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Ausgabe Nr. 06 / Juni 2016, P.b.b. Verlagspostamt 6020 Innsbruck, ZNr. GZ 02Z030672 M, Euro 3.00

www.econova.at

DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN

Brennpunkt

Brenner Nadelรถhr mit wirtschaftlicher Bedeutung

PHร„NOMEN EPU Die Arbeit der Zukunft

FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

Wohlstand braucht Innovation

KUNSTBAROMETER

Kunst ist schรถn, macht aber Arbeit


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es c a da  m a rc c ain  liu jo  not your daught ers je a ns  r a lph g l a den princes s  roberto collina  mauritius  c ampomaggi  a rma  cus to herno  etoile du monde  i - he a rt  a nn a lis a bucci  c a mbio  s t e v en - k ma rc c ain s port  esc a da s port  j br and

# meiers eefeld

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D o r f p l a t z 2 5 / 6 1 0 0 S e e f e l d / Te l 0 0 4 3 ( 0 ) 5 212 5 2 5 3 0 / M e i e r s e e f e l d . a t M o b i s S a 9 . 3 0 - 1 8 . 0 0 / S o 11. 0 0 - 17. 0 0


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© BIRGIT KOELL

eco.edit

Mag. Sandra Nardin und Christoph Loreck, eco.nova-Herausgeber

Stärken stärken Es waren turbulente letzte Tage. Jetzt müssen wir irgendwie wieder zurück zur Normalität. Da hilft kein Zaudern und kein Sudern und kein „Was-wäre-wenn“. Wir müssen es schaffen, wieder positive Stimmung ins Land zu bekommen. Wir dürfen nicht nur drauf schauen, was schlecht ist, sondern sollten uns besinnen und uns auf unsere Stärken fokussieren.

N

ein, das wird jetzt kein politischer Kommentar. Natürlich sind wir politische Menschen, wir haben unsere Meinungen und Ansichten. Jeder für sich. Als Magazin aber sind wir stolz darauf, unabhängig zu sein. Das

möchten wir auch in den Inhalten so weit wie möglich beibehalten – abgesehen vom Kommentar unseres Kolumnisten. Der darf das. Deshalb ist auch die Titelgeschichte zum Brenner (ab Seite 14) eine großteils wirtschaftliche, wenngleich der Ausgangspunkt dafür dann doch einen politischen Hintergrund hat. Dennoch haben wir versucht, den Hotspot-Pass nach ökonomischen Gesichtspunkten zu beleuchten, und zeigen, wie wichtig ein „Weiterkommen“ dort ist. Denn Staus sind nicht nur mühsam, sie kosten auch Geld. Um als Standort wirtschaftlich weiterzukommen, ist indes ein Aspekt essentiell: die Forschung. Ein Standort wie Österreich wird nur über Innovationen überleben können, sagt Wilfried Sihn, Geschäftsführer von Fraunhofer Austria. Und Innovationen brauchen Forschung – Forschung führt zu Entwicklung. In weiterer Folge braucht es eine positivere Einstellung zu Universitäten, die hierzulande immer noch gerne als elitäre Einrichtungen gesehen werden. Das sind sie nicht. Und sie sind extrem wichtig. Mehr dazu ab Seite 54. Eine positivere Einstellung verdient sich übrigens auch eine andere Gruppe: jene der EPU nämlich. Ihnen haftet eine

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Reihe an Mythen an, mit denen wir aufräumen möchten (ab Seite 32). Daneben haben es auch Banken gerade nicht einfach. Der neue RLB-Vorstandsvorsitzende Johannes Ortner wirbt ab Seite 76 um mehr Vertrauen – von dem sollten wir alle ein bisschen mehr haben. In die Politik, die Wirtschaft und uns selbst.

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Draußen daheim

14

Was wir am Sommer ganz besonders mögen: den Gastgarten!

94 32 eco.titel

eco.zukunft

014 Schicksalsberg Brenner

052 Forschung & Entwicklung

Der Brenner polarisiert. Er spaltet.

Ein Standort wie Österreich kann

Er vereint. Und er bleibt ein natür-

nur durch Innovationen überleben.

liches Nadelöhr mit enormer wirt-

Und Innovation braucht Forschung.

schaftlicher Bedeutung.

Ein Blick auf den Forschungsstandort Tirol.

eco.wirtschaft 024 Stilsicher

Köstlichkeiten mit Liebe gemacht.

Berg – wenngleich auf ganz unterschiedliche Weise. Zwei Tiroler

balem Blick in die Zukunft.

Innovative im Porträt.

026 Im Sog der Stadt

auf den Immobiliensektor.

032 The way of life

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6

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Die spürbare Dynamik Inns-

Leopoldstraße 31a, 6020 Innsbruck

068 Tirol innovativ

Arbeit wird sich künftig neu definieren (müssen). Vor allem Ein-Personen-Unternehmen wer-

eco.geld 076 Geld ist Vertrauen Seit 1. April ist Johannes Ortner neuer Vorstandsvorsitzender der RLB Tirol AG. Das Interview.

080 Chancen nutzen

den eine immer größere Rolle

Die Ergebniskurve der Hypo Tirol

spielen.

Bank zeigt nach turbulenten Jah-

042 steuer.berater 046 recht.aktuell

ren wieder nach oben. Firmenkundenleiter Mario Zangerl im Gespräch.


eco.inhalt

84

52 eco.art

// 096: BMW 225xe Active Tourer

084 eco.nova Kunstbarometer

Abmessungen.

Umweltschützer mit kompakten

Teil 2 der Serie. Und: Ein Blick auf

// 098: VW Passat Alltrack

die Verbindungen zwischen Gale-

Ein Auto, das es tatsächlich kann:

rie, Kunstmarkt und Künstler.

ins Gelände fahren.

088 Ansehen fördert die Künste Die Galerie Nothburga schreibt einen neuen Kunstpreis aus.

090 Nur Gesichter? Die aktuelle Ausstellung im Tiroler

// 100: Honda HRV Frisches Design, moderne Technik, pfiffige Details, fairer Preis.

102 Weitergehen Bei Auto Meisinger dreht sich alles um Maschinen ... und Menschen.

Landesmuseum Ferdinandeum.

eco.mobil 094 Testberichte

eco.life 108 Elektrisierend E-Bikes sind stark im Kommen.

// 094: Volvo V90

Vom Retro- übers komfortable

Ein bisserl Kombi, ein bisserl SUV

City- bis hin zum sportlichen

– Volvo erobert die neue Nische.

Downhillbike ist alles dabei.

IMPRESSUM Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/290088 redaktion@econova.at, www.econova.at Geschäftsleitung: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin Assistenz: Martin Weissenbrunner // Chefredaktion: Marina Kremser Redaktion: eco.wirtschaft: MMag. Klaus Schebesta, Mag. Sandra Nardin, Renate Linser-Sachers, Alexandra Keller, Barbara Liesener, DI Caterina Molzer-Sauper, Uwe Schwinghammer, Marion Witting, MSc., Doris Helweg, Sonja Niederbrunner // eco.zukunft: Mag. Barbara Wildauer, Tamara Kainz // eco.geld: Dr. Michael Posselt, Michael Kordovsky // eco.kultur: Julia Sparber // eco.mobil: Bruno König // steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian // recht.aktuell: RA Mag. Dr. Ivo Rungg // eco.life: Marina Kremser Anzeigenverkauf: Ing. Christian Senn, Bruno König, Tanja Ischia, Hannelore Weissbacher, Hannah Oderich Grafik: Thomas Binder // Druck: Radin-Berger-Print GmbH Unternehmensgegenstand: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. // Grundlegende Richtung: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifestyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. // Jahresabo: EUR 25,00 (14 Ausgaben)

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eco.nova

7


eco.mmentar

MMag. Klaus Schebesta

Alltagsgeschichten Die Turbulenzen der letzten Wochen sind vorbei, der Ausnahmezustand ist vorüber. Österreich sinkt ermattet in die politischen Alltagsgeschichten zurück. Von der ganzen Aufregung wird nichts bleiben als eine ferne Erinnerung.

E

// TEXT: KLAUS SCHEBESTA

s ist schon lustig: Da bewegt

das wird die Große Koalition spätestens

uns alle noch wundern. Im Zuge des Wahl-

sich in Österreich über Mo-

bei den Nationalratswahlen in zwei Jahren

kampfes ist übrigens eine Illusion geplatzt

nate und Jahre nichts, und

nicht überleben.

wie eine Seifenblase: Politikinteressierte

dann überschlagen sich

Die andere Entscheidung, die dieser Tage

Bürger, die glaubten, die Kandidaten bei aus-

die Ereignisse. Die letzten

gefallen ist, betrifft den Bundespräsiden-

führlichen Duellen und Gesprächen „ken-

Wochen waren geprägt durch politische

ten. „Jede Stimme zählt“ wird sonst gerne als

nenzulernen“, vielleicht sogar „wie sie sind“,

Debatten und Weichenstellungen. Eine we-

Motivationsphrase belächelt, diesmal wurde

mussten feststellen, dass das nicht möglich

sentliche Entscheidung betraf die Bundes-

ernst daraus. Alexander Van der Bellen zieht

ist. Van der Bellen und Hofer waren bei ih-

regierung. Ein neuer Kanzler und vier neue

zwar in die Hofburg ein, ist aber in der selben

rem unmoderierten ATV-Auftritt derart

Minister sind schon was. Man darf nur eines

Lage wie die Zeichentrickfigur Tom, die am

andere Personen als beim abschließenden

nicht vergessen: Die anderen Minister sind

Ende jeder Serie immer ein halbes Erdbeer-

ORF-Gespräch, dass man keine Chance hat-

noch da und auch beim kleinen Koalitions-

marmeladebrot mit Honig bekommt, das ihm

te, ihren wahren Charakter zu ergründen.

partner hat sich nichts bewegt. Falls Kern

aber immer „so gut schmeckt, als wär's ein

ORF-Moderatorin Ingrid Thurnher trug mit

die Politik Faymanns mit ein paar neuen

ganzes gewesen“. Der Umbau der Bundesre-

ihrer Einseitigkeit übrigens auch nicht zur

Phrasen fortsetzt, wird sich innerhalb weni-

gierung knapp vor der Bundespräsidenten-

Erhellung bei, aber das nur nebenbei. Das

ger Wochen die kleine Große Koalition fest-

wahl war mit Sicherheit wahlentscheidend:

eine Duell artete zum Schlammcatchen aus,

fahren wie in den Monaten davor.

Dieser hat schwankenden Wählern gezeigt,

das andere mutete an wie eine Paartherapie.

Das Problem ist, dass die brennenden Re-

dass sich das alte System doch bewegt und

Übrig blieb die desillusionierende Erkennt-

formthemen bislang im ideologischen Klein-

Van der Bellen die entscheidenden paar Tau-

nis: Es gibt sich keiner, wie er ist. Es ist alles

krieg aufgerieben wurden und nach um-

send Stimmen Vorsprung verschafft.

nur Show, alles Strategie und Taktik. Der Zu-

fassenden politischen Gemetzeln von der

Doch alle, die in der FPÖ die Ausgeburt der

seher beobachtet keine Personen, sondern

jeweiligen Ursprungsidee bloß homöopathi-

Hölle sehen, sollten sich nicht zu früh freu-

hyper-gecoachte Rhetorikfiguren, die auf

sche Dosen übrig geblieben sind. Die Fron-

en. Auch wenn es paradox klingt: Für HC

Knopfdruck ihre eintrainierten Statements

ten sind – leider – die gleichen geblieben:

Strache ist dieser Ausgang das beste denk-

absondern.

Willkommenskultur versus Begrenzung, So-

bare Ergebnis. In zwei Jahren sind National-

So wird es wahrscheinlich weiter gehen. Van

zialsystem versus Belastung der Leistungs-

ratswahlen. Da die Österreicher traditionell

der Bellen wird in seiner Rolle aufgehen und

träger, staatliche Investitionen versus Bele-

Bundesregierung und Bundespräsident po-

nachdem sich die Aufregung gelegt hat, wer-

bung der Privatinvestitionen, Anreize versus

litisch andersfärbig besetzt haben wollen,

den viele Menschen bei Straßenbefragun-

Strafen, Hochkultur versus Kleinkunst. Wir

hat er mit diesem Ausgang die optimale

gen gar nicht wissen, wer der aktuelle Bun-

werden in den nächsten Monaten erste Rei-

Startposition. Hofer hat die FPÖ salonfähig

despräsident ist. Das war schon bei Heinz

he fußfrei erleben, ob der Bundesregierung

gemacht – und Strache kann aus allen Roh-

Fischer so, der es sich – bis auf die letzten

da und dort der „große Wurf“ gelingt oder

ren gegen das „linke Establishment“ beste-

sechs Monate – in den weitläufigen Räumen

weiterhin taktische Manöver dominieren.

hend aus einem grünen Bundespräsidenten

seiner Hofburg kuschelig eingerichtet hatte

Im zweiten Fall können die Protagonisten

und einem roten Bundeskanzler schießen.

und über Jahre politisch so unsichtbar war

schon beginnen, ihre Koffer zu packen, denn

Um Norbert Hofer zu zitieren: Wir werden

wie klares Bergwasser.

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KOPF DER AUSGABE

© ANDREAS HROSS

n i e t s n e t r a H a l e Micha

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eco.nova


kopf der.ausgabe

Es braucht viel Mut, um aus Trauer und Schmerz eine Berufung erwachsen zu lassen. Michaela Hartenstein hat es geschafft und ist am 29. März 2016 mit der Website www.selbsthilfe-pankreaskarzinom.at online gegangen. // TEXT: PIA SCHORER

Ü

ber 15 Jahre lang arbeite-

angebote anzubieten und wertvolle Infor-

Expertenbeiträge zur Behandlung, aber auch

te Michaela Hartenstein

mationen zu Erkrankung und Behandlungs-

zu den Themen Ernährung, Psychoonkologie

in der Pharmabrache im

möglichkeiten gesammelt und gezielt auf

oder Palliativmedizin.

Produktmanagement

einer Website zusammenzutragen. Dadurch,

für onkologische Prä-

dass die Krankheit meist erst sehr spät er-

Bewusstsein schaffen

parate, also Präparate für Krebspatienten.

kannt wird, bleibt wenig Zeit für Betroffene

Es ist Michaela Hartenstein ein großes An-

Bösartige Tumore, an denen in Österreich

und Angehörige.“ Und sie hat diesen Wunsch

liegen, die Öffentlichkeit für das Thema

jährlich etwa 39.000 Menschen erkranken

auch in die Tat umgesetzt.

Pankreaskarzinom zu sensibilisieren und ein

und die nach den Herz-Kreislauf-Erkran-

Anfang dieses Jahres wurde der gemein-

Bewusstsein für diese meist tödliche Erkran-

kungen die zweithäufigste Todesursache

nützige Verein Selbsthilfegruppe Pankreas-

kung zu schaffen. Ein „Purple Light Event“

darstellen, waren für die Tirolerin aus Wat-

karzinom gegründet. Durch die Mitarbeit

wie im amerikanischen Raum, bei dem öf-

tens Berufsalltag. Dennoch war die Diagno-

von namhaften Experten im wissenschaft-

fentliche Gebäude in Lila erstrahlen, um auf

se Bauchspeicheldrüsenkrebs im engen fa-

lichen Beirat bietet die Website www.selbst-

die Krankheit aufmerksam zu machen, ist

miliären Kreis bei ihrer eigenen Mutter ein

hilfe-pankreaskarzinom.at seit gut zwei

eine große Vision – das Wiener Rathaus wür-

Schock und hat die gesamte Familie wie ein

Monaten klar verständliche, nützliche,

de sich gut anbieten. Außerdem ist eine Pres-

Blitzschlag getroffen.

objektive und wissenschaftlich fundier-

sekonferenz für den 17. November, den World

Wie so oft bei Pankreaskarzinom wurde die

te Informationen zur Erkrankung an. Die

Pancreatic Cancer Day, geplant.

Krankheit erst sehr spät in fortgeschritte-

Rückmeldungen sind durchwegs positiv.

Michaela Hartenstein hat in ihrer Selbsthil-

nem Stadium erkannt. Plötzlich musste Mi-

Besonders Ärzte sehen die Website als gute

fegruppe für Patienten und Angehörige mit

chaela Hartenstein die Seite wechseln und

Ergänzung zum medizinischen Gespräch,

Pankreaskarzinom seit Anfang des Jahres

war selbst unmittelbar betroffen. Durch ih-

Betroffene und Angehörige fühlen sich un-

aber auch ihre eigene neue berufliche Aufga-

re Arbeit wusste sie, wie der Verlauf und die

terstützt.

be: Sie hat in ihrem Herzensprojekt ihre Be-

Prognose ihrer Mutter sein würden. Trotz

Hartenstein ist es wichtig, transparent und

rufung gefunden. Mit viel Mut hat sie ihren

sehr guter Kontakte zu Ärzten und verschie-

seriös zu informieren. Die HON-Zertifizie-

Job in der Pharmabrache an den Nagel ge-

denen Patientenorganisationen aus ihrer

rung (Health On Net) für die Website ist

hängt und engagiert sich nun ehrenamtlich

Arbeit hätte sie sich gerade in dieser kurzen

genauso in Arbeit wie die Vorarbeiten zum

für die Selbsthilfegruppe. Tatsächlich arbei-

und sehr intensiven Zeit mehr Informatio-

Spendensiegel, das jedem gemeinnützigen

tet sie mit Sicherheit nicht weniger als zuvor,

nen und Unterstützung wie auch Begleitung

Verein aber frühestens nach drei Jahren ver-

kann sich ihre Zeit aber selber einteilen und

und Hilfe für ihre Mutter, sich selbst und die

liehen werden kann.

so auch wesentlich flexibler auf die Bedürf-

Familie gewünscht. Leider gab es zu dieser

In einem nächsten Schritt werden Broschü-

nisse ihrer Familie und ihres fünfjährigen

Zeit keine Selbsthilfegruppe für Bauchspei-

ren in den entsprechenden Behandlungszen-

Sohnes eingehen. „Wenn ich etwas aus die-

cheldrüsenkrebs in Österreich und auch das

tren aufgelegt und ein Patiententag wird ins

sem Schicksalsschlag gelernt habe, dann das:

Informationsangebot im Internet war sehr

Leben gerufen. Auch das Angebot der Web-

Nütze den Tag – das Leben kann sich einfach

verstreut. Am 29. März 2014 hat ihre Mutter

site wird weiter ausgebaut, es folgen weitere

verdammt schnell ändern.“

nach wenigen Monaten den Kampf gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs verloren.

Nicht alleine lassen Die Idee zur Gründung einer Selbsthilfegruppe ist bei Michaela Hartenstein gewachsen, nachdem sie die erste Trauerphase überwunden hatte. „Es folgte mein Wunsch, andere mit dieser Diagnose nicht länger alleine zu lassen, ihnen Unterstützungs-

HINTERGRUNDINFORMATION BAUCHSPEICHELDRÜSENKREBS

In Österreich erkranken jährlich etwa 1.600 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom). Damit macht das Pankreaskarzinom zwar nur ca. vier Prozent aller bösartigen Krebserkrankungen aus, im Vergleich zu anderen Krebsarten hat sich das relative Fünf-Jahres-Überleben eines Patienten in den vergangenen Jahrzehnten jedoch kaum verbessert und liegt mit ca. 7,3 Prozent deutlich unter den Erwartungen anderer Krebserkrankungen. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass das Pankreaskarzinom im Frühstadium kaum Beschwerden verursacht und eine Diagnose bei den meisten Patienten leider erst im fortgeschrittenen Stadium erfolgt.

eco.nova

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Wirtschaft

!

TAGESAKTUELLE NEWS UNTER WWW.ECONOVA. AT

Wirtschaft & Unternehmen

Eurogast-Geschäftsführung: Thomas Walser, Alexander Kiennast und Armin Riedhart

FRAUEN AN DER SPITZE

UNTERNEHMENS.NEWS

Doris Daum-Hörtnagl, Hörtnagl

Eurogast

Viel hat sich geändert, doch eins ist wie vor 40 Jahren. Tag für Tag

Die Eurogast Gruppe ist ein Zusammenschluss von elf privaten

geht Doris Daum-Hörtnagl im Stammhaus am Burggraben ein und

Gastrogroßhändlern mit zwölf Standorten in ganz Österreich.

aus. Hier übernahm die Geschäftsfrau 1976 das traditionsreiche Fa-

Eurogast wurde bereits 1965 gegründet und verzeichnete im Jahr

milienunternehmen und steht seit nunmehr 40 Jahren an der Unter-

2015 einen Gesamtumsatz von über 322 Millionen Euro, was einer

nehmensspitze. „Um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken hat es uns

Steigerung von mehr als 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

nie an Investitions- und Innovationsfreude gefehlt“, blickt die Hört-

entspricht. Maßgeblich dafür sind die regionale Kompetenz, On-

nagl-Chefin auf die insgesamt 153-jährige Unternehmensgeschichte

line-Bestellungen und das Zustellgeschäft, das mittlerweile 75

zurück. Mit einer Jahresproduktion von 2.700 Tonnen zählt Hörtnagl

Prozent beträgt. Rund 60 Prozent seines Umsatzes erwirtschaf-

heute zu den führenden Qualitätsproduzenten in Österreich und

tet Eurogast in Westösterreich, vor allem an den fünf Standorten

ist in Tirol Marktführer in der Erzeugung

in Tirol. Von dort werden auch die Bundesländer Salzburg und

und Veredelung von hochwertigen Wurst-

Vorarlberg beliefert.

und Fleischwaren. Das gesamte Sortiment stammt zu 100 Prozent aus österreichischer

VIKING

und Tiroler Herkunft. Schritte wie der Start

Auch die VIKING GmbH aus Langkampfen blickt auf ein erfolg-

des Projektes „Tiroler Grauvieh-Almochs“ und

reiches Geschäftsjahr 2015 zurück. Das Unternehmen konnte

damit des ersten Markenfleischprogramms

den positiven Trend der vergangenen Jahre fortsetzen und den

in Tirol kennzeichnen die Geschichte des

Umsatz auf 193,9 Millionen Euro steigern (+8 %). Gestiegen ist

Tiroler Familienunternehmens ebenso wie

auch die Bilanzsumme: Mit einem Plus von elf Prozent erreichte

das konsequente Festhalten an den Werten

der Gartengerätehersteller die Bilanzsumme von 124,6 Millionen

Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit.

Euro, die Eigenkapitalquote liegt bei 65 Prozent.

„Herkunft, Qualität und Geschmack sind die unternehmerischen Eckpfeiler“, betont

Idealtours

Hauptgesellschafterin Doris Daum-Hörtnagl.

Idealtours blickt auf eine mittlerweile 40-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Seit 2004 führt das Geschwisterpaar Susan-

Karin Klocker, BFI

ne und Christof Neuhauser die Aufbauarbeit von Firmengrün-

Im Rahmen der Generalversammlung der BFI

der Simon Neuhauser fort und befindet sich auf Erfolgskurs.

Tirol Bildungs GmbH wurde Dr. Karin Klocker

Das Unternehmen mit neun Reisebüros in Nord- und Südtirol

zur neuen Geschäftsführerin bestellt. Sie lei-

erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 25 Millionen Euro

tete zuvor das Sozialministeriumservice, Landesstelle Tirol und über-

und beschäftigt 55 Mitarbeiter. 69 Prozent des Umsatzes entfal-

nimmt mit 1. Juni 2016 die Agenden der Geschäftsführung der BFI Tirol

len auf das Idealtours-Eigenprogramm.

Bildungs GmbH.

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eco.nova


eco.wirtschaft

ECO.MMENTAR

UNTERNEHMEN MIT VERANTWORTUNG © JULIA TÜRTSCHER

Kommst du Bahnhof

Marina Kremser, Chefredaktion

Ich mag die deutsche Sprache. Und ich mag es, wenn man in ganzen Sätzen mit mir spricht und mir Nachrichten in verständlicher Art und Weise schickt, ohne dass ich das Geschriebene laut lesen muss, um es zu verstehen.

I

st Ihnen schon einmal aufgefallen, auf welche Art viele Menschen mit nicht-deutschsprachigen Mit-

bürgern reden? Anstatt ihnen mit schöner Sprache zu begegnen, fangen sie an, selbst in ganz komischem Kauderwelsch

C

zu sprechen. Wie, um Himmels Willen, orporate Social Responsibility – kurz CSR – ist in den vergangenen Jahren zu ei-

sollen diese Menschen jemals vernünfti-

nem fixen Bestandteil in vielen Tiroler Betrieben geworden. Um die Wichtigkeit

ges Deutsch lernen?

von CSR hervorzuheben, hat die Wirtschaftskammer Tirol auch heuer wieder den

Das Tragische dabei ist, dass mancherorts

TRIGOS für die besten und wirksamsten Projekte in den Bereichen soziales und ökologi-

generell so gesprochen wird. Also immer.

sches Engagement ausgelobt. Hermann Lindner, Obmann der Sparte Industrie: „Die Unter-

Egal, mit wem man sich unterhält. Man

nehmen, die für den TRIGOS nominiert werden, heben sich durch hervorragende Initiati-

spricht quasi in Stichworten, damit je-

ven in den Bereichen Arbeitsplatz, Gesellschaft, Markt und Ökologie entscheidend von der

der sofort und schnell weiß, was gemeint

breiten Masse ab.“ Die Jury, bestehend aus Experten vom Roten Kreuz, der Diakonie, der

und zu tun ist. Das geht so weit, dass das

Caritas, der Industriellenvereinigung, von Global 2000, dem Umweltdachverband und der

Ganze sogar einen eigenen Namen be-

Wirtschaftskammer, hat folgende Unternehmen zu den TRIGOS-Siegern 2016 gewählt:

kommen hat: Kurzdeutsch. Ja, echt. So bekommt miese Sprache plötzlich eine

Kategorie Großbetrieb: Adler-Werk Lackfabrik, Schwaz

Legitimation.

Das Familienunternehmen ist Hersteller von Holzlacken und Holzschutzprodukten und

Die deutsche Sprachwissenschaftlerin

konnte die Jury unter anderem durch den besonderen Fokus auf Umweltthemen und das

Diana Marossek untersucht das Phäno-

aktive, intensive Management zur Verminderung von negativen Umweltauswirkungen

men übrigens in ihrem Buch „Kommst

überzeugen.

du Bahnhof oder hast du Auto“, wobei der erste Teil meint, ob man mit dem Zug

Kategorie Mittelbetrieb: Holzbau Saurer GmbH & Co KG, Höfen

ankommen wird und nicht – wie man

Der Familienbetrieb aus dem Außerfern legt besonderen Wert auf regionale Wertschöp-

vielleicht meinen könnte –, ob man sich

fung. Die Jury hob in ihrer Entscheidung unter anderem die große Anzahl an Mitarbei-

am Bahnhof trifft (dann fehlte lediglich

tern aus eigener Ausbildung hervor. Seit Bestehen des Betriebs konnten über 180 Lehrlin-

ein „zum“). Marossek ist übrigens der

ge ausgebildet werden, wodurch ein wichtiger Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen

Meinung, dass das Kurzdeutsch zwar im

in der Region geleistet wird.

Sprachgebrauch angekommen sei, die Sprache aber deshalb nicht verloren ge-

Kategorie Kleinbetrieb: Bäckerei Bathelt, Münster

he, weil man im Geschriebenen immer

Das Familienunternehmen besteht seit 50 Jahren und wird mittlerweile in der dritten Ge-

noch beim Hochdeutsch bleibe. Ganz so

neration geführt. In Anbetracht der großen Konkurrenz durch Großanbieter konnte sich

sicher bin ich mir dabei nicht.

die Bäckerei Bathelt durch besondere Qualität und Nachhaltigkeit durchsetzen. Die Jury war besonders von den ganzheitlichen Bemühungen des Betriebs beeindruckt. Die Bäckerei kauft ausschließlich regionale Zutaten und produziert ohne jegliche Zusatzstoffe oder

Anregungen und Kommentare bitte an kremser@econova.at

Backmischungen.

eco.nova

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eco.wirtschaft

Pass-

Spiel Die geplanten Grenzkontrollen machten aus dem Brenner einen Hotspot der gescheiterten europäischen Flüchtlingspolitik. Während Staumeldungen wegen deutscher Kontrollen längst zum Alltag geworden sind, öffnete Österreich mit seinem Vorhaben eine Büchse der Pandora. Der Brenner. Er polarisiert. Er spaltet. Er vereint. Und er bleibt ein natürliches Nadelöhr mit enormer wirtschaftlicher Bedeutung. // TEXT: ALEXANDRA KELLER

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eco.nova


eco.titel

U

nd dann der Papst. Auch das noch. Mit seiner Kritik an der österreichischen Flüchtlingspolitik und einem Grenzzaun am Alpenpass rückte Franziskus den Brenner in eine gar unheilige Ecke. Nicht den Brenner selbst selbstverständlich. Vielmehr die Tatsache, dass er wieder zu einer echten Grenze werden könnte. Dass das Oberhaupt der katholischen Kirche die Entscheidung der Österreicher, Grenzkontrollen am Brenner einzurichten, überhaupt kommentierte und seine Ablehnung der jüngsten Asylrechtsnovelle zum Anlass nahm, das Land mit verbalem Tadel zu bestrafen, unterstreicht die Symbolkraft der Entscheidungen wie des Passes. In etwa zur gleichen Zeit hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon im Wiener Parlament klare und nicht minder scharfe Worte zum Asylgesetz gefunden. Seine Zuhörer, die Nationalratsabgeordneten, hatten es eben erst mit deutlicher Mehrheit beschlossen und mussten nun von Ban hören: „Ich bin auch über die Fremdenfeindlichkeit, die innerhalb und außerhalb Österreichs zunimmt, höchst beunruhigt.“ Der Vertreter Gottes auf Erden und der Vertreter jener internationalen Organisation, die sich gemäß ihrer Charta die Sicherung des Weltfriedens, die Einhaltung des Völkerrechts, den Schutz der Menschenrechte und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit zur Aufgabe gemacht hat, haben Österreich richtiggehend geprügelt. Ob himmlisch oder irdisch – beide sind sie Diplomaten und als solche wählen sie ihre Worte mit Bedacht. Darum hat ihre Kritik

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eco.titel

Gewicht. Und so sehr auch der humane An-

kurzerhand die Grenzen wiederbelebt wur-

satz im Umgang mit Flüchtlingen oder die

den. Der Schengen-Raum, der derartige Kon-

deutsch-österreichischen Grenze auch „der

Beunruhigung angesichts der Zunahme der

trollen an den Grenzen selbst nicht vorsieht,

Bekämpfung des internationalen Terroris-

Fremdenfeindlichkeit unterstrichen werden

wurde damit konterkariert, die Tatsache an

mus und anderer Formen schwerer Krimina-

müssen, so sehr überraschte die Kritik aus

sich aber nur vergleichsweise leise kritisiert.

lität“ dienten. Schwerwiegende Mängel bei

diesen Sphären.

Es gab keine Demonstrationen und schon gar

den Kontrollen an den EU-Außengrenzen

keine gewalttätigen Ausschreitungen. Der

sind der Hintergrund und für ein Aussetzen

Papst sah sich deswegen nicht zu einer Rüge

von Schengen notwendiger Grund für die

Allein die Ankündigung und Vorbereitung

gezwungen und in überraschender Schnel-

Maßnahmen, die von den EU-Gremien für

von Grenzkontrollen am Brenner haben ei-

ligkeit hatten sich auch die Grenzgänger und

die Binnengrenzen erlaubt wurden. Schil-

nen Sturm der Entrüstung ausgelöst, dessen

Urlauber mit den Wartezeiten bei der Einrei-

lernde Ausnahme für die Ausnahmerege-

Stärke erstaunte und auch ein wenig verwirr-

se nach Deutschland abgefunden.

lung: Der Brenner.

Schillernde Ausnahme

DIE ZAHLENSPIELE ANGESICHTS EINES VERSTOPFTEN BRENNERPASSES WAREN ZAHLREICH UND BLEIBEN SPANNEND, WEIL SIE DIE BEDEUTUNG DER OFFENEN GRENZEN UNTERSTREICHEN.

menhang fest, dass die Kontrollen an der

Untergangsvisionen Selbst jene, die überzeugte Europäer und Gegner einer Auferstehung von Grenzbalken sind, vermögen in dem von der EU-Kommission so vehement betonten „no go“ für Kontrollen am Brenner eine Dissonanz zu erkennen. Was unterscheidet die deutschösterreichische Grenze von der italienischösterreichischen? Worin liegt der Unter-

te. Seit gut einem halben Jahr werden etwa

Kurz bevor die Innenminister Italiens und

schied zwischen dem „Durchwinken“ Asyl

an den Grenzübergängen in Kiefersfelden

Österreichs, Angelino Alfano und Wolfgang

suchender Menschen von Österreich und

und am Walserberg von der deutschen Bun-

Sobotka, bei strömendem Regen lächelnd

jenem von Italien? Warum warnte etwa

despolizei Kontrollen durchgeführt. Öster-

verkündeten, dass am Brenner nun doch

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Jun-

reich hatte die zahlreichen Flüchtlinge, die

nicht kontrolliert werden wird, wurde euro-

cker Österreich davor, durch die Schließung

über die Balkanroute ins Land gelangten,

paweit verkündet, dass anderswo die Grenz-

des Brennerpasses „schweren Schaden für

recht beherzt nach Deutschland weiterzie-

kontrollen um ein weiteres halbes Jahr ver-

ganz Europa“ anzurichten? Warum sprach er

hen lassen, sodass dort – nach heftigen Aus-

längert werden. Der deutsche Innenminister

in dem Zusammenhang gar von einer „politi-

einandersetzungen zwar, aber doch – relativ

Thomas de Maizière hielt in dem Zusam-

schen Katastrophe“, während die Kontrollen

16

eco.nova


DIE KRISE MACHTE DEUTLICH, DASS DER BRENNER DAS WICHTIGSTE DOMINOSTEINCHEN IM VERHÄLTNIS ZWISCHEN DEM NORDEN UND DEM SÜDEN EUROPAS IST. UND ER IST SO GUT WIE JEDEM BEKANNT. WEIL ER EBEN PASSIERT WERDEN WILL, WENN DER SÜDEN LOCKT.

eco.titel

nichts aus der Geschichte gelernt, weder aus der österreichischen noch der europäischen“, kritisierte Othmar Karas die Politik seines Heimatlandes. Knapp einen Monat vor dem Rückzieher, als das internationale Entsetzen seinem Höhepunkt zusteuerte, hielt der österreichische Europapolitiker zudem fest: „Zäune innerhalb Europas sind ein Zeichen gescheiterter Zusammenarbeit. Wenn alle Länder die gemeinsam getroffenen EU-Beschlüsse umsetzen und einhalten, braucht es keine Grenzbefestigungen innerhalb der EU. Der Brenner ist nicht irgendeine Grenze in Europa. Hundert Jahre österreichische Südtirolpolitik stehen auf dem Spiel.“

Brennerdrohung war, die zu einem Einlenken Italiens beziehungsweise zu verstärkten

Nicht irgendeine Grenze

Kontrollmaßnahmen führte. Die europäi-

Hundert Jahre. 1919 jährt sich die Unter-

sche Politik wiederum betrachtet das Ein-

zeichnung des Vertrages von Saint-Ger-

lenken Österreichs als Folge ihres starken

main, mit dem Österreich als Folge des Ers-

Auftretens gegen die Pläne des kleinen Mit-

ten Weltkrieges auf Süd- und „Welschtirol“

gliedslandes. Die Grenzkontrollen am Bren-

(Trentino) verzichtete respektive verzichten

ner bleiben jedenfalls ein irritierendes Stück

musste. Dass die 1920 folgende Annexion der

der jüngsten europäischen Geschichte.

Gebiete südlich des Brenners durch Italien

Weil kaum noch Flüchtlinge bis zum Bren-

den damals gültigen völkerrechtlichen Re-

ner vordringen, wurde das Grenzmanage-

geln zuwider lief, führte dazu, dass die neue

ment auf Eis gelegt. „Die Zahl der illegalen

Grenze als Unrechtsgrenze bezeichnet und

in Kiefersfelden, die an der gleichen Tran-

Migranten ist in den vergangenen Wochen

zu einem Mittelpunkt jahrzehntelanger Kon-

sitroute liegen, zunächst bis November 2016

fast auf null gesunken“, hatte Innenminister

flikte wurde.

weiter passieren dürfen, ohne europäische

Sobotka am 13. Mai 2016 festgehalten. Dass

Wie langlebig die negativen Emotionen sind,

Untergangsvisionen zu reizen?

er und sein italienischer Kollege die allseits

die sich daraus entwickelten, zeigt etwa die

Doppelzüngigkeiten im Umgang mit den hu-

willkommen geheißene Kontrollabsage nicht

Tatsache, dass der in den 1950er-Jahren ent-

manen Katastrophen haben sich gleicherma-

in Wien oder Rom verkündeten, sondern sich

standene Marsch „Dem Land Tirol die Treue“

ßen gehäuft wie diesbezügliche Spitzfindig-

dafür extra am Brenner trafen, unterstrich

in den letzten Jahren so etwas wie die neue

keiten innerhalb der EU. Die österreichische

neuerlich dessen symbolische Strahlkraft.

Hymne Tirols wurde. Der Titel prangt als

Politik will glaubhaft machen, dass es die

„Wer den Brenner dichtmachen will, hat

Aufkleber auf den Heckscheiben von Autos,

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17


eco.titel

die Melodie ist als Handy-Klingelton selbst

ins Herz“, sagte Leitl. Und Laske hielt fest:

bei Jugendlichen begehrt, kaum ein Blas-

„Deutschland ist sowohl für Italien als auch

musikkonzert kommt ohne den Marsch aus.

für Österreich der wichtigste Handelspart-

Was einerseits mit starker Heimatverbun-

ner. Italien Österreichs zweitwichtigster. Das

denheit oder schlicht damit erklärt werden

Errichten eines Grenzbalkens am wichtigs-

kann, dass es halt ein schöner Marsch ist,

ten Alpenübergang kann weit reichende öko-

bekommt spätestens dann eine schwerere

nomische Folgen haben.“

Bedeutung, wenn aus Ehrfurcht stehende

Die Zahlenspiele, mit denen die Folgen der

Zuhörer die Hand aufs Herz legen und Text-

potenziellen österreichischen Neo-Grenze

zeilen mitsingen, wie „Ein harter Kampf hat

beschrieben wurden, zeigten auf angstvollen

dich entzwei geschlagen, von dir gerissen

Umwegen, wie die Wirtschaftsräume ver-

wurde Südtirol. Die Dolomiten grüßen uns

bunden sind und welche Bedeutung dabei ei-

von Ferne in roter Glut zum letzten Lebe-

nem ungehinderten Verkehrsfluss am Ende

wohl.“

respektive am Anfang der A13 auf österrei-

Selbst wenn die Wiedervereinigung der bei-

chischer und der A22 auf italienischer Seite

den Landesteile nur noch von rechtspopulis-

zukommt.

tischen Parteien gefordert wird und Südtirol

Ein Grenzmanagement am Brenner ist trotz

sich mit seiner hart erkämpften Autonomie

symbolträchtigem Händedruck nicht gänz-

pudelwohl zu fühlen scheint, ist die Brenner-

lich vom Tisch. Die Lage bleibt etwa wegen

grenze, Othmar Karas sagte es bereits, nicht

des unsicheren Deals der EU mit der Türkei

irgendeine Grenze in Europa. „Unabhängig

oder der Ungewissheit, die sich daraus er-

von der Zeit, die vergeht, wird die Grenze

gibt, dass in Libyen hunderttausende Men-

am Brenner für Tirol immer von besonderer

schen auf die Überfahrt nach Italien „war-

emotionaler Bedeutung bleiben. Südtirol hat

ten“, angespannt. „Bei einer Abwägung der

lange dafür gekämpft, dass der Grenzbalken

Interessen überwiegen die Sicherheitsinter-

am Brenner im April 1998 fällt“, spricht Michl

essen unseres Landes“, hatte die Tiroler Wirt-

Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen

schaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf

und ehemaliger Europaparlamentarier, jenes

klargestellt und zu etwaigen wirtschaftli-

Datum an, an dem mit ein wenig zeitlicher

chen Folgen der Grenzkontrollen festgehal-

Verzögerung auch an den großen Grenzüber-

ten: „Ja, es kann zu Beeinträchtigungen für

gängen des Schengen-Raumes die Grenzbal-

die Wirtschaft, zu Zeitverzögerungen und

ken entsorgt wurden.

Behinderungen des Personen- und Waren-

Wie jüngst war es auch damals am Brenner

verkehrs kommen.“

zu einem symbolträchtigen Händedruck zwischen den Innenministern Italiens und Österreichs gekommen. Giorgio Napolitano und Karl Schlögl schüttelten sich medienwirksam die Hände und gleichzeitig ein bitteres Stück Geschichte ab, das Ende Mai 2016 fast eine Art Revival erlebt hätte. Ein Revival mit Folgen jenseits emotionaler Befindlichkeiten.

Ökonomischer Sprengstoff Der Südtiroler Michl Ebner ist auch Präsidiumsmitglied des europäischen Top-Business-Netzwerkes „AlpEuregio.Business Club“. Zusammen mit seinen Präsidiumskollegen Christoph Leitl (Präsident der Wirtschaftskammer Österreich) und Stephan Laske (Vorstand Transformation Management AG, St. Gallen) hatte er Mitte März 2016 auf die wirtschaftliche Bedeutung eines offenen bzw. frei passierbaren Brenners aufmerksam gemacht. „Neben dem Warenverkehr würde vor allem der Tourismus unter den erneuten Grenzkontrollen leiden“, sagte Ebner. „Ein Zaun am Brenner schneidet Europa und mir

DIE ITALIENISCHEN TRANSPORTEURE SIND WEIT MEHR AUF EINEN FLÜSSIGEN BRENNER ANGEWIESEN ALS ANDERE UND IM SCHATTEN, DEN DIE GRENZKONTROLLEN IN RICHTUNG SÜDEN WARFEN, FÜRCHTETEN MANCHE UNTERNEHMEN UM IHR ÜBERLEBEN.

F F F D D D

Zeit ist Geld Relativ entspannt hatte Gerhard Kapeller, Geschäftsführer der gleichnamigen Tiroler Spedition und Landesleiter des Zentralverbandes der Spediteure, den Kontrollen entgegengeblickt. Das Unternehmen betreibt gemeinsam mit der ÖBB die Rollende Landstraße (ROLA), mit der rund zehn Prozent des Transitaufkommens über den Brenner abgefedert werden. Die Kapazitäten werden aufgrund des sektoralen Fahrverbotes, das ab Oktober 2016 stufenweise eingeführt wird, aufgestockt. Grenzkontrollen hätten – alles hat eben seine zwei Seiten – ebenso zu einem Ausbau geführt. Kapeller stand regelmäßig in Kontakt mit den Verantwortlichen von Politik und Exekutive, war gut informiert über die geplanten Maßnahmen und überzeugt: „Sie werden keine Megastaus nach Süden hin produzieren.“ Transitunternehmen rechneten trotzdem mit Steh- bzw. Wartezeiten. Dazu hielt Kapeller schlicht fest: „Zeit ist Geld und Zeitverzögerung kann man in Geld ausdrücken. Logisch.“ Logisch.

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DER WIRTSCHAFTLICHE RATTENSCHWANZ HAT BEI POLITISCH MOTIVIERTEN EINSCHNITTEN STETS EINE STRAHLKRAFT, DIE VON ENTSCHEIDUNGSTRÄGERN ERST EINMAL GERNE IGNORIERT WIRD. Der Brenner ist und bleibt das Herzstück

offenen Grenzen unterstreichen. So hatte

sich zu Hauptreisezeiten in die träge Schlan-

des freien Warenverkehrs in Europa. Enor-

beispielsweise das Institut für Wirtschafts-

ge einreihen, hat Ebner versucht, die Folgen

me Warenmengen passieren ihn jährlich in

forschung ifo errechnet, dass sich die Wirt-

von durch Grenzkontrollen wachsenden Un-

beide Richtungen. Rund 41 Millionen Ton-

schaftsleistung Österreichs durch Grenzkon-

annehmlichkeiten zu beziffern: „Eine Redu-

nen schwer ist dieser „Berg“, der hier jährlich

trollen an der Balkan- und der Italien-Route

zierung der Nächtigungen um auch nur ein

zwischen den Bergen hindurchgerollt wird.

um 80 bis 210 Millionen Euro im Jahr redu-

Prozent im Jahr würde zu einem Rückgang

Die Rechnung dürfte im Jahr 2016 angepasst

zieren würde. Kontrollen an allen österrei-

des Südtiroler Bruttoinlandsproduktes von

werden müssen, passierten doch allein bis

chischen Grenzen würden den heimischen

mindestens 30,3 Millionen Euro führen, wo-

April 7,5 Prozent oder 48.210 mehr Lkw das

Außenhandel um 2,4 Prozent drücken, das

bei der Gewinn der Betriebe unverhältnismä-

Nadelöhr als im Vorjahr. Insgesamt wurden

Bruttoinlandsprodukt würde um 400 bis 990

ßig stark betroffen wäre, was sich unweiger-

in den ersten vier Monaten 3,8 Millionen

Millionen Euro sinken. Die ARD zitierte in

lich auf die Arbeitsplätze und die künftigen

Fahrzeuge am Brenner gezählt. Angesichts

einem Brennerbericht Experten, die davon

Investitionen auswirken würde.“

dieser Masse stockt nicht nur den Wippta-

sprachen, dass Österreichs Grenzregime ei-

Der wirtschaftliche Rattenschwanz hat bei

lern der Atem. Diese Zahlen lassen auch er-

nen Schaden von mehreren Milliarden Euro

politisch motivierten Einschnitten stets eine

ahnen, dass ein Stocken des Verkehrsflusses

verursachen würde.

Strahlkraft, die von Entscheidungsträgern

mehr als Atemwege und Nerven strapaziert.

erst einmal gerne ignoriert wird. Die einen

Der Verband italienischer Transportunter-

Tourismusrelevantes Nadelöhr

nehmen (Anita) hatte beispielsweise errech-

Die Krise machte deutlich, dass der Brenner

deren in Milliardenhöhe. Die Dimensionen

net, dass selbst kurze Kontrollen am Bren-

das wichtigste Dominosteinchen im Ver-

sind jedenfalls nicht ohne, selbst wenn nur

ner Wartezeiten von zwei Stunden bedingen

hältnis zwischen dem Norden und dem Sü-

wenige im Rahmen der Brennerkrise veröf-

würden und die Transportkosten dadurch

den Europas ist. Und er ist so gut wie jedem

fentlichte Berechnungen nachvollziehbar

um durchschnittlich zehn Prozent steigen,

bekannt. Weil er eben passiert werden will,

sind. Stefan Garbislander, Chefvolkswirt der

was der Verband mit 170 Millionen Euro

wenn der Süden lockt. „Über die Hälfte der

WK Tirol, hatte gar nicht erst begonnen, zu

gleichsetzte. Die italienischen Transporteure

jährlich insgesamt 6,1 Millionen Gäste reist

rechnen. „Weil es noch keine Fakten gibt und

sind weit mehr auf einen flüssigen Brenner

über den Brennerpass nach Südtirol an“, weiß

es unseriös wäre, Zahlen zu nennen“, sagte

angewiesen als andere und im Schatten, den

Michl Ebner. Seit 18 Jahren ist das Passieren

er. Die Hoffnung, dass Garbislander auch in

die Grenzkontrollen in Richtung Süden war-

der Grenze zwischen Tirol und Südtirol ledig-

Zukunft keine konkreten Parameter für ei-

fen, fürchteten manche Unternehmen um

lich an den Leitplanken zu erkennen, die auf

ne Schadensrechnung bekommt, ist groß.

ihr Überleben.

italienischer Seite konsequent rostig den Weg

Denn der Brenner ist mehr als ein natürli-

Die Zahlenspiele angesichts eines verstopf-

zeigen. Obwohl Südtirol- und Italienreisen-

ches Nadelöhr mit enormer wirtschaftlicher

ten Brennerpasses waren zahlreich und blei-

de schon lange eine gehörige Portion Frust-

Bedeutung. Er polarisiert. Er spaltet. Und er

ben spannend, weil sie die Bedeutung der

rationstoleranz einpacken müssen, wenn sie

vereint.

20

eco.nova

rechnen mit Verlusten in Millionen-, die an-


ZAHLEN & FAKTEN

Brenner in Zahlen LKW pro Tag

Wartekosten in EUR

PKW pro Tag

Wartekosten in EUR

9.486 A12 Kufstein

1.422.892

7.548 A13 Brenner

1.132.189

31.375 A12 Kufstein

450.622

7.448 A1 Walserberg

1.117.238

23.793 A4 Nickelsdorf

356.895

916.502

17.190

A13 Brenner

257.846

518.845

16.995 A9 Spielfeld

254.926

6.110

A4 Nickelsdorf

3.459 A9 Spielfeld

39.381 A1 Walserberg

Fast 60.000 LKW passieren pro Werktag die zehn Grenzübergänge von/nach Österreich. Kommt es hier zu einer verlängerten Wartezeit, ist durch die verzögerte Lieferkette mit hohen Folgekosten zu rechnen. Mit einer Wartedauer von drei Stunden à 50 Euro könnten allein 8,8 Mio. Euro pro Tag anlaufen. Der Brenner wäre stark betroffen.

An diesen Autobahngrenzen unterliegt der Pkw-Verkehr stärkeren saisonalen Schwankungen: Mit 180.000 Fahrzeugen ist das Aufkommen höher als bei Lkw. Wartezeiten von 1,5 Stunden à 10 Euro könnten 2,6 Mio. Euro täglich kosten. Bei Geschäftsreisenden wäre der Stundensatz höher anzusetzen, ebenso die Folgekosten.

81 %

190 m Höhe

des gesamten Brenner-Verkehrs sind Transitverkehr

3,8 Mio. Fahrzeuge

41 Mio. Tonnen

an Gütern werden jährlich über den Brenner transportiert. Tendenz stark steigend.

Quelle: Trend 09/2016 bzw, 16/2016

590.715

wurden in den ersten vier Monaten 2016 am Brenner gezählt.

Die Europabrücke ist das Kernstück der Brennerautobahn A13 und war mit 190 Metern zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung 1963 die höchste Brücke Europas. Die Gesamtlänge der Brücke beträgt 815 Meter. An Spitzentagen werden über 70.000 Fahrzeuge gezählt.


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Mobilität bringt’s Verkehrswege gibt es viele, ob zu Land, zu Wasser oder in der Luft. Eines ist ihnen jedoch allen gemeinsam: Sie bewegen etwas. Denn ohne Verkehr stünde nicht nur die Wirtschaft still, sondern auch wir.

EIN PAAR MARKANTE ZAHLEN AUS DER TIROLER VERKEHRSWIRTSCHAFT 

1 Mio.

Als kleines Transitland ist das Thema Verkehr in Tirol sicher nicht

das beliebteste. Dennoch lebt Tirol als Wirtschafts- und Tourismusland von den unterschiedlichsten Transport- und Verkehrsmöglichkeiten wie Straße, Schiene, Seilbahnen, Schifffahrt und Luftverkehr. Und die Leistungen können sich sehen lassen. So befördern allein alle Tiroler Busbetriebe gemeinsam rund 75,5 Millionen Menschen pro Jahr von einem Ort zum anderen, der Schienen-Nahverkehr weist im Jahr 2015 eine Beförderungs-

• ÖAMTC Flugrettung:

2.827

Flughafen Innsbruck:

über

T

irol isch lei oans, a Landl a kloans.

Einsätze

Passagiere Schienen-Nahverkehr Tirol:

28,8 Mio. beförderte Personen

Taxi: ca.

284,1 Mio.

2,11 Mio. beförderte Personen

Seilbahnen: beförderte Personen (47,76 % von Österreich!)

22

eco.nova


promotion

leistung von satten 28,8 Millionen Personen

über die tragende Rolle der Transportwirt-

auf. Am Flughafen Innsbruck werden jähr-

schaft für das ganze Land. Aufsehenerre-

lich über eine Million Passagiere abgefertigt

gend sind zum Beispiel Sondertransporte

und Tiroler Taxibetriebe chauffieren über

von Sesselbahnen, die mit einem Gesamt-

zwei Millionen Personen per anno.

gewicht von bis zu 1.000 Tonnen aus Öster-

Beachtlich ist auch die Beförderungska-

reich in alle Welt geliefert werden.

pazität der Tiroler Bergbahnen: Hätten Sie gedacht, dass in nur 30 Minuten die ge-

Intelligente Schnittstellen

samte Tiroler Bevölkerung auf den Berg

„Entscheidend für einen funktionieren-

gebracht werden könnte? Dabei handelt

den Transport ist nicht die Fahrt von A

es sich um rund 700.000 Personen, die so

nach B, sondern die gesamte Logistik im

mir nichts, dir nichts innerhalb dieser kur-

Hintergrund“, weiß Mag. Josef Ölhafen,

zen Zeitspanne befördert werden können

Geschäftsführer der Sparte Transport und

– eine Leistung, die einen wesentlichen

Verkehr in der Wirtschaftskammer Tirol.

Beitrag zum Tourismus im Land leistet.

„Der Transport an sich ist nicht intelligent,

Ebenso wie alle Verkehrsmittel, durch die

intelligent ist die Schnittstelle dahinter, der

unsere Gäste erst ins Land kommen.

komplexe Daten- und Informationsaus-

Aber auch für den Export sind die unter-

tausch, der hinter dem gesamten Trans-

schiedlichen Transportwege unerläss-

portwesen steckt.“ Denn so einfach es

lich. „Ohne die Leistungen der Tiroler

auch aussehen mag: Der Weg eines online

Verkehrsunternehmen wäre die Exportwirt-

bestellten Pakets zu Ihnen nach Hause

schaft bei weitem nicht so erfolgreich, denn

oder die genussreifen Früchte aus nah und

alle Güter mit dem Zeichen ‚made in Tyrol’

fern bedürfen einer ausgeklügelten Logis-

müssen natürlich auch von Tirol aus in die

tik mit viel Datenaustausch, Sammelstel-

ganze Welt gebracht werden“, so Gottfried

len und Sammeltransporten. Besser wäre

Strobl, Obmann der Sparte Transport und

nur noch Beamen, aber das ist bekanntlich

J

Verkehr in der Wirtschaftskammer Tirol,

auf unserer Erde noch nicht geglückt.

des Menschen auf Bewegung ist zu einem

Mag. Josef Ölhafen, Geschäftsführer Sparte Verkehr und Transport

Mobilität – ein Grundrecht? ederzeit und überall hinfahren zu können, wo immer man will, ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Man

möchte schon sagen, das Grundbedürfnis Grundrecht geworden. Mobilität beinhaltet auch den Aspekt der freien Bestimmung. Ich selbst kann entscheiden, wohin ich gehe, fahre oder fliege. Mobilität ist die Grundlage der Freiheit, bedingt also fundamental einen der höchsten und bedeutendsten menschlichen Werte. Der Verlust der individuellen Mobilität – und das zeigt uns die Geschichte eindrucksvoll – hat sogar manchmal dazu geführt, dass

Gottfried Strobl, Obmann Sparte Transport und Verkehr

Menschen für Freiheit und Mobilität ihr Leben riskiert und verloren haben. Mobilität ist Freiheit für Möglichkeiten: Ausbildung, berufliche Tätigkeiten, Freizeitaktivitäten und

Ohne Verkehr keine Wirtschaft

D

letztlich auch die Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung und menschliche Entfaltung. Alles das wäre ohne Mobilität nicht

ie Tiroler Verkehrsunternehmen sind ein Dienstleister für die gesamte Tiro-

möglich.

ler Bevölkerung und die heimischen Unternehmen. Ob Flugzeug, Bahn oder

Oft ist es nicht einfach, den hohen Stellen-

Lkw – alle Verkehrsträger sind unverzichtbar für das Land. Und hier sind

wert der Mobilität im Alltag zu erkennen, ins-

wir wirklich sehr gut aufgestellt. Es gibt kaum einen Fuhrpark in ganz Europa, der

besondere dann, wenn man gerade im Stau

so modern ist wie der Tiroler. Bereits mehr als 30 Prozent aller Lkw verfügen über

steht (übrigens ein Ergebnis der Mobilität und

die neuesten schadstoffarmen Euro-6-Motoren. Da kommen aus dem Auspuff nicht

der im Stau Stehende ist Teil des Phänomens)

mehr Schadstoffe raus, als in der normalen Umgebungsluft auch vorhanden sind.

oder wenn man die nicht zu leugnenden an-

Und was den Treibstoffverbrauch anlangt, sind diese Motoren auch einsame Spitze.

deren nachteiligen Wirkungen des Verkehrs

So verbraucht ein 40-Tonnen-Fahrzeug kaum mehr als 30 Liter Diesel. Dies entspricht

sieht. Aber genauso wichtig ist es, den Nutzen

weniger als ein Liter pro Tonne – das bringt kein anderes Fahrzeug zustande. Aber

der Mobilität öfter in den Mittelpunkt zu stel-

nicht nur im Straßengüterverkehr sind die heimischen Unternehmen spitze, auch die

len. Moderne neue Technologien werden auch

Bahn leistet Hervorragendes. Wer weiß schon, dass über den Brenner mehr als 16 Mil-

die Mobilität in den nächsten Jahren grund-

lionen Nettotonnen auf der Bahn transportiert werden. Die immer wieder gepriesene

legend verändern. Was sich aber sicher nicht

Schweiz als das Bahnland Europas bringt es bei allen ihren alpenquerenden Bahnkor-

ändern wird, ist der Drang der Menschen

ridoren gerade einmal auf 25 Millionen Nettotonnen.

nach persönlicher, individueller Mobilität.

eco.nova

23


eco.wirtschaft

Der architektonisch markante Store bietet hochwertige internationale Markenmode in anspruchsvollem Ambiente.

Stilsicher Wer sich von den versierten Stylisten von Föger Woman Pure einkleiden lässt, der bewegt sich stilsicher auf jedem Parkett. Mit dem richtigen Gespür für hochwertige Mode und dem globalen Blick in die Zukunft hat nun Matthias Moser die Geschäfte des renommierten Modehauses in Telfs übernommen.

S

// TEXT: DORIS HELWEG

ie hat vor 27 Jahren das Mode-

Kunden in einem architektonischen Meis-

label Prada nach Tirol geholt,

terwerk einer Glaspyramide der gebühren-

seit 26 Jahren zählt Dries van

de Rahmen für eine erlesene

Noten zu den beliebten Mar-

Auswahl an Designermode

ken des Hauses. Die Rede ist

geboten. „Gerade in unserer

von Midi Moser-Föger, Tochter des Firmen-

schnelllebigen Branche ist es

gründers Max Föger, die mit einem unglaub-

von großer Bedeutung, immer

lichen Gespür für Mode und ihre Trends das

am Puls der Zeit zu sein. Der

Geschäft im Telfer Zentrum zu dem aufge-

Zu- und Umbau, gestaltet von

baut hat, was es heute ist: Ein weit über die

einem renommierten Schwei-

Landesgrenzen hinaus bekannter Treffpunkt

zer Architekturbüro, ist für uns

für Mode und Design.

eine Hommage in alle Richtun-

Seit August 2015 befindet sich das angese-

gen und zeigt die Wertschät-

hene Modehaus bereits in der 3. Generation.

zung unseren Kunden gegen-

Matthias Moser tritt in die Fußstapfen seiner

über ebenso wie der Welt der

Mutter und nimmt die Herausforderung der

hochwertigen Mode“, zeigt sich

Geschäftsübernahme nach zehnjähriger Aus-

Matthias Moser sichtlich stolz

landserfahrung mit viel Enthusiasmus und

auf das über die Landesgren-

innovativen Ideen an. „Die großartige Vorar-

zen hinaus angesehene archi-

beit meiner Mutter ist für mich ein großer

tektonische Meisterwerk. Tat-

Ansporn, das Unternehmen weiter erfolgreich

sächlich sticht der zeitgemäße

in die Zukunft zu führen“, zeigt sich der neue

Store aus dem Umfeld heraus und eröffnet

Firmenchef motiviert.

dem Kunden eine Welt, die er in der Form dort

Was aber macht dieses Modehaus so be-

nicht erwartet hätte. Doch Insider und Ken-

sonders? Warum schwören modebewuss-

ner wissen, wo sie die angesagtesten Styles

te Kunden aus dem In- und Ausland seit

und die individuelle Beratung bekommen, die

Jahrzehnten auf die Styles aus dem Hause

sie sich wünschen. „Da nimmt man gerne ein

Föger Woman Pure? Und wie finden diese

paar Minuten Fahrzeit in Kauf und parkt da-

ausgerechnet nach Telfs? „Natürlich gibt es

für direkt vor dem Geschäft“, weiß Moser.

viele andere Plätze, an denen man Markenmode und neue trendige Kollektionen erste-

Jetzt auch im Web

hen kann. Aber das feine Gespür, jede Saison

Am Puls der Zeit zu sein bedeutet für Matthi-

die richtigen Styles renommierter Marken

as Moser aber nicht nur, die innovativste Mo-

und innovativer, neuer Designer anzubieten,

de anzubieten, sondern für seine Kunden auf

macht das Haus zu einem kompetenten Part-

mehreren Kanälen erreichbar zu sein. Und

ner in Sachen Fashion“, ist der Firmenchef in

so ist seit wenigen Monaten ein hauseigener

3. Generation überzeugt.

Webshop online, bei dem Kunden die exklusi-

Die Leidenschaft für Mode und Ästhetik spie-

ven Teile nicht nur online shoppen, sondern

gelt sich nicht nur in den rund 50 internatio-

vor allem auch zu jeder Tages- und Nachtzeit

nalen Modelabels auf höchstem Niveau wider,

schauen können, was es bei Föger Neues gibt.

sondern auch in der äußerst ansprechenden

Modebewusste können damit in aller Ruhe

Darbietung. Auf 450 Quadratmetern wird den

und auch Sonntag abends durch die Kollek-

24

eco.nova


eco.wirtschaft

Matthias Moser übernahm im Sommer 2015 die Geschicke des Unternehmens von seiner Mutter Midi Moser-Föger.

tionen schmökern und haben dann immer

Portfolio anzubieten“, weiß Moser. „Viele La-

noch die Wahl, online zuzuschlagen oder sich

bels haben wir als erster Händler nach Tirol

doch im Store oder telefonisch von den Stylis-

geholt und führen diese noch heute exklu-

ten beraten zu lassen.

siv im Großraum Innsbruck – zum Beispiel

Exklusiv und innovativ

Céline, Saint Laurent, Isabel Marant oder auch Stella McCartney.“ Diese ausgewogene

Mode ist nicht gleich Mode und angesag-

Auswahl an Modestücken verlangt den Ver-

te Styles gibt es in jeder Modesaison einige.

antwortlichen viel Zeit ab. Einige Wochen im

Doch den Kunden die richtige Auswahl zu

Jahr gehen Matthias Moser als auch seine

bieten, dazu braucht es viel Fingerspitzen-

Mutter Midi Moser-Föger auf Reisen nach

gefühl. Und den Mut, auch junge neue De-

Paris oder Mailand, um die angesagtesten

signer in das Sortiment aufzunehmen. „Das

Teile für alle modisch Interessierten nach

birgt sicher ein gewisses Risiko, aber auch

Tirol zu bringen. So bleibt auch die Zeit im

die Möglichkeit und Notwendigkeit, immer

Hause Föger nicht stehen und es wird in na-

wieder neue Designer nach Tirol zu bringen

her Zukunft wieder mit spannenden Signa-

und ein zeitgemäßes, fortlaufend gepflegtes

len aus Telfs zu rechnen sein.

SEIT JAHRZEHNTEN EIN GARANT FÜR MODE

• 1953 legte Max Föger mit der Eröffnung eines Geschäftes für Heimtextilien, Meterwaren und Kurzwaren den Grundstein für das heutige Unternehmen. • 1965 begann der berufliche Werdegang von Midi Moser-Föger, Tochter von Max und Maria Föger, als Lehrling im elterlichen Betrieb. • Anfang der 1970er-Jahre wurde das Geschäftshaus zum ersten Mal umfangreich umgebaut. Mit der Handschrift von Midi Moser-Föger kam es zu großen Veränderungen im Sortiment: Föger Mode führte von nun an umfangreiche Damen-, Herren- und Kinderkollektionen. Der Verkauf von Heimtextilien und Möbeln fand in der weiteren Unternehmung Föger Wohnen von Max Föger professionellen Fortgang. Seit Kurzem wurde dieses von den Cousins von Matthias Moser ebenfalls in dritter Generation übernommen. • 1975 übernahm Midi Moser-Föger die Geschäftsleitung von Föger Mode und brachte schon sehr früh für viele noch unbekannte Marken nach Tirol, die heute fixe Größen in der Modewelt sind. • 1988 übergab Max Föger das Unternehmen vollständig an seine Tochter, die nicht nur auf erstklassige internationale Sortimente Wert legte, sondern auch auf dementsprechende Räumlichkeiten. • 2010 erfolgte der extravagante, architektonisch aufsehenerregende Zuund Umbau in der Telfer Obermarktstraße, ein weiterer Meilenstein der Unternehmensgeschichte. • 2011 ist Sohn Matthias Moser eingetreten und führt seit Sommer 2015 als Inhaber und Geschäftsführer das Unternehmen in dritter Generation. Er läutet unter anderem mit dem neu entwickelten, hauseigenen Onlineshop eine neue Ära im Hause Föger Woman Pure ein.

eco.nova

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Vor allem ist es die deutlich spürbare Dynamik, die Innsbruck als Standort so attraktiv macht: zum Arbeiten aber auch zum Wohnen. Die Landeshauptstadt hat über die Jahre eine große Sogwirkung entwickelt und erfreut sich enormen Zuzugs – nicht zuletzt durch den gut ausgebauten Bildungssektor, der viele auch junge Leute bringt. Das hat Auswirkungen auf den Immobiliensektor.

© TIROL WERBUNG/VERENA KATHREIN

Im Sog der Stadt


eco.wirtschaft

V

Das Prochecked-Team: Mag. (FH) Armin Hiltpolt, Mag. (FH) Peter Berger und Mag. (FH) Michael Kugler

iele Menschen zieht es

PIX (Prochecked Immobilien Index) ist der

Landeshauptstadt etwas genauer anschaut,

in die Stadt. Der Trend

durchschnittliche Kaufpreis im Erstver-

und es wird wenig überraschend, aber doch

geht beim Wohnen wie

kauf von 2006 bis heute um stattliche 73,2

sehr deutlich: In den letzten Jahren zeigt

Wirtschaften seit Jahren

Prozent gestiegen und liegt aktuell bei 4.468

das Preisbarometer in Innsbruck kontinu-

klar in Richtung Urbani-

sierung. Das ist zunächst einmal positiv und spricht für die Attraktivität einer Stadt. Da der Raum in Innsbruck allerdings begrenzt ist, finden sich die verschiedenen Nutzungsansprüche in einem intensiven Wettbewerb. Das sorgt folglich auch für Preisdruck – vorrangig beim Thema Wohnen, denn auch hier werden die Preise durch Angebot und

DIE HYPO TIROL BANK RECHNET KURZ- BIS MITTELFRISTIG MIT KEINEM DEUTLICHEN ZINSANSTIEG. ES MACHT ALSO DURCHAUS SINN, SICH DAS NIEDRIGE ZINSNIVEAU NOCH ZU NUTZE ZU MACHEN.

Nachfrage bestimmt. Und so ist Wohnen in der Stadt immer noch eine Frage des Gel-

Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich da-

ierlich nach oben. Bereits im Vorjahr wurde

des; auch wenn die rege Bautätigkeit der

zu ist der ATX im selben Zeitraum um 34,6

die 4.000-Euro-Marke für Neubauwohnun-

Gemeinnützigen versucht, entgegenzusteu-

Prozent gefallen. Das Team von Proche-

gen durchbrochen, nun ging es noch einmal

ern. Die neue Raumordnung macht es ihnen

cked ist es auch, das sich zum mittlerwei-

hinauf. Die Zahlen lassen auf eine unge-

jedoch nicht unbedingt leichter. Laut dem

le 11. Mal die Immobilientransaktionen der

brochene Nachfrage schließen. Wohnen in Innsbruck ist also nach wie vor attraktiv. Doch was bedeutet das für Anleger? Immo-

IMMOBILIENMARKTBERICHT „WOHNEN UND WIRTSCHAFTEN IN INNSBRUCK“ Der Marktbericht ist ein Spiegelbild der aktuellen Wohnpreissituation. Allen Interessierten gibt er eine kompakte und übersichtliche Darstellung und Orientierung des Innsbrucker Wohnungsmarktes. Im Erhebungszeitraum zwischen 1. Jänner und 31. Dezember 2015 konnten 1.388 Transaktionen verzeichnet werden, tatsächlich für den Bericht herangezogen wurden schließlich 1.304 Transaktionen aus dem Primär- und Sekundärmarkt. Zudem wird die Entwicklung seit dem Jahr 2006 (als der Bericht das erste Mal erschien) bis in die Gegenwart dargestellt und mit dem Aktienindex ATX sowie dem Verbraucherpreisindex verknüpft. Daraus ergibt sich ein spannendes und vielfältiges Bild. Zudem beinhaltet der Marktbericht eine detaillierte Übersicht über die einzelnen Stadtteile samt vorhandener Infrastruktur und den wichtigsten Infos. Damit wird der Prochecked-Immobilienmarktbericht zu einer fundierten Entscheidungshilfe beim Wohnungskauf. Der Immobilienmarktbericht kann online unter www.prochecked.at bestellt werden. Tipp: Im Herbst erscheint zusätzlich der Bericht „Wohnen in Tirol“, in dem Wohnungen, Einfamilienhäuser und Grundstücke in den Bezirkshauptstädten und ausgewählten Orten durchleuchtet werden.

28

eco.nova

bilien sind ein Investment und ein Investment muss sich rechnen. Und das wird es vermutlich auch in Zukunft, wenn auch in kleinerem Ausmaß. Österreichweit sind die Immobilientransaktionen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2014 zahlenmäßig um rund 16 Prozent gestiegen, das Volumen sogar um 18. Im ersten Quartal 2016 ist zwar eine leichte Beruhigung zu verorten, Immobilien sind aber nach wie vor attraktiv. Auch in Anbetracht des niedrigen Zinsniveaus, das den ein oder anderen dazu verleiten mag, sich ein etwas größeres Objekt anzuschaffen als geplant. Die Hypo Tirol Bank, Hauptsponsor des Immobilienmarktberichtes von Prochecked, geht davon aus, dass die Zinsen kurz- bis mittelfristig wohl nicht dramatisch steigen werden. Dennoch sollte man künftig etwas vorsichtiger sein, weil die Entwicklung, dass die Immobilienpreise Jahr für Jahr über die Inflation steigen, den Markt


eco.wirtschaft

TROTZ DER WOHNRAUMPROBLEMATIK IST INNSBRUCK NACH WIE VOR EIN ATTRAKTIVER ORT ZUM LEBEN. DEMOGRAPHEN GEHEN DAVON AUS, DASS DIE BEVÖLKERUNG AUCH IN ZUKUNFT WACHSEN WIRD.

zwangsläufig irgendwann in Bedrängnis

ler Landeshauptstadt. Seit 2006, als der erste

wieder. So ist der Erstverkauf-Mittelwert

bringen wird. Hier braucht es auch klare Si-

Bericht erschien, wurden über 10.300 Kauf-

von 4.468 Euro zwar ein erster Richtwert,

gnale seitens der Politik – nicht nur, was die

transaktionen analysiert. Die dynamische

sagt aber relativ wenig über das tatsächliche

Anzahl an Wohnungen betrifft. Man wird

Entwicklung am Innsbrucker Immobilien-

Preisgefüge aus, dessen Spanne immerhin

sich über kurz oder lang überlegen müs-

markt setzt sich demnach auch weiter fort.

zwischen 2.247 und 9.869 Euro pro Quadrat-

sen, es zuzulassen, in Innsbruck doch etwas

Sowohl die Preise im Erst- wie im Wiederver-

meter liegt.

mehr in die Höhe zu bauen. Rückblickend

kaufssegment nahmen 2015 zu, ebenso die

Die meisten Transaktionen wurden im

hat man grundsätzlich jedoch nicht wirklich

Zahl der Transaktionen an sich.

vergangenen Jahr übrigens in Pradl ver-

etwas falsch machen können, wenn man in

Was Innsbruck vor allem so spannend

zeichnet, das damit den Vorjahressieger

Immobilien investiert hat. Und wird es auch

macht, sind seine verschiedenen Stadtvier-

Höttinger Au überholt. Der Großteil der

in Zukunft nicht.

tel. In Saggen dominieren großbürgerliche

verkauften Immobilien waren Neubauten,

Villen, die Innenstadt ist ein feiner Mix aus

gefolgt von Objekten, die über 25 Jahre alt

Tradition und moderner Baukunst, Drei-

sind – zurückzuführen vermutlich auch

Der Marktbericht „WOhnen und WIrtschaf-

heiligen sorgt für ordentlich Kultur. Diese

auf die Erbschaftswelle, die so manchem zu

ten in Innsbruck“ informiert detailliert über

Differenziertheit schlägt sich auch in den

Immobilienvermögen verholfen hat, das in

die Veränderungen und Tendenzen der Tiro-

ganz unterschiedlichen Preisen in der Stadt

Geldwert „umgewandelt“ wurde.

Innsbrucks Immobilienmarkt

Wasserschaden Heizungsstörung Abflussverstopfung

freund

Call

Im Notfall sind Experten gefragt.

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eco.nova

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ZAHLEN & FAKTEN

Immobilienmarkt n e l h a Z n i k c u r b s n n I 4.468 Euro

52,92 %

durchschnittlicher Quadratmeterpreis im Erstverkauf

der Verkäufer waren Privatpersonen gewerbliche Bauträger: 39,7 % Unternehmen: 8,4 %

Veränderung zum Vorjahr: +6,7 % Veränderung zu 2006: +73,2 %

69,6 %

Min. Kaufpreis: 2.247 Euro/m2

der Käufer haben die Immobilie allein erworben zwei Privatpersonen: 19,2 % Unternehmen: 11,3 %

Max. Kaufpreis: 9.869 Euro/m2 Neubauwohnungen mit über  m2 Wohnnutzfläche erzielten im Schnitt 4.764 Euro/ m2 und damit die höchsten Kaufpreise.

91 %

der Käufer einer Immobilie in Innsbruck kommen aus Österreich

1.388

Käufer einer Immobilie

Immobilientransaktionen gab es im Jahr 2015 in Innsbruck gesamt

5,2 %

Der typische Wohnungskäufer ist männlich, Österreicher und alleiniger privater Käufer.

aus Italien

2,2 % aus Italien

42,11 % der verkauften Immobilien waren Neubauten bis 10 Jahre: 8,3 % 10 bis 25 Jahre: 14,7 % über 25 Jahre: 34,9 %

202

Transaktionen im Stadtteil Pradl, der damit im Erst- und Wiederverkauf die meisten vor der Höttinger Au (195) und Wilten (172) verzeichnet.

202

Transaktionen Quelle: Immobilienmarktbericht „Wohnen und WIrtschaften in Innsbruck“, Prochecked


promotion

Sonnenalp „Golf & Snow“

Wohnen, wo andere urlauben – mit Wohlfühlarchitektur für vielseitiges Wohnen.

N

ach der erfolgreichen Vermarktung

le Fassade bestimmen das architektonische

Das Objekt wird mit umweltfreundlicher

des Projektes „Sonnenalp Kaiser-

Konzept der Wohnanlage und stehen in

Energie beheizt und zeigt energetisch

winkl“ in Kössen mit 35 Wohnein-

Harmonie zum ersten Bauabschnitt „Son-

Topwerte mit günstigen Betriebskosten.

heiten entsteht direkt daneben ein zweites

nenalp Kaiserwinkl“. Das Wechselspiel aus

In den Obergeschossen werden zwei Pent­

Wohngebäude mit 14 Wohnungen.

Stein/Holz und Glas interpretiert mit na-

housewohnungen mit Panorama-Sonnen-

Neben der Nähe zum Golfplatz Kaiserwinkl

türlich gewachsenen Materialien die umlie-

deck errichtet.

findet der Bewohner ein vielfältiges Freizeit-

gende Tiroler Bergwelt. Die besondere Note

Der Baubeginn ist für Herbst 2016 geplant.

und Sportangebot. Die traumhafte Bergku-

der zeitlosen alpinen Fassade findet in den

Die Übergabe soll bis Ende 2017 erfolgen.

lisse des Wilden und Zahmen Kaisers bietet

allgemeinen Erschließungsflächen ihre Fort-

ein atemberaubendes Panorama mit Wander-

setzung.

und Fahrradwegen. Unberührte Natur, Sportund Bademöglichkeiten sowie 244 Kilometer

Design zum Wohlfühlen

bestens präparierte Langlaufloipen machen

Geplant sind 14 Wohnungen mit Carports

neben dem Skigebiet Hochkössen den leben-

und PKW-Freistellplätzen. Die Zwei- bis

digen Ort Kössen zum idealen Zuhause. Im

Fünf-Zimmer-Wohnungen werden mit

Umkreis von 30 Kilometern befinden sich

Wohnflächen von 48 bis 180 Quadratmetern

weitere 14 Golfplätze und 14 Skigebiete.

den unterschiedlichsten Platzansprüchen

Präzise durchdachte Grundrisse, lichtdurch-

gerecht. Jede der Wohnungen verfügt über

flutete Wohnungen und die anspruchsvol-

Balkon, Terrasse oder Garten.

WEITERE INFORMATIONEN Alpen Holiday Immobilien GmbH Achenweg 16, 6370 Kitzbühel Tel.: 05372/61722 pb@alpenholiday.at www.alpenholiday.at Verkaufsstart in Kürze – lassen Sie sich vormerken.

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eco.wirtschaft

© TOM BAUSE

Mark Schuchter, Tiroler EPU-Sprecher und selbständig


eco.wirtschaft

The way of life Trends sind Phänomene, die für den Wandel in der Gesellschaft stehen. Die Individualisierung ist ganz bestimmt einer davon. In einer Zeit der Massenprodukte, Informations- und Reizüberflutung wollen wir immer mehr zurück zu dem, was uns aus- und einzigartig macht. Auch Arbeit wird sich künftig neu definieren (müssen). // TEXT: MARINA KREMSER

B

ereits in der letzten Ausga-

ständig machen oder sich an ein Start-up

in der Regel eine sehr bewusste Entschei-

be der eco.nova haben wir

wagen, wird das im besten Falle wohlwollend

dung für einen Weg, sein Arbeitsleben zu

uns im Zuge der Titelge-

zur Kenntnis genommen.

verbringen. Viele haben Ideen, die sie in ei-

schichte darüber Gedanken

EPU sind schwer fassbar, aber in der Un-

nem Angestelltenverhältnis nicht verwirkli-

gemacht, wie sich unsere

ternehmenslandschaft angekommen. Ös-

chen können. Sie finden Nischen, die sie be-

Arbeitswelt verändern wird. Arbeit muss für

terreichweit erzeugen sie eine Bruttowert-

dienen möchten ... und das selbstbestimmt.

immer mehr Menschen nämlich vor allem ei-

schöpfung von knapp sieben Milliarden

Sie möchten ihren Tag flexibel gestalten kön-

nes: Sinn machen. Ging es im April noch da-

Euro, sie stellen sechs Prozent der Erwerbs-

nen, ihr Leben selbst in die Hand nehmen.

rum, was Mitarbeiter heute wollen und was

tätigen. Das ist nicht nichts. Ihre Wirt-

Es ist ein hohes Maß an Begeisterung, das sie

dies in weiterer Folge für Arbeitgeber bedeu-

schaftsleistung ist gut und wichtig. Und vor

antreibt. Es gibt so viele positive Pull-Fak-

tet, schauen wir dieses Mal auf einen ande-

allem vorhanden. Trotzdem haben sie mit

toren und was wollen wir in einem Land

ren Unternehmertypus. Jenen der Ein-Perso-

Vorurteilen zu kämpfen, die sich so hartnä-

mehr als Leute, die etwas umsetzen, bewe-

nen-Unternehmen (EPU).

ckig halten, dass die Wirtschaftskammer

gen und weiterbringen wollen? Natürlich

Die Arbeit der Zukunft

Tirol sogar eine eigene Broschüre herausge-

ist man auch als EPU von seinen Kunden

geben hat, die mit 14 EPU-Mythen aufräumt.

abhängig, aber man hat am Ende immer das

EPU sind kein Phänomen der Zeit. Es hat

Dass EPU sowieso und überhaupt nur in die

Gefühl, sich seine Geschäftspartner selbst

sie immer schon gegeben. Nur rücken sie

Selbständigkeit gedrängt werden, zum Bei-

aussuchen zu können. Deshalb möchte ich

jetzt stärker in den Fokus, weil die Gruppe

spiel, und eigentlich versteckte Arbeitslose

die Behauptung, ein EPU sei nur von einem

zahlenmäßig sehr präsent ist. Nicht zuletzt

sind. Oder dass sie keine richtigen Unterneh-

großen Kunden abhängig, so nicht stehen

die Digitalisierung trägt das Ihre dazu bei.

mer sind und nicht wachsen (abgesehen von

lassen. Natürlich gibt es die Ausnahmen, auf

Auch mit dem rasanten Wachstum des ter-

deren Anzahl).

die sich auch Medien gerne stürzen, bei de-

tiären Sektors beschleunigt sich der Anstieg

Wir baten Mark Schuchter dazu zum Ge-

nen ein Arbeitgeber seinen Mitarbeiter in die

der EPU. Generell entspricht diese Form des

spräch. Warum der Mann Tiroler EPU-Spre-

Selbständigkeit verleitet, um ihn folglich als

Unternehmertums dem Zeitgeist unserer

cher ist, wird ganz schnell deutlich, wenn

Externen wieder hinzuzuziehen. Gibt’s, keine

Gesellschaft. Die fortschreitende Individu-

man ein paar Minuten mit ihm redet. Er ist

Frage. Aber das ist die absolute Minderheit.

alisierung ist ein wesentlicher Motor dieser

selbst Selbständiger aus Leidenschaft. Ein

Der Großteil der EPU hat im Schnitt 30 Kun-

Entwicklung. Digital Natives ist es völlig

Plädoyer fürs Unternehmertum.

den. Dreißig! Man hat also durchaus die Frei-

egal, wo sie arbeiten. Brauchte es früher fast

heit, nicht mit jedem arbeiten zu müssen.

zwingend ein Büro, weichen die Grenzen

ECO.NOVA: Ein-Personen-Unternehmen

zwischen Arbeit und Privat fast völlig auf.

werden immer mehr. Können Sie sich

Inwiefern beeinflusst die Digitalisierung

In Tirol sind aktuell über die Hälfte der Kam-

erklären, warum?

das Dasein der EPU?

mermitglieder Ein-Personen-Unternehmen

MARK SCHUCHTER: Warum sich jemand

Die Digitalisierung ist ein wesentlicher Fak-

– zu finden quer über alle Bereiche, jede

selbständig macht, hat die unterschiedlichs-

tor in Bezug auf die Flexibilität. Das klassi-

Sparte, jede Fachgruppe. Das eine typische,

ten Gründe. Grundsätzlich gibt es zwei He-

sche Unternehmensdenken wird sich verän-

klassische Ein-Personen-Unternehmen gibt

rangehensweisen: Das EPU ist die Basis für

dern. Die Digitalisierung hilft beim globalen

es nicht. EPU sind so vielfältig wie die Wirt-

etwas Größeres und quasi ein Zwischen-

Arbeiten und in der Kommunikation. Hier

schaft selbst. Und obwohl die Gruppe stetig

schritt, auf der anderen Seite gibt es eine

liegt auch eine große Chance für die Tiroler

wächst, und künftig vermutlich noch viel

massive Anzahl an Unternehmern, die auch

EPU. Jeder Unternehmer kann ganz ohne

weiter wachsen wird, fehlt es gerade in der

künftig alleine bleiben möchten. Wir haben

Mitarbeiter plötzlich in die Welt hinaus. Frü-

Politik noch an Verständnis. Dort wird laut

in der Wirtschaftskammer eine Umfrage

her war das Handy zum Telefonieren da, heu-

geklatscht, wenn ein neues Unternehmen 30

über die Gründe fürs Gründen durchge-

te ist das nur mehr eine Funktion von vielen.

Arbeitsplätze schafft, wenn sich jedoch jun-

führt. Vor allem geht es darum, sein eigenes

Es hilft uns, uns zu organisieren, zu kom-

ge Menschen etwa nach dem Studium selb-

Ding machen zu können. Selbständigkeit ist

munizieren, ortsunabhängig und flexibel zu

eco.nova

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eco.wirtschaft

TALENTE BRAUCHT DAS LAND. UND ZWAR LIEBER MEHR UND SCHNELLER ALS JE ZUVOR. DER DRUCK AUF DIE WIRTSCHAFT VON MORGEN IST GROSS: ENTWEDER SIE ENTWICKELT EINE VIRULENTE UND TALENTORIENTIERTE DYNAMIK, ODER SIE FÄLLT ZURÜCK. DIE VORGEFERTIGTEN IDEEN GREIFEN KAUM NOCH, UND ES BIETEN SICH IMMER MEHR CHANCEN FÜR HERVORRAGENDE EINZELLEISTUNGEN. LETZTLICH SIND ES IMMER MENSCHEN MIT PASSION UND TALENT, DIE DEN UNTERSCHIED MACHEN. OB IN KONZERNEN ODER AUCH ALS EPU. ZU VIEL ANGEPASSTHEIT PASST MIT DER KOMPLEXEN REALITÄT DER WIRTSCHAFT VON MORGEN NICHT ZUSAMMEN! „EPU machen Zukunft“, Trenddossier des Zukunftsinstitutes

sein. Wir tragen unser Büro heute in der Ho-

fängt. Als Selbständiger jedoch bin ich frei.

sentasche mit uns herum. Diese Entwicklung

Das ist es, was mich antreibt. Ich habe eine

ist eine riesige Chance für EPU, ihren Markt

Idee – ich setze sie um. Auch wenn sie viel-

und ihren Kundenkreis zu erweitern. Wichtig

leicht gar nichts mit meinem eigentlichen

ist, dass den Leuten der Knopf aufgeht und

Geschäftsmodell zu tun hat. Es geht trotz-

sie genau diese Chancen auch erkennen. Da-

dem. Das finde ich spannend. Und wenn du

bei tun wir uns als Tiroler manchmal noch

machst, was dir Spaß macht, wirst du auch

schwer. Wir haben mit München einen enor-

gut darin sein. Dann passt es am Ende auch

men Wirtschaftsraum quasi direkt vor der

mit dem Geld.

Tür, nutzen ihn aber viel zu wenig. Die Enge des Inntales mit den Bergen links und rechts

Lassen Sie das Argument gelten, EPU sei-

spiegelt sich leider manchmal auch im Kopf

en zwar ganz nett, würden aber volkswirt-

wider. Wenn man auf den Berg aber hinauf-

schaftlich nicht viel bringen, weil sie keine

steigt, kann man dafür umso weiter sehen.

Arbeitsplätze schaffen?

Wir versuchen die Leute dazu zu motivieren,

Nein. EPU leisten einen wertvollen Beitrag

sich zu öffnen, wir unterstützen bei der Er-

zur Wirtschaftsleistung und gehören ent-

schließung neuer Märkte, bieten etwa beim

sprechend unterstützt. Man muss ihnen Rah-

EPU-Tag am 1. Juli in der Villa Blanka Vorträ-

menbedingungen schaffen, um erfolgreich

ge, wo es unter dem Motto „go international“

sein zu können. Die Bürokratie hierzulande

Infos zum Thema gibt.

ist eine Katastrophe. Ganz abgesehen davon würden rund 40 Prozent künftig gerne Mit-

Sie führen selbst ein Ein-Personen-Unter-

arbeiter einstellen, doch der Schritt hin zum

nehmen. Warum sind Sie selbstständig ge-

ersten Angestellten ist derart mühsam, dass

worden?

es sich viele nochmal überlegen. Von heute

Unternehmer sein ist richtig cool! Nicht-Un-

auf morgen muss man quasi doppelt so viel

ternehmer können das oft nicht verstehen.

einnehmen, um das Gleiche zu verdienen.

Sie finden, als Angestellter hätte man mehr

Kosten und Risiko sind nicht zu unterschät-

Sicherheiten, ein Sozialnetz, das einen auf-

zen. Die Förderung für den ersten Mitarbeiter


eco.wirtschaft

promotion

Eine gute Mischung bei RBP aus Erfahrung und junger Initiative: Wilhelm Berger, Mathias Berger (re.) und Bernd Berger (li.)

Den Kundennutzen immer im Fokus! Auch beim Drucken geht es in erster Linie darum: Was ist der Vorteil für den Kunden.

ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, wenn auch nur ein kleiner. Ein Wirtschaftsstandort lebt von Innovationen. Wie innovativ können die „Kleinen“ wirklich sein? Innovation hat nichts mit der Größe zu tun. Im Gegenteil. Natürlich gibt es Konzerne mit einem enormen Forschungspotenzial. Das Neue, Mutige kommt aber vielfach von den Kleinen, schlicht weil sie die Dinge einfach machen, wenn sie es für richtig halten. EPU müssen täglich schauen, wo ihre Reise hingeht, ob ihr Geschäftsmodell noch funktioniert. Wenn nein, können sie ihre Richtung im Gegensatz zu großen Unternehmen relativ rasch korrigieren. Daraus ergibt sich auch der Begriff der resilienten Systeme. Der größte Nutzen für eine Volkswirtschaft ist, wenn sich die Großen mit den Kleinen verbinden. EPU und KMU sorgen für innovative Ansätze, derer sich große Betriebe folglich bedienen können. Der Input von außen kann unglaublich bereichernd sein. Es gibt bereits Unternehmen, die nicht mehr von innen heraus innovieren, sondern sich externe Partner holen, Ideen, die genau die Kleinen liefern können. Ein EPU wird nie klassische Forschung betreiben können, aber sie sind von der unternehmeri-

D

ie Radin-Berger-Print (RBP) GmbH in Innsbruck-Völs hat sich am Druckmarkt sehr erfolgreich auf die Produktion von hochwertigen Magazinen, Magalogen,

Produktkatalogen, Zeitungsbeilegern/Postwurfprospekten und Hard-/Softcover konzentriert. Bereits seit 2010 ist RBP in einem Joint Venture mit der südosteuropäischen Großdruckereigruppe Radin-Rotografika in diesem Drucksegment. Durch die Druckkombi aus Rollen- und Bogenoffsetdruck kann ein äußerst interessantes Preisgefüge angeboten werden. Mit modernsten hauseigenen Druck- und Bindestrecken mit allen Veredelungstechniken entstehen Druckwerke im High-Quality-Bereich. Man ist in guter Gesellschaft: Hier werden u.a. die Sprachenausgaben der großen internationalen Magazine, wie National Geographic, ELLE, Cosmopolitan, Playboy, Mens Health u.v.a., gedruckt. Zertifiziert nach ISO 12647 und PEFC. Nutzen Sie daher die Möglichkeiten einer Großdruckerei, mit dem Input und der Betreuung von Fachleuten vor Ort. Eine perfekte Dienstleistung und Flexibilität sind uns von elementarer Wichtigkeit. Fordern Sie uns zum konstruktiven Dialog!

Die Kompetenz für Industrieoffsetdruck!

schen Denke ganz anders. Es geht nicht darum, Investoren zufrieden zu stellen, sondern um das eigenen Tun. Die Kleinen suchen sich ihre Nischen, besetzen diese, loten aus und wenn sie die Großen für sich entdeckt haben, sind EPU schon längst wieder einen Schritt weiter. Sie probieren, sie suchen die Trends und das kann man am besten, wenn man klein und wendig ist. Dieser Mut, über den Tellerrand zu blicken, ist volkswirtschaftlich wahrscheinlich

RADIN-BERGER-PRINT GMBH

Innsbrucker Straße 59, 6176 Innsbruck-Völs, Tel.: 0512/30 24 12 Mobil: 0664/249 38 22 oder 0664/249 41 67 office@radin.at, www.radin-berger-print.at PROMOTION

eco.nova

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eco.wirtschaft

SYNERGIEN SIND DER MOTOR, AUS DEM EINE ZUKUNFTSWIRTSCHAFT IHRE INNOVATIVE KRAFT BEZIEHT. ES IST DAS KLUGE VERBINDEN VON VORHANDENEM UND NICHT DAS ZWANGVOLLE SUCHEN NACH DEM EINZIGARTIG NEUEN. DABEI BEDEUTET KLUGES VERBINDEN EBEN AUCH, DINGE ZUEINANDER ZU BRINGEN, DIE ÜBLICHERWEISE NICHT MITEINANDER GEDACHT WERDEN. CROSS-INNOVATION – ALSO DURCH „KREUZUNG“ ENTSTEHENDE INNOVATION – IST DAS ERGEBNIS UND WESENTLICH FÜR DAS VERSTÄNDNIS DES GESCHÄFTS VON MORGEN. EGAL OB IM HANDWERK, DER BERATUNG ODER IM SERVICE. INNOVATIVE ANGEBOTE BESTEHEN AUS ZUVOR NICHT GEAHNTEN ZUSAMMENHÄNGEN. „EPU machen Zukunft“, Trenddossier des Zukunftsinstitutes

noch wichtiger als die rund 20 Milliarden Euro an Umsatzerlösen, die EPU generieren. Warum, glauben Sie, gibt es über EPU derart viele Vorurteile? Das Problem ist, dass diese Mythen gerne von den Medien gespielt werden und sich dadurch manifestieren. Natürlich gibt es auch unter den EPU schwarze Schafe, doch das sind Ausnahmen. Es gibt in jeder Branche negative Ausreißer, aber man sollte sich in seinen Thesen schon am Gros orientieren. Jedes zweite Tiroler Unternehmen ist ein EPU. Wenn ich mich von 22.000 Unternehmern auf zehn Ausnahmen stürze, ist die Aussagekraft eher minimal. Kürzlich war das Thema der Scheinselbständigkeit zum Beispiel wieder extrem präsent. Derart, dass wir selbst angefangen haben, uns darüber Gedanken zu machen. Es stellte sich heraus, dass das Thema wirklich nur extrem hochgekocht wurde. Kaum einer wird in die Selbständigkeit gezwungen. Es geht tatsächlich um Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit. Ein Selbständiger ist nie-

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eco.nova


eco.wirtschaft

mand, der muss, sondern einer, der will. Was

Umsatz oder durch die Ausweitung seines

dem Ruf der EPU in Österreich auch nicht

Portfolios. Man muss aufpassen, dass man

gerade förderlich war, war das Programm

nicht in Stereotypen verfällt. Der Großteil

von Gerhard Schröder in Deutschland. Mit

möchte sehr wohl neue Kundengruppen er-

der Ich-AG wurden tatsächlich Arbeitslose

schließen und seine Produkte und Dienst-

zu Selbständigen gemacht – in einem Zwei-

leistungen erweitern.

Wochen-Kurs. Dass das eher suboptimal funktioniert hat, hätte man sich denken kön-

Als wirklicher Einzelkämpfer hat man es

nen. Derartiges hat es in Österreich jedoch

heute schwer. Wie wichtig ist die Bereit-

nie gegeben, wir sind nur irgendwie in das-

schaft zu Kooperationen?

selbe Fahrwasser geraten.

Die Vernetzung ist extrem wichtig und

DIE PERFEKTE LÖSUNG

für Betrieb oder Büro!

Wachstum funktioniert in vielen Bereichen Mythos Nr. 13 in Ihrer Broschüre: EPU

eben nur durch Kooperation. In Zusammen-

wachsen nicht und schaffen keine Arbeits-

arbeit mit dem Land Tirol haben wir dafür

plätze. Sie generieren also keinen Beschäf-

auch die EPU-Kooperationsförderung initi-

tigungseffekt ...

iert, die einen Anschub geben soll, Projekte

Die Bezeichnung KMU oder EPU lässt kei-

gemeinsam abzuwickeln. Wir versuchen, die

ne Rückschlüsse auf die betriebliche Leis-

Leute dazu zu animieren, sich interdiszipli-

tung zu, sondern lediglich auf die Größe.

när auszutauschen, denn nur dann entsteht

Und die darf man nicht mit wirtschaftli-

wirklich Neues, Innovation und Problemlö-

chem Erfolg verwechseln. Fast 90 Prozent

sung. Österreich und Tirol leben ganz stark

der EPU wollen wachsen, das ist aber nicht

von der Wissensarbeit. Das ist unser großes

zwingend mit Mitarbeitern verbunden.

Asset, aus dem sich künftig mit Sicherheit

Man wächst durch Kooperation, durch

noch viel mehr machen lässt.

EPU-KOOPERATIONSFÖRDERUNG Tirol fördert Ein-Personen-Unternehmen bei sinnvollen betrieblichen Kooperationen. Damit sollen die jeweiligen Kernkompetenzen der einzelnen EPU besser genutzt werden. Im Rahmen dieser Aktion können Kooperationsprojekte unterstützt werden, die im Zusammenhang mit der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von neuen Produkten, Verfahren und/oder Dienstleistungen stehen. Der Förderzeitraum läuft noch bis 30. Juni 2021. Weiter Infos: Land Tirol, Wirtschaftsförderung, Heiliggeiststraße 7–9, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/508-3217 Ansprechpartner in der Wirtschaftskammer Tirol: Michaela Güttler Förderservice, Wilhelm-Greil-Straße 7, 6020 Innsbruck Tel.: 05 90 905-1383, michaela.guettler@wktirol.at

TIROLER EPU-TAG 1. Juli 2016, Villa Blanka

Waren im vergangenen Jahr rund 400 Besucher beim EPU-Tag, so bietet man heuer Platz für rund 600 Gäste. In sechs Vortragsreihen wird ein breites Spektrum an unterschiedlichsten Themen geboten, aus denen jeder die für sich passenden herauspicken kann – vom Aspekt Gesundheit über Verkauf bis zur Internationalisierung ist alles dabei. Infos unter epu.wko.at/tirol

1. JULI 2016NKA

BLA CK VILLA NSBRU IN 6020

EPU16

DAS EVENT FÜR ALLE TIROLER EIN-PERSONEN-UNTERNEHMEN! GLEICH ANMELDEN UNTER: EPU.WKO.AT/TIROL

Auch für ADMs und Haushalte Überdachten, beleuchteten Ladebereich. • Transporthilfen (Hub- und Rollwagen). • Paket- und Warenannahmedienst, inkl. Verbringung in Ihre angemietete Lagerbox. • Papier-, Karton-, Kunststoff-, Holz-Entsorgungsinsel direkt vor Ort. • Keine Treppen, alles ebenerdig. • Zugangszeiten: Mo-So 5:00 - 22:00 Uhr

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eco.nova

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EPU

58.436

in Zahlen

60.881

42.454 17.763

11.019

21.175

10.396 Anzahl der EPU nach Bundesländern

17.474

Mehr als die Hälfte aller Mitgliedsbetriebe der Wirtschaftskammer sind Ein-Personen-Unternehmen. Insgesamt 290.061 Unternehmen werden in Österreich ohne unselbständig Beschäftigte geführt, das sind 58,9 % der Unternehmen.

38.813

Österreich befindet sich dabei in guter europäischer Gesellschaft: Rund 60 % aller Unternehmen in Europa sind Kleinstbetriebe ohne angestellte Beschäftigte. Auch europaweit ist diese Zahl weiter steigend.

Entwicklung der EPU von 2011 bis 2015 österreichweit 2011 2012 2013 2014 2015 120

eco.nova

240.164 251.176 266.910 278.411 290.061

90,4 %

der EPU sind als nicht eingetragene Einzelunternehmer,

6,4 % als eingetragene Einzelunternehmer und 6,2 % als GmbH organisiert.


Die Top 10 der EPU-stärksten Fachgruppen Österreichzahlen Fachgruppen mit den zahlenmäßig meisten EPU 60.119

Personenberatung und Personenbetreuung

29.099

Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT

21.675

Persönliche Dienstleister Werbung und Marktkommunikation

14.999

Fußpflege, Kosmetik und Masseure

12.606

Gewerbliche Dienstleister

12.411

Direktvertrieb

11.725

Gastronomie

9.853

Freizeit- und Sportbetriebe

8.737

Versand-, Internet- und allgemeiner Handel

8.204

Der Frauenanteil liegt bei

50,6 %.

Fachgruppen mit dem höchsten EPU-Anteil Personenberatung und Personenbetreuung (98,5 %) Direktvertrieb (92,5 %) Persönliche Dienstleister (85,4 %)

Fußpflege, Kosmetik und Masseure (80,6 %) Kunsthandwerke (78,6 %) Versicherungsagenten (77,0 %) Film- und Musikwirtschaft (74,2 %) Finanzdienstleister (69,3 %) Mode- und Bekleidungstechnik (66,8%) EPU sind in allen Sparten stark vertreten. Der größte Anteil findet sich in Gewerbe & Handwerk, Information & Consulting und im Handel. eco.nova

121

Quelle: WKO, Stand 12/14

Das Durchschnittsalter bei natürlichen Personen beträgt

45,9 Jahre.

Berufsfotografen (81,4 %)


promotion

Qualifizierung nach Maß Fachkräfte fördern. Wirtschaftsstandort stärken: Unternehmen, Interessenvertretungen und andere Akteure des Arbeitsmarktes klagen heute bereits über einen Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften. Es ist absehbar, dass sich dieser Trend aufgrund der demographischen Entwicklung in den nächsten Jahren verschärfen wird. Eine Antwort darauf ist die „Qualifizierung nach Maß“. Betrag, der die 1.000 Euro übersteigt, jedoch maximal 1.000 Euro pro Stiftungsteilnehmer übernommen. Die auszubildenden Personen erhalten vom AMS Arbeitslosengeld weiterbezahlt und bekommen zusätzlich die ausbildungsbedingte Zuschussleistung von 300 Euro. Die Kontaktnahme ist sowohl über die Geschäftsstellen des AMS Tirol als auch über die amg-tirol möglich.

Gezieltes Weiterbildungsmanagement Herr W., 51 Jahre, aus Schwaz mit kaufmännischer Ausbildung war lange Jahre erfolgreich im Tiroler Fliesenmarkt in verschiedenen Positionen tätig. Aufgrund der Betriebsschließung begann die intensive Suche nach einer neuen Tätigkeit. Eine innovative Firma im Umweltbereich suchte zugleich seit Monaten nach einer Fachkraft für die Lagerverwaltung mit Logistikkenntnissen und Berufser© PAUL WEBER

fahrung. Herr W. absolvierte im Rahmen der Stiftung an privaten Bildungsinstituten die Ausbildung zur Lagerfachkraft, zum Gefahrgutbeauftragten, zur Sicherheitsvertrauens-

G

person, er erwarb den Staplerschein und belegte einige EDV-Kurse. Die Firma übernahm emeinsam mit der amg-tirol und

meinsam mit der amg-tirol ein Bildungsplan

die anfallenden Kurskosten als lohnende In-

dem Land Tirol entwickelte das

erarbeitet, nach dem die theoretische Aus-

vestition in den Aufbau eines langjährigen

AMS die Implacementstiftung

bildung in Kombination mit ausreichend

Mitarbeiters. Herr W. absolvierte in dreiein-

„Qualifizierung nach Maß“. Zielgruppen sind

Praxis am zukünftigen Arbeitsplatz abgewi-

halb Monaten alle Ausbildungen positiv und

Unternehmen, die Fachkräfte benötigen,

ckelt wird. „Eine berufliche Ausbildung und

wurde mit Stiftungsende in ein fixes Dienst-

und beim AMS arbeitsuchend vorgemerkte

ein anerkannter Berufsabschluss sind we-

verhältnis im Praxisbetrieb übernommen.

Personen. Kann das AMS für eine gemeldete

sentliche Voraussetzungen für dauerhaften

freie Stelle keine adäquat ausgebildete Ar-

Erfolg im Arbeitsleben. Qualifizierte Arbeits-

beitskraft vermitteln, gibt es die Möglichkeit,

kräfte sind andererseits ein wesentlicher

Arbeitsuchende mit entsprechender Basis-

Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der

ausbildung nach den Vorstellungen des Be-

Unternehmen“, betont Dr. Bernhard Pichler

triebes passgenau auf den Arbeitsplatz hin

vom AMS Tirol.

auszubilden. den Grundkenntnissen vorab aus, über die

Geringe Kosten für Unternehmen

Aufnahme in das Ausbildungsprogramm

Die Kosten bestehen aus einer ausbildungs-

entscheidet der Betrieb selbst. Hilfreich da-

bedingten Zuschussleistung von 300 Euro

bei ist ein vorgeschaltetes Praktikum von

(plus 4,5 % Dienstgeberbeitrag) pro Monat

einer Woche, Betrieb und potentielle künf-

und Stiftungsteilnehmer. Individuelle Aus-

tige Mitarbeiter können sich gegenseitig

und Weiterbildungskosten (betriebsexter-

kennenlernen. Nach der Entscheidung des

ne Qualifizierung) werden durch das Land

Unternehmens für einen Bewerber wird ge-

Tirol in der Höhe von 50 Prozent für den

Das AMS wählt Bewerber mit entsprechen-

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eco.nova

WEITERE INFOS

In jeder Geschäftsstelle des AMS Tirol stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Service für Unternehmen (SfU) bereit. Besuchen Sie auch unsere Homepage www.ams.at/tirol oder kontaktieren Sie die AMS-ServiceLine unter 0512/58 19 99.


Gelebte Integration in den Tiroler Gemeinden

Um zu einem Ganzen zusammenzuwachsen, ist es wichtig, dass man sich versteht. Dazu gehört, dass es Menschen gibt, die aufeinander zugehen und sich kennenlernen wollen. Das Erlernen der Sprache ist ein wichtiger Bestandteil von Integration. Eine der Maßnahmen also, die dafür sorgt, dass jemand ein Teil einer Gemeinschaft wird. Wir unterstützen diesen wichtigen Schritt mit unseren professionell geführten Deutschkursen. Es gibt noch viel zu tun, um die Integration von Schutzbedürftigen zu fördern. Setzen wir diese Schritte gemeinsam, einen nach dem anderen.

Mit freundlicher Unterstützung von: Bildung


eco.steuern

EPU müssen hart kalkulieren Können Familienangehörige gratis mitarbeiten? Und sollen sie das überhaupt? // TEXT: STB DR. VERENA MARIA ERIAN, STB RAIMUND ELLER, STB MAG. EVA MESSENLECHNER

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eco.nova


eco.steuern

© HOFER

Koproduktion der Ärztesteuerberater vom Team Jünger und der Team Tirol Steuerberater GmbH: STB Dr. Verena Maria Erian, STB Mag. Eva Messenlechner und STB Raimund Eller, v. l.

H

ier und dort und immer

Die Kinder und die Enkel

Ausnahme: Bei einer kurzfristigen Tätigkei-

wieder hört man, dass es

Wie immer mit den Kindern ist es auch hier

ten kann von einem Dienstverhältnis ab-

verboten sei, unentgeltlich,

weit schwieriger. Diese sind, wenn es sich

gesehen werden, wenn Unentgeltlichkeit

so quasi aus reiner Nächs-

nicht um einen Land- oder Forstwirtschafts-

vereinbart wurde. Wir empfehlen auch hier

tenliebe, zu arbeiten. Ja nicht einmal der

betrieb handelt, jedenfalls als Dienstnehmer

jedenfalls eine schriftliche Vereinbarung.

pensionierte Vater dürfe sich im Betrieb

anzumelden und unterliegen der Pflichtver-

seiner Tochter nützlich machen, ohne bei

sicherung, wenn sie

Resümee

der Gebietskrankenkasse als Dienstneh-

• schon 17 Jahre alt sind und

Also alles halb so schlimm. Partner und

mer angemeldet zu sein. Stimmt das? Nein!

• keiner anderen hauptberuflichen Erwerbs-

Eltern dürfen ohnehin kostenlos für Sie

Ganz so ist es auch wieder nicht! Lesen Sie

tätigkeit nachgehen.

arbeiten und aus den Kindern soll doch

hier, wer wann unter welchen Vorausset-

Liegt keine Entgeltsvereinbarung vor, so

schließlich mal was werden! Wenn die gratis

zungen ohne Lohn bei seinen Liebsten mit-

geht die Gebietskrankenkasse von einer mo-

arbeiten, wird das aber nichts. Damit heißt

helfen darf.

natlichen Beitragsgrundlage von 782,70 Euro

die Frage eigentlich nicht „Dürfen Famili-

aus. Davon sind dann 39,60 Prozent an ge-

enangehörige gratis mitarbeiten?“, sondern

haltsabhängigen Abgaben zu entrichten.

vielmehr „Sollen Familienangehörige über-

Die Gattin und der Gatte

haupt gratis mitarbeiten?“.

Ja, die dürfen auch abgabenrechtlich ruhig mal was umsonst machen. Wie kann es an-

// Tipp: Anstatt auf Unentgeltlichkeit zu po-

Wer nicht vollversichert ist, erwirbt in der

ders sein? Für Ehegatten ergibt sich das aus

chen, kommt es in diesen Fällen weit güns-

Regel auch keine Pensionsansprüche. Das

der gesetzlich normierten ehelichen Bei-

tiger, ein geringfügiges Dienstverhältnis mit

gilt nicht nur für die Kinder, sondern insbe-

standspflicht. Abgabenrechtlich funktio-

entsprechender Entlohnung (bis zu 415,72 Eu-

sondere auch für Ihren Partner. Hier macht

niert das dann, wenn die Unentgeltlichkeit

ro) zu vereinbaren. In diesem Fall reduziert

es vielmehr Sinn, auf das steuerlich optima-

ausdrücklich vereinbart wurde. Dasselbe

sich die Sozialversicherungspflicht auf die

le „(Ehe-)Partnerdienstverhältnis“ abzuzie-

gilt auch für eingetragene Partnerschaften.

Unfallversicherung in Höhe von 1,3 Prozent

len. Die optimale Höhe des Gehaltes hängt

Ebenso kann bei Lebensgemeinschaften ei-

vom Entgelt zuzüglich der Abfertigungs-

von der gesamtsteuerlichen Situation beider

ne Analogie zu Eheleuten erblickt werden,

vorsorge in Höhe von 1,53 Prozent. Voraus-

Partner ab. Lassen Sie sich hier umfassend

obwohl hier keine gesetzlich verankerte Bei-

setzung ist natürlich, dass die tatsächliche

beraten und nutzen Sie Gestaltungsspielräu-

standspflicht gegeben ist. Wir empfehlen

Arbeitsleistung gemäß der kollektivvertragli-

me bestmöglich aus. Natürlich nur im Rah-

für den Fall einer Kontrolle, bei jeder Art der

chen Einstufung auch diesem geringfügigen

men der tatsächlichen Sachverhalte (keine

unentgeltlichen Mitarbeit unbedingt eine

Entgelt entspricht. Mit einer Kontrolle sei-

Scheingeschäfte!). Wichtig ist auch, dass das

schriftliche Vereinbarung zu treffen.

tens der Gebietskrankenkasse ist jedenfalls

Vorliegen einer Pflichtversicherung immer

zu rechnen!

nur anhand des tatsächlich vorliegenden

Die Mama und der Papa

Sachverhaltes einzelfallbezogen beurteilt

anzunehmen ist, kann eine unentgeltliche

Die Geschwister und sonstige Verwandte

Mithilfe dann erfolgen, wenn der Betrieb

Da es für Geschwister, Schwägerinnen und

timierung als auch zur Einhaltung der ge-

auch ohne Mithilfe der Eltern aufrechterhal-

Schwager und auch für Schwiegertöchter

setzlichen Bestimmungen jedenfalls recht-

ten werden könnte und Unentgeltlichkeit

und -söhne keine familienrechtlichen Ver-

zeitig Ihren persönlichen Steuerberater. Die

vereinbart wurde. Eine solche Vereinbarung

pflichtungen gibt, ist es hier nicht möglich,

Anmeldung bei der Gebietskrankenkassa

sollte wiederum schriftlich vorliegen.

von Unentgeltlichkeit auszugehen.

muss vor Dienstantritt erfolgen.

Obwohl hier generell ein Dienstverhältnis

werden kann. Bitte konsultieren Sie sowohl in Sachen Op-

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eco.steuern

Die Zukunft der Arbeit Die digitalisierte Arbeitswelt stellt österreichische Unternehmen vor große Herausforderungen. Wir stehen vor einer Trendwende in Organisation, Führung und Personal. // TEXT: DR. BARBARA DEMEL

D

ie Deloitte-Studie „Global

von Prozessen ergeben. Nahezu ident zu den

Human Capital Trends 2016“

globalen Studienergebnissen sind auch aus

der aktuellen Studie können traditionelle Me-

zeichnet ein aktuelles Stim-

Sicht österreichischer Führungspersonen die

thoden der Führungskräfteentwicklung hier

mungsbild der globalisierten

nachfolgenden Trends die wichtigsten.

nicht mithalten. Die Qualität von Führungs-

Arbeitswelt. 92 Prozent der weltweit befrag-

rung und innovative Führungskräfte. Laut

kräfteentwicklungsprogrammen scheint man-

keit, ihre Organisationsstruktur an die neu-

Die neue Organisation: Der Aufstieg der Teams

en wirtschaftlichen Herausforderungen

Bei diesem Trend geht es nicht unbedingt

wenig sind Entwicklungsmaßnahmen unmit-

anzupassen. Nur 14 Prozent sehen aber ihr

darum, dass ein Organigramm komplett um-

telbar mit dem Kerngeschäft und Geschäfts-

Unternehmen auch bereit für eine solche

gestaltet wird, es geht vielmehr um Zusam-

zielen verbunden. Bereits seit einiger Zeit zeigt

Neugestaltung. In Österreich bestätigt sich

menarbeit in einem dynamischen Netzwerk

sich, dass effiziente Führungskräfteentwick-

der Aufholbedarf bei der Digitalisierung.

selbstverantwortlicher Teams. Unterneh-

lung kontinuierlich und als Unterstützung

Im Rahmen einer der größten internationa-

men, die auf diesen Trend setzen, dezent-

in der täglichen Arbeit – also nicht „on- top“ –

len Studien für Human-Resources (HR)- und

ralisieren Pouvoir und Verantwortung und

passieren muss.

Führungsthemen wurden über 7.000 Füh-

stellen das Produkt und den Kunden ins

Häufig sprechen wir daher von einer maß-

rungspersonen (davon 123 in Österreich) aus

Zentrum der Zusammenarbeit. Die Organi-

geschneiderten „Entwicklungsreise“, in der

130 Ländern befragt. Die Ergebnisse zeigen:

sation erreicht einen neuen Grad an Flexi-

Führungskräfte über wenige Workshops und

Der sich seit mehreren Jahren abzeichnende

bilität, denn das Netzwerk an Teams agiert

gezielte Impulse gemeinsam ihre Zusammen-

Trend zu einer tiefgreifenden Veränderung

über die herkömmlichen Strukturen hinweg

arbeit ausrichten, Schritte in Richtung Ge-

der Arbeitswelt kommt immer mehr im Un-

und ermöglicht es Mitarbeitern, auch von

schäftsentwicklung setzen und sogleich bear-

ternehmensalltag an. Fast die Hälfte der Un-

Team zu Team zu wechseln, statt statisch in

beiten. Führungskräfte werden in Aufgaben

ternehmen befindet sich bereits mitten in ei-

formalen Strukturen zu verharren.

unterstützt, die prioritär in ihrer individuellen

ner Restrukturierung oder plant eine solche.

Diese Teams sind zielgerichtet und möglichst

und kollektiven Führungsarbeit sind und de-

Dies zeigen sowohl die globalen Ergebnisse

funktional übergreifend zusammengesetzt.

ren Wirksamkeit erhöhen. Kontinuität wird

als auch Analysen in der Region Deutsch-

Sie sind besser und schneller in der Lage,

über unterschiedliche Impulse zwischen den

land, Österreich, Schweiz.

mit Veränderungen umzugehen und sich

Workshops erzielt. Diese werden je nach Be-

Die Studie zeigt zehn Trends für Führungs-

auf neue Kundenbedürfnisse einzustellen.

darf ausgewählt. Beispielsweise werden Dia-

und Personalarbeit für 2016 auf, die sich grob

Sie treiben Innovationen voran und liefern

loge mit Vorgesetzten geführt, für die endlich

in fünf Themenkreise gliedern lassen (siehe

rasch Ergebnisse. Es zeigt sich, dass derartige

Zeit und Raum geschaffen wird, oder es findet

Abbildung 1): Im Zentrum stehen neue Pers-

Teamzusammenarbeit das Zugehörigkeitsge-

kollegiale Beratung statt, um vom großen Er-

pektiven rund um Design und Struktur von

fühl, das Engagement für die gemeinsamen

fahrungsschatz der Kollegen zu schöpfen und

Organisationen. Bereits seit mehreren Jah-

Ziele und die Motivation der Mitarbeiter er-

Austausch zu stärken. Kontinuität und Aus-

ren zählen zudem Führung und Führungs-

höht. Es ergeben sich daraus aber natürlich

richtung an den konkreten Bedürfnissen wer-

entwicklung zu den wichtigsten Herausfor-

auch neue Anforderungen an Führung, Steu-

den großgeschrieben.

derungen. Weiteres wird Bedeutung und

erung und (digitale) Kommunikation. Verant-

Einen weiteren Aufholbedarf zeigen die

Sinnstiftung als richtungsweisend für die Ent-

wortung zu übertragen, für klaren Informa-

Trends beim Thema Nachfolgeplanung. Nur

wicklung von Kultur und Mitarbeiterbindung

tionsfluss und eine gemeinsame Vision zu

14 Prozent der österreichischen Teilnehmer

gesehen. Außerdem beziehen sich die Trends

sorgen, sind zentrale Herausforderungen.

schätzen sich selbst als „stark“ bei der Durch-

ten Führungskräfte sehen die Notwendig-

auf das veränderte Arbeitsumfeld sowie neue

gelhaft, in Österreich geben nur 12 Prozent an, ein sehr ausgereiftes Programm zu haben. Zu

führung von Nachfolge- und Karriereplanung

Arbeitsweisen und Kompetenzen von HR, die

Herausforderung Führung

sich beispielsweise durch Anforderungen in

Die tiefgreifenden Veränderungen in der Ar-

mit der Entwicklung zu beginnen, stärker auf

Richtung Digitalisierung oder Vereinfachung

beitswelt verlangen neue Formen von Füh-

Lernen über Erlebnisse zu achten und kons-

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eco.nova

im Unternehmen ein. Es gilt früher als bisher


eco.steuern

tant dranzubleiben. Interessant ist zudem,

eigenen Prozesse und Abläufe viel stärker

dass die Zielgruppe der Millennials bis dato

als bisher digitalisieren. Im HR-Bereich do-

in der Führungskräfteentwicklung stark ver-

minieren starre, unflexible und wenig benut-

nachlässigt wird. 22 Prozent der internatio-

zerfreundliche Systeme. Der Trend geht aber

nalen Führungskräfte geben an, überhaupt

eindeutig in Richtung mobiler, cloudbasier-

keine Leadership-Programme für Millenni-

ter Lösungen und Apps.

als anzubieten. Auch in Österreich sind die

Die bisher geringe Automatisierung von

Zahlen alarmierend: Keiner der Befragten

HR-Prozessen bewirkt, dass in Österreich

fühlt sich für diese Zielgruppe sehr gut vor-

weiterhin die operative HR-Arbeit im Vor-

bereitet.

dergrund steht – die Strategie kommt dabei zu kurz. Laut dem Deloitte-HR-Benchmark

„Zuhören“ ist das Zauberwort

steht den österreichischen HR-Abteilungen weniger als die Hälfte ihrer Zeit für strate-

Der verstärkte Fokus auf Mitarbeiterbindung und -engagement bleibt ein wesentlicher Trend. Global sieht fast jeder neunte

Dr. Barbara Demel, Manager bei Deloitte Human Capital

gische, wertschöpfende Themen zur Verfügung. Das sind 20 Prozent weniger als beim internationalen Durchschnitt.

Befragte der Studie die Unternehmenskultur als wichtige bis sehr wichtige Herausforderung, um Toptalente zu gewinnen und zu

umzukrempeln, sondern vielmehr die Schrit-

Veränderungen als Chance

halten. Die Bedürfnisse und Erwartungen

te mit größtmöglichem Nutzen zu identifi-

Die Treiber der Trends sind unaufhaltsam:

der immer diverseren und mobileren Beleg-

zieren sowie „Quick-wins“ sichtbar zu ma-

Demografische Umwälzungen, Digitalisie-

schaft werden aber bisher zu wenig berück-

chen. Schlussendlich müssen – wie auch eine

rung, die erhöhte Frequenz von Verände-

sichtigt.

Unternehmensstrategie – Initiativen rund

rungen und neue Ansprüche an die Rah-

Der Trend geht vom einmaligen jährlichen

um diese Trends von oben getragen und von

menbedingungen der Zusammenarbeit. Die

Gespräch hin zu einem Prozess, der regel-

HR beraten und unterstützt werden, nur

HR-Studie von Deloitte dokumentiert diesen

mäßigen Austausch und Dialog in den Mit-

dann wird Erfolg versprochen.

hohen Veränderungsdruck, mit dem sich die

telpunkt stellt. Aktuell wird von 66 Prozent

Die Human-Capital-Studie zeigt nicht nur

Unternehmen konfrontiert sehen. Aber die-

der österreichischen Teilnehmer eine jähr-

die wichtigsten Trends auf, sondern auch,

ser Druck birgt auch Positives, denn der Um-

liche Mitarbeiterbefragung durchgeführt.

wie gut sich Unternehmen auf diese vorbe-

bruch bietet eine tolle Chance, die Initialzün-

Die meisten Unternehmen sollten öfter und

reitet fühlen. Hieraus ergibt sich ein soge-

dung für Modernisierung und Innovation in

regelmäßiger in Kontakt mit ihren Mitarbei-

nannter „Capability Gap“, der beschreibt, wo

unserer Arbeitswelt zu sein.

tern treten. Kürzere Impulsbefragungen, die

der größte Handlungsbedarf für Unterneh-

möglichst einfach und regelmäßig ein Stim-

men besteht. Für Österreich zeigt sich der

mungsbild erheben und den Verlauf von

größte „Gap“ für Digitalisierung im HR.

Einschätzungen aufzeigen können, soziale unterschiedlichen Perspektiven, ob persön-

Trend zur Digitalisierung als größte Herausforderung

lich oder per App, sind dafür nützliche

Auf den Trend zur Digitalisierung fühlen

Instrumente.

sich die österreichischen Unternehmen am

Der Markt für sogenannte „Real-time“-Feed-

wenigsten vorbereitet. Daraus ergeben sich

backinstrumente wächst derzeit stark und

zwei Hauptaufgaben: Einerseits soll HR

wird durch moderne Ansätze im Perfor-

Führungskräfte und Mitarbeiter auf die zu-

mance-Management unterstützt. Diese sind

nehmende Digitalisierung vorbereiten. An-

vor allem charakterisiert durch regelmäßi-

dererseits müssen die HR-Abteilungen ihre

Netzwerke und regelmäßiges Feedback aus

DELOITTE GLOBAL HUMAN CAPITAL TRENDS 

Der Deloitte-Report „Global Human Capital Trends 2016 – The new organization: Different by design“ fasst die wichtigsten Trends und Herausforderungen der Arbeitswelt zusammen und zeigt Lösungsansätze auf. Die globale Studie wurde 2016 zum vierten Mal durchgeführt. Zu finden unter www.deloitte.com (Services / Human Capital)

ge und unterschiedliche Feedbackformate, Zukunftsorientierung und Einfachheit im Prozess.

Was bedeuten die Studienergebnisse regional? Auch für Vertreter Tiroler Unternehmen sind diese Trends von großer Bedeutung. Im Rahmen einer Deloitte-Veranstaltung vergangenen April in Innsbruck kristallisierten sich Organisationsdesign, Leadership, Learning und Kultur als die wichtigsten Trends heraus. Die Quintessenz der Diskussion ist, dass die Themen nicht unabhängig voneinander betrachtet werden können. Es ist auch nicht notwendig, radikal alles auf einmal

Abbildung 1: Deloitte Human Capital Trends 2016

eco.nova

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eco.recht

Neue Informationspflichten für Unternehmer Mit der Richtlinie über alternative Streitbeilegung in Verbraucherangelegenheiten verfolgt die EU das Ziel, für Verbraucher bei Streitigkeiten mit Unternehmern eine einfache und kostengünstige Alternative zum Gerichtsverfahren zu schaffen. In diesem Zusammenhang haben seit Anfang des Jahres all jene Unternehmer, die Geschäfte mit Verbrauchern tätigen, Informationspflichten zu erfüllen und zu entscheiden, ob sie sich einem alternativen Streitbeilegungsverfahren unterwerfen. // TEXT: IVO RUNGG & JOHANNES BARBIST, BINDER GRÖSSWANG RECHTSANWÄLTE, INNSBRUCK

Vorschriften (z. B. nach dem Telekommuni-

(die sogenannte ODR-VO) ergänzt das ös-

kationsgesetz) dazu verpflichtet sein. Die

terreichische AStG im Bereich des Online-

Teilnahme am Schlichtungsverfahren ist in

handels. Die ODR-VO richtet sich an Un-

der Regel kostenlos und die Parteien können

ternehmer, die Online-Kaufverträge oder

sich auch vertreten lassen. Das Verfahren

Online-Dienstleistungsverträge mit Ver-

ist nicht öffentlich und vertraulich. Im Nor-

brauchern abschließen. Dabei ist es egal,

malfall wird den Parteien das Ergebnis des

ob der Vertragsabschluss über klassische

Verfahrens binnen 90 Kalendertagen nach

Webshops oder via E-Mail oder sonstige On-

Einlangen der vollständigen Unterlagen

line-Vertriebsformen erfolgt.

ie genannte EU-Richtli-

mitgeteilt. Zu beachten ist, dass ein im Rah-

Mit der ODR-VO wird eine von der Euro-

nie wurde in Österreich

men alternativer Streitbeilegung geschlos-

päischen Kommission betriebene Online-

mit dem Alternative-Streit-

sener Vergleich allerdings nicht gerichtlich

plattform geschaffen, über die Verbraucher

beilegung-Gesetz (AStG)

vollstreckt werden kann und damit kein

Beschwerden im Zusammenhang mit On-

umgesetzt. Das Gesetz ist ausschließlich

vollständiger Ersatz für ein Gerichtsverfah-

linegeschäften einbringen können. Nach

bei Streitigkeiten über Verpflichtungen

ren ist.

Einlangen einer Beschwerde wird der Un-

aus entgeltlichen Verträgen zwischen Un-

Wenn Unternehmer an Verfahren alterna-

ternehmer informiert, der binnen zehn Ka-

ternehmern mit Sitz in Österreich und

tiver Streitbeilegung teilnehmen oder teil-

lendertagen bekanntzugeben hat, ob er ge-

Verbrauchern aus dem Europäischen

nehmen müssen, haben sie die Pflicht, auf

setzlich oder vertraglich verpflichtet ist, eine

Wirtschaftsraum anzuwenden. Keine An-

ihrer Website und in ihren Allgemeinen Ge-

Streitbeilegungsstelle nach dem AStG zu

wendung findet das AStG unter anderem auf

schäftsbedingungen darüber zu informie-

nutzen, und ob er allenfalls freiwillig bereit

Kaufverträge über unbewegliche Sachen.

ren, welche Schlichtungsstelle für sie zu-

wäre, an einem alternativen Schlichtungsver-

Quer durch Europa wurden nun Streitbei-

ständig ist.

fahren teilzunehmen. Über die Onlineplatt-

legungsstellen für Verbraucherangelegen-

Unabhängig davon besteht nun nach neuer

form können Verbraucher im Rahmen des

heiten eingerichtet. In Österreich sieht das

Rechtslage bei Streitigkeiten über Verträge,

Streitbeilegungsverfahrens die gesamte Ver-

AStG acht Streitschlichtungsstellen vor, die

die unter das AStG fallen, für Unternehmer

fahrenskommunikation mit der jeweiligen

in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich

die Pflicht, Verbraucher über das Schlich-

Streitschlichtungsstelle online abwickeln.

tätig werden:

tungsverfahren zu informieren. Sobald ein

Unternehmer, die Online-Kaufverträge oder

• Schlichtungsstelle der Energie-Control

Verbraucher und ein Unternehmer in einem

-Dienstleistungsverträge mit Verbrauchern

konkreten Konfliktfall keine Einigung errei-

eingehen, sind zur Bereitstellung eines Links

chen können, muss der Unternehmer den

zu dieser Onlineplattform verpflichtet. Die-

Verbraucher auf Papier oder einem anderen

ser lautet http://ec.europa.eu/consumers/odr.

dauerhaften Datenträger (z. B. E-Mail) dar-

Zudem muss die E-Mail-Adresse des Unter-

auf hinweisen, welche Schlichtungsstelle für

nehmers auf dessen Webseite abrufbar sein.

• Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte

diese Streitigkeit potentiell zuständig und ob

Die Praxis wird zeigen, ob dies von Verbrau-

• Gemeinsame Schlichtungsstelle der

der Unternehmer für ein Schlichtungsver-

chern und Unternehmern angenommen

Österreichischen Kreditwirtschaft

fahren bereit wäre. Diese Information hat

wird. Ein Unternehmer, der die genannten

• Internet-Ombudsmann

daher nach dem Wortlaut der Bestimmung

Informationspflichten nach dem AStG oder

• Ombudsstelle Fertighaus

auch dann zu erfolgen, wenn der Unterneh-

der ODR-VO verletzt, begeht aber eine Ver-

• Schlichtung für Verbrauchergeschäfte

mer eine Beteiligung an einem Schlichtungs-

waltungsübertretung und ist mit einer Geld-

Unternehmer können sich freiwillig zur

verfahren ausschließt.

strafe bis zu 750 Euro zu bestrafen. Unter

Teilnahme an einem Schlichtungsverfahren

Die EU-Verordnung über Online-Streit-

Umständen könnte er deshalb auch von ei-

verpflichten oder durch spezielle gesetzliche

beilegung in Verbraucherangelegenheiten

nem Mitbewerber geklagt werden.

Dr. Ivo Rungg

D Austria

• Telekom-Schlichtungsstelle der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH • Post-Schlichtungsstelle der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH

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eco.nova


eco.recht

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Wohnungsvermietung – darauf müssen Sie achten! Bei Mietverträgen gilt es einige Stolpersteine zu vermeiden. // TEXT: STEFAN GAMSJÄGER UND HANNES WIESFLECKER

B

ei Vermietung von älteren Wohnungen greift oft die sehr mieterfreundliche Regelung des Vollanwendungsbereiches des Mietrechtsgesetzes (MRG) mit Mietzins- und Kündigungsschutz. Kündigungsschutz ist der Schutz des

Mieters vor einer Kündigung durch den Vermieter. Dieser darf nur kündigen, wenn ein vom Gesetz als wichtig anerkannter Kündigungsgrund vorliegt. Bei neueren Wohnungen gilt häufig nur mehr der im Teilanwendungsbereich des MRG bestehende besondere Kündigungsschutz vor einer Vermieterkündigung. Ein gesetzlich zulässiger wichtiger Kündigungs-

grund ist etwa die Nichtbenützung oder gänzliche Weitergabe der Wohnung; Tod des Mieters und Fehlen Eintrittsberechtigter; Nichtbezahlung der Miete trotz Mahnung; erheblich nachteiliger Gebrauch; in gewissen Fällen auch Eigenbedarf des Vermieters. Ab 2002 abgeschlossene Mietverträge in einem Haus mit bis zu zwei Wohnungen oder Geschäften, wobei nachträglich ausgebaute Dachböden nicht dazu zählen, unterliegen hingegen den eher vermieterfreundlichen Regelungen des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB), das mehr Freiheit zur Vertragsgestaltung lässt. Laut MRG muss bei Wohnungen eine Mindestdauer von drei Jahren eingehalten werden, dies gilt auch bei jeder Verlängerung. Der Mieter kann dennoch nach einem Jahr jeweils zum Monatsletzten schriftlich mit einer dreimonatigen Frist kündigen. Wenn ein Mietvertrag nach Ablauf der Befristung nicht vertraglich verlängert oder aufgelöst wird, gilt dieser automatisch als auf drei Jahre erneuert. Hier kann der Mieter aber sofort mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist kündigen. Zu besonderer Vorsicht raten wir bei bereits einmal erfolgter automatischer Vertragsverlängerung! Wird der Mietvertrag nach Ablauf der automatischen Verlängerung nämlich nicht vertraglich verlängert oder aufgelöst, gilt er als auf unbestimmte Zeit verlängert. Eine Hauptmiete liegt vor, wenn der Mietvertrag mit dem Eigentümer, Mieter oder Pächter des Hauses beziehungsweise dem Wohnungseigentümer geschlossen wurde. Eine Untermiete liegt vor, wenn der Mietvertrag zwischen dem Hauptmieter und dem Wohnungssuchenden abgeschlossen wurde. Viele Mietverträge enthalten jedoch ein Verbot der Untervermietung. Wenn das Mietverhältnis des Hauptmieters aufgelöst wird, endet meist auch das Untermietverhältnis, da der Hauptmieter die Wohnung geräumt übergeben muss. Besonders beachtet werden muss, dass Mietverträge auch mündlich abgeschlossen werden können, jedoch eine mündliche Befristung laut MRG ungültig ist, weshalb mit dem Bezug immer bis zur Unterfertigung des Mietvertrages abgewartet werden soll. Frühzeitige Rechtsberatung und Mietvertragsgestaltung durch Spezia-

GLOBAL

listen kann hier viel Ärger ersparen. Für rechtliche Auskünfte stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

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Zukunft Bildung & Innovation

up t r a t S R AUSGABE DE

ZWEIKAMPF

Z

ugegeben: Dieses Mal handelt es sich um kein Tiroler Start-up, aber im Zuge der Fußball-EM machen wir eine

Ausnahme. Außerdem lassen sich die Dinger auch von Tirol aus bestellen ... Die Rede ist von den ersten seriengefertigten 3-D-gedruckten Schienbeinschonern der Welt. Begonnen hat alles mit der Idee eines Hobbykeepers am Fußballfeld. Zwischen Idee und Serienfertigung von Zweikampf lagen schließlich rund zwei Jahre. Herausgekommen ist ein individualisierbarer Schienbeinschoner – erfunden, kreiert und produziert in Österreich. Bei Größe und Härtegrad der Inlays gibt es je drei Ausführungen, zudem kann die Innenseite mit Nummer und Name bedruckt werden. Verantwortlich dafür ist das junge Linzer Unternehmen Bernstein Innovation, seit Mitte Mai sind die Schienbeinschoner bestellbar. Die Schoner bestehen aus drei Hightech-Lagen. Die erste ist die 3-D-gedruckte Shell mit einzigartiger Y-Struktur. Sie wurde neu interpretiert und weiterentwickelt. Lehrmeister dafür waren die japanischen Samurai-Kämpfer, die sich bereits vor über 1.000 Jahren die Vorzüge dieser Struktur zunutze machten. Lage zwei und drei sind aus XRD-Multifunktionsmaterial gefertigt, das speziell für die Beanspruchungen des Fußballsports entwickelt wurde. Das gelbe Inlay ist die mittlere Schicht und definiert den Härtegrad des Schoners. Das schwarze Inlay bildet das Bindeglied zwischen Schienbein und Schoner und sorgt für optimalen Tragekomfort. Mit 75 Gramm und 7 Millimetern passt sich der Schienbeinscho­ ner dank der Analyse von über 250 Schienbein-Scans an jedes Fußballerbein an. Die auf 3-D-Druck spezialisierte Bernstein Innovation GmbH wurde 2014 von Klaus und Jakob Schmied als Vater-Sohn-Unternehmen gegründet. Hochspezialisierte Komponenten, Kleinserien und individualisierte Einzelteile werden für Unternehmen der Automobil- und Medizinbranche im 3-D-Druckverfahren produziert. Ziel ist es, führender Anbieter in Europa zu werden. Zweikampf ist die erste Eigenentwicklung der Bernstein Innovation. // www.zweikampf.com, www.bernstein-innovation.com

48

eco.nova


eco.zukunft

D

er Allgemeinmedizin kommt in der

eco.nova: Warum stärkt man gerade jetzt

Gesundheitsversorgung insgesamt

– in einer Zeit, in der immer mehr von Spe-

große Bedeutung zu. Im Lehrange-

zialisierung gesprochen wird – das Gebiet

bot des Faches Humanmedizin an der Medi-

der Allgemeinmedizin?

zinischen Universität Innsbruck (MUI) spielt

Dr. Peter Loidl: Spezialisierung in der Me-

diese deshalb schon immer eine wichtige

dizin ist kein Widerspruch zu allgemeinme-

Rolle. Die MUI war auch die erste medizini-

dizinischer Primärversorgung. Der zuneh-

sche Ausbildungsstätte Österreichs, die die

mende ökonomische Druck, der heute auf

Mitarbeit in einer allgemeinmedizinischen

dem Gesundheitssystem und insbesonde-

Praxis als Pflichtmodul im klinisch-praktischen Jahr für alle Studierenden eingebaut hat. Um deren Stellenwert noch weiter zu

Dr. Herbert Bachler, einer der Kursleiter und Präsident der Tiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin

re den Spitälern lastet, macht eine stärkere Gewichtung der Allgemeinmedizin in qualitativer und quantitativer Hinsicht notwen-

heben, wurde gemeinsam mit der Tiroler Ge-

dig. Viele Leistungen, die heute von Spitä-

sellschaft für Allgemeinmedizin (TGAM) der

lern im ambulanten Bereich übernommen

Universitätskurs „Akademische Lehrpraxis“

werden, können in einem dichten Netz von

initiiert. Ziel ist, ÄrztInnen für Allgemeinme-

gut ausgebildeten Allgemeinmediziner-

dizin sowie TurnusärztInnen, die Interesse

Innen in mindestens derselben Qualität

an der Ausbildung von Studierenden haben,

erbracht werden. Zudem erleben wir in Ös-

eine hochwertige wissenschaftliche Aus-

terreich eine immer stärkere Abwanderung

und Weiterbildung anzubieten. „Im Rahmen

von AllgemeinmedizinerInnen vom Land

der freiwilligen Weiterbildung soll die Lehr-

in die städtischen Ballungsräume; der länd-

kompetenz für das Fach Allgemeinmedizin

liche Raum droht allgemeinmedizinisch in

Lehrenden weiterentwickelt werden – dies

einigen Regionen zum Notstandsgebiet zu

auch, damit unsere JungkollegInnen ausrei-

werden. Hier muss gegengesteuert werden.

chend fachliche Sicherheit für die Arbeit als Allgemein-, Familien- und Präventivmedizi-

Was sind die für Sie wichtigsten Lehrinhalte

ner erlangen“, erklärt TGAM-Präsident Dr.

und welchen Nutzen haben die Teilnehmer?

Herbert Bachler.

Der Universitätskurs Allgemeinmedizin ori-

Um einen möglichst hohen Lernerfolg zu ga-

entiert sich an den häufigsten Diagnosen

rantieren, wechselt die Methodik stets zwischen aktiven und passiven Phasen. Bachler: „Kurze Inputs vermitteln Expertenwissen, ausgedehnte Lern- und Arbeitsphasen die-

Univ.-Prof. Dr. Peter Loidl, Vizerektor für Lehre und Studienangelegenheiten der Medizinischen Universität Innsbruck

nen der Vertiefung des Fachwissens in Ein-

bzw. Erkrankungen und vermittelt Lehrinhalte, ohne dass dabei die Interessen der „Gesundheitsindustrie“ im Vordergrund stehen. Es geht um evidenzbasierte Medizin und medizinische Grundversorgung.

zel-, Partner- und Kleingruppenarbeit, wor-

Auch künftig will die Medizinische Uni-

aus die eigene Berufspraxis reflektiert wird

versität Innsbruck der Allgemeinmedi-

Wie schätzen Sie die Situation für Allge-

und Handlungsoptionen und eigene Fragen

zin entsprechenden Platz einräumen. Eine

meinmediziner in Tirol generell ein?

abgeleitet werden.“ AbsolventInnen des neu-

Erweiterung der allgemeinmedizinischen

Die Situation der Allgemeinmedizin in Tirol

en Universitätskurses dürfen dann für drei

Ausbildung innerhalb des 48-wöchigen kli-

ist in einigen Regionen problematisch. Um

Jahre die Qualifikation „Akademische Lehr-

nisch-praktischen Jahres ist bereits in Vor-

die allgemeinmedizinische Grundversor-

praxis der Medizinischen Universität Inns-

bereitung.

gung in unserem Land nachhaltig sicher-

bruck“ führen, durch Teilnahme an Refre-

Wir baten Univ.-Prof. Dr. Peter Loidl,

zustellen, muss auf die Bedürfnisse junger

sher-Kursen kann das Diplom für jeweils

MUI-Vizerektor für Lehre und Studienange-

MedizinabsolventInnen eingegangen, neue

drei Jahre verlängert werden.

legenheiten, zum Interview.

Lebens- und Arbeitskonzepte berücksichttigt, Teilzeit- und Partnermodelle gefördert

Im Fokus: Allgemeinmedizin Die Medizinische Universität Innsbruck bietet seit dem Sommersemester 2016 in Zusammenarbeit mit der Tiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin den ersten Universitätskurs „Akademische Lehrpraxis“ an und verankert die Allgemeinmedizin damit noch stärker im Lehrangebot.

und die Rahmenbedingungen – auch finanziell – von „LandärztInnen“ insgesamt verbessert werden. An sich leben wir in einer der schönsten Gegenden der Welt, Urlauber geben viel Geld aus, um in diesem Land ihre Freizeit zu verbringen – warum sollten nicht auch ÄrztInnen unter geeigneten Rahmenbedingungen sich für ein Berufsleben in Tirol entscheiden? // Weitere Infos: www.tgam.at www.i-med.ac.at/studium/fort_weiterbildung/

eco.nova

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OFFIZIELL INTERNATIONAL

N

© FABIAN ISARA

eco.zukunft

ach dreijähriger Kandidatenpha-

ECO.MMENTAR

se ist das Akademische Gymnasium Innsbruck (AGI) offiziell als IB

Warum ändern?

World School autorisiert und kann als erste Schule Westösterreichs einen internationalen Schulabschluss anbieten. Den Schülern

Weil das schon immer so

stehen damit künftig neue Möglichkeiten

war.

offen: Neben der österreichischen Reifeprüfung können sie auch das weltweit anerkannte Diplom des „International Baccalaureate (IB)“ erwerben, das zum Studium an jeder Uni weltweit berechtigt.

U

nter Forschung versteht man im Gegensatz zum zufälligen Entdecken die systematische Suche nach neuen Erkenntnissen sowie deren Dokumentation und Veröffentlichung.“ So sagt es Wikipedia. Dass die Förderung und der Aus-

bau der universitären Forschung sowie die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft weiter gestärkt werden sollen, scheint offensichtlich. Neue Herausforderungen (und von denen haben wir ausreichend) brauchen neue Lösungen, manche Forschungsergebnisse wiederum brauchen den unternehmerischen Blick, um sie in der Wirtschaft in Wert zu setzen. Hier hat auch Österreich trotz seiner erfolgreichen Zentren für akademische Spin-offs noch großes Potential. Aber war es das? Wir sind alle einer Meinung und loben die Wichtigkeit der Forschung

KLEINE FORSCHER

R

für den Wirtschaftsstandort und geloben, noch besser zu werden? Was mich persönlich stört, ist der Umstand, dass diese Allgemeinsätze so fern vom Alltag der Menschen sind. Nur wenige betreffen. Denn: Wer ist „die Forschung“? Wer ist „die Wirtschaft“? Diese Metabegriffe lösen bei mir vor allem ein Gefühl der Distanz und der individuellen Beteiligungslosigkeit aus. Sollen die mal machen.

obortertechnik, imposante Bauwerke,

Es erscheint mir wertvoll, dieses Forschen, diese systematische Suche nach neuen Er-

Mobilität, Energie: Beim Wettbewerb

kenntnissen und das Teilen dieser Einsichten etwas breiter aufzustellen – ist es doch eine

„Jugend forscht in der Technik“ der

grundlegende Eigenschaft für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft. Das Weiter-

Wirtschaftskammer Tirol und des Fördervereins

denken darf nicht erst in universitären Gebäuden beginnen, die heute zwischen elitärer

Technik zeigten junge Nachwuchsforscher auch

Wissenschaft und akademischer Berufsausbildung für die Masse zerrissen werden.

heuer wieder, wie viel Neugier und Begeisterung

Vielmehr müsste „Forschung“ schon ein grundlegendes Fach in den Volksschulen sein,

in jungen Menschen steckt. Insgesamt wurden

um bei den nächsten Generationen eine Geisteshaltung der Neugier zu kultivieren, die

18 Projekte eingereicht. „Das Niveau der Projekte

ihnen im privaten Leben, später im Berufsleben und der Gemeinschaft in der Kultur als

war heuer sehr hoch“, findet EPU-Sprecher Mark

Fundament für stetige Verbesserung – und damit ihren Erfolg – dient.

Schuchter. Vergeben wurden Preise in der Ka-

Neugierig sein, Dinge in Frage stellen, Hintergründe verstehen wollen, neue Wege zu ent-

tegorie Kleingruppe und Schulklasse sowie der

decken versuchen, Ideen und Wissen teilen – um in der Auseinandersetzung mit Kritik

Sonderkategorie Volksschule.

weiter reifen zu können. Das darf keine exklusive Praxis weniger Forscher, sondern soll-

Insgesamt nahmen 200 Schüler zwischen neun

te in unserer Gesellschaft in allen Bereichen unabhängig vom Bildungsniveau tief ver-

und 15 Jahren teil. Infos und Gewinner unter

ankert sein.

wko.at/tirol/jufotech. // Mehr zum Thema

Wie wir das schaffen? Vielleicht beginnen wir beim Umgang mit unseren Kleinsten, in-

Forschung ab Seite 52.

dem wir sie täglich ermutigen, neugierig zu sein – und wir, wenn sie von der Schule nach Hause kommen, nicht fragen, was sie gelernt, sondern welche klugen Fragen sie gestellt

A-COMMERCE-DAY

TIPP

Am 20. Oktober 2016 geht der A-Commerce-Day in Wien in die zweite Runde und vereint Entscheider im E-Commerce und Handel aus dem europäischen Raum. Hier treffen sich Aussteller, Unternehmer, Medien und Kunden zum Austausch. Schon in der ersten Auflage kamen über 500 Besucher. Im Zuge des A-Commerce-Day wird auch der Anton-Award vergeben, ein Preis speziell für die österreichische E-Commerceund Handelsbranche. // www.a-commerce.at www.anton-award.at

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eco.nova

haben. Aber auch bei uns selbst können wir sofort anpacken. Werfen wir das „Weil das schon immer so war“ über Bord und suchen auch im eigenen Umfeld nach neuen Wegen, jenseits der tiefen Spurrinnen des Alltags. Gerade in Zeiten des Umbruchs und der Erneuerung (Guten Morgen, da stecken wir gerade drinnen!) nicht nur hilfreich, sondern notwendig. Vielleicht hilft uns auch ein kleiner Trick, nicht den Mut zu verlieren: Lasst uns ab heute „Weil das schon immer so war“ als Auftragsbestätigung für die Suche nach neuen Wegen, nach Verbesserungen verstehen. Da haben wir dann genug zu tun. Da geht was.

HANNES OFFENBACHER

ist Unternehmer, Neudenker und Bergsteiger. Seit 2013 lebt er in Innsbruck, 2015 hat er hier mit „JOS3PH“ Europas erstes Open Innovation Lab für den produzierenden Mittelstand eröffnet. Er bloggt unter www.offenbacher.cc


promotion

WIFI-Kursbuch 2016/17:

Die Zukunft liegt vor Ihnen! Das neue WIFI-Kursbuch 2016/2017 ist da – satte 480 Seiten mit Bildungsangeboten – auch für Ihren ganz speziellen Bedarf. Das neue Kursbuch ist nicht nur dicker – es setzt auch inhaltlich auf eine neue Qualität. Wenn Sie es lieber traditionell mögen, dann blättern Sie am Papier durch die Seiten. Wenn Sie digital bevorzugen, können Sie die breite Kurspalette auch digital durchstöbern auf: tirol.wifi.at/blaettern.

D

as WIFI Tirol konzentriert sich darauf, Sicherheit und Übersichtlichkeit zu bieten, setzt auf Lernen als soziales Erlebnis mit hohem Praxisnutzen und möchte ein Leucht-

turm in stürmischen Zeiten sein. Für die Teilnehmer/innen zeigt sich diese Ausrichtung am neuen WIFI Campus, der das modernste Bildungsangebot für berufliche Anforderungen in ganz Tirol bietet. Der Campus ist genauso bunt und individuell wie die Ansprüche der TeilnehmerInnen und bietet ein lebendiges Lernumfeld, das alle Aspekte abdeckt: Wissensräume, Kommunikation, Gastronomie, Wohnen und Parken. Am WIFI begegnen sich Lehrende und Lernende auf Augenhöhe. Damit wird der WIFI-Campus zu einem offenen Begegnungsort für Ein-Personen-Unternehmen, Führungskräfte, Experten und Fachkräfte-Nachwuchs. Die Produktmanager des WIFI haben für das Kursbuch 2016/17 mit viel Engagement und Liebe ihre Bildungsbereiche weiterentwickelt und um neue Angebote erweitert. Sie können sich nicht vorstellen, dass Bildung nie aufhört und es immer wieder neue Wissensgebiete zu entdecken gibt? Dann blättern wir doch einmal gemeinsam im Kursbuch und schlagen es auf, zum Beispiel auf ... Zwischen diesen Seiten gibt es noch Hunderte weitere, die darauf

... Seite 36: Das Unternehmertraining professional. Bei diesem Kurs ist alles neu. Und daher ist er das professionelle Trainingscamp für das Abenteuer Wirtschaft — und nebenbei für die Unternehmerprüfung. Wer‘s wissen will, kann ab 19. September 2016 einsteigen. ... Seite 41: Das WIFI-EXCELLENCE-Programm mit seinen vielen Spezialbereichen. Zum Beispiel: Die 8 Kräfte der Business Excellence – für alle, die wissen wollen, was der Möbius-Effekt ist. Und vor allem: was er kann. Ab 12. Oktober 2016. ... Seite 64: Wie wär‘s mit Topangeboten aus dem Persönlichkeitsbereich? Die Stimmakademie zum Beispiel, um sich entsprechend Gehör zu verschaffen. Oder die Ausbildung zum Diplom-Mentaltrainer. Oder der Lehrgang für Assistenzkräfte in Kinderbetreuungseinrichtungen. Machen Sie endlich das, was Sie schon immer wollten.

... Seite 148: Einer der WIFI-Bestseller, aus gutem Grund: Der Marketing-Lehrgang: Für alle, die kompakt und fundiert die Möglichkeiten nutzen wollen, die im Marketing stecken. Der nächste Kurs beginnt am 14. Oktober 2016. ... Seite 215: Ein akademischer Abschluss in Management in Information und Business Technologies, ein waschechter M.Sc. Für alle, die neuen Schwung in ihre IT-Karriere bringen wollen. Vier Semester, berufsbegleitend. Startet wieder ab 28. Oktober 2016. ... Seite 227: Aufgrund der großen Nachfrage wieder im Angebot des WIFI: Die Ausbildungsreihe Six Sigma. Für Führungskräfte, die mit dieser professionellen Qualitätsmanagement-Methode den Fehlern den Kampf ansagen wollen. ... Seite 252: Techniker aufgepasst: In Zukunft müssen bei öffentlichen Ausschreibungen die Projektunterlagen digital eingereicht werden – der BIM-Koordinator ist die Drehscheibe für diesen Prozess. Und alle Stahlbaubetriebe, die Betriebs- oder Produktzertifizierungen nach EN 1090 brauchen – das WIFI kann‘s! ... Seite 307: Die Meisterklasse Fotografie – als direkte Vorbereitung für das begehrte Zertifikat „Qualified Austrian Photographer (QAP)“. Als Trainer/innen stehen Profis wie Manfred Baumann oder Patricia Karg zur Verfügung. Lernen Sie von den Besten. Wieder ab 15. September 2016. ... Seite 322: Traditionell stark ist das WIFI Tirol bei touristischen Managementlehrgängen. Nächstes Jahr neu im Programm: Der Diplomlehrgang Front Office & Sales Management. Und mit komplett neuem Inhalt: Online-Marketing für Touristiker ab 28. September 2016. ... Seite 365: Das WIFI Vital bietet alles rund um Gesundheit und Wellness. Neu im Angebot sind die Ausbildung zum Tätowierer und folgende Spezialqualifikationen: Hydro- und Balneotherapie, Elektrotherapie und Basismobilisation. Neu ist auch die Aufschulung zum Heilmasseur, damit ist der Ausbildungsweg zum Masseur komplett. ... Seite 394: Lehre und Matura war schon bisher ein Erfolgsmodell. Seit heuer ist dieser Karriereturbo noch kompakter, noch flexibler und noch individueller und damit noch attraktiver. ... Seite 408: Am Beginn vieler Studiengänge und Berufsausbildungen steht eine Aufnahmeprüfung. Das WIFI Tirol bietet erstmals professionelle Vorbereitungskurse für MedAT, MCI, FHG, FH Kufstein und Polizei – der beste Weg, um ganz vorne mit dabei zu sein.

warten, von Ihnen entdeckt zu werden. Nehmen Sie uns wörtlich: Mit dem neuen Kursbuch liegt die Zukunft vor Ihnen. Schlagen Sie ein neues Kapitel Ihrer beruflichen Karriere auf! Blättern Sie online durch das Kursbuch unter tirol.wifi.at/blaettern oder bestellen Sie es unter 05 90 90 5-7000.

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Von der Forschung zur Entwicklung Ein Standort wie Österreich wird nur über Innovationen überleben können, sagt Professor Wilfried Sihn, Geschäftsführer von Fraunhofer Austria. Und Innovationen brauchen Forschung.

gitalen Transformation zu schärfen.“ Hinter dieser digitalen Transformation steckt das Schlagwort Industrie 4.0, ein Begriff, der für die Weite des Feldes aber irgendwie nicht mehr ausreicht. Es geht ums Internet in all seinen Facetten, das Internet der Dinge, 3-D-Druck, Cloud- Computing, nehmensgründungen und -ansiedelungen

Big Data ... Das Thema Digitalisierung hält

attraktiv, weil neben den Forschungsergeb-

dabei auch Prof. Wilfried Sihn für eines der

nissen auch sehr viele bestens ausgebildete

ganz zentralen in Österreich und Europa:

potentielle Mitarbeiter – unsere Absolventen

„Wir müssen uns die Frage stellen, wie wir

– zur Verfügung stehen. Sowohl bei Infor-

die Technologien, die sich daraus ergeben,

matik als auch Mechatronik hat sich gezeigt,

nutzen können, um damit Arbeitsplätze zu

dass eine Universität im Land eine gute Part-

sichern und neue zu generieren. Wie lassen

ahlreiche Studien belegen, dass

nerin ist, um einen Bedarf an entsprechend

sich die riesigen Datenmengen einsetzen, um

die Ursache für Wohlstand

nachgefragten Studienangeboten und neuen

Nutzen zu stiften? Ich bin der festen Über-

eines Landes in dessen Inno-

Technologien zu befriedigen“, sagt Uni-Rek-

zeugung: Daten sind das Öl der Zukunft.“

vationskraft liegt. Vor allem

tor Univ.-Prof. Dr. Tilmann Märk. Und so ist

Fraunhofer will dabei helfen, den Standort

in jenen Ländern, die über keine Rohstof-

Tirol weit mehr als nur Tourismus. Tirol ist

nachhaltig zu sichern und Tirol auch in-

fe verfügen, und Österreich ist in diesem

auch Industrie.

ternational mehr ins Sichtfeld zu rücken.

Punkt bekanntlich eher wenig gesegnet. Un-

Um diese zu unterstützen, hat sich kürzlich

„Aus der Erfahrung gibt es aktuell noch

ser größtes Asset ist unser Wissen. Natürlich

die Forschungsorganisation Fraunhofer Aus-

wenige, die wirkliche Vorreiter sind“, sagt

trägt der Tourismus massiv dazu bei, dass es

tria in der Werkstätte Wattens angesiedelt.

Stockinger. Natürlich gäbe es jene, die sehr

Tirol geht, wie es ihm geht. Trotzdem dürfen

Warum nach Standorten in Wien (Produk-

nah am Puls der Zeit agieren, stets am neu-

wir nicht vergessen, auch aus der geistigen

tions- und Logistikmanagement) und Graz

esten Stand der Technik, aber eben auch

Ecke entsprechenden Input zu liefern, um

(Visual Computing) ausgerechnet in Tirol, er-

die, die mit dem Thema Industrie 4.0 kom-

den Wirtschaftsstandort nachhaltig nach

klärt DI Michael Stockinger, Fraunhofer-An-

plett überfordert seien. Stockinger: „Was

vorne zu entwickeln. Ohne Forschung – wo

sprechpartner in Wattens: „Wir sind schon

ich schon erkennen kann, ist, dass es viele

wären wir?

seit Längerem hier aktiv. Die Wirtschafts-

kleine Unternehmen gibt, die äußerst inno-

„Renommierte Forschung und entsprechen-

landschaft ist sehr ausgeprägt und wir pfle-

vativ sind.“ Fraunhofer steht generell für

de Forschungsstätten, also Universitäten,

gen über die Jahre intensive Beziehungen

angewandte Forschung, transferiert theore-

sind heute für jeden Standort, der die ak-

mit Tirol. So macht es für uns Sinn, hier ei-

tisches Know-how in die Praxis und macht

tuellen Herausforderungen meistern und

nen eigenen Standort aufzubauen. Wir

Grundlagenforschung anwendbar. „Fraun-

sich weiterentwickeln will, unerlässlich.

streben an, gemeinsam mit der Industrie-

hofer erzeugt Innovation“, nennt es Sihn.

Das macht den Standort auch für Unter-

landschaft die Forschung im Bereich der di-

„Wenn eine Idee in der Schublade liegen

Z

52

eco.nova


DI Michael Stockinger, Geschäftsbereich Produktions- und Logistikmanagement bei der Fraunhofer Austria Research GmbH und Ansprechpartner in Wattens

bleibt, ist es keine Innovation. Dann ist es

Forschung ist nicht nur das klassische Mik-

zu einem Zeitpunkt nicht unmittelbar ver-

Intention.“ Deshalb unterstützt Fraunhofer

roskop. Es geht um die Weiterentwicklung

wendet wird, heißt es nicht, dass sie nicht

Austria genau dabei – Lösungen für Prob-

von Technologien bis hin zur Konfliktfor-

anwendbar ist.

leme zu entwickeln. Stockinger: „Wir helfen

schung und ganz viel dazwischen. An der

Doch bei allem, was Menschen nicht phy-

auf der einen Seite Industrieunternehmen

Universität Innsbruck beschäftigen sich

sisch fassen können, wird eine Erklärung

bei der Lösung konkreter Fragestellungen,

die Wissenschaftler zu rund 70 Prozent mit

schwierig. Deshalb findet Forschung nicht

die sich aus ihren internen Prozessen be-

Grundlagenforschung, natürlich stark ab-

immer die Anerkennung, die sie verdient –

reits ergeben haben, andererseits erarbei-

hängig vom jeweiligen Fachbereich. Der

auch nicht in der Anwendung. „Die Wahr-

ten wir gemeinsam mit ihnen neue Projek-

Vorteil der Uni ist, dass man sich durch die

nehmung ist unterschiedlich“, findet Sihn.

tideen.“

Grundlagenforschung einen enormen Wis-

„Doch gerade für die Thematik der Industrie

sensschatz aufbaut, der – wenn seine Zeit

4.0, die uns aktuell umtreibt, ist das breite

gekommen ist – relativ rasch zu konkreten

Interesse doch eher gering. Es wäre wün-

Lösungen führen kann. Nur weil Forschung

schenswert, wenn in der Bevölkerung an-

Grundlage & Anwendung Forschung ist etwas, das in der breiten Bevölkerung vielfach erst seinen Platz finden

kommt, das eine erfolgreiche Zukunft nur

muss. Vor allem mit Grundlagenforschung

über Forschung funktioniert.“

können viele nicht wirklich etwas anfangen. Zu abstrakt, zu weit weg. Aber: Keine Anwendung ohne Grundlage! Märk: „Es braucht das grundlegende Verständnis eines Sachverhaltes, um dann auch entsprechende Anwendungen, Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln. Grundlagenforschung und angewandte Forschung sind kein Gegensatzpaar. Sie folgen der gleichen Logik des Stellens der richtigen (Forschungs-)Frage und deren Beantwortung und so bedingen sie einander. Letztlich geht es immer um das Betreten von Neuland, nur die Ausgangslage ist eine andere. Im einen Fall handelt es sich um eine konkrete Fragestellung zur Lösung eines angewandten Problems, im anderen Fall geht es um die Fortführung des allgemeinen Erkenntnisgewinns über Mensch und Natur, wobei Letzteres zu besonders wertvollen Anwendungen führen kann.“

FORSCHUNG & ENTWICKLUNG IN TIROL

• Wirtschaftsförderung im Jahr 2015: 7,02 Mio. Euro • Geförderte Projekte 2015: 160 • Fonds zur Förderung von Wissenschaft und Forschung: 7,8 Mio. Euro (inkl. Bundesanteil) • Euregio-Wissenschaftsfonds: 1,5 Mio. Euro • Ausgaben des Landes für Wissenschaft und Forschung 2015: 37,4 Mio. Euro • Anteil des produzierenden Sektors an der gesamten regionalen Bruttowertschöpfung: 7,14 Milliarden Euro (28,64 Prozent) • Sechs Tiroler Cluster mit 500 Mitgliedern und 55.000 Arbeitsplätzen. Themen: Erneuerbare Energien, Informationstechnologien, Life Sciences, Mechatronik, Wellness und Holz • Forschungsquote: 3,12 %

Forschen für die Gesundheit Wo das Interesse ungleich höher ist, ist der Bereich der Medizin, weil sie Themen bespielt, die jeden im Laufe seines Lebens betreffen können. Persönliche Nähe weckt die Neugierde. Seit Jahren ist die Medizinische Universität Innsbruck ganz weit vorne mit dabei, wenn es um relevante Forschungsergebnisse geht. Viele Innsbrucker Wissenschaftler genießen internationales Ansehen, weil ihre Entdeckungen teils bahnbrechende Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der Medizin bedeuten. Nicht nur punktuell, sondern breitenwirksam. Einem Team um die Innsbrucker Gastroenterologen Herbert Tilg, Alexander Moschen und Romana Gerner von der Universitätsklinik für Innere Medizin I ist es kürzlich etwa gelungen, ein Darmbakterium

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eco.zukunft

dukt, das effiziente Hilfe für Millionen Menschen sein kann. Das Land Tirol stand mit der Technologieförderung für die ausführende Firma Mel-El bereits von der ersten Stunde an Pate. Ende letzten Jahres genehmigte das Kuratorium der Standortagentur außerdem zwei neue K-Regio-Projekte. Das Innsbrucker Unternehmen Oroboros Instruments vertreibt weltweit erfolgreich für Forschungslabore zugelassene Spezialgeräte zur Messung der Zellatmung. Gemeinsam mit WGT-Elektronik, dem Höhenleistungszentrum Kühtai, der Sporttherapie Mag. Huber sowie der Universität Innsbruck und der Medizinischen Universität Innsbruck entwickelt das Unternehmen im K-Regio-Projekt „MitoFit“ dieses Gerät weiter zu einem Medizinprodukt für den routinemäßigen Einsatz. superTEX composites, Intales, die Universität Innsbruck und Thöni Industriebetriebe optimieren indes unter dem Projektnamen „Innovative als Auslöser für Dickdarmkrebs zu entlarven

nur aus dem medizinischen Bereich (siehe

TubeDesign“ Faserverbundstoffe, die in neu-

und damit neue Erkenntnisse für die Entste-

Porträt e-sec).

en Produkten vor allem für die Automobilin-

hung chronisch-entzündlicher Darm-

dustrie eingesetzt werden können. superTEX

erkrankungen zu liefern. Aktuell fanden

Forschung fördern

Forscher der Medizinuni auch die mögliche

Während das CAST universitäre Spin-offs

wiederum vom CAST unterstützt und teils

Antwort auf die Frage nach den Ursachen

fördert, unterstützt das Land Tirol über die

finanziert, was zeigt, wie fein und effizient

für geschlechtsspezifische Unterschiede bei

Standortagentur Tirol bis zu dreijährige Ko-

das Innovations-Netzwerk in Tirol ineinan-

Nierenerkrankungen. Warum Frauen weni-

operationen zwischen Wirtschaft und Wis-

dergreift.

ger anfällig für Nierenerkrankungen sind,

senschaft, die zu Produkt- oder Verfahrens-

könnte an den Hormonen des Monatszyklus

innovationen führen und aus denen sich ei-

liegen, die helfen, dass sich Nieren schnel-

ne ökonomische Wertschöpfung für Tirol

ler regenerieren können. Die Amerikanische

erwarten lässt. Seit dem Start der so genann-

Gesellschaft für Nephrologie, die sich die

ten K-Regio-Förderung im Jahr 2008 wurden

Bekämpfung von Nierenerkrankungen zum

bis 2015 in 13 Projekten Fördermittel in der

Ziel gesetzt hat, veröffentlichte dazu die Er-

Höhe von 8,7 Millionen Euro an die beteilig-

gebnisse von ao. Univ.-Prof. Dr. Judith Lech-

ten 68 Unternehmen und die 25 Forschungs-

ner, Sektion für Physiologie, und ihren Kolle-

partner ausbezahlt. In der EFRE-Förderperi-

gen in ihrer Fachzeitschrift.

ode 2007 bis 2013 beteiligte sich auch die EU

Medienwirksam ist auch der Kampf gegen

an sechs dieser Projekte mit über 1,6 Millio-

Diabetes, den Florian Föger und Martin Wer-

nen Euro.

le von Cyprumed aufgenommen haben. Die

Ein K-Regio-Projekt, das zeigt, wie sehr das

beiden möchten in spätestens zehn Jahren

Ergebnis von Forschung unser Leben posi-

eine Tablette statt der Insulinspritze auf den

tiv beeinflussen kann, ist jenes von „Vamel“

Markt gebracht haben. Das Tiroler Start-up

(Vestibular Anatomy Modeling and Electrode

hat nach dem Sieg beim Businessplanwett-

Design). Das international renommierte La-

bewerb adventure X im Jahr 2014 auch den

bor für Innenohr-Forschung der Innsbru-

„Best of Biotech“ 2015 abgeräumt. Unterstützt

cker HNO-Klinik arbeitet mit weiteren Ins-

wurden die Obsteiger dabei vom Tiroler

titutionen an der Behebung von Störungen

Gründerzentrum CAST, das unter anderem

des Gleichgewichtssinns. Mittlerweile ist es

auch ThioMatrix unter die Arme gegriffen

gelungen, das Gleichgewichtsorgan des Men-

hat. Auch bei den Innsbruckern geht es ums

schen im Mikrometerbereich zu vermessen.

Thema Medikamente. Durch eine innovative

„Wie konnten Stellen identifizieren, an denen

Darreichungsform für Medikamentenwirk-

die Informationen vom Gleichgewichtsorg-

stoffe sollen Einnahmefrequenz und -menge

an an den -nerv übertragen werden“, erklärt

als auch Nebenwirkungen reduziert werden.

Prof. Hebert Riechelmann, Leiter der HNO

Seit Jahren unterstützt das CAST als Center

Innsbruck. Im Projekte Vamel erfolgt jetzt

for Academic Spin-offs Tyrol Uni-Ableger auf

die Weiterentwicklung von der Grundlagen-

dem Weg in die Wirtschaft(lichkeit) – nicht

forschung hin zu einem marktreifen Pro-

54

eco.nova

und Intales wurden in deren Anfangsphase

WEITERE INFORMATIONEN FRAUNHOFER AUSTRIA

DI Michael Stockinger Tel.: 0676/888 616 32 michael.stockinger@fraunhofer.at www.fraunhofer.at

UNIVERSITÄT INNSBRUCK

Forschungsschwerpunkte: • Alpiner Raum - Mensch - Umwelt • Kulturelle Begegnungen – kulturelle Kontakte • Molekulare Biowissenschaften • Physik • Scientific Computing www.uibk.ac.at

CAST GRÜNDUNGSZENTRUM GMBH

Wilhelm-Greil-Straße 15, Innsbruck www.cast-tyrol.com Unterstützung für Start-ups

STANDORTAGENTUR TIROL

Ing.-Etzel-Straße 7, Innsbruck www.standort-tirol.at Infos zu K-Regio (nebst weiteren Förder- und Vernetzungsmöglichkeiten) unter dem Punkt „für ForscherInnen / Förderungen / Landesprogramme“


eco.zukunft

Wissensproduktion Die Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für den Wirtschaftsstandort Tirol ist enorm. Die (Aus)bildungsstätten im Land haben wesentlichen Anteil daran.

M

it insgesamt 33.000 Stu-

man in die größte Rohstoffquelle in diesem

dierenden, 6.300 Mitar-

Land, das Hirnschmalz seiner Einwohner,

beitern, mehr als 3.000

investiert. Das ist Bildung ganz allgemein und die Forschung und Entwicklung im Be-

Lehrbeauftragten und

einem jährlichen Budgetvolumen von 400

sonderen. Es ist kein Geheimnis, dass die

Millionen Euro bilden die acht Hochschulen

österreichischen Universitäten seit Jahren

des Landes die fundamentale Basis für Tirol

unter einer Unterfinanzierung leiden. Auch

als Forschungsstandort. Der Zusammen-

wenn uns das Land Tirol seit einiger Zeit

schluss zum Campus Tirol hat den Bereich

sehr stark unterstützt und wir sehr erfolg-

der Ausbildung noch einmal auf eine neue

reich bei der Einwerbung von Drittmitteln

Stufe gehoben.

sind, kann dieses Minus nicht völlig kompen-

Wir baten Univ.-Prof. Dr. Tilmann Märk, Rek-

siert werden. Dass nun ganz plötzlich 2,5 Mil-

tor der Leopold-Franzens-Universität Inns-

liarden Euro zusätzlich für die kommenden

bruck, zum Interview.

vier Jahre in die Landesverteidigung und die Polizei fließen werden und für Bildung und

ECO.NOVA: Die Universität Innsbruck

Forschung nicht genug da sein soll, obwohl

versteht sich als Forschungsuniversität.

wir seit vielen Jahren dafür kämpfen, unter-

Wo liegen die Schwerpunkte und wo sehen

streicht meine Meinung.

Sie die größten Zukunftspotenziale? Wir schwierig ist es, die Finanzierung für Forschungsprojekte aufzustellen, und gab

Umwelt“, „Kulturelle Begegnungen – kultu-

es Projekte, die sie persönlich als wichtig

relle Kontakte“, „Molekulare Biowissenschaf-

empfunden hätten, für die aber die Res-

ten, „Physik“ und „Scientific Computing“.

sourcen fehlten?

Sie alle beschäftigen sich mit Fragestellungen, die sehr relevant und aktuell sind. Ob es dabei um den Klimawandel in alpinen Regionen und dessen Auswirkungen auf den

© GERHARD BERGER

TILMANN MÄRK: Unsere fünf Forschungsschwerpunkte sind „Alpiner Raum – Mensch –

Menschen und die Natur geht oder die Frage,

Die universitäre Forschung wird heute nahezu ausschließlich mit Geldern betrieben, die von außen eingeworben werden. Der Wettbewerb um diese Forschungsmittel – ob national vom Wissenschaftsfonds (FWF)

wie unterschiedliche Kulturen in einer glo-

Forschung wird es immer geben, weil die

oder europaweit von der EU – ist extrem. Im

balisierten Welt möglichst friedlich mitein-

Neugierde ein wesentlicher Bestandteil der

Schnitt können nur ungefähr 10 bis 20 Pro-

ander leben können – Stichwort: Migration.

menschlichen Natur ist. An einer Universität

zent der eingereichten Projekte auch finan-

Ob man nach Erklärungen im Bereich der

wird Forschung immer zwei Aspekte haben:

ziert werden. Viele andere, oftmals bestens

Lebenswissenschaften sucht, die Möglich-

Die Breite, um das entsprechende Fach auch

bewertete Projekte bleiben aufgrund der feh-

keit eines funktionierenden Quantencompu-

im Rahmen der forschungsgeleiteten Lehre

lenden Mittel auf der Strecke. Auch bei uns

ter erforscht oder komplexe Fragestellungen

an die Studierenden zu vermitteln, aber auch

gibt es solche Projekte, die keine Finanzie-

mittels Großrechner und entsprechender

die Tiefe, um Neuland zu beschreiten und

rung bekommen. Hier versuchen wir so weit

Rechenmodelle zu beantworten versucht, all

neues Wissen zu produzieren. Die Speziali-

wie möglich auch entsprechende Partner in

das hat entsprechende Zukunftspotentiale

sierung ist Teil unserer Welt und macht na-

der Wirtschaft oder andere Sponsoren zu

und betrifft die großen Herausforderungen

türlich auch nicht vor der Forschung halt.

finden. Das Land Tirol spielt etwa mit dem

der Menschheit. Daher haben wir sie auch zu

Tiroler Fonds zur Grundlagenforschung eiHaben Sie das Gefühl, dass Forschung

ne wichtige Rolle, durch den ausgezeichnete,

(auch in finanzieller Hinsicht) das Ansehen

aber aus finanziellen Gründen in Wien abge-

Wo sehen Sie hierzulande generell die Zu-

genießt, das sie verdient?

lehnte FWF-Projekte dann doch durch Lan-

kunft der Forschung? Wird sich Forschung

Nein, ich glaube nicht, dass die Mehrheit in

desmittel realisiert werden können. Aber na-

(noch mehr) spezialisieren oder geht es the-

Österreich bereits erkannt hat, dass eine er-

türlich gibt es am Ende des Tages auch viele

matisch doch eher um Breite und Diversi-

folgreiche gesellschaftliche und wirtschaftli-

gute Projekte, die eben nicht oder noch nicht

fikation?

che Entwicklung nur dann möglich ist, wenn

realisiert werden. 

Schwerpunkten unserer Forschung gemacht.

eco.nova

55


eco.zukunft

Lienz und Landeck –, ist ein gewaltiger Standortvorteil für die gesamte Region. Welche Rolle spielen dabei Initiativen wie der „Campus Tirol“? Die Idee des „Campus Tirol“ verfolgt eine enge Vernetzung und Zusammenarbeit der in Tirol ansässigen Hochschulen. Es geht um die Vertretung gemeinsamer Interessen, Verfolgung gemeinsamer Ziele, Realisierung von Synergien und eine Verbesserung der akademischen Durchlässigkeit zwischen den Hochschulen. Die einzelnen Hochschulen bleiben rechtlich und organisatorisch eigenständig, um weiterhin die differenzierten rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die jeweiligen Stärken nutzen zu können. Ziel ist eine Bündelung der vielfältigen Kompetenzen anstatt der Nivellierung zu einem Einheitsbrei. Nicht zuletzt geht es auch um eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit standortrelevanten Einrichtungen wie der

Forschen für Lösungen

Standortagentur oder der Tirol Werbung. Wie sieht die kürzlich intensivierte Zusammenarbeit mit Infineon Austria konkret aus? Die Zusammenarbeit im Bereich Forschung, Entwicklung, Lehre und Praktika ist über mehrere Jahre entstanden. Als Ergebnis und wichtigen weiteren Schritt richten Infineon und MCI ein gemeinsames Forschungslabor

Anwendungsnahe Forschung und Entwicklung und praxisorientierte Lehre gehören seit jeher zu den strategischen Zielsetzungen des Management Center Innsbruck (MCI). Die Faculty ist in zahlreichen Forschungsprojekten aktiv, in denen auch Unternehmen und Studierende integrativ eingebunden sind.

D

am Standort des MCI ein. Ziel dieses „Emerging Application Labs“ ist es, bestehende Technologien für Anwendungen in globalen Märkten zu identifizieren und aufzubereiten. Infineon Austria stellt dafür in den nächsten zwei Jahren 500.000 Euro zur Verfügung. Die Zusammenarbeit trägt bereits Früchte: Beispielsweise wurde in kürzester

as MCI ist schon immer sehr

sprachen mit Altmann darüber ... und über

Zeit eine Infineon-Systemlösung für Multi-

eng mit der Forschung ver-

den Forschungsstandort Tirol.

copter von der Konzeptstudie zur Marktreife gebracht.

bunden. Die Forschungsarbeiten führen nicht nur zu

ECO.NOVA: Welchen Stellenwert hat die

wissenschaftlichen Publikationen, sondern

Forschung im Allgemeinen für einen Stand-

Welche Voraussetzungen müssen geschaf-

zu konkreten Lösungen für die Wirtschaft.

ort wie Tirol?

fen werden, um Forschung generell aus

Sie generieren Know-how, kreieren Pro-

ANDREAS ALTMANN: Eine Region mit

dem universitären Umfeld in die Wirt-

dukte, verbessern Verfahren und dienen als

hohen Lohnkosten, ausgeprägten Umwelt-

schaft zu bringen?

Grundlage für international tätige Unter-

standards und umfassenden Sozialleistun-

Es beginnt mit der Philosophie, wofür man

nehmen und eigene Start-ups. „Der aktu-

gen kann im internationalen Wettbewerb

da ist. Genügen sich Forschung und Lehre

elle Stand unserer Drittmittelprojekte be-

nur durch hochwertige Produkte, quali-

selbst oder geht es darum, Nutzen für die

trägt mittlerweile sechs Millionen Euro und

tätsvolle Dienstleistungen und innovati-

Wirtschaft und Gesellschaft zu stiften? Der

wächst jährlich um 20 bis 30 Prozent“, betont

ve Verfahren bestehen. Neben einem funk-

Strategie folgen die Organisation und die

Rektor Andreas Altmann. Unter anderem

tionierenden Rechtssystem, einer klugen

daran anknüpfenden Maßnahmen. Wichtig

wurde die Zusammenarbeit von Infineon

Gesetzgebung und effizienten Verwaltung

ist, dass sich Hochschulen vom Irrglauben

Austria und dem MCI, die bereits seit zwei

schaffen Bildung, Forschung und Entwick-

verabschieden, Wissen und Know-how wä-

Jahren erfolgreich in den Bereichen For-

lung die Grundlage für eine leistungsfähige

re exklusiv bei ihnen zu finden. Es geht um

schung & Entwicklung, Lehre, Studierenden-

Wirtschaft. Dass Innsbruck seit 1669 Univer-

die Etablierung von Partnerschaften, in die

projekte sowie Praktika besteht, nun in Form

sitätsstandort ist – dazu kommen weitere

beide Seiten ihre Stärken und Kompetenzen

eines Kooperationsvertrages gefestigt. Wir

Hochschulstandorte wie Kufstein, Stams,

einbringen.

56

eco.nova

med


Neuralgische Punkte Die medalp group konzentriert sich auf das Wesentliche – auf ihre Kernkompetenzen.

Schulter: Arthroskopische & offene Operationen bei Sehnenverletzungen und Instabilitäten sowie chronischen Schulterschmerzen

Arthroskopische Operationen am Ellbogen

Konservative und operative Bruchversorgungen an der

Operative und konservative Behandlung

gesamten oberen und unteren

von Sehnen- und Bänderverletzungen

Extremität vom Kniegelenk bis zum Fuß

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Arthroskopische Operationen am Sprunggelenk, Korrekturoperationen am Fuß (z.B. Hallux valgus)

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23.05.16 14:06


IM PORTRÄT

eco.zukunft

VASCage

Forschungskompetenz Wenn Grundlagen- und angewandte Forschung gemeinsam in einem Projekt verschmelzen, kann Großartiges entstehen. Wie im Fall des Kompetenzzentrums VASCage, unter dessen Dach sich die Medizinische Universität sowie die Universität Innsbruck, nationale und internationale Unternehmen und das Kings College London mit dem Thema Gefäßalterung beschäftigen.

E

s ist eine Tatsache, dass Menschen immer älter werden“, sagt VASCage-Projektleiter Prof. Dr. Stefan Kiechl. Leider ist die ge-

wonnene Lebensspanne aber oft mit Krankheit verbunden. Es sei also eine Notwendigkeit, gesundes Altern zu fördern. Der Zugang von Kiechl und seinem Team erfolgt dabei über die Gefäße. Im Zuge von Populationsstudien zeigt sich eines nämlich immer wieder: Menschen, die im Alter noch körperlich fit sind, haben meist gesunde Gefäße. Der Faktoren für den Erhalt der Gefäßstruktur zu finden. Unter VASCage werden unterschiedliche Forschungsprojekte zusammengefasst, um das

© BIRGIT KOELL

Ansatz des COMET K-Projektes ist folglich,

Problem ganzheitlich anzugehen. Dafür stehen im Laufe von vier Jahren 4,3 Millionen

ren Veränderung Risiko- und Schutzfakto-

Wirtschaft von Anfang an mit eingebunden

Euro zur Verfügung, die sich aus Fördergel-

ren ableiten zu können. Quasi als Gegenpol

und aktiv beteiligt ist, natürlich enorm.

dern der Forschungsförderungsgesellschaft

arbeiten wir auch mit (sehr) alten Menschen.

FFG (BMVIT und BMWFE, Kompetenzzen-

Dazu ziehen wir unter anderem die Ergeb-

Das Projekt ist vorerst auf vier Jahre ange-

tren-Programm COMET), der Länder Tirol

nisse aus der Bruneck-Studie heran, die seit

legt. Gibt es schon Pläne für danach?

(Standortagentur) und Wien (Wirtschafts-

mittlerweile 26 Jahren läuft und zum Bei-

Wir arbeiten aktuell an einer Erweiterung,

agentur) sowie Beiträgen beteiligter Firmen

spiel Paramater aus Krankheitsverläufen lie-

weil es sehr schade wäre, das Projekt nach

und Universitäten zusammensetzen. Und:

fert. Und natürlich geht es uns auch darum,

den vier Jahren kollabieren zu lassen. Des-

Mit dem Projekt soll die Bruneck-Studie, die

aus der Summe unserer Erkenntnisse kon-

halb müssen wir uns frühzeitig darum küm-

Langzeitbeobachtungen von Einwohnern

krete Produkte und Dienstleistungen zum

mern, Folgeprojekte zu lukrieren. Eine Ein-

der Stadt Bruneck beinhaltet, vorangetrie-

Nutzen der Wirtschaft zu entwickeln.

reichung ist bereits erfolgt. Nach den ersten rund eineinhalb Jahren läuft VASCage sehr

ben werden, was wiederum die ZusammenSie arbeiten selbst an der Innsbrucker

gut, weil es eines der wenigen ist – inter-

Klinik. Inwieweit funktioniert die

national gesehen –, das sich mit dieser Art

ECO.NOVA: VASCage beschäftigt sich mit

Vernetzung mit der Wirtschaft?

der Forschung beschäftigt, das Thema aber

Forschung zu gesundem Altern. Wo setzt

Der Klinik-Background hilft uns, gezielter zu

von hoher gesellschaftlicher Relevanz ist.

das Projekt an?

forschen, weil wir aus unserer täglichen Pra-

Wir leisten aktuell viel Aufbauarbeit, sind

STEFAN KIECHL: Wir fangen schon bei

xis wissen, welche Anwendungen tatsächlich

aber mit all unseren Vorhaben im Zeitplan.

den ganz Jungen an – Stichwort „early vascu-

benötigt werden. Die Wirtschaft wiederum

Es wurden auch schon erste Schutzrech-

late aging“ –, denn wir wissen aus früheren

brauchen wir, um aus diesen theoretischen

te patentiert, teils sind wir sogar schon mit

Studien, dass bereits bei Kindern und Ju-

Erkenntnissen entsprechende Produkte zu

Firmen im Gespräch, um diese wieder zu

gendlichen erste Veränderungen in der Ge-

erarbeiten. Deshalb sind uns Unternehmen

verkaufen. Was dafür spricht, dass wir sehr

fäßwand nachzuweisen sind. Wir haben eine

wichtige Partner. Das war nicht immer so. Bis

praxisnah unterwegs sind. Auch von wissen-

groß angelegte Studie mit 1.500 Schülern ini-

vor einigen Jahren haben wir Wissenschaftler

schaftlicher Seite läuft es gut, viele Publika-

tiiert, im Zuge derer wir diese untersuchen,

unsere Forschung betrieben, sind dann aber

tionen, aus denen sich neue Erkenntnisse

um zum einen aktive Gesundheitsförderung,

ein wenig traurig gewesen, dass viele unserer

ableiten lassen, befinden sich im Review-Pro-

also Prävention, zu betreiben, zum anderen

Ergebnisse nie Anwendung gefunden haben.

zess und werden wohl bald ihren Weg in die

messen wir die Gefäßsteifigkeit, um aus de-

Hier helfen Projekte wie VASCage, bei dem die

Öffentlichkeit finden.

arbeit zwischen Tirol und Südtirol fördert.

58

eco.nova


Der neue Tiguan. Aufregend innovativ.

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eco.zukunft

Von der Uni in die Wirtschaft Mit Anfang des Jahres nahm die Transferstelle Wissenschaft – Wirtschaft – Gesellschaft offiziell ihre Arbeit auf. Sie ist unter anderem eine Weiterentwicklung der ehemaligen Transidee, die darin aufgegangen ist. Das Ziel blieb en gros dasselbe: Die Universität in Richtung Unternehmen zu öffnen.

finden – ein wichtiger Bereich, in dem die Uni ein guter Partner sein kann. Wir haben neue Modelle entwickelt, um passende Kandidaten mit Unternehmen zusammenzubringen. Wir halten hausintern Karrieremessen ab, im Herbst starten wir mit unseren Karrieregipfeln, bei denen wir passenden Firmen am jeweiligen Campus (Technik, Sowi, CCB ...) die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren. Sie erreichen damit sehr genau ihre Zielgruppe und Studenten haben einen niederschwelligen Zugang zu den Unternehmen. Wir möchten Modelle zur Verfügung stellen, bei denen sich möglichst viele Leute möglichst unkompliziert begegnen können. Außerdem haben wir ein neues Career-Service-Portal, in dem Unternehmer ihre Stellenanzeigen online stellen und sich unseren Studierenden als Arbeitgeber präsentieren können. Wir arbeiten stark mit unseren Alumni zusammen, die eine gute Schnittstelle für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sind. Das alles spielt genauso in den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und die Öffnung der Universität nach außen. Die Transferstelle trägt mittlerweile auch die „Gesellschaft“ im Namen. Warum? Wir möchten damit zeigen, dass die Universi-

D

tät der ideale Partner auch für gesellschaftliche Fragestellungen ist. Es geht uns um die Beziehung Wissenschaft – Wirtschaft, aber ie neu aufgestellte Transfer-

sität arbeiten rund 3.500 Forscher und die

auch Wissenschaft-Gesellschaft. Als Volluni-

stelle ist das Eingangsportal

Fragen sind meist nicht exakt einem Fachge-

versität verfügen wir über eine breite Exper-

für die Wirtschaft in die Uni.

biet zuordenbar. Es gibt also Treffen mit den

tise in den unterschiedlichsten Fachberei-

Unternehmer melden sich,

Unternehmern und möglichen Forschern

chen und haben damit die Möglichkeit, ein

die Transferstelle findet den passenden For-

mit dem Ziel, einen Match zu erreichen. In

Problem von allen erdenklichen Seiten zu

schungspartner. Voraussetzung: Es handelt

weiterer Folge betreuen wir das Projekt und

beleuchten. Wir möchten Fragestellungen

sich auch um eine konkrete Forschungsfra-

bringen unter anderem unser Know-how in

ganzheitlicher betrachten und einen Nut-

ge. Wir trafen Leiterin Dr. Sara Matt-Leub-

Bezug auf Förderungen ein. Wir kümmern

zen stiften für die Gesellschaft. Wir möch-

ner zum Gespräch und mit ihr auf eine Frau,

uns um die Ausarbeitung des Kooperations-

ten nicht nur wissenschaftliche Arbeiten

die für ihre Sache brennt und das Potenzial

vertrages und insbesondere auch darum, die

publizieren, sondern auf Fragen Antworten

der Universität noch stärker nach außen tra-

Situation um die Rechte zu klären. Während

finden, die tief in die Gesellschaft gehen, wis-

gen will.

der Forschungsphase achten wir immer wie-

senschaftlich fundierten Input für Fragen

der darauf, dass sich die Forscher nicht ver-

des täglichen Lebens liefern. Darin sehen wir

ECO.NOVA: Mit der Schaffung der

zetteln. Oft tun sich während des Prozesses

unseren USP, hier sind wir speziell.

Transferstelle hat die Universität ihre

neue, spannende Aspekte auf, die aber nicht

Aktivitäten zum Wissenstransfer gebün-

unbedingt der Fragestellung entsprechen.

Es geht der Transferstelle darum,

delt. Wenn ein Unternehmen mit einer

Es soll nicht so sein, dass am Ende zwar ein

Forschung zum Wohle der Gesellschaft

Frage an die Transferstelle herantritt,

schönes, wissenschaftliches Projekt statt-

anwendbar zu machen. Welche Rolle

wie geht es dann weiter?

gefunden hat, aber die Firma immer noch

spielt Geld dabei?

SARA MATT-LEUBNER: Wir erörtern

nicht hat, was sie wollte, weil plötzlich in ei-

Es geht uns nicht darum, Geld von der Wirt-

zuerst, ob es sich überhaupt um eine For-

ne andere Richtung gearbeitet wurde.

schaft einzusammeln, um an der Universität

schungsfrage handelt oder es eventuell am

Dinge zu finanzieren, die wir uns sonst nicht

Markt bereits Lösungen für das Problem

Neben der Kooperation Wissenschaft –

leisten könnten. Natürlich ist es aufgrund

gibt. Handelt es sich um eine Forschungsfra-

Wirtschaft ist die Transferstelle auch

der sehr eingeschränkten finanziellen Mit-

ge, versuchen wir herauszufinden, wer der

im Bereich Karriereservice tätig.

tel für die Uni wichtig, auch Geld von außen

richtige Ansprechpartner sein könnte. Das

Ja, wir helfen im Zuge dessen Firmen dabei,

einzuwerben. Aber es ist nicht das, was uns

ist nicht immer einfach, denn an der Univer-

die besten Köpfe für ihr Unternehmen zu

antreibt. Unsere Leute ticken anders. Wir

60

eco.nova


eco.zukunft

Ranked #1 in Austria

Universum Survey & Trendance Graduate Barometer

www.m

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deadlin

es

die unternehmerische hochschule ® I nternatio nal s tudieren auf hö c hs tem Nive a u BACHELORSTUDIUM Wirtschaft & Gesellschaft Betriebswirtschaft Business Administration NEU

Business & Management

Dr. Sara Matt-Leubner, Leiterin der Transferstelle Wissenschaft – Wirtschaft – Gesellschaft

Management, Communication & IT Management & Recht Nonprofit-, Sozial- & Gesundheitsmgmt. Soziale Arbeit Tourismus- & Freizeitwirtschaft

möchten zeigen, wie viel Potenzial in der Universität steckt,

Wirtschaft & Management

wie viel sie für die Allgemeinheit im Stande ist zu leisten, welch tolle und brauchbare Ergebnisse sie liefern kann. Es ist frust-

Technologie & Life Sciences Bio- & Lebensmitteltechnologie* NEU

rierend, wenn man selbst um die Qualität weiß, aber die

Mechatronik

Außenwirkung eine andere ist. Viele denken, die Universität

Umwelt-, Verfahrens- & Energietechnik

verbrennt viel Geld für teure Forschung, die keinem nützt. Aber das stimmt nicht. Ohne Forschung keine Entwicklung. Wenn die Leute das verstanden haben, folgen die Projekte automatisch. Wir müssen schauen, dass wir die Grundstimmung in unse-

Wirtschaftsingenieurwesen

MASTERSTUDIUM Wirtschaft & Gesellschaft Entrepreneurship & Tourismus European Health Economics & Mgmt. NEU

rem Land ändern. Und hier bin ich bei der Frage: Was ist uns

International Business & Management

Bildung wert? Hier hakt es in Österreich generell. Und wenn

International Health & Social Management

Unis ständig nur als Kostenfaktor gesehen werden und nicht

Management, Communication & IT

als Motor für die Wirtschaft, ist das kein guter Weg. Je öfter wir

Soziale Arbeit, Sozialpolitik & -management

beweisen können, dass wir gute, anwendbare Ergebnisse lie-

Strategic Management & Law

fern, desto besser. Hier arbeiten wir hin.

Technologie & Life Sciences Biotechnologie

Wie viele Forschungsprojekte bringen tatsächlich

Lebensmitteltechnologie & Ernährung* NEU

konkrete Ergebnisse?

Mechatronik & Smart Technologies

Die eigentliche Frage hier ist: Was ist ein Ergebnis? Es gibt kaum Projekte, die klassisch als Misserfolg eingestuft werden, weil man im Zuge eines Forschungsprojektes herauszufinden versucht, ob bestimmte Theorien und Modelle funktionieren oder eben nicht. Wenn dann herauskommt, dass sie nicht funktionieren, ist das auch ein Ergebnis. Wenn vielleicht auch nicht das erhoffte, aber das Projekt ist deshalb nicht erfolglos. Es ist also viel mehr eine Frage der Erwartungshaltung, die man zu

Umwelt-, Verfahrens- & Energietechnik Wirtschaftsingenieurwesen

EXECUTIVE MASTERSTUDIUM General Management Executive MBA International Business MBA NEU

Management & Leadership MSc Innovation & Intellectual Property Rights MSc Internationales Wirtschafts- & Steuerrecht LL.M.

Beginn hat. Und man muss von Anfang an deutlich machen: „Es geht so nicht“ ist eine klare Antwort. Und eine wichtige,

Z ZE ER RT T II F F II K KA AT TS S -- L LE EH HR RG GÄ ÄN NG GE E (CLASSIC + COMPACT)

weil man einem Gedanken nicht weitere zehn Jahre hinterher-

CLASSIC | COMPACT M ANAGEMENT-SEMINARE MANAGEMENT-SEMINARE MASSGESCHNEIDERTE TRAININGS MASSGESCHNEIDERTE TRAININGS TECHNISCHE WEITERBILDUNG TECHNISCHE WEITERBILDUNG SUMMER SCHOOL SUMMER SCHOOL

hinken muss, sondern ihn ruhen lassen und sich auf neue Wege oder Methoden stürzen kann. Für den Forscher wird es ohnehin meist erst richtig interessant, wenn das Modell so nicht stimmt und man herausfinden muss, warum. Manche haben dann aber leider den Eindruck, Forschung wäre sinnlos, anstatt ein „Nein“ auch einmal als etwas Gutes anzuerkennen.

= in englischer Sprache, tend;

= in deutscher und englischer Sprache;

= Vollzeit,

= berufsbeglei-

= Blended Learning (Online- & Präsenzmodule), *Vorbehaltlich Änderung der bestehenden

Akkreditierung/en; © Stubaier Gletscher

Deshalb sehen wir es als eine wesentliche Aufgabe, die Erwartungshaltung auf realistischen Boden zu holen – auch, was den Faktor Zeit betrifft. Wenn es eine Lösung zu einem Problem

www.mci.edu

gibt, werden wir sie finden. // www.uibk.ac.at/transferstelle

eco.nova

61


IM PORTRÄT

eco.zukunft

E-Sec

Theorie & Praxis Es gibt Termine, die zehren am eigenen Energiehaushalt. Und es gibt solche, bei denen man ganz viel positive Stimmung mitnimmt. Kathrin Prantner hat für Letzteres gesorgt. Sie ist seit zehn Jahren Unternehmerin und hat gemeinsam mit Christian Molterer E-Sec gegründet. Quasi direkt von der Uni weg. grund. Man kann sich Zeit lassen, bekommt Feedback. Im Unternehmertum geht es ums Geld, einen positiven Projektabschluss. Man darf sich keine Fehler erlauben, muss abliefern und Kunden überzeugen. Wie bewerten Sie Tirol als Gründungsstandort? Wir hatten das Glück, von der Tiroler Wirtschaft bereits in der Start-up-Phase sehr viel Unterstützung zu bekommen. Das hat uns erst die Möglichkeit eröffnet, das Unternehmen hochzuzuziehen. Aktuell erlebt die Start-up-Szene einen regelrechten Boom

Kathrin Prantner und Christian Molterer, Geschäftsführer und Unternehmensgründer von E-Sec

U

und ich versuche auch selbst, junge Gründer entsprechend zu unterstützen. Generell finde ich Tirol einen guten Platz zum Gründen – es gibt viele Fördermöglichkeiten, ein gutes Netzwerk. Die vielen Studenten bringen einen internationalen Touch. Ich finde es

rsprünglich waren es drei

ECO.NOVA: Wie hat sich E-Sec in den letz-

toll, dass immer mehr junge Menschen aus

Studenten der Informatik,

ten zehn Jahren entwickelt?

der Uni oder ihrem täglichen Arbeitsalltag

die sich im Zuge ihrer Bache-

KATHRIN PRANTNER: Wie sind anfangs

heraus das Engagement und die Motivati-

lorarbeit zusammengetan

mit unserer Idee zum Businessplanwettbe-

on mitnehmen, etwas Neues zu probieren.

haben. Und es war Professorin Ruth Breu, die

werb adventure X angetreten, um unseren

Es braucht Innovationen, um wirtschaftlich

von Anfang an bemüht war, die Brücke zur

wissenschaftlichen Ansatz auf seine Praxis-

stark zu blieben.

Wirtschaft zu legen. „Wir haben die Möglich-

tauglichkeit testen zu lassen. Unsere Idee

keit genutzt und die Bachelorarbeit gemein-

kam an, wir sind unter die Top 10 gekommen

Wie geht es mit E-Sec in näherer Zukunft

sam mit einem Unternehmen erarbeitet.

und haben tollen medialen Aufwind bekom-

weiter?

Die Arbeit war also sofort praxisorientiert“,

men. Wir haben beschlossen, das Preisgeld

Wir sind mittlerweile zehn Jahre am Markt

erzählt Kathrin Prantner mit einer Freude,

als Basis für die Unternehmensgründung zu

und gerade dabei, die neue Produktlinie

wie es nur zufriedene Menschen können.

verwenden. In weiterer Folge sind wir von

„Exploodo“ zu releasen, die auf den neues-

„Uns war von Anfang an klar, das kann etwas

CAST als Förderteam aufgenommen worden.

ten Technologien basiert. Damit soll auch

werden.“ Die Bachelorarbeit war schließlich

Dies war neben unseren Ersparnissen grund-

der Grundstein zur Internationalität gelegt

erfolgreich und es hat sich gezeigt, dass das

legend, um das Startkapital für unser Unter-

werden. Wir profitieren dabei sehr von der

Partnerunternehmen sehr gut von der Lö-

nehmen aufzustellen. Wir haben schließlich

Forschung. Mit der Weiterentwicklung ver-

sung profitiert hat.

auch den CAST-IT-Business-Award gewon-

ändert sich manchmal aber auch das ge-

Bei E-Sec geht es im weitesten Sinne um das

nen, damit noch einmal Kapital eingesam-

samte Geschäftsmodell, mit neuen Trends

Thema Datensicherheit. Als Informatiker

melt und viel positiven Rückenwind bekom-

die Unternehmensstruktur. Man geht also

setzt man sich naturgemäß damit auseinan-

men, was für uns extrem wichtig war. Und

nicht nur bei der Gründung ein Risiko ein,

der. Als „normaler“ User eher weniger, obwohl

2005 fanden wir uns mitten in der Gründung

sondern immer wieder auch im Werdegang.

man es sollte. E-Sec hat eine neue Herange-

eines Unternehmens wieder.

Gerade die IT-Branche ist extrem schnelllebig, das verlangt, stets am Ball zu bleiben.

hensweise zur nicht ganz einfachen Thematik gefunden und vermittelt Datensicherheit

Wie empfinden Sie den Unterschied zwi-

Unternehmertum braucht Mut und man

mittels 3-D-E-Learning-Kursen. Mittlerweile

schen der Arbeit im „geschützten“ Umfeld

muss auch damit rechnen, dass es nicht auf-

hat E-Sec rund acht Millionen Mal Mitarbei-

der Uni und tatsächlich am Markt?

geht. Wir sind für die Zukunft aber wie im-

ter der unterschiedlichsten Unternehmen ge-

In der Zeit an der Uni hat man immer einen

mer sehr zuversichtlich. // www.e-sec.com,

schult. Das Modell bewährt sich.

gewissen Puffer einer Institution im Hinter-

www.exploodo.com

62

eco.nova


promotion

Jetzt Liquidität sichern und durchstarten © BANK AUSTRIA

Die Konjunktur hellt sich langsam auf – Unternehmen verspüren langsam wieder Appetit auf mehr.

Markus Sappl

sionelles Liquiditätsmanagement. Unsere bisherige Erfahrung zeigt ganz klar, dass in vielen Unternehmen verborgene Liquiditätspotenziale schlummern. Oft sind bereits die optimierte Nutzung von Zahlungszielen oder

W

eine verkürzte Lagerumschlagzeit entscheidende Stellschrauben für eine verbesserte Liquidität. Darüber hinaus bieten wir Finanzorauf kleinere als auch

ternehmen denken wieder daran zu investie-

planungs-Tools, die für mehr Transparenz

größere Betriebe jetzt

ren. Hauptthema bleibt aber nach wie vor die

und Effizienz in den Planungsprozessen so-

achten sollten, erklärt

Liquidität. Vorausschauende Liquiditätspla-

wie ein optimiertes Berichtswesen sorgen.

Markus Sappl, Direktor,

nung ist daher das Gebot der Stunde und die Dieser Service geht weit über die übliche

Leiter Firmenkunden Tirol.

Basis für nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Wie sehen die wirtschaftlichen

Wie unterstützt die Bank Austria in Fragen

Wir sind eben kein reiner Kreditgeber, son-

Perspektiven aus?

der Liquiditätssicherung?

dern DER Finanzpartner für kleinere und

Die Stimmung in der heimischen Wirtschaft

Mit Hilfe der Bank Austria Service-Tools bie-

größere Unternehmen und haben dabei stets

hat sich deutlich verbessert. Geschäftschan-

ten wir unseren Kunden betriebswirtschaft-

die Zukunftsthemen unserer Kunden im

cen wird offensiver begegnet als zuletzt, Un-

liche Analyse und Beratung für ein profes-

Blick.

Leistungspalette einer Bank hinaus ...

SERVICE-TOOLS FÜR LIQUIDITÄTSOPTIMIERUNG UND -PLANUNG • Der kostenlose WorkingCapitalCheck bringt Liquiditätspotenziale ans Licht und unterstützt Unternehmen bei der Suche nach gebundenem Kapital. • Der BusinessPlanner ist eine Controlling- und Finanzplanungs-Software, die für mehr Effizienz, Flexibilität und Transparenz in den Planungsprozessen von Unternehmen sorgt. • Mit dem PlanungsWorkshop vermitteln wir wichtige Kenntnisse rund um die professionelle Finanzplanung. • Das QuartalsReporting erleichtert die Finanzplanung durch einen automatisierten und gecoachten Budgetierungsprozess.

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MARKUS SAPPL

Direktor, Leiter Firmenkunden Tirol, unter Tel. 05 05 05-31863, per Mail an markus.sappl@unicreditgroup.at bzw. in Form von eigenen VideoLessons und Broschüren unter www.servicetools.bankaustria.at

eco.nova

63


ECO.MMENTAR

eco.zukunft

Was muss Forschung leisten?

Mag. (FH) Anja Niedworok, M.Sc., Innovations- und Technologieservice der Wirtschaftskammer Tirol

Grundsätzlich sieht die Forschung ihre Aufgabe nicht nur darin, einen breiten gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, sondern auch spezifische, im Unternehmenskontext wirksame Maßnahmen und Mittel zur Verfügung zu stellen, die ein besseres Wirtschaften erlauben sollen. // TEXT: ANJA NIEDWOROK, WK TIROL

E

ine Weiterentwicklung von all-

so einfach ginge. Sind einmal sprachliche

von Publikationen verwerten lassen, bevor-

gemeinen hin zu maßgeschnei-

Barrieren überwunden und die Begeiste-

zugen Unternehmen meist eine weniger ri-

derten, spezifischen Lösungsan-

rung für ein gemeinsames Ziel entfacht,

sikobehaftete Umsetzung mit rascher Ver-

sätzen erfordert eine genauere

zeigt sich, dass ebendiese kooperierenden

wertungsmöglichkeit. Daher ist es in aller

Betrachtung, welche Hindernisse in der Zu-

Unternehmen ähnliche Verhaltensweisen

Regel sinnvoll, dass man die Rolle und Auf-

sammenarbeit von Forschungseinrichtun-

übernehmen: ausprobieren, testen, prototy-

gaben der Partner vertraglich abklärt. Als

gen und Unternehmen überwunden werden

pisieren und gemeinsames Hinterfragen von

sinnvoll hat sich auch erwiesen, dass man

müssen, um voneinander zu profitieren.

Aufgabenstellungen. Mitarbeiter aller Auf-

Transferstellen der Unis und FHs einbindet,

Neben der Tatsache, dass Forscher als Spe-

gabenbereiche können hier einen wertvollen

beispielsweise bei der Suche nach wissen-

zialisten auf ihrem Gebiet oft nicht die glei-

Beitrag leisten, speziell in kleinen Unterneh-

schaftlicher Expertise oder auch vertragli-

che Sprache sprechen wie der Unternehmer,

men, die keine eigene Forschungsabteilung

chen Aspekten. Gerade mit der Innsbruck

gibt es oft auch unterschiedliche Ziele und

betreiben können. Und genau diese Deter-

University Innovations (IUI) der Uni Inns-

Ausrichtungen, die gemeinsame Aktivitäten

miniertheit durch einen Unternehmenskon-

bruck oder dem Servicecenter Forschung

erschweren. Liegt die primäre Ausrichtung

text kann wiederum – wenn Feedback an

der Meduni Innsbruck finden wir vor Ort

von einem Forscher auf der Entdeckung von

den Forscher gegeben wird – helfen, seine

sehr kompetente und engagierte Einrichtun-

neuem Wissen mit dem Bestreben, sich An-

Arbeit zu verfeinern und neue Perspektiven

gen. Der Mehraufwand, den ein Koopera-

erkennung in der wissenschaftlichen Com-

einzubringen. Voraussetzung ist die Ent-

tionsprojekt verursacht, lohnt sich für Un-

munity zu erwerben, ist die Hauptaufgaben-

wicklung eines gemeinsamen Verständnis-

ternehmungen in aller Regel. Viele Projekte

stellung eines Unternehmers oftmals, dieses

ses, wie jeder arbeitet, unabhängig von einer

zeigen, dass meist ein intensiver Know-how-

neue Wissen und/oder neue Technologien zu

Forschungsfrage.

Transfer in das Unternehmen stattfindet,

kommerzialisieren, um sich und das Unter-

der nachhaltig eine gute Basis für die Ent-

nehmen zu erhalten.

Aus der Praxis

Unbeachtet dieser scheinbar unterschiedli-

Was sagt ein Praktiker, der Unternehmer

Produkten und Verfahren bietet.“

chen Annäherungsweisen kann ein Unter-

dabei begleitet, bei der Aufgabenstellung

Doch auch wenn sich Unternehmer und For-

nehmen von Kooperationen mit einer For-

akademisches Wissen in den unternehme-

scher die größte Mühe geben und von ihrer

schungseinrichtung profitieren – nicht nur

rischen Alltag zu integrieren? Franz Winner,

Innovation überzeugt sind, scheitern sie lei-

auf einer direkten Ebene den Austausch von

Winner Consulting: „Forschungsprojekte, die

der nicht nur vereinzelt mit ihrem neu ent-

Wissen betreffend. Ein Unternehmen kann

von Unternehmungen und wissenschaftli-

wickelten Produkt oder ihrer Dienstleistung

auch von einer akademischen, universitären

chen Einrichtungen gemeinsam umgesetzt

am Markt. Eine optimale Vorbereitung zur

Kultur profitieren. Die Normen, Standards

werden, haben in vielerlei Hinsicht eine be-

Markteinführung stellt die Innovations-

und Werte eines Wissenschaftlers spiegeln

sondere Qualität. Die Erfahrung zeigt, dass

Roadmap der Wirtschaftskammer dar. In

eine Kultur wider, die geprägt ist von Krea-

für das Gelingen der Kooperation eine Ab-

diesem Werkzeug wurde die praktische Er-

tivität, Innovation und insbesondere dem

klärung der unterschiedlichen Motivati-

fahrung von unzähligen Innovationsprojek-

Wunsch, einen individuellen Beitrag zum

onslagen noch vor Projektstart entschei-

ten zusammengeführt. Zu 19 Themen gibt es

Fortschritt des Wissens in einem Fachgebiet

dend ist. Diese sind grundsätzlich sehr

Fragestellungen, Tipps und Handlungsemp-

zu leisten. Schön wäre es, diese Spielwiese

verschieden: Während wissenschaftliche

fehlungen für einen erfolgreichen Start des

an Neugierde und Entdeckergeist auf eine

Partner meist Interesse an hochinnovati-

neuen Angebotes.

Organisation zu übertragen – wenn es doch

ven Projekten haben, die sich auch in Form

// www.wko.at/tirol/innovationsroadmap

64

eco.nova

wicklung von technisch herausragenden


promotion

Erfolgsmodell Lehre und Matura Das Land Tirol unterstützt seit 2008 das Projekt „Lehre und Matura“. Bereits 380 Lehrlinge gehen mit der allgemeinen Hochschulreife doppelt sicher in die Zukunft.

T

irol genießt international große

legen. In Tirol wird die Ausbildung „Lehre

biniert die Lehrausbildung in der Praxis im

Anerkennung als idealer Wirt-

und Matura“ vom WIFI und vom BFI durch-

Betrieb mit der schulischen Vorbereitung

schaftsstandort. Eine wichti-

geführt. Dabei kann zwischen einem be-

auf die Matura. Die Jugendlichen können

ge Rolle spielen dabei hoch motivierte

gleitenden und einem integrierten Modell

damit höherqualifiziert und doppelt sicher

und durch eine Lehre bestens qualifizier-

gewählt werden. „Lehre und Matura“ kom-

in die Zukunft starten.

te Fachkräfte. In Tirol entscheiden sich 49 Prozent der Jugendlichen für eine Lehrausbildung. Andererseits machen sehr viele junge Menschen eine rein schulische Ausbildung. Durch das Modell „Lehre und Matura“ ist es gelungen, dass eine Lehre und höhere schulische Ausbildung einander nicht mehr ausschließen. „Lehre und Matura“ verbindet seit 2008 eine vollständige Berufsausbildung mit der allgemeinen Hochschulreife und wird gerade auch durch die Unterstützung des Landes kostenlos angeboten. Bereits 380 Lehrlinge (165 Frauen, 215 Männer) gehen nunmehr doppelt sicher in die Zukunft. Sie konnten erfolgreich neben ihrer Berufsausbildung die Maturaprüfung ab-

ALLGEMEINE INFORMATION

Die Matura wird in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und dem Fachbereich abgelegt. Der Fachbereich richtet sich nach dem Lehrberuf.

MODELLE

• Integriertes Modell: Das integrierte Modell ist Bestandteil des Lehrverhältnisses und muss mit dem Lehrbetrieb abgeklärt sein. Der Unterricht findet bei diesem Modell einmal pro Woche am Vormittag oder Nachmittag statt. • Begleitendes Modell: Im begleitenden Modell findet der Unterricht in der Freizeit statt. Damit ist der Unterricht unabhängig vom Lehrbetrieb und es gibt keine Überschneidungen mit dem Berufsschulunterricht.

KOSTEN

Die Finanzierung des Ausbildungsmodelles „Lehre und Matura“ erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF) mit Unterstützung des Landes Tirol. Damit können diese Kurse vom BFI Tirol und WIFI Tirol für Lehrlinge kostenlos angeboten werden.

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mit zwei ausbildungen doppelt sicher in die zukunft. Lehre & Matura verbindet eine vollständige Berufsausbildung mit der allgemeinen Hochschulreife. In Tirol wird dieses Angebot vom WIFI und vom BFI durchgeführt. Mehr Informationen unter: www.tirol.gv.at/lehre-und-matura

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© FOTOLIA

promotion

Global Players investieren in Fremdsprachen Erfolgreiche Exportfirmen kommunizieren in der Sprache ihrer Kunden. Daher investieren sie in den Erwerb von Fremdsprachen und interkulturellen Kompetenzen.

D

er weltweite Markt lockt immer mehr Firmen in die und aus der Ferne. Die besten Produkte und Innovationen kommen aber nur zum Käufer, wenn man ihn und seine Bedürfnisse, seine

Sprache und seine Kultur versteht, wenn er sich gut aufgehoben fühlt und Vertrauen gefasst hat.

Alles beginnt mit der Sprache Es genügen oft durchschnittliche Fremdsprachenkenntnisse auf Maturaniveau, um erste direkte Kontakte auf internationalen Ausstellungen, Messen oder Kongressen zu knüpfen. Die passende Höflichkeitsform im einleitenden Smalltalk, in der Begrüßung und in der Verabschiedung, richtige Satzstellung bei Fragen und Antworten, gut verständliche Angaben bei Terminvereinbarungen und Ortsbeschreibungen und klare Zahlen- und Mengenangaben, aber auch die korrekten Fachtermini zu den eigenen Produkten und Dienstleistungen vermitteln Professionalität und Verbindlichkeit in der Kommunikation. Ob berufsbegleitend, im Urlaub oder als Video-Coaching: Am BFI Tirol gibt es die größte Auswahl an Sprachtrainings im ganzen Bundesland.

Interkulturelle Kompetenzen für erfolgreiche Verhandlungen Unverzichtbar sind auch fundierte interkulturelle Kompetenzen. Jede international agierende Firma verlangt von ihren Mitarbeitern solche Fähigkeiten. Aus diesem Grund hat das BFI Tirol einen eigenen Lehrgang für den kommenden Herbst geschaffen, der Führungskräfte und Entscheidungsträger zu professionellen Intercultural Trainern ausbildet und sie auf unterschiedliche interkulturelle Situationen vorbereitet. Basiskenntnisse zu Weltgeschichte, Weltwirtschaft, Sozial- und Rechtssysteme aber auch interkulturelle Kommunikation sind heute unverzichtbare Wissensbereiche, um internationale Mitarbeiter zu führen, internationale Geschäftspartner zu gewinnen und zu betreuen oder Entscheidungen in Geschäftsbeziehungen zu treffen.

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eco.nova

AUSWAHL SEMINARE • B1 – B2 Sommerintensivkurse in Englisch, Französisch und Italienisch; Start: 1. August 2016 • Zertifikatslehrgang Intercultural Trainer Start: 14. Oktober 2016 • B1 English Power Pack Customer Care Start: 7. Dezember 2016 • Führungskräfteakademie in 9 Modulen Start: 30. September 2016 • Immobilientreuhänder-Basisausbildung Start: 14. Oktober 2016 • Werkmeisterschule Elektrotechnik in Innsbruck und Kufstein; Start: 12. bzw. 13. September 2016 • Werkmeisterschule Maschinenbau Start: 14. September 2016 • Arbeiten unter Spannung; Start: 10. Juni 2016 • Ausbildung zur Sicherheitsfachkraft Start: 10. Oktober 2016 • Sommer-Update Computer im Berufsalltag Start: 11. Juli und 2. August 2016 • MS Outlook im Arbeitsalltag – Kurzauffrischung Start: 20. Juni 2016 Wir beraten Sie gerne: Mag. Anna Tovmasov, Leitung der Abteilung Sprachen des BFI Tirol unter anna.tovmasov@bfi-tirol.at

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Ing.-Etzel-Straße 7, 6010 Innsbruck Tel.: 0512/59 660 firmenschulungen@bfi-tirol.at www.bfi.tirol


eco.zukunft

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eco.zukunft

TIROL INNOVATIV

© KOHLA

d n i w f u A m I

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eco.zukunft

Sie schwimmen beide nicht so gern mit dem Strom, unsere Innovativen dieser Ausgabe. Auch wenn es zumindest einer manchmal muss. Beide eint auch irgendwie der Berg – wenngleich auf ganz unterschiedliche Weise. Die Unternehmensgeschichte von „Skyman“ Markus Gründhammer ist eine ungewöhnliche, und auch Alexander Habeler hat seine Nische gefunden. Zwei Typen, zwei Geschichten, ein gemeinsamer Nenner: Sie schließen mit ihren Produkten eine ganz spezielle Lücke. // TEXT: TAMARA KAINZ

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OL INNOVATIV

TIR eco.zukunft

Skyman

Manöver rückwärts Mit dem Strom? Höchstens in der Luft!

M

arkus Gründhammer

mischen Bergwelt wurde sein Beruf immer

geht den entgegenge-

mehr zu seiner Berufung, zu seinem Be-

setzten Weg, als es Selbst-

wusstsein. Ganze Tage und vor allem Näch-

ständige normalerweise

te verbringt er dort oben. Meistens allein.

tun. Vorbei sind die Zeiten eines Unterneh-

„Man muss es erst einmal mit sich selbst

mens mit mehreren Angestellten und ar-

aushalten lernen“, zeigt der Fulpmer nach

beitsreicher 7-Tage-Wochen. Seine Firma ist

unzähligen Stunden der gesuchten Einsam-

kleiner denn je, oder wie der Name „Skyman“

keit zusehends philosophische Züge. Man-

schon verrät, inzwischen nur mehr eine One-

che finden das stark, andere schütteln den

Man-Show.

Kopf. Die Bezeichnungen „Grenzgänger“

Mit Gleitschirmen Geschäfte zu machen, ist

oder „Wahnsinniger“ sind nicht immer nur

heute eher Nebensache. Dennoch laufen sie

positiv gemeint. Aber Gründhammer küm-

gut. Das räumt dem 51-Jährigen die absolute

mert das nicht. Er verwirklicht seine Träu-

Freiheit ein. So oft es geht verschließt er die

me ohne Wenn und Aber und lässt sich von

Eingangstür zu seinem Betrieb und macht

nichts und niemandem von seinem Weg

sich auf in seine geliebten Berge: „Dann schä-

abbringen.

le ich mich aus der normalen Welt wie ein

dern: „Als richtiger Wettkampfpilot sah ich

Sinnen die Feinheit, Klarheit und Schroff-

Pionierarbeit mit dem Gleitschirm

heit der Berge auf“, sinniert er dazu in der

Das war freilich nicht immer so. Viele Jahre

halb zuletzt vorwiegend auf das Testen von

Einleitung seines zweiten Buchs „Sonne über

lang folgte Gründhammer dem Mainstream.

Gleitschirmen renommierter Hersteller.“ Zu

den Wolken“, das im Berenkamp-Verlag er-

Absolvierte eine Lehre als Dachspengler und

diesen gehört er mittlerweile auch selbst.

schienen ist. Anhand beeindruckender Bil-

Speditionskaufmann und betrieb Bodybuil-

der sind darin Gründhammers Extremwan-

ding, bis er das Fliegen für sich entdeckte.

derungen inklusive nächtlichen Biwaks und

„Ich gehörte schon immer zur extremen Sor-

Nischenprodukte für Extremsportler

abenteuerlichen Gleitschirmflügen in den

te“, lacht der gebürtige Innsbrucker, weil ihm

„Anfangs habe ich über meine Firma Wings

Stubaier Alpen dokumentiert.

genau diese Eigenschaft den berechtigten

of Change ausschließlich Gleitschirme im-

Ruf als absolute Koryphäe auf seinem Gebiet

portiert. Auf Dauer wollte ich aber nicht von

eingebracht hat. Lange Zeit war er als Acro-

der Branche abhängig sein und so begann

und Kunstflugpilot in der Weltgeschichte

ich, meine eigenen Schirme zu entwickeln“,

Gründhammer gehört der Riege der welt-

unterwegs, bestritt Wettbewerbe und nahm

erzählt der Familienvater. Herausgekom-

besten Piloten an. Seinen Mut beweist er

an waghalsigen Shows teil. Bis zum inoffi-

men sind höchst innovative Geräte mit der

aber nicht nur in der Luft. Der Stubaier hat

ziellen Vizeweltmeistertitel bei der Red Bull

Extraportion Herzblut. Dementsprechend

sein vormaliges Hobby – das Testen und

Vertigo hat es gereicht, ehe Gründhammer

gefragt sind sie auch! Kein Wunder, denn

Entwickeln von Gleitschirmen – zum Beruf

begann, sein Leben umzukrempeln und ge-

wenn man so wie der Profi jährlich rund

gemacht. Kombiniert mit der Stille der hei-

wohnte Strukturen von Grund auf zu verän-

230.000 Höhenmeter an Training bewältigt,

Falter aus dem Kokon und sauge mit allen

Arbeiten, um zu leben, statt umgekehrt

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eco.nova

mich eigentlich nie. Ich war immer schon ein Einzelgänger und konzentrierte mich des-


© SKYMAN

eco.zukunft

weiß man, worauf Gleichgesinnte im In- und

ser umzugehen. Wenn ich jetzt bloß noch-

Ausland abfahren. „Der ultraleichte Bergstei-

mal den Körper eines 25-Jährigen hätte ...“

gerschirm Reinhold etwa bringt nur 2,1 Kilogen das Dreifache. Ich muss allerdings dazu

Startklar für eine noch intensivere Zukunft

sagen, dass es Spezialisten vorbehalten ist,

Doch mit denen kann es der Fulpmer durch-

damit zu fliegen“, stellt Gründhammer klar,

aus noch aufnehmen, kraxelt er doch jahr-

dass sein Bergsteigerschirm Reinhold in den

ein, jahraus mindestens jeden dritten Tag in

Händen von Otto Normalpilot nichts verlo-

den Bergen herum. Die Gipfel funktioniert

ren haben.

er dann regelmäßig in sein zweites Schlaf-

gramm auf die Waage. Normale Schirme wie-

Kleiner, wilder, schneller

zimmer um: „Ich brauche nicht viel. Einen Biwaksack, ein Brot und meine Kamera, um

Für Aufruhr sorgten auch eine Reihe von

die einzigartigen Stimmungen festzuhalten.“

Experimentalschirmen wie „Psycho“, „Psy-

Und natürlich den Schirm, denn talwärts

chohammer I und II“ oder „Deathblade“ –

geht es am Morgen immer durch die Lüf-

die Todesklinge. Geräte, die sich ebenfalls

te: „Für mich ist es das schönste Geschenk,

besonders dazu eignen, an die eigenen Li-

bei Sonnenaufgang, wenn das Stubai noch

mits zu gehen. Teils mit bis zu doppelter

schläft, die Leinen zu spannen und ins Tal zu

Spannweite und halber Flügeltiefe konven-

schweben. Nach einer Nacht voller intensi-

tioneller Schirme ausgestattet, ist es aber

ver Ein- und Ausblicke. Das ist meine Faszi-

wiederum den Besten vorbehalten, diese

nation, das ist pure Lebensfreude.“ Über und

Geschosse zu starten. Zwar entfaltet das

unter den Wolken grenzenlos frei zu sein, ist

Stück Stoff ungeahnte Gleitleistungen, re-

für den Skyman das Größte. Seine damit ver-

agiert zugleich aber auch viel empfindli-

bundenen Eindrücke und Gefühle hat er in

cher auf Turbulenzen. Solche hat es auch in

zwei Büchern festgehalten. Außergewöhn-

der Karriere von Gründhammer gegeben:

liche Fotografien und kurze textliche Inhal-

Etliche Unfälle, vor allem bei der Arbeit als

te verdeutlichen die Kernbotschaft schnell:

Testpilot, hatten teils schwere Verletzun-

Scheinbar Wichtiges ist oft so klein ...

gen zur Folge. Aber er hat sich nicht un-

In diesem Sinne ist Gründhammers Kurs vor-

terkriegen lassen und ruhiger ist er nun ja

gegeben: „Dum spiro volo. Das bedeutet so

auch geworden, einer der wildesten Hunde

viel wie: Solange ich atme, fliege ich. Hammer

von früher: „Im Nachhinein weiß ich mein

oder? Diese Formulierung hat ein Freund für

Glück zu schätzen. Die Erlebnisse haben

mich kreiert. Wenn das nicht passt“, sprach

mich geprägt und dank meiner Erfahrung

einmal ein ganz eigener Vogel … // www.sky-

weiß ich heute mit heiklen Situationen bes-

man.aero, www.photography-skyman.com

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eco.nova

71


OL INNOVATIV

TIR eco.zukunft

AlpinSchmiede

Praktisch im Einsatz In der AlpinSchmiede wird Handwerk neu erfunden.

I

m Notfall soll es schnell gehen. Rich-

trationszwecken bindet er sich einen Anäs-

tig schnell. Da muss jedes Glied in

thesieholster um. „Dank ihres verstellbaren

Der Mehrwert der Individualität

der Rettungskette optimal funkti-

Winkels kann die Tasche so am Bein positio-

Einfallsreichtum, Kreativität und Individua-

onieren, jeder Handgriff sitzen. So

niert werden, wie es für den Benutzer am an-

lität sind die Parameter von Habelers Arbeit.

kommt auch der Ausrüstung der Notärzte

genehmsten ist“, zeigt er. „Sie lässt sich ein-

Hinter zwei kleinen unscheinbaren Fenstern

eine bedeutende Rolle zu. An neuesten tech-

oder beidseitig öffnen.“

der alten Walde-Fabrik in der Innsbrucker

nischen Utensilien oder der perfekten Ein-

Zum Vorschein kommen jede Menge Fächer,

Innstraße verbirgt sich seine Werkstatt. Die

satzkleidung mangelt es freilich nicht. Aber

die mittels Klettverschlusssystem miteinan-

AlpinSchmiede. Eine bunte Ansammlung

Verbesserungspotenzial gibt es dennoch, wie

der verbunden sind. „Das gewährleistet, dass

von riesigen Rollen und Resten wasserfes-

Jungunternehmer Alexander Habeler fest-

die Anordnung nach Belieben geändert wer-

ter und strapazierfähiger Textilien, allerlei

gestellt hat. Er hat in seiner „AlpinSchmiede“

den kann. Jeder kann sich den Anästhesie-

Werkzeuge und andere für die Produktion

einen so genannten Anästhesieholster für

holster so zusammenbauen, wie er möchte“,

von Taschen und Rucksäcken notwendige

Notärzte entwickelt. Klingt kompliziert, ist

veranschaulicht der Tüftler weitere Details,

Accessoires finden sich überall in dem urigen

es aber nicht: „Beruflich fertige ich Taschen

klappt dabei das Inlet aus und ein und zieht

Ladenlokal. Kein Zweifel, hier wird ge(hand)-

und Rucksäcke aus technischen Textilien.

an einzelnen Komponenten wie dem Klar-

arbeitet! An den Wänden hängen ein paar

Weil ein Freund nach Derartigem fragte,

sichtcontainer für den Knochenbohrer, um

Ausstellungsstücke – schlicht und elegant in

kam ich auf die Idee, diese KØPT∆, wie ich

ihn andernorts wieder festzumachen. Etliche

der Optik. Knallige Farbenspiele und aufge-

sie nenne, zu bauen. Sie hat den Vorteil, dass

Geräte, kleinere und größere, Mullbinden

setzte „Designelemente“ (deren einziger Sinn

Einsatzkräfte im Ernstfall alles besser im

und andere medizinische Magazinierung

es sein kann, mit dem nächsten Trend mit-

Überblick und sofort griffbereit haben.“

sind fein säuberlich eingeräumt. „Im Ernst-

halten zu wollen) sucht man vergebens. Ha-

fall kann in der KØPT∆ sogar die schon auf-

belers Stil ist ein zeitloser. Muss auch so sein,

gezogene Spritze sicher verstaut werden. Es

denn seine Modelle halten ein Leben lang.

KØPT∆ kommt von Helikopter und ist die

muss nicht mehr lästig im Rucksack oder in

„Meine Materialien sind top, meine Verarbei-

Umschreibung für eine Tasche, die ganz in-

unübersichtlichen Hosentaschen gekramt

tungsmethode ist sehr komplex. Ich vernähe

novativ am Oberschenkel festgemacht wer-

werden, bevor mit der Behandlung des Pa-

die Teile ganz anders“, beschreibt der zweifa-

den kann. Es gibt Modelle für Rechts- und

tienten begonnen werden kann“, verweist

che Familienvater, warum seine Erzeugnisse

Linkshänder. „Wesentlich an der Geschichte

Habeler auf das schlussendlich alles ent-

im Vergleich zu herkömmlicher Handelsware

ist, dass die Kopta einhändig bedient werden

scheidende Argument der gravierenden Zeit-

so viel langlebiger sind. Zur hochqualitativen

kann“, erklärt der 34-Jährige. Zu Demons-

ersparnis von bis zu mehreren Minuten.

Ausführung gesellt sich eine perfekte Pass-

Alles hat seinen Platz

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eco.nova


eco.zukunft

form: „Die Träger eines jeden Rucksacks wer-

ten Rucksack genäht. Das hat mir total ge-

den individuell für den jeweiligen Kunden

taugt. So hat alles angefangen.“

hergestellt. Immerhin ist jeder Buckel anders und die Geometrie muss stimmen.“ Dem Au-

Passgenau maßgeschneidert

todidakt ist anzumerken, dass ihm an einer

Inzwischen hat Habeler komplett umgesat-

Nähmaschine – die gute Pfaff ist übrigens

telt und konzentriert sich heute rein auf das

noch ein Erbstück von seiner Uroma – keiner

Basteln – wie er es nennt – und die Repara-

so schnell was vormacht.

tur von Taschen und Rucksäcken. „Meine Produkte eignen sich in erster Linie für die

Angefangen rumzubasteln

Verwendung im Alltag; weniger im sportli-

Zu Schnittmustern, Färbetechniken und

chen, mehr im urbanen Bereich. Zudem stei-

Nahtbildern ist Habeler durch Zufall ge-

gen die Wünsche nach Sonderanfertigungen.

kommen. Seine Experimentierfreude hat ihn dorthin geführt. Die hat er wohl von seinem Vater, dem bekannten Extremberg-

Hilft Einsatzkräften beim raschen Eingreifen: der Anästhesieholster der AlpinSchmiede.

Verschiedene Berufsgruppen möchten exakt für ihre Bedürfnisse geschneiderte Taschen und Rucksäcke“, sieht der Unternehmer großes Potenzial im Bedienen von Nischen.

steiger Peter Habeler, geerbt. „Ausgelebt

„Tischler, Jäger und andere mehr konnte ich

habe ich sie aber anhand anderer Sportarten. Mein Metier ist mehr das Wasser“,

te mich das aber nicht. Das war mir alles zu

schon ausstatten“, freut sich der sympathi-

erinnert sich Habeler junior an eine Reihe

theoretisch und realitätsfremd“, blickt er

sche Zillertaler. Die Leute wissen sein Ser-

abenteuerlicher und oft auch waghalsiger

auf die jugendliche Orientierungsphase zu-

vice mit Herz zu schätzen: „In erster Linie

Unternehmungen in Österreich und der

rück. Seinen Interessen blieb der Zillertaler

profitiere ich von Mundpropaganda.“

ganzen Welt. Beruflich blieb die Abwechs-

dennoch treu und gründete nach Abbruch

Habeler scheint seine berufliche Erfüllung

lung ebenfalls nicht auf der Strecke: Schon

der Uni ein Bergsportfachgeschäft: „Durch

gefunden zu haben: „Das Nähen bereitet mir

im Alter von 15 Jahren reiste Habeler allein

die Arbeit im Verkauf habe ich festgestellt,

einfach die größte Gaudi.“ Über 30 Artikel

nach Colorado und half dort einen Sommer

dass Reparaturen oft sehr lange dauern.

führt er standardmäßig in seinem Portfolio,

lang in einem Bergsportgeschäft mit. Zu-

Also bot ich den Kunden an, Rucksäcke, Ta-

trotzdem ist jedes Stück ein Unikat. Gemein

rück in Tirol drückte er noch ein paar Jahre

schen etc. selbst zu reparieren. Im Prinzip

haben sie am Ende nur eines: Das kleine Eti-

die Schulbank und begann später Sport und

hapert es stets an denselben Schwachstel-

kett mit dem AS-Logo …

Wirtschaft zu studieren. „Irgendwie erfüll-

len ... Ja und dann habe ich einen komplet-

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Geld

Finanzieren & Versichern

Schulden müssen immer weiter steigen // TEXT: MICHAEL POSSELT

U

SCHÜTZENHILFE

nser gesamtes Wirtschaftssystem

treter der Österreichischen Schule sind seit

basiert auf Schulden. Erst die Ab­

der vergangenen Finanzkrise der Ansicht,

schaffung des Goldstandards er­

dass die extremen geld- und fiskalpolitischen

möglichte das kreditinduzierte Wachstum

Interventionen der Notenbanken nicht zu ei­

der letzten Jahrzehnte. Da die Schulden aber

nem selbsttragenden Aufschwung, sondern

W

deutlich stärker stiegen als das BIP, führte

viel eher zu weiteren Turbulenzen an den Ka­

schnell geht. In Österreich verletzt sich

dies zu einem enormen Anstieg der Verschul­

pitalmärkten führen werden.

alle drei Minuten ein Kind. Und zum gro­

dung. Doch Schulden müssen immer weiter

Für Anleger bedeutet das, dass sie immer

ßen Teil hielten sich die Aufsichtsperso­

steigen, weil Geld immer nur durch neue

mehr ins Risiko gedrängt werden. Die nied­

nen in unmittelbarer Nähe auf.

Schulden – in Form von Krediten oder Anlei­

rigen oder sogar negativen Zinsen schaffen

Aus Sicht der Eltern besteht übrigens

hen – in Umlauf gebracht werden kann, ana­

einen ungeheuren Anlagedruck. Zudem wird

die größte Unfallgefahr für Kinder zu

lysiert Mark Valek, Buchautor und Portfolio­

Anlagezurückhaltung bestraft, solange die

60 Prozent im Verkehr. Das stimmt so

manager der Incrementum AG, im Rahmen

Vermögenspreise – durch die Notenbank­

nicht, denn tatsächlich sind es nur fünf

einer Veranstaltung der Wirtschaftskammer

liquidität getrieben – weiter ansteigen. „Dies

Prozent. Verletzungen durch Stürze

Tirol. Nun befindet sich unser Geldsystem

führt dazu, dass die systemischen Risiken so

halten Eltern dagegen nur zu 15 Prozent

aber in einer instabilen Phase. Die Kredit­

lange unterschätzt werden, bis sie schlagend

für möglich, es sind aber ernüchtern­

menge lässt sich nicht mehr einfach auswei­

werden“, so Wolfgang Hofmeister, Gründer

de 58. Fast die Hälfte aller Unfälle von

ten, die Banken horten ihr Geld oder parken

und Geschäftsführer der Kahlenberg AG.

Kindern unter fünf Jahren passieren

es selbst zu Negativzinsen bei der EZB. Dies

Bereits vor Jahren prägte der economist da­

dabei in den eigenen vier Wänden. Laut

werde über kurz oder lang zu signifikanten

für den Begriff der Ketchup-Inflation. Wer

dem Kuratorium für Verkehrssicherheit

Marktreaktionen führen, so Valek.

die beliebte Tube zu Hause hat, kennt das

stürzt etwa alle drei Wochen ein Kind

Valek ist ein moderner Vertreter der Österrei­

Prinzip: Zuerst kommt lange nichts und dann

sogar aus dem Fenster. Dr. Walter Schie­

chischen Schule der Nationalökonomie, die

alles auf einmal. Wann dies sein kann, könne

ferer, Vorstandsvorsitzender der Tiroler

im Wien des späten 19. Jahrhunderts ihren

man nicht vorhersagen, üben sich die beiden

Versicherung: „Schon ein kurzer Mo­

Ausgang nahm. Im Gegensatz zum Main­

modernen Austrians in Zurückhaltung, wenn

ment, in dem wir unser Kind bei geöff­

stream ermöglicht diese Denkschule eine

es um Prognosen und Market-Timing geht.

netem Fenster oder offener Balkontür

ganzheitliche Sicht auf Finanzmärkte und

Daher haben sie ihr Portfolio so aufgebaut,

unbeaufsichtigt lassen, kann für einen

Realwirtschaft unter Berücksichtigung des

dass es in jedem Marktumfeld stabile Erträ­

folgenschweren Unfall ausreichen. Des­

gegenwärtigen Geldsystems. Ihre Schüler

ge liefert. Je nach Marktlage bringen Aktien,

halb appellieren wir an alle Eltern: Un­

waren stets erfolgreich bei der Antizipation

Anleihen, Rohstoffe oder Trendfolger ihren

terschätzen Sie nicht die Gefahr – auch

wesentlicher volkswirtschaftlicher Ereignis­

Renditebeitrag oder sorgen für Stabilität und

wenn Ihr Kind noch klein ist.“

se. So prognostizierten „Austrians“ die große

Risikoausgleich. Jährliches Rebalancing sorgt

Vorsorge in diesem Bereich ist denkbar

Depression, das stagflationäre Umfeld der

gleichzeitig für antizyklisches Investieren,

einfach. Um nicht auf regelmäßige Fri­

1970er-Jahre sowie das Platzen der Dotcom-

was ebenfalls zur Verbesserung der Risiko-Er­

schluftzufuhr verzichten zu müssen,

und Immobilienblase. Zeitgenössische Ver­

trags-Relation beiträgt.

bietet sich der Einbau eines verschließ­

er Kinder hat, weiß: Auch wenn man noch so sehr aufpasst, passieren kann

immer was. Weil’s manchmal einfach (zu)

baren Fenstergriffes an. Damit kann das gesicherte Fenster nicht weiter als zehn Zentimeter geöffnet werden. Dennoch sollte man sein Kind beim Lüften niemals unbeaufsichtigt lassen. Entfernen Sie am besten auch potenzielle „Kletterhilfen“ in der Nähe und legen Sie nichts auf Fens­ terbretter, das für die Kids von Interesse sein könnte, rät die Tiroler Versicherung.

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eco.geld

PERSONELLES

PETER TIEFENTHALER

GEPRÄGTE FREIHEIT

O

eNB­Direktoriumsmitglied Mag.Dr. Kurt Pribil spricht sich klar für die Bei­ behaltung des Bargeldes aus. Die Argumente der Bargeld­Kritiker seien nicht schlüssig und auch der nach wie vor steigende Bargeldumlauf zeige, dass dem

Bargeld nach wie vor eine wesentliche Funktion im Zahlungsverkehr zukommt. Insbe­ sondere im Zusammenhang mit dem Aufkommen von Negativzinsen trete aber eine weitere wichtige Funktion des Bargeldes wieder vermehrt in den Vordergrund, nämlich die Wertaufbewahrungsfunktion. Ohne Bargeld wären die Bürger einem Absenken des Zinssatzes auf Konten und Sparbüchern ausgeliefert. „Bargeld ist geprägte Freiheit“, zi­ tierte Pribil dazu den russischen Dichter Fjodor M. Dostojewski. Auch wenn die Abschaf­ fung des Bargelds immer wieder diskutiert wird, so glaubt der OeNB­Direktor nicht, dass es jemals dazu kommen werde. In Europa bräuchte es dazu einen einstimmigen Be­ schluss des EU­Rates. Auch satte 95 Prozent der Tiroler Unternehmer sprechen sich laut Wirtschaftskammer gegen die Abschaffung des Bargeldes aus, 69 Prozent halten eine Obergrenze für nicht sinnvoll. Hauptgrund: Verlust der Privatsphäre.

IMMOBILIEN & GOLD BEI ANLEGERN WEIT VORN

D

Seit 1. Mai hat der studierte Betriebswirt Peter Tiefenthaler (46) die Leitung für den Bereich Private Banking bei der Tiroler Sparkasse übernommen. Er verantwortet damit künftig alle Finanzdienstleistungen der vermögenden Privatkunden des Hauses. Tiefenthaler ist bereits seit über 20 Jahren in der Tiroler Sparkasse und konnte in den unterschiedlichsten Positionen Praxiserfahrung sammeln. Er war zuletzt über 13 Jahre lang Leiter der Regionaldirektion Mitte, die heute einen der Kernbereiche des Privatkundengeschäfts der Tiroler Sparkasse darstellt. Der gebürtige Kitzbüheler setzt auf Langfristigkeit und eine nachhaltige Investmentstrategie: „Mit der richtigen Anlagestrategie und vor allem der richtigen Beratung lassen sich auch heute noch schöne Ergebnisse erzielen.“

as anhaltend niedrige Zinsniveau hinterlässt deutliche Spuren. Zum ersten Mal liegen Wohnimmobilien bei Spar­ und Anlageformen auf der Beliebt­ heitsskala in Österreich ganz oben (37 %). Auch der Kauf von Grundstücken

gewinnt zunehmend an Attraktivität und landet mit 32 Prozent auf Rang zwei. Paral­ lel dazu verlieren die traditionell beliebtesten Anlageformen ihren Reiz. So mussten der Bausparvertrag und das Sparbuch deutliche Einbußen hinnehmen und rangie­ ren nur mehr auf Rang drei bzw. fünf. Dazwischen hat sich das Gold gedrängt, das mittlerweile ebenfalls fast jedem Dritten als Anlageform attraktiv erscheint. Für Se­ bastian Huchler, Finanzmarktforscher der GfK, ist das kein überraschendes Ergeb­ nis: „Aufgrund der niedrigen Zinsniveaus liegt die Sparquote auf einem absoluten Minimum. Der Anreiz, in traditionelle Sparprodukte zu investieren, ist daher äußerst gering.“ Das niedere Zinsniveau und die ökonomischen Unsicherheiten spiegeln sich auch bei der klassischen Altersvorsorge wider. Sowohl die private als auch die staat­ lich geförderte Pensionsvorsorge verlieren weiter an Attraktivität. Die staatliche Vor­ sorge lag 2011 bei einem Spitzenwert von 22 Prozent, heute sind nur noch zehn Pro­ zent davon übrig. Im Gegenzug dazu betrachten immer mehr Österreicher das „Zuhause­Sparen“ als attraktive Alternative zu gängigen Bankprodukten. Seit Beginn der Finanzkrise 2008 gewinnt das Sparschwein stetig an Bedeutung. Auch das ist für Huchler eine schlüs­

chten betra 37 % bilien immo Wohn e traktiv als at m r o f e Anlag

sige, wenn auch bedenkliche Entwicklung: „Bei den aktuellen Diskussionen um Ne­ gativzinsen ist es wenig verwunderlich, wenn die Menschen ihr Geld lieber unter der Matratze horten, als es zur Bank zu bringen.“ Nach wie vor nur für jeden zehn­ ten Österreicher sind Aktien oder Investmentfonds als Anlage attraktiv.

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eco.geld

Geld ist ein Vertrauensgeschäft

© JULIA TÜRTSCHER

Seit 1. April ist Dr. Johannes Ortner neuer Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Landesbank Tirol AG. Sich selbst sieht er nicht als typischen Banker, auch ins Bankgeschäft kam er eher zufällig. Dennoch weiß er sehr genau, wo er mit der Bank hinmöchte. Zurück zu den Wurzeln nämlich. // TEXT: MARINA KREMSER


eco.geld

E

igentlich wollte er Wirt­ schaftsanwalt werden, doch

„BANKEN SIND WIRTSCHAFTSUNTERNEHMEN UND SOLLEN AUCH UNTERNEHMERISCHE ENTSCHEIDUNGEN TREFFEN DÜRFEN.“ Dr. Johannes Ortner

es war just eine deutsche Bank, die es ihm ermög­ eine sehr gute ist. Raiffeisen war in der Ver­

Welche Rolle spielen in diesem Zusammen-

den USA zu sammeln. Diese Möglichkeit hat

gangenheit ein wesentlicher Wirtschafts­

hang Onlinebanken und werden sie für

Dr. Johannes Ortner ergriffen und das Rad

faktor in Tirol. Das wird auch so bleiben.

Raiffeisen zum Problem?

hat sich zu drehen begonnen. „Ich habe von

Unsere größte Stärke ist die Regionalität

Onlinebanken sind in der technologischen

Beginn an eine sehr interessante Kunden­

und an dieser halten wir auch in Zukunft

Entwicklung weit voran. Deshalb müssen wir

gruppe kennenlernen dürfen – große Unter­

fest.

sie natürlich ernst nehmen. Und keine Fra­

licht hat, Erfahrungen in

ge: Die täglichen Bankgeschäfte müssen ein­

nehmen. Das bot mir einen fantastischen Einstieg in das Bankgeschäft. Das war quasi

Tirol galt generell als overbanked, viele

fach, unkompliziert und mit möglichst we­

sofort die Königsklasse. Die Zeit in den USA

Banken haben bereits Filialen geschlossen.

nig Kosten verbunden sein. Diese Vorgaben

war extrem lehrreich, in fachlicher wie in

Raiffeisen bleibt in der Fläche. Wie lange

spielen Direktbanken hervorragend. Wir als

menschlicher Hinsicht, denn ich habe vor al­

wird man sich dieses System noch leisten

Raiffeisen verstehen uns aber nicht als reiner

lem eines gelernt: Dass man selbst mit den

können?

Abwickler für den Zahlungsverkehr. Wir ver­

größten Unternehmern auf persönlicher

Ich finde die Aussage „in der Fläche bleiben“

stehen uns als jemand, der seine Kunden bei

Ebene kommunizieren muss“, sagt Ortner.

etwas unpräzise. Wir sind zwar flächende­

den wesentlichen Geldfragen im Leben be­

Generell ist der gebürtige Salzburger und

ckend tätig, aber unsere Kernkompetenz ist

gleitet und dafür braucht es Vertrauen. Diese

dreifache Familienvater einer, der die Men­

die persönliche Nähe zu den Menschen. Ich

Art von Geschäften kann Direktbanken oder

schen mag und damit auch den Genossen­

bin überzeugt, dass Vertrauen nur durch

Fintechs nie so gut gelingen wie uns. Selbst­

schaftsgedanken. Dieser führte ihn unter

persönliche Interaktion, durch Gespräche,

verständlich müssen wir unsere Hausaufga­

anderem zur DZ Bank nach Frankfurt und

durchs Zusammenkommen entstehen kann.

ben machen, das ist uns bewusst. Aber wenn

München, das genossenschaftliche Spit­

Und dieses Vertrauen ist die Grundvoraus­

wir unsere Linie beibehalten, haben wir auch

zeninstitut in Deutschland, in der Wertehal­

setzung, wenn man mit jemandem über sein

in Zukunft viele Möglichkeiten. Wir müssen

tung den Raiffeisenbanken also sehr ähn­

Geld spricht. Es geht also nicht in erster Li­

die Digitalisierung ernst nehmen, mit den

lich. Dieser Linie ist Ortner treu geblieben

nie um das Bankgebäude an sich, sondern

Standards Schritt halten, aber unser großer

– noch mehr nach einem Abstecher in die

um die Menschen dahinter.

Vorteil ist die persönliche Beziehung. Das

Welt des Investmentbankings, dessen Mo­

Ich mache mir über die Zukunft keine allzu

können wir am besten.

ralvorstellungen so gar nicht zu den seinen

großen Sorgen, wir müssen es jedoch schaf­

passen wollten. Er kehrte zurück in den Ge­

fen, die Kosten, die mit dieser Dezentralität

Nach wie vor geistert das Wort „Kreditklem-

schäftsbankbereich und ist nach zehnjähri­

verbunden sind, im Griff zu behalten. Das

me“ durch die Wirtschaft. Wie empfinden

ger Tätigkeit in der Raiffeisenlandesbank

wird eine Herausforderung sein.

Sie die Situation diesbezüglich? Hemmen strenge Regularien und Auflagen die Kredit-

Vorarlberg nun in Tirol angekommen.

vergabe weiterhin oder handelt es sich tat-

ECO.NOVA: Sie sind bei Raiffeisen geblieben, weil die Bank mit Ihren eigenen Werten kompatibel ist. Inwieweit möchten Sie die strategische Ausrichtung dennoch beeinflussen?

DR. JOHANNES ORTNER: In erster Linie geht es mir neben der Strategie für die Raiff­ eisen Landesbank, für die ich als Vorstand hauptverantwortlich bin, auch darum, als Sprecher der Raiffeisen­Bankengruppe Tirol den gesamten Sektor voranzubringen. Wir möchten als Landesbank mit unseren 73 Raiffeisenbanken weiterhin eine Vorrei­ terrolle im Land haben. Nur wenn wir ge­ meinsam an einem Strang ziehen, werden wir die Herausforderungen der Zukunft be­ wältigen. Es ist mir wichtig, dazu alle Tiro­ ler Raiffeisenbanken in ein Boot zu holen. Und ja, ich möchte etwas verändern, aber es behutsam angehen. Dieses Jahr nutze ich zum Sichten und Zuhören. Ich schaue mir die Ist­Situation genau an, die jetzt schon

ZUR PERSON

Dr. Johannes Ortner, geb. 1966 in Salzburg, studierte Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre in Salzburg, Linz und Oxford. Nach einer Vorstandsassistenz bei der Volksbank Salzburg sowie einem Firmenkunden-Traineeprogramm und der Großkundenbetreuung bei der DG Bank AG in Frankfurt leitete er diverse Firmenkundenabteilungen bei der DG Bank und später bei der DZ Bank in Frankfurt und München. Ab 2005 war er Vorstandsmitglied der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg, ab 2009 ihr stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Neben der Leitung der Raiffeisenbank in Bregenz und des Firmenkundengeschäfts hatte Ortner auch die Verantwortung für den Beteiligungsbereich und das Treasury. Er ist außerdem Autor von Fachbüchern und Publikationen u. a. zu den Themen Geldwäsche und Bankgeheimnis sowie Dozent für Genossenschaftswesen an der Fachhochschule Dornbirn.

sächlich um ein „Nachfrageproblem“? Ich sehe die Thematik zweigeteilt. Ich glau­ be nicht – und auch Statistiken zum Kredit­ wachstum zeigen es –, dass es momentan oder in näherer Vergangenheit eine Kredit­ klemme gab. Es ist tatsächlich so, dass die Nachfrage eher gering ist und die Investi­ tionsbereitschaft der Unternehmen über­ schaubar. Es fehlt schlichtweg die Stimmung und damit Motivation für Investitionen, ge­ prägt sicherlich auch durch geopolitische Faktoren oder die aktuelle Europakrise. Wenn Länder darüber nachdenken, aus dem Euro auszusteigen, führt das unter Unternehmern nicht unbedingt zu Jubelstürmen. Wir müs­ sen dringend zu einer gemeinsamen europä­ ischen Wirtschaftspolitik zurückfinden und dürfen nicht in Nationalismen zerfallen. Hier nützt es auch wenig, dass die Europäische Zentralbank den Zins auf Null stellt. Nur weil es billiges Geld gibt, hat noch kaum jemand investiert. Unternehmer investieren dann,

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eco.geld

wenn sie das Gefühl haben, dass sich ihre In­ vestition über kurz oder lang rechnet. Auf der anderen Seite sorgen Regularien, die in der

„WIR MÜSSEN DIE DIGITALISIERUNG ERNST NEHMEN, MIT DEN STANDARDS SCHRITT HALTEN, ABER UNSER GROSSER VORTEIL IST DIE PERSÖNLICHE BEZIEHUNG. DAS KÖNNEN WIR AM BESTEN.“ Dr. Johannes Ortner

Bankenbranche immer mehr um sich grei­ fen, für ein schwieriges Ertragsverhältnis. Mit der Nullzinspolitik lässt sich als Bank kaum mehr Geld verdienen. Gleichzeitig sollen Ban­ ken über ihren Ertrag ihre Kernkapitalquoten nach oben bringen. Das ist ein Widerspruch in sich und führt aus meiner Sicht dazu, dass vor allem Banken, die mit Kapitalproblemen zu kämpfen haben, à la longue weniger Kre­ dite vergeben können. Sollte es dann zu einer vermehrten Nachfrage kommen, kann das durchaus zu einem gewissen Wachstums­ hemmer für die Wirtschaft werden. Es geht also darum, wieder eine Balance herzustellen. Welche Bedingungen brauchen Banken, um in Zukunft noch wirtschaftlich agieren zu können? Banken sind Wirtschaftsunternehmen und sollen auch unternehmerische Entscheidun­ gen treffen dürfen. Wir sind momentan auf einem Weg, in dem Banken einer Planwirt­ schaft unterworfen, in dem unternehmerische Freiheiten zurückgedrängt werden und das Erfüllen von Vorgaben im Vordergrund steht. Die Gefahr ist, dass alle Banken in einen Topf geworfen werden. Alle werden auf dieselbe Weise reglementiert – egal ob internationaler © JULIA TÜRTSCHER

Konzern oder Regionalbank. Gleichzeitig sind wir verpflichtet, in einen europäischen Ban­ kensicherungsfonds einzuzahlen, der dafür sorgen soll, dass keine Bank in die Insolvenz schlittert. Wir sorgen also für unsere Mitbe­ werber vor, damit der Steuerzahler nicht zum Handkuss kommt. Der Grundgedanke, den Steuerzahler nicht zu belasten, ist an sich ein

Ich habe das Gefühl, dass unser Banken­

Das führt dazu, dass auch Österreich früher

guter. Aber wegen ein paar schwarzer Schafe

platz in den vergangenen zwei Jahren durch

oder später finanziellen Schaden erleiden

eine ganze Branche in Sippenhaft zu nehmen,

eine wenig beherzte und klare Politik rund

wird, weil sich jede österreichische Bank seit

war noch nie klug. Ich habe Wirtschaft bisher

um Hypo Alpe Adria und Heta erheblichen

ein, zwei Jahren wesentlich teurer refinan­

derart verstanden, dass in einem Wettbewerb

Schaden genommen hat. Deutschland zum

zieren muss. Das zahlt am Ende dann doch

Unternehmen auch pleitegehen dürfen. Das

Bespiel war immer ein beliebter Investoren­

wieder der Kunde, also der Steuerzahler. Das

ist der normale Kreislauf einer funktionie­

markt für österreichische Banken. Viele deut­

ist aus meiner Sicht ein Punkt, den die Politik

renden Wirtschaft. Ein Guter überlebt, ein

sche Investoren machen momentan aber ei­

völlig ausklammert, indem sie versucht, den

Schlechter scheidet aus. Das ist im Banken­

nen großen Bogen um Österreich. Sie fühlen

Staatshaushalt zu entlasten, aber die Maß­

sektor künftig nicht mehr möglich und diese

sich, als hätten wir ihr Vertrauen mit Füßen

nahmen so setzt, dass der Steuerzahler eben

Entwicklung erachte ich als gefährlich. Es mag

getreten, und wer weiß, wann dieses Vertrau­

über andere Wege zur Kasse gebeten wird.

sein, dass in der Vergangenheit zu wenig ein­

en wieder vollständig da ist. Man muss sich

Dieser Vertrauensschaden, den Österreich

gegriffen wurde, aber momentan gehen wir in

auch in die Situation der Gläubiger versetzen:

eingefahren hat, lässt sich schwer quantifi­

die komplett entgegengesetzte Richtung und

Ihnen wurde ein mündelsicheres Wertpapier

zieren, ist aber mit Sicherheit um ein Vielfa­

ich fürchte, dass man diese Einschränkungen

verkauft, eines der sichersten Produkte, und

ches höher als die kolportierten Milliarden,

auch volkswirtschaftlich spüren wird.

dann führen genau diese Papiere bei man­

die die Politik in den Mund nimmt. Vertrauen

chen Banken zur höchsten Wertberichtigung

ist das Instrument, mit dem Banken agieren.

Wie schätzen Sie die Entwicklungen des

ihrer Unternehmensgeschichte. Ich kann ver­

Die ganze Branche muss dringend versuchen,

Bankenplatzes in den vergangenen Jahren

stehen, dass so mancher einen dicken Hals

das wieder in richtige Bahnen zu lenken.

und in näherer Zukunft ein – auch in der

auf ein Land hat, das ihm durch eine Anlass­

Selbst die nun in Aussicht gestellte Einigung

Außenwirkung?

gesetzgebung riesige Einbußen beschert hat.

ändert am Schaden nichts mehr. 

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„Jeder Erfolg beginnt mit einer genutzten Chance“ Die Ergebniskurve der Hypo Tirol Bank zeigt nach turbulenten Jahren weiter nach oben. Trotz HETA­Schuldenschnitt und generell herausforderndem Branchenumfeld konnte die Bank 2015 ein solides Ergebnis einfahren. Vor allem der Firmenkundenbereich läuft gut. // TEXT: MICHAEL POSSELT

Diesbezüglich hatte ich selbst auch erst kürzlich mein persönliches Aha­Erlebnis, als ein Bekannter zu mir sagte: „Du bist seit Jahren der erste Banker, der von seinem Job schwärmt.“ Das klingt alles sehr positiv. Aber waren Sie und Ihre Abteilung nicht auch vom Stellenabbau und der damit verbundenen Unsicherheit und Unruhe betroffen? Wie gesagt, hat sich unser Geschäftsbereich sehr positiv entwickelt. Das hat auch alle Stellen in unserem Bereich gesichert. Können Sie diesen Erfolg mit weiteren

© JULIA TÜRTSCHER

Zahlen belegen?

Mag. (FH) Mario Zangerl, Leiter Firmenkunden Hypo Tirol Bank AG

E

Ja natürlich. Zum Beispiel haben wir die Anzahl der Neufinanzierungen und das Exportfinanzierungsvolumen verdoppelt. Dazu hat insbesondere unsere Kampagne „Impulse für Tirol“ beigetragen, durch die wir jährlich rund 100 Neukunden gewinnen konnten. Wie Sie vielleicht wissen, haben wir auch für das Jahr 2016 versprochen, 400

r ist der Leiter des Bereichs

uns großes Vertrauen entgegen. Dies liegt

Millionen Euro für die Tiroler Wirtschaft zur

Firmenkunden der Hypo

sicher auch an unserer Einstellung. Wir

Verfügung zu stellen.

Tirol Bank AG und Banker

möchten aus den Chancen, die sich unse­

aus Leidenschaft: Mag. (FH)

ren Kunden bieten, Lösungen entwickeln.

Welche Ziele streben Sie und Ihre

Mario Zangerl. Wir sprachen

Es kommt nicht selten vor, dass Mitarbeiter

Mitarbeiter weiter an?

mit ihm über den Anteil seiner Abteilung am

lange nach der Finanzierungsentscheidung

Ganz klar: Wir wollen unsere Erfolgsge­

Geschäftserfolg, Ziele und Kunden.

Fotos von gemeinsam realisierten Projek­

schichte weiterschreiben. Im Fokus unse­

ten schicken. Daran erkennt man, dass ih­

rer täglichen Arbeit steht daher die best­

ECO.NOVA: Die Hypo Tirol ist laut der

nen ihr Job Spaß macht, dass sie stolz auf

mögliche Betreuung unserer bestehenden

letzten Bilanzpräsentation auf einem guten

die Ergebnisse sind und ihre Tätigkeit für

Kunden. Schließlich sind wir uns der Ver­

Weg. Wie geht es dem von Ihnen verant-

sie mehr als einfach nur ihr Job ist. Genau

antwortung bewusst, die uns unsere Kun­

worteten Firmenkundengeschäft?

das spüren auch unsere Kunden. Ich bin

dinnen und Kunden übertragen haben.

MARIO ZANGERL: Die Entwicklung

überzeugt, dass das eine unserer Stärken

Aber wir werden auch weiter aktiv auf neue

des Firmenkundenbereiches ist seit Jah­

und ein wichtiger Baustein für unseren Er­

Kunden zugehen, die auf der Suche nach

ren sehr gut. Die Tiroler Kunden bringen

folg ist.

einem erfahrenen und verlässlichen Part­

80

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ner für ihre Zukunftsprojekte sind. Unser

alle Beteiligten Klarheit und Transparenz.

Ziel ist es, mit allen Tiroler Unternehmen in

Und vor allem sind wir uns alle bewusst,

Kontakt zu stehen.

dass wir von diesem Geschäft leben. Des­ halb wollen auch unsere Riskmanager ein

Insbesondere von Kundenseite hört man

Geschäft eher machen als es verhindern.

nach wie vor, dass es schwierig ist, Kredite zu bekommen. Inwieweit sind Sie durch

Kann sich dies folglich in der

die EU-Regularien und Vorschriften

Risikovorsorge negativ auswirken?

eingeschränkt?

Nein, im Gegenteil. Sie können das auch

Natürlich gibt es zahlreiche Rahmenbedin­

in unserer Bilanz nachlesen. In Österreich

gungen, die Banken erfüllen müssen. Allen

haben wir diesbezüglich seit Jahren über­

voran Kapital- und Liquiditätsvorschriften.

durchschnittlich gute Werte.

Da wir alle Kennzahlen sehr komfortabel

„WIR WOLLEN UNSERE ERFOLGSGESCHICHTE WEITERSCHREIBEN. IM FOKUS UNSERER TÄGLICHEN ARBEIT STEHT DAHER DIE BESTMÖGLICHE BETREUUNG UNSERER BESTEHENDEN KUNDEN.“ Mag. (FH) Mario Zangerl

erfüllen, ist es für uns kein Problem, Tiro­

Womit wollen Sie Ihre Kunden heuer

ler KMUs bei der Umsetzung ihrer Ideen

noch begeistern?

und Projekte zu unterstützen. Das ist un­

Wir bemühen uns ständig, unser Angebot

sere Kernaufgabe als Tiroler Landesbank.

an den Erwartungen unserer Kunden aus­

Aber ja, wir analysieren Risiken sehr genau

zurichten und Finanzgeschäfte bequemer,

– auch im Interesse unserer Kunden. Das ist

einfacher und moderner zu gestalten. Ge­

unsere Verantwortung, denn wir haben im­

rade haben wir ein neues Beratungskon­

mer langfristige Erfolge im Blick.

zept entwickelt, das moderne Technologien integriert. So können unsere Mitarbeiter in

Oft unterscheidet sich hier die Sichtweise

Zukunft mit ihren Kunden interaktiv via Ta­

des Kundenbetreuers von jener des

blet oder Smartphone den Beratungsprozess

Riskmanagers.

begleiten.

In manchen Fällen mag das sein. Wir haben

Eine weitere Produktinnovation steht für

jedoch klar definierte Richtlinien, in deren

die kommenden Monate an. Hierzu kann ich

Rahmen wir uns bewegen. Das schafft für

aktuell aber leider noch nicht mehr sagen. 

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Art Kunst & Kultur

I

m September 2003 wurde in Stumm im Zillertal der Verein „stummer schrei“ gegründet, um einen wichtigen (vielleicht auch, weil bis dato kaum vorhan-

denen) Gegenpol zur traditionellen Kultur einzurichten. Nicht, um das kulturelle Kuturgut in Frage zu stellen, sondern um das Spektrum zu erweitern und etwas abseits des Mainstreams zu unterhalten. Bis heute hat das Kulturfestival eine erstaunliche Erfolgsgeschichte geschrieben und ist zu einer regionalen Institution geworden, die auch international viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Vom 11. Juni bis 7. August finden im Rahmen des Festivals auch heuer wieder zahlreiche Veranstaltungen rund um

Kulturfestival Musik, Theater und Unterhaltung statt. Im Mittelpunkt steht dieses Mal das Theaterstück „Märzengrund“ von Felix Mitterer. Das Stück beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich vor noch nicht allzu langer Zeit im – passenderweise – Zillertal ereignete. Neben dem Hauptstück finden in Form eines Mobiltheaters auch Gasttheaterspiele statt, die Tiroler Geschichten erzählen und Einblicke in Zeitzeugnisse einzelner Persönlichkeiten gewähren. Das vielseitige Musikprogramm des diesjährigen „stummer schrei“ wurde unter der Leitung von Helmut Sprenger organisiert und bietet Veranstaltungen verschiedener Genres – von Rock- und Popkonzerten internationaler Musikgruppen über einheimische Ausnahmetalente an verschiedensten Instrumenten bis hin zu Aufführungen bekannter Musiker aus dem klassischen Bereich. Zusätzlich finden 2016 verschiedene Veranstaltungen zum Thema „200 Jahre Zillertal“ statt: Konzerte des akustischen Ensembles JÜTZ oder der Musikgruppe Los Dos y Compañeros zum Beispiel, das Volksensemble Lala gibt Kinderkonzerte. Eröffnet wird der „stummer schrei“ am 11. Juni um 20.15 Uhr mit dem Sommernachtsball im Landgasthof Linde. // Weitere Infos zum Programm sowie Tickets unter www.stummerschrei.at • Oben: Märzengrund (Hauptstück): Ein Bauernsohn geht ins Gebirge und kehrt 40 Jahre nicht in die Zivilisation zurück. Was steckt hinter einer solchen Entscheidung? Wie sieht sein Leben aus, geprägt von Einsamkeit und der Erbarmungslosigkeit der Natur? Das neue Stück von Felix Mitterer, das er eigens für „stummer schrei“ schrieb, erzählt die wahre Geschichte eines Zillertalers, der Gesellschaftszwang und Traditionen hinter sich ließ, um in der Natur sein eigenes glückliches Leben zu führen. // Premiere am 16. Juni um 20 Uhr im Festival-Stadl • Mitte: Los Dos y Compañeros – seit 20 Jahren in der deutschsprachigen Musikszene unterwegs, verknüpfen sie ihre Freude an lateinamerikanischer Musik mit ihrem Spaß an bayrisch erzählten Liedern. // 28. Juli um 20.15 Uhr im Festival-Stadl • Unten: Skyshape – spielt Volksmusik, nur anders. Die vier jungen Tiroler zählen zu den Geheimtipps der Tiroler Rockszene. Die Musik ist eine Mischung aus Rock, Post-, Hardcore- und Progressive-Rock. // 17. Juni um 20.15 Uhr im Festival-Stadl

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© THOMAS SCHROTT

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© GÜNTER KRESSER

Hans Weigand, Surfer aus dem 16. Jh., 2015 Mischtechnik auf Holz (Druckstock) Courtesy Gabriele Senn Galerie, Wien

KULTURGENUSS HANS WEIGAND: AFTER THE GOLD RUSH

S

K

ürzlich präsentierte Intendant Johannes Reitmeier den Spielplan für die Saison 2016/17 des

Tiroler Landestheaters. Reitmeier will sich

eit 40 Jahren ist Hans Weigand ein Querdenker der Malerei, der nahezu alle zur Ver-

dabei verstärkt dem gern unterschätzten

fügung stehenden künstlerischen Ausdrucksformen in seinem Schaffen einbindet.

Genre Musical widmen und unter ande-

Dieser Experimentiergeist führte den gebürtigen Tiroler in den letzten Jahren unter

rem selbst das vom verstorbenen Opern-

anderem zum Holzschnitt. Großformatige Druckstöcke stehen auch im Zentrum der aktu-

direktor Roger E. Boggasch komponierte

ellen Ausstellung in der RLB Kunstbrücke – noch zu sehen bis 26. August 2016.

Werk „Nostradamus“ in memoriam seines

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Weigands trügerische Motive wie Wellen und Wel-

langjährigen künstlerischen Weggefähr-

lenreiter, die seit Jahrzehnten seine ständigen Begleiter sind. In ungewohnter Kombina-

ten inszenieren (Premiere im Dezember).

tion von historischen und gegenwärtigen Vorlagen schäumen tosende Wogen und lassen

Für die Titelrolle konnte Musicalstar Uwe

Surfer durch die Lüfte fliegen. Diese stürzen ins Ungewisse, sind Synonym für Unabhän-

Kröger gewonnen werden. Zudem setzt

gigkeit und Risikobereitschaft gleichermaßen. Weigand konterkariert das Image der Sur-

Reitmeier die opulente Rockoper „Every-

ferkultur, überzeichnet es mit antiken Mythologien und kippt die Kehrseite des ewigen

man“ in Szene.

Sommertraums hervor. „Mit Hans Weigand dürfen wir einen der vielseitigsten Tiroler

Die Spielzeit beginnt traditionell mit dem

Künstler nun in unserer RLB Kunstbrücke präsentieren. Das Besondere ist, dass er für

Großen Theaterfest am 18. September, das

die Ausstellung großteils eigene Werke geschaffen hat“, freut sich Johannes Ortner, Vor-

ein reichhaltiges Angebot für alle großen

standsvorsitzender der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG.

und kleinen Theaterfans bei freiem Eintritt bereithält. Man darf sich auch 2016/17 wieder auf viel Schauspiel, Musik und

Silvia Höller, Leiterin der RLB Kunstbrücke, und einem Gespräch mit Hans Weigand,

Tanz sowie das Konzertprogramm des

geführt von Felicitas Thun-Hohenstein. Öffnungszeiten der Ausstellung:

Tiroler Symphonieorchesters (Bild) freuen.

Mo. bis Do. von 8 bis 16 Uhr, Fr. von 8 bis 15 Uhr; Eintritt frei

// www.landestheater.at

© BASTIAN ACHARD

// Zur Ausstellung erscheint der gleichnamige Katalog mit einem Textbeitrag von

ALTE MUSIK MODERN WIE NIE

Z

Alessandro De Marchi, künstlerischer Leiter der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, und Geigerin Ann Sophie Mutter, die bei den Meister&Kammerkonzerten spielen wird.

um 40-Jahr-Jubiläum der Innsbrucker Festwochen der Alten

Die Meister&Kammerkonzerte Innsbruck 2016/17 werden heuer indes

Musik kommen unter dem Motto „Tragicommedia“ alle Saiten

von der deutschen Geigerin Ann Sophie Mutter angeführt. Sie steht

der Musik aus Renaissance, Barock und Klassik zum schwin-

einer Reihe weiterer starker Künstler vor, die für eine abwechslungs-

gen. Festwochenleiter Alessandro De Marchi hat dafür unter ande-

reiche Saison sorgen werden. Dabei wird es heuer very british – Wie-

rem mit „Il matrimonio segreto“ eine der populärsten Opernkomödi-

derkehr von Sir John Eliot Gardiner inklusive.

en ausgesucht.

// www.altemusik.at, www.meisterkammerkonzerte.at

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Serie

Teil 2

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“ Karl Valentins Satz klingt zwar etwas abgedroschen, doch trifft er die teilweise lapidare Beziehung zwischen Galerist und Künstler. Beides Schöngeister, die sich auf eine Art „Hassliebe“ einlassen zwischen Engagement, Idealismus und Geschäftssinn. Ein Blick auf die Verbindungen zwischen Galerie, Kunstmarkt und Künstler. // TEXT: JULIA SPARBER

© BIRGIT KOELL

Stefanie Moser-Maier und ihre Mutter Mina Maier vor Lois Anvidalferei’s Skulpturengruppe „Pietá“

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Y

vonne Schwarzer, Herausgeberin der Broschüre

bekannter Künstler um 2.000 Euro anzubieten und in zwei Jahren

„Über die Kunst, Kunst zu verkaufen“, beschreibt

25 Stück davon zu verkaufen. So bleibt dem Galeristen ein Erlös von

Galeristen „als Künstler unter den Kaufleuten“,

25.000 Euro und der Bekanntheitsgrad des Künstlers sowie seine

die ein breites Spektrum abdecken: Sie sollen ri-

Verbreitung erhöhen sich automatisch.

sikofreudig, überzeugend, dynamisch, geschäfts-

Prinzipiell müssen Galerien wie andere Unternehmen kalkulieren:

tüchtig und visionär sein. Im Atelier des Künstlers sollen sie sensibel

Mieten, Wareneinkauf, Transporte, Versicherungen, Mitarbeiter, Wer-

zuhören, am Messestand überzeugend auftreten. Der Galerist müs-

bung, Druckkosten, Steuern, eigener Lebensunterhalt ... Daraus er-

se ein „Klinkenputzer“ sein, der auch den wenig kunstsinnigen Poli-

gibt sich eine gewisse Spanne, deren Erfolg wiederum von der Qua-

tiker überzeugen kann, die Arbeit X für die Stadt Y anzukaufen. Für

lität des Angebots und der Nachfrage abhängt. „Darin liegt die Crux.

Stefanie Moser-Maier sind diese Zuschreibungen „Klischees, die nur

Die Entwicklung von Kunst kann nicht im Vorhinein bestimmt wer-

bedingt zutreffen. Den Galeristen gibt es nicht!“. Vor Verallgemeine-

den. Ich finde es unseriös, wenn jemand genau prognostizieren will,

rungen solle man sich hüten. Es steht jedem Künstler frei, sich auf

dass die Arbeiten des Künstlers X im Jahre Y so und so viel an Wert

das „Geschäftsmodell Galerie“ einzulassen oder nicht.

gewinnen werden“, meint Moser-Maier.

Win-win-Situationen

Ein „würdiger“ Kunstskandal

Im Geschäftsmodell sind Parameter vorgesehen, die jedoch indivi-

Viele Künstler vermarkten sich lieber selbst und wollen frei blei-

duell eingesetzt werden und nicht einfach anzuwenden sind, denn

ben in ihren Entscheidungen, für wen und wo sie ausstellen wollen.

Kunst- und Marktwert sind nie identisch. Prinzipiell errechnet

„Trotzdem wirkt der Kunsthandel eher vermittelnd als entfrem-

der Galerist mit dem Verfahren Höhe + Breite x Preisfaktor = € XX.

dend“, schreibt der Soziologe Arnold Hauser. „Die Galerie schafft ei-

Doch wer bestimmt, ob der festzulegende Preisfaktor richtig ist

ne beständig interessierte Klientel und entlastet den Künstler vom

und zu rasendem Absatz führt?

Buhlen um die Kunst des Publikums.“

Natürlich sollte der Galerist den regionalen und überregionalen

Zeitweise schützt der Galerist den Künstler aber auch vor der Wir-

Markt einzuschätzen wissen. „Es wird keine Win-win-Situation

kung seiner Kunst. Hier sei an den „Skandal“ erinnert, die Lois An-

zustande kommen, wenn eine Arbeit eines jungen Künstlers um

vidalfereis Skulptur „Ecce homo“ im Jahre 2012 ausgelöst hat. Die

10.000 Euro angeboten, jedoch nur alle zwei Jahre verkauft werden

Skulptur zeigt drei nackte Männer, die an Seilen aufgehängt vor

kann“, erklärt Gottfried Schmidt. Besser ist es, Arbeiten noch un-

der Wiltener Basilika installiert wurden und an die existenzielle Bedrohung des Menschen durch Gewalt erinnern sollten. Die Figuren wurden von unbekannten Tätern abgeschnitten und auf den Boden gelegt. Diese Aktion wurde real nachgespielt, aufgenommen und als Video auf Youtube verbreitet. „Offenbar ließ diese radikale Skulptur nicht kalt“, erinnert sich Moser-Maier. Diesen Kunstskandal hätte der als scheu geltende Künstler Lois Anvidalferei sonst ganz persönlich austragen müssen. Die Galerie Maier wirkte durch achtsame Vermittlung, verbindlich und konstruktiv darauf ein, Kunst und Künstler konnten ihre Würde bewahren.

Fantastische Realisten In erster Linie müsse die menschliche Chemie zwischen Galerist und Künstler stimmen, um sein Werk gut an den Mann zu bringen. „Ich kenne viele Künstler seit meiner Kindheit. Mein Vater hatte eine intensive Beziehung, teilweise Freundschaften aufgebaut. Mit diesen Voraussetzungen kann man voll und ganz hinter Kunst und Künstler stehen.“ Galeristen werden teilweise als „fantastische Realisten“ bezeichnet, deren ideeller Einsatz und finanzieller Aufwand zumeist ihren wirtschaftlichen Erfolg übersteigt. Bei all dem Idealismus muss aber auch realistischer Geschäftssinn vorherrschen. Gottfried Schmidt sagt: „Ich biete nur an, was auch verkäuflich ist.“ Das Angebot richtet sich nach seiner jahrelangen Erfahrung und Marktkenntnis, die den potentiellen Interessenten, Käufer, als auch zukünftigen Sammler mit einbezieht. Gottfried Schmidt sieht sich als Galerist, der Kunst nicht fiktiv bewertet, sondern effektiv für zeitgenössisches Kunstschaffen einsteht. „Schließlich setze ich mit jeder Ausstellung auch mein Ansehen, meine Seriosität und letztlich auch mein Geld ein.“ Leider haftet den Galeristen oft der Geruch des „Kommerziellen“ an, obwohl sie grundsätzlich von einer ideellen Förderung von Kunstschaffen ausgehen und dieses erst entdecken und aufbauen müssen. Kulturpolitiker bemühen gerne die Klischees, dass Museen und

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Kunstvereine „unabhängig“ agieren, Galeristen jedoch immer den eigenen Vorteil im Auge haben. Gottfried Schmidt sieht darin eine „Ironie, die sich in den 1990er-Jahren

Galerist Gottfried Schmidt vor Arbeiten des Tiroler Künstlers Hellmut Bruch

entwickelte“. Damals wurden Ausstellungsmacher mit öffentlichen Geldern gefördert, die heute mit dem Bonus des „objektiven Experten“ am Markt agieren und zu den Galeristen in Konkurrenz stehen. Grundsätzlich sind Galerien für die Künstler eine große Förderchance. Wenn sich Galerist und Künstler gegenseitig respektieren und sich vertrauen, dann bleibt es kein fantastischer, sondern wird zum gewinnbringenden Realismus.

Kunstbarometer 2016 Im Anschluss finden Sie den 2. Teil unseres Kunstbarometers, im Zuge dessen einflussreiche Persönlichkeiten aus der Tiroler Kunstszene ihre Einschätzungen zum Kunstmarkt erklären. Wer zählt zu den Aufsteigern unter den jungen Künstlern in Tirol und wie wird ihre künstlerische Bedeutung bewertet? Welche schon erfolgreichen Künstler werden wohl noch erfolgreicher werden? Zum Ende erscheint die Auswertung der Fragen: Wer und was wurde wie oft genannt? Welche Verbindungen können hergestellt werden und was lernen wir daraus?

ALLGEMEINE REGELN ZWISCHEN GALERIE UND KÜNSTLER

Die Galerie übernimmt die Kosten für Ausstellungsräume, Personal, Transport, Druck und Versand von Einladungen, Vernissage, Versicherung der Werke, PR und Werbung. Bei einer längerfristigen Zusammenarbeit veranstaltet die Galerie im Abstand von drei bis fünf Jahren eine Ausstellung. Die Aufbauarbeit eines Künstlers braucht Zeit und Ausdauer, eine Publikation kann dabei enorm hilfreich sein. Die Kosten für einen Katalog müssen genau besprochen werden, manche Galerien übernehmen die Publikationskosten, der Künstler überlässt dafür im Gegenwert dazu einige seiner Arbeiten. Für den von einer Galerie vertretenen Künstler muss es selbstverständlich sein, dass er nicht in anderen Galerien ausstellen kann bzw. all seine Ausstellungsbeteiligungen mit dem Galeristen abspricht. Hat ein Künstler eine feste Galerievertretung, müssen alle Verkäufe über die Galerie abgerechnet werden. Günstigere „Atelierverkäufe“ sind somit nicht zulässig, auch hier gilt der gleiche Verkaufspreis wie in der Galerie.

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3 Fragen an … 1. Kunst ist ein entscheidender Impulsgeber für Veränderungen und Reformen. Welche inhaltlichen Trends dominieren die Kunst 2016? 2. Aufsteiger der jungen Kunstszene aus Tirol und die Einschätzung der künstlerischen Bedeutung für die Gegenwartskunst? 3. Welche österreichischen „Klassiker der Kunstszene“ könnten noch an Bedeutung und Wert gewinnen? Stefanie Moser-Maier Die Galerie Maier im Trapphof in der Inns-

künstlerischen Positionen verfolgt, die ein

brucker Maria-Theresien-Straße wurde 1973

eigenständiges, persönliches und visionäres

von Josef „Sepp“ Maier gegründet. Er ist im

Werk vorzuweisen haben. In den Räumen

Februar vergangenen Jahres überraschend

und im Innenhof des Palais werden jährlich

verstorben. „Mein Vater war ein Kunstfana-

zwischen zehn und zwölf Ausstellungen ge-

tiker, ich habe von klein auf einen außerge-

zeigt, die einen Einblick in das Galeriepro-

wöhnlichen Kunstbegriff erlernt“, so Toch-

gramm geben sowie Künstler in Personalen

ter Stefanie Moser-Maier, die seit seinem

vorgestellt werden.

Tod gemeinsam mit Mutter Mina die gleichnamige Galerie leitet. Große Tiroler Namen

1. Trends? „Kunst sollte keinen Trend

wie Herbert Boeckl, Artur Nikodem, Wil-

verfolgen, sie soll beständig sein. Ein Trend

helm Nikolaus Prachensky, Oswald Oberhu-

hat immer ein Ablaufdatum“, erklärt Mo-

ber oder Fritz Wotruba gehören sozusagen

ser-Maier. Sie nennt eine Darstellungsform,

zum „Stammrepertoire“ der Galerie, die sich

die in der klassischen Moderne als auch in

vorwiegend dem Bereich der Klassischen

der zeitgenössischen Kunst vorkommt und

Moderne und der zeitgenössischen Gegen-

dauerhaft im Trend liegt: Der Akt – eines der

wartskunst widmet. Neben dem Schwer-

ältesten, vielfältigsten und immer aktuel-

punkt Malerei wird auch die Bildhauerei mit

len Genres. Im 19. Jahrhundert wurde die


© BIRGIT KOELL

eco.art

bezeichnet die Galeristin auch den im Tren-

wirklich noch Geld machen“, so der Galerist,

tino lebenden Künstler Simone Turra. „Ein

der das Gespür für Kunstinvestitionen

Ausnahme-Bildhauer, der Stein und Holz in

vermitteln will.

Wechselwirkung bringt und kraftvoll strotzende Gestalten entstehen lässt.“ Auch er

2. Aufsteiger? Matthias Bernhard ist ein

stellt menschliche Figuren dar und steht für

junger Kitzbüheler Künstler, den Gottfried

große, aussagekräftige Handwerkskunst.

Schmidt heuer erstmals ausgestellt hat. „Er liefert weniger ein Motiv denn Motivation.“

3. Klassiker? Besonders die Tiroler Klas-

Seine Kunst geht über den Rahmen hinaus

siker wie Max Weiler, Alfons Walde, Gerhild

und gilt deshalb als besonders innovativ.

Diesner, Wilfried Kirschl oder Anton Tie-

Markus Bacher ist ebenfalls ein Beispiel

fenthaler zählen für Stefanie Moser-Maier

eines jungen Kitzbühelers, der erstmals in

zu den „ewigen Klassikern, weil ihre Kunst

der Galerie Schmidt präsentiert wurde und

als Kontrapunkt zu zeitabhängigen Trends

mittlerweile international zu den Aufstei-

gesehen werden kann.“ Die zahlreiche

gern zählt.

Präsenz der Galerie Maier auf Messen zeigt,

Ina Hsu, eine in Kufstein lebende Künstlerin

dass die großen Tiroler Namen zur guten

mit taiwanesischen Wurzeln, hat laut Gott-

Investition geworden sind. „Besonders bei

fried Schmidt ein Novum geschaffen: Sie stellt

den Klassikern ist Voraussetzung, dass sich

Tiere in Beziehung zu Menschen und Alltags-

der Sammler eine Beziehung zu Künstler

gegenständen. Ihr Werk wird laut Schmidt für

und Werk aufbaut und sich einliest, dann ist

Sammler noch sehr interessant werden.

diese Kunst immer ein Erfolg.“ 

Kevin Rausch wird von Schmidt als besonders talentierter, junger Künstler beschrie-

Gottfried Schmidt

ben, der sich intensiv mit dem Wandel unserer Gesellschaft beschäftigt: „Er malt

Seit 1993 existiert die Galerie Schmidt in

eine noch unbekannte, surreale Zukunft

Reith i. A., die zum bestehenden Kunst- und

und beeindruckt und erschreckt durch seine

Antiquitätenhandel gegründet wurde. 1998

realistische Vorstellung einer Apokalypse.“

kam die Galerie Goldener Engl in Hall dazu. Aktabbildung von religiösen, mythologi-

Gottfried Schmidt konzentriert sich vor-

3. Klassiker? Den oberösterreichischen

schen oder historischen Motiven befreit, wie

wiegend auf zeitgenössische österreichi-

Künstler Hubert Scheibl nennt Schmidt

die französischen Impressionisten Renoir,

sche Kunst bereits etablierter Künstler: Der

einen „herausragenden Vertreter einer

Manet oder Degas zeigen. Sie stellten den

kürzlich verstorbene Gunter Damisch, Hu-

abstrakten, gestenreichen Malerei.“ Scheibl

nackten Menschen in Alltagssituationen

bert Schmalix, Brigitte Kowanz, Eva Schle-

hat ein Œuvre aus farben- und formenrei-

und in der freien Natur dar. Für Moser-Mai-

gel, C. L. Attersee oder Hubert Scheibl haben

chen Gemälden geschaffen, die Ekstasen

er ist der Akt spannend, „weil auch heute

bereits bei ihm ausgestellt. Zum Europäi-

als auch Reichtum symbolisieren. Seine

noch Irritationen auftauchen, wenn ein

schen Forum Alpbach gestaltet Gottfried

Bildsprache ist einmalig und daher sind

Genital zu sehen ist.“ Für sie ist der Akt eine

Schmidt alljährlich eine ergänzende Ausstel-

seine Arbeiten in den letzten Jahren immer

„ursprüngliche, weil zutiefst menschliche

lung großer Künstlernamen wie Christo und

teurer geworden.

Darstellung, die Träume, Ängste und Hoff-

Jeanne-Claude, Oswald Oberhuber, Günter

Arnulf Rainer ist für Gottfried Schmidt

nungen des Individuums ausdrückt.“

Brus oder Markus Lüpertz. „Wir legen aber

der „Über-Maler“. Nicht nur, weil er mit

auch großen Wert auf die Förderung junger

seinen Übermalungen ein ganz spezielles

2. Aufsteiger? Die Galeristin nennt

Künstler und präsentieren diese auf interna-

Segment in der Kunst gefunden hat. Er ist

den Südtiroler Lois Anvidalferei als einen

tionalen Messen.“

auch Doyen der österreichischen Kunst und damit wird auch der Wert seiner Arbeiten

Bildhauer der sich der „intensiven Körperlichkeit widmet“. Anvidalferei orientiert sich

1. Trends? „Die Kunst als Anlageform

kontinuierlich steigen.

in seinen imposanten Bronzeskulpturen an

ist ein allumfassender Trend.“ Gottfried

Hermann Nitsch, der mit Schüttbildern

der physischen Kondition des Menschen, die

Schmidt steht für die Interaktion mit hoch-

und Orgien-Mysterien-Theater ein Ge-

„nie der reinen Schönheit verfällt“.

wertiger Kunst und deren „Performance“.

samtkunstwerk geschaffen hat, gehört für

Gotthard Bonell, auch ein Südtiroler

Für den Kunstkauf bedarf es der gleichen

Schmidt zu den bedeutendsten Vertretern

Künstler, der vielseitige Genres wie Malerei,

Grundkenntnisse wie bei Aktien, mit dem

des Wiener Aktionismus: „Deshalb wird sich

Radierung und Zeichnung bedient. Auch

einen Unterschied, dass der Käufer mit dem

sein Marktwert sicher noch erhöhen.“

bei ihm ist der menschliche Körper ein zen-

Kunstwerk auch die Emotion mit kauft und

Der in Hall in Tirol lebende Künstler

traler Aspekt, der teilweise erbarmungslos

nicht nur den reinen Endzweck der Inves-

Hellmut Bruch ist für Schmidt mittler-

die schmerzlichen Seiten der Protagonisten

tition verfolgt. „Ein Paradebeispiel einer

weile ebenso ein Klassiker, weil sich seine

offenbart. „Seine Arbeiten sind mit Werken

Win-Win-Situation.“ Schmidt beschäftigt

Arbeiten auf universale Harmoniegesetze

der großen Meister wie Schiele, Kokoschka

sich seit Jahrzehnten mit dem Kunsthandel

beziehen, wie den „Goldenen Schnitt“

und Lucian Freud vergleichbar. Sie ebnen

und sieht darin ein Thema der Zukunft.

und die Fibonacci-Folge. „Er verwandelt

den Weg zu einer ungeschönten Sichtwei-

„Die Zinsen auf der Bank werden weniger,

Naturgesetze in konkrete Kunst und dieses

se“, so Stefanie Moser-Maier. Als Aufsteiger

wer in die richtige Kunst investiert, kann

geniale Prinzip ist immer aktuell.“ 

eco.nova

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eco.art

Ansehen fördert die Künste Das hat schon der römische Philosoph Cicero gewusst. Im Bereich der Bildenden und Angewandten Kunst fördert die Verleihung eines Kunstpreises jedoch nicht nur das Ansehen, sondern ist auch Motivation für die Künstler. Doch die Preise sind rar geworden. Zudem beschränken meist Altersobergrenzen die Teilnahme. Die Galerie Nothburga ist in der glücklichen Situation, unterstützt von der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol, einen neuen Kunstpreis als Starthilfe für Künstlerkarrieren initiieren zu können.

© PRIVAT

// TEXT: JULIA SPARBER

Li.: In ihrer aktuellen Ausstellung zeigt die Galerie Nothburga die international prämierten „Bobbles“ der Tiroler Keramikkünstlerin Helene Kirchmair sowie farbenprächtige „Spiegelbilder der Seele“ in Form von Faser-Gewebe-Installationen der Textilkünstlerin Martina Schneider aus Oberösterreich. Zu sehen bis 28. Mai. Re.: Prof. Elfrieda „Fritzi“ Gerber in jungen Jahren. Zu Ehren der verstorbenen Galeriegründerin wird ein Kunstpreis ausgeschrieben.

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© BIRGIT KOELL

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D

as Team der Gale-

Das Galerieteam, v. l.: Bildhauerin Dipl.-Pädagogin Gabriela Nepo-Stieldorf, Mag. Romana Trägner, Johanna Bair-Hauser, Dr. Sibylle Saßmann-Hörmann, Mag. Elisabeth Melkonyan, Martina Geroldinger, Ina Luttinger und Barbara Fuchs. Umgeben von Objekten der Künstler Sibylle von Halem und Fritz Ruprechter. Nicht am Foto: Mag. Anna Maria Achatz, Inge von Reusner und Walter Klier.

rie Nothburga unter dem Vorsitz der Kunsthistorike-

inhaltlich mit „Alttiroler-Beziehungen“ zwi-

zelausstellung gewidmet wird. Der „Fritzi-

rin Dr. Sibylle Saß-

schen Nord-, Südtirol und dem Trentino

Gerber-Preis“ der Galerie Nothburga bietet

mann-Hörmann

beschäftigt. Angesichts der Tatsache, dass

demnach Künstlern eine neue Plattform

wird 2016 erstmals den „Fritzi-Gerber-Preis“

am Brenner erneut ein Grenzzaun entste-

und ist ein positiver Impuls für die Weiter-

verleihen – in Gedenken an die Galerie-

hen soll, ist dieses Thema wohl aktueller

entwicklung des Kunstbegriffes in Tirol.

gründerin Prof. Elfrieda Gerber, die liebe-

denn je. „Durch die familiäre Bindung von

voll „Fritzi“ genannt wurde. Geboren 1924

Fritzi Gerber an das Trentino lagen ihr die-

in Hall, besuchte sie nach der Staatsgewer-

se Beziehungen sehr am Herzen. Sie hat

beschule Innsbruck die Akademie für An-

gerne Künstler im Sinne einer ‚Alttiroler’

gewandte Kunst in Wien, 1951 schloss sie

Zusammenführung nach Innsbruck einge-

die Modeschule in Hetzendorf ab. Bis 1984

laden“, erklärt Organisatorin Barbara Fuchs

unterrichtete Gerber am Realgymnasium

die Intention der ersten Ausschreibung.

in Innsbruck. Im Ansitz Albersheim am In-

Die Künstlerin, Kunsterzieherin und Ga-

nrain war ihr Atelier, 1995 rief sie dort die

leristin Fritzi Gerber setzte sich zeitlebens

Galerie Nothburga ins Leben. Fritzi Gerber

auch für ältere Künstler ein, die sich im

verstarb im Dezember 2014. Ihr zu Ehren

regulären Kunstbetrieb nicht etablieren

und im Sinne ihres Lebensmottos „Mitei-

konnten, auf der anderen Seite förderte

nander reden“ wird nun dieser neue Kunst-

sie junge, aufstrebende Talente: „Deshalb

preis ausgeschrieben. „Fritzi Gerber hat

wollen wir Kunstschaffen ohne Alters-

sich sehr für das Kunstschaffen in Tirol

obergrenze fördern und zwischen Tiroler

engagiert. Namen waren ihr egal, sie hat

Künstlern keinen Unterschied machen“, be-

das Tun gefördert“, meinen die Teamkolle-

tont Fuchs. Künstler ab dem 18. Lebensjahr

gen unisono.

aus Nord- und Südtirol sowie dem Trentino

Das kreative Tun soll nun auch entspre-

können einreichen. Im Winter 2016 findet

chend unterstützt werden. Dafür wird in

eine Nominiertenausstellung in der Gale-

einer zyklischen Folge von drei Jahren ein

rie Nothburga statt, die eine Auswahl der

anonymisierter Wettbewerb für verschie-

eingereichten Werke präsentiert. Eine un-

dene Techniken ausgeschrieben. Heuer

abhängige Fachjury ermittelt anschließend

steht die Malerei im Mittelpunkt, die sich

den Preisträger, dem im Folgejahr eine Ein-

TEILNAHMEBEDINGUNGEN

Bildende Künstler (ab 18 Jahren) aus Tirol, Südtirol und dem Trentino sind eingeladen, maximal drei Arbeiten mittels digitaler Fotos, versehen mit Titel, Technik, Größe in cm (max. 70 x 70 cm) und Preis, einzusenden. FritziGerberPreis@galerienothburga.at In einer zweiten Runde werden die Künstler der nominierten Bilder verständigt. Die ausgewählten Arbeiten sind vom 29. November bis 17. Dezember in einer Nominiertenausstellung zu sehen. Bei deren Eröffnung erfolgt die Bekanntgabe des Preisträgers und die Übergabe des Fritzi-Gerber-Preises. Der Gewinner bekommt eine Ausstellung im großen Raum der Galerie Nothburga im Folgejahr 2017 sowie ein Preisgeld von 1.000 Euro.

GALERIE NOTHBURGA Innrain 41, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/563761 www.galerienothburga.at

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© WOLFGANG LACKNER

eco.art

Blick in die Ausstellung „Nur Gesichter? Porträts der Renaissance“

Gesichter erzählen Geschichten Porträts sind Zeitzeugen und machen historische Persönlichkeiten auf immer gegenwärtig. Gemalte Bilder verraten Züge; wie ihre Gesichter tatsächlich ausgesehen haben, wissen wir jedoch nicht. Es ist ein Wechselspiel zwischen Anspruch und sozialer Wirklichkeit, zwischen Maske und Gesicht.

D

ie aktuelle Ausstellung

zeigt, dass die Renaissance zentrale Weichen

lichen Rang, der durch Gesichtsausdruck,

im Tiroler Landesmuse-

für die folgenden Jahrhunderte gestellt hat“,

Haltung, Pose, Kleidung, Schmuck, Requi-

um Ferdinandeum ver-

erklärt Dr. Wolfgang Meighörner, Direktor

siten, Wappen oder Inschriften zum Aus-

anschaulicht, wie Bild-

der Tiroler Landesmuseen.

druck kam.

nisse in der beginnenden

Auftraggeber und Maler spielten eine wich-

rung genutzt wurden. „Nur Gesichter?“ lässt

Repräsentation oder Selbstinszenierung?

die Aura der längst vergangenen Präsenz

Generell erlebte das Porträt in der Renais-

ne authentischen Gesichter, vielmehr spie-

der Reichen und Mächtigen der Renaissance

sance seine erste Hochkonjunktur. Durch

geln sie soziale Normen und Erwartungshal-

wieder aufleben – das Fragezeichen am Ende

die Abkehr vom religiös motivierten Bild-

tungen wider. Sie vermitteln das komplexe

macht dabei auf den ersten Blick deutlich,

nis des Mittelalters gewann das autonome

Verhältnis von Individuum und Gesellschaft

dass es dabei aber um mehr geht als die blo-

Porträt als eigenständige Bildgattung in der

in Zeiten höfischer Herrschaft und kirchli-

ße oberflächliche Betrachtung. „Die Schau

Frühen Neuzeit zunehmend an Bedeutung.

cher Vormundschaft. „Die Bilder zeigen, was

thematisiert kultur- und sozialgeschichtliche

Regenten, Adelige und Patrizier manifes-

ihre Auftraggeber wollten: Geltung, Erinne-

Aspekte des frühneuzeitlichen Porträts und

tierten in den Bildern ihren gesellschaft-

rung und Präsenz. Durch Gesichtsausdruck,

Neuzeit als Instrument der Selbstinszenie-

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eco.nova

tige Rolle in diesem Jahrmarkt der Eitelkeit. Die Renaissanceporträts zeigen deshalb kei-


© PRIVAT

Jakob Seisenegger, Hans und Anna Kleplat (Kleeblatt), Diptychon, 1536, Öltempera auf Holz

Jakob Seisenegger (zugeschrieben), Bildnis eines Geschwisterpaares, die sogenannten Fuggerkinder, 1540/41, Tempera und Öl auf Holz

© THE SAMUEL COURTAULD TRUST, THE COURTAULD GALLERY, LONDON

© TLM

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Marx Reichlich, Bildnis einer Dame mit Maiglöckchen und Stiefmütterchen, von 1520, Öl auf Holz

„SELBST-FASHIONING“ IST KEINE DURCH FACEBOOK UND INSTAGRAM BEDINGTE MODEERSCHEINUNG DER LETZTEN JAHRE. DIE GROSSE SOMMERAUSSTELLUNG „NUR GESICHTER? PORTRÄTS DER RENAISSANCE“ IM TIROLER LANDESMUSEUM FERDINANDEUM ZEIGT, WIE SCHON IN DER FRÜHEN NEUZEIT HERRSCHER, ADELIGE UND BÜRGER DAS PORTRÄT ALS MITTEL DER SELBSTINSZENIERUNG NUTZTEN. Bildnisse von Marx Reichlich spiegeln die

aufnahme“ auf Augenhöhe. Mit dieser Aus-

Brixner Gesellschaft um 1500 wider. Insge-

stellungsarchitektur verdeutlicht Architek-

Haltung, Pose und Requisiten unterstrichen

samt sind rund 130 Werke ausgestellt, dar-

tin Juliette Israël, dass die Porträtierten alle

sie ihre Macht und Position in der Gesell-

unter 52 Gemälde, 24 Druckgrafiken, Zeich-

mehr oder weniger Zeitgenossen waren und

schaft“, betont Mag. Claudia Mark, Kurato-

nungen, Schmuckstücke, Münzen sowie

sich denselben öffentlichen Raum teilten.

rin der Ausstellung. Die Selbstinszenierung

Porträtmedaillen. Die Schau erstreckt sich

Die Inszenierung und die Beleuchtung hau-

wurde bis in den Tod und darüber hinaus

dabei über zwei Ebenen: Im Erdgeschoß

chen den Bildern Leben ein und ermöglichen

betrieben.

können Besucher in der „Maske“ vor einem

damit unerwartete Begegnungen.

Rollenspiele

beleuchteten Spiegel Platz nehmen und werden eingeladen, sich mittels Selfiestick

Der Humanist Erasmus von Rotterdam ver-

selbst zu fotografieren. Selbstinszenierung

glich das Leben mit einem Schauspiel, in

hautnah sozusagen. Eine Klanginstallati-

dem jeder eine Maske trägt oder eine Rolle

on stimmt schließlich auf den Besuch der

spielt. In diesem Sinne wird das Ferdinan-

Ausstellung ein. Zitate zum Thema Ge-

deum während der großen Ausstellung

sicht, Porträt und Maske sind zu hören. Der

„Nur Gesichter? Porträts der Renaissance“

Rundgang führt folglich an verschiedenen

zur Bühne. Im Rampenlicht der Schau im

Bildformen, Münzen, Medaillen und na-

Ferdinandeum stehen die Werke bedeuten-

menlosen Porträts vorbei.

der Künstler: Bernhard Strigel gilt als der

Im Mezzanin sind die Porträts des 16. Jahr-

wichtigste Porträtist Kaiser Maximilians I.,

hunderts im Setting einer italienischen Pi-

während Jakob Seisenegger als Hofmaler

azza in Szene gesetzt. Die Bilder, angebracht

Ferdinands I. Ruhm erlangte. Hans Maler

auf eigens angefertigten Sockeln, erhalten

fand am Innsbrucker Hof und in Schwaz

gewissermaßen „Körper“ und erlauben so im

einen zahlungskräftigen Kundenkreis. Die

wahrsten Sinne des Wortes eine „Kontakt-

NUR GESICHTER? PORTRÄTS DER RENAISSANCE noch bis 28. August 2016 im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Museumstraße 15, 6020 Innsbruck www.tiroler-landesmuseen.at Öffnungszeiten: Di. bis So. von 9 bis 17 Uhr Umfangreiches Rahmenprogramm für Kinder und Erwachsene, Themenführungen und museumspädagogisches Angebot für Schulen

eco.nova

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ass BWM mit seinen i-Modellen kräftig am Markt für Elektrofahrzeuge umgerührt hat,

ist bekannt. Im Sommer kommt nun

NICHTS FÜR SCHWACHE NERVEN

der i3 in einer zusätzlichen Version mit

N

weite im Normzyklus (NEFZ). Statt 190

deutlich größerer Batteriekapazität. Die höhere Speicherdichte sorgt für ein Plus von über 50 Prozent bei der Rech-

och 2016 soll der heiß ersehnte 600

werden nun 300 Kilometer erreicht.

PS starke Ford GT in Produktion

Und das bei gleicher Batterieabmes-

gehen. Wer den Supersportler sein

sung. Fahrleistung und Ladezeit sollen

eigenen nennen darf, ist indes nicht so klar.

nahezu identisch bleiben. Der Start-

Denn einfach kaufen ist nicht. Pro Jahr wer-

preis liegt bei rund 35.000 Euro.

den von dem Ding nur 250 Exemplare gebaut, die Begehrlichkeit ist entsprechend riesig. Deshalb müssen sich potenzielle Kunden für das Supercar online bewerben und ein paar Fragen beantworten – unter anderem, wie ak-

PREMIUM-PICKUP MIT V-TURBODIESEL

rosserie ist aus Kohlestoff-Fasern hergestellt,

D

Aluminiumstrukturen verringern das Ge-

tonmeter Drehmoment und bis zu 224 PS. Dafür ist er für ein Auto seines Charakters

wicht des hochverstärkten Unterbaus. Dazu

auch noch ziemlich fein anzusehen. Das Launchmodell Aventura kommt mit Sportsbar,

kommt ein kräftiger 3,5-l-EcoBoost-V6-Motor,

20-Zöllern, BiXenon-Scheinwerfern und LED-Tagfahrlicht daher. Ab ca. 30.000 Euro.

tiv sie in sozialen Netzwerken unterwegs sind. Klingt ein wenig freaky? Ist es auch. Passt aber genau zum Auto. Die Leichtgewicht-Ka-

er Amarok bekommt einen starken Sechszylinder unter die Haube gepackt und zeigt damit sein Leistungspotenzial. Mit dem neuen 3.0-Liter-Aggregat steht künftigen Amarok-Fahrern ein Liter Hubraum mehr zur Verfügung. Der

Pickup, der auf der Straße wie im Gelände gleichermaßen daheim ist, erreicht 550 New-

der auf maximale Leistung ausgelegt ist.

MUSKELPROTZ

M

arkanter, sporlicher und effizienter. So präsentiert sich die vierte, neu entwickelte Generation des Mittelmotor-Sportcoupés von Porsche. Der neue 718 Cayman erweitert die Modellreihe wenige Wochen nach

dem Debüt des 718 Boxster und hat dabei die gleichen Vierzylinder-Boxermotoren mit Turboaufladung bekommen. Die Einstiegsvariante startet mit flotten 300 PS, hinauf geht’s bis 275 km/h (718 Cayman S: 285 km/h). Im Design zeigt sich der 718 Cayman ebenso umfassend weiterentwickelt wie in der Technik: Gespannte Proportionen sorgen für einen muskulösen Auftritt. Der geschlossene Zweisitzer liegt – analog zu den 911-Modellen – preislich erstmals unter dem Roadster: Der 718 Cayman beginnt bei 60.134 Euro, der 718 Cayman S bei 76.321.

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eco.nova

Vierzylinder-Turbo für mehr Kurvenpower: der neue Porsche 718 Cayman


eco.mobil

Soundmaschine

ECO.MMENTAR

Innovationskraft Bruno König, Motorredaktion

Während der Wirtschaftsstandort Österreich in allen Rankings permanent zurückfällt, ist eine Branche weiterhin im Spitzenfeld: die österreichische Automobilindustrie.

A

udi schickt mit dem RS den stärksten TT aller Zeiten ins

SO MUSS ZWEIRAD

D

ie heimische Automobilwirt-

begleitet von unverkennbarem Sound

S

ge Doppelsitzbank ist so gestaltet, dass sie

und in vielen Bereichen der Forschung

für PS-Puristen. Schon von außen lässt

auch nach einem langen Fahrtag noch kom-

und Entwicklung weit über dem Durch-

der Ingolstädter erahnen, wie viel Pow-

fortabel ist – sprich, der Hintern nicht weh

schnitt – sowohl im europäischen Ver-

er unter seiner windschnittigen Hülle

tut –, die erstklassige Dämpfung absorbiert

gleich als auch global. Kaum eine andere

steckt. Das Coupé sprintet in flocki-

dazu alle Schläge, mit denen Sie die Stra-

Branche leistet einen vergleichbaren Bei-

gen 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

ße malträtiert. Dazu kombiniert die Road-

trag zur Wirtschaftsleistung in Österreich:

Schneller hat’s noch kein TT geschafft.

ster kraftvolle Beschleunigung und einen

450.000 Arbeitsplätze, 15 Milliarden Euro

So viel Power braucht ein straffes Fahr-

Look, der nicht vieler Worte bedarf: Gara-

Steuern jährlich, 30 Milliarden Bruttowert-

werk-Setup. Mit nur 1,34 Metern duckt

ge-built Custom-Style, charakteristisch, au-

schöpfungsbeitrag und 43 Milliarden an

sich der Audi TT RS nahe an den As-

thentisch und ein bisserl vom Rennsport

Umsatzerlösen gehen auf das Konto der

phalt, erobert Kurven ebenso leicht-

inspiriert. Visitenkarte des 1.200-ccm-Evolu-

österreichischen Automobilwirtschaft.

füßig wie beherrscht. Die direkte Len-

tion-V-Twin-Motors ist sein sattes Drehmo-

Zudem werden in Österreich jährlich mehr

kung gibt dem Fahrer das Gefühl, eins

ment im unteren Drehzahlbereich, dessen

als 300 Automobilpatente angemeldet.

mit der Straße zu sein. Wie intensiv der

Sound die Seele beglückt. All das macht die

Pilot auch am griffigen Sportvolant

Harley-Roadster zu einem Bike, das kompro-

dreht, der tief montierte Sportsitz mit

misslos auf die Straße gehört. Ein Spaßteil

stark konturierten Wangen hält ihn

vom Feinsten ab 15.160 Euro.

Rennen. Der neu entwickel-

te Alu-Fünfzylinder liefert 400 PS und damit 60 PS mehr als sein Vorgänger –

chon der erste Blick auf die Roadster von Harley-Davidson macht Lust auf eine Ausfahrt. Die neue niedri-

schaft ist nicht nur ein wesentlicher Pfeiler des Wirtschafts-

standortes, sie ist zudem hoch innovativ

Anregungen und Kommentare bitte an koenig@econova.at

fest in Position. Der Starpreis für das Coupé liegt bei rund 60.000 Euro. Auch zu haben: ein (etwas teurerer) Roadster.

eco.nova

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eco.mobil

CountryKombi Ein bisserl Kombi, ein bisserl SUV – die neue Nische wird kontinuierlich besser besetzt. Neben einigen deutschen Herstellern hat nun auch Volvo ein Modell im Angebot: den V60 Cross Country. // TEXT: BRUNO KÖNIG

Radhausverbreiterungen, Seitenbeplankungen, Unterfahrschutz, der Volvo V60 CC macht auf SUV.

I

st das nun ein Kombi oder ein SUV? Diese Frage bekam ich während unseres Tests mit dem Volvo V60 CC des Öfteren gestellt. Meine Antwort war dann immer: Etwas

von beidem. Den Reisekomfort vom Kombi und die Geländetauglichkeit von einem SUV. Audi zum Beispiel verkauft den A4 Allroad schon seit Jahren hervorragend, VW seinen Passat Alltrack. Nun will auch Volvo in diesem Segment mitnaschen und platziert den V60 Cross Country (kurz CC). Damit kennen sich die Schweden ja aus, gab es doch schon

Dafür hat die stärkste Variante immer Allrad-

teter Innenraum mit tollen Materialien im

vor 15 Jahren einen höher gelegten Kombi

antrieb und wird damit ihrem optischen

typischen Volvo-Look rundet den gelunge-

von Volvo, den XC70. Weil das schon damals

Auftritt gerecht. Radhausverbreiterun-

nen Auftritt ab.

gut angekommen und auch der V40 CC ge-

gen, Seitenbeplankungen, Unterfahrschutz,

Seine Stärken spielt er allerdings beim Rei-

fragt ist, bietet Volvo nicht nur den Kombi,

Einsätze in der Front- und Heckschürze,

sen aus. Hier kommt sein Ursprung als Kom-

sondern auch gleich die S60 Limousine als

ein Kühlergrill mit Wabenmuster und ganz

bi zur Geltung: Komfortabel, mit viel Platz

Cross Country an.

wichtig: 6,5 Zentimeter mehr Bodenfreiheit

und guten Sitzen kommt man entspannt an

Neben zwei Dieselmotorisierungen ist der

als das übliche V60-Modell. Das Ganze ver-

sein Ziel. Einziger Nachteil ist der durstige

V60 CC als Fünfzylinder-Benziner mit 245

mittelt einen Hauch von Offroad und Aben-

Motor, wobei Volvo ja generell auf Vierzy-

PS zu haben. Unser Testwagen war mit die-

teuer. Die Sicherheitsausstattung ist um-

linder umstellt und damit der Fünfzylinder

ser kräftigen und akustisch reizvollen (leider

fangreich und muss bei einem Volvo nicht

eine der letzten Gelegenheiten ist, sich diese

auch durstigen) Motorisierung ausgestattet.

extra erwähnt werden. Ein penibel verarbei-

rare Zylinderzahl zu sichern.

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© TOM BAUSE

eco.mobil

FACTS VOLVO V CC T AWD • • • • • • • • •

Motor: 2,5-Liter-5-Zylinder-Benziner Leistung: 180 kW/245 PS Drehmoment: 360 Nm Beschleunigung: 7,1 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 210 km/h Testverbrauch: 10,2 Liter/100 km CO2-Ausstoß: 198 g/km Crashsicherheit: 5***** (94 % lt. NCAP) Preis: ab 36.610 Euro

DAMIT WÄHLEN SIE RICHTIG! EGAL OB IN BLAU ODER GRÜN, MIT DEM NISSAN QASHQAI SPAREN SIE SICH IM MAI DIE GESAMTE MWST! IM STEUERSPARPAKET AB € 17.575,–* Gesamtverbrauch: 6,0 l/100 km; CO2 gesamt: 138,0 g/km.

Abb. zeigt Symbolfoto. *Gültig auf alle lagernden Qashqai, solange der Vorrat reicht, bei Kaufvertrag bis 31.05.2016 und Zulassung bis 30.06.2016. Nur für Konsumenten.

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Umweltschützer

gut harmoniert und mittels Allradantrieb 224 PS auf die Straße bringt. Die rein elektrische Reichweite liegt bei knapp 40 Kilometern, was in der Stadt oder auf kurzen Strecken

Kompakte Abmessungen, hohe Qualität, moderne Plug-inHybrid-Technik und ein verlockendes Angebot – das alles bietet der BMW 225xe Active Tourer und damit vor allem eines: Umweltfreundlichkeit. // TEXT: BRUNO KÖNIG

N

gut ausreicht.

Sparsam auf Kurzstrecken Damit ist der 2er Active Tourer mit Hybrid besonders auf Kurzstrecken sparsam. Mit viel elektrischem Vortrieb verbrannten wir

ein, keine Sorge, der La-

zig die Rückbank ist leicht erhöht, was aber

während unseres Tests nur 3,4 Liter Benzin

deraum im 225xe blieb trotz

eine bessere Aussicht in der zweiten Reihe

auf 100 Kilometer. Auf längeren Etappen mit

der Batterien im Unterbo-

ermöglicht und für keine Einbußen bei der

Landstraße und Autobahn geht allerdings

den nahezu unverändert.

Kopffreiheit sorgt.

unter sechs Litern auch nichts mehr. Das

Ein Umstand, der für potentielle Active-Tou-

Während der Dreizylinder-Turbo-Benziner

kann ein gleichwertiger Diesel besser.

rer-Käufer ein wichtiger ist. Denn die wol-

mit 136 PS die Vorderachse antreibt, sorgt der

Die Fahrdynamik ist typisch BMW: Sport-

len nicht nur möglichst viel Platz für die

88 PS starke Elektromotor für Traktion an

lich, agil und souverän lässt sich der 225xe

Familie, sondern auch für Sportgeräte. Ein-

der Hinterachse. Eine Kombination, die sehr

bewegen. Seine 160 Kilo Mehrgewicht wegen der Batterien sind kaum spürbar und auch die Beschleunigung in nur 6,7 Sekunden auf Tempo 100 lässt keine Wünsche offen. Ty-

FACTS

pisch BMW ist auch die Verarbeitung und Qualität der Materialien.

BMW XE ACTIVE TOURER

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Die Bayern wollen künftig mehr Hybridfahrzeuge auf den Markt bringen und locken Käufer mit einem günstigen Angebot, das beim 225xe unter 40.000 Euro startet. Doch Vorsicht: Kreuzt man zu viele Extras auf der Sonderausstattungsliste an, steht rasch © BRUNO KÖNIG

• Motor: 3-Zylinder Benzin-Turbo plus E-Motor • Leistung: 165 kW/224 PS • Drehmoment: 385 Nm • Beschleunigung: 6,7 sec von 0 auf 100 km/h • Spitze: 202 km/h, 125 km/h elektrisch • Testverbrauch: 6,1 Liter/100 km • CO2-Ausstoß: 49 g/km • Preis: ab 39.950 Euro

eine fünf davor. Ob nun Hybrid oder doch ein Diesel, entscheidet zum einen der Geschmack, zum anderen die täglich zu fahrende Strecke.


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Wegbereiter

© TOM BAUSE

© BRUNO KÖNIG

Der VW Passat Alltrack heißt nicht nur so, er sieht auch so aus und kann es tatsächlich: ins Gelände fahren. // TEXT: BRUNO KÖNIG

P

raktisch ist und war ein

ner in der Modellfamilie sticht besonders

schutz machen in der Praxis schon einiges

Passat schon immer. Sein

heraus: der Alltrack. Schon optisch kann er

aus, wenn man befestigte Straßen verlassen

Raumangebot, die Wirt-

sich mit seinem Unterfahrschutz, den seitli-

will. Und das möchte man ja, wenn man sich

schaftlichkeit und Zuver-

chen Beplankungen und dem höheren Fahr-

schon einen Alltrack zulegt. Dazu hat er ein

lässigkeit, aber auch Design

werk absetzen. Knapp drei Zentimeter sind

eigenes Offroad-Fahrprogramm mit an Bord,

und Werterhalt werden von Passatkäufern

es, um genau zu sein. Diese drei Zentime-

was nicht nur eine Bergabfahrhilfe beinhal-

schon seit Jahrzehnten geschätzt. Doch ei-

ter in Kombination mit dem Unterboden-

tet, sondern auch ernsthafte Geländefähig-

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eco.mobil

triebe erweist sich dabei als hervorragender Begleiter.

Kombi als SUV Rund 1.300 Euro kostet der Alltrack mehr als

FACTS

die höchste Ausstattungsvariante des gleich starken „normalen“ Allrad-Kombis. Doch mit

VW PASSAT ALLTRACK , TDI MOTION DSG • • • • • • • •

Motor: 2,0-Vierzylinder-Turbodiesel Leistung: 140 kW/190 PS Drehmoment: 400 Nm Beschleunigung: 8,0 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 220 km/h Testverbrauch: 7,1 Liter/100 km CO2-Ausstoß: 135 g/km Preis: ab 44.400 Euro

diesem akzeptablen Aufpreis bekommt man nicht nur zahlreiche SUV-Qualitäten, sondern auch viel SUV-Optik in einem Kombi. keiten zulässt. Grobe Unebenheiten werden

Damit man den Unterschied auch nie ver-

dank adaptivem Fahrwerk souverän über-

gisst, schreibt VW innen und außen insge-

wunden und gut abgefedert. Die 190 PS aus

samt elf Mal „Alltrack“ drauf.

dem 2,0 TDI in unseren Testwagen stemmen

Mit all diesen Attributen legt der Passat All-

400 Nm Drehmoment, punkten dazu mit

track einen sauberen Spagat hin: Vom Raum-

Wirtschaftlichkeit und guter Kraftentfal-

wunder über den Reisewagen bis hin zum

tung. Das 7-Gang-DSG-Doppelkupplungsge-

Offroader beherrscht er alle Disziplinen.

Ateca auf Kurzbesuch

S

o großes Interesse an einem neuen Modell noch vor der Markteinführung hab ich bei Seat noch nie er-

lebt“, bestätigt Peter Ensfellner, Seat-Markenleiter in der VOWA Innsbruck. „Tagtäglich kommen Interessierte in unseren Schau-

Kürzlich organisierte der Innsbrucker Seat-Händler VOWA einen Kurzbesuch des neuen Seat Ateca. Das Event speziell für Firmenkunden lockte zahlreiche Interessierte an die Haller Straße, um das neue SUV noch vor Markteinführung genauer unter die Lupe zu nehmen.

raum, um den neuen Ateca live zu sehen“, freut sich der gebürtige Stubaier. Allerdings gab es den Seat Ateca vorerst nur an diesem Tag in der VOWA zu bestaunen. Die Markteinführung des ersten SUV der spanischen Marke wird erst im Juli erfolgen, bestellbar ist er jedoch ab sofort. Der Ateca verbindet unverwechselbares Design, dynamischen Fahrspaß, urbane Vielseitigkeit und überzeugenden Nutzwert in

Zahlreiche Besucher nutzen in der VOWA die Möglichkeit, den neuen Seat Ateca noch vor der Markteinführung live zu bestaunen

einzigartiger Weise. Ausgezeichnete Qualität, präzise Fertigung sowie ein attraktives Verhältnis von Preis und Leistung machen den Ateca besonders interessant.

Fünf Motoren zur Auswahl Dazu kommt – erstmals bei Seat – eine Fünf-Jahres-Garantie. Den Einstieg markiert der 115 PS starke Benziner mit Frontantrieb um nur 19.990 Euro. Darüber hinaus werden noch ein Benziner mit 190 PS sowie drei Dieselmotoren mit 115, 150 und 190 PS, entweder mit Schaltgetriebe oder 7-Gang-DSG, wahlweise mit Allradantrieb und in den drei Ausstattungslinien Reference, Style und Xcellence angeboten.

Seat-Händler Markus Pilser mit Karoline Kuen (RLB Tirol)

Peter Ensfellner, Seat-Markenleiter VOWA (Mitte), mit Markus Wolf (Autohaus Wolf Höfen) und Timo Sommerauer (Gebietsleiter SEAT Österreich)

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© BRUNO KÖNIG

eco.mobil

Punktlandung Frisches Design, moderne Technik, pfiffige Details und ein faires Preis-LeistungsVerhältnis machen aus dem Honda HR-V einen echten Bestseller. // TEXT: BRUNO KÖNIG

Z

iel von Honda war es, mit dem

Die beste Motorisierung ist der 120 PS star-

City-Notbremse und sogar eine Verkehrszei-

neuen HR-V ein breites Pub-

ke Diesel, der satte 300 Nm Drehmoment

chenerkennung. Allrad ist leider nicht liefer-

likum anzusprechen. Hut ab,

mobilisiert. Dazu läuft das Triebwerk leise

bar. Die Preisliste beginnt bei 21.490 Euro in

das haben die Japaner wirk-

und packt in jeder Lebenslage kräftig zu.

der Ausstattung Comfort. Damit hat Honda

lich gut hingebracht und eine Punktlan-

Bescheiden zeigte sich das 1,6-Liter-Trieb-

vieles richtig gemacht und einen echten Pu-

dung gesetzt. Die Kombination aus gefäl-

werk jedoch beim Verbrauch: Während

blikumshit landen können.

ligem Design mit einer Technik auf dem

unseres Tests genehmigte sich der Selbst-

neuesten Stand, dazu wirklich pfiffige De-

zünder im Schnitt nur 5,1 Liter auf 100 Ki-

tails wie die hochklappbare hintere Sitz-

lometer. Dabei macht das Ganze auch noch

bank, um sperrige Fracht zu transportieren,

reichlich Spaß. Besonders das knackige

und ein fairer Preis machen den HR-V be-

und mit kurzen Schaltwegen ausgestattete

sonders interessant. Man hat es geschafft,

6-Gang-Getriebe und die gute Sitzposition

ohne aufdringlichen Geländelook einen

bereiten viel Fahrfreude.

wirklich hübschen Crossover hinzustellen. Technisch ist der HR-V nahe mit dem Jazz

Kurz und knackig

verwandt und hat aus diesem Grund den

Kurz und knackig wie das Schaltgetrie-

Tank unter den Vordersitzen. Das schafft

be ist auch die Aufpreisliste des HR-V: Au-

Platz im Fond und Kofferraum. Bis zu 2,50

ßer Metallic-Lack und 18-Zoll-Rädern ist im

Meter lange Gegenstände lassen sich prob-

120-PS-Topmodell Executive bereits alles

lemlos verstauen.

drinnen: Rückfahrkamera, Parkassistent,

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FACTS HONDA HR-V , DTEC EXECUTIVE • • • • • • • •

Motor: 1,6-Liter-Vierzylinder-TD Leistung: 88 kW/120 PS Drehmoment: 300 Nm Beschleunigung: 10,5 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 192 km/h Testverbrauch: 5,1 Liter/100 km CO2-Ausstoß: 108 g/km Preis: ab 21.490 Euro


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E

Gemeinsam weitergehen s waren keine einfachen Jahre für Auto Meisinger nach dem millionenschweren Aus- und Umbau 2013. Seit letztem Jahr

aber zeigt die Kurve wieder deutlich nach oben, wie Teresa Meisinger, stellvertreten-

de Geschäftsführerin des Familienunternehmens, erklärt. „Der Aufwärtstrend, der sich bereits letztes Jahr abgezeichnet hat, geht

Das heurige Jahr begann mit großen Erwartungen bei Auto Meisinger: Sehnsüchtig erwartete neue Modelle kommen ins Haus, auch im Bereich der Alternativantriebe wird aufgerüstet. Im Familienunternehmen geht es jedoch nicht nur um Maschinen, sondern auch und vor allem um die Menschen. // TEXT: SONJA NIEDERBRUNNER

heuer weiter.“ Den Beginn des heurigen Jahres bezeichnet sie insofern als spannend, als dass nun endlich zahlreiche, sehnsüchtig erwartete, neue Modelle eintreffen. Etwa das neue aus dem Hause Alfa Romeo: Die Giulia

Soul unterzeichnet. Hier gilt die Siebenjahresgarantie auch auf

wurde im Rahmen der Innsbrucker Autotage

den Akku. Außerdem möchten wir im Rahmen der Fiat-Erd-

als exklusive Tirol-Vorpremiere präsentiert

gasoffensive 2016 das Erdgasthema weiter ausbauen. Daneben

und entpuppte sich – wenig überraschend –

freuen wir uns auf den Kia Niro Hybrid.“

als Besuchermagnet. Ab 17. Juni wird das Mo-

Jeep und Mazda entwickeln sich in Bezug auf die Modellpa-

dell bei Meisinger verfügbar sein.

lette sehr gut, „auch hier konnten wir gut Fuß fassen“. Jeep sei

Die Innsbrucker Autotage waren laut Teresa

als Marke im Haus angekommen, die Verkaufszahlen steigen

Meisinger übrigens nicht nur in Hinblick auf

stetig: „Wir dürfen uns freuen, wir sind bester Cherokee-Händ-

die Präsentationsmöglichkeit ein voller Er-

ler Österreichs. Bei Mazda können wir mit einer topaktuellen

folg: „Eine Hausmesse an sich bietet im Ver-

Modellpalette arbeiten, die heuer nochmals einige kleine Über-

gleich zu einer herkömmlichen Messe die

arbeitungen erfährt. Der Roadster MX5 hatte mit Markteinfüh-

Vorteile, das gesamte Produktportfolio zei-

rung im Frühling ein perfekt getimtes

gen, Probefahrten und Ankauftests durch-

Cabrio-Debüt.“

Verbund der Autohändler sehr viele Plus-

Bestätigter Erfolg

punkte: „Durch die intensivierte Zusammen-

Man sei auf dem richtigen Weg, meint

arbeit sind wir alle ein Stück näher zusam-

Teresa Meisinger, und das wird dem

mengerückt. Es gibt viel weniger Rivalitäten

Völser Autohaus auch von außen bestä-

untereinander, man unterstützt sich, hat ei-

tigt. Von der Fachzeitschrift „Alles Auto“

nen guten Dialog und einen regen Austausch.

etwa wurde die hauseigene Werkstätte

Das finde ich sehr gut, denn das hat es so im

bereits zum 15. Mal in Folge zu den bes-

Autohandel davor nicht gegeben.“

ten Österreichs gewählt. „Diesen Erfolg

Erwartet werden im Auto Meisinger außer-

verdanken wir einem Zusammenspiel

dem der Fiat 124 Spyder, auch als Fiat Spy-

mehrerer Faktoren“, meint die Proku-

der Abarth verfügbar, der neue Fiat Tipo als

ristin. „In der Karosserie beruht unser

Fünftürer und Kombi sowie der SUV Stelvio.

Erfolgsrezept auf Nachhaltigkeit: Alle Mitarbeiter haben auch bei uns gelernt.

Meisinger heuer auch Alternativantriebe:

„DURCH DIE INTENSIVIERTE ZUSAMMENARBEIT SIND WIR IM AUTOHANDEL ALLE EIN STÜCK NÄHER ZUSAMMENGERÜCKT.“

„Wir haben den Vertrag für den Kia Elektro-

Teresa Meisinger

denzufriedenheit ist extrem hoch.“ Mit

Bereits zu haben ist der aktuelle Kia Sportage, „der uns als Newcomer im Schauraum viel Freude macht“, lobt Teresa Meisinger den Wagen, der in Deutschland designt und entwickelt wurde und in Europa gebaut wird. „Also haben wir es hier eigentlich mit einem Europäer zu tun, der durch die Siebenjahresgarantie an zusätzlicher Attraktivität gewinnt.“ Ein großes Thema sind für das Autohaus

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Unser Abteilungsleiter hat vor 25 Jahren als Lehrling bei uns angefangen. Er führt seine Abteilung im Prinzip wie eine Familie und das funktioniert hervorragend.“ Zwar gebe es bestimmte Abläufe, die eingehalten werden müssen, „ansonsten lassen wir ihm und seinem Team ohne Bedenken freie Hand. Der Erfolg bestätigt uns darin: Die Kun-

© ANDREAS FRIEDLE

führen zu können.“ Darüber hinaus habe der


eco.mobil Teresa Meisinger, stellvertretende Geschäfsführerin bei Auto Meisinger, ortet einen deutlichen Aufwärtstrend seit dem großen Umbau.

100 Prozent Zustimmung auch seitens der Allianz-Kundenumfrage eindrücklich bestätigt. Noch nicht ganz dort, wo man sie gerne hätte, ist die Abteilung Mechanik: „Es gab immer wieder Personalwechsel, aber allmählich stabilisiert sich das Ganze.“ Um diese Entwicklung nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten, wurde man bereits vor Jahren aktiv: „Wir haben bereits im dritten Jahr einen Coachingprozess laufen, das bringt uns enorm weiter.“ Der externe Coach, der alle zwei Wochen im Haus ist, wertet gemeinsam mit den Mitarbeitern den Ist-Zustand sowie Verbesserungsmöglichkeiten aus, Probleme werden direkt angegangen. Außerdem wurde eine Evaluierung für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz absolviert. „Das hatte insofern einen hohen Nutzen, als dass hier Dinge zutage kommen, die man in der Geschäftsführung oft nicht merkt. Meistens sind das Kleinigkeiten, die sich aber im laufenden Alltag nicht so ohne Weiteres umsetzen lassen. Wir reagieren darauf und passen die Prozesse entsprechend an.“

Nischenbereiche Stillstand gibt es nicht bei Meisinger. „Wir überlegen permanent, was wir tun können, wir wollen nicht einrosten“, bestätigt Teresa Meisinger. „Deshalb interpretiere ich unsere Listung unter den Top-Werkstätten, die zeigt, dass wir zu den Besten gehören, auch gleichzeitig als Ansporn: Es bedeutet nicht, dass wir keine Fehler machen. Wir sind nicht beratungsresistent, sondern permanent bemüht, besser zu werden.“ Besser und auch qualitativ umfangreicher: Letztes Jahr wurde etwa eine Zulassungsstelle neu integriert, um den Service für den Kunden noch stärker im Haus zu konzentrieren. Daneben versucht man, auch mit besonderen Angeboten zu punkten: „Die Nostalgieschiene passt aufgrund unseres hohen Know-hows bei bestimmten Marken und der Rennfahrer-Geschichte meines Vaters sehr gut in unser Haus. Mit unserer Karosserieabteilung haben wir auch die Möglichkeit, die Oldies schön aufzubereiten.“ Ein großer Geschäftsbereich sollen die Classic Cars aber nicht werden, „es ist eher etwas für die Seele“, meint Teresa Meisinger. Und eben auch ein Bereich, mit dem man ein anderes Publikum anspricht. Das schafft man auch mit der Vespa, einem Trend, den Auto Meisinger aufgegriffen hat und froh darüber ist, einen weiteren Zusatz bieten zu können. Ab Juni treffen übrigens die Sommereditionen des legendären Zweirads ein, das heuer sein 70-Jahr-Jubiläum feiert. Die Veranstaltung dazu war ein voller Erfolg. „Wir werden sie nächstes Jahr wiederholen.“

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Lifestyle Luxus & Trends

Fenchel + Gurke mit Thymian

Granatapfel + Wassermelone + Limette

Wasser mit Geschmack J

eden Tag genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, ist gar nicht so einfach,

Sommerbeeren mit Minze

zumal reines Wasser mitunter ziemlich fad sein kann. Dem lässt sich recht leicht abhelfen – indem man ihm einfach ein paar Zutaten hinzufügt. Gurken

zum Beispiel. Oder Obst. Viele tolle und vor allem wirklich unkomplizierte Ideen liefert Sonia Lucano in ihrem Buch „Detox Wasser“. Detox-Wasser ist ein Trend aus den USA – gesund und gleichzeitig geschmacklich top ist es mit (Mineral-)Wasser, Obst, Gemüse und Kräutern problemlos herzustellen. Über manche Kreationen muss man sich zwar erst drübertrauen, aber es lohnt sich. Durch die Verwendung ausschließlich natürlicher Zutaten wirkt das Wasser gleichzeitig entgiftend und eignet sich daher auch für Kuren oder zum Abnehmen. Detox-Wasser trägt nicht zum Energiehaushalt bei, da man das Obst oder Gemüse nicht mitisst. Schlussendlich ist es mit Vitaminen und Mineralien angereichertes Wasser, das dem Kreislauf hilft, den Stoffwechsel anzukurbeln. Feiner Nebeneffekt: Das ist auch gut für die Haut!

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DETOX WASSER

Sonia Lucano präsentiert in ihrem Buch 30 Vorschläge für Detox-Kombinationen ganz ohne Zusatzstoffe und regt an, sich von der eigenen Inspiration leiten zu lassen. Wasser so bunt wie eine Sommerwiese und voller Vitamine und Antioxidantien. // Bassermann Verlag, 80 Seiten, EUR 10,30


© SPAR

eco.life

ZUM (VOR)LESEN

Anton Giner jun. aus Thaur beliefert SPAR mit Radieschen und Jungzwiebeln.

Die Raupe und das Schiffchen Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes. Die Tirolerin Marina Hubmann ist gelernte Grafikdesignerin und hat ihre Geschichte rund um Raupe Matteo und außergewöhnliche Freundschaften wunderbar klar illustriert. „Die Kleinen dürfen in diesem Buch bei ihrer einfachen Denkweise bleiben, ohne Überforderung“, sagt Hubmann. Bunte Farben vermitteln dazu ein positives Lebensgefühl. // Erhältlich über marina.hubmann@gmail.com, EUR 13,90, www.facebook.com/dieraupeunddasschiffchen

Soccermatics Wem Mathematik bisher immer ein wenig suspekt war, dem legen wir dieses Buch ans Herz. David Sumpter geht das Thema nämlich auf originelle Weise an und legt es aufs Thema Fußball um. „Plastisch ausgedrückt könnte man sagen, dass auf ein Tor von Liverpool zu warten so ist, wie an einem Feiertag auf einen Bus der Linie 19 zu warten: Erst sieht man ewig nichts, und dann kommen zwei oder drei gleichzeitig.“ (Wenn auch nicht in der kürzlich zu Ende gegangenen Europa League). Unbedingt reinblättern – macht Spaß und bildet. Fußballer wie Mathematiker. // Ecowin Verlag, 352 Seiten, EUR 19,95

Knackig-frisches Gemüse In der warmen Jahreszeit wird die Ernährung wieder leichter und bunter. Bei SPAR finden sich seit Kurzem wieder viele heimischen Gemüsesorten in den Regalen – perfekt für die ernährungsbewusste Vitalküche.

D

ie Obst- und Gemüseregale bei SPAR, EUROSPAR und INTERSPAR sind das ganze Jahr über gefüllt mit Tiroler Produkten: Waren es in den Wintermonaten vor allem Äpfel,

Weißkraut, Blaukraut und Chinakohl sowie viele heimische Kräuter, ist es nun die neue Ernte, die Gemüseliebhaber ins Schwärmen bringt. Die rot leuchtenden Radieschen und frischen Jungzwiebeln aus Tirol scheinen dabei gerade so vor Vitaminen zu strotzen. Sie sind auf den Feldern des „Biachlhofs“ in Thaur gewachsen, werden dort auch gleich gebündelt und gewaschen und dann verliefert. Vom Feld bis in den SPAR-Supermarkt braucht das Frühlingsgemüse nur maximal 24 Stunden. „Regionale Saisonware aus Tirol ist nicht zu überbieten“, bestätigt Anton Giner jun. „Auf den kurzen Transportwegen bleiben alle Inhalts-

SOMMERWEIN-TIPP

stoffe voll erhalten.“

C

Erfolgreiche Zusammenarbeit hâteau Miraval liegt mitten

Mit der Familie Giner verbindet SPAR eine lange, erfolgreiche Zusam-

in der Provence im alten

menarbeit, die für beide Seiten ideal ist. „Der ‚Biachlhof‘ hat einen fi-

Dorf Correns. Das Weingut

xen Abnehmer für seine Ernte und kann bedarfsgerecht produzieren.

an der geschichtsträchtigen Via Au-

SPAR Tirol wiederum hat einen verlässlichen Lieferanten, dem maxi-

relia ist seit jeher ein Ort der Künste.

male Qualität und Frische am wichtigsten sind“, betont Dr. Christof

Im Jahr 1970 kaufte es Jazzpianist

Rissbacher, Geschäftsführer von SPAR Tirol & Salzburg. Neben Radies-

und -komponist Jacques Loussier

chen und Jungzwiebeln beliefert der Gemüsebetrieb aus Thaur die

und machte daraus ein Tonstudio,

SPAR-Märkte auch mit verschiedenen Sorten Salat, mit Kürbissen und

das eine Reihe bekannter Musiker

Sellerie. Vor drei Jahren begann man am „Biachlhof“ in Thaur mit der

anlockte. Heute ist das Château Mira-

Umstellung auf Humusanbau.

val die Sommerresidenz von Brad

Generell setzt SPAR vermehrt auf heimische Lieferanten. „Aus Tirol

Pitt und Angelina Jolie, die den Ort

und für Tirol – SPAR ist bei Obst und Gemüse im wahrsten Sinn des

wieder zum Leben erweckten – Mu-

Wortes mit der Heimat verwurzelt“, betont Rissbacher,. „Wir sind ein

sik, Kino, Theater, regionales Essen

verlässlicher Partner der regionalen Landwirtschaft und helfen mit, die

und edle Weine. Auf 500 Hektar Reb-

Wertschöpfung bei uns in Tirol zu belassen und Arbeitsplätze im Agrar-

flächen entstehen in Zusammenar-

bereich zu erhalten und zu sichern. Zudem sind die kurzen Distanzen

beit mit Familie Perrin, einer der füh-

ein wertvoller Beitrag für den Klimaschutz.“

renden Weinfamilien Frankreichs, feine Provence-Weine. Wir mögen die zart schimmernde Rosé-Variante mit Aromen von Zitrusfrüchten, roten Beeren und weißen Blüten. Um 17,40 zum Beispiel über www.wagners-weinshop.com.

TIPP

Auf www.spar.at finden sich viele Rezeptideen mit Radieschen und Frühlingszwiebeln – Falafel mit Minze-Radieschen-Salat, Kabeljau mit Bio-Zitrone und geschmorten Jungzwiebeln oder bunter Salat mit gegrillten Rindsfiletspitzen, Frühlingszwiebeln und Joghurtkräuterdressing zum Beispiel.

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Naturgenuss Die kleine Hexe Curadina und ihre weiße Eule Emma freuen sich auf Sonnenstrahlen. So auch die Kinder im Tirler Dolomites Living Hotel****S auf der Seiser Alm. Sobald es draußen warm ist, warten auf sie am Hexenquellen Barfuß-Erlebnisweg große Abenteuer. Curadina ist mit dabei.

A

Allergikern einen unbeschwerten Urlaub zu ermöglichen, hat Familie Rabanser gemacht. Die enge Verbundenheit des Hauses mit der Natur spiegelt sich auch in der GenussküBioprodukten zaubert das Küchenteam eine

uf der Seiser Alm gibt

Innehalten und Nachdenken an. Wer möch-

innovative und natürliche Feinschmeckerkü-

es ein ganz besonde-

te, macht sich barfuß auf den Weg.

che. Das Curasoa SPA verwöhnt von Kopf bis

res Stück Wald: Inmitten des sagenumwo-

Green Living

benen „Bosch Curasoa“

Die Seiser Alm in Südtirol gilt als die schönste Hochalm Europas. Sie ist wie geschaffen,

dass dort die Schlern-Hexen zu Hause sind.

um sich in der Natur zu erholen und kräftig

Ein Erlebniswanderweg für Groß und Klein

durchzuatmen. Das muss sich auch Familie

führt durch die landschaftlich einzigartige

Rabanser gedacht haben, als sie ihr Hotel Tir-

Region: Von Hand geschnitzte Figuren, Land-

ler zum Tirler Dolomites Living Hotel****S

art-Gebilde, Steinmonumente, Sumpfland-

umgebaut hat. In der klaren Bergluft auf 1.752

schaften, Waldlichtungen und besondere

Metern Höhe steht heute ein Luxushotel, das

Gaben der Natur säumen den Pfad. Kinder

sich in allen Bereichen der Nachhaltigkeit

begeben sich spielerisch auf Spurensu-

und Ökologie verschrieben hat. So wurde

che und erleben Natur pur. Riechen, hören,

das gesamte Hotel nach dem UNESCO-Bi-

schauen, fühlen, schmecken und gleichzeitig

osphären-Konzept errichtet. Als erstes Hotel

Kraft spüren, Erholung finden, gemeinsam

in Italien erhielt das Tirler Dolomites Living

Spaß haben und Natur tanken – all das ver-

Hotel das ECARF-Qualitätssiegel für Allergi-

bindet der Hexenquellen Erlebnisweg. An

kerfreundlichkeit – in der Höhenlage, in der

verschiedenen Stationen regt er auch zum

sich das Naturhotel befindet, haben Pollen

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ce. Und alles andere, was man tun kann, um

che wider. Aus hochwertigen einheimischen

liegen mystische Schwefelquellen. Man sagt,

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und Hausstaubmilben nämlich keine Chan-

Fuß mit Tirler-SPA-Naturprodukten.

TIRLER – DOLOMITES LIVING HOTEL Saltria 59, I-39040 Seiser Alm Tel.: +39/0471/727 927 info@hotel-tirler.com www.hotel-tirler.com


Elektrisierend Elektrobikes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, deshalb werden auch zahlreiche Modelle auf dem Markt angeboten. Vom Retro- über das komfortable Citybike bis hin zum sportlichen Downhillbike ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ein kleiner Überblick.

LEAOS MPF 

Mit einem besonders starken Mittelmotor will die Südtiroler Firma Leaos S-Pedelec-Fans überzeugen. Zwei Motorenvarianten stehen ab sofort zur Auswahl: Mit dem neuen MPF 6 kann der E-Biker aussuchen, ob er lieber nur bis 25 km/h oder doch bis 45 km/h Unterstützung vom Mittelmotor erhalten will. 6.400 Euro.

ARIEL N-CLASS

Eine Mischung aus Cruiser, Chopper-Motorrad und Retro hat Ariel mit dem N-Class entworfen. Für das E-Bike bieten die US-Amerikaner den Hinterradmotor in zwei Varianten an. Das starke Modell bietet die volle Power von 500 Watt, zur Wahl steht aber auch ein 250-Watt-Motor. Ab 2.099 Euro.

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BESV JS ADVANCED

Cityausfahrten und Wochenendausflüge sind die Lieblingsdisziplinen des BESV JS1 Advanced. Für Unterstützung sorgt ein sogenannter Direktmotor im Hinterrad, der mittels spezieller Software immer die passende Energie für Ihre Tour liefern soll. 3.300 Euro.

STROMER ST S

Gerade für Berufspendler und alle anderen, die ihr Auto gerne einmal stehen lassen, soll das ST2 S die Alternative sein. Egal ob in der Stadt oder über Land: Die Ausstattung lässt einiges erwarten. 6.490 Euro.

CONWAY EMRETRO RACE

Wer ein motorisiertes Fahrrad mit viel Stil und individueller Note sucht, der ist mit dem Conway EMRetro Race genau richtig. Das E-Bike für den modi-

schen und trendbewussten Menschen muss einfach besonders und besonders anders sein. 3.800 Euro.

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HARTIJE I SY

Kleines, kompaktes und wendiges E-Bike und vor allem sehr praktisch, weil es wenig Platz benötigt und leicht ist. 3.499 Euro.

VICTORIA ERETRO

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STUDIE URBAN RUSH

In Zusammenarbeit mit Canyon hat der Pforzheimer Designstudent Florian Mayer das Urban Rush entworfen – ein elektrisch unterstütztes Bike für die Stadt. So muss Zukunft.

VANMOOFS ELECTRIFIED S Eine Radmarke aus der Fahrradstadt Amsterdam muss verstehen, was E-Biker brauchen. Mit dem Electrified S bringt VanMoofs ein Bike, das auf die Bedürfnisse von Stadtradlern und Berufspendlern ausgerichtet ist. Ab 3.499 Euro.

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LIFESTYLE

© DIE FOTOGRAFEN

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Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf, Hansaton-Geschäftsführer Oliver Lux, Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider und Gemeinderat Franz Xaver Gruber

DIE WELT KLINGT BUNT

© LAND TIROL/DIE FOTOGRAFEN

Hansaton wird heuer 55 Jahre alt. Pünktlich zum Jubiläum wurde in der Innsbrucker Anichstraße ein neues Hörkompetenz-Zentrum eröffnet – im wahrsten Sinne ein Ort des Zuhörens, der alles rund um die Hörakustik bietet.

Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf ehrte den Landgasthof Linde als ältesten Tiroler Traditionsbetrieb

EHRENWERTE TRADITION Im Congress Igls wurden kürzlich 30 Tiroler Traditionsunternehmen geehrt. Zu den besonderen Jubilaren zählten der Landgasthof Linde in Stumm mit 510 Jahren, das Hotel Klosterbräu in Seefeld (500 Jahre) sowie die Gerberei und Lederhandlung Schatz in Pill (480 Jahre).

Handelsobmann Martin Wetscher, Karolina Holaus, Herbert Peer, Netzwerk Tirol hilft, Elisabeth Zanon, Tiroler Hospizgemeinschaft, Klaus Springer, Elisabethinum, und HandelsagentenObmann Robert M. Hieger

CYTA-Geschäftsführer Erich Pechlaner (l.) freut sich über den Bügelservice im Einkaufszentrum

SOZIALPROJEKT Seit 2008 begleitet der Verein Emmaus im Haus der Kreuzschwestern in Völs Frauen, die irgendwann durch alle Netze der Gesellschaft gefallen sind. Um ihnen eine Rückkehr in ein stabileres Leben und die Integration in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, bietet der Verein verschiedene Dienstleistungen rund um Haus und Garten. Ende April eröffnete im Einkaufszentrum CYTA in Völs im Zuge dessen eine neue Bügelservice-Filiale. Hingehen und helfen!

SOZIALE VERANTWORTUNG Die heimischen Handelsagenten leisten nicht nur einen wichtigen wirtschaftlichen Beitrag, sondern übernehmen immer wieder auch soziale Verantwortung. Vor diesem Hintergrund stellt das Landesgremium der Tiroler Handelsagenten mit seinen rund 1.200 Mitgliedern sämtliche Mittel, die mit der Auflösung des Hinterbliebenenfonds entstanden sind, karitativen Einrichtungen zur Verfügung. Im Rahmen des vierten Tiroler Handelsagententages konnten sich das Elisabethinum, Netzwerk Tirol hilft und die Tiroler Hospizgemeinschaft jeweils über einen Spendenscheck in Höhe von mehr als 12.000 Euro freuen.

Marietta und Johannes Lechner (Mi.), Barbara und Paul Wetscher, Einrichtungshaus Wetscher

HEILENDE HÄNDE Zur Eröffnung der neu gebauten Osteopathie- und Physiopathiepraxis von Johannes Lechner in Wattens kamen zahlreiche Patienten und Freunde und brachten viele Glückwünsche für den Neustart mit.

Nächtigungsbilanz Das Ötztal vermeldet zum sechsten Mal in Folge ein Allzeithoch in der Bilanz bei Winternächtigungen. Nach dem Rekordwinter ein Jahr zuvor konnte heuer ein knappes Plus von 0,7 Prozent eingefahren werden. Die Beherbergungsbetriebe verzeichnen im Zeitraum von November 2015 bis inklusive April 2016 über 2.862.000 Übernachtungen. Oliver Schwarz, Direktor des Ötztal Tourismus (Bild), gratuliert den Betrieben des Tales, die das hohe Niveau der Nächtigungen halten konnten. Auch der Sommersaison begegnen die Ötztaler Touristiker mit positiven Erwartungen.

MEDAILLENREGEN BEIM BROTWETTBEWERB Beim 17. Internationalen Brotwettbewerb reichten 89 Meisterbetriebe aus vier Nationen über 1.300 Brot- und Backwaren ein. Mit insgesamt 63 Medaillen in zehn Kategorien gehörte der Bäcker Ruetz zu den großen Gewinnern der überregionalen Brotmeisterschaft. Toll: Auch die kleine Bäckerei Bathelt aus Münster darf sich über 11 Medaillen freuen. Li.: Christian Ruetz Jr. und die Betriebsleiter Günther Laner sowie Reinhard Weber mit Firmenchef Christian Ruetz // re.: Bäckerei Bathelt

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© BFI TIROL

Wohnen in Innsbruck

© TIROL KLINIKEN/SEIWALD

Auch vergangenes Jahr stiegen die Kaufpreise für Wohnungen in Innsbruck stark an. Das zeigt der kürzlich erschienene neue Immobilienmarktbericht „WOhnen und WIrtschaften in Innsbruck“ vom Team der prochecked immobilien OG. Die Marktstudie erscheint bereits zum 11. Mal und wurde auch heuer wieder in den Räumlichkeiten von Hauptsponsor Hypo Tirol präsentiert. Zahlreiche Branchenvertreter und Interessierte kamen und holten sich neben dem Bericht selbst viele Infos rund ums Thema ab. Weitere Infos finden Sie auf Seite 26, den Bericht können Sie unter www.prochecked.at bestellen.

V. l.: Maltherapeutin Anne-Marie Klimbacher, Jürgen Brunner, geschäftsführender Oberarzt an der Kinderklinik, Ursula Mattersberger, Obfrau Kinder-Krebs-Hilfe, Oberarzt Roman Crazzolara, OeNB-Direktor Kurt Pribil und Stefan Deflorian, Geschäftsführer der tirol kliniken

EIN EURO FÜR DIE KINDERKLINIK Die Kinder-Krebs-Hilfe erhielt von der Oesterreichischen Nationalbank ein Geschenk der besonderen Art: Eine zwei Meter große Euro-Scheibe, bemalt von Patienten der Kinderonkologie, sowie eine Spende von 5.000 Euro. Die Überreichung fand in der Innsbrucker Kinderklinik statt.

V. l.: Martin Schretthauser und Wolfgang Boesau, beide AUVA Salzburg, Traude Montuoro, Spartenleiterin am BFI Tirol, Andreas Spechtenhauser, VÖSI Tirol, Josef Kurzthaler, Arbeitsinspektorat Innsbruck, und Franz Kaida, VÖSI

SICHERE ARBEITSPLÄTZE IM FOKUS Mitte April fand der mittlerweile zwölfte Sicherheitsfachkrafttag des BFI Tirol statt. Über 130 Teilnehmer und 10 Referenten nutzten die Gelegenheit, sich auf dem Expertenkongress in der Messe Innsbruck auszutauschen. Die ganztägige Veranstaltung diente den aus ganz Österreich angereisten Sicherheitsfachkräften dabei nicht nur als Weiterbildung, sondern auch als Diskussionsund Vernetzungsplattform. © M. MOULAERT

Das prochecked-Team Peter Berger, Armin Hilpolt und Michael Kugler mit Hannes Gschwentner, Geschäftsführer der NHT (l.), Hypo-Firmenkundenleiter Mario Zangerl (2. v. r.) und Arno Wimmer, WK Tirol (r.)

V. r.: Dirigent Howard Arman, Opern-Produktionsleiter Dieter Senft, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Intendant Alessandro De Marchi, Landesrätin Beate Palfrader, Ferrarischule-Direktor Manfred Jordan, Bariton Georg Nigl und Kontrabassist Walter Rumer

LUSTIG, BUNT UND UNGEWÖHNLICH Zu den 40. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik kommen vom 19. bis 27. August viele bekannte Gesichter, herausragende Spezialisten und Stars der Barockmusik nach Innsbruck. Intendant Alessandro De Marchi gab bei der Pressekonferenz viele spannende Einblicke ins Programm – zu finden unter www.altemusik.at.

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Hilfe, die ankommt

RITTERSCHLAG Im Rahmen eines Feierakts nahm die Unternehmerfamilie Höpperger in Innsbruck die Urkunde für die Verleihung der Registrierung als Entsorgungsfachbetrieb plus entgegen. Ihr Betrieb ist damit einer von nur sieben, die in Österreich dieses Gütesiegel von internationalem Rang schmückt.

Andrä Rupprechter, Harald Höpperger, Thomas Höpperger, Klaus Höpperger, Stefan Höpperger und Oliver Bauer, Umweltschutz Höpperger

© FRANZ OSS PHOTOGRAPHY

© UMWELTSCHUTZ HÖPOERGER

Als Branchentreff mit karitativem Fokus besticht der Tiroler Gastro Day durch Kontinuität. Mit dem Erlös der elften Auflage in Höhe von 34.500 Euro werden 16 Tiroler Familien bedacht, die so schnell und unkompliziert finanzielle Zuwendung erhalten. Insgesamt 16 Tiroler Familien werden heuer aus dem GastroDay-Topf bedacht, davon sechs Familien im Ötztal, drei im Pitztal und der Rest im Großraum Innsbruck.

Stefanie Prader, Sabine Büchele (beide The PENZ Hotel), Carina Fink, Isolde Penz, Susanne Fink und Veronika Sagmeister (Dorothee Schumacher)

LADIES NIGHT

Der Vorstand des Tiroler Sommeliervereins rund um Präsident Norbert Waldnig (r.): Bruno Resi, Suwi Zlatic und Carole Rohrmoser-Stein

Eingeschenkt

© AAG

Das Restaurant 1809 am Bergisel ist nicht nur bekannt für wirklich gutes Essen, sondern auch für seinen Wein. Deshalb gab’s hier eine ganz besondere Weinverkostung, die sich rund 20 Topsommeliers aus Österreich und Deutschland nicht entgehen ließen. Mit dabei: Suwi Zlatic, der Österreich bei der Sommelier-WM in Argentinien vertreten hat.

Rektorin Helga Fritsch (vorne) / 2. Reihe v. l.: Dietmar Schennach, Huberta Scheiber, Werner Stuflesser / 3. Reihe v. l.: Hans Lassmann, Karl Lhotta, Peter Veider und Anton Mattle

GRSSER EHRUNGSTAG Die Würdigung der Österreichischen Bergrettung sowie fünf weiterer Persönlichkeiten für ihre besonderen Verdieste um die Medizin im Allgemeinen sowie am Standort stand im Mittelpunkt des Großen Ehrungstages an der Medizinischen Universität Innsbruck. Die akademische Feier war die siebte ihrer Art seit Bestehen der Meduni als eigenständige Hochschule.

KOCHEN MIT KUHMIST Besonderer Besuch im Recycling Zentrum Ahrental bei Innsbruck: Eine afrikanische Delegation kam auf Einladung des Welthauses der Diözese Innsbruck, um sich übers Tiroler Abfallmanagement zu informieren. Der Besuch wurde zum gegenseitigen Austausch über Recyling.

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Ein Abend für Ladies von Ladies – dies war das Motto im 5th Floor des The PENZ Hotels. Bei Fashion und Fingerfood wurde gelacht, gefeiert und den zahlreichen Ladies im Namen der Familie Penz für die stets gute Zusammenarbeit gedankt. Fashion gab es in Kooperation mit by Fink’s woman und einer exklusiven Preview der Prefall-Kollektion von Dorothee Schumacher.

V. l.: Otto Reichholf, Recycling Zentrum Ahrental, Sibylle Auer, Welthaus Diözese Innsbruck, Andrew Ogwal, YES – Youth Environmental Service/Uganda, Alexander Würtenberger und Astrid Bayer-Schragl, beide ATM, Josephine Lubyayi, Caritas MADDO/Uganda, und Christian Leonhartsberger, ATM

Christian Brenneis, ärztlicher Direktor, Bürgermeister Werner Entner, Christine Gasser, Horst Oexle, Facharzt für Internistische Onkologie, und Verwaltungsdirektor Christian Elzinger

KUNST ALS TEIL DER REHA Unter dem Motto „Kunst ist Medizin für Körper und Seele“ präsentiert das REHA-Zentrum Münster die Werke der Osttiroler Künstlerin Christine Gasser. Seit seiner Eröffnung gibt das Rehazentrum Tiroler Künstlern und ehemaligen Patienten die Möglichkeit, ihre Kunst hier zu zeigen.


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eco.nova ist ein unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissensc...

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