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NR. 1 | MÄRZ 2016

Das Magazin der österreichischen Handelsagenten

Grundlagen-Wissen: Auf einer guten Basis

DER SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG RÜSTZEUG Kennzahlen als Basis

INTERNATIONAL

Networking

STEUERN Neue Serie


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INHALT

TITELTHEMA 4  Steuer-Tuning Start der neuen Serie – Teil I: Was ist vor der Unternehmensgründung zu tun? LÄNDERFOKUS 8 Burgenland Face Reading in der Wirtschaft 8 Kärnten Spechtage der Handelsagenten 9 Oberösterreich Geschäftsführerwechsel im Landesgremium 9 Salzburg Handelstag, Schulung und Forderung 10 Steiermark Netzwerkveranstaltung im April 10 Tirol Der 4. Tiroler Handelsagententag 11 Vorarlberg Blicke in andere Welten WIRTSCHAFT 12 Kennzahlen als Rüstzeug Start der neuen Serie: Kennzahlen als wichtiges Führungsinstrument

PORTRÄT 15 Erich Hanai – Niederösterreich Nah am Geschehen und am Menschen sein INTERNATIONAL 16 Global & lokal Aktuelle Lage: Mit Vorsicht zu genießen 17 Wirtschaftsmission Sri Lanka zu Gast in Österreich 17 IUCAB-Vertretungsbörse Networking-Event in Malaga am 20. Mai RECHT 18 Rechts.tipp Effektive Rechtsdurchsetzung STEUER 20 Steuer.tipp Neuerungen Sachbezug PKW ab 2016 AKTUELL 22 Motor.tipp Die 3er-Modellreihe von BMW 24 Extra.tipp Volvo – perfekte Alternative für Handelsagenten 25 Buch.tipps Wissens- und Lesenswertes 26 Life.style Hallo Frühling!

IMPRESSUM HERAUSGEBER: Bundesgremium der Handelsagenten in der WKÖ, Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien, www.handelsagenten.at, handel5@wko.at || MEDIENINHABER: eco.nova corporate publishing, Senn & Partner KG, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, www.econova.at || AUFLAGE: 10.000 Stück ||­ CHEFREDAKTION: Marina Kremser, Mag. Christian Rebernig || BEITRÄGE: Bruno König, Sonja Niederbrunner, Steuerberatungskanzlei Bollenberger, Dr. Andreas Paffhausen, Dr. Maximilian Burger-Scheidlin, Landesgremien || FOTOS: Bruno König, iStockphoto, diverse Fotos vom B ­ undesgremium und den Landesgremien zur Verfügung gestellt || ANZEIGENVERKAUF: Mag. Sandra Nardin, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, nardin@econova.at || GRAFIK: Sonja Niederbrunner, eco.nova corporate publishing, Senn & Partner KG || DRUCK: Radin-Berger-Print GmbH

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VORWORT LIEBE LESERINNEN UND LESER! Immer wieder ist es an der Zeit, innezuhalten und zu überprüfen, wo man steht. Wo kann man nachbessern, wo feinjustieren, wo neue Akzente setzen? In unserer aktuellen Ausgabe dreht sich vieles um Grundlagen – um die Basis unseres Erfolgs.

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ie Grundlage des Erfolgs liegt ebenda – in der Grundlage. Je besser das Fundament, auf dem man steht, desto freier kann man sich bewegen. Dem tragen wir in dieser ersten Ausgabe des aktuellen Jahres Rechnung und starten gleich mit zwei neuen Serien. Die Serie „Steuer-Tuning“ frischt wichtiges Wissen wieder auf und stellt es auf eine solide Basis, gibt wertvolle Ratschläge und sorgt für einen gründlichen Background. Der erste Teil der Serie ist vor allem für all jene von besonderem Interesse, die sich vor ihrer Unternehmensgründung befinden – und gleich zu Beginn behördliche Fallstricke bestmöglich vermeiden wollen. Die zweite Serie, die wir mit dieser Augsabe starten, widmet sich ebenfalls ganz ­entscheidenden Grundlagen – den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Was trocken klingt, ist ein sehr spannender und vor allem existenzieller Bereich. Denn Kennzahlen sind für H ­ andelsagenten ein wichtiges Führungsinstrument, sind sie doch maßgeblich für ein planvolles, nachhaltiges und zukunftsorientiertes Handeln, da sie zahlenmäßig fass­bare Sachverhalte in konzentrierter Form darstellbar machen. Sie sind aber kein Allheil­mittel, wie unser Autor betont, denn Zahlen bilden nur das ab, was vorhanden ist. Doch sie zeigen die Richtung an, in die wir uns bewegen, und sind gerade dehalb sehr wertvolle Indikatoren – wenn man sie zunutzen weiß. Das Rüstzeug dafür wollen wir Ihnen mit dieser Serie in die Hand geben. Um das richtige Rüstzeug geht es auch im Porträt des Handelsagenten, den wir Ihnen in dieser Ausgabe vorstellen: Er weiß, dass die Nähe zum Kunden, zum Menschen ausschlaggebend für Erfolg ist – nur wer um die Bedürfnisse seines Gegenübers weiß und ihnen begegnet, kann langfristige und nachhaltige Zufriedenheit schaffen. Nachhaltige Beziehungen zu schaffen, war auch das Ziel während des erstmaligen ­Besuchs von Östereich durch das Staatsoberhaupts des Inselstaates Sri Lanka samt Wirtschaftsdelegation. Das Bundesgremium nutzte die Gelegenheit, den Berufsstand zu ­präsentieren und Möglichkeiten der Kontaktanbahnung aufzuzeigen. Außerdem dürfen wir Ihnen die neuesten Volvo-Modelle vorstellen, für die wir ­attraktive Konditionen für den Berufsstand erzielen konnten. Sie sehen also: In der aktuellen Ausgabe dreht sich sehr viel um Grundlagen – gerade diese sollten wir nie vernachlässigen, auch wenn wir schon lange im Geschäft sind, denn sie sind unser Fundament, auf dem wir bauen und mit dem wir wachsen können. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen grundlegenden Erfolg und viel Freude an und in allem, was Sie tun.

Komm.-Rat Robert M. Hieger Obmann des Bundesgremiums der Handelsagenten

Ihr Komm.-Rat Robert M. Hieger Obmann des Bundesgremiums der Handelsagenten

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STEUER-TUNING RÜSTEN SIE IHR WISSEN AUF Neue Serie G STEUER-TUNIN Teil 1

Was ist vor der Unternehmensgründung zu tun? Bevor es ans ­Arbeiten und Geldverdienen geht, sind vorerst die ersten Behördenwege zu erledigen. Text: Bollenberger & Bollenberger Beratungsgruppe

DREI FRAGEN FÜR EINE ERFOLGREICHE ZUKUNFT 1. Welche behördlichen Schritte muss ich bei einer Unternehmensgründung setzen und wer sind meine Ansprechpartner? Siehe Grafik „Der rote Faden für Behördenwege“. 2. Welche Rechtsform ist für mein Unternehmen die geeignetste? Mit dieser Frage entscheiden Sie unter anderem über die elementarwichtige Haftungssituation bei Worst-Case-Szenarien. 3. B  enötige ich externe Unterstützung? Brauche ich einen oder vielleicht sogar mehrere Partner – vielleicht um fehlendes Know-how ins Unternehmen zu integrieren oder um die finanzielle Situation meines Unternehmens zu stärken. Für diese ­strategischen Entscheidungen ist es ratsam, professionellen und vor allem unabhängigen Rat einzuholen. Hier sind wir bei der Wahl eines vertrauensvollen Unternehmens- und Steuerberaters angelangt, den Sie bei allen wichtigen Weichenstellungen im Unternehmen einbeziehen sollten.

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hre Geschäftsidee steht. Sie haben die Marktsituation und das Marktumfeld eingehend betrachtet und den relevanten Mitbewerb analysiert. Auch die Finanzierung Ihres Projektes ist gesichert und schlussendlich treffen Sie die grundlegende ­Entscheidung: „Ja, ich realisiere mein Projekt. Ich gründe ein Unternehmen und werde selbständig.“ Diese weitreichende Entscheidung wirft drei elementare Fragen auf, die jede Unternehmerin und Unternehmer gewissenhaft im Vorfeld beachten muss, denn jeder Bereich für sich kann zum fundamentalen Erfolgsfaktor, aber auch zum Stolperstein werden. (siehe Infokasten „Drei Fragen für eine erfolgreiche Zukunft“) Zum richtigen Zeitpunkt das Richtige tun Das bedeutet „rechtzeitig“ agieren. Die Dinge rechtzeitig zu tun ist entscheidend, egal ob im Steuerrecht oder im ganzen unternehmerischen Umfeld. So wie bei fast allen Förderungsmodellen ist die rechtzeitige Beantragung vor Projektbeginn entscheidend. Sobald Sie das Investitionsgut gekauft haben – bei manchen Förderungen genügt sogar eine der Antragstellung zeitlich vorgelagerte Bestellung – ist es oft schon zu spät. Bei einem Projektstart, der vor der Beantragung einer Förderung liegt, hat man in den meisten Fällen die Fördermöglichkeit verwirkt.

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DER ROTE FADEN FÜR BEHÖRDENWEGE Neugründungsförderungsgesetz NeuFö2-Bestätigung

Regionale Wirtschaftskammer

Informationen – Gewerbeberechtigungen – Förderungen *

Betriebsanlagengenehmigung

Bezirkshauptmannschaft, Magistrat

Gewerbeberechtigung

Nachsicht

Landesregierung

Flächenwidmung

Gemeinde

Baubewilligung

Arbeitnehmerschutz

Arbeitsinspektorat

Betriebsanlagengenehmigung

Finanzamt

Ansuchen um Steuernummer

Bei GmbH: Geschäftsführer, sofern ASVG versichert

Versicherung der Selbständigen – ordentliche Wirtschaftskammermitglieder

Anmeldung der ­Arbeitnehmer (unselbständig Erwerbstätige)

Allgemeine Sozialversicherungsanstalt Gebietskrankenkasse Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft

* wie etwa geförderte Beratungsangebote der WK


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Erhard Bollenberger

Margit Bollenberger

Der zeitliche Ablauf eines Förderprojektes Um die Antragstellung zum richtigen Zeitpunkt geht es bei vielen Steuerbegünstigungen wie auch bei den Begünstigungen des Neugründungsfördergesetzes und diese sollten Sie in Anspruch nehmen. Das Neugründungsförderungsgesetz Das sogenannte Neugründungsförderungsgesetz, kurz NeuFöG, hilft Neugründern und Betriebsübernehmern Gründungskosten zu sparen. Voraussetzung dafür ist, in den letzten 5 Jahren (15 Jahre bis 31.12.2015) nicht in vergleichbarer Art selbständig oder betrieblich tätig gewesen zu sein und eine Gründungsberatung bei der jeweiligen Interessenvertretung in Anspruch genommen zu haben. Für Neugründer und Betriebsübernehmer entfallen: •  Stempelgebühren und Bundesverwaltungsabgaben für alle durch eine Neugründung/Betriebsübertragung unmittelbar veranlassten Schriften und Amtshandlungen (z. B. Abgaben für gründungsbedingte Konzessionserteilung, Niederlassungsbewilligung, Genehmigungen zur Betriebserrichtung …) • Grunderwerbsteuer: Wenn eine Gründungseinlage von Grundstücken in neu gegründete Gesellschaften erfolgt. Bei der Betriebsübertragung wird die Grund­ erwerbsteuer von steuerbaren Vorgängen, die mit einer Betriebsübertragung in unmittelbarem Zusammenhang stehen, nicht erhoben, soweit der für die Berechnung der Steuer maßgebende Wert von 75.000 Euro nicht überstiegen wird. •  Gerichtsgebühren für die Eintragung in das Firmenbuch: Im Zusammenhang mit der Neugründung für Neueintragungen wie Firma, Sitz, Geschäftsanschrift, Inhaber, Musterzeichnung persönlich haftender Gesellschafter sowie Geschäftsführer, ebenso wie die Neugründung eines eingetragenen Einzelunternehmens mit dem Zusatz „e. U.“.

Stefan Heißenberger

Projektanfang

Ursula Kilzer

Sonja Pöll-Kornfeld

Gerhard Hatzl

► ► ► Projektende

Projektumsetzung (Schulungen)

Beurteilungsphase

Antragstellung

Abrechnungsphase

Zusage

Auszahlung

•  Gerichtsgebühren für die Eintragung raumes von 36 Monaten kann für 12 in das Grundbuch: Zum Erwerb des EiMonate die Begünstigung in Anspruch gentums für die Einbringung von Grundgenommen werden, wobei die Frist mit stücken auf gesellschaftsvertraglicher dem Beschäftigungsmonat des ersten Grundlage unmittelbar im ZusammenArbeitnehmers zu laufen beginnt. Achhang mit der Neugründung (gilt nicht bei tung: Während der ersten 12 Monate ab Betriebsübertragungen) der Gesellschaft, Neugründung gibt es keine Einschränsofern Gesellschaftsrechte oder Anteile kung hinsichtlich der Zahl der beschäfam Vermögen der Gesellschaft als Gegentigten Arbeitnehmer. Im zweiten bzw. leistung gewährt werden. dritten Jahr nach der Neugründung • Gesellschaftsteuer: Mit Wirksamkeit steht die Begünstigung nur noch für die 01.01.2016 kam es zur Abschaffung ersten drei beschäftigten Arbeitnehmer der Gesellschaftsteuer, womit dieser zu. Befreiungsbestimmung im Rahmen ­ Beantragung: Der Gründer hat eine Erklädes NeuFöG keine Bedeutung zurung der Neugründung bzw. der Betriebskommt. •  L ohnnebenkostenDIE DINGE RECHTZEITIG ZU befreiung (gilt nicht TUN IST ENTSCHEIDEND, EGAL OB bei Betriebsübertragungen) für die IM STEUERRECHT ODER IM GANZEN im Kalendermonat UNTERNEHMERISCHEN UMFELD. der Neugründung sowie in den darauf folgenden 35 Kalendermonaten für übernahme (Formular Neu Fö2) auszufülbeschäftigte Arbeitnehmer (Dienstnehlen und von der jeweiligen gesetzlichen mer) anfallenden Dienstgeberbeiträge Berufsvertretung bestätigen zu lassen. zum Familienlastenausgleichsfonds, In den Wirtschaftskammern werden die Wohnbauförderungsbeiträge des NeuFöG-Bestätigungen durch das GründerDienstgebers, Beiträge zur gesetzlichen service, meist auch durch die Fachgruppen Unfallversicherung und die anfallende und die Bezirksstellen durchgeführt. Kann Kammerumlage 2. Innerhalb des Zeitder Betriebsinhaber keiner gesetzlichen Be5


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rufsvertretung zugerechnet werden, so ist für ihn die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft zuständig. Der ständige Begleiter ist das Finanzamt Welche Verpflichtung hat nun ein neu gegründetes Unternehmen gegenüber dem Finanzamt? •  Meldung innerhalb eines Monats ab Eröffnung des Betriebes, dass Sie eine unternehmerische Tätigkeit aufgenommen haben. Die Meldung muss für Einzelunternehmer an das Wohnsitzfinanzamt ergehen – jenes Finanzamt, in dessen Amtsbereich sich der Wohnsitz oder in Ermangelung eines Wohnsitzes der gewöhnliche Aufenthalt befindet. Für Körperschaften oder Personengemeinschaften muss die Meldung an das Betriebsfinanzamt – jenes Finanzamt, in dessen Amtsbereich sich die Leitung des Unternehmens befindet – ergehen. •  Je nachdem, in welchem Rechtskleid Sie Ihr Unternehmen führen, ist ein eigener Fragebogen auszufüllen. Die Formulare finden Sie unter www.bmf.gv.at Drei Formulare kommen in Frage: Das Verfahren 15 für Kapitalge6

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sellschaften, das Verfahren 16 für Personengesellschaften oder das Ver­ fahren 24 für natürliche Personen. • Unter anderem sind auch der geschätzte Umsatz und der geschätzte Gewinn des laufenden Jahres und des Folgejahres anzugeben. Achtung! Ihre Gewinnschätzung wird für die Bemessung der Vorauszahlungen an Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer herangezogen. Seien Sie in Ihren Gewinneinschätzungen hier nicht zu optimistisch! Bestimmen Sie sorgfältig Ihre Gewinnannahme für diese beiden Jahre. Sie dienen zur Berechnung Ihrer Steuervorauszahlungen und belasten damit auch Ihre Liquidität. Beachten Sie bei Ihrer Gewinn- und Umsatzschätzung, dass das Eröffnungsjahr meist ein Rumpfwirtschaftsjahr (z. B. April bis Dezember) ist. • Eine weitere wesentliche Frage ist in diesem Fragebogen zu beantworten, nämlich ob ein Regelbesteuerungsantrag gemäß § 6 Abs. 3 Umsatzsteuergesetz ­beantragt wird. Dies betrifft Kleinunternehmer. Das sind Unternehmer, deren Jahresumsatz 30.000 Euro nicht übersteigt.

Kleinunternehmer haben die Wahl • Die Umsatzsteuer den Kunden in Rechnung zu stellen und an das Finanzamt abzuführen, aber auch die ihnen in Rechnung gestellte Umsatzsteuer (Vorsteuer) vom Finanzamt zurückverlangen zu können oder • keine Umsatzsteuer zu verrechnen, aber auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen zu können. Sollten Sie irrtümlicherweise Ihren Kunden Umsatzsteuer in Rechnung stellen, schulden sie diese dem Finanzamt gegenüber kraft Rechnungslegung und können sie leider nicht gegenverrechnen. Unser Tipp Beide Systeme haben Vor- aber auch Nachteile, die es gilt, sorgfältig abzuwägen. So Ihr Kunde Ihre in Rechnung gestellte Umsatzsteuer als Vorsteuer beim Finanzamt zurückverlangen kann, ist die Regelbesteuerung zu 99 % die günstigere Variante. Achtung: Es gilt der Grundsatz der Unternehmereinheit! Obige Umsatzgrenze bezieht sich auf den einzelnen Unternehmer und nicht auf die einzelnen Tätigkeiten (z. B.


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Gewerbetriebe, Vermietung usw.). Weiters ist entscheidend, wie viele Einnahmen im Kalenderjahr zugeflossen sind. Die Umsatzgrenze von 30.000 Euro ist ein Nettobetrag. Innerhalb von fünf Kalenderjahren kann der Unternehmer einmal die Umsatzgrenze um maximal 15 % (Toleranzgrenze, das sind 34.500 Euro) überschreiten. Regelbesteuerungsantrag Den Regelbesteuerungsantrag können Sie bis zur Rechtskraft des jeweiligen Jahresbescheides stellen. Sie verzichten auf die Möglichkeit der unechten Steuerbefreiung. Dies bedeutet, Sie berechnen die Umsatzsteuer und führen Sie an das Finanzamt ab und erlangen damit das Recht auf Vorsteuerabzug. Achtung: Der Antrag bindet Sie für fünf Kalenderjahre. Unser Tipp: Besprechen Sie die Vor- und Nachteile mit einem Experten, um die Auswirkungen für Ihre individuelle Situation erkennen und die für Sie steueroptimale Entscheidung treffen zu können. Eine Planrechnung „zahlt sich aus“ Aufgrund Ihrer Planerfolgsrechnung und Finanzplanung, die jedes Unternehmen – unabhängig von seiner Größe – somit vom EPU (Ein-Personen-Unternehmen) bis zum Großbetrieb – vor Gründung aufstellen sollte, können Sie erkennen, wie viel Geld Sie für die Steuer und die Sozialversicherung – je Geschäftsgang – ansparen müssen, um nicht wie viele Unternehmen in ein Liquiditätsproblem in den ersten drei Jahren nach Unternehmensgründung zu kommen. Aber auch nach der Gründung ist das Führen des Unternehmens mit Zielen, die auch in Zahlen ausgedrückt sind, ein „MUSS“ für eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung. Alles andere ist Glück und dies ist für die Lebensdauer eines Unternehmens einfach zu wenig. Den Steuerkostenblock ­senken Zum Beispiel sollten Sie Ihre Investitionen so optimieren, dass Sie Ihren Investitionsplan auch nach dem steuerlich optimalen Investitionszeitpunkt ausrichten. Hier sprechen wir den Freibetrag für investierte Gewinne an, der alle Einnahmen-/Ausgabenrechner betrifft. Auch die steueroptimierte Eigenkapitalausstattung zu Beginn kann für einen bilanzierenden Unternehmer einen Steuervorteil bringen. Was wir damit ausdrücken wollen, ist, dass auch im Hinblick auf die Steueroptimierung

bereits bei der Gründung auf die auf das Unternehmen abgestimmte Steuerstrategie Rücksicht genommen werden soll.

Juni (30. Juni 2016) abzugeben. Werden Sie von einem Steuerberater vertreten, sind auch längere Fristen möglich.

Unser Tipp: Es gilt wiederum zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Dinge zu tun!

Prüfungen durch das Finanzamt Wie z. B. durch: Außenprüfung, Nachschau, Vorhalt, Nachbescheidkontrolle. Dem Thema „Die Außenprüfung (= Betriebsprüfung) durch das Finanzamt“ wird ein eigener Artikel gewidmet werden.

Wie erfolgt die laufende Betreuung durch das Finanzamt? Vergabe der Steuernummer: Vor Vergabe Ihrer Steuernummer prüft das Finanzamt, ob Sie als „Steuersubjekt“ im Sinne der österreichischen Steuergesetzgebung gelten und welches Finanzamt für Sie zuständig ist. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Vertreter des Finanzamtes Ihnen einen „Antrittsbesuch“ abstattet und Ihre Angaben laut Fragebogen überprüft. Das Finanzamt erteilt Ihnen dann eine Steuernummer. Diese besteht aus einer zweistelligen Finanzamtsnummer und einer siebenstelligen Steuernummer. Das Finanzamt legt Ihren Steuerakt und Ihr Abgabenkonto an. Von nun an sind jedes Schriftstück, Steuererklärungen, aber auch Zahlungsbelege, die an Ihr Finanzamt gerichtet sind, mit Ihrer Steuernummer zu versehen. Einrichten Ihres Abgabenkontos unter Ihrer neuen Steuernummer und laufende Buchung Ihrer Abgaben und Zahlungen Auf Ihrem Abgabenkonto werden gemeldete oder vorgeschriebene Abgaben als Belastung bzw. Gutschriften und Ihre Zahlungen als Gutschriften gebucht (Umsatzsteuer, Einkommensteuer, lohnabhängige Abgaben, Zahlungen, Rücküberweisungen etc.). So Ihr Abgabenkonto ein Guthaben aufweist, können Sie einen Rückzahlungsantrag (z. B. auf Ihr Bankkonto) stellen. Mittels Buchungsmitteilungen werden Sie vom Finanzamt über Ihre Kontobewegungen informiert. Über Finanz­ Online können Sie elektronisch die Buchungen auf Ihrem Steuerkonto abfragen. Die Registrierung für den elektronischen Zugriff können Sie über die Homepage des Bundesministeriums für Finanzen unter www.bmf.gv.at vornehmen. Veranlagung Ihrer Steuererklärungen mittels Abgabenbescheid und Buchung auf Ihrem Abgabenkonto Im Folgejahr (z. B.: 2016) ist bei Ihrem Finanzamt die Einkommensteuererklärung (des Jahres 2015) bis zum 30. April des Folgejahres (30. April 2016), bei elektronischer Abgabe mittels FinanzOnline bis 30.

Was ist die UID-Nummer und wer benötigt diese? Die Bezeichnung UID-Nummer ist die abgekürzte Version von Umsatzsteueridentifikationsnummer oder auch abgekürzt ATU-Nummer (für Österreich) genannt. So Sie umsatzsteuerpflichtige Leistungen oder Lieferungen erbringen bzw. in Geschäftsbeziehung mit Unternehmen in anderen Staaten der Europäischen Union stehen, brauchen Sie Ihre UID-Nummer. Auch sind Sie zum Vorsteuerabzug von Rechnungen über einem Betrag von 10.000 Euro nur dann berechtigt, wenn neben den anderen Rechnungsmerkmalen Ihre UID-Nummer auf der Rechnung angegeben ist. Die Ihnen von Ihren Lieferanten in Rechnung gestellte Umsatzsteuer wird als Vorsteuer bezeichnet. Diese können Sie sich beim Finanzamt wieder zurückholen. 

KONTAKT & INFOS Margit Bollenberger und Mag. Ursula Kilzer Bollenberger & Bollenberger Beratungsgruppe E office@bollenberger.com I www.bollenberger.com

TEIL 2 DER SERIE In der nächsten Ausgabe berichten wir darüber, was passiert, wenn Sie als Unternehmer nicht rechtzeitig Ihren Pflichten nachkommen. Weiters geben wir einen Überblick über die einzelnen Steuerarten und Tipps zur Senkung Ihres Steuerkostenblocks.

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LÄNDERFOKUS

KÄRNTEN

BURGENLAND

ANKÜNDIGUNG: FACE READING IN DER WIRTSCHAFT Impulsvortrag mit Christoph Rosenberger am 12. April Der Toptrainer Christoph Rosenberger öffnet am 12. April im Festsaal der Wirtschaftskammer in Eisenstadt die Trickkiste der Verkaufsprofis. Er berichtet über die Erkenntnisse der modernen Gehirnforschung und der seriösen Verkaufspsychologie sowie über Verkaufsgeheimnisse, die in dieser Form bislang noch nie gebracht wurden. Der Themenschwerpunkt „Face Reading – wie Sie Ihre Kunden völlig entschlüsseln!“ schaut hinter die Kulisse. Auf humorvolle Art und Weise lernen Sie, was das Gesicht über einen Menschen verrät. Wie erkennen Sie leicht und schnell, worauf Ihr Kunde anspricht? Erweitern Sie Ihre Kommunikationsmöglichkeiten um dieses besondere Wissen und profitieren Sie davon im täglichen Geschäft.  Anmeldung: T 05/90 90 7-2000 Infos: www.bgld.wifi.at 

WERDEN SIE MASTER In zwei Stufen zum Master – berufsbegleitend Sie wollten schon immer eine akademische Ausbildung machen? Jetzt haben Sie die Möglichkeit dazu. Das WIFI Burgenland bietet vier Masterlehrgänge an. Die Lehrgänge gibt es in den Bereichen Handelsmanagement, Marketing & Verkaufsmanagement, Bilanzbuchhaltung und Unternehmertum für gewerblich/technische KMUs. Die Fortbildung ist berufsbegleitend und Sie werden optimal betreut. Innerhalb von vier Semestern schließen Sie das Studium mit der Masterthesis sowie einer kommissionellen Masterprüfung ab und dürfen den Titel „Master of Science“ tragen. Packen Sie es an und werden Sie Master! Melden Sie sich jetzt zum kostenlosen Infoabend oder einem persönlichen Beratungsgespräch an.  Detailinformationen zu Abläufen, Zugangsvoraussetzungen und Anmeldeprozedere erhalten Sie unter T +43 5 90 90 7-2000 oder E info@bgld.wifi.at.  8

KÄRNTEN

SPRECHTAGE DER HANDELSAGENTEN Lassen Sie sich jeden ersten Freitag im Monat beraten! Der Landesobmann lädt Sie herzlich zu den nun regelmäßig stattfindenden Sprechtagen der Kärntner Handelsagenten ein. Diese finden jeden ersten Freitag im Monat von 13:00 bis 16:00 Uhr in der Wirtschaftskammer Kärnten im Sitzungszimmer A 218 statt. Im Rahmen des Sprechtags stehen Ihnen die Vertreter des Landesgremiums für Beschwerden, Wünsche und Anregungen gerne zur Verfügung. Landesobmann Wolfgang Zeichner freut sich auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen. Anmeldung unter: E hildegard.kogler@wkk.or.at oder T 05 90 90 4-306


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OBERÖSTERREICH

GESCHÄFTSFÜHRERWECHSEL Im Landesgremium OÖ der Handelsagenten übernimmt Dr. Barbara Postl die Geschäftsführung. Am 1. April 2016 wird Dr. Barbara Postl (36) die Geschäftsführung des Landesgremiums OÖ der Handelsagenten in der Wirtschaftskammer Oberösterreich übernehmen. Barbara Postl tritt die Nachfolge von Mag. Stefan Praher, MBA an, der neun Jahre lang die Geschicke des Landesgremiums leitete und mit Wirksamkeit 1. April 2016 als neuer Geschäftsführer der Fachgruppe Gastronomie und Hotellerie bzw. in weiterer Folge der Sparte Tourismus bestellt wird. Barbara Postl ist Juristin und war acht Jahre lang für den Bereich der Finanzpolitik sowie Wirtschaftsrecht in der Wirtschaftskammer Oberösterreich zuständig. Sie besitzt somit langjährige Erfahrung in der Interessenvertretung und Servicierung der Mitglieder der WKOÖ. Zuvor war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Johannes Kepler Universität Linz und am Verfassungsgerichtshof in Wien tätig. Sie hat den



Non-Profit-Management-Lehrgang an der Universität Freiburg in der Schweiz sowie die Mediationsausbildung absolviert. 

Staffelübergabe im Landesgremium OÖ der Handelsagenten. Barbara Postl folgt Stefan Praher nach.

SALZBURG

EDV-SCHULUNG

SALZBURGER HANDELSTAG AM 19. MAI Der Handelstag wird eine hochkarätige Veranstaltung zum Thema „Zukunft des Handels“. Dabei geht es um die neue Ausrichtung des Handels, die Mitarbeiter der Zukunft sowie die Zukunft des relevanten Themas E-Commerce. Die Vortragenden sind Dr. David Bosshart, CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts, und Mag. Bernhard Heinzlmaier. Rückfragen im Landesgremium Salzburg bei Katharina Krabath: T 0662/88 88-258 oder E kkrabath@wks.at

Das Thema der aktuellen EDV-Schulung ist „Outlook im täglichen Arbeitsumfeld“. Mag. Herbert Josephu informiert dabei über wichtige Funktionen im Outlook, die Ihren Alltag in Hinblick auf die Organisation von E-Mails sowie des Kalenders erleichtern. Die Schulung findet am 16. März 2016 und am 25. Mai 2016 im WIFI Salzburg statt.

HOHE TREIBSTOFFPREISE: HANDELSAGENTEN WEHREN SICH Das Landesgremium Salzburg der Handelsagenten fordert einen an den Rohölpreis angepassten Treibstoffpreis. Ein diesbezügliches Schreiben wurde an die OMV AG gerichtet, ein entsprechender Artikel erschien in der „Salzburger Wirtschaft“.

Quintessenz der intensiven Bemühungen: Der Rohölpreis hat in den letzten Jahren eine Talfahrt erlebt. Trotzdem profitiert der Berufsstand nicht von dieser Tatsache. Bei nur marginaler Erhöhung des Rohölpreises werden die Treibstoffpreise sofort erhöht. Dieses schnelle Reagieren auf Ver-

änderung wird künftig auch für den Fall der Verminderung der Rohölpreise gefordert. „Unsere Kraftfahrzeuge dienen uns Handelsagenten oft als Büros“, erklärt Landesobmann Axel Sturmberger und betont: „ Wir sind nicht mehr bereit, einen derart überhöhten Preis zu zahlen.“  9


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STEIERMARK

NETZWERKVERANSTALTUNG AM 15. APRIL Wertvolle Praxistipps und aktives Netzwerken – Schwerpunktthema Registrierkassen

Treffen Sie neue Geschäftspartner aus den verschiedensten Branchen und erhalten Sie wertvolle Praxistipps zu den Bereichen Handelsagentenrecht, Steuerrecht und Sozialversicherungsrecht sowie zum Schwerpunktthema Registrierkassen (Kassenanbieter werden zur Veranstaltung eingeladen und stehen als Ansprechpartner für praktische Fragen zur Verfügung). Die Netzwerkveranstaltung des Landesgremiums Steiermark findet am Freitag, 15. April 2016, von 9 bis 13 Uhr im Europasaal der WKO Graz, Körblergasse 111– 113, 8010 Graz statt. Anmeldungen unter: T 0316/601 574 oder E 311@wkstmk.at

TIROL

4. TIROLER HANDELSAGENTENTAG AM 8. APRIL Die Tiroler Handelsagenten übernehmen soziale Verantwortung und laden ins Kulturgasthaus Bierstindl.

Das Tiroler Landesgremium hat bei der Fachgruppentagung im Vorjahr den Hinterbliebenenfonds aufgelöst und die Gelder an die Mitglieder ausbezahlt. Der Überling wird nun – wie beschlossen – einem karitativen Zweck zugeführt. Drei Tiroler Organisationen wurden ausgewählt, die mit den gespendeten finaziellen Mitteln körperlich oder geistig benachteiligte, sozial schlechter gestellte oder gebrechliche Personen in Tirol unterstützen: Es handelt sich dabei um das Netzwerk „Tirol hilft“, das Elisabethinum und die Tiroler Hospizgemeinschaft. Durch den Abend führt Moderator und Kabarettist Markus Linder. Am Programm stehen Grußworte von Spartenobmann Martin Wetscher, ein Interview mit Obmann Robert M. Hieger, die Präsentation der drei Organisationen durch Herbert Peer, Klaus Springer und Elisabeth Zanon und schließlich die Übergabe der Spendenschecks.  10

Foto: Eddy Risch

Markus Linder führt durch den Abend und unterhält mit kabarettistischen Einlagen.


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VORARLBERG

NETZWERKEN UND ZWEI BLICKE IN ANDERE WELTEN Ein kontrastreicher Abend: Kunst von Flatz und ein Besuch im Kloster. Im Rahmen der Handelsagenten-Cocktails lud das Landesgremium am 4. Februar zu einem kontrastreichen Abend ein. Kunst von Flatz und ein Besuch im Kloster. „Soll Kunst nur gefällig sein?“ wurde die Frage bei der Führung im Museum mit den Werken des documenta-Ausstellers Flatz gestellt. „Nein – Kunst soll mehr zum Nachdenken anregen.“ Auf sehr provokante und eindringliche Art gelingt es dem in Dornbirn geborenen Aktionskünstler, hinter die Dinge zu schauen und durch teilweise schockierende Verfremdung schöne Fassaden zum Einsturz zu bringen und die Wahrheit dahinter hervorzukehren. Viel Diskussionsstoff, aber auch Momente der Besinnung und Einsicht darüber, wie Glanz und Gloria schnell in Elend und Verzweiflung umschlagen können. Trost und Labung für Leib und Seele gab es anschließend im Franziskanerkloster, wo im Rahmen einer Führung die Geschichte und das Leben im Kloster zumindest ansatzweise erlebt werden konnten. In den anschließenden Branchengesprächen wurden Erfahrungen ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft. Flatz mit seinem Hund. Was im ersten Moment wie pure Provokation wirkt, wandelt sich oft bei genauem Hinschauen. „Mut tut gut“ eröffnet eine neue Sicht auf scheinbar Unverständliches. Gegenwartskunst ist manchmal schwere Kost, waren sich die Teilnehmer einig.

Das Auto ist nicht nur Handwerkzeug der Handelsagenten und Liebling vieler Männer, sondern aus Sicht des Künstlers Flatz auch ein gefährliches Monster. Jährlich sterben mehr als 100.000 Menschen im Autoverkehr. Dieser sinnbildliche Camaro SS trägt den Namen „Little boy“, wie die Hiroshima-Atombombe, die unendliches Leid und Schrecken über die Menschheit brachte, tatsächlich aber weniger Schaden anrichtete als der jährliche Autoverkehr. Das Auto wird als Segen, die Atombombe als Fluch gesehen.

Ruhig und bescheiden dagegen das Leben der Franziskaner. In völliger Armut sehen sie ihre Aufgabe in selbstloser Pflege und Hilfe. Tugenden, die in der heutigen Gesellschaft immer mehr an Stellenwert verlieren.

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VOM BLINDFLUG ZUM SICHTFLUG KENNZAHLEN ALS RÜSTZEUG

Kennzahlen sind für Handelsagenten ein wichtiges Führungsinstrument. Sie bilden die Grundlage für ein planvolles, nachhaltiges und zukunftsorientiertes Handeln, stellen sie doch zahlenmäßig fassbare Sachverhalte in konzentrierter Form dar. Allheilmittel sind sie aber keines. Text: Dr. Andreas Paffhausen

erie Neue S AHLEN KENNZ Teil 1

W

o stehen wir heute mit unseren Leistungen im Vergleich zum Vorjahr? Wo liegen unsere Stärken, wo unsere Schwächen? Diese und weitere Fragen müssen sich Handelsagenten permanent stellen, wenn sie weniger improvisieren, sondern mehr planvoll und zukunftsorientiert handeln wollen. Betriebswirtschaftliche Kennzahlen können hierzu wertvolle Auskünfte liefern. Sie sind in jeder Handelsagentur ein wichtiges Führungsinstrument, da sie zahlenmäßig erfassbare Sachverhalte in konzentrierter Form dar-

stellen. Die Einflüsse des Marktes, das Tempo der Veränderungen, die Komplexität der Rahmenbedingungen und die starke Zunahme des Aufgabenspektrums machen ein individuelles Controlling erforderlich. Wozu sind Kennzahlen hilfreich? Hauptaufgabe der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen ist die laufende Kontrolle der Leistungen, der Kosten und des Betriebsergebnisses. Sie können auch als Planungshilfen eingesetzt werden. Mit Hilfe von Kennzahlen und durch Vergleichsrechnungen

können Handelsagenten •  Schwachstellen in den verschiedenen Bereichen ihrer Agentur erkennen und Fehlentwicklungen orten, • Ansatzpunkte für rechtzeitiges Einleiten von Anpassungsmaßnahmen herausfinden, •  Verbesserungen ihren vertretenen Firmen vorschlagen und vertriebsbezogene Entscheidungen vorbereiten.

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Doch Achtung: Kennzahlen sind zwar ein modernes Führungsinstrument, aber kein Allheilmittel. Sie zeigen lediglich an, wo KENNZAHLENSYSTEM EINER HANDELSAGENTUR Störungen vorliegen, regeln sie aber nicht automatisch. Sie zeiRentabilität gen negative oder positive Entwicklungen auf, geben aber Kapital Betriebsergebnis möglicherweise keine Hinweise auf die UrProvisionseinnahmen Erträge Kosten Liquidität sachen. Kennzahlen haben nur dann eine Bedeutung, wenn sie Vermittelter Umsatz regelmäßig ermittelt Warenumsatz Eigengeschäft und als Informationsquelle genutzt werden. Zudem kann eine Umsatzanalyse Einnahmenanalyse Kostenanalyse Finanzierungsanalyse isolierte Betrachtung einzelner KennzahDie Übersicht zeigt in vereinfachter Form das Kennzahlensystem einer Handelsagentur. len leicht zu falschen Schlüssen führen.


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Wie rentabel ist mein Kapital? Für jeden Unternehmer ist die Frage von Bedeutung: Wie hat sich das eingesetzte Kapital verzinst? Auch jeder Handelsagent sollte sich diese Frage stellen, da er Kapital in seiner Handelsagentur angelegt hat, das sich ausreichend verzinsen muss. Der wichtigste Maßstab für den Erfolg einer Agentur ist die Höhe der Kapitalverzin­ sung oder die Kapitalrendite. Hier wird der Gewinn zum eingesetzten Kapital in Beziehung gebracht. Zur Beurteilung der Rentabilität des eingesetzten Kapitals dienen die beiden Kennzahlen „Eigenkapitalrentabilität“ und „Gesamtkapitalrentabilität“. Bei der Errechnung der Rentabilität des Gesamtkapitals wird der Gewinn um die Fremdkapitalzinsen und das Eigenkapital um das Fremdkapital erweitert. Beide Kennzahlen sollte man ermitteln. Rentabilität des Gewinn x 100 = Eigenkapitals Eigenkapital in % Gewinn & FremdRentabilität des kapitalzinsen x 100 = Gesamtkapitals Gesamtkapital in %

Wie entwickeln sich die Leistungen in der Handelsagentur? Eine weitere Kennzahl, die in der Praxis häufig gebraucht wird, um den Erfolg einer Handelsagentur messen zu können, ist die Umsatzrendite. Sie wird wie folgt errechnet: Gewinn Umsatz

x 100 =

Umsatzrendite in %

In einer Handelsagentur kann der Gewinn sowohl mit dem vermittelten Warenumsatz als auch mit den Provisionseinnahmen (= Provisionsumsatz) ins Verhältnis gesetzt werden. Die Bemühungen um eine Verbesserung der Umsatzrendite können also sowohl bei der Erhöhung des Waren- oder Provisionsumsatzes als auch bei einer Verbesserung des Gewinns ansetzen. Somit kann das Augenmerk auf einen Umsatz mit relativ geringem Kosteneinsatz oder auf die Anhebung der Provisionssätze gerichtet werden. Das Fundament einer Handelsagentur wird durch die Kundenbeziehungen und die dadurch erzielten Verkaufsabschlüsse und Warenumsätze gelegt. Ohne diese Umsätze gibt es keine Provisionseinnahmen, werden keine Kosten gedeckt und kein Gewinn

erzielt. Daher sollte jeder Handelsagent die Umsatzentwicklung seiner Agentur planen und kontrollieren. Hierbei hilft folgende Rechenformel: Vermittelter Warenumsatz des lfd. Jahres Vermittelter Warenumsatz des Vorjahres

Umsatz­ x 100 = entwicklung in %

Wichtig ist es auch zu wissen, wie viele Provisionseinnahmen die vertrieblichen Leistungen in Form des vermittelten Warenumsatzes gebracht haben. Auskunft hierüber gibt die folgende Kennzahl, die gleichzeitig den durchschnittlichen Provisionssatz der Handelsagentur zeigt: Gesamtprovision Vermittelter Warenumsatz

Rohertrag x 100 = in %

( = Ø Provisionssatz)

Die Entwicklung des vermittelten Warenumsatzes für die gesamte Handelsagentur kann bei einem sehr breit gestreuten Sortiment zu wenig informativ sein. Daher ist es wohl zweckmäßiger, auch noch Kennzahlen über die Entwicklung einzelner Umsatzträger - Produkte oder Produktgruppen - zu ermitteln. So kann beispielsweise ein durchaus respektables Umsatzplus der Agentur verdecken, dass einzelne Produktbereiche stark rückläufig sind oder einzelne Vertretungen nicht mehr so richtig laufen. Ein Umsatzminus bei einer Vertretung wird durch die Umsätze anderer Vertretungen kompensiert. Die Umsatzentwicklung je Produkt, je Produktgruppe und jeder Vertretung sind daher betriebsnotwendige Kennzahlen, die ermittelt werden sollten: Produktgruppenumsatz lfd. Periode

Entwicklung x 100 = einer ProduktgrupProdukt­gruppe penumsatz in % Vorperiode

Ein weiterer wichtiger Maßstab, an dem der Erfolg einer Handelsagentur gemessen werden kann, sind Höhe und Entwicklung der Provisionseinnahmen. Sie geben Hinweise darauf, wo die Stärken und Schwächen der Agentur liegen, ob Zu- oder Abnahmen den Erwartungen entsprechen oder ob man im Branchentrend liegt. Da hierin ein wichtiger Teil eines innerbetrieblichen Frühwarnsystems zu sehen ist, sollten die Entwicklungen

der Provisionseinnahmen monatlich oder quartalsweise ermittelt werden: Provisions­ einnahmen lfd. Periode Provisions­ einnahmen Vorperiode

Entwicklung x 100 = der Provisionseinnahmen in %

Für die Planung und die Beurteilung von Entwicklungen sollte man wissen, wie hoch der Anteil von Produktgruppen, Vertretungen und Kunden an den gesamten Provisionseinnahmen einer Handelsagentur ist. Ob eine Produktgruppe an Bedeutung gewonnen oder verloren hat, zeigt ihr Anteil an den gesamten Provisionseinnahmen anhand folgender Kennzahl: Provisions­ einnahmen Produktgruppe Gesamte Provisions­ einnahmen

Anteil einer x 100 = ­Produktgruppe in %

Wenn eine größere Transparenz über das Gewicht einzelner Kunden oder Kundengruppen für notwendig erachtet wird, kann folgende Formel angewandt werden: Provisions­ einnahmen Kundengruppe Gesamte Provisions­ einnahmen

Anteil einer x 100 = ­Kundengruppe in %

Am Ergebnis lässt sich leicht ablesen, wo die meist begrenzten Kapazitäten am wirkungsvollsten eingesetzt werden sollten. Basis weiterer Analysen sollte auch folgende Kennziffer sein: Gesamte Provisions­einnahmen Zahl der Kunden

Ø Provisions= einnahme pro Kunde

Anhand dieser Größe erhält der Handel­ agent Kenntnis darüber, wie ein getätigter Abschluss innerhalb des betreuten Kundenkreises einzuordnen ist: War der Kaufabschluss bei einem Kunden hoch; lag der Erfolg unter oder über dem Durchschnitt? Auch Hinweise auf die Kundenstruktur lassen sich hier ablesen: Müssen weitaus mehr Kunden betreut werden, um die Agenturkosten decken zu können, als in vergleichbaren Bezirken? Gibt es nur kleinere Kunden, oder besteht eine gewisse Angst davor, die „großen Fische“ zu besuchen?  → 13


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Welche Schlüsse lassen sich aus kundenbezogenen Leistungskennzahlen ziehen? Auch wenn es nicht bei jedem Kundenbesuch zu einem Kaufabschluss kommt, so ist es für den Handelsagenten dennoch wichtig zu wissen, wie hoch die durchschnittlichen Provisionseinnahmen pro Besuch sind. Diese Information liefert folgende Kennzahl: Provisions­einnahmen Zahl der Besuche

Provisions­ = einnahmen pro Besuch

Auch bei dieser Kennzahl bietet es sich an, sie mit den Ergebnissen der Vorperiode (Quartal oder Vorjahr) zu vergleichen. Außerdem können Kundenklassen (A-, B-, C-Kunden) gebildet werden und für jede Klasse die Provisionseinnahmen pro Besuch ermittelt werden. Bei deutlichen Abweichungen stellen sich beispielsweise folgende Fragen: • Werden zu viele Anläufe benötigt, um zu einem Abschluss zu gelangen? • Werden die Besuche gründlich genug vorbereitet? • Sind die Besuche so terminiert, dass der richtige Gesprächspartner angetroffen wird, der auch Zeit hat für die Angebote? •  Werden zu viele Kleinaufträge eingesammelt, die zu viel Energie binden? Für den Handelsagenten ist es außerdem wichtig zu wissen, welchen Kunden-Bearbeitungserfolg er hat. Denn was nützen Besuche am Tag, bei denen keine Aufträge erzielt werden? Um auch hier einen klaren Überblick zu bekommen, lässt sich eine Kennziffer bilden, die den Bearbeitungserfolg widerspiegelt: Kunden= Bearbeitungs­ Zahl der Aufträge erfolg Besuche pro Tag

Diese Kennzahl bringt zum Ausdruck, wie effizient das eigene Verkaufspotential im Umgang mit den Kunden eingesetzt wird. Liegt die Zahl bei 1 oder in ihrer Nähe, braucht sich der Agenturinhaber keine großen Gedanken zu machen. Anderenfalls müssen auch hier folgende Fragen gestellt werden: • Sind die Besuche gründlich vorbereitet? •  Werden manche Gesprächspartner nicht angetroffen? • Handelt es sich um Besuche bei Kunden oder häufig lediglich um Besuche bei 14

„Interessenten“, die sich nur informieren möchten? • Stimmen die Besuchsrhythmen? • Dienen die Besuche häufig der Reklamationsbearbeitung und weniger für Verkaufsgespräche? Aber der Bearbeitungserfolg allein genügt nicht, auch die Auftragsintensität sollte bekannt sein. Denn was nützen viele Aufträge, wenn sie so niedrig sind, dass die Kosten, die anfallen, nicht gedeckt werden. Die Kennziffer hierfür errechnet sich wie folgt: Provisions­einnahmen Zahl der Aufträge

Provisions­ = einnahmen pro Auftrag (= Auftragsintensität)

Mit dieser Kennzahl werden dem Handelsagenten die durchschnittlichen Provisionseinnahmen pro Auftrag gezeigt. Auch hiermit können Zeitvergleiche oder Vergleiche bei Kunden und Kundenklassen vorgenommen werden. Bei entsprechenden Abweichungen sind ebenfalls die Gründe zu hinterfragen. Zu den bei der vorangegangenen Kennzahl gestellten Fragen kämen noch hinzu: • Wurden die Kunden an zu kleine Bestellgrößen gewöhnt? • Werden die Kunden zu oft besucht? •  Stimmt das Vertretungssortiment der Handelsagentur oder fehlt es an Synergien?

(beispielsweise ein Jahr) sollen welche Kunden mit welchen durchschnittlichen Besuchsdauern wie oft besucht werden? Außerdem stellen sich die Fragen: Sind die Besuche zu kurz, um das gesamte Angebot vorstellen zu können? Oder sind sie zu lang und besteht die Gefahr, dass der Kunde möglicherweise das Gefühl bekommen könnte, ihm wird Zeit gestohlen? An dieser Stelle sei auch angemerkt, dass der Trend im Vertrieb deutlich in Richtung mehr verkaufsaktive Zeit pro Außendienstmitarbeiter oder Handelsagent, mehr Besuchsqualität bei weniger Besuchen pro Kunde und reduzierte Besuchszeit pro Kunde geht. Fazit Jeder Handelsagent muss sich neben der Alltagsarbeit rund um das Verkaufen auch mit der Planung, Steuerung und Kontrolle seiner Agentur befassen. Dabei sollte er sich auf konkret erfassbares Zahlenmaterial in Form von Kennzahlen stützen können. Da es sie in Hülle und Fülle gibt, besteht naturgemäß die Schwierigkeit, aus der Flut der Daten jene Zahlen herauszufiltern, die wirklich benötigt werden. 

TEIL 2 DER SERIE Ein paar wichtige Messzahlen wurden hier gezeigt, weitere werden in der nächsten Ausgabe folgen, bei denen die Kostenseite im Vordergrund stehen wird.

Interessant sein könnte auch die Kennzahl über die Kundenbesuche mit Bezug zum Zeitaufwand: Besuchszeit Zahl der Besuche

=

Ø Kundenzeitaufwand

Voraussetzung ist, dass bei jedem Kundenbesuch exakt die Zeit notiert wird, die für einen Besuch benötigt wird, und zwar vom Betreten des Kundengebäudes bis zu seinem Verlassen. Nach Ablauf beispielsweise eines Monats kann dann die insgesamt für Besuche bei den Kunden aufgewendete Arbeitszeit mit der Anzahl der dabei besuchten Kunden verglichen und der durchschnittliche Zeitaufwand je Kundenbesuch ermittelt werden. Zieht man dann noch die im Voraus gezeigten Kennzahlen „Kunden-Bearbeitungserfolg“ oder „Provisionseinnahmen pro Besuch“ hinzu, so können wichtige Schlüsse hinsichtlich der Besuchsstrategie gezogen werden: In welchem Zeitraum

DER AUTOR Dr. Andreas Paffhausen berlinz consulting UG E info@berlinz-consulting.de I www.berlinz-consulting.de


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IM.PORTRÄT ERICH HANAI

Seinen Beruf muss man mit Leidenschaft betreiben, ist Erich Hanai überzeugt, dem die ­Leidenschaft für Herrenmode quasi in die Wiege gelegt wurde. Seit 34 Jahren ist er ­Handelsagent, und eines weiß er ganz genau: Wer in diesem Job gut sein will, der muss deutlich mehr tun als nur zu verkaufen. Herr Hanai, wie wurden Sie eigentlich Handelsagent für Herrenmode? Erich Hanai: Ich habe in Innsbruck Betriebswirtschaft studiert, anschließend war ich sechs Jahre in der Zentrale von Siemens in München tätig. Durch das Geschäft meiner Eltern war ich natürlich infiziert von der Mode und ich habe dann ihr Geschäft übernommen. Als zweites Standbein habe ich einige Jahre später, 1982, meine Handelsagentur gegründet, damals nur mit Hemden und beschränkt auf Ostösterreich. Zusätzlich nahm ich dann Herrenhosen in das Sortiment auf, ab 2000 habe ich meine Tätigkeit auf ganz Österreich ausgeweitet, dann auch auf Südtirol. Heute betreuen wir ungefähr 80 Einzelhändler und sind verantwortlich für den Vertrieb der Marken „Gardeur“, „Fynch-Hatton“ , „J. Ploenes“, alles deutsche Produzenten In Ihrer jahrzehntelangen Tätigkeit haben Sie doch mit Sicherheit einige Modesünden miterlebt? Wenn man Modesünde als von den Männern nicht angenommener Stil definiert, kann das bei Kollektionen mit hohem Modegrad passieren. Sehenden Auges läuft allerdings keiner in ein Messer. Aber natürlich: Im Nachhinein gesehen ist auch die Branche immer klüger. (lacht) Bei Kollektionen in der modernen Mitte ist das heute eine seltene Ausnahme, da weiß die Branche, dass der Kunde bestimmt. Ist die Nähe zum Kunden gegeben? Grundsätzlich stehen bei der Entwicklung einer Kollektion die Trends und die Kunden, die man begeistern möchte, im Fokus. Allerdings steigen seit einigen Jahren die individuellen Ansprüche der Kundentypen. Und man hat es nicht mehr mit vier unterschiedlichen Typen zu tun, sondern mit einer Vielzahl sich differenzierenden Kundenwünschen. Diese Entwicklung erschwert die Kollektionsgestaltung sowie einen gezielten

allerdings durch die Individualisierung der Konsumenten und die Bedienung unterschiedlicher Märkte extrem erschwert. Ein wirksames Gegenmittel erscheint eine Fokussierung der Produzenten auf ihre Kernkompetenz zu sein. Sie wird vom Handel und den Konsumenten schnell erkannt und geschätzt.

ZUR PERSON: Erich Hanai (Jahrgang wird nicht verraten) studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Innsbruck, bevor er sich seine ersten beruflichen Sporen in der Münchner Siemens-Zentrale verdiente. Nach sechs Jahren wechselte er in das elterliche Mode-Einzelhandelsunternehmen im niederösterreichischen Baden, das er schließlich übernahm. 1982 gründete er als zweites Standbein seine Handelsagentur für Herrenmode.

Einkauf des Handels. Auch das Merchandising, die begehrliche Positionierung der Ware, ist dadurch betroffen und unterliegt einem permanenten Umdenk- und Anpassungsprozess. Rentable Umsätze sind nur möglich, wenn das Warensortiment den Kundenwünschen vor Ort entspricht bzw. die Kunden mit einer begehrlichen Präsentation anzieht. Haben die Produzenten ein offenes Ohr für die Anregungen der Einzelhändler? Die erfolgreichen Produzenten sicher. Eine Kanalisierung der Kundenwünsche wird

Hat sich Ihr Beruf während Ihrer Tätigkeit verändert? Ja sicher. Erfolgsentscheidend sind die Informationsströme, vom Produzenten über den Einzelhändler zum Kunden und vor allem wieder zurück. Das erfordert eine neue Form der Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen, Partnerschaften. Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Loyalität und Fachwissen, aber auch Demut, sind Voraussetzungen dafür. Produktschulungen und gezielte Informationen der Verkaufsberater in den Geschäften inklusive einem Ausflug in die Psychologie, zählen m. E. zu den neuen Aufgaben einer anerkannten Handelsagentur. Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf am meisten? Grundsätzlich ist es die Liebe zu den Menschen und ein Beitrag zum Erfolg, der angestrebt wird, aber keinesfalls garantiert ist. Wir verstehen uns mitverantwortlich für einen rentablen Abverkauf unserer Produkte im Handel. Scheinbar brauchen wir die Herausforderung bei Misserfolg, genießen aber auch den mehrheitlichen Erfolg. Treten Ihre Kinder in Ihre Fußstapfen? Ich habe drei Kinder – meine Tochter arbeitet bereits in meiner Agentur, der jüngste Sohn macht gerade die Matura und ist ebenfalls interessiert. Allerdings müssen meine Kinder erst in meinem Einzelhandelsgeschäft üben. Ich bin der Überzeugung, je mehr sie über den Einzelhandel wissen, desto besser können sie diese Erfahrungen als Handelsagent umsetzen.  15


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INTER.NATIONAL MIT VORSICHT ZU GENIESSEN Weder die globalen Entwicklungen noch der Status quo im Heimatland geben Anlass zum Jubeln: Die Erwartungen der Unternehmer bezogen auf die nächsten Monate sind verhalten und vorsichtig. Das Umfeld scheint unsicher.

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ie Rahmenbedingungen haben sich verändert: Die chinesische Wirtschaft zeigt ernsthafte Schwächen, das erste Mal nach einem Vierteljahrhundert. Die Rohstoffpreise sind am Boden – Öl war seit zwölf Jahren nicht mehr so billig. Und der Fortschritt macht nicht Halt: Die Digitalisierung schreitet voran und verändert unser Leben maßgeblich, vor allem den Arbeitsmarkt. So viel und­in Kürze zu den global maßgeblich bestimmenden Faktoren. In Österreich ergibt sich für 2015 ein Anstieg des BIP von real 0,9 %, berichtet das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO). Damit lag das Wachstum das vierte Jahr in Folge unter 1 %. Das zeigt Auswirkungen: Österreichs Mittelstandsunternehmen sehen die Entwicklung der heimischen Wirtschaft weiterhin pessimistisch, wie das Ergebnis des aktuellen Mittelstandsbarometers der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY zeigt: 29 Prozent rechnen demnach mit einer Verschlechterung, nur 18 Prozent glauben an einen Aufwärtstrend in den nächsten sechs Monaten. Die schwache Konjunkturentwicklung wird als größtes Risiko (47 % „sehr groß“ oder „eher groß“) für den eigenen Betrieb gewertet, 39 Prozent machen sich Sorgen über den zunehmenden Fachkräftemangel sowie die hohen bzw. stark schwankenden Rohstoffpreise (36 %). Auch laut WIFO-Bericht verschlechterte sich der Erwartungsindex für die Zukunft zum zweiten Mal in Folge. Zusammenhängen könnte das mit den

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zunehmenden Hinweisen, die auf eine Abkühlung der internationalen Konjunktur deuten: Das Wirtschaftswachstum der USA schwächte sich im dritten Quartal 2015 ab, der Einkaufsmanagerindex weist auf ein Nachlassen der Industriekonjunktur hin. Auf ein Tief in der Weltnachfrage und damit einhergehend eine Abkühlung der Weltkonjunktur könnte auch der Abwärtstrend bei den Rohölpreisen hinweisen. Dies spiegelt sich im WIFO-Konjunkturtest etwa in der Verschlechterung der Erwartungen bezüglich Auslandsaufträgen in der Sachgütererzeugung wider, ebenso im Rückgang des ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland.

Wie schon in den letzten Jahren zuvor hatte die Schwäche der Konsumnachfrage der privaten Haushalte auch im letzten Jahr Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Österreich. Zwar wurde die Inflation durch sinkende Energiepreise gedämpft, dennoch stieg der Konsum der privaten Haushalte real um nur 0,4 Prozent. Das Verbraucher ver trauen blieb im Jänner auf einem außerordentlich niedrigen Niveau. Angespannt bleibt die Lage auch auf dem heimischen Arbeitsmarkt: Im Jänner 2016 stieg die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen und Personen in Schulungsmaßnahmen gegenüber dem Vorjahr um 17.700 auf 490.300, der Anstieg war immerhin etwas geringer als in den Vormonaten. Unter Nichtberücksichtigung der Saisonschwankungen stagniert die Zahl der Arbeitslosen seit November. Kein einfaches Umfeld also, das sich ­bietet – Vorsicht und Wachsamkeit sind nach wie vor in den Unternehmen spürbar. Dies zeigt sich unter anderem in der ­Investitionsbereitschaft – nur 32 Prozent wollen in den kommenden zwölf Monaten neu investieren, 62 Prozent tätigen Ersatzinvestitionen, 38 Prozent Rationalisierungsinvestitionen, berichtet Dr. Christoph Schneider, Abteilungsleiter der Stabsabteilung Wirtschaftspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, im wirtschaftlichen Lagebericht zu Öster­ reich. 


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WIRTSCHAFTSMISSION Erstmals hat ein Staatsoberhaupt des Inselstaates Sri Lanka samt Wirtschaftsdelegation ­Österreich besucht. Das Bundesgremium nutzte die Gelegenheit, den Berufsstand zu ­präsentieren und Möglichkeiten der Kontaktanbahnung aufzuzeigen. Text: Mag. Christian Rebernig

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as Handelsvolumen zwischen Österreich und dem Land südöstlich von Indien hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt und beläuft sich derzeit auf 100 Millionen Euro. 2014 konnte es um satte 20 Prozent gesteigert werden. Dennoch gibt es Platz nach oben. Die wichtigsten Importgüter sind Bekleidung, Kautschukprodukte, Nahrungsmittel und jüngst auch Ayurveda-Naturprodukte. Die Außenwirtschaft Austria (AWO) organisierte daher am 19. Februar ein Treffen, um den Unternehmern aus Sri Lanka Österreich schmackhaft zu machen. Eine tolle Gelegenheit, auch den Vertriebsweg des österreichischen Handelsagenten vorzustellen. Hochrangige Vertreter zu Gast Dass es bei solchen Veranstaltungen um mehr geht, als nur Kontakte zu knüpfen, fand man sofort heraus. Die Begrüßungsworte der Vorsitzenden der Exportentwicklungsbehörde aus Sri Lanka, Frau Indira Malwatte, waren eindeutig: „Genau diese Art von Veranstaltung habe ich mir gewünscht. Damit unterstützen wir unsere Unternehmer auf dem Weg in neue Märkte.“ Ein hochrangiger Vertreter aus dem Landwirtschaftsministerium, Herr Aura Si-

Wirtschaftsvertreter aus Sri Lanka zu Gast in Österreich. Delegationsleiterin Frau Indira Malwatte (5. v. li.) mit Aura Siriwardhana (2. v. li.) und Honorarkonsulin für Sri Lanka Edith Hornig (4. v. li.) zeigten sich genauso wie Mag. Christian Rebernig (6. v. li.), stv. Geschäftsführer des Bundesgremiums der Handelsagenten, mit der Veranstaltung zufrieden.

riwardhana, zeigte sehr viel Ambition, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zu intensivieren. Berufsstand im Rampenlicht Zur Einleitung wurde der kurze Infofilm über die Vorzüge des Handelsagenten gezeigt. Und der kam gut an. Im Anschluss stellte Mag. Christian Rebernig, stv. Geschäftsführer des Bundesgremiums, die Online-Vertriebsplattform vor. Hier können Unternehmen Online-Anzeigen platzieren und hier sind bei Bedarf nach Branchen ge-

ordnet die Kontaktdaten von Handelsagenten auffindbar. Dass die Website inzwischen auch international verlinkt ist, war noch ein weiteres überzeugendes Argument für die Teilnehmer. Handelsagenten sollten sich daher umgehend registrieren, um auch von internationalen Geschäftsverbindungen zu profitieren. Potential vorhanden Sri Lanka ist zwar ein kleiner Handelspartner Österreichs, bietet aber durchaus Potential für die heimischen Handelsagenten.

IUCAB-VERTRETUNGSBÖRSE

Am 20. Mai 2016 findet das internationale Networking-Event in Malaga statt.

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er Dachverband der internationalen Handelsagentenverbände IUCAB (Internationally United Commercial Agents and Brokers) veranstaltet gemeinsam mit dem spanischen Handels­ agentenverband (CGAC) am 20.5.2016 von 9 Uhr bis 15 Uhr ein internationales Networking-Event in Malaga, Spanien. Unternehmen, die auf der Suche nach Geschäftspartnern sind, wird der Vertriebsweg über Handelsagenten vorgestellt. Es werden nicht nur spanische Auftraggeber erwartet, sondern Unternehmen auch aus anderen europäischen Ländern. Ab April steht ein Katalog mit den anwesenden Auftraggebern zur Verfügung. Es werden persönliche Interviews im Umfang von 30 Minuten zwi-

schen Auftraggebern aus unterschiedlichen Branchen und Handelsagenten organisiert. Interessierte Handelsagenten sind bei freiem Eintritt eingeladen, Geschäftskontakte vor Ort zu knüpfen!

INFO & ANMELDUNG Dieses Networking findet im Rahmen der diesjährigen Delegiertenversammlung der IUCAB statt. Information und Anmeldung unter: T +34 93 231 94 12 E info@networkingmalaga2016.com I www.networkingmalaga2016.com

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RECHTS.TIPP RECHTSDURCHSETZUNG

Ohne Möglichkeit ­einer effektiven Rechtsdurchsetzung ist ein Vertrag wenig wert. ­Streitbeilegung – durch staatliche Gerichte oder Schiedsgerichtsbarkeit ? Text: Dr. Maximilian Burger-Scheidlin

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ie Geschäfte werden internationaler und komplexer, die technische Spezialisierung nimmt zu. Durch den unterschiedlichen sprachlichen und kulturellen Hintergrund der Vertragspartner, kommt es auch immer stärker zu subjektiv stark abweichenden Erwartungshaltungen. Dies führt immer wieder erst zu Meinungsverschiedenheiten, dann zu emotionalen Aufbauschungen und letztlich zu offenem Streit. Die moderne Wirtschaft benötigt Rechts­ sicherheit und das innerhalb kürzester Zeit! Verträge sind nur dann das Papier wert, auf dem sie geschrieben sind, wenn sie irgendwo auf der Welt auch durchsetzbar sind! Schiedsgerichte können diese Ansprüche erfüllen und in 156 Staaten durchgesetzt werden. In einem internationalen Vertrag ist die Schiedsgerichtsklausel daher zumindest so wichtig wie die Schadenersatz- oder Zahlungskondition. Aus der Tatsache, dass Gerichtsurteile aus EU-Staaten kaum in Staaten außerhalb der EU exekutierbar sind, Schiedsgerichtsurteile aber sehr wohl, ersehen Sie, welch ungeheuren Stellenwert die Handelsschiedsgerichtsbarkeit für Sie hat, wenn Sie mit

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einem Land außerhalb Europas Geschäfte machen: Derzeit ist in vielen Verträgen österreichischer Unternehmer als Gerichtsstand ein heimischer Ort bzw. ein österreichisches staatliches Gericht vereinbart. Die daraus folgenden Urteile können außerhalb der EU fast nirgendwo mehr durchgesetzt werden. Womit diese Unternehmer viel Geld in den Gerichtsprozess gesteckt haben, mit dem Urteil aber de facto nichts anfangen. Vorteile der Schiedsgerichtsbarkeit Ein Beispiel: Eine Firma aus Österreich schließt einen Vertrag mit einer Firma in Osteuropa. Aus diversen Gründen erfüllt der Geschäftspartner seine Vertragsverpflichtungen nicht. Alle Versuche, die Sache durch Verhandlungen zu bereinigen, scheitern. • Sollte der Vertrag keine Schiedsgerichtsklausel enthalten, muss die österreichische Firma ihre Forderungen in diesem osteuropäischen Land einklagen. Dies, obwohl das Rechtssystem dieses Landes nicht sehr entwickelt ist und obwohl die Richter in diesem Land nicht unbedingt

die Unabhängigkeit haben (Korruption?), die man sich als Österreicher wünschen würde. • Die Durchführung des Prozesses erfolgt nach den dortigen nationalen Verfahrensregeln. • Das Verfahren muss in der Sprache des Gerichtes abgewickelt werden, so dass alle relevanten Dokumente durch einen beeideten Gerichtsdolmetsch übersetzt werden müssen (hohe Fehlerhäufigkeit), obwohl die Korrespondenzsprache zwischen den Handelspartnern Englisch war. •  Die österreichische Firma muss sich im Land einen Rechtsanwalt nehmen (ist dieser wirklich von den politischen Granden seines Landes unabhängig?). • Der Richter dort hat oft keine oder äußerst geringe Erfahrung mit den Ursachen der internationalen Wirtschaft, da er sich vor allem mit Rechtsfällen zwischen lokalen Parteien beschäftigt. • Die Verhandlungen vor Ort sind in der Regel öffentlich und jeder lokale oder internationale Konkurrent der österreichischen Firma kann so für sich wertvolle Informationen in Erfahrung bringen.


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• D  ie Dauer von dortigen Gerichtsverfahren ist oft sehr lang, es dauert vielleicht drei bis fünf Jahre um eine Entscheidung erster Instanz zu erhalten. Sollte der ehemalige Partner und nunmehrige Gegner auch noch Berufung einlegen, zieht sich der Fall vielleicht 10 oder mehr Jahre. All diese Schwierigkeiten könnte die österreichische Firma vermeiden, wenn sie eine gute Schiedsgerichtsklausel in den Vertrag aufnehmen würde. • Die Durchsetzbarkeit von internationalen Schiedssprüchen ist durch Konventionen abgesichert. Die wichtigste ist die New Yorker Konvention, die bis heute über 156 Staaten unterschrieben haben. •  In Schiedsverfahren können sich die Parteien einvernehmlich neutrale Experten (aus welchem Land auch immer) als Schiedsrichter aussuchen – Experten, die diese Branche kennen, die die Sprache der Parteien sprechen, aber auch die Situation in den Ländern der Vertragsparteien kennen. Das System des Verfahrens kann – wenn notwendig – an die spezielle Situation der beiden Parteien angepasst werden. Sollte dies nicht notwendig sein, kann man auf etablierte Schiedssysteme, wie z. B. das der ICC, der Internationalen Handelskammer, zurückgreifen. •  Schiedsrichter kommen in der Regel nicht aus dem Land einer der Parteien. In einem Streit zwischen einer österreichischen und einer türkischen Firma wird der Schiedsrichter vielleicht aus der Schweiz kommen. •  Die Parteien werden einen neutralen Schiedsort auswählen, den sie beide leicht erreichen können, der aber verschieden ist von der Nationalität der Parteien. • Die Kosten eines Schiedsverfahrens mögen gleich teuer oder etwas teurer sein als staatliche Gerichtsverfahren erster Instanz. Beim staatlichen Gericht gibt es aber natürlich Anfechtungsmöglichkeiten über drei Instanzen – mit entsprechend höheren Kosten und Zeit. • Schiedsverfahren können nur bei groben Mängeln angefochten werden – in Österreich z. B. direkt beim Obersten Gerichtshof. Der Schiedsgerichtshof der Internationalen Handelskammer • Die ICC-Schiedsregeln werden fast weltweit akzeptiert und angewandt, z. B.

kamen 2015 ICC-Schiedsrichter aus 70 Ländern und Schiedsgerichte tagten in mehr als 60 Ländern. Der Schiedsgerichtshof der ICC gehört zu den erfahrensten Schiedsinstitutionen der Welt und hat bereits rund 21.000 Fälle erfolgreich entschieden. • Die Parteien können die Schiedsrichter, den Schiedsgerichtsort, das anwendbare materielle Recht und die Sprache frei wählen. • Die ICC-Schiedsgerichtsbarkeit ist weltweit bekannt und wird von vielen internationalen Geschäftsleuten akzeptiert. Die Vereinbarung einer ICC-Schiedsgerichtsklausel vereinfacht die Vertragsverhandlungen daher meist wesentlich. • Der ICC-Schiedsgerichtshof überwacht die Qualität und die Unabhängigkeit der Schiedsrichter. Weiters spielt der Gerichtshof eine wichtige organisatorische und Überwachungsrolle, hilft, Verzögerungstaktiken hintanzuhalten, und erleichtert die Kommunikation zwischen den Parteien und die Arbeit der Schiedsrichter. •  Die Rolle des Schiedsgerichtshofes garantiert Geschwindigkeit und Qualität der Verfahren. •  ICC-Schiedsgerichtsverfahren sind international und unabhängig von nationalen Verfahrensbestimmungen. Die ICC-Schiedsgerichtsregeln legen die Basis und die Prinzipien des Verfahrens fest, sind aber dennoch kurz und leicht verständlich gehalten und geben den Schiedsrichtern genug Flexibilität, um das Verfahren den spezifischen Notwendigkeiten eines konkreten Falles anzupassen. ICC-Standard-Schiedsgerichtsklausel Wir empfehlen Ihnen folgende Modell-ICC-Schiedsklausel: In Englisch: „All disputes arising out of or in connection with the present contract shall be finally settled under the Rules of Arbitration of the International Chamber of Commerce by one or more arbitrators appointed in accordance with the said Rules.“ In Deutsch: „Alle aus oder in Zusammenhang mit dem gegenwärtigen Vertrag sich ergebenden Streitigkeiten werden nach der Schiedsgerichtsordnung der Internationalen Handelskammer von einem oder mehreren gemäß dieser Ordnung ernannten Schiedsrichtern endgültig entschieden.“ Weiters sollten die Parteien den Schiedsgerichtsort und die Verhandlungssprache,

wenn möglich auch das anwendbare materielle Recht, vereinbaren. Wir empfehlen allen Beteiligten immer, nach einer ersten Sichtung der Konfliktsituation und nach einer ersten juristischen Einschätzung der Gewinnchancen, kurz innezuhalten und zu überlegen: Ist ein Prozess auch wirtschaftlich sinnvoll und klug? Entgehen den Unternehmen gemeinsame Geschäfte mit dem, aufgrund der aktuellen Streitigkeit, vielleicht „ehemaligen“ Partner und nunmehrigen „Gegner“? Wir empfehlen, lieber einen schwachen Kompromiss mit dem Partner/Gegner einzugehen, als unbedingt zu klagen. Es ist wertvoller, seine Arbeitskraft in neue Projekte zu stecken, als alte „Hunde“ zu verfolgen. Aber im Vertrag selbst benötigt man meist doch eine Schiedsklausel, um dem Partner/ Gegner im Fall des Falles glaubwürdig „drohen“ zu können und ihn somit letztlich zu einem Vergleich zu bringen.

Dr. Maximilian Burger-Scheidlin ICC Austria – Internationale Handelskammer Wiedner Hauptstraße 57 1040 Wien E icc@icc-austria.org I www.icc-austria.org Dr. Maximilian Burger-Scheidlin ist seit 1993 Geschäftsführer von ICC Austria. Schwerpunkte sind die Beratung von international aktiven Unternehmen, Banken, Anwälten bei den Themen Prävention von Korruption, Produktfälschungen, Wirtschaftskriminalität, Streitvermeidung, Streitbeilegung und Schiedsgerichtsbarkeit, Import-Export-Verträge, abgesicherte internationale Finanzierung, internationale Verhandlungsstrategien etc.

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STEUER.TIPP

NEUERUNGEN SACHBEZUG PKW AB 2016 Bei einem Angestelltenverhältnis ist es durchaus üblich, dass dem Dienstnehmer für betriebliche Fahrten ein vom Unternehmen angeschafftes Kraftfahrzeug zur Verfügung gestellt wird. Besteht für den Dienstnehmer die Möglichkeit, das firmeneigene Kraftfahrzeug für Privatfahrten kostenlos zu benutzen, dann ist ein Sachbezug über das Lohnkonto als geldwerter Vorteil aus dem Dienstverhältnis abzurechnen und den üblichen Abgaben wie Lohnsteuer, Lohn­ nebenkosten und der Sozialversicherung zu unterziehen. Text: Bollenberger & Bollenberger Beratungsgruppe

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urch die Steuerreform 2016 ergeben sich beim Sachbezug folgende Änderungen. Grundsätzlich gilt ab 01.01.2016 die Berechnung des Sachbezuges ohne Nachweis der privat gefahrenen Kilometer: Tatsächliche Anschaffungskosten inkl. USt und Normverbrauchsabgabe x 2 % max. 960 Euro Wird der Firmenwagen nachweislich im Jahresdurchschnitt für Privatfahrten nicht mehr als 500 Kilometer monatlich benützt, ist der Sachbezugswert „nur“ im halben Betrag, sohin mit 1 Prozent der Anschaffungskosten (also maximal 480 Euro monatlich), anzusetzen. Dass das Firmenauto nicht mehr als 6.000 Kilometer im Jahr privat genutzt wird, muss nachweisbar sein. Als Nachweis wird von den Prüfern in der Praxis ein vom Dienstnehmer lückenlos geführtes Fahrtenbuch verlangt, welches sowohl die beruflich als auch die privat gefahrenen Kilometer enthält. Hinweis: Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte gelten als Privatfahrten und zählen mit!

Für PKW mit einem CO2-Emissionswert von nicht mehr als 130 Gramm pro Kilometer ist ein geringerer Prozentsatz anzusetzen. Dadurch wäre nachfolgende Berechnung anzuwenden: Tatsächliche Anschaffungskosten inkl. USt und Normverbrauchsabgabe x 1,5 % max. 720 Euro Der halbe Sachbezug (Monatsdurchschnitt privater Fahrten nachweisbar nicht mehr als 500 km) beträgt hier weiterhin 0,75 %, maximal 360 Euro. Der maßgebliche CO2-Emissionswert/Kilometer verringert sich ab 2017 bis 2020 um jährlich drei Gramm. Ab 2020 und den darauf folgenden Jahren würde der Grenzwert bei 118 Gramm liegen. Für die Ermittlung des Sachbezuges und der Emissionswert-Grenze ist das Jahr der Anschaffung maßgeblich. Schafft man sein Auto also 2016 oder in den Jahren davor an und der Emissionswert beträgt max. 130 Gramm, kann auch in den darauf folgenden Jahren der Sachbezug von 1,5 % angesetzt werden. Der Emissionswert ergibt sich aus dem kombinierten Verbrauch laut Typenschein bzw. Ein-

zelgenehmigung oder dem Zulassungsschein. Liegt kein CO2-Emissionswert vor, sind 2 % anzusetzen. Elektroautos, Wasserstoffbetriebene KFZ Bei KFZ mit einem CO2-Emissionswert von 0 Gramm/Kilometer ist ab dem Kalenderjahr 2016 kein Sachbezugswert anzusetzen. Hybridfahrzeuge oder Elektro-Krafträder sind von dieser Ausnahme nicht umfasst. Fahrzeuge Spezialfahrzeug / Montagefahrzeug Ist eine private Nutzung des KFZ praktisch auszuschließen (z. B. ÖAMTC-/ARBÖ-Fahrzeuge, Montagefahrzeuge mit eingebauter Werkbank) oder nehmen Berufschauffeure das Fahrzeug (PKW, Kombi), das privat nicht verwendet werden darf, nach der Dienstverrichtung mit nach Hause, so ist kein Sachbezug anzusetzen (siehe Rz 175 und 10175 LStR 2002). Ist man sich nicht sicher, ob es sich im Einzelfall um ein Spezialfahrzeug handelt, empfehlen wir eine Anfrage gemäß § 90 EStG an das Betriebsstättenfinanzamt zu stellen. Hierbei leisten Fotos vom Spezialfahrzeug dem Finanzbeamten wertvolle Hilfe bei der Beurteilung. Neuwagen Bei einem Neuwagen sind die tatsächlichen Anschaffungskosten (inkl. USt., NoVA und Sonderausstattungen wie ABS, Klimaanlage etc.) als Basis zur Ermittlung des Sachbezugswertes heranzuziehen. Gegenstände, die eigenständige Wirtschaftsgüter darstellen (z. B. Autotelefon einschließlich Freisprechanlage), sind unberücksichtigt zu lassen. Wird ein Neuwagen im Ausland erworben, so sind die Anschaffungskosten im Ausland (netto), die NoVA und die inländische USt. als Ausgangspunkt für die Ermittlung des Sachbezugswertes heranzuziehen. Gebrauchtwagen Bei einem Gebrauchtwagen werden der Neuwert (Listenpreis bei Erstzulassung; keine Berücksichtigung von Sonderausstattung oder üblichen Rabatten) oder die tatsächlichen Anschaffungskosten des Ersterwerbers sowie die CO2-Emissionswert-Grenze im Zeitpunkt der erstmaligen Zulassung herangezogen. Diese Regelung gilt auch für sehr alte KFZ! Private Nutzung mehrerer arbeitgeber­ eigener Fahrzeuge

Stehen dem Dienstnehmer mehrere KFZ, die jedoch auch andere Dienstnehmer nutzen können, zur Verfügung, ist der Durchschnittswert der Anschaffungskosten aller Fahrzeuge maßgebend. Hat eines der Fahrzeuge einen hohen CO2-Ausstoß ist ein Sachbezug von 2 % max. 960 Euro in allen anderen Fällen ein Sachbezug von max. 720 Euro anzusetzen. Dienstnehmer erhält 2 PKWs Stehen einem einzigen Dienstnehmer zwei firmeneigene PKWs zur privaten Nutzung zur Verfügung, so ist für jeden PKW ein Sachbezug anzusetzen. Dies gilt auch bei Wechselkennzeichen. Sachbezug geschäftsführender Gesellschafter oder Gesellschafter Wenn der Geschäftsführer einer GmbH gleichzeitig mit mehr als 25 % an dieser Gesellschaft beteiligt ist, wird er als wesentlich beteiligter Gesellschafter-Geschäftsführer bezeichnet. Wird diesem Geschäftsführer ein firmeneigenes KFZ zur Privatnutzung überlassen, stellt sich die Frage, wie hoch der Sachbezug für diese KFZ-Nutzung ist. Richtigerweise müsste beim Geschäftsführer der Sachbezug nach den privat gefahrenen Kilometern mittels korrekt geführten Fahrtenbuch abgerechnet werden. Da aber oft kein Fahrtenbuch vorhanden ist, wird von 20 % ausgegangen. Der Ansatz ist jedoch plausibel zu machen! Ein niedrigerer Ansatz des Privatanteiles ist jedenfalls durch Führung eines Fahrtenbuches nachzuweisen. Es besteht auch die Möglichkeit nach der Sachbezugsverordnung abzurechnen, eine Abrechnung nach tatsächlichem Privatanteil wäre aber die korrekte Form. 

KONTAKT & INFOS Margit Bollenberger und Mag. Ursula Kilzer Bollenberger & Bollenberger Beratungsgruppe E office@bollenberger.com I www.bollenberger.com

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MOTOR.TIPP DREIER-ERFAHRUNG

BMW hat seine erfolgreiche 3er- Modellreihe technisch grundlegend überarbeitet, optisch jedoch Zurückhaltung betrieben. Sportlichkeit und Qualität stehen jedoch weiterhin als oberstes Gebot für den 3er-Touring. Text & Fotos: Bruno König

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eit 2012 wird die intern benannte F31-Touring-Baureihe von BMW angeboten. In diesen drei Jahren schienen die 3er-Modelle ein Testsiege-Abo gebucht zu haben. Nahezu jeden Vergleich gegen zum Teil sehr harte Premium-Konkurrenz konnten die Blau-Weißen für sich entscheiden. Seit wenigen Monaten strahlen die F30-, bzw. F31-Modelle im neuen Facelift-Design. Dabei übte sich BMW optisch in Zurückhaltung: Nur geübte Augen werden die neuen Scheinwerfer und Rückleuchten des 2015er-Modell erkennen. Mehr nachgewürzt wurde dafür bei Antrieb und Fahrwerk. Vor allem Letzteres wird im Fahrbetrieb deutlich spürbar:

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Etwas straffer als im Vorgänger wirkt der 3er nun noch sportlicher, bleibt aber komfortabel genug für Kinder und Frau. Die herrlich direkte Lenkung steigert die Kurvenlust um ein Vielfaches. Dass der 2,0 Liter Vierzylinder-Diesel nun 190 PS und damit um sechs Pferdchen mehr leistet als der Vorgänger, passt hervorragend zum Gesamtbild. Bis zu 400 Nm Drehmoment liefert das neue Triebwerk. Dank modernster Euro-6-Technologie wird der aktuelle 320d nochmals genügsamer: Im Test reichten 6,3 Liter Diesel­öl für 100 km. Platz und Innovation Das Raumangebot im 3er Touring ist ein

großzügiges. Für vier Personen ausreichend, für fünf Erwachsene eindeutig zu eng. Die Balance zwischen Sportlichkeit und Komfort gelingt den Bayern immer wieder nahezu perfekt. Auch sonst präsentiert sich der überarbeitete 3er am aktuellsten Stand der Technik: Multimedia, Navigation und zahlreiche Assistenzsysteme arbeiten perfekt zusammen und unterstützen den Fahrer in jeder Situation. Das Ganze hat natürlich auch seinen Preis: Mindestens 33.000 Euro ist man beim Händler schuldig. Mit Allradantrieb und einigen Extras sind dies dann flott gute 40 Tausender. Dafür bekommt man allerdings höchste Qualität und Fahrfreude.


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BMW 320D XDRIVE TOURING Motor: 2,0-Vierzylinder-Diesel Leistung: 120 kW/190 PS Drehmoment: 400 Nm bei 1750 U/min Beschleunigung: 7,6 von 0–100 Spitze: 222 km/h Testverbrauch: 6,3 l auf 100 km CO2: 129 g/km Crashsicherheit: 5***** (91 % lt. NCAP) Preis: ab 32.999 Euro (318i); ab 43.250 Euro (320d xDrive)

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EXTRA.TIPP

VOLVO – DIE PERFEKTE ALTERNATIVE

Für Handelsagenten, die sich auch mit ihrem Firmenfahrzeug aus der Masse hervorheben möchten, ist der skandinavische Premiumhersteller Volvo seit langem der optimale Mobilitätspartner. Text: Bruno König

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eben der sprichwörtlichen Sicherheit und dem eigenständigen skandinavischen Design überzeugen die aktuellen Volvo-Modelle vor allem auch durch die neuen, selbst entwickelten Diesel- und Benziner-Vierzylindermotoren, die sowohl beim Treibstoffverbrauch als auch bei den CO2-Werten Maßstäbe in ihren Klassen setzen: insgesamt 45 Motor- und Modellvarianten unterschreiten aktuell die 130-Gramm-CO2-Marke.

Volvo-Business-Modelle Die erfolgreiche Volvo-Modellfamilie der 60er-Serie – die Limousine S60, der Sportkombi V60 und das Erfolgsmodell XC60 – gibt es speziell auf die Bedürfnisse der Firmenkunden abgestimmt als Business-Modelle. Verfügbar in den Motorvarianten D3 (150 PS), D4 (190 PS) und D4 AWD (190 PS), berücksichtigt Volvo mit diesen Modellen besonders auch die Bedürfnisse der Handelsagenten, die ständig unterwegs sind: Mit dem innovativen Sensus-Connect-Bediensystem ist man jederzeit online vernetzt und gleichzeitig dank Sprachsteuerung sicher unterwegs. So kann man zum Beispiel die Reiserou24

te bereits vom Computer zu Hause aus planen und sich dann am Steuer ganz auf den Straßenverkehr konzentrieren. Mit einem CO2-Ausstoß von lediglich 102

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Gramm pro Kilometer setzt hier der S60 D3 ein in ­seiner Klasse unerreichtes Ausrufezeichen in puncto umweltfreundlicher Technologie. 

Motor ab

Verbrauch ab

Preis für Handelsagenten ab

D4 AWD A 140KW

5,7l

37.148.-

D3 110KW

4,3l

30.659.-

D3 110KW

4,2l

29.789.-

D3 110KW

4,0l

28.310.-

D3 110KW

3,9l

26.570.-

BUSINESS INKLUSIVE: Sensus Connect „High Performance“ + Blue Tooth Freisprecheinrichtung, Sensus Navigationssystem, Fahrer-/Beifahrersitz beheizbar, Windschutzscheibe beheizbar, Scheibenwaschdüsen beheizt, Einparkhilfe hinten, Regensensor Plus Finanzierungsbonus von Euro 1.000.- bei Finanzierung über VCFS


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BUCH.TIPPS ZUM NACHLESEN. WIRTSCHAFT, ­MANAGEMENT, RECHT UND STEUERN – UND AUCH GANZ ANDERES – IN ­BUCHFORM.

DER UNWOHLFAHRTSSTAAT Peter Rabl Brandstätter Verlag, 176 Seiten, EUR 22,50

Der österreichische Wohlfahrtsstaat kostet immer mehr, aber seine Leistungen nehmen seit Jahren kontinuierlich ab. Die Krux: Vorwiegend auf den nächsten Wahltermin fixierte Politiker verdrängen die großen Probleme der nächsten Jahrzehnte. Scharfsichtige Analysen eines der wichtigsten Journalisten Österreichs. Das politische Thema der Zukunft auf den Punkt gebracht.

GRENZGÄNGER

Alwin Schönberger Brandstätter Verlag, 208 Seiten, EUR 22,50 Dieses Buch holt österreichische Erfinder und Forscher vor den Vorhang, insbesondere die einer breiten Öffentlichkeit so gut wie unbekannten. Vergessene Erfinder, verhinderte Nobelpreisträger, geniale Forscher: Eine Hommage an Einfallsreichtum, Willenskraft und Unternehmergeist. In den Porträts geht es um große Forscher- und Erfinderpersönlichkeiten und den schmalen Grat zwischen Erfolg und Scheitern.

WISSEN, WEISHEIT, WOHLSTAND

Robert M. Seidl molden Verlag, 144 Seiten, EUR 21,99 Der Kapitalismus in der westlichen Welt entfremdet die Menschen vom wahren Wohlstand. Unternehmer Robert M. Seidl, Entwickler der „Bewussten Wirtschaftslehre“, fordert daher, dass übergeordnete Werte wie Glauben, Vertrauen und Moral wieder Einlass in die Welt des Berufslebens finden müssen, und zeigt, wie nachhaltiger Erfolg erreicht werden kann.

IHRE VORSORGE-MAPPE Michael Grandt FinanzBuch Verlag, 128 Seiten, EUR 10,30

Behalten Sie den Überblick über die eigenen Finanzen. Anhand einfacher Tipps sowie übersichtlicher Tabellen und Checklisten können Sie mit der Vorsorge-Mappe Ihre Finanzen effektiv strukturieren und einfach planen. Klar geordnet und verständlich zeigt Michael Grandt auch, welche Vermögensbausteine auf keinen Fall fehlen dürfen.

RETRO CHIC

Caroline Clifton-Mogg DVA, 224 Seiten, EUR 41,20 Retro Chic ist nicht nur ein Buch über das Design des 20. Jahrhunderts. Es stellt zeitlose Interiors vor, in denen Alt und Neu aufs Schönste vereint sind. Von ländlichen Anwesen über herrschaftliche Stadthäuser bis zu umgebauten Fabriketagen. Ein opulent bebildertes Buch mit einer Fülle von Ideen, die Seite für Seite pure Inspiration sind.

WHISKY

Peter Hoffmann AT Verlag, 550 Seiten, EUR 41,10 Nach seiner großen Whisky-Enzyklopädie konzentriert sich Peter Hofmann im kompakten Sach- und Reisehandbuch auf die in Europa beliebtesten Whiskyländer Schottland, Irland, Nordirland, England und Wales: Nebst allgemeinen Infos zum Whisky gibt’s Tipps zu (anderen) Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Pubs, Bars und Übernachtungsmöglichkeiten.

SOCCERMATICS

David Sumpter ecowin Verlag, 320 Seiten, EUR 14,99 Sie glauben, dass man Fußball nicht berechnen kann? Dann liegt es daran, dass Sie noch nicht den richtigen Mathematiker getroffen haben. David Sumpter wäre so einer. Er weiß nämlich, wie man einen Ameisenhaufen genauso auf die richtige Formel bringt wie die Laufwege auf dem Fußballplatz. Auch für alle, die Mathematik nie mochten.

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LIFE.STYLE HALLO FRÜHLING!

Trends und Tipps, Schönes und Praktisches, Nützliches und Dinge, die Freude machen – zum Schenken und Schenken-Lassen.

VOLLER DURCHBLICK Das junge Grazer Brillenlabel Andy Wolf kann zwar auch ganz normal, ist aber vor allem bekannt für seinen extrava­ ganten und manchmal auch recht eigenwilligen (Retro-) Style. Erstaunlich eigentlich, dass die Marke bei uns noch eher ein Insidertipp ist, haben es die Brillen doch schon auf die Nasen bekannter internationaler Stars geschafft.

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// Im Bild: Modell Sloane um 299 Euro

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onalkrimis dominierten Krimilandschaft Österreichs setzt der 1982 geborene Wiener Roman Klementovic bewusst auf das Thrillergenre. Mit „Verspielt“ absolvierte er Mitte 2015 sein vielgelobtes Debüt, nun folgt ein deutlich düstererer Thriller mit packender Story, die tiefe Einblicke in die Abgründe der Seele gewährt.

// Immerstill Roman Klementovic, Gmeiner Verlag 309 Seiten, EUR 13,40 ISBN: 978-3-8392-1888-4

HEIMKINO So ein Abend zu Hause vorm Fernseher ist meist deutlich entspannter als der im Kino. Aber: Popcorn is missing! Deshalb brauchen Cineasten ganz dringend eine eigene Popcornmaschine. Diese hier im Retrolook ist einfach zu bedienen und das Popcorn wird ganz ohne Fett geröstet. Einfach eine abgemessene Menge Popcorn hineinschütten, warten, bis die heiße Luft die Körner aufpoppen lässt und das Gerät das Ergebnis ausspuckt. // Gesehen um 55 Euro auf www.radbag.at. Sollten Sie ausgefallene Geschenke m ­ ögen, ist die Homepage generell ein Tipp!

AUF DEN HUND GEKOMMEN Fatboy kennt man vorrangig durch seine Sitzsäcke. Doch die Marke kann viel mehr. Dekoobjekte zum Beispiel. „Dolly“ und „Hot Dog“ sind zwei aufblasbare Hunde aus der neuen Fatboy-Sjef-Balloon-Kollektion und die wohl dankbarsten Haustiere überhaupt. Sie brauchen nämlich nur Luft zum Leben. // Um je 100 Euro im Onlineshop unter www.fatboy.com 26


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LOCKER MACHEN Ein Problem für Rückenbeschwerden ist das ständige Sitzen bei der Arbeit – und das starre Verharren in einer Position. Sitzbälle bieten die nötige Abwechslung und fördern aktives Sitzen. Die waren bisher allerdings nicht sonderlich hübsch. In Zusammenarbeit mit dem Kölner Designbüro AUF Design entwickelte HOCK die VLUV-Kollektion und mit ihr langlebige, stabile Sitzbälle, die richtig gut aussehen. // Ab 100 Euro z. B. über www.monoqi.com

Filterkaffee ist wieder in. Das weiß auch Melitta und hat seine Geräteserien Easy und Enjoy überarbeitet, veredelt und ihnen ein paar Edelstahlelemente verpasst.

KAFFEETRATSCH // Erhältlich in verschiedenen Ausführungen ab 34,95 Euro

GET FIT IN STYLE Die Activity-Tracking-Jewelry-Kollektion von Swarovski wurde in enger Kooperation mit dem Fitnesstracker-Hersteller Misfit konzipiert. Das funkelnde Kristall verbindet smarte Technologie mit modischem Schmuckappeal. Und so sieht das Glitzerding nicht nur schön aus, sondern misst auch Schritte, Distanz, verbrauchte Kalorien sowie Schlafdauer und -qualität. // Armband um 69 Euro

REISEBEGLEITER Beim Campingausflug gibt es oftmals ein Problem und das ist ein kulinarisches. Leider handelt es sich beim CampStove um keinen ausgebildeten Haubenkoch, dennoch ist er durchaus zu gebrauchen. Die amerikanische Marke BioLite steht für intelligente Innovationen im Kleinkochgerätebereich und zeigt dies mit diesem chicen Reisebegleiter einmal mehr, denn für den Kocher braucht’s keine unförmigen Petroleumflaschen mehr, er wird einfach per Smartphone via USB-Port geladen. Ein Liter Wasser braucht ca. viereinhalb Minuten, bis er heiß ist. // Z  . B. über Amazon um ca. 150 Euro Dafür gibt’s das untere Teil, die ­optionale Kanne kostet zusätzlich 59 Euro.

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Zu Ostern wird’s wieder bunt bei IKEA: Der frische Frühlingsblumenstrauß wird beim ausgedehnten Osterfrühstück frisch-fröhlich von Teller, Bechern, Schüsseln und Eierbechern in Gelb, Türkis und Rosa ergänzt ... mit oder ohne Punkte. Und wer Ostern gern im ganzen Haus hat, für den gibt’s Polster mit bunten Ostereiern, Blumen und Häschen. // Achtung: Das Sortiment ist limitiert. 27


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