafts-)Jahr! Die Neujahrsempfänge der Bezirksstellen der Wirtschaftskammer Tirol sind Jahr für Jahr ein Treffpunkt für Prominenz aus Politik und Wirtschaft. Wie immer wurde die Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit Bekannten bzw. zum Knüpfen neuer Kontakte genutzt. Die Stimmung war dabei in allen Bezirken durchwegs gut und erwartungsvoll, was das Jahr 2011 betrifft. WK-Präsident Jürgen Bodenseer meinte etwa beim Neujahrsempfang der Bezirke Innsbruck-Stadt und Innsbruck-Land im Congresspark Igls: „Der Optimismus bei den Unternehmern ist da. Dieser allein ist aber zu wenig, um 2011 zu meistern. Die Politik ist gefordert, mehr Mut zu Entscheidungen zu zeigen.“

Versuchten sich als Biathlonschützen: Stefan Eberharter, Sigrid Wolf und ÖOC-General Peter Mennel

Von der realen in die virtuelle Welt

Erwachsenenbildung

Marketing hat viele Facetten. Veranstaltungen sind eine davon. Die virtuelle Welt eine weitere. Auch und vor allem im Tourismus. Mario Kljajic und Mathias Schwitzer haben sich darauf spezialisiert und bieten alles rund um Social Networks, Homepages & Co für (familiäre) Tourismusbetriebe.

Das Buchprojekt „Unser kleines Dorf“ erhielt den erstmals vergebenen Bildungs-Innovations-Preis des Landes Tirol. LR Beate Palfrader überreichte den mit 2.500 Euro dotierten Preis im Rahmen einer Feierstunde im Landhaus. Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Kooperation zwischen Uni und Volkshochschule im gemeinsamen Projekt „uni.com“.

Infos: www.mum-websolutions.com

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Die Gewinner des Tiroler Bildungspreises, v. l.: Josef Nussbaumer, Andreas Exenberger, Markus Mayr und Stefan Neuner mit Landesrätin Beate Palfrader


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