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24. Ausgabe Dezember 2012

STRESS

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Schlaflos

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Afrika macht Schule

In einer gestressten Welt ist sogar die Stressregulationstrainerin gestresst - Evi G. im Gespräch.

Was als Maturaarbeit begann, entwickelt sich zu einer Erfolgsgeschichte.

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Hypnose: ein Selbstversuch Unser Redaktor wagte den Selbstversuch und berichtet Ăœberraschendes.


INHALT

24. Ausgabe, Dezember 2012

EDITORIAL

IMPRESSUM

seite 03: die warte

REDAKTION verein dieperspektive, zentralstrasse 167, simon jacoby, conradin zellweger, manuel perriard, 8003 zürich TEXT

HINTERGRUND

p.w. | s.a.j. | c.w. | m.b. | ? | c.b. | n.h. | s.k. | s.s. | m.j. | j.c. | k.y. | g.b. | a.h.b. ILLUSTRATION / BILD

seite 04: das duell #14 - stress seite 05: für eine demokratische volkswahl des bundesrates seite 06: velowege für alle seite 07: afrika macht schule

a.k. | m.j. | f.b. | s.k. | g.b. COVER florence bernays LAYOUT per rjard LEKTORAT

KULTUR

cornelia reinhard & noemi heule WEBDESIGN

seite 08: liebe, hass und eifersucht

conradin zellweger REDAKTIONSMITARBEITER selina howald & jonas ritscher & konstantin furrer

STRESS

DRUCK zds zeitungsdruck schaffhausen ag

seite 09: stress - arschloch seite 10: schlaflos seite 12: der mann mit dem streichholz seite 14: jetzt bloss kein stress seite 15: stress ist seite 16: stress - eine selbstreportage seite 17: aaarrg! seite 18: wenn stress ein synonym für sorge wäre seite 19: hypnose: ein selbstversuch seite 20: select seite 21: stress

AUFLAGE 4000 ARTIKEL EINSENDEN artikel@dieperspektive.ch WERBUNG simon@dieperspektive.ch ABO abo@dieperspektive.ch LESERBRIEFE leserbriefe@dieperspektive.ch THEMA DER NÄCHSTEN AUSGABE hippie GÖNNERKONTO

KREATIVES

pc 87-85011-6, vermerk: gern geschehen REDAKTIONSSCHLUSS

seite 22: dream on dreamer seite 23: der jens steht vor der tür seite 24: das jöggeli-turnier

donnerstag 3. januar 2013, 23.55 uhr

Illustratorin des Monats

Name: Florence Bernays Über mich: Jungillustratorin Express the Craziness, thats what i do with my work www.fbernays.webnode.at Seiten: 1 | 16 | 18 & 23 Vielen Dank an Florence Bernays für die Illustrationen zu den Texten und das Titelbild. Möchtest auch du das Titelbild gestalten und die Texte grafische unterlegen? Melde dich auf info@dieperspektive.ch

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EDITORIAL

24. Ausgabe, Dezember 2012

Die Warte Wir begegnen im Alltag einer Vielzahl an Stresssituationen. Unsere Reaktion auf Stress ist oft nicht minder stressig als die Ausgangslage selber. Wir bekommen ein gestresstes Telefonat von unserem Chef und eilen mit dementsprechender Unruhe dem Problem hinterher. Aber Stress lässt sich nicht immer mit seinen eigenen Waffen schlagen. Das Verb warten erscheint uns in den meisten Fällen wenig attraktiv. Es drängt den Tuenden in eine passive Rolle. Macht ihn also eher zu einem Nicht-Tuenden. Vom Begriffsursprung her ist dies jedoch keineswegs gerechtfertigt. Warten kommt von "Ausschau halten", "aufpassen" und "erwarten". Der Vorwurf, dass Wartende sich vor den Konsequenzen ihrer Taten fürchten, also feige sind, ist oft nicht zutreffend. Denn in einer scheinbar aussichtslosen, stressigen Situation etwas zu tun, ist nicht schwierig. Egal was man tut, es wird sicher besser sein, als nichts zu tun. Je schneller die Tat kommt, desto besser. Sollte sich die Tat im Nachhinein als Fehler erweisen, glaubt man zumindest, alles in seiner Macht stehende unternommen zu haben, um die Situation zu verbessern. Wehe, man muss das Scheitern der eigenen Untätigkeit zuschieben. Auf einem mittelalterlichen Beobachtungsturm, einer sogenannten Warte, stand man nicht, um sich seinem Schicksal hinzugeben. Vielmehr versuchte man, sich darauf in eine gute Position zu bringen, um dort den richtigen Moment abzuwarten. Man wartete aktiv. Man zwang den Gegner den nächsten Schachzug zu machen. Wartend Probleme zu

lösen erscheint uns oft schwierig. Es zeugt jedoch von der Fähigkeit einen kühlen Kopf zu bewahren. Der Wartende steht mit dem Wissen da, dass das Zeitfenster seiner Handlungsmöglichkeit rasant kleiner wird. Die Verantwortung wird durch das Abwarten um ein Vielfaches grösser, als durch eine spontane Reaktion. Wenn man schon nicht sofort handelt, dann muss die Lösung dann aber auch stimmen - man hatte ja Zeit sich etwas Schlaues zu überlegen. Sollte man trotzdem scheitern, tut man das nun lieber mit einer durchdachten, überlegten Strategie, oder mit einer intuitiven Blitzentscheidung? Sie kennen sicherlich diese Ritterfilme: Ein übermächtiges Heer rennt auf eine kleinere Truppe zu. Der Anführer der kleinen Truppe hält seine Leute zurück. Jeder andere als der Anführer hätte längst seine Pfeile in Richtung Feind abgeschossen. Nicht aber der Anführer, welcher seine Kämpfer zum Abwarten aufruft. Abwarten ist in Stresssituationen die mutigste Tat. Ich wünsche entspannte Unterhaltung mit der Stress-Ausgabe von dieperspektive. Conradin Zellweger Für die Redaktion

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am Helvetiaplatz, Tel. 044 242 04 11, www.xenix.ch thema

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HINTERGRUND 24. Ausgabe, Dezember 2012

Das Duell #14 - Stress {Text} * Simon A. Jacoby und Peter Werder

Simon Jacoby: Lieber Herr Werder. Ich hocke in der Vorlesung, Sie an der Afrikanischen Küste... Kann es sein, dass der heutige Student den grösseren Stress hat, als ein erfolgreicher Kommunikationsleiter? Peter Werder: Das hoffe ich doch. Wobei Stress nach «Work hard» klingt. Ich bevorzuge «Work smart». Danke übrigens fürs Kompliment. Es ist tatsächlich nicht einfach, erfolgreich (und stressfrei) zu sein bei all den Einschränkungen, die den heutigen Mittelstand treffen. SJ: Zählen Sie sich wirklich zum Mittelstand? Was könnten Sie denn machen, um diesem den Stress zu mindern? PW: Ich kann im Berufsleben, in der Politik und in er Erziehung weiterhin die liberale Fahne hochhalten und für so viel Freiheit wie möglich kämpfen. Wenn Sie ganz unten sind, haben Sie nichts zu verlieren - und wenn Sie ganz oben sind, ist zwar die Fallhöhe enorm, aber die Wahrscheinlichkeit des Falls gering. Der Mittelstand hat am meisten zu verlieren wegen Umverteilungswütigen wie Sie. Heute ist der Anreiz knapp unten zu bleiben viel zu gross. Der Mittelstand ist im Stress. SJ: Wie bitte?! Ich glaube, ich spinne. Logisch ist der Mittelstand im Stress. Weil es nur um Leistung geht. Non-Stop. Der Mittelständler rennt dem Geld hinterher, weil Sie und Ihre liberalen Freunde nicht für Freiheit kämpfen, sondern für die Spekulation, die der besitzenden Klasse zugutekommt. Jemand, der den Mittelstand unterstützt, ist zum Beispiel für Genossenschaften, weil die Mieten sonst schlicht zu hoch sind... PW: Die Utopie der Faulheit ist das Schlaraffenland, wo derjenige belohnt wird, der am lautesten furzt. Das ist das Gegenteil von Leistung. Leistung ist nichts Schlechtes. Und kritisiert wird das Leistungsprinzip sowieso meist von denen, welche im Leben nicht unterscheiden können zwischen Dingen, die sie ändern können, und Dingen, die sie akzeptieren müssen. Wenn der Mittelstand leistet, zahlt er Steuern. Und subventioniert zum Beispiel Ihr Studium und Ihre Krankenkasse. SJ: Dafür danke ich herzlich. Leistung ist gut, solange sie nicht in zu viel Stress ausartet. Was wäre denn falsch an Genossenschaften, damit die Wohnungen für den Mittelstand erschwinglicher werden? Ist das wirklich auch Umverteilung von oben nach unten? PW:

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Wohngenossenschaften

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Schlechtes. Denn sie sind private Initiativen, somit freiwillig. Das ist aus liberaler Sicht entscheidend. SJ: Wenn der Staat sich bemüht, den Stress der Menschen zu mindern, finden Sie das per se schlecht? PW: Es ist nicht Aufgabe des Staates, das zu tun. Wenn es der Staat tut, tut er es weniger effizient. Er tut es mit bürokratischen Hürden. Der Markt wird Stressdefinitionen bereit halten und Angebote definieren, den Stress einzudämmen. Aber der Staat soll Rahmenbedingungen definieren. Arbeitszeiten pro Woche zum Beispiel. SJ: Finde ich eine gute Idee. Wie viele Stunden schlagen Sie denn vor? PW: Schweizerinnen und Schweizer arbeiten zwischen 40 und 42 Stunden pro Woche, wenn sie angestellt sind - Ärztinnen etwas mehr. Wenn Sie das auf ein Jahr hochrechnen, kommen Sie auf etwa 1900 Stunden pro Jahr. Im europäischen Vergleich ist das oberer Schnitt. Die Arbeitszufriedenheit in der Schweiz ist durchschnittlich, einige sind über-, andere unterfordert. Ich glaube, mit diesem Modell fahren wir nicht schlecht. Schlimmer ist es, wenn (sowieso überproportional viele) Staatsangestellte (wie in Griechenland und Frankreich) frühpensioniert werden. Das kostet den Staat Unsummen und setzt die arbeitstätige Bevölkerung unter Stress. Man sieht ja, wozu das in diesen Ländern führt. Heisst: Nicht nur die Arbeitszeit pro Woche oder pro Jahr, sondern auch die Lebensarbeitszeit ist von Bedeutung. SJ: Das ist ja alles gut und recht. Ich glaube, ich habe Ihnen Griechenland an dieser Stelle schon einmal erklärt: Jede der beiden traditionellen Parteien stellte nach der Machtübernahme zehntausende Angestellte aus den eigenen Reihen ein, ohne diejenigen der vorherigen Regierung zu entlassen. So gab es das Desaster. Das hat nichts mit links und nichts mit rechts zu tun. Sie sagen also, den Schweizer geht es durchschnittlich, sie arbeiten viel und der Mittelstand ist gestresst. Eine Lösung, wie das behoben werden könnte, bleiben Sie mir noch schuldig. Ich sehe das im Kern: Der Einfluss unserer Leistungsgesellschaft auf das Studium ist derart stark, dass es nicht mehr um Wissen und Lernen geht, sondern um eine Jagd nach Punkten. Wie in der Migros.

der irrige Glaube an den Staat. Wären gar nicht so viele Leute beschäftigt, müssten die Parteien auch nicht so viele entlassen. Würden die Leute nicht mit 50 oder 55 pensioniert, müsste der Staat nicht für sie sorgen. Genau gesagt ist es auch nicht der Staat, sondern der Steuerzahler - und somit überproportional der Mittelstand. Da haben Sie gleich sie Antwort: Schlanker Staat, weniger Stress für dem Mittelstand. SJ: Jaja, teilweise haben Sie schon Recht: Stress für den Mittelstand wegen zu vielen Frühpensionierten. Aber, die Schweiz ist nicht Griechenland. Dazu kommt etwas, das Sie leider nie wahrhaben wollen. Wie haben keinen aufgeblähten Staat. Und doch ist auch unser Mittelstand im Stress – übrigens auch die sogenannte Unterschicht, wo die Leute teilweise mehreren Jobs nachrennen müssen, nur um leben zu können. Dieser Stress kann nur gestoppt werden, wenn diese unsägliche Umverteilung von unten nach oben aufhört. Wenn das Geld aufhört, dem grossen Haufen zuzuströmen. Fazit: Wir müssen nicht die Häuserbesitzer schonen, sondern die Mieter. Wir müssen nicht die Arbeitgeber schützen, sondern die Angestellten. Da müssten Sie mir eigentlich zustimmen. PW: Umverteilt wird momentan von oben nach unten. Wir müssen die Anreize abschaffen, unten zu bleiben. Wir müssen wieder mehr Anreize schaffen, nach oben zu kommen. Oder - vor allem - in die Mitte. Wissen Sie, wieso die Schweiz nicht Griechenland ist? Weil Parteien wie die FDP dafür sorgen, dass der Staat durch Politiker wie Sie nicht weiter aufgebläht wird. SJ: Sie scheinen etwas blauäugig, lieber Herr Werder. Anreize, um unten zu bleiben? Blödsinn. Klar, es ist nicht alles gut geregelt, vieles könnte besser sein. Der überfällige Mindestlohn würde einen Grossteil des Stresses lösen und den Mittelstand nach oben verschieben. Das Duell: Beim Duell stehen sich jeden Monat Peter Werder und ein Mitglied der Redaktion zum aktuellen Thema der Ausgabe gegenüber.

* Simon A. Jacoby, 23, Co-Chefredaktor von dieperspektive, Student der Politologie und Publizistik- & Kommunikationswissenschaft und aktiver Politiker, aus Zürich * Dr. Peter Werder ist bürgerlicher Politiker, Dozent an

PW: Das griechische Problem - und das habe ich Ihnen an dieser Stelle auch schon erklärt - ist

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der Universität Zürich und leitet die Kommunikation eines Konzerns im Gesundheitswesen

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POLITKOLUMNE 24. Ausgabe, Dezember 2012

Für eine demokratische Volkswahl des Bundesrates {Text} * Cédric Wermuth

In diesen Tagen beginnt in Bern die Wintersession des Nationalrates. Die VolksvertreterInnen werden bei dieser Gelegenheit unter anderem über die SVP-Initiative «für die Volkswahl des Bundesrates» abstimmen. Die Fronten sind voraussehbar: Alle gegen die SVP, allen voran die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten. Klar ist: Die Initiative der SVP ist unbrauchbar. Nicht nur spaltet die von ihr vorgeschlagene Formel zur Berücksichtigung der Minderheiten das Land faktisch in sprachlich getrennte Wahlkreise. Vor allem fehlt im Initiativtext jegliche Aussage zur Transparenz allfälliger Kampagnenfinanzen. Der SVP geht es – einmal mehr – auch nicht wirklich um das Anliegen an sich. Die Initiative war vor allem eine Art kollektiver Psychotherapie nach der Abwahl des grossen Guru aus der Landesregierung. Und, die schludrige Formulierung ist nicht ganz ohne Absicht: So kann man sicher sein, dass das Parlament die Initiative ablehnen muss und die Partei kann sich als einzige VertreterIn der Volksrechte profilieren. Ein Muster, das wir bereits mehrmals erlebt und durchgespielt haben. Nur, so einfach ist die Sache diesmal nicht, zumindest nicht für die Linke. Mir

scheint, dass es aus progressiver Sicht eigentlich relativ schwierig ist, sich grundsätzlich gegen die Ausweitung der Volksrechte zu wehren. Schliesslich führt eine Volkswahl des Bundesrates zu einer stärkeren Rückbindung der Landesregierung. Und tatsächlich: Die bisherigen Volksinitiative für die Volkswahl des Bundesrates (1900 und 1942) wurden beide von der SP lanciert. Damals vor allem als Druckmittel, um endlich einen Sitz in der Landesregierung zu erhalten. Der Systemfehler bleibt allerdings bis heute der gleiche: Das Wahlsystem für National- und Ständerat sorgt dafür, dass die BürgerInnen heute je nach Kanton ganz unterschiedlichen Einfluss auf die Zusammensetzung der Landesregierung ausüben können. Gerne wird davor gewarnt, dass die Volkswahl des Bundesrates die vielgerühmte «Stabilität» der Schweizer Politiklandschaft in Frage stellen könnte. Das stimmt wahrscheinlich sogar, nur: Stabilität ist meistens das Argument jener, die ihre Privilegien gefährdet sehen. Der bürgerlichen Mehrheit in Bundesrat und Parlament bietet die Konkordanzregierung ein wunderbares Feigenblatt für den schleichenden Staatsabbau: Weil die SozialdemokratInnen ja in der Regierung vertreten sind, kann man die Interessendurchsetzung der

eigenen Klientel sogar als Landesinteresse verkaufen. Eine Volkswahl des Bundesrates würde die Regierungsmitglieder zu einer Klärung der Positionen zwingen – eine Situation, die der Linken nur entgegen kommen kann. Aus diesen Überlegungen werde ich in der laufenden Session eine eigene Parlamentarische Initiative für eine demokratische Volkswahl des Bundesrates einreichen. Der Initiativtext sieht vor, dass die Kampagenfinanzen offengelegt werden müssen und eine Obergrenze für Wahlkampfbudgets eingeführt wird. Es wird spannend sein zu sehen, was die Linke damit macht.

* Cédric Wermuth ist sozialdemokratischer Nationalrat aus dem Kanton Aargau, er schreibt monatlich zum Thema Politik. Antworte Cédric Wermuth auf leserbriefe@dieperspektive.ch.

Keren Cytter Leserangebot: Die Künstlerin Keren Cytter (siehe Seite 8) ist zu Gast im Theater Neumarkt in Zürich. Die Vorführungen finden am Donnerstrag, 6. Dezember um 20 Uhr und am Sonntag, 9. Dezember um 11 Uhr statt. Leser und Leserinnen von dieperspektive haben Vorteile: Wer mit einer Ausgabe von dieperspektive (oder diesem ausgeschnittenen «Tipp») eine Karte kauft, kriegt einen tollen Preisnachlass: Studenten: 10 Franken Alle anderen: 20 Franken

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HINTERGRUND 24. Ausgabe, Dezember 2012

Velowege für alle! {Text} * Marco Büsch {Foto} Conradin Zellweger

Die Stadt Zürich will velofreundlicher werden. Um das Velowegnetz auszubauen, sollen 55 Millionen Franken reichen. Die Jungen Grünen zweifeln das an und lancieren eine Initiative. Velofahren in der Stadt Zürich ist eine Zumutung. Irgendwo beginnt mal ein Veloweg, der dann meist an der gefährlichsten Stelle abrupt wieder endet. Es gibt keine durchgängigen Velowege, offensichtlich steckt kein System dahinter. Wir haben nämlich die Trams und die Busstreifen und die Parkplätze und die brauchen alle unendlich viel Platz. Im Tagesanzeiger (vom 01.11.12) nennt der Kopenhagener Velobeauftragte Mikael Colville-Andersen diese Argumentation einen Blödsinn: Städte wie Amsterdam, Dublin oder Barcelona hätten dieselben Probleme und dort seien die Strassen viel velofreundlicher. Nun mögen wir eine solche Bevormundung von aussen überhaupt nicht, aber der gute Mann hat leider recht. Das hat sogar die Stadt Zürich eingesehen und will bis 2025 den Veloverkehr verdoppeln. Zu diesem Zweck will der Stadtrat 55 Millionen Franken ausgeben, um damit 150 Kilometer durchgehende Velowege zu bauen (TA vom 09.11.12). Für diese Wege muss natürlich Platz geschaffen werden und so beginnt der Kampf um jeden Parkplatz, jeden Baum, jeden Zentimeter Trottoir. Beim Abbau von Parkplätzen sind die Bürgerlichen dagegen, bei weniger Bäumen begehren die Grünen auf. Besonders die geplante Parkplatzvernichtung erhitzt die Gemüter; oder wenn plötzlich eine Autospur verschwindet. So geschehen beim Milchbuck. Mauro Tuena fand

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das gar nicht lustig und nannte dies eine «reine Schikane» (TA vom 10.11.12). Einziges Problem bei diesem neuen Veloweg ist, dass er an einigen Parkplätzen vorbei führt: Einparkende oder herausfahrende Autos und gedankenlos geöffnete Autotüren werden dem geneigten Velofahrer sicherlich wenig Freude bereiten.

«55 Millionen Franken, um die Stadt Zürich velotauglich zu machen, sind schlicht zu wenig.»

Nachdem man es also Jahrzehnte lang verpasst hat, die Velos in die Planung des Strassenverkehrs einzubeziehen, offenbaren sich nun mannigfaltige Probleme bei der Velotauglichmachung der Strassen. CO2-geschwängerte Stadt Meiner Meinung nach sind 55 Millionen Franken schlicht zu wenig, um die Stadt Zürich velotauglich zu machen. Vor allem, weil man dieses Anliegen bisher schändlich vernachlässigt hat. Derselben Meinung sind die Jungen Grünen und so sammeln sie seit dem 19. September 2012 fleissig Unterschriften für die «Volksinitiative für sichere und durchgängige Velorouten». Diese verlangt, dass in den nächsten 20 Jahren rund 200 Millionen Franken für ein flächendeckendes Velorouten-Netz zur Verfügung gestellt werden sollen (www.veloinitiati-

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ve.ch). Sollten die 3000 benötigten Unterschriften zusammenkommen, darf das Stadtzürcher Stimmvolk schon in naheliegender Zukunft an der Urne darüber abstimmen. Und dann wird hoffentlich ein richtungsweisender Entscheid gegen eine Auto- und für eine Velostadt gefällt. In diesem Punkt vertraue ich den Stadtzürchern, denn eines weiss ich: Die Personen, welche am meisten gegen die neuen Velowege wettern und immer wettern werden, sind in der Stadt Zürich gar nicht stimmberechtigt: Es sind die Pendler, welche tagtäglich aus ihren schönen, grünen Dörfern in unsere CO2-geschwängerte Stadt fahren, die Strassen verstopfen und die Parkplätze besetzen. Ich gebe zu, dass ist jetzt sehr plakativ formuliert, nichtsdestotrotz bin ich froh, dass unser Abstimmungsrecht auf den Wohnort festgelegt ist und nicht auf den Arbeitsort. Sonst wäre in Zürich wahrscheinlich jede Strasse vierspurig. Es bleibt nur zu schreiben, dass sich jeder Stadtzürcher ein Herz fassen und auf www. veloinitiative.ch den Unterschriftenbogen herunterladen soll. Und am besten sofort unterschreiben. Und dann vielleicht den Freunden und Verwandten zum unterschreiben mitgeben. Aber nur denen, die in Zürich wohnen. Also in der Stadt. Und am Ende den ganzen Bettel noch frankiert in den Briefkasten werfen und fertig ist die gute Tat. Auf dass wir alle wieder auf Velos durch die Stadt düsen, nicht nur Velokuriere und Szenis!

* Marco Büsch, 21, Politologiestudent aus Zürich, Filmfan und Hobbyrapper | marcob@cubic.ch

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HINTERGRUND 24. Ausgabe, Dezember 2012

Afrika macht Schule {Text} Yanik D. Sousa {Foto} Stéphane Nidecker

Was als Maturaarbeit begann, entwickelt sich zu einer Erfolgsgeschichte. Wie zwei Zürcher Schüler im Senegal «ungefähr» 70 Kinder die Schulbildung ermöglichen. Während in der Schweiz nun langsam der Winter mit all seinen Facetten Einzug hält, sitze ich auf einer Schaumstoffmatratze in einem Land in Westafrika, gekühlt von einem Ventilator, da es sonst in meinem Zimmer zu heiss wäre. Hier ist jeder Regenguss eine angenehme Abwechslung. Aber nun zur eigentlichen Geschichte, warum ich mich hier mit der Hitze herumschlage, während ihr euch sehnlichst etwas Wärme und Sonne in die Schweiz wünscht. Während drei Monaten kümmere ich mich um die Einschulung von etwa 70 Kindern (ja, ich weiss wirklich noch nicht genau, wie viele es dann am Ende sein werden. Das würde euch nicht wundern, wenn ihr mit mir hier wärt). Begonnen hat alles – und das ist vermutlich das bemerkenswerteste an diesem Projekt – als praktischer Teil einer Abschlussarbeit von zwei Schülern an der Atelierschule Zürich. Einer davon ist Stéphane Nidecker und der andere bin ich. Zwei Dinge waren für uns von Anfang an klar: Es soll ein Projekt in Afrika sein und etwas mit Bildung zu tun haben. Wir hatten das Glück, dass uns der Verein Amis du Sénégal eine Zusammenarbeit ermöglichte. Nach einem ersten Treffen mit der Präsidentin des Vereins hatten wir ein richtiges Ziel vor Augen: 2500 CHF an Spenden für die Einschulung von 50 Kindern. Zu Beginn unterstützten uns vor allem Verwandte und Bekannte. Als klar war, dass wir unser Ziel erreichen würden, buchten wir einen Flug nach Senegal. Wir konnten das Sozialpraktikum, welches man jeweils in der 12. Klasse absolviert, mit unserem Projekt verbinden und so verbrachten wir den Herbst 2010 im Senegal. Nur zu gut erinnere ich mich an meinen ersten selbständigen Aufenthalt in Afrika: Gerade zu Beginn luchste mir ein Gepäcktrager am Flughafen von Dakar fünf Euro ab (dafür, dass er meine zwei Taschen auf ein Wägeli stellte und etwa 30 Meter nach draussen schob) nachdem wir zuvor von einem höchst unfreundlichen Zollbeamten aufgehalten wurden. Wir konnten 2010 aber auch positive Erlebnisse machen. So war es dank den zahlreichen Spen-

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60 Prozent der Bevölkerung in Senegal sind Analphabeten.

den möglich, das Schulgeld und -material für 72 Kinder zu bezahlen und diesen dadurch den Schulbesuch zu ermöglichen. Zudem konnten wir die Operation für einen blinden Jungen bezahlen. Dieser sieht inzwischen wieder und ich freue mich jetzt schon darauf, ihn wieder zu sehen. Über den ersten Aufenthalt schrieben wir einen Bericht und legten im Sommer 2011 die Ziele für das nächste Jahr fest. Da 2011 weder Stéphane noch ich in den Senegal gehen konnten, haben sich Lotti Berner und vor allem Astou, eine Mitarbeiterin des Vereins Amis du Sénégal, um die Einschreibungen der Kinder gekümmert. Jetzt bin ich wieder hier (nach einem weiteren Bericht über unser Projekt und dem Abschluss der Matura – danke für die Gratulationen) und gerade für kommende Woche stehen die Einschreibungen für das nächste Schuljahr an - wenn die Lehrer und Verantwortlichen nicht wieder streiken (wenn alles klappt, so hört ihr dazu im kommenden Monat noch mehr von mir). In der Zwischenzeit werde ich

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mich hier mit dem Schulsystem und der Unterrichtspraxis etwas vertrauter machen. Nebenbei werde ich weiterhin im Kinderhaus mit den Kindern spielen und ihnen immer wieder mal bei den Hausaufgaben und anderen Problemen helfen. Soweit der Plan. Was dann wirklich daraus wird, sehen wir. Weitere Informationen zum Projekt und unsere Kontaktdaten findet ihr auf unserer Homepage: www.matura-aid-africa.org. Wir freuen uns, wenn ihr Interesse an unserer Arbeit zeigt. Und so P.S.-mässig möchte ich anmerken, dass unser Projekt noch sehr klein ist und am Anfang einer hoffentlich grossen Erfolgsgeschichte steht. Falls Du uns dabei unterstützen möchtest, freuen wir uns über eine Spende, konkrete Anfragen oder einfach mal ein Mail mit Fragen, Kritik, Ideen oder ein paar lieben Worten. Ich werde hier weiter dahinschwitzen und mit dem Schweiss meiner Arbeit hoffentlich zumindest dort, wo die Schweisstropfen hinfallen den heissen Stein etwas abkühlen können.

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KULTUR 24. Ausgabe, Dezember 2012

Liebe, Hass und Eifersucht {Text} Claudia Brier {Foto} Christiane Büntgen

Videokunst, Schriftstellerei, Performance, Zeichnung, Choreographie, Sound-Design und Theaterregie – das israelische Multi-Talent Keren Cytter fühlt sich in all diesen Bereichen zuhause. 1977 in Tel Aviv geboren, zog die Künstlerin nach den ersten heimischen Erfolgen dank eines Stipendiums nach Amsterdam, siedelte dann nach Berlin um und verlagerte ihren Lebensmittelpunkt kürzlich nach New York. Cytter ist in der internationalen Kunstszene vor allem für ihre experimentellen Videos bekannt. Ihre Werke, die sich oftmals auf Klassiker aus Literatur, Film oder Theater beziehen, handeln meist von zwischenmenschlichen Beziehungen; von Liebe, Hass, Begehren, Eifersucht und Verrat – von Dramen, die sich im Alltag abspielen. Dabei beschäftigt sich Cytter auch mit der Frage, in wie weit omnipräsente mediale Vorlagen unsere eigenen Verhaltensmuster beeinflussen. Gleichzeitig sind Cytters Arbeiten auch Reflektionen über das von ihr bevorzugte Medium «Film» und spielen zum Beispiel mit der Wirkung von veralteten Schnitttechniken, rätselhaften Untertiteln oder asynchroner Synchronisation in verschiedenen Sprachen. 2008 gründete Keren Cytter die TanzTheatertruppe «Dance International Europe Now (D.I.E. Now)». Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Künstlerin schon länger intensiv mit dem Theater auseinander gesetzt. Ihr 2009 auf der Biennale in Venedig uraufgeführter Film «Untitled» spielt auf einer Theaterbühne, zeigt

dem Betrachter aber auch die Szenen, die sich hinter den Kulissen oder im Publikum abspielen. In Zusammenarbeit mit D.I.E. Now erforscht Cytter in dieser Zeit die Möglichkeiten von Life-Performances – jedoch nicht, in-

begehrten festen Anstellungen zu ergattern, fehl schlagen, beschliessen die beiden, ein eigenes Script zu verfassen. Es soll von all denjenigen Szenen handeln, die Meyer und Stumm eines Tages gerne einmal spielen würden. Da-

Film still: Keren Cytter, Untitled, 2009, Courtesy SCHAU ORT.

dem sie selbst vor die Zuschauer tritt; sie bleibt die Regisseurin im Hintergrund. Das 2011 von Cytter verfasste Theaterstück «Show Real Drama» basiert auf einer Situation aus dem Leben von zwei ihrer Schauspieler, Susie Meyer und Fabian Stumm. Kürzlich von der Schauspielhochschule in Salzburg graduiert, sind die jungen Akteure nun auf der Suche nach einem Job. Nachdem etliche Versuche, eine der heiss-

bei wechseln die Schauspieler, die vor dem Hintergrund einer Videoprojektion agieren, immer wieder zwischen Momenten aus ihrem realen Leben und erfundenen Szenen, die sie nur für ihr Skript durchspielen; Realität und Fiktion sind gänzlich verwoben. «Show Real Drama» gibt uns einen Einblick in die Fragen der Schauspieler nach ihrem eigenen Leben und ihrer Rolle als Bühnendarsteller.

VORSCHAU

Podiumsdiskusion

Podiumsdiskusion

Party-Stadt Zürich? Was bringt die Party-Partei? Was Zürich zur Ausgangsstadt macht, wo deren Zukunft hinführt und wo die Chancen von legalen Partys im öffentlichen Raum liegen. Werden besetzte Häuser, illegale und provisorische Clubs zum Dauerzustand, weil die Party-Meilen regelmässig den Büro-Quartieren weichen müssen?

Zürich hat die höchste Club-Dichte Europas und ein florierendes Nachtleben. Jedes Wo-

chenende füllt sich die Stadt mit jungen, feiernden Menschen. Das Angebot ist verzerrt: Viele der angesagten Clubs müssen in naher Zukunft die Türen für immer schliessen. Zudem sind die Preise für Eintritt und Getränke überteuert. Liegt die Zukunft des Zürcher Nachtlebens in Provisorien und besetzten Häusern? Kann die party-Partei helfen? An der Podiumsdiskussion von dieperspektive geht es genau um diese Fragen. Es diskutieren Philipp Meier von der Party-Partei und ein Gegner.

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Jetzt mitdiskutieren auf politnetz.ch: Anmelden, das richtige Thema wählen (Perspektive) und losschreiben. Wann: 08. Februar, 20 Uhr Wo: wird noch kommuniziert Wer: Philipp Meier und Gegner Moderation: Conradin Zellweger Co-Chef-Redaktor von dieperspektive Weitere Informationen folgen via Webseite und Facebook

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STRESS 24. Ausgabe, Dezember 2012

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TITELGESCHICHTE 24. Ausgabe, Dezember 2012

Schlaflos {Text} * Nadja Hauser {Foto} * Evi Giannakopoulos

Längere Arbeitszeiten, mehr Leistungsdruck, höhere Erwartungen: Im Gespräch erklärt die Stressregulationstrainerin Evi Giannakopoulos, wie man mit Stresssituationen umzugehen hat. Manchmal wälze ich mich nachts stundenlang im Bett und kann nicht einschlafen. Obwohl körperlich erschöpft, lassen mir meine Gedanken keine Ruhe. Sie kreisen immer um dieselben Fragen, auf die ich keine Antwort finde. Je mehr ich mir einrede, dass ich meinen Schlaf dringend brauche, umso schlimmer wird es. Alle halbe Stunde spähe ich auf meinen Wecker, nur um mich gleich darauf fürchterlich darüber zu ärgern, dass ich immer noch wach bin. Wenn ich mich auf meinen Atem zu konzentrieren versuche, werde ich nervös. Wenn mein Herz plötzlich zu rasen beginnt, kriege ich Angst. Vor kurzem hat mir eine ältere Dame geraten, in solchen Situationen ein Vaterunser zu rezitieren. Ich habe es versucht, aber auch nach dem dreissigsten Mal stellte sich der ersehnte Schlaf nicht ein. Schlafstörungen sind nur eine von vielen Reaktionen auf Stress. Wird der Druck des Tages vor dem zu Bett gehen nicht abgebaut oder verarbeitet, lassen einen die Sorgen auch nachts nicht los. Erhebungen zufolge könnte bis zu einem Drittel der Bevölkerung von Schlafstörungen betroffen sein. Eine Krankheit, die heute beinahe so alltäglich scheint wie ein Burnout. Nicht grundlos gehört «Stress» zu den von einer Jury gewählten Wörtern des 20.Jahrhunderts. Die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärte Stress sogar zur grössten Gesundheitsgefahr für das 21. Jahrhundert. Gemäss der Wochenzeitung WOZ arbeiten die Menschen in der Schweiz heute durchschnittlich 43,5 Stunden die Woche. Je mehr, desto besser, ganz nach dem kapitalistischen Glaubenssatz «Zeit ist Geld». Der grosse Philosoph Diogenes hätte sich in seiner Tonne ins Fäustchen gelacht. Ist die Arbeit allein der Grund, wieso sich immer mehr Menschen gestresst fühlen? Wieso verzeichnen die Burnout-Fälle eine explosive Zunahme? Gewerkschaften fordern AntiStress-Verordnungen und Unternehmen bieten bereits jetzt Präventionscoaching an. Steckt doch mehr dahinter als ein Modeleiden?

Wenn wir uns ärgern, verlieren wir Magnesium Zerstörung des inneren Gleichgewichts, in der und unser Körper holt sich die fehlende RatiWiderstandsphase folgt eine rasche Ausschüton aus Knochen und Nägeln. Um einen Matung von Adrenalin und anderen stressabhängnesiummangel zu verhindern, sollte man Nüsgigen Hormonen und in der Erschöpfungsphase, gedörrte Früchte oder Bananen essen. Eine se geht die adaptive Kapazität – die Fähigkeit Handvoll Cashew-Nüsse entspricht etwa einer Neues aufzunehmen – schliesslich verloren. Evi Tagesration Magnesium. Giannakopoulos, dipl. StressregulationstrainePatrick Kury hat ein Buch geschrierin und Inhaberin von «stress away» in Zürich, ben über die Wissenserklärt mir den Abgeschichte vom Stress lauf des Stressgeschezum Burnout. Er erhens ebenfalls auf drei klärt darin, dass der Ebenen. Auf der ersten «Nicht grundlos gehört ‹Stress› dem IndividuEbene sind die äussezu den von einer Jury gewählten Stress um erlaubt, sein Unren Stressoren anzusieWörtern des 20. Jahrhunderts.» behagen gegenüber eideln, die t��glich auf uns ner überfordernden einwirken. Diese sind Umwelt auszudrücken, oftmals unsere Arbeit, ohne Defizite eingesteaber auch unser sozihen zu müssen. Burnales Umfeld, die Famiout heisst wörtlich «Ausbrennen» und meint lie, die Freizeit und umweltbedingte Einflüsse den totalen Erschöpfungszustand. Das passiert gehören dazu. Auf der zweiten Ebene finden nicht von heute auf morgen. Es ist ein langer sich die persönlichen Stressverstärker, wie perProzess, bis man diesen Zustand von innerer sönliche Einstellungen, negative Denkmuster, Leere und totaler seelischer oder körperlicher Ängste, Zweifel und individuelle Bewertungen. Verausgabung erreicht. Menschen, die einmal Auf der dritten Ebene befinden sich die körperein Burnout hatten, werden nie wieder 100 Prolichen und psychischen Stressreaktionen, wie zent wie vorher sein, weil sie ständig Angst haKopf- und Magenschmerzen, aggressives und ben, dass es ihnen wieder passiert. Der Begriff nervöses Verhalten, Depressionen oder ProBurnout mag zu einem Modewort verkommen bleme beim Einschlafen. Evi erzählt mir, dass sein, um psychische Krankheiten zu entstigmadie Krankheit Osteuropose, auch Knochentisieren. Tatsächlich gibt es keine ärztliche Diaschwund genannt, heutzutage vermehrt aufgnose für das Burnout, aber seine Entwicklung tritt. Diese Zunahme lässt sich nicht nur mit kann leicht zu ernsten psychischen, aber auch dem Alter der Menschen erklären, sondern sie körperlichen Krankheiten führen. korreliert auch mit dem zunehmenden Stress.

Was ist Stress? Der österreichisch-kanadische Mediziner Hans Selye (†1982) gilt als Vater der Stressforschung und entwickelte bereits in den 1930er Jahren die Grundlagen für die Lehre vom Stress. Gemäss seiner Theorie gibt es drei Phasen: In der Schockphase kommt es zu einer

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TITELGESCHICHTE 24. Ausgabe, Dezember 2012

Stressregulationstrainerin Evi Giannakopoulos wirkt nicht gestresst.

Förderung einer Vertrauenskultur Evi ist die Herzlichkeit in Person und hat ihr inneres Gleichgewicht längst gefunden. Als Kind genoss sie zu Hause eine strenge Erziehung und war verzweifelt, wenn sie ihren Eltern nicht die Bestnote vorzeigen konnte. Mit 25 beschloss sie, etwas an ihrem Leben zu ändern und den viel zu hohen Erwartungen an sich selbst ein Ende zu setzen. Sie widmete sich verschiedenen Mentaltrainings, und liess sich zur Aerobic-Instruktorin und Ayurveda-Gesundheitsberaterin ausbilden. Heute sieht sie

das Leben als Spielplaneten: «Uns stehen so viele Möglichkeiten offen. Das ist ein Geschenk.» Viele Menschen würden sich in ihrem eigenen Leben versklaven, bis sie nicht mehr wissen, wer sie sind: «Man sollte nie zurückblicken und bereuen, dass man etwas nicht getan hat.» Die meisten Leute sehen immer nur die Mängel in ihrem Leben. Den anderen geht es immer viel besser, sie können sich das schönere Auto leisten und haben die besseren Noten. Und wieso sind all meine Freunde in einer Beziehung und ich nicht? Aber statt immer nur die Mängel zu sehen, sollte das Vertrauen gefördert werden:

«Energy flows where attention goes», schmunzelt Evi. «Wir müssen lernen, den anderen ihr Glück zu gönnen und unsere eigenen Privilegien zu sehen. Vielleicht hat die Freundin bessere Noten, aber dafür hast du etwas anderes, das sie nicht hat.» Menschen wie ich lassen sich gerne von allem und allen stressen. Das mag mit Perfektionismus zu tun haben oder auch mit dem Anspruch, immer allen gerecht zu werden. Als Journalistin habe ich mir diesbezüglich definitiv den falschen Job ausgesucht. Zu den stressigsten Berufen gehören, neben dem Journalismus, auch Pilot, Fluglotse, Dolmetscher, Spitalarzt, Rettungsfahrer, Lehrer, Bedienstete im Call-Center, Gefängnisaufseher und das Gastgewerbe. Evi ist sich sicher, dass unsere Gesellschaft sich gerade auf einem Stress-Höhepunkt befindet: «Es wird noch ein paar Mal knallen, aber dann wird sich die Lage wieder beruhigen. Sowohl auf der Makro- als auch auf der Mikroebene.» Dies lässt hoffen, dass auch die Anzahl Burnout-Fälle wieder zurückgehen wird. Und ich nachts wieder ruhiger schlafen kann, ohne dass mich meine Gedanken in den Wahnsinn treiben. Trotzdem denke ich manchmal: Ich wäre wohl besser Kartenlegerin oder FengShui-Beraterin geworden.

* Nadja Hauser, Journalistin für westnetz.ch * Evi Giannakopoulos ist Inhaberin von «stress away» in Zürich. Sie ist dipl. Stressregulationstrainerin und Ausbilderin mit eidg. FA, mit langjähriger Berufserfahrung und Spezialisierung auf Stressbewältigung und Burnout-Prävention seit 2008.

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STRESS 24. Ausgabe, Dezember 2012

Der Mann mit dem Streichholz {Interview} Stefan Kühnis

Früher war man heiss. Plötzlich erlischt das Feuer. Dr. med. Milan Kalabic ist Chefarzt der Klinik Teufen, der ersten ambulanten Burnout-Klinik in der Schweiz. Er kennt viele solche Fälle und hält in der Regel jenes Streichholz bereit, welches das Feuer wieder entzündet. Stefan Kühnis: Burnout ist ein wachsendes Phänomen, Sie haben sicher viel zu tun. Sind Sie bald Patient in Ihrer eigenen Klinik? Dr. med. Milan Kalabic: Der Experte ist ein gewöhnlicher Mensch, der, wenn er nicht zu Hause ist, Ratschläge erteilt, hat Oscar Wilde geschrieben. Ich bin auch ein Mensch, der häufig neue Grenzen sucht, um den eigenen Horizont zu erweitern. Ich bin aber auch sozusagen privilegiert, weil mir täglich von meinen Patienten ein Spiegel sowohl des gesundheitsfördernden als auch des krank machenden Verhaltens vorgehalten wird. Stress und Burnout sind eigentlich nur dort zu sehen, wo geleistet wird. Ich stand selbst häufig unter Stress, habe selbst wie jeder andere Burnout-Warnsignale gespürt, aber immer wieder auch dafür gesorgt, mich rechtzeitig und entsprechend zu erholen. Gesundheitswesen und Lehrerschaft galten lange als prädestinierte Berufsgruppen, die sogenannten «helfenden Berufe». Es scheint, als würde das Phänomen heute weit über diese Gruppen herausgehen. Weshalb? Nach meiner Erfahrung gibt es keine prädestinierten Burnout-Berufe. Nur dort, wo die Menschen unterfordert sind, gibt es kein Burnout, aber dafür andere psychische Probleme. Dass das Burnout-Syndrom eine schönere Bezeichnung für ein Helfersyndrom ist, war nur eine Behauptung. Wir erleben heute allgemein eine quantitative Verstärkung der Persönlichkeitszüge aufgrund der diversen Drucksituationen, aber auch wegen diverser Belohnungsstimuli. Bei Burnout-Betroffenen kommt es individuell zur Verstärkung von Ängstlichkeit, Zwanghaftigkeit, Narzissmus oder Altruismus, was zum Verlust der Arbeitsfreude führt und als Folge positive Energie absorbiert und zum Ausbrennen führt.

on oder die genetisch bedingte psychische Belastbarkeit und Persönlichkeitszüge wie Ängstlichkeit, Zwanghaftigkeit, Narzissmus und Altruismus. Die Menschen mit einer Abgrenzungsproblematik und allgemein diejenigen, die sich vor allem über ihre Leistung definieren, sind Burnout-prädisponiert. Die soziale Stellung spielt keine besondere Rolle, ausser eine höhere Stellung ist mit asozialem Verhalten verbunden. Burnout sieht man auch in jedem Alter, immer häufiger auch bei Jugendlichen oder Mitarbeitern unmittelbar vor der Pensionierung. Die Lebenserfahrungen beziehungsweise die traumatischen Lebensereignisse reduzieren allgemein die psychische Belastbarkeit der Menschen und damit entsteht eine höhere Anfälligkeit für ein Burnout.

Dr. med. Milan Kalabic im Gespräch mit Stefan Kühnis.

Was sind denn typische Risikofaktoren? Gibt es Unterschiede von Herkunft und sozialer Stellung, Geschlecht, Alter, Charaktereigenschaften, Lebenserfahrungen oder Qualifikationen? Die typischen Risikofaktoren für ein Burnout liegen auf der persönlichen, der wirtschaftlichpolitischen und firmenorganisatorischen Ebene. Unter Risikofaktoren auf der persönlichen Ebene verstehe ich die genetische Prädispositi-

Auf der gesellschaftlich-politischen Ebene ist eine massive Beschleunigung der gesellschaftlichen Veränderungen durch neue kommunikations- und informationstechnologische Fortschritte zu erwähnen. Es stellt sich deshalb die Frage: Sind wir Menschen überhaupt vorprogrammiert, mit solchen Geschwindigkeiten umzugehen? Die Fortschritte in den Kommunikationstechnologien haben zur paradoxen Situation geführt, dass die Menschen in der Geschichte noch nie quantitativ so viel und gleichzeitig qualitativ so schlecht kommuniziert haben. Die körperliche und die emotionale Ebene der Kommunikation gehen zunehmend verloren und gleichzeitig fühlen sich immer mehr

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Menschen dadurch isoliert und einsam. Die Überschuldung durch die Konsumgesellschaft – oder Suchtgesellschaft – führt zu institutioneller Abhängigkeit der Menschen und viele fühlen sich dem Leben ausgeliefert. Auf betrieblicher Ebene ist die Entwertung der fachlichen Erfahrung durch ständige Lernanforderungen, oft ausserhalb der normalen Arbeitszeit, krank machend. Ausserdem klagen immer mehr Menschen über fehlende Sinnhaftigkeit in ihrer Arbeit durch ständigen Wechsel der Führungsrichtlinien, fehlende Teamzugehörigkeit, Ängste vor Arbeitsplatzverlust bei häufigen Firmenumstrukturierungen und Fusionierungen sowie mangelnde soziale Unterstützung bei mangelnder qualitativer Kommunikation. Auch die Führungskräfte leben in

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ständigem Widerspruch: gleichzeitig die Teamzugehörigkeit und den Individualismus fördern, mittel- und langfristig planen bei immer schnelleren Veränderungsprozessen, ständiger Zeitdruck und hohe Ansprüche an die Gründlichkeit in der Arbeit. Stress kann uns bekanntlich auch fordern und fördern. Wie merkt man rechtzeitig, dass der Stress ungesund wird? Stress ist allgemein lebenswichtig und ohne Stresshormone wäre der Mensch nicht in der Lage, sich zu bewegen. Auch Grenzen zu überschreiten ist gesund und Burnout ist kein Problem des Grenz-Überschreitens. Vielmehr geht

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der aufbauen. Dazu kommen zwei Einzel- und zwei Gruppengespräche pro Woche, Entspannungs- und Selbstwahrnehmungstechniken, Informationsvorträge, medizinische Massagen, Atemtherapien und andere EntspannungsverWas soll ich tun, wenn ich erkenne, dass ein fahren. Eine Therapie dauert in unserer Klinik Mitarbeiter oder ein Mensch in meinem perzwischen vier und sechs Wochen. Die Patienten sönlichen Umfeld Anzeichen eines Burnouts sind bei uns im ambulanten Setting vormittags zeigt? Erfasst das Umfeld eine solche Situatioder nachmittags, sodass einige gegen Ende der on allenfalls gar schneller als man selbst? Rehabilitation zu 50 Prozent arbeiten und den In einem guten Arbeitsklima ist es überhaupt halben Tag in der Klinik verbringen. kein Problem, den Mitarbeiter auf die ProbleDer Abschluss einer Rehabilitation ist me anzusprechen. Vielfach ist es aber auch so, nicht gleichzeitig der Abschluss des Heilungsdass sich die Burnout-Betroffenen vom Team prozesses, weshalb viele unserer Patienten es selbst isolieren, dann wird es schwieriger. Ich schätzen, anschliessend ihrem Bedürfnis entempfehle aber trotzdem – und Führungskräfte sprechend ein bis drei Monate die eine oder ansind dazu verpflichtet –, die gesundheitlichen dere Therapie weiterzuführen. Insofern werden Probleme, wenn sie denn ersichtlich sind, anzuWie ungesund ist ein Burnout eigentunsere Klienten auch nach ihrem Reha-Aufsprechen und nach konstruktiven Lösungen zu lich für den Körper, beispielsweise für enthalt von uns weiterbetreut. Unsere Statistik suchen. Da sich ein Burnout in der Regel langdie Organe? Nimmt es uns allenfalls gar zeigt, dass über 80 Prozent der Lebenserwartung? Burnout-Betroffenen nach der Ein Burnout oder sogar anhalRehabilitation voll arbeitsfähig tender Disstress führen zur Unsind, und die Befragungen drei fähigkeit sich zu entspannen, und sechs Monate nach der Rehohem Blutdruck, hohen Chohabilitationszeit zeigen, dass in lesterinwerten und hohem Blut«Vor Kurzem habe ich den Spruch gelesen: etwa gleicher Prozentzahl die zucker. Dazu sind sexuelle ProWenn einem das Wasser bis zum Halse steht, Patienten immer noch voll arbleme, funktionelle Magen- und sollte man den Kopf nicht hängen lassen.» beitsfähig sind. Darmbeschwerden, anhaltende Kopfschmerzen und muskulosKämpfen Burnout-Patienten kelettale Schmerzen zu sehen. mit Vorurteilen? Daher ist es auch nicht verwunMit dem Burnout haben wir in derlich, dass ein Burnout häufig der Psychiatrie zum ersten Mal in einen Herzinfarkt gipfelt. mit einem Phänomen zu tun, das nicht unbedingt mit der Oft ist es kaum möglich, die Schwäche assoziiert. Die Burnpersönliche Situation schnell out-Betroffenen sind in der Regel unsere besam und schleichend entwickelt, sind viele Laizu ändern und man denkt sich, da müsse man sten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, unsere en schlicht überfordert – und wenn auf gut gejetzt halt durch. Man hat Verantwortung in besten und loyalsten Freunde und Lebenspartmeinte Ratschläge heftige Abwehr folgt, kann Betrieb und Familie und versucht durchzuner. Es gibt aber auch eine Gruppe der Selbsteigentlich nur noch eine Fachperson helfen. beissen. Was sagen Sie einem Menschen in diagnostizierten, die andere psychische Prodiesem Fall? bleme haben und den Burnout-Betroffenen Treffen Sie sich in Ihrer Freizeit auch mit Vor Kurzem habe ich den Spruch gelesen: und ihrem Umfeld eigentlich einen schlechten Arbeitskollegen? Wenn einem das Wasser bis zum Halse steht, Dienst erweisen. Allgemein gesehen behaupten Ich treffe mich in meiner Freizeit auch ab und sollte man den Kopf nicht hängen lassen. Es die Burnout-Patienten, dass sie mit Vorurteilen zu mit meinen Arbeitskollegen, aber nicht so ist wichtig, sich Raum und Zeit für sich selbst kämpfen müssen, aber in der Regel erleben sie häufig. Sowohl meine Arbeitskollegen als auch zu nehmen, erst den Zugang zu sich selbst wieeine positive Überraschung in Form von Verich brauchen Distanz von der Arbeit. Ich empderzufinden und Prioritäten auf verschiedenen ständnis und Hilfsbereitschaft, wenn eine entfehle allgemein, gute Beziehungen zu den ArEbenen zu setzen. Durchhalten heisst nicht leisprechende Aufklärung stattfinden konnte. beitskollegen zu pflegen, die Freizeit ist aber den und sich krank machen, sondern wie erindividuell zu gestalten. wähnt, primär Zugang zu sich selbst zu finden. Wird das Phänomen weiter zunehmen? So Ich kenne keine Lebenssituation, in der ein gewie der Winter die Grippe, bringt das 21. Wie sieht eine Burnout-Therapie in der Klisunder Mensch keine Zeit für sich haben kann. Jahrhundert Burnout? nik Teufen aus? Worauf zielt sie ab, wie lanWenn es so weit ist, dass man beispielsweise Der Stress im Leben nimmt allgemein zu. Der ge dauert sie, was passiert nebenbei und was nur noch für seinen Beruf lebt, muss man sich äussere Druck erzeugt und verstärkt die Ängstpassiert danach, damit die Patienten nicht die Frage stellen, ob man nicht bereits in einem lichkeit bei den Menschen und damit ist eine wieder in alte Muster fallen? fortgeschrittenen Burnout steht. Man sieht in Zunahme der Burnout-Betroffenen, aber auch Wir bieten eine integrative Therapie auf der der Regel, dass Menschen stress- und burnoutallgemein der psychosomatischen Erkrankunkörperlichen und der psychischen Ebene an. bedingt zunehmend weniger produktiv arbeigen im 21. Jahrhundert zu erwarten. Dazu werZur Verbesserung der körperlichen Leistungsten, was, wie schon erwähnt, mit vermehrtem den wir zunehmend psychisch überforderte fähigkeit und Verbesserung des Körpergefühls Zeitaufwand zu kompensieren versucht wird, Menschen haben, weil Menschen ohne Famiund der Körperwahrnehmung bieten wir tägund in solchen Situationen ist dann eine negalie – zum Beispiel Migranten – häufig entwurliches Kraft- und Ausdauertraining an. Beide tive Spirale vorprogrammiert. Ein Timeout hilft zelt sind. Wenn ein Baum in einem UnwetTrainingsarten werden bewusst auf einem tiefen sehr oft. Nicht selten genügt es, dass Betroffeter zu Boden stürzt, stellt sich die Frage: War Intensitätsniveau durchgeführt, weil wir gelernt ne sich nur einige Stunden Zeit bei einer Fachder Wind zu stark oder waren die Wurzeln zu haben, dass gerade diese niedrigen Belastunperson nehmen müssen, um sich emotional zu schwach? • gen unser Erholungsvermögen am besten wieentlasten, wieder einigermassen zu positiven es um die Frage, wo die Grenze des GrenzÜberschreitens liegt. Ein negativer Stress zeigt sich mit der Unfähigkeit, von der Arbeit oder von einer belastenden Situation abzuschalten. Arbeit wird als Belastung und nicht mehr als Herausforderung empfunden, wenn die sinkende Arbeitsproduktivität mit vermehrtem Zeitaufwand kompensiert wird, wenn die Freizeitaktivitäten oder sozialen Beziehungen zunehmend vernachlässigt werden, wenn man schon beim Aufstehen ein Problem im Kopf hat, wenn die Zeit sogar für Grundbedürfnisse, wie in Ruhe zu essen, fehlt, wenn Glücksmomente abends nur unter ein paar Gläsern Alkohol zu spüren sind und so weiter.

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Gefühlen kommen und somit ihre persönliche Situation wieder als Chance und weniger als Bedrohung sehen.

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STRESS 24. Ausgabe, Dezember 2012

Jetzt bloss keinen Stress {Text} Sonja Schelb

Der Marienkäfer der ohne Punkt und Komma an der Scheibe rennt Ich will hier raus! rennt er um sein Leben? Pro Punkt. Ein Jahr Leben. aber er - ohne Punkt Heeeee - du bist ja schon tot! Was machst’n dann für’n Stress? Los, Lola, rennt jetzt. Die Glocke läutet schon Warum ist die eigentlich so fröhlich?! Ding Dong – deine Zeit ist um?! Jetzt bloß keinen Stress. Erst mal eine rauchen. Damit man dann weniger Lebenszeit hat weil Raucher sterben 14 Jahre früher. Na dann halt dich ran sonst wird das nix mit deinem Lebensfahrplan Zur Tram im Trap – zap zap zerapp Hallo Zimmer. Erst mal entspannen. Und da hängt sie - der Hohn in Person, eher ein Tier! Die Kuckucksuhr. Wer findet eigentlich, dass Zeit was zum Kuckucken ist? Zum Kuckuck nochmal! Ich will nicht kuckucken Nicht gucken Auf die Zeit Will kein Futurum Infernale sein. Will Infinitiv sein.

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Stress ist {Text} * Moritz Jäger

Stress ist... zuviel... zu viel auf einmal... zu wenig verteilt... belastend... vorbelaste(nd)t... antreibend... schweisstreibend... zeitraubend... zeitverbrauchend... nervraubend... nervverrauchend... ervrechaubend... versverzaubernd... Stress entsteht im Kopf!

* Moritz Jäger, freischaffender Künstler

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Stress - eine Selbstreportage {Text} Jose Cáceres {Illustration} Florence Bernays

18. Oktober Ich stehe vor dem Weissen Kreuz, vis-à-vis vom Bahnhof Stadelhofen. Ich warte. Vor mir fahren Tram 3 und 15 hin und her. Ich warte, bis beide Trams ganz aus meiner Sicht verschwinden. Ich bin aber der Einzige, der dies tut. Da gehen Personen, die das eine oder andere Tram verfolgen und sich einen freien Weg machen. Sie warten nicht. Ich stehe anscheinend an den Grenzen des Eile-Imperiums. Ich überquere gelassen die Strasse und bewege mich mit ruhigen Schritten ans Gleis. Ich bin aber der Einzige, der dies tut. Eine weibliche Gestalt taucht jäh auf. Ich stoppe. Sie nicht. Ein Schritt weiter. Ich sehe keine Menschen mehr, nur wirbelnde Figuren. Meine eigene Ruhe fühlt sich langsam angegriffen. Ich steige die Treppe hinab. Einer rennt an mir vorbei. Hinter ihm noch ein anderer. Ich bin jetzt unruhig. Am Gleis betrachte ich die eiligen Schritte, die ungeduldigen Gesichter, die zornigen Blicke auf die Uhr … dann ändert sich alles. Ich steige in den nächsten Zug ein – es ist aber nicht mein Zug. Ich sitze, die Ruhe kommt langsam zurück. Ich schreibe: Warum ist der fremde Stress plötzlich mein Stress? 2. November Ich finde Zuflucht im Odeon; vor was, weiss ich selbst nicht. Ich schaue zum Bellevue. Leute steigen aus, ein, um. Wohin sie rennen, weiss ich nicht. Ach ja… vielleicht bin ich deswegen hier. Ich fliehe vor der Eile. Die Zeit dehnt sich aus - aus dem Fenster ist alles langsam, sogar die Figuren verschwimmen.

werk zeigt; Chaos, Durcheinander kann auch schön sein, die Tempos müssen nur abwechselnd sein, nicht nur husch, husch, husch. 14. November Wieder einmal Stress... Stress, Stress. Schreiben kann man aber immer.

8. November Fünf Wörter; ein spontaner, unschädlicher, gesprochener Gedanke – das reicht für meine Empörung. Die Zerbrechlichkeit des Egos sollte man nicht unterschätzen. Nur fünf Wörter. Und die Stimmung des ganzen Raums ändert sich. Ich schreibe: Ich bin pathetisch. Warum der Ärger? 10. November Ich trete in einen Raum des Religiösen, wo viele Leute Schutz vor der äusseren Welt suchen. Was ist mit der geistigen Welt? Nein, nein, für mich bitte keinen Gott. Als ob meine individualistische Seele in der Verwünschung leben würde, meinen Geist mit irgendetwas zu beschäftigen. Ein Gedanke ruft den anderen, am Ende denke ich nur an verkettete Probleme, für die ich keine Lösung habe. Und da ertönt Haydn’s «Missa brevis Sancti Joannis de Deo», die mir wie ein manieristisches Kunst-

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{Illustration} * Samuel Kaufmann

* Samuel Kaufmann, lebt in Z체rich, arbeitet als Industrial Designer und Illustrator

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Wenn Stress ein Synonym für Sorge wäre {Text} Kerym Yildirim {Illustration} Florence Bernays

Wer ist der mächtigste unter Schöpfers Heer? Ein Mann: Die Berge Aber der Eisen schneidet die Berge, folglich, Eisen ist mächtiger Und das Feuer schmilzt das Eisen, folglich, Feuer ist mächtiger Und das Wasser löscht das Feuer, folglich, Wasser ist mächtiger Und die Wolke trägt das Wasser, folglich, Wolke ist mächtiger Und der Wind zieht die Wolke, folglich, Wind ist mächtiger Und der Mensch schützt sich mit seiner Hand und Kleid vor den Wind, folglich, Mensch ist mächtiger Und der Schlaf besiegt den Mensch, folglich, der Schlaf ist mächtiger Und die Sorge besiegt den Schlaf, danach ist die Sorge der mächtigste unter Gottes Heer.

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Hypnose: ein Selbstversuch {Text} * Simon A. Jacoby {Illustration} Conradin Zellweger

Ein Filter, der umgangen wird, ruhige Musik und die totale Entspannung. Was ist Hypnose und wie wird sie angewendet?

schwummrig, das Empfinden im Kopf beginnt sich zu drehen. Von hinten über oben nach vorne. Ich höre die Worte der Therapeutin, doch kann ich mich im Nachhinein nicht mehr an ihren Sinn erinnern. Nur einzelne Worte sind «Schliesse die Augen, atme tief ein, entspanne nach der Trance in den Tiefen meines Gedächtdich.» Auf einem Bett liegend lausche ich durch nisses aufzufinden. den Kopfhörer der Musik und der Stimme von Mit den neuen Erkenntnissen der WisBarbara Müller-Kütt. Die Hypnosetherapeutin senschaft, sei es nicht mehr nötig, den Klienten gibt mir und meinem Unterbewusstsein Anin einen tiefen Trance-Zustand zu versetzen. weisungen, die mich in einen Trance-Zustand Barbara Müller setzt den Filter ganz gezielt versetzen werden. «Du stehst vor eine grossen ausser Gefecht. Das Unterbewusstsein kann Berg und machst dich an den Aufstieg. Manchsomit direkt angesprochen mal ist es streng, doch bald bist werden. Darum habe ich wähdu am Gipfel. Du geniesst die rend der Hypnose einen klaren Aussicht, die Täler, die Seen und Kopf. Oder meine das zuminWälder. Die kühle und angenehdest. Während der Trance, lässt me Luft streicht dir über das Geman sich kaum zu Dummheiten sicht». Ich spüre, wie ich mich «Im Kopf eines Jägers wird eine Halluzinahinreissen. Der Hypnotisand entspanne, trotz hellem Licht in tion ausgelöst. Er sieht nun anstelle eines macht nichts, was er nicht auch der Praxis. Menschen, ein krankes Reh, das er mit sonst tun würde. Was allerdings Viele von Müllers Klienmöglich sein könnte: Im Kopf ten sind erstens skeptisch und seinem Jagdgewehr von den Leiden befreien eines Jägers wird eine Halluzizweitens Raucher. Beides treibt muss.» nation ausgelöst. Er sieht nun sie ihnen aus. «Wenn sich jeanstelle eines Menschen, ein mand der Hypnose widersetzen krankes Reh, das er mit seinem will, dann habe ich keine ChanJagdgewehr von den Leiden ce», sagt Müller. Das ist bei viebefreien muss. Er knallt es ab. len Dingen so. Man sagt, es sei Es ist also in der Hypnose nur sogar möglich, sich der Wirkung möglich, wozu die Bahnen im vollen Bewusstme und die Musik.» Tatsächlich. Meine Arme der Droge LSD zu widersetzen, wenn das Umsein gelegt wurden. Damit der Klient keine und Beine werden schwer. Das Bewusstsein feld (Setting) und die Einstellung nicht stimAngst hat, dass sein Zustand von der Therapeuist zwar noch da, doch kann und will ich mich men. Skeptiker, die der Hypnose eine Chance tin ausgenutzt wird, muss ein Vertrauen hergekeinem anderen Gedanken widmen. Mir wird geben, werden belohnt. Klienten von Müller stellt werden. Das braucht es bei konnten in einem Jahr 60 Kilo der Hypnose sowieso. Wie zum abnehmen oder die jahrelangen Teufel soll ich mich auf dem Bett Schlafstörungen endlich hinter völlig entspannen, wenn es mir sich lassen. Was mit dem Körper unwohl ist? während der Hypnose geschieht, Nach dem Erlebnis ist ist wissenschaftlich gut erforscht. auch meine Skepsis weg. Zwar Die Beta-Wellen im Hirn, ist die Trance weniger stark, als die während dem Reden aktiv ich sie mir vorstellte. Doch die sind, beeinflussen vor allem die Tatsache, dass ich nicht mehr linke Hirnhälfte. Diese ist für weiss, was Frau Müller mir zudas logische Denken zuständig. geflüstert hat und das völlige Das logische Denken errichtet eiAbhandenkommen des Zeitgenen «kritischen Filter», der äusfühls beweist mir die Wirkung. sere Einflüsse mit den eigenen Nichts mit Hokuspokus also. Erfahrungen abstimmt. Passen die Werte nicht zusammen, beginnt der Filter zu zensurieren. Die rechte Hälfte übernimmt die Entspannung und wird von den Alpha-Wellen dominiert. Bei * Simon A. Jacoby, 23, Co-Chefredaktor der Hypnose muss also die rechvon dieperspektive, Student der Politote Hirnhälfte aktiviert und der logie und Publizistik- & KommunikatiFilter umgangen werden. Somit onswissenschaft und aktiver Politiker, aus kann die Therapeutin direkt mit Zürich

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dem Unterbewusstsein reden und diesem Anweisungen geben. Auf diese Weise können verschiedene Störungen beseitigt werden: Mit dem Rauchen aufhören, Schlafstörungen werden gemildert, Depressionen geheilt, Studenten vor der Prüfungsangst erlöst… Normalerweise braucht der Klient gegen sieben Sitzungen, um sich ganz von de Leiden verabschieden zu können. Der Trance-Zustand kommt näher: «Ich zähle von zehn rückwärts. Bei eins bist du völlig entspannt. Du hörst nur noch meine Stim-

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Select {Text & Fotomontage} * Giulia Bosio

Der diese Winter würde ein schwieriger werden, sagten die Leute und die anderen glaubten ihnen. Mir war ein wenig kühl, so mit kalt-feuchtem Betontreppentritt unter den Pobacken. Janu, den Schlüssel hatte ich im Morgengehetz liegen lassen. Hasten, jagen, streben, bezwingen. Dabei eilen, übertreiben, vergessen. Die Gesichter sind es, die verraten. Mundwinkel, das Angestrengte, die Fratzen. Unvermeidlich oder aber man mag ihn vermögen, den Stress. Eigentlich sind da nur Tage und Minuten, welche sich anreihen oder aufhören. * Giulia Bosio, mag den Mond, gestalten mit Geltungsdrang beäugen, morgens Zeit vertrödeln, Einander zulächeln (passanten)

{Comic} Verein Metropole Schweiz | www.metropole-ch.ch

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STRESS 24. Ausgabe, Dezember 2012

{Illustration} * Daniela Meier

* Daniela Meier, 24, von Beruf Kauffrau, gestalterischer Vorkurs an der HSLU Design & Kunst in Luzern

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Schicksalsanalytische Psychotherapie nach Leopold Szondi Postgraduale Weiterbildung in psychoanalytischer und schicksalsanalytischer Therapie für PsychologInnen mit (Fach-)Hochschulabschluss und MedizinerInnen. Andere Hochschul-AbsolventInnen wie TheologInnen, GermanistInnen usw. sind zum Studium zugelassen und können ihre Ausbildung um die psychotherapierelevanten Fächer ergänzen.

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KREATIVES 24. Ausgabe, Dezember 2012

Dream on dreamer {Illustration} Isa Furler

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STADTKOLUMNE 24. Ausgabe, Dezember 2012

Der Jens steht vor der Tür {Text} * Apachenkönig Huntin’Beer

Liebes Christkind - Ich nenne dich bewusst so! Es kann nur eine(n) geben! Capisce Santa Claus!? - Der gute alte Weihnachtsstress steht vor der Tür. Ich nenne ihn Jens. Weil es JENSeits stresst alle mit Sinn und losen Geschenken zu beschenken. Nein, ich bin nicht der Grinch. Lieber der Pumkin King.

Nein doch nicht, weil dann hätte ich wahrscheinlich keinen Wunschzettel an dich. Hab ich aber. Aber eigentlich ist es doch eher eine Liste. Ich mag Listen lieber. Also doch eine Wunschliste. Sie startet in 10. 9 .8 .7. 6 .5 .4 .3 .2 .1 .0. Jetzt! Liebes Christkind. Ich wünsche mir:

• definitiv den Lego Death Star! • dass braune Scheisse sinkt und nicht mehr schwimmt. • ein weisses Regenbogeneinhornpony und eine goldene Rüstung dazu. • nie mehr Gurken in (m)einem Burger oder Sandwich. • die letzte, aber auch wirklich die letzte Abschiedstour- oder CD von den Rolling Stones, und ja, auch auf DVD. • eine Ohrfeige für George Lucas. (Wenn möglich mindestens drei. Nein, doch besser vier davon). • mehr weniger Stress. • mehr weniger Winiger. • weniger Stress mit Vinaigrette. • einen Regenbogenschweif für mein Pony und einen Regenbogenpfeilundbogen für mich. • Kopfschmuck aus toten Schmetterlingen. • einen Read Dead Redemption Nachfolger für meine liebe PS3. • je einen Song für mich von Eddie Vedder und Iggy Pop und dann noch einen von beiden zusammen. • Weltfrieden - aber eigentlich doch lieber die anderen Sachen. • ein kleines Denkmal von mir im Zürisee und zwar als Apache auf einem • Regenbogeneinhornpony in voller Montur. • einen gratis Führerschein. Aber bitte den zum Autofahren. Ich bin kein guter Führer. • ein Abo vom Tagi, der NZZ und auch ein Abo für Holzkohle für meinen Grill. • einen Virus für 20 Minuten. • ein Boot mit Ankerplatz. • einen weiteren Führerschein für ein Boot mit Ankerplatz. • ein Lichtschwert. • ein Abo von dieperspektive, aber nicht zum zeuseln und grillieren. Verprochen! • nie mehr eine Hexenschuss zu haben. • weniger Jens.

Ich bedanke mich! Dein Pivo Apachenkönig Huntin‘Beer * Apachenkönig Huntin’Beer ist aus Zürich, deshalb schreibt oder inszeniert er auch die Stadtkolumne. Antworte dem König auf leserbriefe@dieperspektive.ch

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JÖGGELE JOGGELE Um dem Stress dieser Ausgabe ein wenig entgegenzuwirken, veranstalten wir am 21. Dezember um 20 Uhr im La Catrina ein Töggeliturnier. Der Spieleinsatz beträgt 5.Also mache dich bereit, suche dir deinen Spielkameraden und melde dich noch heute an! Anmelden kannst du dich bis zum 20. Dezember unter: selina@dieperspektive.ch Natürlich kannst du dich auch ohne Kameraden anmelden. Wir finden dir dann schon den rechten Kollegen.


Stress - Dezemberausgabe12