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N°  0 9 wohnen & lifestyle

WOHNSINN

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© MARIAN KRÖLL

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Christoph Loreck und Mag. Sandra Nardin, eco.nova-Herausgeber

SINN UND SINNLICHKEIT In der Regel macht man sich beim Thema Wohnen Gedanken darüber, wie man sein Zuhause besonders fein, wohlfühlig und stylisch hinbekommt. Also übers Design. Kaum jemand denkt über den Sinn des Wohnens nach. Wir haben‘s getan.

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rstaunlicherweise ist das Wohnen an sich oder vielmehr dessen Bedeutung bislang seltsam unerforscht geblieben. Dabei kann man eigentlich gar nicht nicht wohnen. Zumindest nicht langfristig. Wohnen als Bleiben, Sich-Niederlassen und Ruhen an einem geschützten Ort ist eine zentrale Grundvoraussetzung der menschlichen Kultur, wenn nicht sogar das Grundbedürfnis schlechthin. Wir haben also in dieser Ausgabe dem Wohnsinn nachgespürt – „Das Haus ist eine Maschine ein bisschen pragmatisch und ein klein bisschen mehr philosophisch. zum Wohnen. Ein Sessel ist eine Weil es neben dem Sinn des Wohnens aber letztMaschine zum Sitzen.“ lich doch mehr um die Sinnlichkeit desselben geht, LE CORBUSIER haben wir auch wieder reichlich aktuelle Möbel­ trends und allerhand andere feine Dinge fürs Daheim-Sein auf die folgenden Seiten gepackt. Wenn es draußen wieder kälter wird, bleiben wir nämlich ganz gerne drinnen, dort wo es kuschelig warm ist, man samt Buch ein gepflegtes Bad nehmen und – wer so glücklich ist, eine zu haben – in der Sauna entspannen kann. Denn letztlich ist Wohnen vor allem eines: Emotion, selbst wenn Architekt Le Corbusier das wohl etwas nüchterner betrachtet. Der ist aber auch eher für die Hülle zuständig ... Haben Sie‘s gemütlich, Ihre Redaktion der eco.nova


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FOTOS: SKAGERAK, MARTIN WETSCHER, MARTIN LUGGER, AGAPE, MARIAN KRÖLL, DEISL. MEIN WEIDEN

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BAUEN & WOHNEN 10 DAS WESEN DES WOHNENS

Wohnen ist ein Thema, das uns alle unmittelbar angeht, unser Sein berührt, manche meinen gar, es ausmacht. Man kann nicht nicht wohnen. Zumindest nicht über einen längeren Zeitraum. 18 LEBENSLUST Die diesjährige Variante des sonst so stimmgewaltigen Salone del Mobile kam im September in ganz neuem Format daher: als kleine, kuratierte Messe. Einrichtungsexperte Martin Wetscher war dort. 26 BAD(E)MEISTER Kaum ein Bereich in der Wohnung hat in den letzten Jahren eine derartige Wandlung erfahren wie das Bad. War es früher ein eher stiefmütterlich behandelter Raum, so hat es heute den Namen „Badezimmer“ mehr als verdient. 38 MÖBEL FÜR GENERATIONEN Das Handwerk der Tischlerei Lanser lässt das Bewusstsein dafür wiedererwachen, dass Möbel keine Wegwerfartikel sind, sondern Objekte, an denen sich ganze Generationen erfreuen können. 58 IM PORTRÄT Die H. Stocker GmbH wurde 1994 aus einer Vision heraus gegründet, Kaminsysteme umweltfreundlicher zu machen. Heuer wurde ein eigenes Schauheizkraftwerk eröffnet. 64 STETIG STEIGEND Der Immobilienpreisspiegel reflektiert die im letzten Jahr erzielten Durchschnittspreise für verschiedene Liegenschaften. Nun erschien die neue Ausgabe. Spoiler: Die Nachfrage nach Immobilien ist noch immer groß.

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BAUEN IST EMOTION

Wohnen ist ein Grundbedürfnis, Leben eine Frage des Stils. ZIMAChef Alexander Wolf im Interview übers Bauen, Wohnen und das Image der Bauträger. 88 GESCHEITE STROMZÄHLEREI Die Zukunft ist smart. Die Telefone sind es längst, die Stromnetze sollen es werden. Intelligente Stromzähler – so genannte Smart Meter – sind eine Grundvoraussetzung dafür.

LIFESTYLE 98 WOHNEN AUF ZEIT

Wenn jemand in seinem Alltag in einer schönen Umgebung lebt, gibt es keinen Grund, während des Urlaubs in einer Schuhschachtel zu hausen. 112 GEBAUTE ENTSCHLEUNIGUNG In Kollreid liegt abgeschieden auf einem wunderschönen Flecken Erde ein mindestens ebenso schönes Gehöft: der liebevoll und aufwändig sanierte und hergerichtete Kollreiderhof. Wir erzählen seine Geschichte. 118 HEREINSAUNIERT Bereits die frühesten Kulturen kannten die heilsame Wirkung des Schwitzens, heute erobert die Sauna auch das eigene Zuhause – und zwar nicht mehr nur versteckt im Keller, sondern repräsentabel im Wohnraum.

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06 EDITORIAL 42 FEIN DAHEIM 50 KURZ & BÜNDIG 62 BLÄTTERWALD 78 RECHT.AKTUELL 96 STYLE YOUR LIFE

HER AUSGEBER & MEDIENINHABER: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 0512/290088, redaktion@ econova.at, www.econova.at GESCHÄF T SLEITUNG: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin A S SIS TENZ: Martin Weissenbrunner CHEFREDAK TION: Marina Bernardi AUTOREN DIESER AUSGABE: Marian Kröll, Elisabeth Plattner, Caterina Molzer-Sauper, Doris Helweg ANZEIGENVERK AUF: Ing. Christian Senn, Matteo Loreck, Daniel Christleth L AYOUT: Tom Binder LEK TORAT: Mag. Christoph Slezak DRUCK: Radin-Berger-Print GmbH COVERFOTO: fatboy.com UNTERNEHMENS GEGENS TAND: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. GRUNDLEGENDE RICHT UNG: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Well­ness, Steuern, Recht, Kulinarium und Life­s tyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. JAHRE S ABO: EUR 25,00 (14 Ausgaben) // Sind Beiträge in dieser Ausgabe in der Kopfzeile mit dem FIRMENNAMEN gekennzeichnet, handelt es sich um BE Z AHLTE ANZEIGEN bzw. KOOPER ATIONEN.

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WOHNSINN

Könnte Wohnen womöglich der einzig mögliche Seinszustand des Menschen sein? Unser Leben auf der Erde ist zufällig, prekär und befristet. Zu kurz, um es sich nicht heimelig zu machen. Erst wenn man sich auch atmosphärisch richtig eingerichtet hat, kann alles Leben zum Wohnen werden. Eine philosophische Annäherung. TEXT: MARIAN KRÖLL

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Minimalismus ist die edelste Form des Luxus. Das gilt auch beim Wohnen. Daybed „Reykjavik“ von Skagerak. Ab ca. 3.500 Euro. Skagerak gesehen bei mg interior an der Innsbrucker Haller Straße.


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pätestens seit Erich Fromms gesellschaftskritischem Werk „Haben oder Sein“ aus den 1970er-Jahren steht der Gegensatz zwischen dem Besitzstreben, dem „Haben“, und der Geisteshaltung des „Seins“, in der dem Konsum nur eine sehr untergeordnete Rolle zukommt, nicht mehr nur im Zentrum philosophischer Debatten, sondern ist in den gesellschaftlichen Mainstream übergeschwappt. Das Wohnen oder vielmehr dessen Bedeutung für unser Sein ist dagegen bislang seltsam unterbelichtet geblieben. Und das sogar in der Philosophie. Deshalb ist der Philosoph und Publizist Florian Rötzer mit dem klugen Buch „Sein und Wohnen – Philosophische Streifzüge zur Geschichte und Bedeutung des Wohnens“ angetreten, diesen Zustand zu beenden. Rötzer liefert einen Überblick über alle denkmöglichen Facetten, sich dem Thema philosophisch zu nähern, und beginnt sein Buch mit einem Adorno-Zitat: „Eigentlich kann man überhaupt nicht mehr wohnen.“ Ganz so kulturpessimistisch wie Adorno muss man es freilich nicht anlegen und könnte – wiederum in Anlehnung an den Philosophen – die apodiktische Aussage etwas abschwächen: „Es gibt kein richtiges Leben in der falschen Wohnung.“ Wohnen ist zweifellos ein Grundbedürfnis, wenn nicht gar das Grundbedürfnis schlechthin. Mit der Coronakrise hat das Wohnen in den eigenen vier Wänden allerdings seine Unschuld verloren und eine neue Ambivalenz bekommen: „Schutz vor Gefahren, ein gesicherter Raum des Intimen und Persönlichen, aber eben auch ein Gefängnis und ein Raum der Vereinsamung“, hält Rötzer diese Ambivalenz fest.

DAS WESEN DES WOHNENS

Zwei Philosophen, wie sie gegensätzlicher kaum sein könnten, haben sich bereits nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs einige Gedanken über das Wesen des Wohnens gemacht. Da der sesshafte Martin Heidegger, der mit Nazi-Deutschland sympathisiert hatte, und dort der Jude Vilém Flusser, der vor den Nazis geflüchtet war und als Kosmopolit eine Philosophie der Bodenlosigkeit entwickelt hatte, die den Heimatbegriff dekonstruiert: „Man kann die Heimat auswechseln oder keine haben, aber man muss immer, gleichgültig wo, wohnen.“ Heidegger ging dagegen sogar so weit, überhaupt das ganze Menschsein mit dem Wohnen gleichzusetzen, wie er 1951 in einem Vortrag „Bauen-Denken-Wohnen“ formuliert hatte: „Die Art, wie du bist und ich bin, die Weise, nach der wir Menschen auf der Erde sind, ist das

Wohnen. Mensch sein heißt als Sterblicher auf der Erde sein, heißt: wohnen.“ Das Verb „wohnen“ führt Heidegger etymologisch zurück auf das altsächsische wuon und das altenglische bzw. gotische wunian, die beide – wie bauen – ursprünglich „bleiben“, „sich aufhalten“ bedeuteten. Dann gibt es noch das altisländische una im Sinne von Behagen empfinden, zufrieden sein, bleiben. Martin Heidegger war in seiner Philosophie darauf bedacht, den Menschen nicht länger als Zentrum der Welt zu denken, sondern im Gesamtzusammenhang einer Welt, die er „Geviert“ nannte. Anstatt über die Erde zu herrschen, solle der Mensch in ihr als sterblicher Gast wohnen und sie schonen. Das Einhergehen des Wohnens mit dem Schonen ist ein zeitloser Gedanke, der gerade in Zeiten des Klimawandels aktuell ist. Florian Rötzer attestiert Heidegger, dass dessen Vorstellung vom philosophischen Wohnen, die eng mit dem Begriff der Heimat verknüpft ist, „provinziell und antiglobal“ sei, und lässt Heideggers Verschmelzung von Bauen, Wohnen und Sein nicht gelten. Er vertrete damit die Positionen derjenigen Menschen, die Wohnen mit Heimat verbinden, mit einer angeblichen Notwendigkeit, in einer vertrauten Umgebung, in der man aufgewachsen ist, dauerhaft zu leben beziehungsweise einen Mangel – Heimat- und Wohnungslosigkeit – zu konstatieren, sobald man unter den Zwang kommt, die Heimat zu verlassen. Ganz gleich, welcher Denkungsart man auch zugeneigt sein mag: Wohnen ist philosophisch betrachtet jedenfalls kein ganz einfaches Terrain.

IN UTERO

In Rötzers Beiträgen taucht wiederholt der Verweis auf den Umstand auf, dass „Wohnen mit frühen Erfahrungen des Lebens im geschützten Uterus und dem Sturz in die Welt verbunden ist – Erfahrungen, die vermutlich Erwartungen an das Wohnen geprägt haben.“ Das Leben beginne als Zusammenleben, als eine vorübergehende Wohngemeinschaft, die in der Regel mit der Entbindung oder dem Zur-Welt-Kommen auf andere Weise fortgesetzt werde, meint der Philosoph. Diese Grundstimmung des Aufgehobenseins prägt unser Leben ebenso wie die Suche nach einer Wohnung. Wohnen als Bleiben, Sich-Niederlassen und Ruhen an einem geschützten Ort ist eine zentrale Grundvoraussetzung der menschlichen Kultur. In diese Kerbe

WOHNEN IST EIN THEMA, DAS U N S A L L E U N M I T T E L B A R A N G E H T, U N S E R S E I N B E R Ü H R T, M A N C H E M E I N E N G A R , E S A U S M A C H T. M A N K ANN NICHT NICHT WOHNEN. ZUMINDEST NICHT ÜBER EINEN L ÄNGEREN ZEITRAUM.

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WOHNEN AL S BLEIBEN, SICHNIEDERL ASSEN UND RUHEN AN EINEM GESCHÜTZTEN ORT IST EINE ZENTRALE GRUNDVORAUSSETZUNG DER M E N S C H L I C H E N K U LT U R .

Charmant. Angesichts des Flächenfraßes, den der Bau von Einfamilienwohnhäusern gerade in Österreich und Tirol mitverursacht, gilt es, Bachelards abschätziger Einschätzung entschieden entgegenzutreten und einer Wahrheit ins Auge zu sehen: Das bürgerliche Haus oder gar die ausladende Villa haben immer mehr keinen Platz mehr, und zwar im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.

INTIMITÄT BEFEUERT ENTWICKLUNG

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schlägt auch Religionsphilosoph Paul Tillich, der das Wohnen im Haus gegen das Fremde und Abgründige des Draußen in Stellung gebracht hat: „Um dem Unheimlichen zu entfliehen, sucht der Mensch sich heimisch zu machen im Dasein, sucht er dem Dasein das Fremde, Drohende zu nehmen. Ein hervorragendes Symbol dieses Willens ist das Haus.“ Dort werde, so Tillich, ein Stück des Daseins heimisch gemacht, zur Vertrautheit gebracht. Der Philosoph Hermann Schmitz hat das Wohnen einmal als „ein Verfügen über Atmosphärisches, sofern ihm durch eine Umfriedung ein Spielraum gewährt wird“, bezeichnet. Gelingendes Wohnen bezeichnet er folglich als die erfolgreiche Herstellung einer besonderen Stimmung, die als leibliche Regung gespürt wird und behaglich ist. Worum es im Grunde beim Wohnen geht, ist im Begriff der Behaglichkeit bereits angelegt. Dort versteckt sich nämlich der dem Germanischen entstammende Wortteil „Hag“, der auf eine Umzäunung verweist. Indem man sich einen „intimen” Raum schafft und diesen mit seiner ganz eigenen Atmosphäre auflädt, stiftet man „Wohnlichkeit”, die gemütlich, behaglich und, ja, auch anheimelnd ist. Bei diesen selbst geschaffenen Räumen geht es natürlich auch um das darin enthaltene Mobiliar und dessen Materialität und Materialien, aber viel grundsätzlicher noch um das Wirken und den Eindruck, den diese Räume bei denjenigen hervorrufen, die in ihnen wohnen. Gelingt das Wohnen, wird, wie Schmitz fast poetisch postuliert hat, „alles Leben zum Wohnen“. Ein interessanter Gedanke, der darauf hinausläuft, dass das Sein vom Wohnen schwer zu trennen ist. Wohnen ist tatsächlich ein Existenzial, eine anthropologische Grundkonstante. Während in Heideggers Gedankenkosmos das Wohnen ein metaphysischer Begriff ist, nimmt der französische Philosoph Gaston Bachelard in seiner Studie „Poetik des Raumes” eine konkrete Analyse vor, die sich allerdings weniger mit der Wohnraumgestaltung an sich befasst als mit Erinnerungen an Ereignisse, die Spuren in der Vorstellung der Bewohner hinterlassen. Bachelards Schrift gerät allerdings, wie Rötzer pointiert festhält, „zur nostalgischen Feier des Wohnens in einem Einzelhaus mit Dach und Keller“. Über die gerade in urbanen Räumen, aber auch am Land prominenter werdenden Wohnbauten weiß Bachelard dagegen wenig Schmeichelhaftes zu sagen: „Die Bewohner der Großstadt wohnen in übereinander gestellten Schachteln.“

Mit den ersten Wohnräumen, die der Mensch sich geschaffen hat, geht eine grundlegende Aufteilung der Welt in privates und öffentliches, eigenes und fremdes, geschütztes und unbehaustes, ein gewohntes und dem Fremden und Überraschendem ausgesetztes, ein eingeschlossenes und ein geöffnetes Dasein einher. Geschütztes Wohnen machte den Menschen unabhängiger von den Bedingungen der Außenwelt und sorgte dafür, dass er seinen Tätigkeiten in Ruhe nachgehen bzw. viele Fertigkeiten und Aktivitäten überhaupt erst entwickeln konnte. „Es entsteht erstmals historisch eine Intimität, die im ge- und verborgenen Innen- oder Wohnraum geschützt neue Verhaltensweisen entstehen lässt“, schreibt Rötzer. Der Mittelpunkt damaliger Behausung war die Feuerstelle. Sie war im wahrsten Sinne des Wortes zentraler Einrichtungsgegenstand und erfüllte gleich mehrere Funktionen: Sie wärmte, diente dem Kochen, schützte vor Insekten. Man hielt sich um die Feuerstelle herum auf, aß und schlief dort. Die reale Feuerstelle ist heute längst den digitalen Lagerfeuern diverser Social-Media-Plattformen gewichen. Keine (zwischen)menschliche Wärme nirgends. Das Wohnen und die Ausdifferenzierung des Wohnraums nach Funktionen hat uns, argumentiert Rötzer, als Menschen schamhaft gemacht: „Man schläft durch, kultiviert die Sexualität, legt die Posen ab, die zur Selbstbehauptung in der Gruppe notwen-

BUCHTIPP Wer übers Wohnen gerne noch weiterphilosophieren möchte, dem legen wir das im Beitrag zitierte Buch wärmstens ans Herz. Obgleich der Mensch ein wohnendes Wesen ist, haben sich nur wenige Philosophen damit beschäftigt. Florian Rötzer wagt den Versuch.

Sein und Wohnen, Westend Verlag, 288 Seiten, EUR 22,00


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dig sind, zeigt sich nackt, wird ‚authentisch‘, kann sich im Geheimen vorübergehend den Normen der Gruppe entziehen, individualisiert sich und kommt schambehaftet in Konflikt mit der Gruppe.“ Elegant zusammengefasst findet sich dieser Gedanke schon bei Goethe, überhaupt ein luzider Beobachter alles Menschlichen. Der schrieb nämlich: „Was künstlich ist, verlangt geschloss’nen Raum.“ So verwundert es auch nicht, dass es eine Tür, die verhängt werden konnte, und einen Rauchabzug schon gab, als von Fenstern noch weit und breit keine Spur zu sehen war. Fenster, die mit der Zeit immer größer und transparenter geworden und als Glasfronten heutzutage sogar bestimmende architektonische Merkmale geworden sind. Die Erfindung des

Essen ist ein Bedürfnis, Genießen eine Kunst: Besonders kunstvoll speist man am Tisch „tak“ und den dazugehörigen Sesseln „lui“ von TEAM 7. Möbel und Küchen von TEAM 7 gibt’s nebst perfekter Planung bei Wohndesign Freudling in Fügen.

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farblosen Kristallglases brachte einst das Tageslicht ins Innere, was vielleicht nicht zufällig zeitlich ungefähr mit dem Beginn der Aufklärung zusammenfällt. Es ist mehr Licht in den Wohnraum gefallen und damit – in Anlehnung an Heidegger – auch ins Dasein. Tageslicht und elektrisches Licht verbannen schließlich die Düsternis endgültig aus den Innenräumen, Dunkelheit wird vom Schicksal zur Option. Um die Intimität des Häuslichen aufrechterhalten zu können, kommen Vorhänge, Jalousien oder Gardinen als Sichtschutz zum Einsatz.

UN - HEIMLICHE DIGITALSPHÄRE?

Trotzdem ist heute durch den Vormarsch der Digitalisierung die Wohnung offener und folglich vulnerabler als je zuvor. Die Digitalisierung nimmt Florian Rötzer im Hinblick auf das Wohnen durchaus kritisch ins Visier: „Mit den sogenannten ‚Smart Homes‘ holen wir


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Maschinen als vermeintliche Diener in den privaten Raum, die uns überwachen und unser Verhalten kontrollieren oder steuern.“ Nachsatz: „Über Künstliche Intelligenz könnten sich ‚Smart Cities‘ oder ‚Smart Homes‘ auch verselbständigen, als Bewohner würden wir dann zu Gefangenen.“ Die Menschen, argumentiert Rötzer, gingen nicht in den Cyberspace, sie würden vielmehr mitsamt ihrer materiellen Lebenswelt von ihm eingesponnen. „Man ist schlicht nicht mehr allein zuhause, sondern permanent überwacht von Kameras und anderen Sensoren in einem digitalen Kokon, der sich einerseits anpasst, gleichzeitig aber um den Bewohner legt, der zum Teil des Optimierungssystems wird, in dem sich Herrschaftsund Knechtschafts-, Master- und Serververhältnisse in den Schaltkreisen auflösen“, stellt Rötzer eine im Wortsinn un-heimliche These auf. Ob dieser technikskeptische Tonfall tatsächlich angebracht ist, wird sich zukünftig erst noch zeigen müssen, zumal es zweifellos durchaus sinnvolle Technologien im Zusammenhang mit dem Smart Home gibt, die das Leben erleichtern können und nicht zwangsläufig zu-

WOHNEN IST ZWEIFELLOS EIN GRUNDBEDÜRFNIS, WENN NICHT GAR DAS GRUNDBEDÜRFNIS SCHLECHTHIN.

lasten der persönlichen Autonomie gehen müssen. Ob uns die Technik in unserem Wohnen freier macht oder einengt, wird davon abhängen, wie sehr wir verstehen lernen, was sich im Verborgenen abspielt und was mit unseren Daten geschieht. Wohnen ist ein Thema, das uns alle unmittelbar angeht, unser Sein berührt, manche meinen gar, es ausmacht. Man kann nicht nicht wohnen. Zumindest nicht über einen längeren Zeitraum. Die Wohnung ist unsere Trutzburg, unser Refugium, aber auch – wie wir durch die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen und Quarantänebestimmungen kollektiv erfahren mussten – unser Gefängnis. Jedenfalls ist das Wohnen ein Zustand, in dem es sich gut einzurichten gilt.


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Die diesjährige Variante des sonst so stimmgewaltigen Salone del Mobile kam im September in ganz neuem Format daher: als kleine, kuratierte Messe. Offen für Endverbraucher, mit Nachhaltigkeits- und Digitalschwerpunkten. TEXT UND FOTOS: MARTIN WETSCHER

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rotz strenger pandemiebedingter Kontrollen lässt sich nach dem Erleben einiger Tage im höchst designaffinen Mailand sagen: Lebenslust, wohin das Auge blickt. Der abgespeckte Salone in den Messehallen in Rho konnte es trotz zeitgemäßen Mottos nicht mit dem lebendigen Gewusel in der Innenstadt aufnehmen. Schon in den früheren Jahren waren die Sideevents oft von solcher Popularität, dass sie dem eigentlichen Messegeschehen die Schau stahlen. Der Grund: atemberaubende Locations, Ausstellungsgestaltung durch namhafte Architekten und Designer und dazwischen italienisches Lebensgefühl an allen Ecken.

MENSCHEN, MODE, CAMPARI, SONNENSCHEIN Es war einiges los in der Stadt des guten Geschmacks: Auch in diesem Jahr fand die Milano Design Week, die Fuorisalone, parallel zur Möbelmesse statt. Der Designbezirk Brera und das Viertel rund um den Dom brummten. Alle großen Hersteller hatten ihre Schauräume aufpoliert. Die vielen Neuheiten standen in spektakulären historischen Räumlichkeiten. Dazu volle Bars und Restaurants, in denen man sich traf: die jungen Kreativen, die Ikonen der Designszene, Architekten, Künstler, Fachleute. Einfach tausend Prozent Italien. Die Frage, ob es Messen und persönlichen Austausch


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Z W E I M A L F I E L D I E W E LT G R Ö S S T E E I N R I C H T U N G S M E S S E A U S . E I N E I N H A L B J A H R E , I N D E N E N D I E D E S I G N W E LT S C H W U N G H O L E N KO N N T E , U M N U N M I T A N L A U F I N M A I L A N D E I N R E G E L R E C H T E S F E U E R W E R K Z U Z Ü N D E N . D I E TAT S A C H E , D A S S H I E R E I N E N T L A D E N A N P R O D U K T I V I TÄT, K R E AT I V I TÄT U N D G E S E L L I G K E I T PA S S I E R T I S T, Z E I G T, W I E G R O S S D I E S E H N S U C H T N A C H N E U E N H O R I Z O N T E N U N D KO N TA K T E N WA R .

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in Zeiten wie diesen noch braucht, ist damit zweifelsfrei beantwortet. Die Produkte mit eigenen Augen zu sehen, die Haptik zu erleben, Beziehungen aufzufrischen oder neue Bande zu knüpfen – all das ist letztlich unersetzlich.

KONTRASTE IN PERFEKTION

Die vorgefundene Lebenslust zeigt, dass es der Branche gut geht. Wohnen hat wieder an Wert gewonnen und die Bereitschaft, in ein stilvolles Zuhause zu investieren, ist hoch wie schon lange nicht mehr. Dieser greifbare Optimismus findet sich auch in Farben, Formen und Verarbeitung wieder. Helle Töne auf der einen Seite – beige, weiß, pur oder in Cappuccino-Optik. Rot, rostrot, kupferfarben und knalliges Orange auf der anderen. Ein nahezu dekadentes Wechselspiel zwischen kräftigen und gedeckten Farben also. Dasselbe Schema fällt bei Materialien und Verarbeitungsweisen auf: Minimalistischen Textilien wird Plüschiges zur Seite gestellt. Scharfe, exakte Kanten, technisch perfekte Linien, höchste Präzision sehen sich ultrasoften, ausladenden Polstermöbeln gegenüber. Dieser ständig präsente Kontrast erzeugt einen Spannungsbogen, der ein Eckpfeiler italienischer Ästhetik ist.

DIE SEHNSUCHT NACH UNBESCHWERTHEIT Erwähntes Orange lässt nicht nur entsprechende Jahrgänge ganz klar an die 1970er-Jahre denken. Der unglaubliche Boom an Retromodellen, der schon länger zu beobachten ist, erreicht gerade einen Höhepunkt. Die Premiumhersteller legen einige der ganz großen Klassiker wieder auf. Vertraute, elegante Formen werden belebt und mit neuen Bezugsmaterialien

ins Heute geholt. Vieles verweist also auf eine Zeit, die wohl gleich für mehrere Assoziationen gut ist: Aufbruch, Unbefangenheit, aber auch Beständigkeit. Denn dass diese erstklassig gestalteten, hochwertig produzierten Modelle gut funktionieren, hat sich über Jahrzehnte bewiesen. Es sind wieder Dinge von echtem und hohem Wert gefragt. Man investiert lieber in Beständigkeit denn ins kurzlebig Dekorative.

WOHNLICHKEIT UND GROSSZÜGIGKEIT

Dass hoher Wert zählt und gezeigt werden möchte, bestätigen die Trends in der Welt der Küchen und Korpusmöbel. So erlebt beispielsweise das lange in den Hintergrund gerückte Regalsystem seine Renaissance. Schöne Regale geben einem Raum Struktur und einen gewissen Halt. Die Wiederholung eines Maßes schafft Ordnung und einen beruhigenden Grundrhythmus. Dass Geometrie große ästhetische Qualitäten hat, ist seit Zeiten der Wiener Werkstätte hinlänglich bekannt. Wie kleine Wunderkammern lassen sich die Regalebenen schließlich mit Büchern, Objekten, Kunst und liebgewonnenen Dingen aus aller Welt befüllen und tragen dazu bei, die Persönlichkeit der Bewohner zu reflektieren – ein Basisstein behaglichen Wohnens. Wohnlich und großzügig wie nie präsentieren sich auch die aktuellen Küchen. Es ist nichts Kleinteiliges mehr zu finden. Im Gegenteil. Es geht nicht ohne sehr große Kochinseln und raumhohe Schränke. Und wiederum stehen alle Zeichen auf enormer Wertigkeit. Die Materialien sind die Hauptdarsteller. Das haptische und optische Erlebnis maßgeblich.


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„Harper“ nach einem Design von Antonio Citterio ist Teil der neuen Indoor-Collection von Flexform und ein Sitzprogramm, das durch seine ausgewogenen Proportionen, die perfekte Konfektion der Bezüge und seine feinen Verarbeitungsdetails eleganten Reiz entfaltet. Markante Elemente des Sofas sind seine Armlehnen mit lederbezogenen Behältern. Erhältlich ist Harper in drei Tiefen und mit zahlreichen verschiedenen Elementen, die maximale Flexibilität und Kombinationsmöglichkeiten bieten. So fügt sich das Sofa problemlos in die unterschiedlichsten Umgebungen ein. Anfang Okotober wurde die neue Ausstellung in Anwesenheit von Flexform-Chef Giuliano Galimberti in den Wetscher Wohngalerien eröffnet.

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ohnen hat wieder an Wert gewonnen und die Bereitschaft, in ein stilvolles Zuhause zu investieren, ist hoch wie schon lange nicht mehr, stellt Martin Wetscher in seinem Trendbericht zum heurigen Salone del Mobile im Mailand fest. Italien ist seit jeher als designaffines Land mit entspanntem Hang zum Dolce Vita bekannt. Das spiegelt sich nicht nur in der Mode wider, sondern ganz stark auch im Interiordesign.

LA VITA È BELLA

Italienisches Design ist der Inbegriff ästhetischer Leidenschaft. Es ist die Liebe dazu, sich im Detail zu verlieren, um daraus etwas völlig Neues zu schaffen, es ist eine Hommage an Wert und Wertigkeiten und eine stilvolle Verneigung vor dem Leben – feinsinnig, formvollendet und gleichermaßen funktional. Nichts ist zu viel, nichts scheint zufällig und dennoch rundum natürlich. Kein Akzent wirkt zu gewollt und ist dennoch präzise platziert.

Schon immer haben sich die Wetscher Wohngalerien stillvollen, hochwertigen Möbeln und Designern verschrieben, doch noch nie war es für Kunden möglich, so (zeit)nah am Trend zu sein wie dieses Jahr. Viele Premiumbrands haben dem Fachpublikum ihre Neuheiten schon im Frühjahr in kleinem, intimem Rahmen präsentiert, sodass fast alle Modelle, die kürzlich in Mailand der gesamten Öffentlichkeit präsentiert wurden, bereits lieferbar und vielfach vor Ort bei den Händlern zu sehen sind.

GESCHICHTENERZÄHLER

Die Liebe zu Italien ist bei Wetscher besonders stark ausgeprägt. In den Wohngalerien in Fügen sind nicht nur alle renommierten Hersteller mit sämtlichen Modellen vereint, zu vielen Vorreitern der Branche pflegt Wetscher jahrelange persönliche Beziehungen. Martin Wetscher ist immer wieder bei den verschiedensten Partnern vor Ort und hält diese Treffen im eigenen Blog regelmäßig in

Wort und Bild fest. Weil es letzlich immer der Mensch hinter dem Möbel ist, der es besonders macht. Man lernt die Produkte somit nicht nur kennen, sondern verstehen. Durch individuelle Planungsprozesse samt innovativer Wohnstilberatung und der hauseigenen Tischlerei können die Möbelkonzepte bei Wetscher passgenau auf die Persönlichkeit und die Bedürfnisse jedes einzelnen Kunden zugeschnitten werden. Die Möbel unterstreichen damit den Charakter des Besitzers, ohne ihren eigenen Charakter zu verlieren. Anfang Oktober wurde in den Wetscher Wohngalerien außerdem die neue Flexform-Ausstellung eröffnet, die gleichzeitig den herbstlichen Italien-Schwerpunkt einleitet. Die gelassene Ästhetik unserer südlichen Nachbarn bringt neben Leichtigkeit und Frische auch ein kultiviertes Lebensgefühl ins Haus. Bei Wetscher tauchen Sie lustvoll ein in die Welt des schönen Wohnens und erleben diese einzigartige, lebensbejahende Italianitá. www.wetscher.com PR

➜ Im Rahmen seiner Serie „Die Menschen hinter den Möbeln“ hat Martin Wetscher gemeinsam mit Sohn Johannes unlängst Piero Lissoni in seiner Funktion als neuer Art Director von B&B Italia in Mailand besucht – auf einen Espresso (natürlich!) und eine ebenso kurzweilige wie spannende Unterhaltung. Nachzulesen unter blog.wetscher.com

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LEBENSELIXIER GUTER SCHLAF Dass guter Schlaf ein wesentlicher Beitrag zu einem gesunden Leben ist, ist hinlänglich bekannt. Stark im Trend sind dabei Boxspringbetten. Eigentlich aus der Hotellerie kommend, gewinnen diese flexibel variierbaren Betten auch in Privathaushalten immer größere Beliebtheit. Bei Betten Eberharter im Zillertal werden Boxspringbetten maßgeschneidert und nach individuellen Wünschen handgefertigt – für private Gutschläfer (oder Schlafmützchen) ebenso wie für professionelle Gastgeber. T E X T : D O R I S H E LW E G

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in Traum ist unerlässlich, wenn man die Zukunft gestalten will“, wusste schon Victor Hugo. Dass Traum und Wirklichkeit oft gar nicht so weit auseinanderliegen, beweist die Geschichte von Betten Eberharter im Zillertal. Als Unternehmer mit Visionen hatten Anton und Roman Eberharter ein Bett im Kopf, ein Bett, das sanft und fest zugleich ist, wohlig fürs Gemüt und ansprechend fürs Auge. Tausende Ideen wurden und werden dazu geboren und ausprobiert, es wird gezeichnet und entworfen. Man macht sich auf die Reise und sucht nach außergewöhnlichen Materialien – wertiges Holz für den Korpus, daunenweiche Füllung für die Polsterung, handgegerbtes Leder für den Bezug, Stoffe in feinen Farben und Mustern. Nach bester Tradition wird gesägt und gehobelt, zugeschnitten und eingepasst, von Hand gepolstert und genäht. Das Ergebnis: ein Bett für wirklich guten Schlaf. Ein Bett, zum Träumen gemacht.

VOLL IM TREND Boxspringbetten sind in den letzten fünfzehn Jahren zu einem flächendeckenden Trend geworden. „Die Matratze liegt auf dem Boxspringbett bündig auf, ich kann es also jederzeit zusammenschieben oder auseinanderstellen“, weiß Roman Eberharter, Geschäftsführer von Betten Eberharter in Ramsau im Zillertal. „Den größten Vorteil sehe ich in der großen Flexibilität. Man kann jede Art von Matratze, ob Taschenfederkern-, Kaltschaum- oder Latexmatratze, auf das Boxspringbett legen, in jeder Höhe und in jedem gewünschten Härtegrad. Mit verschiedenen Farben oder Materialien können auch immer wieder Trends gesetzt werden. Das ist vor allem in der Hotellerie von Vorteil, wenn die Zimmer immer wieder in neuen Farben und Designs erstrahlen“, fasst Eberharter die wesentlichen Vorteile von Boxspringbetten zusammen. Aufgrund der flexiblen Einsatzmöglichkeiten sind Boxspringbetten vor allem auch in Nächtigungsbetrieben


BETTEN EBERHARTER

„Erholsamer Schlaf ist essenziell, um die Anforderungen des täglichen Lebens meistern zu können. Mittlerweile ist er jedoch zum knappen Gut geworden – und damit zu einem bedeutsamen Thema. Die Arbeit fordert, die Freizeit lockt, Familie und Freundschaften wollen gepflegt werden. Immer mehr gibt es zu tun. Oft geht das auf Kosten des Schlafes. Die Zeit im Bett wird immer kürzer, zu wenig Erholung zum Zivilisationsproblem. Es gibt doch nichts Angenehmeres, als ausgeschlafen, voller Energie, gesund und vital in einen neuen Tag zu starten. Ja, guter Schlaf ist ein Lebenselixier.“

beliebt. Aber nicht nur deshalb, erläutert Eberharter: „Auch die Hotellerie hat erkannt, dass guter Schlaf in einem guten Bett wichtig ist, und investiert wesentlich mehr in eine gute Bettausstattung.“

ECHTES HANDWERK

Echtes Handwerk wird bei Betten Eberharter nicht nur großgeschrieben, sondern tagtäglich gelebt. „Wir legen Wert auf heimische Produktion, heimische Wertschöpfung und heimische Mitarbeiter“, erklärt Roman Eberharter sein Firmencredo. Am Produktionsstandort Zell am Ziller werden nach traditionellem Polsterhandwerk edle Designs und regionale Rohmaterialien zu hochwertigen Boxspringbetten, zu echten Unikaten zusammengefügt. Im Kern schlummert stets der natürliche Werkstoff Holz, als verlässliche und wertige Basis. Darüber und drumherum schmiegen sich auserlesene Stoffe: kuschelweicher Samt, charakterstarker Loden oder vegetabil gegerbtes Leder aus der ältesten Gerberei Tirols. Unterschiedliche Polsterungen und Steppungen unterstreichen den Charakter des jeweiligen Liegemöbels zusätzlich, denn wohlfühlen bedeutet nicht nur maßgeschneiderten Liegekomfort, sondern auch optischen Anspruch.

GEMEINSAM STARK

Wohlfühlen sollen sich bei Betten Eberharter nicht nur die Kunden, wohlfühlen sollen sich insbesondere auch die Mitarbeiter. „Die Menschen stehen stets im Vordergrund, ein Wert, den unsere Familie seit der Gründung 1974 lebt. Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital“, schätzt Geschäftsführer Roman Eberharter seine rund 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sehr. „Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen meistern und unseren Qualitätsanspruch in Beratung und Individualität leben. Flexibel auf unsere Kundenwünsche eingehen und auch auf Markttrends reagieren zu können, das zeichnet uns als Familienunternehmen aus.“ Und so fertigen die qualifizierten Handwerkerinnen und Handwerker für zahlreiche Privatkunden aus dem Zillertal wie auch Kunden der Hotellerie in Tirol und Salzburg ihre Wunschbetten zum Wunschtermin in Handarbeit. PR

eco.kommentar

Roman Eberharter, GF Betten Eberharter

Die Möbelbranche im Wandel Think global, act local! Zwei Themen beschäftigen die Möbelbranche aktuell mehr denn je: Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Nachhaltiges Engagement wird nicht nur von der Politik gefordert, sondern zusehends von Kunden nachgefragt und eingefordert. Wir wollen nachhaltige Initiativen setzen ohne zusätzliche Bürokratie, Mehrkosten und unsinnige Verpflichtungen. Ich denke hier eher an ein Anreizsystem für eine sinnvolle Kreislaufwirtschaft, in der Recycling und Upcycling eine große Rolle spielen. Hier gibt es zum Beispiel schon Ansätze, aus entsorgten Matratzen bis zu 80 Prozent der Komponenten als Sekundärrohstoffe wiederzuverwerten. Bei hunderttausenden Matratzen pro Jahr allein in Österreich steckt hier ein großes Potential, das man nützen könnte. Im Sinne von „act local“ sehe ich auch die Reparatur von qualitativ hochwertigen Einrichtungsgegenständen als Beitrag zu nachhaltigem Wirtschaften in der Möbelbranche. Es muss nicht immer gleich alles entsorgt und neu gekauft werden. Ein weiterer positiver Nebeneffekt dabei wäre, dass sich dadurch engere Netzwerke zwischen Handel und Handwerk zum Beispiel mit Tischlern, Polsterern oder Glasern ergeben könnten. Hier lautet das Schlagwort „regionale Wirtschaftskreisläufe“. Zusätzlich sehe ich für die Einzelhändler eine Möglichkeit, die Chancen der Digitalisierung noch mehr für sich zu nutzen. Den Verkauf moderner gestalten zu können und das Thema Einrichtung digital begleiten zu können, empfinde ich als klaren Wettbewerbsvorteil. Ein Aspekt ist hier natürlich auch das Thema Smart Home: mehr Komfort, mehr Sicherheit und Energieeffizienz in den eigenen vier Wänden gepaart mit individuell geplanter Einrichtung. Diesen Ansprüchen unserer Kunden müssen wir Einrichtungsfach- und Möbelhändler gerecht werden!

ROMAN EBERHARTER

Roman Eberharters Engagement reicht weit über die Landesgrenzen Tirols hinaus. Neben seiner Funktion als Sprecher des Tiroler Einrichtungsfachhandels in der Wirtschaftskammer Tirol ist er auch Präsident des europäischen Verbandes FENA. Die FENA – European Federation for Furniture Retailers – ist ein gemeinnütziger Verband, der die Interessen des Möbelhandels auf europäischer Ebene vertritt und der sich für die Belange von mehr als 100.000 Unternehmen einsetzt.

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BAD (E) MEISTER Kaum ein Bereich in der Wohnung hat in den letzten Jahren eine derartige Wandlung erfahren wie das Bad. War es früher ein eher stiefmütterlich behandelter rein funktionaler Raum, so hat es heute den Namen „Badezimmer“ mehr als verdient: Großzügige Abmessungen treffen auf warme Materialien, die für Behaglichkeit sorgen und das Bad zur heimischen Wohlfühlzohne machen. TEXT: MARINA BERNARDI

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ie zunehmend schneller werdenden Trends und Lebensanschauungen schlagen sich folgerichtig auch im Design nieder. Im Zeitalter von Massenprodukten, Medienriesen und des rasant ausufernden Durchschnitts ist es wichtiger denn je, im Design neue Dimensionen anzugehen. Für die Inszenierung ihrer Wohnwelt suchen die Menschen nach Produkten, mit denen sie ihren Stil zum Ausdruck bringen. Sich wohlfühlen – neudeutsch Wellness – ist dabei ein elementares Bedürfnis. Dies manifestiert sich in besonderer Weise im Badezimmer: Aus dem oft stiefmütterlich behandelten rein funktionalen Raum ist ein ganz privater Ort für die kleine tägliche Auszeit geworden.

DAS BAD GEHT HEUTE ÜBER DIE REINE FUNK TION DES DUSCHENS UND DES Z ÄHNEPUTZENS HINAUS. HIER WIRD G E L E S E N , M U S I K G E H Ö R T, E N T S PA N N T U N D G O T T E I N FA C H M A L E I N G U T E R MANN SEIN GEL ASSEN.

DESIGN ALS LIFESTYLE

Wohnen ist generell ganzheitlicher geworden. Küchen verschmelzen mit Wohnräumen und auch das Bad hat neue Aufgaben übernommen. Es wird nicht mehr nur unter rein hygienischen Gesichtspunkten betrachtet, sondern hat sich stetig zum Raum der Ruhe und Entspannung gewandelt. Es ist Rückzugsgebiet und Kraftoase und eine der intimsten Zonen der gesamten Wohnung. Einige Hersteller holen sich dafür Hilfe von renommierten Designern, die aus der „Nasszelle“ puren Lifestyle kreieren. Glücklich ist, wer für sein Badezimmer richtig viel Platz zur Verfügung hat, weil Technik, Material-, Farb- und Produktauswahl so herrlich vielfältig sind, dass quasi alles möglich wird. Oberflächen, Armaturen, Keramiken und Wände werden immer noch flexibler, die Auswahl breiter, die Möglichkeiten (technisch) ausgereifter. Das alles führt dazu, dass man im Bad mutiger wird. Auch farblich. Verglichen mit den Farbexplosionen der wilden 1970er-Jahre präsentiert sich das Bad von heute zwar immer noch reichlich zurückhaltend, doch der Purismus der vergangenen Jahre mit seinem Weiß-Chrom-Look hat seine Dominanz verloren. An deren Stelle treten harmonische Farbspiele, warme Metalltöne und mitunter gerne auch Anthrazit, Grau bis

Die freistehende Spoon ist ein Klassiker unter den Badewannen, auffällig unauffällig und gerade deshalb so schön. Die Spoon M wurde nochmals verfeinert und ist auch haptisch total angenehm. Ca. 5.700 Euro bei agape 30 in Innsbruck

hin zu Schwarz, meist mit matten Finishes. So abwechslungsreich das Thema Bad auch ist, ein Trend ist nach wie vor ungebrochen: Jener zu natürlichen Materialien wie Stein, Holz oder Glas und geradlinigen, zeitlosen Formen – auch weil die Gestaltung eines Bades von Dauer sein und über einen längeren Zeitraum Gültigkeit haben sollte. Highlights und Akzente lassen sich am besten mit Accessoires setzen, die bei Bedarf einfach ausgetauscht werden können. Very stylish sind freistehende Badewannen, die als Inbegriff des repräsentativen Luxusbades gelten (kein Wunder, braucht man dafür tatsächlich ordentlich Platz) und heute in den verschiedensten Varianten daherkommen. Doch auch bei kleineren Abmessungen muss man nicht auf den Wohlfühlfaktor verzichten. Die richtige Planung macht’s. Ein schönes Bad ist dabei in erster Linie ein individuelles, deshalb sollte man gerade hier nicht auf Lösungen von der Stange zurückgreifen, sondern Sanitärprodukte, Beleuchtung und Materialien in Ruhe auswählen. Gestalterisch möglich ist heute fast alles und letztlich ist es eine rein subjektive Entscheidung, womit man sich selbst am wohlsten fühlst. Hilfreich ist es, im Vorfeld eine Wunschliste zu schreiben und Prioritäten zu setzen. Dies ist vor allem bei kleineren Bädern sinnvoll, weil man von Anfang an weiß, worauf man auf keinen Fall verzichten möchte und was sich eventuell weglassen ließe. Schon Kleinigkeiten wie eine Regendusche oder spezielle Beleuchtungsakzente, die in jedem Bad Platz finden, machen den Raum zu einer kleinen privaten Besonderheit.


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© IN THE HEADROOM / MARKUS BSTIELER

COLOUR ME BEAUTIFUL

Rottöne wirken anregend, verbreiten Optimismus und strotzen vor Energie. Zugegeben, etwas Mut gehört dazu, auf Rust, Bordeaux und Peony im Bad zu setzen, aber es lohnt sich. Die Artis-Aufsatzwaschtische von Villeroy & Boch sind dabei die perfekte Bühne für starke Farben. Die BiColour-Optik mit weißem Innenleben macht das Design lebendig. Für den absoluten Wow-Effekt kombiniert man es mit anderen Rottönen, harmonisch dazu wirken auch Holz oder natürliche Nuancen wie Sand oder helles Grau.

UNGEWÖHNLICH

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Eines der wohl speziellsten Produkte der Innsbrucker Designerin Nina Mair ist die Badewanne „Shell“ aus Vollholz, die bisher hauptsächlich exportiert wurde – in Städte wie New York, Tunis, Los Angeles und Kopenhagen. Die Wanne besteht aus genuinem, händisch geschliffenem und geöltem Nussholz, produziert wird sie von der Osttiroler Tischlerei Forcher. Extravagantes Stück mit extravagantem Preis: ca. 23.000 Euro. Aus derselben Kollektion gibt’s auch ein passendes Waschbecken.

MAXIMAL MINIMAL

Nicht nur im Winter, da aber ganz besonders, wirkt ein heißes Bad Wunder. Uns gefällt die neue Produktserie „Marsiglia“ mit Waschbecken und Badewanne im zweifärbigen Look in Kombination mit der schwarzen Armatur SEN von agape30. Der Showroom befindet sich in der Haller Straße 133 in Innsbruck.


Anrei Lina Zeitlos elegant – sicherer Rückzugsort. Erinnert auch dich der Name an die gute Seele des Hauses in Romanen und alten Filmen? Die lina liebt Ordnung und aufgeräumte Stimmung. Damit ist sie die ideale Namenspatronin für eine ganze Armada an Vitrinen, Kommoden, Sideboards und Regalen für die vielen Dinge unseres Lebens.

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PLEASE SIT DOWN TO PEE

Diesem Hinweis kommt man in diesem Fall gerne nach. Das Sanitärmodul (welch eine hübsche Bezeichnung!) Monolith von Geberit ist geradlinig, modern und bringt die gesamte Spültechnik vor der Wand unter. Wer Wert auf zusätzlichen Komfort legt, wählt Ausführungen mit weiteren cleveren Funktionen – beispielsweise mit automatischer Geruchsabsaugung und nächtlichem Orientierungslicht.

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S TA R C K

EINFACH SCHÖN

Oder schön einfach – die Badezimmermöbel von Agape begeistern uns immer wieder durch ihre Schlichtheit und ihr außergewöhnlich schönes Design. Standwaschbecken „Vieques“ aus Edelstahl, entworfen von Patricia Urquiola, gesehen bei Agape30 an der Haller Straße in Innsbruck. Gibt’s auch als Badwanne im selben Design.

Mit „White Tulip“ hat Philippe Starck für Duravit sein erstes komplettes Bad aus einer Hand geschaffen. Organische Formen treffen auf eine angenehme Geradlinigkeit, die ihr ihre Strenge nehmen. Die beinahe skulpturale Formgebung folgt der Silhouette einer blühenden Tulpe – umgesetzt in zwei Stilwelten: „Nature“ für von der Natur inspirierte Bäder und „Culture“ als Ausdruck urbaner Kultiviertheit. Uns hat es vor allem der Waschtisch angetan, der es schafft, Nostalgie herrlich zeitgemäß zu verpacken.


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DUNKLE SCHÖNHEIT

Die Wanne aus glasiertem Titan-Stahl macht den Familienalltag leichter (weil leicht zu reinigen) und die Kerzenschein-Abende romantischer (weil wirklich schön). Die expressive Außenform der Loft Ornament von Bette nach einem Design von Tesseraux+Partner zitiert die Geradlinigkeit des Wanneninneren und setzt diese in einem geometrischen Muster fort. Das facettenreiche Spiel von Licht und Schatten macht sie besonders spannend. Wer mag, nimmt den passenden Waschtisch dazu.

S C H WA R Z I S T D A S N E U E W E I S S

Wenn sich zwei Marken wie Laufen und Kartell zusammentun, kann etwas Großes dabei herauskommen. Ist es in dem Fall auch. Gemeinsam wurde eine Bad- und Toilettenlinie entwickelt, die stylisch, funktional und echt cool ist. Die Möbel kommen im Kartell-gewohnten Transparentlook daher; Waschbecken, Toiletten & Co. dafür umso massiver und in den unterschiedlichsten Abstufungen zwischen Schwarz und Weiß.

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WASSERSPENDER

Oft hat man das Gefühl, Armaturen schauen doch alle irgendwie gleich aus. Nix da! Dornbracht zeigt mit seiner CL.1 in Dark Platinum, dass auch in dem Fall designtechnisch einiges geht. Das samtige Finish wird dabei durch ein spezielles Mattierungsverfahren erreicht, das Dornbracht eigens entwickelt hat, ein ebenso eigens entwickeltes Sprayface sorgt für einen feinen Wasserstrahl, der sich richtig wohltuend anfühlt.


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ARCHITEKTUR IM INNERSTEN

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Ein Badezimmer kann ein unspektakulärer Ort sein – oder eine Oase des guten Geschmacks. Den Unterschied macht zumeist die professionelle Planung. Mit den Konzepten von Agape wird das Potential von Wohnräumen voll ausgeschöpft. T E X T : E L I S A B E T H P L AT T N E R

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anche Bäder erscheinen blank, beengt, identitätslos oder chaotisch. Ihre Elemente – Wanne, Spiegel, Waschbecken, Schrank – werden recht fantasielos nebeneinander gereiht, ohne Blick für das größere Ganze. Doch dann gibt es Badezimmer, die ihr ganz eigenes Gefühl verströmen. Orte, die zum Verweilen einladen und dem Auge schmeicheln. Hier ist alles perfekt aufeinander abgestimmt. Nichts steht am falschen Platz, wodurch der Alltag gleich ein wenig leichter fällt. Aus dem Ort, an dem man sich die Zähne putzt, ist auf einmal mehr geworden. Denn mit der richtigen Planung kann ein Raum über seine elementaren Grundfunktionen hinausgehen und darüberliegende Bedürfnisse stillen. „Außergewöhnliche Formen, Materialien und Oberflächen, dazu integrierte Beleuchtungssysteme und gekonnte

Linienführung im Raum schaffen ein besonderes Ambiente und somit Lebensqualität“, fasst Achim Schneider, Innenarchitekt von Agape, diesen Effekt zusammen. Gemeinsam mit seinem Team widmet er sich der Aufgabe, aus jedem Raum etwas Besonderes zu machen.

EIN HARMONISCHES GANZES

Das Badezimmer bietet eine Vielfalt an Möglichkeiten zur besonderen Gestaltung und Inszenierung. Die große Anzahl an möglichen Farben, Formen, Materialien und Strukturen mag den Laien schnell überfordern und nur allzu leicht zu vorschnellen Entscheidungen drängen. Für den Experten ist diese Fülle an Möglichkeiten hingegen eine Quelle der Inspiration, die zu immer neuen Designkonzepten und Inszenierungen führt. „Eine gute Badgestaltung ist vergleichbar

mit der Zubereitung eines guten Menüs. Es reicht nicht, nur die Zutaten zu haben, man muss sie auch perfekt zusammenbringen können“, erklärt Schneider die spezifische Aufgabe von Agape. Genau hierauf ist sein Team spezialisiert, um aus jedem noch so eigenartigen Raum ein harmonisches Ganzes schaffen zu können, in das man seinen Alltagsablauf perfekt einfügen kann. Kein Detail wird dabei dem Zufall überlassen, denn selbst kleine Veränderungen können große Wirkungen hervorholen.

INNENEINRICHTUNG

Agape bietet seinen Service zwar auch weit über die Badezimmertür hinaus an, doch bleibt dieser Ort mit seinen besonderen Anforderungen das Meisterstück des Unternehmens. Eine Fülle von Konzepten wird angeboten, ganz auf die Bedürfnisse


AGAPE

der Kunden als auch auf die gegebenen Verhältnisse abgestimmt. Dabei gilt es nicht nur, passende und wohlgeformte Einrichtungsgegenstände auszusuchen, auch Oberflächenstrukturen und -farben werden wirkungsvoll eingesetzt, genauso wie dem Faktor Beleuchtung große Aufmerksamkeit geschenkt wird. Denn gerade die Lichtinszenierung trägt immens zu einem stimmigen Ambiente bei, in dem man sich wohl- und zugleich zuhause fühlen kann. Neben optischen Reizen muss vor allem die Funktion an die Verhältnisse angepasst sein, um einen reibungslosen und effizienten Ablauf zu ermöglichen. Gerade in diesem Punkt zahlt es sich aus, auf Expertenwissen zu vertrauen. Denn hierbei bietet jede Raumkonstellation und -größe andere Herausforderungen, die zu individuellen Lösungsmöglichkeiten führen können.

AUF DER SICHEREN SEITE

Es gibt somit viel richtig, aber auch viel falsch zu machen. Eine professionelle Beratung kann auf dem Weg zum perfekten Badezimmer eine große Stütze sein, die vor schlecht durchdachten Entscheidungen schützt und zugleich jegliche aufkommende Herausforderung bestens meistern kann. In der Ausarbeitung von Werk- und Architektenplänen lassen sich Konzepte und Wünsche passgenau planen sowie von allen Seiten aus durchdenken. Zudem bietet Agape die Option, Entwürfe in 3D vorab zu visualisieren, um sicherzugehen, dass das Konzept visuell stimmig ist und auch garantiert gefällt. Durch ein großes Netzwerk an Handwerkern wird zudem eine fachgerechte Durchführung ermöglicht, ohne sich zusätzlich auf die Suche nach kompetenten Fachleuten machen zu müssen.

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Die Innenarchitekten von Agape übernehmen nicht nur die Badgestaltung, sondern gerne auch die Inneneinrichtung gesamter Wohnungen oder Häuser. Auch in der Ausstattung von Hotels hat das Team langjährige Erfahrungen gesammelt.


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Roland und Arnold Lanser führen die gleichnamige Tischlerei in Osttirol in fünfter Generation.

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MÖBEL MIT SINN FÜR GENERATIONEN Im kleinen Bergdorf Innervillgraten geht es im Handwerk der Tischlerei Lanser vor allem darum, das Alte zu schätzen und behutsam in die Gegenwart zu tragen. So kann das Bewusstsein dafür wiedererwachen, dass Möbel keine Wegwerfartikel sind, sondern Objekte, an denen sich ganze Generationen erfreuen können. Im kommenden Jahr wird es außerdem erstmals eine eigene Lanser-Möbellinie geben. INTERVIEW: MARIAN KRÖLL

ECO.NOVA: Sie führen mit ihrem Bruder Roland die Tisch-

lerei Lanser bereits in fünfter Generation. Stand es für Sie beide jemals zur Diskussion, etwas anderes zu tun, als die Tischlerei zu übernehmen? ARNOLD LANSER: Daran gab es nie einen Zweifel. Als unser Vater die Firma geführt hat, hat er eng mit einigen Architekten zusammengearbeitet und es wurde viel im Südtiroler Raum gearbeitet, im Restaurationsbereich und mit Massiv- und Altholz. Als Ausschreibungen üblich geworden sind, ist unser Vater auf die Idee gekommen, direkt an der Grenze in Sillian/Arnbach den Schauraum zu bauen, um näher an den Kunden zu rücken. Das war einer der letzten zukunftsweisenden Schritte, die unser Vater im Unternehmen gesetzt hat. Wir waren als Tischler mit unserem Schauraum – heute haben wir einen weiteren in Lienz – damals die Ersten in Osttirol und sind es

bis heute. Wir können dort unsere Möbel, unsere Einrichtungen den Kunden direkt und nicht nur am Plan präsentieren. Wie hat sich die stärkere Fokussierung auf den Endkunden auf den Betrieb ausgewirkt? ROLAND LANSER: Wir sind rasch draufgekommen, dass wir neben unseren eigenen Erzeugnissen auch Stühle, Sofas, Küchen und Elektrogeräte brauchen, um imstande zu sein, als Kompletteinrichter aufzutreten und ganze Wohnungen oder Tourismusprojekte wie „Urlaub am Bauernhof“ ausstatten zu können.

Mit dem Schauraum ist die Tischlerei Lanser also zum Wohneinrichtungs-Komplettanbieter geworden? ROLAND LANSER: Mit der Tischlerei kommen wir ursprünglich vor allem aus dem Stubenbau und der Restauration. Wir bauen


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„Kunden können in unseren Schauräumen alle visuellen und haptischen Erfahrungen mit unseren Möbeln unmittelbar selbst machen.“

und restaurieren originalgetreu, wie es vor 150, 200 Jahren war. Das heißt, dass eine von uns gebaute Stube mehrere Generationen lang hält und man für mehr als 100 Jahre Ruhe hat. Dementsprechend haben wir uns Partner gesucht, die unseren Anspruch an Qualität und Langlebigkeit mittragen können. Im Küchenbereich adaptieren wir vielfach die Produkte unserer Partner. Das wird von unseren Kunden sehr gut angenommen. Von unseren Partnerbetrieben führen wir ausschließlich Produkte, von denen wir überzeugt sind und die wir selbst auch kaufen würden. Es widerspräche unserer Philosophie, Produkte zu führen, die nicht unseren Qualitätsanspruch erfüllen und nachhaltig sind.

Gab es interne Widerstände, weil Sie Produkte von außerhalb in Ihr Angebot aufgenommen haben? ARNOLD LANSER: Nein, weil es sich immer um Möbel gehandelt hat, die nicht in Konflikt mit unserer Tischlerei stehen. Das kann beispielsweise ein Schrank mit Glas- oder Hochglanzfronten genauso sein wie ein Sofa. Das klassische Handwerk in Kombination mit Möbelmarken sind die zwei Beine, auf denen wir stehen. Wir sind derzeit außerdem dabei, eine eigene Möbellinie als weiteres Standbein zu etablieren. Worum wird es dabei gehen? ROLAND LANSER: Um Möbel mit Sinn. Der Qualitätsanspruch bleibt derselbe. Ein Beispiel: Wir haben die Klapptische, die früher in Stuben üblich waren, neu designt und adaptiert und werden diese in unsere Projekte integrieren.

Sie holen also Altbewährtes neu gedacht und teils neu designt in die Gegenwart? ROLAND LANSER: Ja. Der Tisch lehnt an der Wand und ist dabei fast wie ein Objekt. Erst mit der Person, die ihn bedient, offenbart er seine Funktion. Im beispielhaften Fall wird aus dem Objekt an der Wand ein Klapptisch mit Bank.

Wie darf man sich eine Möbellinie der Tischlerei Lanser vorstellen, was Formen, Design und Materialität betrifft? ARNOLD LANSER: Wir sind derzeit damit beschäftigt, unsere Ideen in eine gemeinsame Identität, ein „Das ist Lanser“, einzupassen. Das kann der Klapptisch genauso sein wie Waschtischmöbel, Beistelltische oder Kommoden. Die Linie wird jedenfalls etwas Besonderes sein. Damit möchten wir unser schönes Handwerk verbreiten. Früher war es in Tirol Brauch, vor der Hochzeit den Kasten bzw. Schrank der Braut an den Ort zu bringen, an dem das Brautpaar nach der Hochzeit leben wird. Das wäre mit den heutigen Möbeln vielfach gar nicht mehr machbar. Wenn jeder nur noch versucht, immer noch günstigere Möbel auf den Markt zu werfen, wird es irgendwann auch keine Designklassiker – der Thonet-Sessel ist zum Beispiel ein solcher – mehr geben und kein Möbelstück mehr, das eine eigene Geschichte hat, die über Generationen reicht. Apropos Designklassiker: Gibt es für Sie etwas dem bäuerlichen Metier Entstammendes, das man derart bezeichnen könnte? ARNOLD LANSER: Das ist zunächst einmal die Stube selbst,

FOTOS: © MARTIN LUGGER

ARNOLD LANSER

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„Es widerspräche unserer Philosophie, Produkte zu führen, die nicht unseren Qualitätsanspruch erfüllen und nachhaltig sind.“ ROLAND LANSER

aber bezogen auf ein einzelnes Möbelstück etwa ein Gitterschrank oder eines jener Küchenbuffets, die man früher gehabt hat. Das sind Klassiker, die sich auch in einem modernen Wohnraum perfekt integrieren lassen.

Der Kontrast zwischen Moderne und Tradition funktioniert gerade beim Wohnen also sehr gut? ROLAND LANSER: Der funktioniert sehr gut, und unsere Kunden schätzen, dass sie das bei uns alles hochindividualisiert bekommen können.

Das Althergebrachte in Kombination mit Neuem funktioniert wohl auch deshalb so gut, weil die Klassiker ohne jeden schwülstigen Kitsch, ohne Herzchenornamente und dergleichen auskommen? ROLAND LANSER: So ist es. Wir haben sogar in unserem Leitbild ausdrücklich festgehalten, dass wir ohne jeden Kitsch und ohne Pseudokultur zu Werke gehen. Ein Beispiel: Eine Stube ist eine Stube. Da muss man nicht unbedingt neue Elemente erfinden. Es geht vielmehr darum, das Alte zu schätzen und in die Gegenwart zu holen.

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Woran erkennt der Kunde, dass er es mit einem Lanser-Möbel zu tun hat? ARNOLD LANSER: Vor allem durch eine gemeinsame Designsprache und die Integration von Elementen, die die Industrie nicht machen kann, weil die Fachleute fehlen. Wir haben noch Tischler und können uns durch hohe handwerkliche Kunst und Qualität abheben. Lässt sich das in der Tischlerei in Innervillgraten gut bewerkstelligen? ARNOLD LANSER: Ja. Es ist uns seit längerem ein Anliegen, die eigene Möbellinie umzusetzen, und die Kapazitäten dafür sind da. Man muss verstehen, dass Innervillgraten ein kleines Dorf auf 1.400 Metern Seehöhe in den Bergen Tirols ist und kein Durchzugsgebiet. Unser Standort ist in Innervillgraten, seit die Firma existiert, und wird auch da bleiben.

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Haben Sie eigentlich jemals ein Fachkräfteproblem gehabt? ROLAND LANSER: Nein. In jedem Unternehmen gibt es klarerweise Spitzen, wo man sich ein, zwei Mitarbeiter mehr wünschen würde, aber der Zusammenhalt ist bei unseren sehr guten Mitarbeitern so groß, dass wir das immer gut bewerkstelligen konnten. Wir sind mit all unseren Mitarbeitern sehr zufrieden, mit den älteren, die teils schon Jahrzehnte im Unternehmen sind, genauso wie mit den jüngeren, die bei uns gelernt haben. Denen gefällt unsere Symbiose aus traditionellem Handwerk und modernen Einflüssen. Wir sind als Familienbetrieb nicht darauf angewiesen, kurzfristigen Profiten nachzulaufen. Wenn wir Entscheidungen treffen, dann sind sie immer langfristig angelegt. Es ist eines unserer Ziele, das Unternehmen irgendwann unseren Kindern weitergeben zu können, sollte Interesse bestehen.


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Geplante Fertigstellung: Frühjahr 2023

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Stadtflucht vom allerfeinsten: wenn man darüber nachdenkt, von der Stadt aufs Land zu wechseln, will man natürlich in einer Top-Lage wohnen. Was würde sich da mehr anbieten als das ganzjährig sonnengeküsste Mieminger Plateau oder auch das von mächtigen Bergen und kraftvollen Seen umgebene Reutte? Lassen Sie sich entführen in die CARISMA-Wohnwelten. Rufen Sie uns an oder besuchen Sie uns im Internet.

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KUSCHELZEIT

Es gibt eigentlich nichts Schöneres, als nach einem langen Tag in wunderbar knautschiger Leinenbettwäsche zu versinken. Die fühlt sich einfach immer gut an auf der Haut und schaut gleichzeitig extrem lässig aus. Kissen- und Bettbezug im Set um 178 Euro gesehen im Resort in der Innsbrucker Erlerstraße (um die Ecke vom Sparkassenplatz).

Aus der Wohlfühlmanufaktur von Eagle Products aus dem bayrischen Hof kommen feine Glücklichmacher, gefertigt aus natürlichen Rohstoffen. Kissen und Decken in diversen Mustern und Farben gibt’s bei mg interior an der Innsbrucker Haller Straße ab 88 bzw. 205 Euro.

ERLEUCHTUNG

Glühbirne ist Glühbirne? Nix da! hombli zeigt mit seiner bernsteinfarbenen „Smart Filament Bulb ST64 (Edison)“, dass auch Leuchten im Retrovibe daherkommen und gleichzeitig supermodern sein können. Denn das Teil lässt sich via Smartphone bedienen. Um 19,95 Euro unter www.eleonto.com.

Irgendwann finde ich heraus, wo der Staub wohnt. Dann lege ich mich mitten in seine Wohnung.

GARDEROBE POLSTERSCHLACHT

Kissen sind natürlich in erster Linie dazu da, sein Köpfchen angenehm zu betten. Richtig angestellt, werden sie aber auch zu hübschen Dekoelementen – wie im Falle von räder design. #zuhausesein #glücklichsein. Gesehen in verschiedenen Varianten ab 39,95 Euro im APFIs in Wattens.

Einen gscheiten Kleiderständer zu finden, ist wahrlich nicht einfach. Wir haben einen gefunden. „Wishbone“ wurde vom Designerduo Busk+Hertzog für das Label Frost entworfen und ist bei mg interior in Innsbruck erhältlich. In SchwarzGold um 619 Euro.

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FRISCH AUFGETISCHT

Weil man an einem schön gedeckten Tisch gleich doppelt so gut isst: Die neuen Tisch-Kollektionen bei Schuler kommen in den schönsten Herbstfarben daher. Die Geschirrlinie „Lapya Wood“ von Bonna (ab 14,50 Euro) ist aus hochwertigem Premium-Porzellan und praktischerweise mikrowellen-, ofen- und spülmaschinenfest. Dazu passen die Gläser von Libbey. Ab 7,90 Euro gesehen bei Schuler in Völs.

STANDFEST 44

Die LE-Lautsprecherserie von Braun ist auffallend, ohne aufdringlich zu wirken – eine Optik, wie wir sie mögen. Es kommt also nicht von ungefähr, dass Braun Audio Gewinner einiger renommierter Design-Awards ist. Und dazu ist auch der Sound echt gut. Erhältlich sind die Speaker in verschiedenen Varianten ab 379 Euro, auch mit kleinen Standfüßen und erweiterbar mit eleganten Bodenständern. Beim Kauf eines Braun-Lautsprechers mit Bodenständer gibt’s derzeit einen 50-Euro-Konzertgutschein dazu. Reinklicken unter www.braun-audio.com.

HEIMATLIEBE

In die Veloursdecke „Solstein“ von David Fussenegger aus 85 Prozent RecyclingBaumwolle lässt es sich herrlich hineinkuscheln. Um 79,90 Euro erhältlich im Tirol Shop in der Maria-TheresienStraße (rauf Richtung Triumphpforte) oder am Burggraben bzw. online unter www.tirolshop.at.

VERSTAU - RAUM

Die Minikommode von ib laursen sieht nicht nur zauberhaft aus, sie ist auch der perfekte Platz für kleine Geheimnisse. Hergestellt aus Recyclingholz ist jedes Stück ein Unikat. Erhältlich im APFIs in Wattens um 48,95 Euro. Für den All-over-Look findet man dort auch die passenden Accessoires.


Bei uns wird Ihre Immobilie zum Meilenstein! www.meilenstein.co.at


FIAT LUX

Wir lieben die Leuchten von fermob, weil die immer mit einem kleinen Augenzwinkern daherkommen. Die Tischlampe MOOON! mit Dimmer ist aus der neuen Kollektion. fermob erspäht um 140 Euro in Günter Salzmanns Virsalis, das kürzlich in die Innsbrucker Hörtnagl Passage übersiedelt ist.

STIMMUNGSMACHER

Die Lichthäuser von räder design sorgen für RundumHygge-Stimmung im eigenen Zuhause. Wer mag, kombiniert sie mit freistehenden Stumpenkerzen für das Extra-Wohlgefühl. Häuschen gesehen im APFIs in Wattens ab 14,95 Euro (dort gibt’s übrigens auch tolle Kerzen).

SCHAF DE LUXE 46

Im Tiroler Edles in der Innsbrucker Altstadt werden wir immer fündig, selbst wenn wir nach gar nichts suchen. Aktuell haben es uns die Untersetzer aus Filz vom Tiroler Steinschaf von Familie Zacher aus dem Südtiroler Pustertal angetan – die sind perfekt für Töpfe, Schreibtische und Popos. Untersetzer ab 2,50 Euro, Sitzauflagen ab 21 Euro. www.tiroleredles.at.

FEUER!

Sieht aus wie eine Bierkiste, ist aber viel mehr, quasi die Evolution der Getränkekiste. Natürlich kann man in der „Beer Box“ Flaschen transportieren, man kann aber auch drauf sitzen, Feuer machen und mit dem optional erhältlichen Rost grillen. Multitalentierter Feuerkorb von höfats, gesehen um ca. 130 Euro im Einrichtungshaus föger in Telfs.

SAG’S DURCH DIE BLUME

Vasen kann man eigentlich nie genug haben. Jene von räder design mögen wir ganz besonders und stellen ihnen am liebsten duftige Kerzen zur Seite. Ab 49,95 Euro mitgenommen aus dem APFIs in Wattens.


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© BIRGIT KOELL

eco.mmentar

Stefan Föger und Hannes Haffner führen das Einrichtungshaus Föger in dritter Generation.

ZUKUNFTSPLÄNE IM JUBILÄUMSJAHR Stefan Föger und Hannes Haffner über aktuelle Trends und Herausforderungen.

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itten in den Bergen Tirols befindet sich seit fast 70 Jahren das Einrichtungshaus Föger. Das familiengeführte Unternehmen mit traditionellen Werten und zukunftsorientierten Visionen präsentiert auf über 13.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche eine Möbelvielfalt mit innovativen Designs in einer einzigartigen Atmosphäre. Der heurige Sommertalk mit den Geschäftsführern Stefan Föger und Hannes Haffner stand ganz im Zeichen aktueller Trends und Herausforderungen in der Möbelbranche. Die beiden Cousins und Enkel des Möbelpioniers und Unternehmensgründers Max Föger haben mit ihrem Einrichtungshaus Föger die schwierigen letzten Monate sehr gut überstanden. Die gesamte Möbelbranche profitiert von einer großen Investitionsfreude der Menschen im eigenen Zuhause. Die aktuell boomenden Trends zur Nachhaltigkeit und Regionalität werden bei Föger schon seit Jahren gelebt. „Wir setzen ganz bewusst stark auf regionale und heimische Manufakturen und Möbelproduzenten. So wie unsere Kunden wissen auch wir gerne, wo die Produkte hergestellt werden, und schätzen die heimische Qualität“, sind sich die beiden Geschäftsführer einig. „Aber ganz ohne Zukäufe aus dem Ausland geht es natürlich auch nicht. So müssen wir zum Beispiel Leder aus aller Welt zu uns holen, um unseren Kunden die bestellte Ware termingerecht

V O N S T E FA N F Ö G E R UND HANNES HAFFNER

liefern zu können“, erläutert Hannes Haffner. „Die Rohstoffpreise sind in etlichen Bereichen stark gestiegen, die Frachtkosten sind bereits um das mehr als Sechsfache explodiert und generell ist die Verfügbarkeit von Waren aktuell sehr herausfordernd“, führt Stefan Föger weiter aus. Das Möbelhaus in Telfs kann hier allerdings seine Stärken ausspielen und mit Serviceorientierung und Handschlagqualität punkten: „Wenn in einer bestellten Küche nun beispielsweise die Spülmaschine noch nicht lieferbar ist, helfen wir mit einem Ersatzgerät aus. Diese Flexibilität können wir als Familienunternehmen mit unseren erstklassigen Mitarbeitern bieten, das hebt uns ab“, erklärt Hannes Haffner. Mit derzeit 140 Mitarbeitern konnte der Personalstand während der Pandemie sogar ein wenig aufgestockt werden und wird auch weiterhin ausgebaut. 2022 feiert das Einrichtungshaus Föger sein 70-jähriges Bestehen und hat große Pläne für die Zukunft. „Neben dem Einrichtungshaus selbst ist nämlich die digitale Welt zu einem unverzichtbaren Baustein im Kundenkontakt geworden. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Digitalisierung unseres Möbelhauses und sind bereits in vielen Bereichen nahe an dem, wo wir hinwollen. Jetzt geht es noch darum, intern und auch nach außen ein homogenes, zukunftssicheres, digitales Unternehmen zu realisieren. Dieses Projekt wird uns ins Jubiläumsjahr 2022 begleiten“, so Stefan Föger über die Pläne für die nähere Zukunft. www.foeger.at


AUF IHRE IMMOBILIENMAKLER, BAUTRÄGER UND HAUSVERWALTER IST VERLASS.


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WOHNEN, ARCHITEKTUR UND ANDERE SCHÖNE DINGE

KURZ & BÜNDIG

50 © NHT/FORCHER

IKONISCH

REKORDBILANZ Mit einem Gesamtbauvolumen von 141 Millionen Euro hat die NEUE HEIMAT TIROL (NHT) im Geschäftsjahr 2020 einen neuen Höchststand verzeichnet. „Mit den 2021 gestarteten Projekten investieren wir in zwei Jahren insgesamt rund eine Viertelmilliarde Euro und weisen damit das höchste Bauvolumen aller gemeinnützigen Bauträger in Österreich auf“, so NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner. Insgesamt wurden 2020 519 neue Wohnungen fertiggestellt und übergeben. Das verwaltete Immobilienportfolio ist auf 19.684 Wohneinheiten angewachsen. Über 44.000 Tiroler*innen wohnen damit unter einem Dach der NHT.

© KIRCHGASSER PHOTOGRAPHY

Hannes Gschwentner (li.) und Markus Pollo, Geschäftsführer der Neuen Heimat Tirol

Wo asiatische Fusion auf den Schwarzwald trifft, kommt man im Freiburger KURO. MORI zusammen. Die maßgefertigte offene Küche, die sechs Meter hohe begrünte Wand oder die drei Kunstwerke aus der Gemäldemanufaktur von Christin Beck setzen gezielt Akzente. Offene Atmosphäre in Kombination mit lockeren Gestaltungskonzepten des Innenraumes macht das „Casual Dining“-Erlebnis perfekt. Gestalterisch verantwortlich dafür war das Team von Meissl Architects, das dafür kürzlich mit dem Iconic Award 2021 in der Kategorie „Interior – Hospitality“ ausgezeichnet wurde. Mit dem Award werden nur die Besten der Besten betraut: visionäre Gebäude, innovative Produkte und nachhaltige Kommunikation aus allen Sparten der Architektur, der Bauund Immobilienbranche sowie der produzierenden Industrie.


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VERVIELFÄLTIGTE ORIGINALE Scannen, bearbeiten, drucken: Oliver Larics Werke sind Kopie und Original zugleich. Anhand digitaler Methoden verformt, verzerrt und inszeniert der Tiroler Künstler kunstgeschichtliche Objekte und transportiert sie so in die Gegenwart. Noch bis 7. November 2021 präsentieren die Tiroler Landesmuseen im Rahmen des Hauptpreises des RLB Kunstpreises 2020 ausgewählte Skulpturen und Videoarbeiten von Oliver Laric im Ferdinandeum. Die Sonderausstellung erzählt dabei vom Umgang des Künstlers mit Autorenschaft und Authentizität sowie dem stetigen Wandel der Kunst und der Welt.

Beim Klettern stürzen Männer 7 x häufiger ab als Frauen. Also lassen wir doch Frauen den Vorstieg!

weiberwirtschaft.at

© BLACK HOME GMBH

Die Apartment-Hotelkette „Blackhome“ ist weiter auf Expansionskurs. Bereits 2016 war das Pilotprojekt „Blackhome Innsbruck“ ein voller Erfolg, nun ist das neuartige Konzept auch in Graz angekommen: Mitten im Zentrum der steirischen Landeshauptstadt wurden 18 City-Apartments mit von Künstler Jonny Morandi inspiriertem Innendesign errichtet, vier Millionen Euro wurden investiert. Das Besondere am Blackhome-Konzept ist die Preisstruktur, die speziell auf Firmenkund*innen und Geschäftsreisende ausgerichtet ist – aber auch Tourist*innen ansprechen soll. Im Fokus stehen die Bedürfnisse moderner Reisender, adressiert wird dabei primär der styleorientierte Longstay-Gast.

© WOLFGANG LACKNER

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200 Jahre feiern wir fraulich. Mit 200 000 EURO für Kinder- und Frauenprojekte. Mehr Informationen unter frautiroler.info Sicher sind wir weiblich.

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© IN THE HEADROOM

SCHALLSCHLUCKER Gestalterin Nina Mair, deren Designs wir wirklich sehr mögen, hat gemeinsam in einer interdisziplinären Kooperation mit dem deutschen Akustikhersteller Ydol und dem Lichtexperten Bartenbach die Akustikleuchte „Tube Light“ entwickelt. Die ist nicht nur schön, sondern auch ein hochwirksamer Schallabsorber, der für eine gute Raumakustik sorgt. Die zylinderförmige LED-Leuchte kann einzeln oder gruppiert in beliebiger Höhe von der Decke abgependelt werden, ist dimmbar und hat ein eigenes Farbsteuerungssystem integriert. Die Oberfläche des Schallabsorbers ist mit feinstem Merinowollstoff überzogen, der sich nahtlos an die namensgebende Zylinderform anschmiegt. Der schlichte geometrische Köper mit einem Durchmesser von 15 cm ist in den Längen von 40, 60 und 80 cm erhältlich. „Ausgewogener Raumklang und angenehmes Licht sind zwei der wichtigsten Komponenten für eine gute Raumatmosphäre. Die Idee der Leuchte war es, ein Produkt zu entwerfen, das diese beiden Bereiche bedienen und einen positiven Beitrag in der Architektur leisten kann“, so Nina Mair. www.ninamair.at

FIRSTGEFEIERT Innsbruck bezeichnet sich ja selbst gerne als alpin-urbane Stadt, in der Hans-Untermüller-Straße wohnt man künftig auch so. Dort entsteht aktuell das Projekt „Kranewitt“ der PRISMA Tirol nach Plänen der rt-Architekten. Bis Frühsommer 2022 werden hier acht frei finanzierte Mietwohnungen zwischen 50 und 75 Quadratmetern errichtet. Im September konnte die Firstfeier begangen werden. „Wir freuen uns, dass wir – neben der kürzlich fertiggestellten Quartiersentwicklung in der Anton-Melzer-Straße – hier ein weiteres Angebot an qualitätsvollen Mietwohnungen für Innsbruck schaffen“, so Dr. Harald Gohm, Geschäftsführer PRISMA Tirol.

© ARMIN KUPRIAN

SCHON SCHÖN Die Landesinnung der Tischler und Holzgestalter sowie proHolz Tirol forcieren gemeinsam mit den Fachberufsschulen das Thema Gestaltung und Design in der Tischlerausbildung. Hierzu wurde heuer zum zweiten Mal ein Gestaltungspreis ausgelobt. Die jungen Tischler*innen und Tischlereitechniker*innen haben dabei in ihrer drei- bzw. vierjährigen Ausbildungszeit in den Betrieben bzw. an den Tiroler Fachberufsschulen für Holztechnik in Absam und Lienz ihr Handwerk von der Pike auf gelernt. Die Jury unter Vorsitz von Architekt Wolfgang Pöschl hat aus insgesamt 41 Einreichungen neun Nominierungen herausgearbeitet und aus diesen wiederum in der Kategorie Tischler*in eine Auszeichnung und eine Anerkennung sowie in der Kategorie Tischlereitechniker*in eine Anerkennung vergeben. Ein Bravo den Preisträger*innen Lisa Huber, Julia Mitterdorfer, Patrick Ladner, Lukas Moser, Andreas Unterrainer, Elisabeth Widauer, Hans Kloiber, Emanuel Walder und Lea Eiter.

Elisabeth Widauer wurde mit ihrem Gesellenstück mit einer Auszeichnung in der Kategorie Tischler belohnt.


GHS

LEISTBARES WOHNEN FÜR JUNGE

ECO.NOVA: Die GHS feiert heuer ihr 70-jäh-

riges Jubiläum. Welche Entwicklung hat das Unternehmen bis heute gemacht? PETER HEISS: Man lernt und wächst natürlich in vielen Bereichen mit der Zeit, aber baut vor allem auch eines auf: Erfahrung. Und diese Erfahrung setzen wir bei allen Projekten ein und geben sie an unsere Partner weiter. MARTIN MIMM: Wir sind sehr stolz, auf ein gesundes mittelständisches Unternehmen herangewachsen zu sein, in dem viele langjährige Mitarbeiter*innen zusammenarbeiten. Jede*r Mitarbeiter*in mit seinen/ihren unterschiedlichen Fähigkeiten trägt in der GHS dazu bei, die gemeinsamen Vorhaben zu realisieren. Dieses solidarische Streben hat den Siedlerbund schon in der Vergangenheit ausgezeichnet und tut es auch heute noch.

Welche Aufgabe erfüllt die GHS vorrangig? HEISS: Wir bringen Familien, Paare und Singles in ihr eigenes Heim. Dafür bauen wir Häuser und Wohnungen zum Leben und Wohlfühlen. Dabei ist es uns wichtig, dass wir unsere Projekte nach den Vorgaben und Zielen der Gemeinden partnerschaftlich mit ihnen entwickeln und realisieren. Worin liegt die Kernkompetenz der GHS? MIMM: Unsere vorrangige Aufgabe ist zweifellos die Realisierung von Wohnprojekten. Darüber hinaus engagieren wir uns im Bereich betreutes und betreubares Wohnen. Zudem übernehmen wir für unsere Partner die Realisierung von Kommunalbauten. Dieses Leistungsspektrum ist klar strukturiert und eng miteinander verzahnt. So können wir stets die gesamten Erfahrungen und Kenntnisse aller Bereiche für unsere Projekte nutzen. Wo liegen die größten Herausforderungen für einen gemeinnützigen Bauträger? HEISS: Mit Sicherheit ist die Grundstücksbeschaffung zu den vorgegebenen Preisen ein großes Problem. Das gelingt oft nur durch eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde bei Umwidmungen oder sonstigen Raumordnungsbedürfnissen auf Verkäuferseite.

© GERHARD BERGER / GHS

Der Siedlerbund ist ein gemeinnütziger Wohnbauträger, der seit 70 Jahren hauptsächlich in Tirol tätig ist. Die Zweierspitze unter dem technischen Vorstand Dr. Peter Heiss und dem kaufmännischen Vorstand DI (FH) Mag. (FH) Martin Mimm bekräftigt das Hauptanliegen der GHS, leistbaren Wohnraum für Gemeindebürger*innen im städtischen wie ländlichen Raum zu schaffen sowie kommunale Einrichtungen zu entwickeln.

Dr. Peter Heiss (li.) und DI (FH) Mag. (FH) Martin Mimm

53 Jedenfalls ist eine gute Kooperation mit den Gemeinden fundamental wichtig, um nachfolgend auch in vertrauensvollem Teamwork die Projekte für die Gemeindebürger* innen realisieren zu können. Die nächste Hürde – aktuell sogar deutlich verschärft – sind die Baukosten, wenn trotz der geforderten hohen Qualitätsstandards noch leistbares Wohnen möglich sein soll.

Worin unterscheidet sich die GHS von anderen Bauträgern? MIMM: Wir sind im Vergleich zu anderen Bauträgern zwar kleiner, aber dadurch flexibler und schneller in der Entscheidungsfindung. Bei der Umsetzung der Projekte haben wir uns bewusst für Regionalität entschieden und versuchen die Wertschöpfung mit unseren Partnern genau dort zu generieren. HEISS: Die GHS zeichnet sich durch langfristige partnerschaftliche Zusammenarbeit und Fairplay aus. Trotz des Erfolges ist man immer auf dem Boden geblieben, hat tüchtig gearbeitet und ist freundschaftlich mit Partnern umgegangen. Geht die GHS auch in der Kommunikation zu ihren Kund*innen mit der Zeit? MIMM: Die schnelle und fundierte Bearbeitung von Anliegen unserer Mieter*innen und Eigentümer*innen wird seit kurzem über ein eigenes Kundenportal auf der Homepage

ermöglicht. Es bietet einen hohen Kundennutzen und bringt Anfragen gleich zu den richtigen Ansprechpartner*innen. Unsere Mitarbeiter*innen sind bemüht, mit allen Anliegen kompetent und hilfsbereit umzugehen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? HEISS: Nur wer ein Zuhause hat, kann auch daheim sein. Daher wäre es wichtig, dem leistbaren Wohnen für junge Menschen und junge Familien den richtigen Stellenwert einzuräumen und zu einem zentralen Thema der Zukunftsentwicklung in unserem Land zu machen. Ohne den richtigen Rahmenbedingungen wird es nämlich immer schwerer, unsere Ziele zu erreichen. Was wir heute sind, sind wir durch die Zufriedenheit und die Treue unserer Auftraggeber und Partnerunternehmen. Ein vertrauensvolles Miteinander ist wichtig, das hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind. MIMM: Was kann man sich für eine schönere Mission vorstellen, als für leistbares Wohnen in Tirol zu sorgen. Die Basis hierzu sind Grundstücke, die uns auch in Zukunft die Realisierung von großartigen Projekten ermöglichen. Und in Kombination mit unserem ausgeprägten Teamspirit werden wir auch in Zukunft mit Stolz behaupten können: richtig gut gebaut. PR


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ALT, ABER JUNG

WIE GEDRUCKT

© MARTINA KOPP

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Bei der Expo in Dubai präsentieren sich bis 31. März 2022 über 190 Länder und Organisationen. Auch 53 ausgewählte österreichische Innovationen sind mit dabei. Das iLab im Österreich-Pavillon bietet dazu eine einzigartige Plattform. Mit incremental 3d, Organoid Technologies und MED-EL sind auch drei Tiroler an Bord. Die Innsbrucker incremental 3d GmbH wird dabei ihr Projekt „MyPot“ vorstellen. Das 2017 gegründete Spin-off der Universität Innsbruck ist auf das Design und die Umsetzung vom Prototypen bis zum Serienprodukt spezialisiert. In Kooperation mit dem Baustoffproduzenten Baumit haben drei Architekten der Uni Innsbruck eine 3D-Drucktechnik für Beton entwickelt, mit der sie Betonobjekte in fast jeder beliebigen Form, Farbe und Oberfläche schnell und günstig herstellen können. MyPot zeigt das Potenzial, das der 3D-Betondruck künftig haben kann. Die gedruckten Übertöpfe aus Beton sind maßgeschneidert und kommen ohne Formenbau aus. Vom Entwurf bis zur Auslieferung vergehen dabei oft nur zwei bis drei Wochen. Die incremental3d GmbH produziert derzeit vor allem Objekte für den öffentlichen Raum und die Gartengestaltung. Das Ziel: mehr Nachhaltigkeit durch Materialoptimierung und Digitalisierung des Bauwesens. www.incremental3d.eu

Das Projekt Landluft der Bauleute Andrea Strasser und Rainer Krißmer ist eines der vier Preisträger des Tiroler Sanierungspreises 2021. Planer war Architekt Martin Tabernig. Das Projekt zeigt die Potenziale der Nachverdichtung und Revitalisierung eines ländlichen Ortskerns auf.

© GHS/GERHARD BERGER

Die GHS (Gemeinnützige Hauptgenossenschaft des Siedlerbundes), einer der ersten gemeinnützigen Bauträger des Landes, feiert heuer ihren 70. Geburtstag und nahm dies zum Anlass, Wegbegleiter der letzten Jahre zu einem Empfang ins Congresspark nach Igls einzuladen. Denn in den vergangenen sieben Jahrzehnten hat sich einiges getan. In beinahe 100 Gemeinden wurden bislang 318 Wohnanlagen und Gebäude mit insgesamt 6.345 Wohnungen errichtet. Vor Kurzem haben die beiden Vorstände DI (FH) Mag. (FH) Martin Mimm für den kaufmännischen Teil und Dr. Peter Heiss für den technischen Teil das Ruder an der Spitze der GHS übernommen. Mehr dazu auf Seite 53.

GUT SANIERT Der Tiroler Sanierungspreis prämiert hervorragende Sanierungsleistungen, die vorrangig energetische und architektonische Qualität verbinden, und honoriert dabei vor allem die ganzheitliche Auseinandersetzung mit dem Gebäude. Nicht nur die energetische Verbesserung soll das Ziel einer hochwertigen und zukunftsfähigen Sanierung sein, sondern auch die Verbesserung der funktionalen, architektonischen, sozialen und ökologischen Qualität eines Gebäudes. Die Ausschreibung erfolgt durch das Land Tirol und Energie Tirol in Kooperation mit der Kammer der ZiviltechnikerInnen für Tirol und Vorarlberg sowie den Landesinnungen Bau und Holzbau und erfolgte heuer zum fünften Mal. Insgesamt wurden 90 Projekte eingereicht, vier davon ausgezeichnet. Drei weitere Objekte erhielten eine Anerkennung. Zudem wurde ein Sonderpreis für ein Energiekonzept im Sinne von TIROL 2050 energieautonom vergeben. Die Broschüre mit allen Projekten finden Sie unter www.energie-tirol.at. Preisträger: Volksschule Brixlegg, Dachausbau „Gut drauf“ in Innsbruck, Wohngebäude „Landluft“ in Wildermieming, Wohngebäude „Felsa“ in Zams.


WIRTSCHAFTSKAMMER TIROL

NUTZEN UND RISIKO Die Aufgaben der Immobilienverwaltung sind vielfältig. Vieles ist im Laufe der Jahre nicht einfacher geworden.

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er Beruf eines Immobilienverwalters/einer Immobilienverwalterin ist vielschichtig. Abgesehen von den buchhalterischen Aufgaben wie der Betriebskostenabrechnung gehören auch die Organisation und Beauftragung von Reparaturen und Sanierungen sowie die Abwicklung mit der Versicherung bei Wasser- oder Brandschäden zu den alltäglichen Aufgaben. Außerdem muss sie/er dafür Sorge tragen, dass die Betreuung durch den jeweiligen Hausmeister bzw. die beauftragte Hausmeisterfirma funktioniert. Dies umfasst nicht nur die Stiegenhausreinigung und Pflege der Grünanlagen, sondern vor allem die Schneeräumung. Ebenso sind regelmäßige Wartungen und Prüfungen der verschiedenen (technischen) Teile der Liegenschaften durchzuführen, die durch die Verwaltung beauftragt und überwacht werden müssen. Der/Die Verwalter*in haftet im Schadenfall dafür, dass alle Wartungen und Prüfungen nach den entsprechenden Normen eingehalten werden. Dazu zählen zum Beispiel die Wartung der Aufzüge und Garagentore sowie die regelmäßige Prüfung der Brandschutzeinrichtungen, wie Feuerlöscher. Gerade im Bereich der Haftung ist ein gesellschaftlicher Wandel zu spüren, den der Gesetzgeber mit neuen Normen und Vorschriften stützt. Dieser Wandel betrifft vor allem die Einstellung zur Schuldfrage. Im Gegensatz zu früher muss es für jeden Zwischenfall bzw. Unfall eine schuldige Person geben. Immer weniger Menschen denken daran, dass es auch eine Eigenverantwortung gibt und sie eventuell selbst nicht aufgepasst haben. Ein Beispiel: Wer früher auf einer Treppe gestürzt ist, nahm sich als Erstes selbst an der Nase und kam meist zum Schluss, dass er/sie einfach nur zu unaufmerksam gewesen ist. In derselben Situation heute ist der erste Gedanke, wer für den Sturz zur Verantwortung gezogen werden kann, da man selbst – auch mit dem Handy vor der Nase – nicht daran schuld sein kann. Wenn es so weit kommt, dass ein Gutachter bestellt werden muss, tauchen diverse Fragen auf: Entspricht die Treppe den Vorschriften? Ist die Beleuchtung zu schwach? Der Gesetzgeber versucht

FOTO: © DIE FOTOGRAFEN

Michael Stanger ist Ausschussmitglied der Fachgruppe Immobilien- & Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Tirol

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mit neuen Normen und Vorschriften Sicherheit im täglichen Leben zu schaffen. Dass jeder Einzelne selbst bei seinen Handlungen mitdenken sollte, gerät dabei jedoch immer mehr in den Hintergrund. Die daraus resultierenden Pflichten zu Wartungen und Überprüfungen müssen jedoch auch bezahlt werden und erhöhen die Betriebskosten der Eigentümer und Mieter. Da der Winter naht, wird auch die Schneeräumung wieder aktuell. Dabei sind auf Grund der Haftungsproblematik die meisten Firmen, die eine Schneeräumung anbieten, dazu übergegangen, ihre Arbeit genauestens zu dokumentieren, angefangen von Checklisten und Fotos bis hin zum GPS-gestützten Nachweis auch wirklich zu diesem Zeitpunkt in der Liegenschaft gewesen zu sein. Die Zeiten, in denen Bewohner sich selbst um

die Schneeräumung gekümmert haben, sind vorbei. Da das Risiko schlichtweg zu groß geworden ist. PR

WIRTSCHAFTSKAMMER TIROL Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Fachgruppe Wilhelm-Greil-Straße 7 6020 Innsbruck Tel.: 05 90 905 1280 E-Mail: immobilien@wktirol.at

www.wko.at/tirol/immobilien


PROHOLZ TIROL

BLICKFÄNGE AUS HOLZ

I

Holz ist genial und bringt die Natur mit ins Haus. Neben diesem Wohlfühlfaktor gibt es viele weitere Vorteile und Pluspunkte, die den Holzbau so beliebt und attraktiv machen.

m Wald vermehrt sich Österreichs Rohstoff Nr. 1 nachhaltig – Holz nützen heißt Klima schützen. Egal ob im Neubau, bei der Sanierung oder Nachverdichtung, durch Aufstockungen oder Anbauten: Die Eigenschaften des leichten, flexiblen, im Werk vorfertigbaren und zudem ökologischen Werkstoffes sind schlichtweg überzeugend. Hier ein paar schöne Beispiele zum Thema Einfamilienhaus.

© ELI/ZWEIRAUM.EU

T E X T : C AT E R I N A M O L Z E R - S A U P E R

HAUS TUX

56 PLANUNG: JOHANNES ERLER

Wenn ein holzaffiner Bauherr sein Eigenheim baut, muss das Ergebnis ein ganz besonderes sein. In moderner Formensprache bereichert der traditionelle Baustoff Holz damit den Wohnhausbau im Zillertal. Die Kombination aus Altholz mit modernen Formen und Materialien gibt dem Wohnhaus einen ganz besonderen Look. Die Holzfassade mit Zirben- und Lärchenanteilen ist absichtlich nicht farbsortiert und wirkt so außergewöhnlich raffiniert.

PLANUNG: DANIEL HAFELE

HAUS IGLS

PLANUNG: CHRISTIAN HÖLLER

© GÜNTER RICHARD WETT

Leicht und schwebend hebt sich das moderne Haus aus Holz von der dörflichen Siedlungsstruktur ab, ohne mit dieser in Konkurrenz zu treten. Holz in seiner schönsten und schlichtesten Form wurde hier in hochwertiger Art und Weise verarbeitet. Das Massivholzhaus mit einer Wohnfläche von 130 Quadratmetern besticht durch gekonnte Materialkombinationen und viel Liebe zum Detail.

© CHRISTOF SIMON

HAUS OBERHOFEN

Inmitten eines wunderschönen großen Grundstückes in sonniger Hanglage entstand dieses kleine Wohnhaus mit etwa 100 Quadratmetern Wohnfläche aus Holz. Mit viel Gespür und Rücksichtnahme auf vielerlei Vorgaben wurde das Gebäude auf dem bereits bebauten Grundstück positioniert. Sichtbare Holzoberflächen im Außen- und Innenbereich vermitteln Wärme und Natürlichkeit.


WWW.HOLZBAU-AKTIV.AT

Villa-Marianne.com

© Fotos: Christof Simon

HOLZHÄUSER DACHSTÜHLE AUFSTOCKUNGEN DACHSANIERUNGEN

HOLZBAU AKTIV GmbH - Ranggerstr. 12 - 6179 Ranggen - Tel. +43 (0) 52 32 / 200 22 - E-mail: office@holzbau-aktiv.at


H. STOCKER GMBH

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Am neuen Standort in Kematen adaptierte die H. Stocker GmbH zwei rund 20 Jahre alte Bestandsgebäude und baute zusätzlich eine neue Halle an, die unter anderem einen modernen, innovativen Heiz-Schauraum beherbergt, den man durch die große Fensterscheibe direkt einsehen kann. Bereits von der Straße aus wird sichtbar: Hinter diesem Unternehmen verbirgt sich etwas Besonderes.

EINE VISION WIRD ZUM UNTERNEHMEN Übersetzt man Innovation wörtlich, kommt man über das lateinische innovare zur Erneuerung. Die H. Stocker GmbH wurde 1994 aus einer Vision gegründet, Kaminsysteme umweltfreundlicher zu machen und neue Technologien mit Innovationsgeist und Mut voranzutreiben. Dazu hat sich auch das Unternehmen selbst stetig weiterentwickelt und mit dem neuen Firmengebäude samt einzigartigem Schauheizkraftwerk in Kematen einen neuen Meilenstein gesetzt.

W

o kämen wir hin, wenn alle sagten „Wo kämen wir hin?“ und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen. Hermann Stocker jedenfalls war einer jener, die losgegangen sind. Im Jahr 1989 und im Brandschutz tätig, kam er mit dem sogenannten PVDF-Kaminsystem aus der Schweiz in Berührung. Polyvinylidenfluorid, kurz PVDF, ist ein vielseitiger und thermisch wie chemisch extrem beständiger Kunststoff, robust und trotzdem flexibel und findet in der Industrie vielseitige Anwendungsmöglichkeiten. Bei Kaminen

war der Werkstoff eher ungewöhnlich, die Idee von Umweltschutz, recycelbarem Kunststoffmaterial und der Vermeidung von saurem Regen ließ Stocker indes nicht mehr los. Fünf Jahre nach dem ersten Kennenlernen wurde aus Stocker und den PVDF-Kunststoffkaminsystemen eine ernsthafte Beziehung. 1993 war er österreichischer Generalimporteur, 1994 wurde daraus endgültig ein Unternehmen. Seit über 25 Jahren ist die H. Stocker GmbH verlässlicher Kaminpartner. „Einer neuen Technologie zu vertrauen, die Innovation zu erkennen und den Mut zu haben, diese am


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heimischen Markt einzuführen, dafür braucht es eine gasleitungen sowie Rauchrohre bis hin zum passenordentliche Portion Pionier- und Unternehmergeist“, den Kaminzubehör und abgastechnischen Produkten. heißt es in der Geschichte des Unternehmens, das bis heute fest in Familienhand ist. Schöner könnte man es FÜR EINE KLIMATISCH BESSERE ZUKUNFT kaum beschreiben. „Wir sind ein privates Unterneh- „Für unseren neuen Standort haben wir in Kematen men und beschäftigen uns seit Jahrzehnten mit Abgas- zwei rund 20 Jahre alte Bestandsgebäude umgebaut und Schachtsystemen. Wie und für unsere Bedürfniskümmern uns nicht nur um se adaptiert. Zusätzlich den Kamin per se, sondern haben wir eine neue Halum die gesamte Technik le gebaut. Im Zuge dessen dahinter und haben uns standen wir selbst vor der über all die Jahre eine hoHerausforderung, das pashe Kompetenz in Sachen sende Heiz- bzw. KühlsysPassiv­hausstandard erartem für uns zu finden. Auch beitet. Unsere Mitarbeiter die Stromerzeugung wurverfügen über gewerküberde zum Thema“, erzählt greifendes Know-how und Stocker: „Wir haben uns wir stehen für Handschlagdazu entschlossen, eine qualität. Wir halten, was 200- kWp-Anlage am Dach „ D A S T H E M A D E R Z U K U N F T zu installieren und sind dawir versprechen“, sagt GeWIRD NEBEN DEM HEIZEN schäftsführer Gregor Stofür eine Contracting-Partcker, der gleich zu Beginn nerschaft mit Gutmann AUCH DAS KÜHLEN SEIN. ins Unternehmen mit einEnergiesysteme eingegan­ WIR BESCHÄF TIGEN stieg. Neben Hermann und gen. In erster Linie nutzen IN ALLEN BEREICHEN Gregor Stocker war damals wir den produzierten Strom H O C H­P R O F E S S I O N E L L E lediglich noch eine Assisnatürlich selbst, überschüstentin beschäftigt. Heute sige Energie stellen wir M I TA R B E I T E R , D I E I H R zählt die H. Stocker GmbH Gutmann zu dessen NutWISSEN ZIELGERICHTE T rund 30 professionelle, zung zur Verfügung oder E I N S E T Z E N KÖ N N E N .“ qualifizierte Mitarbeiter verkaufen ihn. Wir stehen GREGOR STOCKER und verfügt über ein stetig für modernes Bauen, erneugewachsenes, breites Porterbare Energien und dafür, folio – von Abgassystemen aus Kunststoff, Edelstahl Energie sinnvoll zu nutzen. Das leben wir im Unternehund Keramik zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhält- men vor.“ Beim Heizen setzt man dabei nicht auf die nis über verschiedene (Leichtbau-)Schachtlösungen, derzeit allseits beliebte Wärmepumpentechnologie, Decken-, Wand- und Dach-Durchführungen für Ab- sondern auf Pellets. „Da wir für die Fußboden-, Decken-

Die neuen großzügig gestalteten Räumlichkeiten bieten Platz für Schulungen, um sämtliche Möglichkeiten der Haustechnik nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern sie im wahrsten Sinne begreifbar zu machen. Die Räume werden von der H. Stocker GmbH für interne Fortbildungen und für Kunden genutzt und stehen zudem den Partnerbetrieben offen.

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H. STOCKER GMBH

W E R S I C H V O R I N N O VAT I O N E N N I C H T V E R S T E C K T, WÄ C H S T. A U C H A L S U N T E R N E H M E N .

Um die Funktionsweisen diverser technischer Anlagen kennenzulernen, hat die H. Stocker GmbH im Rahmen des neuen Firmengebäudes unter anderem in Zusammenarbeit mit der Hargassner Ges mbH, ENERGIEFREUND – ZET & BZR GmbH, GUTMANN Energiesysteme GmbH, Huter Haustechnik GmbH und Elektro-Kommunikationstechnik Thaler GmbH ein übersichtliches Schauheizkraftwerk errichtet. Vor allem die Heiztechnologie mittels Pellets – für die sich Stocker am Standort entschieden hat – lässt sich hier besonders gut nachvollziehen.

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oder Flächenheizung aufgrund des Altbestandes auch hohe Temperaturbereiche brauchen, ist die Biomasse die einzig richtige Entscheidung für unseren Standort – auch wirtschaftlich. Mit der Pelletsheizanlage sind wir für die kommenden Jahre gut gerüstet“, erklärt der Firmenchef. Ein vorausschauender Schachzug war es auch, sich die Wasserrechte am Grundstück zu sichern. „Gerade im Sommer wird es in den oberen Stockwerken naturgemäß sehr warm und wir sind überzeugt: Das Thema der Zukunft wird neben dem Heizen auch das Kühlen sein. Unser Zugang war eine Grundwasserkühlung im Gebäude, für die uns das ‚eigene‘ Wasser natürlich sehr hilft“, so Stocker.

DIE SYSTEME BE - GREIFEN

Weil man beim neuen Gebäude quasi mit allen Facetten der Haustechnik konfrontiert war und diese von Grund auf mitdenken konnte, ist eine gänzlich neue Besonderheit entstanden: ein Schauheizkraftwerk. Dort lassen sich die Technologien tatsächlich begreifen – man kann sie anschauen, anfassen und damit besser verstehen lernen. Deshalb wurde auch ein großzügiger Schulungsbereich integriert, der Kunden, Partnerbetrieben, Auszubildenden und Interessierten die Möglichkeit gibt, die Funktionsweisen verschiedener technischer Anlagen vor Ort kennenzulernen. Stocker: „Unter anderem wollen wir damit zeigen, dass Pellets als Biomasse eine klimaneutrale und echte Alternative zur Wärmeerzeugung darstellen. Generell wollen wir sämtliche Möglichkeiten der Haustechnik aufzeigen, Heizung, Kühlung, Photovoltaik ... Wir sind an unserem neuen Standort in Kematen so gut wie energieautark und umweltfreundlich. Den Strom, den wir brauchen, produzieren wir selbst, die Wärme kommt

von Pellets, die Kühlung über die Grundwasserpumpe. Unser Know-how und unsere Erfahrungen möchten wir weitergeben, deshalb haben wir uns für den Schulungsraum entschieden. Außerdem gibt es eine Cafeteria und eine große Terrasse, damit man sich bei uns rundum wohlfühlen kann. Mit Hargassner auf Heizungs- sowie Huter auf technischer Seite und Gutmann als Energielieferant können wir zeigen, welches Potenzial in der Biomasse steckt.“ Dinge mit allen Sinnen erfassen zu können, ist ein nicht zu unterschätzender Mehrwert und hilft, Besuchern die Thematik anschaulich näherzubringen. Die Schulungsteilnehmer werden zu Multiplikatoren, die ihr Wissen weitergeben und das Thema Heizen im Sinne der Energieautarkie, Effizienz und Umweltverträglichkeit voranbringen. „Wir möchten unser Wissen an Installateure, Rauchfangkehrer und Heizungsbauer weitergeben, aber auch an die Industrie oder Hoteliers. Der neue Standort ist perfekt angebunden und auch von der Autobahn leicht zu erreichen. Das war uns wichtig. Ebenso, wie unseren Mitarbeitern ein modernes, gesundes, innovatives und zukunftsgerichtetes Umfeld zu bieten“, so Gregor Stocker.

H.STOCKER GMBH Sellrainer Straße 1, 6175 Kematen Tel.: 0512/28 88 81 office@stocker-kaminsysteme.com

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STETIG STEIGEND Der Immobilienpreisspiegel reflektiert die im vergangenen Jahr erzielten Durchschnittspreise für verschiedene Liegenschaften in Österreich. Mitte des Jahres erschien die neue Ausgabe. Fazit: Die Nachfrage nach Immobilien ist auch in Zeiten von Corona ungebrochen groß.

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enerell darf gesagt werden, dass bruck-Land mit 3,43 bis 11,89 Prozent, sich die vorjährige Einschätjeweils abhängig von der Lage“, ergänzt zung, nämlich jene, dass nach Obmann-Stellvertreter Arno Wimmer. Für der ersten Corona-bedingten Bauträger wird es deshalb zunehmend Schockstarre doch eine Erhoschwieriger, geeignete Grundstücke zu lung des Immobilienmarktes einhergehen halbwegs akzeptablen Preisen zu finden, könnte, durchaus bewahrheitet hat. So lag die in der Folge auch leistbares Wohnen erdas Transaktionsvolumen im Jahr 2020, möglichen. Bei vielen bereits gewidmeten trotz Pandemie, bei über vier Milliarden Grundstücken haben die Eigentümer vielEuro“, resümiert Philipp fach schlichtweg keine Reisinger, Obmann der Verkaufsabsicht oder Die nach wie Fachgruppe Immobilien-notwendigkeit, sodass und Vermögenstreuhändiese für den Markt nicht vor niedrigen der in der Wirtschaftszur Verfügung stehen. Zinsen und die kammer Tirol. Auch die Das ist ein Problem. „InWertsteigerungen wieweit neue gesetzliche Verkaufszahlen selbst haben sich in etwa am VorMaßnahmen, die geplant der letzten jahr halten können: „Die sind, eine Mobilisierung Jahre sorgen für Grundsituation am Markt der Grundstücke bewirstetig steigende hat sich nicht geändert. ken, bleibt abzuwarten“, Grund und Boden in Tirol so Reisinger. Auch die Immobiliensind begehrt, nicht beliePreise für Grundstücke investments. big vermehrbar und dazur Betriebsansiedlung Auch und vor her nach wie vor auf eisind fast durchwegs genem hohen Preisniveau. stiegen. Wimmer: „Zum allem in Zeiten Der derzeit niedrige ZinTeil waren die Steigerunvon Corona. sendienst und die Wertgen insbesondere im Zensteigerungen der letzten tralraum Innsbruck, aber Jahre beflügeln Anleger förmlich, in Tiroler auch in einzelnen Bezirken überproportioImmobilien zu investieren.“ So wurden im nal. Auch hier ist die Nachfrage größer als Jahr 2020 stattliche 12.849 Transaktionen das Angebot und gewidmete Grundstücke erfasst und damit um 3,33 Prozent mehr als werden am Markt vielfach nicht verkauft, im Jahr davor. Über 15 Prozent aller Verkäufe allenfalls nur in Baurecht vergeben.“ entfielen dabei auf Grundstücke. Die Grundstückspreise für EinfamilienPREISSTEIGERUNGEN ALLERORTENS häuser sind dabei in allen Bezirken gestieWas der Immobilienmarktbericht auch diegen, wenn auch in unterschiedlichem Ausses Mal deutlich zeigt: Immobilien werden maß. „Sehr dynamisch war die Entwicklung nicht billiger. Im Gegenteil. Auch im verin Innsbruck-Stadt mit Preissteigerungen gangenen Jahr sind die Preise quasi in allen von 8,14 bis 11,95 Prozent und in InnsBereichen in nur eine Richtung gegangen,

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© WK TIROL

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Philipp Reisinger, Obmann der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder (li.), mit Stellvertreter Arno Wimmer

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Die finanzielle Schmerzgrenze scheint bei Käufern nach wie vor nicht erreicht. Die höchste Preissteigerung ist dabei in Innsbruck-Land zu verzeichnen.

nämlich nach oben. Die finanzielle Schmerzgrenze scheint bei Käufern nach wie vor nicht erreicht. Die höchste Preissteigerung ist dabei in Innsbruck-Land zu verzeichnen – insbesondere im höheren Preissegment, also in besseren Lagen und bei Wohnungen mit höherem Wohnwert. „Die Steigerung in Innsbruck-Land ergibt sich aus der Tatsache, dass viele die Preise in der Stadt Innsbruck nicht mehr bezahlen können oder wollen und daher in die Umgebung von Innsbruck ziehen“, erklärt Wimmer. Auch im Bezirk Schwaz sind die Preise überdurchschnittlich angestiegen. Das überrascht. Oder auch nicht. Reisinger: „Speziell Grundstücke und Einfamilienhäuser in mäßigen Lagen und geringer Güte legten bis zu 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Eine Ressource offensichtlich, die von Bauträgern genutzt wird, um auf diesen Grundstücken Wohnungseigentum neu zu errichten.“ So zeigen sich deutliche Preis- und Wertsteigerungen sowohl bei gebrauchten als auch bei neuen Wohnungen, bis zu zehn Prozent im Exklusivbereich. Erstaunlicherweise zeigt sich in Kitzbühel im Vergleich in nahezu allen Verkaufs-

klassen eine deutlich niedrigere Preissteigerung als im Vorjahr. Der Wertzuwachs bildet sich im Bereich der Inflation ab. „Wer glaubt, dass dies eine abgeschwächte Konjunktur in der Gamsstadt abbildet, irrt. Immerhin wurde im Bezirk Kitzbühel ein Viertel des gesamten Tiroler Immobilientransaktionsvolumens erwirtschaftet. Betriebs- und Baugrundstücke legten im Preis nur knapp über der Inflationsmarke zu“, erklärt Reisinger. Etwas höher allerdings geringwertigere Grundstücke. Hier passiert eine Angleichung an das allgemein hohe Preisniveau. Wie sich dies mit der ungebrochenen Präsenz der Bauträger in der Sportstadt vereinbart? „Hier werden selten unbebaute Grundstücke gekauft, vielmehr wird vielfach in Altobjekte investiert und auf diesen bereits bebauten Grundstücken verdichtet eine neue exklusive Bausubstanz errichtet. Die Mieten für Geschäftslokale und Büroflächen bewegen sich deutlich unter jenen der Landeshauptstadt und haben lediglich im Inflationsbereich zugelegt. Eine Corona-bedingte Stagnation ist nicht feststellbar. Dasselbe kann von Wohnungsmieten gesagt werden. Diese bewegten sich je

nach Wohnungsgüte im Schnitt zwischen 7 und 14 Euro pro Quadratmeter im Monat.“ Auf der anderen Seite war es im letzten Jahr der Bezirk Kufstein, der – zumindest was das Wohnen betrifft – prosperiert. Das zeigt sich nicht nur an den Verkaufszahlen, sondern auch daran, dass vermehrt Qualitätsimmobilien nachgefragt werden. „Eigentumswohnungen, Einfamilienhäuser in guter bis bester Wohnlage und -güte wiesen mit bis zu sechs Prozent das größte Steigerungspotenzial gegenüber dem Vorjahr auf. Der Errichtungsboom der letzten Jahre an Fachmarktzentren und Ladenzeilen in der Innenstadt dürfte hingegen zu einer gewissen Marktsättigung geführt haben. So haben sich die Büro- bzw. Geschäftsraummieten eher seitwärts denn nach oben hin entwickelt. Die Wohnungsmieten stiegen ebenfalls, wenn überhaupt, im Rahmen der Inflation. Punktuell freilich dynamischer im vereinzelten Luxusbereich“, erklärt der Fachgruppenobmann. „Die letztjährige Einschätzung nach weiteren umfeldbedingten Preis- und Wertsteigerungen im Bundesland Tirol, verbunden mit einer Abschwächung der Dynamik der letzten Jahre, scheint sich zu bewahrheiten. Die befürchtete Verringerung der Transaktionen, aufgrund der Pandemie, ist nicht eingetreten. Auch der Kauf von Vorsorgewohnungen wurde kaum verschoben. Die Investition in Immobilien wird – mangels anderer attraktiver Alternativen – von Tirolerinnen und Tirolern daher nach wie vor präferiert. Da der Bedarf in Tirol kaum rückläufig sein wird, kann auch hier von einer gewissen weiteren Preisstabilität ausgegangen werden. Inwieweit die angekündigten Maßnahmen der Landesregierung nach verstärkter Subjektförderung für junge Leute, Einführung eines Erklärungsmodelles zur Eindämmung illegaler Freizeitwohnsitze und künftige Vorschreibung einer Leerstandsabgabe geeignet sind, die Preis- und Wertsituation des Tiroler Immobilienmarktes zu verändern, kann momentan noch kaum beurteilt werden“, so Philipp Reisinger und Arno Wimmer abschließend.


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Quadratmeter durchschnittliche Wohnungsgröße von Hauptwohnsitzen in Tirol im Jahr 2020 44,1 Quadratmeter durchschnittliche Wohnfläche pro Person

Wohnungen in Tirol 46 % der Gebäude beinhalten weniger als zwei Wohnungen

68

70 %

der Tiroler leben im Eigentum

36,3 %

Ein-Personen-Haushalte

21 %

der Tiroler wohnen in einer Eigentumswohnung

6,26 %

Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen im Erstbezug in Innsbruck Land

12.849

Immobilienverkäufe im Jahr 2020 mit einem Transaktionsvolumen von 4,1 Milliarden Euro. Rund 40 % davon entfielen auf Wohnungsverkäufe

2,42 %

durchschnittliche Mietsteigerung für Wohnungen in Tirol im Jahr 2020

*) In einer von IMAS International von 1. bis 23. Februar 2021 durchgeführten Telefonbefragung wurden die Wohnsituation der österreichischen Bevölkerung ab 18 Jahren sowie deren Wünsche und Bedürfnisse zur Veränderung erhoben. Insgesamt wurden 1.350 Interviews in ganz Österreich durchgeführt. Pro Bundesland wurden 150 Personen befragt. Quellen: Sparkasse, Statistik Austria, Immobilienpreisspiegel


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durchschnittlicher Mietrückgang für Geschäftslokale in Tirol im Jahr 2020

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NEUE HEIMAT TIROL

AUSGEWÄHLTE NHT-REFERENZPROJEKTE W E LT W E I T G R Ö S S T E R P A S S I V H A U S - W O H N B A U

DREI FRAGEN AN DEN RUMER

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In der Marktgemeinde Rum erfolgte letzten Herbst der Spatenstich für den derzeit weltweit größten Passivhaus-Plus-Wohnbau. Übers Jahr gerechnet wird am Gebäude etwa so viel Energie erzeugt werden können, wie verbraucht wird. Die Beheizung der gesamten Anlage erfolgt über einen Anschluss an das Abwärmenetz der Tirol Kliniken sowie mehrere Wärmepumpen. Nachhaltig und CO2-frei ist auch die Stromversorgung mit einer 710 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage auf den Gebäudedächern. Die damit erzeugte Energie wird in Kooperation mit der TIWAG als Mieterstrommodell zur Verfügung gestellt und für die dezentrale Warmwasserbereitung und Haustechnik verwendet.

BÜRGERMEISTER JOSEF KARBON

HAUS OHNE HEIZUNG AUF 1.337 HÖHENMETERN

Wie stolz ist man in der Gemeinde über dieses Referenzprojekt? Josef Karbon: Dieses Projekt ist das Herzstück der Rumer Wohnbauoffensive und gleichzeitig ein Meilenstein unserer Klimastrategie. Leistbares Wohnen in Verbindung mit höchster Energieeffizienz weist den Weg in unsere Zukunft – ein Projekt, das weit über die Grenzen unserer Gemeinde hinaus Vorbild sein wird.

Es wird zweifelsohne eine Premiere für Tirol und die Planungen für den Baustart im kommenden Jahr laufen bereits auf Hochtouren. Inspiration und Vorbild ist dabei das „Haus ohne Heizung“ des Vorarlberger Architektenbüros Baumschlager Eberle, mittlerweile bereits mehrfach im Ländle erfolgreich umgesetzt. Geheizt wird über die Wärmeabgabe der anwesenden Menschen (die dabei ständig rund 80 Watt auf ihre Umgebung abstrahlen), der technischen Geräte sowie der Beleuchtung. Durch Sensoren gesteuerte Lüftungsflügel regulieren den CO2-Anteil und die Raumtemperatur, die sich so stets zwischen 22 und 26 Grad Celsius bewegen soll.

Sind nächste Projekte bereits geplant? Günstig und energieeffizient wohnen sind kein Widerspruch. Die Marktgemeinde Rum zählt im geförderten Wohnbau sicher zu den Vorreitern in Tirol. Das aktuelle Projekt sowie das große internationale Interesse ermutigen uns dabei, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Welche weiteren Pläne gibt es im Bereich Klimaschutz? Für die Marktgemeinde Rum ist der Klimawandel nicht nur ein Schlagwort. Gerade im Bereich des Ausbaus des öffentlichen Verkehrs, Rad-Infrastruktur und E-Mobilität wollen wir in den nächsten Jahren zahlreiche Akzente setzen.“

PIONIERARBEIT AM VÖGELEBICHL

Dieses 2015 im Innsbrucker Stadtteil Hötting-West realisierte Wohngebäude mit 16 Mietwohnungen gilt als weltweit erstes Passivhaus-Plus-Projekt im mehrgeschoßigen Wohnbau. Das Energiekonzept sieht eine Grundwasserwärmepumpe, eine thermische Solaranlage und eine Photovoltaikanlage vor. Durch ein optimales Zusammenspielen kann die gesamte Energie für Warmwasser, Heizung und Allgemeinstrom am Grundstück erzeugt werden. Die darüber hinaus verbleibende Überenergie wird ins lokale Stromnetz eingespeist. Das innovative Konzept wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck und dem deutschen Passivhausinstitut entwickelt.


NEUE HEIMAT TIROL

KLIMAFIT BAUEN UND WOHNEN Der Klimaschutz hat längst auch den gemeinnützigen Wohnbau erreicht. Die NEUE HEIMAT TIROL (NHT) ist mit ihren modernen, architektonisch anspruchsvollen und vor allem energiesparenden Gebäuden ein Trendsetter am Markt.

D

ie Anforderungen werden strenger, die Standards höher und die Bewohner zeigen mehr Bewusstsein im Umgang mit dem Ressourcenverbrauch. Innovative Konzepte sind das Gebot der Stunde. Seit 2012 werden die Wohngebäude der NHT ausschließlich im Passivhausstandard geplant und gebaut. „Mit fast 3.500 Wohnungen im Portfolio zählen wir zu den größten Passivhausbauträgern in Europa“, weiß NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner: „Das Passivhaus ist der führende Standard im energiesparenden Bauen. Die Bewohnerinnen und Bewohner profitieren von niedrigen Betriebskosten, zusätzlich leisten wir mit unseren hoch energieeffizienten Gebäuden einen nachhaltigen Beitrag zur Reduzierung unseres CO2-Fußabdrucks.“ Mit dem 2015 fertiggestellten Netto-Null-Gebäude in Innsbruck wurde ein nächster Meilenstein gesetzt. Der Mehrwert für die Bewohner besteht darin, dass die gesamte Energie für die allgemeine Haustechnik inklusive Heizung und Warmwasser am Haus produziert wird. Dafür sorgen eine Grundwasserwärmepumpe, eine thermische Solaranlage sowie eine Photovoltaikanlage. Dasselbe Modell – nur eine Dimension größer – wird derzeit mit dem weltweit größten Passivhaus-Plus-Wohnbau in der Marktge-

WUSSTEN SIE, DASS … … Tiefgaragen über 1.600 Quadratmeter aus Sicherheitsgründen Tag und Nacht beleuchtet sein müssen? Das kostet Geld. Die NHT hat deshalb in den letzten Jahren sämtliche Großgaragenanlagen auf LEDBeleuchtung umgerüstet und mit Photovoltaik-Paneelen ausgestattet: Über 8.000 Tiefgaragenplätze werden nunmehr mit Sonnenstrom beleuchtet. ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG // FOTOS: © NHT

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Nachhaltig bauen mit den beiden NHT-Geschäftsführern Hannes Gschwentner (re.) und Markus Pollo

meinde Rum umgesetzt. „Passivhaus Plus“ ist ein Baustandard, der besonderes Augenmerk auf das ausgewogene Zusammenspiel von Energiebedarf und -erzeugung am Gebäude legt. Übers Jahr gerechnet soll also am Gebäude etwa so viel Energie erzeugt werden können wie verbraucht wird. Die Fertigstellung der neuen Vorzeige-Wohnanlage an der Steinbockallee ist bis Ende 2022 geplant. Die NHT investiert rund 20 Millionen Euro. „Die NHT ist damit einmal mehr Vorreiter in der Entwicklung und Umsetzung neuer sowie klimafreundlicher Wohnstandards“, zeigt sich Geschäftsführer Markus Pollo stolz: „Wir arbeiten sehr eng mit der Forschung und Wissenschaft zusammen, um bei der Umsetzung und Anwendung der neuesten Technologien im Bereich der Gebäudetechnik auch zukünftig ganz vorne dabei zu sein.“ Der gemeinnützige Wohnbau mit seiner generationenübergreifenden Funktion und dem konstant hohen Bauvolumen kann hier

eine wichtige Klammer sein. Tatsache ist: Über 40 Prozent des gesamten Tiroler Energiebedarfs werden von unseren Gebäuden beansprucht. Gerade hier steckt also noch sehr viel Einsparungspotenzial. Durch die richtige Dämmung sanierungsbedürftiger Gebäude und die Optimierung und Erneuerung veralteter Heizsysteme können bis zu 80 Prozent des Wärmebedarfs eingespart und fossile Energieträger durch erneuerbare ersetzt werden. PR

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BAUEN IST EMOTION Wohnen ist ein Grundbedürfnis, Leben eine Frage des Stils. INTERVIEW: MARINA BERNARDI

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ie ZIMA Gruppe feiert heuer ihr 50-jähriges Bestehen, seit 30 Jahren ist das Unternehmen auch in Tirol tätig. So ist 2021 quasi ein Doppel-Jubiläumsjahr, das der ZIMA heuer die Ehrung des Landes zum „Tiroler Traditionsbetrieb“ einbrachte, mit dem runde Betriebsjubiläen beurkundet werden. „Schade, dass wir das aufgrund der aktuellen Situation nicht richtig feiern können“, bedauert Alexander Wolf, Geschäftsführer der ZIMA Tirol mit Sitz in Innsbruck. Wir haben mit ihm indes übers Bauen und Wohnen gesprochen.

ECO.NOVA: Die ZIMA feiert heuer gleich ein doppeltes Jubiläum. Was waren die größten Meilensteine in der Unternehmensgeschichte? ALEXENDER WOLF: Die ZIMA hat sich vor 30 Jahren in Tirol über Imst und Telfs Richtung Innsbruck vorangearbeitet. Möchte man Projektmeilensteine definieren, so war sicher die Entwicklung des Tivoli-Areals, das wir gemeinsam mit der Neuen Heimat Tirol entwickelt und umgesetzt haben, ein großer Durchbruch. Wir haben einen Gutteil der Wohnungen und insbesondere die gewerblichen Flächen samt Hotel und Büros realisiert. Ich denke, wir konnten damit einen wertvollen Beitrag zur Infrastruktur und Lebensqualität in Innsbruck leisten. Auch das Projekt „Leben am Sonnenhang“ war ein großer Wurf – das Wohnbauprojekt im Westen von Innsbruck entstand unter aufwendigsten Bedingungen und wurde ein echter Hingucker. Anfang der 2000er-Jahre konnten wir außerdem aus einem Paket der BUWOG über 800 Wohnungen erwerben und diese zwischenzeitlich gut verwerten. Für die Firmengruppe waren mit Sicherheit die Expansion nach München, Wien und die Schweiz bedeutende Meilensteine der letzten zehn Jahre. Letztlich sind es zahlreiche einzelne Bausteine und insbesondere die Mitarbeiter, die den Erfolg des Unternehmens ausmachen und die viel Spaß und Freude bereitet haben. Auch der Umzug in unser derzeitiges Büro mitten in der Stadt im Jahr 2013 gehört zweifelsfrei dazu, mit dem wir für unsere Mitarbeiter ein angenehmes Arbeitsumfeld schaffen konnten.

Ein Thema der Stunde ist neben dem Klimaschutz oder damit einhergehend die Nachhaltigkeit. Der Begriff wird teilweise schon inflationär verwendet.

Können Sie damit etwas anfangen? Ja, in mehrerlei Hinsicht. Die Realisierung von Wohnbau hat generell einen nachhaltigen Aspekt, weil man im besten Fall für Generationen baut. Wohnbau ist nie kurzfristig, sondern hat immer langfristige Auswirkungen – auf die Bewohner, den Raum und die Umwelt. Wir machen uns deshalb stets Gedanken, wie wir das Thema Bauen weiterentwickeln können. Dafür braucht es Mut für Innovationen und die Bereitschaft für Veränderung. Das hat die ZIMA zweifellos. Wir bedienen uns seit langem intelligenter Bebauungskonzepte, um Grund und Boden zu schonen und die bestehenden Flächen nachhaltig zu nutzen. Ein revolutionärer Schritt war für uns jener in Richtung modulares Bauen. Mit „purelivin“ fördert die ZIMA gemeinsam mit Kaufmann Bausysteme als Produzent klimapositives Bauen. Mit dem modularen Holzmassivbau-Konzept werden seriell vorgefertigte, komplette Raummodule nach dem Plug-&-Play-Prinzip zu multifunktionalen Wohneinheiten kombiniert. Die Arbeit passiert quasi fast vollständig in der Fabrikshalle und nicht mehr vor Ort auf der Baustelle. Das ist auch für die Arbeiter eine Erleichterung, weil sie nicht mehr Wind und Wetter ausgesetzt sind. Das ermöglicht kurze Bauzeiten, reduziert die CO2-Belastung am Bau und schafft Wohngebäude, die zu beinahe 100 Prozent recyclebar sind. Ein klein wenig erinnert das System an Legobausteine für Erwachsene. Nach diesem Prinzip konnten wir mit unserem Partner Kaufmann Bausysteme aus Reuthe bereits Projekte im Bereich Hotel, Student Living, Sozialzentren, Schulen, Büro und Wohnbau mit rund 7.000 Modulen umsetzen – auch über die österreichischen Grenzen hinweg. Derzeit befinden sich weitere reine purelivin-Projekte mit über 350 Wohnungen und über 900 Modulen in Planung und Umsetzung.

ZIMA UNTERNEHMENSGRUPPE 1971 gründeten Horst Zimmermann und DI Franz Markowski (†) die ZIMA Unternehmensgruppe in Vorarlberg, die sich schnell als lokaler Wohnbauträger etablierte. Heute arbeiten rund 180 Mitarbeiter in vier Ländern in sechs Niederlassungsbüros an innovativen und wertbeständigen Immobilienprojekten. Dabei wurden in den vergangenen Jahren mehr als 8.000 Wohnungen und Raum für 6.500 Arbeitsplätze verwirklicht sowie etliche neue Projekte in die Wege geleitet. Aktuell befinden sich über 4.300 Wohneinheiten mit einem Gesamtprojektvolumen von rund 1,8 Milliarden Euro in der Pipeline. Die ZIMA Unternehmensgruppe zählt zu den größten privaten Immobilienentwicklern im deutschsprachigen Alpenraum. Der Stammsitz ist in Dornbirn. Weitere Niederlassungen befinden sich in Innsbruck, Bozen, München, St. Gallen und Wien. Die Jahresgesamtleistung betrug im Jahr 2020 über 253 Millionen Euro.


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Der Immobilienmarkt ist in ständiger Bewegung. Worin sehen Sie die gravierendsten Veränderungen der letzten Zeit? Der Markt ist unglaublich schnell geworden – auch in Tirol, viel mehr aber betrifft es die großen Ballungsräume. Dort werden Projekte und Immobilien bereits des Öfteren verkauft und weiterverkauft, noch bevor sie überhaupt gebaut sind. Immobilien werden so zur reinen Spekulationsmasse. Das ist eine Entwicklung, die auf Dauer nicht gut ist. Der Immobilienmarkt hat sich stark globalisiert, es geht nicht mehr nur um einzelne Investoren, auch Versicherungen, Krankenkassen, Bünde und Städte fangen an, in diesem Kreislauf mitzumischen. Vielfach meint man, es wären nur eine paar reiche Privatkäufer, die Immobilien zu Spekulationszwecken nutzen, aber das ist längst nicht mehr die übliche Praxis. Hier lohnt es sich meines Erachtens durchaus, genauer hinzuschauen. Schon vor Hunderten Jahren waren Gebäude sowie Grund und Boden ein essenzielles Mittel zur persönlichen Vorsorge oder finanziellen Absicherung. Das hat sich nicht verändert, doch der Fokus ist heute ein anderer. Die Nachfrage nach Immobilieninvestments ist nach wie vor groß – wenn auch selektiver. Seit der Finanzkrise im Jahr 2008/09 ist Geld extrem billig geworden. Das hat viele dazu gezwungen, in Immobilien zu investieren. Es ist eine simple Rechnung: Je höher die Geldmenge am Markt und je einfacher es ist, an Geld zu kommen, desto mehr Menschen werden dies für Investitionen nutzen. Real gesehen ist das im Verhältnis zu den privaten Einkommen aber zunehmend ein Problem. Manche Kredite werden schon auf die nächste Generation kalkuliert. Auf der anderen Seite wird aktuell sehr viel Altvermögen vererbt und in Ermangelung an Alternativen kommt auch dieses Geld in den Grundstücks- und Immobilienmarkt. Die Nachfrage ist also ob mehrerer Gründe nach wie vor auf sehr hohem Niveau.

STADTQUARTIER „STADT CARRÉ“ Im Stadtteil Wilten in Innsbruck realisiert ZIMA Tirol aktuell unter Berücksichtigung besonderer städtebaulicher Vorgaben das Stadtquartier „Stadt Carré“. In einem Mix mit 248 Wohneinheiten entstehen unter anderem 48 geförderte Studentenapartments. Darüber hinaus entstehen im vier Baukörper umfassenden Wohnquartier Geschäftsflächen in der Sockelzone. ZIMA investiert in das Großprojekt ca. 60 Millionen Euro.

Die Immobilienpreise sind auch während der Pandemie gestiegen, trotzdem wird nach wie vor stark in Immobilien investiert. Wie lange kann das noch so weitergehen, bzw. besteht die Gefahr einer Immobilienblase? Ich sehe bei uns nicht die Gefahr einer Blasenbildung, ein Wertverfall ist nicht zu befürchten. Deshalb sehe ich in absehbarer Zeit auch kein Ende der Preissteigerungen, wenngleich sich die Kurve abflacht. Auf der einen Seite gibt es eine Angebotsknappheit, auf der anderen Seite verfügt Tirol über eine hohe Lebensqualität, die viele Menschen anzieht. In diesem Spannungsfeld wird man Lösungen finden müssen, um vor allem den

„HÄUSER BAUT MAN NICHT FÜR D E N K U R Z F R I S T I G E N P R O F I T. M A N B A U T F Ü R G E N E R AT I O N E N UND DAS BIRGT EINE HOHE V E R A N T W O R T U N G .“ ALEXANDER WOLF

Tirolerinnen und Tirolern künftig noch leistbares Wohnen zu ermöglichen. Und um genau das zu tun, braucht es neben den gemeinnützigen auch private Wohnbauträger und ein Angebot an freifinanzierten Wohnungen. Das ist schwierig in die Köpfe der Gesellschaft zu bekommen, die private Bauträger und Projektentwickler eigentlich immer mehr als die Wurzel alles Üblen ausmachen, die ihre Wohnungen zu horrenden Preisen verkaufen und massenweise Gewinne machen. Doch das stimmt so pauschal nicht. Natürlich sind freifinanzierte Wohnungen im Verhältnis teuer, man darf aber nicht außer Acht lassen, dass wir damit das wohnbaugeförderte Eigentum zu Teil querfinanzieren, das oft nicht mehr umzusetzen wäre. Wir können um den Preis, den die Wohnbauförderung in Tirol zulässt, schlichtweg nicht mehr bauen, selbst wenn uns das Grundstück geschenkt wird. Wir sind uns unserer Verantwortung der Gesellschaft gegenüber bewusst. Es nützt uns die größte Gewinnspanne nichts, wenn die Leute kein Vertrauen mehr in uns und wir damit keine Chance mehr auf Folgeprojekte haben. Nachhaltig wäre das nicht. Ich bin sehr stolz auf unsere Wohnprojekte, in denen eine gesunde Durchmischung herrscht aus jungen Menschen, der Mittelschicht, Familien und finanzkräftigere Klientel. Hier entstehen ehr bunte Communities und das halte ich für sehr wichtig. Es geht uns nicht darum, mit unseren Projekten immer nur den maximalen Profit zu erreichen, sondern um nachhaltiges Bauen und Entwickeln. Und letztlich sind es gerade auch die Bewohner im hochpreisigeren Segment, die wiederum für Wert-


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Martin Wetscher im Gespräch mit Piero Lissoni


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schöpfung in der Region sorgen, weil sie hier einkaufen und Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Hier wäre ein etwas breiterer Blickwinkel der Entscheider durchaus angebracht.

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Beim Thema leistbares Wohnen spielt auch die Grundstücksthematik ihre Rolle. Grundstücke sind rar gesät und entsprechend teuer. Es wird eng in Tirol. Grundstücke spielen für dieses Thema die größte Rolle. Wir sind laufend auf der Suche nach Grundstücken und müssen dabei mitunter sehr kreativ sein, um einen fairen Interessensausgleich zwischen allen Beteiligten – Gemeinden und Grundstücksbesitzern – zu finden. Wir haben es in der Vergangenheit geschafft, reichlich Bauland zu mobilisieren, und sind aufgrund unserer Erfahrungen und des guten Einvernehmens mit vielen Gemeinden auch für die Zukunft zuversichtlich. Doch es ist schwierig. Wir kaufen jedoch nicht um Preis, sondern ziehen uns zurück, sobald ein Grundstück den Preis reell nicht mehr wert ist. Wir haben eine gut gefüllte Pipeline und müssen nicht mehr bis zum letzten Anschlag mitgehen. Am Ende des Tages wollen wir unsere Wohnungen zu einem angemessenen Preis verkaufen und nicht mit hochrotem Kopf aus einem Kundengespräch gehen, weil die Quadratmeterpreise vollkommen überzogen sind.

ZOLLERSTRASSE 6, INNSBRUCK purelivin ist ein revolutionärer Ansatz fürs Bauen und Wohnen. Seriell vorgefertigte Module aus Massivholz werden nach dem Prinzip „Plug & Play“ zu multifunktionalen Wohneinheiten kombiniert. Das Ergebnis sind Gebäude, die entscheidende Vorteile in Sachen Gesundheit, Raumklima und Werthaltigkeit haben. Holz massiv in Kombination mit der seriellen Vorfertigung in herausragender Qualität ermöglicht kurze Bauzeiten, was gerade in Zeiten der Pandemie unter anderem einen Schutz für die Handwerker bietet. Außerdem werden Immissionen und Lärm vor Ort auf ein Minimum reduziert. Ende 2020 wurden die ersten WohnbauReferenzprojekte erfolgreich abgeschlossen und fristgerecht den Bauherren bzw. den neuen Mietern übergeben.

Wie hat sich das Bauen generell in den letzten Jahr(zehnt)en verändert? Was sich auf jeden Fall stark verändert hat, sind die Architektursprache und die städtebaulichen Ansätze. Der Flächenverbrauch pro Kopf ist in der Vergangenheit statistisch laufend gestiegen, das bringt nicht nur Veränderungen beim Bauen, sondern auch beim Wohnen. Auch die Geschwindigkeiten haben eine ganz eigene Dynamik bekommen. Während das Bauen an sich, also die tatsächliche Realisierung von Projekten, viel schneller geworden ist, hat sich das Drumherum, die Bürokratie und der Planungsaufwand, deutlich erhöht. Wir produzieren im Vorfeld mittlerweile Stapel von Papieren, sodass ein wirklich effizientes Arbeiten kaum mehr möglich ist. Entscheidungen werden hin und her geschoben und damit verzögert, es gibt keine raschen Entschlüsse, obwohl man alle Mittel dazu hätte, schneller zu sinnvollen Ergebnissen zu kommen. Heute gibt es die unterschiedlichsten (technischen) Hilfsmittel, derer man sich bedienen kann, und dennoch dauern die Prozesse heute wesentlich länger als noch vor 20 Jahren. Das ist ein großes Problem. Auch ökonomisch. Letztlich ist die Zeit unser wertvollstes Gut und jede Verzögerung, während der wir nicht produktiv arbeiten können, kostet Geld. Und hier schließt sich der Kreis zum leistbaren Wohnen, denn irgendwo müssen diese Kosten einberechnet werden. Die Coronapandemie beeinflusst durch MaterialPreissteigerungen und Beschaffungsprobleme auch die Baubranche. Wie geht die ZIMA damit um? Als die Pandemie ausgebrochen ist, war uns relativ schnell klar, dass sich das unmittelbar auch auf unser Tun auswirken wird. Wir haben den Vorteil, dass uns mit den Lieferanten und Firmen eine jahrelange, gute Arbeitsbeziehung verbindet, bei der man sich auf Augenhöhe begegnet und miteinander und nicht gegeneinander arbeitet. Das hat uns in dieser Zeit sehr geholfen. Natürlich hadern aber auch wir. Vor allem, als die Investitionsprämie spruchreif wurde, wussten wir, wir müssen die Verträge mit unseren Zulieferern unter Dach und Fach bringen, bevor es eng wird. Die Investitionsprämie war und ist gut gemeint, stellt aber vor allem das Handwerk als Umsetzer vor Herausforderungen. Die Auftragsbücher sind übervoll, doch es mangelt an Fachkräften und teilweise an Material. Und wenn Material vorhanden ist, sind die Beschaffungspreise kaum mehr realistisch zu kalkulieren. Weil die Frist für die Prämie recht eng gesteckt ist, sind viele Projekte nicht bis zu Ende gedacht und Handwerker stehen oft vor halbfertigen Plänen. Darunter leiden folglich auch wir, weil sich damit auch unsere Projekte verzögern. Das wiederum ist schlecht für die Wohnungspreise, weil durchaus mehr Wohnungen am Markt sein könnten, als es aktuell sind. Da Projekte jedoch stillstehen, müssen wir auch den Verkauf aufschieben. Aufgrund der guten und stabilen Partnerschaften mit unseren Unternehmen sind wir aber bislang gut durch die Krise gekommen. In solchen Zeiten zeigt sich einmal mehr, dass ein Miteinander deutlich mehr bringt als Einzelkämpfertum und Egoismus.


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FALLSTRICKE BEIM IMMOBILIENERWERB Die Nachfrage nach Immobilien in Österreich scheint unersättlich zu sein. Gemäß jüngstem Property Index von Deloitte*) wird europaweit auf die Einwohneranzahl bezogen am meisten in Österreich gebaut. Dennoch ist eine Neubauwohnung hierzulande teurer als in jedem anderen Land in Europa. T E X T : R O L A N D M . W E G L E I T E R & M A R I O K AT H R E I N

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erade in Tirol sind die Immobilienpreise besonders hoch. Der Erwerb einer Immobilie bedarf eines finanziellen Kraftaktes. Dies darf jedoch nicht dazu führen, dass rechtliche Fallstricke außer Acht gelassen werden. Der vorliegende Beitrag liefert Ihnen einen Überblick über etwaige Stolpersteine beim Immobilienerwerb und zeigt häufig vernachlässigte Aspekte auf.

ERWERB EINES GRUNDSTÜCKES

Bei unbebauten Grundstücken ist zunächst die jeweilige Widmung des Grundstückes im Sinne des Tiroler Raumordnungsgesetzes (TROG) zu betrachten. Für die Realisierung Ihres Bauprojektes regelt der Flächenwidmungsplan der jeweiligen Gemeinde den zulässigen Verwendungszweck. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Umwidmung einer Fläche. Gemäß § 11 Tiroler Grundverkehrsgesetz (TGVG) müssen unbebaute Baugrundstücke allgemein binnen zehn Jahren bebaut werden. Für Baugrundstücke im Gewerbe- und Industriegebiet nach § 39 TROG beträgt die

Bebauungsfrist hingegen 20 Jahre. Wird diese Frist nicht eingehalten, sieht der Gesetzgeber die Zwangsversteigerung vor, welcher jedoch durch einen weiteren Übertragungsakt entgangen werden kann. Beim Grunderwerb sind Bürger von EU- und EWR-Mitgliedstaaten Inländern gleichgestellt. So genügt beim Erwerb von Baugrundstücken die Anzeige des Eigentumserwerbs bei der Grundverkehrsbehörde. Bei Drittstaatsangehörigen ist hingegen eine grundverkehrsbehördliche Genehmigung notwendig. Gerade in Tirol ist der Umstand zu beachten, dass der Erwerb von land- oder forstwirtschaftlichen Grundstücken immer der grundverkehrsbehördlichen Genehmigung bedarf. Beim Erwerb landwirtschaftlicher Grundstücke kommt, wenn der Erwerber kein Landwirt ist, die sogenannte Interessentenregelung gemäß § 7a TGVG zur Anwendung. Es werden ansässige Landwirte bevorzugt. Sie können das Grundstück quasi als Vorkaufsberechtigte zu ortsüblichen Konditionen (Schätzpreis eines Gutachters der Agrarbehörde des Landes Tirol) erwerben.

Sollte das Grundstück bebaut sein, ist darauf zu achten, dass sich der aktuelle Bebauungsstand auch mit dem ursprünglich bewilligten Bauvorhaben deckt. Abweichungen in der tatsächlichen Umsetzung können dazu führen, dass es sich um einen sogenannten Schwarzbau handelt, zu welchem im schlimmsten Fall die Behörde einen Abbruchauftrag erteilt. Ebenfalls ist darauf zu *) Der Property Index liefert einen umfassenden Überblick über den europäischen Immobilienmarkt. Dabei werden die allgemeinen Marktentwicklungen sowie die Wohnpreise in ausgewählten europäischen Ländern und Städten verglichen.


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achten, dass die Nutzung einer Liegenschaft zu Erholungszwecken (Freizeitwohnsitz) nur nach entsprechender behördlicher Bewilligung zulässig ist. Ansonsten droht die Untersagung der Nutzung per Bescheid und eine Geldstrafe bis zu 40.000 Euro (§ 13a Abs. 3 TROG). Darüber hinaus kommt es in der Praxis immer wieder vor, dass vor dem Erwerb eines unbebauten Grundstückes die Frage der Zufahrt oder der Leitungsrechte nicht hinreichend geklärt ist. Weniger offensichtlich sind Aspekte im Zusammenhang mit

etwaigen Kontaminationen oder Altlasten, die den Wert der Liegenschaft immens beeinträchtigen können, oder auch die Frage, ob die Liegenschaft in Gefahrenzonen (Wildbach, Lawinen etc.) liegt. Hier ist eine genaue Prüfung besonders wichtig, wie auch Regelungen zur Haftung und Gewährleistung im Vertrag. Ferner ist bei jeder Immobilientransaktion der Grundbuchsstand (und die Urkundensammlung) genauestens zu prüfen. Insbesondere finden sich jeweils im C-Blatt (Lastenblatt) die auf dieser Liegenschaft

haftenden Lasten (wie Pfandrechte, Leibrenten, Dienstbarkeiten, Bauverbote, Vorkaufsrechte etc.). Allgemein gilt der Publizitätsgrundsatz, das heißt, alle Rechte, die nicht im Grundbuch eingetragen sind, beispielsweise ein in den Lasten nicht verbüchertes Geh- und Fahrrecht, muss der Erwerber bei Unkenntnis nicht dulden. Diesfalls muss der Erwerber aber gutgläubig sein. Somit ist eine genaue Besichtigung des Grundstücks ebenso wie die Prüfung des Grundbuchs samt den zugehörigen Urkunden von zentraler Bedeutung.


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Die Praxisgruppe Immobilienrecht von CHG Czernich Rechtsanwälte (v. l.: Dr. Daniel Tamerl, Mag. Raphael Dorda, Dr. Christoph Haidlen, Dr. Roland M. Wegleiter, MMag. Katharina Schwager, Nicole Kluckner, nicht im Bild: Mag. Mario Kathrein, LL.M.)

80 ERWERB EINER EIGENTUMSWOHNUNG Anders stellt sich die Situation beim Erwerb einer Eigentumswohnung dar. Hier regeln das Wohnungseigentumsgesetz (WEG) und der jeweilige Wohnungseigentumsvertrag die Rechtsbeziehungen zwischen den einzelnen Wohnungseigentümern. Die genaue Prüfung des Wohnungseigentumsvertrages ist unerlässlich. Dort können unter anderem individuelle Abrechnungsmodalitäten abweichend von den gesetzlichen Bestimmungen oder bestimmte Benützungsregelungen für Allgemeinflächen vorgesehen sein. Sofern keine abweichende Regelung besteht, sind die Aufwendungen für die Liegenschaft grundsätzlich nach dem Verhältnis der Miteigentumsanteile zu tragen. Abweichende Aufteilungsschlüssel oder abweichende Abrechnungseinheiten werden oft für bestimmte Gebäudekörper oder Liegenschaftsteile vorgesehen. Zu denken ist daran, dass die laufenden (Betriebs-) Kosten für die Tiefgarage nur von den Eigentümern der Abstellplätze oder die Kosten eines Liftes nur von jenen Eigentümern, welche diesen auch benützen können, getragen werden. Bis zur WEG-Novelle 2002 wurden Garagen, Abstellplätze, Kellerabteile etc. für gewöhnlich nicht als eigenständige Woh-

nungseigentumsobjekte parifiziert. Diesfalls sind sie Zubehör zum eigentlichen Wohnungseigentumsobjekt, beispielsweise der Wohnung oder sonstigen selbständigen Räumlichkeiten. Folglich können bei älteren Objekten Kfz-Abstellplätze nicht ohne weitere Zwischenschritte isoliert veräußert werden. Insbesondere ist der Wohnungseigentumsvertrag auch dahingehend genauestens zu prüfen, ob die Zuordnung einzelner Zubehörobjekte korrekt erfolgt ist und es sich bei vermeintlichen Zubehörobjekten nicht um Allgemeinflächen handelt, welche fälschlicherweise im Kaufvertrag mit übertragen werden. Nach § 5 Abs. 1 WEG können nicht mehr als zwei natürliche Personen gemeinsam Wohnungseigentum erwerben. Somit können auch zwei Personen bei einem Wohnungseigentumsobjekt gemeinsam als Eigentümer im Grundbuch verbüchert werden. Sie müssen in keinem Naheverhältnis stehen. Über ihre Anteile kann nicht getrennt verfügt werden. Diese können nur gemeinsam beschränkt, belastet oder der Zwangsvollstreckung unterworfen werden. Wollen mehr als zwei Personen ein Wohnungseigentumsobjekt gemeinsam erwerben, ist das beispielsweise über eine dazwischengeschaltete Gesellschaft möglich.

Selbst nach dem Erwerb einer Wohnung bestehen für den Eigentümer einige Fallstricke. So bestehen insbesondere Schranken hinsichtlich der zulässigen Verwendung des Wohnungseigentumsobjektes. Zum einen sind vor allem die landesgesetzlichen Vorschriften zu beachten, insbesondere das Tiroler Raumordnungsgesetz. Zum anderen ist auch der jeweilige Wohnungseigentumsvertrag heranzuziehen. Die Verwendung einer Wohnung als Geschäftslokal oder die Vermietung über Airbnb kann eine unzulässige Nutzung darstellen, wenn die öffentlich-rechtlichen Voraussetzungen (insbesondere Flächenwidmung) sowie der Wohnungseigentumsvertrag (über den Verwendungszweck) dies nicht zulassen.

DIE ROLLE DES TREUHÄNDERS

Der Treuhänder dient dem Interessensausgleich beider Vertragsparteien. Um für beide Parteien völlige Sicherheit (das Zug-umZug-Prinzip) gewährleisten zu können, wird der Kaufpreis vom Käufer zunächst auf ein eigens eingerichtetes Treuhandkonto überwiesen. Das Geld gelangt erst dann in die Verfügungsmacht des Verkäufers, wenn das Eigentumsrecht des Käufers entsprechend den Vereinbarungen im Kaufvertrag (z. B. lastenfrei) im Grundbuch einverleibt wurde. Erst durch die Zwischenschaltung des


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V E R T R A U E N I S T G U T, KO N T R O L L E I S T B E S S E R . ENTSPRECHEND DER INVESTITIONSHÖHE S O L LT E A N E I N E R S O R G S A M E N P R Ü F U N G U N D ABWICKLUNG BEIM ERWERB EINER IMMOBILIE N I C H T G E S PA R T W E R D E N . A L S S P E Z I A L I S T E N KÜMMERN WIR UNS DARUM, DASS SIE KEINE BÖSEN ÜBERRASCHUNGEN ERLEBEN.

Treuhänders trägt keine Vertragspartei das Risiko, in Vorleistung gehen zu müssen. Zur Absicherung des treuhändig anvertrauten Geldes wurde von der Tiroler Rechtsanwaltskammer bereits 1995 das Anwaltliche Treuhandbuch geschaffen. Dadurch besteht zudem ein Versicherungsschutz der auf den Treuhandkonten verwahrten Gelder gegen widerrechtliche Zugriffe des Rechtsanwaltes. KAUFNEBENKOSTEN

IMMOBILIENERTRAGSTEUER Aus Verkäuferperspektive gilt es zu erörtern, ob Immobilienertragsteuer (ImmoESt) abzuführen ist. Dies ist grundsätzlich bei jedem entgeltlichen Erwerb der Fall, also nicht bei Schenkungen oder Erbschaften. Abzustellen ist auf den letzten entgeltlichen Erwerb: Falls die Liegenschaft vor 31. März 2002 angeschafft wurde, wird die ImmoESt auf Basis des Verkaufspreises pauschaliert: Entweder mit 4,2 Prozent des Verkaufspreises oder, sofern die Liegenschaft nach dem 31. Dezember1987 derart umgewidmet wurde, dass nach dem letzten entgeltlichen Erwerb eine erstmalige Bebauung möglich war, mit 18 Prozent des Verkaufspreises. Bei einem Erwerb nach 31. März 2002 ist der Differenzbetrag zwischen Verkaufserlös und Anschaffungskosten grundsätzlich mit dem besonderen Steuersatz von 30 Prozent zu besteuern. Die Anschaffungskosten sind unter Berücksichtigung diverser Kosten zu ermitteln. Der Verkauf einer Liegenschaft kann unter Umständen von der ImmoESt ausgenommen sein, etwa wenn die Liegenschaft dem Verkäufer mehrere Jahre als Hauptwohnsitz diente. Ebenso sind Einkünfte aus der Veräußerung von selbst hergestellten Gebäuden, sofern sie innerhalb der letzten zehn Jahre nicht zur Erzielung von Einkünften gedient haben, von der Besteuerung ausgenommen. Hier sind eine Reihe von gesetzlichen Bestimmungen auf den konkreten Einzelfall an-

zuwenden. Daher muss die Berechnung der ImmoESt immer im konkreten Fall erfolgen.

GRUNDERWERBSTEUER

Die Grunderwerbsteuer (GrESt) beträgt 3,5 Prozent des Wertes der Gegenleistung (Achtung: Das muss nicht zwingend der Kaufpreis sein!) und fällt bei allen Liegenschaftstransaktionen an, egal ob Grundstück oder Wohnung. Die GrESt fällt im Gegensatz zur ImmoESt auch dann an, wenn ein unentgeltlicher Erwerb vorliegt. Diesfalls gibt es eine doppelte Begünstigung: Die GrESt wird vom Grundstückswert berechnet. Dieser ist in der Regel (deutlich) geringer als der Verkehrswert. Ferner beträgt die Steuer beim unentgeltlichen Erwerb 0,5 Prozent für die ersten 250.000 Euro, 2 Prozent für die nächsten 150.000 Euro und darüber hinaus 3,5 Prozent. Übertragungen unter den im Gesetz vorgesehenen nahen Angehörigen gelten immer als unentgeltlich.

EINTRAGUNGSGEBÜHR

Die grundbücherliche Eintragungsgebühr beträgt 1,1 Prozent vom Wert des einzutragenden Rechts. Bei begünstigten Erwerbsvorgängen wie Schenkungen im Familienkreis oder gesellschaftsrechtlichen Umgründungsvorgängen ist die Eintragungsgebühr grundsätzlich vom (günstigeren) dreifachen Einheitswert zu berechnen.

SONSTIGE KOSTEN

Zu beachten sind zusätzlich vor allem Kosten für notarielle oder gerichtliche Beglaubigungen, Löschung und Eintragung von Pfandrechten, Maklerprovision sowie die Kosten für die Vertragserrichtung. Eine konkrete Kostenkalkulation kann nur anhand des jeweiligen Einzelfalles vorgenommen werden. Als Faustregel haben sich für eine grobe Schätzung der Kaufnebenkosten rund 10 Prozent des Kaufpreises etabliert. Diese Kaufnebenkosten sollten Sie daher beim Immobilienerwerb bei Ihrer finanziellen Planung jedenfalls berücksichtigen.

RA Dr. Roland M. Wegleiter (oben) und RAA Mag. Mario Kathrein, LL.M., CHG Czernich Haidlen Gast & Partner Rechtsanwälte GmbH

CHG CZERNICH HAIDLEN GAST & PARTNER RECHTSANWÄLTE Bozner Platz 4 6020 Innsbruck Tel.: 0512/56 73 73 office@chg.at

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Seit 1999 verstehen sich CHG Rechtsanwälte mit 35 Mitarbeitern als eine auf Unternehmens- und Wirtschaftsrecht spezialisierte Anwaltskanzlei mit Niederlassungen in Innsbruck, St. Johann, Vaduz und Wien sowie einer Partnerkanzlei in Bozen. Die Kanzlei entwickelt pragmatische Lösungen mit Sachverstand – auf einer fairen und transparenten Honorarbasis. Dies bestätigen auch mehre Rankings. So konnte die Kanzlei beispielsweise zuletzt im TrendAnwaltsranking 2021 den alleinigen Spitzenplatz als beste Kanzlei außerhalb Wiens verteidigen. Eine eigens eingerichtete Praxisgruppe Immobilienrecht unter der Leitung von RA Dr. Roland M. Wegleiter deckt das gesamte Spektrum der Immobilienwirtschaft ab und sucht stets nach der finanziell und steuerlich besten Lösung für den Klienten.

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AUGEN AUF BEIM IMMOBILIENKAUF Damit der langgehegte Traum der eigenen Immobilie nicht zum schlimmsten Albtraum wird. T E X T : D R . E S T H E R P E C H T L - S C H AT Z

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in langersehnter Wunsch geht in Erfüllung: Sie kaufen ein Haus, ein Grundstück oder eine Eigentumswohnung? Dann sollten Sie auch darüber informiert sein, welche Ansprüche Sie als Käufer einer Immobilie haben, wenn die Immobilie, der gekaufte Grund, die erworbene Eigentumswohnung oder Haus samt Grund nicht jene Eigenschaften aufweist, die Sie sich erwartet haben bzw. die Ihnen zugesichert wurden. Was sollten Sie bereits im Vorfeld beachten, damit es gar nicht so weit kommt, dass der Traum der eigenen Immobilie zu Ihrem schlimmsten Albtraum wird? Umgekehrt sind alle Liegenschaftsverkäufer gefragt: Wie sicher können Sie sich als Verkäufer einer Liegenschaft, eines Hauses oder einer Eigentumswohnung sein, dass der Käufer nicht nachträglich Ansprüche gegen Sie stellt und versucht, den Kaufpreis zu mindern oder vom Vertrag zurückzutreten? Dieser Beitrag soll einen kurzen Überblick über mögliche Gefahren beim Kauf einer Im-

mobilie aufzeigen und verdeutlichen, welche Anspruchsgrundlagen ein Käufer gegenüber einem Verkäufer haben kann.

IMMOBILIE MIT EIGENSCHAFTEN

Grundsätzlich ist zu sagen, dass das Kaufobjekt, wenn die Vertragsparteien nichts anderes vereinbart haben, die im redlichen Verkehr gewöhnlich vorausgesetzten oder die ausdrücklich oder schlüssig bedungenen Eigenschaften aufweisen muss. Das Kaufobjekt muss insbesondere „nach der Natur des Geschäftes“ oder „den getroffenen Vereinbarungen gemäß“ verwendet werden können. Was aber sind die gewöhnlich vorausgesetzten Eigenschaften einer Immobilie? Dazu gehört, sollte nicht ausdrücklich etwas Abweichendes vereinbart werden, dass der Verkäufer dem Käufer lastenfreies Eigentum verschafft. Das bezieht sich einerseits auf Geldlasten, die der Verkäufer vor oder Zug um Zug mit der Eigentumsübertragung an den Käufer zu tilgen hat. Zu beachten gilt,

dass aus dem Grundbuch ersichtliche andere Lasten wie Servituten (Dienstbarkeiten) und Reallasten im Zweifel als vom Käufer übernommen gelten. Wenn der Verkäufer ausdrücklich Lastenfreiheit der Liegenschaft mittels der Vertragsurkunde zusagt, so gilt zu beachten, dass dies dennoch nicht gänzliche Lastenfreiheit bedeuten kann, dies wenn es zum Beispiel offenkundige Rechte dritter Personen an der Liegenschaft gibt. Ergibt sich beispielsweise im Zuge einer Besichtigung, dass auf der Kaufliegenschaft Liftstützen stehen, so gilt diese Eigentumseinschränkung trotz der Formulierung der Lastenfreiheit als mitübernommen, da sich vorige Formulierung nur auf eingetragene Dienstbarkeiten bezieht, aber nicht auch auf allfällige Rechte dritter Personen erstreckt, die im Zuge der Besichtigung des Kaufobjektes offensichtlich, also offenkundig waren. Dies gilt beispielsweise auch für Heustadel auf landwirtschaftlichen Grundstücken, die seit vielen Jahrzehnten dort stehen.


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B E I E I N E M E I N FA M I L I E N H A U S I N E I N E R SIEDLUNG DARF AUCH VOR AUSGESE TZ T WERDEN, D A S S E S A U F N AT Ü R L I C H G E WA C H S E N E M GRUND UND BEISPIEL SWEISE NICHT AUF EINER BAUSCHUT TDEPONIE ERRICHTE T WURDE. Nimmt man im Zuge der Besichtigung derartige Gebäude wie Heustadel, Schuppen oder Liftsäulen wahr, so empfiehlt es sich für den Käufer jedenfalls, nochmals zu hinterfragen, wie lange sich diese Gebäude bzw. Anlagen schon dort befinden und wer diese bisher benützt hat bzw. zu benützen berechtigt war. Nimmt der Käufer derartige Anlagen nämlich im Zuge der Besichtigung wahr, bzw. werden dem Käufer diese Anlagen bei der Besichtigung der Liegenschaft gezeigt, kann sich der Käufer, selbst wenn im Vertrag später „lastenfreie Übergabe“ steht, nicht darauf berufen, dass er diese Last nicht mit übernommen hat und er den Kaufpreis gemindert haben will, da in jedem Kaufvertrag sich gewöhnlich auch der Passus befindet „wie besichtigt und wie der Verkäufer die Liegenschaft bisher benützte oder zu benützen berechtigt war“. Wenn al-

so seit Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten auf dem Grundstück ein Heustadel steht, der von einem Dritten bzw. dessen Rechtsvorgänger benützt wird bzw. wurde, so ist im Zweifel wohl davon auszugehen, dass eine Dienstbarkeit zu Gunsten eines Dritten besteht, auch wenn man dazu im Lastenblatt des Grundbuches nichts findet. Bei dem Kauf eines Baugrundstückes ist neben der Flächenwidmung als Bauland bzw. der Zulässigkeit der Bebaubarkeit grundsätzlich auch ein nichtkontaminiertes Erdreich, das dessen Deponierung auf übliche (kostengünstige) Weise ermöglicht, eine gewöhnlich vorausgesetzte Eigenschaft. Ferner ist auch die in den Vertragsgesprächen genannte Größe der Liegenschaft, wenn sie für die Bildung des Kaufpreises maßgeblich war, eine gewöhnlich vorausgesetzte Eigenschaft. Beim Kauf eines Hauses oder

einer Eigentumswohnung kann der Käufer davon ausgehen, dass die Quadratmeterangaben über die Wohnfläche stimmen. Auch statische Probleme oder eine defekte Feuchtigkeitsisolierung widersprechen den gewöhnlich vorausgesetzten Eigenschaften. Bei einem Einfamilienhaus in einer Siedlung darf auch vorausgesetzt werden, dass es auf natürlich gewachsenem Grund und beispielsweise nicht auf einer Bauschuttdeponie errichtet wurde. Der Verkäufer hat jedenfalls für alle ausdrücklich zugesagten als auch für aus der Natur des Geschäftes herrührenden Eigenschaften des Kaufobjektes Gewähr zu leisten, also im Falle von derartigen Sach- und/ oder Rechtsmängeln dafür einzustehen. Dasselbe gilt, wenn der Verkäufer ungewöhnliche Mängel oder Lasten verschweigt oder fälschlich vorgibt, dass die Sache zu einem

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kürzung über die Hälfte des wahren Wertes zu, wenn – aus Sicht des Käufers – die Kaufsache weniger wert ist als die Hälfte des vereinbarten bzw. bezahlten Kaufpreises; aus Sicht des Verkäufers, wenn der Verkehrswert der Liegenschaften mehr als das Doppelte des vereinbarten Kaufpreises beträgt. Der betreffende Vertragsteil ist dann „über die Hälfte verkürzt“. Wie Sie sehen, kann es im Falle eines Immobilienkaufes und dabei getätigter oder nicht getätigter Zusagen aufgrund verschiedenster Aspekte mehrfache Problematiken geben, die – was weder Käufer noch Verkäufer wollen – zu Haftungs- und Gewährleistungsansprüchen sowie zu Schadenersatzforderungen oder gar zur Rückabwicklung des Kaufgeschäftes führen können. Es empfiehlt sich jedenfalls, das Sprichwort „Augen auf beim Immobilienkauf“ zu beherzigen und sich eines/einer professionellen Vertragserrichters/Vertragserrichterin zu bedienen, der/die auf mögliche Gefahren hinweist und rechtzeitig aufklärt und für Sie handelt. www.anwaelte.cc

84 bestimmten Gebrauch tauglich wäre oder bessere Eigenschaften als üblich aufweist. Dann hat der Verkäufer auch für derartige Zusagen, sollten sie sich im Nachhinein als nicht korrekt herausstellen, einzustehen. Wenn der Verkäufer zum Beispiel sein Grundstück als „Baugrundstück“ anbietet und auch die Preisfindung einem Baugrundstück entspricht, die Formulierung „Baugrundstück“ im schriftlichen Vertrag dann aber keinen Eingang findet oder vielleicht sogar eine „bestimmte Verwendbarkeit“ ausgeschlossen wird, haftet er dennoch dafür, dass dieses Grundstück auch bebaut werden kann bzw. kommen dem Käufer Ansprüche auf Wandlung (Rücktritt) zu, sollte sich herausstellen, dass es keine Baulandwidmung gibt. In der Erklärung des Verkäufers, „dass auf dem kaufgegenständlichen Grundstück ein Wohnhaus im Rohbau steht“, liegt die Zusicherung, dass der Rohbau zur Gänze auf dem kaufgegenständlichen Grundstück und nicht auch zum Teil auf dem Nachbargrundstück steht sowie dass nach Fertigstellung die baubehördliche Benützungsbewilligung ohne weiteres erteilt wird, zugrunde. Neben der Geltendmachung von Sach- und Rechtsmängeln ist auch denkbar, dass der Käufer den Kaufvertrag aufgrund eines vom Verkäufer veranlassten Geschäftsirrtums

anficht und eine Rückabwicklung des Vertrages oder eine Vertragsanpassung (meistens Herabsetzung des Preises) verlangt. Als Irreführung kommen in Betracht: die aktive Vorspiegelung falscher Tatsachen und die Unterdrückung des wahren Sachverhaltes, wodurch der Käufer in Irrtum geführt oder in Irrtum belassen wird. Auch ohne den Vorwurf von arglistiger Irreführung kann eine Haftung des Verkäufers in Betracht kommen, wenn er etwa fahrlässig Aufklärungspflichten verletzt, die ihn über dem Umweg des Schadenersatzrechtes zu einer Leistung verpflichten können, wodurch der vorher vereinnahmte Kaufpreis wiederum geschmälert werden kann oder es gar zur Vertragsaufhebung, also Naturalrestitution führen kann. Ob eine Aufklärungspflicht des Verkäufers besteht und ob er diese verletzt hat, hängt wiederum davon ab, welche Eigenschaften der Käufer aufgrund redlicher Verkehrsauffassung nach den Vorgesprächen oder aufgrund einer ausdrücklichen oder schlüssigen Zusage erwarten durfte.

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Letztlich gibt es neben Gewährleistung, Irrtum und Schadenersatz noch die sogenannte „Verkürzung über die Hälfte des wahren Wertes“ (laesio enormis). Das Gesetz lässt die Anfechtung eines Vertrages über die Ver-

Seit Beginn meiner selbstständigen Tätigkeit im Jahr 2002 bin ich mit der Verfassung von Liegenschaftskaufverträgen aller Art befasst und stehe Ihnen gerne professionell zur Seite, damit Ihr Liegenschaftskauf am Ende zum wohlersehnten Traum und nicht zum jahrelangen Albtraum vor Gericht wird.

DR. ESTHER PECHTL-SCHATZ

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WOHNEN UND WOHNEN LASSEN

HAUSVERKAUF MIT WOHNRECHT 86

Die statistische Lebenserwartung der Österreicher steigt stetig an, die Menschen werden also immer älter. Wenn es Gesundheit und Lebensumstände erlauben, möchten die meisten von uns in den eigenen vier Wänden alt werden und nicht den letzten Lebensabschnitt mit Umzügen und Wohnortwechseln verbringen. Gerade diese eigenen vier Wände sind es aber, die viele finanzielle Ressourcen binden und es vor allem in der Pension an Liquidität mangeln lassen. Ein neuer Ansatz beim Immobilienverkauf kann hier Abhilfe schaffen: Man verkauft seine Wohnung, kann aber weiter darin wohnen bleiben. Das Zauberwort: (lebenslanges) Wohnrecht. INTERVIEW: MARINA BERNARDI

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it dem Wohnen im Alter ist es tatsächlich eine Crux: Es ist vor allem die heutige Pensionistengeneration, die sich im Laufe ihres Lebens (Wohn-)Eigentum aufbauen konnte und heute vielfach in eigenen Wohnungen und Häusern lebt, die zwar einen beträchtlichen Wert darstellen, deren Vermögen aber gebunden und damit nicht verwertbar ist. Dazu kommen beim Wechsel von der Arbeitswelt in den Ruhestand oftmals finanzielle Einbußen (im Schnitt liegen Pensionen etwa ein Drittel unter dem Letztgehalt), bei gleichzeitig quasi ausschließlicher Frei-Zeit, die man mit Hobbys oder Reisen verbringt, die in der Regel Geld kosten. Auch die Gesundheitskosten nehmen vielfach zu. Manche Eltern möchten außerdem ihre Kinder beim Aufbau eines eigenen Lebens finanziell unterstützen – und das bereits

zu Lebzeiten und nicht erst in Form eines Erbes. Seine Immobilie zu verkaufen, um Liquidität zu schaffen, und folglich in eine Mietwohnung oder alternative Wohnformen zu ziehen, ist für viele jedoch keine Option. Sie möchten in ihrer vertrauten Umgebung bleiben und alt werden.

VERKAUFEN UND WOHNEN BLEIBEN

Rund 450.000 Menschen über 65 Jahre leben in Österreich allein oder mit dem Partner in einem Eigenheim. Nicht wenige davon stehen vor genau diesem Problem: Der finanzielle Status quo lässt sich nicht mehr mit der aktuellen Wohnsituation vereinbaren, ohne dabei an Lebensstandard und -qualität einzubüßen. Ein neues Investorenmodell kann hier helfen: Pensionisten können ihre Immobilie lukrativ verkaufen, ohne ausziehen zu müssen. Den gesetzlichen Rahmen

dafür gibt es bereits: das Wohn- oder Wohnungsgebrauchsrecht nämlich. „Obwohl die sogenannte Immobilienverrentung in vielen Ländern seit langem praktiziert wird, gibt es in Österreich bisher so gut wie keine Anbieter dieser Liegenschaftsübertragungsform“, erklärt Birgit Polster von deaurea. „deaurea bietet mit ausgesuchten, exklusiven Kooperationspartnern in ganz Österreich Beratung und Vermittlung von immobiliengestützter Altersvorsorge.“ Die Innsbrucker Bonne Apart Group hat sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und bietet in Kooperation mit der deaurea diese Möglichkeit nun exklusiv in Tirol an – bringt also Immobilienverkäufer mit potenziellen Käufern zusammen und schafft damit einen Mehrwert für beide Seiten. Wir haben mit Geschäftsführer Simon Kikl gesprochen.


© DAVID JOHANSSON

BONNE APART

„Ältere Menschen möchten gerne in ihrem Zuhause wohnen bleiben, haben aber oft einen erhöhten Finanzbedarf. Der Verkauf mit zugestandenem Wohnrecht ist ein Modell mit Zukunft.“ SIMON M. KIKL, GF BONNE APART GROUP

ECO.NOVA: Es klingt fast zu schön, sein Haus zu verkaufen und trotzdem darin wohnen bleiben zu können. Was steckt hinter diesem Investorenmodell? SIMON KIKL: An und für sich ist die Regelung über ein sogenanntes Wohnrecht nichts Neues. In der Regel geschieht die Übertragung oder der Verkauf einer Immobilie jedoch ans nahe Umfeld. Eltern zum Beispiel übertragen ihre Wohnung bereits zu Lebzeiten an die Kinder, sichern sich im Gegenzug jedoch ein lebenslanges Wohnrecht. Drastisch ausgedrückt, warten die neuen Besitzer damit ab dem Zeitpunkt der Übertragung auf das Ableben der Bewohner, um die Immobilie selbst nutzen zu können. Im Fall unseres Modells ist das anders: Die Eigentümer verkaufen ihre Immobilie an Investoren, die selbst kein Wohnbedürfnis haben.

Der Vorteil für die Verkäuferseite ist klar: Ihr Lebensumfeld und die Lebensumstände ändern sich kaum, doch der finanzielle Spielraum erweitert sich enorm. Was aber hat der Käufer davon? Viele Menschen legen ihr Geld heute in Immobilien an. Nicht alle davon möchten es in anonyme Anlegerwohnungen oder abstrakte Modelle investieren. In der Regel kaufen Investoren die Immobilien nicht, um sie selbst zu nutzen. Mit diesem Modell haben sie langfristig einen verlässlichen Bewohner bzw. Nutzer, der sich gleichzeitig um die Erhaltung der Immobilie kümmert. Welche Verpflichtungen gehen mit diesem Wohnrecht für die Bewohner einher? Die Bewohner können entweder befristet –

zum Beispiel, wenn sie wissen, dass sie in absehbarer Zeit in eine Seniorenresidenz wechseln wollen –, oder auch lebenslang wie gewohnt in ihrem Haus oder ihrer Wohnung wohnen, nur dass es ihnen eben nicht mehr gehört. Im Gegenzug wird der Verkaufspreis sofort und zur Gänze ausbezahlt und steht zur freien Verfügung. Sie bezahlen auch keine Miete im herkömmlichen Sinne, sind aber für die Erhaltung und Instandsetzung zuständig und bezahlen die Betriebskosten. Sind noch Kredite offen, können diese rückgezahlt werden.

Wie errechnet sich der Verkaufspreis der Immobilie? Weil eben keine laufende monatliche Miete bezahlt wird, ist der ausgezahlte Kaufpreis natürlich niedriger als der aktuelle Marktwert. Vereinfacht gesagt, wird dafür das Recht, weiter in der Immobilie zu wohnen, bewertet. Es wird also die fiktive Miete für die vereinbarte Dauer des Wohnrechts abgezogen. Bei lebenslangem Wohnrecht berechnet sich die Dauer nach der statistischen Lebenserwartung des Berechtigten. Der Verkäufer hat – abgesehen von den Betriebskosten – keinen Kostenaufwand mehr fürs Wohnen. Der Käufer wiederum erhält die gesamte Miete durch den verminderten Kaufpreis sozusagen bereits im Voraus. Ab welchem Alter ist dieses Modell auf Verkäuferseite interessant? Je jünger der Verkäufer, desto höher ist naturgemäß seine weitere Lebenserwartung. Damit steigt natürlich auch der finanzielle Abschlag für das Wohnrecht. Sinn macht das Modell für

Menschen ab 70 bis 75 Jahren, wenn die Lebenserwartung – je nach Lebensumständen – noch bei etwa 20 oder 25 Jahren liegt. Je nach Wert der Immobilie kann man ungefähr mit einem Verkaufserlös in Höhe von 60 bis 75 Prozent des Verkehrswertes rechnen.

Gibt es einen Punkt, auf den man besonders achten muss? Generell ist es ratsam, sich dafür mit Profis an einen Tisch zu setzen, damit die Sache rechtlich einwandfrei geregelt wird. Vorsicht ist auf steuerlicher Seite geboten: Normalerweise sind Erlöse aus dem Verkauf des Hauptwohnsitzes von der Immobilien-Ertragssteuer befreit. Voraussetzung ist, dass man seinen Hauptwohnsitz woanders anmeldet. Das ist diesem Fall nicht gegeben, weil man ja dort wohnen bleibt. Das heißt, die Immo-Steuer wird fällig. In den meisten Fällen liegt diese pauschal bei nur 4,2 Prozent des Verkaufspreises, da viele der in Frage kommenden Immobilien vor dem 31. März 2002 gekauft worden sind. bei Immobilien, die nach März 2002 erworben wurden, liegt diese aber bei 30 Prozent vom Verkaufsgewinn. Dennoch ergeben sich aus diesem Modell für den Verkäufer zahlreiche Vorteile.

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GESCHEITE STROMZÄHLEREI Die Zukunft ist smart. Die Telefone sind es längst, die Stromnetze sollen es werden, damit die Versorgungssicherheit während der Energiewende gewahrt bleibt. Intelligente Stromzähler sind eine Grundvoraussetzung dafür. Smart Meter, von denen Kunden und Netzbetreiber gleichermaßen profitieren, werden bis 2024 in Tirol die alten Zähler vollständig ersetzen haben. TEXT: MARIAN KRÖLL


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Die Technik der bisher gängigen Stromzähler ist mehr als 100 Jahre alt. Sie ist erprobt, solide, aber eben kein bisschen smart. Ungeeignet für eine Zukunft, die klüger sein soll als die Vergangenheit und Gegenwart.

Zukunft, die klüger sein soll als die Vergangenheit und Gegenwart. Eine zunehmend digitalisierte Welt verlangt auch den Einsatz digitaler Systeme und Messgeräte, könnte man argumentieren. Der flächendeckende Einsatz von Smart Metern bringt letztlich sowohl Stromabnehmern, also Kunden, als auch den Netzbetreibern und Stromlieferanten Vorteile.

WIN - WIN - SITUATIONEN

SMART METER Wo heuer noch Smart Meter eingebaut werden:

üsste man unsere Gegenwart und nähere Zukunft mit einem Wort beschreiben, dann würde es wohl „smart“ lauten. Smartness ist der Imperativ unserer Zeit. Das Zuhause wird immer smarter, unsere Telefone sind es längst, die Stromnetze sollen es in Gestalt von Smart Grids zunehmend werden. Und dasselbe gilt für unsere Stromzähler. Die bisher gängigen, nach dem Ferraris-Prinzip laufenden, elektromechanischen Zähler werden durch intelligente Stromzähler, die sogenannten Smart Meter, ersetzt. Die Technik der bisher gängigen Zähler ist mehr als 100 Jahre alt. Sie ist erprobt, solide, aber eben kein bisschen smart und damit nicht zukunftsfit. Ungeeignet für eine

• Oktober: Landeck, Strengen, Flirsch, Pettneu, St. Anton, Telfs, Oberperfuss, Reith b. Seefeld, Gnadenwald, Absam, Fritzens, Kirchdorf, Reith b. Kitzbühel und Lienz • November: Landeck, Galtür, Ischgl, Kappl, Achenkirch, Eben am Achensee, Baumkirchen, Kirchdorf, Fieberbrunn und Lienz • Dezember: See, Haiming, Oetz, Hippach, Mayrhofen, Finkenberg, Going, Schwendt, und Lienz

Kollektiv gebraucht werden die intelligenten Zähler deshalb, weil das Energiesystem sich seit einigen Jahren im Umbruch befindet. Ein Umbruch, wie es ihn zuvor noch nicht gegeben hat und der mit den Schlagworten „Energiewende“ und „Dekarbonisierung“, also Ausstieg aus den fossilen Energieträgern, illustriert werden kann. Die Welt setzt zunehmend auf Energie aus erneuerbaren Ressourcen. Das ist eine besondere Herausforderung für die Stabilität der Stromnetze. Die Energiewelt hat sich ganz einschneidend verändert, und zwar produzenten- und verbraucherseitig. Früher erzeugte eine bekannte, überschaubare Zahl an Kraftwerken Strom für Verbraucher, die ein ähnliches Verbrauchsprofil aufwiesen, weil sie eben ähnliche Lebensgewohnheiten und Rhythmen hatten. Der Stromverbrauch war daher relativ leicht vorauszusagen. Die heutige Stromerzeugung ist viel dezentraler und die Leistung hängt von Faktoren wie Windaktivität und Sonneneinstrahlung ab, die weder steuerbar noch ganz exakt vorhersehbar sind. Doch auch die Haushalte verhalten sich nicht mehr so berechenbar wie früher, sondern wesentlich individueller. Dafür sorgen Wärmepumpen, Batteriespeicher oder zunehmend Ladeinfrastrukturen für Elektroautos. Heute wird Strom aus der hauseigenen Photovoltaikanlage ins Netz eingespeist, morgen selbst verbraucht. Dennoch muss die Netzfrequenz zu jedem Zeit-

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Thomas Trattler, TINETZ-Geschäftsführer (li.), mit Bernhard Leitner, Programmleiter Smart Meter bei TINETZ

punkt in einem konstanten Bereich rund um 50 Hertz gehalten werden. Schwankungen sind nur in sehr geringem Ausmaß tolerabel. Die Sorge vor einem großen Blackout nimmt jedenfalls zu und wird in Expertenkreisen nicht mehr für eine Frage des Ob, sondern nur noch des Wann gehalten. Um ein solches energetisches wie ökonomisches Worst-Case-Szenario weniger wahrscheinlich zu machen, setzt man unter anderem auf Smart Meter. Die Netzstabilität kann nur dauerhaft und unter vertretbaren Kosten aufrechterhalten werden, wenn die Verbrauchssituation besser und schneller prognostiziert werden kann. Verbrauchsprognosen sind aber – wie alle Prognosen – schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Smart Meter ermöglichen eine solche beinahe in Echtzeit. Gerade weil Smart Meter Kundendaten übertragen und Daten empfangen können, gilt es, mit großer Sensibilität vorzugehen. „Für uns hat die transparente Information der Kundinnen und Kunden einen sehr hohen Stellenwert. Datenschutz und Datensicherheit sind dabei auf höchstem europäischem Niveau“, streicht TINETZ-Geschäftsführer Thomas Trattler hervor. Er verweist zudem auf die

umfassenden Informationen zum Thema, die man auf der Website unter www.tinetz. at zur Verfügung gestellt habe, und auf die Videos, mit der die TINETZ in Sachen Kundenkommunikation neue Wege beschreitet. Die Alternative zum Einbau von Smart Metern ist für Stromkunden, also für die Allgemeinheit, wenig attraktiv. Die Netzbetreiber wären gezwungen, noch mehr in den ohnehin bereits sehr aufwändigen und kostenintensiven Netzausbau zu investieren, was sich wiederum in höheren Netzentgelten direkt in den Geldbörsen der Stromkunden bemerkbar machen wird. Der Einblick, der sich mit Smart Metern gewinnen lässt, sorgt dafür, dass die dezentral erzeugte Energie volkswirtschaftlich optimiert in das Netz eingebunden werden kann. Davon profitieren letztlich alle. „Die Smart Meter sind ein wesentlicher Baustein der Energiewende. Viele Anforderungen des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes werden erst durch diese möglich“, betont Trattler. Die Beschaffung der intelligenten Stromzähler hat die TINETZ gemeinsam mit Netzbetreibern der westlichen Bundesländer durchgeführt. „Durch diese Kooperation haben wir ein System am letzten Stand der Technik

erhalten, das strengsten Anforderungen in IT-Sicherheit und Datenschutz genügt“, erläutert Bernhard Leitner, Programmleiter Smart Meter bei TINETZ.

NEUE MÖGLICHKEITEN

Die smarten Zähler sind aber nicht nur für die Netzbetreiber wichtig, sondern bringen auch dem Stromabnehmer zahlreiche Vorteile. Smart Metering macht neue Tarifmodelle möglich, die über die bisherigen Optionen (Tag- und Nachtstrom) hinausreichen. Anwendungen wie Wärmepumpen oder das Laden von Elektroautos verlangen nach flexibleren Tarifzeiten, um die Stromkosten im Rahmen zu halten. Smart Meter erlauben es den Konsumenten, ihren Energieverbrauch regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls ihr Verbrauchsverhalten gezielt zu optimieren. Wer seinen Stromtarif bzw. Anbieter wechselt, darf auf eine exakte, tagesgenaue Abrechnung zählen. Derzeit wird die Abgrenzung der Zählerstände meist noch rechnerisch zum Stichtag gemacht. Die Selbstablesung des Zählerstands gehört mit dem Smart Meter natürlich ebenso der Vergangenheit an und es muss auch niemand mehr


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vom Netzbetreiber vorbeikommen, um das zu übernehmen. Die neuen Zähler machen es außerdem möglich, die Stromrechnung bzw. den genauen Verbrauch monatlich zu bezahlen. Überraschungen wie Guthaben oder Nachzahlungen gehören damit der Vergangenheit an. Über eine Kundenschnittstelle können die Zählerdaten vom Kunden für diverse Anwendungen verwendet werden. Das steckt derzeit noch in den Kinderschuhen, wird aber mit der Erzeugung von eigenem Strom mittels Photovoltaik, dem Wärmepumpeneinsatz und durch zunehmend smarte Haushaltsgeräte interessant. Gesetzlich gibt es die Möglichkeit, dem Zähler das Intelligentsein zu verbieten, und zwar mittels Opt-out. Das macht den Smart Meter zum digitalen Standardzähler, der über den aktuellen Zählerstand hinaus über keinerlei weitere Funktionalität verfügt. Dadurch beraubte man sich allerdings der erwähnten Vorteile und trägt auch nicht dazu bei, bei der Bewältigung der Herausforderungen der Energiewende mitzuhelfen. Ob das eine smarte Entscheidung ist, kann jeder Stromverbraucher mit sich selbst ausmachen.

ZÄHLERSTAND Tirolweit wurden bislang über 35.000 alte Ferraris-Zähler gegen Smart Meter ausgetauscht. Diese sind mit einem Kommunikationsmodul für eine Datenübertragung über das Mobilfunknetz ausgestattet, in einer Testgemeinde findet die Datenübermittlung mittels Power Line über das bestehende Stromnetz statt. Bis Ende 2024 will die

TINETZ rund 250.000 Smart Meter einbauen, bis Ende dieses Jahres sollen es bereits 50.000 sein. Dazu seien, heißt es aus dem Unternehmen, laufend bis zu 30 Monteure gleichzeitig im Einsatz. Die Kunden erfahren mittels Anschreiben direkt vom Unternehmen alles Notwendige über den Austauschprozess und den Zeitpunkt. Die Energieversorgung ändert sich, es kommen smarte Zeiten.

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Mehr als 220 Photovoltaikanlagen hat die IKB bereits realisiert, darunter für namhafte Unternehmen wie Unterberger Autowelt, Leonhard Lang GmbH, WIFI Tirol, F. Deutsch Metallwerk Ges.m.b.H. und Autobedarf Kastner.

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SONNENSTROM VOM EIGENEN DACH Als Vorreiter in Sachen Photovoltaik hat sich die IKB Innsbrucker Kommunalbetriebe AG bereits über viele Jahre einen profunden Erfahrungsschatz aufgebaut. Von dieser Kompetenz profitieren vom Einfamilienhaus über Mehrparteienhäuser bis hin zu Unternehmen und Gemeinden und gewinnen dabei immer mehr Sonnenstrom vom eigenen Dach. T E X T : D O R I S H E LW E G

D

ie Kraft der Sonne ist schier unerschöpflich und für alle zugänglich. Nicht nur deshalb zählt die Photovoltaik (PV)-Technik mittlerweile zu den wichtigsten und zukunftsträchtigsten erneuerbaren Energielieferanten. Sie liefert nicht nur zu hundert Prozent Ökostrom, sondern ist auch für verschiedenste Wohnformen, Gemeinden und Gewerbebetriebe anwendbar und zugänglich. „Zudem ist die Photovoltaik die einzige Energiequelle, die

in verbauten Gebieten lokal und effizient eingesetzt werden kann. Der wohl größte Vorteil von PV-Anlagen ist es demnach, brachliegende Dachflächen für eine nachhaltige Energiegewinnung zu nutzen“, ist IKB-Vorstandsdirektor Helmuth Müller überzeugt.

ÖKOSTROM VON DEN DÄCHERN TIROLS

Die Kraft der Sonne auf leerstehenden Dachflächen zu nutzen, lautet also die Devise. Laut

einer Untersuchung des Landes Tirol ist auf Tirols Hausdächern eine Fläche von 5.000 Hektar für Solarenergie geeignet, für die Landeshauptstadt geht man von einem Potenzial von 373 Hektar aus. Grund genug, mit intelligenten Sonnenstrom-Kraftwerken am eigenen Dach Ökostrom selbst zu erzeugen, und das kostenlos und umweltfreundlich. Für wen ist nun so eine Photovoltaikanlage interessant? „Für alle, insbesondere


IKB

„ D U R C H E I N E P H O T O V O LTA I K A N L A G E A U F D E M D A C H D E S G E B Ä U D E S S T E I G E R T S I C H D I E AT T R A K T I V I TÄT D E S GEBÄUDES WESENTLICH UND LEISTE T EINEN BEITR AG Z U R R E D U K T I O N V O N C O 2 - E M I S S I O N E N .“ IK B -VOR S TA ND S VOR S I T Z ENDER DI HEL MU T H MÜL L ER

dann, wenn in den Sommermonaten viel Strom verbraucht wird, zum Beispiel für Kühlung oder Poolheizung, sei es privat oder im Büro- oder Produktionsbetrieb“, weiß Walter Pertinger von der Sonnenstrom GmbH. „Das Einsparungspotential ist abhängig vom Verbraucherverhalten und der PV-Anlage. Deshalb sollte eine PV-Anlage immer auf die Bedürfnisse des Kunden ausgelegt sein und bei Bedarf auch mit einem Speicher ergänzt werden. Je mehr Strom während der Sonnenstunden verbraucht wird, desto höher ist die Einsparung“, verrät der Experte. Wird an Wochenenden und Feiertagen Strom produziert und nicht genützt, wird dieser automatisch ins Stromnetz eingespeist und vergütet.

RUNDUM - KOMPETENZ IN SACHEN PHOTOVOLTAIK

Mehr als 220 Anlagen wurden mittlerweile von der IKB geplant, errichtet und in Betrieb genommen, von Gewerbe- und Tourismusbetrieben über Gemeinden bis hin zu Mieterstrommodellen im Wohnbau. Frei nach dem Motto „Eins für alle(s)“ werden Kunden über alle Phasen hinweg von einem Ansprechpartner betreut. „Der Service beinhaltet die beratende Erstinformation, die Abklärung und Abwicklung von Fördermöglichkeiten, die Einbindung von Peripheriegeräten wie Ladestationen, Wärmepumpen oder Stromspeicher sowie die Inbetriebnahme und die laufende Betreuung der Anlage“, so Pertinger. Dabei kommen ausschließlich qualitativ hochwertige Glas-Glas-Module von europäischen Herstellern sowie Wechselrichter von österreichischen bzw. deutschen Produzenten mit höchster Belastbarkeit der Module zum Einsatz. „Bei der individuellen Planung von PV-Anlagen gilt es viele Faktoren zu beachten, etwa die Größe der zur Verfügung stehenden Dachfläche, den aktuellen Strombedarf oder auch die tageszeitliche Nutzung der Energie“, weiß der Experte. Aus baulicher Sicht sollte in jedem Fall – egal ob bei einer Sanierung oder beim Neubau – eine Leerverrohrung mit einem Fünf-Zentimeter-Durchmesser vom Dach bis zum Elektroverteiler vorhanden sein sowie etwas Platz für den Wechselrichter im Technikraum.

SOFORTKAUF ODER CONTRACTING - MODELL Für Gewerbekunden und öffentliche Einrichtungen bietet die IKB neben der Möglichkeit des Sofortkaufs auch interessante Contracting-Modelle. Das Anlagen-Contracting umfasst die Planung, Errichtung, Finanzierung und den Betrieb der technischen Anlagen in Ihrem Gebäude ebenso wie den Energieeinkauf und -lieferung. Das heißt, die IKB übernimmt die Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Anlage samt Finanzierung. Somit entstehen Betrieben oder Gemeinden keinerlei finanzielle Belastungen, sie kommen ausschließlich in den Genuss günstiger Stromlieferung vom eigenen Dach. Nach der Vertragslaufzeit geht die Anlage kostenlos an den Kunden über.

SONNENSTROMMODELL IN MEHRPARTEIENHÄUSERN

Bereits 2018 hat die IKB die erste Mieterstromanlage österreichweit realisiert und zählt hier zu den absoluten Vorreitern. „Durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes steigert sich die Attraktivität des Gebäudes wesentlich und leistet einen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen“, ist Vor-

standsdirektor Helmuth Müller überzeugt. Dem Eigentümer des Gebäudes entstehen durch dieses Modell keine Kosten. Die IKB schließt mit dem Eigentümer einen sogenannten Dachnutzungsvertrag über eine zu vereinbarende Laufzeit – in der Regel 20 Jahre – ab. Nach dieser Laufzeit geht die Anlage ohne Kosten in das Eigentum der/s Gebäudeeigentümer/s über und kann danach von diesem genutzt werden. Die Mieter profitieren von einem etwas günstigeren Stromtarif und leisten zudem einen Beitrag zum Klimaschutz. PR

ANLAGEN - CONTRACTING Das IKB-Anlagen-Contracting beinhaltet: • Individuelle Planung der technischen Anlagen, zugeschnitten auf Ihre Bedürfnisse • Übernahme der Investitionskosten durch die IKB • Betriebsführung, Wartung und Instandhaltung inkl. Dokumentation • 24/7-Störungsbehebung durch unseren Bereitschaftsdienst • Übernahme des Wirkungsgradrisikos • Prüfung und Einreichung von Förderungen • 30 Jahre Modul- und lineare Leistungsgarantie

IKB-Vorstandsdirektor Helmuth Müller (re.) mit Walter Pertinger, Sonnenstrom GmbH (li.), und Michael Deutsch, F. Deutsch Metallwerk Ges.m.b.H.

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Nutzen Sie unsere Online-Tools Mit der online Fördermittelauskunft erfahren Sie direkt im Internet alle aktuellen Förderungen. Mehr unter www.nwwp.tirol/foerderungen Unser Heizkostenrechner vergleicht Heizungen objektiv über die gesamte Betriebsdauer. Mehr unter www.nwwp.tirol/heizkosten Flüsterleise Luft-/Wasser-Wärmepumpen: Berechnen Sie gleich online den Schallimmissionswert Ihrer Wärmepumpe. Mehr unter www.nwwp.tirol/schallrechner

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Wir hoffen ganz fest auf einen wunderbaren Herbst mit ordentlich Restsonne. Dann können wir noch einmal unsere chicen Brillen ausführen. Beide tragen das Modell „Spion“ von Einstoffen, zu haben um 199 Euro in Tanja Schaffenraths Sehenswert in Wattens.

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Kürzlich haben wir uns eine ganze Ausgabe lang mit gutem Essen beschäftigt. Nun sind die Vierbeiner dran. Die österreichische PremiumHundefutter-Brand „The Goodstuff“ hat ab sofort neue Leckerlis in acht Sorten im Angebot (ab 6,49 Euro). Drin sind nur natürliche, hochwertige und getreidefreie Inhaltsstoffe und regionale, frische Zutaten – alles besonders schonend verarbeitet. Goodies mit gutem Gewissen sozusagen. Und weil’s den Hunden so gut schmeckt, gibt’s ab sofort auch Nassfutter für Katzen mit extra viel Fleisch in Lebensmittelqualität und regional verfügbarem Gemüse (ab 1,79 Euro). Cat content funktioniert bekanntlich immer. Infos und Onlineshop unter www.the-goodstuff.com.


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WOHNEN AUF ZEIT

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Wenn jemand in seinem Alltag in einer schönen Umgebung lebt, gibt es keinen Grund, während des Urlaubs in einer Schuhschachtel zu hausen. Wir haben uns heurige Hotel(wieder)eröffnungen angeschaut.

URLAUB NEU DENKEN

Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie alle anderen. Genau diese Freiheit nehmen sich die zwei Gastgeber Nadja und Georg Niederl in ihrem im Juli 2021 eröffneten Apart & Suiten Hotel Weiden. Und recht haben sie! „Alles, was wir brauchen, ist weniger“, haben sich die beiden kreativen Köpfe zum Lebensmotto gemacht. Nicht höher, größer, weiter ist ihr Antrieb, nicht die zehnte Sauna und die nächste Attraktion am Berg. Vielmehr stehen ehrliche Nachhaltigkeit, echte Innovation und ein Umdenken im Sinne eines hohen Qualitätsbewusstseins im Mittelpunkt ihres Schaffens. Ein Hotel fürs Glück soll das Weiden sein, ein Platz für Erholung, ein Ort für Urlaub in seinem ursprünglichsten Sinn. Nadja beschreibt das ganz besonders schön: „Wir wünschen unseren Gästen die Stimmung der vier Jahreszeiten, Glückshormone und guten Schlaf, Entschleunigung und inspirierende Gesellschaft, herrliche Sonnentage, die wohltuende Frische von Regentagen und den Regenbogen.“ Schnickschnack räumen die Niederls keinen Platz ein, vielmehr schaffen sie Freiraum für individuelle Urlaubskonzepte. Modern-lässige Apartments und frische Suiten werden begleitet von Smart Kitchen, einer Rezeption für persönliche Beratung und Concierge-Service. Einen entspannenden Wellnessbereich gibt es ebenso wie einen beheizten Außenpool und einen Kinderspielraum. Und einen wirklich coolen Internetauftritt. www.meinweiden.com

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BALSAM FÜR DIE SEELE

Mitten in der Naturschönheit des Tannheimer Tals steht das Gourmet- und Wellnesshotel Bergblick, das kürzlich groß umgebaut hat und mit neuen Genussräumen in die Saison gestartet ist – und einem komplett neuen In- und Outdoor-Panoramapool. Auch der Empfangsbereich, die Lobby, das Restaurant und die Bar wurden neu gestaltet, im Dachgeschoß bietet nun eine große De-luxe-Suite großzügigen Wohnraum. Das Haupthaus ist um vier Juniorsuiten erweitert, die edel und komfortabel in warmen Holz- und Naturtönen eingerichtet wurden. Für Glücksgefühle sorgt auch die Küche: Falstaff attestiert der Grunstube mit einer Gabel eine hohe Auszeichnung, Gault&Millau zählt sie auch 2021 zu den besten Restaurants des Landes. www.hotelbergblick.at

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G O O D V I B E S O N LY

Sich selbst glücklich machen kann ganz einfach sein. Ein paar Tage raus in die Natur, Qualitytime mit den Liebsten verbringen und die schönen Momente des Lebens genießen. Das Zillertalerhof Alpine Hideaway feiert das alpine Glücksgefühl. Jung, frisch, authentisch und gern ein bisschen anders: Franz-Josef und Katharina Perauer leben in ihrem Zillertalerhof ein innovatives und stylisches Hotelkonzept: open-minded und trotzdem traditionsbewusst nach dem Motto „Tradition.Reloaded!“. Entspannt wird im Hof-Spa, die kleine Wine- & Cocktailbar ist der neue Happy Place in Mayrhofen. Das Fine Alpine Dining im Boutiquehotel kommt den Foodies mit dem Sinn für Besonderes entgegen. Küchenchefin Silvia Wohlfahrt serviert jeden Abend drei Gourmetmenüs zu je sechs Gängen. Dazu greift die diplomierte Sommeliére zu erlesenen Trauben- und Hopfengetränken. www.zillertalerhof.at


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DAS LEBEN FEIERN

Mit dem Blü zieht urban Style in das Bergdorf Bad Hofgastein ein. Das neue alpine-casual Hotel ebnet dem Genießen und der Offenheit gegenüber allem, was nichts mit Alltag zu tun hat, den Weg. Gechillt und relaxt wird täglich bis 22 Uhr im HimmelBLÜ-Spa am Dach. Gegessen wird, wann immer es in den sportlichen oder herrlich faulen Tag passt – das neue Hotel Blü ist eine „Muss-frei-Zone“. In der Bar werkelt Isabella Lombardo, Falstaff-Bartenderin des Jahres, und serviert Genuss in Gläsern. Bei der flexiblen À-la-carte-Halbpension gibt’s Genuss am Teller, denn hier wird mit Leidenschaft aufgekocht. Kurzum: Das Blü ist perfekt für Stadtpflanzen, die Frischluft brauchen. www.hotelblue.at

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ALPINURLAUB Im heurigen Juni eröffnete das neue COOEE alpin Hotel in Bad Kleinkirchheim. Die frisch-fröhliche Marke indes ist keine Unbekannte. In Gosau im Salzkammergut und im hiesigen St. Johann kommen Aktivurlauber bereits in den Genuss der neuen Version von Urlaub in den Bergen: Auf unnötigen Schnickschnack wird bei COOEE alpin zugunsten attraktiver Preise verzichtet – und das bei einem Maximum an Erlebnis, Spaß und sportlicher Betätigung. Funktional und doch schön wohnen, mit einem guten Standard und vielen Inklusivleistungen für einen entspannten Urlaub, das ist, was auch das neue Mitglied in Bad Kleinkirchheim bietet. www.cooee-alpin.com


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G E N U S S - Z E L E B R AT I O N

Die Geschichte des Ratscher Landhauses beginnt in der „Lahü“ (Latschenhütte) auf der Teichalm. Im Jahr 2005 lernen sich Michaela und Andreas Muster dort bei einer Party kennen und entdecken nicht nur eine große Gemeinsamkeit – die Liebe zur Gastronomie –, sondern auch die Liebe füreinander. 2009 erwarben sie einen Gastronomiebetrieb in bester Lage an der Südsteirischen Weinstraße, den sie von einer Frühstückspension sukzessive zu einem modernen Hotel samt ganz viel Genuss ausbauten. Heuer wurde das Ratscher Landhaus ordentlich umgebaut und hat ein großzügiges Spa inmitten der Weinberge, einen traumhaften Infinitypool und ein gemütlich-stylisches Weingartenrestaurant bekommen. Dazu gibt‘s 18 neue Zimmer – Weite und Leichtigkeit inklusive. Gegessen wird im neuen Restaurant oder im Wirtshaus (einen Wasser-im-Mund-zusammenrinn-Einblick in die Karte finden Sie auf der Homepage), im legendären Weinkeller lagern rund 600 Etiketten. Sehr zum Wohl! www.ratscher-landhaus.at

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GANZ OBEN

Aus dem Hotel Faschina und dem Hotel Walserhof ist im heurigen Sommer ein neues Wohlfühlresort entstanden. Im Mittelpunkt im neuen Alpenresort Walsertal: Entschleunigung, Gesundheit, Fitness und bewusste Ernährung. Heimische Naturmaterialien erfüllen das neue Haus mit behaglicher Atmosphäre, viel Glas unterstreicht das Gefühl der Freiheit. Bodenständigkeit und Authentizität, Natur und Tradition wurden gekonnt mit Design und Zeitgeist verbunden. Dazu erstreckt sich auf 2.000 Quadratmetern eine wunderbare Vitaloase mit Pools, Saunen, Relax- und Ruheinseln, Massagen, Kosmetik und Fitness. Wo immer es möglich ist, wird der Blick nach draußen in die Bergnatur frei. Die heimeligen Walser-Gourmetstuben und Panoramarestaurants mit Blick zur Roten Wand und zum Glatthorn, die Ruheräume und ein lichtdurchfluteter Yogaraum, ein State-of-the-Art-Fitnessbereich, eine Sonnenterrasse und ein bestens sortierter Weinkeller sorgen für absolutes Rundum-Wohlfühlen. www.alpenresort-walsertal.at


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SCHLANK UND STARK Die Vision von Beosound Emerge war es, den schlanksten Lautsprecher zu schaffen, der trotz seiner Größe immer noch einen vollen, ultrabreiten Klang liefert.

O

b auf einem Bücherregal, im Schlafzimmer, im Bad oder in einer engen Küchenecke: Das Design des Beosound Emerge ermöglicht es, Musik auf einen neuen Raum auszudehnen und satte, kraftvolle Klangerlebnisse genau dort zu genießen, wo immer man möchte. Entworfen wurde der Heimlautsprecher BeoSound Emerge in Zusammenarbeit mit Benjamin Hubert von der Designagentur LAYER, der damit die perfekte Balance zwischen der eleganten Schönheit eines Innenraumobjektes und der technischen Leistung eines Lautsprechers, der auf Langlebigkeit ausgelegt ist, gefunden hat. Inspiriert vom kompakten Formfaktor eines Buches sorgt der schlanke Schöne für außergewöhnlichen und überraschend starken Sound. Die Seitenwände umschließen den Speaker wie ein Einband, die Bedienung ist Dänen-gewohnt intuitiv, wobei die Benutzeroberfläche form-

schön in die Oberseite des Produktes integriert wurde. Die Tasten können durch Softtouch aktiviert werden, mit denen der Nutzer die Musik anhalten, den Titel wechseln oder einfach auf den Lieblingsradiosender oder seine persönlichen Playslists zugreifen kann. Die skulpturale Struktur ist der Inbegriff eines Regallautsprechers, der sich überall im Haus nahtlos aufstellen lässt – egal, ob dezent versteckt oder prominent ausgestellt. Für ein noch intensiveres Musikerlebnis lassen sich zwei Beosound Emerge für Stereo-Hörsessions unkompliziert pairen. Der Lautsprecher ist außerdem eine hervorragende Ergänzung zu einem bereits bestehenden Setup – etwa dem stylisch-runden Beoplay A9 oder dem flexibel-ikonischen Beosound Balance oder einem anderen der Bang & Olufsen Connected Speakers. Erhältlich ist der Beosound Emerge in einem sanft-warmen edlen Gold oder mit elegantem Schwarz-Anthrazit-Finish. PR

CONNECTED SPEAKERS Beosound Emerge kann ganz unkompliziert zu den Connected Speakers von Bang & Olufsen hinzugefügt werden, um Musik im ganzen Haus zu übertragen. Dabei werden verschiedene Lautsprecher ohne Kabel und ohne viel Aufwand einfach über WLAN miteinander verbunden – kompatibel mit jedem Lautsprecher, der Chromecast oder AirPlay 2 unterstützt.

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ZUFLUCHTSORT

haraktergebend für den exklusiven Neubau in Oetz ist das kleine Grundstück, auf dem sich das Objekt harmonisch in den Ortskern einfügt. Die Grundstücksgröße wird durch ein intelligentes Raumkonzept geschickt ausgenutzt, das schlichte Außendesign lässt das Gebäude optisch größer erscheinen. Die moderne Holzfassade, die sich über einen Großteil des Gebäudes erstreckt, lässt die überdachten Terrassen in den Hintergrund treten, sodass sie von außen betrachtet kaum auffallen, während sie für den Innenraum eine sehr starke Wirkung entfalten. Das Apartmenthaus zeichnet sich durch ein harmonisches Wechselspiel aus Innen- und Außenraum aus. Großzügige Glasfronten schaffen lichtdurchflutete Räume, die in Kombination mit hochwertigen Materialien für luxuriösen Komfort und private Wohlfühlmomente sorgen. Das Haus ist auf drei Ebenen organisiert. Die einzelnen Räume sprechen dabei für sich und setzen gekonnt Statements. Trotzdem haben es die Architekten geschafft, ein ausgewogenes gesamtheitliches Innendesign zu schaffen, das dem Objekt das gewisse Etwas verleiht. So standen bei der Raumplanung vor allem sinnvolle Abläufe und der Mehrnutzen von Räumen stark im Fokus. Im Erdgeschoss liegt das erste der insgesamt fünf Apartments mit sinnvoll eingeteiltem Wohn-, Ess- und Kochbereich, Schlaf- und Badezimmer sowie überdachtem Außenbereich. Im mittleren Stockwerk sowie im Dachgeschoss befinden sich jeweils zwei Apartments, die sich zu großen Wohnungen zusammenfügen lassen.

FOTOS/RENDERINGS: © SNOW ARCHITEKTEN, ARIA SADR-SALEK

Mit dem Ferienapartmenthaus Lebe’oetz ist den Innsbrucker SNOW Architekten ein wunderbares Hideaway gelungen, das ein stilvolles Außen mit schlichtem, modern übersetztem Innenraumdesign verbindet.

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Jedes Apartment verfügt außerdem über seinen eigenen SPA-Moment – etwa durch einen privaten Hotpot oder eine Infrarotkabine. „Im Vordergrund stand für uns, dem Gast seinen Aufenthalt so unkompliziert und komfortabel wie möglich zu gestalten“, sagen die verantwortlichen SNOW Architekten. Für Winter- und Sommersportler wurde ein Ski- und Bikeraum eingeplant, die überdachten Parkplätze am Haus sind mit E-Ladesäulen sowie mit einer Bike-Waschstation ausgestattet. Für spontane kulinarische Erlebnisse befindet sich im Untergeschoss ein Hofladen, in dem regionale Produkte gekauft werden können. Leben und wohlfühlen in seiner schönsten und reinsten Form! www.lebe-oetz.at

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REGIONALES HANDWERK IN TOP-QUALITÄT Bei Spechtenhauser heißt es: „Wir sind vier!“

Im modernen Wohnbau am Campagne-Areal wurden energieeffiziente Fenster verbaut.

In der Europa-Hauptschule sowie in diesem Wohn- und Geschäftsgebäude in der Haller Altstadt wurden die Fenster der denkmalgeschützten Gebäude getauscht.

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Durch individuelle Verglasungen lassen sich in Büros spannende „Raum-in-Raum“-Konzepte verwirklichen.

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pechtenhauser ist vielseitig, Spechtenhauser ist individuell, Spechtenhauser ist kompetent und ein Meister-Allrounder. Gleich in vier Bereichen erreicht Spechtenhauser das höchste Qualitätsniveau: im Fensterbau, im Glasbau, im Möbelbau und in der Inneneinrichtung. „Egal, ob es um Neubau oder Sanierung geht, unsere Kunden genießen es, bei uns so vieles aus einer Hand zu bekommen. Das ist bequem und spart Zeit. Wir liefern unseren Kunden Fenster in höchster Qualität, gleichzeitig können sie sich individuelle Verglasungen planen lassen, wir suchen mit ihnen in unserem Möbelstudio die passenden Möbel für ihren Wohntraum und produzieren diese teilweise in unserer Möbeltischlerei selbst“, so die Geschäftsführung. Das Geschäftsmodell ist erfolgreich –

Der besondere Clou an dieser maßgeschneiderten Traumküche ist die versteckte Kaffeebar. Geplant wurde die Küche vom SpechtenhauserMöbelstudio, ausgeführt von der hauseigenen Möbeltischlerei.

immerhin existiert Spechtenhauser bereits seit 1930, produziert regional und nachhaltig direkt am Standort in Innsbruck und ist laufend bestrebt, Innovationen umzusetzen, um am Puls der Zeit zu bleiben.

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Energieeffiziente Fenster nach Maß gibt es für Großobjekte, aber auch für den Hausbzw. Wohnungsinhaber in unterschiedlichen Materialien und Formen. Im Denkmalschutz ist Spechtenhauser mit seinen Spezialanfertigungen sehr gefragt. Außergewöhnliche Innen- oder Außenverglasungen sind durch langjährige Erfahrung in Glasbautechnik gewährleistet. Die Möbeltischlerei fertigt maßgenaue Inneneinrichtung nach den höchsten Qualitätsstandards an und im

Möbelstudio planen die Kunden zum Beispiel ihre Traumküche gemeinsam mit den Einrichtungsprofis. „Wir sind stolz, unseren Kunden so umfassende Leistungen in höchster Qualität bieten zu können!“ Das Profi-Team von Spechtenhauser freut sich auf Ihren Besuch und berät Sie gerne ausführlich, denn persönliche und fachkundige Beratung hat oberste Priorität. PR

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EIN STÜCK GEBAUTE ENTSCHLEUNIGUNG In Kollreid oberhalb von Anras liegt abgeschieden auf einem wunderschönen Flecken Erde ein mindestens ebenso schönes Gehöft: der liebevoll und aufwändig sanierte und hergerichtete Kollreiderhof, dessen Baukern mit Kornkasten bereits im 16. Jahrhundert entstanden war. Heute steht der Hof auch zum Mieten zur Verfügung. TEXT & FOTOS: MARIAN KRÖLL

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Der Hof wurde 2014 mit dem Tiroler Sanierungspreis in der Kategorie „Wohnhaus bis drei Wohneinheiten“ ausgezeichnet. Die verputzte Fassade mit Kantholzblockbau in den oberen Geschossen ist das Hauptmerkmal des Gebäudes.


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obias Eckert bürstet seine Norikerstute, die vor dem Wirtschaftsgebäude angeleint ist. Der gebürtige Chemnitzer hat lange Zeit in Innsbruck gelebt, ehe ihn der Zufall auf den Kollreiderhof geführt hat, den er seit 2019 im Auftrag der Besitzerfamilie Stuchtey verwaltet und sich auch um die Vermietung der Räumlichkeiten des Hofs, der über 19 Betten aufgeteilt auf vier Zimmer und ein Bettenlager bzw. Panorama-Loft verfügt, kümmert. Als Eckert den Kollreiderhof zum ersten Mal besuchte, war es gewissermaßen Liebe auf den ersten Blick: „Ich wollte gar nicht mehr nach Innsbruck zurück, sondern gleich hierbleiben.“ Und so ähnlich ist es dann auch gekommen. Eckert nimmt die schöne Herausforderung an, Frau Maria kommt im vergangenen Jahr nach. Mittlerweile hat sich Nachwuchs eingestellt und die junge Familie ist zu dritt. Anfangs ist Eckert auf dem Hof viel alleine. So lernt er das alte, wunderbar sanierte Gehöft bis in den hintersten Winkel ganz genau kennen. Von der Pandemie hat Tobias Eckert nach eigenem Bekunden „nichts gemerkt“ hier oben in Kollreid. Als die Welt eine Vollbremsung hingelegt hat, ist es dort nicht aufgefallen, wo alles ohnehin bereits entschleunigt war. Es ist normal, dass der Hof manchmal von der Welt da draußen abgeschnitten ist. Meistens liegt es an den Schneemengen und den dadurch umgestürzten Bäumen, die die Zufahrtsstraße unpassierbar machen. Im vergangenen, besonders schneereichen Winter hat Eckert seine Einkäufe teilweise auf Tourenskiern erledigt. Anstrengend zwar, aber man wird mit einer schönen Tiefschneeabfahrt direkt vor der Haustüre belohnt. Die schön restaurierte Stube wird von der offenen Küche aus mittels Holzofen beheizt, im übrigen Gebäude sorgt die nebenan im Wirtschaftsgebäude eingebaute Hackschnitzelheizung für wohlige Wärme. Das Wasser stammt – man ist geneigt zu sagen, naturgemäß – aus der hofeigenen Quelle. Wenn nicht gerade die Besitzerfamilie Stuchtey selbst den Hof nutzt, steht er für Seminare, Freundesgruppen und Familien zum Mieten

„Ich wollte gar nicht mehr nach Innsbruck zurück, sondern gleich hierbleiben.“ TOBIAS ECKERT

zur Verfügung. „In der Regel kommen immer größere Gruppen hierher, für weniger Personen ist das Gebäude einfach zu groß“, sagt Eckert, dem freie Hand bei der Verwaltung des Hofs gelassen wird. Außerdem gibt es im Sommer ein Yoga-Retreat. Vom Stadel aus überblicken die Teilnehmer beim Yoga dabei direkt die gegenüberliegende Bergwelt. Ein wahrhaft erhebender Ausblick. Und immer den Duft von Heu in der Nase.

FELDVERSUCH IN SACHEN NACHHALTIGKEIT

Martin Stuchtey ist Universitätsprofessor, Unternehmensberater und eine Kapazität auf dem Gebiet der Ressourcenproduktivität. Seinen Kollreiderhof hat er einmal als „Feldversuch für Nachhaltigkeit und Ressourcenproduktivität“ bezeichnet. Als dahingehendes Experiment ist wohl auch der Pflanzgarten mit Urapfelbäumen aus Kasachstan, Malus sieversii, gewissermaßen der Urahn unserer modernen Apfelsorten, zu interpretieren. Samen bzw. Jungbäume davon kann man übrigens beim Kollreiderhof beziehen. Dort wurde sogar ein eigener Verein zur Erhaltung des Urapfels und zur Pflege der Artenvielvalt eingerichtet. „Dieser Apfel erzählt die Geschichte, wie wir mit unserem Naturkapital umgehen und offenen


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Auges im Begriff sind, die Artenvielfalt, die uns sehr viel wert sein sollte, zu verlieren“, sagte Stuchtey in einem Radiointerview. Mit dem Ansiedeln des Malus sieversii am Kollreiderhof will Stuchtey „im ganz Kleinen, Bescheidenen und Privaten wieder zu mehr Diversität zurückfinden“. So soll der Hof wohl auch ein wenig als Erinnerung dafür dienen, dass ein gutes und erfülltes Leben nicht unbedingt auf den Kosten der kommenden Generationen stattfinden muss. Dieser Zugang läuft nicht etwa auf Askese hinaus, sondern auf einen anderen, besseren Umgang mit dem Naturkapital.

BEISPIELHAFTE SANIERUNG

Früher, vor der Sanierung, haben die damaligen Besitzer sich fast ausschließlich in der Küche und Stube aufgehalten. „Der Rest des Hauses war staubig, kalt und unbewohnt“, sagt Eckert. Heute ist alles anders. Der Hof wurde 2014 mit dem Tiroler Sanierungspreis in der Kategorie „Wohnhaus bis drei Wohneinheiten“ ausgezeichnet. Die verputzte Fassade mit Kantholzblockbau in den oberen Geschossen ist das Hauptmerkmal des Gebäudes. Die traditionelle Gestaltung und Grundrisseinteilung wurde weitgehend beibehalten, in den Obergeschossen sorgte die Teilverglasung der unverputzten Holzfassade für natürliches Licht. Im Zuge der Sanierung wurden natürliche, lösungsmittelfreie Materialien wie Hanf zur Dämmung und Lehmfarbe im Innenbereich eingesetzt. Die Holzböden würden mit Öl oder Wachs ohne Zusatzstoffe behandelt. Der Mehrwert gehe über eine reine energietechnische Sanierung hinaus und sei ein hervorragendes Beispiel für die Erhaltung und Weiternutzung historischer Bausubstanz“, befand die Jury des Tiroler Sanierungspreises. „Die Sanierung des Kollreiderhofs stellt ein hervorragendes Beispiel für den Umgang und die Sanierung eines Gebäudes unter Denkmal- und Ensembleschutz dar. Obwohl hier energietechnische Verbesserungsmaßnahmen nur punktuell gesetzt werden konnten, gelingt es, den Wohnstandard zu verbessern. Der Einsatz ökologischer Materialien an der Gebäudehülle sowie im Innenraum und der Einbau einer Hackschnitzelheizung fügen sich schlüssig in die ökologische Bewirtschaftung des Hofes”, heißt es in der Würdigung der Jury weiter. Und tatsächlich ist schlüssig genau das Wort, das beim Besuch am Bergbauernhof besonders naheliegend erscheint.

D E R KO L L R E I D E R H O F S O L L A U C H E I N WENIG AL S ERINNERUNG DAFÜR DIENEN, D A S S E I N G U T E S U N D E R F Ü L LT E S L E B E N N I C H T U N B E D I N G T A U F D E N KO S T E N D E R KO M M E N D E N G E N E R AT I O N E N S TAT T F I N D E N M U S S .


GARTEN WAMMES

DRAUSSEN MACHT GLÜCKLICH Wenn die Seele Urlaub braucht, gehen wir in den Garten.

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GARTEN WAMMES

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n den vergangenen Monaten ist die Wertschätzung dem eigenen Wohnraum gegenüber nochmals gestiegen. Daheim ist jener Ort, an dem wir uneingeschränkt sein können, wer und wie wir sind. Ein Ort zum Wohlfühlen, zum Energie­ tanken, zum Ganz-bei-sich-Sein. Dabei ist vor allem ein Raum immer weiter in den Fokus gerückt: der Frei-Raum nämlich, denn es geht nichts über ein wunderbares Draußen-Zuhause.

DER WERT DES DRAUSSEN

Vorbei sind die Zeiten, in denen unsere Terrassen bestenfalls als nützliche Flächen zum Wäschetrocknen oder Kleidung­lüften dienten und drei Mal jährlich begrillt wurden. Die Außenflächen sind nicht nur zum erweiterten Wohnraum, sondern beinahe zum Zweitwohnsitz geworden, weil sie letztlich dieselben Bedürfnisse erfüllen wie das Innen. Wer Platz hat, setzt auch draußen auf große Sofas, dazu hübsche Beistellmöbel, Feuerstellen, Hocker und hochwertige Accessoires, ein Teppich sorgt für zusätzliches Wohnflair. Sogar Gartenzäune können zum Stil- und Styleelement werden. Ein Pool sowieso. Eine ganz besondere Variante ist der Living Pool von Biotop, weil kaum ein anderer so natürlich ist wie er. „Der LivingPool kommt ganz ohne Chlor oder andere giftige Materialien aus. Der Pool ist damit wie ein unberührter Bergsee mitten im Garten. Natur pur. Das Wasser muss über den Winter auch nicht ausgelassen, die Technik nicht ausgebaut oder das Leitungssystem entleert werden. Das kommt der aktuellen Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit sehr entgegen“, erklärt Johannes Wammes. Der Gartenplaner aus Haiming verfügt über langjährige Erfahrung mit den naturnahen Biotop-Pools: „Ein Biopool ist optisch ein klassischer Pool und trotzdem ein vollwertiFOTOS: © WWW.BIO.TOP, ANDREAS FRIEDLE

„Für das vollendete Naturgefühl ist ein Living Pool von Biotop natürlich am besten unter freiem Himmel aufgehoben, doch mittlerweile gibt es auch Varianten für den Innenbereich.“ JOHANNE S WAMME S

ger biologischer Schwimmteich mit reinem Wasser. Mit der Firma Biotop verbindet uns dabei seit Jahren eine starke, kompetente Partnerschaft im Bereich Schwimmteich und Naturpool.“

LEBENSELEXIER WASSER

Jeder Pool ist ein Einzelstück und passt sich jeder örtlichen Gegebenheit individuell an. Weil ein Living Pool ganz ohne Regenerationszone auskommt, findet er auch auf wenig Raum Platz. Wer mag, integriert Pflanzen, eine Nacken- oder Solardusche, eine Gegenstrom­anlage oder Unterwasserbeleuchtung. So wird der Pool bei Anbruch

der Dunkelheit zusätzlich zum stimmungsvollen dekorativen Element. Wer die Badesaison ausweiten möchte, ergänzt den Pool um eine Beheizung, die sich entweder mit der Hausheizung kombinieren oder unabhängig davon mittels Luftwärmepumpe ausführen lässt. In Verbindung mit einer Lamellenabdeckung kann der Badespaß damit um mindestens zwei Monate verlängert werden. Ein Living Pool lässt sich ob seiner Flexibilität problemlos in einen bestehenden Garten integrieren, auf Wunsch kann man ihn sich sogar als Fertigbecken im Ganzen liefern lassen. Das erfordert zwar eine exaktere Planung und präzisere Vorbereitung, doch die kurze Bauzeit spricht klar für sich. Sogar Treppenanlagen können bereits im Becken eingebaut angeliefert werden. Mit dem speziellen Living-Pool-Converter-System kann außerdem ein bestehender Chlor-Swimmingpool einfach auf biologischen Betrieb umgestellt werden. Der existierende Wasserkreislauf, bestehend aus Skimmer, Pumpe und Sandfilter, kann weiterhin verwendet werden, nur die Chlorierung wird stillgelegt. Und auch wenn sich ein natürlicher Pool fast naturgegeben draußen am wohlsten fühlt, so lässt sich das Biotop-System auch für Indoorpools umsetzen. Wir holen uns die Natur auf die verschiedensten Weisen ins Innere – sei es durch große Fensterfronten, Grünoasen oder die verwendeten Materialien –, da macht es im Pool doch gleich noch mehr Sinn. Wir genießen kristallklares Trinkwasser aus der Leitung, warum im Schwimmbad Abstriche machen?

GARTEN WAMMES Johannes Wammes Schlierenzau 37, 6425 Haiming Tel.: 05266/87 173 info@gartenwammes.at

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HOT STUFF Das Wort Sauna stammt aus dem Finnischen und lässt sich wohl am besten mit „Heißluftbad“ übersetzen. Auch die Sitte selbst, in einem eigens dafür vorgesehenen Raum zu schwitzen, ordnet man den europäischen Nordlichtern zu. Doch das stimmt so nicht ganz. Eigentlich ist es aber völlig egal, woher die Schwitzstuben kommen, denn unterm Strich zählt nur eines: Sauna ist super! TEXT: MARINA BERNARDI, MARIAN KRÖLL FOTOS: DEISL SAUNA & WELLNESS


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SAUNIEREN AK TIVIERT DIE KÖ R P E R E I G E N E N A B W E H R K R Ä F T E . D U R C H D I E W E C H S E LW E I S E E I N W I R K U N G V O N H I T Z E U N D K Ä LT E AUF DEN ORGANISMUS WERDEN D I E T E M P E R AT U R - R E G U L AT I O N S MECHANISMEN TR AINIERT UND DIE D U R C H B L U T U N G G E F Ö R D E R T.

T

raditionen, die mit dem Baden zusammenhängen, werden schon seit Jahrtausenden gepflegt. Je nach Gegend – und Glaube – entstanden die verschiedensten Bäderkulturen. Dabei hatte das Baden in der Geschichte der menschlichen Körperkultur meist einen Stellenwert, der weit über das bloße Reinigen hinausging. Das Bad hatte soziale und kulturelle Bedeutung. Vielfach hat die körperliche Reinigung auch die symbolische Funktion der seelischen Entschlackung.

Quasi zu allen Zeiten und in jedem Kulturkreis schätzten und schätzen die Menschen die entspannende und wohltuende Wirkung von warmem Wasser. Es kommt nicht von ungefähr, dass bereits in der Antike Badeanlagen mit ordentlich Opulenz daherkamen. Später im Mittelalter waren Badestuben Treffpunkt für Geistliche, Bürger, Jungfrauen und junge Männer. Man sah Liebhaber mit ihren Liebchen, Dirnen mit ihren Kunden und bisweilen ganze Familien, die nackt oder nur teilweise bekleidet badeten. Auch das Schwitzbad gibt es schon seit

mehreren Tausend Jahren, bis es allerdings nach Europa kam, dauerte es eine Weile. So ist das Saunieren entgegen landläufiger Meinung ursprünglich kein finnisches Kulturereignis, die frühesten Schwitzfunde stammen aus Asien.

HEISS AUF HITZE

Bereits die frühesten Kulturen kannten die heilsame Wirkung des Schwitzens. Ein Feuer, Steine und ein Zelt – so ungefähr muss man sich die Anfänge einer Sauna vorstellen. Und letztlich ist damit schon


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REGELMÄSSIGE SAUNAGÄNGE TUN DEM HAUTBILD G U T, M A C H E N E S R E I N E R U N D G E S C H M E I D I G E R . DURCH DIE BESSERE DURCHBLUTUNG WIRD DIE HAUT B E S S E R M I T N Ä H R S T O F F E N V E R S O R G T.

die erste Variante gar nicht so weit weg von der heutigen. Ihren Ursprung hat die Schwitzstube im innerasiatischen Raum, von wo aus sie sich nach Nordeuropa bewegt hat, um schließlich in Finnland fixer Bestandteil der Kultur zu werden. So sind die Finnen, wenn schon nicht weltweit, so zumindest in Europa Vorreiter in Sachen heißer Luft. Selten findet man dort ein Haus, das nicht mit einer eigenen Sauna ausgestattet ist. Und das hat gute Gründe. Saunieren wirkt entspannend und gesundheitsfördernd. Sobald man eintritt, wird der ganze Körper von wohlig warmer bis anregend heißer Luft und je nach Saunaart unterschiedlich hoher Luftfeuchtigkeit eingehüllt. Dazu kommt der Duft von Holz und das Knistern und Klacken des Saunaofens. Und Ruhe. Meistens zumindest. Saunieren hilft dabei, den Körper zu reinigen und zu entgiften, wirkt positiv auf das vegetative Nervensystem und stärkt das Immunsystem. Während der Schwitzphase steigt die Körpertemperatur auf bis zu 39 °C. Dieses künstliche Fieber bringt das Immunsystem in Schwung. Besonders wichtig ist, sich nach dem Saunagang gut abzukühlen – am besten nach dem Duschen in einem Kaltbad. Das entspannt die Muskulatur, regt Kreislauf und Stoffwechsel an und erzeugt Wohlbefinden. Die Saunavielfalt ist in den vergangenen Jahren breit geworden. Vorbei ist die Zeit, in der man die Wahl hatte zwischen 100 °C oder es bleiben zu lassen. Inzwischen lässt sich auf viele Arten und dabei auch ganz sanft schwitzen. Oder mittelfest. Mit (ordentlich) Dampf oder ohne. Bei der türkischen Version des Hamam sogar mit Schaum. Welches Saunabad man bevorzugt, hängt ganz vom persönlichen Empfinden ab. Auch Regeln, wie viel Zeit man in der Sauna verbringt, gibt es eigentlich keine. Eine grobe Empfehlung sind acht bis zwölf Minuten, die letzten beiden sitzend, pro Durchgang. Ist die Temperatur niedriger, kann die Aufenthaltsdauer entsprechend länger sein. Vor allem Frauen oder Saunaeinsteiger mögen‘s meist nicht ganz so heiß. Immer wichtig ist jedoch, dass man gesund ist. Ein Saunagang bedeutet eine Anstrengung für den Körper

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STRESSBEDINGTE LEIDEN WIE B L U T H O C H D R U C K O D E R I M M U N S C H WÄ C H E SIND T YPISCHE KR ANKHEITSBILDER U N S E R E R G E S E L L S C H A F T. B E S U C H E I N D E R S A U N A B A U E N A N S PA N N U N G E N A B U N D BEUGEN IHNEN VOR.

und kann zwar Krankheiten vorbeugen, sie aber nicht heilen. Das ist ein gravierender und wichtiger Unterschied.

ORDENTLICH WIND

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Zu den besonderen Saunaerlebnissen gehört zweifellos der Aufguss. Dabei wird mit einem Schöpfer aus einem Holzeimer wohldosiert Wasser auf den mit bis zu 500 °C heißen Steinen gefüllten Ofen gegossen. Für den dabei unter den typischen Zischlauten entstehenden Dampf haben die Finnen sogar ein eigenes Wort kreiert, das uns im Deutschen noch fehlt: löyly. Ausgesprochen wird es unter Aufbietung von reichlich Umlauten als der „löülü“. Naturgemäß sind die höchstgelegenen Plätze in der Sauna immer die heißesten. Hier kann der löyly schon einmal hart an der Schmerzgrenze sein. Hierzulande ist bei Aufgüssen das Wasser im Saunakübel nicht selten mit ätherischen Ölen aromatisiert. Dann riecht es in der Sauna nach Zirbenwald, Zitrusfrüchten oer Zypressenholz. Erlaubt ist, was gut riecht und guttut. Dem professionellen Saunameister oder einem sonstigen Saunaveteranen obliegt es, beim Aufguss den Saunadampf

im Raum gleichmäßig zu verteilen. Das geschieht meist mit einem frischen Handtuch und choreografierten Bewegungen oder einem großen Fächer. Aufgüsse werden regelrecht zelebriert und können landestypisch sehr unterschiedlich ausfallen.

PRIVATVORSTELLUNG

Immer mehr Menschen lernen das Saunieren zu schätzen – so sehr, dass Saunen vermehrt den eigenen Wohnraum erobern. Die Möglichkeiten sind auch hier vielfältig. Die meisten Saunen werden dabei individuell für den Kunden hergestellt und passgenau in meist bestehende Räume integriert. Glücklich, wer die Sauna gleich schon im Neubau mitdenken kann. Früher fand man die gute Schwitzstube meist im Keller, heute kann sie (fast) überall stehen. Trendbewusst im Bad, als Highlight im Wohnraum, für alle mit einem Wellnessraum Gesegneten ebendort oder im Freien. In einer Sauna schwitzt es sich eigentlich überall gut und mittlerweile sind Technik, Design und Architektur derart ausgereift, dass sie kaum für Einschränkungen sorgen. Also: hereinspaziert und losgeschwitzt.

DER PERFEKTE AUFGUSS Der Aufguss wird heute ganz unterschiedlich praktiziert. Vom Eventaufguss in Spa-Bereichen von Thermen und Hotels bis hin zum ursprünglichen, finnischen Aufguss. „Achten Sie in jedem Fall darauf, dass die Steine wirklich heiß sind – also kurz davor nicht aufgegossen wurde. Generell gießt man eher gegen Ende des Saunadurchgangs auf, damit sich der Körper bereits erwärmt hat und der Kreislauf der Saunierenden nicht unnötig belastet wird, sobald der starke Hitzereiz durch den Aufguss einsetzt“, erklärt Saunaexperte Josef Deisl. Verwenden Sie außderm ausreichend viel Wasser. Die Wassermenge des Aufgusses sollte auf Kabinenund Ofengröße abgestimmt sein und das Wasser langsam über die Steine gegossen werden, um sich vor heißen Spritzern zu schützen. Der Dampfstoß – die Finnen nennen es löyly – steigt durch Auftrieb in der Kabine auf und sollte darum mit propellerartigen Rotationsbewegungen über dem Kopf verwedelt und in der Kabine verteilt werden. Dazu nimmt man am besten ein frisches Baumwolltuch. Deisl: „Wer sich nach salzhaltiger Luft sehnt, kann auch zusätzlich einen Salzkristall auf die Saunasteine setzen. Beim Aufguss wird die Luft durch den aufsteigenden Wasserdampf mit den Spurenelementen und Mineralien versetzt. Die salzhaltige Luft macht die Atemwege frei und hat so auch eine gesundheitliche Wirkung. Noch ein Tipp: Trinken Sie genug! Der Flüssigkeitshaushalt geht Hand in Hand mit dem Genuss eines Saunagangs. Und: Sorgen Sie für Abwechslung und wechseln Sie zwischen Badeformen und Klimazonen oder haben den Mut zu Neuem. Auch in der Privatsauna kann man Honigbzw. Salzanwendungen machen oder einen Mojito- oder VodkaOrange-Aufguss genießen.“


WIRTSCHAFTSKAMMER TIROL

VERREGNETE BILANZ

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n Tirol gibt es 47 Freibäder, 37 Hallenbäder mit Außenbereich und 10 See- bzw. Strandbäder. Die Bäderlandschaft ist somit sehr gut aufgestellt und spielte heuer für 83 Prozent der Tirolerinnen und Tiroler eine wichtige Rolle bei der sommerlichen Freizeitgestaltung – nicht zuletzt aufgrund der eingeschränkten Urlaubs- und Reiseaktivität. Nach dem verspäteten Saisonstart am 19. Mai dämpften vor allem in den klassischen Bademonaten Juli und August unbeständiges Wetter und viel Regen die Badefreude. Die Freibäder sind allerdings mit einem blauen Auge davongekommen – trotz Verlusten sowohl bei den Umsatz- als auch bei den Besucherzahlen. Glücklicherweise kam es zu keinen Clusterbildungen und kein einziges Bad musste schließen. Auch wenn die niedrigen Besucherzahlen nicht nur auf das

Wetter, sondern auch auf die Coronasituation zurückzuführen sind, so kam die geringe Frequenz der Badegäste zumindest der Sicherheit zugute. Nun steht die Wintersaison und damit die Ungewissheit vor der Tür. 64 Prozent der Tirolerinnen und Tiroler haben vor, diesen Winter ein Hallenbad aufzusuchen. Erholung und Wohlbefinden sowie der gesundheitliche Aspekt sind Hauptgründe dafür. „Mit Spannung und noch ohne konkrete Regelungen blicken wir in die Zukunft. Am Image unserer Freizeitbetriebe wurde trotz Corona nicht gerüttelt. Daher sollte den Tirolerinnen und Tirolern unser flächendeckendes Angebot für sportliche und gesundheitliche Aktivitäten im Winter nicht genommen werden“, so Patrick Rauter, Fachgruppengeschäftsführer in der Wirtschaftskammer Tirol. PR

© WK TIROL

Ein durchwachsener Sommer liegt hinter uns, doch in der Gesamtübersicht liegt die heurige Saison nur knapp unter dem langjährigen Durchschnitt.

V. re.: Berufsgruppenobmann der Tiroler Bäder, Ulrich Mayerhofer, IMAD-Geschäftsführerin Barbara Traweger-Ravanelli und Fachgruppengeschäftsführer Patrick Rauter

14. – 16.01.2022

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INT

IM ERV

SO GEHT SAUNA

IEW

Josef Deisl, Geschäftsführer des gleichnamigen Saunaherstellers über aktuelle Trends, Standortwahl und Platzfragen. INTERVIEW: MARINA BERNARDI

ECO.NOVA: Wohin gehen die Trends bei der

Zuhause-Sauna? JOSEF DEISL: Ganz klar in Richtung Smart-Home- und Private-Spa-Lösungen mit umfangreichem Wellnessprogramm. Die Klimavielfalt einer Kombinationssauna lässt sich heute kinderleicht per Smartphone oder komfortabel über die Bedienungspanels der Haussteuerung vorheizen und steuern – persönlich abgestimmte Wellnessprofile verwandeln das private Sauna-Spa in ein abwechslungsreiches Feuchte-Warmluftbad. Die smarte Sauna kennt die individuellen Vorlieben jedes Familienmitgliedes oder Gastes und bietet für alle ein optimales – das heißt bedürfnisorientiertes – Wellnessprogramm. Wir kooperieren dabei mit den führenden Herstellern im Bereich Infrarot- und Saunatechnik, um schon heute moderne und smarte Lösungen für die Sauna- und Wellnessanlagen von morgen anzubieten.

Wohnen wird generell immer individueller. Produkte „von der Stange“ werden teils durch Maßanfertigungen ersetzt. Gilt das auch in Ihrem Bereich? Ja und dadurch gewinnt vor allem die Materialauswahl im Planungsprozess immer mehr an Bedeutung. Um die Sauna optimal an den eigenen Wohnstil anzupassen, wird auf ein breites Repertoire an hochwertigen und nachhaltigen Materialien, Oberflächenveredelungen und Designelementen zurückgegriffen. Ob puristisches Ambiente, moderne Akzente oder rustikales Saunaflair, Holz ist dabei ein sehr vielschichtiges und toll einsetzbares Material – und wird durch spezielle thermische und mechanische Behandlung sehr wandelbar. Momentan lässt sich beobachten, dass der Trend stark in Richtung naturverbundener Materialien geht, die auch Patina haben dürfen. Statt sterilem Purismus wird der Alterungsprozess des Materials zum Gestaltungsakzent.

Auch Materialien, die man früher nicht im Wellnessbereich erwartet hätte, wie Beton oder Stahl, werden heutzutage in die Gestaltung integriert.

DEISL SAUNA & WELLNESS Das Familienunternehmen DEISL hat sich auf die Planung und Umsetzung von individuellen Saunaund Wellnessprojekten spezialisiert. Von Hand gefertigt entstehen offene, moderne Sauna-Spas in Badezimmer, Wohn- und Grünraum, die sich nahtlos in das persönliche Wohn- und Wellnesskonzept einfügen und dank hochwertigen Saunahölzern ein natürliches, intensives Wärmeklima entfalten. Als einer der führenden Saunahersteller Europas geht Deisl einen nachhaltigen und vor allem maßgeschneiderten Weg. Statt der Sauna von der Stange entwickelt das Unternehmen Sauna-Unikate, die auf den architektonischen Charakter des Lebensraumes zugeschnitten werden.

www.deisl.com

Früher fand man Saunen in Privatbereich meist im Keller, heute erobern sie auch andere Räume des Zuhauses. Worauf sollte man achten, wenn man eine Sauna im Wohnbereich installiert? Die Sauna ist mitten im Leben angekommen. Sie fristet nicht mehr das Dasein als verstaubte Kellerkabine. Die Integration der Sauna unmittelbar in die Lebensräume entspricht dem Wellness- und Feelgood-Lifestyle. Die Sauna selbst ist ein architektonisch aufwendig inszeniertes Designelement, das zum Teil des Lebensraumes wird und als Herzstück der täglichen Pflege- und Regenerationsrituale fungiert. Dafür braucht es maßgeschneiderte Lösungen, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren und architektonisch auf deren Wohnstil und den Charakter des vorhandenen Raumes eingehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Sauna im Badezimmer, direkt im Wohnraum, auf der Terrasse oder im Garten steht. Sogar in Kleiderschränke, ehemalige Toiletten und Container haben wir schon Saunen eingebaut. Eine maßgeschneiderte Sauna lässt sich in nahezu jeden Raum formschön und stilvoll integrieren. Selbst wenn Dachschrägen, Erker und Stiegen die Wohn- und Nassräume beschneiden, findet unser Team mit planerischem Fingerspitzengefühl eine passende Lösung. Mit der Integration der Sauna in den Wohnbereich rückt das Design mehr in den Vordergrund. Welche Möglichkeiten gibt es im modernen Saunabau? Ob puristisches Ambiente, moderne Akzente oder lieber rustikales Saunaflair, liegt ganz an den Wünschen der Kunden. Neben der Gestaltungsvielfalt gibt es auch Aspekte, die

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der Planer mit dem Kunden im Hinblick auf die Gestaltung und Raumwirkung beachten und besprechen sollte: Seitdem die Sauna in den Wohnraum Einzug gehalten hat, wird immer öfter auf Glas als subtiles Gestaltungselement zurückgegriffen. Rahmenlose Glasfronten und Übereck-Verglasungen öffnen den herkömmlich engen Saunaraum, lassen Tageslicht einfallen und schaffen so einen fließenden Übergang zwischen dem Wohnbereich und der Sauna. Auch der Ausblick auf Terrasse und Garten wird möglich. Auch der Einsatz von Licht spielt eine wesentliche und leider vielfach unterschätzte Rolle. Die Lichtgestaltung der Sauna hat bei vielen Projekten mit offener Saunaarchitektur eine entscheidende Wirkung auf die Stimmung im ganzen Raum. Hier gibt es enormen Gestaltungsspielraum. Es gibt zudem einige wenige bauliche Voraussetzungen, die man treffen sollte, noch bevor die neue Sauna in die eigenen vier Wände Einzug hält. Ganz gleich, ob man sich gerade in der Baupha-

se befindet oder die Saunakabine in eine bereits bestehende Immobilie integrieren möchte, mit dem Fachplaner stimmen Sie am besten alle bauseitigen Anforderungen wie Elektrozuleitung oder Be- und Entlüftung direkt vor Ort ab. Braucht man für eine eigene Sauna zwangsläufig viel Platz? Nein. Oft verbirgt sich hinter einer kleinen ungenutzten Ecke das Potential für eine Wellnessoase. Bereits zwei mal zwei Meter reichen aus, um eine Sauna für vier Personen anzulegen. Aber auch kompaktere Lösungen sind zum Beispiel mit Unterbank- oder Hinterwandöfen und einer cleveren Liegenanordnung möglich. Schon ab zwei Quadratmetern lassen sich kleinste Flächen im Bad, Wohnraum oder sogar am Balkon mit einer maßgeschneiderten Sauna ausstatten. Wichtig ist die richtige Auswahl des Saunabauers, denn solche Projekte setzen einen guten Fachplaner oder Spa-Designer voraus. Die sinnvol-

le Kabinengröße ist übrigens ein Thema, das wir sehr oft mit Kunden diskutieren: Die wird von manchen Kunden unter- bzw. überschätzt, sodass wir oft Überzeugungsarbeit leisten müssen, damit die Sauna nicht unnötig groß (= wegen Aufheizdauer, Energieeffizienz, wertvollen Nutzraum zu sparen) oder zu klein (= Sauna wird nicht oft genutzt, weil Atmosphäre zu „erdrückend“ ist) angelegt wird. Die meisten Privatkunden kennen Saunen aus Thermen und planen daher ihre private Sauna, die meist von einem sehr kleinen Kreis benutzt wird, viel zu groß. Mein Tipp: Zur Berechnung verwenden Sie einfach folgende Faustregel: Eine Person sitzend entspricht einem Quadratmeter; eine Person liegend entspricht zwei Quadratmetern Grundfläche. Die Saunavarianten sind vielfältig und gehen von der klassischen finnischen Sauna übers milde Sanarium bis zum Dampfbad. Braucht’s dazu jeweils eine


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eigene Kabine oder geht es auch quasi All-in-one? Die Wellnessbedürfnisse werden heutzutage immer vielschichtiger und müssen mit dem wenigen zur Verfügung stehenden Wohnraum vereinbar sein. Das A und O für uns als Planer und Hersteller ist es, auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden einzugehen. Und ja, All-in-one lautet die Devise: Morgens ein klassisches finnisches Saunabad, abends nach dem Training ein gemütliches Warmluftbad mit Infrarott-

herapie für den Rücken und tags darauf ein Kräuterdampfbad mit ätherischen Ölen und stimmungsvollem Farblicht. Maßgeschneiderte Sauna-Infrarot-Kombikabinen und clever angelegte All-in-one Lösungen sind sehr gefragt. Zu beachten ist: Es gibt durchaus Badeformen, die nicht mit der Sauna in einer Kabine vereinbar sind – etwa das Dampfbad, bei dem es um extreme Feuchtigkeit geht. Das Wasser bzw. der hohe Feuchtigkeitsgehalt würde das Saunaholz kaputt

„Unsere Familie arbeitet seit 1520 mit dem Werkstoff Holz und vereint seit damals traditionelles Handwerk mit innovativen Gestaltungsansätzen.“ GESCHÄFTSFÜHRER JOSEF DEISL

machen. Bei der Dampfbadgestaltung wird daher gerne auf Fliesen und Naturstein zurückgegriffen.

Was war der ungewöhnlichste Ort, an dem Deisl eine Sauna installieren durfte? Das war vor ein paar Jahren ein Floß am Putterersee in der Steiermark. Die Floßsauna wird von den Eigentümern den Badegästen zur Verfügung gestellt, die nach einem gemütlichen Saunabad mit einem Satz ins kühle Nass des Sees tauchen können. Das Projekt ist mittlerweile typisch für den Trend hin zu mobilen Lösungen. Wir haben bereits des Öfteren Saunen in Überseecontainern eingebaut. Auch das ist. wenn man so will, kein typischer, allerdings sehr praktischer Ort für eine Sauna. Schließlich lässt sich die Sauna im Nu weitertransportieren und flexibel an einem beliebigen Ort – sei es der eigene Garten, ein Schotterteich, die Dachterrasse oder ein Eventbereich eines Festivals – aufstellen. Gibt’s für Sie ein No-Go im Saunabau? Es gibt viele Aspekte, die der Konsument beachten sollte. Mir persönlich ist vor allem die saubere Verarbeitung hochwertiger und nachhaltiger Materialien ein wichtiges Anliegen. Eine Sauna sollte langfristig Freude bereiten und nicht nach drei, vier Jahren sanierungsbedürftig sein. Ein echtes No-Go ist in meinen Augen das Verbauen von synthetischen Isolierungen oder sonstigen Materialien, die unter Umständen giftige Dämpfe abgeben können. Auch das Verhältnis von Holz und Glas bzw. anderen bauseits vorhandenen Wänden ist ein sensibler Bereich. Hier ist das richtige Verhältnis entscheidend, damit sich ein wohltuendes Wärmeklima entwickeln kann.

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WHAT A PEELING Schwitzen und Peeling lassen sich ganz wunderbar vereinen. Die hohen Temperaturen sorgen dafür, dass sich die Poren öffnen und Peelings (und andere Pflegeprodukte) nun besonders gut wirken. Bei speziellen Salz-Aufgüssen wird das Abrubbeln gleich in die Zeremonie integriert, auch Kaffee und Zucker sind beliebte Zutaten. Wir haben ein paar Pflegedingens für daheim für Sie.

SUGAR SUGAR BABY

Das vitalisierende Zucker-Öl-Gesichtspeeling von Babor löst abgestorbene Hautschüppchen und pflegt die Haut mit wertvollen Ölen. Um rund 25 Euro bei Kosmetik Visage in Innsbruck.

SALZ AUF UNSERER HAUT 128

Die Seifenfabrik Walde gibt’s bereits seit 1777 und wenn man so lange besteht, macht man etwas verdammt richtig. Wir können die Walde-Produkte vollumfänglich empfehlen, auch das hauseigene Peeling, das die guten Eigenschaften von echter Seife mit hochwertigem Salz verbindet. Gibt’s ohne Duft, mit Johanniskraut oder Zitronenmelisse um rund 11 Euro. Bestellungen gehen online unter www.walde.at, ein Besuch im Geschäft in der Innstraße ist jedoch nie verkehrt.

VON INNEN FÜR AUSSEN

Die Haut lässt sich auch von innen heraus unterstützen. Das Nahrungsergänzungsmittel „Collagen Intravital Plus“ von QMS Medicosmetics hilft bei regelmäßiger Einnahme, die Haut vor Umweltschäden zu schützen und Zeichen des Alterns zu bekämpfen. Für eine verbesserte Hautqualität und ein allgemeines Wohlgefühl. 60 Kapseln um 79 Euro, gesehen im Kosmetikinstitut Aurora.

RUBBEL LOS!

Das Körperpeeling von Babor duftet herrlich nach frischem Apfel, Rosmarin, Eukalyptus und Lavendel, erfrischt und belebt. Für den Rubbeleffekt sorgen Salz und Zucker. Ca. 25 Euro, bei Kosmetik Visage, Innsbruck.

MASKENBALL

Wer seinen Sauna- zu einem ganzen Wellnesstag machen möchte, gönnt sich am besten eine Gesichtsmaske zur noch tieferen Entspannung. Die „Hydro Foam Mask“ von QMS Medicosmetics ist eine intensiv feuchtigkeitsspendende, leicht straffende Schaummaske mit wertvollen Seidenproteinen. Erhältlich um 61 Euro im Innsbrucker Kosmetikinstitut Aurora.

TIP RED P DER AKT ION

ONLINEFUND Hiermit outen wir uns als Verpackungsopfer. Wenn ein Produkt in lässiger Aufmachung daherkommt, dann haben wir es gewissermaßen schon gekauft. Wenn dann der Inhalt auch noch super ist, freuen wir uns natürlich umso mehr. Im Falle von „I WANT YOU NAKED“ passt alles zusammen: Optik, Haptik, Geruch, die Story, der Internetauftritt, das Logo, der Name. Alles. Mit dabei sind auch reichhaltige Köperpeelings, die jeglichen Stress wegrubbeln. Onlineshop unter www.iwantyounaked.com


diewildenkaiser.com

Dahinter steckt mein Tiroler Bad*, das mit Sicherheit für mich da ist.

DIE GANZE GESCHICHTE AUF WWW.JA-ZU.TIROL

* stellvertretend für ein Tiroler Unternehmen

UNG TÄRK ZUR S FT. E IV T A INITIA WIRTSCH EINE R IROLE DER T


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DA GEHT DAS HERZ AUF

Seit dem Sommer gibt’s im Resort in Innsbruck die Apothekerserie von Saint Charles – stylischer geht Apotheke kaum. Für das Rundum-Wohlgefühl legen wir Ihnen den Yoga-Body-Spray „Rising Heart“ ans Herz, der sich als Körperspray ebenso eignet wie für ganze Räume. Duftet frisch nach Bergamotte, Mandarine, Orange und Grapefruit. Ganz viel positive Energie gibt’s um ca. 25 Euro in der Erlerstraße.

MILCH UND HONIG

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Das cremige Körperpeeling von Kiehl’s reinigt besonders sanft, nährt die Haut tiefenwirksam und macht sie streichelweich. Außerdem riecht es echt gut, auch wenn die Verpackung eher medizinisch ausschaut. Creme de Corps Soy Milk & Honey Body Polish um 30 Euro.

MÄNNERSACHE

Auch Männerhaut freut sich über eine gründliche Pflege. Mit der „Ultimate Man Body Scrub Soap“ – eine hocheffiziente Köperpeeling-Seife mit Kleie und Haferflocken – geht das ganz archaisch. 16,50 Euro. Einen kleinen Shop gibt’s in der Innsbrucker Anichstraße.

INTENSIVKUR

„Active Exfoliant 11 %“ von QMS Medicosmetics ist ein sanftes und hochwertiges Peeling-Fluid aus Fruchtsäuren und Enzymen, das nicht nur nach der Sauna Sinn macht, sondern zur (täglichen) Pflegeroutine werden kann. Um 84 Euro im Kosmetikinstitut Aurora in Innsbruck.

DUFTSTOFFE

Für die richtige Wohlfühl-Stimmung braucht’s den passenden Duft. Die Kerzen von Baobab sind eine Aufwertung für jeden Raum, machen optisch was her und schaffen eine feine Atmosphäre. Verschiedene Varianten ab 95 Euro erhältlich in Günter Salzmanns Virsalis, das noch im Oktober von der Bürgerstraße in die Hörtnagl-Passage übersiedelt.

SCHNUPPERKURS

Damit’s auch in der Sauna gut riecht, aromatisiert man seine Saunaaufgüsse am besten mit feinen ätherischen Ölen. Das Set von Klafs enthält fünf Düfte (Honig, Zitrone/ Orange, Lavendel, Eukalyptus, Fichtennadel), die man je nach Befindlichkeit ins Wasser mengt. Um 67,20 Euro unter saunashop.klafs.at, wo es auch verschiedene Varianten fürs Sanarium, das Dampfbad und die Dusche gibt.


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