IT-BUSINESS 2/2026

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ZUKUNFT GESTALTEN STATT CHANCEN VERSCHENKEN

Frauen sind in der IT-Branche noch immer unterrepräsentiert. Ein entscheidender Faktor, mehr Frauen für eine Karriere in der IT zu begeistern, sind Role Models. Deshalb starten wir unsere neue Rubrik „IT and She“! Hier stellen wir in regelmäßigen Abständen Frauen aus der Branche vor, die ihren ganz persönlichen Weg gehen. Um auch andere davon zu begeistern, um Karrierewege aufzuzeigen und um deutlich zu machen, wie vielfältig und variabel diese sein können. (S. 10)

Denn wir dürfen uns den Fachkräftemarkt nicht noch kleiner machen, als er sowieso schon ist. Die Zukunft gehört den Unternehmen, die das verstehen. Ob KI, GEO, der Quereinstieg oder neue Recruiting-Strategien: Der Arbeitsmarkt wandelt sich gerade dramatisch. Und Berufseinsteiger haben einen schweren Stand. Warum das fatal sein kann und wie Unternehmen sich nun gut für die Zukunft aufstellen können, lesen Sie in der Titelgeschichte. (S. 12)

Gut aufstellen sollte man sich auch in puncto Energie, gerade wenn es um die Auslegung der Infrastruktur für KI-Workloads geht. Unser Schwerpunkt „Power & Cooling“ zeigt, was bereits alles möglich ist und welchen Technologien und Strategien die Zukunft gehört. (S. 36)

„KI gegen Krebs“: Wir führen diese Initiative auch 2026 weiter! Denn wir können gemeinsam so viel bewegen! KI ist der Gamechanger für die Krebsforschung, und die IT-Branche der Motor dafür, dass es bald noch bessere Therapien geben könnte. Macht mit! (S. 20)

SYLVIA LÖSEL

sylvia.loesel@vogel.de

CHANNEL FOKUS POWER & COOLING

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Neue Höhen durch strategische Allianzen

Climb verkündet Partnerschaften mit Ionos, Neuland. ai, Blue Tomato und Delinea. Im Mittelpunkt stehen EUSouveränität und Wahlmöglichkeit, KI-Enablement und der Skyward-Ausbau.

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KI frisst Energie

Der Siegeszug der KI stellt nicht nur Hyperscaler vor enorme Herausforderungen, sondern auch Unternehmen, die KI im eigenen Rechenzentrum nutzen.

18 ServiceNow lädt Systemhäuser zum Aufstieg ein

Die KI-Plattform ServiceNow ist seit Jahren vor allem in Großunternehmen etabliert. Der Anbieter nimmt aber auch gezielt den Mittelstand in Deutschland in den Blick.

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Der Synaxon IT-Servicepreisspiegel 2026

Der erhoffte Aufschwung der deutschen Wirtschaft lässt auf sich warten, ebenso wie die staatlichen Investitionen und Reformen.

TITELSTORY

MARKT

& ANALYSEN

Der Synaxon IT-Servicepreisspiegel

Der wirtschaftliche Aufschwung lässt auf sich warten, ebenso wie die staatlichen Investitionen und Reformen. > 6

Neue Höhen durch Allianzen

Im Mittelpunkt bei Climb stehen EU-Souveränität und Wahlmöglichkeit, KI-Enablement und das Skyward-Programm. > 8

Erfolgsfaktor Cognitive Diversity

Begoña Jara, VP Area Deutschland bei NetApp, über ihren Karriereweg. > 10

TITEL Wenn auf der Karriereleiter Sprossen fehlen

Die demografische Zeitbombe tickt, KI verändert das Recruiting, und traditionelle Karrierewege lösen sich auf. > 12

KI, GEO und skillbasiertes Recruiting

Bewerber suchen nicht mehr klassisch nach Stellenanzeigen, und KI-Filter sortieren oft die besten Talente aus. > 16

ServiceNow lädt Systemhäuser zum Aufstieg ein

Die KI-Plattform ServiceNow nimmt den Mittelstand in den Fokus. > 18

KI gegen Krebs: Wir machen weiter!

End-to-End-Ökosystem und Zukäufe

Stackit präsentiert eine End-to-EndLösung für den E-Commerce, Accompio und Copnnexta kaufen zu. > 34

CHANNEL FOKUS Power & Cooling

KI frisst Energie

KI stellt nicht nur Hyperscaler vor enorme Herausforderungen, sondern auch Unternehmen. > 36

PRODUKTE

Education-Notebooks

Acer und Dell stellen Notebooks für Schüler vor. > 42

Projektor und A4-Scanner

Epson hat einen neuen UltrakurzdistanzProjektor, und Brother einen kompakten A4-Scanner.

Kommunikations-Zubehör

Logitech stellt KI-Kameras für Meetings vor, und Jabra ein neues Headset ohne Mikrophonarm. > 44

DMS-Systeme und die Digitale Souveränität

Wenn auf der Karriereleiter

Sprossen fehlen

Die demografische Zeitbombe tickt, KI verändert das Recruiting grundlegend, und traditionelle Karrierewege lösen sich auf.

48 Neue Projekte durch alte Passwörter

Ein wachsender Identitätsmanagement-Markt bringt für den Channel immer mehr Geschäftsmöglichkeiten.

Die Fortschritte in der Krebsforschung gehen auch dank KI rasant voran. > 20

Partnerprogramm und Vertrieb neu aufgestellt

Gamma will das Partnernetz stärken, um attraktive Cross- und Up-SellingPotenziale besser nutzen zu können. > 22

Die Transformation nimmt Gestalt an

Auf der Inspire Expo 2026 hat Sharp Europe gezeigt, wie es mit dem Sharp-One-Konzept weitergeht. > 26

SAP Business ByDesign –so geht es weiter

Die SAP-Mittelstandslösung wird eingestellt und fortgeführt. > 28

Neue Geschäftsführer

Enreach, Herweck und Acer haben neue Geschäftsführer. > 30

Channel-News

EP und Myra Security haben personelle Veränderungen, und Extreme Networks ein neues Partnerprogramm. > 32

Wenn die Kontrolle über die Daten auf Dokumentenebene im Vordergrund steht.

46

Neue Projekte durch alte Passwörter Passwörter auf Zetteln, vergessene Zugänge ehemaliger Mitarbeiter und täglich 119 neue Schwachstellen. > 48

Impressum > 50

AKTUELLE NEWS & HINTERGRÜNDE AUS DEM IT-MARKT

DER SYNAXON IT-SERVICEPREISSPIEGEL 2026

Der erhoffte Aufschwung der deutschen Wirtschaft lässt auf sich warten ebenso wie die staatlichen Investitionen und Reformen. Doch werden laut aktuellem IT-Servicepreisspiegel der Synaxon-Akademie die Stundensätze für IT-Dienstleistungen in diesem Jahr steigen, wenn auch geringfügig. | Margrit Lingner

In einem wirtschaftlich immer noch schwierigen Umfeld wollen ITDienstleister in diesem Jahr Preise für Technikerstunden nur leicht erhöhen.

Das zeigt der IT-Servicepreisspiegel 2026 der Synaxon-Akademie.

Befragt wurden auch in diesem Jahr über 700 IT-Unternehmen aus Deutschland,

Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Italien. Seit 2010 sind die durchschnittlichen Stundensätze für Techniker und Standard-IT-Serviceleistungen um mehr als 60 Prozent gestiegen. Und im Vergleich zum Vorjahr steigt die Technikerstunde um 2,64 Prozent, also um 2,71 Euro. Der Preisanstieg für den 3rd-Level-Support ist der Umfrage zufolge im Vergleich zum Vorjahr noch höher und liegt inzwischen durchschnittlich bei 120,68 Euro. „Trotz wachsender Herausforderun-

gen ist die Preisentwicklung wider Erwarten sehr moderat ausgefallen – wenn auch nicht in allen Bereichen“, bewertet Friedrich Pollert, Leiter der SynaxonAkademie, die Ergebnisse.

Wie auch schon im vergangenen Jahr werden aber nicht alle IT-Dienstleister die Preissteigerungen an ihre Kunden weitergeben. Knapp 36 Prozent der Unterneh-

Trotz wachsender Herausforderungen ist die Preisentwicklung wider Erwarten sehr moderat ausgefallen.
Friedrich Pollert, Leiter der Synaxon-Akademie

men werden die Preise nicht erhöhen. Hingegen planen mehr als die Hälfte der befragten Dienstleister ein Anheben der Servicepreise um bis zu 10 Prozent Eine Preiskorrektur von bis zu 20 Prozent nach oben beabsichtigen ebenfalls 10 Prozent der Befragten. Wie schon in den vergangenen Jahren bleiben die Preise regional unterschiedlich. Dabei werden die höchsten Preise in Baden-Württemberg und in Bayern erzielt. Höher liegen sie allerdings in Österreich mit durchschnittlich 131,63 Euro (1-Level-Support).

Doch trotz Inflation und Preissteigerungen rechnet fast die Hälfte der Studienteilnehmer mit gleichbleibenden Umsätzen. Über 40 Prozent gehen davon aus, dass ihr Unternehmen 2025 mehr umsetzen wird. Schließlich müssten in Deutschland bei knapp 12 Millionen Geräten, also bei knapp 60 Prozent der Unternehmen, Computer geprüft und ausgetauscht werden. Dennoch rechnen immerhin 10 Prozent der befragten Dienstleister mit einem Umsatzrückgang. Sie sehen sich mit

Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel (51 %) und der zunehmende Komplexität in der IT-Lösungswelt (44 %), einem Abschwächen der Konjunktur (40 %) sowie der Nachfolgeregelung (jeder Zehnte) konfrontiert.

Ungeachtet der Preisentwicklung verzeichneten Dienstleister im aktuellen Geschäftsjahr einen stärkeren Umsatzanstieg als im Vorjahr. Profitiert haben sie dabei vor allem vom Windows-11-Umstieg. So sind die Hardware-Umsätze von 17 Prozent auf knapp 40 Prozent gestiegen. Doch bleiben mit Umsatzsteigerungen von bis zu 58 Prozent Managed Services auf der Poleposition, gefolgt von IT-Security (41 %) und Cloud-Lösungen (34 %).

KI ist im Alltag der IT-Dienstleister angekommen, und nur bei 17 Prozent steht KI nicht auf ihrer Roadmap. Jonathan Seifert, Customer Relationship Manager bei der Synaxon-Akademie, erklärt: „KI ist längst Teil des Spiels. Entscheidend ist nicht mehr, ob du mitmachst – sondern, welche Rolle du darin gestaltest.“

Dafür hat der zunehmende Aufwand für komplexe administrative Tätigkeiten (44 %) den Fachkräftemangel (42 %) als größte Herausforderung abgelöst. Neu hinzugekommen ist der Innovationsdruck, der über ein Drittel der Unternehmen überraschend stark beschäftigt.

Andererseits eröffnen die Umsetzung von NIS2 und der ISO-27001-Zertifizierung ein erhebliches Geschäftspotenzial. Schließlich müssen Kunden bei Planung, Umsetzung und Betrieb unterstützt werden. Dabei könnten beispielsweise Förderprogramme Anreize bieten, um Security-Investitionen wirtschaftlich attraktiver zu machen. Erstmals erhoben wurde der Einsatz von Open-Source-Lösungen. Das Ergebnis: Fast die Hälfte der Befragten setzt Open Source bei Kunden ein. Der Wunsch nach Digitaler Souveränität und größerer Herstellerunabhängigkeit wird immer wichtiger Vielversprechend entwickelt sich auch das Angebot von Infrastructure as a Service. Dabei zeigt sich ein klarer Trend hin zu eigenen Produkten und Services. 

BILD: SYNAXON

NEUE HÖHEN DURCH STRATEGISCHE ALLIANZEN

Climb verkündet Partnerschaften mit Ionos, Neuland. ai, Blue Tomato und Delinea. Im Mittelpunkt stehen EU-Souveränität und Wahlmöglichkeit, KI-Enablement und der Ausbau des Skyward-Programms. Zudem hat der KI-Distributor den Microsoft-CSP-Status in der Tasche. | Mihriban Dincel

Der Aufstieg beim KI-Distributor geht weiter. Mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und EU-Souveränität hat Climb Channel Solutions in der DACH-Region neue Partnerschaften mit Ionos, Neuland.ai, Blue Tomato und Delinea geknüpft. Damit möchte der KI-VAD Partnern Wahlmöglichkeiten bieten und die KI-Expertise stärken. Die guten Neuigkeiten werden ergänzt durch ein positives Partnerwachstum: „Sehr zufriedenstellend und schön gemischt – von Großpartnern bis zum Mittelstand“.

Obwohl Climb ein US-Unternehmen ist, spielt EU-Souveränität eine zentrale Rolle. „Wir brauchen lokale Spezialisierung in Europa. Wir schneidern datenschutzrechtliche Themen und Lösungen für einzelne Länder maß. Das ist unser großer Vorteil“, betont Martin Bichler, Regional Country Manager DACH bei Climb. Die Zusammenarbeit mit Ionos markiert hier einen wichtigen Schritt. „Ionos ist als EU-souveräner Hoster aktuell von immensem Wert. EU-Souveränität macht die Frage ‚Wo liegen meine Daten?‘ zu einer Top-Priorität für Partner“, weiß der Manager. Für IT-Dienstleister werde es immer wichtiger,

Partner waren letztes Jahr noch in der Findungsphase. Heute ist nicht mehr die Frage, ob KI relevant ist, sondern nur noch wie.

Der Aufstieg bei Climb geht weiter, mit neuen Partnerschaften, neuen AI-Services und einem Microsoft-CSP-Status.

Martin Bichler, Regional Country Manager DACH bei Climb
(V. l.) Roberta McCrossan (EMEA Marketing Director Climb), Martin Bichler (Regional Country Manager DACH Climb) und Selina Wilson (EMEA Marketing Manager Climb)

Alternativen zu Hyperscalern anzubieten. „Im KI-Kontext wird das noch wichtiger: Kunden bauen Plattformen auf, die zukunftssicher und datenschutzkonform sein müssen. Ionos ist bezüglich des US-Cloud-Act ideal aufgestellt“, begründet Bichler.

Auch Emily Raidt, Head of Channel Sales bei Ionos, bestätigt: „Für Ionos ist AI aktuell ein großes Thema, das wir vor allem über unser Partner-Ökosystem vorantreiben wollen. Climb passt als AI-Spezialist gut dazu: Als neuer Player am Markt mit einem starken Portfolio und im Gespräch mit vielen Partnern in der DACH-Region.“

Mit Neuland.ai und Blue Tomato holt sich Climb zudem zwei KI-Spezialisten ins Boot, die das Trainingsangebot der AI Academy erweitern. „Der Schulterschluss mit Neuland.ai und Blue Tomato verfeinert unser AI-Academy-Angebot. Training ist auch für Ionos-Partner Top-Priorität, und hier sind wir gut positioniert“, betont Bichler. Der Kontakt zu Neuland.ai wurde über das Netzwerk Comteam geknüpft. Und es hat gematcht. „Climb hat mit der AI Academy und dem Skyward Project viele

Partner, die nach KI-Kompetenzpartnern suchen und hier passen wir gut rein“, beschreibt Paul Vincent Westerhausen, im Business Development & Partnerships bei Neuland.ai tätig. Neuland.ai bietet nämlich nicht nur eine KI-Plattform, sondern auch Workshops und Schulungsformate. Die KI-Kompetenz begründet das Unternehmen durch die Zusammenarbeit und Erfahrung mit über 80 Kunden in mehr als 100 KI-Projekten.

Volker Braun, Gründer von Blue Tomato, ergänzt: „Wir haben die richtige Software und das Knowhow, Climb hat das richtige Netzwerk und den Zugang zu Kunden, die wir als kleineres Unternehmen so nicht erreichen würden.“ Die Partnerschaft ermöglicht beiden Seiten, ihre jeweiligen Stärken zu nutzen.

Das Skyward Project von Climb, das im vergangenen Jahr in der DACH-Region eingeführt wurde, gehört da dazu. Bichler berichtet: „Skyward ist ein Riesenerfolg – so erfolgreich, dass wir es erweitern werden.“

Der Schwerpunkt bleibt die Ausbildung, die der Distributor durch die neuen Partnerschaften ausbaut. Die modulare Struktur kommt bei Partnern gut an. Daher

soll diese beibehalten und durch zwei neue Rubriken erweitert werden, darunter AI-Services.

Doch das ist noch nicht alles. Der KIDistributor hat zudem die Partnerschaft mit Delinea von Nordamerika auf die DACH-Region, UK und Irland ausgeweitet. „Delinea für Autorisierungsmanagement ist eine wichtige Ergänzung für unser Security-Portfolio“, begründet Bichler. Zusätzlich nimmt Climb mit Nitro eine Alternative zu Adobe ins Portfolio auf –„ideal für Partner mit Kunden im öffentlichen Bereich, die große Adobe-Installationen haben. Nitro bietet den gleichen Leistungsumfang bei besserem Preis-Leistungs-Verhältnis.“

Dann wäre da noch der Microsoft-CSPStatus, den der KI-VAD nun für EMEA erlangt hat. „Wir pflegen eine langjährige Microsoft-Beziehung aus den USA und UK. Trotz des neuen Microsoft-Partner-Programms mit verschärften Anforderungen haben wir nun den CSP-Status erlangt und schwimmen damit gegen den Strom“, betont Bichler. Der Ansatz ist gestuft: „Zunächst nehmen wir Microsoft ins Portfolio auf, damit Partner ohne Unterbrechung Lizenzen beziehen können.“ Der zweite Schritt: Microsoft Services. „Wir haben bereits ein großes Team in UK und planen, die Services im zweiten Halbjahr auf die DACH-Region auszuweiten“, erklärt der Manager. Zur scheinbaren Diskrepanz zwischen Microsoft und der EU-Souveränität sagt er: „Microsoft hat seine Daseinsberechtigung für viele Kunden. Wichtig ist, Partnern Wahlmöglichkeiten zu geben.“

Auch zu Cloud Marketplaces vertritt Bichler eine klare Meinung: „KI-Plattformen sind die nächste Evolutionsstufe von Marketplaces.“ Sie würden ein zentrales Tool für Kunden darstellen, von dem zahlreiche Entscheidungen abhängen. Bichler appelliert daher an die Partner, sich jetzt in der KI-Diskussion zu positionieren. „Wer nicht in der KI-Diskussion dabei ist, riskiert, dass Kunden ihre Entscheidungen mit anderen Partnern treffen. Dieser Zentralisierungseffekt ist noch wichtiger als bei Marketplaces.“ n

BILD: VOGEL IT-MEDIEN

COGNITIVE DIVERSITY ERFOLGSFAKTOR ERFOLGSFAKTOR

Frauen entscheiden sich nach wie vor seltener für ein Studium im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) als Männer. Und nur 18 Prozent der Frauen entscheiden sich für eine Karriere in der IT. Dabei ist „die IT eine extrem abwechslungsreiche und interessante Branche“, findet Begoña Jara, VP Area Deutschland bei NetApp.

IT-BUSINESS: Welche Stationen waren für Ihre Karriere in der IT entscheidend?

Jara: Wie so oft im Leben waren es auch glückliche Zufälle, die meinen Karriereweg bestimmt haben. Ich hatte von einem ingenieurwissenschaftlichen Studium in die Politologie gewechselt. Zum Berufseinstieg bin ich dann als Junior Sales in die IT gegangen – das hat sofort gepasst und war von Anfang an spannend. Ein weiterer

großer Schritt war der Wechsel nach Deutschland, eine bewusste Herausforderung und ein Schritt aus der Komfortzone.

IT-BUSINESS: Warum sollten sich Frauen für einen Job in der IT entscheiden?

Wir müssen früher ansetzen, um junge Frauen für die IT zu begeistern: in Schulen, in Familien, aber auch als Branche.
Begoña Jara, VP Area Germany bei NetApp

Jara: Weil die IT eine extrem abwechslungsreiche und interessante Branche ist. Unternehmen und Mitarbeiter müssen täglich ihre Agilität beweisen, weil kein Tag dem anderen gleicht. Man muss dieses Klima natürlich mögen, besonders dieses Unvorhersehbare. Gerade der Vertrieb ist interessant, ich vergleiche ihn gerne mit einem Strategiespiel: Man hat sein Portfolio – seine Karten – und versucht, sich mit Fair Play gegen die Mitspieler durchzusetzen.

IT-BUSINESS: Was geben Sie Frauen auf den Karriereweg in die IT mit?

Als Junior Sales hat Begoña Jara ihre Karriere in der IT gestartet. Nach Stationen bei Unternehmen wie Symantec, Commvault oder Pure Storage leitet sie inzwischen als Vice President die Geschicke von NetApp in Deutschland.

Jara: Das Schlagwort ist Entscheidung. Karriere und Familie ist nicht besser oder schlechter als Karriere oder Familie. Diese Entscheidung muss jede Frau für sich treffen. Egal wie das Lebensmodell aussieht, sind Unternehmen in der Pflicht, die passenden Rahmenbedingungen für beide Wege zu schaffen. Das liegt auch in ihrem eigenen Interesse, denn so gewinnt und bindet man leistungsfähige, ausgeglichene Mitarbeiterinnen. Und wenn euch jemand eine Möglichkeit bietet – auch wenn ihr hundertmal denkt, ihr könnt es nicht: Macht es! Denn wenn ihr es nicht versucht, ist es schon ein Nein. Versucht ihr es und es läuft nicht perfekt, könnt ihr euch dahin entwickeln. Seid aktiv, sucht Netzwerke, Mentorinnen, Praktika. Und lasst euch nicht einreden, dass bestimmte Lebensmodelle nicht funktionieren. n

WENN AUF DER KARRIERELEITER SPROSSEN FEHLEN

Die demografische Zeitbombe tickt, KI verändert das Recruiting grundlegend, und traditionelle Karrierewege lösen sich auf. Während Einsteiger vor verschlossenen Türen stehen, müssen Unternehmen radikal umdenken, wenn sie den Anschluss nicht verlieren möchten. | Sylvia Lösel

Wenn wir alle Stellen, die wir ausschreiben, sofort besetzt bekämen, könnten wir schneller wachsen.

Nikolas Schran, Vice President Sales & Marketing bei G Data

Die Fachkräfte-Lücke, die demografische Lücke, die Skills-Lücke... Und dann leisten es sich Unternehmen, diese Lücke weiter zu vergrößern, indem sie Berufseinsteiger durch KI ersetzen, bei der Auswahl ihrer Bewerber zu engstirnig agieren und manche Bevölkerungsgruppen gleich ganz außen vor lassen.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeichnen ein eindeutiges Bild: Bis 2038 steigt die Zahl der Personen im Rentenalter um mindestens 3,8 Millionen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Menschen im Erwerbsalter bis 2070 um mindestens vier Millionen. Der Fachkräftemangel, so Statista, „wurzelt im Zusammentreffen von demografischen, bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Entwicklungen sowie der schleppenden Integration inländischer und internationaler Potenziale“. Um diese Fachkräfte-Lücke zu füllen, müsse neben der Zuwanderung stärker auf Bildung, Weiterbildung sowie bessere Rahmenbedingungen für die Erwerbstätigkeit von Frauen und Älteren gesetzt werden.

Eine Randstad-Studie, die 91,5 Millionen Stellenanzeigen weltweit im Zeitraum von Januar 2024 bis Mai 2025 auswertete, zeichnet ein alarmierendes Bild: Bei Stellen für Bewerber mit null bis zwei Jahren Berufserfahrung gab es einen Rückgang von 30 Prozent. Bei drei bis fünf Jahren Erfahrung waren es minus 14 Prozent, während Positionen für Professionals mit über zehn Jahren Erfahrung nur um 4 Prozent zurückgingen. In den Sektoren Tech und Finanzen ist diese Entwicklung besonders dramatisch. Am Ende des Vergleichszeitraums gab es 32 Prozent weniger JuniorStellen für Software-Entwickler und Software-Ingenieure und 42 Prozent weniger für Finanzanalysten. „Das Potenzial für Automatisierung durch KI ist in vielen Branchen enorm – und Unternehmen weltweit machen offenbar reichlich Gebrauch davon, insbesondere bei Stellen, die klassisch von Absolventen

oder Auszubildenden besetzt werden“, sagt Susanne Wißfeld, Geschäftsführerin Business Innovations & Concepts bei Randstad Deutschland. Die Angst ist da: 43 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland machen sich Sorgen um die Auswirkungen von KI auf den eigenen Job – bei der Generation Z sind es sogar 49 Prozent. Absolventen stecken in einem Teufelskreis: Man braucht Erfahrung, um den Job zu bekommen, aber man braucht den Job, um Erfahrung zu sammeln. Die Ironie: Unternehmen schreiben Junior-Stellen aus, besetzen sie aber mit erfahrenen Leuten. Langfristig entsteht eine Lücke, wenn die ersten Sprossen auf der Karriereleiter fehlen.

Michael Wallner, Head of Generative AI GTM für EMEA Central bei ServiceNow, warnt: „Wenn ich junge Leute nicht mehr mitnehme, baue ich mir eine Wissenslücke auf, die auch KI nicht füllen kann.“ Denn KI basiere immer nur auf Fakten und Daten, die man ihr füttert. Menschen jedoch haben eine Sensorik. „Unser Erfahrungsschatz ist wesentlich breiter. Dadurch können wir auch Dinge wesentlich kritischer hinterfragen.“ Stephanie Krüger, Personalleiterin bei der Recruiting-Agentur HRtbeat, berichtet, dass in manchen Konzernen bereits 70 Prozent der Einsteigerstellen gestrichen wurden, weil KI diese angeblich ersetzen kann. „Das ist kurzsichtig: In zehn Jahren fehlen uns dann die erfahrenen Fachkräfte.“ Auch Wißfeld mahnt: „Unternehmen hierzulande sollten bedenken: Eine Investition in Berufsanfänger ist auch eine Investition in die eigene Zukunftsfähigkeit.“

Angesichts der demografischen Entwicklung entdecken Unternehmen eine bisher vernachlässigte Zielgruppe: Quereinsteiger. Laut Stepstone priorisieren 64 Prozent der Unternehmen, im kommenden Jahr aktiv Menschen einzustellen, die aus anderen Berufsfeldern kommen. 77 Prozent wollen ihre Auswahlkriterien anpassen und Kompetenzen stärker gewichten – ein Trend hin zu „Skills-based Hiring“, bei dem praktische Fähigkeiten

BILD: MIDJOURNEY / KI-GENERIERT
den KI-Weg Möglichkeiten sie auf der Reise
ird nicht jeder Mitarbeiter g mitgehen wollen. Es müssen eiten gefunden werden, sie auf eise mitzunehmen.

ive AI GTM für EMEA Central bei ServiceNow

Krüger sieht

Potenzial: massiv doch: der vor abgeschlossen Erfahrung Bereichen und das bevorzugen

en als formale Abschlüsse. ht hier noch viel ungenutztes al: „Quereinsteiger werden unterschätzt. Die Frage ist : Was bringt mir jemand heute, or zehn Jahren ein IT-Studium schlossen hat, aber nur wenig hrung in für mich relevanten ichen sammeln konnte? Wenn diese Person für ein Thema brennt d sich weiterentwickeln will, ist s doch genau die Person, die ich vorzugen sollte.“

Krüger kritisiert, Unternehmen ohnehin

Markt terien weiter verkleinern: „Wir haben ein

er kritisiert, dass Unternehn den ohnehin angespannten kt durch unnötige Ausschlusskrir verkleinern: „Wir haben ein

Fachkräfteproblem, machen aber den Markt noch kleiner, indem wir bestimmte Gruppen ausschließen: Wiedereinsteiger nach der Familienzeit, Menschen, die Teilzeit arbeiten müssen, unter 30-Jährige – weil die Generation Z angeblich faul ist –, über 50-Jährige – weil sie angeblich nicht mehr digital affin sind.“

Wobei nicht alle Unternehmen diese Lücke spüren. Daniel Hofmann, CEO von Hornetsecurity, sieht sogar eine Entspannung: „Die Suche nach Personal ist in den vergangenen zwölf Monaten deutlich einfacher geworden.“ Viele Unternehmen, gerade im Umfeld der Autoindustrie, entließen hochqualifiziertes Personal, das dann auf dem Markt zur Verfügung stehe.

l Wallner ad of Generat

Bei G Data setzt man laut Nikolas Schran, Vice President Sales & Marketing, auf konsequente interne Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Das Ergebnis: „Wir haben eine gigantisch geringe Fluktuation. Das zeigt, dass wir es offensichtlich als Arbeitgeber ganz gut machen.“ Dennoch gibt er zu: „Wenn wir alle Stellen, die wir ausgeschrieben haben, sofort besetzt bekämen, könnten wir schneller wachsen.“ Auch bei Connexta setzt man auf Aus- und Weiterbildung. Bei dem neuen Gruppenmitglied SOHnix zum Beispiel schafft das Unternehmen mit einer Übernahmequote von 80 Prozent bei Auszubildenden einen stabilen Talentpool. Als Gruppe aufzutreten sei von Vorteil, da man Personal besser entwickeln könne. Holger Kämmerer, CEO von ATD, bringt im Servicepreisspiegel der Synaxon auf den Punkt, was Arbeitnehmer

Aus meiner Sicht schlägt der Faktor ‚Sicherheit‘ aktuell den Faktor ‚Geld‘.

Holger Kämmerer, Geschäftsführender Gesellschafter bei ATD

suchen: „Aus meiner Sicht schlägt der Faktor ‚Sicherheit‘ aktuell den Faktor ‚Geld‘. Unsere Bewerber suchen sinnhafte und qualifizierte Aufgaben, die sie – eingebunden in ein gutes Team – bewältigen können. Herausforderung und Förderung, ohne permanente Überforderung; die Überstunden in einem spannenden Projekt belasten weniger als ohne die nötigen Informationen und Skills beim Kunden zu stehen.“ Und da ist auch noch das Thema KI. Julius Probst von Stepstone: „KI wird bei vielen Aufgaben unterstützen, aber nicht alle ersetzen können. Insbesondere dort, wo es auf Empathie und Zwischenmenschlichkeit ankommt.“ Und es wird nicht jeder Mitarbeiter diesen Weg mitgehen wollen. Eine große Aufgabe für die Führungskräfte, findet Wallner, denn „auch für diese Mitarbeiter müssen Möglichkeiten gefunden werden, um sie auf dieser Reise mitzunehmen. Dieses Fingerspitzengefühl wird in Zukunft noch notwendiger werden.“

Unternehmen, die jetzt in Nachwuchs investieren, Quereinsteigern echte

Sylvia Lösel, Chefredakteurin IT-BUSINESS

Lifestyle-Teilzeit, echt jetzt?

Dass nicht nur Arbeitnehmende, sondern auch Unternehmen die Freiheit haben sollten, zu entscheiden, ob und wie viele Teilzeit-Jobs sie anbieten, ist das Eine. Teilzeit-Arbeitende, die keine Kinder betreuen oder Pflege-Aufgaben übernehmen, als Lifestyle-Jobber zu betiteln, ist etwas ganz anderes. Wer auf derartig marktschreierische Kommunikation setzt, braucht sich nicht zu wundern, dass dann eine sachliche Diskussion schwierig wird. Genau diese brauchen wir aber. Statt Teilzeitler dafür verantwortlich zu machen, dass es wirtschaftlich nicht läuft: Wie wäre es im ersten Schritt einmal mit wertschätzender Kommunikation. Das erhöht die Produktivität nachgewiesenermaßen deutlich, liebe Lifestyle-Lobbyisten.

Chancen geben, authentisch kommunizieren und ihre Mitarbeiter konsequent weiterentwickeln, werden die Gewinner sein. Wer auf KI als Allheilmittel setzt und den Einstieg für junge Talente blockiert, baut sich eine Wissenslücke auf, die später nur noch schwer zu schließen ist. n

BILD: ATD
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KI, GEO UND SKILLBASIERTES RECRUITING

Bewerber suchen nicht mehr klassisch nach Stellenanzeigen, und KI-Filter sortieren oft die besten Talente aus. Warum das für kleinere Unternehmen eine Riesenchance bedeutet und welche drei Trends entscheidend werden – Stephanie Krüger von der Recruiting-Agentur HRtbeat, im Gespräch. | Das Interview führte Sylvia Lösel

Frau Krüger, vor zwei Jahren sprachen wir über einen absoluten Rekord bei offenen IT-Stellen. Hat sich die Lage entspannt?

Es wird entscheidend, wie KI über mein Unternehmen als Arbeitgeber spricht.
Head of Talent Acquisition bei HRtbeat

Zur Person

Stephanie Krüger ist Head of Talent Acquisition bei der HR-Agentur HRtbeat. Sie ist Expertin für Recruiting, Employer Branding und digitales Personalmarketing, insbesondere auch für die IT-Branche.

HRtbeat ist eine 2022 innerhalb der Vogel Communications Group gegründete Agentur mit Sitz in Berlin und Mitarbeitern deutschlandweit. HRtbeat hilft Mittelstandsunternehmen bei der Gewinnung und langfristigen Begeisterung von passenden Mitarbeitern.

Krüger: Die Zahlen haben sich etwas verbessert, aber entspannt ist die Lage noch lange nicht. Im August letzten Jahres hatten wir immer noch über 100.000 offene Stellen im IT-Umfeld. Was wir zunehmend beobachten: Unternehmen bekommen wieder mehr Bewerbungen, aber die passen häufig nicht zu den Anforderungen. Das Problem ist, dass viele Arbeitgeber ihre Auswahlkriterien bei Bewerbungen zu eng setzen.

Können Sie das konkretisieren?

Krüger: Ein Beispiel ist das Thema Sprachkenntnisse. Über ein Drittel der Unternehmen beklagt mangelnde Deutschkenntnisse als Grund für unbesetzte Stellen. Aber ehrlich: Wer soll es denn lösen? Ich kann nicht einerseits IT-Fachkräfte aus dem Ausland anziehen, andererseits mich darüber beschweren, dass diese kein perfektes Deutsch sprechen. Gerade IT-Fachleute arbeiten täglich mit englischer Syntax – das ist quasi ihre zweite Sprache.

Wie gehen innovative Unternehmen mit dieser Herausforderung um?

Krüger: Es gibt bereits positive Beispiele: Unternehmen engagieren pensionierte Lehrer als Nachhilfelehrer, um Mitarbeitern dabei zu helfen, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Und das funktioniert nicht nur in Großkonzernen – wir sehen das auch im gehobenen Mittelstand. Ein

mittelständischer Dachdeckerbetrieb mit 70 Mitarbeitern hat einen pensionierten Mathelehrer engagiert, damit die Azubis im ersten Lehrjahr die Flächenrechnung lernen, weil sie es nicht mehr ausreichend in der Schule vermittelt bekommen.

Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz heute im Recruiting-Prozess?

Krüger: KI wird derzeit hauptsächlich in zwei Bereichen eingesetzt: bei der Erstellung von Stellenanzeigen und beim Filtern von Bewerbungen. Beim ersten Punkt sehe ich das Problem, dass ChatGPT und ähnliche Tools oft dazu führen, dass noch mehr Buzzwords in Stellenanzeigen landen, anstatt sie zu verbessern. Beim Bewerbungsfilter wird es richtig problematisch.

Jetzt bin ich neugierig. Inwiefern wird das problematisch?

Krüger: Es gibt erste Studien – die Zahlen sind wirklich erschreckend – die zeigen, wie viele Talente durch KI-Filterung gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Das liegt oft an simplen Keyword-Problemen: Wenn jemand ‚Projektleiter‘ in den Lebenslauf schreibt, das Unternehmen aber nach einem ‚Projekt Manager‘ sucht, fällt er durchs Raster. Im schlimmsten Fall verliert man über diese Filterung die besten Kandidaten und behält nur den Durchschnitt – wenn überhaupt.

Wie sollten Unternehmen mit diesen Tools umgehen?

Krüger: KI sollte als Hilfsmittel eingesetzt werden, nicht als Entscheidungsträger. Ich lasse auch nicht den Werkstudenten alle Bewerbungen wegwerfen, die nicht perfekt passen.

Sie sprechen von einem fundamentalen Wandel im Recruiting. Was verändert sich konkret?

Krüger: Wir stehen vor einem massiven Paradigmenwechsel. Bewerber suchen nicht mehr klassisch nach Stellenanzeigen, sondern stellen zunehmend direkte Anfragen an KI-Systeme. Das verändert alles: SEO für Stellenanzeigen wird weniger wichtig, dafür wird entscheidend,

wie KI über mein Unternehmen als Arbeitgeber spricht. ChatGPT hat für Mitte nächsten Jahres eine eigene Jobbörse angekündigt – das ist ein massiver Angriff auf klassische Stellenportale.

Was bedeutet das für Unternehmen?

zu begeistern – sogar schon in Kindergärten und Grundschulen. Das ist Investition in die Zukunft. Kurzfristig kann ich Vorurteile abbauen: Mit dem über 50-jährigen Bewerber spreche ich genauso wie mit allen anderen, anstatt vorab zu entscheiden, was er kann oder nicht kann.

Krüger: Sie müssen von der HochglanzKommunikation weg und hin zu authentischer, glaubwürdiger Information. Es geht nicht mehr darum, Buzzwords zu sammeln, sondern echten Content zu liefern. Mitarbeiter sollten erzählen, was sie an ihrem Arbeitsplatz schätzen – aber auch ehrlich sagen, woran noch gearbeitet wird. Bewertungsplattformen wie Kununu können nicht mehr ignoriert werden, denn genau diese werden von KI durchsucht und Informationen daraus ausgespielt.

Das klingt nach einem Vorteil für kleinere Unternehmen gegenüber Konzernen.

Krüger: Absolut! Ein kleiner Dachdeckerbetrieb, der seine Mitarbeiter motiviert, authentische Bewertungen auf Kununu zu hinterlassen, hat plötzlich bessere Chancen gefunden zu werden, als wenn ein Großkonzern täglich Budget in StepstoneAnzeigen investiert. Für kleinere Unternehmen ist das eine Riesenchance, weil sie oft schneller und authentischer agieren können als die großen ‚Öltanker‘.

Wie wichtig ist die Frage nach zukünftigen Kompetenzen?

Krüger: Sehr wichtig, aber oft resultieren daraus falsche Erwartungen an Kandidaten. Wenn ich weiß, dass mein Unternehmen in den nächsten fünf Jahren stark in KI-Themen investieren wird, brauche ich nicht unbedingt jemanden, der heute schon alles kann. Viel wichtiger ist, dass die Person Lust darauf hat, sich in diese Richtung zu entwickeln. Neugier und Entwicklungsbereitschaft sind entscheidend.

Was müssen Unternehmen konkret ändern, um erfolgreicher zu rekrutieren?

Krüger: Nehmen wir das Thema Vielfalt: Ein mittelständisches Unternehmen kann sich an regionalen Initiativen beteiligen, um langfristig mehr Frauen für IT-Berufe

Welche Rolle spielen dabei Flexibilität und neue Arbeitsmodelle?

Krüger: Flexibilität wird zum Wirtschaftsfaktor. Gerade im ländlichen Raum, wo viele Mittelständler sitzen, gibt es heute schon Menschen, die eine Stunde zur nächsten Kita fahren müssen, die länger als bis 12 Uhr geöffnet hat. Da kann ich nicht verlangen, dass jemand fünfmal die Woche ins Büro kommt. Ich muss Vereinbarkeitsmodelle schaffen – für Kinderbetreuung, aber auch für die Pflege von Angehörigen. Das wird gesellschaftlich ein Riesenthema.

Welche Entwicklungen sollten Unternehmen 2026 auf dem Radar haben?

Krüger: Drei zentrale Trends sehe ich: Erstens das GEO-Thema – die Optimierung für KI-Suchanfragen statt klassische SEO. Zweitens das skillbasierte Recruiting: Wer jetzt in Weiterbildung investiert und durchdachte Entwicklungspfade schafft, wird morgen eine Antwort haben. Drittens die maximale Markterschließung: Wie schaffe ich es, den ohnehin schon kleinen Markt so weit wie möglich zu erschließen, anstatt ihn weiter zu verkleinern?

Was bedeutet das für die Praxis?

Krüger: Es geht darum, aus starren Denkmustern auszubrechen und Lösungsfinder zu werden. Lieber habe ich eine Stelle mit 30 Stunden besetzt als gar nicht.

Haben Sie abschließend einen Rat für Unternehmen, die jetzt starten wollen?

Krüger: Fangt mit der Haltung an, dann macht kleine Schritte. Fragt eure eigenen Mitarbeiter: Warum arbeitet ihr gerne hier? Was schätzt ihr, woran müsste man arbeiten? Wenn ihr diese Frage nicht sofort beantworten könnt, dann ist das der Punkt, wo ihr ansetzen müsst. Authentizität schlägt Hochglanz – das gilt heute mehr denn je. n

SERVICENOW LÄDT SYSTEMHÄUSER ZUM AUFSTIEG EIN

Die KI-Plattform ServiceNow ist seit Jahren vor allem in Großunternehmen etabliert. Der Anbieter nimmt aber auch gezielt den Mittelstand in Deutschland in den Blick. Eine zentrale Rolle sollen dabei kleinere System- und Beratungshäuser spielen. Falko Tesch, Director of Alliance & Partner Sales Germany bei ServiceNow, verantwortet die deutsche Partnerorganisation und will eine Partnerleiter zum Mittelstand bauen.

Groß ist nicht immer besser, klein nicht immer schwach. Während die KI-Plattform ServiceNow lange Zeit primär in Großunternehmen verbreitet war, rückt nach diesem Prinzip hierzulande nun gezielt der Mittelstand in den Fokus. Für Falko Tesch ist die Ausgangslage speziell: „Deutschland tickt anders. Wir haben einen unglaublich starken Mittelstand, und dieser Mittelstand sucht eher die Nähe zu regionalen Systemhäusern als zu globalen Partnern.“ Zwar arbeitet ServiceNow seit Jahren mit großen Integratoren und Beratungshäusern zusammen, doch viele mittelständische Unternehmen sind eher konservativ geprägt, verfügen über unterschiedliche IT-Reifegrade und bevorzugen Partner, die

eine passendere Ansprache finden. Branchenkenntnis und Kundenkontakte, die über lange Jahre gewachsen sind, sind oft ausschlaggebend. „Diese Häuser sind für uns extrem wichtig, weil sie genau in den Bereichen und Regionen unterwegs sind, wo wir noch unseren stärksten Whitespace haben“, so Tesch. Entsprechend hat ServiceNow die Einstiegshürden in sein Partnerprogramm gesenkt. Ziel ist es, kleineren und spezialisierten Partnern den Zugang zur Plattform zu erleichtern und sie gezielt beim Marktausbau zu unterstützen.

Das Partnerprogramm bleibt weiterhin gestaffelt – von „Registered“ über „Specialist“ bis hin zu „Premium“ und „Elite“. Der

Weg nach oben ist jedoch zugänglicher geworden. „Wir haben die Hürden, um in die verschiedenen Partnerstufen zu kommen, deutlich nach unten gesenkt – gerade mit Blick auf kleinere Partner“, erklärt Tesch. „Partner mit 50 oder 60 Mitarbeitenden haben heute trotzdem die Chance, relativ zügig auf die erste Stufe, nämlich Specialist, zu kommen.“ Statt eine möglichst breite Aufstellung einzufordern, setzt ServiceNow stärker auf klar definierte Rollen und modulare Entwicklungspfade.

Partner können sich gezielt in einzelnen Säulen positionieren – etwa als Consultingund Implementierungspartner, als Reseller, als Service Provider oder als Build-Partner mit eigenen Lösungen auf der Plattform.

Wir haben einen unglaublich starken Mittelstand, und dieser sucht eher die Nähe zu regionalen Systemhäusern als zu globalen Partnern.

Für kleinere Systemhäuser reduziert das die Komplexität und erleichtert die strategische Ausrichtung. Neue Partner erhalten zudem einen längeren Zeitpuffer, um die nächste Stufe zu erreichen und Investitionen in Ausbildung und Zertifizierung zu stemmen.

Besonders Spezialisierung ist gefragt: „Wir fordern nicht, dass ein Partner in die Breite geht. Er kann sich auch gezielt spezialisieren, zum Beispiel auf Risk & Compliance“, betont Tesch. Gerade im deutschen Mittelstand, der stark von regulatorischen Anforderungen und branchenspezifischen Vorgaben geprägt ist, spielen solche Boutique-Partner eine wichtige Rolle.

Unterstützt wird diese Fokussierung durch formalisierte Spezialisierungen, Zertifizie-

rungen und eine entsprechende Sichtbarkeit im Partnerökosystem. Beratungshäuser wie Agineo, Solvvision oder die iTSM Group haben sich strategisch klar auf ServiceNow ausgerichtet.

ServiceNow steuert laut Tesch sein Partnernetzwerk gezielter als in der Vergangenheit. „Wir betrachten das Partnerökosystem heute deutlich analytischer und machen gezielt eine GapAnalyse, um Partner dort zu rekrutieren, wo wir Unterstützung brauchen“, erklärt Tesch. Ziel sei es, regionale, branchenspezifische oder thematische Lücken zu schließen.

Die Sichtbarkeit im Partnerökosystem ist an aktives Engagement gekoppelt. Partner erhalten Zugang zu Schulungen, Webinaren, Dokumentationen und Vertriebsunterlagen, die weitgehend den internen Ressourcen entsprechen. Ergänzend stellt ServiceNow Förderinstrumente wie Partner Development Funds und Co-Marketing-Programme bereit, über die sich ein Teil der Investitionen kompensieren lässt.

Ebenso beschäftigt die Partner der Plattform zunehmend die derzeit prägendste Technologie: agentische KI. Stellvertretend dafür stehen Anwendungen wie AI Agent Fabric oder der AI

Control Tower. AI Agent Fabric soll KI-Agenten von Drittanbietern mit ServiceNow orchestrieren und mithilfe der gängigen Protokolle wie Model Context Protocol (MCP) und Agent2Agent (A2A) interoperabel machen. Das Tool AI Control Tower dient dazu, den Einsatz autonomer KI-Agenten zentral zu steuern, zu überwachen und in bestehende Governance-Strukturen einzubetten. „Agentic AI auf der ServiceNow-Plattform ist echte Agentic AI, weil wir verschiedene LLMs und KI-Modelle auf einer Plattform zusammenbringen“, verspricht Tesch. Statt isolierter KI-Anwendungen stehe die Integration in bestehende Prozesse und Workflows im Vordergrund. Für Partner bedeutet das eine stärkere Ausrichtung auf Beratung, Prozessdesign, Governance und Integration, und damit auf klassische Stärken von Systemhäusern und spezialisierten Beratungspartnern. Damit schließt sich der Kreis: In einem Markt, in dem Größe nicht automatisch über Marktzugang entscheidet, richtet ServiceNow sein Partnergeschäft stärker an den Strukturen des deutschen Mittelstands aus. Für Systemhäuser, die sich ohnehin aktuell in einem starken Umbruch befinden, eine gute Gelegenheit, schrittweise im Ökosystem größerer Hersteller aufzusteigen. n

Falko Tesch, Director Alliance & Partner Sales - Germany bei ServiceNow
BILD: MIDJOURNEY / KI-GENERIERT
BILD: SERVICENOW

KI GEGEN KREBS: WIR MACHEN WEITER!

Die Resonanz auf unsere SpendenInitiative „KI gegen Krebs“ hat uns überwältigt. Und gleichzeitig sind die Fortschritte in der Krebsforschung, auch dank KI, rasant. Deshalb machen wir 2026 weiter! Und freuen uns auf Eure Ideen, Euren Input und Eure Spenden! Lasst uns gemeinsam die Krebsforschung unterstützen! | Sylvia Lösel

Das Wissenschaftsjahr 2026 steht unter dem Motto „Medizin der Zukunft“. Und wo wird dieses besser sichtbar als bei der Krebsforschung mit KI-Unterstützung? Das Forschungsprogramm zur CAR-T-Zelltherapie verbindet modernste Technologien mit medizinischer Spitzenforschung, um neue Wege in der Krebsbehandlung zu eröffnen. Durch die Einbindung Künstlicher Intelligenz entstehen Therapien, die gezielter, verträglicher und nachhaltiger wirken sollen.

„Ein wichtiger Baustein ist für uns der Einsatz von Künstlicher Intelligenz“, beschreibt Prof. Michael Hudecek, Lehrstuhlleiter Zelluläre Immuntherapie der Uniklinik Würzburg. „Mithilfe moderner KI-Werkzeuge können wir neue CAR-T-Zellen schneller entwickeln und gezielter testen als bisher.“ Und genau für dieses Projekt sammeln wir Spenden. Damit Krebspatienten künftig schneller, früher und zielgerichteter geholfen werden kann. n

Hier geht es zum Video unserer Initiative „KI gegen Krebs“.

Was haben wir bereits erreicht?

z Im vergangenen Jahr konnten wir mehr als 27.000 Euro an Spendengeldern sammeln. Wir haben als Verlag auf das Thema aufmerksam gemacht – mit Spendenaktionen und mit unserer Reichweite.

z Wir haben Projekte und Use Cases aus diesem Forschungsumfeld vorgestellt, um den IT-Channel ebenfalls in diese Initiative einzubinden.

Wie können Sie 2026 mitmachen und mithelfen?

z Nennen Sie uns interessante Projekte und Use Cases aus dem medizinischen Umfeld. Wir publizieren diese gerne.

z Wir planen ein Sonderheft für genau diese Use Cases. Sprechen Sie uns gerne darauf an!

z Spenden Sie direkt! https://www.it-business.de/ki-gegen-krebs/ sylvia.loesel@vogel.de

Die IT-Branche hat die Kompetenz, KI positiv einzusetzen. Das ist unglaublich wichtig und ein starkes Signal.“

Dr. Gunther Schunk Aufsichtsratsvorsitzende der Vogel Stiftung

NEXT STEP: NEXUS, NFON-PARTNERPROGRAMM

Mit dem Event Nexus Connect 2026 startet Nfon ins neue Jahr. Der UC-Anbieter präsentiert damit nicht nur ein verändertes Format für den Austausch mit den Partnern. Vielmehr steht ein neues Strategie- und Partnerprogramm in den Startlöchern. | Margrit Lingner

Nexus Connect 2026 heißt die neue Partnerveranstaltung von Nfon, die in diesem Jahr mit einem Hackathon in München startet. Das Partnerevent soll den knapp 300 anwesenden Partnern zeigen, welche Schwerpunkte und Prioritäten der Business-Kommunikationsanbieter setzen will. Zudem stehe das Event „für einen innovationsbasierten Wandel von klassi scher Cloud-Telefonie hin zu KI-gestützter Businesskommunikation“, führt Nfon-CEO Andreas Wesselmann aus.

Er präsentiert auf dem Event in München die neue Strategie Nfon Next 2027. Dazu gehören ein neues Partnerprogramm und das 2025 weiterentwickelte Produktportfolio, das sich hauptsächlich auf KI-Funktionen fokussiert. Es soll nicht nur das kommerzielle Set-up vereinfachen, sondern auch die Partner stärken. Zudem will sich Nfon als führender Anbieter KI-gestützter Businesskommunikation etablieren. Grundlagen dafür sind neben dem erweiterten KI-Portfolio (Nia, AI Essentials, Nia FrontDesk) die Integration von Botario und der Ausbau von Partnerschaften.

Mit dem neuen Partnerprogramm Nexus sieht sich der europäische UC-Anbieter gut aufgestellt für die Zukunft. Schließlich soll das modulare Lizenzmodell die Portfoliokomplexität reduzieren sowie Vertriebsund Kooperationsmodelle vereinheitlichen.

Das betreffe auch Partner, die durch die Übernahme der Deutsche Telefon Standard (DTS) mit Nfon zusammenarbeiten. Dabei sollen bestehende Programme weder beendet noch automatisch in das neue Partnerprogramm überführt werden. Vielmehr rechnet Nfon damit, dass sich die meisten bestehenden Partner innerhalb der nächsten 12 Monate für Nexus entscheiden. Geplant ist der Start für Anfang Februar 2026. Es umfasst die Stufen „Starter“, „Standard“, „Advanced“ und „Ultimate“. Dabei basiert das Modell auf paketierten Lizenzen für Businesstelefonie, die unterschiedliche Nutzerrollen und Einsatzszenarien abbilden. Sie sollen sowohl Kernfunktionen der Telefonie als

Das Jahr 2026 steht für Nfon im Zeichen des Zusammenspiels von Skalierung, Monetarisierung und Partner-Enablement.

auch KI-gestützte Leistungen wie AI Essentials integrieren.

KI-gestützten Leistungen müssen in den Markt gebracht werden, erklärt Alexander Wettjen, Executive VP Sales and Marketing bei Nfon. „KI ist kein Zusatz, sondern ein selbstverständlicher Bestandteil des Angebots.“ n

Alexander Wettjen, Executive VP Sales and Marketing bei Nfon

PARTNERPROGRAMM UND VERTRIEB NEU AUFGESTELLT

Auf der Gammaverse 2026 in Hof hat Gamma ein neues Partnerprogramm und die neue Vertriebsorganisation vorgestellt. So soll das Partnernetz gestärkt werden, um attraktive Cross- und Up-SellingPotenziale besser zu nutzen. | Margrit Lingner

Das zentrale Thema der Auftaktveranstaltung in der Freiheitshalle in Hof war die neu gebündelte Vertriebsorganisation

Gamma Sales und das neue Partnerprogramm. Dabei präsentierten die Chefs der zu Gamma gehörenden Unternehmen Starface, Estos und Gamma Deutschland den knapp 600 Teilnehmern die Vorteile der neuen Strategie. Eine enge strategische Partnerschaft mit dem Channel, durchgängige Komplettlösungen aus einer Hand gehören zum Erfolgsrezept.

„Gamma Sales bündelt das Knowhow von Starface, Estos und Gamma Deutschland – und ermöglicht es den Unternehmen, sich ganz auf ihre jeweiligen Stärken zu konzentrieren und innovative und zukunftssichere Lösungen zu entwickeln“, erläutert Dr. Alexander Seyferth, Geschäftsführer von Gamma Sales. Darüber hinaus schaffe die gemeinsame Ver-

Gamma Sales ermöglicht es den Unternehmen, sich ganz auf ihre jeweiligen Stärken zu konzentrieren.
Alexander

Seyferth, Geschäftsführer bei Gamma Sales

triebsorganisation die Voraussetzungen, um „mit unseren Channel-Partnern lösungsorientiert auf die Anforderungen unserer gemeinsamen Kunden einzugehen“. Dabei betont der Sales-Chef, dass im Vertrieb „durch den pragmatischen Ansatz nur das verändert wurde, was wirklich verändert werden musste“. Dazu gehört die Vereinheitlichung der Partnerprogramme. So wird es künftig fünf Stufen (Entry, Professional, Expert, Elite und Strategic) geben. Die Einstufung erfolgt nach Umsätzen und Zielvereinbarungen.

BILD: FRANKYSPHOTOGRAPHIX@GMAIL.COM

Laut Seyferth ist das neue Partnerprogramm seit 1. Januar 2026 live. Und nach einem Jahr des Übergangs soll es 2027 nur noch ein Partnerprogramm geben. Bis dahin können Partner in ihrem bestehenden Programm agieren. Ihre jeweilige Einstufung werde automatisch ins neue Partnerprogramm überführt. Doch sollen die Marken Starface, Estos und Gamma Deutschland laut Seyferth zunächst einmal bestehen bleiben. „Ob das in fünf Jahren noch der Fall sein wird, kann niemand sagen“. Allerdings rücke innerhalb der nächsten 24 Monaten das Hauptaugenmerk immer mehr auf Gamma und einen gemeinsamen Markenauftritt.

Die neue Gamma-Sales-Struktur sieht für die Zukunft einen einheitlichen Markenauftritt vor. Zusammenwachsen sollen sowohl Produkte und Lösungen als auch der Vertrieb, die Marktpräsenz und das Partnerprogramm. n

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UNSERE EVENTS 2026

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16. – 18. SEPTEMBER München

23. SEPTEMBER

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01. OKTOBER Heidelberg

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04. & 05. NOVEMBER (geplant)

JUNI

30. JUNI Pfäffikon (SZ), Schweiz

26. NOVEMBER

Berlin

02. DEZEMBER

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Die Inspire Expo 2026 markiert einen Wendepunkt für Sharp in Europa.

DIE TRANSFORMATION NIMMT GESTALT AN

Auf der Inspire Expo 2026 hat Sharp Europe gezeigt, wie es mit dem Sharp-One-Konzept weitergeht. Damit werden IT-Services, Audio-Video, Bürotechnologie und digitale Lösungen zusammengeführt. Mit Sharp DX hat das Unternehmen zudem eine Marke aus der Taufe gehoben, die das IT-ServicesGeschäft bündelt. | Klaus Länger

Die Inspire Expo ist für Sharp Europe die zentrale ChannelVeranstaltung. Auf der diesjährigen Veranstaltung in Lissabon hat das Unternehmen seine Partner darüber informiert, wie es mit Sharp One vorangeht. Mit dieser Strategie führt das Unternehmen bisher getrennte Geschäftsbereiche unter einem gemeinsamen Dach zusammen.

„Die Inspire Expo 2026 markiert einen Wendepunkt für Sharp in Europa. In den

vergangenen fünf Jahren haben wir unser Geschäft gezielt transformiert: Wir haben unsere IT-Services-Kapazitäten erweitert, Audio-Video vollständig integriert und unsere Geschäftsbereiche vereinheitlicht. Unter dem Leitgedanken ‚One Sharp‘ führen wir diese Entwicklung nun zusammen, um Unternehmen künftig noch ganzheitlicher zu unterstützen“, sagte dazu Joe Tomota, President Sharp Europe. Ein wichtiger Baustein ist die Integration der Sharp Display

Joe Tomota, President von Sharp Europe

Joe Tomota, President von Sharp Europe, stellt auf der Inspire Expo 2026 in Lissabon das One-SharpKonzept vor, mit dem alle Geschäftsbereiche vereinheitlicht werden.

Auf der Inspire Expo 2026 hat Sharp etliche neue MFPs gezeigt, die das bisherige Portfolio an A3- und A4-Systemen erweitern. Zu den Neuvorstellungen zählen die besonders nachhaltigen BP-Mono-MFPs und ein Gerät der Einstiegsklasse mit Cloud-gestützten Funktionen.

Solutions in das Sharp-One-Portfolio. Die Partner können ihren Kunden so alle Technologien für den modernen Arbeitsplatz aus einer Hand anbieten.

Einer der Höhepunkte in Lissabon war die Vorstellung von Sharp DX (Sharp Digital Experience). Unter dieser Marke werden alle IT-Services-Geschäftsbereiche von Sharp in Europa vereint. In den vergangenen fünf Jahren hat das Unternehmen seinen Services-Sektor durch eine ganze Reihe von Übernahmen ausgebaut. Sharp nennt hier Complete IT in Großbritannien, ITpoint in der Schweiz und Apsia in Frankreich. Zum Portfolio von Sharp DX zählen Cloud, Cybersicherheit, Managed Services, digitale Arbeitsprozesse und KI-gesteuerte Lösungen. Im Frühjahr 2026 kommt noch der Sharp-Kubernetes-Service dazu, der moderne digitale Dienste durch Automatisierung und Skalierung von Container-Workloads unterstützen soll.

Das Angebot reicht hier von einfachen Clustern für interne Expertenteams bis hin zu vollständig verwalteten Lösungen und dedizierter Hardware. In Planung ist zudem ein NIS2-Compliance-Angebot für Unternehmen jeder Größe. Von Microsoft hat Sharp Europe sechs Zertifizierungen erhalten, um den Kunden fortschrittliche KI-fähige Lösungen in großem Maßstab anbieten zu können. Zur Unterstützung des Sharp-DX-IT-Services wird das europäische Technologie-Support-Center in Warschau weiter ausgebaut.

Eines der Standbeine des Unternehmens bleibt die Sparte der Multifunktionsdrucker. Daher zeigte der Hersteller auf der Expo etliche neue Serien, mit denen das Portfolio weiter ausgebaut wird. Die Geräte der BP-Mono-MFP-Serie sollen sich beim Punkt Nachhaltigkeit auszeichnen: Die Kunststoffteile bestehen hier zu 50 Prozent aus PCR-Recycling-Materialien (Post

Consumer Recycled) und der typische Stromverbrauch soll sehr niedrig sein. Parallel zum Start der neuen Geräte wird das Synappx-Lösungsportfolio erweitert. Synappx ist eine Plattform von Anwendungen und Services für die Verwaltung und Nutzung von MFPs sowie zur Unterstützung digitaler Meetings. Synappx Cloud Print V1.7 wartet nun mit einer Scan-Funktion und der Anbindung an gängige Cloud-Dienste auf. Noch dieses Frühjahr stellt Sharp die KI-gestützte Softwarelösung Synappx Cloud Capture sowie Synappx Manage für die cloudbasierte Verwaltung von Druckerflotten bereit.

„Sharp Europe ist bereit für den nächsten Wachstumsschritt. Die Plattform, die wir aufgebaut haben, ermöglicht es uns, unser B2B-Umsatzpotenzial in Europa noch einmal auszubauen und zu verbessern“, fasst Tomota die Inhalte der Inspire Expo 2026 zusammen. n

BILD: SHARP
BILD: SHARP

SAP BUSINESS BYDESIGN – SO GEHT ES WEITER

Klingt komisch, ist aber so: Die SAPMittelstandslösung wird eingestellt und fortgeführt. Und das geht so: Der Neukundenvertrieb von SAP Business ByDesign endet noch im Frühjahr dieses Jahres, der CEO der All for One Group erläutert aber, warum das kein Beinbruch ist und wie es nun für die Bestandskunden weitergeht. | Dr. Stefan Riedl

Partner wie All for One wurden über ein Schreiben von SAP informiert. Der eine oder andere Kunde oder Marktakteur erfuhr aus dem Handelsblatt, dass Business ByDesign aus dem Hause SAP von der Preisliste genommen und der Neukundenvertrieb zum 20. April 2026 eingestellt wird. Michael Zitz, CEO bei der All for One Group, hat genaue Vorstellungen davon, wie es in diesem Umfeld nun

weitergehen soll. Als langjähriger Partner für SAP Business ByDesign mit kurzem Draht zu den Produktteams in Walldorf war die All for One Group vorab informiert. „Die Kommunikation war klar und vorausschauend, sodass wir Kunden auf diese Entwicklung vorbereiten konnten“, betont der Manager.

Das Wichtigste zuerst: War die Wertschöpfung, die Partner wie All for One in die

Lösung investiert haben, jetzt umsonst? Zitz entgegnet darauf ein ganz klares „Nein“. Die Investitionen und die Wertschöpfung, die man als Partner über fast zwei Jahrzehnte hinweg in SAP Business ByDesign eingebracht habe, seien „vollständig wirksam und für unsere BusinessByDesign-Kunden heute weiterhin von hohem Wert.“

Der Manager spricht von Stabilität und Planungssicherheit, für die man sorgen wolle, und davon, dass Business ByDesign eine ausgereifte Lösung bleibe, die für viele mittelständische Kunden sehr gut funktioniere. Auch wenn die Lösung aus dem Neukundenvertrieb fällt, wird sie von SAP „weiterhin mit sicherheits- und rechtsrelevanten Updates versorgt“, betont der Chef der All for One Group (AFOG). In ihrer Rolle als „ergänzender Innovationspartner“ wird sein Unternehmen dazu

beitragen, dass die Plattform stabil bleibt, gezielt weiterentwickelt wird und die Kunden der AFOG weiter darauf bauen können. „Wir halten ein dediziertes Team von über 40 Experten für SAP Business ByDesign vor, um unseren über 200 Kunden in mehr als 30 Ländern Zukunftssicherheit zu geben“, so der Manager. Diese Experten würden nicht nur betreuen, sondern die Plattform mit eigenen Innovationen aktiv weiterentwickeln. Und das auch in Zukunft. Ein Beispiel dafür sei das hauseigene Add-on für E-Invoicing, mit dem eine wichtige Funktionslücke geschlossen wurde. „Damit erfüllen unsere Kunden nicht nur die aktuellen gesetzlichen Anforderungen, sondern sind auch für künftige Entwicklungen bestens gerüstet“, betont Zitz.

All for One will für die Bestandskunden weiterhin an SAP Business ByDesign feilen.

Als wichtigste Botschaft für die Stammkunden formuliert der Manager: „Es geht weiter – und zwar planungssicher.“ Für bestehende Anwender wird sich wenig ändern, da die Lösung bereits einen sehr hohen Reifegrad besitzen würde. SAP habe zugesichert, SAP Business ByDesign weiterhin mit Sicherheits-, Complianceund gesetzlichen Updates zu unterstützen, so der Manager. Dabei hätten die Walldorfer explizit betont, dass es kein Wartungsende für SAP Business ByDesign gibt. Sein Fokus als SAP-Partner bleibe, SAP Business ByDesign langfristig „weiter mit vollem Fokus zu betreuen und mit Innovationen zu versorgen“. „Wir haben die Expertise und die personellen Ressourcen, um weiterhin die Plattform durch Zusatzlösungen wie Add-ons und Services funktional zu erweitern. Das entkoppelt unsere Kunden vom akuten Handlungsdruck und gibt ihnen Investitionssicherheit.“

Inwieweit Zitz hier sozusagen „gute Miene zum bösen Spiel“ macht, wie es so schön heißt, darüber kann nur spekuliert werden. Denn wegbrechendes Neukundengeschäft dürfte aus unternehmerischer Sicht keine gute Nachricht sein. Aber als „Trusted Advisor“ könnte das Unternehmen auch zumindest bestehende Installationen am Markt übernehmen. „Besonders freut es uns, dass unser Commitment am Markt deutlich wahrgenommen wird und

wir immer mehr Kunden mit bestehenden SAP-Business-ByDesign-Systemen betreuen dürfen“, sagt der AFOG-Chef. Dadurch habe man die Möglichkeit, die eigene Expertise und eigene Innovationen „mit einer stetig wachsenden Stammkundenbasis zu teilen“. Es wird sich zeigen, was sich nun im Business-ByDesign-Partneruniversum tut: Einige Partner könnten sich aufgrund des ausbleibenden Neukundengeschäfts und der strategischen Neuausrichtung dazu entscheiden, ihre Partnerschaft zu überdenken oder zu beenden. Andere – wie die All for One Group – werden ihre Dienstleistungen auf die Betreuung, den Support fokussieren und auch weiterentwickeln –wie das E-Invoicing-Beispiel zeigt.

Freilich können sich Kunden auch perspektivisch für einen Wechsel, beispielsweise auf die SAP Business Suite, entscheiden. Dann stehe man mit der Erfahrung aus zahlreichen Transformationsprojekten zur Stelle und könne die Migration strukturiert und risikoarm begleiten. „Ein Wechsel auf die neue SAP Business Suite lohnt sich beispielsweise bei sehr komplexen und globalen Szenarien, starkem internationalem Wachstum oder wenn ein Unternehmen die volle Tiefe und Breite der SAP S/4HANA-Plattform, inklusive neuer Technologien wie integrierte KI und umfassender Prozessintegration, strategisch nutzen möchte“, erläutert der CEO. Insbesondere für viele kleinere mittelständische Unternehmen werde SAP Business ByDesign aber die richtige und wirtschaftlich sinnvollere Option bleiben. Diese Entscheidung könne der Kunde ganz ohne Druck fällen; sie sollte daher allein auf strategischen Überlegungen beruhen. n

Michael Zitz, CEO der All for One Group

PERSONALROCHADE BEI ENREACH

Enreach hat mit Gregor Liedhegener einen neuen Geschäftsführer. Die Position übernimmt er von Wolfgang Roeser, der seit 2020 als Geschäftsführer für die Bereiche Finance, Supply Chain Management, Human Resources, Legal & Compliance in Deutschland zuständig war. Roeser wechselt in die internationale EnreachGruppe. Als Director Controlling verfügt Liedhegener über fundierte Erfahrung in Controlling und Finanzsteuerung. Nun übernimmt er in seiner Doppelfunktion nicht nur die Geschäftsführung der deutschen Organisation, sondern verantwortet zusätzlich als Finance Director die Finanzen für das Midsize Segment. Vor seiner Zeit bei Enreach sammelte er Expertise in verschiedenen ControllingPositionen bei Unternehmen wie Riedel Communications, Demant und Geers – in Deutschland und in der Schweiz. Der bisherige CFO Wolfgang Roeser steigt

Gregor Liedhegener gehört nun zur Firmenleitung von Enreach am deutschen Standort Bochum.

weiter auf: Er wechselt in die internationale Enreach Gruppe. Als Finance Director ist er ab sofort für das gesamte Small Business Segment verantwortlich. „Wir sind überzeugt, dass er diese neue Aufgabe mit der ihm eigenen Kompetenz und Verlässlich-

FÜHRUNGSWECHSEL BEI HERWECK

Überraschend ist der Wechsel in der Unternehmensführung bei Herweck nicht. Seit Anfang Januar 2026 ist Mitgründer und Geschäftsführer Dieter Philippi in den Aufsichtsrat des saarländischen Distributors gewechselt. Seine operative Tätigkeit übernimmt planmäßig Jakob Saga, der seit Januar 2025 als kaufmännischer Leiter im Unternehmen tätig ist. Saga verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in der kaufmännischen Leitung. Allerdings ist der Manager ein Frischling im ITK-Channel. Laut Herweck bringt er aber umfassende fachliche Expertise sowie eine klar

ergebnisorientierte Führungsmentalität mit. Bevor Saga zu Herweck gestoßen ist, war er mehrere Jahre in der PharmaBranche tätig. Unter anderem war er drei Jahre lang Finanzchef bei AstraZeneca. Neun Jahre lang hatte er bei Roche verschiedene leitende Funktionen inne. So war er dort von 2015 bis 2018 Finanzchef. Seine inhaltlichen Schwerpunkte liegen ganz klar in den Bereichen Finanzen, IT, Personal, Projektmanagement und Recht. Der Herweck-Vorstand setzt sich nun aus Jakob Saga, Jörg Herweck und HansJürgen Witfeld zusammen. So soll das Unternehmen weiterhin dauerhaft erfolgreich wachsen. | ml

keit ausfüllen wird“, sagt Enreach Geschäftsführer Dr. Ralf Ebbinghaus und begrüßte zugleich die neue Firmenführung. Gemeinsam mit Liedhegener wolle man die Erfolgsgeschichte im deutschen Markt fortsetzen. | se

Michael Stuhr ist neuer Geschäftsführer Acer

Deutschland

Acer hat mit Michael Stuhr einen neuen Deutschlandchef. Er übernimmt die Rolle von Robert Perenz, der die DeutschlandGeschäftsführung abgibt, um sich ganz auf seine Tätigkeit als General Manager Central Europe zu konzentrieren. Stuhr bringt über zwei Jahrzehnte Erfahrung in der IT-Branche mit. Er war bereits von 2009 bis 2011 bei Acer Österreich als Head of Professional Business tätig und übernahm 2013 die Position des Country Managers. Vor seiner Karriere bei Acer war er bei Ingram Micro in verschiedenen Leitungsfunktionen tätig. Der neue Deutschlandchef soll sowohl das Privatkundengeschäft als auch das Geschäftskundensegment weiterentwickeln. | ml

ROBUSTER SCHUTZ FÜR TABLETS

DAS UAG PLYO LT-CASE FÜR DEN BILDUNGSSEKTOR

ENTWICKELT FÜR DEN URBANEN DSCHUNGEL –OPTIMIERT FÜR DEN SCHULALLTAG

Für Händler und Einkäufer im Bildungsbereich bedeutet die Ausstattung von Bildungseinrichtungen wie Schulen, Universitäten oder Akademien mit iPads nicht nur die Investition in Hardware –sondern auch die Verantwortung für deren Langlebigkeit. Zu diesem Zweck entwickelt UAG Produkte wie das PLYO LT Case für das iPad 10,9“ (11. Generation, sowie für die aktuellen iPad Air Modelle) permanent weiter und bietet genau die Lösungen, die der Bildungssektor braucht: maximalen Schutz bei minimalem Gewicht.

HARTE FAKTEN - REALITÄT IM ALLTAG

Tablets müssen sich jeden Tag im Klassenzimmer, auf dem Pausenhof oder auf Messen und Seminaren bewähren. Die Geräte sind permanent im Einsatz und werden stark beansprucht. Entsprechend hoch ist natürlich auch der Verschleiß und die Abnutzung der empfindlichen Elektronikgeräte.

ASSET MANAGEMENT LEICHT GEMACHT

Laut mehreren IT-Dienstleistern* sinkt die Schadensquote von rund 20 – 25 % pro Jahr auf unter 5 %, wenn Tablets mit geeigneten, stabilen Schutzcases ausgegeben werden.

Eine weitere Fallstudie des Klein Independent School District aus den USA berichtet, dass ungeschützte Geräte jährliche Schadensraten von 30 – 35% aufweisen. Mit einem Schutzetui sank die Rate im betrachteten Zeitraum auf etwa 4,6%. Der zusätzliche Einsatz einer Displayschutz-Folie (0,3 – 0,5 mm), reduzierte die Wahrscheinlichkeit von Display-Brüchen darüber hinaus um bis zu 80%. Die richtigen Investitionen in Schutzzubehör amortisieren sich für Schulträger und IT-Verantwortliche also schnell.

MILITÄRSTANDARD

TRIFFT EDUCATION-ALLTAG

Das UAG PLYO LT Case erfüllt übrigens den harten militärischen Drop-Test-Standard MIL STD 810G 516.6 und bietet damit nachweislich Sicherheit gegen Stürze und Stöße. Die speziellen Air-Soft-Ecken absorbieren Aufprallenergie effektiv, während die federleichte Konstruktion mit nur 310 Gramm das Gewicht der Schultasche kaum erhöht – ein entscheidender Faktor gerade für junge Schüler.

Besonders interessant für den EducationBereich: Die transparente Rückseite ermöglicht das Anbringen von Asset-Tags, ohne die Schutzhülle entfernen zu müssen. Austauschbare Kameraringe in verschiedenen Farben erlauben zudem eine einfache (Klassen)Zuordnung oder Gerätekennzeichnung – etwa nach Jahrgangsstufen oder Standorten. IT-Administratoren wissen diese vermeintlich kleinen Details zu schätzen.

FUNKTIONALITÄT, DIE BEGEISTERT

Der integrierte Apple Pencil- und Logitech Crayon-Halter sorgt dafür, dass das wichtigste Zubehör immer griffbereit ist. Der Multi-Position-Stand mit verschiedenen Betrachtungs- und Tippwinkeln unterstützt unterschiedliche Lernszenarien – vom Videotutorial bis zur Texterfassung.

WETTBEWERBSVORTEIL ALS HÄNDLER

Mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis positioniert sich das PLYO LT Case optimal für Bildungseinrichtungen, die Qualität, Sicherheit und Budget in Einklang bringen müssen. Die Limited Lifetime Warranty unterstreicht UAGs Vertrauen in seine Produkte.

BILDER:

ELECTRONICPARTNER MIT NEUEM VORSTAND

EP beruft Patrick van Tent in den Vorstand der Verbundgruppe. Mit dem Wechsel setzt das Düsseldorfer Handelsunternehmen die Neuausrichtung planmäßig fort. Nachdem Karl Trautmann nach 20 Jahren im Vorstand die Verbundgruppe verlassen hat, verabschiedet sich Friedrich Sobol im März 2026 ebenfalls in den Ruhestand. Der Vorstand wird zukünftig aus Matthias Assmann, Greta Ziob und Patrick van Tent bestehen. Die Ressortverteilung bleibt unberührt, während Patrick van Tent zusätzlich die Landesgesellschaft Niederlande verantwortet.

Der neue Vorstand startete 2007 bei der Verbundgruppe in den Niederlanden als Leiter Einkauf, Marketing und E-Commerce. Seit 2017 ist er Geschäftsführer der Landesgesellschaft und trat zudem im Jahr 2022 in den Verwaltungsrat des internationalen Händlerverbundes

E-Square ein. Er kommt „von der Fläche“ und hat vor seiner Zeit bei EP bereits Erfahrung im Fachhandel gesammelt. „Er führt die Landesgesellschaft Niederlande seit Jahren sehr erfolgreich und besitzt ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse der Fachhändler – gerade in Zeiten von Margendruck und Omnichannel-Komplexität – sowie für das Zusammenspiel zwischen zentralen Vorgaben und lokalem Unternehmertum“, betont Professor Stefan Feuerstein, Vorsitzender des EPVerwaltungsrats.

Auch Sobol kam „von der Fläche“: Er war 20 Jahre im Elektro-Einzelhandel tätig, bevor er bei EP einstieg. Von 2001 bis 2013 war er Geschäftsführer der Landesgesellschaft Österreich und wurde dann in den Vorstand berufen. Hier setzte er zahlreiche Projekte um und war federführend bei der Qualitätsoffensive der Marke EP sowie der Privatisierung von Medimax. | ml

EXTREME NETWORKS ERNEUERT PARTNERPROGRAMM

Extreme Networks hat ein neues Partnerprogramm bekannt gegeben. Unter dem Namen Extreme Partner First wurde das Programm entwickelt, um das Partnerengagement zu stärken. So gibt es nun ein globales SKU- (Stock Keeping Unit) und volumenbasiertes Rabattmodell. Damit auch internationale Deals ohne Probleme ablaufen können, hat der Anbieter einen einheitlichen globalen Rahmen für die Deal-Registrierung eingeführt sowie ein automatisches Schutzsystem, das verhindert, dass mehrere Partner gleichzeitig am selben Deal arbeiten. Zusätzlich verspricht

Extreme Networks, Service Level Agreements (SLAs) innerhalb von 48 Stunden zu bearbeiten. Mit einem KI-gestützten Sales Assistant möchte Extreme die Partner dabei unterstützen, schnell die richtigen Verkaufsinformationen zu finden, gleich ob Produktdetails, Fallstudien oder Preislisten. Dadurch sollen Deal-Abschlüsse beschleunigt werden. Partner erhalten zudem personalisierte Dashboards, die Zugänge für Partnerbelohnungen werden beschleunigt. Hinzu kommen neue kombinierte Zertifizierungen für Installation und Fehlerbehebungen. | nf

Der langjährige Vorstand von ElectronicPartner Friedrich Sobol verabschiedet sich Ende März 2026 in den Ruhestand.

Myra Security befördert Nils Schwerdfeger zum COO

Sukzessive baut Myra Security sein Führungsteam aus. Mit Nils Schwerdfeger befördert das Unternehmen einen Mitarbeiter mit fundiertem wissenschaftlichem Hintergrund zum COO. Die vergangenen eineinhalb Jahre war Schwerdfeger als Chief of Staff für die strategische Weiterentwicklung von Myra Security verantwortlich. Bereits seit September 2025 kümmert sich der 33-Jährige als Chief Operating Officer (COO) um die stärkere Integration von Produkt- und Marktzugang, den Ausbau skalierbarer Prozesse sowie die gezielte Weiterentwicklung der operativen Umsetzung. Vor seinem Einstieg bei Myra war Schwerdfeger für die Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey & Company tätig. | iz

BILD: CANVA / KI-GENERIERT

END-TO-END-ÖKOSYSTEM FÜR DEN E-COMMERCE

Stackit, Empiriecom und Adesso haben eine End-to-End-Lösung für den E-Commerce ins Leben gerufen, die als deutsches Ökosystem Datensouveränität nach europäischen Standards bieten und eine schlüsselfertige Alternative zu internationalen Hyperscalern darstellen soll. Alle Daten und Shop-Prozesse bleiben in Deutschland und sind durch die strengen DSGVO-Vorgaben geschützt. Die Partnerschaft ziele darauf ab, hohe Datensicherheit, Performance und Rechtskonformität zu gewährleisten. Das Ökosystem kombiniert dafür die Technologien der Partner zu einer Gesamtlösung, die vollständig in Deutschland entwickelt und betrieben wird. Die drei Partner setzen auf vollständig in Deutschland entwickelte, gehostete und betriebene Produkte. Das Paket kombiniert die Softwareangebote der drei Technologieunternehmen und integriert diese in

Freuen sich über die künftige Zusammenarbeit: (v. l.)

Georg Willig (CFO bei Accompio), Dr. Armin Wachter, Maik Karbon und Thomas Jähnig

Die Accompio Gruppe hat Wachter & Karbon IT-Consulting vollständig erworben. Damit verstärkt Accompio, die im vergangenen Jahr bereits den Managed Service Provider Netz16 übernommen hat, die Expertise für Application Performance Management und erweitert die Groß- und Konzernkundenbasis. Der Erwerb wurde durch den Private-EquityInvestor EOS Partners unterstützt.

eine nahtlose Gesamtlösung. Diese besteht aus der Stackit-Infrastruktur, der Empiriecom Commerce Suite und der AdessoImplementierung. Der stabile und sichere Betrieb steht im Vordergrund. | ap

ACCOMPIO ERWIRBT WACHTER & KARBON IT-CONSULTING

Die Initiatoren des „German Digital Commerce Operation Model’“von Stackit, Empiriecom und Adesso: Samuel Boger, Quan Mach, Nico Kollmar, Udo Bischof, Ralf Männlein, Bernd Wagner, Oliver Schobert (v. l.).

Connexta gewinnt neuen Local Hero

Wachter & Karbon, mit Sitz in Uelzen, wurde 2006 gegründet und ist ein Anbie-

ter hochspezialisierter IT-Dienstleistungen für Großkunden in Deutschland und Österreich. Das Unternehmen begleitet Kunden bei anspruchsvollen IT-Projekten zum Performance Quality Management und Business Service Management. Die Unterstützung reicht von der Wissensvermittlung bis zur Projektsteuerung. Die bisherigen Geschäftsführer Maik Karbon und Armin Wachter werden künftig gemeinsam mit Thomas Jähnig die Geschäftsführung fortsetzen. Jähnig ist bereits als Geschäftsführer von Accompio PrimeTec im Segment Application Performance Management für Enterpriseund Konzernkunden tätig. | md

Die in Sievershagen bei Rostock ansässige SOHnix AG ist der Connexta-Gruppe beigetreten. Der IT-Dienstleister aus Mecklenburg-Vorpommern bringt ein etabliertes Kompetenzzentrum für mittelständische Kunden, Steuerkanzleien und die öffentliche Hand in die Gruppe ein. Außerdem betreibt der IT-Dienstleister seit über 20 Jahren ein eigenes Rechenzentrum. So gewinnt das Connexta-Netzwerk eine weitere starke regionale Präsenz. SOHnix betreut rund 300 Kunden in Mecklenburg-Vorpommern und angrenzenden Regionen und beschäftigt über 40 Mitarbeitende. Ein besonderer strategischer Baustein ist das eigene, nach ISO 27001 und BSI-IT-Grundschutz zertifizierte Rechenzentrum. | ml

KI

FRISST ENERGIE

Der Siegeszug der KI stellt nicht nur Hyperscaler vor enorme Herausforderungen, sondern auch Unternehmen, die KI im eigenen Rechenzentrum nutzen. Dabei spielt nicht nur die Kühlung eine entscheidende Rolle, sondern auch die stabile Energieversorgung. | Klaus Länger

Die Kehrseite der schönen neuen KI-Welt: Für deren Betrieb reicht saubere Energie nicht aus. Eine sinnvolle Datacenter-Planung kann aber den Stromhunger zumindest begrenzen.

Einen Anstieg des Energiebedarfs von Rechenzentren um 50 Prozent bis 2027 und sogar um 165 Prozent bis 2030 sagt eine Studie von Goldman Sachs Research voraus. Getrieben wird dieser enorm steigende Stromhunger vor allem von der Künstlichen Intelligenz mit ihren Massen an GPU-Servern für Training und Inferenz sowie der zusätzlich nötigen Storage- und Netzwerk-Infrastruktur. Um den Energiebedarf zu decken, greifen vor allem die US-amerikanischen Hyperscaler und die Betreiber der großen KI-Datacenter zu extremen Maßnahmen: Für Microsoft und Google werden stillgelegte Kernkraftwerke wieder in Betrieb genommen, der Colossus-Supercomputer von Elon Musks KI-Firma xAI wird durch umweltschädliche Gasturbinen mit Strom versorgt, da das lokale Stromnetz nicht genügend Energie liefern kann. Hierzulande ist die Situation noch nicht so dramatisch, da es noch nicht so viele Mega-Datacenter für KI gibt. Aber laut dem Global Oil and Gas Plant Tracker (GOGPT) von Global Energy Monitor werden rund 13 Prozent der aktuell in Deutschland geplanten oder in Bau befindlichen Gaskraftwerke allein für die Versorgung von Rechenzentren dienen.

Der Energiebedarf moderner KI-Infrastrukturen wächst rasant. Es wird nicht nur deutlich mehr Strom benötigt, sondern auch erheblich mehr Kühlleistung.

Aber auch Unternehmen und Institutionen, die keine riesigen KI-Datacenter betreiben, sollten sich Gedanken über eine ausreichende Stromversorgung und Kühlung ihrer Rechenzentren machen. Denn laut dem neuen Europe & Middle East CIO Playbook, das IDC im Auftrag von Lenovo erstellt hat, ist die Unternehmens-KI auf dem Vormarsch. Dabei ziehen 58 Prozent der Unternehmen hybride Ansätze als primäres Bereitstellungsmodell für KI vor. Die Spannbreite der lokal eingesetzten KI-Server reicht von moderat ausgestatteten Maschinen mit nur einer GPU bis hin zu massiven Servern mit acht BlackwellGPUs und einer Leistungsaufnahme von rund 15 kW. Das ist zwar mit einer traditionellen Luftkühlung noch zu bewältigen, die Systeme benötigen aber dann zehn Höheneinheiten im Rack. Mit einer direkten Wasserkühlung sind sie nur halb so hoch und können zudem effizienter arbeiten. Karin Hernik, Head of IT

Clark Li, Country Manager von Kaytus für die DACH-Region

FLÜSSIGKEITSKÜHLSYSTEME SIND KOMPLEX

Flüssigkeitskühlsysteme ermöglichen zwar eine hohe Rechenleistung auf weniger Raum und mit höherer Effizienz, sind aber komplex und erfordern damit entsprechende Expertise und Planung. Clark Li, Country Manager für die DACH-Region beim auf HPC- und KI-Systeme spezialisierten Serverhersteller Kaytus, gibt zu bedenken, dass Flüssigkeitskühlsysteme mehrere Ebenen umfassen, „wie die Architektur des Rechenzentrums und Komponenten bzw. Schnittstellen der Flüssigkeitskühlung ebenso wie die Infrastruktur oder die Überwachung der Flüssigkeitskühlung“. Daher erfordere die Implementierung eine interdisziplinäre Koordination zwischen Stromverteilung, der Planung der Leitungswege für Heizung, Lüftung und Klimatisierung sowie eine Berücksichtigung der strukturellen Belastung und des Luftstrommanagements. Auch an die Stromversorgung stellen sie mit bis zu 190 kW pro Serverschrank extreme Anforderungen.

Daher erfordert „die Einrichtung eines flüssigkeitsgekühlten Rechenzentrums die Koordination mehrerer Auftragnehmer und die Verwaltung gleichzeitiger Bautätigkeiten“ sowie eine finale Feinabstimmung durch Experten.

Channel DACH Secure Power bei Schneider Electric, beobachtet bereits einen klaren Trend zur Flüssigkeitskühlung und sagt dazu: „Während aktuell noch hybride Lösungen verbreitet sind, wird Flüssigkeitskühlung künftig eine zentrale Rolle spielen, um die thermischen Anforderungen effizient zu bewältigen.“ Laut Hernik rückt dabei zudem ein ganzheitliches Energiemanagement in den Mittelpunkt: „Durch die Digitalisierung und Vernetzung aller Systeme lassen sich Strom, Kühlung und Ressourcen optimal steuern und überwachen.“ Das ermögliche nicht nur eine bessere Kontrolle des Energieverbrauchs, sondern erhöhe zudem die Nachhaltigkeit. Für Xiaojie Liu, Marketing Manager, Data Center Segment BU bei Delta Electronics, verändert der KI-Boom die technischen Rahmenbedingungen von Rechenzentren grundlegend. Er merkt an, dass „KIAnwendungen deutlich höhere und

stellt Rechenzentren

Herausforderungen.

zugleich volatilere Leistungsdichten als klassische IT-Workloads erzeugen. Serverracks, die früher mit 5 bis 10 kW betrieben wurden, müssen heute Lasten von 30 kW und mehr verkraften.“ Daher beobachtet auch Delta einen klaren Trend hin zu Flüssigkeitskühlung, etwa in Form von Direct-to-Chip- oder hybriden Kühlkonzepten.

Für Unternehmen hat der zunächst aufwändigere Einsatz einer Flüssigkeitskühlung für KISysteme den Vorteil, dass sie deutlich weniger Platz

Karin Hernik, Head of IT Channel DACH Secure Power

Das Luftbild eines großen Rechenzentrums in den Niederlanden illustriert den Aufwand, der für Kühlung und Stromversorgung notwendig ist.

brauchen. Wenn gleichzeitig bestehende Server- und Storage-Systeme konsolidiert, also durch eine geringere Zahl leistungsstärkerer Maschinen ersetzt werden, dann können sie die bestehenden Rechenzentren nutzen und kommen um den Neubau von Gebäuden herum.

Um den Partnern das Leben bei der Planung neuer oder dem Umbau bestehender Rechenzentren zu erleichtern, stellt Schneider Electric eine Reihe von Referenzdesigns mit Flüssigkeitskühlung für unterschiedliche Anforderungen bis hin zu hochdichten KI-Rechenzentren bereit. Der Trend geht hier in der Branche zu modularen und skalierbaren Infrastrukturlösungen, die schnell in Betrieb genom-

Der HPE Proliant Compute XD685 in der Nvidia-Variante bringt dank Flüssigkeitskühlung acht Nvidia-B300-GPUs in einem 5U-Gehäuse unter. Die luftgekühlte Variante rechts daneben belegt dagegen 10 Höheneinheiten im Rack.

Flexible und intelligente USV-Systeme sind Pflicht, um kritische IT jederzeit abzusichern.

men werden können. Vertiv hat mit MegaMod HDX gerade eine Lösung vorgestellt, die eine direkte Flüssigkeitskühlung mit luftgekühlten Architekturen kombiniert und für bis zu 10 MW ausgelegt ist. Mit den Data Center Building Block Solutions steigt auch Supermicro in das Datacenter-Geschäft ein und bietet passend zu den Servern gleich Kühlung und Stromversorgung an. Wie Lui betont, stellen KI-Workloads mit stark schwanken-

den Lastprofilen auch höhere Anforderungen an die Notstromversorgung. Sie erfordern „USV-Systeme, die Lastspitzen zuverlässig abfangen und sich dynamisch an wechselnde Betriebszustände anpassen können.“ Eine stärkere Nachfrage nach leistungsstarken USV-Lösungen wegen möglicher Angriffe auf kritische Infrastrukturen sieht der Manager nur bedingt. Die Kunden hätten einen stärkeren Fokus auf Resilienz und Versorgungssicherheit.

Andreas Bichlmeir, Vorstand bei Online USV-Systeme
BILD: GUDRUN KAISER
BILD: VOGEL IT-MEDIEN

Andreas Bichlmeir, Vorstand von OnlineUSV, registriert durchaus eine veränderte Nachfrage, die mit der Sorge um Angriffe zu tun haben könnte. Einerseits werden leistungsstarke zentrale USV-Systeme nachgefragt, andererseits zunehmend dezentrale, redundante Systeme: „Mehrere kleinere USV-Anlagen verteilen die Last, erhöhen die Ausfallsicherheit und verhindern, dass ein einzelner Ausfall das gesamte Netzwerk lahmlegt“. Hier sieht Bichlmeir für Fachhändler und Systemhäuser eine gute Gelegenheit, ihre Expertise zu demonstrieren, indem sie den Kunden eine passende Kombination aus Leistung, Redundanz und Skalierbarkeit empfehlen.

Die Herausforderung für USVs durch die Lastspitzen bei KI-Systemen sieht der Online-USV-Chef ebenso wie Christian Pirch, Geschäftsführer bei Cyberpower. Die USV-Systeme müssen hier faktisch mit „kurzfristigen Überlastsituationen“ zurechtkommen, bei denen die Systeme keinen Schaden nehmen dürfen. Für Hernik sind moderne USV-Systeme weit mehr als nur eine reine Notstromversorgung, sondern eingebunden in digitale Überwachungs- und Wartungskonzepte. Durch Automatisierung und vorausschauende Wartung können Probleme frühzeitig erkannt und gezielt behoben werden. „Das erhöht die Resilienz und Effizienz der Rechenzentren und hilft, den steigenden Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit gerecht zu werden“, betont die Channel-Chefin bei Schneider

Das Detailfoto des Ramses-Supercomputers mit Servern von Kaytus verschafft einen Eindruck von der Komplexität flüssigkeitsgekühlter Serversysteme.

Electric. Ins selbe Horn stößt Liu von Delta Electronic: „Moderne USV-Konzepte leisten damit nicht nur einen Beitrag zur Absicherung, sondern auch zur Stabilität und Effizienz der gesamten Energieinfrastruktur eines Rechenzentrums.“

Durch den vermehrten Einsatz von KI-Systemen an Edge-Standorten, etwa in der industriellen Fertigung für die intelligente Maschinensteuerung, im Retail für die Datenanalyse oder für Smart-CityKonzepte, steigt auch hier die Nachfrage nach leistungsfähigeren USV-Lösungen. Für Bichlmeir sind hier ebenfalls intelligente Steuerungs- und Monitoringlösungen zentral, was den Partnern die Chance eröffnet, „Kunden gezielt dabei zu unterstützen, Lastspitzen zuverlässig abzufangen und die IT-Infrastruktur jederzeit stabil zu halten.“

Ein relativ neuer Trend sind dabei groß dimensionierte Batteriespeichersysteme wie etwa DELTerra C von Delta Electronics mit 261 kWh Kapazität pro Schrank. Sie können nicht nur die Notstromversorgung sicherstellen, sondern auch noch als Puffer für überschüssige PV-Produktion die Kosten senken und die Effizienz steigern. Einen nächsten Schritt kann dann die weitergehende Selbstversorgung von Rechenzentren und vor allem EdgeInfrastrukturen darstellen, etwa durch Biogas, Geothermie oder Brennstoffzellen. n

EDUCATION-CHROMEBOOKS MIT MEHR POWER

Chromebooks sind im deutschen Bildungsbereich eher eine Randerscheinung, ganz im Gegensatz zu den USA. Trotzdem bringt Acer die neue Generation von Chromebook 311 und Chromebook Spin 311 auch auf den deutschen Markt. Das 11,6-Zoll-Chromebook und dessen Convertible-Variante Spin sind in der neuen Version, die den Zusatz C725 trägt, mit dem ARM-Prozessor Kompanio-540 von Mediatek ausgestattet, der eine höhere Leistung bei gleichzeitig langer Akkulaufzeit bieten soll. Der 45-Wh-Akku in den beiden Chromebook-311-Modellen reicht laut Acer für bis zu 15 Stunden aus. Von den Vorgängern übernehmen die neuen Chromebooks das IPS-Display mit einer

Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten. Die Chromebooks sollen Stürze aus bis zu 122 cm Höhe ohne Schaden überstehen, Keyboard und Touchpad sind gegen Flüssigkeit geschützt. | kl

NOTEBOOKS FÜR

DIE SCHULE

Notebooks müssen in der Schule einiges aushalten: Schüler gehen nicht unbedingt immer pfleglich mit den Geräten um, schnell kann mal eines von der Schulbank fallen. Dell

Verstärkte Gehäuseecken und eine spritzwassergeschützte Tastatur machen Dells Pro Education 11 2-in-1 robust genug für den harten Alltag in der Schule.

Beim Convertible-Chromebook Spin 311-C725 und dessen Clamshell-Variante Chromebook 311 kommt nun der Prozessor Mediatek-Kompanio-540 mit insgesamt acht ARM-Cores zum Einsatz.

präsentiert mit dem Pro Education 11 Laptop, dessen 2-in-1-Variante und dem größeren Pro Education 14 Laptop drei robuste Mobilrechner mit Windows 11, die speziell für den Education-Markt entwickelt wurden. Die Modelle Pro Education 11 Laptop und 2-in-1 mit 11,6-Zoll-HD-Display basieren beide auf den Intel-Quadcore-Prozessoren N150 und N250 aus der Twin-Lake-Familie, das 14-ZollModell ist zusätzlich mit dem Achtkerner Intel Core 3 N350 erhältlich. Hier ist ein Full-HD+-Display eingebaut. Bei allen drei Geräten ist das Kunststoffgehäuse an den Ecken verstärkt, das Keyboard gegen Spritzwasser geschützt und mit gegen Abziehen gesicherten Tastenkappen ausgestattet. Die neuen Geräte aus der Dell-ProEducation-Serie sind ab Februar erhältlich. Preise für die Notebooks nennt der Hersteller nicht. | kl

ULTRAKURZDISTANZPROJEKTOR FÜR DAS HEIMKINO

Epson ergänzt die Lifestudio-GrandFamilie der 4K-Ultrakurzdistanzprojektoren fürs Heimkino mit dem 4.000 Lumen hellen EH-LS970. Der 3LCD-Beamer bietet mit bis zu 150 Zoll eine größere Diagonale als die bisherigen Modelle. Die wartungsfreie Laserlichtquelle soll für bis zu 20.000 Stunden Lebensdauer sorgen. Zudem verfügt das Gerät über einen TV-Chip, der mittels KI eine Bildanalyse durchführt, um die Bildqualität zu verbessern. Mit einem Arbeitsgeräusch von maximal 29 dB, im Silent-Modus sogar nur 18 dB, ist der EH-LS970 zudem sehr leise. Für einen guten Sound soll ein Stereo-Audiosystem von Bose mit Dolby Audio sorgen, für den Zugriff auf Streamingdienste wie Netflix

KOMPAKTER A4-SCANNER

ohne zusätzlichen Zuspieler die Integration von Google TV. Ein Low-Latency-GamingModus mit einer Eingabeverzögerung unter 20 ms über HDMI ermöglicht flüssiges Spielen auf der Leinwand. | kl

Der Epson-Ultrakurzdistanzprojektor Lifestudio Grand EH-LS970 wirft bei nur wenigen Zentimetern Projektionsabstand ein 4K-Bild mit bis zu 150 Zoll Diagonale an die Wand.

Bis zu 70 Bilder pro Minute mit 600 x 600 dpi scannt der Brother ADS4055W mit seinen beiden CIS-Scanzeilen. Der kompakte A4-Dokumentenscanner ist dabei nicht nur als

Der Dokumentenscanner ADS-4550W verarbeitet mit seinen beiden Scanzeilen bis zu 35 doppelseitig bedruckte DIN-A4-Seiten pro Minute.

Desktopscanner mit USB-3.0Anschluss geeignet, sondern kann via Fast-Ethernet-Adapter oder 2,4-GHzWLAN auch in ein Heim- oder Firmennetzwerk eingebunden werden. Die Netzwerkverwaltungssoftware Brother BRAdmin Light ist im Lieferumfang enthalten. Via Wi-Fi Direct ist er mittels der Brother-Mobile-Connect-App auch von Mobilgeräten aus zugänglich. Zudem kann das Gerät autonom über einen 2,8-ZollTouchscreen an der Front gesteuert werden, etwa um direkt auf einen USB-Stick zu scannen. Der automatische Dokumenteneinzug fasst bis zu 60 Blatt Papier. Im Vergleich zum direkten Vorgänger ADS-4050W hat Brother eigentlich nur die Verpackung verändert. Statt Schaumstoff wird geformter Zellstoff aus Altpapier genutzt. Der Scanner kostet 607 Euro (UVP). | kl

INTELLIGENTE KAMERAS FÜR HYBRIDE MEETINGS

Die Künstliche Intelligenz ist auch in Konferenzkameras angekommen: In den neuen LogitechModellen Rally AI Camera und Rally AI Camera Pro soll das anpassungsfähige, KI-gestützte RightSight 2 Video-Framing dafür sorgen, dass entweder die gesamte Gruppe gezeigt wird, einzelne Sprecher in den Fokus rücken oder Teilnehmende übersichtlich in eine Grid-Ansicht gerückt werden. Beide Modelle verfügen über eine Kamera mit 1-Zoll-Bildsensor, die ein Sichtfeld von 115 Grad abdeckt. Das Pro-Modell ist mit einer zusätzlichen Kamera mit 15-fachem Hybridzoom ausgestattet, die auch in sehr großen Räumen Präsentierende und entscheidende Details in den Fokus rückt.

Die Logitech Rally AI Camera Pro soll ab Juni 2026 für 2.990 Euro (UVP) verfügbar sein. Die Rally AI Camera für 2.499 Euro (UVP) folgt im September. Beide Modelle sind in Grau und Weiß erhältlich. | kl

HEADSETS OHNE MIKROFONARM

Mit der Evolve3-Serie hat Jabra die nächste Generation seiner Headsets präsentiert. Das Evolve3 75 und das Evolve3 85 sollen einen hohen Tragekomfort bieten und ohne

Bei der Rally AI Camera Pro von Logitech sitzt über der Hauptkamera mit 1-Zoll-Bildsensor, 115-Grad-Sichtfeld und KI-Video-Framing, noch eine weitere Kamera mit 15-fachem Hybridzoom, die Präsentierende und Details in den Fokus nimmt.

Mikrofonarm auskommen. Die neuen Bluetooth-Headsets sind mit Jabra ClearVoice ausgestattet, einer Kombination aus Deep-Neural-NetworkTechnologie (DNN) und Multi-Mikrofon-Algorithmen. Diese Technologie ermöglicht eine klare Sprachübertragung auch ohne Mikrofonarm. Das Evolve3 85 ist als Over-Ear-Headset für intensives, fokussiertes Arbeiten konzipiert. Das Evolve3 75 bietet eine On-Ear-Passform und eignet sich für leichteres Tragen bei gleichzeitig höherer Wahrnehmung der Umgebung. Beide Modelle sind leicht und kompakt. Die austauschbaren Akkus sollen trotzdem für bis zu 25 Stunden Gesprächszeit und bis zu 120 Stunden Musikwiedergabe ausreichen. Die Headsets sollen ab März erhältlich sein. Dabei liegt der Preis für das Evolve3 75 bei 399 Euro (UVP). Das Evolve3 85 kostet 569 Euro (UVP). | ml

Das kompakte Jabra Evolve3 75 ist als On-Ear-Headset mit 180 Gramm besonders leicht.
BILD: JABRA

DMS-SYSTEME UND DIE DIGITALE SOUVERÄNITÄT

Digitale Souveränität wird oft nur durch die Linse der Infrastruktur betrachtet. Jedoch kann auch die Kontrolle über Daten auf Dokumentenebene im Vordergrund stehen. Der Chef von Easy äußert seine Ansichten und bringt frische Perspektiven in den Diskurs um den Cloud Act ein. | Dr.

Für Digitale Souveränität gibt es viele Definitionen, manche davon sind sehr breit gefasst. Fragt man Andreas Zipser, Vorstandsvorsitzender bei Easy Software, stellt er drei Aspekte in den Vordergrund der Betrachtung: Infrastruktur, Schlüsseltechnologien und Datenhoheit. „Diese Themenblöcke stehen auch auf der politischen Agenda meist ganz oben“, blickt der Manager auf den Gipfel für europäische Digitale Souveränität in Berlin zurück, auf dem er in seiner Rolle als Bitkom-Hauptvorstand im vergangenen November teilgenommen hat. Digitale Unabhängigkeit stand dort im Vordergrund.

Dieser Ansatz sei deswegen vernünftig, weil die Wahl der passenden Infrastruktur darüber entscheidet, ob Unternehmen ihre Betriebsmodelle, CloudAnbieter und Plattformen wechseln können oder ob sie technisch gebunden sind. Die Frage, ob man in die Cloud soll, stellt sich für viele gar nicht. Vielmehr gehe es um die Frage: „Public oder Private Cloud?“ sowie darum, mit welchem hybriden Mix am besten gearbeitet werden kann. Souverän sei eine IT-Landschaft nur dann, wenn Betrieb, Cloud-Modell, Datenstandort und Wechselpfade transparent geklärt sind, führt der Manager aus.

Letztlich setzen Anwendungen, Datenbanken, Systeme und Plattformen auf dieser besagten Infrastruktur auf. Deshalb gilt es, an dieser Stelle eine Grundsatzentscheidung zu treffen, so Zipser, die er wie folgt formuliert: „Entwickelt man kritische Technologien selbst oder lässt man sie entwickeln?“

Bei der Betrachtung der Anbieter stellt sich die Frage: „Wer ermöglicht die größtmögliche Freiheit?“ Ein KI-Assistent, der nur mit aufwändigen Spezialanpassungen des Herstellers funktioniert, sei keine Innovation, sondern letztlich ein Vendor-Lock-in mit neuem Etikett. Zipser postuliert: „Erst die Offenheit und Integrationsfähigkeit von Lösungen schafft Raum für die Digitale Transformation.“ Sie hält Unternehmen anpassungsfähig, auch wenn neue Technologien wie KI oder Automatisierung hinzukommen. Der Kern Digitaler Souveränität ist seiner Meinung nach die Datenhoheit. „Und wenn wir bei Easy über Daten sprechen, dann meinen wir immer auch Dokumente“, so der Manager. Schließlich stecken dort die Informationen, nämlich in Verträgen, Rechnungen, technischen Unterlagen, Personalakten, ComplianceBerichten, internen Briefings und Projektdokumenten. Dokumente sind so betrachtet das

Digitale Souveränität ist keine passive Eigenschaft, sondern muss aktiv hergestellt werden.

operative Gedächtnis eines Unternehmens, das teilweise jahrzehntelang zurückreicht.

In der DMS-Branche wollen Kunden nicht nur genau wissen, wo die Dokumente abgelegt sind, sondern auch, wer darauf zugreifen darf. „Und das übrigens schon lange vor DSGVO und AI Act – und unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße“, blickt Zipser zurück. Wenn beispielsweise externe Dienstleister oder Lieferanten Zugriff auf Systeme erhalten, muss klar geregelt sein, welche Dokumente

sie sehen dürfen und welche nicht. Zugriff auf Bestellungen bedeutet daher nicht automatisch Zugriff auf Preislisten, Margen oder interne Auswertungen. „Wer nicht weiß, welche Verträge gelten oder welche Laufzeiten und Kündigungsfristen bestehen, verliert schnell Handlungsspielraum“, weiß der Vorstandsvorsitzende. Im Dokumentenmanagement wird Datenhoheit über klar definierte Berechtigungen und Zugriffsregeln hergestellt. Grundsätzlich gilt: Je sensibler Dokumente sind, desto höher ist das rechtliche und operative

Risiko, das mit ihrer Verarbeitung verbunden ist. „Moderne Dokumenten- und Archivsysteme müssen deshalb mehr leisten, als Informationen lediglich abzulegen“, sagt Zipser. Sie schaffen zentrale und nachvollziehbare Speicherorte, ermöglichen feingranulare Zugriffsrechte und stellen sicher, dass Zugriffe und Änderungen lückenlos dokumentiert werden. In der Praxis heißt das, dass Informationen nicht mehr verteilt über Fileshares, E-Mails oder einzelne Cloud-Dienste vorgehalten werden sollten. Vielmehr gilt es, Dokumente zentral zu bündeln, strukturiert abzulegen und revisionssicher zu führen. Zugriffsrechte lassen sich dann bis auf Dokumentenebene steuern, Bearbeitungen bleiben jederzeit nachvollziehbar, und jeder Zugriff wird erfasst. „Gerade in stark regulierten Branchen wie der Finanzwirtschaft, dem Gesundheitswesen oder der öffentlichen Verwaltung ist das eine zentrale Voraussetzung, um ComplianceAnforderungen dauerhaft und verlässlich zu erfüllen“, weiß der Manager.

Womit wir zum nächsten Knackpunkt kommen: Identitätsmanagement. Derjenige, der mit entsprechenden Rechten zugreift, muss auch wirklich die richtige Person sein. Welche Prinzipien für Zugriffskontrolle und Identitätsmanagement sind vor diesem Hintergrund sinnvoll, welche unverzichtbar, um sensible Dokumente zu schützen? „Diese Frage lässt sich gut beantworten, wenn man zunächst einen Blick auf die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen wirft“, sagt Zipser. „In der EU setzen Regelwerke wie die DSGVO, die NIS2-Richtlinie oder auch internationale Standards wie ISO 27001 klare Anforderungen an den Schutz sensibler Daten.“

Diese Vorgaben verlangen unter anderem Zugriffskonzepte, Identitätsverwaltung sowie technische und organisatorische Maßnahmen, die unbefugten Zugriff verhindern. Diese Vorgaben gelten für alle Anbieter, die in der EU tätig sind oder hier Dienstleistungen erbringen. Kunden profitieren dadurch grundsätzlich von einem hohen Maß an Rechtssicherheit und Transparenz im Markt, sagt der Manager. Das Thema Digitale Souveränität kann daher insgesamt auch auf Dokumentenebene so vorangetrieben werden. n

BILD: MIDJOURNEY / KI-GENERIERT

NEUE PROJEKTE DURCH ALTE PASSWÖRTER

Passwörter auf Zetteln, vergessene Zugänge ehemaliger Mitarbeiter und täglich 119 neue Schwachstellen. Die aktuelle Sicherheitslage verzeiht nicht, wenn Unternehmen ihre IT-Sicherheit nicht an die Zeit anpassen. Ein wachsender Identitätsmanagement-Markt bringt für den Channel zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten. | Natalie Forell

Es wird angenommen, dass zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen Unternehmen schaden. Tatsächlich ist jedoch das Gegenteil der Fall.

Elmar Eperiesi-Beck, CEO bei Bare.ID

Unternehmen müssen nicht nur die Zugänge der eigenen Mitarbeiter verwalten. Auch die gesamte Lieferkette und alle Kunden müssen sichere Zugänge erhalten und überwacht werden.

sichere Passwörter, Zwei-FaktorAuthentifizierung (2FA), Passwortmanager im Browser, passwortloses Anmelden und eigenständiger Passwortmanager. Zu den häufigsten umgesetzten Maßnahmen zählen sichere Passwörter (54 %), 2FA (44 %) und der Passwortmanager im Browser (29 %). Ob es nun die geopolitische oder regulatorische Lage ist: Viele Unternehmen warten auf den letzten Moment, der sie zu neuen Maßnahmen zwingt. Elmar EperiesiBeck, CEO der deutschen IAM-Plattform Bare.ID, rät, „sich frühzeitig mit der Einhaltung solcher Vorgaben zu befassen, um dann nicht in Zeitdruck zu geraten“. Ein wichtiger Punkt ist also frühzeitige Resilienz.

Trotz der bekannten Maßnahmen riskieren viele Unternehmen durch zu langes Warten Datenlecks, Reputationsschäden sowie schwere monetäre Verluste. Die Kluft zwischen Wissen und Umsetzung ist groß und kann vielen Unternehmen zukünftig zum Verhängnis werden. Dienstleister haben jetzt die Möglichkeit, neben Beratung auch direkt bei der Umsetzung zu unterstützen. Dazu gehört auch, die Technik auf dem aktuellen Stand zu halten. Ein Beispiel: Der Handwerker von nebenan speichert die Kundendaten in der Cloud und geht damit einen Schritt Richtung Modernisierung. Beim Thema Sicherheit endet es aber. Jeder Mitarbeiter hat eigene Passwörter, die auf Zetteln notiert sind; die Zugänge der ehemaligen Mitarbeiter sind nicht geschlossen, und der Azubi hat die gleiche Dateneinsicht wie der Geschäftsführer. Moderne Technik ohne moderne Sicherheitsmaßnahmen ist wie ein modernes Auto ohne Airbags. Verschärft wird das Problem durch KI. Kriminelle nutzen Künstliche Intelligenz, um gestohlene Passwörter systematisch zu testen, schwache Zugangsdaten zu knacken oder mit gefälschten Stimmen Mitarbeiter zu täuschen. Was früher Wochen dauerte, schaffen KI-Tools heute in Stunden.

Eine Antwort darauf ist Identity Access Management (IAM). Diese Systeme wissen nicht nur, wer sich anmeldet, sondern prüfen bei Anmeldungen kontinuierlich, ob das Verhalten normal ist. Die verschärfte Bedrohungslage, sowohl durch

Cyberangriffe als auch durch geopolitische Spannungen, führt dazu, dass Unternehmen ihre Software-Strategie überdenken, erklärt Eperiesi-Beck. „Wir erhalten täglich Berichte über Entwicklungen in den USA, Russland oder anderen Regionen. Dadurch entsteht eine neue, deutlich komplexere Bedrohungslage. Das führt zwangsläufig dazu, dass Unternehmen ihre bestehenden Softwarelösungen kritisch überprüfen und neu bewerten.“

Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen führt in vielen Organisationen zu einer ernüchternden Erkenntnis über die bestehende IT-Landschaft. „Viele Unternehmen verfügen noch über veraltete IdentityAccess-Management-Systeme“, so der Experte. Beispielsweise wurde das Active Directory von Microsoft eingeführt und „über die Jahre hinweg einfach weiterbetrieben und mitgeführt“. Dabei fehle es oft an Übersicht und Kontrolle. Moderne IAM-Systeme sollen helfen, mit dem Chaos aufzuräumen. Sie erkennen automatisch ungewöhnliche Anmeldungen, dokumentieren alle Berechtigungen transparent, und statt Passwörtern auf Zettel gibt es Single Sign-On (SSO). „Häufig wird angenommen, dass zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen Unternehmen schaden. Tatsächlich ist jedoch das Gegenteil der Fall. Wie die Vergangenheit zeigt, stellen sie einen erheblichen Wettbewerbsvorteil dar.“ Hinzu kommt ein weiterer struktureller Wandel: Unternehmen müssen heute weit mehr Identitäten verwalten als nur die ihrer eigenen Mitarbeitenden. „Die meisten Kunden beginnen mit Business-toEmployee-Szenarien, also der klassischen Mitarbeiter-Authentifizierung. Dieses Modell lässt sich anschließend auf Lieferanten oder Endkunden ausweiten.“

Identitätsmanagement gibt es für jede Unternehmensgröße und jedes Budget. Die Lösungen reichen von Microsoft Entra ID bis zu europäischen Alternativen wie Bare.ID. Für IT-Dienstleister bedeutet das auch neue Geschäftschancen, wobei Projekte hier von Drei-Tages-Migrationen bis hin zu Systemen mit Millionen Nutzern reichen können. Der Markt wächst also, und mit ihm die Chancen für Dienstleister, Kunden bei der Digitalisierung zu unterstützen. n

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