26. Jahrgang
Nr. 183
Dezember 2017
R E T i E S N E S s U A R D Z A G A M N E S S A STR DA S K Ö L N E R
IN
Foto: Daniel Quade
FROHES FEST
0,90 € für den Verkäufer
1,70 €
da draußen
WOHNHEIM CHARITY DOMBAUMEISTER Rupprechtstraße
Gregor Meyle
Peter Füssenich
Anzeige
Vorwort
Inhalt
Liebe Leserinnen und Leser,
Vorwort ��������������������������������������������������������������� 3 Inhaltsverzeichnis �������������������������������������������������� 3 Grußwort Henriette Reker ����������������������������������������� 5
der Dezember ist immer ein besonderer Monat – man blickt zurück aufs Jahr und ist voller Dankbarkeit. Auch wir möchten uns nun zum Ende des Jahres bei unseren Straßenzeitungsverkäufern bedanken – für ihr Engagement, ihr Stehvermögen, ihre Loyalität und ihre konstruktive Mitarbeit. Wir möchten uns bei unseren Lesern bedanken, die das Heft monatlich auf der Straße, im Buchladen oder auch im Abo erwerben, um es zu lesen – nicht aus Mitleid, sondern aus
S.6
Der gute Draht nach oben – Interview mit Dombaumeister Peter Füssenich �������������������6-9
Rückblick: Tag der Armut – Eine Aktion des AK Umbruch �� 10-11 Dave Zwieback hilft! ��������������� 13
Gemeinsame Sache mit dem Kabarettisten Jürgen Becker anlässlich des Tags der Armut auf der Schildergasse. Ein Nachbericht der Aktion vom AK Umbruch lesen Sie auf den Seiten 10-11. Foto: Marie Breer
S.16 Interesse, wie viele Leserbriefe übers Jahr beweisen. Und wir bedanken uns bei unseren Unterstützern, die uns mit Spenden, Benefizaktionen und Anzeigen über Wasser halten. Auch im Namen der OASE, die seit mehr als 25 Jahren
S.10
Verkäuferporträt: Ralph/BIG ISSUE ����������������� 14-15 Reportage: Haus Rupprechtstraße ��������� 16-17
CHARITY: Gregor Meyle und Freunde spielen zugunsten der OASE �����������������������������������18-19 Hilfe ist so vielfältig! ������������������������������������������� 20-21
hinter Deutschlands ältester Straßenzeitung steht. Mehr Dank lesen Sie auf den Seiten 20-21. Eine schöne Einstimmung auf die Weihnachtszeit findet am 1. Dezember 2017 ab 20 Uhr in der Kult-Kneipe PIRANHA statt. Da treten Marie Bascoul, Jörg Schnabel, Danny Prill und Harald van Bonn mit Liedern und Texten für die gute
Cartoon/Kolumne ��������������������������������������������������� 22 Buch-Tipps ���������������������������������������������������������� 23 Abo, Impressum ����������������������������������������������������24 Eintritt frei, Vorschau ����������������������������������������������� 25 Service: Adressen �����������������������������������������������26-27
Sache auf. Der Eintritt ist frei, der Hut geht für die OASE rum. Also wieder ein Grund, Danke zu sagen. Und allen ein gesegnetes Fest zu wünschen! Ihre
Christina Bacher
Öffnungszeiten: OASE e.V. Kontakt- und Beratungsstelle Montag und Freitag: 9.00 – 13.00 Uhr Dienstag und Donnerstag: 9.00 – 16.00 Uhr Mittwoch: nach Terminvereinbarung 3
in eigener sache
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OB-GruSSwort
Liebe Leserinnen und Leser, mit dem Kauf dieser Zeitung unterstützen Sie Menschen, die durch den Verkauf eine Aufgabe, eine Tagesstruktur und die Möglichkeit einer kleinen finanziellen Einnahme haben. Sie bringen diesen Menschen damit auch Wertschätzung und menschliche Wärme gegenüber. Dafür ganz herzlichen Dank! Die OASE, die die Zeitung DRAUSSENSEITER herausgibt, bietet wohnungslosen Menschen und Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind, immer ein offenes Ohr und kompetente Hilfe bei allen Fragen und Problemen. Sie ist auch ein Ort, an dem diese Menschen sich aufwärmen sowie etwas zu Essen und neue Kleidung bekommen können. Die Straßensozialarbeit ist ein weiteres wichtiges Hilfsangebot der OASE. Sie findet überwiegend bei konkreten Hinweisen durch Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, und in Kooperation mit den ResoDiensten der Stadt Köln statt. Die Begegnung mit wohnungslosen Menschen in ihrer Lebenswelt schafft einen direkten Kontakt, baut Vertrauen auf und ermöglicht, Hilfsmöglichkeiten aufzuzeigen. Für die hervorragende Arbeit, die das OASE-Team tagtäglich leistet, spreche ich meine Anerkennung aus. Unterstützen Sie weiterhin die Arbeit der OASE – für die Menschen in unserer Stadt, deren Leben aus der Spur geraten ist! Sie alle setzen damit ein Zeichen für das Miteinander und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Ich wünsche Ihnen allen eine schöne Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr.
Henriette Reker Oberbürgermeisterin der Stadt Köln
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Interview
„Manchmal, wenn es tagsüber allzu stressig war, gehe ich abends ganz alleine in den Dom. Einen solchen Raum auf sich wirken zu lassen, gibt sehr viel Kraft.“ Peter Füssenich, Dombaumeister
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Interview
Ich kann mir ein Leben ohne den Dom kaum mehr vorstellen!“ Das Interview mit Peter Füssenich führte Christina Bacher.
DRAUSSENSEITER: Sie schauen auf ein volles
Stadt Köln zur Instandhaltung des Bau-
konnte der Dom in seiner Gänze der
Jubiläumsjahr zurück und zeitgleich auf Ihr
werks bei, aber die mit Abstand größte
Öffentlichkeit zurückgegeben werden. Die
zweites Amtsjahr als Dombaumeister. Wie
Summe der erforderlichen 7 Millionen
Diskussion um die Domplombe habe ich
war 2017 rückblickend?
Euro im Jahr kommt vom Dombau-Verein
noch sehr lebhaft in Erinnerung: Im
Peter Füssenich: Gut und aufregend
– zur Zeit etwa 60 Prozent.
November 1943 hatte eine Fliegerbombe eine mehr als 10 Meter hohe Ausspren-
gleichzeitig. In diesem Jahr waren gleich zwei wichtige Jubiläen am Dom zu bege-
DRAUSSENSEITER: Wem gehört der Dom
gung in den Nordwestpfeiler des Nord-
hen: Das war zum einen das 175-jährige
überhaupt?
turms geschlagen. Weil man Angst hatte,
Jubiläum der zweiten Grundsteinlegung
Peter Füssenich: Der Dom gehört nicht
dass Bauteile abstürzen könnten, füllte
im Jahre 1842 und das damit verbundene
dem Erzbischof, wie viele denken. Er
man dieses Loch mit Ziegelsteinen auf.
Jubiläum des Zentral-Dombau-Vereins, der
gehört sich selbst, er ist eine Körperschaft
Diese blieben dann 60 Jahre lang an der
sich im selben Jahr – übrigens zeitgleich
öffentlichen Rechts mit dem Namen Hohe
Domfassade sichtbar. Erst, als man die
mit dem Männergesangsverein – gegrün-
Domkirche zu Köln. Aber der Dom kann
dringlicheren Schäden beseitigt hatte,
det hat. Man kann tatsächlich sagen, dass
natürlich nicht für sich selber sorgen, des-
flammte die Diskussion darum wieder auf.
ohne den Dombau-Verein der Erhalt des
wegen wird er vertreten durch das Dom-
Letztlich entschied sich Dombaumeister
Domes kaum möglich wäre. Ohne das
kapitel.
Arnold Wolff dafür, die Stelle wieder mit Naturstein einzukleiden. Die Vision einer
Engagement dieser Menschen wäre der Dom im letzten Jahrhundert wahrschein-
perfekten Kathedrale war stärker als die
im Zweiten Weltkrieg von Bomben weitest-
Stimmen, die in der Wunde ein wichtiges
gehend verschont worden, hält sich hartnä-
Mahnmal gegen den Krieg sahen. Es war
DRAUSSENSEITER: Ursprünglich hat sich der
ckig. Angeblich auch, weil er den Fliegern
letztlich also eine ästhetische Entschei-
Präsident des Dombau-Vereins, Michael
als gut sichtbare Markierung diente. Tat-
dung und weniger eine bauliche, die Dom-
Hoffmann, gewünscht, im Jubiläumsjahr auf
sächlich aber sind Sie ja heute noch damit
plombe unsichtbar zu machen.
eine Mitgliederzahl von 17.500 zu kommen.
beschäftigt, die Kriegsschäden zu beseitigen.
Ist das noch zu schaffen?
Ein recht bekanntes Beispiel: Die Kölner
DRAUSSENSEITER: Sehr wahrscheinlich, dass
Peter Füssenich: Im September waren es
Domplombe ...
der daneben liegende Bahnhof das strategi-
16.600 Mitglieder, Mitte Oktober bereits
Peter Füssenich: In der Tat hat der Dom
sche Ziel gewesen ist ...
16.850 und es werden sicherlich noch wei-
erhebliche Schäden vom Zweiten Welt-
Peter Füssenich: So war es wahrschein-
tere hinzukommen. Das Jahr ist ja noch
krieg davon getragen, an deren Beseiti-
lich. Und da man mit der damaligen
nicht vorbei. Davon abgesehen, dass ich
gung wir heute immer noch arbeiten.
Kriegstechnik nicht so genau zielen konn-
mich natürlich sehr freue, wenn dieses
Aber es stimmt, die Mär hält sich hartnä-
te, wie man vielleicht wollte, ließ es sich
gesteckte Ziel erreicht würde, brauchen
ckig, man habe den Dom verschonen wol-
kaum vermeiden, dass der Bau unter ande-
wir tatsächlich so viele Menschen wie
len. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass
rem von 14 schweren Fliegerbomben
möglich, die den Dom unterstützen. Es ist
die Grundsubstanz des Bauwerks, nicht
getroffen wurde. Am schlimmsten waren
nämlich eine sehr große Aufgabe, ihn zu
zuletzt aufgrund der gotischen Bautech-
das Langhaus und das Nordquerhaus, das
bewahren. Zwar tragen das Land NRW
nik, erhalten blieb. Aus der Nähe betrach-
zur Bahnhofsseite liegt, beschädigt. Außer-
genauso wie das Erzbistum und auch die
tet waren die Schäden immens. Erst 1956
dem wurden das Westfenster und die Orgel
lich auch nie vollendet worden.
Foto: © Dombauhütte Köln/Mira Unkelbach
DRAUSSENSEITER: Das Gerücht, der Dom sei
7
Interview
Durch Kriegsschäden war die Westfassade des Doms schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die sogenannte Kölner Domplombe, auch Ziegelsteinplombe genannt, konnte viele Jahre Abhilfe schaffen.
8
völlig zerstört. Bis heute leisten wir in
Peter Füssenich: Es heißt ja „Wenn der
res seinen Mitarbeitern gelassen hat. Da
gewisser Weise tagtäglich Friedensarbeit,
Dom fertig ist, geht die Welt unter“. Und
haben sich auch manche selbst verewigt,
in dem wir Kriegsschäden am Dom repa-
dafür wollen wir nicht verantwortlich sein.
d.h. hin und wieder sehen wir ganz ver-
rieren. Gerade arbeiten wir am Michael-
Nein, im Ernst. Ein Bauwerk wie der Köl-
steckt als Skulptur den damaligen Dom-
portal, wo viele Figuren und Skulpturen
ner Dom bedarf permanenter denkmal-
schmied oder zahlreiche Steinmetzen oder
in den letzten Kriegstagen abgeschossen
pflegerischer Erhaltung. Und deshalb wird
auch deren Ehefrauen. Das war damals
wurden, sodass die Köpfe fehlen und gan-
keiner der heute lebenden Personen den
durchaus im Sinne einer schöpferischen
ze Szenerien ausgelöscht wurden. Zum
Dom jemals ohne Gerüst sehen. Zum Bei-
Denkmalpflege gewünscht, heute sind wir
Glück besitzen wir noch die Gipsmodelle
spiel planen wir gerade die Sanierung des
da strenger. Wir fertigen die möglichst
des Portals im Depot, so dass wir wissen,
Lang- und Querhaus-Strebewerkes, die
exakte Kopien nach den originalen Werk-
wie es früher ausgesehen haben muss.
voraussichtlich erst bis 2070 abgeschlossen
stücken an. Wir rekonstruieren also. Hin
sein wird. In der Nachkriegszeit, die ja eher
und wieder gibt es kleine Ausnahmen für
DRAUSSENSEITER: Obwohl der Dom ja schon
im Zeichen des Wiederaufbaus stand, sind
Menschen, die sich um den Dom in beson-
lange als fertig gestellt gilt, finden sich doch
dann tatsächlich diese Skulpturen entstan-
derer Weise verdient gemacht haben – ein
auch einige Skulpturen aus heutiger Zeit an
den, von denen sie da sprechen. „Prinz,
gutes Beispiel sind die Portraits von Dom-
der Fassade, der Geißbock Hennes – das
Bauer, Jungfrau“ oder auch die Fußball-
propst Nobert Feldhoff und der Dombau-
Maskottchen des 1. FC Köln – als Wasserspei-
spieler des 1. FC Köln, das sind ja alles
meisterin Barbara Schock Werner an der
er, zum Beispiel. Hat da ein Steinmetz einen
Figuren, die die Kölner so lieben. Die sind
Südquerhausfassade. Aber man muss
Clown gefrühstückt? Oder ist das tatsächlich
durch eine gewisse Freiheit entstanden, die
schon genau hinschauen, wenn man diese
von oberster Stelle abgesegnet worden?
der damalige Dombaumeister Willy Wey-
Figuren entdecken möchte.
Interview
DRAUSSENSEITER: Der Dom hat ja eine jahr-
wieder zu erkennen sein. Die neuen Pläne
alles gut geht – ich drücke da fest die
hundertealte Betteltradition. Am früheren
für den Umbau des Roncalliplatzes und der
Daumen – wird im nächsten Jahr der
Westportal saßen sie einst in doppelter Rei-
angrenzenden Gebäude sind ja bereits
Baubeschluss für die Historische Mitte
he und die Menschen, die in den Dom woll-
öffentlich und die Diskussionsphase zum
getroffen und zeitnah mit dem Bau
ten, gaben ihnen gerne, was sie entbehren
großen Teil abgeschlossen. Was wird sich
begonnen.
konnten. Die Kölner Bettelplätze waren im
konkret ändern?
Mittelalter so beliebt, dass sie nur an nach-
Peter Füssenich: Zunächst soll ja das
DRAUSSENSEITER: Haben Sie denn darüber
folgende Generationen vererbt werden konn-
Kurienhaus, in dem jetzt die Dombauver-
hinaus noch ein Anliegen, das Ihnen wichtig
ten. Auch heute sitzen wieder arme Men-
waltung sitzt, sowie das Studiengebäude
ist und das Sie unseren Lesern mitteilen
schen an den Portalen und halten die Hand
des Römisch-Germanischen Museums
wollen?
nach Almosen auf. Wird das gerne gesehen?
abgebrochen werden. An deren Stelle soll
Peter Füssenich: Jede Stadt lebt vom
Peter Füssenich: Bettler gibt es an dieser
ein gemeinsamer Neubau für drei Kölner
Engagement ihrer Bürgerinnen und Bür-
Stelle seit es den Dom gibt. Almosen
Institutionen entstehen: das Römisch-
ger. Daher wünschte ich mir von den Köl-
geben ist ein grundchristliches Werk der
Germanische Museum, das Kölnische
nerinnen und Kölnern, dass sie sich für die
Barmherzigkeit. Umgekehrt erleben wir
Stadtmuseum und das Kurienhaus mit
Stadt einsetzen. Eine Möglichkeit ist natür-
es aber auch, dass Bettlerinnen und Bett-
der Dombauverwaltung. Das ganze Pro-
lich die Mitgliedschaft im Dombau-Verein,
ler ein besonderes Auge auf den Dom
jekt nennt sich Historische Mitte Köln
aber etwa auch Engagement für die bes-
haben und ihn sogar beschützen. Im letz-
und soll demnächst im Kölner Rat und
sere Gestaltung von öffentlichen Plätzen
ten Jahr beispielweise hat es einen Ver-
im Kölner Domkapitel entschieden wer-
und Orten. Wenn wir eine höhere Lebens-
such der bewussten Beschädigung gege-
den. Es wäre eine phantastische Gelegen-
qualität wollen, müssen wir uns auch dafür
ben und ein uns bekannter Obdachloser
heit und einmalige Chance, rund 2000
stark machen – gemeinsam.
hat ihn vereitelt, in dem er sofort Hilfe
Jahre Stadtgeschichte an einem Ort zu
geholt hat.
zeigen. Wir als Hohe Domkirche können
DRAUSSENSEITER: Herzlichen Dank für das
natürlich auch einen wichtigen Teil dazu
gute und offene Gespräch. Und Ihnen ein
DRAUSSENSEITER: Die neue Historische Mit-
beitragen, denn der Dom hat die Stadt ja
schönes, besinnliches Weihnachtsfest und
te rund um den Dom wird in Bälde kaum
in vieler Hinsicht geprägt. Wenn also
alles Gute für das neue Jahr.
Fotos: v.l.n.r. © Dombauhütte Köln / Reinhard Matz & Axel Schenk / /Mira Unkelbach
lll
Dombauhütte Köln
Dombauverwaltung
Peter Füssenich im Gespräch mit Christina Bacher.
In der Dombauverwaltung laufen die organisatorischen Fäden für alle Arbeiten im und am Dom zusammen. Die Leitung hat Dombaumeister Peter Füssenich. Er ist für sämtliche Bereiche – wie Etatplanung, Bauforschung oder künstlerische Projekte – verantwortlich. Ihm stehen u.a. ein Architekt, ein Ingenieur, ein Steintechniker und der Hüttenmeister zur Seite, die mit der Planung und Überwachung der Arbeiten am Dom betraut sind. 9
europa
Der bunte Wohnwagen geht normalerweise mit der Initiative „WOHNEN WAGEN!“ auf Tour. Der AK Umbruch durfte ihn sich für diesen besonderen Tag ausleihen.
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köln
Willi Does sorgte für musikalische Untermalung.
Über-Leben-in-Köln Bürgernähe bewiesen Prominente beim Speakers Corner auf Einladung des AK Umbruch anlässlich des Internationalen Tags für die Beseitigung der Armut. Flyer mit vielfältigen Informationen zum Thema Wohnungslosigkeit und drohender Wohnungsnot – viele Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe zeigten Präsenz
Armut. Am 17. Oktober waren zudem von 12 bis 17 Uhr zahlreiche Prominente zur Ecke Schildergasse/Hohe Straße gekommen, um mit Passanten, den Betroffenen und Sozialarbeitern vor Ort zu diskutieren. Der aus zahlreichen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe bestehende Arbeitskreis wollte mit der Aktion darauf aufmerksam machen, dass es in unserer Stadt mehr als 5.000 Wohnungslose gibt, die täglich unter schwierigen gesellschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Bedingungen in Zelten, Bauwägen, mehr miteinander leben, nicht gegeneinander. Denn in Schwierigkeiten kann jeder geraten“, schrieb eine Passantin am Ende in das Gästebuch. Ein Anfang ist gemacht. (cb)
Gemeinsam für die gute Sache: Christina Bacher (OASE), Polizist Burkhard Jahn, Detlef Friesenhahn (Kölner Verkehrs-Betriebe), Hannelore Bartscherer (Katholikenausschuss der Stadt) und Sebastian Ebert (GULLIVER).
Fotos: Marie Breer, Gerd Bonse und Sabrina Burbach
. e.V us ma e.V. m ff ·E se gstre ge Oa r .V. · Vrin eelso e bre Z e.V. sens a L o L ikt KA achl d ned . · Be A e.V h. Ob t W IB & Ka Ev.
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UMBR
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Notunterkünften und diversen Wohneinrichtungen leben. „Die Menschen sollten viel
Zum Auftakt spielte Doro Kassner Geige.
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in der Kölner Fußgängerzone anlässlich des Internationalen Tags für die Beseitigung der
UC
E
in knallgelber Wohnwagen, große Plakatwände, eine kleine Foto-Ausstellung und
Das Motto des Tages: Über-Leben-in-Köln.
Der Kölner IG Metall-Chef Wittich Rossmann begrüßte die Aktion des AK Umbruchs. Auch mit dabei: Elfi Scho-Antwerpes in Vertretung von Frau Reker und Bürgermeister Andreas Hupke.
Auch Filmemacher Christoph Goldbeck diskutierte mit den Passanten.
Pfarrer Karl-Heinz Iffland nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, Missstände anzuprangern.
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benefiz
Clemens-Josef-Haus
Willkommen im Clemens-Josesf-Haus auf dem Vellerhof, einem Fernab der „Straße“ sind die Menschen hier gern gesehene Gäshistorischen Gehöft inmitten eines Naturschutzgebietes, auf dem te, die auf dem Gelände des Clemens-Josef-Hauses auf ihrem ganz heute hilfebedürftige Menschen leben, wohnen und arbeiten. persönlichen Weg begleitet werden. Clemens-Josef-Haus I Altenwohn- & Pflegeheim und stat. Einrichtungen der Gefährdetenhilfe · Vellerhof 1 · 53945 Blankenheim Gefährdetenhilfe: 0 26 97 . 91 00 16 · Altenwohn- & Pflegeheim: 0 26 97 . 91 00 25 · www.vellerhof.de
Wohnungslosenhilfe Station machen I zur Ruhe kommen
Übernachtung I Aufnahme I Wiedereinstiegshilfe I Lebenshilfe I Langzeitwohnen
Arbeiten
Qualifizierung erwerben I Selbstwertgefühl erleben Beschäftigung I Ausbildung I Arbeitstraining I Qualifizierung I Arbeitsvermittlung
Pflegewohnheim
begleiten und fördern I beraten und anleiten
Pflege & Betreuung I Lebenszufriedenheit I Wohlbefinden I Menschlichkeit I Zu Hause
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danke
Bömmel, Kafi & Hartmut (Bläck Föös)
Moderator Georg Hinz und Krätzjessänger Philipp Oebel
Dave Zwieback hilft! Ein grandioser Abend zur Unterstützung der OASE e.V. Am 5.10.2017 hatten zahlreiche Menschen im Lapidarium am Eigelstein ihren Spaß. Das Besondere an dem Konzert, bei dem drei Musiker der Bläck Fööss, die Band Dave Zwieback, der Krätzjessänger Philipp Oebel und Die Baend auf der Bühne standen und von Moderator Georg Hinz galant durch den Abend navigiert wurden. Der Erlös von 2.130,00 € ging zu 100 % an die OASE. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Clemens Roer, der die Idee für das Format „Dave Zwieback hilft!“ hatte, und bei allen, die diesen Abend zu etwas Besonderem gemacht haben! (cb) Dave Zwieback – voll in Action!
Fotos: Armin Zedler
Die Baend heizte zu Beginn ein.
Die Band Dave Zwieback hatte die Idee für dieses Benefizkonzert.
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Über den Tellerrand
Big Issue-Verkäufer Ralph:
Von der Südküste Englands in ein lappländisches Wintermärchen Vor einem Jahr verlor der Big Issue-Verkäufer durch den Tod seines geliebten Hundes Jess völlig den Halt. Untröstlich und verloren, wusste er nicht mehr wohin. Doch dank der Unterstützung seiner Kunden hat Ralphs Leben eine unerwartete Wendung genommen. Heute lenkt er einen Schlitten mit sechs Hunden in Lappland und verdient seinen Lebensunterhalt als Pfleger von 90 Alaska-Huskys. Von Andrew Burns
N
ein, es ist nicht der Nikolaus. Hier
Boden zerstört und überwältigt. „Es war
zusammen, um ihn zu unterstützen, und
abgebildet ist Ralph Church, ein
eine schwierige Zeit“, gibt er zu. „Ich habe
man einigte sich mit Philip darauf, dass
Big Issue-Verkäufer von der Süd-
sie geliebt. Alle haben sie geliebt. Sie war
Ralph im Oktober von Heathrow aus nach
küste Englands – und nun ein Husky-Füh-
der perfekte Hund. Ich hing in der Luft
Nord Österbotten in Finnland fliegen wür-
rer in der nordischen Wildnis.
und fragte mich, welche Richtung ich als
de. „Surrealismus machte sich breit und
nächstes einschlagen sollte.“
ich fühlte mich wie ein großer Abenteurer
In Torquay gehörte Ralph zum Inventar, und arbeitete hart als Zeitschriftenverkäu-
Ungefähr zur gleichen Zeit las er eine
fer. Bis Weihnachten 2014 hatte er 1.000
Anzeige für einen Hundeführer in Finn-
Pfund gespart, um für ihn und seine
land, die seine Aufmerksamkeit erregte.
von früher“, sagt er. Ralph wurde in eine ganz neue Umgebung gestürzt. „Nach ungefähr 10 Tagen
geliebte Hündin Jess ein Hausboot zu kau-
„Ich schickte rasch eine Email und am
mit stabilen Temperaturen sank der Ther-
fen, was für ihn das „Erfüllen eines
nächsten Tag sprach ich mit Philip, dem
mometerstand und der Schnee fiel und
Traums“ bedeutete.
das Gasthaus ‚The Border Inn‘ in Kuusamo
fiel und fiel. Es war großartig“, erinnert er
gehört“, erklärt er.
sich. „Der Boden wurde weiß und die Din-
Aber letzten November wurde Jess bei einem Verkehrsunfall in der Nähe seines
Kunden und Freunde in St. Marychurch,
Stammplatzes getötet. Ralph war am
wo er Zeitschriften verkaufte, kamen
ge sahen zweifellos winterlich aus und alles fing an zu frieren.“
Der ehemalige The Big Issue-Verkäufer Ralph Church mit ein paar seiner über 90 Huskys in Lappland. Anstatt des milden Klimas an der englischen Südküste, muss Ralph jetzt mit dem lappländischen kalten Winter klarkommen.
14
Über den Tellerrand
Fotos: The Big Issue UK.
Schon als Kind war es Ralph Churchs Traum, einmal mit Huskys in Lappland zu arbeiten.
Während des letzten Monats, als die
Nichts hätte Ralph darauf vorbereiten
sie mir geboten haben, und allen, die mir
Temperaturen bis auf -20 Grad Celsius fie-
können, was als nächstes kam. „Der Schlit-
dabei geholfen haben, diesen Kind-
len, half Ralph dabei für 90 Alaskan Huskys
ten wurde mit einem Ruck nach vorne
heitstraum zu erfüllen.“
zu sorgen – sie vorzubereiten, sie anzu-
gezogen“, sagt er, „und die Hunde wurden
Aber er plant an seinen Stammplatz
spannen und zu füttern und die Ställe
still und wir schossen aus dem Tor wie ein
zurückzukehren, nachdem seine Hus-
sauber zu halten. Er hat sogar gelernt einen
geölter Blitz. Das Unausweichliche geschah
ky-Abenteuer vorüber sind. „Ich möchte
Schlitten mit sechs Hunden zu führen.
und bevor ich es wusste lag ich mit dem
auch ein großes Dankeschön an alle aus-
„Das erste Mal, als ich den Schlitten
Gesicht nach unten im Schnee für gute 15
sprechen, die mich in St. Marychurch unter-
alleine führte, war furchteinflößend“, gibt
Yard. Ich dachte ich stecke in Schwierig-
stützt und mir geholfen haben, bevor ich
Ralph zu. „Ich hatte gelernt und zugehört,
keiten. Aber die Dinge wurden leichter
hier raus kam. Ich freue mich darauf, sie
aber ich machte mir Sorgen, etwas falsch
und ich lernte die Hunde und den Schlitten
alle zu besuchen, wenn ich zurückkomme.“
zu machen und den Hunden hinten auf-
um einiges besser im Griff zu haben.“
zufahren. Wir hatten jeweils sechs Hunde
Die Erfahrung hat, wie Ralph zugibt,
in unserem Gespann. Ich trat hart auf die
sein Leben verändert. „Ich würde gerne
Bremse, um zu versuchen, die Hunde zu
sagen, wie dankbar ich den Eigentümern
halten, und dann bekam ich ein Zunicken.“
Philip und Katya bin, für die Chance, die
Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von INSP.ngo / The Big Issue, Großbritannien; Übersetzt aus dem Englischen ins Deutsche von Ute Schauberger
15
reportage
Seit 1977 ein Anlaufpunkt für Haftentlassene oder unter Bewährung stehende Männer: Das Wohnheim „Haus Rupprechtstraße“.
Temporäres Zuhause auf 20 Quadratmetern: Die Bewohner leben in der Regel bis zu 18 Monate in den Kleinwohnungen.
Arbeitsangebote inklusive: Die Stätte bietet in der hauseigenen Werkstatt Betätigungsmöglichkeiten unter fachlicher Anleitung.
„Die Probleme bleiben die gleichen.“ Wohnheim „Haus Rupprechtstraße“ bietet Männern, die unter Bewährung stehen oder aus der Haft entlassen wurden, seit 40 Jahren stationär betreutes Wohnen. Von Thomas Dahl
16
REPORTAGE
D
ie Suche nach bezahlbarem Wohnraum ist nicht nur in Köln zu einem
Keine Ansprechpartner, keine Arbeit, keine soziale Bindung
Fragezeichen nach dem Auszug der einstigen Bewohner. Der Kontakt zu den Personen breche dann in der Regel ab. Man-
schwierigen Unterfangen gewor-
den. Gesellt sich zu einem geringen Ein-
„Schon in den 60er Jahren gab es das drin-
che der Männer würden sich für eine
kommen auch noch das Stigma des verur-
gende Problem der Unterbringung von
zweite Aufenthaltszeit im Haus melden.
teilten Straftäters, gerät die Wahrschein-
ehemaligen Strafgefangenen, weil sie kei-
Laut Auskünften der Betreiber bewerben
lichkeit, in einer lebenswürdigen Miet-
ne Ansprechpartner, keine Arbeit und
sich jährlich zwischen 150 bis 180 Perso-
wohnung einen Neuanfang zu starten,
keine soziale Bindung hatten. Deshalb
nen um eine Wohnung in der Stätte. „Wir
mitunter zu einer Utopie. Seit 40 Jahren
entstand die Konzeption für das Haus. Es
machen das, weil es eine wichtige Aufgabe
bietet das Wohnheim „Haus Rupprecht-
wurde Sülz ausgesucht, weil das Haus in
ist. Wenn es uns nur um den ‚Erfolg‘ ginge,
straße“ entlassenen oder unter Bewäh-
die Stadt integriert werden und nicht
dürften wir erst gar nicht anfangen“,
rung stehenden männlichen Straftätern
irgendwo auf die ‚grüne Wiese‘ gebaut
äußert sich Wolfgang Heidemann zur
im Stadtteil Sülz ein temporäres Zuhause.
werden sollte“, berichtet Förderver-
Nachhaltigkeit der Bemühungen.
Für bis zu 18 Monate finden Personen in
einsvorsitzender Wolfgang Heidemann.
dem Gebäudekomplex auf der Rupprechts-
Nach dem Baubeginn im Jahr 1976 erfolg-
traße 9, der aktuell 27 Menschen im Alter
te 1977 die Fertigstellung – zunächst für
von 21 bis 55 Jahren in jeweils 20 Quad-
44 Bewohner. „Die Erwartungen waren
ratmeter umfassenden Kleinwohnungen
damals zu euphorisch. Alkohol und zu
„Ich komme aus Bottrop und bin seit Okto-
beherbergt, Wohnraum. In Ausnahmefäl-
laute Musik führten zu Beschwerden der
ber 2016 hier. Ich war drogenabhängig
len kann die Wohnzeit verlängert werden.
Nachbarn. Mein Vorgänger im Amt muss-
und bin wegen Beschaffungskriminalität
Arbeitsangebote, etwa unter Anleitung
te damals oft schlichten“, erzählt Heide-
vor dem Richter gelandet. Ich habe mich
eines Schreiners in der eigenen Werkstatt,
mann. In der Folge wurde das Konzept
für eine Langzeittherapie entschieden, um
die Pflege der Obdachlosengräber auf dem
überarbeitet. Die Bewohnerschaft wurde
nicht ins Gefängnis zu müssen. Von der
Südfriedhof in Zollstock oder die Instand-
reduziert. Die Betreuung erfolgt seitdem
Möglichkeit in Sülz erfuhr ich von einem
haltung eines Spielplatzes in Niederkassel
durch festangestellte Sozialarbeiter. „Die
Kollegen. Die Wohnung ist auf jeden Fall
sowie diverse Freizeitofferten und soziale
Probleme bleiben die gleichen. Es gibt für
ein Fortschritt. Ich komme hier peu à peu
Beratungen sollen den Männern einen
unsere Klientel kaum noch Wohnraum“,
wieder ins Arbeitsleben. Momentan arbei-
strukturierten Tag und die Vorbereitung
bezieht sich Einrichtungsleiter Karl-Peter
te ich hier als Hausmeister-Helfer. Wir
auf ein selbstständiges Leben ermögli-
Ochs auf das Grunddilemma. „Es gibt kei-
machen auch einiges in der Gruppe, zum
chen. Mit der Ausnahme von sexuellen
ne nennenswerten Vorfälle mehr, außer
Beispiel gemeinsames Kochen. Donners-
Straftätern setzt sich die Klientel vor allem
nachbarschaftliche Dinge, wie etwa zu
tags gehen wir schwimmen. Da lernt man
aus Personen zusammen, die wegen
laute Musik. Polizeieinsätze sind relativ
auch die anderen Hausbewohner kennen.
Raub-, Gewalt- oder Drogendelikten sowie
selten“, zieht Ochs jedoch eine positive
Zu den Nachbarn oder den Leuten im
zu Auflagen verurteilt worden sind. Träger
Bilanz der letzten Jahrzehnte. Förderver-
Veedel gibt es aber eher weniger Kontak-
der Stätte ist seit 1983 die Haus Rupprechts-
einsvorsitzender Heidemann ergänzt:
te“, erzählt Hausbewohner Nicola L., der
traße gGmbH.
„Jeder, der am Brüsseler Platz wohnt, hat
nach dem Ablauf seiner Aufenthaltszeit
mehr Probleme. Bei uns droht jedem der
in der Diakonie Michaelshoven einen
Rausschmiss, der sich nicht an die Regeln
Arbeits- und Wohnplatz anstrebt.
hält.“ Dabei sollen die Bewohner nicht mit Vorschriften erdrückt werden: „Jeder lebt
Schritt für Schritt zurück ins Arbeitsleben
Im September feierte das Haus sein 40-jähriges Bestehen.
für sich selbst, kocht und putzt selbst. Die Menschen sollen eine Sozialisierung durchlaufen. Aber jeder, der bei uns wohnt, muss etwas zu tun haben“, formuliert Ochs das Credo der Einrichtung. Demnach fänden viele der ehemaligen Straftä-
Fotos: Thomas Dahl
ter später eine Tätigkeit im Bereich der Zeitarbeitsfirmen. „Natürlich haben wir Fördervereinsvorsitzender Wolfgang Heidemann (l.) und Einrichtungsleiter Karl-Peter Ochs betreuen mit dem Wohnheim-Team derzeit 27 Personen im Alter von 21 bis 55 Jahren.
Bewohner, wo man sich fragt: ,was wird nur aus denen?‘ “, macht Diplom-Sozialarbeiter Ochs keinen Hehl aus dem großen
lll
Info
Weitere Infos bietet die Internetpräsenz www.haus-rupprechtstrasse.de. 17
konzert
„Glück zurückgeben an die Menschen, die es am nötigsten brauchen“ Gregor Meyle, Mark Forster, Andreas Gabalier und andere geben Benefizkonzert für die OASE
B
rechend voll war es im E-Werk,
Das Aufgebot erstaunte dann doch: So
dabei lud Gregor Meyle bereits
rockten keine Geringeren als Andreas
zum zweiten Mal an diesem
Gabalier, Mark Forster, Mandy Grace
Wochenende zum Konzert, um sein neu-
Capristo, Laith Al-Deen, die HÖHNER,
es Album „Die Leichtigkeit des Seins“ zu
Bruckner und Martin Seidler mit Meyle
präsentieren. Das Besondere: Der 5.
und Band die Bühne für die OASE – für
November stand ganz im Zeichen der
die Fans ein unvergessliches Erlebnis.
Charity zugunsten der Einrichtung
„In den letzten Jahren hatte ich unfass-
OASE, die sich seit mehr als 25 Jahren in
bar viel Glück und Unterstützung auf
Köln für obdachlose Menschen einsetzt
meinem Weg. Davon möchte ich gerne
und zudem das Straßenmagazin
etwas zurückgeben an die Menschen,
DRAUSSENSEITER herausgibt. Dass
die es am nötigsten brauchen“, begrün-
Meyle auch noch Freunde mitbringen
det Gregor Meyle sein wiederholtes
würde, darüber wurde im Vorfeld in
Engagement für die gute Sache. Eine
Fan-Kreisen gemunkelt. Nur wen? Ist
OASE-Delegation bedankte sich noch
der sympathische Künstler, der lange in
am selben Abend persönlich bei den
Köln gelebt hat, doch auf allen Bühnen
Künstlern. Der Dank kommt von gan-
zu Hause und kennt eine Menge Leute.
zem Herzen! (cb)
Fotos: Sven Lehmann
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Konzert
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HILFE IST SO VIELFÄLTIG
Fachfrau mit Schere Seit vier Jahren kommt die gelernte Frisörin Sementa Kaldirim alle vier bis sechs Wochen zur OASE und schneidet Wohnungslosen sowie anderen Gästen des Offenen Treffs kostenlos die Haare. Bis zu acht Kunden verpasst sie an einem Nachmittag einen neuen Schnitt.
Foto: Torge Niemann
Teilzeitrebellin auf Sozialkurs Die Kabarettistin Turid Müller sang im Bürgerhaus Stollwerck von der täglichen Grätsche zwischen Ideal und Wirklichkeit, über Politik und Gesellschaft und vom ganzen vertrackten Wertechaos, dem niemand entkommt. Nicht mal sie selbst. Von der Bühne runter hat sie spontan Werbung für den DRAUSSENSEITER gemacht und einfach mal so 55 Euro für uns eingesammelt. Wir bedanken uns ganz herzlich für diesen Einsatz. Und rühren gerne weiter die Werbetrommel für eine so tolle Künstlerin und Rebellin, die in 2018 wieder nach Köln kommt! (cb) Foto: Susanne Alff
Auf die Idee zu helfen brachte sie ein älterer obdachloser Herr in der Bahn. „Ich wollte schon länger etwas machen,
Regelmäßiges Engagement
mich engagieren, helfen mit dem, was ich kann. Und dann habe ich den Mann gesehen und gedacht, ihm würde ein neuer Haarschnitt gut tun“, erinnert sie sich. Gesagt getan. Sementa telefonierte ein wenig herum und landete schließlich bei der OASE, worüber wir uns sehr freuen. „Mir macht es einfach Spaß, den Besuchern mit einem frischen Haarschnitt zu mehr Wohlbefinden zu verhelfen“, sagt sie über ihre Arbeit. „Durch die vielen Kontakte sehe ich Obdachlose jetzt mit anderen Augen, bin offener geworden. Es erfüllt mich einfach, es erfüllt mich sehr.“ Das freut uns und wir bedanken uns ganz herzlich für die tolle Unterstützung! (sab) Foto: Sabrina Burbach
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Karl Josef Kassing ist Lehrer im Ruhestand. Seine Zeit nutzt er zum Schreiben. Am liebsten Lyrik und kürzere, epische Texte. Fünf Bücher hat er bereits mit pointierten Versen und Geschichten gefüllt – teilweise amüsant, teilweise ernst. Mit seinen über 80 Jahren legt er außerdem viel Wert auf gesellschaftliches Engagement – für die OASE und den DRAUSSENSEITER, zum Beispiel: „Mir geht es gut, ich habe keine Geldsorgen. Es gibt viele Leute, denen es schlechter geht, ohne dass sie es selbst verschuldet haben. Da habe ich mir gedacht, wenn du was übrig hast, kannst du ruhig was abgeben. Also überweise ich ab und an etwas für gute Zwecke. Da habe ich dann das Gefühl, damit geschieht Gutes.“ Dafür sorgen wir. Ganz herzlichen Dank! (sab)
Foto: Gothaer Versicherung
DANKE FÜR DIE UNTERSTÜTZUNG
Termine „Nicht nur zur Weihnachtszeit“ Geschichten und Lieder auf Deutsch, Kölsch und Englisch Am Freitag, den 1. Dezember findet ab 20 Uhr im Piranha in der Kyffhäuserstr. 28a ein Abend mit den Künstlern Jörg Schnabel, Marie Bascoul, Danny Prill und Harald van Bonn statt. Wie bereits im letzten Jahr ist der Eintritt frei – der Hut geht für die OASE rum. Kommt, hört, genießt und spendet.
Charity-Tree Ein Baum voller Wünsche im Foyer der Gothaer Versicherung Unser herzlicher Dank geht an die Gothaer Versicherung, die bedürftigen Menschen mit liebevoll eingepackten Päckchen einen Herzenswunsch erfüllt. Die zahlreichen Wünsche werden vorab in der OASE eingesammelt – vom Rucksack über Hundefutter bis hin zum Toaster als Erstausstattung für eine neue Wohnung, ist da alles dabei. Bereits im vierten Jahr wird die OASE von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gothaer Versicherung bei der großen Geschenkeaktion bedacht, so verwandelt sich die Einrichtung vor den Feiertagen für einige Stunden in eine gut gefüllte Weihnachtsstube ... (cb)
Streetwork mit der OASE Mein Name ist Petra Hastenteufel. Seit Juni 2017 bin ich neue Mitarbeiterin der OASE. Vor Ort trifft man mich allerdings selten an, denn meine Arbeit findet überwiegend auf den Kölner Straßen statt. Dort bin ich als Streetworkerin unterwegs und suche obdachlose Menschen direkt in ihrem Lebensraum auf. Erreichbar bin ich am besten telefonisch unter 0163/218 64 89 oder per Mail unter streetwork@oase-koeln.de
Newsletter für die gute Sache Mit seinem Newsletter www.koelschemusik.info informiert Harald van Bonn regelmäßig einen riesigen Verteiler über alle Neuerungen und Neuigkeiten rund um die kölsche Musikszene. Ob das Konzerte, neue CDs, Personalia oder auch Gewinnspiele sind – der leidenschaftliche DJ mit dem Herz am rechten Fleck ist im Bilde und gibt die Infos gerne weiter. Zudem – und das finden wir nicht selbstverständlich – teilt er jedes Mal zum Ende des Newsletters allen die Kontonummer der OASE mit – mit einer charmanten Aufforderung, für die gute Sache zu spenden. Dafür und für deine großartige Unterstützung übers Jahr sagen wir auch hier mal DANKE! (cb)
LOSS MER SINGE 1 exklusiv für OASE-Besucher Am 7. Januar 2018 ist es endlich wieder soweit: Die Kult-Initiative „Loss mer singe“ verlässt die Kneipe und kommt um 15 Uhr in die OASE zur (alkoholfreien) Stimmbildung. Wohnungslose und andere OASE-Besucher sowie Vereinsmitglieder, die gerne zusammenstehen und singen, können sich noch bis zum 5.1.2017 bei Ingo Leis in der OASE eine kostenfreie Karte sichern, so lange der Vorrat reicht. Für Frikadellen und Getränke ist gesorgt – gute Stimmung inklusive. Verkleidung ist natürlich kein Muss, aber gerne gesehen
LOSS MER SINGE 2 „Donswieler, sing met!“ Am Freitag, den 12. Januar 2018 findet ab 20 Uhr in Ruland's Zehnthof das erste Einsingen in Pulheim-Dansweiler statt. „Loss mer singe“-Teammitglied Harald stellt 20 neue kölsche Lieder vor, die jedoch nicht identisch mit der Kölner Auswahl sind. Das Mitsingen und Abstimmen jedoch geht wie gewohnt seinen Gang. Live auf der Bühne wird zudem der Sieger des „Kölsche Musik Bänd Kontest“ 2017 aufspielen, die Band „Drei Ahle un ‘ne Zivi“. Der Eintritt ist frei. An dem Abend wird gesammelt für die OASE!
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cartoon/kolumne
Illustration: Heiko Sakurai
Hallo liebe Freunde! Neulich, als wir zusammen auf dem Sofa gesessen haben, hat Frauchen mir ins Ohr geflüstert, dass ja nun bald der tolle Geschenktag kommt. Die Zweibeiner sagen „Weihnachten“ dazu und ich weiß, dass ich was Schönes bekomme. Zumindest hat der Dosenöffner gesagt, dass es supertolle Leckerlis gibt und andere Geschenke. Geschenke finde ich super. Besonders, wenn ich die selbst auspacken kann. Dann werde ich – ritsch, ratsch – zu einer lebendigen Konfettimaschine. Das macht total Spaß! Der Dosenöffner muss dann aufräumen. Findet sie aber wohl nicht schlimm. Meistens lacht sie nämlich dabei. Und nun haltet euch fest: Ich 22
werde dieses Jahr wohl auch nochmal in den Urlaub fahren! Zumindest plant mein Zweibeiner, dass wir diesmal zu der Knallerei nicht da sind, weil da immer mein Magen verrückt spielt. Und der Tierarzt kostet ja viel Geld. Frauchen sagt, dafür können wir über Silvester auch ein paar Tage abhauen – dahin, wo es ruhig ist. Also werde ich dieses Jahr wohl nicht den schlimmen Stress mit den doofen Böllern haben. Wir fahren wohl irgendwo in die Eifel. In ein kleines Dorf mit wenig Leuten. Mein Zweibeiner meint, ich war schon mal dort und dass dann vielleicht Schnee liegt. Das wäre super. Durch den Schnee laufen und rumtoben – klasse. Ich
freue mich immer, wenn es mit Frauchen auf große Fahrt geht. Da gibt es viel zu erleben. So fängt dann das neue Jahr schon besser an als sonst. Ich hoffe nur, sie vergisst meine Leckerlis nicht. Und mein Lieblingsspielzeug. Und meine Kuscheldecke... Ja, für mich braucht es schon ’ne volle Tasche. Es grüßt euch, euer Clayd
l l l Hallo, ich bin Clayd aus Rumänien. Von dort bin ich mit einem halben Jahr zu meinem Frauchen, der Draussenseiter-Verkäuferin Kölsche Linda, gezogen. In meiner Kolumne erzähle ich euch, wie mein Alltag so aussieht, und was ich alles erlebe. Foto: Kölsche Linda
Buch- und musiktipps
Erich Kästner
Emma Healey
L.A. Salami
Fabian. Die Geschichte eines Moralisten (1931)
Elisabeth wird vermisst
„Dancing With Bad Grammar“
Maude weiß, dass sie ihre Freundin Elisabeth diese Woche nicht gesehen hat. Das sagt ihr ein Zettel in ihrer Handtasche: „Keine Nachricht von Elisabeth“, steht darauf. Und es gibt einen zweiten Zettel, der sagt, dass sie keine Pfirsiche mehr kaufen soll. Maude hat Alzheimer. Ihr gesamtes Gedächtnis besteht aus Papier. Und sie weiß, dass sie Dinge vergisst. Wann sie essen soll, zum Beispiel. Oder dass sie nicht alleine rausgehen darf. Mit ihr hat Emma Healey eine ganz besondere Ermittlerin erdacht. Eine, die sich nicht von ihrer Suche nach ihrer Freundin Elisabeth abbringen lässt, ganz gleich wie mühsam diese ist. Dass die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird, rückt den Leser ganz nah ans Geschehen. Wir denken mit Maude mit und wollen, dass sie erfährt, was passiert ist – denn dann wissen wir es auch. Jedenfalls glauben wir das. Maude als Erzählerin ist nämlich ziemlich unzuverlässig. Nie weiß sie, ob sie eine bestimmte Frage schon gestellt, eine Person bereits getroffen hat. Aber an ihre Jugend, daran erinnert sie sich deutlich. An den Tag, als ihre Schwester verschwand, zum Beispiel. Und wie sie nach ihr gesucht hat. Beide Geschichten werden parallel erzählt und am Ende aufgelöst. Nur Maude wird sich wohl kurz danach nicht mehr daran erinnern. Ein lesenswertes Buch, das von Anfang bis Ende fesselt und von seiner gelungenen Mischung aus Charme, Humor und Ernst profitiert. (sab)
Blues-Rock | Die Karriere des Londoners L.A. Salami könnte als Rollenmodell heutiger Karrieren im Musikbusiness dienen. Zuerst spielte er in Clubs, drehte unzählige handgemachte Videos, verbreitete sie auf YouTube und sonst wo, gab sich ein einzigartiges Erscheinungsbild, wurde von Modeketten wie Burberry entdeckt und gebucht (die Burberry-Sessions sind mittlerweile ein gewaltiges Sprungbrett für britische Künstler), wurde noch bekannter im Internet, bevor ihn eine Plattenfirma unter Vertrag nahm. „Dancing With Bad Grammar“ nennt er sein erstes Werk, die Sammlung seiner über die Jahre eingesungener Lieder. Als Postmodern-Blues bezeichnet L.A. Salami selbst seine Musik, man könnte auch Eklektizismus sagen, wobei Bob Dylan sicherlich sein größtes Vorbild ist. Das klingt weder neu noch spektakulär, wären da nicht einige Stücke, die herausragend sind, wie das eingängige „I Can't Slow Her Down“, das dylaneske „My Thoughts, They Too Will Tire“ oder das wütende „I Wear This Because Life Is War!“, das aus der Sicht eines Obdachlosen erzählt. In ihnen entdeckt man griffige Melodien, wunderbare Wortspiele und interessante Gitarrenriffs. Überhaupt ist sein Gitarrenspiel vom Feinsten. Blues lebt weiter, möchte man rufen, und so klingt er im 21. Jahrhundert. Apropos Blues des 21. Jahrhunderts, in Deutschland wurde der Sänger einem größeren Publikum bekannt, als er mit der DeutschBlues-Band der Stunde, „AnnenMayKantereit“, einige Gigs spielte. Ach so, und sein Name ist keine ironische Anspielung auf Vegetarier in Los Angeles. Der Typ heißt wirklich so. Getauft als Lookman Adekunle Salami. Jens Hüttenberger
„Fabian“ ist vielleicht der zeitloseste Roman, der je geschrieben wurde: Promovierte Germanisten schlagen sich mit Texter-Jobs durch, in anrüchigen Etablissements werden Moralgrenzen neu definiert und Kräfte vom rechten Rand vergiften Politik und Gesellschaft. Erich Kästner griff im Jahr 1931 also Grundthemen auf, die auch heute noch aktuell sind und es wahrscheinlich auch in 50 Jahren noch immer sein werden. Kästner hatte dabei das Glück, in einer Zeit zu leben und zu schreiben, in der es noch eine nennenswerte Linke gab, die sich dem rechten Unfug entgegenstemmte. Dass „Fabian“ zu den wichtigsten Werken der Weimarer Zeit und der sogenannten Neuen Sachlichkeit gehört, sollte nicht das Hauptargument sein, das Buch zu lesen. Vielmehr sollte man Lust darauf haben, sich auf die Geschichte einzulassen. In ihrem Mittelpunkt steht der 32-jährige Dr. Jakob Fabian. Im Berlin seiner Zeit, kurz vor Ausbruch der NS-Diktatur, muss er unter anderem den Verlust seines ohnehin nicht geliebten Arbeitsplatzes, eine unglückliche Liebe und den Selbstmord seines besten Freundes verkraften. Parallel dazu erhält er die verschiedensten Einblicke in die sexuell aufgeladenen Kunst- und Etablissement-Szene der deutschen Hauptstadt. Dabei stellt Fabian immer wieder die hohen moralischen Ansprüche unter Beweis, die er an sich selbst stellt – nicht immer zu seinem Vorteil. Bastian Exner Erich Kästner: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten, dtv; Auflage: 28 (1. Februar 1989), ISBN-13: 978-3-423-11006-8, Kindle Edition: 10,99 Euro, gebraucht: ab 0,79 Euro Neuauflage bei Atrium Zürich 2017, ISBN-10: 303-8-820-016, 12 Euro
Emma Healey: Elisabeth wird vermisst, Bastei Lübbe, Ü. aus dem Engl. von Rainer Schumacher, ISBN: 978-3-404-17273-3, 10,99 Euro
L.A. Salami: Dancing with bad grammar, Pias Coop/Sunday Best, 2016, ca. 17 Euro
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vorschau
Eintritt frei z umwelt
Kölner Wissenschaftsrunde
Oben hui, unten pfui: Unser Abwasser ist kein Mülleimer In den Kölner Kläranlagen wird so einiges angeschwemmt, was dort nicht hingehört: zum Beispiel Speisereste, Rasierklingen, Katzenstreu sowie Brat- und Frittierfett. Das führt zu Rohrverstopfungen, Gerüchen, Vergiftungen der Abwässer und lockt Ratten an. So wird nicht nur die Umwelt belastet, sondern auch hohe Reinigungs- und Instandsetzungskosten verursacht. Eine Aufklärungskampagne der Rheinischen Fachhochschule und der Stadtentwässerungsbetriebe soll nun Abhilfe schaffen.
Der DJ der guten Laune, Christian Horsters, engagiert sich aktiv für Essensrettung.
Foto: Christina Bacher
Foodsharing
I Professor Dr. Ludwigs und Studierende der Rheinischen Fachhochschule stellen vor, wie es im Laufe des Jahres gelungen ist, die Öffentlichkeit auf das brisante Thema „Umgang mit Abwasser“ aufmerksam zu machen.
n deutschen Privathaushalten landen jedes Jahr rund 81,6 Kilo Lebensmittel pro Kopf im Müll*. Gleichzeitig leiden andernorts viele Menschen Hunger. Ein verheerendes Ungleichgewicht. Da erscheint es besonders unverständlich, dass viele Geschäfte täglich Nahrungsmittel wegwerfen, weil diese abgelaufen oder nicht makellos genug sind. Doch wie lässt sich Essen gerechter verteilen? Adam Smith wollte die Verschwendung von Essen nicht länger hinnehmen und gründete „The Real Junk Food Project“. Sein Ziel: Lebensmittel, die als ungenießbar gelten, zu leckeren Mahlzeiten verarbeiten, ihre Verschwendung zu beenden und irgendwann wirklich die ganze Welt zu speisen. Uns hat er verraten, wie er das machen will. Außerdem haben wir mit Backwaren-Retter Christan Horsters über Foodsharing gesprochen und darüber nachgedacht, wie wir selbst zu Lebensmittelrettern werden können. *Quelle: Brot für die Welt
Wann: 4. Dezember 2017, 17 bis 18.30 Uhr Wo: Rathaus, Spanischer Bau - Ratssaal Rathausplatz 1, 50667 Köln - Altstadt/Nord Veranstalter: Kölner Wissenschaftsrunde Geschäftsstelle: Amt für Wirtschaftsförderung, Stabsstelle Wissenschaft und Innovationsförderung Weitere Infos siehe www.stadt-koeln.de http://koelner-wissenschaftsrunde.de
Der nächste DRAUSSENSEITER erscheint zum 2. Januar 2018. Mehr dazu unter www.draussenseiter-koeln.de und auf www.facebook.com/Draussenseiter-DasKölner-Strassenmagazin-106192356124749. 25
service
Foto: Hanna Witte
n Kontakt- u. Beratungsstelle Rochus (SKM) Bartholomäus-Schinkstr. 6, 50825 Köln, Tel.: 3377063-4, Fax: 3377063-9 http://skm-koeln.de/9.0/9.1.8/rochus-p.html rochus@skm-koeln.de
Für Alle n Diakoniehaus Salierring Fachdienst für Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe d. Diakonischen Werkes Köln und Region, Salierring 19, 50677 Köln, Tel.: 27 69 70-0, verwaltung.salierring@ diakonie-koeln.de, www. diakonie-koeln.de Beratung: Mo bis Fr 9-12 Uhr, Di + Mi 16-18.30 Uhr (u. a. Postadressen u. Treuhandkonten) Straffälligenhilfe: Zeiten wie oben Tagestreff: Mo bis Fr 8.30-12.30 Uhr, Frühstück, (donnerstags auch Mittagessen), Duschen, Wäschekeller, Aufbewahrung, Internetzugang Kleiderkammer: Di u. Do 9-11.30 Uhr Krankenwohnung, Betreutes Wohnen § 67 SGB XII, Ambulante Begleitung gem. § 67 SGB XII, Betreutes Wohnen § 53 SG XII, Clearingstelle Claro im Trägerverbund
n Emmaus Geestemünder Str. 42, 50725 Köln, Tel.: 971 17 31, info@emmaus-koeln.de, www.emmaus-koeln.de
n Lobby-Restaurant LoRe des KALZ für Berber und Banker Domstr. 81, Nähe Hauptbahnhof, 50668 Köln, info@koelnerarbeitslosenzentrum.de, www.koelnerarbeitslosenzentrum.de Mittagessen: Mo, Di 12 -16 Uhr, Mi, Do, Fr 12 -15.30 Uhr
n Kölner Obdachlosenfrühstück, Peter-Deubner-Stiftung Tel.: 430 39 83 Angebote: 9 -11 Uhr: Kostenloses sonntägliches Frühstück jeden 2. u. 3. Sonntag im Monat im Vringstreff, Im Ferkelum 42, jeden 4. Sonntag in der MüTZe, Berliner Str. 77, Köln-Mülheim
n GUBBIO Obdachlosenseelsorge Ulrichgasse 27-29, 50577 Köln, www.gubbio.de Öffnungszeiten: Di, Mi 14 – 17 Uhr Angebote: Raum zum Gespräch, Bibelstunde, Meditation, thematische Gesprächskreise, religiöse Filme
Angebote: täglich warmes Essen von 12-14 Uhr, kalte u. warme Getränke, Duschmöglichkeit (Behindertendusche u. -toilette), Wäsche waschen Mo bis Do von 11:00-14:30 Uhr, Beratung täglich von 11-15 Uhr und nach Vereinbarung, Medizinische Sprechstunde Di + Do von 12:30- 13:30 Uhr, Postadresse, Betreutes Wohnen, PC-Nutzung mit Internetzugang, Samstags Frühstück. Die Wochenenden sind geschlossen. Die Kleiderkammer ist im Moment geschlossen, Ausgabe von Kleidung nur notfallmäßig für Besucher der Kontaktstell. Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11-15 Uhr, Sa 10-14 Uhr, So 10-14 Uhr
n Sozialdienst Katholischer Männer e.V. Bahnhofsvorplatz 2a (1. Etage), 50667 Köln-Innenstadt, Tel.: 13 49 19, kontaktstelle@skm-koeln.de, www.skm-koeln.de Angebot: Aufenthaltsmöglichkeit, Begegnung, Freizeitangebote, (Spieleangebot, Kaffee), Essen, Duschen, Wäschepflege, Schreibhilfe, Telefonmöglichkeit, mediz. Versorgung, PC-Nutzung mit Internetzugang offene Info- u. Orientierungshilfen: Mo., Di., Do., Fr. 12-15 Uhr, Mi. 12-14 Uhr Sa., So. und Feiertage 12-13 Uhr Beratung (auch anonym): Mo, Mi, Do, Fr 9-11 Uhr, Mo bis Fr 14-16 Uhr
n Vringstreff e.V. Für Menschen mit und ohne Wohnung Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 278 56 56, info@vringstreff.de, www.vringstreff.de Mo bis Do 11.30-17 Uhr, Fr 9-12 Uhr Jeden 2. und 3. Sonntag Obdachlosenfrühstück 9-11 Uhr, Café, Freizeitangebote, Veranstaltungen, Beratung
Versorgung, Mo bis Fr ab 21 Uhr Leben und Arbeiten in Gemeinschaft, günstiger Einkauf von Secondhand-Artikeln, DritteWelt-Arbeit durch Versand von Hilfslieferungen
n Gulliver – Überlebensstation für Obdachlose Trankgasse 20, Nähe Hauptbahnhof, 50667 Köln, Tel.: 120 60 91 Duschen, Toiletten, Waschmaschinen, Trockner, Tagesschlafraum, Postadressen, Caféteria mit Frühstück und Snacks, Beratungsangebote, Internetzugang, Kunstausstellungen, Handyladestation Mo bis Fr 6-13 Uhr u. 15-22 Uhr, Wochenende, Feiertage 10-18 Uhr Kleiderkammer: Do 13.30-15 Uhr
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Foto: Christina Bacher
Appelhofplatz: Essenausgabe u. medizinische
service
Nur für Frauen
n Bürger für Obdachlose e.V. Basislager Gebrauchtwarenkaufhaus Bürger für Obdachlose e.V. Basislager: Silcherstr. 11, 50827 Köln Tel.: 640 22 68, info@bfoev.de
n agisra e.V.
Foto: Marie Breer
Kleiderkammer, Gebrauchtwaren-Kaufhaus für Jedermann, Arbeitsprojekt und Suppenküche. Obdachlose können gerne auch Kleidung, Schlafsäcke etc. in unserem Gebrauchtwaren-Kaufhaus kostenlos bei uns beziehen. Gemeinsam mit Emmaus betreibt der Verein die Suppenküche am Appelhofplatz.
Vringstreff
n Initiative Bauen Wohnen Arbeiten e.V. Peter-Michels-Str. 1-9, 50827 Köln Tel.: 0221/ 9535301, Fax: 0221/ 5948789 ibwa@netcologne.de www.bauenwohnenarbeiten.de
Angebot: Arbeitsgelegenheiten, Beschäftigung, Wohnen, Betreutes Wohnen
n OASE-Benedikt Labre e.V. Alfred Schütte Allee 4, 50679 Köln, Tel. 0221/9893530 kontakt@oase-koeln.de www.oase-koeln.de
Kontakt- und Beratungsstelle: Montag und Freitag 9–13 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9–16 Uhr, Mittwoch nach Terminvereinbarung
Offener Treff: Montag 10.30–13 Uhr, Dienstag 13–16 Uhr, Donnerstag 13–16 Uhr, Freitag 11.30–13 Uhr Frühstück: Montag 10.30–13 Uhr
Sprechstunde Mobiler Medizinischer Dienst: Montag 10.30-11.30 Uhr und Donnerstag 13.30-14.15 Uhr
Kleiderkammer/Duschen: Montags ab 10.30 Uhr Donnerstags ab 13.00 Uhr Computer-Nutzung: nach Vereinbarung Weitere Angebote: Gepäckaufbewahrung
Redaktionssitzung DRAUSSENSEITER: siehe Aushang
Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen Martinstr. 20a, 50667 Köln, Tel.: 0221/124019 oder 1390392, www.agisra.org Beratung nach Terminvereinbarung, Telefonische Sprechzeiten: Mo, Di und Do 10-15 Uhr
n Café Auszeit Kontakt -und Beratungstelle für wohnungslose Frauen Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695310, cafe-auszeit@skf-koeln.de Tägl. Essensangebot, Duschen & Baden, Wäschepflege, Kleiderkammer, Postadresse, Schließfachnutzung, Beratung und Soforthilfe, Mo, Di, Do, Fr 11-15 Uhr, Mi 15-19 Uhr, u. nach Vereinbarung
n Café Auszeit, Schäl Sick SKF e.V., Buchheimer Str. 36, 51063 Köln, Tel.: 0221/946 96 24, Fax: 0221/2855199 cafe-auszeit.schaelsick@skf.koeln.de Beratung, Hilfe und Unterstützung bei allgemeinen Fragen, Vermittlung an weiterführende Hilfen, Rechtsberatung, Frauenfrühstück, Postadresse Mo und Fr 10-12 Uhr, Mo, Mi, Do 15-17 Uhr Do 10-12 Uhr Frauenfrühstück
n Comeback Notschlafstelle für Frauen, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Mauritiussteinweg 77-79, Nähe Neumarkt, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695-210 Täglich geöffnet von 20 bis 10 Uhr. Angebot für wohnungslose Frauen und Frauen in Notlagen: Schutz, Übernachten, Essen, Duschen, Wäsche waschen, Kleiderkammer, PC und Internetnutzung. Tiere sind erlaubt. Beratung und Vermittlung an weiterführende Hilfen sind möglich.
n Elisabeth-Fry-Haus Albert-Schweizer Straße 2, Nähe Südfriedhof, 50968 Köln, Tel.: 99 56-43 00, efh@diakonie-michaelshoven.de www. diakonie-michaelshoven.de Notaufnahmeheim für Frauen und Frauen mit Kindern, Schutz, Übernachtung, Verpflegung, Wohnen, Beratung und Begleitung. Das Haus ist rund um die Uhr geöffnet.
n Frauen gegen Gewalt e.V. – Notruf und
n Haus Rosalie Gocher Straße 45, 50733 Köln-Nippes, Tel.: 0221/97 30 88 88, haus-rosalie@vinzentinerinnen.de Wohnprojekt für Frauen
n LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V. für Mädchen und junge Frauen Beratung und Begleitung bei Problemen und in Krisensituationen Mädchenberatung linksrheinisch Fridolinstr. 14, 50823 Köln-Ehrenfeld Tel.: 0221/45 35 56 50 maedchenberatung-linksrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mo bis Do: ganztägig nach Vereinbarung Mi 14-16 Uhr: ohne Anmeldung Di 10-11 Uhr, Do 14-15 Uhr: telefonische Beratung, Di 16-18 Uhr: kostenlose Betreuung Ess-Störungen 0800 5 03 58 85 Mädchenberatung rechtsrheinisch Buchheimer Str. 56, 51063 Köln-Mülheim Tel.: 0221/890 55 47 maedchenberatung-rechtsrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mi bis Fr ganztägig nach Vereinbarung Fr 14-18 h ohne Anmeldung
n Mäc-Up Treffpunkt für Mädchen von 14-27 Jahren Gereonstr. 13, Nähe Bahnhof, 50670 Köln, Tel.: 0221/13 35 57 Essen, Trinken, Dusche, Wäsche waschen, Second-Hand-Kleidung, medizinische Versorgung, Beratung Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do. und Fr. von 12-15.30 Uhr Di. von 10-13 Uhr, Frühstück gibt es Di. und Mi., gekocht wird Mo. und Fr.
Nur für Männer n Notschlafstelle für Männer Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 93 12 21-54 (tagsüber) und -26 (ab 18 Uhr), jhk-notaufnahme@johannesbund.de Sozialarbeiterische Beratung, Erarbeitung einer Perspektive, Vermittlung in weiterführende Hilfen Aufnahme: Täglich (auch Sonn- u. Feiertags) ab 18 Uhr für wohnungslose Männer ab 18 Jahren
n „Reso“ – Resozialisierungsabteilung Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54, th.klahr@johannesbund.de
Beratung für vergewaltigte Frauen Herwarthstr. 10, 50672 Köln, Tel.: 56 20 35, mail- Hilfe für wohnungslose Männer mit sozialen box@notruf-koeln.de, www.notruf-koeln.de Problemlagen nach § 67 SGB XII: Unterbringung, Verpflegung und Selbstversorgung, individuelle Beratung telefonisch, persönlich und per Einzelfallhilfen, Beschäftigungsangebote, E-Mail, Begleitung und Unterstützung nach sexualisierter Gewalt; Prozessvorbereitung und Mo bis Fr.: 8-16.30 Uhr -begleitung; Rechtsberatung; Gruppenangebote
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Infos unter handyticket.koeln