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September / Oktober 2020 | Ausgabe Nr. 13 | Online Edition

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AUSTRIAN WORLD SUMMIT 2020: Chance für klimafreundlichen Wiederaufbau

„Sputnik V“, Impfstoff gegen Covid-19 ist nicht nur wirkungsvoll, sondern auch zuverlässig S.E. Dmitrij Ljubinskij, Botschafter der Russischen Föderation in der Republik Österreich – INTERVIEW

Bosnien und Herzegowina ist ein Teil des europäischen Erbes

Dies ist die IAEO von 2020, dies ist die IAEO der Zukunft!

SARS-CoV2: Interview mit dem Erfinder des innovativen Gurgel-Tests

I.E. Bisera Turkovic,

S.E. Rafael Mariano Grossi,

Dr. Daniel Wallerstorfer Bsc.,

Außenministerin von Bosnien und Herzegowina – INTERVIEW

Generaldirektor IAEO

Molekularbiologe und Biotechnologe CEO der Novogenia – INTERVIEW

S.E. Leigh Turner, Botschafter vom Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland – Blog

Eröffnung Sigmund Freud Museum 2020 Wie der Vater der Psychoanalyse lebte


Fotocredit: © UNICEF Österreich

UNICEF Österreich: Grußkarten – alles neu UNICEF Österreich hat seinen Grußkarten-Verkauf, dessen Reinerlös Kindern in Not zugutekommt, relaunched und bietet nun alles neu made in Austria an.

UNICEF Österreich bietet rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft die neue Grußkarten-Kollektion „made in Austria“ an. Eine bunte Auswahl von wunderschönen Motiven, allesamt von Hand gefertigt, ob als Weihnachtskarte oder einfach, um Freude zu schicken, wurde von kleinen und großen Künstler*innen erstellt. Sie eignen sich für jeden Anlass und reichen von Kinderzeichnungen bis hin zu Werken von namhaften Künstler*innen im Rahmen der exklusiven Belvedere Kollektion. Die Erfolgsgeschichte der UNICEF Grußkarten begann mit einer Kinderzeichnung: Ein kleines Mädchen in Europa schickte nach dem Zweiten Weltkrieg zum Dank für die Hilfe beim Wiederaufbau eine Zeichnung an UNICEF. Diese wurde die erste UNICEF Grußkarte und ist weltweit bekannt. Made in Austria

Die komplette Produktion und Abwicklung der UNICEF Österreich Karten erfolgt in Österreich. Gabriele Stanek, UNICEF Österreich Head Key Account, freut sich über den gelungenen Relaunch des Kartenverkaufs und hofft auf viel Freude für die Beschickten und die damit verbundene Hilfe für Kinder in Not: „Eine Grußkarte sagt mehr aus als gute Wünsche, sie bedeutet in Wahrheit: Ich schätze dich und du bist wertvoll.“ Online einfach bestellen oder in Ihrer Postfiliale

Die neuen UNICEF Österreich Grußkarten können einfach von zuhause aus online unter unicef-karten.at oder direkt bei unserem Partner unter unicef.digidruck.at bestellt werden. Es besteht die Möglichkeit, die Karten sowohl innen als auch außen selbst zu gestaltet. Dies stellt oftmals für Firmenkunden einen besonderen Anreiz dar. Mit dem Erwerb von UNICEF Grußkarten à € 1,30 zzgl. MwSt und Versand pro Stück, kann das UN-Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Kindern in Not weltweit helfen und das bereits seit bald 75 Jahren. Ein spezielles Angebot wird es ab November österreichweit in allen Postfilialen geben. Nur dort können ausgewählte Motive in Packungen à 5x2 oder 2x5 Karten inklusive Kuverts zum Preis von € 9,95 erwerben werden solange der Vorrat reicht. Alle Motive können auch online im Grußkarten-Katalog angesehen werden.

UNICEF Österreich Grußkarte Kinderlachen. Von Hand gefertigt von Ignacy (5 Jahre) Fotocredit: © UNICEF Österreich

UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, setzt sich in mehr als 190 Ländern und Territorien für jedes Kind weltweit ein. Wir arbeiten effizient, transparent und nachhaltig, für das Überleben und Wohlergehen jedes Kindes – ohne Wenn und Aber. UNICEF finanziert sich ausschlieSSlich durch freiwillige Beiträge und wird in Österreich durch das Österreichische Komitee für UNICEF vertreten. Seit 1962 setzt sich UNICEF Österreich für Kinder ein – im Ausland wie im Inland. Um unsere Arbeit fortsetzen zu können, benötigen wir dringend Ihre Unterstützung.


in h alt September / Oktober 2020

editorial

The Pillars of Society Wenn ich eine Zeitung öffne oder Nachrichten schaue, denke ich oft an Georg Gross (1893-1959), einen berühmten deutschen Maler, dessen Leinwände die Atmosphäre der Weimarer Republik in den 1920er Jahren am besten beschreiben, alles, was schließlich zu 1933 und der Ankunft Hitlers führte. Gross ‚Gemälde „Säulen der Gesellschaft“ (1926) zeigt Politiker, Tycoons, Zeitungsverleger, Generäle und Priester, die gemeinsam an demselben Ziel arbeiten - dem Volk Geld zu stehlen. Fast ein Jahrhundert später würde ich Gross ‚Zusammensetzung einen politisch korrekten NGO-Aktivisten hinzufügen, der für eine „offene Gesellschaft“, die Rechte von Minderheiten oder Tieren „kämpft“ und um nichts besser ist als ein General, ein Priester oder ein Tycoon. Wir sehen heute Szenen aus Gross Gemälden auf Pressekonferenzen mit den Führern einiger Länder, die bis gestern stolz darauf waren, „das Land der Freien und die Heimat der Schlösser“ zu sein, die Wiege des Parlamentarismus und der modernen Demokratie zu sein. Die Welle des Populismus, die uns 2016 erfasste und sich mit dem Strom von „Fake News“ -Phänomenen vermischte - 2020 schloss sich der von Covid19 ausgelöste Tsunami an -, relativierte alle ethischen Normen weiter, die bis vor einigen Jahren - zumindest formal von religiösen Weltpolitikern geleitet wurden - Führer und prominente Geschäftsleute. Während wir auf den George Gross aus dem 21. Jahrhundert warten, können wir nur hoffen, dass diese „Säulen der Gesellschaft“ in unserer Realität nicht zu einem neuen 1933 führen werden.

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INTERVIEW S.E. Dmitrij Ljubinskij, Botschafter der Russischen Föderation in der Republik Österreich

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INTERVIEW I.E. Bisera Turkovic, AuSSenministerin von Bosnien und Herzegowina

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Blog S.E. Leigh Turner, Botschafter vom Vereinigten Königreich GroSSbritannien und Nordirland

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Austrian World Summit 2020

20 www.diplomacyandcommerce.at Svetlana Nenadovic Direktor / Chefredakteur

svetlana.nenadovic@diplomacyandcommerce.at

Jakob Riess Journalist

Vladimir Dudas Design

Robert Coban

Publisher / Herausgeber

robert.coban@diplomacyandcommerce.at

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INTERVIEW Dr. Daniel Wallerstorfer Bsc., Molekularbiologe und Biotechnologe

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64. IAEO Generalkonferenz

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E-Day 2020 - erstmals virtuell

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Eröffnung Sigmund Freud Museum 3


DIPLOMATIE / POLITIK

S.E. Dmitrij Ljubinskij, Botschafter der Russischen Föderation in der Republik Österreich

„Sputnik V“, der weltweit erste registrierte Impfstoff gegen Covid-19 ist nicht nur wirkungsvoll, sondern auch zuverlässig Aus dem Ausland sind Vorbestellungen für insgesamt 1 Milliarde Impfdosen bei uns bereits eingegangen S.E. Dmitrij Ljubinskij Botschafter der Russischen Föderation in der Republik Österreich

Anfang 2020 wurde der gesamte Planet vom SARS-CoV2 getroffen, was zur anhaltenden und globalen Corona-Virus-Pandemie führte. Aufgrund des Corona-Virus musste sich die 4

Sputnik V wurde vor allem für den heimischen Verbrauch entwickelt. Wir zwingen diesen Impfstoff absolut niemandem auf, das möchte ich hier mit voller Klarheit betonen! Es freut uns aber natürlich, dass viele Länder bereits sehr groSSes Interesse daran zeigen.

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Welt neuen Herausforderungen im Gesundheitswesen sowie in Wirtschaft, Handel und Finanzen stellen. Viele Länder der Welt sind weniger, andere viel stärker vom Corona-Virus und den Folgen der Pandemie betroffen, und alle haben eines gemeinsam – die Hoffnung, dass das Ende der Pandemie bald kommt.


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

Fotos: (Copyright: Valeri Angelov)

Foto: RFPI / Gamaleja-Institut

Das erste Land, das am 11. August einen Impfstoff gegen das Coronavirus zuließ, war Russland, und diese Information umrundete die Welt mit Blitzgeschwindigkeit. Ein Teil der Menschheit nahm diese Information mit großer Erleichterung auf, aber viele auch mit Skepsis. Für das Magazin Diplomacy and Commerce Austria haben wir mit S.E. Dmitrij Ljubinskij, Botschafter der Russischen Föderation in der Republik Österreich,  über den Impfstoff „Sputnik V“ und die Reaktionen der Welt darauf gesprochen.  Als Präsident Putin am 11. August bekannt gab, dass Russland einen Impfstoff ge-

Es gibt in der Tat groSSes Interesse an diesem Impfstoff. Brasilien, Ägypten, Indien, Usbekistan, Mexiko, Argentinien, Vietnam, Israel - insgesamt mehr als 20 Länder haben bereits ihr konkretes Interesse an der russischen Neuentwicklung bekundet. Saudi Arabien und die Philippinen äuSSerten ihre Bereitschaft, klinische Prüfungen des Impfstoffs durchzuführen. WeiSSrussland macht das bereits

Botschafter Ljubinskij beim Empfang des russischen Präsidenten Vladimir Putin in Wien

gen SARS-CoV2 zugelassen hatte, fühlte sich ein Großteil der Welt erleichtert und sah Licht am Ende des Tunnels. Es gab jedoch auch diejenigen, die sofort sagten, sie bezweifeln die Zuverlässigkeit des Impfstoffes, weil nicht genügend Zeit zum Testen vorhanden war. Woher kommt Ihrer Meinung nach so viel Misstrauen gegenüber russischen Wissenschaftlern?

Ich halte es für ein klares Beispiel des Wettbewerbs und nicht ganz sauberer Konkurrenz. Wir werden leider heutzutage immer öfters Zeuge davon, wie einige Länder versuchen ihre wirtschaftlichen aber auch politischen Interessen mit allen Mitteln durchzusetzen. Rufschädigung gehört traurigerweise in erster Linie dazu. Sputnik V wurde vor allem für den heimischen Verbrauch entwickelt. Wir zwingen diesen Impfstoff absolut niemandem auf, das möchte ich hier mit voller Klarheit betonen! Es freut uns aber natürlich, dass viele Länder 5


DIPLOMATIE / POLITIK

Botschafter Dmitrij Ljubinskij

bereits sehr großes Interesse daran zeigen. Die renommierte internationale Fachzeitschrift „The Lancet“ hat die Ergebnisse der ersten zwei Etappen der klinischen Studien vor kurzem veröffentlicht, die sowohl von der russischen als auch von der internationalen Wissenschaftlergemeinschaft so sehr erwartet worden waren. Der Artikel enthält eine Reaktion auf die Kritik ausländischer Experten und sorgt für Klarheit – die Entwicklung der russischen Wissenschaftler, der weltweit erste registrierte Impfstoff gegen Covid-19 ist nicht nur wirkungsvoll, sondern auch zuverlässig.

Die Massenimpfung ist für das Ende dieses Jahres 2020 geplant. Natürlich eine freiwillige Impfung. Das russische Gesundheitsministerium empfiehlt vorzugsweise Mitarbeiter des Handels- und Dienstleistungssektors, Polizisten, Grundwehrdiener, Schüler, Studenten und Restaurantpersonal zu impfen.

Trotz der Kritik ist von allen Seiten zu hören, dass die Nachfrage nach dem „Sputnik V“-Impfstoff so groß ist, dass es bereits Wartelisten interessierter Länder gibt, stimmt das?

Es gibt in der Tat großes Interesse an diesem Impfstoff. Brasilien, Ägypten, Indien, Usbekistan, Mexiko, Argentinien, Vietnam, Israel - insgesamt mehr als 20 Länder haben bereits ihr konkretes Interesse an der russischen Neuentwicklung bekundet. Saudi Arabien und die Philippinen 6

Foto: Scinpix nuotr.

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äußerten ihre Bereitschaft, klinische Prüfungen des Impfstoffs durchzuführen. Weißrussland macht das bereits. Aus dem Ausland sind Vorbestellungen für insgesamt 1 Milliarde Impfdosen bei uns bereits eingegangen und die vorgesehenen Kapazitäten, einschließlich der Partnerunternehmen im Ausland, werden es erlauben, eine solche Menge zu produzieren.


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

Moskau

Fotos: (Copyright: Valeri Angelov)

Anfang September kam der „Sputnik V“-Impfstoff in die dritte Testphase. Haben Sie Informationen darüber, wann die Massenimpfung in Russland beginnen wird, wird dies auf freiwilliger Basis geschehen und welche Gruppen werden ihn zuerst erhalten?

Am 8. September wurde die erste Charge des Impfstoffes in den öffentlichen Umlauf gebracht. Das heißt, es beginnt die Impfung einiger Risikogruppen der Bevölkerung, u.a. von Medizinpersonal und Lehrern. Aber die ersten Chargen werden von geringer Menge sein. Die Massenimpfung ist für das Ende dieses Jahres 2020 geplant. Natürlich eine freiwillige Impfung. Das russische Gesundheitsministerium empfiehlt vorzugsweise Mitarbeiter des Handels- und Dienstleistungssektors, Polizisten, Grundwehrdiener, Schüler, Studenten und Restaurantpersonal zu impfen.

Ist die Kapazität des Moskauer Instituts (Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie) so groß, dass es eine so große Menge an Impfstoffen für den in- und auslän-

Es ist enttäuschend, dass unsere westlichen Partner demonstrativ rauschende, grundlose und beweislose Anschuldigungen durch die Massenmedien einer konstruktiven Besprechung und mindestens Überprüfung der bestehenden oder erfundenen Fragen bevorzugen. Diese Anschuldigungen wachsen in der letzten Zeit fast täglich, was schon an sich alleine entsprechende Fragen aufwerfen sollte. dischen Markt produzieren kann, und sind Ihnen Hindernisse für den weltweiten Export und Vertrieb des Impfstoffs bekannt?

Die Produktionskapazitäten der russischen Pharmaindustrie reichen vollkommen aus, um den heimischen Markt zu versorgen, den Rest plant man mit Partnerunternehmen im Ausland zu produzieren, eine Übereinkunft darüber gibt es bereits mit fünf Ländern. Dem zukünftigen Export und Vertrieb des Impfstoffes steht also im Prinzip unsererseits nichts im Wege. Was hat Sie persönlich, aber auch als Diplomat, seit Beginn

der Pandemie am meisten geprägt - positiv und negativ?

Die Corona-Pandemie erschütterte die Welt und veränderte sie bedeutend. Sie gab uns allen aber auch eine Chance, eine Hoffnung auf die breiteste internationale Zusammenarbeit zur Bewältigung dieser globalen Herausforderung. Aber diese Möglichkeit scheint erneut leider wieder verpasst zu bleiben. Blockdenken und das Primat nationaler Interessen gewinnen auch dieses Mal in vielen Ländern die Oberhand. Was die Organisation unserer Arbeit auf dem Wiener diplomatischen Parkett anbetrifft, so haben wir uns auf die Neuerungen und neuen Anforderungen, die Coro-

na mit sich gebracht hatte, umgestellt. Wir freuen uns aber auch über die Wiederaufnahme des altmodischen „offline“ Dialogs. Direkte berufliche Kontakte sind für die Diplomatie unersetzbar. In letzter Zeit war Russland mit verschiedenen Ereignissen in der internationalen politischen und diplomatischen Szene verbunden, vom Impfstoff über den Rückruf des russischen Diplomaten aus Österreich bis hin zum Fall Alexei Nawalnys. Wie steht das offizielle Moskau zu all dem? Es ist enttäuschend, dass unsere westlichen Partner demonstrativ rauschende, grundlose und beweislose Anschuldigungen durch die Massenmedien einer konstruktiven Besprechung und mindestens Überprüfung der bestehenden oder erfundenen Fragen bevorzugen. Diese Anschuldigungen wachsen in der letzten Zeit fast täglich, was schon an sich alleine entsprechende Fragen aufwerfen sollte. Wir sind bedauerlicherweise an solche Hexenverfolgungen bereits gewohnt und wissen darauf adäquat zu reagieren. Ein solches Verhalten bewerten wir als äußerst kontraproduktiv und schädlich. Es ist aber nicht unsere Wahl. 7


Politik

Bosnien und Herzegowina ist ein Teil des europäischen Erbes Österreichs Partnerschaft in Bezug auf die Annäherung Bosniens an die EU ist stärker denn je

I.E. Bisera Turkovic Außenministerin von Bosnien und Herzegowina

Bisera Turkovic ist 1954 in Sisak, ehemaliges Jugoslawien (heute Kroatien), geboren und hat einen Abschluss in Rechtswissenschaften der „Universität Sarajevo“ 8

Bosnien-Herzegowina ist ein sehr wichtiges Stück Europas, das in vielerlei Hinsicht auffällt. Vor allem ist Bosnien und Herzegowina ein Teil des europäischen Erbes, und als solches ist Österreichs Partnerschaft in Bezug auf die Annäherung Bosniens an die EU stärker denn je.

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und in Strafjustizverwaltung des „Philip Institute of Technology“ in Melbourne, Australien sowie ein Aufbaustudium in Kriminologie an der „University of LaTrobe“ in Melbourne absolviert und hat in Internationalen Beziehungen promoviert. Bisera Turkovic wurde als erste Frau Botschafterin in der Geschichte von


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

Bosnien und Herzegowina, und auf ihrem Weg der Diplomatie hatte Bisera Turkovic ihre erste Amtszeit als Botschafterin in Kroatien (1993-1994) gefolgt von Ungarn (1994-1996). Der aufsteigende Weg der Berufsdiplomatin Frau Turkovic führt weiter auf den Posten der Ministerin für Europäische Integration von Bosnien und Herzegowina (2000-2001), dann übernahm sie den Posten der Exekutivdirektorin des Zentrums für Sicherheitsstudien in Bosnien und Herzegowina (2001-2004). Gleichzeitig vertrat Frau Turkovic Bosnien und Herzegowina bei den Internationalen Organisationen: OSZE (1996-2000), dann als Ständige Vertretung Bosnien und Herzegowinas bei den UN in Wien, IAEA und UNIDO (2004-2005). Nach ihrem Engagement bei den Internationalen Organisationen setzte Frau Turkovic ihre Karriere als Botschafterin fort: in den USA, Mexiko und Brasilien (2005-2009), gefolgt von Posten in Luxemburg und Belgien (20092018) und in Katar (2018-2019), wo sie bis Ende des  Jahres 2019 blieb, als sie zur Außenministerin ernannt wurde. Frau Bisera Turkovic ist heute nicht nur Außenministerin von Bosnien und Herzegowina, sondern gleichzeitig Stellvertretende Vorsitzende des Ministerrates von Bosnien und Herzegowina. Ende September besuchte Frau Bisera Turkovic Wien und dabei sprachen wir mit der Ministerin für das Magazin Diplomacy and Commerce Austria über den Grund ihres Besuches, aber auch über aktuelle Themen im Zusammenhang mit Bosnien und Herzegowina.  Ihr Besuch in Wien war genauestens durchgeplant, könnten Sie uns bitte die Details Ihrer Agenda und Ihrer Pläne mitteilen?

Mein erster offizieller Besuch in der österreichischen Hauptstadt Wien verbindet zwei außenpolitische Prioritäten. Eine konzentriert sich auf eine umfassende Vertretung der bosnischherzegowinischen Interessen vor der 64. IAEO-Generalkonferenz im Hauptquartier der Vereinten Nationen und

auf die Teilnahme an mehreren wichtigen Treffen auf hoher Ebene mit Vertretern der Vereinten Nationen und der OSZE. Die zweite zielt darauf ab, die hervorragenden Beziehungen zu den österreichischen Behörden durch eine Runde bilateraler Treffen mit den höchsten Vertretern der österreichischen Bundesregierung, einschließlich des Außenministers Alexander Schallenberg, des Ministers für europäische Integrationen und der Regierung, zu bekräftigen und zu stärken . Sie haben auf der IAEO-Generalkonferenz eine starke Rede gehalten. Können Sie bitte den Schwerpunkt Ihrer Rede skizzieren? Meine Rede, die am Montagmorgen bei der Eröffnung der 64. IAEO-Gene-

Mein erster offizieller Besuch in der österreichischen Hauptstadt Wien verbindet zwei auSSenpolitische Prioritäten. Eine konzentriert sich auf eine umfassende Vertretung der bosnischherzegowinischen Interessen vor der 64. IAEO-Generalkonferenz und auf die Teilnahme an mehreren wichtigen Treffen mit Vertretern der UN und der OSZE, sowie eine Runde bilateraler Treffen mit den höchsten Vertretern der österreichischen Bundesregierung. ralkonferenz gehalten wurde, war in zwei Teile gegliedert. Zu Beginn dankte ich der Führung der IAEO und anderen UN-Partnern für ihre großzügige Unterstützung und wertvollen Spenden an Bosnien und Herzegowina während des Höhepunkts der COVID-19-Pandemien in Bosnien und Herzegowina. Ich habe meine verbleibende Zeit dafür verwendet, einige der wichtigsten Fakten über

den möglichen bilateralen Grenzstreit zwischen Bosnien und Herzegowina und Kroatien herauszustellen. Das Wesentliche dieses Streits liegt in der Absicht der kroatischen Regierung, an der Grenze zwischen den beiden Ländern in der Nähe des Zusammenflusses der Flüsse Una und Sana an einem seismisch instabilen Ort eine Atommülldeponie einzurichten. Ich habe die

Generalkonferenz der IAEO mit meinen tiefsten Vorbehalten zu diese Entscheidung angesprochen und Bedenken geäußert, dass wir alle in naher Zukunft vor einem viel größeren Problem stehen könnten als dem, mit dem wir uns derzeit befassen. Ich forderte alle relevanten internationalen Agenten auf, diese Angelegenheit zu prüfen, bevor es zu spät ist. Ich habe der kroatischen Regierung auch geraten, ihre Entscheidung über die Einrichtung einer Atommüllentsorgung an der Grenze zu BosnienHerzegowina zu überdenken, vor allem, weil mehrere andere Optionen in Betracht gezogen werden müssen, einschließlich der von der slowenischen Regierung angebotenen Lagerung des Atommülls auf ihrem Hoheitsgebiet für einen angemessenen finanziellen Ausgleich. Ich forderte alle relevanten internationalen Agenten auf, diese Angelegenheit zu prüfen, bevor es zu spät ist. Ich habe der kroatischen Regierung auch geraten, ihre Entscheidung über die Einrichtung einer Atommüllentsorgung an der Grenze zu Bosnien-Herzegowina zu überdenken, vor allem, weil 9


Politik

mehrere andere Optionen in Betracht gezogen werden müssen, einschließlich der von der slowenischen Regierung angebotenen Lagerung der Atommüll in ihrem Hoheitsgebiet für einen angemessenen finanziellen Ausgleich. Obwohl mir bewusst ist, dass einige meine Rede als gemein und hart beschreiben möchten, kann ich Ihnen versichern, dass ich nur unsere nationalen Interessen und die Interessen der Menschen berücksichtigt habe, die in der Region leben, in der sich die Entsorgungsstelle befinden soll. Wir sind sehr besorgt über ihre Gesundheit und die Gefahren, die entstehen können, wenn die Anlage nicht ordnungsgemäß gebaut oder möglicherweise durch Erdbeben beschädigt wird. Ich glaube nicht, dass wir das Recht haben, der kroatischen Regierung unsere Ansichten aufzuzwingen. Im Wesentlichen hat jedes Land seine Souveränität und das Recht zu entscheiden, was es auf seinem eigenen Land, in seinem eigenen Land, innerhalb seiner eigenen Grenzen tun möchte, und dies ist ein absolut gültiger Ansatz. Es ist jedoch immer ratsam, bei solchen Entscheidungen andere Faktoren zu berücksichtigen. Sie hatten einige andere Treffen in verschiedenen UN-Agenturen / Büros und im OSZE-Hauptquartier. Was waren die wichtigsten Punkte und Ergebnisse dieser Treffen?

Ja, in der Tat. Ich hatte eine Runde hochrangiger Treffen mit Vertretern verschiedener UN-Organisationen in Wien und OSZE-Beamten. Ich fand alle Treffen äußerst fruchtbar, konstruktiv und vorteilhaft für alle Seiten, nicht nur, weil dies für einige das erste Treffen mit einem hochrangigen bosnisch-herzegowinischen Vertreter war, sondern auch weil wir in einigen Sitzungen tatsächlich feste Verpflichtungen zur Festigung unserer Zusammenarbeit eingegangen sind. Hauptsächlich durch den Austausch von Daten, den Austausch von Fachwissen und Wissen zu bestimmten Themen, die Erweiterung des Umfangs unserer Zusammenarbeit usw. Die überwiegende Mehrheit dieser Treffen war für uns wichtig, um die Verbindungen zu unseren internationalen Partnern wiederherzustellen und ihnen zu versichern, dass Bosnien und Herzegowina fest auf den Grundsätzen des Völkerrechts steht.

Sie hatten zusätzlich Treffen mit mehreren Ministern der österreichischen Bundesregierung geplant. War das die Hauptpriorität Ihres Besuchs?

Geplante Treffen mit den bilateralen Vertretern der österreichischen Bundesregierung waren ebenso wichtig für unseren Besuch in Österreich. Die meisten unserer Gesprächspartner haben persönliche und berufliche Einblicke in 10

Foto: Dean Calma / IAEO

Ich glaube, dass meine Bitte an die österreichische Regierung, die Gewährung von Rechten von doppelten Staatsbürgerschaften für Bürger von Bosnien und Herzegowina in Betracht zu ziehen, ein groSSer Schritt nach vorne wäre. die Entwicklungen auf dem westlichen Balkan. Sie kennen die anhaltenden Herausforderungen in der Region sehr gut und haben viel Zeit investiert, um sich mit allen Seiten der laufenden Debatten vertraut zu machen. Mein Fokus bei allen Gesprächen lag darauf, die Zusicherungen des starken Engagements von Bosnien und Herzegowina für unsere eigene Reformagenda zu vermitteln und die Unterstützung der österreichischen Regierung bei all unseren Bemühungen zu bekräftigen, insbesondere wenn wir größere interne Synergien bei der Erreichung der gesetzten Ziele zeigen. Alle Gesprächspartner haben die europäische Perspektive von BosnienHerzegowina gebilligt. Für sie ist Bosnien und Herzegowina zweifellos ein wesentlicher Bestandteil des europäischen Diversity-Puzzles. Bosnien-Herzegowina ist ein sehr wichtiges Stück, das in vielerlei Hinsicht auffällt. Vor allem ist Bosnien und Herzegowina ein Teil des europäischen Erbes, und als solches ist Österreichs Partnerschaft in Bezug auf die Annäherung Bosniens an die EU stärker denn je. In dieser Hinsicht sollten wir niemals offene Gespräche und einen offenen Dialog darüber scheuen, was für unsere beiden Länder am besten ist.  Ich glaube, dass meine Bitte an die österreichische Regierung, die Gewährung von Rechten von doppelten Staatsbürgerschaften für Bürger von Bosnien

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und Herzegowina in Betracht zu ziehen, ein großer Schritt nach vorne wäre. Natürlich, ich bin mir bewusst, dass die Gewährung des Status einer doppelten Staatsbürgerschaft oder nationaler Minderheitenrechte einen sehr umfassenden Dialog und eine sehr strukturelle Reform in Österreich erfordern würde.  Dies würde sicherlich einen größeren Ausblick darauf beinhalten, wie dies getan werden könnte, welche Kriterien es gibt, welche anderen Länder einbezogen werden sollten, welche anderen Maßnahmen ergriffen werden können, ob es auf der anderen Seite Gegenseitigkeit gibt und so weiter. Dies ist ein erster Funke des Gesprächs, das sehr lange dauern wird, und wir sind absolut offen dafür, diese Angelegenheit in irgendeiner Weise, Form oder Gestalt zu diskutieren, um letztendlich eine Einigung zu erzielen, die für beide Seiten von Vorteil ist.  Wie beurteilen Sie die aktuellen Beziehungen zwischen Bosnien und Herzegowina und Österreich? Wo sehen Sie Verbesserungsmöglichkeiten?

Als ich mich auf die Treffen mit meinen Kollegen im Außenministerium von Bosnien und Herzegowina vorbereitete, haben mir meine Mitarbeiter wiederholt versichert, dass mein offizieller Besuch in Österreich in der Tat eine angenehme Reise sein wird. Österreich ist wahrscheinlich eines der sel-

tenen Länder, mit denen Bosnien und Herzegowina kontinuierlich konstruktive, sehr offene und sehr strukturierte Beziehungen unterhält. Wir haben Dutzende von offiziellen Vereinbarungen, Memoranden und Protokollen geschlossen, und buchstäblich keine davon wurde jemals in Frage gestellt, diskutiert, neu verhandelt, annulliert oder ignoriert. Wir haben absolut keine offenen Fragen zu diskutieren, es gibt keine Grenzen für den Inhalt und die Themen, die wir in unseren Gesprächen verfolgen könnten, und alle dienen dazu, die bestehenden Beziehungen und Kooperationsaussichten zu stärken. Deshalb war mein offizieller Besuch sehr angenehm und vorbildlich. Welche Bedingungen muss Bosnien und Herzegowina erfüllen, um den Status eines Kandidaten für den EUBeitritt zu erhalten?

Der Kandidaturstatus von Bosnien und Herzegowina für den Beitrittsprozess zur Europäischen Union hängt in erster Linie von der Umsetzung der 14 von der Europäischen Kommission festgelegten Hauptprioritäten ab, wobei der Schwerpunkt auf spezifischen Aktivitäten liegt. Die Umsetzung dieser Prioritäten ist für bosnisch-herzegowinische Institutionen von besonderer Bedeutung, und dies wird durch die uneingeschränkten Arbeitsverpflichtungen der Präsidentschaft von Bosnien und Herzegowina, des nationalen Parlaments, des Ministerrates von Bosnien und Herzegowina sowie anderer Institutionen im Land belegt, die alle mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten zum Prozess beitragen. Die weitere Entwicklung dieses Prozesses wird sich sehr positiv auf die Bürger von Bosnien und Herzegowina sowie auf die Erhöhung der Auslandsinvestitionen im Land auswirken. Aus


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

diesem Grund misst der Ministerrat von Bosnien und Herzegowina der Annahme der Strategie zur Umsetzung dieser Prioritäten große Bedeutung bei. Ich werde nur einige der jüngsten Erfolge skizzieren, um zu veranschaulichen, warum wir uns meiner Meinung nach in die richtige Richtung bewegen. Erstens möchte ich nach fast zehnjährigen Verhandlungen einen großen Durchbruch bei der Vereinbarung von Regeln und Verfahren für die Kommunalwahlen in Mostar hervorheben. Wir werden später in diesem Jahr offiziell Wahlen in Mostar abhalten, was für alle, die an dem Prozess beteiligt waren, ein großer Erfolg ist. Ein weiterer wichtiger Durchbruch ist die Annahme mehrerer Reformpakete für die öffentliche Verwaltung, beispielsweise des strategischen Rahmens für die Reformen in beiden bosnischen Einheiten, gefolgt von der Annahme der nationalen Aktionspläne, die bereits ausgehandelt wurden und für öffentliche Konsultationen offen sind und in Kürze vorliegen werden - bereit für die endgültige Genehmigung. Ich möchte auch die Abschaffung der Todesstrafe aus dem Strafgesetzbuch der Republika Srpska erwähnen. Das war längst überfällig, aber es ist endlich passiert. Zusammenfassend glaube ich, dass trotz der Herausforderungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie nicht alles für die EU-Zukunft von Bosnien und Herzegowina verloren gegangen ist. Alle zuständigen Behörden in unserem Land haben die Stellungnahme der EG sehr ernst genommen. Der Vorsitzende der Präsidentschaft von Bosnien und Herzegowina Sefik Dzaferovic sagte kürzlich auf der Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen, dass ein breiterer Konsens erforderlich sei, um das Dayton-Abkommen umzusetzen. Warum wurde es nicht bis zum Ende umgesetzt?

Ich habe die Videoeinschaltung von Präsident Dzaferovic auf der UN-Generalversammlung gesehen. Ich glaube, er bezog sich auf einen politischen Konsens darüber, wohin dieses Land in Zukunft gehen muss und wie wir alle dorthin gelangen. Ich persönlich nehme einige uneinige Kräfte in den sich überschneidenden politischen Bereichen Bosniens wahr. In vielerlei Hinsicht scheint Bosnien und Herzegowina zwischen zwei sehr polarisierten Ansichten seiner Zukunft zu stehen: zum Scheitern verurteilt zu sein oder als Beispiel für eine widerstandsfähige Hoffnung zu dienen. Der Aufbau von Staaten, Nationen und Identitäten ist ein komplexer Prozess, insbesondere nach einem massiven bewaffneten Konflikt. Trennung oder Sezession bieten keine tragfähige Lösung für Bosniens Probleme, und

geschränkt kooperieren, sehen, wohin sie uns führt, und wenn der Erfolg sofort sichtbar wird, würde sich meines Erachtens niemand gegen eine weitere Fortsetzung des Prozesses aussprechen. Wenn wir einige schwerwiegende Fehler feststellen, können wir jederzeit die „Opt-out-Klausel“ aufrufen. Wie ist die offizielle Einstellung von Bosnien und Herzegowina zum Thema Migrationskrise?

S.E. Kemal Kozaric, Botschafter von Bosnien und Herzegovina, Alma Zeldic, Bundesministerin für Justiz der Republik Österreich und I.E. Bisera Turkovic, Außenministerin von Bosnien und Herzegowina

Der Kandidaturstatus von Bosnien und Herzegowina für den Beitrittsprozess zur Europäischen Union hängt in erster Linie von der Umsetzung der 14 von der Europäischen Kommission festgelegten Hauptprioritäten ab, wobei der Schwerpunkt auf spezifischen Aktivitäten liegt. sie würden ein Versagen bei Kompromissen signalisieren, ein Versagen, sich über Lösungen zu einigen, die für alle Beteiligten angemessen sind. Der auferlegte Druck bietet einige hohe Belohnungen, aber die Glaubwürdigkeit hat im Laufe der Zeit erheblich abgenommen. Aus diesem Grund hat die Einhaltung insgesamt gelitten. Die zentrale Bedeutung der Glaubwürdigkeit „von innen“ wurde nie richtig festgestellt, und ich denke, dass Präsident Dzaferovic dies in seiner Rede andeutete. Glaubwürdigkeit ist die einzige Bedingung, die die vollständige Übereinstimmung mit dem Muster der Einhaltung von Reformen in Bosnien und Herzegowina zeigt, auf dem ein breiterer Konsens aufgebaut werden muss. Die selbstbestimmte Motivation, einen gemeinsamen Nenner zu finden, muss eindeutig den Wunsch umfassen, Entscheidungen über die Nutzung politischer Ressourcen und die Erhaltung der tragfähigen Lösungen zu treffen, die die konkurrierenden Erwartungen sowohl hinsichtlich des Grades als auch des Ergebnisses der gewünschten institutionellen Veränderungen genau widerspiegeln. Wie ist die Perspektive des europäischen Weges auf dem westlichen Balkan und was halten Sie vom Mini-Schengen, über das in letzter Zeit in der Region immer mehr gesprochen wird?

Generell halte ich die Mini-SchengenInitiative vor allem für Bosnien-Herzegowina für eine gute Idee und die allgemeine sozioökonomische Integration des westlichen Balkans. Ich nehme es als Chance wahr. Es schadet einer politischen Vereinigung definitiv nicht, es weist nicht auf eine politische Dominanz eines regionalen Akteurs hin oder impliziert diese. Es ist in erster Linie wirtschaftlicher Natur. Wir sollten uns vor keiner Form der wirtschaftlichen Integration in der Region fürchten, da wir zu klein und zu abhängig voneinander sind. Daher müssen wir viel Zeit und Mühe investieren, um unsere regionalen Handelskapazitäten zu verbreiten und zu stärken. Viele bosnische Politiker glauben, dass Mini-Schengen eine gute vorbereitende Übung für unsere uneingeschränkte Teilnahme am Markt der Europäischen Union ist, und ich stimme dieser Ansicht zu. Es gibt auch diejenigen, die glauben, dass Mini-Schengen keine gute Idee wäre, und Bosnien und Herzegowina sollte sich dagegen entscheiden, da es im Wesentlichen einige der bestehenden Initiativen duplizieren würde. Sie behaupten, sie sehen nicht wirklich, was der Mehrwert ist. Persönlich denke ich, wir sollten Kompromisse eingehen, indem wir einen Prüfmechanismus verwenden und einen bestimmten begrenzten Zeitrahmen für unsere Mitgliedschaft festlegen. Wir können uns für einen kurzen Zeitraum der Initiative anschließen und unein-

In letzter Zeit gab es viele Aktivitäten im Zusammenhang mit der Migrationskrise in Bosnien-Herzegowina. Wir beschäftigen uns seit geraumer Zeit mit diesem Thema. Wir befinden uns auch in einer sehr speziellen geostrategischen Position, da wir eine 1000 Kilometer lange Grenze mit Kroatien und der EU teilen. Es gibt mehrere Orte an der Grenze, an denen wir eine „Migrationsosmose“ wahrnehmen können, dh Migranten, die versuchen, in die EU einzureisen, zurückgedrängt werden und dann auf einem anderen Weg in die EU wollen. Ein hin und her, bis sie schließlich ihr endgültiges Ziel erreichen Ziele oder bis sie vom Radar verschwunden sind. Die Zahl derer, die die Grenze überqueren möchten, ist in der letzten Zeit gestiegen, was sich in einigen Städten, insbesondere in Bihac und Velika Kladusa, negativ auf die lokale Bevölkerung ausgewirkt hat. Migranten gruppieren sich in diesen beiden Städten einige Monate lang in großer Zahl und leben manchmal in unkontrollierten provisorischen Siedlungen. Trotz hoher Investitionen der EU, der Beteiligung von IOM und anderen internationalen Agenturen und lokalen Regierungsstellen scheinen die Kapazitäten zur Bewältigung der aktuellen Situation immer noch begrenzt zu sein. Um weitere unkontrollierte Zuströme von Menschen zu verhindern, liegt unser oberstes Ziel in diesem Bereich vor allem auf der Grenzkontrolle an der Drina im Osten von Bosnien und Herzegowina sowie auf der Verhinderung der illegalen Einreise in unser Hoheitsgebiet. Wir konzentrieren uns auch auf die Stärkung der Kapazitäten des nationalen Dienstes für Ausländer und Einwanderung des Sicherheitsministeriums von Bosnien und Herzegowina, um die Durchführung der Asylverfahren und Rückübernahmen effizienter zu gestalten. Wir haben Kanäle für die direkte Kommunikation mit den Innenministerien aller Nachbarländer eingerichtet, und die Erfolge im Unternehmen werden sich bald bemerkbar machen. Wir glauben, dass weitere Möglichkeiten zur Stärkung der Beziehungen gefunden werden könnten, und dies ist einer der Gründe, warum wir nach Österreich gekommen sind, um die Unterstützung der Regierung und den Wissenstransfer zu suchen. 11


Business

Text: Svetlana Nenadovic Glusac

Corona wird uns einige Zeit begleiten und wir müssen unser tägliches Handeln dahingehend anpassen Es ist uns gelungen, rasch auf die neuen Umstände zu reagieren und uns entsprechend anzupassen. schweren und mit Verlust arbeiten, haben Sie kürzlich mehrere neue Filialen eröffnet. Wie kommt das?

Corona wird uns noch einige Zeit begleiten, und wir müssen unser tägliches Handeln dahingehend anpassen. Aber genauso muss man an die Zeit nach Corona denken. Die wird kommen - da bin ich absolut zuversichtlich. Daher muss man sich auch als Unternehmer seiner Verantwortung bewusst sein und den Blick nach vorn richten. Das haben wir getan und sind gemeinsam mit unseren Franchisepartnern den Weg in die Zunft gegangen. Viele Branchen können das leider nicht so einfach, aber mir war und ist vollkommen bewusst, dass Stillstand der falsche Weg ist.

Ostoja Matic, CEO Lucky Car Austria / Fotocredit: ©Lucky Car

Ostoja Ossi Matic CEO bei Lucky Car Austria

Die Corona-Virus-Pandemie und der Lockdown haben vielen Unternehmen Verluste gebracht. Und da die Wirtschaft in einer Zeit der „neue Normalität“ ums Überleben kämpft, scheitern einige Unternehmen und andere expandieren. Zu dieser zweiten Gruppe gehört der Lucky Car-Autoservice, der mit 39 Filialen betrieben wird, von denen 11 selbst betrieben werden und der Rest Franchise-Unternehmen sind. Ob es sich um eine gute Strategie oder um eine rechtzeitige Entscheidungsfindung handelte, darüber haben wir für Diplomacy and Commerce Austria mit Ostoja Ossi Matic, dem CEO von Lucy Car gesprochen.

Unsere Lucky Car Standorte stellten einen wesentlichen Teil zum Aufrechterhalten der Mobilität sicher. Somit waren Aufträge vorhanden und wir konnten unseren Teil zur Bewältigung der Pandemie beitragen Geschäft Ihres Unternehmens beeinflusst?

Die Corona Pandemie hat jede Branche, jedes Unternehmen bis hin zu jeder einzelnen Person beeinflusst und großteils eingeschränkt. Nach nunmehr sieben Monaten leben wir in einer „neuen Normalität“. Das beginnt beim Verhalten gegenüber den

Seit dem Beginn der SARSCoV-2-Viruspandemie sind sieben Monate vergangen. Inwieweit hat der Corona-Virus das

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Kunden und hat Auswirkungen auf Arbeitsabläufe und auf branchenrelevante Liefer- und Versorgungsketten. Es ist uns aber gelungen, rasch auf die neuen Umstände zu reagieren und uns entsprechend anzupassen. Während sich viele Unternehmer über weniger Arbeit be-

Während des Lockdowns arbeitete Lucky Car für die Stadtverwaltung, haben Sie einen Plan B für den Fall, dass sich die Situation verschlechtert, und es einen zweiten Lockdown gibt?

Unsere Lucky Car Standorte stellten zu einem wesentlichen Teil das Aufrechterhalten der Mobilität sicher. Somit waren Aufträge vorhanden und wir konnten unseren Teil zur Bewältigung der Pandemie beitragen. Ein zweiter Lockdown würde die gesamte heimische Wirtschaft hart treffen, aber wenn es sein muss und somit die Ausbreitung des Corona Virus gestoppt werden kann, ist dieser Weg wohl einzuschlagen. Auch dann werden wir mit Lucky Car unseren Beitrag leisten und die Mobilität Österreichs weiter am Laufen halten.

 Lucky Car Franchise & Beteiligungs GmbH Seilergasse 8, A-1010 Wien T   +43 5958 259 227 E    matic@lucky-car.at M   +43 676 514 9079 www.lucky-car.at I www.luckycar-franchise.com


Brexit and international law

Britain threatens to flout international law Boris Johnson’s readiness to break a treaty as a negotiating tactic is both foolish and dangerous

IT IS STAGGERING to see a British minister brazenly admit to Parliament that the government intends to breach international law. Yet that is what Brandon Lewis, the Northern Ireland secretary, did this week—even if he sought to qualify the move as “very specific and limited”. The plan in the proposed internal-market bill is to override parts of the Brexit withdrawal agreement, a treaty ratified only in January, that relate to trade between Great Britain and Northern Ireland. Because it will remain subject to the European Union’s customs code and single-market rules, special treatment is needed for the province to avert a hard border with Ireland. Reflecting the fact that there is no precedent for Britain unilaterally breaching an international treaty in this way, the government’s most senior legal adviser promptly quit. What is Boris Johnson’s government playing at? It may be that he is resigned to Britain leaving the transition period on December 31st without a trade deal with the EU in place. The Brexit talks seem irretrievably stuck, so some in Downing Street now favour this option. Yet a kinder interpretation is that the prime minister is engaging in a tactical ploy to ratchet up the pressure on the EU. Threats to rewrite the withdrawal agreement are of a piece with his insistence that, unlike his predecessor, Theresa May, he will not blink at the last minute, and his claim that no deal would be a “good outcome” for Britain. By making no deal look more chaotic, he may hope to force EU leaders to compromise in their rigid demand for a level playing-field on state subsidies. Yet such a tactical game is unlikely to work. As the world’s biggest market, the EU is a tough negotiator that does not commonly give in to threats. EU leaders know that the disruption and economic damage caused by no deal would be far

The ramifications of Mr Johnson’s threat to breach international law go wider than Britain’s relationship with the EU. worse for Britain than it would be for them. Faced with a similar prospect last year, it was not the EU but Mr Johnson who gave ground by accepting a separate status for Northern Ireland which implied customs checks in the Irish Sea. Moreover, to rewrite the withdrawal agreement unilaterally would undermine trust in the British negotiators. As EU leaders are already asking, how can they do a trade deal with a country that is talking of ripping up a treaty it agreed with them less than a year ago? The ramifications of Mr Johnson’s threat to breach international law go wider than Britain’s relationship with the EU. Because his plan revives fears of a hard border in Ireland, it would go down very badly in Amer-

ica. Congress has already made clear that it will not ratify a free-trade deal with Britain if Brexit undermines the Good Friday peace process. The other prospective partners that post-Brexit Britain hopes to do trade deals with will be similarly deterred by the sight of it breezily overriding international commitments. Mrs May was right this week to wonder how other countries could now be reassured that Britain can be trusted to abide by its legal obligations. Britain is a proud founding father of international law. If it is seen to be flouting it, that will only encourage others who dislike the concept (Vladimir Putin? Xi Jinping?) and would prefer to escape any constraints that it imposes. The Chinese press was quick to report the British

case; China imposed its new security law unilaterally on Hong Kong. It would not be too far-fetched to expect other countries to think of their own cases. Spain, for example, might wish unilaterally to revisit the Treaty of Utrecht of 1713, under which it handed sovereignty over Gibraltar to Britain. If Mr Johnson is unhappy with certain provisions in the withdrawal agreement, there is a procedure to clarify them in a joint committee with the EU. That is the right forum to use, not unilateral domestic legislation. He should drop his plan immediately and return to the negotiating table to secure a good deal with Britain’s biggest trade partner, which is what he promised voters he would do before last December’s election..  From The Economist, published under licence. The original article, in English, can be found on www.economist.com

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Blog / Kolumne

Was sich in Österreich verändert hat – und was nicht S.E. Leigh Turner, Botschafter in Österreich und Ständiger Vertreter des Vereinigten Königreichs bei den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen in Wien

S.E. Leigh Turner Botschafter vom Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland in der Republik Österreich

„Sie waren in den 80er Jahren Diplomat in Wien?“ Mein Gesprächspartner schaut mich und fragt sich vielleicht, wie es sein kann, dass ich immer noch arbeite oder lebe. „Es muss sich sehr viel geändert haben!“ Nun... ich darf hier eine diplomatische Antwort geben: „Ja und nein.“ Der berühmte Oscar Wilde sagte: „Vergleiche sind abscheulich“. Ich zitiere ihn oft, wenn ich gefragt werde, welchen meiner diplomatischen Posten in Wien, Moskau, Berlin, Kiew und Istanbul ich bevorzuge. Aber Wien hat sich seit 1984-87, als ich hier als zweiter Pressesprecher und politischer Sekretär tätig war, weiterentwickelt. Genau ein Jahr vor dem Ende meiner Entsendung als Botschafter nach Wien dachte ich, ich würde fünf Dinge hervorheben, die sich seit den 80er Jahren geändert haben, und fünf Dinge, die sich nicht verändert haben: Was sich nicht geändert hat

Wien war früher so grau und stumpf, nicht wahr?

Junge Wiener sind überzeugt, dass ihre Stadt in den 80er Jahren schrecklich war. Aber als ich 1984 ankam, sagten mir die Leute, wie schrecklich es wäre, wenn es in den 70ern oder 60ern gewesen wäre. Ich erlebte eine aufregende Stadt. Das „Bermuda-Dreieck“ aus Bars und Restaurants im Ersten Bezirk, berühmt dafür, dass man schnell mal verschollen geht, boomt. „Austropop“ erreichte seinen Höhepunkt – Falcos Rock Me Amadeus erreichte 1986 die Spitze der britischen und US-Charts. Wiener hatten ein Händchen dafür Spaß zu haben, wie sie es immer noch tun; und die Polizei neigte dazu, um 14

22 Uhr zu kommen, um ausgelassene Partys zu schließen – wie sie es immer noch tut. (Tipp: Schnappen Sie sich nie das Walkie-Talkie eines Polizisten und sagen Sie «beam me up Scottie»). Sie können sich persönlich bei mir für Tipps zu den lautesten* Late-Night-Partyspielen bewerben, die in Wien in den 1980er Jahren gespielt wurden (*siehe Musik-Playlist unten). Grau und stumpf war es nicht. Aber ist Wien jetzt nicht so international? 

Wien fühlte sich bereits in den 1980er Jahren international an. Das Vienna International Centre ( VIC) hatte 1979 eröffnet, um Wien zur dritten UNStadt nach New York und Genf, mit Diplomaten aus der ganzen Welt, zu machen. Wien hatte tolle Balkan-, iranische, türkische und koreanische Küche (mein Lieblingsrestaurant war ein koreanisches Lokal, wo Sie Ihr eigenes Fleisch gegrillt haben, das leider schon lange geschlossen hat). Nicht-Österreicher beschwerten sich, dass 95% der Restaurants nahezu identische Menüs hatten. Aber das bleibt wohl auch so; und kluge Besucher beobachten, dass die Gerichte auf diesen Menüs zuverlässig schmackhaft sind (Schnitzel!). Schon in den 1980er Jahren betrachteten die Österreicher und vor allem die

„Wenn die Welt zu Ende geht, ziehe nach Wien, weil dort passiert alles zwanzig Jahre später“. Wiener den Rest der Welt mit einer Art amüsierter Herablassung. Ich überlasse es den Österreichern zu entscheiden, ob das noch stimmt! Zumindest die Geschäfte sind länger geöffnet!

In den 80er Jahren trieben mich die kurzen Öffnungszeiten der Supermärkte, einschließlich der Schließung samstags mittags, in den Wahnsinn. Wann sollte ein Arbeiter Lebensmittel kaufen? Als ich 2016 zurückkehrte, stelle ich fest, dass sich die Dinge verbessert haben, und Verkehrsknotenpunkte wie Wien Mitte oder der Hauptbahnhof haben Supermärkte, die Sie auch an einem Sonntag besuchen können. Aber viele Geschäfte in den Städten und die meisten in kleinen Städten schließen am Samstagmittag immer noch, und fast alle bleiben sonntags geschlossen. Die meisten Österreicher scheinen damit zufrieden zu sein.

Die Menschen waren in Wien früher so mürrisch.

Das ist eine knifflige Aussage. Ich habe verschiedene Gespräche geführt, seit ich 2016 nach Österreich zurückgekehrt bin, mit Leuten, die behaupten, dass Wiener Kellner, ÖV-Fahrer oder Passanten nicht auffällig freundlich sind und dass «Granteln» (Murren) ein

Nationalsport ist. Die Wiener sind stolz auf den «Wiener Schmäh» - definiert von einem Kabarettisten als «einheitsvoller Charme und eine gewisse Unfreundlichkeit, die normalerweise unvereinbar ist». Das Wiener ExpatMagazin Metropole diskutierte das Thema im vergangenen Jahr. Umgekehrt bin ich oft beeindruckt, wie Bus- und Straßenbahnfahrer in Wien auf einen Last-Minute-Fahrgast warten, oft bin ich es selbst! In einigen britischen Städten ist das nicht immer der Fall. Die Politik war früher skandalös. 

Eine weitere knifflige Aussage. Als ich von 1984-87 hier war, erlebte Österreich den Weinskandal, die LuconaAffäre, die Waldheim-Affäre, Probleme mit Abfangjägern, Menschen sprachen von «Vitamin B» (für seine Beziehungen spielen lassen) und politische Entscheidungsträger trafen sich regelmäßig im «Club 45». Heute ist österreichischer Wein Weltklasse (siehe unten) und die Politik im Allgemeinen fühlt sich transparenter an. Dagegen tobt die Diskussion über den Eurofighter, und wir hatten die «Ibiza-Affäre» (Quelle meines beliebtesten Tweets) und Bankenskandale. Österreich bleibt eine eng vernetzte Gesellschaft, in der politische Parteien und die „Sozialpartner“ eine größere Rolle spielen als in vielen anderen Ländern. Als ich eine österreichische Politikanalytikerin danach fragte, sagte sie: „Skandale sind nicht mehr das, was sie früher waren“. Ich belasse es dabei. Was hat sich geändert?

Wein:

Mit einem klassischen Wiener Schnitzel kann man nichts falsch machen. ©Benreis / Wikivoyage

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Der Weinskandal von 1985 hat die österreichische Weinherstellung und die Qualität des Endprodukts dramatisch verändert. Ich erinnere mich an meinen ersten Besuch bei einem Heurigen, an dem Tag, an dem ich im September 1984 in Wien ankam, und an den Morgen danach. Damals war


Text: @leighturnerfcdo

Ich bei einer Botschaftsveranstaltung in der Britischen Residenz 1987

Falco – eine Ikone der österreichischen Musik in den 1980er Jahren ©SonyMusic Austria

eine gute Flasche österreichischen Rotweins ein Wunder. 36 Jahre später ist der österreichische Wein durchwegs exzellent, ob rot, weiß oder rot-weißrot. Prost! Das Verkehrssystem ist viel besser – in Wien und darüber hinaus.

In den 80er Jahren war die Wiener U-Bahn bescheiden, Hochgeschwindigkeitszüge gab es nur wenige und es gab keine Autobahn nach Graz oder Klagenfurt. Direktflüge vom Flughafen Schwechat in den Rest der Welt waren selten und teuer. Radwege waren selten (obwohl ich mich daran erinnere, durch die Lobau zu radeln und überrascht zu sein, einen nackten Herrn auf seinem Fahrrad zu treffen, der in die andere Richtung fuhr). Heutzutage, abgesehen von der COVID19-Zeit, sind internationale Verbindungen brillant. Das Straßennetz ist umfassend und Wien hat ein großartiges System von Radwegen. Der öffentliche Nahverkehr Wiens hat zwischen 2001 und 2018 rund 240 Millionen Fahrgäste hinzubekommen, auch in Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen.

Österreichischer Wein ist in den letzten Jahren zur Weltklasse geworden. © Tomas er – Wikimedia

und die Einheimischen mir sagten, ich solle vorsichtig sein, damit ich nicht zu nah an die jugoslawische Straßenseite komme. Der Fall des Eisernen Vorhangs 1989 verwandelte Österreich von einem Land, das von einer undurchdringbaren Grenze (insbesondere Städte wie Graz, Wien und Klagenfurt) gesäumt ist, zu einem Land im Herzen Europas. Dies hat sich besonders auf Wien ausgewirkt, das in den letzten Jahren wuchs und gedieh (siehe unten) und das die internationalen Lebensqualitätsrankings anführt. Wien ist überfüllter, reicher und langlebiger.

1984 betrug die Bevölkerung Österreichs 7,6 Millionen; Wien, 1,5 Mio. Jetzt sind es 8,9 m und 1,9 Millionen – Wien hat Hamburg, Budapest, Warschau und Bukarest überholt und ist mit seinen 2

Das Wiener U-Bahn-Netz wächst rasant ©Wiener Linien

Tu felix Austria – mein Foto vom Naschmarkt 1987

Millionen Einwohnern die sechstgrößte Stadt Europas geworden. Der Tourismus boomt seit den 80er Jahren, wobei der Anteil von Deutschen zurückgeht (von 65 Mio. Übernachtungen 1980 auf 56 Mio. im Jahr 2018). Es überrascht nicht, dass mehr asiatische Touristen kommen, darunter über 1 Mio. chinesische Besucher pro Jahr (vor COVID-19), die die größte Gruppe aus einem nicht benachbarten Land stellen. 1984 hatte Österreich 2,5 Millionen Autos, jetzt hat es 5m. 1984 hatte Österreich ein Pro-Kopf-BSP von weniger als 30.000 US-Dollar; bis 2019 waren es über 50.000 US-Dollar (Quelle Trading Economics, deren Charts auf einen stetigen Anstieg von 1960 bis 2008 hindeuten). Die Lebenserwartung bei der Geburt ist von 73,6 im Jahr 1984 auf 81,7 im Jahr 2018 gestiegen und hat das Vereinigte Königreich geringfügig überholt, von 74,8 auf 81,3 im gleichen Zeitraum 

Österreich hat sich im Osten geöffnet.

1984 schienen Straßenschilder auf dem Weg vom Flughafen nach Bratislava, Budapest und Prag ironisch: An der tschechoslowakischen Grenze wurden noch Menschen erschossen. Ich erinnere mich, wie ich durch Kärnten fuhr

WU Vienna Learning Centre entworfen von Zaha Hadid ©Wirtschaftsuniversität Wien

Schließlich haben sich Shopping, Restaurants und Nachtleben in Wien seit den 80er Jahren verändert.

Der gestiegene Lebensstandard und mehr Städtetourismus haben zu einem Boom bei „Gastronomie“ und Luxus-Shopping geführt. Ganze Teile der Stadt wurden saniert, zum Beispiel rund um den neuen Hauptbahnhof im 10. Bezirk, die Wirtschaftsuniversität (mit beeindruckenden Gebäuden der britischen Architektin Zaha Hadid), der alte Nordbahnhof im 2. Bezirk und die Seestadt Aspern. Der Klimawandel und Rauchverbote haben dazu geführt, dass sich Restaurants und Cafés auf Straßen, Bürgersteige und Parks in der ganzen Stadt ausbreiten. Im Winter sprießen unzählige Weihnachtsmärkte aus dem Boden – der „Christkindlmarkt“ war nur einer, an den ich mich in den 1980er Jahren erinnere. Einige Wiener beschweren sich, dass Filialien großer Ketten wie überall auf der Welt auf dem Vormarsch sind. Aber ich nehme Trost von der anhaltenden Häufigkeit von einzigartigen, spezialisierten und oft skurrilen Geschäften, Restaurants und natürlich Cafés in der ganzen Stadt. Ein berühmter Spruch über Wien lautet: „Wenn die Welt zu Ende geht, ziehe nach Wien, weil dort passiert alles zwanzig Jahre später“. Lange soll sich in Wien manches nicht ändern!  Social media - @leighturnerfcdo auf twitter und Instagram 15


The new energy order

Is it the end of the oil age? Power in the 21st century

OIL FUELLED the 20th century—its cars, its wars, its economy and its geopolitics. Now the world is in the midst of an energy shock that is speeding up the shift to a new order. As covid-19 struck the global economy earlier this year, demand for oil dropped by more than a fifth and prices collapsed. Since then there has been a jittery recovery, but a return to the old world is unlikely. Fossil-fuel producers are being forced to confront their vulnerabilities. ExxonMobil has been ejected from the Dow Jones Industrial Average, having been a member since 1928. Petrostates such as Saudi Arabia need an oil price of $70-80 a barrel to balance their budgets. Today it is scraping along at just $40. There have been oil slumps before, but this one is different. As the public, governments and investors wake up to climate change, the clean-energy industry is gaining momentum. Capital markets have shifted: clean-power stocks are up by 45% this year. With interest rates near zero, politicians are backing green-infrastructure plans. America’s Democratic presidential contender, Joe Biden, wants to spend $2trn decarbonising America’s economy. The European Union has earmarked 30% of its $880bn covid-19 recovery plan for climate measures, and the president of the European Commission, Ursula von der Leyen, used her state-ofthe-union address this week to confirm that she wants the EU to cut greenhouse-gas emissions by 55% over 1990 levels in the next decade. The 21st-century energy system promises to be better than the oil age—better for human health, more politically stable and less economically volatile. The shift involves big risks. If disorderly, it could add to political and economic instability in petrostates and concentrate

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With bold action, renewable electricity such as solar and wind power could rise from 5% of supply today to 25% in 2035, and nearly 50% by 2050. control of the green-supply chain in China. Even more dangerous, it could happen too slowly. Today fossil fuels are the ultimate source of 85% of energy. But this system is dirty. Energy accounts for two-thirds of greenhouse-gas emissions; the pollution from burning fossil fuels kills over 4m people a year, mostly in the emerging world’s mega-cities. Oil has also created political instability. For decades petrostates such as Venezuela and Saudi Arabia, with little incentive to develop their economies, have been mired in the politics of handouts and cronyism. In an effort to ensure secure supplies, the world’s big powers have vied to influence these

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states, not least in the Middle East, where America has roughly 60,000 troops. Fossil fuels cause economic volatility, too. Oil markets are buffeted by an erratic cartel. Concentration of the world’s oil reserves makes supply vulnerable to geopolitical shocks. Little wonder that the price has swung by over 30% in a sixth-month period 62 times since 1970. A picture of the new energy system is emerging. With bold action, renewable electricity such as solar and wind power could rise from 5% of supply today to 25% in 2035, and nearly 50% by 2050. Oil and coal use will drop, although cleaner natural gas will remain central. This architecture will ultimately bring

huge benefits. Most important, decarbonising energy will avoid the chaos of unchecked climate change, including devastating droughts, famine, floods and mass dislocation. Once mature, it should be more politically stable, too, because supply will be diversified, geographically and technologically. Petrostates will have to attempt to reform themselves and, as their governments start to depend on taxing their own citizens, some will become more representative. Consuming countries, which once sought energy security by meddling in the politics of the oil producers, will instead look to sensible regulation of their own power industry. The 21stcentury system should also be less economically volatile. Electricity prices will be determined not by a few big actors but by competition and gradual efficiency gains. Yet even as a better energy system emerges, the threat of a poorly managed transition looms.


Autor: The Economist

Two risks stand out. Autocratic China could temporarily gain clout over the global power system because of its dominance in making key components and developing new technologies. Today Chinese firms produce 72% of the world’s solar modules, 69% of its lithiumion batteries and 45% of its wind turbines. They also control much of the refining of minerals critical to clean energy, such as cobalt and lithium. Instead of a petrostate, the People’s Republic may become an “electrostate”. In the past six months it has announced investments in electric-car infrastructure and transmission, tested a nuclear plant in Pakistan and considered stockpiling cobalt. China’s leverage depends on how fast other economies move. Europe is home to giant developers of wind and solar farms—Orsted, Enel and Iberdrola are building such projects around the world. European firms are leading the

Today Chinese firms produce 72% of the world’s solar modules, 69% of its lithium-ion batteries and 45% of its wind turbines. They also control much of the refining of minerals critical to clean energy, such as cobalt and lithium. Instead of a petrostate, the People’s Republic may become an “electrostate”. race to cut their own emissions, too. America’s trajectory has been affected by the rise of shale oil and gas, which has made it the world’s largest oil producer, and by Republican resistance to decarbonisation measures. If America were to act on climate change—with, say, a carbon tax and new infrastructure—its capital markets, national energy laboratories and universities would make it a formidable green power. The other big risk is the transition of petrostates, which account

for 8% of world GDP and nearly 900m citizens. As oil demand dwindles, they will face a vicious fight for market share which will be won by the countries with the cheapest and cleanest crude. Even as they grapple with the growing urgency of economic and political reform, the public resources to pay for it may dwindle. This year Saudi Arabia’s government revenue fell by 49% in the second quarter. A perilous few decades lie ahead. Faced with these dangers, the temptation will be to ease the

adjustment, by taking the transition more slowly. However, that would bring about a different, even more destabilising set of climate-related consequences. Instead, as our special report in this issue explains, the investments being contemplated fall drastically short of what is needed to keep temperatures within 2°C of preindustrial levels, let alone the 1.5°C required to limit the environmental, economic and political turmoil of climate change. For example, annual investment in wind and solar capacity needs to be about $750bn, triple recent levels. And if the shift towards fossil-fuel-free renewable energy accelerates, as it must, it will cause even more geopolitical turbulence. The move to a new energy order is vital, but it will be messy.  From The Economist, published under licence. The original article, in English, can be found on www.economist.com

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Politik

AUSTRIAN WORLD SUMMIT 2020: Chance für klimafreundlichen Wiederaufbau Die Schwarzenegger-Klimainitiative

Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen / Foto: Peter Lechner/HBF

Bereits zum vierten Mal fand am 17. September der AUSTRIAN WORLD SUMMIT statt – dieses Jahr erstmals in der Spanischen Hofreitschule in Wien und unter anderen Rahmenbedinungen, wie Gastgeber Arnold Schwarzenegger ausführte: „Wir haben gesehen, dass Großveranstaltungen und politische Kongresse online erfolgreich sein können. Ich werde also diese Gelegenheit nutzen, um unseren Gipfel in Wien zur größten Umweltkonferenz des Jahres zu machen.“ Arnold Schwarzenegger hielt das was er versprochen hatte und nahm selbst dieses Jahr virtuell am Gipfel teil, wie Monika Langthaler, Organisatorin des 18

Den Wiederaufbau nach der CoronaKrise sieht Arnold Schwarzenegger, Initiator des AUSTRIAN WORLD SUMMIT, als „eine gewaltige Chance“, wie er und viele prominente Klimaschützer/innen beim vierten Klimagipfel in Wien betonten. Events zuvor erklärt hatte: „Wir werden Arnold Schwarzenegger für die gesamte dreistündige Konferenz live aus L.A. zuschalten. Er wird sowohl Gastgeber sein, eine Rede halten sowie mitdiskutieren und ist damit präsenter als je zuvor.“ Den Wiederaufbau nach der CoronaKrise sieht Arnold Schwarzenegger,

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Initiator des AUSTRIAN WORLD SUMMIT, als „eine gewaltige Chance“, wie er und viele prominente Klimaschützer/ innen beim vierten Klimagipfel in Wien betonten. „Der Klimawandel ist die eigentliche Pandemie unseres Planeten. Er hat sich auf alle Nationen der Erde ausge-

breitet. Und es gibt keinen Impfstoff außer unserem eigenen Handeln“, mit diesen Worten wandte sich Arnold Schwarzenegger via Livestream aus L.A. an alle Teilnehmer/innen des vierten AUSTRIAN WORLD SUMMIT, die sowohl vor Ort in der Spanischen Hofreitschule als auch vor den Bildschirmen die Eröffnungsrede des ehemaligen Gouverneurs von Kalifornien mitverfolgten. Angesichts des wirtschaftlichen Wiederaufbaus nach der Corona-Krise appellierte Schwarzenegger eindringlich: „Vorausschauende Entscheidungen sind gerade jetzt notwendig, da Billionen Dollar und Billionen Euro in den Wiederaufbau von Volkswirtschaften und Infrastrukturen als Folge des Coronavi-


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

AUSTRIAN WORLD SUMMIT, dieses Jahr erstmals in der Spanischen Hofreitschule in Wien und unter anderen Rahmenbedinungen / Foto: © Die Schwarzenegger-Klimainitiative

rus fließen. Diese Mittel sind so massiv, dass sie in der Lage sind, Gesellschaften neu zu gestalten. Wir haben eine gewaltige Chance. Alles, was wir tun müssen, ist, sie zu ergreifen.“

Besonderes Highlight: die erste transatlantische Ehrenzeichen-Übergabe. Bundespräsident Alexander Van der Bellen überreichte Arnold Schwarzenegger im Namen der Republik Österreich das Große Goldenen Ehrenzeichen mit dem Stern / Twitter

Alexander Van der Bellen: positives Bild der Zukunft entwerfen

Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der bereits zum vierten Mal den Ehrenschutz der Konferenz übernommen hatte, betonte, dass vor allem jene überzeugt werden müssten, die den Ernst der Lage noch nicht erkannt haben: „Es ist viel schwieriger, jemandes Interesse zu wecken, der kein Interesse hat. Und dennoch muss es uns gelingen. Aber wie?“ Dabei plädierte er – ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „Be Part of the Solution“ – auf einen gemeinsamen, positiven Weg zu setzen: „Natürlich ist es wichtig, dass wir Menschen über die schrecklichen, angstmachenden Folgen einer Klimakatastrophe Bescheid wissen. Wirkungsvoller ist es aber, ein positives Bild der Zukunft zu entwerfen. Etwas, das unser gemeinsames Ziel sein kann. Denn nur ein gemeinsames Ziel wird uns dazu motivieren, zu tun, was nötig ist: Unsere eine Erde zu erhalten,“ Sebastian Kurz: Milliarden Investitionen in Klimaschutz

Dass es gerade jetzt essentiell ist, die Weichen in Richtung einer nachhaltigen und gesunden Entwicklung unseres Planeten zu stellen, darüber waren sich alle einig. Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz betonte in seiner Rede: „Wir müssen den Pariser Klimavertrag in Europa und weltweit umsetzen, um den Klimawandel erfolgreich zu bekämpfen.“ Der Kanzler verwies auch auf die Folgen des Klimawandels, die bereits jetzt zu spüren sind: „Die massiven Waldbrände an der US-Westküste führen einmal mehr vor Augen, wie wichtig Klimaschutz ist. In Österreich und der EU haben wir uns daher sehr ambitionierte R20 AUSTRIAN WORLD SUMMIT Klimaschutzziele

Bundeskanzler Sebastian Kurz: Umweltschutz und wirtschaftliche Interessen in Einklang bringen / Foto: BKA / Dragan Tatic

gesetzt und investieren alleine in Österreich in den Jahren 2021 und 2022 jeweils eine Milliarde in Klimaschutzmaßnahmen.“ Bundekanzler Sebastian Kurz hob hervor, dass Wirtschaft und Klimaschutz kein Widerspruch seien. Es ginge vielmehr um ein nachhaltiges Wirtschaften. „Wirtschaft und Klimaschutz gehen Hand in Hand. Durch die Förderung von Innovation tun sich neue Chancen auf und neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Daher fördern wir in Österreich massiv die Forschung und Innovation im Bereich Klimaschutz.“ Botschaften aus aller Welt

Arnold Schwarzenegger war dieses Jahr virtuell dabei / Foto: © Die Schwarzenegger-Klimainitiative

Bei der Organisation des AUSTRIAN WORLD SUMMITS machten die Veranstalter aus der Not eine Tugend und setzten unter strengen Corona-Sicherheitsmaßnahmen mit einer Mischung aus analogen und virtuellen Höhepunkten neue Maßstäbe. So gab es Botschaften von prominenten Klimaschützer/ innen rund um den Globus – u.a. von Prinz Charles, Verhaltensforscherin Jane Goodall, UN-Generalsekretär António Guterres, John Kerry (ehemaliger Außenminister der USA), Frans Timmermans (Vizepräsident der Europäischen Kommission), Pedro Sánchez (Ministerpräsident von Spanien), Carlos Alvarado Quesada (Präsident von Costa Rica), Imran Khan (Premierminister von Pakistan) und Regisseur James Cameron. Ehrenzeichen für Arnold Schwarzenegger

Foto: © Die Schwarzenegger-Klimainitiative

Am Ende des AUSTRIAN WORLD SUMMIT gab es noch ein besonderes Highlight: die erste transatlantische Ehrenzeichen-Übergabe. Bundespräsident Alexander Van der Bellen überreichte Arnold Schwarzenegger im Namen der Republik Österreich das Große Goldenen Ehrenzeichen mit dem Stern für seine Verdienste um die österreichischamerikanischen Beziehungen sowie sein international herausragendes Engagement für eines der zentralen Themen der Menschheit – die Bewältigung der Klimakrise. 19


Medizin / Corona-Virus-Pandemie

Erfinder des innovativen Gurgel-Tests: Dr. Daniel Wallerstorfer Bsc., Molekularbiologe und promovierter Biotechnologe, CEO Novogenia

Mit dem Novo Smart Screen kann man 100 Proben in acht Minuten abnehmen Exklusives Interview mit Dr. Daniel Wallerstorfer Bsc. - dem Erfinder des innovativen Gurgel-Tests

Dr. Daniel Wallerstorfer Bsc. Molekularbiologe und promovierter Biotechnologe, CEO Novogenia

Seit Beginn der Corona-Virus-Pandemie, die die Gesundheitsvorsorge, Pharmazie, Wirtschaft, Handel und damit Regierungen auf der ganzen Welt in die Knie zwang, hat der Wettlauf der Weltmächte um eine Rettung der Menschheit begonnen. Diesmal haben alle einen gemeinsamen Feind - SARS-CoV2, dazu kommt noch ein erschwerender Umstand - es ist ein Rennen gegen kostbarere Zeit. Eine Skepsis, die sich in der Bevölkerung sowie unter den Medizinern immer mehr verbreitet, stellt die Zuverlässigkeit mancher Covid19 Tests in Frage. 20

Dazu kommt die Unzufriedenheit derjenigen, die einen Test benötigen und lange auf Testungen warten müssen und sehr oft noch länger auf die Testergebnisse. Und während Wissenschaftler und Epidemiologen auf der ganzen Welt auf Hochtouren arbeiten, um die Pandemie zu lindern und schlussendlich zu beenden, gibt es in Wien einen jungen Wissen-

Die Anforderung, dass speziell geschultes Personal den Abstrich machen muss, ist ein groSSer limitierender Faktor. Wir lösen gerade dies mit unserem neuen Gurgelsystem, das wir gerade entwickelt und zum Patent eingereicht haben. Es ist ein registriertes Medizinprodukt, das von Laien selbst angewendet werden kann. Somit können auch andere Menschen, nicht nur Sanitäter und Ärzte, die Probenabnahme organisieren.

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schaftler, Molekularbiologen und promovierten Biotechnologen, der eine neue Form des Testens auf das SARS-CoV-2-Virus entdeckte und patentierte. Exklusive für das Magazin Dilpmacy and Commerce Austria haben wir mit Dr. Daniel Wallerstorfer Bsc., Gründer und Geschäftsführer der Novogenia GmbH - dem Erfinder des innovativen Gurgel-Tests - gesprochen. Die Coronakrise hat Österreich und Europa seit einigen Wochen wieder fest im Griff. Als Mittel um einen unkontrollierten Ausbruch zu verhindern, gilt eine umfassende Teststrategie. Wo liegen Ihrer Meinung nach die größten Probleme bei der Umsetzung?

Ich denke, grundsätzlich macht es Österreich nicht schlecht. So viele Menschen zu testen, ist eine gigantische logistische Herausforderung, in die wir alle erst hineinwachsen müssen. Im Moment scheint die Ver-


Text: Svetlana Nenadovic Glusac Foto: Novogenia

fügbarkeit der Sanitäter allerdings einen Engpass darzustellen, denn wir haben immer noch freie Analysekapazitäten. Die Anforderung, dass speziell geschultes Personal den Abstrich machen muss ist ein großer limitierender Faktor. Wir lösen gerade dies mit unserem neuen Gurgelsystem, das wir gerade entwickelt und zum Patent eingereicht haben. Es ist ein registriertes Medizinprodukt, das von Laien selbst angewendet werden kann. Somit können auch andere Menschen, nicht nur Sanitäter und Ärzte, die Probenabnahme organisieren. Eine weitere Lösung, an der arbeiten, ist eine automatisierte Probenregistrierstation. Wir nennen das NOVO SMART SCREEN. Es ist ein Gerät, das man überall aufstellen kann (z.B. in der Lobby eines Unternehmens). Vorbeigehende Personen (z.B. Mitarbeiter) können vollkommen selbstständig ihre Gurgelprobe abnehmen und über das Gerät mit dem RFID-Chip einwerfen. Das Gerät schickt verschlüsselt die Probenidentität an das Labor und löst einen Abholauftrag aus. Das Ergebnis kommt zwischen 10 und 24 Stunden später per Email, SMS etc. All diese Techniken helfen dabei, die Engpässe bei der Probenregistrierung und Abnahme zu verbessern. Meinem Wissenstand nach werden aktuell nur 7 Prozent aller Tests in Österreich innerhalb von 48 Stunden ausgewertet, manchmal dauert es sogar eine Woche. Auch wäre es keine schlechte Idee, Probenabnahmen an die freie Wirtschaft auszulagern. Wir haben etwa 40 mobile Teams, die wir in ganz Österreich einsetzen können. Hier könnten wir bei vielen Projekten helfen und Teil der Lösung für die aktuellen Probleme sein. Man könnte dieses System z.B. in Schulen anwenden. Mit dem Novo Smart Screen kann man so 100 Proben in acht Minuten abnehmen. In Wien setzt man jetzt auf die Gurgelmethode und mobile Einsatzteams für Schulen sowie Teststraßen, in denen man kostenlose PCR Tests im „Drive-In“ Verfahren anbietet. Was halten Sie davon?

Das Gurgeln hat einige Vorteile. Es ist nicht so unangenehm wie ein Nasenabstrich, und in unseren eigenen Validierungen haben Gurgelproben 16 mal mehr Viren enthalten als ein Rachenabstrich. Ich bin also der Meinung, dass man damit sehr gute Ergebnisse erzielen kann. Es gibt aber noch Unterschiede in den Gurgelmethoden. Manche gurgeln mit Salzwasser, um den Virus am Leben zu halten und den Anwender nicht zu vergiften. Die Proben sind

Dies ist eine Erfindung, die Hoffnung bei der Lösung der Coronavirus-Krise gibt

Eine weitere Lösung, an der wir arbeiten, ist eine automatisierte Probenregistrierstation. Wir nennen das NOVO SMART SCREEN. Es ist ein Gerät, das man überall aufstellen kann (z.B. in der Lobby eines Unternehmens). Vorbeigehende Personen (z.B. Mitarbeiter) können vollkommen selbstständig ihre Gurgelprobe abnehmen und über das Gerät mit dem RFID-Chip einwerfen.

in diesem Fall aber noch infektiös und nicht sehr lange stabil, weshalb man die Proben kühlen muss. Das in Wien eingesetzte Verfahren hat meiner Information nach schon eine bessere Stabilität als Salzwasser. Aber wir z.B. bevorzugen den Virus nach der Abnahme zu deaktivieren, also nicht mehr ansteckend zu machen. Nach 10 Sekunden Gurgeln mit Wasser wird es in ein Röhrchen überführt, das festgetrocknete Stabilisierungssalze enthält. Diese lösen sich auf, töten das Virus und stabilisieren die Probe für Wochen bei Raumtemperatur. Das ist ein einzigartiges System, das wir entwickelt haben, und das an die aktuellen Gegebenheiten besser angepasst ist als andere Methoden auf dem Markt.

Aus Italien kommen jetzt neue Antitests, die innerhalb von 30 Minuten Ergebnisse liefern. Kann das die Lösung sein?

Antigen-Tests haben definitiv eine Daseinsberechtigung. Aber: Während ein PCR Test kleinste Virusmengen erkennen und hochkopieren kann (und somit kleinste Mengen erkennt), muss man mit dem Antigen-Test mit dem vorhandenen Material arbeiten. Sehr kleine Mengen sind somit schwer erkennbar und werden leicht übersehen. Bei stark ansteckenden Personen sind aber genug Viren vorhanden, dass diese Tests einen Großteil der Fälle erkennen. Ich habe vor kurzem die Studienlage durchsucht und 28 Studien gefunden, die einen

Antigen-Test mit einem PCR-Test verglichen haben. Das Ergebnis war, dass sie etwa nur 65% der Fälle erkannt haben. Das ist somit deutlich schlechter als PCR. Allerdings gibt es Situationen, in denen das trotzdem Sinn macht. Man kann zum Beispiel vor einem Konzert jeden testen und 65% der Positiven vorher abweisen. Es ist keine 100%ige Sicherheit, aber jeder Positive, der isoliert wird ist ein Mehrwert. In Situationen, wo also sonst nicht getestet werden kann, sind Antigen-Tests eine gute Lösung. Für Prävention allerdings nicht. Hier ist es wichtig auch die schwächsten Fälle zu erkennen und zu isolieren, bevor sie stark ansteckend werden. Das kann nur die PCR-Technologie. Was ist da so einzigartig bei den PCR-Tests der Novogenia, die Sie auch patentiert haben? Welche Probleme können sie lösen?

Patentiert haben wir unser Gurgelsystem. Das Problem beim Gurgeln ist, dass man die Lösung in den Mund nehmen muss. Jegliche Form von Virus-abtötenden Stoffen wären auch für den Menschen giftig. Deshalb Gurgeln viele mit Salzwasser oder ähnlichen gut verträglichen Lösungen, die aber wie ein Schluck Meerwasser einige Zeit einen unangenehmen Nachgeschmack hinterlassen. Das Virus und die Bakterien des Mundes bleiben am Leben, und die Lösung gilt als hoch infektiös während des Transports (das macht das medizinische Personal notwendig). Außerdem ist dies auch ein guter Nährboden für Bakterien, die sich in der Lösung vermehren und alles, auch den Virus, zersetzen. Deshalb ist es wichtig, herkömmliche Gurgellösungen sofort zu kühlen und schnell ins Labor zu bringen. Wir haben uns bei diesen Problemen etwas einfallen lassen. Bei unserem als Medizinprodukt registriertem System gurgelt man für 10 Sekunden mit reinem Wasser. Das Wasser geht dann durch einen beigelegten Trichter in ein Auffangröhrchen. Und hier ist das Besondere. Wir haben es nach viel Entwicklungsarbeit geschafft, die Virus-abtötenden Stabilisierungssalze im Inneren des Röhrchen zu immobilisieren. Wenn das Gurgelwasser dann aufgefangen wird, beginnt es nach einiger Zeit die Salze aufzulösen. Die Viren werden dadurch deaktiviert, bzw. abgetötet. Das ist für den Versand per Kurier oder Post z.B. sehr wichtig. Außerdem enthält das System Stoffe, die die RNA des Virus, also sein Erbgut erhalten, damit wir diese später mit PCR nachweisen können. RNA ist extrem instabil. Im Labor wird diese immer bei -70°C 21


Medizin / Corona-Virus-Pandemie

gelagert, da sie sich bei Raumtemperatur innerhalb weniger Stunden zersetzt. Dieses Problem mussten wir lösen. Durch das Einsetzen der richtigen Salze ist es uns gelungen, die Probe so stabil zu machen, dass Viren RNA selbst bei drei Tagen bei 45°C komplett zu erhalten. Es ist also egal, ob die Probe zwei Wochen auf dem Postweg verbringt, ob sie zwischenzeitlich im heißen Auto liegt oder kurz einfriert, das Virus-Erbgut bleibt intakt. Das ist ein riesiger Fortschritt im Probenhandling. Viele Labors lehnen alle Proben ab, die älter als 24h sind. Bei unserem System ist das nicht mehr nötig. Es ist dieses Gurgelsystem, das wir zum Patent eingereicht haben, da hier der große Unterschied liegt.   Vor kurzem wurde von Ihnen der Novo Smart Screen vorgestellt: was kann dieses System und wofür ist es vorgesehen?

In manchen Skigebieten gibt es 2.000 Angestellte der Bergbahnen, die für den Erfolg der ganzen Region besonders wichtig sind. Deshalb haben viele von ihnen beschlossen Routinetestungen der Mitarbeiter einzuführen. Hier gibt es jedoch einen strengen Zeitplan: um 8:00 früh sind alle Mitarbeiter am Berg. Die Testung von 2.000 Personen muss also zwischen 6:00 und 7:30 abgeschlossen sein. Mit Sanitätern ist dies nicht möglich. Deshalb haben wir mit unserem Gurgelsystem ein Gerät entwickelt, das die Logistik und Organisation übernimmt. Bei diesen Geräten kann jeder Mitarbeiter selbst entscheiden wann er die Probe abnehmen möchte. Am Morgen vor dem Start kann im Vorbeigehen die Probe eingelegt und mit dem Zutritts-Chip oder der 22

Text: Svetlana Nenadovic Glusac Foto: Novogenia

Bundesminister Anschober will im Jänner 2021 mit Impfungen beginnen und stellt sich als Ziel eine Durchimpfungsrate von 50 bis 60 Prozent vor. Ist das realistisch und sind ab dem Zeitpunkt Tests hinfällig?

Saison-Karte assoziiert werden. Bei unserem Pilotbetrieb in Mayrhofen hat dies pro Person nur acht Sekunden gedauert. Der Mitarbeiter geht vorbei, entnimmt ein Gurgelset, sammelt die Probe, steckt sie ins Gerät, hält seinen Chip vor das Gerät und die Probe wird eingezogen. Der Transport ins Labor wird organisiert und 10 bis 24 Stunden später erhält der getestete eine SMS mit Link zu einem verschlüsselten medizinischem Befund. Dieses System eignet sich aber nicht nur für Bergbahnen, sondern für alle Unternehmen, oder sogar Schulen, die eine regelmäßige Testung ermöglichen wollen, ohne große Abnahmetage mit Sanitätern und stundenlanger Betriebsunterbrechung organisieren zu müssen. Welche Kapazitäten hat Novogenia? Wie viele Tests könnte man über Novogenia sofort abwickeln?

Derzeit arbeiten wir mit einer Kapazität von 18.000 Analysen pro Tag. Wir sind allerdings schon dabei unsere Kapazität auf etwa 25.000 und

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danach auf 35.000 pro Tag zu erhöhen. Und auch dies wäre noch nicht das mögliche endgültige Limit. Wo sehen Sie die wichtigsten Einsatzgebiete für Novogenia und den Novo Smart Screen?

Regelmäßige Testungen von Gruppen von Menschen. Dazu gehören Krankenhäuser, Unternehmen, Schulen usw. Also überall, wo dieselbe Person regelmäßig eine Probe abgeben sollte um die Verbreitung zu verhindern.

Wären auch zusätzliche Laborkapazitäten außerhalb Ihres Standortes denkbar? Etwa auf Flughäfen und überall dort, wo eine schnelle Überprüfung notwendig ist?

Für Vor-Ort Testungen wie an Flughäfen hätten wir durchaus eine Lösung durch unsere Zusammenarbeit mit anderen Labors in Österreich. Abhängig von der notwendigen Regelmäßigkeit und Dringlichkeit, lassen sich individuelle Lösungen finden und leicht anpassen.

Das ist leider nicht so einfach und realistisch. Die Durchimpfungsrate für die herkömmliche Grippe liegt aktuell bei unter 8 Prozent in Österreich. Und das Virus wird sich wie die Grippe zu unseren Standardkrankheiten dazugesellen und uns lange begleiten. Durch die Impfung können wir allerdings die Hochrisikopatienten schützen, was uns erlauben würde die Maßnahmen zu entschärfen. Ich wünsche es mir für die Menschheit, dass wir bald einen effektiven Impfstoff zur Verfügung haben werden. Allerdings ist auch dies eine gigantische Herausforderung. Würde ein ImpfstoffHersteller eine Million Dosen pro Tag produzieren können, würde es immer noch 10 Jahre dauern, bis 50% der Weltbevölkerung geimpft werden können. Daher wird es noch lange Zeit heißen: testen, testen, und testen, um die Verbreitung zu verhindern.

Lässt sich diese Lösung bzw. Ihr Test auch außerhalb von Österreich anbieten?

Durchaus. Da unsere Proben so lange stabil sind, können wir auch Proben aus anderen Ländern empfangen und haben schon einige Aufträge aus anderen europäischen Ländern. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig und anpassbar, abhängig von den notwendigen individuellen Gegebenheiten. office.eu@gene-id.eu


Nation alfeiertage OKTOBER 01.10

China (Volksrepublik China)

INSPIRATION BEETHOVEN Eine Symphonie in Bildern aus Wien 1900 27.11.2020 – 04.04.2021 Die VI. Symphonie Beethovens, die Pastorale, inspirierte 1898/99 den Wiener Jugendstilmaler und Klimt-Kollegen Josef Maria Auchentaller (1865–1949) zu einem monumentalen Bildprogramm für das Musikzimmer der Villa seines Schwiegervaters, des Silberschmuckfabrikanten Georg Adam Scheid. Das aus fünf Gemälden bestehende Ensemble stellt die erste künstlerisch-bildnerische Umsetzung aller Sätze einer Symphonie Beethovens dar und ist in der Tradition der Musikzimmer, die um 1900 eine Blüte erlebte, einzigartig. Im Leopold Museum wird das Ensemble anlässlich des 250. Geburtstags Ludwig van Beethovens erstmals in Österreich rekonstruiert und die Geschichte dieses Gesamtkunstwerks im Rahmen einer Fokus-Ausstellung zur neuen Dauerpräsentation Wien 1900 beleuchtet.  Leopold Museum Museumsplatz 1 1070 Wien

Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China (1949)

01.10

Nigeria (Bundesrepublik Nigeria) Nationalfeiertag

01.10

Zypern (Republik Zypern)

Jahrestag der Erklärung der Unabhängigkeit im Jahre 1960

02.10

Guinea (Republik Guinea)

Jahrestag der Erklärung der Unabhängigkeit im Jahre 1958

03.10

Deutschland (Bundesrepublik Deutschland) Tag der Deutschen Einheit

03.10

Irak (Republik Irak) Unabhängigkeitstag / Independence Day

03.10

Korea - Republik (Republik Korea)

National Foundation Day

09.10

Uganda (Republik Uganda)

Unabhängigkeitstag

12.10

Spanien (Königreich Spanien)

Gedenktag an die Entdeckung Amerikas

26.10

Österreich (Republik Österreich)

Nationalfeiertag

27.10

Turkmenistan (Turkmenistan)

Tag der Unabhängigkeit

28.10

Griechenland (Hellenische Republik)

Tag des Widerstandes - OXI Tag

28.10

Tschechien (Tschechische Republik)

Unabhängigkeitstag (1918)

29.10 JOSEF MARIA AUCHENTALLER Elfenreigen (nach Beethovens PastoraleSymphonie, 1. Satz), 1898/99 © Andreas Maleta, aus der Victor & Martha Thonet Sammlung / Foto: amp, Andreas Maleta Press & Publication, Wien, 2019

Türkei (Republik Türkei)

Tag der Republik (1923)

november 01.11

Algerien (Demokratische Volksrepublik Algerien) Jahrestag der algerischen Revolution (1954)

01.11

Antigua und Barbuda (Antigua und Barbuda)

Unabhängigkeit

03.11

Dominica (Commonwealth Dominica) Unabhängigkeit

03.11

Panama Republik Panama)

Jahrestag der Erklärung der Unabhängigkeit (1903)

09.11

Kambodscha (Königreich Kambodscha) Jahrestag der Erlangung der Unabhängigkeit 1953

11.11

Angola (Republik Angola)

National Independence Day

11.11

Polen (Republik Polen)

Feiertag der Unabhängigkeit (1918)

18.11

Lettland (Republik Lettland)

Nationalfeiertag

18.11

Oman (Sultanat Oman) Geburtstag S.M. Sultan Qaboos Bin Said

19.11

Monaco (Fürstentum Monaco)

Nationalfeiertag

22.11

Libanon (Libanesische Republik)

Jahrestag der Erlangung der Unabhängigkeit (1943)

25.11

Suriname (Republik Suriname)

Unabhängigkeit

28.11

Albanien (Republik Albanien)

Nationalfeiertag

28.11

Mauretanien (Islamische Republik Mauretanien) Unabhängigkeitstag (1960)

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DIPLOMATIE / POLITIK

64. IAEO Generalkonferenz – durch COVID-19 etwas anders Über 30 virtuelle und hybride Nebenveranstaltungen

Die 64. Generalkonferenz der IAEO (Internationale Atomenergie-Organisation) fand vom 21. bis 25. September in Wien statt, diesmal aufgrund der Coronarvirus-Pandemie etwas anders als in den Vorjahren. In geringerem Umfang und unter allen Vorsichtsmaßnahmen im Kampf gegen COVID-19 fand im Vienna International Center dieses Jahr die IAEOKonferenz statt. Wichtige Themen der Nuklearwissenschaft und der Nichtverbreitung standen heuer auf der internationalen Tagesordnung, als Vertreter aus über 140 Ländern zum Jahrestreffen der IAEO zusammenkamen. In seiner Eröffnungsrede sprach der Generaldirektor Rafael Mariano Grossi über die nuklearen Schutzmaßnahmen, die dieses Jahr trotz der COVID-19-Pandemie durchgeführt wurden. 24

S.E. Azzeddine Farhane, Botschafter von Marokko, wurde zum Präsidenten der 64. IAEO-Generalkonferenz gewählt.

Rafael Mariano Grossi : „Dies ist die IAEO von 2020, dies ist die IAEO der Zukunft, eine IAEO, die bei jeder wichtigen gesellschaftlichen, globalen Herausforderung präsent ist, bei der ihr Mandat dies zulässt“

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„Wir hatten nicht damit gerechnet, Hunderte von Nuklearanlagen auf der ganzen Welt zu inspizieren, in einer Welt, die geschlossen war, in der Flugzeuge nicht landen und wir nicht abheben konnten, um dorthin zu gelangen. Das Ganze, um sicherzustellen, dass Kernmaterial nicht für verbotene Zwecke verwendet wird - aber wir haben es getan “, sagte Generaldirektor Grossi. Die Generalkonferenz beherbergt normalerweise Tausende von Teilnehmern und rund 70 Nebenveranstaltungen. In diesem Jahr wurde sie jedoch reduziert, um die Sicherheitsbeschränkungen für Pandemien einzuhalten. Die Delegierten stimmten über wichtige Resolutionen ab, um die Arbeit der IAEO in den Bereichen Nuklearwissenschaft und -technologie, Sicherheit, Schutzmaßnahmen und technische Zusammenarbeit weiter zu stärken.


Text: Svetlana Nenadovic Glusac Foto: Dean Calma / IAEO

Rafael Mariano Grossi, Generaldirektor der IAEO, hält seine Eröffnungsrede zur Eröffnung der 64. IAEO-Generalkonferenz.

cherheit auf nationaler, regionaler und globaler Ebene. Die wichtigste Nebenveranstaltung war das zweitägige wissenschaftliche Forum, das sich auf innovative Kernenergie konzentriert, um den Übergang zu sauberer Energie zu unterstützen. Darüber hinaus wurde eine neue Initiative gestartet, um die Länder bei der Rechnungslegung und Kontrolle ihres Kernmaterials zu stärken und gleichzeitig die Arbeit der IAEO bei der nuklearen Überprüfung zu erleichtern. Die Teilnehmer diskutierten auch über die große Unterstützung der IAEO bei der Reaktion auf COVID-19 und Möglichkeiten zur Bekämpfung künftiger zoonotischer Pandemien durch die ZODIAC-Initiative der Agentur. Rafael Mariano Grossi : „Dies ist die IAEO von 2020, dies ist die IAEO der Zukunft, eine IAEO, die bei jeder wichtigen gesellschaftlichen, globalen Herausforderung präsent ist, bei der ihr Mandat dies zulässt“, sagte der Generaldirektor bei der Abschlusssitzung der 64. Generalkonferenz der IAEO in Wien.

Die wichtigste Nebenveranstaltung war das zweitägige wissenschaftliche Forum, das sich auf innovative Kernenergie konzentriert, um den Übergang zu sauberer Energie zu unterstützen. Alle über 30 Nebenveranstaltungen waren virtuell oder hybrid, wobei Experten der Agentur Videos vorbereiteten sowie Aufzeichnungen von Reden und virtuelle Führungen durch IAEO-Labors. Eine virtuelle Veranstaltung feierte zehn Jahre des „Nuclear Law Institute“, das Rechtsexperten aus der ganzen Welt für die Ausarbeitung von Nukleargesetzen ausbildet, und eine andere erörterte den Kampf für nuklearen Si-

Eröffnung des IAEO-Wissenschaftsforums 2020 „Kernenergie und saubere Energiewende“ auf der 64. Generalkonferenz der IAEO

Delegierte und Vertreter der Mitgliedstaaten stimmen auf der Nachmittagssitzung der 64. IAEO-Generalkonferenz über Resolutionen ab.

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Kolumne / Politik

Text: Klaus Bischoff

Was ist, wenn es zwei Gewinner der US-Präsidentschaftswahlen gibt? Weißrussland im Westen?

Selbst in den schlimmsten Zeiten und in den ungewissesten Präsidentschaftswahlen hatten die amerikanischen Präsidentschaftswahlen immer etwas «gentlemanhaftes», und das bedeutet, eine Niederlage zuzugeben. Situationen wie in Weißrussland oder Venezuela, in denen niemand bereit ist, eine Niederlage zuzugeben, und alle behaupten, sie seien legitime Gewinner, waren in Amerika bisher nicht möglich. WANN IST DAS DAS LETZTE MAL PASSIERT?

Das letzte Mal, als es passierte, dass niemand sagen konnte, wer der gewählte Präsident war, war 1876, aber das war unmittelbar nach dem Bürgerkrieg und die Gefühle zwischen dem Norden und dem Süden waren immer noch negativ, stark und verfeindet. Selbst im Jahr 2000 gewann Bush Jr. im gesamten Bundesstaat Florida mit nur 537 Stimmen Vorsprung und sicherte sich damit den Präsidentensieg gegen Al Gore. 1876 ​​ stritten sich der Republikaner Rutherford Hayes und der Demokrat Samuel Tilden darüber, wer die vier Schlüsselstaaten Florida, Louisiana, Oregon und South Carolina erobert hatte. Um die Sache noch komplizierter zu machen, entsandten 3 von 4 dieser Staaten mit Ausnahme von Oregon jeweils zwei Wahldelegationen - alle drei waren Südstaaten. Es war nicht klar, wen der Kongress als legitim erachten würde - die Demokraten argumentierten, dass Tildens Wahlstimmen „die wirklichen“ seien. Und die Republikaner behaupteten, Hayes sei „der echte Deal“. Infolge des Kompromisses von 1877 wurde Hayes zum Präsidenten ernannt, musste jedoch den Abzug der Armee aus der ehemaligen Konföderation anordnen, wodurch die Schwarzen Angriffen der weißen Miliz ausgesetzt und ihre Integration verlangsamt wurde. Aber es brach kein Krieg aus! WAS IST MIT 2020?

Die Amerikaner wurden in ihrer Geschichte viermal in zwei große Fraktionen aufgeteilt. 1776 wollten einige Amerikaner die Unabhängigkeit, andere waren der britischen Krone treu. Infolgedessen ereignete

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sich eine Revolution. 1861 stießen der Norden und der Süden zusammen und der Bürgerkrieg brach aus. In den 1960er Jahren gab es keinen Krieg, aber der Konflikt um die Integration im Süden erreichte mit den Ermordungen von Robert Kennedy und Martin Luther King einen Siedepunkt. Trotzdem gab es per se keinen Bürgerkrieg, obwohl weiße Supremacisten und Black Panthers durch die Städte zogen. Aber im heutigen Amerika, das vom Coronavirus geplagt wird, schwebt eine große dunkle Wolke über der Demokratie, die zumindest in diesem Sinne beispielhaft ist. Aufgrund des Coronavirus wurde eine große Anzahl von Personen gebeten, per E-Mail abzustimmen. Postdienste in Amerika sind schwach und vernachlässigt. Es ist den Demokraten in einigen Staaten bereits gelungen, Stimmzettel massenhaft an die Heimatadressen der Wähler zu senden, selbst an diejenigen, die nicht darum gebeten haben, von zu Hause aus abzustimmen. Die Missbrauchsmöglichkeiten werden enorm. Trump hat wiederholt unterstrichen, dass die Ergebnisse in der Wahlnacht bekannt

«Swing-Staaten» der Fall sein wird. Er wird auch alle Änderungen, die in den Tagen nach der Wahlnacht vorgenommen werden, als unzulässig betrachten. Wenn jedoch die per Post in den Swing-Staaten eingegangenen Stimmen gezählt werden, kann sich das Ergebnis zugunsten von Biden wenden. In diesem Fall wird Biden zum Gewinner erklärt und wir haben zwei selbsternannte Gewinner. Die Atmosphäre wird wahrscheinlich den Siedepunkt erreichen. WAS SAGT DIE VERFASSUNG?

Da die Republikaner in einigen Staaten und die Demokraten in anderen Staaten große Gewinne erzielen werden, wird die Zusammensetzung der Wahldelegationen dieser Länder nicht in Frage gestellt. In den Staaten, in denen sich der Zeitraum von der Wahlnacht bis zur endgültigen Auszählung der per Post eingegangenen Stimmen geändert hat, können diese Staaten zwei Wahldelegationen zu einer Sitzung entsenden, auf der der Präsident gewählt wird. Am 6. Januar 2021 wird die Sitzung von Mike Pence geleitet und er wird die Wahlmänner

In den Vereinigten Staaten konnten wir, überwältigt vom Coronavirus, den BLM-Protesten und der Wirtschaftskrise, das Undenkbare beobachten. Das sind die gleichen Szenen wie aus den StraSSen von Belarus oder Venezuela. gegeben werden müssen, und dies in mehreren seiner drohenden Tweets wiederholt. Hillary Clinton sagte, sie habe Biden geraten, in der Wahlnacht in keiner Weise eine Niederlage zuzugeben und auf die Auszählung der Briefwahl zu warten. Aber Trump beabsichtigt, sich aufgrund der in der Wahlnacht gezählten Stimmen zum Gewinner zu erklären, was wahrscheinlich in mehreren sogenannten

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einberufen, um sie zu zählen. Wenn es beispielsweise zwei Delegationen gibt, eine von einem demokratischen Gouverneur entsprechend der Gesamtzahl der Stimmen am Ende und die andere von einem Team republikanischer Gesetzgeber, basierend auf den Ergebnissen der Wahlnacht, dann muss sowohl der Kongress als auch der Senat entscheiden, welche Delegation „die richtige“ ist. Wenn

der Kongress und der Senat nicht übereinstimmen, kann der Senat beide Delegationen aus diesem Staat annullieren, und wenn es mehrere solcher Delegationen gibt, könnten weder Trump noch Biden die erforderlichen 270 Wahlmänner erreichen. In diesem Fall wird der Ansatz „Wie viele Staaten hat jeder Kandidat gewonnen?“ verwendet. Derzeit führt Trump mit 26:22 gegen Biden, was für ihn ausreichen würde, um zu gewinnen. Wenn der demokratisch geführte Kongress sagt, dass er nur die von den Gouverneuren bestätigten Wahlmänner akzeptiert und der von den Republikanern kontrollierte Senat diese Option ablehnt, wird die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, automatisch amtierende Präsidentin. Diese Entscheidung muss jedoch vom Obersten Gerichtshof bestätigt werden, in dem die Republikaner eine 6: 3-Mehrheit haben werden, sodass die Entscheidung aufgehoben wird. Wenn das passiert, entsteht eine echte Verfassungskrise, denn am 20. Januar wird die US-Armee nicht wissen, wer die Nuklearcodes hat und wer der Oberbefehlshaber ist. STALEMATE IN DER HERSTELLUNG

Wenn Trump die Gesamtzahl der Stimmen verliert und mehr als 270 Wahlstimmen gewinnt, haben 40% der Demokraten erklärt, dass sie die Wahlergebnisse ablehnen würden. Wenn Trump nach einer direkten Stimmenzählung in der Wahlnacht die Führung hat und diese dann verliert, wenn die Briefwahl gezählt wird, haben 30% der Republikaner gesagt, dass Trump Präsident bleiben sollte. Weiße Supremacisten, extreme Christen, die WASP-Elite und verschiedene bewaffnete Formationen sind begeisterte TrumpAnhänger, während Biden von den BLM-Aktivisten, Linken und der liberalen Elite unterstützt wird. Die Möglichkeit von Konflikten ist reichlich. Und diese Gentleman-Qualität der US-Wahlen, über die wir zuvor gesprochen haben, wird sich verflüchtigen. In den Vereinigten Staaten konnten wir bereits, überwältigt vom Coronavirus, den BLM-Protesten und der Wirtschaftskrise, das Undenkbare beobachten. Das sind die gleichen Szenen wie aus den Straßen von Belarus oder Venezuela. Und das ist unvorstellbar. Zur Zeit!


Beginner’s luck

Why democracy thrives in some places and not in others It’s a matter of history and good fortune, says David Stasavage

TWO COMMON beliefs about democracy are that it began in ancient Athens and, on spreading from there, remained peculiarly Western. David Stasavage, a professor of politics at New York University, finds both views mistaken. Without them, he thinks it will be easier to get hopes and fears for present-day democracy into better perspective and balance. Understood as government by consultation and consent, democracy, he shows, can be found in many early civilisations, not just classical Greece— including ancient Mesopotamia, Buddhist India, the tribal lands of the American Great Lakes, pre-conquest Mesoamerica and pre-colonial Africa. With that spread in mind, he writes that under given conditions, “democratic governance…comes naturally to humans”. The puzzle is that autocratic governance was just as natural. It, too, was found in many places. In premodern China and the Islamic world, for example, autocracy—together with a centralised bureaucracy—was for centuries the norm. To find out why early democracy occurred where it did, the author draws on evidence from archaeology, soil science, demographics and climate studies. The key, in his account, was information. Early democracy tended to flourish where rulers knew little of what people were growing and had few ways to find out. They might underguess taxable produce (forgoing revenue) or overguess (provoking non-compliance). It was better to ask people how much they grew and, in return, listen to their demands. That pattern was typical where populations were small and a central state weak or non-existent. With big populations, consultation was impractical. Rulers instead sent officials to see how much was grown and, before long, how many young men could be drafted into armies. Bureaucracies emerged. With their aid, autocratic rule imposed itself on local custom. In pre-modern settings, this autocratic bureaucracy was more com-

Pre-modern Europe had (with exceptions) democratic customs and weak rulers without effective bureaucracies. Where it occurs, and is not wiped out by autocracy, consensual government, the author writes, leaves “very deep traces”. mon where soil was good, yields high and know-how advanced, especially in writing and measuring. Such systems were able to tax heavily. Song China (10th-13th centuries) and the Abbasid Caliphate (8th-13th centuries) extracted at their height respectively 10% and 7% of gross yearly product. Medieval European rulers managed barely 1%. Once established, central bureaucracies were hard to dismantle. They took well to modernity and new technologies. Early democracy, by contrast, was notably—although not fatally—vulnerable to the rise of modern states and rapid economic development. It accordingly vanished in many places, while surviving in others. Modernity and central states, in other words, allowed for either autocracy or democracy. But was there a pattern? Mr Stasavage thinks so. He calls it “sequencing”. “If the early democratic institutions of government by consent are established first,” he writes, “then it is possible to subsequently build a

bureaucracy without veering inevitably into autocracy or despotism.” It depends on what went before.

First-mover advantage

Awkwardly for this argument, the West is the one part of the world where early democracy of the small-scale, direct kind evolved most securely into modern, representative democracy. Does that not make democracy peculiarly Western after all? In modern democracy’s three waves—in the 19th century, post-1945 and post-1989— Western democracy was first. Despite glaring collapses, it has fared best. Yet, in Mr Stasavage’s telling, there was nothing essential—a liberal outlook, say, or respect for property, or a gift for industry—that tied the West and modern democracy together, beyond the luck of the past. Pre-modern Europe had (with exceptions) democratic customs and weak rulers without effective bureaucracies. Where it occurs, and is not

wiped out by autocracy, consensual government, the author writes, leaves “very deep traces”. Democracy and autocracy each have strong roots. There are good reasons to expect each to endure. That conclusion may seem small yield for such intellectual labour. But a bracing stringency is one of the virtues of “The Decline and Rise of Democracy”. It sweeps across the globe in command of recent scholarship. It takes an economic view of politics as putative bargaining between rulers and ruled, dispensing with what actual people thought and did and skirting fastidious analysis of key ideas. Its strongest lessons are negative: it shows how complex democracy’s patterns are and, on the evidence, how simpler accounts of its past and prospects stumble.  From The Economist, published under licence. The original article, in English, can be found on www. economist.com

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Wirtschaft

Foto: WKO

E-Day 2020:

„Brauchen Gestalter des Wandels“ Größtes Digitalisierungsevent der WKO erstmals virtuell

„Es geht weiter – muss weitergehen. Was jetzt gefragt ist, sind Gestalter des Wandels, leaders of change“, postulierte Wirtschaftsphilosoph und Vordenker Anders Indset in seiner Keynote zum E-Day 2020. Noch nie habe es in Österreich so wirtschaftlich fitte Unternehmerinnen und Unternehmer gegeben. Überhaupt sei man hierzulande deutlich weiter als anderswo mit Akteuren, die Proble28

Der E-Day 2020 der Wirtschaftskammern Österreichs, der am Dienstag, dem 15 September, erstmals rein virtuell stattfand, ist bereits die 22. Ausgabe der gröSSten Digitalisierungs-Veranstaltung der WKO und wird gemeinsam von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und der Wirtschaftskammer Wien (WKW) veranstaltet.

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me zum Wohle der Menschen lösen, so Indset. Der E-Day 2020 der Wirtschaftskammern Österreichs, der am Dienstag, dem 15 September, erstmals rein virtuell stattfand, ist bereits die 22. Ausgabe der größten Digitalisierungs-Veranstaltung der WKO und wird gemeinsam von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und der Wirtschaftskammer Wien (WKW) veranstaltet.


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

Keynotes von Wirtschaftsphilosoph Anders Indset und Zukunftsforscher Tristan Horx

Was es aus Sicht Indsets aber braucht, ist ein neues Verstehen, ein besseres Verständnis, denn: „Wissen heißt nicht verstehen.“ Und: „Daten suchen und speichern können Maschinen besser.“ Menschen sollten auf Zusammenarbeit setzen, auf den höchstmöglichen Input fokussieren. So bekomme man ein qualitativ hochwertiges Ergebnis. Er plädierte auch dafür: „Traut euch, Gefühle zu zeigen. Mensch zu sein. Fragen zu stellen. Und Bullshit im Business zu lösen.“ So müsse etwa in Bezug auf (zu) viele und (zu lange) Meetings die Devise „Bye bye Bla-bla-Land!“ lauten. Und: „Egal, wie die Probleme sind: Es gibt immer eine Lösung.“ Mariana Kühnel, Generalsekretärin der WKÖ, und Walter Ruck, Präsident der WKW, hoben in ihren Eröffnungsworten Unterstützung, Hilfestellung und Begleitung der Wirtschaftskammer für heimische Unternehmen hervor, wie eben etwa den E-Day oder die Verlängerung von KMU.Digital, der Digitalisierungsoffensive des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) in Kooperation mit der WKÖ. Aktuell können im Rahmen von KMU.Digital 2.1 wieder Förderungen zur Digitalisierung von Klein- und Mittelbetrieben beantragt werden. 

Keynotespeaker und Wirtschaftsphilosoph Anders Indset / Foto: Florian Wieser

„Es geht weiter – muss weitergehen. Was jetzt gefragt ist, sind Gestalter des Wandels, leaders of change“, postulierte Wirtschaftsphilosoph und Vordenker Anders Indset in seiner Keynote zum E-Day 2020. Zukunfts- und Trendforscher Tristan Horx konstatierte, dass Digitalisierung als solches schon

Zukunfts- und Trendforscher Tristan Horx / Foto: Florian Wieser

immer für Auseinandersetzungen zwischen den Generationen gesorgt habe („Die Jungen hängen

die ganze Zeit nur mehr am Handy …“). Stetiges globales Wachstum sei am Ende. Er plädierte für mehr Generationensolidarität (Indset bezeichnete dasselbe als „Enkelfähigkeit“) und Nachhaltigkeit. Letztere werde „in absehbarer Zeit integral im Markt enthalten sein.“ Die 40-Stunden-Arbeitswoche komme aus dem Industriezeitalter, da sieht Horx in absehbarer Zeit eine Änderung. Im Zusammenhang mit Homeoffice und Teleworking plädiert er dafür, Tätigkeiten, die man zu Hause besser macht, von dort aus zu erledigen. Das Büro werde zunehmend zum Ort des sozialen Austausches. Aktuell werde im Trial and Error-Verfahren versucht, Beziehungen zu digitalisieren. Laut Horx kann Digitalisierung analoge Beziehungen verstärken, indem sie mehr Zeit dafür gibt. Und gefragt, was Unternehmen als Arbeitgeber für eine neue Generation an Arbeitskräften, die gerade heranwächst, attraktiv mache, konstatierte Horx: „Jüngere wollen Sinn, Vertrauen und Lebensqualität, sind dafür weniger am Finanziellen interessiert.“ Das Motto, das in diesem Stichwort sehr viel besser passe als die viel zitierte WorkLife-Balance, lautet „Work-LifeBlending“. Gemeint ist damit, den Rhythmus seines Arbeitens auf Basis von Absprachen und innerhalb gewisser Spielräume selbständig zu wählen. 29


Veranstaltungen

Text: Svetlana Nenadovic Glusac

28 15. Jahrestag

der Ständigen Vertretung der Dominikanischen Republik bei den internationalen Organisationen in Wien juli

I.E. Frau Lourdes VictoriaKruse, Botschafterin und Ständige Vertreterin der Dominikanischen Republik bei den in Wien ansässigen internationalen Organisationen, lud anlässlich des 15. Jahrestages der Ständigen Vertretung der Dominikanischen Republik bei den internationalen Organisationen in Wien ein. Der Empfang fand am Dienstag 28. Juli in der Residenz der Botschafterin Victoria-Kruse statt, unter allen vorgeschriebenen Maßnahmen zur Covid-19-Pandemie. In einem kleinen Gästekreis wurde das Treffen mit einer Begrüßungsrede von Botschafterin Victoria-Kruse eröffnet, danach wurde ein Kurzfilm gezeigt, der eine Retrospektive der Arbeit der Ständigen Vertretung der  Dominikanischen Republik bei den Internationalen Organisationen in Wien über die letzten fünfzehn Jahre darstellte. Dann folgte ein kleiner Empfang, bei dem Weine und Köstlichkeiten aus der fernen Dominikanischen Republik serviert wurden.

Generaldirektor der IAEO Rafael Mariano Grossi mit S.E. Dr. Arthur WinklerHermaden (BMEIA) und S.E. Mag. Enno Drofenik, Chef des Protokolls beim Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten

S.E. Juan Carlos Ojeda Viglione, Botschafter der Republik Östlich des Uruguay, und S.E. Dr. Arthur Winkler-Hermaden, Botschafter des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten

I.E. Lourdes Victoria-Kruse, Botschafterin der Dominikanischen Republik in der Republik Österreich

Rafael Mariano Grossi, Generaldirektor der IAEO, und Svetlana Nenadovic-Glusac, Direktorin des Magazins Diplomacy and Commerce Austria

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Veranstaltungen

Text: Svetlana Nenadovic Glusac

31 Wunderbares Sommerkonzert

„Eine kleine Nachtmusik“ von Prima la musica-Wien und den Wiener Philharmonikern aug

Der Dachverband aller österreichisch-ausländischen Gesellschaften (PaN – Partner aller Nationen) lud am Montag, dem 17. August, zum Sommerkonzert „Eine kleine Nachtmusik“, unter allen Vorkehrungen der COVID-19-Maßnahmen, in das Palais Hansen Kempinski ein. Die Gäste wurden zuerst von Florian Wille, General Manager des Palais Hansen Kempinski, begrüßt, gefolgt von Begrüßungsreden von Ao. Univ.-Prof. Dr. Hermann Mückler, Präsident des PaN-Dachverbands, und Silvia Friedrich, Magistratsdirektion der Stadt Wien, Europa und Internationales. Die Programmeinführung wurde von Mag. Angelika Persterer-Ornig, Ltg. Landesgeschäftsstelle Prima la musica-Wien präsentiert. Das wunderbare Sommerkonzert wurde von den legendären Wiener Philharmonikern und den begabtesten jungen NachwuchsstreicherInnen von Prima la musica-Wien unter dem Namen „Kammermusiken – Nachtmusiken“ präsentiert.

Die Magie der „Eine kleine Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart wurde von den Künstlern von Prima la Musica und den Wiener Philharmonikern entfacht, während das Publikum die legendären MozartMelodien genoss sowie die Melodien von Georg Philipp Telemann, Ludwig van Beethoven, Arvo Pärt und Antonin Dvořák. Nach dem zauberhaften Konzert folgte ein kleiner Empfang unter Freunden.

Programmeinführung: Mag. Angelika Persterer-Ornig, Ltg. Landesgeschäftsstelle Prima la musica-Wien

Mag. Dr. Alice Alsch-Harant (PAN Vorstand), PaN Generalsekretär Senator h.c. Walter J. Gerbautz und Mag. Marguerite Machek-Vos (PaN Vorstand) (v.l.n.r.)

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Text: Svetlana Nenadovic Glusac Fotocredit: Istvan Filep

02 Überreichung des

Komturkreuzes mit Stern des Verdienstordens von Ungarn an Herrn Mag. Wolfgang Sobotka sep

Am Mittwoch, dem 2 September, lud S. E. Dr. Andor Nagy, Botschafter von Ungarn in der Republik Österreich, zu einer Feier in die Botschaft von Ungarn in Wien ein. Anlass war die Überreichung des Komturkreuzes mit Stern des Verdienstordens von Ungarn an Herrn Mag. Wolfgang Sobotka, den Präsidenten des Nationalrates des Österreichischen Parlaments, in Anwesenheit des Präsidenten der Nationalversammlung von Ungarn, Herrn Dr. László Kövér. Der Botschafter Dr. Nagy sprach mit folgenden Worten zu den Anwesenden: „Heute und hier sind wir versammelt, um einen herausragenden österreichischen Politiker und Staatsmann zu würdigen. Diese Würdigung geht aber über die wohl verdienten anerkennenden Lobesworte hinaus und mündet in der Überreichung eines hohen staatlichen Ordens. Im Fokus steht dabei der Präsident des Nationalrates der Republik Öster-

reich. Ein Merkmal großer Menschen ist, dass sie an andere weit geringere Anforderungen stellen als an sich selbst... Dieser Satz gilt mit Sicherheit für Staatsmänner, die von ihrer Tätigkeit und Wirkung her großes leisten und damit auch ihre Umgebung motivieren und gleichzeitig von Standhaftigkeit, Beharrlichkeit und Belastbarkeit mit gutem Beispiel vorangehen.“ Nachdem Botschafter Nagy die Anwesenden begrüßt hatte, folgte die offizielle Überreichung des Komturkreuzes mit Stern des Verdienstordens von Ungarn an Herrn Mag. Wolfgang Sobotka, die von seinem ungarischen Kollegen  Dr. László Kövér durchgeführt wurde. Der Mann der Stunde, Herr Mag. Sobotka, hat sich sich bei Ungarn, vertreten durch S.E. Botschafter Nagy und Herrn Dr. Kövér mit einer sehr schönen Dankesrede bedankt, und alles verlief in einer freundlichen und gemütlichen Atmosphäre.

S. E. Dr. Andor Nagy, Botschafter von Ungarn, Mag. Wolfgang Sobotka, den Präsidenten des Nationalrates des Österreichischen Parlaments und Präsidenten der Nationalversammlung von Ungarn, Herrn Dr. László Kövér

S. E. Dr. Andor Nagy, Botschafter von Ungarn in der Republik Österreich

Überreichung des Komturkreuzes mit Stern des Verdienstordens von Ungarn an Herrn Mag. Wolfgang Sobotka

Dankesrede von Herrn Mag. Wolfgang Sobotka, dem Präsidenten des Nationalrates des Österreichischen Parlaments

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Text: Svetlana Nenadovic Glusac

Veranstaltungen

08 Podiumsdiskussion „Das

Vermächtnis der Solidarność und die aktuellen Herausforderungen Europas während des Vorsitzes Polens in der Visegrád-Gruppe“ sep

Am Dienstag, dem 8. September, luden I.E. Jolanta Róża Kozłowska, Botschafterin der Republik Polen in der Republik Österreich, Dr. Michael Ludwig, Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien, und Ernst Woller, der Erste Präsident des Wiener Landtages zur Podiumsdiskussion „Das Vermächtnis der Solidarność und die aktuellen Herausforderungen Europas während des Vorsitzes Polens in der Visegrád-Gruppe“ ein. Die Podiumsdiskussion fand im Stadtsenatssitzungsaal des Wiener Rathauses statt und wurde vom Landtagspräsidenten Ernst Woller eröffnet, die Moderation übernahm

Otmar Lahodynsky, Journalist und Redakteur. Botschafterin Jolanta Róża Kozłowska erzählte ihre persönliche Geschichte aus dieser Zeit und ihre eigenen Erfahrungen aus dem Jahr 1980, was sich als sehr emotionale und bewegende Rede herausstellte. Die damaligen Journalisten und heutigen Redakteure Otmar Lahodynsky und Kurt Seinitz teilten auch ihre eigenen Erfahrungen aus dieser Zeit. Die fehlende Anwesenheit und Teilnahme von Dr. Erhard Busek wurde entschuldigt und die anderen Podiumsteilnehmer wünschten dem Vizekanzler a.D eine baldige Genesung.

Landtagspräsident Ernst Woller, I.E. Jolanta Róża Kozłowska, Botschafterin der Republik Polen, Otmar Lahodynsky und Kurt Seinitz

In der vorgeschriebenen sozialen Distanz: S.E. Nebojsa Rodic, Botschafter von Serbien, S.E. Peter Misik, Botschafter von Slowakei, und S.E. Donatas Kušlys, Botschafter von Litauen

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07 Empfang

anlässlich der Feier der Präsidentschaft des Königreichs Saudi-Arabien zum G20-Gipfel in Riad sep

Am Montag, dem 7. September, lud Seine königliche Hoheit Prinz Abdullah Bin Khaled Bin Sultan Bin Abdulaziz Al Saud, Botschafter Saudi-Arabiens in der Republik Österreich zu einem Empfang anlässlich der Feier der Präsidentschaft des Königreichs Saudi-Arabien beim G20-Gipfel, der vom 21. bis 22. November 2020 in Riad stattfinden wird, ein. Die Feierlichkeit fand im Grand Hotel in Wien statt und viele angesehene Gäste kamen. Die gesamte Veranstaltung fand unter den von der österreichischen Regierung vorgeschriebenen Maßnahmen bezüglich der COVID-19 Pandemie statt.

Seine königliche Hoheit Prinz Abdullah bin Khaled bin Sultan, Heinz Fischer, ehemaliger Bundespräsident Österreichs, I.E. Ghada Waly, Generaldirektorin UNOV Exekutivdirektorin UNODC, und S.E. Rafael Grossi, Generaldirektor der IAEO

Dr. Abdullah Al Hasan Saudi G20 Sous-Sherpa, Exekutivdirektor für Politik meldete sich aus Riad per Video-Call.

Im Gespräch: Seine königliche Hoheit Prinz Abdullah bin Khaled bin Sultan und Heinz Fischer, ehemaliger Bundespräsident Österreichs (Ban Ki-Moon Centre)

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S.E. Ibrahim Assaf, Botschafter der Republik Libanon, S.E. Jalal Alashi, Botschafter des Staates Libyen, S.E. Yousuf Ahmed Al Jabri, Botschafter des Sultanats vom Oman, S.E. Salah Abdel-Shafi, Botschafter von Palästina, und S.E. Botschafter Takeshi Hikihara, Ständiger Vertreter von Japan bei den Internationalen Organisationen


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

S.E. Jose Antonio Marcondes de Carvalho, Botschafter von Brasilien, S.E. Hamad Alkaabi, Ständiger Vertreter der VAE bei den UN, und S.E. Azzeddine Farhane, Botschafter von Marokko

Nach der Eröffnung folgten die Reden von Seiner königlichen Hoheit Prinz Abdullah bin Khaled bin Sultan, S.E. Rafael Grossi, Generaldirektor der IAEO, I.E. Ghada Waly, Generaldirektorin von UNOV und Exekutivdirektorin von UNODC, und schließlich sprach aus Riad  Dr. Abdullah Al Hasan Saudi G20 Sous-Sherpa, Exekutivdirektor für Politik per Videokonferenz zum Publikum.

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Text: Svetlana Nenadovic Glusac

09 Jahrestag der Unabhängigkeit von

der Republik Nordmazedonien im kleinen Rahmen gefeiert sep

Am Mittwoch, dem 9. September, lud S.E. Nenad Kolev, Botschafter der Republik Nordmazedonien in der Republik Österreich zum Abendessen im Namen des Jahrestages der Unabhängigkeit von der Republik Nordmazedonien ein. Aufgrund der Covid-19 Pandemie

entschied sich der Botschafter für eine kleine Feier mit einem sehr kleinen Gästekreis. An diesem Abend wurden Spezialitäten aus Nordmazedonien serviert und Wein von Tikves, eine bedeutende Weinregion der Republik Nordmazedonien, verkostet.

Toast von Botschafter Kolev; unter den Gästen waren hochrangige Beamte des Österreichischen Außenministeriums: S.E. Dr.iur. Wölfer Klaus, Abteilungsleiter - Sonderbeauftragter für den Westbalkan, und S.E. Mag. Enno Drofenik, Chef des Protokolls beim Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten

S.E. Nenad Kolev, Botschafter von Nord-Mazedonien

Botschafter unter sich: S.E. Mag. Enno Drofenik, Chef des Protokolls beim Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, S.E. Nenad Kolev, Botschafter der Republik Nordmazedonien, und S.E. Roland Bimo, Botschafter von Albanien

Balkan Botschafter unter sich: S.E. Nenad Kolev (Nordmazedonien), S.E. Kemal Kozaric (Bosnien und Herzegowina) und S.E. Nebojsa Rodic (Serbien)

S.E. Nenad Kolev, Botschafter von Nord-Mazedonien, Svetlana Nenadovic-Glusac, Direktorin des Magazins Diplomacy and Commerce Austria, S.E. Kemal Kozaric, Botschafter von Bosnien und Herzegowina, und S.E. Nebojsa Rodic, Botschafter von Serbien mit Gattin Jana.

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Veranstaltungen

Text: Svetlana Nenadovic Glusac Foto: Diplomacy and Commerce Austria

15 Montenegros Unabhängigkeitstag

wurde in Wien mit dem Konzert „Morgenröte“ gefeiert sep

Am Dienstag, dem 15. September, lud die Botschaft von Montenegro in Wien zum Konzert der klassischen Musik ein. Das Konzert hieß „Morgenröte“ und präsentierte junge Künstler aus Montenegro, die in Österreich studierten. Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Frau Marija Lakic-Barfus, Erste Botschaftsrätin von Montenegro, die Anwesenden mit einer Begrüßungsrede und übermittelte Grüße von Botschafter Zeljko Peric,

der leider verhindert war, an der Veranstaltung teilzunehmen. Das Konzert wurde anlässlich des Unabhängigkeitstags Montenegros organisiert, der am 21. Mai gefeiert werden sollte, aber aufgrund der Pandemie verschoben wurde. Beim Konzert wurden auch die vorgeschriebenen Maßnahmen zum Schutz vor der Pandemie eingehalten, sodass die Botschaft von Montenegro die Anzahl der Gäste begrenzen musste.

Frau Marija Lakic-Barfus, Erste Botschaftsrätin von Montenegro und S.E. Roland Bimo, Botschafter von Albanien

Spezialitäten vom Holzkohlerost

Die Nummer 1 in Wien

Feinste Grillspeisen auf jugoslawische Art sowie internationale Klassiker werden im Restaurant Semendria aufgetischt, dass sich auf Spezialitäten aus der serbischen Region rund um Smederevo konzentriert. Besonders beliebt sind hier Spezialitäten vom Grill wie Cevapcici, Würste oder Schweinespieße. Auch den jugoslawischen Hackbraten Pljeskavica sollte man mal probiert haben – genauso wie die gegrillte Forelle oder das Rindersteak. Qualität die man schmeckt

Restaurant

Semendria

Mexikoplatz 22 1020 Wien Telefon: 0660 1880800 E-Mail: office@semendria.at Web: www.semendria.at

Durch unsere hauseigenen Fleischereien können wir stets höchste Qualität und Frische bei unseren Fleischspezialitäten garantieren. Das Ergebnis sieht und schmeckt man – überzeugen Sie sich selbst! Catering & Zustellung

Das Catering gehört zu Semendrias gepflegter Tradition. Wir beliefern alle Arten von Events wie Hochzeiten und Feiern mit unseren Grillspezialitäten. Ab einer Bestellsumme von mindestens 50.- Euro stellt Semendria gerne und GRATIS in Wien zu.

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Veranstaltungen

Text: Svetlana Nenadovic Glusac Foto: Russische Botschaft Wien

17 Wunderbares Open-Air Konzert

des Moskauer Turetsky Chor und Soprano vor den Kulissen des Befreiungsdenkmals in Wien sep

Vor den historischen Kulissen des Befreiungsdenkmals am Swarzenbergplatz fand am Donnerstag, dem 17. September, ein wunderbares Konzert des russischen Turetsky Chor und Soprano statt.

Mit diesem Konzert starteten die gefeierten Musiker ihre Europatournee, die eigentlich schon im Mai beginnen sollte, aber wegen der Pandemie verschoben wurde. Trotz der Tatsache, dass das Konzert unter freiem Himmel stattfand, wurden alle im Kampf gegen SARS-CoV-2 vorgeschriebe-

nen Vorsichtsmaßnahmen befolgt. Anders als in den Vorjahren, als das Konzert von allen Interessierten besucht werden konnte, mussten sich die Besucher diesmal anmelden und auf nummerierten Sitzplätzen mit Sicherheitsabstand sitzen. Am Ende des Konzerts waren sich alle einig, es war ein großartiges Konzert unter der Leitung von Maestro Michail Turetsky, es war sehr emotional und die Lieder, die dargeboten wurden, erzählten über Leben, Liebe und Freundschaft.

Eine imposante Kulisse vor dem Befreiungsdenkmal

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Ein großartiges Konzert russischer Künstler unter freiem Himmel in Wien

S.E. Dmitrij Ljubinskij, Botschafter Russlands, mit Gattin Elena und dem Maestro

Botschafter Ljubinskij beim Gespräch mit den Medien


Veranstaltungen

23 Eröffnung der Ausstellungen sep

slowenischer Künstler in Wien

Am Mittwoch, dem 23. September, lud I.E. Mag. Ksenija Skrilec, Botschafterin von Slowenien, zur Eröffnung der Ausstellungen der slowenischen Künstler Robert Jurak und Uros Potocnik ein. Die Vernissage fand in den Räumlichkeiten der Alten Schmiede statt, wobei alle im Kampf gegen das SARS-CoV2-Virus vorgesehenen Maßnahmen eingehalten wurden.

Die versammelten Gäste wurden von Botschafterin Ksenija Skrilec und Walter Famler, Generalsekretär der Alten Schmiede, begrüßt. Anlässlich der Eröffnung lud I.E. Mag. Ksenija Škrilec zu einem Empfang in Ihre Residenz ein. Alle, die an der Kunst der slowenischen Künstler interessiert sind, können noch bis zum 30. September die Ausstellung von Robert Jurak und Uros Potocnik in der Alten Schmiede besuchen.

I.E. Mag. Ksenija Skrilec, Botschafterin von Slowenien, Robert Jurak, Künstler und Walter Famler, Generalsekretär der Alten Schmiede / Foto: Diplomacy and Commerce Austria

Botschafterinen unter sich: I.E. Mag. Ksenija Skrilec (Slowenien) und I.E. Jolanta Róża Kozłowska, (Polen)

S. E. Dr. Andor Nagy, Botschafter von Ungarn und Botschafterin Skrilec

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departures & arrivals

Auf Wiedersehen Ihr Exzellenz Omar Amer Youssef

Interview – Magazin Diplomacy and Commerce Austria

S.E. Jose Antonio Marcondes de Carvalho (Brasilien), S.E. Omar Amer Youssef (Ägypten) und S.E. Prinz Abdullah Bin Khaled Bin Sultan Al Saud (Königreich Saudi Arabien)

S.E. Omar Amer Youssef, Botschafter und seine Gattin mit den Vertretern der österreichischen Regierung und dem ägyptischen Militärdelegierten

Botschafter unter sich: S.E. Aurimas Taurantas ( Litauen), S.E. Jose Antonio Marcondes de Carvalho (Brasilien), I.E. Frau Lourdes Gisela Antonia Victoria-Kruse (Dominikanische Republik), S.E. Bakar Fattah Hussen (Irak), I.E. Pirkko Hämäläinen (Finnland) und S.E. Omar Amer Youssef (Ägypten)

S.E. Ibrahim Assaf, Botschafter Libanon, I.E. Leena Nayef Shaher Al Hadid, Botschafterin des Haschemitischen Königreichs Jordanien, S.E. Jose Antonio Marcondes de Carvalho, Botschafter Republik Brasilien, und S.E. Omar Amer Youssef, Botschafter von Ägypten

S.E. Bakar Fattah Hussen, Botschafter Irak, S.E. Samir Koubaa, Botschafter der Liga der arabischen Staaten in Wien und S.E. Omar Amer Youssef, Botschafter Ägypten

S.E. Omar Amer Youssef, Botschafter mit Gattin, Erzherzogin Camilla Habsburg-Lothringen und Svetlana Nenadovic-Glusac, Direktorin Diplomacy and Commerce Austria

Botschafter von Ägypten in der Republik Österreich Austria

Auf Wiedersehen Ihr Exzellenz S.E. Kairat Sarybay

S.E. Kairat Sarybay, Aiman Mussakhajayeva, Rektorin der kasachischen National University of Arts, Leila Makhat-Sarybay, Künstlerin und S.E. Dmitry Ljubinski, Botschafter der Russischen Föderation mit Gattin Elena

Botschafter der GUS-Länder in Österreich

S.E. Kairat Sarybaymit Gattin Leila Makhat-Sarybay und Svetlana Nenadovic-Glusac, Direktorin Diplomacy and Commerce Austria

Botschafter der Republik Kasachstan in der Republik Österreich

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Austria


departures & arrivals

Auf Wiedersehen Ihr Exzellenz S.E. Francois Saint-Paul

Am Klavier: S.E. Francois Saint-Paul, Botschafter Frankreich und S.E. Jose Antonio Marcondes de Carvalho, Botschafter von Brasilien

Erzherzogin Camilla Habsburg-Lothringen und Botschafter Frankreichs, S.E. Francois Saint-Paul

Botschafter der Republik Frankreich in der Republik Österreich Austria

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Kultur

Sigmund Freud - Wie der Vater der Psychoanalyse lebte Eröffnung Sigmund Freud Museum 2020

Sigmund Freud (Fotografie von Max Halberstadt, 1921)

Im 9. Wiener Bezirk, in der Berggasse 19 lebte der berühmte Wiener Sigmund Freud 47 Jahre lang, ehe er 1938 vor den Nationalsozialisten fliehen musste. Dieser Ort ist weltweit als der Geburtsort der Psychoanalyse bekannt. Sigmund Freud veränderte von hier aus ein für alle mal für das menschliche Selbstbild. Das seit 1971 bestehende Sigmund Freud Museum wurde am 23. September nach umfangrei-

Herrenzimmer (c) Hertha Hurnaus, Sigmund Freud Privatstiftung

chen Renovierungs- und Erweiterungsmaßnahmen wiedereröffnet. Zum ersten Mal sind die Privaträume der Familie und eine Dauerausstellung zur Entwicklung der Psychoanalyse zugänglich. Freud, Berggasse 19

Original erhaltenen Raumstrukturen eröffnen ein authentisches Erleben des Ursprungsorts der Psychoanalyse, zugleich beleuchten zahlreiche Exponate in den Ausstellungsräumen – Objekte, historische Schriften und Fotografien – die Fa-

cetten von Freuds Leben und Familienalltag. Erstmals sind alle Räume, in denen Freud lebte und arbeitete, zugänglich und präsentieren thematisch zugeordnete Objekte und Informationen in von Hermann Czech entwickelten Vitrinen.

Die neu erarbeitete Präsentation zu Leben und Werk von Sigmund Freud im Mezzanin des Hauses verbindet die Geschichte der Räumlichkeiten mit den Stationen in Freuds Leben und Wirken: Die im

Das seit 1971 bestehende Sigmund Freud Museum wurde am 23. September nach umfangreichen Renovierungs- und ErweiterungsmaSSnahmen wiedereröffnet. Zum ersten Mal sind die Privaträume der Familie und eine Dauerausstellung zur Entwicklung der Psychoanalyse zugänglich. Wartezimmer (c) Hertha Hurnaus, Sigmund Freud Privatstiftung

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Text: Svetlana Nenadovic Glusac

Verborgene Gedanken visueller Natur (c) Hertha Hurnaus, Sigmund Freud Privatstiftung

Granatmedaillon mit Fotos der Kinder Freuds (C) Günter König/Sigmund Freud Privatstiftung

Arzttasche Sigmund Freuds (C) Günter König/ Sigmund Freud Privatstiftung

Verborgene Gedanken visueller Natur

Die Dauerausstellung Verborgene Gedanken visueller Natur wurde in Sigmund Freuds «erster Ordination» im Hochparterre eingerichtet: Eine Präsentation ausgewählter Werke der Konzeptkunstsammlung des Sigmund Freud Museums. 1989 mit einer Installation des amerikanischen Künstlers Joseph Kosuth ins Leben gerufen, unfasst die Sammlung Werke von KünstlerInnen wie Franz West, Heimo Zobernig, Susan Hiller, John Baldessari, Sherrie Levine, Haim Steinbach, Ilya Kabakov oder Pier Paolo Calzolari. Die unendliche Analyse: Psychoanalytische Schulen nach Freud

Die aktuelle Sonderausstellung widmet sich dem heutigen Stand der Psychoanalyse: Unter Einsatz von Kurzfilmen und Interviews mit fünf in New York, Dublin und Berlin praktizierenden Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytikern werden heutige psychoanalytische Schulen vorgestellt: die zeitgenössische Trieb- und Konflikttheorie, die strukturale Psychoanalyse, die relationale Psychoanalyse, die Objektsbeziehungstheorien wie auch die Selbstpsychologie. Kuratiert wurde die Ausstellung von der Philosophin und Psychanalytikerin Esther Hutfless.  Sigmund Freud Museum Berggasse 19, 1090 Wien

Foto: Stadt Wien

Foto: Stadt Wien

Festakt: Eröffnung Sigmund Freud Museum 2020 Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit Gattin und Bürgermeister Michael Ludwig nahmen an der Wiedereröffnung des Museums teil.

Sigmund Freud Biografie: Name: Sigmund Freud Geburt: 6. Mai 1856 in Freiberg in Mähren Tod: 23. September 1939 in London Erreichtes Lebensalter: 83 Jahre Eltern: Jacob Freud, Amalia Nathansohn Freud Nationalität: Österreich Ausbildung: Universität Wien Beruf: Mediziner Fachbereich: Neurologie, Psychologie Werke: u.a. Studien über Hysterie (1895), Die Traumdeutung (1900), Das Ich und das Es (1923) Familie: Martha Bernays (verh. 1886–1939); sechs Kinder Einflüsse: Josef Breuer, Jean-Martin Charcot, Friedrich Nietzsche Lebenslauf: 1856: Sigmund Freud wird am 6. Mai 1856 in Freiberg in Mähren geboren. 1860: Die Familie siedelt nach Wien über. 1873 - 1881: Studium der Medizin in Wien mit anschließender Promotion. 1882 - 1885: Freud experimentiert mit der bis dahin noch weitgehend unbekannten Droge Kokain. 1885: Habilitation am Institut für Neuropathologie an der Universität Wien.

1885: Freud besucht das Hôpital de la Salpêtrière, an der Jean-Martin Charcot lehrt und praktiziert. 1886 - 1939: Heirat mit Martha Bernays. Aus der Ehe gehen sechs Kinder hervor, darunter Anna Freud. 1891: Freud zieht mitsamt Familie in die Berggasse 19 (Wien), fortan sein Lebens- & Arbeitsmittelpunkt. 1895: Die Abhandlung „Studien über Hysterie“ in Zusammenarbeit mit Josef Breuer erscheint. 1900: Veröffentlichung von „Die Traumdeutung“. 1902: Ernennung zum Professor für Psychopathologie an der Universität Wien. 1905: „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ wird veröffentlicht. 1910: Gründung der „Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung“. 1913: Es kommt zum Bruch zwischen Freud und Carl Gustav Jung. 1922: Freud erkrankt an Gaumenkrebs. In der Folge muss er sich zeitlebens Operationen unterziehen. 1923: Veröffentlichung von „Das Ich und das Es“ zum Strukturmodell der Psyche. 1930: „Das Unbehagen in der Kultur“ erscheint. 1938: Flucht vor dem NS-Regime. Über Paris emigriert Freud mitsamt Familie nach London. 1939: Sigmund Freud stirbt am 23. September 1939, im Alter von 83 Jahren, in London.

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Kultur kultur

Kleines Spanisches Appartment | Foto © Georg Molterer

Audienzzimmer | Foto © Georg Molterer

Albertina: Präsentation der Original-Ausstattung der Habsburgischen Prunkräume 20 kostbar ausgestattete und aufwendig restaurierte Prunkräume

Am Donnerstag, dem 10. September, fand die Präsentation der Original-Ausstattung der Habsburgischen Prunkräume in der Albertina statt. Generaldirektor der Albertina Prof. Dr. Klaus Albrecht Schröder und Christian Benedik (Leitung Prunkräume und Architektursammlung) sorgten für eine großartige Präsentation und eine magische Zeitreise.

GenieSSen Sie imperiales Flair in der ALBERTINA: Rund 100 Jahre war das Museum Residenz habsburgischer Erzherzöge und Erzherzoginnen. Von dieser Zeit zeugen 20 kostbar ausgestattete und aufwendig restaurierte Prunkräume, die mit wertvollen Wandbespannungen, Kronleuchtern, Kaminen, erlesenen Intarsien und edlen Möbeln in das prachtvolle Reich des Klassizismus entführen. Foto: © ALBERTINA, Wien

Vier spektakuläre Neuerwerbungen

Die programmatische Neupositionierung der ALBERTINA umfasst als Exponat sui generis die Präsentation der Habsburgischen Prunkräume. Ihre Revitalisierung in den letzten beiden Jahrzehnten beinhaltet die Renovierung und Wiederherstellung der historischen Originalsubstanz sowie den Rückkauf der prunkvollen Palaisausstattung. Zu den Erwerbungen des letzten Jahres gehören eine einzigartige Tischuhr, die aus Herzog Alberts Brüsseler Schloß Laeken stammt, eine verspiegelte und mit BronzeDoréApplikationen versehene Eck-Etagere aus der Wiener Manu44

faktur von Joseph Danhauser sowie eine Porträtbüste von Erzherzog Carl aus weißem Cararamarmor von Joseph Klieber. Nach über einem Jahr Restaurierung ist nun ein bedeutendes Werk von Johann Evangelist Scheffer von Leonhartshoff im Arbeitszimmer Erzherzog Carls zu sehen. Der früh verstorbene Maler zählt zur Bewegung der Nazarener, die auf den frühen Raffael zurückgreifen. ALBERTINA-Gründer Albert von Sachsen-Teschen war ein großer Förderer dieser Bewegung, daher befand sich diese Kopie der Madonna im Grünen (ca. 1815/1820) von Raffael in seiner Sammlung. Wedgwood Kabinett | Foto © Georg Molterer

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Ein Juwel der europäischen Ausstattungskunst

Die exquisiten Ausstattungsstücke und einzigartigen Möbel gehörten zum Privateigentum des letzten habsburgischen Besitzers des Palais, Erzherzog Friedrich. Bedeutende Teile blieben nach 1918 als Erbstücke in der Familie erhalten, der überwiegende Bestand gelangte allerdings 1933 in Wien zur Auktion. Seit der erstmaligen Öffnung der gesamten Prunkräume für die Öffentlichkeit im Jahre 2003 konnten mehr als 100 Objekte der originalen Ausstattung wieder ins Palais zurückgebracht werden.

Heute präsentieren sich die Habsburgischen Prunkräume als ein Erlebnisort der habsburgischen und österreichischen Geschichte sowie ein Juwel der europäischen Ausstattungskunst. Zu den letzten Akquisitionen gehören vier überaus wertvolle Ausstattungsstücke aus dem Besitz von Herzog Albert von SachsenTeschen (1738–1822), dem Gründer der ALBERTINA, und seinem Adoptivsohn, Erzherzog Carl (1771– 1847), dem Sieger in der Schlacht von Aspern gegen Napoleon. Aus Herzog Alberts Brüsseler Schloß Laeken, heute Residenz des Königs der Belgier, stammt eine 1933 auktionierte Tischuhr. Sie zeigt in


Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

Generaldirektor der Albertina Prof. Dr. Klaus Albrecht Schröder / Foto: © ALBERTINA, Wien

Foto: © ALBERTINA, Wien

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Foto: © ALBERTINA, Wien

Foto: © ALBERTINA, Wien

vergoldeter Bronze die Figuren von Venus und Amor und ist um 1780 von Gronier in Paris angefertigt worden. Die verspiegelte und mit Bronze-Doré-Applikationen versehene Eck-Etagere gehörte zur einzigartigen Palaisausstattung von Erzherzog Carl. Sie wurde in der Wiener Manufaktur von Joseph Danhauser in den Jahren 1822/25 angefertigt und befand sich noch im Besitz der Erben nach Erzherzog Friedrich. Joseph Klieber, der 1822/25 den Musensaal des Palais mit der umfangreichsten klassizistischen Figurengruppe Apollo und die neun Musen dekorierte, gestaltete 1842 eine Porträtbüste von Erzherzog Carl aus weißem Cararamarmor. Der dafür angefertigte Bozzetto wurde aus dem Kunsthandel erworben und soll gemeinsam mit Kliebers Palaisausstattung sowie den Büsten von Joshua Wedgwood aus dem Besitz von Herzog Albert auf die umfangreiche wie bedeutende Skulpturensammlung der beiden Palaisbewohner verweisen.

Aus der berühmten Gemäldesammlung des Herzogs konnte bereits vor einigen Jahren Michael Wutkys Die Wasserfälle von Tivoli sowie Werke von Martin von Molitor angekauft werden.

Kunstakademien, die ab 1800 auch immer häufiger zu Stätten des Protests wurden. Gerade in Wien, wo die Nazarener die erste Sezession der Kunstgeschichte bildeten, konnte Albert diese Entwicklung hautnah miterleben. So fanden in Alberts „moderne“ Sammlung auch einige Werke von Vertretern der Nazarenerbewegung Eingang, unter denen er Johann Evangelist Scheffer von Leonhartshoff besondere Aufmerksamkeit schenkte. Das Johann Evangelist Scheffer als akademisches Frühwerk zugeschriebene und jüngst für die ALBERTINA erworbene Gemälde zitiert wörtlich Raffaels Madonna im Grünen aus der damals Kaiserlichen Gemäldegalerie in Wien, heute KHM. Das Kopieren nach Altmeistergemälden zählte von jeher zum Lehrplan der Akademieausbildung. Es ermöglichte Scheffer, sich in Stil, Malweise und Spiritualität seines verehrten Vorbildes Raffael zu schulen. Die bewusst

rückgewandte, historistische Perspektive auf die Kunst wurde zum Leitgedanken der Nazarener, die in der Kunst der Dürerzeit und in der älteren italienischen Malerei, insbesondere der Kunst Raffaels, ihre programmatische Richtschnur fanden.

Die Nazarenerbewegung in der Sammlung der ALBERTINA

Eine Kopie nach Raffaels Madonna im Grünen (um 1815/20) ergänzt nunmehr diesen Sammlungsbereich. Sie stammt von Johann Evangelist Scheffer von Leonhartshoff (1795– 1822), den Herzog Albert in seinen letzten Lebensjahren mit Aufträgen versah und mit großzügigen Romstipendien unterstützte. Albert von Sachsen-Teschen war erstaunlich offen für die Auseinandersetzung mit den modernen Kunstströmungen seiner Zeit, die er für seine Sammlung geradezu absichtsvoll suchte. Als eine Instanz der damaligen Moderne fungierten für Albert die

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KUNST

Vincent van Gogh / Das Nachtcafé in Arles, 1888 Gouache // Hahnloser/Jaeggli Stiftung, Villa Flora, Winterthur / Foto: Reto Pedrini, Zürich

Van Gogh, Cézanne, Matisse. Die Sammlung Hahnloser bis 15. November 2020

Vincent van Gogh / Der Sämann, 1888 / Kunstmuseum Bern, Dauerleihgabe Hahnloser/Jaeggli Stiftung © / Foto: Reto Pedrini, Zürich

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Die ALBERTINA widmet diese Ausstellung einer der bedeutendsten Privatsammlungen der französischen Moderne. Die Ausstellung in der ALBERTINA zeigt ein Kondensat aus den 80 wichtigsten und schönsten Werken der ursprünglich 500 Gemälde, Papierarbeiten und Plastiken umfassenden Sammlung Hahnloser, ergänzt durch Werke, die als HahnloserSchenkungen von den Kunstmuseen Winterthur und Bern erworben wurden. Die Schweiz besitzt bekanntlich keine Fürstlichen Sammlungen, zugleich bewundert man auf der ganzen Welt ihre reichen Sammlungen der Klassischen Mo-

derne. Jener Moderne, die in der Welthauptstadt der Kunst geboren worden ist, in Paris. Schweizer Sammlungen haben keineswegs schon immer den Blick nach Frankreich gerichtet – sie tun es erst, seit Arthur und Hedy Hahnloser in der Blütezeit der Avantgarden zu Sammeln begonnen haben. Die Sammlung Hahnloser entstand zwischen 1907 und 1936 im engen freundschaftlichen Austausch zwischen dem Sammlerpaar Arthur Hahnloser (1870–1936) und Hedy HahnloserBühler (1872–1952) und ihren Künstlerfreunden: Ferdinand Hodler, Félix Vallotton, Henri Manguin, Pierre Bonnard und Henri


Henri Matisse / Frau in Grün, 1917 / Öl auf Leinwand / Privatsammlung

Matisse. Später wurden auch deren Vorläufer Renoir, Van Gogh, Gauguin, Cézanne und ToulouseLautrec Teil der Sammlung des Augenarztes und der ausgebildeten Malerin. Heute umfasst die bedeutende Sammlung einzigartige Werkgruppen – Gemälde, Plastiken und Aquarelle – der schweizerischen und französischen Moderne, darunter so prominente Werke wie Bonnards Spiegeleffekt (Die Wanne), Cézannes Selbstbildnis Porträt des Künstlers, Van Goghs Sämann und das Nachtcafé in Arles, Vallottons Die Weiße und die Schwarze oder Maillols Skulptur Pomona. Bedeutende Teile der ursprünglichen Sammlung befinden sich heute im Besitz der Hahnloser/ Jaeggli Stiftung, die seit 2016 im Kunstmuseum Bern deponiert ist. Zudem konnten Schlüsselwerke in die Ausstellung integriert werden, die das Sammlerpaar und deren Erben den Kunstmuseen von Winterthur und Bern geschenkt haben. Auch die Nachkommen haben großzügig Leihgaben beigesteuert. Sammeln war für Arthur und Hedy Hahnloser eine sinnstiftende Lebensaufgabe, an der sie ihr Umfeld aktiv beteiligten. Ihre

Sammlung, die sie in der Villa Flora in Winterthur als Gesamtkunstwerk inszenierten, verstanden sie als „Lehrmuseum“. Sie motivierten Verwandte und Freunde, Werke ihrer favorisierten Künstler zu erwerben oder verhalfen diesen durch Schenkungen an Privatsammler und Schweizer Kunstmuseen zu Bekanntheit. Dieses „Prinzip Hahnloser“ hat die Schweizer Museumssammlungen und ihre Ankaufspolitik enorm bereichert; oft stehen die Schenkungen am Beginn umfangreicher Sammlungen der Modernen Kunst. In Österreich, wo Frankreich lange als Erzfeind betrachtet wird und die Moderne nicht mit aller Konsequenz Eingang in die ästhetische Erziehung findet, wird ein vergleichbarer „Lehrpfad der Moderne“ erst 100 Jahre später mit der in der ALBERTINA deponierten Sammlung Batliner etabliert. Hier führt die Sammlung Hahnloser einen Dialog mit den hauseigenen Sammlungen, die durch eine Auswahl von 20 Werken in die Ausstellung integriert sind.  ALBERTINA Albertinaplatz 1 1010 Wien

Pierre Bonnard / Palais de Glace, Die Schlittschuhläufer, 1896–1898 / Öl auf Karton / Privatsammlung

Félix Vallotton / Die Weiße und die Schwarze, 1913 / Öl auf Leinwand / © Foto: Reto Pedrini, Zürich

Édouard Vuillard / Damespiel in Amfréville, 1906 / Oil on cardboard / Privatsammlung, Schweiz

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KULTUR

Wiener Staatsoper Spielplan: Oktober – November

Pietro Mascagni, Ruggero Leoncavallo

CAVALLERIA RUSTICANA / PAGLIACCI

30 Oktober / 02, 05, 09 und 12. November 2020

• • •

Musikalische Leitung Marco Armiliato Inszenierung, Bühne und Kostüme Jean-Pierre Ponnelle Mit Eva-Maria Westbroek, Brian Jagde, Mara Zampieri, Ambrogio Maestri, Roberto Alagna, Aleksandra Kurzak

Benjamin Britten

A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM

Oper in drei Akten

07, 10 und 13 November 2020

• • Wiener Staatsoper / Foto: Diplomacy and Commerce Austria

Giuseppe Verdi

Grand Opéra in fünf Akten Französische Urfassung

DON CARLOS (FRANZ.)

01, 04, 07 und 11 Oktober 2020

• • •

Musikalische Leitung Bertrand de Billy Inszenierung Peter Konwitschny Mit Michele Pertusi, Jonas Kaufmann, Igor Golovatenko, Roberto Scandiuzzi, Malin Byström, Eve-Maud Hubeaux

Wolfgang Amadeus Mozart

DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL

12.10. PREMIERE / 16, 20, 23 und 26 Oktober 2020ingspiel in drei Aufzügen

• • •

Richard Strauss

SALOME

Oper in einem Akt

02, 06, 08 und 10 Oktober 2020

• • •

Musikalische Leitung Alexander Soddy Inszenierung Boleslaw Barlog Mit Vincent Wolfsteiner, Marina Prudenskaya, Vida Mikneviciute, Tomasz Konieczny

George Balanchine

JEWELS

03, 09, 18, 22, 27 und 29 Oktober / 01. November 2020

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Musikalische Leitung Paul Connelly Musik Gabriel Fauré, Igor Strawinski, Peter I. Tschaikowski

Musikalische Leitung Antonello Manacorda Inszenierung Hans Neuenfels Mit Christian Nickel, Lisette Oropesa, Emanuela von Frankenberg, Regula Mühlemann, Stella Roberts, Goran Juric, Andreas Grötzinger, Daniel Behle, Christian Natter, Michael Laurenz, Ludwig Blochberger

DON PASQUALE

Dramma buffo in drei Akten

13, 17, 21 und 24 Oktober 2020

Musikalische Leitung Marco Armiliato

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• •

Inszenierung Irina Brook Mit Erwin Schrott, Dmitry Korchak, Boris Pinkhasovich, Slávka Zámečniková

Piotr I. Tschaikowski

EUGEN ONEGIN

25.10. PREMIERE / 31 Oktober und 03 und 06. November 2020 drei Akten

• • •

Musikalische Leitung Tomáš Hanus Inszenierung und Bühne Dmitri Tcherniakov Mit Tamuna Gochashvili, Anna Goryachova, Andrè Schuen, Bogdan Volkov, Dimitry Ivashchenko

Wolfgang Amadeus Mozart, Gerald Resch

DIE ENTFÜHRUNG INS ZAUBERREICH

26.10. URAUFFÜHRUNGeroper durch das Gebäude der Wiener Staatsoper für Kinder ab 6 Jahren

• •

Musikalische Leitung Markus Henn Inszenierung Nina Blum

Musikalische Leitung Simone Young Inszenierung Irina Brook Mit Lawrence Zazzo, Erin Morley, Théo Touvet, Josh Lovell, Benedict Nelson, Margaret Plummer, Slávka Zámečniková, Matthew Rose

Richard Strauss

ARIADNE AUF NAXOS

Oper in einem Akt nebst einem Vorspiel

15, 18, 21 und 25 November 2020

• • •

Musikalische Leitung Christian Thielemann Inszenierung Sven-Eric Bechtolf Mit Herbert Föttinger, Boaz Daniel, Jennifer Holloway, Stephen Gould, Thomas Ebenstein, Erin Morley, Camilla Nylund

Benjamin Britten Charles Gounod

ROMÉO ET JULIETTE

Opéra in fünf Akten

08, 11, 19 und 22 November 2020

• •

Musikalische Leitung Evelino Pidò Inszenierung Jürgen Flimm Mit Irina Lungu, Virginie Verrez, Michael Spyres, Sergey Kaydalov, Dan Paul Dumitrescu


Don Carlos / Foto: Wienerstaatsoper GmbH, Michael Pöhn

Richard Strauss

bald, Michael Volle, Michael Laurenz, Daniela Fally

ARABELLA

Lyrische Komödie in drei Aufzügen

17, 20 und 23 November 2020

• • •

Musikalische Leitung Sebastian Weigle Inszenierung Sven-Eric Bechtolf Mit Wolfgang Bankl, HannaElisabeth Müller, Jane Archi-

Jules Massenet

WERTHER

• •

Inszenierung Andrei Serban Mit Piotr Beczala, Clemens Unterreiner, Gaëlle Arquez, Daniela Fally

Drame lyrique in vier Akten

Giacomo Puccini

Oper in vier Bildern

28 November 2020

Musikalische Leitung Bertrand de Billy

LA BOHÈME

29 Nopvember 2020

Musikalische Leitung Eun Sun Kim

Inszenierung und Bühne Franco Zeffirelli

Mit Atalla Ayan, Ruzan Mantashyan, Andrè Schuen, Attila Mokus, Peter Kellner, Slávka Zámečniková

ABSAGE WIENER OPERNBALL 2021

In Absprache mit der Österreichischen Bundesregierung wurde beschlossen, den für 11. Februar 2021 geplanten Opernball aufgrund der aktuellen Situation rund um COVID-19 abzusagen. 

Direktor Bogdan Roscic:

Jewels / Foto: Wienerstaatsoper GmbH, Ashley Taylor

»Es tut uns allen sehr leid, dass der Opernball, der im Jahreskreislauf der Wiener Staatsoper einen solchen Fixpunkt darstellt, aufgrund der aktuellen Lage abgesagt werden musste. Diese Absage betrifft natürlich auch die traditionell im umgebauten Saal stattfindende Zauberflöte für Kinder, bei der in zwei Vorstellungen insgesamt 7.000 junge Besucherinnen und Besucher bei uns sind. Durch diese Absagen werden im Spielplan des Hauses, nicht zuletzt durch den Wegfall der extrem aufwendigen Auf- und Abbauarbeiten, insgesamt vier Tage frei. Wir werden diese für ein Alternativprogramm nutzen, unter spezieller Berücksichtigung des jungen Publikums. Es ist daher wichtig, dass die Entscheidung zur Absage frühzeitig gefallen ist. Ebenso wichtig ist für die Staatsoper die Zusage von Staatssekretärin Andrea Mayer, dass der Eigentümer den Einnahmenverlust abdecken wird. Wir alle hoffen, dass wir im Februar 2022 wieder einen glänzenden Opernball veranstalten können.« 49


kultur

BEETHOVEN BEWEGT 29.9.2020–24.1.2021, KUNSTHISTORISCHES, MUSEUM WIEN Die Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien bringt Beethoven in Dialog mit KünstlerInnen wie Friedrich, Goya, Rodin, Horn, Baldessari und Sehgal. Das Kunsthistorische Museum Wien präsentiert in Kooperation mit dem Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien eine durchaus ungewöhnliche Hommage an Ludwig van Beethoven (1770–1827). Beethovens universelle und einzigartige Rezeption, die epochale Bedeutung seiner Musik, aber auch die Wahrnehmung seiner ikonengleich stilisierten Person lassen eine Unmenge von Anknüpfungspunkten zu; Hoch- und Populärkultur, Kommerz und Politik nützen ein nahezu unerschöpfliches Reservoir zur Inspiration oder auch Vereinnahmung. Die Ausstellung bringt Gemälde von Caspar David Friedrich, Skizzenbücher J. M. W. Turners, Grafiken von Francisco de Goya, Anselm Kiefer und Jorinde Voigt, Skulpturen von Auguste Rodin, Rebecca Horn und

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John Baldessari sowie eine für die Ausstellung entwickelte neue Arbeit Tino Sehgals, ein Video von Guido van der Werve u. v. m. ins Gespräch mit der Musik, kostbaren Autographen und der Person Beethovens. Sie schlägt so eine Brücke bis zur Gegenwart: Meisterwerke der Bildenden Kunst gehen Verbindungen mit Musik und Stille ein. STIMMEN SIE SICH EIN AUF „BEETHOVEN BEWEGT“ – MIT PODCAST & PLAYLIST AUF SPOTIFY

Beethoven bewegt – selbst, wenn um uns herum gerade alles still zu stehen scheint. Dies gilt auch für unsere große Beethoven-Ausstellung, die am 29. September eröffnet werden soll.


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