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Engelbertstraße 44 · 50674 Köln Postfach 27 01 26 · 50508 Köln Telefon (02 21) 93 18 00 - 0 Telefax (02 21) 93 18 00 - 66 e-Mail: wpg@mermagen.de Internet: www.mermagen.de Geschäftsführer: Dipl.-Kfm. Wilhelm Mermagen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Petra Heider Rechtsanwältin und Steuerberaterin
Wir beraten Privatkunden, Freiberufler und Gewerbetreibende. Wir beraten und prüfen Unternehmen, Verbände und gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen.
Vorwort
Inhalt
Liebe Leserinnen und Leser,
Vorwort ��������������������������������������������������������������� 3 Inhaltsverzeichnis �������������������������������������������������� 3
als der Architekturfotograf Trent Bell ins Gefängnis ging, um Gefangene auf eine
Schwerpunkt: Schreiblust
außergewöhnliche Art und Weise mit ihrer Vergangenheit zu konfrontieren, bekam er überraschenderweise viel Zuspruch. Mithilfe eines Sozialarbeiters bat er die Männer, Briefe an ihr jüngeres Ich zu verfassen, und sammelte diese Briefe später ein. Daraus ist eine künstleri-
S.4
Briefe schreiben lässt Häftlinge reflektieren ������������������������ 4-7
sche Dokumentation von Entscheidungen, Konsequenzen und Nachdenken geworden. Sie hat somit auch das spätere Handeln der Inhaftierten positiv beeinflusst. In Kooperation mit der Textwerkstatt der Gold-KraemerStiftung drucken wir frische Texte aus Köln ab. Wir vom DRAUSSENSEITER bieten unseren Lesern am
Wer schreibt, der bleibt ���������8-15
S.10
12.4.2018 um 18 Uhr exklusiv eine ganz besondere Führung durch das Museum Schnütgen an: Museumsleiter Dr. Moritz Woelk führt uns gemeinsam mit dem Historiker Martin Stankowski durch die Ausstellung. Anmelden kann man sich unter tour@oase-koeln.de bis zum 8.4.2018.
S.14
Deutz: Zeugen des Kölner Stadtwandels �������������������� 16-17
Gute Lektüre wünschen alle, die sich für diese Ausgabe stark gemacht haben. Ihre
Christina Bacher
Spuren der Armut: Elisabeth. ������������������������������������� 19 Leserservice ����������������������������������������������������������20 Aus den Einrichtungen ��������������������������������������������� 21 Cartoon / Kolumne �������������������������������������������������� 22 Tipps ������������������������������������������������������������������ 23 Abo, Impressum ����������������������������������������������������24 Eintritt frei, Vorschau ����������������������������������������������� 25 Service: Adressen �����������������������������������������������26-27
Öffnungszeiten: OASE e.V. Kontakt- und Beratungsstelle Montag und Freitag: 9.00 – 13.00 Uhr Dienstag und Donnerstag: 9.00 – 16.00 Uhr Mittwoch: nach Terminvereinbarung 3
starke frauen
„Du wirst zurückblicken und sagen, wie konnte ich mich so verändern und das Leben meiner Kinder und Eltern wegen der Gefängniserfahrung verpassen. Das großartige Leben, das Du hättest leben können. An die Arbeit, Jack, werde clean und vermeide den Wahnsinn, weil Du gut genug bist, um nicht nur im Schlaf zu träumen, sondern Deine Träume zu leben.“ Bubber Jack
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schreiblust
Briefe schreiben lässt Häftlinge reflektieren Im Jahr 2013 war der Berufsfotograf Trent Bell schockiert über die Nachricht, dass ein Freund – Freiberufler mit guter Ausbildung, verheiratet und Vater von vier Kindern – zu 36 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. In den folgenden Monaten ließen die falschen Entscheidungen seines Freundes und sein Freiheitsentzug Bell nicht zur Ruhe kommen. Außerdem gab es einige Momente in seinem eigenen Leben, in denen die Dinge leicht eine schlechte Wendung hätten nehmen können. Von Ranya O’Connor und Trent Bell
pierte er das Fotoprojekt „REFLECT“, das
War es das erste Mal, dass Sie ein Projekt
großformatige Porträts von Gefängnisin-
wie dieses fotografiert haben?
sassen mit handgeschriebenen Briefen der
Normalerweise verbringe ich meine Zeit
Sträflinge an ihr jüngeres Ich kombinieren
mit sehr teurer Produktfotografie oder
sollte. „Unsere falschen Entscheidungen
Architekturfotografie. Ich wollte etwas tun,
können zu unsäglichem Verlust, zu Reue
das etwas zurückgeben oder denen helfen
und Bedauern führen“, sagt Bell, „aber der
sollte, die vielleicht nicht so viele Vorteile
positive Wert dieser Fehlentscheidungen
im Leben hatten, wie es bei mir häufig der
könnte unermesslich sein, wenn wir ihnen
Fall war. Das war mir häufig durch den Kopf
ins Auge sehen, sie zugeben, von ihnen
gegangen. Also setzte ich mich mit meinem
lernen und die Kraft finden, sie zu teilen.“
Studioleiter zusammen und wir dachten über die Idee der Gefängnisinsassen nach.
Wie kam die Idee für REFLECT zustande?
Ich dachte, nachdem das mit meinem
Trent Bell: Ein Freund hatte einige Dinge
Freund passiert war, das Projekt könnte das
getan, die er nicht hätte tun sollen, und ist
Bewusstsein für die Situation vieler Men-
ins Gefängnis gegangen. Und das geschah
schen im Gefängnis schaffen. Letztendlich
genau zu dem Zeitpunkt, als mein erster
ging es weit über unsere ursprünglichen
Sohn geboren wurde. Ich erinnere mich
Vorstellungen hinaus. Wir wussten irgend-
s kam vor, dass mein Sohn mich
nur daran, wie ich eines Morgens auf der
wie, dass es gut sein würde. Als wir dann
ansah und mich anlächelte“, erin-
Veranda saß. Mein Sohn war gerade mal
zum ersten Mal die Bilder auf dem Monitor
nert sich Bell, „und ich musste an
eine Woche alt, als ich das von meinem
betrachteten, als die Porträts und die Brie-
die Endgültigkeit der Situation meines
Freund erfuhr. Er hatte vier Kinder und
fe kombiniert wurden, wurde uns klar,
Freundes denken. Ich hörte eine kalte,
ging ins Gefängnis. Wir sind gemeinsam
welche Macht von ihnen ausgehen würde.
dünne Stimme sagen: Danke Gott, dass es
aufgewachsen. Wir waren uns sehr ähn-
Es würde Menschen ansprechen, die noch
dir gut geht ...“ Bell ist ein bekannter
lich. Er war verheiratet. Er war Freiberuf-
nie gegen das Gesetz verstoßen hätten. Es
Architekturfotograf. Seine Arbeiten
ler. Er hatte Kinder. Und jetzt ist er im
würde sie in die Lage der Häftlinge verset-
erscheinen in Magazinen wie Condé Nast
Gefängnis. Es war nur der Moment, als ich
zen. Und wir sahen das als eine wirklich
Traveler, Design New England und The
dachte, ich könnte ebenso in dieser Situ-
unglaubliche Sache an – Menschen zu hel-
New York Times. Kurze Zeit später konzi-
ation sein.
fen, einander auf diese Weise zu verstehen.
„E
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schreiblust
Wie war es, Häftlinge zur Teilnahme zu
Schnürsenkel zu, um jemandem gegen-
ernd müssen sie erklären, dass
bewegen?
über in dieser Situation gewalttätig zu
sie gesessen haben.
Der Zugang zu den Gefängnisinsassen
werden. Und er zog seine Schuhe wieder
gestaltete sich als sehr einfach für uns. Es
aus. Er legte sie weg und sagte: „Nein, ich
Was sollen die Menschen aus
war nur ein Zufall, wir hatten einfach Glück.
denke an das, was ich mir selbst geschrie-
dem Projekt REFLECT lernen?
Wir haben zur rechten Zeit gefragt, als dort
ben habe, und ich werde das nicht tun.“
Zu einem großen Teil ste-
gerade ein Sozialarbeiter anwesend war.
Für mich war das unfassbar.
cken wir alle in derselben Haut. Wir alle haben die
Damit ist für uns alles gelaufen. Es wurde den meisten Gefängnisinsassen angeboten.
Was haben Sie sich on diesem Projekt für
gleiche Chance, im Bruch-
Aber es waren dann nur zwölf, die zur Teil-
die Teilnehmer erhofft?
teil einer Sekunde eine
nahme bereit waren. Es ist schließlich sehr
Anfangs hatten wir nicht so sehr das Wohl
Entscheidung zu treffen,
gefährlich, sich mental wieder ins Gefängnis
der Teilnehmer im Blick. Wir wollten eher
die in die falsche Rich-
zu werfen, alte Wunden zu öffnen und sich
etwas mitnehmen, was die Teilnehmer
tung geht. Wir alle
selbst angreifbar zu machen.
gelernt hatten, was anderen Menschen
haben Schwächen. Wir
helfen könnte. Es stellte sich dann heraus,
sind alle so oft zu kurz
Waren die Teilnehmer darauf erpicht, über
dass es eher um soziales Bewusstsein ging
gekommen. Ich habe gerade so viel darüber
ihr jüngeres Ich nachzudenken, im Gegen-
– darum, die Fußballmama bei der Aus-
gelernt, wie stark wir unter der Oberfläche
satz zu dem, wo sie jetzt sind?
stellungseröffnung dazu zu bringen, zu
verbunden sind. Wie sehr wir einander
Stellen Sie sich einmal vor, ins Gefängnis
sagen: „Ich kenne diesen Typen“, obwohl
brauchen und was Gemeinschaft bedeutet.
zu gehen. Das ist eine sehr beängstigende
sie sich überhaupt nicht kannten. Die
Wie sehr diese Menschen den Gemein-
Sache. Und Sie müssen an Ihrer Realität
Kombination ihre eigenen Worte in ihrer
schaftssinn verlieren, wenn sie ins Gefäng-
festhalten. Sie müssen alles zusammenpa-
eigenen Schrift zu lesen, während man die
nis gehen. Wenn wir die Gemeinschaft in
cken und ganz nach unten drücken und
Porträts anschaut, das hat wirklich gut
den Gefängnissen so giftig und ätzend
sich schützen, auch wenn Sie sehr lange im
funktioniert.
machen, schicken wir sie nur in ein Trainingslager für Hass. Ich habe gelernt, dass
Gefängnis sitzen. Für die Teilnehmer war
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es definitiv eine Herausforderung. Sie muss-
Welcher Teil des Projekts hat Ihnen am bes-
wir wirklich miteinander auch außerhalb
ten alte Wunden öffnen und sich selbst in
ten gefallen?
unseres alltäglichen Trotts, den wir ständig
einer Zeit vorstellen, bevor sie ins Gefäng-
Ich war sehr stolz auf die Jungs, die nur
erleben, umgehen müssen. Wir müssen uns
nis kamen, als sie frei waren. Es war sehr,
daran teilgenommen hatten, um diesen
einander kennenlernen und verstehen.
sehr schwierig für sie, in Gedanken dahin
Blick in das eigene Innerste zu machen und
Wenn die Leute sich die Zeit nehmen
zurückzugehen. Es war ein Blick in das eige-
über ihr Leben nachzudenken. Ich denke,
könnten, vor diesen Bildern zu sitzen und
ne Ich – sehr schmerzhaft und nicht einfach
das war das Beste. Die Vorstellung, dass die
sie zu lesen, dann wäre das eine sehr macht-
mitzuteilen. Aber sie sagten, dass es ihnen
Menschen draußen ihrer bewusst werden
volle Erfahrung. Aber ist das nicht das, was
viel gebracht hat, nachdem sie es einmal
und über ihre Situation nachdenken. Und
wir ständig versuchen: Menschen dazu zu
getan hatten. Seitdem habe ich Folgebriefe
dass sie in der Lage sind, ihre Erfahrungen
bringen, über ihren Tellerrand hinaus zu
von mehreren Teilnehmern erhalten.
jenseits dieser Mauern zu teilen. Ich denke
blicken? Es ist wirklich nicht einfach.
wirklich, dass viel mehr Dinge dieser Art
Übersetzt aus dem Englischen
Wir haben die Teilnehmer reagiert, nach-
getan werden sollten. Wir sperren sie nur
ins Deutsche von Daniel Gebauer
dem sie das fertige Projekt gesehen hatten?
ein und werfen den Schlüssel weg, aber
Mit freundlicher Genehmigung
Einer der Jungs hatte sich wirklich viel
viele von ihnen kommen schließlich raus.
von Curbside Chronicle / INSP.ngo
Arbeit mit seinem Brief gemacht und sich
Und was wir wieder in die Gesellschaft
mit viel Selbstbeobachtung beschäftigt. Er
zurückbekommen, ist eine ausrangierte
hatte einen Brief an sich selbst verfasst,
Person, die wirklich nicht hineinpasst.
der sich wirklich auf die Idee konzentrier-
Wenn sie dort reflektieren, denken, wach-
te, den besseren Weg zu gehen, wenn es
sen und mitteilen können, was sie getan
darum ging, in Situationen zu reagieren,
haben, wäre das langfristig wohl viel besser
statt aus dem Bauch heraus zu entschei-
für die Menschen drinnen und draußen.
den, sie mit Gewalt zu lösen. Er schrieb
Wenn diese Menschen entlassen werden,
mir, dass er seit diesem Projekt zwei- bis
ist es das Schlimmste für sie, zu fühlen, dass
dreimal herausgefordert worden war. Er
absolut keiner sie mag. Sie sind völlige
zog sich sogar seine Schuhe an, band die
Außenseiter, wo immer sie hingehen. Dau-
lll
Über REFLECT:
Das Projekt „Briefe von Gefangenen an ihr jüngeres Ich“ ist eine künstlerische Dokumentation von Entscheidungen, Konsequenzen und Nachdenken. Hier teilt Trent mit, was das Projekt für ihn bedeutet, wie es erreicht wurde und welchen Zweck es erfüllen soll. Weitere Informationen: www.trentbell.com
starke frauen
„Ganz egal, welche negativen Erlebnisse Du hast, sie müssen nicht Dein Leben bestimmen. Du hast immer die Wahl. Lächle, sei nicht zornig und behandle alle Menschen mit dem Respekt, den sie verdienen. Auf diese Weise vermeidest Du, so zu werden wie ich.“ Robert Payzant
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schreiblust
Wer schreibt, der bleibt Geschichten und Lyrik aus dem Leben
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schreiblust
Anekdote zum Ethos der Arbeit
W
as nur könnte ich von Stanislav Erwein berichten, als dass er nibelungentreu seit vielleicht dreißig Jahren allmorgendlich zehn Minuten vor Dienstbeginn an seinem Arbeitsplatz, einem kaum andert-
halb Meter breiten, betongrauen Abschnitt des Produktionsverlaufes für Viertaktmotoren, erschien und ebenso lang nach Dienstende blieb; freilich von nervösen, beinahe stündlichen Zigarettenpausen unterbrochen, welche, so vermute ich, die gräulich-zerfurchten, ja pergamentenen Züge verschuldet hatten, mit denen mein Kollege während unseres Kennenlernens den Eindruck eines Neunzigjährigen, den zu benachrichtigen man vergaß, das er sich nunmehr als pensioniert zu betrachten habe, erweckte. Oder von seinem grundcholerischen, Argumenten und selbst einfachster Logik unzugänglichen, dabei fleißigen, nach Gefolgschaft und Hierarchie dürstenden Wesen, welches Widerspruch nach der Position des jeweiligen Kritikers guthieß oder – solchem Unglück war ich gewärtig, als ich in diesem Betriebe mein Brot erwarb – grundlos verdammte, auf Erwiderungen zu schreien liebte, was einem einfalle, und gewiss auch manches Mal wie aus einer inneren Not heraus ebenso wie mit mir handgreiflich zu werden versuchte; ein etwas surreales Spiel, denn er war ein wenn auch drahtiges, so vielmehr doch noch spilleriges Männlein, dem es ungelegen schien, zu Jedem den Blick heben zu müssen. Und ja, dies ist wohl der Kern eines Versuches zum Personenverständnis Erweins, von der Arbeit selbst, die er seit länger als einem Vierteljahrhundert, durch den geheuchelten Respekt der Kollegen getragen, aus deren Menge Vergleichbares zu leisten wohl kaum einer vermochte oder Willens gewesen, auszuführen bestimmt worden war: Er setze in dreiminütigem Takt stets acht ‚Schalen‘, halbierten, edelstählernen Armreifen nicht unähnlich, in nach Sollbruchstellen aufgetrennte Pleuelstangen ein, und dies – die Schale geht so lange zum Brunnen – eintausendeinhundertzwanzig Mal am Tage, von sechs Uhr morgens bis zum Mittag, oder vom Mittag bis zehn Uhr abends. Vielleicht noch dies: Wie ich erfuhr, verstarb er in kaltem Schweiß seine Brust umkrallend einige Nächte nach meinem Fortgang; zerbrochen lag die Vase mit Fuchsien, welche ich ihm zum Abschied schenkte, nahe seines Bettes.
Werner Otto von Boehlen-Schneider 1985 zu Warburg in Westfalen geboren, verbrachte von Boehlen-Schneider seine Jugend im Weserbergland. Nach Studien der Geschichtswissenschaft, Germanistik, Philosophie und Chemie an den Universitäten Paderborn, Göttingen und Köln veröffentlichte er 2016 sein literarisches Debüt. Heute lebt von Boehlen-Schneider als humanistischer Schriftsteller und Privatgelehrter in Köln. Er ist Asperger-Autist.
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starke frauen schreiblust
Ich bin der Rauch eines Holzkohlengrills, bei meinen Nachbarn auf den Balkonen, nicht sehr beliebt. Meine stinkende, einhüllende Wolke, wollen sie nicht genießen, sie wehren sich mit Händen und Füßen. Mit dem Gerichtsurteil A Z.: 10 S 438/01 fangen sie an, mich zu bedrohen. Ich umschlinge, benebele die Nachbarn, bis sie sehen rot und verlassen den Balkon. Ich stelle mich dann einfach tot.
31.1.2018 Rente Ich bin die monatliche Altersrente einer Frau, die mal geschuftet hat, das weiß ich genau. Auf ihr Konto bei der Bank werde ich überwiesen, damit sie bezahlen kann, die monatliche Miete. Stromkosten hat sie auch zu tragen, das alles liegt ihr schwer im Magen. Fürs tägliche Essen bleibt nicht viel, was ist das nur für ein Trauerspiel.
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Elfi Krietemeyer „Mein Leben ist rund und bunt. Im Laufe meiner Jahre haben mich viele berufliche Tätigkeiten begleitet. Die kreative Seite in mir konnte nur zum Teil ausgelebt werden. Als letzte dieser Fähigkeiten haben das Malen und das Schreiben von Kurzgeschichten für mich höchste Priorität. Ein Wunschtraum ging für mich schon in Erfüllung – meine alleinige Vernissage, verbunden mit einer Lesung.“
schreiblust
Sonne pur – Sattsam Licht und Wärme Innere Powerbank Noch im grünen Bereich Bis in die kleinsten Zellen des Körpers Der vergangene Sommer Im derzeitigen Grau Und in der Kälte Des Winters
Wolfgang Hübner-Bergfeld, geboren in Moers am Niederrhein, ist gelernter Kfz-Mechaniker. Außerdem studierte er in Köln Ingenieurs- und Erziehungswissenschaften sowie Psychologie und Soziologie. Derzeit arbeitet er als freiberuflicher systemischer Familientherapeut und Supervisor sowie als Dozent für Bildungsangebote zu systemischen Handlungskonzepten. Spaß hat er am Schreiben und Reflektieren (zwischen-)menschlicher Beziehungen im Alltag.
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schreiblust
RINNSTEIN-SONETTE:
Teile Dein Brot
(I)
(IV)
Drei Tage noch; verblieb durch Krankheit, Trauer, Angst Mir Leben in der Qual des Aufbruchs, ohne Dach Zu werden, was mir lieb und teuer werf ich, ach Nun fort, trägst du das all’ mein Rücken, wenn du bangst
Die Nächte bei Brücken sind kalt und vertrauend Am Morgen betauend, erküsst neues Leben Wenn Träume berücken, zu fühlen; gegeben Ist Alles, ergrauend, die Frühe erschauend
Euch, Rilke, Heine, Kleist und Droysen, Ranke, Kant Ich spüre etwas zer − brechen, ganz leise Ein Wahnbild, zumeist ist die ruhig-stille Weise Des Harrens ein Speer in der Wunde des Lebens
Noch seiend im Werden zu harr’n bei den Wegen Des Denkens, und Nehmens, der Freiheit gelegen Ist Fleisch, das einst sterben wird nicht. Nur im Schreiben Sind Spuren des Schemens vom Geist, die verbleiben
Erlangt durch Versklavung der Eigentlichkeiten Tektonische Leichen, das Sein wird vergebens Als Stern uns zur Labung verweisen, wir schreiten
Und tragend beglücken, die Brücken uns schlagen Charybdische Strudel umgehend, erflehend Dem Weltgeist zur Sühne: Die Türme, sie ragen
Den Pfad ohne Lichtung, den Hohlweg zertreten Provinzen, in Reichen, ein Selbst ward verbeten Sie scheuen die Dichtung, beharrend, verbannt.
Aus modriger Grüne wie Elfene Beine So lass sie doch stehen, den Menschen zum Scheine Es könnte vergehen das ewige Leiden.
(II)
(V)
Die tiefsten der Lieder, sie werden erahnend Nur raunen, im Blute Verborg’nes zu schauen Sind Menschen stets wieder zu schwach, um erbauen Zu wollen das Gute, sanft tastend und bahnend
Ein Gott wird mit Gold sich doch niemals versöhnen Die Feste, sie trennt dich vom ewigen Schönen Du lallender Tor; denn die Wasser durchtränken Dir Schriften, so danke den Zeigen von oben
Wie ich; noch zwei Tage − mein Gut ist verpfändet Was Gläub’ger erraffen ist Windhauch, der Weise Erträgt alle Plage, ich rüste zur Reise Adieu! Und mein Schaffen in Sicherheit endet
Denn Alles ist nichtig, so ruf ich im Regen Mein Denken, es ranke um Bitten und Loben Der Mensch ist Gewürme, er wird sich beschränken In Tiefen zu graben, zum Gold sich begeben
Korinthisch. Ich werde den Hemdsaum betränkend Laternen am Marktplatz zu putzen beginnen Den Hut auf der Erde; was And’re mir schenkend
In Wetter und Stürme die Hände erheben Doch ewig vergeben − das Höchste der Güter Der Geist, wird stets richtig das Gold von der Sonne
Entrungen, erhastet (ihr Armen und Blinden Ich geb’ euch den Merksatz: „In Weite sich finden Wird kaum, wer belastet“) zur Nahrung ersinnen.
Dir scheiden, und labte zunächst die Gemüter Sein Gleißen, begabte das Sinnbild zum Leben Der Schein des Gestirnes; und nimmt auch die Wonne.
(III) Das früheste Rot schon bescheint meine Lage Der Pack ist geschnürt und die Briefe geblieben Aus Rechnung und Lohn wird ein Brand, Freundschaft, Lieben Zerstieben, berührt mich ein Ding? Was ertrage Ich alles, verlangend, bei mir nur, um träumend Zu bleiben, im Denken zu werden, die Pflichten Versäumend, um bangend verarmend zu dichten Im Selbst sich versenkend, den Tag mir erpflückend Ein tieferes Leben zu schaun; eure Brauen Verfinstern, als drohte der Wurf euch, den glückend Ich hab, im Vertrauen, nur Einen, erbauen Zu können die Wege des Denkens, zu teilen Die geistigen Brote, im Sein zu verweilen − Und nicht im Gerede das Leben versäumend.
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schreiblust
(VI)
(IX)
Am dritten der Tage erschaffe ich Stricke Leis kichernd und glucksend, verharre und schicke Auf Reisen, was drucksend die Brust mir beschwerte Ich klage und wage, ich, Sohn des Laerte
So gehe beim Schalle der güld’nen Drommeten Ins Licht ein − mich friert an den Füßen, verfluchte Und nüchterne Kälte, zwei Stunden schon suchte Ich Leergut, und falle beim Glühwein, erbeten
Am Baum wird mein Same vergehen, die Pfade Zum Styx sind bemessen, ein Ruck und ich bade Am Quell des Vergessen; korinthischer Herrscher Ich helf’ dir! Mein Name sei deinem verbunden Wir wälzen den Felsen, und wenn wir geschunden
In kleinlicher Münze befriedendem Schlummer Anheim, und ich träume, in löchrige Fässer Den Weinbrand zu schöpfen, feuchter und nässer Die Füße betröpfen in feurigem Kummer.
Von Neuem beginnen, als ewig getrieben Anheim nur gegeben dir, glücklichem Leben
Am Mittag erhalte ich wärmende Speisen Ein Dank an die Spender gelingt mühsam stammelnd Und doch, ich veralte − Gedanken vereisen.
Wenn Donner uns schärfer die Hände zerrieben Entströmen den Hälsen dann Preismelodeien Wir würden gebunden im Sein uns befreien.
Das Rindsragout schmeckte vorzüglich; und sammelnd Erbettelnd umrunden in dämmriger Stunde Die Lampen wie Monde wir kynischen Hunde.
(VII)
(X)
Die Sterne verteilen sich zwischen den Gittern Der Cella Cassandrae, den üblen Passanten (Ein Fährnis der Fairness, Allgleiche erwittern Das Große und eilen, zum Leben verbannten
Ich bin mir selbst ein fremder Lehm geworden Und Leim auf Sein, so dichte ich nun wieder Es werden leise und die wüsten Lieder Im Nordwind hallend bald verloren gehen.
Die spießigen Bürger) sei schwärzester Fluch. Im Stadtpark erhänge ein Weiser sich ferner Nicht mehr, unter Leuten ist dieser Versuch Misslungen, kaum schlänge das Seil im Gezweige
Nicht in Turin fiel ich, auf off’ner Gassen Ein Traum das Leben, schattende Gestalten Wie werd’ ich lärmende Gedanken halten Es ist ein stet’ges Fassen − Wiederlassen.
Sich freudig hernieder − würd’ er in Gewahrsam Gebracht, eine Nacht, nun, du Einzelner, neige Dein Haupt, um so wieder dein Brot mit den Armen
Die mutige Tat und ich ende hienieden Wo nässend ich denke, in widriger Lache Ein wölfisches Wimmern − so endet die Sprache.
Zu teilen, erlernend die bittere Weisheit Der Angst als den Polen, die mitten im Elend Euch halten; so folget der Spur nur, ihr Lahmen.
Da sehen die Augen des irrigen Tropfes Die silberne Schlange, rotfunkelnden Kopfes Noch harrt er am Rande, und fällt dann in Frieden.
(VIII)
Werner Otto von Boehlen-Schneider
Das Leben ertrage, wer schwach ist, dem Helden Enteilt es auf phoebischen Wagen, getragen Vom güldenen Lorbeer Apolls, zu den ew’gen Gefilden, den Pforten der heiligen Stätte. Errette dein Herz vor dem schlängelnden Hunde So leicht wie die Lerche im März ihre Lieder Zu Jupiters Füßen, empor nur, erhebet Und frei in Arete, wie weißliche Federn So sei es, den bleiernen Tiefen des Meeres Verschlossen, Kakia und ihrem Gesinde Das stetig im Guten, dem Volke von Nutzen Die Waage der Seelen dich letztlich erfinde Das künden dir Sänger ein Schönes und Hehres Und Wahres, am Grabe des weislich Gewagten.
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schreiblust
Tafelgeschichten von der Kölschen Linda
N
eulich, als ich mit meinem Hund
ausfällt – lohnte sich das Ganze nicht
Sie war den Tränen nah und ich schaute
die übliche Gassirunde ging, kam
mehr. Doch ich überlegte, wie ich der Frau
sie hilflos an. Was sollte ich dazu sagen?
ich bei der Tafel der Kirche in unse-
mit dem kleinen Hund, die so lange anste-
Stattdessen lud ich Leni erst mal zum
rem Stadtteil vorbei. Draußen standen
hen musste, ihre Zeit etwas verschönern
Bäcker ein. Sie ließ sich den Kuchen
schon die ersten Menschen an und warte-
konnte. Sollte ich ihr einfach ein paar
schmecken, ein kleiner Trost. Dann erzähl-
ten darauf, in die heutige Liste aufgenom-
Hundeleckerlis mitbringen? Meistens
te sie mir von einem Brief, den sie bekom-
men zu werden. Die Essensausgabe würde
kam man ja dadurch ganz gut in Kontakt.
men hatte, und der den Sanierungstermin
ja erst am späten Mittag starten. Ich frag-
Und ich kannte viele, die für ihre Tiere auf
der Wohnung enthielt. Es sollten eine
te mich, wie viele wohl nachher in der
eigenes Essen verzichteten, um ihnen Fut-
neue Heizung installiert und die Fenster
Schlange stehen würden. Öfters schon war
ter kaufen zu können. So war es auch bei
erneuert werden. Leni meinte, sie könne
mir dort im Vorbeigehen eine Frau aufge-
Leni, das war der Name der Frau auf dem
doch nicht mit ihrem Hund in einer Bau-
fallen. Auch diesmal saß sie mit ihrem
Mauervorsprung. Das erfuhr ich, nachdem
stelle leben. Außerdem wäre es ja an man-
kleinen Hund auf dem Mauervorsprung
ich ihr Leckerlis für ihren Hund mitge-
chen Tagen ohnehin schon recht kalt. Aber
vor der Kirche und wartete. Ein Stück wei-
bracht hatte. Und wie erwartet, kamen wir
was sollte sie tun? Sie hatte keine Familie,
ter saß ein Mann auf seinem mitgebrach-
ins Gespräch. Leni war eine ältere Dame
zu der sie übergangsweise hinziehen
ten Klappstuhl. Jeder für sich. Und ich
und sah immer toll gestylt aus. Nie wäre
konnte. Am meisten sorgte sie sich aber
dachte bei mir, dass es traurig sein müsse,
man auf die Idee gekommen, dass sie eine
um ihren Hund. Sie hatte Angst, dass die
dort schweigend seine Zeit zu verbringen,
sogenannte „Bedürftige“ ist. Sie hatte
ganze Aufregung für ihn zu viel wäre und
um später ein wenig Obst oder Gemüse
ihren Mann verloren und das Geld reich-
er am Ende noch weglaufen würde. Auch
zu bekommen. Wer die Frau war, wusste
te hinten und vorne nicht. Ihr Hund war
die angekündigte Mieterhöhung machte
ich noch nicht, aber ich wusste, dass sie
ihr Ein und Alles. Oft sparte Leni an ihrer
ihr zu schaffen. Verzweifelt sah sie mich
wohl öfters zu Ausgabestellen ging, die
Tasse Kaffee zu Hause, damit sie das Geld
an. Ich bot ihr an, mit ihr gemeinsam zu
Menschen mit kleinem oder gar keinem
für Hundefutter ausgeben konnte. Es
überlegen, was wir in der Sache unterneh-
Einkommen weiterhalfen. Und wie ich an
brach mir jedes Mal das Herz, wenn ich
men könnten. Sie war froh, dass sie mit
dem Kirchplatz vorbeiging, hatte ich
Leni sah. Sie schien ansonsten allerdings
dem Problem nicht mehr alleine war.
irgendwie ein merkwürdiges Gefühl –
recht fröhlich. Einmal lud ich sie zum
Nach einigem Überlegen fiel mir ein, dass
denn auch ich kannte es ja von früher
Bäcker ein, auf einen Kaffee und ein Stück
ich mal von einer Stiftung gehört hatte,
noch dort anzustehen. Sicher, ich fand es
Kuchen. Leni bestand darauf, nur den Kaf-
die mit Paten für Senioren arbeitet. Ich
gut, dass es solche Ausgabestellen gab,
fee für einen Euro zu nehmen. Das ande-
suchte den Artikel heraus und beschloss,
doch gleichzeitig machte es auch unfrei.
re sei viel zu teuer. Sie war sehr bescheiden
einfach mal dorthin zu schreiben und von
Immer steht man an und weiß doch nie,
und suchte sich nie teuren Kuchen aus –
Leni zu berichten. Vielleicht ließ sich ja so
was man am Ende bekommt.
obwohl ich ihr versicherte, sie könne sich
ein Pate für sie finden. Ich überlegte sogar,
aussuchen, was sie wolle. Doch sie lachte
selbst einen Aufruf für Leni zu starten.
Treffen beim Bäcker
nur und meinte, die Hauptsache sei, dass
Doch wollte sie das überhaupt? Da ich
Maria, mit der ich mich öfters traf, war
sie so eine Leckerei bekäme und dass nie-
ihre Telefonnummer nicht hatte, lief ich
auch so eine „Tafelkundin“. Sie erzählte
mand zu viel Geld für sie ausgeben solle.
zur Kirche und erkundigte mich danach.
mir, dass es einen Aufnahme-Stopp gab,
Und schließlich hätte ich ja auch immer
Man gab mir eine Nummer, unter der ich
keine neuen Leute mehr auf die Liste
was für ihren kleinen Hund Tim mit.
es versuchen konnte. Sie gehörte allerdings ihrer Nachbarin, da Leni selbst gar
kämen und man nun für eine Tüte einen
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Euro bezahlen müsse. Das hieß vier Euro
Raus aus der Wohnung?
kein Telefon hatte. Aber tatsächlich
für vier Tüten im Monat. Einige halfen bei
Als ich Leni etwas später am Kirchplatz
erreichte ich sie darüber und wir trafen
der Essensausgabe mit, weil sie hofften,
wiedertraf, sah sie sehr blass aus. Sie
uns außer der Reihe beim Bäcker, um über
dadurch mehr in ihre Tüte zu bekommen.
erzählte mir, dass sie aus ihrer Wohnung
die Patenschaft zu sprechen. Leni war
Für mich – eine Person, die kaum zu Hau-
raus müsse, weil die saniert werden sollte.
anfangs nicht so begeistert von der Idee.
se ist und für die das Kochen meistens
Danach wäre die Miete für sie zu hoch.
Sie glaubte einfach nicht, dass sich jemand
für eine alte Frau mit Hund interessieren
den und hatte sogar gleich zwei Paten für
würde. Doch ich konnte sie schließlich
Leni gefunden. Leni konnte also in ihrer
überzeugen, das mit der Stiftung wenigs-
Wohnung bleiben – trotz der Mieterhö-
tens einmal auszuprobieren.
hung. Die Paten waren bereit, sie monatlich mit einem bestimmten Betrag zu
Ein Pate für Leni
unterstützen und die Stiftung wollte dafür
So schrieb ich einen langen Brief an die
sorgen, dass Leni nichts davon abgezogen
Stiftung und wartete ungeduldig auf eine
bekam. Na, das waren vielleicht tolle
Antwort. Lenis Wohnung verwandelte
Nachrichten! Ich umarmte Leni und lud
sich in der Zwischenzeit in eine Baustelle.
sie nochmal ein – diesmal allerdings zu
Ständig rannten fremde Menschen in
einem Gläschen Sekt. Sie konnte das Gan-
ihrer Wohnung hin und her, die keine
ze gar nicht fassen und war so erleichtert,
Rücksicht auf die Bewohner nahmen – es
nun mit ihrem Hund in ihrem Zuhause
wurde die Hölle für sie und Tim. Leni
bleiben zu können. Zur Tafel würde sie
weinte oft und viel. Manchmal holte ich
natürlich weiter gehen und auch sonst
sie zu Hause ab, wir nahmen den Hund
konnte sie keine großen Sprünge machen.
mit und setzen uns in den Park. Als wir
Aber die Sorge um ihr Heim war sie nun
die Hoffnung schon aufgegeben hatten,
los und wir waren in dieser Zeit gute
kam endlich eine Antwort von der Stif-
Freunde geworden.
tung. Ich nahm den Brief und rannte
Seitdem stehe ich nun mit ihr auf dem
schnell zu Leni. Wir machten den Brief
Kirchplatz, wenn Tafelausgabe ist – immer
zusammen auf und sie bat mich, ihn vor-
mit einer Tüte Leckerlis für Tim im
zulesen. Sie war viel zu aufgeregt dazu.
Gepäck. Oft, wenn Leni die Nummer für
Auf dem Papier bat man erst mal um Ent-
ihre Tüte hat, gehen wir noch zum Bäcker,
schuldigung wegen der langen Wartezeit.
sitzen mit den Hunden draußen und las-
Aber die Stiftung war sofort tätig gewor-
sen uns den Kaffee schmecken.
lll
info
Die Fotos zum Schwerpunkt Schreiben sind weitestgehend im Kölner Atelier für Illustration, Handlettering und Kalligraphie von Agnethe Sabbagh entstanden. Fotograf ist Norbert Breidenstein. Mehr zum Atelier finden Sie unter www.agnete-sabbagh.de 15
Kรถlngeschichte
Vogelschaubild
Ansicht von Deutz
Zeugen des Kรถlner Stadtwandels Die Maler Jakob und Wilhelm Scheiner aus Deutz
16
Kölngeschichte
„R
eißt die Mauern nieder!“ Immer mehr Bürger der Stadt Köln beklagten sich im 19. Jahrhun-
dert über die Enge der Stadt und wünschten den Abbruch der mittelalterlichen Stadtmauer und der verhassten preußischen Festungsanlagen. Die zunehmende Industrialisierung, die wachsende Bevölkerung und der Mangel an Wohnraum forderten ihren Tribut. Endlich, im Jahre 1881, begannen unter dem Jubel der Bevölkerung die ersten Abrissarbeiten und schafften Platz für neue Straßen und Häuser. Um eine Vorstellung über die
Jakob Scheiner
Wilhelm Scheiner
tragte die Stadt Köln den Deutzer Maler
satz zu Jakob Scheiner, der sich seinen
anschaulichen Blick auf die Vergangenheit
Jakob Scheiner im Jahre 1886, ein Vogel-
Bildern mehr zeichnerisch näherte, führte
Kölns im 19. Jahrhundert ermöglichen.
schaubild der Stadt zu erstellen. Wer heu-
Wilhelm Scheiner die Fotografie ein, die
Um die Bedeutung der beiden Maler
te das Kölnische Stadtmuseum in der
er auch als Vorlagen für seine Bilder nutz-
wieder mehr in das Bewusstsein der Kölner
Zeughausstraße besucht, dem fällt zuerst
te. Eine künstlerische Herausforderung für
Bürger zu heben, hat sich der Deutzer Kul-
dieses über zwei Meter große Aquarell
beide Künstler war damals die städtebau-
turverein deutzkultur e.V. entschlossen,
auf. Es zählt zu den hervorragendsten
liche Wandlung von Köln, jeden Tag wur-
eine Gedenktafel am ehemaligen Atelier-
Werken Jakob Scheiners und zeigt
den Gebäude abgerissen, ständig wechsel-
haus in der Adolphstraße 24 anzubringen.
anschaulich die wichtigsten Entwicklun-
te das Stadtbild. Somit eine gute Gelegen-
Im Rahmen einer kleinen Feier wird diese
gen der Stadt Köln zum Ende des 19. Jahr-
heit für sie, diese Veränderungen zu doku-
Tafel dann am Samstag, den 21. April 2018
hunderts. An diesem imposanten Panora-
mentieren. Aber nicht nur das Archi-
um 15.00 Uhr feierlich vom Kölner Bezirks-
mabild kann man erkennen, wie die Stadt
tektonische war den Malern von Interesse,
bürgermeister Andreas Hupke vor Ort
ihre Grenzen sprengt und sich auf das
wichtig war für sie auch, die lebendige
enthüllt. Anschließend an diese Veranstal-
Doppelte vergrößert.
Atmosphäre der Stadtviertel zu erfassen,
tung findet die Vernissage zu einer Bilder-
das pralle Stadtleben: Menschen bei der
ausstellung der Maler mit ausgewählten
Arbeit, Passanten, spielende Kinder.
Deutzer Motiven im Bürgerhaus Deutz
Stadterweiterung zu bekommen, beauf-
Jakob Scheiner, der ursprünglich aus Siegen stammte und seine künstlerische Fähigkeiten autodidaktisch erwarb – denn
Natürlich suchten die beiden Künstler
statt. Dazu wird ein Vortrag über das
eigentlich war er von Beruf Technischer
Motive nicht nur in der Kölner Innenstadt,
Leben und Wirken der beiden Künstler
Zeichner und Lithograph – zog 1854 mit
sondern auch an ihrem Wohnort Deutz.
gehalten. Alle Deutzer Nachbarn und Bür-
seiner Familie nach Köln. Zuerst arbeitete
Gemalt wurden mehrere Deutzer Rhein-
ger sind dazu herzlich eingeladen. Zur
er für die Köln-Mindener Eisenbahn-Ge-
panoramen, die Schiffsbrücke, Hinterhof-
weiteren Information wird der Verein eine
sellschaft und machte sich ab 1872 in der
idylle, Hafenanlagen und ein stimmungs-
Broschüre über die Maler Jakob und Wil-
Adolphstraße 24 als sogenannter Auftrags-
volles Bild vom Deutzer Schützenfest.
helm Scheiner auflegen, die von Interes-
künstler selbständig. Nach Aussagen von
Obwohl auch in diesen Bildern städtebau-
sierten käuflich erworben werden kann.
Zeitgenossen musste es in der dunklen
liche Umbrüche zu spüren sind, wie z.B. der
Wohnung recht eng gewesen sein, private
Bau der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-
Räume und Atelier waren kaum zu tren-
station am Deutzer Ufer, bekannt auch als
nen und überall standen Stühle, bepackt
der „Deutzer Eisenbahnjammer“, (Zitat aus
mit Plänen, Zeichnungen und Fotografien
der Kölnischen Zeitung von 1899: „Was ist
an den Wänden. Später, ab dem Jahre 1883,
aus unserem schönen Deutz geworden! Uns
wurde es noch beengter, denn dann zog
arme Deutzer hat man durch einen garstigen
der ältere Sohn Wilhelm – der eigentlich
Eisenbahndamm vom Rheine abgetrennt“),
Hütteningenieur war und seinen Beruf aus
wirken die Bilder von Jakob und Wilhelm
Krankheitsgründen aufgab – mit in die
Scheiner positiv und lebensbejahend.
Wohnung und unterstützte seinen Vater
Auch heute noch sind deren Stadtan-
bei der künstlerischen Tätigkeit. Im Gegen-
sichten bedeutungsvoll, da sie einen
Wolfram Erber
lll
wolfgang Erber
geboren 1944, lebt in Köln-Deutz. Ausbildung als Graphiker, Kunst-, Deutsch- und Pädagogikstudium, langjährige Tätigkeit in der Werbung, der Erwachsenenbildung und im Schuldienst. Interessiert an allem, was mit „Kunst“ zu tun hat. 17
starke frauen
Clemens-Josef-Haus
Willkommen im Clemens-Josesf-Haus auf dem Vellerhof, einem Fernab der „Straße“ sind die Menschen hier gern gesehene Gäshistorischen Gehöft inmitten eines Naturschutzgebietes, auf dem te, die auf dem Gelände des Clemens-Josef-Hauses auf ihrem ganz heute hilfebedürftige Menschen leben, wohnen und arbeiten. persönlichen Weg begleitet werden. Clemens-Josef-Haus I Altenwohn- & Pflegeheim und stat. Einrichtungen der Gefährdetenhilfe · Vellerhof 1 · 53945 Blankenheim Gefährdetenhilfe: 0 26 97 . 91 00 16 · Altenwohn- & Pflegeheim: 0 26 97 . 91 00 25 · www.vellerhof.de
Wohnungslosenhilfe Station machen I zur Ruhe kommen
Übernachtung I Aufnahme I Wiedereinstiegshilfe I Lebenshilfe I Langzeitwohnen
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Qualifizierung erwerben I Selbstwertgefühl erleben Beschäftigung I Ausbildung I Arbeitstraining I Qualifizierung I Arbeitsvermittlung
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begleiten und fördern I beraten und anleiten
Pflege & Betreuung I Lebenszufriedenheit I Wohlbefinden I Menschlichkeit I Zu Hause
18
spuren der armut
Spuren der Armut
Elisabeth Museum Schnütgen zum Ideal erklären: ohne Besitz leben, sich durch Betteln ernähren, barfuß oder in Sandalen übers Land ziehen, aber auch Alte und Kranke pflegen und für die Allerärmsten sorgen. Einer dieser Franziskaner wird zum Berater der jungen Herzogin Elisabeth, als ihr Mann zu einem Kreuzzug aufbricht, von dem er nicht mehr heimkehrt. Jetzt hat sie freie Hand: Sie verschenkt große Teile ihres Eigentums, verteilt Ländereien, zieht selber aus der Wartburg aus. Im Hungerwinter 1225/26 wird von einer Spenden- und Brotaktion in Marburg berichtet, bei der sie aus eigenen Mitteln 1.000 Hungernde versorgt. Klar, dass eine solche Haltung die Verwandten aufbrachte, die zu Recht um das herrschaftliche Vermögen fürchteten, klar aber auch, dass diese Elisabeth bald zum Star der Armen und der neuen Armutsbewegung aufstieg: eine „Mutter Theresa des hohen Mittelalters“. Deshalb gibt es die zahllosen Kirchen und Kapellen mit ihrem Namen, die Bilder und Skulpturen mit dem immer gleichen Motiv: Elisabeth mit einem Korb in der Hand, Brot oder Kleidung verteilend, an die Armen zu
Foto: Rheinisches Bildarchiv
ihren Füßen. So auch in einem großartigen Teil des Zehngebotsfensters, das die Heilige Elisabeth zeigt.
Glasfenster im Museum Schnütgen, mit
B
dem Titel „Zehngebotsfenster“. Und auch ei einem Ranking unter den
samer. Elisabeth, eine
ungarische
wenn das noch nicht das Ende von Armut
bekanntesten Heiligen der Kunst-
Königstochter im frühen 13. Jahrhundert,
und Not war, egal ob in Köln oder in Thü-
geschichte würde Elisabeth mit
die schon als Kind verlobt und mit 14 Jah-
ringen: Sie hat geholfen.
Sicherheit ganz vorne zu finden sein. Es
ren mit dem Landgrafen von Thüringen
gibt zahllose Bilder, Skulpturen, Glasfens-
verheiratet wurde, hatte ein besonderes
ter mit der populären Heiligen, vor allem,
Faible für die Unterschichten. Extreme
wenn sie sich den Kranken, Armen, Hun-
Armut war seinerzeit der Normalfall, aber
gernden und Ausgestoßenen widmet. In
auch heftige Kritik an der reichen Kirche
einer Zeit, in der es keinerlei garantierte
und dem verschwenderischen Klerus.
Versorgung der Armen gab, wie miserabel
Wenige Jahre nach Elisabeths Geburt wird
auch immer, sind die Geschichten über
1210 der Orden der Franziskaner gegrün-
die mildtätige Herrscherin umso bedeut-
det, dessen Angehörige selber die Armut
Martin Stankowski, geboren 1944, arbeitet als Publizist, Geschichtenerzähler und Rundfunkautor in Köln. Er wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem KölnLiteraturpreis. Für den DRAUSSENSEITER hat er unter anderem die „Bürger & Berber“-Stadtführung entwickelt. 19
Leserservice
Spuren der Armut: #Zehngebotsfenster
einem Tete-à-Tete mit Elisabeth & Co geladen. An der Seite des Museumsleiters wird der Stadthistoriker und DRAUSSENSEITER-Autor Martin Stankowski mit seiner
Exklusiv-Führung für unsere Leser durch das Museum Schnütgen
Expertise Rede und Antwort stehen und – ganz im Tenor seiner festen DRAUSSENSEITER-Kolumne – vor allem einem The-
In einer Zeit, in der es keinerlei garantier-
ma treu bleiben: Dem Auffinden von Spu-
te Versorgung der Armen gab, sind die
ren der Armut in unserer Stadt, die sich
Taten
von
Elisabeth,
ungarische
Königstochter im 12. Jahrhundert, umso bedeutsamer: Nicht nur Kirchen tragen
Blick in den Hauptraum des Museums, die Cäcilienkirche: Prophetenfiguren aus dem Historischen Rathaus Foto: ©Rheinisches Bildarchiv, Köln
deswegen heute ihren Namen, sondern auch Gemälde und Skulpturen stellen
gen Glasfenster im Museum Schnütgen,
Elisabeth mit einem Korb in der Hand dar,
das den Titel „Zehngebotsfenster“ trägt.
Brot oder Kleidung verteilend, oft mit
Auf Einladung von Dr. Moritz Woelk wer-
armen Menschen zu ihren Füßen. So
den am 12.4.2018 um 18 Uhr DRAUSSENSEI-
erkennen wir sie auch in einem großarti-
TER-Mitarbeiter und -Leser exklusiv zu
Ökostrom
selbstverständlich auch in einem Museum manifestiert.
Termin: 12.4.2018, Uhrzeit: 18 Uhr Ort: Foyer im Museum Schnütgen Cäcilienstr. 29-33, 50676 Köln Teilnahme nur nach Voranmeldung unter tour@oase-koeln.de www.museum-schnuetgen.de
Ökogas Beteiligung
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aus den einrichtungen
Diakonie startet Kampagne gegen soziale Ausgrenzung
auch über Dialogveranstaltungen, Aktionen, Social Media und im Internet. Im Rahmen der Kampagne, die mit den Plakaten „Unerhört! Diese Obdachlosen!“ und „Unerhört! Diese Flüchtlinge!“ star-
Den Unerhörten in dieser Gesellschaft
am Rande der Gesellschaft lenken, die sich
tet, erzählen Unerhörte ihre Geschichte
eine Stimme und ein Gesicht geben, will
unerhört fühlen“, betont Lilie. „Unsere
auf www.unerhört.de.
die neue Diakonie-Kampagne „Uner-
eindeutige Antwort heißt: Zuhören! Der
hört!“. Seit Januar schafft die Diakonie
Anfang aller diakonischen Arbeit ist das
Deutschland damit eine Plattform für eine
Zuhören, die vorbehaltlose Zuwendung.“
öffentliche Debatte gegen Ausgrenzung
Mit der Kampagne wolle die Diakonie
und für mehr soziale Teilhabe.
aufrütteln und eine Diskussion anstoßen
„Mit unserer neuen Kampagne geben wir Menschen eine Stimme, die sich an
über soziale Teilhabe und das Miteinander in der Gesellschaft.
den Rand der Gesellschaft gedrängt füh-
Der Diakonie-Präsident sieht in der gan-
len: den Obdachlosen, Flüchtlingen,
zen Gesellschaft einen Bedarf, einander
Homosexuellen, Hartz-IV-Empfängern,
stärker zuzuhören. „Und das bedeutet
Alten und vielen anderen Gruppen. Wir
ausdrücklich nicht immer nur Zustim-
treten damit ein für eine offene, lebendige
mung, sondern auch, den Weg eines strit-
und vielfältige Gesellschaft“, sagt Diako-
tigen Diskurses zu gehen“, so Lilie weiter.
nie-Präsident Ulrich Lilie in Berlin. „Dabei
Die auf drei Jahre angelegte Kampagne
spielen wir ganz bewusst mit der Doppel-
„Unerhört!“ ist eine integrierte Kommu-
deutigkeit des Begriffs ,Unerhört!‘. Er soll
nikationskampagne, die nicht nur über
provozieren und den Blick auf Menschen
Außenwerbung verbreitet wird, sondern
Die Diakonie ist die soziale Arbeit der evangelischen Kirchen. Bundesweit sind etwa 525.000 hauptamtliche Mitarbeitende in rund 31.500 ambulanten und stationären Diensten der Diakonie wie Pflegeheimen und Krankenhäusern, Beratungsstellen und Sozialstationen mit 1,15 Millionen Betten/Plätzen beschäftigt. Der evangelische Wohlfahrtsverband betreut und unterstützt jährlich mehr als zehn Millionen Menschen. Etwa 700.000 freiwillig Engagierte sind bundesweit in der Diakonie aktiv. Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband ist wie Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst Teil des neuen Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung.
Berbertour durch Köln Für unsere DRAUSSENSEITER-Führungen suchen wir noch neue Stadtführer, die die Straßen Kölns wie ihre Westentasche kennen und kein Problem haben, vor einer Gruppe von Leuten zu sprechen. Einfach eine Mail schreiben an tour@ oase-koeln.de oder in der OASE Bescheid sagen. Lothar, Christina und Detlev freuen sich auf neue Kolleginnen und Kollegen.
Foto: OASE-Archiv
21
cartoon/kolumne
Cartoon: Heiko Sakurai
Hallo Freunde, diesmal gibt es schlechte Neuigkeiten: Wir haben zuhause ein Krankenlager; mein Dosenöffner hat eine Lungenentzündung. Immer hustet sie so schlimm. Zwischendurch sogar sehr heftig. Dann bekomme ich richtig Angst. Eine Zeit lang konnte sie auch nicht mehr mit mir Gassi gehen. Da ist dann die liebe Silke, eine Bekannte von Frauchen, eingesprungen. Anfangs war ich ein wenig durcheinander, da Silke auch Kinder hat, die mit uns unterwegs waren. Außerdem habe ich mir große Sorgen um mein Frauchen gemacht. Zuhause war ich gleich von 22
Anfang an in Aufpasserposition und habe sie keinen Moment lang aus den Augen gelassen. Meistens lag sie auf der Couch und musste sich ausruhen. Ich bin dann immer zu ihr zum Kuscheln und zum Trösten und habe sie angelächelt. Sie sagt nämlich, es ist toll, wenn ich lächle und meine Zähne zeige. Und bei jedem Husten habe ich sofort zu ihr hochgeschaut. Und nachts bin ich immer ganz eng zu ihr, um ihr zu zeigen, ich bin da und passe auf sie auf. So ein Job als Kranken-Nanny ist gar nicht so leicht, kann ich euch sagen. Natürlich war ich auch sonst total brav. Und wenn Frauchen zum Arzt musste, war ich bei Silke, obwohl ich da anfangs ganz schön unsicher war. Sie hat nämlich Katzen. Aber nach ein paar Besuchen habe ich gemerkt, dass die gar nix machen. Und ich hab
die natürlich auch in Ruhe gelassen. Nur ein wenig beobachtet und geschnuppert. Die riechen irgendwie ganz anders, diese Katzen ... Kürzlich hat sie das erste Mal wieder mit mir eine Minirunde gedreht. Da war ich sehr glücklich, kann ich euch sagen. Ich hoffe, ihr bleibt gesund! Bis bald, euer Clayd
l l l Hallo, ich bin Clayd aus Rumänien. Von dort bin ich mit einem halben Jahr zu meinem Frauchen, der Draussenseiter-Verkäuferin Kölsche Linda, gezogen. In meiner Kolumne erzähle ich euch, wie mein Alltag so aussieht, und was ich alles erlebe.
Foto: Jakob Rosenberger, 13 Jahre
Buchtipps
Fiona Barton
Malin Persson Giolito
Die Witwe
Im Traum kannst du nicht lügen
Die Autorin - eine erfahrene Gerichtsreporterin - hatte schon immer eine fixe Idee: Sobald sie im Gerichtssaal einen Angeklagten beobachtete, hielt sie Ausschau nach dessen Frau. Wie mag sie mit dem Verbrechen ihres Mannes klar kommen? Blieb sie bei ihm? Und wenn ja, um welchen Preis? Nun hat Barton genau aus diesem Sujet einen Krimi, ihren ersten, geschrieben. Und bis auf ein paar Längen ist ihr ein wunderbares Portrait genau eines solchen Paares gelungen. Die Friseurin Jean Taylor, lieb, anpassungsbereit, eher unscheinbar, ist ganz auf ihren Gatten fixiert. Beide leben ein beschauliches Leben, in ihrem kleinen Haus. Zwar ohne Kinder, das hat nicht geklappt, aber sonst fehlt es ihnen an nichts. Dann, eines Tages, verschwindet ein kleines Mädchen, weitab von ihrem Wohnort. Und so nach und nach stellt sich heraus, dass Glen, ihr Mann, offenbar zum Zeitpunkt des Verschwindens der kleinen Bella mit seinem Zustellbus ganz in der Nähe ihres Wohnorts war. Des Hauses, in dessen Vorgarten die Kleine nur einen Moment lang unbeaufsichtigt spielte. Und genau solch ein blauer Bus, wie ihn Glen fährt, wurde dort von einem neugierigen Nachbarn gesehen. Nun reicht das natürlich nicht aus, um einen Menschen zu verurteilen. Doch als die Polizei das Haus der Taylors durchsucht, stößt sie im Computer von Glen auf ausgesprochen anstößige Pornoseiten – fiese Akte mit Kindern. Seitdem belagert die Presse das Haus der Taylors, gilt Glen allgemein nur noch als Monster. War er es oder war er es nicht, der Bella entführte? Doch dann verunglückt er – und Jean kann endlich tun und lassen, was sie immer schon wollte. Gelungen, mit seinen gebrochenen Menschen und den kleinbürgerlichen Konflikten, vor dem Hintergrund eines unglaublichen Verbrechens. Ingrid Müller-Münch Fiona Barton: Die Witwe. Verlag Wunderlich, 432 Seiten, 16,99 Euro
Debut einer Juristin. 2016 Bester Kriminalroman Schwedens. Beginnt gleich mit einem Blutbad. Im Gymnasium von Djursholm herrscht Ausnahmezustand. „Es riecht nach faulen Eiern. Die Luft ist grau und verschwommen vom Pulverrauch. Außer mir sind alle von Kugeln durchsiebt. Und ich habe noch nicht einmal einen blauen Fleck.“ Ich, das ist die knapp 18-jährige Maria Norberg, genannt Maja. Als die Polizei kommt, hält sie einen Revolver in der Hand. Und hat gemeinsam mit ihrem Freund Sebastian gezielt einen Lehrer erschossen, ihre beste Freundin, einige Kumpels und Sebastian, ihren Freund. Willig lässt sie sich abführen. Monate später beginnt der Prozess gegen sie. Die Anklage lautet auf mehrfacher Mord. Sie wird, das vermutet der Leser zu Recht, nie in ihrem Leben wieder auf freien Fuß kommen. Denn sie leugnet nicht. Was nun folgt ist ein faszinierender Kampf ihres Spitzenanwalts um ihr Leben, ihre Unschuld. Denn in dem Gymnasium, in dem das Massaker stattfand, braute sich schon länger eine Tragödie zusammen. Man wollte hier besonders aufgeklärt sein, Kinder reicher wie auch armer Migranteneltern zusammenwürfeln. Und das ging schief, extrem schief. Sebastian, der Sohn des reichsten schwedischen Unternehmers, mischt die Schule schon seit Längerem auf. Und fast jeder wusste, wie es um ihn stand. Doch niemand unternahm etwas. Diese Vorgeschichte bis hin zum Drama wird in packenden Szenen ausgebreitet. Ebenso wie Majas Alltag im Frauenuntersuchungsknast. Ihre Fantasien, Rückblenden, Erinnerungen. Und während man das liest, denkt man immer: nun denn, wie will sie sich da rauswinden? Oder vielmehr, wie will ihr Spitzenanwalt sie, die mit der Waffe in der Hand erwischt wurde, aus dem Schlamassel rausholen? Ein grandioser Justizkrimi, voller Insiderwissen und Gerichtsscharmützel. Ein Psychothriller über die Befindlichkeit junger Leute, die viele Proble-
me haben: Drogen, Alkohol, endlose Langeweile vor üppigster Kulisse reicher Leute, eigenen Yachten, Privatflugzeugen, Swimmingpools. Das alles in einer rotzigen, frechen Sprache serviert. Ein grandioses Debut. Ingrid Müller-Münch Malin Persson Giolito: Im Traum kannst du nicht lügen. Verlag Lübbe, 460 Seiten, 16 Euro Lit. Cologne
Scheitern als Chance Er hat mit Dennis Hopper gedreht und mit Bruno Ganz, der Schriftsteller Peter Handke ist sein bester Freund: Wim Wenders ist einer der großen Regisseure des Deutschen Films. Im Rahmen der Lit.Cologne kam er nun am 13.4.2018 für einen Abend in die frisch renovierte FLORA, um über die Bücher zu reden, die ihn für seine Filme inspiriert haben. Allen voran Patricia Highsmith und Raymond Chandler, Sam Shepard oder eben auch Peter Handke, mit dem er auch einige Drehbücher verfasst hat. Unter der Moderation von Tina Mendelsohn rückte er mit einer Anekdote nach der anderen heraus und vergewisserte sich immer bei einem zunächst ominösen „Wolfgang“ im Publikum der Richtigkeit seiner Geschichten. Der war, wie sich später herausstellte, kein Geringerer als Wolfgang Niedecken. Ihn hatte Wenders vor vielen Jahren für die Dokumentation „Viel passiert“ porträtiert. In diesem Frühjahr, so kündigte der 72jährige Filmemacher an, kommen gleich zwei seiner Werke ins Kino: Der restaurierte Filmklassiker „Himmel über Berlin“ und eine Dokumentation über Papst Franziskus, den er mehrere Jahre mit der Kamera begleitet hat. „Dieser Mann ist ein großer Menschenfreund und so mutig wie kaum einer, den ich jemals getroffen habe“, resümiert Wenders über die besonderen Dreharbeiten, die lange im Verborgenen stattfinden mussten. Ein rundum gelungener Abend, den der WDR aufgenommen hat, um ihn demnächst im Radio nochmals der Öffentlichkeit zugängig zu machen. (cb) 23
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vorschau
Eintritt frei z Lesung
A Million Stories – Geschichten von Geflüchteten: Public Launch Storytelling interkulturell Wir feiern die weltweite Veröffentlichung zahlreicher Geschichten von Menschen mit Fluchterfahrung, die von uns und Ehrenamtlichen im Laufe des letzten Jahres gesammelt worden sind. Im Rahmen einer kleinen Feier stellen wir die dafür neu geschaffene Website vor, außerdem werden ausgewählte Geschichten von professionellen Schauspielerinnen und Schauspielern vorgetragen. Nach der Lesung kann man bei kleinen Snacks und Getränken mit anderen Menschen mit und ohne Fluchterfahrung ins Gespräch kommen. Seit rund einem Jahr sind wir in dem EU-Projekt A Million Stories mit Partnerbibliotheken aus Roskilde, Malmö und Athen vernetzt. Gemeinsam sammeln wir Geschichten: Was haben geflüchtete Menschen erlebt, wie geht es ihnen heute? Sie erzählen von Not, Kummer, Flucht und Ungewissheit, aber auch von Kindheit, Ausbildung, dem Leben in Europa und von Wünschen und Hoffnungen. Das Projekt
Flinke Hände und ein großes Herz: Die Barber Angels bei der Arbeit
Foto: kreativ-megapixel
„Die Haare schön!“
N
ächstenliebe ist der Motor der Barber Angels Brotherhood, einem Verein von Friseurinnen und Friseuren, um armen und gestrauchelten Menschen auf der Straße ihr Selbstvertrauen zurückzugeben, beispielsweise durch eine neue Frisur oder einen Bartschnitt. Nachdem die DRAUSSENSEITER-Verkäuferin Linda bei der Kölner Barber Angels-Friseurin Ute Ganser-Koll gewesen ist, hatte sie nicht nur eine tolle neue Frisur, sondern auch ein ausführliches Interview in der Tasche. Gegründet wurde der Verein im Jahr 2016 von dem Friseurmeister Claus Niedermaier aus Biberach an der Riß. Heute arbeitet die Gruppe mit mehr als 70 aktiven Friseuren bundesweit.
macht diese Migrationsgeschichten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Die Geschichten machen die sonst so abstrakt erscheinenden Vorkommnisse aus Zeitung, Netz und TV erfahrbarer und rücken Einzelschicksale in den Fokus. Das Projekt wird vom Creative Europe Programme der Europäischen Union unterstützt. Wann: 19. April 2018, 17 Uhr Wo: sprachraum der Stadtbibliothek Josef-Haubrich-Hof 1a, 50676 Köln Weitere Infos siehe www.stadt-koeln.de www.stbib-koeln.de
Der nächste DRAUSSENSEITER erscheint zum 1. Mai 2018. Mehr dazu unter www.draussenseiter-koeln.de und auf www.facebook.com/Draussenseiter-DasKölner-Strassenmagazin-106192356124749. 25
service
n Kontakt- u. Beratungsstelle Rochus (SKM)
Foto: Hanna Witte
Bartholomäus-Schinkstr. 6, 50825 Köln, Tel.: 3377063-4, rochus@skm-koeln.de http://skm-koeln.de/9.0/9.1.8/rochus-p.html
Für Alle n Diakoniehaus Salierring Fachdienst für Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe d. Diakonischen Werkes Köln und Region, Salierring 19, 50677 Köln, Tel.: 27 69 70-0, verwaltung.salierring@ diakonie-koeln.de, www. diakonie-koeln.de Beratung: Mo bis Fr 9-12 Uhr, Di + Mi 16-18.30 Uhr (u. a. Postadressen u. Treuhandkonten) Straffälligenhilfe: Zeiten wie oben Tagestreff: Mo bis Fr 8.30-12.30 Uhr, Frühstück, (donnerstags auch Mittagessen), Duschen, Wäschekeller, Aufbewahrung, Internetzugang Kleiderkammer: Di u. Do 9-11.30 Uhr Krankenwohnung, Betreutes Wohnen § 67 SGB XII, Ambulante Begleitung gem. § 67 SGB XII, Betreutes Wohnen § 53 SG XII, Clearingstelle Claro im Trägerverbund
n Emmaus Geestemünder Str. 42, 50725 Köln, Tel.: 971 17 31, info@emmaus-koeln.de, www.emmaus-koeln.de
n Lobby-Restaurant LoRe des KALZ für Berber und Banker Domstr. 81, Nähe Hauptbahnhof, 50668 Köln, info@koelnerarbeitslosenzentrum.de, www.koelnerarbeitslosenzentrum.de Mittagessen: Mo, Di 12 -16 Uhr, Mi, Do, Fr 12 -15.30 Uhr
n Kölner Obdachlosenfrühstück, Peter-Deubner-Stiftung Tel.: 430 39 83 Angebote: 9 -11 Uhr: Kostenloses sonntägliches Frühstück jeden 2. u. 3. Sonntag im Monat im Vringstreff, Im Ferkelum 42, jeden 4. Sonntag in der MüTZe, Berliner Str. 77, Köln-Mülheim
n GUBBIO Obdachlosenseelsorge Ulrichgasse 27-29, 50577 Köln, www.gubbio.de Öffnungszeiten: Di, Mi 14 – 17 Uhr Angebote: Raum zum Gespräch, Bibelstunde, Meditation, thematische Gesprächskreise, religiöse Filme
Angebote: täglich warmes Essen von 12-14 Uhr, kalte u. warme Getränke, Duschmöglichkeit (Behindertendusche u. -toilette), Wäsche waschen Mo bis Do von 11:00-14:30 Uhr, Beratung täglich von 11-15 Uhr und nach Vereinbarung, Medizinische Sprechstunde Di + Do von 12:30 13:30 Uhr, Postadresse, Betreutes Wohnen, PC-Nutzung mit Internetzugang, Samstags Frühstück. Die Wochenenden sind geschlossen. Kleiderkammer: Ausgabe von Kleidung nur notfallmäßig für Besucher der Kontaktstell. Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11-15 Uhr, Sa 10-14 Uhr, So 10-14 Uhr
n Sozialdienst Katholischer Männer e.V. Bahnhofsvorplatz 2a (1. Etage), 50667 Köln-Innenstadt, Tel.: 13 49 19, kontaktstelle@skm-koeln.de, www.skm-koeln.de Angebot: Aufenthaltsmöglichkeit, Begegnung, Freizeitangebote, (Spieleangebot, Kaffee), Essen, Duschen, Wäschepflege, Schreibhilfe, Telefonmöglichkeit, mediz. Versorgung, PC-Nutzung mit Internetzugang Kontaktstellenbereich/Tagestreff: Mo. bis Fr.: 12.00 bis 15.30 Uhr (Essensangebot: 12.00 bis 14.00 Uhr) So. und Feiertage: 12.00 bis 13.00 Uhr Samstags geschlossen Beratung (auch anonym): Mo, Mi, Do, Fr 9-11.30 Uhr, Mo bis Fr 14-15.30 Uhr
n Vringstreff e.V. Für Menschen mit und ohne Wohnung Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 278 56 56, info@vringstreff.de, www.vringstreff.de Mo bis Do 11.30-17 Uhr, Fr 9-12 Uhr Jeden 2. und 3. Sonntag Obdachlosenfrühstück 9-11 Uhr, Café, Freizeitangebote, Veranstaltungen, Beratung
Versorgung, Mo bis Fr ab 21 Uhr Leben und Arbeiten in Gemeinschaft, günstiger Einkauf von Secondhand-Artikeln, DritteWelt-Arbeit durch Versand von Hilfslieferungen
n Gulliver – Überlebensstation für Obdachlose Trankgasse 20, Nähe Hauptbahnhof, 50667 Köln, Tel.: 120 60 91 Duschen, Toiletten, Waschmaschinen, Trockner, Tagesschlafraum, Postadressen, Caféteria mit Frühstück und Snacks, Beratungsangebote, Internetzugang, Kunstausstellungen, Handyladestation, Gepäckaufbewahrung Öffnungszeiten: Mo bis Fr 6-12 Uhr u. 13-18 Uhr, Wochenende und Feiertage 10-18 Uhr Kleiderkammer: Do 13.30-15.30 Uhr
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Foto: Christina Bacher
Appelhofplatz: Essenausgabe u. medizinische
service
Nur für Frauen
n Bürger für Obdachlose e.V. Basislager Gebrauchtwarenkaufhaus Bürger für Obdachlose e.V. Basislager: Silcherstr. 11, 50827 Köln Tel.: 640 22 68, info@bfoev.de
n agisra e.V.
Foto: Marie Breer
Kleiderkammer, Gebrauchtwaren-Kaufhaus für Jedermann, Arbeitsprojekt und Suppenküche. Obdachlose können gerne auch Kleidung, Schlafsäcke etc. in unserem Gebrauchtwaren-Kaufhaus kostenlos bei uns beziehen. Gemeinsam mit Emmaus betreibt der Verein die Suppenküche am Appelhofplatz.
Vringstreff
n Initiative Bauen Wohnen Arbeiten e.V. Peter-Michels-Str. 1-9, 50827 Köln Tel.: 0221/ 9535301, Fax: 0221/ 5948789 ibwa@netcologne.de www.bauenwohnenarbeiten.de
Angebot: Arbeitsgelegenheiten, Beschäftigung, Wohnen, Betreutes Wohnen
Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen Martinstr. 20a, 50667 Köln, Tel.: 0221/124019 oder 1390392, www.agisra.org Beratung nach Terminvereinbarung, Telefonische Sprechzeiten: Mo, Di und Do 10-15 Uhr
n Café Auszeit Kontakt -und Beratungstelle für wohnungslose Frauen Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695310, cafe-auszeit@skf-koeln.de Tägl. Essensangebot, Duschen & Baden, Wäschepflege, Kleiderkammer, Postadresse, Schließfachnutzung, Beratung und Soforthilfe, Mo, Di, Do, Fr 11-15 Uhr, Mi 15-19 Uhr, u. nach Vereinbarung
n Comeback
Sprechstunde Mobiler Medizinischer Dienst: Montag 10.30-11.30 Uhr und Donnerstag 13.30-14.15 Uhr
Kleiderkammer/Duschen: Montags ab 10.30 Uhr Donnerstags ab 13.00 Uhr Computer-Nutzung: nach Vereinbarung Weitere Angebote: Gepäckaufbewahrung
Mädchenberatung rechtsrheinisch Buchheimer Str. 56, 51063 Köln-Mülheim Tel.: 0221/890 55 47 maedchenberatung-rechtsrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mi bis Fr ganztägig nach Vereinbarung Fr 14-18 h ohne Anmeldung
n Mäc-Up
Essen, Trinken, Dusche, Wäsche waschen, Second-Hand-Kleidung, medizinische Versorgung, Beratung Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do. und Fr. von 12-15.30 Uhr Di. von 10-13 Uhr, Frühstück gibt es Di. und Mi., gekocht wird Mo. und Fr.
n Elisabeth-Fry-Haus
Nur für Männer
Notaufnahmeheim für Frauen und Frauen mit Kindern, Schutz, Übernachtung, Verpflegung, Wohnen, Beratung und Begleitung. Das Haus ist rund um die Uhr geöffnet.
Montag 10.30–13 Uhr, Dienstag 13–16 Uhr, Donnerstag 13–16 Uhr, Freitag 11.30–13 Uhr Frühstück: Montag 10.30–13 Uhr
Mo bis Do: ganztägig nach Vereinbarung Mi 14-16 Uhr: ohne Anmeldung Di 10-11 Uhr, Do 14-15 Uhr: telefonische Beratung, Di 16-18 Uhr: kostenlose Betreuung Ess-Störungen 0800 5 03 58 85
Täglich geöffnet von 20 bis 10 Uhr. Angebot für wohnungslose Frauen und Frauen in Notlagen: Schutz, Übernachten, Essen, Duschen, Wäsche waschen, Kleiderkammer, PC und Internetnutzung. Tiere sind erlaubt. Beratung und Vermittlung an weiterführende Hilfen sind möglich.
Alfred Schütte Allee 4, 50679 Köln, Tel. 0221/9893530 kontakt@oase-koeln.de www.oase-koeln.de
Offener Treff:
Mädchenberatung linksrheinisch Fridolinstr. 14, 50823 Köln-Ehrenfeld Tel.: 0221/45 35 56 50 maedchenberatung-linksrhein@lobbyfuer-maedchen.de
Treffpunkt für Mädchen von 14-27 Jahren Gereonstr. 13, Nähe Bahnhof, 50670 Köln, Tel.: 0221/13 35 57
n OASE-Benedikt Labre e.V.
Montag und Freitag 9–13 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9–16 Uhr, Mittwoch nach Terminvereinbarung
für Mädchen und junge Frauen Beratung und Begleitung bei Problemen und in Krisensituationen
Notschlafstelle für Frauen, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Mauritiussteinweg 77-79, Nähe Neumarkt, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695-210
Albert-Schweizer Straße 2, Nähe Südfriedhof, 50968 Köln, Tel.: 99 56-43 00, efh@diakonie-michaelshoven.de www. diakonie-michaelshoven.de
Kontakt- und Beratungsstelle:
n LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V.
n Frauen gegen Gewalt e.V. – Notruf und
n Notschlafstelle für Männer Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 93 12 21-54 (tagsüber) und -26 (ab 18 Uhr), jhk-notaufnahme@johannesbund.de Sozialarbeiterische Beratung, Erarbeitung einer Perspektive, Vermittlung in weiterführende Hilfen Aufnahme: Täglich (auch Sonn- u. Feiertags) ab 18 Uhr für wohnungslose Männer ab 18 Jahren
Beratung für vergewaltigte Frauen Herwarthstr. 10, 50672 Köln, Tel.: 56 20 35, mailn „Reso“ – Resozialisierungsabteilung box@notruf-koeln.de, www.notruf-koeln.de Johanneshaus Köln, Annostr. 11, Beratung telefonisch, persönlich und per 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, E-Mail, Begleitung und Unterstützung nach sexualisierter Gewalt; Prozessvorbereitung und Tel.: 931221-54, th.klahr@johannesbund.de
-begleitung; Rechtsberatung; Gruppenangebote Hilfe für wohnungslose Männer mit sozialen Problemlagen nach § 67 SGB XII: Unterbringung, Verpflegung und Selbstversorgung, individuelle n Haus Rosalie Einzelfallhilfen, Beschäftigungsangebote, Gocher Straße 45, 50733 Köln-Nippes, Mo bis Fr.: 8-16.30 Uhr Tel.: 0221/97 30 88 88, haus-rosalie@vinzentinerinnen.de Wohnprojekt für Frauen
Redaktionssitzung DRAUSSENSEITER: siehe Aushang
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e t i e S t e n r e Int e s s e r d A e t ohne fes . e s u a h u Z t h suc Rund 1.500 Kölner haben keine feste Adresse. Die Homeless Homepage auch nicht. Mit dieser ersten obdachlosen Internetseite der Welt macht die OASE auf ihre Arbeit für Menschen in Wohnungsnot aufmerksam. Sie können dazu beitragen, dass diese Aktion viele Menschen erreicht. Etwas Webspace auf Ihrer Unternehmenswebsite genügt. Ihr Engagement kostet Sie keinen Euro und bringt Ihnen zusätzliche Aufmerksamkeit. Geben Sie also der Homeless Homepage ein neues Zuhause. Informationen dazu, wie das geht, finden Sie unter www.homelesshomepage.de
für Wohnungslose und Andere