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Mai / Juni 2020 | Ausgabe Nr. 11 | Preis: Gratis

9772466380019

Diplomatie im Corona-Zeitalter Exklusiv: Interviews mit 40 Diplomatinnen und Diplomaten

Der Irak hat eine funktionierende Demokratie S.E. Baker Fattah Hussen Botschafter der Republik Irak in Österreich – INTERVIEW

Leben nach lockdowns Es wird auf eine Weise schwierig sein, die heute schwer vorstellbar ist

Ich möchte mich bei Österreich und allen anderen Ländern für ihre Solidarität mit Italien bedanken S.E. Sergio Barbanti Botschafter von der Italienischen Republik in Österreich - INTERVIEW


ALBERTINA

Eröffnung am 27 MAI 2020 Warhol bis Richter. Aus den Sammlungen der Albertina

Gerhard Richter / Richters Garten (Sommertag), 1999 / Öl auf Leinwand Albertina, Wien – Dauerleihgabe aus österreichischem Privatbesitz

Albertina Albertinaplatz 1 / 1010 Wien


Nationalfeiertage

editorial

It‘s Gonna Be MAI 03. the End of the Polen World! Not. Es sind fast zwei Monate her, seit viele Länder auf der Welt den Ausnahmezustand erklärt haben. In den letzten acht Wochen konnten wir Prophezeiungen wie „Dies ist das Ende der Welt, wie wir sie kennen“ und „Nichts wird jemals wieder so sein wie zuvor“ hören. Jeden Tag sahen wir einen neuen Francis Fukuyama aus dem InternetJungle auftauchen. Auf der anderen, wenn auch weniger intellektuellen Seite, werden in Viber oder anderen sozialen Medien neue Theorien darüber verbreitet, wie das Virus entstanden ist, wer es mit Absicht geschaffen hat, um jemanden zu zerstören, wie hoch die Zahl der Todesopfer in verschiedenen Ländern und in Regionen der USA im ersten Quartal des letzten Jahres im Vergleich zu diesem Jahr waren, dass das 1983 oder 2015 vorausgesagt wurde oder, dass es die Schuld der 5G-Technologie sei (ein persönlicher Favorit). Um ehrlich zu sein, jeder ist heute in der gleichen Hölle - jene Menschen, die sich nur an gute Dinge erinnern, die in den letzten 150 Jahren passiert sind, und diejenigen, die alle 10 Jahre und weniger darauf trainiert sind, Notfällen standzuhalten. Es wird also schwierig. Viele Branchen werden größere Schläge erleiden, sogar noch schwerer als 2008 (die Wirtschaftskrise). Viele globale, regionale und nationale Akteure werden dies ebenfalls nicht überleben. Wenn es um die Markt- und die Medienbranche geht, in der wir tätig sind, werden diejenigen, die die „Change or Die“ -Philosophie rechtzeitig übernommen haben, einen Weg finden, sich anzupassen und die Pandemie überleben.

Nationalfeiertag

15.

10.

Paraguay Unabhängigkeitstag

17.

Norwegen Jahrestag der Verfassung (1814)

20.

Kamerun Nationalfeiertag

22.

Jemen Nationalfeiertag

24.

Eritrea Tag der Unabhängigkeit

25.

Argentinien Nationalfeiertag

25.

Jordanien (Unabhängigkeitstag)

26.

Georgien Tag der Unabhängigkeit (1918)

28.

Tag der Unabhängigkeit (1918)

28.

Äthiopien Tag des Einmarsches der EPRDF

in die Hauptstadt

Svetlana Nenadovic Direktor / Chefredakteur

svetlana.nenadovic@diplomacyandcommerce.at

Jakob Riess Journalist

Vladimir Dudas Design

Robert Coban

Publisher / Herausgeber

robert.coban@diplomacyandcommerce.at

Verteilung: CIP - Katalogizacija u publikaciji Biblioteke Matice Srpske, Novi Sad 33 Diplomacy & Commerce / glavni i odgovorni urednik Žikica Milošević, 2016, br. 1 (mart)-.Novi Sad: Color Media Communications, 2016 - , -33cm Mesečno. ISSN 2466-3808 = Diplomacy & Commerce COBISS.SR-ID 303269895

Portugal Jahrestag des Todes von Luis Vaz de

Camoes (1580)

12.

Philippinen Unabhängigkeitstag

12.

Russische Föderation „Tag der Annahme der Erklärung über die

staatliche Souveränität der Russischen Föderation“

17.

Island Jahrestag der Ausrufung der

Republik (1944)

18.

Vereinigtes Königreich

Offizielle Feier d. Geburtstages I.M. Königin Elisabeth II

23.

Luxemburg Nationalfeiertag

24.

Malteser Ritterorden

Festtag des Hl. Johannes des Täufers, Patron des Ordens

25.

Kroatien Nationalfeiertag („Tag der

Kroatischen Eigenstaatlichkeit“)

25.

Mosambik Unabhängigkeitstag

25.

Slowenien Unabhängigkeitstag (1991)

JUNI 01.

Samoa Unabhängigkeitstag 1962

02.

Italien Gründung der Republik

”Color Media Communications” LTD, 21132 Petrovaradin, Štrosmajerova 3 TIN 107871532 • Matriculation number 20887303 · Phone: +381 21 4897 100 • Fax: +381 21 4897 126 Office: Vase Čarapića 3/IV/38, Belgrade • 011 4044 960

Schweden

Feiertag der Verfassung des 3. Mai (1791)

Aserbaidschan

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06.

05.

Dänemark Nationalfeiertag

(Grundlovsdag - Tag des Grundgesetzes)

26.

Madagaskar Nationalfeiertag

27.

Dschibuti Unabhängigkeitstag

29.

Seychellen Unabhängigkeitstag

30.

Kongo - Demokratische Republik

Unabhängigkeitstag

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Inhalt

06 INTERVIEW

16 Was kommt als nächstes für Länder, die

Botschafter der Republik Irak in Österreich – INTERVIEW

Australien, Neuseeland, Südkorea und Taiwan betrachten ein Leben jenseits des Virus

11 INTERVIEW

18-51 INTERVIEWS

S.E. Baker Fattah Hussen

Priv.-Doz. Mag. Dr. Stephan Barisitz

Senior Economist, Auslandsanalyseabteilung, Oesterreichische Nationalbank, Interview

14 Leben nach lockdowns

Es wird auf eine Weise schwierig sein, die heute schwer vorstellbar ist

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nahezu frei von Covid-19 sind?

Diplomatie im Corona-Zeitalter Interviews mit den BotschafterInnen in Wien

20 INTERVIEW

S.E. Sergio Barbanti

Botschafter von der Italienischen Republik in Österreich - INTERVIEW


departures & arrivals Foto: Peter Lechner und Clemens Schwarz/HBF

Herzlich willkommen in Österreich Überreichung von Beglaubigungsschreiben an Bundespräsident Alexander Van der Bellen

Bundespräsident Alexander Van der Bellen empfing am 25. Februar folgende neue Botschafterin und Botschafter in der Präsidentschaftskanzlei und nahm ihre Beglaubigungsschreiben entgegen: S.E. Herr Ozan Ceyhun, Botschafter der Republik Türkei, S.E. Herr Lulzim Pllana, Botschafter der Republik Kosovo, S.E.

Herr Pantaleón Mayiboro Miko Nchama, Botschafter der Republik Äquatorialguinea, I.E. Frau Mariam Ali Moussa, Botschafterin der Republik Tschad, S.E. Herr Mamadou Siradiou Diallo, Botschafter der Republik Guinea und S.E. Herr Zenebe Kebede Korcho, Botschafter der Demokratischen Republik Äthiopien.

S.E. Herr Ozan Ceyhun, Botschafter der Republik Türkei

I.E. Frau Mariam Ali Moussa, Botschafterin der Republik Tschad

S.E. Herr Lulzim Pllana, Botschafter der Republik Kosovo

S.E. Herr Pantaleón Mayiboro Miko Nchama, Botschafter der Republik Äquatorialguinea

S.E. Herr Mamadou Siradiou Diallo, Botschafter der Republik Guinea

S.E. Herr Zenebe Kebede Korcho, Botschafter der Demokratischen Republik Äthiopien

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Politik / Diplomatie

S.E. Baker Fattah Hussen, Botschafter der Republik Irak in Österreich / Fotocredit: Diplomacy and Commerce Austria

Der Irak hat eine funktionierende Demokratie Den Irak sollte man als ein gesellschaftliches Mosaik betrachten, das ein Politiker braucht, um das Vertrauen der Mehrheit zu bekommen

Grundsätzlich ist jeder Angriff auf ausländische Räumlichkeiten, diplomatische und konsularische Vertretungen, eine rechtswidrige Handlung und wird von der irakischen Bundesregierung verurteilt S.E. Baker Fattah Hussen Botschafter der Republik Irak in Österreich

Der irakische Botschafter Baker Fattah Hussen wurde im Jahr 1957 im Sulaimaniya geboren, wo er auch das 6

Chemiestudium an der Sulaimaniya Universität erfolgreich absolvierte. Weitere Ausbildungen hat Botschafter Hussen zu Advanced Information Technology in Teheran absolviert, er hat ein Diplom in spanischer Sprache

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und Kultur - das er während seines Studiums in Spanien im Jahr 1999 erlangte, sowie ein Diplom in „Internationalen Beziehungen und diplomatischen Fragen“, welches er in seiner Studienzeit in Italien bekommen hat.

Von 2005 bis 2009 war Herr Hussen Mitglied des Parlaments in der Region Kurdistan im Irak, dann folgte 2009 sein Engagement im irakischen Außenministerium. Im Jahr 2010 begann seine Diplomatenkarriere mit dem Posten des Botschafters in Brasilien, dann, im Jahr 2013, wurde S.E. Hussen zum Botschafter  im Königreich Schweden ernannt. Von 2017 bis 2018 war S.E. Hussen Leiter der Abteilung für Europa im irakischen Ministerium für auswärtige Angelegenheiten, und im März 2019


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

übernahm er den Posten des Botschafters der Republik Irak in der Republik Österreich. Herr Hussen spricht Arabisch, Englisch, Farsi, Italienisch, Kurdisch, Portugiesisch und Spanisch, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Für das Magazin Diplomacy and Commerce Austria sprachen wir mit S.E. Botschafter Baker Fattah Hussen über die aktuellen Geschehnisse im Irak, über die angespannte Lage im Mittleren Osten, über der Proteste im Irak, ob die jetzige Krise einen Ölpreis-Schock auslösen kann, das wirtschaftliche Potenzial des Iraks und über die Beziehungen zwischen dem Irak und Österreich. Wegen der Ereignisse in der Grünen Zone Bagdads, bei denen vor kurzem mehrere Raketen nahe der US-Botschaft in Bagdad einschlugen, sind alle Augen auf den Irak gerichtet. Hat sich die Lage inzwischen beruhigt?

Grundsätzlich ist jeder Angriff auf ausländische Räumlichkeiten, diplomatische und konsularische Vertretungen, eine rechtswidrige Handlung und wird von der irakischen Bundesregierung verurteilt. Dies schließt jene Angriffe auf die Auslandsmissionen ein, die von der irakischen Regierung eingeladen wurden, um die irakischen Behörden im Kampf gegen die terroristischen Gruppen, die sog. DEASH, zu unterstützen. Dazu kommen die Auslandsmissionen, die eingeladen wurden, um die Sicherheitssituation zu verbessern und die Stabilität in verschiedenen Städten im Irak zu unterstützen, die unter Kontrolle dieser terroristischen Gruppierungen standen. Die irakische Regierung verordnete als Antwort auf solche Aktionen eine Ermittlung, um die Gesetzesbrecher vor Gericht zu bringen. Im Gegenzug wird jede Reaktion auf solche Angriffe von der irakischen Regierung abgelehnt, dies würde den irakischen Staat schwächen und seine Souverenität verletzen. Deeskalation wird an alle Beteiligten appelliert, um schwerwiegende Folgen für das ganze Land zu vermeiden. Die Nato-Staaten beschließen, sich künftig stärker im Irak zu engagieren, bisher fehlt jedoch eine Einladung aus Bagdad. Andererseits

Botschafter S.E. Baker Fattah Hussen / Fotocredit: Diplomacy and Commerce Austria

Die dramatische Transition des Irak von diktatorischer zu demokratischer Herrschaft seit 2003 ist eine Tatsache. Natürlich kann man behaupten, der Irak hat keine funktionierende Demokratie, sondern bewahre nur die Maskerade, aber er hat eine

Bagdad Collage / Foto: Dbbd88

hat auch US-Außenminister Mike Pompeo dem designierten irakischen Ministerpräsidenten Mohammed Tawfik Allawi, der inzwischen zurückgetreten ist, die Unterstützung angeboten – wie steht das offizielle Bagdad dazu?

Die Beziehung zwischen dem Irak und den NATO-Ländern basiert auf einer kollaborativen Partnerschaft. Im Oktober 2018 erstellte das NATO-Bündnis eine Mission im Irak – die NMI. Dies ist eine nichtkämpfende Mission, bestehend aus Militär- und Zivilpersonal. Die NMI arbeitete mit den irakischen Behörden, um Expertise und bewährte Verfahren in der Sicherheit, der Reform des Verteidigungssektors, Institutionenbildung sowie Training und Bildung von der gesamten Allianz und deren Partner, insbesondere die Partnerschaft zwischen dem Irak und der NATO, in Koordination und Kooperation mit der Globalen Koalition, mit ihrem Engagement in der Terrorbekämpfung, zusammenzubringen. Im Kampf gegen diese Bedrohung half die NATO dem Irak, seine Kapazitäten im Bereich der Sicherheitskräfte auszubilden und das Wiederauftreten der sog. DEASH Terroristengruppe zu verhindern. Anfang März scheiterte der designierte irakische Premierminister Mohammed Allawi daran, in der verfassungsmäßig vorgeschriebenen Zeit eine Regierung zu bilden. Ist ein Politiker in Sicht, der das Vertrauen der Mehrheit der politischen Parteien und Par-

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Politik / Diplomatie

Schwerter von Qādisīyah, Hände des Sieges, Bagdad, Irak / Foto: Jeremy Weate

lamentsfraktionen bekommen kann?

Die dramatische Transition des Irak von diktatorischer zu demokratischer Herrschaft seit 2003 ist eine Tatsache. Natürlich kann man behaupten, der Irak hat keine funktionierende Demokratie, sondern bewahre nur die Maskerade, aber er hat eine. Eine Tatsache, die von den weltweiten demokratischen Mächten und den Prinzipien der Demokratie unterstützt wird, die in der neuen Verfassung Iraks bestätigt wurde, die am 15. Oktober 2005 mittels Volksabstimmung gebilligt wurde. Dementsprechend haben die politischen Parteien und Politiker in der irakischen politischen Arena freien Weg zur Machtergreifung, je nach dem, wie sehr sie an den politischen Pluralismus glauben. In solch einem Rahmen muss die einzigartige Zusammensetzung der irakischen Gesellschaft als ein Mosaik betrachtet werden.  Sie ist zusammengesetzt aus Arabern (Schai und Sunna), Kurden, Turkmenen, Sabiern, Christen, Shabak, Jesiden. Als Folge dessen muss ein Politiker, um das Vertrauen der Mehrheit zu bekommen, dieses Mosaik 8

beachten und zufriedenstellen, um seinen Weg zu gehen. Wie ist die Meinung der irakischen Experten - wird die jetzige Krise im Mittleren Osten einen Ölpreis-Schock auslösen?

Die einzigartige Zusammensetzung der irakischen Gesellschaft muss als ein Mosaik betrachtet werden.  Sie ist zusammengesetzt aus Arabern (Schai und Sunna), Kurden, Turkmenen, Sabiern, Christen, Shabak und Jesiden. Als Folge dessen muss ein Politiker, um das Vertrauen der Mehrheit zu bekommen, dieses Mosaik beachten und zufriedenstellen, um seinen Weg zu gehen.

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Im letzten Monat trafen sich die großen Erdölerzeuger im OPEC-Hauptquartier in Wien mit einer verzweifelten Bemühung, die Erdölpreise vor dem Sturz zu retten, der als Folge der Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) entstand. Dazu gibt es einen Fall des Wirtschaftswachstums. Einige Ansichten standen zur Debatte, jedoch wurde keine Vereinbarung getroffen. Die OPEC-Mitglieder waren einverstanden, ihre Kooperation und den Dialog fortzusetzen. Ein weiteres Treffen wurde im April gehalten, um die Diskussion, wie der Krise zu begegnen ist, fortzusetzen. Der Irak steht auf der Weltrangliste der Länder mit den meisten Bodenschätzen auf Platz vier. Iraks Wirtschaft basiert vor allem auf dem Export von Erdöl. Welche Zweige der irakischen Wirtschaft haben weiteres Potenzial?


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

Imam Ali Moschee in Nadschaf. / Foto: Toushiro

Die irakische Ökonomie ist eine Rentenökonomie. Den größten Teil davon macht die Erdölindustrie aus. Jedoch hat sich die irakische Regierung zum Ziel gesetzt, dass ihr Einkommen von verschiedenen Quellen abhängig sein soll. Dies kann man in ihrer Strategie und ökonomischen Plänen sehen. Den Touristen, insbesondere den religiösen Touristen, wird besondere Achtung geschenkt. Die lokale Industrie und Landwirtschaftssektoren sind auch die Hauptfelder, die das Potenzial haben, die irakische Wirtschaft zu unterstützen und zu stärken. Im Bereich des religiösen Tourismus zum Beispiel, kommt es sehr oft vor, dass der irakische Staat als sehr interessant von der Mehrheit der Menschen weltweit betrachtet wird, aufgrund der großen Anzahl von

Grabstätten und/oder heiligen Schreinen im Irak. Dies kann auch dazu beitragen, das von niedrigen Erdölpreisen verursachte Defizite und/oder andere Krisen, denen das Land gegenübersteht, zu kompensieren. Wie ist die Beziehung zwischen dem Irak und Österreich, und wo sehen Sie, Ihrer Meinung nach, das Potenzial für eine Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Österreich und dem Irak?

Die irakische Ökonomie ist eine Rentenökonomie. Den gröSSten Teil davon macht die Erdölindustrie aus. Jedoch hat sich die irakische Regierung zum Ziel gesetzt, dass ihr Einkommen von verschiedenen Quellen abhängig sein soll.

Die Erdölindustrie hat den größten Anteil an der irakischen Wirtschaft / Foto: Iraqinews

Die Beziehung zwischen dem Irak und Österreich geht auf das Jahr 1957 zurück, als die Botschaft des Iraks in Wien eröffnet wurde. Seit diesen Jahrzehnten bezeugt die Beziehung einen sehr kooperativen und kollaborativen Rahmen. Dies war vor allem nach dem Jahr 2003 klar, als Österreich die Transition des Iraks zur Bildung der Demokratie unterstützte, indem es humanitäre Unterstützung schickte und eine Konferenz für die irakischen politischen Parteien hielt, um die Prinzipien der neuen Verfassung des Iraks zu diskutieren. Als Folge dessen etwickeln sich die bilateralen Beziehungen der beiden Länder weiter. Wenn wir zum Beispiel auf die Zusammenarbeit im Wirtschaftssektor blicken, erreichte der Handelsaustausch zwischen dem Irak und Österreich etwa 132.582.931 Euro, eine Summe, die den Irak auf Platz drei der arabischen Staaten im Handelsaustausch mit Österreich brachte. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den österreichischen Behörden, um diese Kooperation auszuweiten und zu verbessern, zum beiderseitigen Nutzen der beiden Nationen. 9


Wirtschaft / Belt and Road-Initiative

Seit Anfang 2020 wurde der Belt and Road-Initiative (BRI) durch die Coronavirus-Krise massiv eingedämmt Priv.-Doz. Mag. Dr. Stephan Barisitz, Senior Economist, Auslandsanalyseabteilung, Oesterreichische Nationalbank

über die Neue Seidenstraße geführt, was hat sich seit damals verändert?

Priv.-Doz. Mag. Dr. Stephan Barisitz Senior Economist, Auslandsanalyseabteilung, Oesterreichische Nationalbank, Interview

Neue Seidenstraße ist das heutzutage das Größte Projekt der sich auf vier Kontinenten ausbreitet, eine Mega Investition darstellt der von China finanziert ist und der zu Ziel hat den Handel anzukurbeln, Wohlstand zu schaffen und zwischen den involvierten Ländern auf gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene zu kooperieren. Im Rahmen der Initiative Neue Seidenstraße (Belt and Road) befinden sich Großprojekte im Transportbereich in Asien, Europa, Afrika und Lateinamerika. Das Projekt ist so groß dass der Entwicklung auf globale ebene für viele unübersichtlich ist. Über den aktuellen Stand des Projektes Neue Seidenstraße sprachen wir für das Magazin Diplomacy and Commerce Austria mit Herrn Priv.-Doz. Mag. Dr. Stephan Barisitz, Senior Economist, aus der Auslandsanalyseabteilung der Oesterreichischen Nationalbank und Experten für die One Belt One RoadInitiative. Genau vor einem Jahr haben wir mit Ihnen ein Interview

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Im vergangenen Jahr sind die Aktivitäten der Belt and Road-Initiative (BRI) weiter vorangeschritten und weitere Institutionen wurden ins Leben gerufen, gleichzeitig hat sich die zusätzliche Kreditvergabe etwas eingebremst, da und dort ist es zu Meinungsverschiedenheiten ge-

Im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus wurde eine weitere Dimension der BRI ausgerufen: die Schaffung einer „Health Silk Road“ - Gesundheits-Seidenstraße

Hat sich das Volumen der Initiative „Neue Seidenstraße“ geändert?

Insgesamt hatten bis Ende Juli 2019 138 Länder Kooperationsverträge mit Bezug zur BRI (z.B. Memoranda of Understanding/MoUs oder Absichtserklärungen) mit China unterzeichnet. Dies schließt Italien ein (das einzige G7-Land bisher), welches eine MoU im März 2019 mit China unterzeichnete; und

Seit Jänner/Februar 2020 wurde der Belt and Road-Initiative (BRI) durch die Coronavirus-Krise massiv eingedämmt oder zum Stehen gebracht. Um zu rekapitulieren: die BRI ist ein überwiegend von China kreditfinanziertes quasi-globales Entwicklungsprogramm, das in erster Linie Investitionen in den Bau oder die Modernisierung von Verkehrs-, Energie-, sowie digitalen Infrastrukturen beinhaltet. kommen, einige Projekte wurden von Partnerregierungen suspendiert oder verkleinert, und China hat i.d.R. pragmatisch reagiert. Zuallerletzt (seit Jänner/Februar 2020) wurde die Initiative durch die Coronavirus-Krise massiv eingedämmt oder zum Stehen gebracht. Um zu rekapitulieren: die BRI ist ein überwiegend von China kreditfinanziertes quasi-globales Entwicklungsprogramm, das in erster Linie Investitionen in den Bau oder die Modernisierung von Verkehrs-, Energie-, sowie digitalen Infrastrukturen beinhaltet.

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Griechenland zählt dazu, das im April 2019 dem sog. „16+1 Forum“, einem regionalen Kooperationsnetzwerk mittel- und osteuropäischer Länder mit China, beitrat - und damit dieses Gebilde in das „17+1 Forum“ umwandelte. Bis Mitte 2019 hatte China etwa USD 450 Mrd, einschließlich Kreditlinien und Direktinvestitionen, für BRI-Projekte ausgegeben oder veranschlagt, deren größte Zahl sich in Asien (besonders in Südostasien, Pakistan und Russland), Europa (besonders in Südosteuropa), und Afrika (hauptsächlich in Ostafrika

und Nigerien) befinden. Die Unternehmungen sind überwiegend von chinesischen Staatsbanken (u.a. der Chinesischen Entwicklungsbank, der Export-Import-Bank Chinas) sowie dem Silk Road Fund (chinesischer Seidenstraßenfonds) finanziert. Die beiden erwähnten Staatsbanken stellen auch im Hinblick auf Kredit- und Förderungssummen die größten entwicklungspolitischen Institutionen weltweit dar. Ferner spielt für die BRI die multilaterale Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB), in der China den relativ größten Kapitalanteil hält und in der aufstrebende Märkte eine Mehrheit der Stimmrechte haben, eine wichtige Rolle. Langfristig (bis 2030) plant China, über USD 1000 Mrd in BRI-Infrastrukturprojekte zu investieren. Können Sie unsere Leserschaft über Updates bezüglich Motivationen und treibende Faktoren informieren?

Das Hauptziel der BRI bleibt die Förderung der internationalen Wirtschaftsverflechtung und Zusammenarbeit durch Verbesserung der Konnekivität, mit dem operativen Ziel, Transportkosten und (digitale) Kommunikationskosten zu senken. Andere Ziele sind es, regionale (eurasische) Wertschöpfungsketten von China aus entlang ökonomischer Korridore in Nachbarländer aufzubauen und vielfach vorhandene starke Abhängigkeiten vom US Dollar in Handel und Finanzierung zu verringern. Dieses letztere Ziel hat im Zusammenhang mit der Eskalation des Wirtschafts-


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

konfliktes USA-China im vergangenen Jahr an Bedeutung gewonnen. Offenbar erhofft sich die Führung in Beijing auch durch die Schaffung des Belt and Road-Netzwerkes eine alternative wirtschaftsgeografische Perspektive oder ein Gegengewicht zur traditionell dominanten Ausrichtung der Wirtschaftsbeziehungen auf die USA. Ganz allgemein geht es natürlich auch darum, chinesische „soft power“ in verschiedenen Teilen Eurasiens und der Welt zu stärken und einen Kreis befreundeter Staaten zu schaffen. U.a. als Antwort auf die chinesische Initiative wurden einige teilweise rivalisierende internationale Infrastruktur-Entwicklungsprogramme ins Leben gerufen, so vor allem von Japan (ca. USD 200 Mrd, 2015), den USA (USD 60 Mrd, 2019), und der Europäischen Union (EUR 13 Mrd, 2019); die zur Verfügung gestellten Gelder für die jeweiligen Programme sind jedoch zu bescheiden, um ernsthaft mit den BRIFinanzen konkurrieren zu können. Neuerdings wurde – im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus und (vorerst) erfolgreichen chinesischen Maßnahmen zu seiner Bekämpfung in Lande selbst – von der Führung in Beijing eine weitere Dimension der BRI ausgerufen: die Schaffung einer „Health Silk Road“ (Gesundheits-Seidenstraße), wobei China seinen BRI-Partnern in der Seuchenbekämpfung (publizitätsträchtig) unter die Arme greift und seine bereits gewonnenen Einsichten im Umgang mit dem Virus seinen Partnern angedeihen lässt. Das alles im Sinne einer „menschlichen Gemeinschaft, die gemeinsam leidet und Erfolge erzielt“ (aus einem Gespräch Staatspräsident Xi Jinpings mit UN-Generalsekretär António Guterres Mitte März), und sicher mit gewissen Erwartungen für die Attraktivität chinesischer soft power. Ist das Megaprojekt auf Herausforderungen und Risiken gestoßen?

Wenn keine internationalen Abstimmungen erfolgen, können unterschiedliche regulatorische Regime die Wirksamkeit grenzüberschreitender Infrastrukturprojekte, etwa im Verkehrssektor, hemmen (Beispiel: das Umladezentrum Brest/Malaszewicze an der polnisch-weißrussischen Grenze, obwohl nicht unmittelbar ein BRIProjekt, liegt an einer Hauptschlagader der Neuen Seidenstraße und leidet an fehlenden regulatorischen Abstimmungen zwischen der EU und der Eurasischen Wirtschaftsunion/EAWU).

umfangreiche und teure BRI-Projekte verkleinert (s. auch Antwort auf Frage 5). Andererseits ist auch einzuräumen, dass China in aller Regel pragmatisch auf auftretende Schuldenprobleme seiner BRIPartner reagiert (Umschuldungsverhandlungen, Schuldenstreckungen, Schuldenzinssenkungen etc). Chinesische Pfändungen von Aktiva säumiger Schuldner, wie es im Falle des „debt-lease swap“ (Tausch: Schulden gegen langfristige Verpachtung) des strategischen Hafens Hambantota Port (Sri Lanka) im Dezember 2017 geschah, sind bisher sehr seltene Vorkommnisse. Zuletzt ist die BRI auf die große Herausforderung der CoronavirusPandemie gestoßen, mehr dazu unten. Haben sich die BRI-Projekte in den Regionen im geplanten Tempo entwickelt?

Österreichische Nationalbank, Haupteingang / Fotocredit: Oesterreichische Nationalbank

Bis Mitte 2019 hatte China etwa USD 450 Mrd, einschlieSSlich Kreditlinien und Direktinvestitionen, für BRI-Projekte ausgegeben oder veranschlagt, deren gröSSte Zahl sich in Asien (besonders in Südostasien, Pakistan und Russland), Europa (besonders in Südosteuropa), und Afrika (hauptsächlich in Ostafrika und Nigerien) befinden. Die Unternehmungen sind überwiegend von chinesischen Staatsbanken (u.a. der Chinesischen Entwicklungsbank, der Export-Import-Bank Chinas) sowie dem Silk Road Fund (chinesischer SeidenstraSSenfonds) finanziert Ein anderer umstrittener Punkt ist, dass BRI-Projekte i.d.R. von chinesischen Partnern nicht nur in finanzieller, sondern auch in logistischer Hinsicht dominiert (Zurverfügungstellung von Arbeitskräften, Ausrüstungen, Materialien) werden. In einigen Fällen ist es auch bei lokalen Bevölkerungen zu Widerstand gegen BRI-Projekte, insbesondere außerhalb Europas (z.B. in Zentralasien), gekommen. EU-Regelungen (falls anwendbar) und teilweise sogar nationale Standards (etwa arbeitsrechtlicher, sozialrechtlicher oder umwelt-

rechtlicher Natur) werden in Belt and Road-Projekten nicht immer respektiert. Ein „Parade-Projekt“, die Belgrad-Budapest-Hochgeschwindigkeitszug-Verbindung, wurde Ende 2017 teilweise suspendiert wegen Nichteinhaltung von EUWettbewerbsregeln. Es besteht auch die Gefahr, dass lokale Korruption durch ungenügend kontrollierte Finanzflüsse befeuert werden könnte, und überschuldete Länder könnten in eine „Schuldenfalle“ („debt trap“) rutschen. Im vergangenen Jahr haben drei relativ große Staaten einige

Viele Projekte haben Fortschritte gemacht, einige wenige wurden abgeschlossen, andere haben sich verlangsamt, und wieder andere wurden auf Betreiben von Chinas Partnerstaaten 2019 einem „rightsizing“ (genauer: „downsizing“) unterzogen, weil sie offenbar zu gross geraten waren bzw die Partnerstaaten Bedenken wegen übermäßiger zusätzlicher Schuldaufnahme bekamen. In den letzten drei Fällen handelte es sich um Hochgeschwindigkeitszug- oder Tiefseehafen-Projekte in Malaysien, Myanmar, und Pakistan. Konkreter zur Projektentwicklung (selektiv): Im Überlandverkehr hat die Ost-West-Schienenkonnektivität in Eurasien, auch dank chinesischer finanzieller Unterstützung, im Wettbewerb mit maritimen Verbindungen in den letzten Jahren an Boden gewonnen: In den vergangenen Jahrzehnten stabilisierte sich in den meisten Ländern, die China und Europa verbinden, die politische Situation und Wirtschaftsreformen wurden durchgeführt; es erfolgten einige Schritte zur Modernisierung der Eisenbahnnetzwerke; Grenz- und Zollformalitäten im Rahmen der EAWU (der u.a. Schlüsselstaaten für den Ost-West-Warentransit angehören: Kasachstan, Russland, Weißrussland) wurden harmonisiert; der elektrifizierte Eisenbahnverkehr hat ökologische Vorteile gegenüber Schiffs- und Luftverkehr; und chinesische Lokalregierungen gewähren BRI-Eisenbahntransportsubventionen, die in manchen Fällen bis 50% der gesamten Transportkosten erreichen können. Das transeurasische Schienenverkehrsaufkommen hat sich in 11


Wirtschaft / Belt and Road-Initiative

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INDIA

c a b l e

den letzten Jahren vervielfacht (auf 2-5% des Ost-West-Gesamtverkehrs), allerdings dominiert der Seeverkehr weiterhin unangefochten (ca. 90%), gefolgt vom Luftverkehr. Eine der Haupteisenbahnverbindungen ist der „Trans-Eurasia-Express“ (Shanghai – Urumqi – Astana – Yekaterinburg – Moskau – Brest – Duisburg). Aus aktuellem Anlass muss aber erwähnt werden, dass Kasachstan und Russland Anfang Februar 2020 auf Grund der Ausbreitung des Coronavirus den Eisenbahnverkehr mit China teilweise suspendierten. Kasachstan suspendierte auch die Aktivität der Sonderwirtschaftszone Khorgos (an der Grenze ChinaKasachstan). Mit dem Voranschreiten einiger Energie-Megaprojekte in Sibirien, von denen zwei bereits den Förderund Exportbetrieb aufgenommen haben, ist Russland einer der prominentesten BRI-Partner Chinas. Diese beiden bereits fertigen Projekte sind das Yamal-Flüssiggasprojekt an der Eismeer- Seidenstraße und die Sila Sibiri- (Kraft Sibiriens-) Gaspipeline nach China – das wahrscheinlich größte Gasprojekt der Geschichte. Mit Huawei 5GNetzwerken könnte die Digitale Seidenstraße auch Russland einschließen. Ungeachtet von Bedenken im Zusammenhang mit der Schuldentragfähigkeit bleibt Pakistan, das China den Zugang zum Indischen Ozean sichert (China-Pakistan Economic Corridor/CPEC, geplantes Gesamtprojektvolumen: USD 60 Mrd), ein wirtschaftsgeografischer Anker der Initiative. Vielleicht auch deshalb waren die Konsequenzen des Ausbruches des Coronavirus in Pakistan Ende Jänner 2020 rasch spürbar. U.a. wurden Projekte in der Punjab-Region (Fünfstromland) verzögert oder angehalten durch Quarantänen bzw. Einreisebeschränkungen für chinesische Projektarbeiter, -manager und -sicherheitskräfte. Die wichtigsten europäischen BRI-Partnerländer (gemessen an der Verhältniszahl der chinesischen BRI-Investitionen zum Bruttoinlandsprodukt) liegen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa (vor allem Serbien, Montenegro, BosnienHerzegowina, Nordmazedonien, Ungarn). Von Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf BRI-Projekte in dieser Region ist noch kaum etwas bekannt. Nach Angaben der Hafenbehörde von Piräus (Griechenland) waren Mitte März 2020 für den Güterumschlag des Tiefseehafens (im Unterschied etwa zu Kreuzfahrtschiffen, deren Anlegen verboten wurde) noch keine

Some major New Silk Road projects: a spatial overview

UGANDA Kampala

Urban Regeneration

KENIA Nairobi

TA N S A N I A

P

E

A

Mombasa

C

China-Maldives Friendship Bridge

E

Indian Ocean

Seychelles

(Highspeed) railroad link Highway or expressway Oil or gas pipeline Electricity transmission or distribution system Major sea lanes (container shipping, MSR) Northeast Passage and other sea lanes to be developed PEACE (Pakistan East Africa Cable Express, undersea communications cable system) Deep-sea ports (newly constructed/ modernized) (US), (I), (J) Project supported by the U.S.A., by India, by Japan

N.S. P.-H. A. AFG. B. C. K.

North-South Transport Corridor (supported by India, Iran and Russia) TRACECA (Transport Corridor Europe-CaucasusAsia, supported by EU) Kyrgyzstan North-South Highway Trans-Pamir-Highway (Tajikistan) Angren (Uzbekistan) Laos Afghanistan L. Bangladesh Tajikistan T. Cambodia Turkmenistan TKM. Kyrgyzstan Uzbekistan UZB. United Kingdom: in process of exiting the EU (referendum: June 2016, notification: March 2017, withdrawal: January 2020)

Source: Compilation by Stephan Barisitz, technical cartographic expertise of Florian Partl.

negativen Effekte feststellbar. Im Gegenteil: in den ersten zwei Monaten d.J. sei das Cargo noch einmal um etwa ein Zehntel gegenüber der

Vergleichsperiode des Vorjahres gestiegen; eine Fortsetzung des Höhenfluges ist aber angesichts der Umstände unvorstellbar.

Das Hauptziel der BRI bleibt die Förderung der internationalen Wirtschaftsverflechtung und Zusammenarbeit durch Verbesserung der Konnekivität, mit dem operativen Ziel, Transportkosten und (digitale) Kommunikationskosten zu senken. Andere Ziele sind es, regionale (eurasische) Wertschöpfungsketten von China aus entlang ökonomischer Korridore in Nachbarländer aufzubauen und vielfach vorhandene starke Abhängigkeiten vom US Dollar in Handel und Finanzierung zu verringern

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China errichtet nicht nur Tiefseehäfen, wie Gwadar (Pakistan), Piräus (Griechenland) - beide weitgehend fertiggestellt -, Kyaukpyu (Myanmar), Colombo Port City (Sri Lanka) und Djibouti; China hat sich 2019 auch verstärkt engagiert im Bau von etwa 100 UnterwasserKommunikations-Kabeln (von insgesamt etwa 300 solcher Kabel weltweit). Unterwasserkabel befördern etwa 90% aller internationalen Daten. Ein herausragendes Projekt ist der Pakistan-East Africa Cable Express (PEACE), der die kürzeste faseroptische high-tech Internetverbindung zwischen Asien und Afrika darstellt, welche überdies auch einen Arm nach Frankreich hat. Zuletzt (2019) haben chinesische high-tech-Firmen auch in Indien, das sich offiziell an der Belt and Road Initiative gar nicht beteiligt, durch etwa USD 4 Mrd-joint venture-Investitionen in


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

indische start-ups erfolgreich Fuss gefasst. Indien ist damit de-facto in die Digitale Seidenstraße eingetreten. TikTok, eine video app, hat mit 200 Millionen Abonnenten YouTube in Indien offenbar abgehängt. Und chinesische Smartphones wie Oppo und Xiaomi, beherrschen nunmehr den indischen Markt mit Marktanteilen von zusammen über 70%; Apple und Samsung scheinen damit (vorerst) das Nachsehen zu haben. Sie haben über Auswirkungen chinesischer Investitionen und Bauverträge im Transport-, Energie- und Versorgungssektor von 2012 bis Mitte 2019 berichtet, können Sie uns darüber eine Zusammenfassung geben?

Gemäß Angaben des China Global Investment Tracker (der Heritage Foundation, Washington D.C.) sind BRI-Investitionen (in den von Ihnen gerade erwähnten Sektoren, welche als statistische Approximation für BRI-Projektausgaben dienen können) am stärksten vertreten entweder in a) großen Nachbarländern Chinas (wie Pakistan, Russland, Kasachstan, Bangladesch, Australien, Malaysien und Indonesien) oder in b) strategisch gelegenen kleineren Ländern (z.B. Laos, Kambodscha, Kirgisien, Djibouti, Kenia, Brunei und Montenegro). Wobei man hinzufügen muss, dass im Hinblick auf das mögliche Problem der „Schuldenfalle“ kleinere Länder wahrscheinlich weniger Spielraum oder Verhandlungsmacht haben, um ihre chinesischen Partner dazu zu bewegen, beschlossene Projekte substanziell zu modifizieren, sollten die betroffenen Länder die Notwendigkeit dazu sehen. In so einem Falle kann sich ein Land, sollte es in substanzielle Liquiditätsprobleme geraten, dann nur auf den Pragmatismus der Chinesen verlassen, und/oder möglicherweise auf andere interessierte Mächte als Geldgeber (z.B. Saudi Arabien, Indien, Japan), da der Zugang zu internationalen Kapitalmärkten, westlichen Banken oder multilateralen Institutionen schwierig wäre.

Eine Studie der Europäischen Handelskammer in China zeigt, dass europäische Unternehmen kaum Möglichkeiten haben, sich an dem Megaprojekt zu beteiligen, was ist der Grund dafür?

Im Unterschied zu Infrastrukturprojekten in Europa bzw. der Europäischen Union, wo i.d.R.

eine öffentliche Ausschreibung stattfindet, scheint letzteres in China und bei den überwiegend chinesisch-finanzierten BRIProjekten nicht (immer) der Fall zu sein. Obwohl das Land seit 2001 Mitglied der Welthandelsorganisation (WHO) ist, hat sich China bisher geweigert, den Government Procurement Act (GPA) der Organisation zu unterschreiben, der eine größere reziproke Öffnung der Beschaffungsmärkte bringen könnte. Auch innerhalb der EU gibt es unterschiedliche Positionen der

Zurzeit ist der Ausbruch und die Verbreitung des Coronavirus Thema Nr. 1 auf der ganzen Welt. Wie ist Ihre Meinung? Werden sich die Folgen der zunehmend globalen Epidemie auf die Wirtschaft auswirken, insbesondere auf China und die Pläne für die Neue Seidenstraße, und wenn ja, wie?

Seit Jänner/Februar 2020 sind in der Tat sowohl die Wirtschaft Chinas als auch die Belt and Road Initiative, wie oben bereits in verschiedenen Zusammenhängen erwähnt, durch

Antwort auf die chinesische Initiative wurden einige teilweise rivalisierende internationale InfrastrukturEntwicklungsprogramme ins Leben gerufen, so vor allem von Japan (ca. USD 200 Mrd, 2015), den USA (USD 60 Mrd, 2019), und der Europäischen Union (EUR 13 Mrd, 2019); die zur Verfügung gestellten Gelder für die jeweiligen Programme sind jedoch zu bescheiden, um ernsthaft mit den BRIFinanzen konkurrieren zu können. Mitgliedsländer in Bezug auf die geforderte Stringenz eines Screenings (Bewilligungspflicht) für ausländische Direktinvestionen. Mittel- und osteuropäische Länder, die noch erheblichen infrastrukturellen Aufholbedarf haben, sind tendenziell offener, auch für preisgünstige Offerten und Invesitionen großer chinesischer Staatskonzerne, als westeuropäische Länder, die stärkere Bedenken haben gegenüber wettbewerbsverzerrenden Subventionen oder möglichen chinesischen Übernahmen heimischer high-tech-Firmen. Eine Variante, Divergenzen (teilweise) zu überbrücken und eine Zusammenarbeit und sogar Synergieeffekte mit der BRI herbeizuführen, wäre ein stärkere europäische finanzielle Beteiligung (z.B. 50%?) an BRI-Projekten in Europa oder auch z.B. in Westbalkanländern oder Ländern der östlichen Nachbarschaft, insoweit letztere einverstanden sind. Damit erhielten diese Projekte auch eine übergreifende institutionelle Basis (EUChina), und ein anderes Niveau der operativen Zusammenarbeit im globalen Infrastrukturausbau würde erreicht. Eine Schwierigkeit dabei ist, von Seite der EU/ der europäischen Länder hinreichende Finanzmittel aufzutreiben; eine ganz andere aktuelle ist natürlich, dass die Bekämpfung der Coronavirus-Krise auch in Europa momentan absolute Priorität hat.

den Ausbruch der Coronavirus-Seuche in eine schwere Krise gestürzt bzw. zumindest vorübergehend zum Stehen gebracht worden. Dies gilt bisher (zweite Hälfte März) vor allem für asiatische Nachbarländer Chinas, z.B. Kambodscha (BRIProjekt Sihanoukville), Malaysien (East Coast Rail Link), Indonesien (Jakarta-Bandung high speed rail), Myanmar (Kyaukpyu deep sea port), Bangladesch (Padma bridge), Nepal und Sri Lanka, ferner für einige afrikanische Länder, wie Äthiopien und Nigerien. Aus Iran hat China viele Staatsbürger repatriiert. Die Transportleistung der globalen Schiffahrtsbranche hat im Februar das niedrigste monatliche Niveau der Wirtschaftskrise von 2008/2009 unterschritten. Probleme dürften sich auch bei den meisten anderen BRI-Kooperationspartnern, darunter in Europa, bemerkbar machen. Hier rächt sich in gewisser Weise die starke China-Importabhängigkeit der Neuen Seidenstraße: Da die allermeisten Projekte vor Ort überwiegend von chinesischen Arbeitern und Managern durchgeführt werden und von chinesischen Zulieferungen und Technologie abhängig sind, steht ein Belt and Road-Projekt sofort still oder verzögert sich, sobald der Zufluss chinesischer Arbeitskräfte (z.B. durch Einreisebeschränkungen) oder chinesischer Zulieferungen (z.B. durch Fabriksschließungen oder Herunterfahren der Produktion) ins Stottern gerät.

Anfang März wies Staatspräsident Xi Jinping die Chinesische Entwicklungsbank (CDB) an, Firmen, die in BRI-Projekten tätig sind und vom Ausbruch der Seuche betroffen wurden, finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Grundsätzlich wird China wegen des erlittenen schweren wirtschaftlichen Rückschlages viele Mittel prioritär in die Erholung und den Umbau der eigenen Wirtschaft investieren müssen. Auch viele Projektländer und BRIMitglieder werden wohl anderen dringenderen Fragen zumindest kurzfristig Vorrang einräumen müssen gegenüber BRI-Projekten. Unabhängig davon, wie rasch sich die lokale Situation nach der Coronavirus-Krise normalisiert, wäre die Neue Seidenstraße vermutlich weniger exponiert, und sicher auch populärer, wenn sie stärker auch lokale Arbeitskräfte und Inputs mit einbeziehen würde. Dem entspräche auch ein größerer lokaler finanzieller Beitrag, was aber sicher nicht überall leicht zu realisieren wäre. In jedem Falle, bedenkt man die weiten Dimensionen und das geringe Alter der BRI, sind chinesische Investoren und ihre Partner dabei, vieles durch Versuch, Irrtum und Erfahrung zu lernen. Das schließt chinesische Hilfsflüge (mit hunderten Ärzten und dutzenden Tonnen medizinischer Güter und Ausrüstungen) nach Pakistan, Sri Lanka, in den Iran und den Irak, sowie in zahlreiche europäische Staaten, darunter das am stärksten in Mitleidenschaft gezogene BRI-Partnerland Italien mit ein, vor dem Hintergrund, dass in China gottseidank erste Erfolge im Kampf gegen die Seuche vermeldet werden. Inzwischen sind auch EU-Mitgliedstaaten dabei, sich gegenseitig mit verschiedenen praktischen Hilfen beizustehen. Ferner schickt sich Beijing offenbar an, Finanzhilfen für einige von der Pandemie betroffene/ bedrohte Länder freizugeben. So traf die Chinesische Entwicklungsbank (CDB) Mitte März zwei Vereinbarungen mit dem hochverschuldeten Sri Lanka über die Vergabe von USD 1.2 Mrd vergünstigter Kredite für Infrastrukturmodernisierung, Budgetstabilisierung, Schuldendienst und Kampf gegen den Coronavirus. Die in Beijing angesiedelte multilaterale AIIB hat bis Ende März von 20 ihrer 78 Mitglieder Bitten um Finanzhilfen im Kampf gegen die Seuche erhalten. Die Institution plant, mindestens USD 5 Mrd für diesen Zweck an Mitgliedsländer zu verleihen. 13


The 90% economy

Life after lockdowns It will be hard in ways that are difficult to imagine today

IN MANY THINGS 90% is just fine; in an economy it is miserable, and China shows why. The country started to end its lockdown in February. Factories are busy and the streets are no longer empty. The result is the 90% economy. It is better than a severe lockdown, but it is far from normal. The missing bits include large chunks of everyday life. Rides on the metro and on domestic flights are down by a third. Discretionary consumer spending, on such things as restaurants, has fallen by 40% and hotel stays are a third of normal. People are weighed down by financial hardship and the fear of a second wave of covid-19. Bankruptcies are rising and unemployment, one broker has said, is three times the official level, at around 20%.

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If the post-lockdown rich world suffers its own brand of the 90% economy, life will be hard—at least until a vaccine or a treatment is found. A plunge in GDP in America of anything like 10% would be the largest since the second world war. The more suffering covid-19 causes, the more profound and enduring its economic, social and political effects are likely to be. How lockdowns ease will itself affect the scale of economic damage. For instance, the cost-benefit

calculus points towards opening schools first. But, however sensibly restrictions are eased, powerful forces will hold economies back. For a start, leaving lockdown is a process, not an event. Even when the worst is over, cases ebb slowly. A month after Italy’s deaths peaked at about 900 a day, the toll is still over 300. With the virus still present, some social distancing is bound to stay. A second reason is uncertainty. After lockdowns cease, much about

The 90% economy threatens even greater suffering. The anger it creates may end up feeding protectionism, xenophobia and government interference on a scale not seen in decades.

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the disease will remain unknown, including the chances of a second peak, whether immunity endures and the prospects for a vaccine or a cure. This inhibits those who fear the disease. Even as some states ease social distancing, a third of Americans say they would be uncomfortable visiting a mall. When Germany allowed small shops to open last week customers stayed away. Danes under lockdown cut household spending on services, such as travel and entertainment, by 80%. Danish economists reckon that people in next-door Sweden, which didn’t lock down, cut spending by about as much. Many businesses will emerge from lockdown short of money, with strained balance-sheets and facing weak demand. In a survey for Goldman Sachs, almost two-


thirds of American small-business owners said that their cash would run out in under three months. In Britain the share of commercial tenants who have fallen behind on their rent has risen by 30 percentage points. This week the boss of Boeing warned that air travel would not match the level of 2019 for two or three years. Investment, which accounts for roughly a quarter of GDP, will fall, not just to conserve cash, but also because risk cannot be priced (one reason to think a recent stockmarket rally has weak foundations). Struggling firms will deepen people’s financial worries. Over a third of respondents in America told Pew Research that, if they lost their main source of income, their savings, new borrowings or the sale of assets would sustain them for no more than three months. Because the hardest-hit industries in the 90% economy employ a lot of low-wage people, joblessness will be high and casual work hard to come by. Even now in Europe’s five largest economies, over 30m workers, a fifth of the labour force, are in special schemes where the

state pays their wages. These can be generous, but nobody knows how long they will last. The economy will also suffer from scarring. Firms that adapt to covid-19 by cutting costs and finding new ways of working may increase productivity. But if people mix less after lockdowns lift or if they are idle for months on end, they will become detached from professional networks and may lose skills. America’s unemployed could face a lost decade. Government schemes will save businesses in the short term, which is welcome. But those designed to preserve jobs risk eventually creating zombie firms that neither thrive nor go bankrupt, slowing the recycling of labour and capital. The longer the world has to endure a 90% economy, the less likely it is to snap back after the pandemic. After the Spanish flu a century ago and SARS almost two decades ago, the overwhelming desire was for life to return to normal. But neither had such a large economic effect as covid-19, and citizens’ expectations of government were more modest in 1918 than they are today.

A deep, long recession will stoke anger, because the pandemic has held up an unflattering mirror to rich societies. Ill-run care homes for the elderly, high rates of death among minorities, the extra demands holding back working women and, especially in America, health care that is hard to reach for many, will all lead to calls for reform. So might the realisation that an unfair burden has fallen on ordinary people. Americans earning less than $20,000 a year are twice as likely to have lost their job to covid-19 as someone earning over $80,000. Much will depend on how fast they are rehired. The popular demand for change could radicalise politics faster than it did after the financial crisis in 2007-09. The task for those who believe in open markets and limited government is to ensure that this energy is channelled towards the right sort of change. If the pandemic lowers the barrier to reform it will offer a rare chance to recast the social contract to favour those who have been shut out, and to peg back those who today enjoy entrenched

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privileges through the tax system, education and regulation. Perhaps the pandemic will enhance a sense of national and global solidarity. Perhaps the success of countries like Germany and Taiwan that have dealt with the disease thanks to strong institutions will contrast with places where populist showmen have spent their time theatrically deriding expertise. Yet that may prove to be wishful thinking. In the next 18 months everyone with an agenda will argue that the pandemic proves their point. After 2007-09 politicians failed to deal with the grievances of ordinary people and the demand for change led to a surge in populism. The 90% economy threatens even greater suffering. The anger it creates may end up feeding protectionism, xenophobia and government interference on a scale not seen in decades. If, like this newspaper, that is an outcome you would reject, it is time to start arguing for something better.  From The Economist, published under licence. The original article, in English, can be found on www.economist.com

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A process of elimination

What next for countries that are nearly covid-free? Australia, New Zealand, South Korea and Taiwan contemplate life beyond the virus

OF ALL THE new rules police in Australia and New Zealand have found themselves trying to enforce in recent weeks, one of the trickiest has been preventing surfing. Officers have had, on occasion, to wade into the water to remonstrate with wavecatching scofflaws, many of whom scaled fences or clambered down cliffs to ride the breakers. Deliverance is at hand, however—in more than one sense. Restrictions on surfing are being eased, since the new coronavirus appears to be under control in both countries. In New Zealand, a country of 5m people, new cases have been in the single digits for most of the

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The NZ deputy prime minister, Winston Peters, has raised the prospect of a “trans-Tasman bubble” once both Australia and New Zealand have the virus tightly under control. That could also include some Pacific countries—provided it does not burst. past week. Australia reported just seven new infections on April 23rd. That puts the pair in the very small group of countries that seem to have vanquished covid-19, including South Korea and, barring a fresh wave of infections from a recent outbreak on a naval vessel, Taiwan. Australia has

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already reopened some popular beaches (for swimming and surfing only) and will soon resume elective surgeries, dental care and fertility treatment. South Korea is allowing domestic tourism, although one county cut down fields of tulips to avoid attracting the usual crowds of sightseers.

Taiwan, remarkably, never shut all schools, restaurants or bars. In all four places officials caution that life is not going back to normal yet. For one thing, there can be no letting down their guard. The authorities have warned that a second wave of the virus may hit in winter. To ward that off, South Korea intends to keep up extensive testing and vigorous contact-tracing using security-camera footage, credit-card statements and mobile-phone location data. The movements of confirmed cases are made public, worrying privacy activists and adulterers alike. Australia, too, promises “aggressive suppression” using contact-tracing and


A process of elimination

one of the highest rates of testing in the world. New Zealand is going one step further. It has set itself the goal of eliminating the virus entirely from its shores. The benefits of elimination are clear. Whereas many countries risk a debilitating cycle of lockdowns, gradual reopenings and then fresh restrictions as the outbreak waxes and wanes, New Zealand’s government believes it may soon be able to send Kiwis young and old back to work without fear that the number of cases might start to surge again. “The recovery could be smoother and less hampered than in other places,” says Shamubeel Eaqub, an economist. Schools, shops and restaurants could operate without special social-distancing requirements. The rugby season could begin, with matches in front of live audiences (to the relief of bored sports fans around the world). All this would in theory provide the sort of clarity for businesses which seems like a pipe-dream elsewhere. Hiring and investment would presumably revive much more quickly if the fear of a future resurgence of covid-19 could be dispelled. “The worst thing we can do for our country is yo-yo between levels [of lockdown],” says Jacinda Ardern, the prime minister. Yet finding every last case of the virus will be difficult. “It’s a needle-in-a-haystack phenomenon,” says Ayesha Verrall of Otago University. The current random testing of workers in risky jobs, regardless of symptoms, will need to be expanded. Contact-tracing will also need to be made more watertight. Initially, the government had trouble reaching 40% of people it thought might have been exposed to the disease. Moreover, elimination will entail the strictest border controls. At present, almost all foreigners are barred from entering the country, while returning citizens are placed in quarantine for 14 days in monitored hotels. Arrivals have slowed to a trickle: on April 22nd not a single person entered the country. Ports are tightly controlled, too. Stevedores at Auckland’s work in small, isolated teams, each with their own toilet, to reduce the risk of an infection spreading widely. The crews of arriving ships are not allowed to disembark and can interact with only three port workers, who are distinguished by pink high-visibility vests, not to mention face masks.

Taiwan. Australia has already reopened some popular beaches (for swimming and surfing only) and will soon resume elective surgeries, dental care and fertility treatment. South Korea is allowing domestic tourism The government’s economic models assume New Zealand will have to stay closed to foreigners for a year. But some doubt it is feasible, or worthwhile, to keep the borders sealed. Steven Joyce, a former finance minister, says eliminating the virus is “pie in the sky”. Australia’s Chief Medical Officer, Brendan Murphy, says that although elimination is desirable, “We’re pretty doubtful that could be maintained for the long term given the incredible border measures you would need to have.” Even if elimination succeeds, many big industries in New Zealand cannot hope to return to normal. A halt to international tourism, most notably, will knock about 5% off GDP and put some 100,000 people out of work. Border closures will hit farmers, too. Each year New Zealand and Australia bring in hundreds of thousands of backpackers and seasonal workers to pick

fruit and prune grape vines. With borders closed, wineries and farms are short-staffed. Mike Chapman of Horticulture New Zealand, a lobby group, worries that it will be difficult to tempt unemployed urbanites up ladders to pick apples. Exporters are struggling to find space on the few planes still leaving the country. Before the crisis 80% of New Zealand’s air freight was carried on passenger planes. Air New Zealand, the national carrier, has cut 95% of its international passenger flights. Crayfish farmers beat tomato-growers to some of the scarce outbound capacity, Mr Chapman notes ruefully. In the meantime, in pursuit of elimination, Ms Ardern recently announced a five-day extension of New Zealand’s strict lockdown. The extra short-term cost, she says, will give “much greater long-term health and economic returns”.

Others are managing borders differently. South Korea still admits foreigners, provided they remain in quarantine for 14 days. A few can even evade quarantine, including some business people on short trips. They are tested on arrival and, if negative, can travel widely on the condition that they answer when called by health workers and diligently record any symptoms in an app. Taiwan is permitting some business visitors, too, subject to quarantine rules.

Yet New Zealand’s elimination plan has widespread public support. A poll in early April found that 84% of New Zealanders approve of the government’s response to the pandemic—30 percentage points higher than the average in the G7. There is even hope that other countries may be able to join its putative virus-free zone. The deputy prime minister, Winston Peters, has raised the prospect of a “trans-Tasman bubble” once both Australia and New Zealand have the virus tightly under control. That could also include some Pacific countries—provided it does not burst.  From The Economist, published under licence. The original article, in English, can be found on www.economist.com

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Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

Austria Special:

Diplomatie im Corona-Zeitalter

Wir haben mit den Botschaftern in Wien gesprochen‌ Exklusiv DC Austria: Interviews mit 40 Diplomatinnen und Diplomaten 18

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Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Salah Abdel Shafi – Botschafter von Palästina: Auswirkungen der Pandemie ist zweifellos eine immense Herausforderung In Abstimmung mit unserem Außenministerium haben wir einige Maßnahmen umgesetzt, darunter gehören beispielsweise ein reduzierter Mitarbeiterstab im Büro, Home Office sowie verkürzte Arbeitszeiten. Für konsularische Angelegenheiten haben wir eine Hotline eingerichtet sowie Besuche in der Botschaft sind nur in dringenden Fällen und nach Vereinbarung möglich. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Für die Bundesregierung ist die neue Situation und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zweifellos eine immense Herausforderung. Aber sie hat relativ frühzeitig strikte Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergriffen sowie zügig ein Hilfspaket für die Wirtschaft geschnürt. Ob dieses Hilfspaket ausreichend war, das gilt abzuwarten, denn wir sind noch mitten in der Krise. Gerade deshalb bedarf es weiterhin einer gewissen Flexibilität, um einen noch größeren wirtschaftlichen Einbruch zu vermeiden.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Diplomacy and Commerce Austria

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden, wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und

was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Salah Abdel Shafi – Botschafter von Palästina in Österreich, der neben seiner Arbeit als Botschafter in Österreich, seit Oktober 2014 auch palästinensischer Botschafter in Slowenien und Ständiger Vertreter Palästinas bei internationalen Organisationen in Wien ist.

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Als eine diplomatische Vertretung mit Sitz in Wien mussten wir natürlich schnell und angemessen auf die neu entstandene Krisensituation reagieren. Es geht hier schließlich nicht nur um die Gesundheit meiner MitarbeiterInnen, sondern auch um die Gesundheit der hiesigen Gesellschaft.

Da es zurzeit keine gesellschaftlichen und politischen Verpflichtungen gibt und wir eine reduzierte Arbeitszeit haben, habe ich viel Zeit und kann mich konzentriert meiner Familie widmen, lange Spaziergänge an der frischen Luft unternehmen und in Ruhe lesen.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Ich freue mich darauf, meine Freunde in einem Kaffeehaus oder in einem Restaurant wiederzusehen und lange zu plaudern. Ich freue mich aber auch auf das Reisen und natürlich auf ein Wiedersehen mit meiner Familie zu Hause.

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Politik/ Diploamtie

Ich möchte mich bei Österreich und allen anderen Ländern für ihre Solidarität mit Italien bedanken Die Folgen der Pandemie und des langen Lockdowns werden erst mittelfristig abschätzbar sein werden

S.E. Sergio Barbanti / Foto: © Peter Lechner / HBF

S.E. Sergio Barbanti Botschafter von der Italienischen Republik in der Republik Österreich

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Sergio Barbanti, Botschafter von der Italienischen Republik in der Republik Österreich. 

eingeführt haben. Gleichzeitig haben wir die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise sowie andere wichtige aktuelle Themen kontinuierlich verfolgt und sind vor allem unseren italienischen Mitbürgern mit Hilfeleistung und Beratung zur Verfügung gestanden. So, zum Beispiel, haben wir italienischen Staatsbürgern bei der Rückreise in ihre Heimat geholfen und diese in einigen Fällen auch organisiert. Wir haben die italienischen Bürger bei verschiedenen dringenden Anliegen unterstützt,

die mit der Pandemie in Zusammenhang standen oder auch nicht - dies nicht zuletzt durch ständige und detaillierte Informationen über die Covid-19-Maßnahmen, sowohl per Telefon als auch über unsere Webseite. Weiteres haben wir unsere Unternehmen unterstützt und versucht, ihnen bei Problemen mit Güterverkehrsverzögerungen oder - behinderungen weiterzuhelfen, vor allem in den ersten Wochen der Krise. Wir beabsichtigen, in den kommenden Wochen einige unserer konsularischen Dienstleistungen, die Parteienverkehr vorsehen, in

Fast zweieinhalb Monate später können wir sagen, dass die italienische Regierung, unsere Institutionen und unsere Gesellschaft gut reagiert haben, indem sie in vielerlei Hinsicht Lösungswege vorweggenommen haben, denen andere dann folgten.

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Sowohl im diplomatischen als auch im konsularischen Bereich haben wir unsere Bürotätigkeit im Einklang mit den Richtlinien der italienischen und österreichischen Regierung erheblich reduziert, indem wir seit Mitte März einen eigenen Dienstplan und Home Office 20

S.E. Sergio Barbanati, Botschafter Italiens in Österreich, im Gespräch mit Bundespräsident Van der Bellen Bei der Eröffnung Ausstellung „Caravaggio & Bernini – Die Entdeckung der Gefühle/ Foto: Peter Lechner/HBF

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beschränktem Umfang und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder aufzunehmen. In Notfällen stehen und standen unsere konsularischen Dienstleistungen selbstverständlich immer zur Verfügung. Alle haben beobachtet was in Italien passiert ist und haben tiefstes Mitgefühl mit italienischem Volk, wie ist jetzt die Lage in Italien?

Obgleich wir alle wegen des Risikos einer Übertragung des Virus aus Asien in Alarmbereitschaft waren, hat uns doch das Ausmaß der Ereignisse in Italien ab Ende Februar und anschließend in ganz Europa überrascht. Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit bei Österreich und allen anderen Ländern für ihre Solidarität mit unserem Land bedanken. Fast zweieinhalb Monate später können wir sagen, dass die italienische Regierung, unsere Institutionen und unsere Gesellschaft gut reagiert haben, indem sie in vielerlei Hinsicht Lösungswege vorweggenommen haben, denen andere dann folgten. Die traurigen Daten sind bekannt: Mit mehr als 180.000 Infizierten und fast 30.000 Toten zählt Italien nach wie vor zu den am meisten betroffenen Ländern der Welt und die Sterblichkeitsrate unter den Infizierten ist weiterhin hoch. Allerdings befinden wir uns nun schon seit einiger Zeit in einer Phase, welche die Experten als “Plateau” bezeichnen. Den Höhepunkt mit den meisten Todesfällen pro Tag hatten wir Ende März erreicht, mit täglich fast 1.000 Toten. Danach ging diese Zahl zurück und auch die Anstiege bei den Infekti-


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

Die Engelsbrücke mit Blick auf den Petersplatz und dem Petersdom / Foto: Rabax63

onen - wenn auch mit Höhen und Tiefen - zeigte schon früher (Mitte März) eine deutliche Tendenz zur Verlangsamung. Einige Regionen sind nach wie vor stärker betroffen als andere. Die starken Auswirkungen, welche die Pandemie in Italien - mit derart hohen absoluten Zahlen sowohl bei den Ansteckungs- als auch bei den Todesfällen - gehabt hat, geben Anlass zur Vorsicht, selbst angesichts des derzeit positiven Trends. Trotzdem soll an dieser Stelle gesagt sein, dass inzwischen mehr als 80.000 Menschen als genesen gelten und es nun eine allmähliche Rückkehr zu einem Klima der Hoffnung und des Vertrauens in unserem Land gibt, auch weil wir, wie gesagt, glauben, dass wir die Notlage gut gemeistert haben und noch gut meistern werden. Nunmehr befinden wir uns, wie Österreich und andere Länder, in einer Phase der schrittweisen und kontrollierten Wiederöffnung, die von Land zu Land aufgrund der Situation, aber auch der unterschiedlichen Gesellschaftsstrukturen unterschiedlich ausgeprägt ist. Dies ist, meiner Meinung nach, die heikelste Phase, die mit Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten bewältigt werden muss.

Die traurigen Daten sind bekannt: Mit mehr als 180.000 Infizierten und fast 30.000 Toten zählt Italien nach wie vor zu den am meisten betroffenen Ländern der Welt und die Sterblichkeitsrate unter den Infizierten ist weiterhin hoch. Allerdings befinden wir uns nun schon seit einiger Zeit in einer Phase, welche die Experten als “Plateau” bezeichnen

die Wirtschaftstätigkeit wieder anzukurbeln und zu unterstützen. Einige erste, wichtige Schritte wurden in beiden Ländern bereits getätigt, vor allem zur Bewältigung der unmittelbaren wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise und zur Unterstützung jener Sektoren, welche mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Auch hier ist von den beiden Ländern ein im großen und ganzen ähnlicher Ansatz verfolgt worden. Tatsache bleibt, dass die Folgen der Pandemie und des langen Lockdowns, der damit verbunden war, erst mittelfristig abschätzbar sein werden. Die Bemühungen müssen fortgesetzt und intensiviert werden, und auch auf wirtschaftlicher Ebene benötigen wir neue und wirksame Instrumente. Es ist von wesentlicher Bedeutung, die Zusammenarbeit im Wirtschafts- und Finanzbereich sowohl bilateral als auch in der Europäischen Union und in den verschiedenen multilateralen Foren fortzusetzen und zu intensivieren. Die Herausforderung betrifft uns alle, ebenso wie die meisten der Probleme und Fragen, mit denen wir in naher Zukunft konfrontiert sein werden. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie??

Der Lockdown und die Umstrukturierung meiner Arbeit hat mir eigentlich nicht wirklich mehr Freizeit gebracht, sondern für meine Mitarbeiter und mich eher Veränderungen bei den persönlichen Kontakten und unseren Arbeitsgewohnheiten bedeutet.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Ich werde weiterhin viele der Dinge tun, welche ich in dieser Zeit gelernt habe, ein nüchterneres Leben.

Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Wie vorhin erwähnt, stehen sowohl Österreich als auch Italien nun vor der doppelten Herausforderung, die Ausbreitung des Virus einzudämmen und gleichzeitig

Bergamo Alta Panoramablick / Foto: Walkabout 88

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Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Roland Bimo – Botschafter von Albanien: Wir sind rund um die Uhr in einer Art Notfall

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Roland Bimo – Botschafter von Albanien in Österreich. Wie hat sich die aktuelle Si-

tuation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Danke für die Frage. Infolge der Krise und der entsprechenden Maßnahmen der Behörden wurden die meisten Aktivitäten der Botschaft verschoben. Andererseits bemerkte ich, dass sich ein großer Teil unserer Routine nicht geändert hat, da so viel von unserer täglichen Arbeit noch vor der Sperrung und sozialen Distanzierung - durch Telefonanrufe, E-Mails und Online-Kommunikation erledigt wurde. Praktisch

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Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Die Bewältigung einer solchen Krise stellt die albanische Regierung vor eine enorme Herausforderung. Wie in allen anderen Ländern zielen die unternommenen Anstrengungen und Maßnahmen darauf ab, erstens Leben zu retten, die Nahrungsmittelversorgung zu unterstützen und zweitens die Wirtschaft am Laufen zu halten oder zum Neustart vorzubereiten.

Internationale Solidarität und ein gemeinsamer Umgang mit den Krisen scheinen in Zukunft entscheidend zu sein. Die Regierung tut ihr Bestes, um die richtigen Prioritäten zu setzen und die knappen Ressourcen dorthin zuzuweisen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Zuerst Leben zu retten und dann für den nächsten Tag nachzudenken, scheint die Richtlinie für die Regierung zu sein, um mit der Ausnahmesituation fertig zu werden. Dies erklärt, warum die albanischen Behörden einige strengere Maßnahmen ergriffen haben als andere - um soziale Distanzierung und Bewegungsbeschränkungen zu erreichen. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Ehrlich gesagt ist es schwierig, während dieser Krise über eine private Zeit zu sprechen. Wir sind rund um die Uhr in einer Art Notfall. Zu jedem Zeitpunkt gibt es jemanden, der auf unterschiedliche Art Hilfe braucht. Jetzt habe ich aus erster Hand erfahren, dass viele albanische Bürger bereits in der Europäischen Union sind. Darüber hinaus sind so viele Informationen im Umlauf, dass man sich updaten muss. Natürlich versuchen wir mit der Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Ich bemühe mich sehr, mir vorzustellen, wie es aussehen wird, wieder zur Normalität zurückzukehren. Es sieht so aus, als würden einige unserer Manieren, zu denen wir jetzt gezwungen sind, bleiben. Worauf ich mich sehr freue, ist eine kleine Feier zur Entscheidung über die Eröffnung der Beitrittsverhandlungen und die Gelegenheit, persönlich österreichischen Freunden und Kollegen zu danken, die Albanien bei ihrem Antrag bei der Europäischen Union sehr geholfen haben. Wenn Gott will, können wir vielleicht im Sommer wieder zurück bei unseren Familien und Freunden sein.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Diplomacy and Commerce Austria

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden, wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E.

ist die Botschaft wegen normaler konsularischer Dienste geschlossen, aber wir versuchen, albanischen Bürgern, die in Österreich gestrandet sind, nützliche Informationen zur Verfügung zu stellen und ihre Rückführung auf jede mögliche Weise zu unterstützen. Der Versuch, einen Weg zu finden, wie man ihnen in einer solchen Krisensituation helfen kann, erweist sich für die kleine albanische Botschaft in Wien als große Herausforderung. Wir versuchen, unsere tägliche Arbeit mit Online-Kommunikation zu integrieren. In der gegenwärtigen Situation hat die Botschaft die Bedeutung verloren, außerhalb des eigenen Landes zu sein, aber Telefonkonferenzen können nützlich sein. Durch eine Telefonkonferenz hat der Europäische Rat am 26. März die Entscheidung des Rates für allgemeine Angelegenheiten der EU über die Eröffnung von Beitrittsverhandlungen gebilligt, eine historische Entscheidung für mein Land und meine Bevölkerung. Zuvor hatte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz am 17. März die Staats- und Regierungschefs des westlichen Balkans zu einer Telefonkonferenz eingeladen, auf der eine wichtige Erklärung gebilligt wurde. Vielleicht bleiben einige der Änderungen, die in unserer Arbeitsweise eingetreten sind, auch in Zukunft erhalten. Eine historische Entscheidung für mein Land und meine Leute. Vielleicht bleiben einige der Änderungen, die in unserer Arbeitsweise eingetreten sind, auch in Zukunft erhalten.


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Leigh Turner – Botschafter vom Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland: Die Corona Krise stellt die ganze Welt vor schwierige Herausforderungen noch viele britische Schiurlauberinnen und Schiurlauber und britische Saisonarbeitskräfte in österreichischen Wintersportorten, die teilweise unter Quarantäne standen. In Zusammenarbeit mit den österreichischen Behörden konnten wir unter Einhaltung aller Gesundheitsvorschriften die Heimreise dieser Menschen organisieren. Wir raten allen, die Richtlinien der österreichischen Regierung zu befolgen und das Haus so wenig wie möglich zu verlassen. Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten gänzlich von zu Hause aus. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Diplomacy and Commerce Austria

Die Corona Krise stellt die ganze Welt vor schwierige Herausforderungen, die uns alle betreffen. Es ist gut möglich, dass es noch lange dauert, bis wir unser Leben wieder so wie früher leben können. Die Regierungen von Österreich und vom UK stehen in regelmäßigem Austausch über wirtschaftliche Maßnahmen und tauschen Erfahrungen aus.

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden, wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der

Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Leigh Turner, Botschafter vom Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland in Österreich

sowie Ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen in Wien. Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Unser Fokus liegt auf der Unterstützung der Britinnen und Briten in Österreich. Vor allem zu Beginn der Massnahmen waren

Normalerweise gehe ich sehr gerne wandern, wie man aus meinen Twitter und Instagram Posts aus der Vergangenheit sehen kann (@leighturnerfco). Davon halte ich jetzt aber Abstand und bleibe so viel wie möglich zu Hause. Bei Spaziergängen versuche ich, Wien und seine nähere Umgebung noch besser kennenzulernen.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Ich freue mich auf eine längere Wanderung und eine Melange in einem klassischen Wiener Kaffehaus, wie dem Bräunerhof oder dem Cafe Korb.

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Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Nebojsa Rodic, Botschafter der Republik Serbien: Die Zeit der Selbstisolation und der sozialen Distanzierung führte zu sozialer Atrophie im beruflichen Sinne hat. Das außerordentlich gut organisierte Gesundheitswesen und die Planung während widriger Situationen haben wesentlich dazu beigetragen; was sich in der Bildung einer speziellen Gesundheitseinheit (Lazarett) mit 880 Betten auf der Wiener Messe widerspiegelt. Maßnahmen im Bereich Wirtschaft und staatliche Eingriffe in Höhe von fast 50 Milliarden Euro werden sicherlich Schritt für Schritt zur Wiederbelebung der Wirtschaft und der für Österreich wichtigsten Branchen führen. Persönlich denke ich, dass es neben dem, was der Staat Österreich tut, auch untrennbar mit der Beruhigung der Corona-Virus-Fälle in anderen europäischen und außereuropäischen Ländern verbunden ist.

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Die Arbeit jeder diplomatischen Vertretung oder konsularischen Vertretung weist neben ihren üblichen Tätigkeiten ihre eigenen Besonderheiten auf, die 24

besonders hervorgehoben werden können, wenn es um die Arbeit in der Republik Österreich geht. Dies hängt in erster Linie von den guten politischen Beziehungen zwischen der Republik Österreich und der Republik Serbien ab, aber auch von der Tatsache, dass sich eine große Anzahl unserer Bürger hier niedergelassen hat, was bedeutet, dass sie dauerhaft oder vorübergehend an fast jedem besiedelten Ort in Österreich leben. Die ständigen Aktivitäten und der ständige Kontakt mit den staatlichen Behörden dieses Landes, dem Diplomatischen Korps und unserer Diaspora hat sich in den letzten Februar-Tagen brutal verändert, jedenfalls seit dem Beginn der besonderen Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus. Dies erforderte und führte aber auch zu einem deutlich höheren Arbeitseinsatz aller Mitarbeiter der Botschaft der Republik Serbien. Hunderte von E-Mails und Telefonanrufen unserer Bürger

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wurden ordnungsgemäß mit Rat und Tat beantwortet. Die Arbeit, insbesondere in der Konsularabteilung, dauerte Tag für Tag bis Mitternacht, was zur organisierten Abreise unserer Bürger in ihre Heimat geschehen mußte. Die rechtzeitigen Informationen, die wir zur Verfügung stellten, bereiteten sie auf die Verpflichtung zur Selbstisolierung bei der Ankunft an ihrem Bestimmungsort vor. Unsere Bürger wissen das zu schätzen, und die Dankbarkeit, die die Botschaft erhalten hat, ist ein Beweis dafür. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Eine tägliche Statistik zur Zahl der Infizierten in der Republik Österreich und deren Reduzierung zeigt, dass die Regierung der Republik Österreich unter der Leitung von Bundeskanzler Sebastian Kurz angemessene Maßnahmen ergriffen

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Die Zeit der Selbstisolation und der sozialen Distanzierung führte auch zu sozialer Atrophie im beruflichen Sinne, aber auch zu einem längeren Aufenthalt im Kreis der Familie, was sehr gut tut. Es ist ein Moment, den ich genutzt habe, Bücher zu lesen, ein größeres Engagement für Familienmitglieder zu leisten, aber mit der täglichen Verpflichtung, zum Arbeitsplatz zu kommen und zu arbeiten.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Die Rückkehr zu den sozialen Verbindungen, die vor dem Ausbruch der Coronaviruspandemie bestand, glaube ich persönlich, wird nicht so schnell kommen. Wenn es soweit ist, fährt die ganze Familie mit Fahrrädern entlang der Donau und ihren Kanälen, mit einem Mittagessen in einem der auf dem Weg liegenden Restaurants.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Diplomacy and Commerce Austria

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Nebojsa Rodic, Botschafter der Republik Serbien in der Republik Österreich.


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Mag. Nenad Kolev, Botschafter von Nordmazedonien: Grundsätzlich hat sich alles geändert Wir befolgen alle Regeln, Vorschriften und Protokolle in Bezug auf räumliche Trennung (alle in ihrem Büro), Hygiene, Desinfektion, Masken, Parteienverkehr, Vorsichtsmaßnahmen, physische Distanz usw. Wir gehen nicht ohne dringende Notwendigkeit hinaus, das heißt, wir folgen allen Empfehlungen der österreichischen Regierung. Gott sei Dank ist bisher keiner der Mitarbeiter der Botschaft krank geworden, weder an der Corona noch an der saisonalen Grippe.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Diplomacy and Commerce Austria

Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden, wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Mag. Nenad Kolev, Botschafter von Nordmazedonien in Österreich.  Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Grundsätzlich hat sich alles geändert. Es finden keine regelmäßigen Treffen mit den österreichischen Institutionen statt. Alles ging online - oder per Telefon, E-Mail und Telefonkonferenz. Und im März gab es viele wichtige politische OnlineThemen - den Premierministergipfel Österreich-Westbalkan, die EUEntscheidung die Verhandlungen mit Nordmazedonien aufzunehmen und die Mitgliedschaft meines Landes in der NATO zum Beispiel.

Die Priorität ist jetzt, wie wir unseren Bürgern in Österreich helfen können und so die konsularische Arbeit im Vordergrund steht. Zu Beginn der Krise, um den 10. März, saßen an österreichischen Flughäfen, Grenzen, Autobahnen, Krankenhäusern usw. - akut - etwa 1000 Menschen fest. Selbst in diesem Moment sitzen Dutzende von unseren Burger wegen der Quarantäne in Tirol fest, die in wenigen Tagen abläuft. Die Botschaft hat bisher eine Rückflug (30. März) und einen Autokonvoi (16. April) organisiert. Wir helfen unseren Leuten auch bei der Durchreise durch Österreich (mit dem Flugzeug oder dem Auto). Die Zusammenarbeit mit unseren österreichischen Kollegen ist einwandfrei und außergewöhnlich, wofür ich mich herzlich bedanke. Darüber hinaus haben die österreichische Regierung und die AUA bei der Evakuierung mazedonischer Staatsbürger aus Südamerika und Neuseeland mitgewirkt, wofür wir besonders dankbar sind. Unsere Diaspora in Österreich ist groß, und wir sind auch für die Slowakei verantwortlich. Daher arbeiten die Botschaft und die Konsularabteilung regelmäßig und haben an Wochentagen und Wochenenden bis 22 Uhr Bereitschaftsdienst. Wir haben auch Hotlines.

In unserem Land gebe ich jetzt der Gesundheit der Bürger absolute Priorität. Wir erwarten irgendwann um den 30. April eine Top-Ansteckungs-Zahl, daher ist die Rettung von Menschenleben unsere oberste Priorität. Parallel dazu hat die Regierung sofort zwei Pakete wirtschaftlicher Maßnahmen zur Rettung der Wirtschaft verabschiedet und unternimmt alles, um die negativen wirtschaftlichen Folgen zu minimieren, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu retten und der Wirtschaft zu helfen. Diese Maßnahmen wurden nach eingehender Diskussion und in Absprache mit der Regierung des Nationalen Wirtschaftsrates, der Geschäftswelt, den Handelskammern, angesehenen Geschäftsleuten und Professoren / Akademikern in meinem Land verabschiedet. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Realistisch gesehen gibt es wenig Freizeit. Ich, als Botschaftsleiter, bin jeden Tag mindestens zwölf Stunden in der Botschaft. Was noch an Zeit übrig bleibt, verbringe ich hauptsächlich mit körperlichen Übungen - zu Hause, oder auf der Donauinsel. Da ich ein „Sportmensch“ bin, bedeutet es mir auch viel, dass der TV Sender ORF alte und legendäre Spiele in allen Sportarten überträgt, und ich finde es sehr schön, an all die großen Sportereignisse, die vor 10 bis 20 Jahren stattgefunden haben, erinnert zu werden.

Weiters habe ich endlich Zeit, mit meiner 6-jährigen Tochter alle Spiele zu spielen, für die ich all die Jahre nicht genug Zeit gehabt habe. Und was mir auch noch sehr wichtig ist - ich habe jetzt endlich auch die Zeit, mit meiner geliebten Frau über all die Dinge zu sprechen, für die wir durch die viele Arbeit nicht genug Zeit hatten. Die Jahre verfliegen in einem unerbittlichen Tempo, jetzt, da der Planet stehen geblieben ist, werden sich die Menschen wohl den richtigen Werten zuwenden, und erkennen, dass es mehr als ein tägliches Rennen um Profit und Erfolg gibt, und die Banalisierung des Alltags zu vermeiden, voller falscher Helden, Instant-Prominenten und InternetCelebritys - mit umstrittenen Werten und falschen Prioritäten. Ein bisschen mehr Liebe, Solidarität und gegenseitiger Respekt werden uns allen nach dem Ende dieser Krise gut tun. Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Ich bin gleich wieder im Fitnessstudio! Ich kann mir mein Leben ohne Sport nicht vorstellen, weil, seit ich 10 Jahre alt war, war ich mit Sport professionell, bzw. semiprofessionell - und jetzt seit fast 40 Jahren als Amateur - beschäftigt.  Ich liebe auch die Berge und zu wandern. Ich will noch einmal zum Großglockner, den ich 2009 zum ersten Mal mit einer wundervollen internationalen dreitägigen Expedition bestiegen habe. Nun, ich will zum Musikverein, wo ich regelmäßig bei vielen Konzerten zu Gast bin, denn ohne Musik ist mein Leben undenkbar. Ich freue mich auf neue Empfänge und kulturelle Veranstaltungen, obwohl wir noch einige Zeit darauf warten müssen. Und natürlich freue ich mich auf ein Glas Bier mit meinen Kollegen und Freunden hier in Österreich. Vielen Dank an das angesehene Magazin Diplomacy and Commerce,  dafür dass sie an uns Diplomaten in solch schwierigen Zeiten denken. Für uns alle ist es viel leichter, diese schwere Zeit zu überstehen, wenn wir wissen, dass wir echte Freunde wie Sie haben. 25


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Zeljko Perovic, Botschafter von Montenegro: Während der Pandemie fehlt das Grundmerkmal eines Menschen - die soziale Interaktion

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Zeljko Perovic, Botschafter von Montenegro in Österreich. 26

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Die gefährliche COVID-19-Pandemie, die die Welt mehr oder weniger erfasst hat, ist auch hier in Österreich aufgetreten. Glücklicherweise haben die österreichische Regierung und andere Behörden bei der Einschätzung der Situation rechtzeitige und angemessene Schutzmaßnahmen getroffen. Man kann sagen, dass praktisch das ganze Leben gelähmt war, die Arbeit von Schulen und Hochschulen eingestellt wurde, alle kulturellen und sportlichen Veranstaltungen abgesagt wurden, Gastronomiebetriebe geschlossen sind - genauso wie Kinos und Theater. Die

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Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Wie in den meisten Ländern haben die staatlichen Behörden Montenegros, vor allem die Regierung, eine ganze Reihe von Maßnahmen zum Schutz und zur Unterstützung der montenegrinischen Wirtschaft erlassen, zu einer Zeit, in der mindestens 50 Prozent der Wirtschaftstätigkeit aufgrund einer Pandemie lahmgelegt ist. Im Einklang mit den weltweiten Entwicklungen hat sich die montenegrinische Regierung mit der Pandemie befasst, und wie es scheint, haben wir gut reagiert und als erstes von allen Ländern in der Region eine Reihe

von Schutzmaßnahmen vorgelegt. In Montenegro gibt es die geringste Anzahl von Kranken und Verstorbenen. Wir weisen auch auf die enge Zusammenarbeit mit allen Nachbarländern hin, um das tödliche Virus unter Kontrolle zu halten und andererseits zumindest einige, vor allem Handelsaktivitäten, so gut wie möglich funktionieren zu lassen. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Leider fehlt während einer Pandemie eines der Grundmerkmale eines Menschen - die soziale Interaktion. Die Entscheidungen der österreichischen Regierung respektierend, verbringe ich, mit Ausnahme von einigen Stunden, in der Botschaft; den größten Teil meiner Freizeit hauptsächlich zu Hause mit meiner Familie. Ein Großteil meiner Zeit wird vor dem Fernseher verbracht, ich schaue Nachrichten und Infosendungen über die neusten Entwicklungen um COVID-19, gerne schaue ich alte Filme und höre Musik. Das Gute ist, dass ich aufgrund der Situation jetzt Zeit finde, Bücher zu lesen, die seit geraumer Zeit in der Warteschleife liegen. In den letzten Tagen, seit Beginn der Milderung der restriktiven Maßnahmen, nutze ich meine Freizeit regelmäßig für sportliche Aktivitäten und besuche einige der vielen wunderschönen Wiener Parks.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Neben der Rückkehr zur Vollzeitarbeit, bei der die Botschaft voll ausgelastet sein wird, würde ich versuchen, eine Reihe von Menschen zu treffen, mit denen es aufgrund der jetzigen Situation keine Geselligkeit gab. In geschäftlicher Hinsicht plant die Botschaft von Montenegro, in Zusammenarbeit mit den österreichischen Landesbehörden, vor allem mit dem Bundesministerium für europäische und auswärtige Angelegenheiten Österreichs, den Austausch mehrerer bilateraler Besuche auf hoher und höchster Ebene zu realisieren.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: HBF

Ausbreitung der Pandemie hat auch die Arbeit von diplomatischen und konsularischen Vertretungen, einschließlich der Botschaft von Montenegro, unvermeidlich gelähmt. Seit die ersten restriktiven Maßnahmen von der österreichischen Regierung eingeführt wurden, ist unsere Botschaft mit reduzierter Kapazität tätig. Ein Bereitschaftsdienst wurde eingeführt und Diplomaten sind durch Computer- und Telefonverbindungen miteinander verbunden. Jeden Tag gab es in der Botschaft für einige Stunden einen Botschafter und einen Konsul, die sich mit der grundlegenden Tätigkeit, Bürgern Montenegros, die in Österreich leben und arbeiten, oder die sich aus einem anderen Grund auf dem Gebiet dieses Landes befanden, Hilfe zu leisten. Mit Unterstützung der österreichischen Landesbehörden und dem großen Engagement des Bundesministerium für europäische und auswärtige Angelegenheiten Österreichs, haben wir erfolgreich einen Sonderflug für die Rückkehr unserer Bürger nach Montenegro, sowie mehrere Autokonvois organisiert. Zum jetzigen Zeitpunkt werden wir weiterhin die dringendsten konsularischen Dienste anbieten, in Erwartung neuer Maßnahmen, nach denen wir hoffen, bald wieder voll funktionsfähig zu sein.


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Omar Amer Youssef, Botschafter der Arabischen Republik Ägypten: Diese Krise ist von Natur aus und in ihrem Ausmaß beispiellos wenn immer möglich Fernarbeit und soziale Distanzierung innerhalb der Botschaft. Die Situation hat sich als Herausforderung erwiesen, aber ich glaube, wir haben es geschafft, alle unsere wesentlichen Arbeiten auszuführen und gleichzeitig die Risiken für uns selbst und für andere zu mindern. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Diese Krise ist von Natur aus und in ihrem Ausmaß beispiellos. Sie wird daher erhebliche Maßnahmen ergreifen, um ihren wirtschaftlichen Auswirkungen entgegenzuwirken. Die österreichische Regierung hat einen ausgewogenen und maßgeschneiderten Ansatz gewählt, um die negativen Auswirkungen der Krise auf die Wirtschaft anzugehen, und ich hoffe sehr, dass sie die österreichische Wirtschaft wirksam schützen und den Bedürftigen helfen wird.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Diplomacy and Commerce Austria

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden, wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie ver-

bringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Omar Amer Youssef, Botschafter der Arabischen Republik Ägypten in Österreich.  Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Wir respektieren natürlich voll und ganz die Maßnahmen der österreichischen Regierung, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, und wir haben Maßnahmen ergriffen, um die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter zu schützen und unseren Beitrag zur Abflachung der Kurve zu leisten, auch durch die Zusammenarbeit mit einer weitgehend reduzierten Belegschaft und Arbeitszeit und

Es war natürlich eine herausfordernde Zeit für uns alle, von der Welt insgesamt und voneinander isoliert zu sein, aber es hat uns auch die Gelegenheit gegeben, uns die Zeit zu nehmen, um näher mit unseren Familien und Angehörigen zusammenzuwachsen. Dies war eine Zeit persönlicher Reflexion, und ich hoffe, wir können alle aus dieser Sperre herauskommen und eine bessere Perspektive auf das Leben und die Dinge haben, die am wichtigsten sind. Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Ich freue mich sehr darauf, die berühmten Wiener Kaffeehäuser zu besuchen und das unvergleichliche Ambiente der Wiener Abende wieder zu genießen, wenn diese Situation vorbei ist. 27


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

I.E. Morakot Sriswasdi – Botschafterin vom Königreich Thailand: Ich stimme Bundeskanzler Kurz zu: „So viel Freiheit wie möglich“.

Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit I.E. Morakot Sriswasdi – Botschafterin vom Königreich Thailand in der Republik Österreich, die gleichzeitig akkreditierte Botschafterin Thailands in Slowenien und der Slowakei ist. 28

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Um die Ausbreitung des Koronavirus zu verhindern, folgt die Königlich Thailändische Botschaft in Wien den Maßnahmen der österreichischen Regierung in Bezug auf soziale Distanzierung und Ausreisebeschränkungen und setzt unsere Pflichten fort, hauptsächlich um die Interessen der thailändischen Gemeinden in Österreich, der Slowakei und Slowenien zu schützen sowie konsularische Dienstleistungen zu erbringen, insbesondere für thailändische Staatsangehörige in Österreich, Slowenien und der Slowakei, die in dieser schwierigen Zeit Hilfe benötigen. Unsere Beamten und Mitarbeiter arbeiten von zu Hause aus und kommen abwechselnd in begrenzter Anzahl in ihrer täglichen

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Österreich gehört im Kampf gegen die Ausbreitung von COVID-19 zu den ersten europäischen Ländern, die strenge Ausgangsbeschränkungsmaßnahmen eingeführt haben, und zu den ersten in Europa, die ihre Wirtschaft schrittweise wieder öffnen. Trotz der Prognose einer globalen Wirtschaftsrezession gibt es auch einige ansprechende soziale, wirtschaftliche und finanzielle Maßnahmen, die die österreichische Regierung zur Unterstützung der Unternehmenssektoren einschließlich ihrer Auslandsinvestitionen plant. Ich empfehle der österreichischen Regierung insbesondere ihre Maßnahmen, mit denen die Neuinfektionsrate erfolgreich unter einhundert pro Tag gehalten werden kann, beizubehalten. Ich bewundere auch die schrittweise Planung, da Österreich seine Wirtschaft langsam und sorgfältig wiedereröffnet, wobei Maßnahmen wie das Tragen von Masken und soziale Distanzierung strikt eingehalten werden. Ich stimme Bundeskanzler Kurz zu: „So viel Freiheit wie möglich“. In dieser schwierigen Zeit möchte die Botschaft dem gesamten medizinischen Personal in Österreich, Slowenien und der Slowakei unseren größten Dank für ihren Einsatz und ihre Bemühungen zur Bekämpfung dieser Pandemie aussprechen. Wir möchten auch den betroffenen Regierungsbehörden, die Hilfe geleistet und die Botschaft beraten haben, unsere Wertschätzung aussprechen, insbesondere bei der Unterstützung

von thailändischen Staatsangehörigen in Not. Ich hoffe, dass die globale Pandemie bald überwunden wird und sich das Leben wie zuvor wieder normalisiert. Wir sollten jedoch auch unsere Lehren aus dieser Pandemie ziehen und sie in unserem täglichen und gesunden Leben sorgfältig und angemessen widerspiegeln. Wir glauben, dass die internationale Zusammenarbeit vereint bleiben sollte, da kein Land weiterhin in einer solchen Isolation bleiben kann. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Wir arbeiten immer noch hart, insbesondere mit konsularischer Arbeit und der Betreuung thailändischer Staatsangehöriger. Neben dem Versand chirurgischer Gesichtsmasken an Thailänder in Österreich, Slowenien und der Slowakei, mobilisiere ich auch unsere Beamten und Mitarbeiter für die Herstellung von mehr als 400 Stoffgesichtsmasken sowie den Versand von Kisten mit Lebensmitteln für die bedürftigen thailändischen Gemeinden. Gartenarbeit gibt mir Ruhe und Entspannung, so dass ich in der Lage bin, die schwierige Zeit zu bewältigen und eingehende und anstehende Probleme auf die gleiche Weise zu lösen, wie wir klar verstehen, wie sich auch die Jahreszeiten ändern.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Sobald die aktuelle Situation vorbei ist, plane ich, durch Österreich, Slowenien und die Slowakei zu reisen, um mich wieder mit thailändischen Gemeinden sowie lokalen Regierungen und Wirtschaftsagenturen zu verbinden. Ich freue mich auch darauf, Projekte abzuschließen, die zuvor geplant waren, um die Zusammenarbeit zwischen Thailand und Österreich, der Slowakei und Slowenien zu verbessern und die Beiträge Thailands in multilateralen Foren weiter zu fördern und zu verbessern.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Diplomacy and Commerce Austria

Schicht zur Botschaft, um eingehende Routinearbeiten zu überwachen und Telekommunikation anzuwenden, um unsere Aufgaben und Dienstleistungen zu erleichtern. Wir loben die Bemühungen der österreichischen Regierung, die globalen Pandemieherausforderungen zu bewältigen und das Beste zu tun, um die österreichischen Staatsangehörigen im In- und Ausland zu schützen.


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

S.E. Dr. Kemal Kozaric, Botschafter von Bosnien und Herzegowina: Pandemie wird die Wirtschaft der ganzen Welt erheblich prägen

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Dr. Kemal Kozaric, Botschafter von Bosnien und Herzegowina in Österreich. Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Die Arbeit der Botschaft von Bosnien und Herzegowina in Wien konzentriert sich insbesondere auf die Verpflichtungen und Maßnah-

men, die sich stärker auf konsularische Fragen konzentrieren, insbesondere auf diejenigen Bürgern aus Bosnien und Herzegowina, die den Wunsch geäußert haben, in ihre Heimat zurückzukehren, mit Priorität auf unseren Bürger die sich in Quarantänegebieten aufgehalten haben, während der Hauptteil der Diplomatie derzeit beiseitegelegt wird. Die Arbeit mit Kunden ist von begrenzter Kapazität und bezieht sich hauptsächlich auf dringende konsularische Dienste. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

COVID-19 ist in erster Linie eine Gefahr für jeden Bürger und jeder einzelne Person auf dieser Welt, aber auch für das Gesundheitssystem jedes Landes. Diese Pandemie wird die Wirtschaft der ganzen Welt erheblich prägen. Wir sind Zeugen dafür, dass

die EU ein Paket in Höhe von 540 Mrd. Euro und die Europäische Zentralbank (EZB) 850 Mrd. EUR genehmigt hat, um den Unternehmenssektor zu unterstützen, eine beträchtliche Anzahl von Arbeitsplätzen zu erhalten, aber auch den Geschäftsbanken die Möglichkeit zu geben, die Kreditaktivität und Liquidität im Bankensektor zu erhalten. Die EU hat auch in Kandidatenländern erhebliche Unterstützung geleistet. Bosnien und Herzegowina hat 80 Mio. EUR erhalten und sollte weitere 250 Mio. EUR erhalten, wie von der Europäischen Kommission angekündigt. Bosnien und Herzegowina unterzeichnete mit dem IWF eine Vereinbarung über 350 Mio. USD, während die Weltbank weitere 66 Mio. EUR genehmigte. Es sind Gesetze (das Coronagesetz) erlassen, die die Unterstützung des Realsektors regeln und gleichzeitig Arbeitsplätze erhalten - insbesondere in den Bereichen Tourismus, Handel, Gastgewerbe und ähnliche Bereiche. Ich nutze diese Gelegenheit, um allen einzelnen Spendern und unseren Bürgern für gespendete medizinische Geräte sowie den befreundeten Ländern Österreich, USA, China, Malaysia, Ungarn, Aserbaidschan, Türkei, Serbien und Russland für die notwendige Unterstützung und die ausdrückliche Freundschaft und Empathie gegenüber den Menschen in Bosnien und Herzegowina zu danken. Bosnien und Herzegowina bewältigt die Pandemie recht gut, mit restriktiven Maßnahmen, sozialer Distanzierung, obligatorischem Tragen von Masken und Handschuhen, Bewegungseinschränkungen und regelmäßigen Tests von Personen mit Symptomen. Derzeit beträgt die Zahl der Patienten 1600, wobei die Zahl der Todesopfer leider 55 beträgt. Es ist anzumerken, dass sich die Verfahren und Maßnahmen der Republik Österreich als wirksam und gerechtfertigt erwiesen haben

und dass die derzeitige Anzahl der Patienten und die genesenen Personen dafür sprechen. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Wie bereits erwähnt, konzentrieren sich die derzeitigen Verpflichtungen und die Arbeit darauf, unseren Bürgern (Studenten, Saisonarbeiter usw.) zu helfen, die ihren Arbeitsplatz oder ihre Einnahmen verloren haben und ihren Wunsch nach finanzieller oder Rückführungshilfe zum Ausdruck gebracht haben. Ich stelle fest, dass die Botschaft die Rückkehr von rund 250 Personen aus Österreich organisiert hat. All dies ist zeitaufwändig und erfordert eine schnelle Reaktion über die normalen Arbeitszeiten hinaus, die wir unter „normalen Arbeitsbedingungen“ gewohnt sind. Daher konzentriert sich meine Freizeit hauptsächlich wieder darauf, die bestmöglichen Lösungen für die oben genannten Probleme zu finden. Leider haben auch andere Diplomaten-Kollegen aus der Region die gleichen Probleme, und so konsultieren und tauschen wir regelmäßig Erfahrungen aus. Da ich ein großer Sportfan bin und wir alle die aktuelle Situation in Bezug auf sportliche Aktivitäten kennen, verbringe ich den größten Teil meiner Freizeit damit, Bücher zu lesen und fernzusehen, hauptsächlich Nachrichten und politische Sendungen, die Überwachung der Situation in Österreich und Bosnien und Herzegowina in Bezug auf COVID-19 und teilweise Filme.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

In Anbetracht dessen, dass ich ein sehr familiärer Mensch bin, der sich der Familie verschrieben hat und in der neuen Situation von der Familie getrennt ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass ich gemäß meinen Verpflichtungen nach Sarjaevo abreise und Zeit mit der Familie verbringen werde. 29


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

I.E. Mag. Ksenija Skrilec, Botschafterin von Slowenien: Die ganze Welt dreht sich plötzlich anders

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tuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit I.E. Mag. Ksenija Skrilec, Botschafterin von Slowenien in Österreich.  Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der  Botschaft ausgewirkt?

Das Botschaftsteam hat sich den Corona-Umständen unverzüglich angepasst. Die Hälfte der Mannschaft blieb im Home Office, die andere war bzw. ist im

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Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Die Republik Österreich hat die Herausforderung früh erkannt und entsprechende Maßnahmen getroffen. Es ist schwer zu beurteilen, ob sie ausreichen, da sowohl die hiesige als auch die globale Situation immer noch nicht klar ist. Die ganze Welt dreht sich plötzlich anders und keine nationale Maßnahmen kann die globale Entwicklung, von der wir alle wirtschaftlich abhängig sind, alleine beeinflussen. Es werden viele Komponenten nötig sein, um die COVID19-Krise auch intelligent dafür zu nutzen, gewisse bislang übliche Gewohnheiten zu verändern, die wirtschaftliche Entwicklung in eine umweltschonende Richtung zu lenken und in der Gesellschaft Solidarität zu stärken. Diese Krise ist vielleicht auch eine Chance für die Menschheit, bewusster und klüger zu leben. Slowenien hat die österreichischen Maßnahmen genau beobachtet, da die Lage in unseren Ländern vergleichbar ist. Als Nachbarstaaten ist es unser gemeinsames Interesse, so gut wie möglich abgestimmt zu sein.

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Die gesellschaftlichen dienstlichen Nachmittags- und Abendtermine sind natürlich ausgefallen. Es bleibt mehr Zeit zum Lesen, Klavier zu spielen, aber auch für mehr Fernsehen und Radiohören und gelegentliche Spaziergänge im fast menschenleeren Wien.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Meine Kinder, Eltern und Freunde wieder zu besuchen wird mir große Freude bereiten. Wieder gemeinsame Essen mit mehreren Teilnehmern zu veranstalten, zum Markt zu gehen oder endlich wieder Kulturveranstaltungen besuchen zu können, wird so etwas wie wiedergewonnene Freiheit bedeuten.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die ak-

Büro und so wechseln wir uns ständig ab. Unsere Aktivität hat sich stark ins Feld der Konsulararbeit verlegt und hier haben alle mitgemacht. Die Arbeit und der 24-Stunden Bereitschaftsdienst wurden auf alle Mitarbeiter verteilt. Durch unsere Arbeit unter den Corona-Umständen haben auch diejenigen slowenischen Staatsbürger, die mit Botschaft und Diplomatie bisher nicht zu tun hatten, diese zu schätzen gelernt. Weil der Flughafen Schwechat zu den wichtigsten Flughäfen für Slowenen zählt, haben wir über diesen unzählige slowenische Staatsbürger aus aller Welt nach Hause evakuiert. Viele Slowenen, die in Österreich leben und arbeiten, haben sich auf unsere Hilfe verlassen müssen. Wir kommunizierten prompt die Änderungen durch Regierungsverordnungen auf den sozialen Medien der Botschaft. Wie wichtig das war, zeigt die Vermehrung der Besuche auf unserer Facebook Seite. Die Maßnahmen des Nachbarlandes haben nämlich einen großen Einfluss auf alle, so haben wir in exzellenter Zusammenarbeit mit dem österreichischen Außenministerium und anderen zuständigen österreichischen Stellen viele Unsicherheiten, Unklarheiten und lebenswichtige Probleme im Rahmen des Möglichen auf eine konstruktive Art lösen können. Es läuft auch eine ständige Zusammenarbeit mit Österreich bei der Abstimmung der Maßnahmen und dabei handelt es sich nicht nur um den Grenzverkehr. Unsere Notfallrufnummer - den persönlichen Kundenverkehr haben wir zurzeit eingestellt - war wochenlang ständig besetzt, wir alle hatten mit vollen Händen zu tun. Für das Botschaftsteam hat diese außerordentliche Situation auch viel gutes gebracht. Es hat sich nämlich gezeigt, dass wir auch unter hochgestressten Umständen sehr gut funktionieren und dass wir auch füreinander da sind.


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Akira Mizutani, Botschafter von Japan: Die raschen und rigorosen Maßnahmen, die Österreich umsetzt, finden in aller Welt Beachtung

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: © Laura Heinschik, Peter Lechner/HBF

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und S.E. Akira Mizutani, Botschafter von Japan

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce mit S.E. Akira Mizutani, Botschafter von Japan in Republik Österreich. Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Die Ausbreitung der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus stellt die Menschheit vor eine beispiellose, schwierige Situation. Die Botschaft tritt dieser Krise mit aller Kraft entgegen, da, wie dies für alle Botschaften gilt, der Schutz der eigenen Landsleute höchste Priorität besitzt. Um den hier lebenden Japanerinnen und

Japanern die Unsicherheit zu nehmen und ihnen ein ruhiges Alltagsleben zu ermöglichen, werden Informationen über die Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung, wie z.B. die Ausgangsbeschränkungen, sowie von den Regierungen Japans und Österreichs bekannt gegebene Informationen in Bezug auf Reisen zwischen Japan und Österreich gesammelt und den Landsleuten die aktuellsten Informationen zur Verfügung gestellt. Weiters werden verschiedene Anfragen, z.B. über Ein- und Ausreise, beantwortet. In solch einer schwierigen Situation ist es notwendig, die Funktionsfähigkeit der Botschaft stets aufrechtzuerhalten. Um das Infektionsrisiko der Botschaftsangehörigen so weit wie möglich zu verringern, führen wir unseren Dienst in einem Schichtsystem mit Home-Office durch. Mein Wunsch war es, den Impuls der bilateralen Freundschaft, der durch das im vergangenen Jahr begangene 150-Jahr-Jubiläum zwischen Japan und Österreich gesetzt wurde, in diesem Jahr weiterzuentwickeln und auch die für diesen Sommer geplanten Olympischen und Paraolympischen Spiele in Tokyo zu nutzen. Es ist sehr bedauerlich, dass aufgrund der Auswirkungen des neuartigen Coronavirus geplante Veranstaltungen abgesagt oder verschoben werden mussten. Je nachdem, wie das Virus unter Kontrolle gebracht werden kann, möchte ich Besuche von Personen zwischen beiden Ländern neu beleben und in Zusammenarbeit mit der österreichischen Seite die bilaterale Freundschaft weiter vertiefen. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Ich zolle den unermüdlichen Anstrengungen der österreichischen Bundesregierung und Abgeordneten in Hinblick auf die Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 meinen großen Respekt. Die raschen und rigorosen Maßnahmen, die Österreich umsetzt, finden in aller Welt Beachtung. Bis zumindest ein Medikament gegen die Krankheit entwickelt wird, ist es jetzt in allen Ländern erforderlich, dass zur Eindämmung des Virus jeder Einzelne von uns seine Aktivitäten einschränkt. Die österreichische Herangehensweise, wie sich die, für eine vitale Gesellschaft unerlässlichen, freien wirtschaftlichen Aktivitäten damit vereinbaren lassen und wie zudem ein Wandel zur Verwirklichung einer umweltfreundlichen und nachhaltigen Gesellschaft damit verknüpft werden kann, ist auch für die internationale Gemeinschaft von großem Interesse. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Ich nutze die Gelegenheit in dieser schwierigen Zeit, um mein Verständnis für meinen Dienstort Österreich weiter zu vertiefen und widme mich intensiv der Lektüre der österreichischen Politik, Wirtschaft und Geschichte. Zur Abwechslung gehe ich dann alleine in der Umgebung meines Hauses spazieren. Es ist der erste Frühling, den ich seit meinem Amtsantritt in Österreich erlebe. Die neuen Triebe sprießen, die Blumen stehen in voller Blüte. Die Schönheit und die Ausdauer der Natur beruhigen die Seele und verleihen uns neuen Mut. Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Je nachdem, wie das neuartige Coronavirus unter Kontrolle gebracht werden kann, möchte

ich die Zusammenarbeit mit der österreichischen Regierung und anderen Gesprächspartnern in Hinblick auf den aktiven Personenaustausch, u.a. auch von wichtigen Persönlichkeiten, fördern, um so den Impuls der bis jetzt aufgebauten Freundschaft zwischen Japan und Österreich aufrechtzuerhalten und zu vergrößern. Die Verschiebung der Olympischen und Paraolympischen Spiele in Tokyo auf den Sommer 2021 verleiht eben eine besondere Gelegenheit, nicht nur die Botschaft vom Wiederaufbau Japans nach dem schweren Erdbeben von 2011, sondern auch von der Überwindung einer beispiellosen Pandemie in die Welt zu senden, und lässt uns dadurch die Wichtigkeit der Zusammenarbeit der internationalen Gemeinschaft eindrucksvoll bestätigen. Die japanischen Gemeinden, die als Gastgeber für Österreich im Rahmen der „Host Town Initiative“ und der „Arigato für die Unterstützung beim Wiederaufbau“-Initiative fungieren, werden die Gelegenheit der Olympischen und Paraolympischen Spiele nutzen und den japanisch-österreichischen Austausch fördern. Darüber hinaus wird auch der Charme der japanischen Regionen in Österreich bekannt werden. Selbstverständlich wird die Botschaft in Österreich niedergelassene japanische Unternehmen so gut wie möglich dabei unterstützen, rasch ihre Tätigkeit zu normalisieren und wieder aufzunehmen. Seit meinem Amtsantritt konnte ich noch nicht allen Bundesländern einen Höflichkeitsbesuch abstatten. Dies möchte ich rasch umsetzen. Ich möchte verschiedene Regionen in Österreich besuchen, mich mit der dortigen Bevölkerung austauschen und mein Verständnis für dieses wunderbare Land vertiefen. 31


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

I.E. Pirkko Mirjami Hämäläinen, Botschafterin Finnlands: Wir haben im multilateralen Bereich virtuelle Meetings lichen. Des Weiteren berichten wir fast täglich über die österreichischen Krisenmaßnahmen nach Helsinki. Als Ständige Vertretung Finnlands bei den Internationalen Organisationen in Wien haben wir auch im multilateralen Bereich virtuelle Meetings. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Die österreichische Bundesregierung hat sehr schnell auf die Situation der Verbreitung des Virus reagiert. Meiner Ansicht nach waren die Maßnahmen der Bundesregierung richtig, aber natürlich schmerzhaft für die Wirtschaft. Wir werden im Laufe der nächsten Monate und Jahre sehen, wie die Situation sich entwickelt. Alle haben natürlich große Sorgen um die Wirtschaft.

Ich versuche meine Gedanken auch auf andere Sachen zu richten, man kann nicht nur an die Pandemie denken. Ich sehe fern, gehe spazieren, telefoniere mit meinen Töchtern und mit Freunden. Wir sind alle in der gleichen Situation, es ist gleichzeitig beruhigend und besorgniserregend.

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten 32

der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit I.E. Pirkko Mirjami Hämäläinen, Botschafterin Finnlands in Österreich. Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

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Wir sind schon seit Anfang März im Krisenmodus. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten im Regelfall von zu Hause aus. Wir haben aber fast jeden Tag eine Videokonferenz mit fast allen MitarbeiterInnen. In der Situation, in der wir uns befinden, ist unsere wichtigste Aufgabe gewesen, den hilfsbedürftigen finnischen StaatsbürgerInnen zu helfen, vor allem, um ihre Heimreise zu ermög-

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Beruflich werde ich bestimmt einige Veranstaltungen organisieren, weil mir der Austausch mit meinen KollegInnen faceto-face sehr abgeht. Privat freue ich mich schon sehr auf das Wiedersehen mit meinen Lieben und auf ein gemütliches Beisammensein in unserem Sommerhaus in Finnland, ich vermisse schon meine Sauna am See.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Diplomacy and Commerce Austria

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?


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I.E Mikaela Kumlin Granit, Botschafterin vom Königreich Schweden: Als Vorsitzende des Gouverneursrats der IAEO war es für mich eine Herausforderung, die richtigen Modalitäten für die Durchführung von Sitzungen zu finden Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit I.E Mikaela Kumlin Granit, Botschafterin vom Königreich Schweden.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Aufgrund der aktuellen globalen Pandemie folgt die schwedische Botschaft den Richtlinien der österreichischen Regierung in Bezug auf soziale Distanzierung, und viele von uns arbeiten von zu Hause aus. Wir hatten jedoch ein kleines rotierendes Team, das in der Botschaft an konsularischen Fragen arbeitete. Unsere konsularische Arbeit war ursprünglich

ziemlich intensiv, da eine große Anzahl schwedischer Staatsbürger sofortige Hilfe benötigte, um die in Tirol unter Quarantäne stehenden Gebiete zu verlassen. Wir hatten auch eine relativ große Anzahl schwedischer Staatsbürger, die aus Drittländern über Wien nach Schweden reisten. Wir haben jedoch vorerst alle unsere persönlichen Treffen, Veranstaltungen und sonstigen Treffen abgesagt. Wie andere Organisationen und Unternehmen haben wir viele unserer Besprechungen auf Telefonkonferenzen oder virtuelle Besprechungen verlagert und weiter gearbeitet. Eine Herausforderung für mich, als diesjährige Vorsitzende des Gouverneursrats der IAEO, bestand darin, die richtigen Modalitäten für die Durchführung von Sitzungen des Verwaltungsrats in diesem Zeitraum zu finden. Die österreichische Regierung geht sehr gut mit der Situation um. Ich danke den österreichischen Behörden wirklich für ihre Bewältigung einer sehr schwierigen und beispiellosen Situation, einschließlich ihrer großzügigen Hilfe bei der Rückkehr schwedischer Staatsbürger nach Schweden.

Die Regierung unternimmt zahlreiche Initiativen, um Unternehmen und Einzelpersonen dabei zu helfen, die durch die Pandemie verursachten beispiellosen Störungen ihres normalen Betriebs und Alltags zu überwinden. Es werden sorgfältige Schritte unternommen, um Leben zu retten und gleichzeitig negative Auswirkungen auf die Wirtschaft zu vermeiden, wann immer dies möglich ist. Es scheint eine gut durchdachte Schritt-für-SchrittStrategie zur Öffnung der Gesellschaft einschließlich der Unternehmen zu geben. Die Regierung hat auch einige beeindruckende finanzielle Unterstützungspakete präsentiert, um die österreichischen Unternehmen am Leben und den Österreicher ihre Arbeitsplätze zu erhalten. Viele Menschen bringen unglaubliche persönliche Opfer, um anderen zu helfen, zu Hause zu bleiben und nicht zur Verbreitung dieses Virus beizutragen. Wir alle müssen weiterhin die sozialen Distanzierungsmaßnahmen einhalten, damit die Beschränkungen, deren Aufhebung jetzt geplant ist, nicht erneut auferlegt werden müssen. Dies würde verhindern, dass sich die Wirtschaft wieder normalisiert. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Während der Woche verbringe ich die meiste Zeit mit Botschaftsangelegenheiten durch Telefonkonferenzen und virtuelle Besprechungen. Eine wichtige Aufgabe ist es auch, den Motivation des Botschaftspersonals aufrechtzuerhalten. Es ist nicht

immer einfach, von zu Hause aus zu arbeiten, insbesondere für Mitarbeiter mit Kindern, die Heimuntericht benötigen. Außerdem sind viele von uns weit weg von Familie und Freunden. Daher verbringe ich auch einige Zeit damit, telefonisch nachzufragen, um festzustellen, ob es ihnen gut geht und ob sie spezielle Hilfe benötigen. Ein kurzer Chat kann sehr hilfreich sein. Wenn ich nicht im Büro bin oder von zu Hause aus arbeite, mache ich viele Spaziergänge. Wir hatten hier in Wien Glück mit dem schönen Frühlingswetter und dass wir tatsächlich Spaziergänge machen dürfen, auch wenn sie eingeschränkt sind. Ich habe zum Beispiel in dieser Zeit durch lange Spaziergänge oder Radtouren viele neue Gebiete und Viertel in Wien entdeckt. Ich verbringe auch virtuell und telefonisch Zeit mit meiner Familie und Freunden. Und ich muss zugeben, dass ich Netflix oder HBO noch nie so oft gesehen habe wie jetzt! Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Ich freue mich darauf, alle Kollegen wieder im Büro zu sehen und echte, persönliche Treffen zu haben. Ich freue mich auch darauf, in die Restaurants hier in Wien zu gehen, das Frühlingsund Sommerwetter mit einer Mahlzeit und einem Glas österreichischen Wein mit Freunden zu genießen und bei der Wiedereröffnung der Hotels abseits von Wien reisen zu können. Was ich aber am meisten hoffe, ist, für die Sommerferien nach Skandinavien, nach Hause, reisen zu können und meine Familie in Wien willkommen zu heißen, ohne dass sie 14 Tage in Quarantäne bleiben müssen. 33


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

Maite Fernández García, Charge d’Affaires der Republik Argentinien: Die physische Distanzierung hat uns gezeigt, wie zentral Technologie für unser Leben jetzt ist Ich denke, diese Maßnahmen haben sich bewährt, und die Art und Weise, wie Österreich diese dramatische und außergewöhnliche Situation angegangen ist und damit umgeht, wird weltweit anerkannt. Sobald das Ziel der Abflachung der Kurve erreicht ist, besteht die größte Herausforderung in der Wiedereröffnung der Länder und ihrer Volkswirtschaften. Dies ist derzeit der Schlüssel. Die internationale Zusammenarbeit spielt in diesem Prozess eine zentrale Rolle, und die Diplomatie spielt eine zentrale Rolle beim Wiederaufbau des Vertrauens der Länder, um sicherzustellen, dass diese neue Phase reibungslos verläuft und keine neuen Infektionswellen hervorruft.

Maite Fernández García, Gesandte und Geschäftsträgerin der Botschaft der Republik Argentinien und Rafael Mariano Grossi, Generaldirektor der IAEO

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit Frau Maite Fernández García, Gesandte und Geschäftsträgerin der Botschaft der Republik Argentinien in der Republik Österreich, und gleichzeitig zuständig für die Slowakei und Slowenien. Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der

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Botschaft ausgewirkt?

Wir haben die Arbeit in der Botschaft an die Sicherheitsempfehlungen und Anweisungen der österreichischen und argentinischen Behörden zum COVID-19 angepasst. Wir haben im März mit Telearbeit und Heimarbeit begonnen und versucht, die physische Präsenz im Büro auf ein Minimum zu beschränken. Wir nutzen verschiedene elektronische Tools, um Videokonferenzen für Mitarbeiter abzuhalten und das Team per EMail, Telefon und Nachrichten immer in Kontakt zu halten. Die physische Distanzierung hat die sozialen Verbindungen durch eine Vielzahl verschiedener technologischer Instrumente gestärkt und uns gezeigt, wie zentral Technologie für unser Leben ist. Unser Konsulat unterstützt die gestrandeten Argentinier, die von der Annullierung von Flügen nach Hause und der Schließung einiger

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Flughäfen betroffen waren. Wir haben zusätzliche Notrufnummern und E-Mails zur Verfügung gestellt, damit sie uns rund um die Uhr erreichen können. Viele unserer Handelsförderungsaktivitäten und unsere Feier zum Nationalfeiertag mussten aufgrund der anhaltenden Krise abgesagt werden. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Sowohl Österreich als auch Argentinien haben frühzeitig Maßnahmen ergriffen, um die COVID19-Pandemie zu verhindern und zu bekämpfen. Dabei ging es um die Notwendigkeit, eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus zu verhindern, sowie um bewährte Verfahren zur Erhaltung der Gesundheit der Menschen und damit zur Vermeidung der Überlastung des Gesundheitssystems.

Ich muss sagen, dass ich die COVID-19-Entwicklungen in Argentinien, Österreich und den Nachbarländern auch in meiner Freizeit sehr genau verfolge. Ich habe jetzt auch die Möglichkeit, an Wochentagen zu Hause mit meiner Familie zu Mittag zu essen, während unserer „Schul“ - und „Home-Office“ -Pausen, was sehr schön ist. Wie alle anderen Familien in dieser Zeit verbringen wir mehr Zeit miteinander und können verschiedene Erfahrungen teilen. Unsere Tochter hat uns gezeigt, wie Instagram funktioniert, und wir haben mit den Kindern „alte Filme“ gesehen. Wir waren ziemlich erfolgreich mit Blade Runner! Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Ich sehne mich nach einem Besuch bei einem Heurigen an einem schönen Sommertag in den Hügeln mit Blick auf die Stadt, also kann ich das wohl schon auf meine Liste der ersten Dinge setzen, die zu tun sind.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Diplomacy and Commerce Austria

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

I.E. Lourdes Victoria-Kruse, Botschafterin der Dominikanischen Republik: Sowohl bilateral als auch multilateral nehmen wir an virtuellen Meetings teil den Notfällen Vorrang. Ebenso haben wir eine Notrufnummer und die Weiterleitung einer Telefonleitung an einem Beamten eingerichtet, zusätzlich zu der über soziale Netzwerke angebotenen Unterstützung. Wie höchst wahrscheinlich in allen Botschaften geschehen, mussten wir uns in sehr begrenzter Zeit und auf außergewöhnliche Weise dem Problem der Repatriierung verschiedener dominikanischer Bürger stellen. Ich denke, dass wir trotz dieser drastischen Veränderung eine gute Struktur und Arbeitsleistung beibehalten haben.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Diplomacy and Commerce Austria

Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce mit I.E. Lourdes Victoria-Kruse, Botschafterin der Dominikanischen Republik in Österreich, und

Ständige Vertreterin bei den Internationalen Organisationen in Wien Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Den Empfehlungen der österreichischen Regierung und der dominikanischen Regierung zum Schutz unserer Mitarbeiter und anderer Personen im Allgemeinen folgend, haben wir Home-Office übernommen. Sowohl bilateral als auch multilateral nehmen wir an virtuellen Meetings teil. In Bezug auf konsularische Angelegenheiten, werden Anträge weiterhin bearbeitet und wir geben selbstverständlich

Sowohl die Regierung der Republik Österreich als auch die Regierung der Dominikanischen Republik haben erhebliche Anstrengungen unternommen, um Maßnahmen zur Unterstützung verschiedenster Wirtschaftsgruppen, von den am meisten Benachteiligten bis hin zu den Betrieben, zu ergreifen. All dies mit der Absicht, allen negativen Auswirkungen entgegenzuwirken, die diese Pandemie auf die Weltwirtschaft verursachen könne. Ich möchte die ausgezeichnete Steuerung hervorheben, die Österreich in Bezug auf das Gesundheitswesen in der Pandemie hat. Österreichs umfangreiches Paket an Finanzhilfen für Unternehmen und Haushalte sowie die Möglichkeit, Steuerzahlungen für Unternehmen zu verschieben, waren ebenfalls von entscheidender Bedeutung für die Aufrechterhaltung der sozialen Isolation, als Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie. Diese stimmen mit den ebenfalls von der Regierung der Dominikanischen Republik ergriffenen Maßnahmen überein, durch Programme wie Quedate en Casa

„Bleiben Sie Zuhause“ und FASE - Fonds zur Unterstützung der Mitarbeitersolidarität- oder die Verwaltung der direkten Verteilung von Lebensmittelrationen an Haushalte mit Schulkindern, die ihre Mahlzeiten sonst in der Schule hatten, sowie zu den bedürftigsten Haushalten. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Trotz der Tatsache, dass wir unsere Arbeit von zu Hause aus erledigen, wird ein Großteil der Zeit für die Ausführung derselben aufgewendet. Natürlich haben wir aber mehr Freizeit, Zeit, die ich für Musik hören, Dokumentarfilme schauen, lesen und um mit meiner Familie und Freunden zu kommunizieren nutze. Viele Tätigkeiten, die ich aufgrund der Intensität meiner täglichen Arbeit normalerweise nicht ausüben kann. Außerdem kann ich mich der Pflege meiner Pflanzen widmen, eine Hausarbeit, die ich sehr schätze und mich entspannt. Ich bemühe mich, meine Kreativität zu fördern, um weiterhin trotz dieser dramatischen Situation, die zum Nachdenken anregt, hoffnungsvoll zu bleiben.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Nachdem die aktuelle Situation vorbei ist, möchte ich mich als erstes mit meinen Kindern und Enkelkindern treffen. Ebenso bin ich bestrebt, ohne Ängste und Bedenken hinsichtlich der möglichen Ansteckung ins Freie gehen zu können und wie wir alle, zu der „Normalität“ zurückzukehren, welche nicht die gleiche sein wird, wie die, die wir bis vor anderthalb Monaten gekannt haben. Neben der Weiterverfolgung einer Reihe von Projekten, die für mein Land sehr wichtig sind, freue ich mich ebenso sehr darauf, meine Kollegen wiederzusehen und unsere Erfahrungen aus diesen Zeiten auszutauschen. 35


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Bogdan Mazuru, Botschafter von Rumänien: Die oberste Priorität ist noch immer, die Gesundheitskrise zu bewältigen Arbeit. Da die rumänische Community in Österreich sehr groß geworden ist, waren wir mit sehr vielen Notfällen konfrontiert, meistens handelte es sich um Heimkehraktionen. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft? Die Reaktionen auf diese Krise, sowohl in Österreich, als auch in Rumänien, können an ihrer Wirksamkeit gemessen werden. Die relativ geringe Zahl an Infektionen und Todesfälle zeigt, dass die richtigen Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt getroffen wurden, obwohl sie für die Bevölkerung und für die Wirtschaft schmerzhaft waren. Die oberste Priorität ist noch immer, die Gesundheitskrise zu bewältigen, aber bald werden die wirtschaftlichen Herausforderungen in den Vordergrund treten. Ziel ist es, die Wirtschaft so schnell wie möglich wieder in Gang zu bringen. Wir hoffen auch, dass die Handelsbeziehungen und die Freizügigkeit von Waren und Menschen zwischen unseren Ländern und in Europa so bald wie möglich wiederhergestellt werden. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und 36

Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Bogdan Mazuru, Botschafter von Rumänien in der Republik Österreich.

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Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

So wie in jeder Institution, wurde auch unsere Arbeit drastisch eingeschränkt, weil praktisch alle „klassischen“ diplomatischen Aktivitäten gestoppt sind. Hingegen stellte uns diese Pandemie vor großen Herausforderungen in der konsularischen

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Ich möchte genau das tun, was ich vor dieser Krise getan habe. Wenn dies möglich sein wird, bedeutet es, dass sich die Lage wieder normalisiert hat. Ich vermisse jetzt meine Freunde und möchte zu einem normalen sozialen Leben zurückkehren.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

Diese Pandemie hat uns mehr Zeit für uns und unsere Familien gegeben. Für mich bedeutete dies mehr Zeit, um zu lesen oder einen guten Film anzusehen.


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S.E. Kairat Sarybay, Botschafter der Republik Kasachstan: Die vergangenen Wochen waren für alle von uns eine Herausforderung und eine Belastungsprobe

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Kairat Sarybay, Botschafter von der Republik Kasachstan in der Republik Österreich. Wie hat sich die aktuelle Situation

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Die vergangenen Wochen waren für alle von uns eine Herausforderung und eine Belastungsprobe. Die Grenzschließungen und die in vielen Ländern eingeführten Beschränkungen haben unseren Lebensstil einschneidend verändert und die Mobilität der Menschen auf der ganzen Welt deutlich reduziert. In der derzeit schwierigen epidemiologischen Situation befolgt die kasachische Botschaft die Regeln der österreichischen Regierung, insbesondere in den Bereichen Heimarbeit und soziale Distanzierung. Wir empfangen unsere Besucher unter Einsatz von Informationstechnologien kontaktlos. Persönlicher Parteienverkehr ist nur in Notfällen mit Terminvereinbarung möglich. Für Mitarbeiter, deren Anwesenheit vor Ort erforderlich ist, haben wir rotierende Arbeitszeiten eingerichtet. Dadurch konnten wir die gleichzeitige Anwesenheit

von Personal sowie die Aufenthaltsdauer im Büro beschränken. Selbstverständlich bleiben wir über E-Mail und andere digitale Werkzeuge miteinander verbunden. Unter den neuen Gegebenheiten wurde die Online-Kommunikation zu einer effektiven Möglichkeit, den Kontakt aufrechtzuerhalten und Informationen mit Vertretern der österreichischen Behörden sowie des diplomatischen Corps und der internationalen Organisationen in Wien auszutauschen. Beratungen und Geschäftsverhandlungen finden ebenfalls online statt. Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Unterstützung unserer Landsleute, die in schwierige Lebenslagen geraten sind. So haben wir eine Hotline für alle konsularischen Angelegenheiten eingerichtet. Über Videochat werden die jeweiligen Problemsituationen geklärt. Zu einem wichtigen Bestandteil wurden auch die kulturellen Veranstaltungen, die von der Botschaft in den sozialen Netzwerken organisiert werden. So haben sich, als Zeichen unserer Solidarität mit der österreichischen Bevölkerung angesichts der Ausgangsbeschränkungen sowie als Unterstützung für Ärzte und andere Menschen, die täglich in Bereichen der Lebensversorgung arbeiten, auf Initiative kasachischer Diplomaten eine Reihe kasachischer Musiker, die in Europa studieren, an der Aktion „One World: Together At Home“ beteiligt und Online-Konzerte von zu Hause aus organisiert. Diese kulturelle Aktion wurde in der breiten Bevölkerung dankbar aufgenommen.   Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der österreichischen und kasachischen Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Das Virus wirkt sich negativ auf die Weltwirtschaft aus, es erschwert den Handel mit Waren und Dienstleistungen, es sorgt für Volatilität auf den globalen Finanz- und Rohstoffmärkten und birgt Desintegrationsrisiken für die globale und regionale Wirtschaft in sich. Wir verfolgen aufmerksam, welche Maßnahmen die österreichische Regierung zur Stabilisierung der Wirtschaft und zur Unterstützung des Industrie- und Handelssektors sowie der KMU setzt.

Insgesamt betrachtet haben sich die Maßnahmen der österreichischen Regierung als wirksam erwiesen und haben zu einer Verbesserung der Situation geführt. Kasachstan konnte ebenfalls beachtliche Erfolge bei der Eindämmung der Epidemie erzielen. Nach Einschätzung der Vertreter der WHO sind die Erfolge größtenteils auf die von der Regierung rechtzeitig eingeführten Ausgangsbeschränkungen sowie auf ein hohes Maß der Selbstisolierung in der Bevölkerung zurückzuführen. Während der Ausgangsbeschränkungen hat die Regierung noch nie dagewesene Maßnahmen gesetzt, um der Bevölkerung und insbesondere den sozial schwachen Schichten zu helfen. Den Unternehmen werden vergünstigte Finanzmittel bereitgestellt, um die wirtschaftlichen Folgen abzufedern und den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Kasachstan ist außerdem bestrebt, seine Nachbarländer wirtschaftlich zu unterstützen. Im Auftrag des kasachischen Präsidenten Kassym-Jomart Tokayev wurde beschlossen, Hilfslieferungen an Tadschikistan und Kirgisistan zu leisten, indem jedem der beiden Länder jeweils 5.000 Tonnen kasachisches Mehl im Gesamtwert von mehr als 3 Mio. USD bereitgestellt werden. Der Beschluss wurde aufgrund offizieller Anfragen der kirgisischen und tadschikischen Seiten gefasst, um die Stabilität der Lebensmittelversorgung aufrechtzuerhalten. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Den Hauptteil meiner Zeit verbringe ich mit meiner Arbeit in der Botschaft. Diese umfasst eine Vielzahl an organisatorischen und administrativen Angelegenheiten. Da ich großer Fan aktiver Sportarten bin, unternehme ich in meiner Freizeit Radtouren unter Einhaltung des erforderlichen Sicherheitsabstands. Glücklicherweise bietet Wien dafür die entsprechende Infrastruktur und schöne Radrouten. Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen war ich in der Lage, meinen jüngsten Sohn persönlich im Fußball zu trainieren und meine bescheidenen Kochkünste wieder aufzufrischen. Meine Familie freut sich! Das Wichtigste für mich ist, bei meiner

Familie zu sein, mit meinen Kindern Zeit zu verbringen und an ihrer Erziehung teilzunehmen. Meine Frau und ich haben viel Spaß an Videochats mit den Enkeln, die in Kasachstan leben. Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Sobald sich die epidemiologische Lage stabilisiert hat, würden wir gerne eine Reihe geplanter Vorhaben fortsetzen, die wir aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus noch nicht umsetzen konnten. Unter anderem geht es um die Abhaltung des Kasachisch-Österreichischen Forums der Regionen in Wien. Außerdem hoffen wir, dass im zweiten Halbjahr im Rahmen des Memorandums über eine Städtepartnerschaft der Besuch der Delegation der Stadt Almaty nach Graz stattfinden kann. Eine Reihe von Projekten befasst sich mit Programmen in den Bereichen Wirtschaft und Kultur. In diesem Zusammenhang warte ich mit Vorfreude auf die Möglichkeit, noch einige Reisen in die österreichischen Bundesländer zu unternehmen. Wir glauben außerdem, dass es uns in diesem Jahr gelingen wird, die ordentlichen Sitzungen der Zwischenstaatlichen Regierungskommission und des Wirtschaftsrats in Kasachstan zu organisieren, welche ein wichtiges Instrument der wirtschaftlichen Zusammenarbeit darstellen. Im Bereich der multilateralen Partnerschaft haben wir vor, die Beratungen im Rahmen des kasachischen Vorsitzes in der Gruppe der Kernmaterial-Lieferländer – einer angesehenen Vereinigung, welche den internationalen Handel mit Nukleartechnologien und Kernmaterial reglementiert – zu intensivieren. Kasachstan, das bei der Versammlung der Internationalen Anti-Korruptionsakademie derzeit den Vorsitz führt, plant, den Vorsitz an Südkorea zu übergeben. Die 9. Sitzung der Versammlung, die im Juni im südkoreanischen Busan hätte stattfinden sollen, wurde jetzt auf Ende November verschoben. Die Sitzungen des Ständigen Rats der OSZE werden im Online-Modus weitergeführt. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf das Vorantreiben des kasachischen Vorstoßes zur Schaffung eines Thematischen Centers der OSZE für nachhaltige Vernetzung. Eine der bedeutendsten Maßnahmen der UNO, welche aufgrund des Virus verschoben wurden, ist die Jubiläumssitzung der Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags, bei welcher wir der Weltgemeinschaft das einzigartige Projekt der Schaffung eines Depots für niedrig angereichertes Uran der Internationalen Atomenergie-Organisation, welches in Kasachstan realisiert wurde, präsentieren möchten. Die Umsetzung der beschriebenen Maßnahmen soll dazu dienen, den Ausbau beiderseitig vorteilhafter bilateraler und multilateraler Beziehungen zu fördern. 37


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

I.E. Gloria Navarrete, Botschafterin von Chile : Das Coronavirus kennt keine Grenzen, und es ist eine Krise, die uns alle betrifft

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

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In den ersten Tagen des Ausbruchs des Coronavirus lag unser Schwerpunkt auf der Unterstützung chilenischer Bürger, die aufgrund der Annullierung von Flügen und der Reduzierung der Aktivitäten auf Flughäfen in Österreich gestrandet waren. Glücklicherweise hatten wir in Zusammenarbeit mit der österreichischen Regierung die Möglichkeit, die Rückkehr einer Gruppe chilenischen Bürger zu organisieren, die einen Flug nutzten, um österreichische Bürger abzuholen, hauptsächlich Touristen, die nach Chile gereist waren und die nicht zurück fliegen konnten, weil die internationalen Flüge storniert wurden. Obwohl in einem anderen Tempo und einer anderen Modalität, haben die in Wien ansässigen internationalen Organisationen ihre

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Arbeit fortgesetzt, so dass unsere Interaktion mit ihnen fortgesetzt wurde. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Das Coronavirus kennt keine Grenzen, und es ist eine Krise, die uns alle betrifft. Wir sind davon überzeugt, dass multilaterale Maßnahmen und internationale Solidarität die besten Instrumente zur Bewältigung dieser Krise sind. Daher messen wir der Rolle der Institutionen, die Teil des Systems der Vereinten Nationen sind, besondere Bedeutung bei. Die frühzeitigen und angemessenen Maßnahmen der österreichischen Behörden zur Verringerung der Ausbreitung des Coronavirus haben sehr positive Ergebnisse

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Ich mache mehr oder weniger das Gleiche, aber leider kann ich nicht ins Fitnessstudio gehen oder meine Freunde in einer Gruppe treffen. Ich gehe spazieren, trainiere zu Hause, lese, höre Musik, koche, rufe meine Familie und Freunde an und erlaube mir, in Netflix nur eine Serie oder einen Film pro Tag anzusehen. Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist? Ich sehne mich danach, reisen zu können, um meine Kinder zu sehen, Feiern mit meinen Freunden und natürlich, ein Ballett oder ein Konzert zu besuchen. Für dieses Semester waren sehr gute Vorstellungen geplant!

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Diplomacy and Commerce Austria

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit I.E. Gloria Navarrete, Botschafterin der Republik Chile in der Republik Österreich.

gezeigt, die offensichtlich sind. Aus diesem Grund haben wir unsere Behörden in Chile ständig über diese wertvollen Erfahrungen sowie über die Maßnahmen informiert, die die österreichische Regierung zur Ankurbelung der Wirtschaft ergriffen hat. Da der Ausbruch von COVID-19 in Chile später als in Europa erfolgte, haben unsere Behörden die Erfahrungen von Ländern wie Österreich, die die Epidemie erfolgreich bekämpft haben, genau verfolgt, um nützliche Maßnahmen zu erlernen und zu erhalten. In Bezug auf die Situation in Chile vertrauen wir auf die Widerstandsfähigkeit unserer Bevölkerung und die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen, die darauf abzielen, die am stärksten gefährdeten Arbeitnehmer, Unternehmen und Familien des Landes durch Initiativen zum Schutz von Arbeitsplätzen und Arbeitseinkommen zu unterstützen. Liquiditätsspritzen zur Unterstützung von Unternehmen, insbesondere KMU und Stärkung des Familieneinkommens (Unterstützungsbonus und Schaffung eines Sonderfonds zur Erhaltung der am stärksten gefährdeten Haushalte).


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Ozan Ceyhun, Botschafter der Türkei: Wir müssen uns von der Vorstellung einer „Corona-freien“ Welt verabschieden bescheidenen Beitrag zur Eindämmung der Epidemie geleistet. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Die Türkei verfolgt eine wirklich erfolgreiche Politik zur Bekämpfung der Epidemie. Auch im Bereich der Wirtschaft sind wir sehr gut aufgestellt. Die Maßnahmen, die von der österreichischen Regierung ergriffen wurden, sind sehr sinnvoll. Auch die getroffenen Entscheidungen im Bereich der Wirtschaft sehe ich als notwendig und richtig an. Sie tragen ihre ersten Früchte.

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Peter Lechner und Clemens Schwarz/HBF

Wie alle in Österreich halte auch ich mich an die Regeln, die im Rahmen der Corona-Bekämpfung vorgesehen sind. Ich achte mit großer Sorgfalt darauf, dass ich möglichst zuhause bleibe. Meine Frau und ich halten uns nur in den nötigsten Fällen außerhalb auf. Gleichzeitig achte ich auf meine Gesundheit und Fitness. So habe ich ein Rudergerät zuhause, das ich regelmäßig benutze.  

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst

machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Ozan Ceyhun, Botschafter der Republik Türkei in der Republik Österreich. Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Auch wir als Botschaft haben uns an die von der österreichischen Regierung auferlegten

Maßnahmen gehalten und dementsprechend alle notwendigen Vorkehrungen getroffen, um die Botschaft und ihr Personal zu schützen (Masken, Desinfektion, Fiebermessung etc.). Für das Personal wurde die Möglichkeit geschaffen, dass es von zuhause aus arbeiten kann. Außerdem haben wir unsere Großveranstaltungen abgesagt. Ich denke, alles in allem sind wir damit bis jetzt gut gefahren und haben - wenn Sie so wollen - einen wichtigen, wenn auch

Sobald wieder mehr Normalität eingekehrt ist, werden auch wir als Botschaft unsere Arbeit in möglichst vollem Umfang wieder aufnehmen und unsere geplanten Projekte weiter fortführen. Dabei werden wir natürlich weiterhin akribisch auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Regeln zur Eindämmung der Epidemie achten. Andererseits müssen wir uns von der Vorstellung einer „Coronafreien“ Welt verabschieden. Wir werden uns wohl oder übel mit dem Gedanken anfreunden müssen, dass Corona (so wie die allgemeine Grippe) ein Teil unseres Lebens wird und lernen damit umzugehen. 39


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Donatas Kušlys, Botschafter von Litauen: Die weltumfassende Krise fordert alle Lebensbereiche heraus erkennen ist, ob die getroffenen Maßnahmen österreichische Betriebe und private Unternehmerinnen und Unternehmer angemessen vor der Insolvenz oder dem Konkurs gerettet haben. Die umfassenden Hilfsinstrumente der österreichischen Regierung lassen mit einem positiven Ergebnis rechnen. Ebenso wurden dringende Maßnahmen auch in Litauen ergriffen. Die Regierung setzt einen Maßnahmenplan zur Unterstützung der Wirtschaft um. Die Ausbreitung des Coronavirus ist in Litauen unter Kontrolle und das Land ist, unter Berücksichtigung aller notwendigen Vorsichtsmaßnahmen, auf dem Weg in die „neue Normalität“. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

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Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Die Botschaft der Republik Litauen hat die Empfehlungen der österreichischen Regierung befolgt und die Arbeit überwiegend auf Mobile Office umgestellt. Nichtsdestotrotz ist ein Mitarbeiter während der Arbeitsstunden in der Botschaft stets anwesend. Auf dem Höhepunkt der Pandemie haben Kolleginnen und Kollegen der Botschaft unsere Bürgerinnen und Bürger sogar rund um die Uhr beraten. Die Botschaft hat sich mit aller Kraft darum bemüht, litauischen Bürgerinnen und Bürgern die Rückreise in die Heimat zu ermöglichen.

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Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Die weltumfassende Krise fordert alle Lebensbereiche heraus: unsere Gesundheitsvorsorge, die soziale Absicherung, die Beschäftigung und die psychische Verfassung der Bevölkerung. Schnelle und entschlossene Maßnahmen der österreichischen Regierung haben die Ausbreitung des Virus im Land eingedämmt. Die Maßnahmen zur Unterstützung der österreichischen Wirtschaft sind ebenfalls breit gefächert, ihre Wirkung lässt sich jedoch nicht kurzfristig messen. Daher glaube ich, dass es nur langfristig zu

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Seit langem habe ich meine Eltern nicht gesehen und würde sie als Erstes in Litauen besuchen. Üblicherweise sind Feiern wie Ostern ein Familienfest und ein Anlass zum Treffen an einer gemeinsamen Tafel. Das diesjährige Osterfest der Familie fand, wie vieles derzeit, in einer Videokonferenz statt. Genauso vermisse ich Museums- und Theaterbesuche und hoffe sehr, dass das Schwimmbad alsbald wiedereröffnet wird.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Donatas Kušlys, Botschafter der Republik Litauen in der Republik Österreich.

Seit alle sozialen Kontakte auf ein Minimum eingeschränkt sind, habe ich mehr Zeit zum Lesen. Zwar sind die zuletzt angewachsenen Bücherstapel inzwischen kleiner geworden, aber noch nicht verschwunden. Bei schönem Wetter pflege ich die Blumenbeete auf meiner Terrasse. Sicherlich verbringe ich mehr Zeit vor dem Fernseher, fahre jedoch am Wochenende mit dem Rad entlang der Donau oder gehe in den Parks spazieren.


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Galib Israfilov, Botschafter von Aserbaidschan: Meetings und Besprechungen halten wir online hin entsprechende Maßnahmen getroffen. In der Botschaft wurde eine 24-Stunden-Hotline eingerichtet, damit Bürger uns jederzeit erreichen können. Darüber hinaus haben wir es ermöglicht, dass die Mehrheit der Mitarbeiter der Botschaft von zu Hause aus arbeiten können. Und Meetings und Besprechungen halten wir online. Das ist eine Situation, die neu für uns alle ist. Ich hoffe, dass die Corona-Pandemie bald vorbei ist und wir alle zu unserem normalen Leben zurückkehren können. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Beide Regierungen versuchen mit allen Mitteln die heimischen Wirtschaften von den Folgen der Corona-Pandemie zu bewahren und vor allem Arbeitsplätze zu schützen. Die Regierung von Aserbaidschan ist in engem Austausch mit anderen Regierungen und trifft Maßnahmen in Koordination mit unseren engen Wirtschaftspartnern. Ich bin zuversichtlich, dass Aserbaidschan und Österreich diese Herausforderung gut bewältigen werden.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Diplomacy and Commerce Austria

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Wegen der Pandemie kann man auch privat nicht viel unternehmen. Ich verbringe meine Zeit hauptsächlich mit der Lektüre von Büchern. Darüber hinaus kontaktiere ich meine Freunde und Bekannte telefonisch. Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der

Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Galib Israfilov, Botschafter von

der Republik Aserbaidschan in der Republik Österreich. Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Wir haben die Situation in beiden Ländern von Anfang an ganz genau verfolgt und darauf-

Nachdem die aktuelle Situation beendet ist, werden wir vor allem versuchen, zu unserem gewohnten Leben zurückzukehren. Wir haben für dieses Jahr so vieles vor. Wir werden hart arbeiten müssen, damit wir die Tage und Wochen, die wir wegen der Pandemie nur beschränkt arbeiten konnten, auszugleichen. 41


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Dr. Ivan Sirakov, Botschafter von Bulgarien: Mit den gemeinsamen Anstrengungen aller EU-Mitgliedstaaten wird die schwierige Situation zu bewältigen sein

Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Dr. Ivan Sirakov, Botschafter der Republik Bulgarien in der Republik Österreich. Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Die letzte öffentliche Aktivität der Botschaft war der Empfang zu unserem Nationalfeiertag am 3. März. Genau eine Woche später kamen die Veranstaltungsbeschränkungen und es wurde klar, dass wir uns auf einen neuen Arbeitsmodus umstimmen müssen. Als dann am 13. März die 42

Bundesregierung die Quarantäne und die Ausgangsbeschränkungen verkündet hat, haben wir Maskenund Abstandspflicht sowie Händedesinfektion in den Arbeitsalltag der Botschaft eingeführt. Seitdem richten wir uns an die offiziellen Vorgaben hier, so dass der Großteil des Teams in Home Office ist (mit schichtweise nur einem Präsenztag in der Woche) und der Bürobetrieb auf das Notwendigste heruntergefahren bleibt. Somit erfolgt unsere Abstimmung überwiegend online und per Telefon. Den Umständen entsprechend  hat die Konsulararbeit stark zugenommen. Ab Anfang April haben wir mehrere Transportmöglichkeiten für die Rückkehr von hunderten von bulgarischen Staatsbürgern aus den am meisten von Covid-19 betroffenen Regionen in Österreich zurück nach Bulgarien geschaffen. Gegenwertig konzentrieren sich unsere Bemühungen hauptsächlich auf organisierte Transitdurchfahrten von Mitbürgern aus ganz Europa sowie auf die logistische Unterstützung von wichtigen Gütertransporten nach Bulgarien. Während der regelmäßige Konsular-

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Was die Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 seitens der österreichischen Regierung angeht, sprechen die kontinuierlich sinkenden Zahlen der Infizierten für sich allein. Dank des rechtzeitigen und konsequenten Eingreifens seitens der Behörden, samt der hohen Disziplin der in Österreich lebenden Menschen, zählt das Land zu den Ersten in Europa, die zur Etappenöffnung der Wirtschaft und des gesamten Lebens übergehen. Natürlich zieht eine historische globale Pandemie auch sehr schmerzhafte Wirtschaftsfolgen mit sich. Meiner Meinung nach wurden sowohl in Österreich als auch in Bulgarien auf staatlicher Ebene eine Reihe von soliden Unterstützungsmaßnahmen getroffen. Es ist uns aber allen klar, dass nationale Maßnahmen allein nicht ausreichen werden, um die stark verzweigte gesammteuropäische Wirtschaft wieder in Gang zu setzen. Daher sollen wir unsere Blicke nach Brüssel richten, wo angesichts dieser Schicksaalsherausforderung Verantwortung und Solidarität sehr stark gefragt sind. Bulgarien selbst begann sehr früh mit Maßnahmen zur Vorbeugung des Coronavirus. Zahlreiche Produktionen wurden schnell umstrukturiert und begannen, Sicherheitsmasken zu nähen, Schutzanzüge, Helme und Schutzbrillen herzustellen. Wir haben heute sechs Unternehmen, die für Mundmasken zertifiziert sind. Es ist wichtig, dass wir nicht nur unsere lokalen Schutzbedürfnisse erfüllen, sondern auch anderen Ländern helfen können. Bulgarien hat wie Österreich und andere Länder die Maßnahme 60/40 zur Erhaltung von Arbeitsplätzen ein-

geführt. Sie ist für kleine und mittlere Unternehmen sowie für Selbstständige gedacht. Ein zusätzlicher monatlicher Bonus wird unseren Ärzten und Polizisten gewährt. Ich glaube, dass wir mit den gemeinsamen Anstrengungen aller EU-Mitgliedstaaten die schwierige Situation angehen werden, die noch vor uns zu bewältigen ist. Wie verbringen sie ihre Privatzeit in der Pandemie?

Das was ich früher nicht machen konnte, ist mir gelungen heuer zu tun – man hat ja schließlich viel Zeit für sich alleine und die Familie. Es ist aber deprimierend nur zuhause zu sitzen, in den eigenen 4 Wänden, und fernzusehen. In der Zeit habe ich dutzende Bücher gelesen. Ich war zutiefst getroffen von dem Buch über die letzten Arbeitstage des LH Erwin Pröll, den ich sehr schätze. Was für eine Ehrlichkeit, was für ein erfahrener Politiker - und würde sagen Staatsmann. Ich habe mir dutzende Absätze notiert – schließlich kommt bald auch meine Zeit, um Abschied von der Politik zu nehmen. Ich würde mir wünschen, dies mit demselben Stolz und Ehre zu tun, wie dies LH a.d. Erwin Pröll gemacht hat.

Was werden Sie zuerst machen nach dem die aktuelle Situation beendet ist?

Ehrlich gesagt, habe ich darüber noch nicht nachgedacht. Es fehlt mir der direkte Kontakt zu den Kindern, die in Wien wohnen und arbeiten. Erstmals, sicher ein Abendessen organisieren. Nicht fehlen dürfen alle Freunde. Wir warten seit langem, uns zu treffen und auszusprechen. Aber auch nicht zu vergessen – wieder die täglichen Fitnessstunden zu genießen.  Mit der Wiederaufnahme des politischen Lebens in Österreich kommen sicherlich zahlreiche Aufgaben, die zu meistern und nachzuholen sind. Ich bin gespannt auf die Zeit, die auf uns zukommt.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

empfang bis auf Weiteres eingestellt ist, bearbeiten wir natürlich weiterhin einzelne humanitäre Notfälle.


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Xiaosi Li, Botschafter der Volksrepublik China: Wir haben eine Luftbrücke zwischen China und Österreich zur Lieferung medizinischer Güter aus China mit ins Leben gerufen Derzeit überlegen sich China und Österreich, jeweils mit Ländern, die bei der Eindämmung des Covid-19 gut unterwegs sind, die Reisefreiheit schrittweise wiederherzustellen. Ich hoffe, dass sich unsere beiden Länder in diesem Bereich miteinander eng austauschen und zusammenarbeiten können.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Xiaosi Li, Botschafter der Volksrepublik China in der Republik Österreich.

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Infolge des Coronavirus fallen nun alle öffentlichen Veranstaltungen des diplomatischen Korps in Österreich aus. Die chinesische Botschaft hat dementsprechend auch die externen Aktivitäten auf das Minimum reduziert. Die Bürozeiten bleiben aber unverändert. Inzwischen haben wir uns zum dienstlichen Austausch möglichst auf kontaktlose Kommunikation wie Email, Telefon oder Videokonferenz eingestellt. Zugleich verpflichten sich alle Botschaftsmitglieder, die antiepidemischen Maßnahmen und

Vorschriften in Österreich streng einzuhalten. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft? (beide Länder)

Die Konzeptionen der Regierungen zur Unterstützung bzw. Erholung der Wirtschaft sind weltweit im Großen und Ganzen ähnlich. Berichten zufolge sind die Wirtschaftsmaßnahmen der österreichischen Regierung in der Coronakrise positiv bewertet worden. Wir wünschen Österreich dabei guten Erfolg. Was die Maßnahmen unserer Regierung angeht, sind wir nach wie vor ganz zuversichtlich.

Obwohl der Kontakt nach außen erheblich abgenommen hat, gibt es für uns kaum weniger Arbeit, in gewissem Maße sogar mehr. Da sich die Botschaft seit dem Pandemieausbruch zunächst intensiv damit beschäftigte, Hilfe und Unterstützung seitens Österreich, einschließlich der chinesischen Community, nach China zu übermitteln, während später umgekehrt viel Arbeit zur Unterstützung der Corona-Bekämpfung in Österreich geleistet wurde, indem wir uns für Hilfsaktionen der chinesischen Regierung, Provinzen und Städte sowie der chinesischen Community und Unternehmen in Österreich einsetzten. Hinzu haben wir eine Luftbrücke zwischen China und Österreich zur Lieferung medizinischer Güter aus China mit ins Leben gerufen, darin steckt besonders viel Herzblut. Also in diesem Sinne ist meine verfügbare Freizeit eigentlich geschrumpft, aber es hat sich gelohnt. Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Da fallen mir vor allem zwei Dinge ein: Erstens, in einem authentischen Lokal essen gehen und damit wohl auch einen kleinen Beitrag zur Wirtschaftserholung in Österreich beizutragen. Zweitens, wieder einmal wandern gehen, was als meine Lieblings-Freizeitaktivität gilt. 43


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. António de Almeida-Ribeiro, Botschafter von Portugal: Wir müssen das Beste hoffen! Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. António de Almeida-Ribeiro, Botschafter von der Portugiesischen Republik in der Republik Österreich und der Republik Slowenien.

Ich bin der Ansicht, dass sowohl in Portugal als auch in Österreich die ergriffenen Maßnahmen hauptsächlich dazu dienen, Leben zu retten und gleichzeitig die erforderliche soziale und finanzielle Unterstützung bereitzustellen, um den Zusammenbruch unserer Wirtschaft zu verhindern. In beiden Ländern sind die Ergebnisse eher ermutigend und wir vertrauen darauf, dass sich die gesamte Situation schrittweise verbessern wird. Alle Bemühungen sollten jetzt auch die Möglichkeit einer zweiten Pandemiewelle in Betracht ziehen und wie diese am besten unter uneingeschränkter Zusammenarbeit aller Bürger vermieden werden kann. Wir müssen das Beste hoffen!

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

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Normalerweise komme ich jeden Morgen zum Botschaftsbüro und versuche, wenn möglich, nachmittags zu Hause zu bleiben, von wo aus ich arbeite. In meiner Freizeit verbringe ich meine Zeit damit, zu lesen und Musik zu hören, Nachrichten oder Filme anzusehen und meine täglichen Spaziergänge in meinem Wohnviertel zu unternehmen. Die Beschränkung gibt mir nicht wirklich viele Gründe, mich zu beschweren!

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Wenn diese Situation vorbei ist, werden meine Prioritäten meine Familie in Portugal und meine Freunde hier in Wien sein und ich werde wieder in der Lage sein, Kontakte zu knüpfen und sie wieder zu treffen. Und dann einfach zu meinem normalen Leben zurückkehren, die besten Konzerte genießen (es gibt keinen besseren Ort als Wien dafür), gute Ausstellungen besuchen, entfliehen und an den Wochenenden einen Kurzurlaub in diesem schönen Land zu machen, und letztendlich ein gutes kaltes Fassbier genießen!

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

Angesichts des gegenwärtigen Ausnahmezustands mussten die meisten unserer täglichen Aktivitäten in der portugiesischen Botschaft ausgesetzt oder verschoben werden, um die Maßnahmen der offiziellen österreichischen Behörden in Bezug auf die soziale Eingrenzung vollständig einzuhalten. Trotzdem mussten wir uns weiterhin um alle dringenden Angelegenheiten und Anfragen kümmern, die wir täglich erhalten, hauptsächlich von portugiesischen Bürgern, die in Österreich (und in Slowenien) leben. Unser Konsulat ist daher in diesen speziellen Fällen ständig tätig. Ab dem 4. Mai werden wir nach und nach alle unsere Aktivitäten wieder aufnehmen, wobei wir stets die von der österreichischen Bundesregierung erlassenen Vorschriften berücksichtigen, die weiterhin zur Kontrolle der Verbreitung von Covid-19 erforderlich sind.


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

Hamid Reza Madad, Charge d’Affaires der Islamischen Republik Iran: Der Lockdown hat große Auswirkungen auf die Wirtschaft vieler Länder auf der ganzen Welt achteten auch einen enormen Druck auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Regierungen waren gezwungen, sofort zu handeln, um die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Epidemie zu kompensieren, auch wenn sie einem raschen und plötzlichen Rückgang der Steuer- und Exporteinnahmen ausgesetzt waren. Im Iran hat die Regierung versucht, die Liquidität zu erhöhen und die Rezession zu vermeiden, und es wurden Zahlungen an Familien und Einzelpersonen geleistet, um ihnen zu helfen, die wirtschaftliche Situation zu verbessern. Wir haben auch alle Maßnahmen der österreichischen Regierung beobachtet und alle Kapazitäten genutzt, um die Krise zu überwinden und der Wirtschaft des Landes zu helfen. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Diplomacy and Commerce Austria

Hamid Reza Madad, Charge d’Affaires der Islamischen Republik Iran und Ali Akbar Salehi, Leiter der Atomenergie-Organisation Iran

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit Hamid Reza Madad, Charge d’Affaires der Islamischen Republik Iran in der Republik Österreich.

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Es gibt keinerlei Einfluss auf unsere Verfahren und Aktivitäten. Durch die Durchführung der erforderlichen Schritte und die Vorhersage des Ergebnisses der Situation haben wir den normalen Dienst in unserer konsularischen Abteilung fortgesetzt, der vollständig auf Empfehlungen der österreichischen Behörden, hauptsächlich des österreichischen Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, basiert. Die Haupthalle der Konsularabteilung wurde täglich desinfiziert und wir haben den Kundenverkehr minimiert. Zu den Hauptverkehrszeiten der Konsularabteilung wurden un-

sere Kunden gebeten, außerhalb des Gebäudes zu bleiben und auf soziale Distanz zu achten. Außerdem haben wir viele unserer konsularischen Dienste und Anwendungen digital bereitgestellt, die über OnlineInfrastrukturen ausgeführt werden können. Außerdem haben wir auf unseren Social-Media-Kanälen und auf der Website der Botschaft angekündigt, dass Kunden unnötige Besuche in der Botschaft oder im Konsularbereich verschieben sollen. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Zweifellos hatte die Ausgangssperre große Auswirkungen auf die Wirtschaft vieler Länder auf der ganzen Welt, und wir beob-

Weder die diplomatischen Vertretungen und Botschaften noch das österreichische Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten wurden während der Sperre geschlossen. Wir waren nicht nur auf dem Posten in der Botschaft, sondern haben auch unsere sozialen Kontakte minimiert und waren nur zum Einkaufen von Lebensmitteln unterwegs. Deshalb haben wir uns sehr genau an die Empfehlungen der österreichischen Gesundheitsbehörden gehalten. Ich selbst habe die zusätzlichen Stunden der Freizeit während der Sperre zum Lesen genutzt. Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Angesichts der Einschränkungen der Sperre waren unsere Familien mit Sicherheit die Gruppen, die vor allem emotional und psychisch vor Herausforderungen standen. Mein erster Gedanke wäre also, eine tolle Zeit mit ihnen zu haben und einen Urlaub oder andere Aktivitäten zu planen, die sie aufmuntern können. 45


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Jalal Alashi, Botschafter des Staates Libyen: Die Mehrheit der Länder sind der Politik der Schließung und sozialen Distanzierung gefolgt, einschließlich Libyen

Die österreichische Regierung hat mehrere wichtige und kluge Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu begrenzen. Die wichtigste davon ist die soziale Distanzierung, da diese Maßnahme die Anzahl der Infektionen wirksam verringert hat. Natürlich haben die Schließung von Geschäften, Restaurants und Hotels und die Einstellung aller kulturellen Aktivitäten die Wirtschaft nicht nur in Österreich, sondern auf der ganzen Welt negativ beeinflusst, da die Mehrheit der Länder der Politik der Schließung und sozialen Distanzierung folgte, einschließlich meinem Land, Libyen. Aber die Wirtschaft kann sich erholen und wieder wachsen, wenn sich die Menschen erholen, denn es sind die Menschen, die das Wirtschaftsrad antreiben. Zu den Nachteilen dieser Zeit zählen auch die Distanzierung von unseren Freunden und Kollegen sowie die Unterbrechung der Sitzungen und Konferenzen, die ein Ort für Konsultationen und den Umgang mit vielen wichtigen Akten waren. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie 46

zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Jalal Alashi, Botschafter des Staates Libyen in der Bundesrepublik Österreich und Ständiger Vertreter bei den Internationalen Organisationen in Wien Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

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Die Aktivitäten der Botschaft haben sich seit Beginn des Ausbruchs des Corona-Virus im Land darauf konzentriert, den in Österreich gestrandeten libyschen Bürgern zu helfen, insbesondere nach der Schließung der Flughäfen, wo wir dafür ein Notfallkomitee in der Botschaft gebildet haben. Die Arbeit der Botschaft wurde jedoch aus der Ferne durchgeführt, um die Gesundheit der Mitarbeiter der Botschaft zu erhalten.

Wir haben die österreichischen Maßnahmen zur Begrenzung des Ausgangs befolgt, und dies war eine großartige Gelegenheit, mehr Zeit mit den Familienmitgliedern zu verbringen, insbesondere durch die Schließung von Kindergärten und Schulen. Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Wenn diese Krise vorbei ist, würde ich gerne die alten Wiener Kaffeehäuser besuchen.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Carina Karlovits und Clemens Schwarz/HBF

Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

I.E. Catherine Koika, Botschafterin von Griechenland: Sowohl Griechenland als auch Österreich haben die Corona- Krise bisher gut bewältigt

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Botschaft der Hellenischen Republik Griechenland

wurde  und früh einschneidende Maßnahmen beschlossen wurden. Durch die Beschränkungen gelang es, die täglichen Neuinfektionen in einen niedrigen Bereich zu drücken. Der frühe Zeitpunkt des entschlossenen Eingreifens war entscheidend, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Für alle Länder der Welt geht es darum Leben zu retten, Arbeitsplätze zu erhalten und die Wirtschaft zu stützen. Ich zolle der österreichischen Regierung meinen Respekt, weil sie diesen Spagat verantwortungsvoll und selbstbewusst zu lösen versucht. Es ist wichtig, dass man aus der Gesundheitskrise keine immense Wirtschaftskrise enstehen lässt. Jetzt muss alles Nötige getan werden, um zu helfen. Ich halte das staatliche Hilfspaket der österreichischen Regierung für eines der besten in der EU und ich hoffe, dass die österreichische Wirtschaft schrittweise, ohne große Verluste, bald wieder hochfahren kann. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit I.E. Catherine Koika, Botschafterin von der Hellenischen Republik

Griechenland in der Republik Österreich. Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Unsere Botschaft folgt den griechischen und österreichischen Richtlinien zur sozialen Distanzierung am Arbeitsplatz, von daher arbeiten viele Mitarbeiter abwechselnd im Büro oder von zu Hause. Wir führen aber weiterhin unsere Aufgaben und Tätigkeiten aus und arbeiten per Videokonferenzen  oder per online Meetings zusammen und stehen in Kontakt mit unserer Zentrale in Athen. Auch unser Konsularbüro ist weiter als Ansprechpartner für die griechischen Bürger da. Es wurde u.a. eine

Rückholaktion mit einem Sonderflug nach Griechenland für Griechen, die in Tirol oder Salzburg unter Quarantäne waren und keinen Wohnsitz in Österreich haben oder Risikogruppen waren, organisiert. Meine Mitarbeiter und ich versuchen, trotz aller Schwierigkeiten aufgrund der besonderen Umständen, unsere gute Stimmung zu behalten und ein freundliches, nettes Arbeitsklima zu bewahren. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Sowohl Griechenland als auch Österreich haben die Corona- Krise bisher gut bewältigt, weil in beiden Ländern schnell reagiert

Wochentags beschäftige ich mit anfallenden Botschaftsangelegenheiten, Telefonkonferenzen oder online Meetings. In meiner Freizeit versuche ich zu lesen - Bücher die lange auf mich warten mussten, Musik zu hören und bei meinen Spaziergängen zur körperlichen Ertüchtigung die unentdeckten Ecken dieser wunderschönen Stadt kennenzulernen.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Ich werde wieder meine liebsten Personen treffen, eine Melange in einem der vielen schönen Wiener Kaffees trinken und wenn die Urlaubszeit anbricht, auf meine Lieblingsinsel reisen, nach Tinos auf den Kykladen in Griechenland.  47


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Bassam Sabbagh, Botschafter von Syrien: Wir müssen aus Herausforderungen lernen und mehr als je zuvor unsere Menschlichkeit zeigen

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Aus Respekt vor den Krisenvorschriften der österreichischen Regierung und um unseren Beitrag zur Unterstützung der Politik der sozialen Distanzierung zu leisten, an die wir uns alle halten müssen, um zur Eindämmung dieses Virus beizutragen, mussten wir unsere Dienstleistungen nur auf das Wesentliche beschränken. Trotzdem funktionieren wir immer noch und nehmen unsere Verantwortung weiterhin wahr, und unsere Mitarbeiter tun unter diesen Umständen so viel wie möglich. Wir sind alle bestrebt, unsere normalen Aktivitäten wieder aufzunehmen, sobald diese Krise endet, was hoffentlich so bald wie möglich sein wird.

Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Aben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen 48

Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie ver-

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Österreich war mit seinem Ansatz sehr proaktiv und bemühte sich, das Risiko einer außer Kontrolle geratenen Ausbreitung des Virus zu vermeiden. Es hat die Krise sehr gut gemeistert und die Resonanz war beeindruckend. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung respektierte die Politik der sozialen Distanzierung, und die Regierung konnte auch viele Tests durchführen. Und aufgrund dieser Erfolge hat Österreich allmählich begonnen, das Land wieder zu öffnen, obwohl es verständlicherweise noch einige Zeit dauern wird, bis sich alles wieder normalisiert. Zum Glück hat Syrien nicht viele Fälle von CoronavirusErkrankten registriert. Die Regierung ergriff jedoch eine Reihe von

Präventivmaßnahmen, obwohl sie jahrelang unter terroristischen Aggressionen und einseitigen wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen litt. Diese genannten Maßnahmen stellen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar und müssen dringend aufgehoben werden. Sie behindern den Import von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen wichtigen Produkten, die die Syrer während dieser globalen Pandemie brauchen. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Abgesehen davon, dass ich weiterhin meine beruflichen Aufgaben wahrnahm, wie die Teilnahme an Videokonferenzen mit den hier in Wien ansässigen internationalen Organisationen, blieb ich in regelmäßigem Kontakt mit meinen Kollegen hier und in der Hauptstadt, verfolgte die aktuellen Entwicklungen und den Rest der Zeit verbringe ich mit meiner Familie.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Das erste, was ich vorhabe, ist, persönlich allen zu danken, die uns allen geholfen haben, diese Krise zu überwinden, und denen, die ihre Angehörigen durch das Virus verloren haben, mein tief empfundenes Beileid auszusprechen. Ich möchte auch denen danken, die Syrien in dieser schwierigen Zeit ausdrücklich unterstützt haben. Wir müssen aus Herausforderungen lernen und mehr als je zuvor unsere Menschlichkeit zeigen. Wir müssen daran arbeiten, unsere Solidarität zu stärken und uns den kollektiven Herausforderungen zu stellen. Ich bin auch sehr bemüht, meine normale Arbeitsroutine im Allgemeinen wieder aufzunehmen und mich so oft wie früher mit meinen Kollegen zu treffen. Es ist nicht dasselbe, Diplomatie aus der Ferne zu führen, da dies ein Beruf ist, der einen erheblichen persönlichen Kontakt erfordert.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

bringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Bassam Sabbagh, Botschafter von der Arabischen Republik Syrien in der Republik Österreich.


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

I.E. Khojesta Fana Ebrahimkhel, Botschafterin von Afghanistan: Die COVID-19-Pandemie kennt keine Grenzen und wir legen großen Wert auf die Rolle der Internationalen Organisationen und der Internationalen Gemeinschaft

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit I.E. Khojesta Fana Ebrahimkhel, Botschafterin der Islamischen Republik Afghanistan in der Republik Österreich.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Auch wir als Botschaft und Ständige Vertretung mit Sitz in Wien haben die Maßnahmen und Richtlinien des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz und der österreichischen Regierung zur Bekämpfung von COVID-19 sofort eingehalten. Wir haben alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um die diplomatische Mission und ihre Mitarbeiter zu schützen, indem wir eine obligatorische Masken- und Distanzregelung sowie eine regelmäßige Händedesinfektionsregel eingeführt haben sowie Schichtbetrieb, um die Anzahl der Diplomaten im Gebäude zu begrenzen.

Darüber hinaus haben wir es der Mehrheit der Mitarbeiter der Botschaft ermöglicht, von zu Hause aus zu arbeiten. Insbesondere haben wir geschlechtsspezifische Maßnahmen eingeführt, um die unterschiedlichen sozialen Rollen unserer Frauen als Mütter, Kollegen und Ehefrauen zu fördern. Auf diese Weise haben wir die Option des Home-Office für alle unsere Kolleginnen unserer Mission priorisiert. Die afghanische Botschaft hat auch alle öffentlichen Veranstaltungen und externen Aktivitäten auf ein Minimum reduziert, was leider dazu führte, dass unsere schwer erwarteten Nowruz-Feierlichkeiten im Vienna International Center abgesagt wurden. Unter den gegebenen Umständen ist die konsularische Arbeit wesentlich geworden. Unser Fokus verlagerte sich auf die Unterstützung und Unterstützung afghanischer Bürger, Studenten und Flüchtlinge in Österreich und in Flüchtlingsheimen. Wir haben eine Telefonleitung und eine E-Mail-Adresse, unter der die Bürger uns jederzeit erreichen können. Anträge werden weiterhin bearbeitet und Notfälle priorisiert. Darüber hinaus haben die Präsenz und Aktualisierungen von sozialen Medien zugenommen, um den Bürgern alle notwendigen Informationen zu geben und die afghanischen Bürger für soziale Distanzierungsmaßnahmen und die im Hinblick auf COVID-19 auferlegten Beschränkungen und Vorschriften zu sensibilisieren. Alle unsere Mitarbeiter sind bei guter Gesundheit und behalten eine hervorragende Arbeitsleistung bei. Ich glaube, wir haben einen wertvollen Beitrag zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus in diesem wunderschönen Land geleistet, das wir bewundern. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Ich begrüße die von der österreichischen Regierung umgesetzten Gesundheitsnormen und -maßnahmen zur Abflachung der COVID-19-Kurve. Die

Gesundheitsstatistik, Daten und die kontinuierlich sinkende Neuinfektionsrate sprechen für sich - sprechen von einer Erfolgsgeschichte. Ich möchte der österreichischen Regierung meine größte Anerkennung für ihre Bemühungen und ihre Unterstützung aussprechen, um die Gesundheit für alle gleichermaßen zu fördern. Lassen Sie mich auch die in Österreich lebenden Menschen würdigen, dies wäre ohne ihre Disziplin und die Einhaltung der Regeln nicht möglich gewesen. Dies ist eine unschätzbare Lektion und Erfahrung, aus der die afghanischen Behörden lernen werden. Durch die Umsetzung erfolgreicher Gesundheitsmaßnahmen kann Österreich nun seine Wirtschaft wieder öffnen. Ich glaube, Österreich ergreift solide volkswirtschaftliche Maßnahmen für das Land, aber wir dürfen nicht vergessen, dass die Wirtschaft eine globale Lösung auf regionaler und internationaler Ebene braucht. Die COVID-19-Pandemie kennt keine Grenzen und wir legen großen Wert auf die Rolle der Internationalen Organisationen und der Internationalen Gemeinschaft, um dieser Herausforderung zu begegnen. Wir müssen einen kollektiven Ansatz verfolgen, der dem Grundsatz der geteilten Verantwortung entspricht, um die Menschenrechte aller Menschen zu schützen, die bei der Bekämpfung dieser Krise mit unglaublichen Schwierigkeiten konfrontiert sind. Die Islamische Republik Afghanistan ist auch mit den weitreichenden Folgen der Coronavirus-Pandemie konfrontiert und hat regelmäßig Maßnahmen zur Begrenzung ihrer Ausbreitung ergriffen. In dieser kritischen Situation ist die Bereitstellung von Hilfe für die bedürftigen Länder von wesentlicher Bedeutung. Afghanistan braucht jetzt mehr denn je die Unterstützung und Zusammenarbeit der internationalen Gemeinschaft bei der Unterdrückung des Ausbruchs der COVID-19-Pandemie. Multilaterales Handeln, Diplomatie und internationale Solidarität sind unsere besten Instrumente zur Bekämpfung dieser Pandemie.

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Auf persönlicher Ebene wirken sich einige Teile der Pandemie positiv auf mein Familienleben aus. Mein Sohn ist in der 11. Klasse und als sehr guter Schüler muss ich selten sein Schülerleben unterstützen. Mit den neuen Richtlinien verbringe ich mehr Zeit mit meinem Sohn, sodass ich mich häufiger zwischen Videokonferenzen und anderen diplomatischen Arbeiten mit ihm in Verbindung setzen kann. Wir fanden sogar Zeit, gemeinsam afghanisches Essen zu kochen, eine Aktivität, für die wir lange Zeit keine Zeit gefunden hatten. Ich glaube, dass einige der Veränderungen, die wir sehen, auch unsere Augen für die wichtigsten Dinge im Leben öffnen und einige gute Gewohnheiten entwickeln könnten, die wir über diese außergewöhnliche Zeit hinaus beibehalten. Ich sehe mich mehr denn je aktiv bemüht, mit meinen Lieben in Kontakt zu bleiben - sei es mit meinem Sohn zu Hause oder mit anderen Verwandten über Skype.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Ich glaube, dass ich zuerst tief durchatmen werde. Ein Hauch von Erleichterung, dass viel Leid vorbei ist, ein Hauch von Erleichterung, dass die Menschen wieder frei sind, um zu reisen und sich freier mit ihren Lieben zu verbinden, ein Hauch von Erleichterung, dass die Menschen wieder arbeiten und ihren Lebensunterhalt sichern können. Ich bin gesegnet, in einer Position zu sein, in der ich mit meiner Familie in Kontakt bleiben kann und mich nicht um meinen Job kümmern muss, aber viele Menschen teilen dieses Privileg nicht. Meine ersten Gedanken, nachdem dies vorbei ist, werden sich an alle schutzbedürftigen Menschen richten, die in diesen schwierigen Zeiten in Afghanistan und auf der ganzen Welt leiden. Mein Wunsch ist es, dass dies schnell vergeht und jeder durchhält.  49


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

S.E. Albert Hendrik Gierveld, Botschafter des Königreichs Niederland: Die niederländische Regierung appellierte an die Eigenverantwortung und den gesunden Menschenverstand, setzte jedoch rasch strenge Maßnahmen um

Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Albert Hendrik Gierveld, Botschafter des Königreichs der Niederlande in der Republik Österreich. 50

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Wir waren alle von der Coronakrise betroffen und haben uns schnell an die neue Situation angepasst. Dies ist eine sehr ernste Krise, und die niederländische Botschaft in Wien hat sofort die Regeln und Richtlinien der österreichischen Regierung befolgt. Die Mitarbeiter arbeiten hauptsächlich im Home Office. Wir haben verschiedene Veranstaltungen abgesagt. Unsere internen Besprechungen haben sich auf die virtuelle Ebene verlagert. Unsere konsularische Abteilung hatte viel zu tun. In Österreich leben viele Niederländer

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Österreich hat von Anfang an geeignete Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus zu bekämpfen. Die Zahl der Coronafälle und Todesfälle blieb relativ gering. Inzwischen hat die österreichische Regierung weniger restriktive Maßnahmen angekündigt. Österreichische Unternehmen haben es sehr schwer. Die Regierung hat riesige Geldbeträge bereitgestellt, um Unternehmen und Arbeitnehmern zu helfen, aber es ist noch zu früh, um zu sagen, welche langfristigen Konsequenzen dies haben wird. Die Niederlande verfolgten zunächst einen etwas anderen Ansatz. Die niederländische Regierung appellierte an die Eigenverantwortung und den gesunden Menschenverstand der Menschen, setzte jedoch rasch strenge Maßnahmen um. Dies führte zu den gleich leeren Straßen und zu Schulschließungen wie in Österreich. Ebenso

unterstützt die niederländische Regierung Unternehmen in Not, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Die Regierung unternimmt jetzt erste Schritte im Rahmen eines „Ausstiegs“. Wir müssen die Wirtschaft wiederbeleben und die gesundheitliche Situation im Auge behalten. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Obwohl Corona alle Aspekte des Lebens beeinflusst, versuche ich, nicht die ganze Zeit darüber nachzudenken und das Beste daraus zu machen. Es ist wichtig, mit Ihrer Familie, Freunden und Kollegen in Kontakt zu bleiben. Ich versuche auch, jeden Tag einen Spaziergang und etwas Bewegung zu machen, um gesund zu bleiben. Es ist eine herausfordernde Zeit, aber andererseits habe ich auch etwas mehr Zeit, um Bücher zu lesen und Filme anzusehen.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Ich würde gerne wieder Leute persönlich treffen, Meetings und Mittagessen organisieren. Ich bin im Geschäft, um Leute zu treffen! Wir mussten Veranstaltungen absagen oder verschieben, was schade, aber natürlich notwendig war. Wir werden in unser Büro am Opernring zurückkehren. Ich denke, es ist viel einfacher, zusammenzuarbeiten, wenn man sich persönlich sieht. Jeder in meinem Team geht auf seine Weise mit den Umständen um. Mein Personal ist stark und hat von zu Hause aus hart gearbeitet. Außerdem würde ich gerne wieder die schönen Wiener Museen besuchen. Wien ist so eine kulturell reiche Stadt! Und natürlich freue ich mich darauf, unsere Freunde wiederzusehen.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

mit Familie und Freunden in den Niederlanden. Die Reisebeschränkungen warfen viele Fragen auf. Die niederländische Botschaft in Wien versuchte den niederländischen Bürgern zu helfen. Während der Winterferien war eine große Gruppe niederländischer Arbeiter in den Skigebieten in Vorarlberg, Tirol und Salzburg. Einige Skigebiete wurden zu Hotspots des Coronaausbruchs in Österreich. Einige Gemeinden wurden gesperrt. In guter Zusammenarbeit mit den österreichischen Behörden gelang es unserer Konsularabteilung, viele dieser niederländischen Arbeiter und Touristen sicher nach Hause zu bringen.


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Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Carina Karlovits und Clemens Schwarz/HBF

S.E. Ibrahim Salim Al Musharrakh, Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate: Die VAE haben ein Wirtschaftspaket von 35 Milliarden Dollar für verschiedene steuerliche Maßnahmen erstellt

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E.

Ibrahim Salim Al Musharrakh, Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate in Österreich und Ständiger Vertreter der VAE bei der UN in der Republik Österreich Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Seit Inkrafttreten der Ausreisebeschränkungen am 16. März 2020 arbeiten die Mitarbeiter der Botschaft von zu Hause aus. Jeder Mitarbeiter ist regelmäßig per E-Mail und Telefon mit dem Abteilungsleiter in Kontakt. Die ersten Bemühungen zur Rückführung von

Bürgern der VAE begannen unmittelbar nach der Ankündigung der österreichischen Regierung am 16. März. Seitdem wurden insgesamt 64 Bürger der VAE aus Österreich in die VAE zurückgebracht. Die Konsulatsabteilung, die Bescheinigungsanfragen persönlich entgegennehmen konnte, erhält jetzt nur noch Bescheinigungen per Post. Die Kommunikation mit der österreichischen Regierung wurde durch eine Videokonferenz ermöglicht, auf der wichtige Informationen zu den laufenden Maßnahmen von Vertretern des Außenministeriums eingeholt wurden.

verschiedene staatliche Gebühren gesenkt, zusätzliche Subventionen bereitgestellt und Geschäftsabläufe vereinfacht werden. Das Fiskal-Stimulus-Paket bietet kleinen und mittleren Unternehmen Kreditgarantien und Liquiditätsunterstützung. Wie jedes andere Land werden sowohl die VAE als auch Österreich vom Ausbruch der Pandemie betroffen sein. Diese Maßnahmen sollten jedoch eine schnellere Erholung gewährleisten. Letztendlich wird jedoch viel davon abhängen, wie schnell und nachhaltig sich die Wirtschaftstätigkeit normalisiert.

Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Österreich führte Unterstützungsmaßnahmen für vom Ausbruch stark betroffene Sektoren wie Tourismus und Luftverkehr ein und nutzte bestehende Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitsstunden, um zu verhindern, dass Unternehmen wirtschaftlich gezwungen werden, ihre Mitarbeiter zu entlassen. Kreditgarantien, Steuerstundungen und Soforthilfe hielten die Unternehmen auch über Wasser, bis die Geschäfte wieder geöffnet wurden und der Verbraucherkreislauf wieder in Gang kam. Ebenso sollten die derzeit in Bearbeitung befindlichen Stimulus-Pakete mit niedrigeren Steuern für Arbeitnehmer sowie weniger Regulierung und Steuern für Unternehmen dazu beitragen können, dass sich die Wirtschaft von der Krise erholt. In ähnlicher Weise haben die VAE auch ein großes Wirtschaftspaket von 35 Milliarden Dollar für verschiedene steuerliche Maßnahmen erstellt. Dies sollte den Privatsektor unterstützen, indem

Ich stehe in regelmäßigem Kontakt mit meiner Familie in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Freunden auf der ganzen Welt. In diesen beispiellosen Zeiten ist es wichtig, häufiger einen Austausch herzustellen. Außerdem mache ich täglich Spaziergänge oder fahre mit dem Fahrrad zum Kahlenberg, um meine tägliche Dosis Aktivität und frische Luft zu bekommen.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Die Art der Arbeit hat sich für uns alle aufgrund der Pandemie geändert. Für die Führung des Tagesgeschäfts müssen neue Maßnahmen ergriffen werden. Wie bei jedem anderen Unternehmen werden auch wir einen schrittweisen Start durchlaufen, wobei der Schwerpunkt auf der Priorisierung von Aktivitäten liegt, die während der Sperre verpasst wurden. Es ist auch notwendig, neue Maßnahmen wie Videokonferenzen zu ergreifen, um sich an die neue Arbeitsweise in der diplomatischen Welt zu gewöhnen.

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S.E. Prakash Kumar Suvedi, Botschafter von Nepal: Ein Gleichgewicht zwischen der Eindämmung des Virus und der Fortsetzung der wirtschaftlichen Aktivitäten finden

Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Prakash Kumar Suvedi, Botschaf52

ter von Nepal in der Republik Österreich. Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Persönliche Treffen sind nicht möglich. Daher ist sowohl die bilaterale als auch die multilaterale Diplomatie, an der wir beteiligt sind, weniger gefordert. In nächster Zeit werden Treffen wieder beginnen. Sie werden uns dabei helfen, unsere Agenda voranzutreiben und ehrlich gesagt, gibt es nichts besseres, als sich persönlich mit seinen Kollegen zu treffen. Wir haben auch einige Werbemaßnahmen verscho-

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Unsere Regierungen leisten lobenswerte Arbeit und sie hat sich wirklich ausgezahlt. Österreich ist zu einem der Erfolgsmodelle in Europa geworden, um diese Infektion wirksam einzudämmen. Da Österreich jetzt unser Zuhause ist, sind wir sehr stolz darauf. Obwohl der erste Fall in Nepal sehr früh erkannt wurde, lange bevor Covid-19 die Form einer globalen Pandemie annahm, bleibt die Infektionszahl sehr niedrig. Die eigentliche Herausforderung für unsere Staatsund Regierungschefs besteht jedoch darin, ein Gleichgewicht zwischen der Eindämmung des Virus und der Fortsetzung der wirtschaftlichen Aktivitäten zu finden. Diese Pandemie wird sich jedoch mit Sicherheit nachteilig auf unsere Volkswirtschaften auswirken. Die Weltwirtschaft verlangsamt sich. In solchen Zeiten wird die Relevanz der Diplomatie noch wichtiger.

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Ich habe das Gleiche getan, was die ganze Welt getan hat - mich an meinen Computer gesetzt. Ich

habe nicht viele Bücher gelesen, sondern Unmengen von Zeitschriftenartikeln und Veröffentlichungen, hauptsächlich über die Entwicklung der Weltordnung. Ich habe auch ein paar gute Filme gesehen. Möglicherweise brauche ich jetzt eine radikale effektive digitale Entgiftung. Ich musste meine regulären Arbeiten erledigen, meiner Regierung Bericht erstatten, obwohl das Volumen solcher Arbeiten verständlicherweise viel geringer war als an normalen Tagen. Ich habe also größtenteils von zu Hause aus gearbeitet. Trotzdem war ich ziemlich häufig in meinem Büro in der Botschaft. Ich nahm mir auch Zeit, fast regelmäßig aus dem Haus zu gehen. Wien ist in diesem Frühling wirklich schön. Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Keiner von uns weiß, wie wohl wir uns in der kommenden neuen Normalität fühlen werden. Wir können nicht erwarten, dass große Treffen, insbesondere multilaterale Treffen, sehr bald wieder stattfinden werden. Sie werden virtuell stattfinden. Die erste Herausforderung besteht darin, in einem solchen virtuellen Ambiente effizient und produktiv zu sein. Zweitens muss man mitfühlend sein, wenn man seinen Bürgern konsularische Dienstleistungen erbringt. Eine weitere echte Herausforderung besteht darin, sicherzustellen, dass Sie Empathie haben, während Sie physische Distanz einhalten oder während der Interaktion sogar eine Maske tragen. Ich will hier wirklich einen guten Weg finden. Persönlich freue ich mich darauf, wieder ohne Grund in den Kerngebieten der Wiener Stadt spazieren zu gehen und an einigen gemütlichen Wochenendtagen Zeit in einem Straßencafé zu verbringen. Das habe ich immer so sehr geliebt.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Diplomacy and Commerce Austria

ben, die wir für diesen Frühling geplant hatten. Wir freuen uns immer darauf, solche Aktivitäten durchzuführen, da sie es uns ermöglichen, Personen aus anderen Lebensbereichen zu treffen. Wir waren nicht regelmäßig physisch in der Botschaft anwesend. Wir haben jedoch dafür gesorgt, dass wir per Telefon und E-Mail in Verbindung bleiben. Das ist in solch schwierigen Zeiten sehr wichtig, insbesondere um die regelmäßige Kommunikation mit den hier lebenden Bürgern aufrechtzuerhalten und um ihre Situation zu verstehen. Gott sei Dank, keiner von ihnen wurde infiziert.


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

I.E. Leena Al Hadid, Botschafterin von Jordanien: Wir müssen uns darauf konzentrieren, die „Re-Globalisierung“ richtig zu machen

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit I.E. Leena Nayef Shaher Al Hadid, Botschafterin des Haschemitischen Königreichs Jordanien in der Republik Österreich sowie in der Republik Slowenien, der Slowakischen Republik, der Tschechischen Republik und Ungarn.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Diese Pandemie hat uns alle beruflich und persönlich betroffen. Auf Empfehlung der österreichischen und der jordanischen Regierung haben alle Mitarbeiter unserer Botschaft Mitte März so schnell wie möglich ihr Heimbüro eröffnet, um Kollegen und Angehörige zu Hause zu schützen und die Zahl der Infektionen zu verringern. Dies bedeutete für uns nicht weniger Arbeit, aber wir mussten uns anpassen und unsere tägliche Arbeit aus der Ferne fortsetzen. Die Botschaft steht den Jordaniern in Österreich, Ungarn, der Tschechischen Republik, der

Slowakei und Slowenien weiterhin rund um die Uhr über unsere Hotline zur Verfügung. Es ist mir wichtig, sicherzustellen, dass wir die jordanischen Bürger über die aktuelle Situation auf dem Laufenden halten und sie in dieser Krisenzeit bei Bedarf unterstützen können. Unsere konsularische Abteilung bietet auch weiterhin wöchentlich begrenzte Öffnungszeiten für persönliche Termine. Derzeit koordinieren wir zusätzlich Rückführungsflüge, um jordanischen Bürgern bei der Rückkehr nach Hause zu helfen. Um den Erfolg dieser Rücksendungen sicherzustellen, stehen wir in ständigem Kontakt mit den zuständigen nationalen Behörden Österreichs und der Nachbarländer. Trotz der Schwierigkeiten, mit denen alle Länder derzeit konfrontiert sind, erhalten wir weiterhin großzügige Unterstützung von ihnen. Wir haben auch engen Kontakt zu den Internationalen Organisationen in Wien gehalten. Online-Treffen sind damit ein wesentlicher Bestandteil unserer diplomatischen Aktivitäten geworden. Diese Krise kann eine Chance sein, die Bedeutung des Multilateralismus aufzuzeigen und die Zusammenarbeit zwischen Ländern weltweit zu stärken. Die IAEO unterstützt beispielsweise Jordanien und andere Länder bei ihrem Kampf gegen COVID-19 mit der Lieferung wesentlicher Materialien und diagnostischen Tests. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Diese Pandemie hat viele mit ihren Auswirkungen und ihrem Ausmaß schwer getroffen. Ich danke der österreichischen Regierung aufrichtig für ihre unermüdlichen, aber erfolgreichen Bemühungen, COVID-19 einzudämmen und Bürger und Expats gleichermaßen zu schützen. Österreich war eines der ersten europäischen Länder, das umfassende Bewegungsbeschrän-

kungen eingeführt hat, und ist zu einem Modell geworden, dem viele andere Länder folgen wollten. Jordanien verfolgte einen ähnlichen Ansatz, um das Virus einzudämmen. Seit Mitte März ist das Königreich mit schwerwiegenden Präventivmaßnahmen, einschließlich Ausreisebeschränkungen zur Gewährleistung der Sicherheit und des Wohlergehens der Jordanier, gesperrt. Dies erstreckte sich natürlich auch auf die große Zahl der Flüchtlinge, die derzeit in Jordanien leben. Von Beginn der Krise an war es für die jordanische Regierung unerlässlich, alle in ihrem Hoheitsgebiet lebenden Personen zu schützen, unabhängig von Status und Nationalität. Glücklicherweise hat die Bevölkerung, ähnlich wie in Österreich, ein großes Verständnis dafür gezeigt, wie schlimm die Situation ist, und unterstützt und befolgt weiterhin die strengen Maßnahmen, die zu einer signifikanten Verringerung der Infektionsraten führten. Es versteht sich von selbst, dass eine schrittweise Rückkehr zum neuen „Normalen“ eine Herausforderung darstellt, der sich jede Führungskraft stellen wird. Sowohl Österreich als auch Jordanien arbeiten derzeit daran, die Wirtschaft als nächsten wichtigen Schritt des Krisenmanagements langsam wiederzubeleben. Wie Seine Majestät König Abdullah II. sagte, müssen wir uns diesmal darauf konzentrieren, die „Re-Globalisierung“ richtig zu machen und „Eine erneute Integration unserer Welt zu gewährleisten, die sich auf das Wohlergehen ihrer Menschen konzentriert“. Diese Re-Globalisierung könnte die Länder möglicherweise wirtschaftlich stärken, wenn wir alle zusammenarbeiten und wirklich zusammenarbeiten, anstatt miteinander zu konkurrieren. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Es ist im Moment schwierig, sich zu entspannen, da ständig Neuigkeiten und Entwicklungen

zu beachten sind. Ich denke, dass diese Pandemie eine einzigartige Gelegenheit für uns ist, unsere Prioritäten in gewisser Weise zu überdenken. Wir haben derzeit den heiligen Monat Ramadan, den ich hoffentlich für weitere Überlegungen nutzen werde. Es ist mir auch wichtig, mit Familie und Freunden in Jordanien in Kontakt zu bleiben. Videoanrufe können persönliche Besprechungen nicht ersetzen, aber sie helfen gerade bei der Entfernung zwischen uns. Ich nutze auch die zusätzliche Zeit, die ich derzeit für mich habe, um das Lesen nachzuholen, durch die weitgehend leeren Straßen Wiens zu gehen und lange Wanderungen zu unternehmen. Ich vermisse das kulturelle Leben, das Wien normalerweise bietet, aber ich genieße die Konzerte und Opern, die online gestreamt werden können, sowie die virtuellen Touren, die durch Museen unternommen werden können. Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Ich freue mich wahrscheinlich am meisten darauf, Kollegen, Mitarbeiter und jordanische Bürger wieder persönlich zu treffen. Technologie hilft uns in diesen Zeiten, kann aber die persönliche Verbindung nicht ersetzen. Es gibt viele Projekte, die wir aufgrund von COVID-19 zurückstellen mussten, und ich hoffe, bald wieder voller Energie und mit frischen Ideen daran arbeiten zu können. Ich freue mich auch darauf, ein gutes Essen in einem Restaurant zu genießen und auf sozusagen „altmodische Weise“ Konzerte zu besuchen. Langfristig hoffe ich, meine Familie und Freunde wieder in Jordanien zu besuchen. Angesichts der derzeit schwerwiegenden Einschränkungen des Flugverkehrs und der geschlossenen Grenzen wird dies wahrscheinlich noch einige Zeit dauern, aber die derzeit positiven Entwicklungen in Österreich und Jordanien haben mir Hoffnung gegeben. 53


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S.E. Dato ‘Ganeson Sivagurunathan, Botschafter von Malaysia: Wir haben die Lieferung von über 60 Millionen Gummischutzhandschuhen von Malaysia nach Österreich koordiniert

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Der Ausbruch der COVID19-Pandemie hat nicht nur die Botschaft, sondern die ganze Welt zu größeren Anpassungen gezwungen. Wir haben rasch Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit und das Wohlbefinden aller in Österreich lebenden Malaysier zu gewährleisten, einschließlich der Mitarbeiter der Botschaft und anderer. In Übereinstimmung mit den Richtlinien der österreichischen Regierung hat die Botschaft Fernarbeitspraktiken verabschiedet. Die Botschaft unterhielt auch Kontakt zu Malaysiern in Österreich, um ihnen zu raten, die Beschränkungen der österreichischen Regierung einzuhalten. Darüber hinaus half die Botschaft malaysischen Touristen in Österreich, einen sicheren Heimweg zu gewährleisten. Darüber hinaus hat die Botschaft Österreich in dieser 54

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Krise aktiv unterstützt. Zu den diesbezüglichen Beiträgen der Botschaft gehört die Erleichterung und Koordinierung der Lieferung von über 60 Millionen Gummischutzhandschuhen von Malaysia nach Österreich auf dem Höhepunkt der Pandemie. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Die von der österreichischen Regierung getroffenen Maßnahmen sind für ihre Aktualität, Klarheit und Vollständigkeit sehr lobenswert. Wir freuen uns über die positiven Auswirkungen dieser Maßnahmen: eine Verringerung der täglich bestätigten Fälle sowie eine allmähliche Rückkehr zur Normalität. Auch Malaysia hat ähnliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung des Virus ergriffen. Wir haben strenge, aber überlegte Maßnahmen ergriffen, um die öffentliche Gesundheit zu gewährleisten, ohne die Lebensgrundlage unserer am stärksten gefährdeten Personen oder die Widerstandsfähigkeit unserer Wirtschaft zu gefährden. Wir sind auch stolz darauf, dass Malaysias öffentliches Gesundheitssystem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderen Nationen für die Bewältigung dieser Krise weithin gelobt wurde. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Lesen - viel. Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist? Eine warme Melange in einem Wiener Café genießen.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: HBF

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Dato ‘Ganeson Sivagurunathan, Botschafter von Malaysia in der Republik Österreich.


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S.E. Hamad Alkaabi, Ständiger Vertreter der VAE bei den UN: Die VAE haben seit März an vielen virtuellen Meetings teilgenommen nigten Arabischen Emirate (VAE) bei den Vereinten Nationen und internationalen Organisationen in Wien den Empfehlungen der österreichischen Regierung als Gastland und nahm die Vorsichtsmaßnahmen der Organisationen an, um unnötige Reisen und Treffen zu unterlassen und die soziale Distanzierung im Allgemeinen einzuhalten. Infolgedessen haben die Mitarbeiter der Vertretung im Einklang mit diesen Maßnahmen gearbeitet, um die Verbreitung von COVID-19 einzudämmen und gleichzeitig alle Kernfunktionen zur Gewährleistung der multilateralen Diplomatie beizubehalten. Der Zugang zum Vienna International Center ist eingeschränkt und die meisten unnotwendigen Besprechungen wurden abgesagt oder auf spätere Termine verschoben. Die Vertretung der VAE hat jedoch seit März an vielen virtuellen Meetings teilgenommen, um die Geschäftskontinuität sicherzustellen und um unsere wichtigen Ziele zu erreichen.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist.

Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Hamad Alkaabi, Ständiger Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate bei den Vereinten Nationen und internationalen Organisationen in Wien. Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Ständige Vertretung ausgewirkt?

Angesichts der sich rasch entwickelnden Situation um das Coronavirus (COVID-19), folgte die Ständige Vertretung der Verei-

Der Ausbruch des Coronavirus wurde schnell zu einer globalen Pandemie, von der die größten Volkswirtschaften der Welt, einschließlich der Vereinigten Arabischen Emirate, betroffen waren. Um diese Krise einzudämmen und ihre Auswirkungen auf die Gemeinschaft zu verringern, hat die Regierung der VAE ein flexibles Konjunkturbudget in Höhe von rund 63 Mrd. EUR bereitgestellt. Die Regierung hat außergewöhnliche Maßnahmen ergriffen, um den potenziellen Schaden auszugleichen. Zu den Initiativen gehören finanzielle Anreize und finanzielle Unterstützung für Unternehmen. Weitere Maßnahmen sind Befreiungen von Gebühren und Tarifen. Die Regierung hat auch starke und schnelle Schritte unternommen, um die öffentliche Gesundheit

zu gewährleisten und die Ausbreitung des Virus zu begrenzen, einschließlich einer raschen Erhöhung der Testkapazität. Bis zum 29. April haben die VAE über 1,1 Millionen Tests durchgeführt und betreiben 14 Durchfahrtsprüfzentren. Diese Maßnahmen sollten dazu beitragen, die Ausbreitung zu begrenzen und die wirtschaftliche Erholung zu beschleunigen. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Trotz der bestehenden Einschränkungen und gesundheitlichen Vorsichtsmaßnahmen haben wir dank der Technologie die Kontinuität bei Arbeit und Projekten aufrechterhalten können. Während der Pandemie habe ich jedoch aufgrund der sozialen Distanzierung offensichtlich mehr private Zeit. Ich fand mich dabei, mehr zu lesen, mehr Sport zu treiben und mehr Skype-Anrufe an Freunde und Familie zu tätigen. Diese Pandemie hat mir mehr Zeit gegeben, über Fragen der Menschheit nachzudenken und darüber, wie wichtig es ist, dass Nationen der Welt zusammenkommen, um diese und zukünftige Pandemien zu besiegen. In diesem Sinne, erweise ich den Gesundheitspersonal an vorderster Front, die überall gegen COVID-19 kämpfen, meinen größten Respekt.

Was wird die Ständige Vertretung zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Da sich die Situation in Österreich verbessert, planen wir, bald wieder von den Büros aus zu arbeiten und dabei die Richtlinien zur Distanzierung beizubehalten. Das 2. Quartal war durch viele abgesagte oder verschobene Meetings gekennzeichnet. Daher besteht die erste Aufgabe darin, mit neu geplanten Treffen und Konferenzen bei den Vereinten Nationen und internationalen Organisationen in Wien wieder auf Kurs zu kommen. 55


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

sicherzustellen. Eine große Herausforderung war es, jenen Kroaten die maximale Unterstützung zu gewähren, die schon lange Zeit in Gebieten festsaßen, die aufgrund von Quarantänemaßnahmen blockiert waren. Unsere Aufgabe war es, neben der üblichen konsularischen Betreuung, den Menschen auch psychologische Unterstützung zu geben und sie in der Sicherheit zu bestärken, dass sie nicht alleine sind und wir mit Hilfe der österreichischen Institutionen alles unternehmen, um ihre Repatriierung nach Kroatien zu organisieren. Im Nachhinein können wir eigentlich sagen, dass allein die Möglichkeit zu haben, Menschen in solchen Extremsituationen zu helfen, nicht nur eine große Verantwortung darstellt, sondern vor allem ein großes Privileg ist. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. Daniel Gluncic, Botschafter der Republik Kroatien in  der Republik Österreich.  Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der

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Botschaft ausgewirkt?

Die globale COVID-19-Pandemie hat sich auf alle Segmente unseres gesellschaftlichen und geschäftlichen Lebens ausgewirkt. In dieser Situation hat die kroatische Botschaft die entsprechenden Schwerpunkte ihrer Arbeit dieser Ausnahmesituation angepasst. Die vordergründigste Herausforderung bestand darin, die Tätigkeitsfelder unserer Mitarbeiter an die neu entstandene Situation anzupassen, und zwar unter Einhaltung der auferlegten Gesundheitsschutzmaßnahmen. Das wichtigste Ziel war es dabei, zum einen das Engagement der Mitarbeiter zu gewährleisten und gleichzeitig die Verfügbarkeit unserer Botschaft für die Belange der kroatischen Staatsbürger über den Zeitraum von 24 h

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Die Maßnahmen der österreichischen Regierung waren schnell, restriktiv und effektiv. Österreich war unter den ersten EU-Ländern, die Maßnahmen gegen COVID-19 ergriffen bzw. eingeführt hatten. Dieser entscheidende Schritt hat sich als ein guter Weg erwiesen, der schlussendlich zur derzeitigen Lockerung der strengen Regeln geführt hat. Darüber hinaus muss auch die Disziplin der österreichischen Bürger gelobt werden, denn indem die Anweisungen ihrer Regierung konsequent befolgt wurden, haben die Bürger gezeigt, dass sie die Arbeit der Regierung schätzen und annehmen. Wir alle haben nämlich ein gemeinsames Ziel, unsere Gesundheit zu erhalten, bis wir eine Heilungsmöglichkeit oder einen Impfstoff finden. Neben der Tatsache, dass die Welt mit jeder Krise robuster wird, bietet sie uns die Möglichkeit, unsere Perspektiven zu erweitern. Zweifellos steht uns vor allem auf wirtschaftlicher

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Kurz nach meiner Ankunft in Wien hat der Kampf gegen das Koronavirus meine Pläne umgekrempelt, die ich als neuer Botschafter der Republik Kroatien in der Republik Österreich für das erste Halbjahr 2020 gehabt hatte. So nutzte ich meine Freizeit, um ausgiebig Bücher zu lesen und entsprechende Dokumentationen anzusehen. Bei kurzen Spaziergängen durch die Stadt hatte ich auch die Gelegenheit, in etwas unnatürlicher Stille, aber umso intensiver, die schönen Plätze im Herzen von Wien zu besuchen. Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Wie sehr die Pandemie unser Leben beeinflusst hat, zeigt sich vor allem im persönlichen Leben. Wir nähern uns jetzt schon dem Ende des zweiten Monats seit uns die COVID-19 Krise aus dem Alltag und unseren Plänen herauskatapultiert hat. In dieser Zeit denke ich oft an meine Familie, die in Kroatien lebt und mit der ich über tagtägliche Telefon und Skype Anrufe verbunden bin. Ich kann es kaum erwarten, meine Frau und meine Kinder so bald wie möglich wieder umarmen zu können. Letztendlich hat uns diese Krise gezeigt, auf was es im Leben ankommt und was das Leben lebenswert macht. Ich freue mich sehr darauf meine Antrittsbesuche hier in Wien und in den einzelnen Bundesländern fortzusetzen zu können und viele meiner österreichischen Freunde und Kollegen des in der Republik Österreich akkreditierten diplomatischen Corps wieder persönlich zu treffen.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

S.E Daniel Gluncic, Botschafter von Kroatien: Es ist eine Tatsache, dass die Welt mit jeder Krise robuster wird

Ebene eine lange Erholungsphase bevor. Ich bin allerdings überzeugt, dass wir den kommenden Herausforderungen als sozial und ökologisch reifere und bewusstere Menschen entgegenblicken werden. Parallel zu Österreich hat auch Kroatien rechtzeitig mit der Bekämpfung der Epidemie begonnen. Unsere Länder sind in vielerlei Hinsicht verbunden und haben oft in verschiedenen Situationen gemeinsame Lösungen gefunden. So war es auch im Verlauf dieser Krise. Mit einer nachhaltigen Wirtschaft, einem Gemeinschaftsgeist und einer sensibilisierten Gesellschaft können wir zum neuen Wert unseres europäischen und globalen Alltags beitragen.


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

Andrei Lozovik, Chargé d´Affaires a.i., Republik Belarus: Luftbrücke zwischen Minsk und Wien wurde am 25. April eröffnet, und ist zu einer wichtigen Rückreiseroute unserer Region geworden

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit Andrei Lozovik, Chargé d´Affaires a.i. der Botschaft der Republik Belarus in der Republik Österreich.

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Natürlich hat die neue Realität die gewöhnliche Arbeitsordnung geändert. Es haben sich neue Prioritäten, neue Tätigkeitsformen und neue Aufgaben ergeben. Dabei mussten diese Aufgaben schleunigst und trotz der Herausforderungen der aktuellen Situation erfüllt werden. Wegen der durch die meisten europäischen Länder veranlassten Grenzschließungen und der Einstellung des internationalen Personenverkehrs ist die dringende Organisation der Heimreise von den sich in Österreich und einigen

anderen Staaten aufhaltenden Belarussen und Belarussinnen in den Vordergrund unserer Arbeit gerückt. In Anbetracht der hohen Intensität belarussisch-österreichischer wirtschaftlicher, wissenschaftlicher, akademischer, humanitärer und anderer Kontakte sowie der Beliebtheit Österreichs in unserem Land als Reiseziel waren die Hilferufe ziemlich zahlreich. Dank der konstruktiven Mitwirkung österreichischer Partner und der Unterstützung der belarussischen Botschaften in den Nachbarländern ist es uns gelungen, die Rückreise aller sich an uns gewandten Bürger zu organisieren. Solche Hilferufe bekommen wir immer noch. Es sei bemerkt, dass seit 25. April die Rückreise von Belarussen und Belrussinnen viel einfacher geworden ist. An diesem Tag hat nämlich die belarussische Fluggesellschaft „Belavia“ begonnen täglich auf der Flugstrecke zwischen Wien und Minsk zu fliegen. Übrigens ist diese Luftbrücke zu einer wichtigen Rückreiseroute für die über Minsk, einen wichtigen regionalen Verkehrsknoten, fliegenden Bürger anderer Länder unserer Region geworden. Die direkte Flugverbindung wird auch in der Postkrisenzeit funktionieren und somit die Entwicklung vielseitiger Beziehungen zwischen Belarus und Österreich fördern. Neben der Hilfe für unsere Landsleute haben wir auch die notwendigen Schritte zur effizienten Erfüllung anderer Aufgaben der Botschaft unter der Berücksichtigung der Pandemie eingeleitet. Angesichts dessen, dass vieles von dem, was gewöhnlich die diplomatische Routine ausmacht (Treffen und Gespräche mit Partnern, Dienstreisen innerhalb und außerhalb Österreichs, Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen, Konferenzen, Sitzungen von internationalen Organisationen etc.) unmöglich geworden ist, waren wir gezwungen, uns in den virtuellen Raum zurückzuziehen. In diesem

Kontext möchte ich mit Befriedigung feststellen, dass die Umstellung der Botschaftsaktivitäten auf Webplattformen sowohl im bilateralen als auch multilateralen Bereich uns keine großen Schwierigkeiten bereitet hat. Es sei in diesem Zusammenhang bemerkt, dass Belarus signifikante Fortschritte bei der Entwicklung der IKT in den letzten Jahren gemacht hat. Dies hat eine breite Einführung von innovativen Lösungen im öffentlichen Dient, inklusive des diplomatischen Dienstes, ermöglicht. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der belarussischen Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

In Belarus, wie in vielen anderen Staaten der Welt, ist ein Hilfspaket zur Abfederung der Auswirkungen der Pandemie für die Wirtschaft verabschiedet worden. Es sieht die Unterstützung von Unternehmen aus den am meisten durch COVID-19 betroffenen Wirtschaftsbranchen vor. Zur Liste der zu unterstützenden Branchen gehören die verarbeitende Industrie, Textil- und Bekleidungsindustrie, Handel, Verkehr, Hotellerie, Gastronomie, Touristik, Leasing, Bildung, Gesundheitswesen, soziale Dienstleistungen u.a. Bei der Ausarbeitung dieses Hilfspakets, das sechs Schwerpunkte direkter und indirekter Unterstützung der Wirtschaft beinhaltet, hat die Regierung internationale Best-Practices berücksichtigt und mit der BusinessCommunity zusammengewirkt. Die Unterstützung betrifft im Einzelnen solche Tätigkeitsfelder der Wirtschaftssubjekte wie Steuern und Miete, Energieabrechnung, öffentliche Beschaffungen, Beschäftigung und Zuwendungen, Aufsichtstätigkeit und subsidiäre Haftung. In Belarus sind beispielsweise Steuerund Mietstundungen, Übergang zu einem anderen Steuermodell etc. vorgesehen. Die Gesamtsumme der dafür bestimmten staatlichen Ausga-

ben beläuft sich auf ca. drei bis vier Prozent des BIP. Es ist zu bemerken, dass die Ausarbeitung und Verabschiedung dieses Maßnahmenpakets gleichzeitig mit der Umsetzung von abgewogenen und effizienten Schritten zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID-19 und zum Schutz der Bevölkerung durchgeführt wurden. Die dazugehörigen Entscheidungen wurden und werden unter Berücksichtigung internationaler Erfahrungen und der WHO-Empfehlungen getroffen. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Die Pandemie brachte uns dazu, alltägliche Prozesse auf neue Weise zu sehen und über viele Sachen nachzudenken. Ich kann nicht sagen, dass ich jetzt über mehr private Zeit verfüge. Die andauernde Krise bringt immer wieder neue Herausforderungen und ist mit unkonventionellen und ziemlich komplizierten Entscheidungen verbunden. Vieles muss zum ersten Mal gemacht werden. Aber das ist nicht immer einfach und fordert zusätzliche Anstrengungen. Unter pandemischen Bedingungen muss ich leider auf viele Sachen, die ich in meiner privaten Zeit sonst sehr gerne gemacht habe, verzichten. Dies betrifft Reisen, Treffen mit Freunden, Besuche von Konzerten und Ausstellungen. Andererseits habe ich die Möglichkeit bekommen, mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Und das ist immer positiv.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Im November letzten Jahres hat der offizielle Besuch des belarussischen Präsidenten in Österreich stattgefunden. Er öffnete eine neue Seite in der Geschichte der belarussisch-österreichischen Beziehungen. Der Besuch hat großes Interesse beider Seiten an der Erweiterung der Zusammenarbeit aufgezeigt, es sind wichtige Vereinbarungen getroffen worden. Leider blieben die Auswirkungen der Pandemie für die Umsetzung der festgelegten Pläne nicht ohne Folgen und haben den Zeitplan der Durchführung von verschiedenen Besuchen, wirtschaftlichen, kulturellen, humanitären anderen Veranstaltungen beeinflusst. In der Postkrisenzeit haben wir vor, zur schnellen Umsetzung des Geplanten im bilateralen Bereich zurückzukehren sowie die traditionell aktive belarussische Teilnahme bei den Internationalen Organisationen und multilateralen Gremien mit Sitz in Wien fortzusetzen. 57


Special: Diplomatie im Corona-Zeitalter

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist. Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit S.E. ChaeHyun Shin, Botschafter der Republik Korea in der Republik Österreich. Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Die Botschaft und Ständige Vertretung der Republik Korea hat von Anfang an eng mit den österreichischen Behörden zusammengearbeitet, um COVID-19 wirksam zu bekämpfen. Meine Mitarbeiter und ich haben die COVID-19-Situation seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie sehr genau beobachtet. Als die österreichische Regierung Anfang März ihre Reaktion für die aufkommende Pandemie bekannt gab, wechselte unsere Botschaft von ihrem regulären Arbeitsplan in einen Notfallmodus, der die raschen und umfassenden Maßnahmen der koreanischen Regierung sowie die österreichischen Sicherheitsrichtlinien widerspiegelt. Durch die Einhaltung sozialer Distanzierungsregeln und die 58

Suche nach einem kreativen Weg, um die wesentlichen offiziellen Aufgaben mithilfe von IKT weiterhin zu erfüllen, hat unsere Botschaft ein Umfeld geschaffen, in dem Österreicher und Koreaner ein gesundes und sicheres Leben führen können. Korea gilt als eines der besten Beispiele für die Bekämpfung von COVID-19, da es die Gefahr der öffentlichen Gesundheit und die Verhinderung einer weit verbreiteten Infektion eindämmt, indem es das Virus nach den Grundsätzen der Offenheit, Transparenz und Demokratie diagnostiziert und aufspürt. Dank des fortschrittlichen nationalen medizinischen Systems Koreas konnten wir die meisten bestätigten Fälle wirksam heilen. Infolgedessen hat Korea in den letzten Tagen durchschnittlich weniger als 10 neue bestätigte Fälle pro Tag. Jetzt teilt die koreanische Regierung bewährte Praktiken, Informationen und Daten mit der internationalen Gemeinschaft und versucht, die internationale Zusammenarbeit für eine sicherere und wohlhabendere Welt zu stärken und gegen COVID-19 zu gewinnen. Wie Bundeskanzler Kurz kürzlich erwähnte, hat Korea bereits in den frühen Stadien der COVID-19-Pandemie eng mit Österreich zusammengearbeitet. Am 28. April sprach der koreanische Präsident Moon telefonisch mit Bundeskanzler Kurz

und hatte Gelegenheit, die besten Praktiken jedes Landes zu erörtern. Ich begrüße aufrichtig die Entscheidung der österreichischen Regierung, die Reisewarnung für Korea aufzuheben und die Wiederaufnahme des Direktfluges zwischen beiden Ländern zuzulassen, was zu den Ergebnissen eines Gesprächs zwischen Präsident Moon und Bundeskanzler Kurz gehört. Trotz der herausfordernden COVID-19-Situation hat Korea erfolgreich Parlamentswahlen abgehalten, während die erhöhte Anzahl bestätigter Fälle eingedämmt wurde, und damit als Triumph der Demokratie weltweite Aufmerksamkeit erregte. Ich bin stolz auf die Rolle, die unsere Botschaft bei der Unterstützung der koreanischen Staatsangehörigen in Österreich bei der Teilnahme an den Wahlen gespielt hat, während sie sich an die Richtlinien und Vorschriften der österreichischen Regierung hielt. Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

Die koreanische Regierung setzt mutige und umfassende makroökonomische und finanzielle Stabilitätsmaßnahmen um, um zu verhindern, dass COVID-19 den Verbrauch, die Investitionen und andere wirtschaft-

S.E. Chae-Hyun Shin, Botschafter der Republik Korea, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Außenminister Alexander Schallenberg / Foto: BKA / Dragan Tatic

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liche Aktivitäten verringert. Darüber hinaus hat sich meine Regierung mit der internationalen Gemeinschaft zusammengetan, um das globale finanzielle Sicherheitsnetz zu stärken. Der Standpunkt der koreanischen Regierung steht im Einklang mit dem G20-Gipfel am 26. März, bei dem sich die Staatsoberhäupter aus den wichtigsten Ländern verpflichtet haben, alle politischen Instrumente einzusetzen, um die Weltwirtschaft gegen COVID-19 zu schützen. Es ist beeindruckend, dass die österreichische Regierung wie die koreanische Regierung die Situation von Anfang an durch proaktive Maßnahmen unter der entscheidenden Führung von Bundeskanzler Kurz stabilisiert hat. Ich schätze die Einführung der 38-Milliarden-EuroWirtschaftspakete durch die österreichische Regierung zur Sicherung der nachhaltigen Entwicklung einer Wirtschaft und Gesellschaft, die unter den Auswirkungen von COIVD-19 leidet. Ich begrüße auch die erheblichen Anstrengungen der österreichischen Regierung zum Schutz des Arbeitsmarktes und kleiner Unternehmen, zumal KMU das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft bilden. Ich hoffe, dass diese Wirtschaftspolitik und -maßnahmen im Interesse der von ihnen abhängigen Mitarbeiter, Unternehmen und Familien zum Erfolg führen. Die koreanische Regierung ist der Ansicht, dass der effektivste Weg, um auf diese COVID-19-Situation zu reagieren, darin besteht, dass sich die internationale Gemeinschaft im Geiste der Solidarität zusammenschließt und kollektive Weisheit und angemessene Stärken in allen Ländern bündelt. Gerade weil wir mit solch herausfordernden und beispiellosen Umständen konfrontiert sind, müssen wir den wesentlichen Fluss des internationalen Wirtschaftsaustauschs aufrechterhalten und die globalen Lieferketten stärken. Aus dieser Perspektive denke ich, dass wir konzertierte Anstrengungen unterneh-

Text: Svetlana Nenadovic-Glusac Foto: Lisa Kapici und Carina Karlovits / HBF

S.E. Chae-Hyun Shin, Botschafter der Republik Korea: Wie Bundeskanzler Kurz kürzlich erwähnte, hat Korea bereits in den frühen Stadien der COVID-19Pandemie eng mit Österreich zusammengearbeitet


men müssen, um die Wirtschaftstätigkeit schrittweise wiederzubeleben und die Bewegung von geschäftstätigen Personen so weit wie möglich sicherzustellen, ohne die notwendigen Quarantänemaßnahmen jedes Landes zu beeinträchtigen. Ich gehe davon aus, dass Korea und Österreich, die eine robuste Demokratie und einen offenen Multilateralismus unterstützen, eine führende Rolle bei der Förderung dieser Bemühungen spielen werden. Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Aufgrund der COVID-19-Situation habe ich einen reduzierten offiziellen Zeitplan mit weniger Veranstaltungen und mehr privater Zeit. Ich habe diese Zeit genutzt, um meine Botschaftsarbeit umfassend zu überprüfen, zu verbessernde Dinge zu identifizieren und Pläne für die Zukunft zu schmieden. Ich hatte auch die Gelegenheit, mein Verständnis der österreichischen historischen Entwicklung durch das Lesen relevanter Bücher zu vertiefen. Seit meiner Ankunft im Juni letzten Jahres war ich nicht nur damit beschäftigt, die bilateralen Beziehungen zu Österreich zu fördern, sondern nahm auch an vielen multilateralen Diplomatietreffen und Veranstal-

tungen hier in Wien teil. Mit dieser neu gewonnenen Freizeit habe ich die Chance, den Charme des Wiener Frühlings zu schätzen. Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

In der Krise haben Korea und Österreich neue Möglichkeiten für Solidarität und Zusammenarbeit entdeckt, die für beide Länder künftig ein wichtiges diplomatisches Kapital darstellen werden. Vor diesem Hintergrund möchte ich nach dem Ende dieser COVID-19-Krise daran

arbeiten, ein bilaterales Verhältnis zwischen Korea und Österreich zu einem zukunftsorientierteren und sich gegenseitig ergänzenden Verhältnis zu entwickeln. Als zwei der besten Beispiele für den Kombattanten COVID-19 haben Korea und Österreich das Potenzial, aus der aktuellen Krise heraus ein Zeitfenster zu schaffen. Koreas modernste Anwendungen der BioGesundheitstechnologie wurden mit seinem Testkit und den DurchfahrtsTest- und Behandlungseinrichtungen hervorgehoben. Ich gehe davon aus, dass die Zusammenarbeit mit Öster-

reich, einem traditionellen Marktführer in der Medizin mit vielen Nobelpreisträgern für Medizin, Synergien schafft, die beiden Ländern zugute kommen und wichtige Beiträge für die Welt leisten. Tatsächlich hat die Moon Jae-inAdministration der Republik Korea mit dem Aufkommen der 4. Ära der industriellen Revolution einen Prioritätspfad in den drei vielversprechenden zukunftsführenden Sektoren - der Systemhalbleiter-, Bio-Gesundheits- und zukünftigen Autoindustrie - hergestellt. Als Bundeskanzler Kurz letztes Jahr Seoul besuchte, waren sich Präsident Moon und Bundeskanzler Kurz einig, dass Korea und Österreich in dieser vierten Ära der industriellen Revolution eng zusammenarbeiten würden, indem sie Koreas weltbekannte Fähigkeiten bei der Industrialisierung und Kommerzialisierung von IT und Hightech harmonisch miteinander verbinden mit Österreichs komparativen Vorteilen in Grundlagenforschung und Technologie. Ich hoffe aufrichtig, dass diese COVID-19-Situation früher oder später vorbei ist, und ich wünsche den Menschen in Korea und Österreich, dass sie gesund und sicher bleiben und bis dahin alles Gute!

Austria Special Nationalfeiertage & Kulturveranstaltungen So hat das Leben in Wien vor der Corona-Zeit ausgesehen… … und hoffentlich wird es bald wieder so sein…

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Text: Svetlana Nenadovic Glusac

10 Nationalfeiertag der Islamischen feb

Republik Iran

Anlässlich des Nationalfeiertages der Islamischen Republik Iran luden Hamid Reza Madad, Charge d›Affaires der Islamischen Republik Iran, und S.E. Kazem Gharib Abadi, Botschafter und Ständiger Vertreter der Islamischen Republik Iran bei den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen, zum Empfang ein. Der Empfang fand am 10. Februar in der Wiener Residenz des iranischen Botschafters in Wien statt.

Der Einladung der iranischen Botschaft in Wien folgten viele Diplomaten und Diplomatinnen des Diplomatischen Korps sowie Vertreter der österreichischen Regierung. Zuerst begrüßte die versammelten Gäste Herr Madad, dann hielt Herr Ali Akbar Salehi, Leiter der Atomenergie-Organisation des Irans, seine Begrüßungsrede. Dem offiziellen Teil folgte ein Empfang, bei dem Spezialitäten aus dem fernen Iran serviert wurden.

Hamid Reza Madad, Charge d‘Affaires der Islamischen Republik Iran, und der Militärattaché haben die Gäste in der Residenz empfangen.  

Ali Akbar Salehi, Leiter der Atomenergie-Organisation Iran, ist aus Teheran angereist und hat die Begrüßungsrede gehalten.

S.E. Dr. Arthur Winkler-Hermaden, Botschafter des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres und Hamid Reza Madad, Stellvertretender Botschafter von Iran

HarunAydogdu, Militärattaché (Türkei), Oberstleutnant Sascha Paul Waleska (Österreich) I.E. Khojesta Fana Ebrahimkhel, Botschafterin und Disko Matic, Militärattaché (Bosnien und der Islamischen Republik Afghanistan und S.E. Herzegowina) (v.l.n.r.) Bakar Fattah Hussen, Botschafter des Irak

Gesandter Mag. Axel Wech, Bundesministerium Europa, Integration und Äußeres und S.E. Dr. Arthur Winkler-Hermaden, Botschafter des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres

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Oberstleutnant Sascha Paul Waleska mit Militärdiplomaten

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Viele sind der Meinung, dass die besten Pistazien aus dem Iran stammen.


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Text: Svetlana Nenadovic Glusac

11 Geburtstag Seiner Majestät

Kaisers Naruhito von Japan wurde in Wien gefeiert feb

Aus Anlass des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers Naruhito von Japan luden S.E. Akira Mizutani, Botschafter von Japan, sowie der Ständige Vertreter von Japan bei den Internationalen Organisationen, S.E. Botschafter Takeshi Hikihara, mit Gattin Hammi Hikihara zum Empfang ein. Die Feierlichkeiten fanden am 11. Februar in der Residenz des Botschafters, für den es gleichzeitig der erste Empfang seit seinem Dienstantritt im Jänner war, statt.

Der offizielle Teil begann mit wunderbar gesungenen Hymnen Österreichs und Japans, und der neue Botschafter S.E. Mizutani begrüßte die zahlreichen Gäste mit einer Rede auf deutsch, anschließend übernahm S.E. Hikihara das Wort. Bei dem Empfang waren zahlreiche Vertreter des Diplomatischen Korps und der österreichischen Regierung anwesend sowie angesehene japanische Bürger, die in Wien leben.

Seine Majestät Kaiser Naruhito von Japan

Begrüßungsrede S.E. Akira Mizutani, Botschafter von Japan

S.E. Akira Mizutani, Botschafter von Japan, sowie der Ständige Vertreter von Japan bei den Internationalen Organisationen, S.E. Botschafter Takeshi Hikihara, mit Gattin Hammi Hikihara

Oberst Ernst Bachner, Leiter des Militärischen Protokolls, S.E. Mag. Enno Drofenik, Chef des Protokolls beim Cav. Marco Mercuri und S.E. Dr. Ivan Sirakov, Botschafter von Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres mit Gattin Bulgarien, mit Gattin

S.E. Jose Antonio Marcondes de Carvalho, Botschafter Föderative Republik Brasilien, S.E. Nebojsa Rodic, Botschafter Serbiens mit Gattin und S.E. Nenad Kolev, Botschafter der Republik Nordmazedonien

S.E. Akira Mizutani, Botschafter von Japan, und S.E. Sergio Barbanti, Botschafter Italiens

Am Abend wurden die weltberühmten Spezialitäten aus Japan serviert: Sushi, Maki und Sashimi, dazu wurde Sake getrunken

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Text: Svetlana Nenadovic Glusac

13 Nationalfeiertag der Republik

Serbien und Tag der serbischen Streitkräfte feb

S.E. Nebojsa Rodic, Botschafter der Republik Serbien in Österreich, und I.E. Roksanda Nincic, Ständige Vertreterin Serbiens bei der OEBS und anderen internationalen Organisationen in Wien, luden zum Empfang anlässlich des Nationalfeiertages der Republik Serbien und gleichzeitig des Tages der serbischen Streitkräfte ein. Am 13. Februar folgten viele der Einladung des Botschafters Rodic und erschienen in den wunderbaren Sofiensälen in großer Zahl. Unter den fast 800 Gäste waren zahlreiche Diplomaten, Vertreter der österreichischen Regierung sowie erfolgreiche Unternehmer aus beiden Ländern und der serbischen Diaspora.

Für diesen Anlass entschieden sich S.E. Botschafter Rodic und seine Ehefrau Jana für die alte nationale serbische Tracht, was Sympathie bei den Anwesenden auslöste. Die Feierlichkeiten begannen mit den Hymnen Serbiens und Österreichs, dann folgte die Begrüßungsrede von S.E. Nebojsa Rodic, gefolgt von einem kurzen Kulturprogramm aus Serbien. Nach dem offiziellen Teil folgte ein Empfang in der wunderbaren Kulisse der Sofiensäle, bei dem serbische Spezialitäten, der weltberühmte serbische Schnaps „Sliwowitz“ und die besten Weine aus dem Serbien serviert wurden.

S.E. Nebojsa Rodic, Botschafter der Republik Serbien in Österreich mit Gattin und Kindern - sie haben sich für die alte nationale serbische Tracht entschieden

, Wunderbare Kulisse der Sofiensäle

S.E. Mag. Enno Drofenik, Chef des Protokolls beim Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres und S.E. Akira Mizutani, Botschafter von Japan

Mit dabei: Marko Cadez, Präsident der Wirtschaftkammer Serbiens, und Nada Knezevic, Direktorin der Wirtschaftkammer Serbiens in Wien

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S.E. Nebojsa Rodic, Botschafter der Republik Serbien in Österreich

Militärattaché Zeljko Bosanac (Serbien), Botschafter der Russischen Föderation S.E. Dmitrij Ljubinskij, General Robert Brieger, Chef des Generalstabes des Bundesheeres und Oberst Ernst Bachner, Leiter des Militärischen Protokolls

S.E. Salah Abdel Shafi, Botschafter des Staates Palästina, S.E. Jose Antonio Marcondes de Carvalho, Botschafter Föderative Republik Hoher Besuch - Chef des Generalstabes des Bundesheeres und Oberst Ernst Bachner und Militärattaché Zeljko Bosanac (Serbien) Brasilien und Frau und Herr Caligaris


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Text: Svetlana Nenadovic Glusac

18 Ausstellungseröffnung

„Raumentfernung“ der nordmazedonischen Künstlerin Tanja Balac feb

S. E. Nenad Kolev, Botschafter Nordmazedoniens in Österreich, lud zur Ausstellungseröffnung „Raumentfernung“ der nordmazedonischen Künstlerin Tanja Balac ein. Die Ausstellungseröffnung fand in den Räumlichkeiten der nordmaze-

donischen Botschaft in Wien statt, und viele Kunstliebhaber aus dem Diplomatischen Korps folgten der Einladung von Botschafter Kolev. Nach dem offiziellen Teil folgte ein kleiner Empfang unter Freunden, bei dem Weine aus Nordmazedonien serviert wurden. Botschafter unter sich: S.E. Roland Bimo

Begrüßungsrede von S. E. Nenad Kolev, Botschafter Nordmazedoniens und und die nordmazedonische Künstlerin Tanja Balac

(Albanien), S.E. Nenad Kolev (Nordmazedonien)

S.E: Kolev und S.E. Dr. Kemal Kozaric, Botschafter von Bosnien und Herzegowina

S.E. Roland Bimo, Botschafter von Albanien, Frau und Herr Caligaris und Dr. Ernst Huber (WKO)

03 Klarinetten-Duo aus

mar

Klarinetten-Duo Gjorevski-Bakrevski aus Nordmazedonien

Die versammelten Gäste begrüßte auch der Direktor der Diplomatischen Akademie Emil Brix.

Nordmazedonien wiederholt in Wien

Am Dienstag, dem 3 März, lud S.E. Herr Nenad Kolev, Botschafter der Republik Nordmazedonien zum Konzert der nordmazedonischen Künstler Risto Gjorevski und Igor Bakrevski ein. Tatsächlich handelt sich um das zweite Konzert des Klarinetten-Duos, das schon im Dezember in Wien aufgetreten ist, aber wegen dem großen Interesse wiederholt und von der nordmazedonischen Botschaft in Wien dieses Mal in der Diplomatischen

Akademie Wien organisiert wurde. Am Anfang des Abends begrüßte die versammelten Gäste S.E. Botschafter Kolev mit einer Rede, dann folgte die Rede vom Direktor der Diplomatischen Akademie Emil Brix. Im Programm des KlarinettenDuos fanden sich Stücke von Levere, Both, Weber, Rossini und Mozart, aber den meisten Applaus ernteten die Künstler nach der Aufführung des berühmtesten nordmazedonischen Volksliedes „Jovano, Jovanke“.

Botschafter unter sich: S.E. Nebojsa Rodic (Serbien) mit Gattin, S.E. Sergio Barbanti, (Italien) mit Gattin, S.E. Nenad Kolev (Nordmazedonien), S.E. Emil Brix, Direktor der Diplomatischen Akademie, und S.E. Roland Bimo (Albanien)

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20 Das war der

64. Wiener Opernball feb

Wenn im Februar vor der Wiener Staatsoper der rote Teppich ausgerollt wird, die zahlreichen Damen in wunderbar pompöser Robe aus Seide, Satin und Spitze in Begleitung von Gentlemen in Frack, Hand in Hand graziös über den Ring marschieren - dann kann das nur eines bedeuten – es ist Opernball. Die alte Grand Dame auf dem Ring erschien heuer verziert mit tief violetten Blumen geschmückt und war bereit für eine weitere Nacht der Nächte. Dieses Jahr stand der Opernball im Zeichen der «Königin der Nacht» aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“, 144 Paare -Jungdamen und Jungherren eröffneten den 64. Opernball und 5150 Ballgäste tanzten bis zum Morgengrauen. Stars aus Oper und Ballet, internationale Gäste aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, hochrangige österreichische Politiker sowie Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Gattin Doris Schmidauer auf dem Balkon, machten den Opernball zu einem Großereignis der Superlative und gleichzeitig dem einzigartigsten Ball auf der ganzen Welt.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit Gattin Doris Schmidauer, Organisatorin des Opernballs Maria Großbauer und Dominique Meyer, Direktor der Wiener Staatsoper / Foto: Peter Lechner/HBF

Jungdamen und Jungherren, Christoph Santner und Maria Santner Foto: Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit Gattin Doris Schmidauer, Organisatorin des Opernballs Maria Großbauer und Dominique Meyer, Direktor der Wiener Staatsoper / Foto: Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Piotr Beczala, Maria Großbauer, Aida Garifullina, Dominique Meyer, James Conlon, Ensemblemitglieder der Wienerstaatsoper / Foto: Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsballet mit Maria Großbauer und Dominique Meyer Foto: Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Debütantinnen / Foto: Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Wiener Staatsballet / Foto: Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

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Text: Svetlana Nenadovic Glusac

Piotr Beczala und Aida Garifullina / Foto: Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

James Conlon und das Orchester der Wiener Staatsoper Foto: Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

James Conlon und das Orchester der Wiener Staatsoper Foto: Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Es heißt Abschied nehmen – für Dominique Meyer, Direktor der Wiener Staatsoper und Ball-Organisatorin Maria Großbauer - das war ihr letzter Ball Foto: Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit Gattin Doris Schmidauer, Wiener Bürgermeister Dr. Michael Ludwig mit Gattin Irmtraud Rossgatterer und Mag.a Johanna Mikl-Leitner, Niederösterreichs Landeshauptfrau / Foto: Peter Lechner/HBF

Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit Gattin Doris Schmidauer und Bundesminister Alexander Schallenberg mit Gattin / Foto: Peter Lechner/HBF

Zeit für ein Selfie muss sein - Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit Gattin Doris Schmidauer / Foto: Peter Lechner/HBF

Künstlerinnen und Künstler / Foto: Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn

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Text: Svetlana Nenadovic Glusac

20 Konzert zum

slowenischen Kulturfeiertag im Mozarthaus feb

Die Botschaft der Republik Slowenien in Wien und das Slowenische Kulturinformationszentrum in Österreich SKICA luden anlässlich des slowenischen Kulturfeiertages zum feierlichen Konzert ein. Das feierliche Konzert fand am 20. Februar im Mozarthaus statt, und viele Diplomaten folgten der Einladung von Botschafterin Skrilec. Marjana Prvinšek Bokal, Stellvertreterin der Botschafterin der Republik Slowenien in der Republik Österreich wandte sich mit einem Grußwort an die versammelten Gäste, dann folgte die Festrede Mag. Zoran Poznič, Minister für Kultur der Republik Slowenien, der zu diesem wichtigen Anlass nach Wien angereist war. Für das exzellente musikalische Erlebnis an diesem Abend im Mozarthaus sorgten:  Rok Zaletel Černoš (Violine), Urban Stanič (Klavier), Daniel Strahilevitz (Klavier) und die wunderbare Sopranistin Jerica Steklasa.

Begrüßungsrede: Marjana Prvinšek Bokal, Stellvertreterin der Botschafterin der Republik Slowenien in der Republik Österreich

Hoher Besuch aus Slowenien - die Festrede hat Mag. Zoran Poznič, Minister für Kultur der Wunderbarer Auftritt talentierter Jungmusiker Republik Slowenien gehalten. aus Slowenien

27 Abschiedsempfang von Sri Lankas

feb

Viele Diplomaten-Kollegen kamen, um Abschied von Saroja Sirisena zu nehmen: S.E. Dato ‘Ganeson Sivagurunathan, Botschafter Malaysia, Subhash P. Gupta, Charge d‘Affaires von Indien mit Gattin, Botschafterin I.E. Saroja Sirisena, S.E. Prakash Kumar Suvedil, Botschafter von Nepal mit Gattin und S.E. Mag. Enno Drofenik, Chef des Protokolls beim Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten

Abschied von Botschafterin I.E. Saroja Sirisena - S.E. Mag. Enno Drofenik, Chef des Protokolls beim Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten

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Botschafterin I.E. Saroja Sirisena

Am 27. Februar fand im Wiener Innenstadthotel Marriott der Abschiedsempfang für die Botschafterin von Sri Lanka, I.E. Saroja Sirisena, statt. Die Botschafterin Sirisena, die in Wien seit Juli 2019 im Amt war, verabschiedete sich an diesem Tag von den Kollegen aus dem Wiener Diplomatischen Korbs.

Auch wenn Sie nicht lange in Wien gelebt und gearbeitet hatte, kamen viele DiplomatInnen, um Abschied von Botschafterin Sirisena zu nehmen. Die Redaktion des Magazins Diplomacy and Commerce Austria wünscht der Botschafterin viel Glück und sagt „Auf Wiedersehen“!

I.E. Saroja Sirisena, Botschafterin Sri Lanka und Svetlana Nenadovic-Glusac, Direktorin Diplomacy and Commerce Austria


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Text: Svetlana Nenadovic Glusac

27 176. Jahrestag seit der

Unabhängigkeit der Dominikanischen Republik feb

I.E. Lourdes Victoria-Kruse, Botschafterin der Dominikanischen Republik in Österreich, und Ständige Vertreterin bei den Internationalen Organisationen in Wien, lud zum Empfang im Namen des 176. Jahrestages seit der Unabhängigkeit der Dominikanischen Republik. Der Empfang fand am 27. Februar im Palais Schönborn-Batthyany statt. Der Einladung von Botschafterin

Begrüßungsrede von Botschafterin Victoria-Kuse

Victoria-Kruse folgten viele Diplomatinnen und Diplomaten sowie Vertreter der österreichischen Regierung und erschienen in großer Zahl. Nach der Begrüßungsrede von Botschafterin Victoria-Kuse und den Hymnen beider Länder folgte ein Empfang, bei dem, durch die Spezialitäten und Getränken die serviert wurden, das Flair der Karibik in den barocken Saal des Palais SchönbornBatthyany gezaubert wurde.

S.E. Mag. Enno Drofenik, Chef des Protokolls beim Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, Botschafterin Victoria-Kuse und Dr. Elisabeth Kehrer, Gesandte und Leiterin der Abteilung für Amerika ( Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten

Der imperiale und barocke Saal des Palais Schönborn-Batthyany

I.E. Gloria Navarrete Botschafterin von Chile, I.E. Lourdes Victoria-Kruse und S.E. Miguel Camilo Ruiz Blanco, Botschafter von Kolumbien

I.E. Lourdes Victoria-Kruse, Botschafterin der Dominikanischen Republik mit Kollegen und S.E Yousuf Ahmed Hamed Al Jabri, Botschafter des Oman

Botschafter unter sich: S.E. Haytham Abdulmomen Shoja´aadin (Jemen), S.E. Juan Carlos Viglione (Uruguay), S.E. Dato ‘Ganeson Sivagurunathan (Malaysia), S.E. Shin Chae-hyun, Republik Korea mit Gattin und S.E. Salah Abdel-Shafi, Botschafter von Palästina

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Veranstaltungen

28 Wenn der Orient auf den Okzident

trifft - Eröffnung der Österreichisch-Arabischen Kultursaison feb

Das Bundesministerium für Europäische und internationale Angelegenheiten und die Liga der arabischen Staaten luden am 28. Februar zur Auftaktveranstaltung der Österreichisch-Arabischen Kultursaison, unter dem Motto - Kulturelle Partnerschaften und historische Verbindungen, ein. Die Veranstaltung der Österreichisch-Arabischen Kultursaison fand im MuTh, alias Musik und Theater – Konzertsaal der Wiener Sängerknaben, statt. Am Abend kamen viele Diplomaten aus der „Liga der arabischen Staaten“ sowie Vertreter aus dem Bundesministerium für Europäische und internationale Angelegenheiten und zahlreiche weitere Gäste in das MuTh. Die Eröffnungsrede hielt S.E. Samir Koubaa, Botschafter und Leiter der Mission der Liga der arabischen Staaten mit Sitz in Wien, und  verlas die Rede des Generalsekretärs der Liga der arabischen Staaten, S.E. Ahmed Aboul Gheit, an die Versammelten.

„Ich danke herzlich für die Organisation der Arabisch-Österreichischen Kultursaison, die eine wichtige Veranstaltung darstellt und die zum ersten Mal in Österreich stattfindet. Ziel der Veranstaltung ist es, die Vielfalt des arabischen Kulturerbes in Österreich hervorzuheben, sowie die österreichische Kultur und Zivilisation den arabischen Ländern näherzubringen. Dies führt zu Stärkung der bilateralen historischen Beziehungen“ – erwähnte Generalsekretär Gheit in seiner Rede. „Ich bin überwältigt von diesem wertvollen Moment: Mit besonderen Gefühlen vermischen sich Freude, Wertschätzung und Dankbarkeit für Ihre Anwesenheit. Ich möchte Ihnen allen ganz fest die Hände schütteln und mich herzlich bei jedem Einzelnen bedanken, dass Sie mit Ihrer Anwesenheit dieser Feierlichkeit noch zusätzlichen Wert und Wärme verliehen haben“ – sagte am Anfang seiner Rede S.E. Azzeddine Farhane, Botschafter von Marokko und Präsident des Rates der arabischen Botschafter. „Anlass dieser Begeg-

„Al-Durya Band“ aus Saudi-Arabien

Höhepunkt des Abends war der gemeinsame Auftritt von der marokkanischen Sängerin Karima Skalli und den Wiener Sängerknaben

MuTh, alias Musik und Theater – Konzertsaal der Wiener Sängerknaben

Karima Skalli & Band

S.E. Samir Koubaa, Botschafter und Leiter der Mission der Liga der arabischen Staaten in Wien, S.E. Mohamed Mezghani, Botschafter von Tunesien, und S.E. Salah Abdel Shafi, Botschafter des Staates Palästina S.E. Bakar Fattah Hussen, Botschafter des Irak

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S.E. Salah Abdel Shafi, Botschafter des Staates Palästina, I.E. Leena Nayef Shaher Al Hadid, Botschafterin des Haschemitischen Königreichs Jordanien, und S.E. Haytham Abdulmomen Shoja´aadin, Botschafter des Jemen


Text: Svetlana Nenadovic Glusac

„El Gharnatia“ aus Algerien.

Köstlichkeiten aus den UAE

Wiener Sängerknaben

Kekse aus Marokko

Falafel und Hummus aus Palästina

Süßigkeiten aus Algerien und Österreich

Team aus VAE

nung hier ist die Eröffnung und der Beginn der Arabisch-Österreichischen Kultursaison 2020. Diese wird unter dem Motto „Kulturelle Partnerschaften und historische Verbindungen“ abgehalten, ein Motto das als Grundlage für die gemeinsamen geschichtlichen, kulturellen und menschlichen Werte steht, die das österreichische und arabische Volk zusammenführen“ – fügte Botschafter Farhane hinzu. Es gab Auftritte von der „AlDurya Band“ aus Saudi-Arabien, der „Rachid Teroual Troup“ aus Marokko, von Karima Skalli & Band, den Wiener Sängerknaben und „El Gharnatia“ aus Algerien. Höhepunkt des Abends war der gemeinsame Auftritt von der marokkanischen Sängerin Karima Skalli und den Wiener Sängerknaben – die den wunderbaren Abend unvergesslich machten und zeigten, dass wenn der Orient den Okzident trifft, ein wunderbarer Zauber entsteht.

Nach dem Konzert fand ein Empfang statt, ein Mix aus Kultur und Kulinarik aus Österreich und den Ländern der Arabischen Liga (Haschemitisches Königreich Jordanien, Vereinigte Arabische Emirate, Tunesien, Demokratische Volksrepublik Algerien, Königreich Saudi-Arabien, Sudan, Irak, Sultanat Oman, Palästina, Katar, Kuwait, Libanon, Libyen, Ägypten, Königreich Marokko und Jemen), dem zahlreiche Besucher beiwohnten.

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Veranstaltungen

Text: Svetlana Nenadovic Glusac

03 Nationalfeiertag der Republik

MAR

Bulgarien

Anlässlich des bulgarischen Nationalfeiertags luden S.E. Dr. Ivan Sirakov, Botschafter der Republik Bulgarien in Österreich, und I.E. Emilia Kraleva, Botschafterin und Ständige Vertreterin der Republik Bulgarien bei den Internationalen Organisationen, ein. Viele Diplomatinnen und

Diplomaten sowie Vertreter der österreichischen Regierung folgten der Einladung und erschienen in großer Zahl. Nach den Hymnen beider Länder und den Reden von Botschafter Sirakov und der Botschafterin Kraleva folgte ein Empfang bei dem Weine aus Bulgarien serviert wurden.

S.E. Dr. Ivan Sirakov, Botschafter der Republik Bulgarien in Österreich, und I.E. Emilia Kraleva, Botschafterin und Ständige Vertreterin der Republik Bulgarien bei den Internationalen Organisationen

Begrüßungsrede S.E. Dr. Ivan Sirakov

Botschafter unter sich: S.E. Antonio De Almeida Ribeiro, Botschafter von Portugal, S.E. Sergio Barbanti, Botschafter von Italien, und Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Pedro Lopez Quintana

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Text: Svetlana Nenadovic Glusac

05 30. Unabhängigkeitstag der

mar

Republik Litauen

Anlässlich des 30. Jahrestages der Wiedererlangung der Unabhängigkeit der Republik Litauen luden S.E. Donatas Kušlys, Botschafter der Republik Litauen, und S.E. Aurimas Taurantas, Botschafter und Ständiger Vertreter der Republik Litauen bei den Internationalen Organisationen, zu einem Empfang ein. Der Empfang unter dem Motto „Believe in Freedom“ fand am 5. März im Camineum der Österreichischen Nationalbibliothek statt, und viele Diplomatinnen und Diplomaten

sowie Vertreter der österreichischen Regierung folgten der Einladung der litauischen Botschafter. Nach der Aufführung der Hymnen von Litauen, Österreich und der „Ode an die Freude“, die Ludwig van Beethoven komponierte und die Europäische Hymne darstellt, folgten die Reden von Botschafter Donatas Kušlys und Aurimas Taurantas. Nach dem offiziellen Teil folgte ein Empfang unter Freunden, bei dem typische litauische Spezialitäten und Weine angeboten wurden.

S.E. Donatas Kušlys, Botschafter der Republik Litauen, hat als erster die versammelten Gäste begrüßt.

S.E. Aurimas Taurantas, Botschafter und Ständiger Vertreter der Republik Litauen bei den Internationalen Organisationen, war vor 30 Jahren persönlich beim Erlangen der Unabhängigkeit dabei Interessante Aufführung aller drei Hymnen

So viele Botschafter auf einem Bild: S.E. Peter Misik (Slowakei), I.E. Veronika Erte, (Lettland), S.E. Roland Bimo (Albanien), I.E. Mag. Jolanta Roza Kozlowska (Polen), S.E. Erzbischof Dr. Pedro Lopez Quintana (Apostolische Nuntius), S.E. Ivan Sirakov (Bulgarien) und S.E. Antonio De Almeida Ribeiro (Portugal) Litauische Spezialität – eine Art Baumkuchen

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Veranstaltungen

Text: Svetlana Nenadovic Glusac

09 Schätze Ägyptens: Durch den

mar

Tanz nach Ägypten gezaubert

Anlässlich der ÖsterreichischArabischen Kultursaison luden S.E. Omar Amer Youssef, Botschafter der Arabischen Republik Ägypten mit Gattin, in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro Ägyptens zur Veranstaltung unter dem Motto „Schätze Ägyptens“ ein. Der Event „Treasures of Egypt“ fand am 9. März im Palais Berg statt und beinhaltete den wunderbaren Auftritt der Folklore Truppe „Reda“, die nur aus diesem Grund aus Ägypten angereist war. Zu Beginn der Veranstaltung hielt

I.E. Dr. Teresa Indjein, Botschafterin und Sektionsleiterin für Kulturelle Auslandsbeziehungen im Bundesministerium für Europäische und internationale Angelegenheiten, ihre Eröffnungsrede,  dann folgte die Begrüßungsrede von Botschafter Amer Youssef. Das Programm war ein Hommage aus Folklore von den verschieden Regionen Ägyptens und trotzdem - oder besser gesagt – dank der Vielfalt, bildete sich eine Einheit die als Visitenkarte Ägyptens auf den ganzen Welt bekannt ist.

Für eine Stunde hat die Tanzgruppe Reda die Anwesenden auf die Reise nach Ägypten mitgenommen.

S.E. Samir Koubaa, Botschafter und Leiter der Mission der Liga der arabischen Staaten in Wien mit Gattin, S.E. Bakar Fattah Dr. Teresa Indjein, Botschafterin und Sektionsleiterin für Kulturelle Hussen, Botschafter des Irak mit Gattin, S.E. Yousuf Ahmed Auslandsbeziehungen im Bundesministerium für Europäische und Al Jabri, Botschafter des Omans und S.E. Salah Abdel-Shafi, Botschafter von Palästina (v.l.n.r.) internationale Angelegenheiten

S.E. Omar Amer Youssef, Botschafter der Arabischen Republik Ägypten

S.E. Mag. Enno Drofenik, Chef des Protokolls beim Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, I.E. Dr. Teresa Indjein, Botschafterin und Sektionsleiterin für Kulturelle Auslandsbeziehungen im S.E. Haytham Abdulmomen Shoja´aadin, Botschafter von Jemen, Bundesministerium für Europäische und internationale Angelegenheiten und S.E. Der Apostolische Nuntius, Erzbischof S.E. Ibrahim Assaf, Botschafter der Republik Libanon mit Gattin, Dr. Pedro Lopez Quintana S.E. Mohamed Mezghani und Botschafter von Tunesien (v.l.n.r.)

E. Leena Nayef Shaher Al Hadid, Botschafterin des Haschemitischen Königreichs Jordanien und S.E. Azzeddine Farhane, Botschafter von Marokko mit Gattin (v.r.n.l.)

Erzherzogin Camilla Habsburg-Lothringen und S.E. Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Pedro Lopez Quintana

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S.E. Yousuf Ahmed Al Jabri, Botschafter des Omans, I.E. Frau Lourdes Victoria-Kruse, Botschafterin der Dominikanischen Republik, S.E. Haytham Abdulmomen Shoja´aadin, Botschafter von S.E. Omar Amer Youssef, Botschafter der Arabischen Republik Jemen und S.E. Salah Abdel-Shafi, Botschafter von Palästina (v.l.n.r.) Ägypten mit Gattin und Sohn


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