Bericht über die Finanzlage 2021 der Protekta Rechtsschutz- Versicherung AG

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Bericht über die Finanz­lage 2021 der Protekta RechtsschutzVersicherung AG 28. April 2022


Inhalt

Einleitung

3

Management Summary............................................................................................................................................................................................................4 A

Geschäftstätigkeit.......................................................................................................................................................................................................6 A.1 Auftrag und Ziele der Gesellschaft.................................................................................................................................................................6 A.2 Vorgänge/Transaktionen innerhalb der Gruppe Mobiliar mit Relevanz für die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG.................................................................................................................................................8 A.3 Externe Revisionsstelle.......................................................................................................................................................................................8 A.4 Wesentliche aussergewöhnliche Ereignisse..................................................................................................................................................8

B

Unternehmenserfolg...................................................................................................................................................................................................9 B.1 Prämien, Schäden und Kosten.........................................................................................................................................................................9 B.2 Erträge und Aufwendungen aus Kapitalanlagen...................................................................................................................................... 10 B.3 Jahresergebnis................................................................................................................................................................................................... 10

C

Corporate Governance und Risikomanagement................................................................................................................................................. 11 C.1 Verwaltungsrat................................................................................................................................................................................................... 11 C.2 Geschäftsführung...............................................................................................................................................................................................13 C.3 Risikomanagement.......................................................................................................................................................................................... 14

D

Risikoprofil................................................................................................................................................................................................................... 16 D.1 Risikokategorien................................................................................................................................................................................................ 16 D.2 Risikokonzentrationen..................................................................................................................................................................................... 18 D.3 Risikomindernde Massnahmen und Instrumente..................................................................................................................................... 18

E

Bewertung.................................................................................................................................................................................................................. 20 E.1 Aktiven............................................................................................................................................................................................................... 20 E.2 Fremdkapital......................................................................................................................................................................................................22

F

Kapitalmanagement................................................................................................................................................................................................25 F.1 Ziele, Strategie und Zeithorizont der Kapitalplanung..............................................................................................................................25 F.2 Eigenkapital.......................................................................................................................................................................................................25 F.3 Wesentliche Änderungen 2021.......................................................................................................................................................................25 F.4 Wesentliche Unterschiede zwischen dem im Geschäftsbericht ausgewiesenen Eigenkapital und der Differenz zwischen den marktnah bewerteten Aktiven und dem marktnah bewerteten Fremdkapital........................................26

G

Solvabilität..................................................................................................................................................................................................................27 G.1 Risikotragendes Kapital..................................................................................................................................................................................27 G.2 Solvenzkapitalanforderung und Zielkapital...............................................................................................................................................28 G.3 SST-Quotient..................................................................................................................................................................................................... 30

Anhang


3

Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Einleitung

Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG ist ein Unternehmen der Gruppe Mobiliar, mit deren weiteren Gesellschaften sie eine wirtschaftliche Einheit bildet. Schweizerische Mobiliar Holding AG, Bern1 Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Bern

bexio AG, Rapperswil-Jona

100 %

100 % 100 %

bexio Deutschland GmbH 100 % (i. L.), Berlin

100 %

100 % 100 %

Buildigo AG, Bern

Companjon Holding Limited, Dublin2

98.8 % 100 %

Companjon Insurance DAC, Dublin

100 %

100 %

Companjon Services DAC, Dublin

100 %

100 %

100 % Companjon Admin GmbH, Düsseldorf

100 %

Flatfox AG, Bern4

100 %

Immo-Verwaltungs AG, Vaduz

Lightbird Ventures AG, Bern

Limmat VersicherungsGesellschaft AG, Bern

Mobi24 AG, Bern

100 %

Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG, Bern

SC, SwissCaution AG, Nyon

100 %

Schweizerische Mobiliar Asset Management AG, Bern

100 %

Schweizerische Mobiliar Lebensversicherungs-Gesellschaft AG, Nyon

100 %

Schweizerische Mobiliar Services AG, Bern

Schweizerische Mobiliar Risk Engineering AG, Bern3

Trianon AG, Nyon

XpertCenter AG, Bern

94.0 %

¹ Tochter- und Enkelgesellschaften der Schweizerischen Mobiliar Holding AG werden ab einer Beteiligungsquote von grösser 50 % in der Darstellung abgebildet. 2 Der Stimmrechtsanteil beträgt 96.2 %. 3 Ehem. Protekta Risiko-Beratungs AG ⁴ Ehem. aroov AG

Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG befindet sich zu 100 % im Eigentum der Schweizerischen Mobiliar Holding AG und unterliegt der Konzernorganisation. Unter «Gruppengesellschaften» sind alle von der Schweizerischen Mobiliar Holding AG direkt oder indirekt gehaltenen, vollkonsolidierten Gesellschaften zu verstehen. Aufgrund von Rundungen können sich im vorliegenden Bericht bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben. Im Bericht verwendete Begriffe und Abkürzungen sind im Glossar erläutert.


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Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Management Summary

Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG betreibt die Rechtsschutzversicherung einschliesslich Schadenregulierung und ergänzt die Produktepalette der Gruppe Mobiliar im Nicht-Lebengeschäft. Das Unternehmen konzentriert seine Aktivitäten auf die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein, will im Rechtsschutz-Versicherungsgeschäft weiterhin stärker als der Markt wachsen und seine führende Position auf dem Schweizer Markt sichern. Obwohl das Jahr 2021 weiterhin von der Covid-19-Pandemie geprägt war, konnte die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG den Betrieb dank der mobilen und flexiblen Arbeitsplätze sowie der stabil funktionierenden IT-Infrastruktur jederzeit aufrechterhalten. Im Berichtsjahr erzielte die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG ein erfreuliches Prämienwachstum von 8.7 % (Vorjahr 6.9 %). Das Unternehmen konnte seinen Marktanteil dank seiner marktgerechten Produkte, der erstklassigen Rechtsabwicklung und der hohen Vertriebskraft weiter ausbauen. Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG ist damit einmal mehr stärker als der Gesamtmarkt (5.5 % gemäss Prämienreporting des Schweizerischen Versicherungsverbands, SVV) gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Bruttoschadenzahlungen um CHF 6.1 Mio. beziehungsweise 9.4 % zu. Die Abschluss- und Verwaltungskosten für eigene Rechnung gingen im Vergleich zum Vorjahr um CHF 4.2 Mio. zurück auf CHF 37.5 Mio. Die Abnahme ist insbesondere auf einen tieferen Verwaltungsaufwand aus Leistungen von Gruppengesellschaften sowie höhere Entlastungen aus Umlagen von festen Schadendienstkosten zurückzuführen. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um CHF 0.5 Mio. auf CHF 7.4 Mio. Der Anstieg resultierte hauptsächlich aus Aktienanlagen. 2021 erzielte die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG einen Jahresgewinn von CHF 26.1 Mio. Dieser setzte sich im Wesentlichen zusammen aus dem technischen Ergebnis von CHF 23.2 Mio. sowie dem Kapitalanlageergebnis von CHF 7.4 Mio., abzüglich der Zinsaufwendungen für verzinsliche Verbindlichkeiten von CHF 0.8 Mio. sowie dem Steueraufwand von CHF 3.7 Mio. Per 31. Dezember 2021 verfügte die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG über eine solide Eigenkapitalbasis von CHF 98.8 Mio. (Vorjahr CHF 82.7 Mio.). Per 27. Januar 2022 ergaben sich Veränderungen in der Besetzung des Verwaltungsrats. Neu amten Philippe Genoud als Präsident und Peter Brawand (bisher Mitglied) als Vizepräsident. Ferner gehören dem Verwaltungsrat an: Michel Gicot (bisher), Gisela Jaeggi (bisher) und Samuel Grossenbacher (neu). Das Risk Management der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG ist Teil des gruppenweiten Risk Managements der Gruppe Mobiliar. Der Verwaltungsrat der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG trägt die Verantwortung für das Risk Management des Unternehmens. Das unternehmensweite Risk Management (ERM) basiert auf einem 3-Linien-Modell. Risikoidentifikation, -beurteilung, -steuerung und -überwachung erfolgen primär risikonah in den operativen Unternehmensbereichen (1. Linie). Das Risk Management und das Compliance Office unterstützen den Verwaltungsrat und die Geschäftsführerin als zentrale Risikokontrolle (2.Linie) in Fragen der Risikobewirtschaftung. Als integrierter Teil des ERM unterstützen die interne und externe Revision (3. Linie) durch unabhängige Prüfungen den Verwaltungsrat beim Wahrnehmen seiner Verantwortlichkeiten. Die im Rahmen der Geschäftstätigkeit eingegangenen Risiken werden entlang der sieben Risikokategorien Versicherungs-, Markt- und Kredit-, Liquiditätsrisiken, operationelle und reputationelle Risiken sowie Strategierisiken analysiert und beurteilt. Für die Risikobeurteilung kommen sowohl quantitative wie qualitative Methoden zum Einsatz. Versicherungs-, Markt- und Kreditrisiken werden basierend auf dem Standardmodell des Schweizer Solvenztests (SST) der FINMA quantifiziert. Ergänzend zu den quantitativen Modellen werden Stresstests und Szenarioanalysen eingesetzt. Im qualitativen Risikomanagement wird sichergestellt, dass für alle Risikokategorien geeignete, zentral gesteuerte Risk Management-Prozesse bestehen, welche eine systematische Bewirtschaftung erlauben.


5  Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Management Summary

Das Interne Kontrollsystem (IKS) umfasst die unternehmensintern angeordneten Vorgänge, Methoden und Massnahmen, die dazu dienen, eine angemessene Sicherheit bezüglich der Risiken der Geschäftsführung zu gewährleisten, insbesondere in Bezug auf die Zuverlässigkeit der finanziellen Berichterstattung, die Befolgung von Gesetzen und Vorschriften sowie die Wirksamkeit von Geschäftsprozessen. Das IKS beinhaltet Kontrollen auf Unternehmens-, Prozess- und IT-Ebene. Während die versicherungstechnischen Risiken im Vorjahresvergleich einen leichten Anstieg verzeichneten, nahmen die Marktrisiken deutlich zu. Die Kreditrisiken hingegen gingen zurück. Die für die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG aktuell relevante Exponierung in Bezug auf die operationellen Risiken ist vergleichbar mit derjenigen der Vorjahre. Sie umfasst insbesondere die operationellen Risiken auf der IT-Ebene sowie die Rechts- und Compliance- und die Informationssicherheits-Risiken. Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG verfügt mit einem SST-Quotienten per 1. Januar 2022 von 493 % (Vorjahr 479 %) über eine sehr gute Solvenzsituation.


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Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

A Geschäftstätigkeit

A.1

Auftrag und Ziele der Gesellschaft

Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG betreibt die Rechtsschutzversicherung einschliesslich Schadenregulierung und ergänzt die Produktepalette der Gruppe Mobiliar im Nicht-Lebengeschäft. Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG will im Rechtsschutz-Versicherungsgeschäft weiterhin stärker als der Markt wachsen und die führende Position auf dem Schweizer Markt sichern.

A.1.1 Übergeordnete Vorgaben Die strategische Führung der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG orientiert sich an den übergeordneten Vorgaben der Alleineigentümerin der Schweizerischen Mobiliar Holding AG – der Schweizerischen Mobiliar Genossenschaft – sowie am Leitbild und an den vom Verwaltungsrat der Schweizerischen Mobiliar Holding AG beschlossenen internen Rahmenbedingungen. Die vom Verwaltungsrat der Genossenschaft definierten übergeordneten Vorgaben stellen sicher, dass der Gesellschaftszweck der Genossenschaft – das Fördern der direkten Versicherung auf genossenschaftlicher Basis – erreicht wird. Als Unternehmen der Gruppe Mobiliar mit genossenschaftlichem Hintergrund und der daraus folgenden Verantwortung strebt die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG keine einseitig aktionärsgetriebene Gewinnmaximierung, sondern eine auf alle Stakeholder ausgerichtete Gewinnoptimierung an. Finanzierungsverständnis Die Gruppe Mobiliar ist unabhängig und kapitalstark. Die Gewinne müssen den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe aus eigener Kraft sicherstellen sowie Dividenden an die Genossenschaft und Überschussbeteiligungen an die Versicherungsnehmer ermöglichen. Risiko-/Renditeverständnis Die Risiken, die im technischen Versicherungsgeschäft und bei den Vermögensanlagen eingegangen werden, stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zum Eigenkapital. Der Verwaltungsrat legt in der Risikopolitik Zweck und Ziele, Grundsätze sowie Zuständigkeiten des unternehmensweiten Risk Managements (Enterprise Risk Management, ERM) fest. Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG hat folgende übergeordnete Ziele: Schutz der Kapitalbasis zur Erfüllung der Ansprüche ihrer Kunden, Erkennen von Risiko- und Renditeprofilen und Schutz der Reputation der Mobiliar. Zur Unterstützung der Umsetzung der Unternehmensstrategie sowie zur Konkretisierung der Risikopolitik erlässt der Verwaltungsrat die Risikostrategie. Diese beinhaltet die Risikoneigung zur Bestimmung des Risikokapitalbedarfs und weitere qualitative und quantitative Vorgaben zur Steuerung der wesentlichen Risiken. Ertragsziele Die Ertragsziele richten sich auf das Pflegen langfristiger Ertragspotenziale aus. Die Ertragsziele werden einerseits nach erfolgsrechnungsorientierten Kriterien und andererseits nach ökonomischen Prinzipien im Rahmen des Economic Value Managements (EVM) festgelegt und bemessen. Diese zwei unterschiedlichen Ansätze stellen die Basis für die Berechnung der Rentabilitätsziele dar. Diese Ziele werden so angesetzt, dass die Risikokapitalanforderungen finanziert werden können. Markt- und Produktziele Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG betreibt eine flächendeckende Grundversorgung mit Rechtsschutz-Versicherungsprodukten mit geografischer Konzentration auf die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein. Den Kunden werden verlässliche Produkte, Fachkompetenz in Beratung, Verkauf, Schaden- und Leistungsfallabwicklung sowie kundenorientierte ergänzende Dienstleistungen und Services angeboten. Alle Produkte und Leistungen zeichnen sich durch hohe Qualität aus. Mitarbeiterbezogene Ziele Als sozialverantwortliche Arbeitgeberin fördert die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG die Kompetenzen und die Arbeitsmarktfähigkeit ihrer Mitarbeitenden.


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Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Geschäftstätigkeit

A.1.2 Leitbild Das Leitbild ist Weg und Ziel zugleich. Es ist für die Mitarbeitenden der Gruppe Mobiliar Richtschnur und Wegweiser in eine erfolgreiche Zukunft. Es stützt sie als verlässliches, gemeinsames und verbindliches Fundament und gibt ihnen in Zeiten des Wandels Orientierung. Vision Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG wächst langfristig und profitabel über dem Markt und nimmt eine führende Position auf dem Schweizer Markt ein. Werte • Menschlich: Als genossenschaftlich verankertes Unternehmen stellt die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG den Mensch und seine Bedürfnisse ins Zentrum. Wir engagieren uns für den langfristigen Erfolg unserer Kunden, Mitarbeitenden – und der Schweiz. • Verantwortungsvoll: Verantwortungsbewusstsein und Nachhaltigkeit leiten unser Denken und Handeln. Unser Tun trägt zum Fortschritt der Gesellschaft als Ganzes bei und entscheidet über den wirtschaftlichen Erfolg der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG. • Entschlossen: Unsere Geschichte gibt uns die Stärke, unsere Zukunft aktiv zu gestalten. Unternehmergeist, Initiative und Kreativität sind unser Antrieb. Verhalten • Zuverlässig: Wir halten Wort, schaffen Verbindlichkeit und Vertrauen – mit Verständnis und Empathie. • Initiativ: Wir machen den ersten Schritt, suchen den Dialog, hören zu und fragen nach, packen an und handeln engagiert. • Vorausschauend: Wir setzen uns frühzeitig mit Veränderungen im Markt, in der Gesellschaft und in der Umwelt auseinander und ziehen daraus die Konsequenzen. Fähigkeiten • Dezentral: Wir sind dort, wo unsere Kunden sind. Dank dezentraler Kompetenzen der Generalagenturen der Gruppe Mobiliar im Verkaufsprozess sind wir in der Lage, kundennah zu entscheiden und bedarfsgerechte Lösungen zu schaffen. • Unkompliziert: Wir sind erreichbar, kümmern uns rasch und unbürokratisch um Fragen und Anliegen, arbeiten effektiv und zielführend. • Leistungsstark: Wir denken analytisch, wägen Chancen und Gefahren sorgfältig ab und verfügen über die personellen und finanziellen Mittel, Leistungen langfristig zu erbringen. • Neugierig: Wir öffnen uns neuen Standpunkten und Ansichten, verändern uns mit Fokus auf den Anforderungen unserer Kunden, investieren in Forschung und Entwicklung, gehen neue Wege und überprüfen regelmässig unsere Leistungen.

A.1.3 Interne Rahmenbedingungen Die internen Rahmenbedingungen konkretisieren die übergeordneten Vorgaben. Vertriebs- und Dienstleistungskanäle • Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG vertreibt ihre Produkte und Dienstleistungen über das Netz von Generalagenturen der Gruppe Mobiliar und über alternative Vertriebskanäle (Omnichannel-Vertrieb). • Zur Ergänzung des Angebots arbeitet die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG bewusst mit Vertriebspartnern und Maklern zusammen, die hochstehende Leistungen erbringen. Marke Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG tritt unter der Marke «Protekta» auf. Service-Qualität Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG erbringt wahrnehmbare Qualität. Prozessqualität hilft, Servicequalität zu erbringen. Die Prozesse – unter Ausschöpfung der Potenziale aus der Digitalisierung – werden laufend optimiert.


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Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Geschäftstätigkeit

Innovation Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG bietet im Rahmen des Innovationsmanagements der Gruppe Mobiliar ein geeignetes Umfeld für das Entstehen von Innovationen und setzt kreative Ideen und neues Wissen in neuen Produkten, Prozessen, Kundenansprachen oder Geschäftsmodellen um. Technologie Auf Basis einer sicheren und langfristig ausgelegten Architektur setzt die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG ausgewählte und moderne Technologien für geschäftskritische Anwendungen ein. Die neusten Technologien werden eingesetzt für strategische Innovationsfelder. Der Technologieeinsatz wird zentral geführt und bereitgestellt. Ressourcenzuteilung Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG sucht die Risiken primär im technischen Versicherungsgeschäft. Die Kapitalanlagen werden in erster Linie auf die Wahrung der Solvenz ausgerichtet. Humankapital Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG versteht sich als gesuchte und inspirierende Arbeitgeberin mit einer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung, die ein Umfeld fördert, welches sowohl potenzielle Kandidaten anspricht als auch Beschäftigte an sich bindet.

A.2

Vorgänge/Transaktionen innerhalb der Gruppe Mobiliar mit Relevanz für die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Am Ende der Berichtsperiode waren verschiedene Verträge zu internen Kostenverrechnungen zwischen der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG und den Gruppengesellschaften in Kraft. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um die Verrechnung von Dienstleistungen für Vermögensverwaltung, Finanzen, Human Resources sowie Raum-, Projekt- und IT-Kosten.

A.3

Externe Revisionsstelle

Revisionsstelle der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG für das Geschäftsjahr 2021 war die KPMG AG, Zürich.

A.4

Wesentliche aussergewöhnliche Ereignisse

Das Jahr 2021 war weiterhin geprägt von der Covid-19-Pandemie und den weltweit ergriffenen gesundheitspolitischen Massnahmen zur Eindämmung der Virusverbreitung. Die Risiken und Unsicherheiten bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung bleiben nach wie vor beträchtlich. Vieles hängt vom weltweiten Impffortschritt und den Auswirkungen allfälliger Virusmutationen auf die Wirksamkeit der Impfstoffe ab. Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG konnte im Berichtsjahr den Betrieb dank der mobilen und flexiblen Arbeitsplätze sowie der stabil funktionierenden IT-Infrastruktur jederzeit aufrechterhalten.


Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

9

B Unternehmenserfolg

B.1

Prämien, Schäden und Kosten

Prämienvolumen in CHF Mio.

Bruttoprämien Anteil Rückversicherer an Bruttoprämien1 Prämien für eigene Rechnung Veränderung des Prämienübertrags für eigene Rechnung Total verdiente Prämien für eigene Rechnung

2022

2021

143.4

131.9

–2.1

–0.4

141.3

131.4

–1.8

–2.4

139.5

129.0

2021

2020

–70.6

–64.5

0.2

0.3

–8.0

1.6

1 betrifft Fronting-Geschäfte

Aufwendungen aus dem versicherungstechnischen Geschäft in CHF Mio.

Bruttoschadenzahlungen Anteil Rückversicherer an Bruttoschadenzahlungen Veränderung versicherungstechnische Rückstellungen Anteil Rückversicherer an Veränderung versicherungstechnische Rückstellungen

0.7

–0.3

Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung

–77.7

–63.0

Bruttoabschluss- und Verwaltungskosten

–37.6

–41.7

Anteil Rückversicherer an Bruttoabschluss- und Verwaltungskosten Abschluss- und Verwaltungskosten für eigene Rechnung Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung Total Aufwendungen aus dem versicherungstechnischen Geschäft

0.1

0.0

–37.5

–41.7

–1.0

–0.9

–116.3

–105.5

Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG bietet ausschliesslich Rechtsschutzlösungen für Privatpersonen und Unternehmen an. Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG ist führend im Schweizer Rechtsschutzversicherungsmarkt und behauptete sich im anhaltend kompetitiven Umfeld im Berichtsjahr erneut sehr erfolgreich. Mit seinen marktgerechten Produkten, der erstklassigen Rechtsabwicklung und einer hohen Vertriebskraft konnte das Unternehmen seinen Marktanteil weiter ausbauen. 2021 erreichte die Protekta RechtsschutzVersicherung AG mit 8.7 % ein erfreuliches und über dem Vorjahr (6.9 %) liegendes Prämienwachstum. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Bruttoschadenzahlungen um 9.4 % bzw. CHF 6.1 Mio. auf CHF 70.6 Mio. Das Verhältnis von Bruttoschadenzahlungen zu Bruttoprämien fiel mit 49.2 % um 0.3 Prozentpunkte höher aus als im Vorjahr (48.9 %). Die Abschluss- und Verwaltungskosten für eigene Rechnung gingen im Vergleich zum Vorjahr um CHF 4.2 Mio. auf CHF 37.5 Mio. zurück. Die Abnahme resultierte insbesondere aufgrund eines tieferen Verwaltungsaufwands aus Leistungen von Gruppengesellschaften sowie höherer Entlastungen aus Umlagen von festen Schadendienstkosten. Bei den sonstigen versicherungstechnischen Aufwendungen für eigene Rechnung von CHF 1.0 Mio. (Vorjahr CHF 0.9 Mio.) handelte es sich um Überschussbeteiligungen an die Versicherungsnehmer.


Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Unternehmenserfolg

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B.2

Erträge und Aufwendungen aus Kapitalanlagen

Insgesamt erzielte die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG ein Ergebnis aus Kapitalanlagen in der Höhe von CHF 7.4 Mio. (Vorjahr CHF 6.9 Mio.). Dieses resultierte hauptsächlich aus den Aktienanlagen. Ertrag/Aufwand aus Kapitalanlagen 2021

2020

Immobilien (Anlageliegenschaften)

0.3

0.3

Festverzinsliche Wertpapiere

2.1

1.2

Hypotheken

0.1

0.0

Aktien

7.0

8.8

Übrige Kapitalanlagen

1.9

2.0

Flüssige Mittel

0.1

0.1

Total Ertrag aus Kapitalanlagen

11.5

12.5

Immobilien (Anlageliegenschaften) inkl. Aufwand Liegenschaften

–0.1

–0.1

Festverzinsliche Wertpapiere

–0.7

–0.7

Aktien

–1.7

–3.5

Übrige Kapitalanlagen

–0.4

–0.5

Flüssige Mittel inkl. Zinsaufwand Banken/Post

–0.2

–0.3

Diverser Aufwand: Aufwand für Kapitalverwaltung und Steuern ausl. Zinserträge

–1.0

–0.6

Total Aufwand für Kapitalanlagen

–4.1

–5.7

in CHF Mio.

Der Zuwachs resultierte hauptsächlich aufgrund höherer Wertschriftenerträge sowie tieferen realisierten Verlusten aus Veräusserungen von Kapitalanlagen.

B.3

Jahresergebnis

2021 belief sich der Jahresgewinn der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG auf CHF 26.1 Mio. Dieser setzte sich im Wesentlichen zusammen aus dem technischen Ergebnis von CHF 23.2 Mio. sowie dem Kapitalanlageergebnis von CHF 7.4 Mio., abzüglich der Zinsaufwendungen von CHF 0.8 Mio. für verzinsliche Verbindlichkeiten sowie des Steueraufwands von CHF 3.7 Mio.


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Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

C Corporate Governance und Risikomanagement Die Gruppe Mobiliar führt mit der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG das Rechtsschutzversicherungsgeschäft, einschliesslich der Schadenregulierung, in einer separaten juristischen Einheit. Der Verwaltungsrat hat die Geschäftsführung an die Leiterin der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG delegiert.

C.1

Verwaltungsrat Jahrgang

Mitglied seit

gewählt bis

Patric Deflorin, Kilchberg

Präsident

1971

2013

2022

Andrea Kleiner, Zürich

Vizepräsidentin

1974

2020

2023

Peter Brawand, Therwil

Mitglied

1965

2005

2022

Michèle Rodoni, Bougy-Villars

Mitglied

1969

2017

2023

Michel Gicot, Belmont-sur-Lausanne

Mitglied

1971

2018

2024

Gisela Jaeggi, Zollikofen

Mitglied

1968

2019

2022

Alle Mitglieder des Verwaltungsrats der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG sind Schweizer Bürger.

Im Verwaltungsrat gab es in der Berichtsperiode keine personellen Veränderungen. Michel Gicot als bisheriges Mitglied des Verwaltungsrats wurde nach Ablauf der ordentlichen Amtsdauer im Jahr 2021 für weitere drei Jahre wiedergewählt. Der Verwaltungsrat traf sich im Jahr 2021 zu drei Sitzungen. Per 27. Januar 2022 wird der Verwaltungsrat neu durch Philippe Genoud präsidiert und das Vizepräsidium hat Peter Brawand (bisher Mitglied) inne. Ferner gehören dem Verwaltungsrat Michel Gicot (bisher), Gisela Jaeggi (bisher) und Samuel Grossenbacher (neu) an. Der frühere Präsident, Patric Deflorin, die bisherige Vizepräsidentin, Andrea Kleiner, sowie das bisherige Mitglied Michèle Rodoni scheiden auf diesen Zeitpunkt aus dem Verwaltungsrat aus. Per 1. Januar 2022 setzte sich der Verwaltungsrat wie folgt zusammen: Patric Deflorin Präsident Ausbildung Lic. oec. HSG, Executive MBA-FSI (Vlerick, HEC, HSG) Berufliche Laufbahn Seit 1. Januar 2021 2015 – 3/2021 2012 – 2015 2006 – 2012 2005 – 2006 1999 – 2005 1998 – 1999

Gruppe Mobiliar, Leiter Markt Management, Mitglied der Geschäftsleitung Gruppe Mobiliar, Leiter Versicherungen, Mitglied der Geschäftsleitung Gruppe Mobiliar, Leiter Privatpersonen, Bereich Versicherungen Zurich Insurance Group, CFO Direct Europe und Zurich Schweiz, Mitglied der Geschäftsleitung Novelis Aluminium, Financial Controlling/Performance Management Zurich Insurance Group, zuletzt Leiter Organisationsentwicklung PricewaterhouseCoopers, Management Consultant


12

Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Corporate Governance undRisikomanagement

Andrea Kleiner Vizepräsidentin Ausbildung Dipl. natw. ETH, MBA (Cornell University) Berufliche Laufbahn Seit 1. April 2021 2020 – 2021 2016 – 2020 2008 – 2015 2004 – 2008 2000 – 2004

Gruppe Mobiliar, Leiterin Operations, später umbenannt in Geschäftsentwicklung, Mitglied der Geschäftsleitung Gruppe Mobiliar, Leiterin Privatpersonen, Bereich Versicherungen Gruppe Mobiliar, Leiterin Personenversicherungen, Bereich Versicherungen Swiss Life, Leiterin System Management Privatkunden The Boston Consulting Group, Leitung diverser Projekte für Erst- und Rückversicherer Accenture, Leitung diverser Projekte für Erst- und Rückversicherer

Peter Brawand Mitglied Ausbildung Lic. oec. HSG, dipl. Wirtschaftsprüfer Berufliche Laufbahn Seit 1. Juni 2004 Gruppe Mobiliar, Leiter Finanzen, Mitglied der Geschäftsleitung 1997 – 2004 Basler Versicherung, zuletzt als Leiter Rechnungswesen und Controlling, Mitglied der Geschäftsleitung Schweiz (ab 1998) 1994 – 1996 Coop Versicherungs-Gesellschaft, Geschäftsleitungsmitglied Finanzen und Administration 1989 – 1994 Revisuisse Price Waterhouse AG, zuletzt als Mandatsleiter Wirtschaftsprüfung und -beratung

Michèle Rodoni Mitglied Ausbildung Aktuarin SAV Berufliche Laufbahn Seit 1. Januar 2021 Juli 2017 – 2020 2012 – Juni 2017 2009 – 2012 2006 – 2009 1991 – 2005

Gruppe Mobiliar, CEO Gruppe Mobiliar, Leiterin Markt Management, Mitglied der Geschäftsleitung Gruppe Mobiliar, Leiterin Vorsorge, Mitglied der Geschäftsleitung Aviva, Direktorin Europa Solvency-II-Programme Swiss Life, Leiterin Finanzen und Business Development, International Division 1 La Suisse, Aktuarin, Mitglied der Geschäftsleitung (ab 2003)


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Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Corporate Governance undRisikomanagement

Michel Gicot Mitglied Ausbildung lic. rer. pol. Berufliche Laufbahn Seit 1. Juli 2017 2013 – 2017 2010 – 2013 2006 – 2010 2000 – 2006 1996 – 2000

Gruppe Mobiliar, Leiter Privatkunden Vorsorge Gruppe Mobiliar, Leiter Unternehmensentwicklung, Mitglied der Geschäftsleitung Gruppe Mobiliar, Leitung Planung, Projekte und Controlling Vorsorge Gruppe Mobiliar, Programmleiter in der Einzellebensversicherung Swiss Life, Leiter Marketing Schweiz La Suisse, Marketing Manager

Gisela Jaeggi Mitglied Ausbildung Betriebsökonomin HWV Berufliche Laufbahn Seit 1. Januar 2016 2010 – 2015 2008 – 2010 2001 – 2008 1998 – 2001 Bis 1998

C.2

Gruppe Mobiliar, Leiterin Alternative Investments & Manager Select bei Mobiliar Asset Management AG Gruppe Mobiliar, Leiterin Alternative Investments bei Mobiliar Asset Management AG Pensionskasse SBB, Verantwortliche für den Aufbau der Alternativen Anlagen UBS Wealth Management and Business Banking, Senior Portfolio Manager Hedge Funds RMF Investment Consulting AG, Senior Portfolio Manager berufliche Tätigkeiten in verschiedenen Funktionen im Wertschriftenhandel

Geschäftsführung

Seit 1. April 2019 hat Brigitte Jappert die Leitung der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG inne. Brigitte Jappert Ausbildung Rechtsanwältin, Executive MBA (Genf) Berufliche Laufbahn Seit 1. April 2019 2018 – 2019 2014 – 2017 2011, 2013 – 2014

Leiterin Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Fortuna Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft, Leiterin Schaden und stellvertretende CEO Generali Allgemeine Versicherungen AG, Regional Manager Recovery Froriep Attorneys at Law


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C.3

Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Corporate Governance undRisikomanagement

Risikomanagement

Das unternehmensweite Risk Management (ERM) ist Teil des gruppenweiten Risk Management der Gruppe Mobiliar. Zum ERM gehören zentrale Vorgaben wie beispielsweise die vom Verwaltungsrat der Schweizerischen Mobiliar Holding AG erlassene und für alle Unternehmen massgebliche Risikopolitik und Risikostrategie sowie die davon abgeleiteten Risk Management-Prozesse. Der Verwaltungsrat der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG trägt die Verantwortung für das Risk Management. Das ERM basiert auf einem 3-Linien-Modell mit den Funktionen Risikonehmer (1. Linie), Risikokontrolle (2. Linie) sowie unabhängige Assurance (3. Linie).

Schweizerische Mobiliar Holding AG Verwaltungsrat Schweizerische Mobiliar Holding AG Risikopolitik/Risikostrategie Risk Owner: Verwaltungsrat Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Risikonehmer (1. Linie)

Risikokontrolle (2. Linie)

Unabhängige Assurance (3. Linie)

Linienverantwortliche und Prozessverantwortliche

u.a. Risk Management Gruppe Compliance Office Gruppe

Prüfung durch interne und externe Revision

Risikoidentifikation, -beurteilung, -steuerung und -überwachung erfolgen primär risikonah in den operativen Unternehmensbereichen (1. Linie). Das Risk Management und das Compliance Office unterstützen den Verwaltungsrat und die Geschäftsführerin als zentrale Risikokontrollfunktionen (2. Linie) bei der Risikobewirtschaftung. Sie stellen Methoden und Instrumente zur Steuerung der Risiken zur Verfügung und überwachen die Einhaltung der geschäftspolitischen, strategischen und gesetzlichen Vorgaben. Sie überprüfen die Wirksamkeit der von der 1. Linie im IKS eingerichteten Schlüsselkontrollen. Zudem schaffen sie Transparenz durch das Bereitstellen relevanter Führungsinformationen zur Risiko- und Kapitalsituation. Die Risikokontrollfunktionen stellen die zeitgerechte Berichterstattung sicher und fördern die regelmässige Auseinandersetzung im Verwaltungsrat. Zudem nehmen das Aktuariat, das Risk Management des Asset Managements sowie die gruppenweiten Themenverantwortlichen wichtige Funktionen im Rahmen des ERM wahr. Als integrierter Teil des ERM unterstützen die interne und externe Revision (3. Linie) durch unabhängige Prüfungen den Verwaltungsrat beim Wahrnehmen seiner Verantwortlichkeiten. Die Berichte der internen Revision werden der Geschäftsführerin und den Leitern der Kontrollfunktionen der Gesellschaft sowie dem Verwaltungsrat, der CEO und den Mitgliedern der Geschäftsleitung der Gruppe Mobiliar zur Verfügung gestellt.


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Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Corporate Governance undRisikomanagement

C.3.1 Risikopolitik Als Gruppengesellschaft ist die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG in die Konzernorganisation der Gruppe Mobiliar eingebunden. Der Verwaltungsrat hat in der Risikopolitik Ziele, Grundsätze sowie Zuständigkeiten des unternehmensweiten Risk Managements festgelegt. Die Risikopolitik bildet somit die übergeordnete Vorgabe für die Selbstbeurteilung der Risikosituation und des Kapitalbedarfs. Dabei verfolgt die Mobiliar und inbegriffen auch die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG drei übergeordnete Ziele: • Schutz der Kapitalbasis zur Erfüllung der Ansprüche ihrer Kunden • Erkennen von Risiko- und Renditeprofilen • Schutz der Reputation Die im Rahmen der Geschäftstätigkeit eingegangenen Risiken werden entlang von sieben definierten Risikokategorien analysiert und beurteilt: Versicherungsrisiken, Markt- und Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken, operationelle und reputationelle Risiken sowie Strategierisiken. Dabei kommen sowohl quantitative als auch qualitative Methoden zum Einsatz. Die aktive Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsrisiken geschieht in den gruppenweiten Risk Management-Prozessen entlang dieser sieben Risikokategorien.

C.3.2 Risikostrategie Die Risikostrategie konkretisiert die Risikopolitik und unterstützt die Umsetzung der Unternehmensstrategie. Sie bildet die Risikoneigung zur Bestimmung des Risikokapitalbedarfs ab und enthält weitere qualitative und quantitative Vorgaben zur Steuerung der wesentlichen Risiken. Versicherungs-, Markt- und Kreditrisiken werden quantitativ mit dem SST-Modell berechnet (Swiss Solvency Test, SST). Für den SST-Quotienten ist ein interner Zielwert festgelegt. Mit einem System von Interventionsgrenzen vergleichen wir periodisch den Kapitalbedarf mit der Kapitalausstattung, um frühzeitig Massnahmen einleiten zu können und allfällige Unterdeckungen zu verhindern.

C.3.3 Internes Kontrollsystem Das Interne Kontrollsystem (IKS) umfasst die unternehmensintern angeordneten Vorgänge, Methoden und Massnahmen, die dazu dienen, eine angemessene Sicherheit bezüglich der Risiken der Geschäftsführung zu gewährleisten, insbesondere in Bezug auf die Zuverlässigkeit der finanziellen Berichterstattung, die Befolgung von Gesetzen und Vorschriften sowie die Wirksamkeit von Geschäftsprozessen. Das IKS beinhaltet Kontrollen auf Unternehmens-, Prozess- und IT-Ebene. Risiken auf Unternehmensebene Mit dem Risk Governance Framework (RGF) werden die Risiken auf Unternehmensebene adressiert, die prozessübergreifend bzw. prozessunabhängig wirken. Darin sind Kontrollen aufgenommen, die Bestandteil der Unternehmenssteuerung sind und die Umsetzung der Strategie über die Hierarchiestufen hinweg unterstützen. Das RGF bildet damit ein Fundament für die Kontrollen auf Prozess- und IT-Ebene sowie für ein wirksames internes Kontrollsystem. Risiken auf Prozessebene Das Risiko- und Kontrollassessment (RKA) liefert auf Prozessebene eine Risikolandkarte, das heisst, es verknüpft systematisch Prozessschritte mit wesentlichen Risiken und deren Kontrollen. Diese Transparenz über die Risikosituation ermöglicht eine gezielte Reaktion auf Schwachstellen. Wesentliche Risiken können dadurch frühzeitig erkannt, Kontrolldefizite umgehend zugeordnet und bei Bedarf wirksame Steuerungsmassnahmen initiiert werden. Risiken auf IT-Ebene Die IT-Ebene umfasst Risiken und Kontrollen zu Architektur und Technologie, Life Cycle Management für Applikationen und Infrastruktur, Betrieb, Sicherheit sowie Compliance.


Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

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D Risikoprofil

D.1

Risikokategorien

Die eingegangenen Risiken werden entlang der sieben nachstehend definierten Risikokategorien mittels quantitativer oder qualitativer Methoden analysiert und beurteilt. Die Berechnung der Versicherungs-, Markt- und Kreditrisiken erfolgt mit dem SST-Modell (siehe auch Kapitel G «Solvabilität»). Mit dem qualitativen Risk Management werden die operationellen Risiken sowie die Strategie-, Reputations- und Liquiditätsrisiken abgedeckt. Es umfasst die Gesamtheit der Methoden, Ziele und Massnahmen, die dazu verwendet werden, die wesentlichen Risiken sowohl qualitativ als auch systematisch und unternehmensweit zu bewirtschaften. Damit wird sichergestellt, dass diese Risiken frühzeitig identifiziert, beurteilt und gesteuert, sowie dass Massnahmen zur Minderung oder Absicherung erheblicher Risiken und Risikokonzentrationen eingeleitet werden.

D.1.1 Versicherungsrisiken Das Versicherungsrisiko (bestehend aus Tarifierungs- und/oder Reserverisiko) bezeichnet den ökonomischen Verlust, der entsteht, wenn die versicherten Schäden und Leistungen in Bezug auf das Eintreten, die Höhe oder das Timing nicht den Erwartungen entsprechen. Versicherungstechnisches Risiko in CHF Mio.

Versicherungstechnisches Risiko

1.1.2022

1.1.2021

30.2

28.8

Der ausgewiesene Betrag des versicherungstechnischen Risikos entspricht dem Kapitalbedarf, der mit dem SST-Standardmodell ermittelt wird. Vereinfachend gibt dieser die Höhe des durchschnittlichen Jahrhundertverlusts im Bereich der Versicherungsrisiken an. Weitere Informationen finden sich im Kapitel G «Solvabilität»..

D.1.2 Marktrisiken Das Marktrisiko bezeichnet den ökonomischen Verlust, der aus Veränderungen von Marktpreisen (beispielsweise Aktien, Währungen, Credit Spreads, Rohstoffe oder Immobilien) oder Zinsen entstehen kann. Marktrisiko in CHF Mio.

Marktrisiko

1.1.2022

1.1.2021

52.4

32.7

Der ausgewiesene Betrag des Marktrisikos entspricht dem Kapitalbedarf, der mit dem SST-Standardmodell ermittelt wird. Vereinfachend gibt dieser die Höhe des durchschnittlichen Jahrhundertverlusts im Bereich der Marktrisiken an. Weitere Informationen finden sich im Kapitel G «Solvabilität».


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Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Risikoprofil

D.1.3 Kreditrisiken Das Kreditrisiko bezeichnet den ökonomischen Verlust aus dem Ausfall von Gegenparteien, falls beispielsweise ein Schuldner der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG nicht mehr in der Lage ist, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Kreditrisiko in CHF Mio.

Kreditrisiko

1.1.2022

1.1.2021

7.1

10.0

Der ausgewiesene Betrag des Kreditrisikos entspricht dem Kapitalbedarf, der mit dem SST-Standardmodell ermittelt wird. Vereinfachend gibt dieser die Höhe des durchschnittlichen Jahrhundertverlusts im Bereich der Kreditrisiken an. Weitere Informationen finden sich im Kapitel G «Solvabilität».

D.1.4 Operationelle Risiken Das operationelle Risiko ist die Gefahr von Verlusten, die infolge Unzulänglichkeit oder Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Diese Definition schliesst Rechts- und Compliancerisiken ein. Im Vergleich zum Vorjahr veränderte sich die relevante Risikoexponierung nicht wesentlich. Die identifizierten operationellen Risiken werden durch adäquate Massnahmen und Kontrollen abgedeckt. Alle kritischen operationellen Risiken sowie die Einschätzung der entsprechenden Kontrollen werden quartalsweise im Managementausschuss zum qualitativen Risk Management (QLR Komitee) diskutiert und zudem jährlich im Rahmen der ORSA Berichterstattung (Own Risk and Solvency Assessment) der Geschäftsführerin und dem Verwaltungsrat erläutert.

D.1.5 Liquiditätsrisiken Das Liquiditätsrisiko bezeichnet die Gefahr, dass aus Risiken der Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit oder der (Re-)Finanzierungstätigkeit fällige Zahlungsverpflichtungen nicht vollständig und fristgerecht erfüllt werden können. Um die Erfüllung von Leistungen und unvorhergesehenen Verpflichtungen jederzeit sicherstellen zu können, sieht die Anlagepolitik der Gruppe Mobiliar vor, dass ein entsprechender Teil der Anlagen in liquide oder leicht realisierbare Aktiven anzulegen ist. Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG verfügt über eine angemessene Höhe an liquiden Mitteln. Auf Basis des Geschäftsmodells werden keine Grossschäden und damit auch keine besonderen Herausforderungen für die Liquiditätssteuerung erwartet. Das Liquiditätsrisiko wird entsprechend als gering eingestuft.

D.1.6 Strategierisiken Das Strategierisiko bezeichnet das Risiko, das von falschen strategischen Geschäftsentscheidungen oder von mangelnder Anpassungsfähigkeit an Veränderungen in der Unternehmensumwelt ausgeht. Die strategische Umwelt- und Unternehmensanalyse sowie die Einschätzung von relevanten Chancen und Gefahren dienen als Entscheidungsgrundlagen zur Festlegung der Unternehmensstrategie. Im Rahmen der jährlichen Strategieüberarbeitung wird die Risikodiskussion auf Basis beobachteter Trends sowie möglicher Events in den Dimensionen Kunden, Markt und Umfeld, Wettbewerb sowie Technologie geführt. Die Erkenntnisse betreffen nicht ausschliesslich die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG, sondern die gesamte Versicherungsgruppe und dienen als Grundlage für die Unternehmensführung.


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Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Risikoprofil

D.1.7 Reputationsrisiken Das Reputationsrisiko bezeichnet die Gefahr eines Imageverlusts und folglich einer Minderung des Unternehmenswerts der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG und damit der Gruppe Mobiliar. Dies kann aus fehlerhaften Geschäftsentscheidungen, unprofessionellem Verhalten, Interessenkonflikten, dem Nichteinhalten von Gesetzen und Vorschriften sowie mangelhafter Führungs- und Unternehmenskultur entstehen. Die Reputation der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG und der Marke Mobiliar stellt für den aktuellen und zukünftigen Geschäftserfolg ein zentrales Element dar. Deshalb wird das Themengebiet umfassend betrachtet, wobei zentrale Einflussfaktoren analysiert werden. Die Risikostrategie sieht vor, dass den gesellschaftlichen und gesetzlichen Entwicklungen Rechnung getragen wird, und dass das Verhalten der Mitarbeitenden auf allen Hierarchiestufen dem Verhaltenskodex entspricht.

D.2

Risikokonzentrationen

Risikokonzentrationen resultieren entweder aus einem wesentlichen Risiko oder aus der Aggregation von Risiken, die untereinander von einer gemeinsamen Ursache oder einem gemeinsamen Treiber abhängig sind.

D.2.1 Geografische Konzentration Mit der geografischen Beschränkung der Geschäftstätigkeit auf den Schweizer Markt und das Fürstentum Liechtenstein ist eine Risikokonzentration auf dieses Gebiet verbunden.

D.2.2 Konzentrationen in Versicherungsrisiken Im Versicherungsrisiko ist die Gefahr von Risikokonzentrationen sehr gering, da die einzelnen Verträge gemessen am Gesamtrisiko klein sind.

D.2.3 Konzentrationen in Markt- und Kreditrisiken Die Anlagepolitik der Gruppe Mobiliar sieht die angemessene Diversifikation der Kapitalanlagen vor, die durch die jährlich definierte Anlagestrategie konkretisiert wird.

D.3

Risikomindernde Massnahmen und Instrumente

Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG kann auf Risk Management-Prozesse aufsetzen, welche in den vergangenen Jahren sukzessiv weiterentwickelt wurden. Bestehende Vorgaben und Prozesse sind geeignet, um die Risiken angemessen zu bewirtschaften. Folgende Massnahmen haben sich insbesondere als wirksam erwiesen:

D.3.1 Good Corporate Governance Der Verwaltungsrat der Schweizerischen Mobiliar Holding AG hat mit der gruppenweiten Risikopolitik und der Verwaltungsrat der Protekta Rechtsschutz-Versicherungen AG mit der jährlichen Risikostrategie wesentliche Eckpfeiler für die Ausgestaltung des ERM gesetzt. Der vom Verwaltungsrat der Gruppe Mobiliar erlassene, für alle Gruppengesellschaften geltende Verhaltenskodex, legt die Basis für ein einheitliches Compliance-Verständnis aller Mitarbeitenden. Durch die Beachtung des Verhaltenskodexes werden Vertrauen, Sicherheit und Transparenz gewährleistet und die gute Reputation geschützt. Mit Weisungen wird die angemessene Bewirtschaftung der Risiken sichergestellt. Das 3-Linien-Modell als Basis des unternehmensweiten Risk Managements mit den Risikonehmern, der Risikokontrolle sowie der unabhängigen Assurance stellt sicher, dass unvereinbare Tätigkeiten getrennt werden. Details sind unter Risikomanagement in Kapitel C «Corporate Governance und Risikomanagement» aufgeführt.


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Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Risikoprofil

D.3.2 Risikoneigung Die konservative Risikoneigung führt zu einer Kapitalisierung, mit welcher extreme Ereignisse und mehrjährige adverse Entwicklungen aufgefangen werden können. Ein Ampelsystem mit vorgegebenen Interventionsgrenzen stellt sicher, dass frühzeitig Massnahmen ergriffen werden können, um einen allfälligen Rückgang der Kapitalbasis zu begrenzen.

D.3.3 Stresstests Mit Stresstests werden die Auswirkungen von extremen Ereignissen analysiert, um zusätzliche Erkenntnisse hinsichtlich Verwundbarkeit der Bilanz zu erhalten und das Verständnis der Risikoexponierung zu erhöhen. Stresstests in Versicherungs-, Markt- und Kreditrisiken werden gleichermassen berücksichtigt. Zudem werden Stressereignisse mit Bezug auf operationelle Risiken, Liquiditäts- und Reputationsrisiken analysiert. Dadurch können allfällige Massnahmen initiiert werden. Die Analyse ausgewählter Stresstests zeigt, dass Extremereignisse einen grossen Einfluss auf das erwartete Jahresergebnis – bis hin zu einem Verlust – haben können. Die bilanziellen Auswirkungen werden jedoch durch die sehr gute Kapitalisierung aufgefangen.

D.3.4 Szenarioanalysen Mittels verschiedener Szenarien wird die Kapitaladäquanz über den Planungszeitraum hinweg beurteilt. Im Vordergrund steht neben dem Basisszenario über einen mehrjährigen Zeitraum die Analyse von Szenarien, welche unter Berücksichtigung des spezifischen Risikoprofils und des aktuellen Umfelds substanzielle Auswirkungen auf das Ergebnis und die Kapitalsituation zeigen. Die Analysen liefern insbesondere Erkenntnisse über die Robustheit unter adversen Bedingungen und fördern die Auseinandersetzung mit möglichen Auswirkungen und risikomindernden Massnahmen. Die durchgeführten Szenarioanalysen zeigen keine Solvenzgefährdung.

D.3.5 Krisen- und Business Continuity Management Mit dem Krisen- und Business Continuity Management bereitet sich die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG darauf vor, die Geschäftsaktivitäten auch unter aussergewöhnlichen Umständen weiterzuführen und die Folgen schwerwiegender Beeinträchtigung der normalen Geschäftstätigkeit zu begrenzen. Auf die mit Covid-19 eingetretenen Entwicklungen und behördlichen Anordnungen konnten wir weiterhin gut reagieren und die operative Geschäftstätigkeit aufrechterhalten.

D.3.6 Rückversicherungsschutz Die Protekta-Rechtsschutz-Versicherung AG betreibt ausschliesslich das Geschäft der Rechtsschutzversicherung. Anders als beispielsweise die Sach- und Haftbranchen ist dieser Versicherungszweig sehr risikoarm, weshalb die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG mit Ausnahme des Prozesskostenfinanzierungsgeschäfts grundsätzlich keine Rückversicherungsdeckung einsetzt.

D.3.7 Anlagestrategie Das Vermögen ist durch die Anlage in verschiedenen Anlagekategorien und Märkte breit diversifiziert. Durch die Absicherung des Fremdwährungsrisikos auf Nominalwerten reduziert sich die Exponierung in Fremdwährungen. Die definierten Limiten für die Anlageklassen und die Risikokonzentrationen führen dazu, dass die Auswirkungen von Verwerfungen an den Finanzmärkten begrenzt werden.


Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

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E Bewertung

E.1

Aktiven

Marktnahe Aktiven in CHF Mio.

Immobilien Festverzinsliche Wertpapiere Hypotheken

31.12.2021

31.12.2020

7.7

7.3

185.9

237.0

5.8

5.7

Aktien

111.8

67.5

Übrige Kapitalanlagen

133.3

85.4

0.0

0.4

Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten Anteile Rückversicherer am bestmöglichen Schätzwert der Versicherungsverpflichtungen* Übrige Aktiven Total marktnaher Wert der Aktiven

2.0

1.2

37.0

35.5

483.5

440.1

* betrifft Fronting-Geschäfte

Die Aktiven werden in der für Solvenzzwecke verwendeten Bilanz marktnah bewertet. Die Bewertungsdifferenzen der Aktiven zwischen einer OR- und einer marktnahen Bilanz ergeben sich hauptsächlich aus Immobilien, festverzinslichen Wertpapieren, Aktien und Anlagefonds in den übrigen Kapitalanlagen. Aufgrund der Überarbeitung des Kontenplans zur Ermittlung der SST-Bilanz ergaben sich im Vergleich zum Vorjahr Verschiebungen zwischen den Bilanzpositionen.

E.1.1 Immobilien Marktnahe Bewertung Die Anlageliegenschaften werden basierend auf periodischen Verkehrswertschätzungen von externen Fachexperten bilanziert. Der Wert wird mittels der Discounted Cashflow-Methode (DCF-Methode) berechnet. Der aktuelle Marktwert einer Liegenschaft wird bei der DCFMethode durch die Summe aller in Zukunft zu erwartenden, auf den heutigen Zeitpunkt diskontierten Zahlungsströme (vor Steuern, Zinszahlungen, Abschreibungen und Amortisationen) bestimmt. Die zukünftigen Zahlungsströme werden pro Liegenschaft individuell, marktgerecht und risikoadjustiert diskontiert. Die Bewertung von Bauprojekten oder Liegenschaften in der Entwicklungsphase erfolgt anhand der aufgelaufenen und werthaltigen Anlagekosten. Bewertung nach OR Nach OR werden die Immobilien zum fortgeführten Anschaffungswert abzüglich kumulierter Wertberichtigungen bilanziert. Die ordentlichen Abschreibungen werden individuell pro Liegenschaft festgelegt. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Die Bewertungsdifferenzen per 31. Dezember 2021 beliefen sich auf CHF 7.2 Mio. (Vorjahr CHF 6.8 Mio.).


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Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Bewertung

E.1.2 Festverzinsliche Wertpapiere Marktnahe Bewertung Für festverzinsliche Wertpapiere – insbesondere Obligationen – werden am Markt beobachtete Werte verwendet. Bewertung nach OR Nach OR werden die festverzinslichen Wertpapiere entsprechend der Vorschriften der Aufsichtsverordnung AVO 110 zu Amortized Cost bewertet. Bestehen begründete Zweifel an der Zinszahlungs- und Rückzahlungsfähigkeit des Schuldners, erfolgt die Bewertung der festverzinslichen Wertschriften zu aktuellen Werten. Wenn keine beobachtbaren bzw. aktuellen Werte zur Verfügung stehen, erfolgt die Bewertung mittels eigenem Bewertungsmodell. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Per 31. Dezember 2021 betrugen die Bewertungsdifferenzen CHF 6.5 Mio. (Vorjahr CHF 9.5 Mio.).

E.1.3 Hypotheken Marktnahe Bewertung Die marktnahen Werte der Hypotheken werden mittels der DCF-Methode berechnet. Zur Diskontierung werden marktgerechte, risikoadjustierte Zinsen verwendet. Bewertung nach OR Nach OR werden Hypotheken zum Nominalwert abzüglich Wertberichtigungen bewertet. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Die Bewertungsdifferenzen per 31. Dezember 2021 beliefen sich auf CHF 0.1 Mio. (wie Vorjahr).

E.1.4 Aktien Marktnahe Bewertung Aktien werden zu aktuellen Werten (Tageswerte) bilanziert. Bewertung nach OR Nach OR werden Aktien zu Anschaffungskosten oder tieferen Marktwerten bilanziert. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Die Bewertungsdifferenzen per 31. Dezember 2021 beliefen sich auf CHF 36.7 Mio. (Vorjahr CHF 20.3 Mio.).

E.1.5 Übrige Kapitalanlagen Marktnahe Bewertung Für die übrigen Kapitalanlagen (Anlagefonds) werden am Markt beobachtete Werte verwendet. Sind für nicht kotierte Eigenkapitalinstrumente keine von unabhängigen Drittanbietern ermittelten aktuellen Werte verfügbar, erfolgt die Bewertung zu Anschaffungskosten abzüglich notwendiger Wertberichtigungen. Bewertung nach OR Nach OR werden die übrigen Kapitalanlagen mit dem Niederstwertprinzip bewertet, das heisst höchstens zu Anschaffungskosten oder aber zum niedrigeren Marktpreis. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Die Bewertungsdifferenzen per 31. Dezember 2021 betrugen CHF 23.6 Mio. (Vorjahr CHF 21.4 Mio.).


Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Bewertung

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E.1.6 Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten Marktnahe Bewertung und Bewertung nach OR Derivative Finanzinstrumente werden aufgrund aktueller Tageskurse bewertet. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Es bestehen keine Bewertungsdifferenzen zwischen OR und marktnaher Bilanz.

E.1.7 Anteil versicherungstechnische Rückstellungen aus Rückversicherung Marktnahe Bewertung und Bewertung nach OR Die marktnahe Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen aus Rückversicherung sowie deren Bewertung gemäss OR erfolgt analog zur Bewertung der versicherungstechnischen Bruttorückstellungen (s. Abschnitt E.2.1). Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Es bestehen keine wesentlichen Bewertungsdifferenzen zwischen OR und marktnaher Bilanz.

E.1.8 Übrige Aktiven Marktnahe Bewertung Die Bewertung der übrigen Aktiven (flüssige Mittel, Forderungen, sonstige Aktiven) erfolgt für die marktnahe Bilanz zu Nominalwerten. Ausserdem werden noch nicht fakturierte, künftige Prämien aus laufenden Versicherungsverträgen aktiviert. Diese sind Bestandteil der Unexpired Risk Reserve, des marktnahen Werts der Prämienüberträge. Die Forderungen entstehen aus unterjährig abgeschlossenen oder mehrjährigen Verträgen, für welche in der Folgeperiode Prämienzahlungen fällig werden. Bewertung nach OR Die Bewertung der übrigen Aktiven (flüssige Mittel, Forderungen, sonstige Aktiven) erfolgt nach OR zu Nominalwerten. Nicht fakturierte, künftige Prämien aus laufenden Versicherungsverträgen im Schadengeschäft werden nach OR nicht aktiviert. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Es bestehen keine Bewertungsdifferenzen zwischen OR und marktnaher Bilanz. Die nicht fakturierten, künftigen Prämien belaufen sich auf CHF 7.4 Mio. (Vorjahr: 6.7 Mio.).

E.2

Fremdkapital

Marktnahe Passiven 31.12.2021

31.12.2020

Bestmöglicher Schätzwert der Versicherungsverpflichtungen (Brutto)

149.9

141.1

Übrige Verpflichtungen

110.5

110.8

Total marktnaher Wert des Fremdkapitals

260.4

251.9

in CHF Mio.

Die Versicherungsverpflichtungen sowie die übrigen Verpflichtungen werden in der für Solvenzzwecke verwendeten Bilanz marktnah bewertet. Die Bewertungsdifferenzen der Passiven zwischen OR- und marktnaher Bilanz ergeben sich hauptsächlich aus den Versicherungsverpflichtungen.


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Aufgrund der Überarbeitung des Kontenplans zur Ermittlung der SST-Bilanz ergaben sich im Vergleich zum Vorjahr Verschiebungen zwischen den Bilanzpositionen.

E.2.1 Bestmöglicher Schätzwert der Versicherungsverpflichtungen Marktnahe Bewertung Der bestmögliche Schätzwert der Versicherungsverpflichtungen setzt sich aus den Bedarfsschadenrückstellungen, der Unexpired Risk Reserve und Rückstellungen für Überschussbeteiligungen zusammen. Der bestmögliche Schätzwert ist der Barwert der künftigen Zahlungen. Die Diskontierung erfolgt dabei mit der risikolosen Zinskurve. Zusammen mit dem Mindestbetrag ergibt sich der marktnahe Wert der Versicherungsverpflichtungen. Nachstehend werden die Bestandteile der Versicherungsverpflichtungen erläutert. Als Bedarfsschadenrückstellungen oder sogenannte Best-Estimate-Schadenrückstellungen zu einem bestimmten Stichtag gelten erwartungstreue Schätzungen der nach dem Stichtag anfallenden nominellen Schadenzahlungen für alle bereits eingetretenen Schadenfälle bis und mit Stichtag. Sie umfassen ebenfalls die Schadenbearbeitungskosten. Die Schadenrückstellungen werden mittels Schadenabwicklungsdreiecken und branchenüblichen aktuariellen Verfahren berechnet. Dabei wird das gesamte Portefeuille auf möglichst homogene Teilportefeuilles mit vergleichbaren Abwicklungscharakteristika aufgeteilt. Für den SST werden die Zahlungsmuster auf den aggregierten Schadenabwicklungsdreiecken «Rechtsschutz» bestimmt. Die Unexpired Risk Reserve umfasst die statutarischen Prämienüberträge gemäss OR, das heisst Prämienanteile, welche bereits gebucht, jedoch noch nicht verdient sind. Sie dienen zur Deckung noch nicht eingetretener Schäden und Kosten bereits gezeichneter Risiken. In der marktnahen Bewertung werden zusätzlich die noch nicht fakturierten, künftigen Prämien berücksichtigt (s. Abschnitt E.1.8). Diesen erwarteten, noch nicht verdienten Prämien werden die erwarteten Schäden und Kosten gegenübergestellt. Die erwarteten Gewinne und Verluste aus Prämienüberträgen gemäss SST sind im risikotragenden Kapital (RTK) enthalten. Für die Rückstellungen für Überschussbeteiligung wird ein Zahlungsmuster geschätzt. Der Mindestbetrag ist ein von der FINMA geforderter Zuschlag für die Kapitalkosten des Risikos, welches nach dem Geschäftsjahr verbleibt für Schäden, die noch nicht erledigt oder nur teilweise erledigt werden konnten. Bei der Bestimmung des Mindestbetrags wird für jedes künftige Jahr der Abwicklung das Gesamtrisiko der verbleibenden Versicherungs-, Markt- und Kreditrisiken berechnet. Die Summe wird anschliessend mit dem vorgegebenen Kapitalkostensatz von 6 % multipliziert. Dies entspricht der Annahme, dass ein hypothetischer Kapitalgeber für seine Risiken mit 6 % über dem risikofreien Zins zu entschädigen wäre. Der Mindestbetrag per 31. Dezember 2021 betrug CHF 3.2 Mio. (Vorjahr: CHF 3.3 Mio.). Bewertung nach OR Nach OR werden die versicherungstechnischen Rückstellungen gemäss dem bei der FINMA eingereichten und genehmigten Geschäftsplan bewertet. Der Geschäftsplan stützt sich auf das Rundschreiben 2008/42 «Rückstellungen Schadenversicherung», welches ausreichende versicherungstechnische Rückstellungen bestehend aus Bedarfsrückstellungen und Schwankungsrückstellungen verlangt. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Die Bewertungsunterschiede zwischen dem marktnahen Wert der Versicherungsverpflichtungen und dem statutarischen Wert ergeben sich hauptsächlich: • aus Schwankungsrückstellungen, welche in der marktnahen Bewertung nicht erforderlich sind, • aus Bewertungsunterschieden zwischen der Unexpired Risk Reserve und den statutarischen Prämienüberträgen sowie • aus der Diskontierung mit der risikolosen Zinskurve. Die Bewertungsdifferenzen per 31. Dezember 2021 beliefen sich auf CHF 43.3 Mio. (Vorjahr CHF 41.4 Mio.).


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Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Bewertung

E.2.2 Übrige Verpflichtungen Marktnahe Bewertung Die übrigen Verpflichtungen werden in der Regel zu Nominalwerten bewertet.

Die Bewertung des Passivdarlehens von der Schweizerischen Mobiliar Holding AG erfolgt mittels der DCF-Methode mit risikolosen Zinsen. Bewertung nach OR Die übrigen Verpflichtungen werden in der Regel zu Nominalwerten bewertet. Quantitative Angaben zum Bewertungsunterschied Die Bewertungsdifferenzen per 31. Dezember 2021 betrugen CHF 0.4 Mio. (Vorjahr CHF 0.7 Mio.).


Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

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F Kapitalmanagement

F.1

Ziele, Strategie und Zeithorizont der Kapitalplanung

Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG hat zum Ziel, das Versicherungsgeschäft nachhaltig selbst zu finanzieren und verfolgt dieses durch eine weitsichtige Strategie mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen den eingegangenen Risiken und dem Eigenkapital. Die Kapitalplanung erfolgt vorausschauend mit Szenarien über drei Jahre. Per 31. Dezember 2021 verfügte die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG über eine solide Kapitalbasis von CHF 98.8 Mio.

F.2

Eigenkapital

Das Eigenkapital der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG setzte sich per 31. Dezember 2021 nach OR wie folgt zusammen: Eigenkapital Bilanz 31.12.2021

31.12.2020

Aktienkapital

3.0

3.0

Gesetzliche Gewinnreserven

1.5

1.5

Freiwillige Gewinnreserven

52.8

52.8

Bilanzgewinn

41.5

25.4

- Gewinnvortrag

15.4

1.9

- Jahresgewinn

26.1

23.6

Total Eigenkapital

98.8

82.7

in CHF Mio.

F.3

Wesentliche Änderungen 2021

Aufstellung über die Veränderung des Eigenkapitals

Aktien-

Gesetzliche

Freiwillige

kapital

Gewinnreserven

Gewinnreserven

3.0

1.5

52.8

Bilanzgewinn

Eigenkapital

25.4

82.7

–10.0

–10.0

26.1

26.1

41.5

98.8

in CHF Mio.

Stand per 31.12.2020 Dividendenausschüttung an die Schweizerische Mobiliar Holding AG Jahresgewinn Stand per 31.12.2021

3.0

1.5

52.8


Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Kapitalmanagement

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F.4

Wesentliche Unterschiede zwischen dem im Geschäftsbericht ausgewiesenen Eigenkapital und der Differenz zwischen den marktnah bewerteten Aktiven und dem marktnah bewerteten Fremdkapital

Bewertungsdifferenz Eigenkapital in CHF Mio.

Eigenkapital

OR

Bewertungs-

Marktnaher Wert

31.12.2021

differenzen

31.12.2021

98.8

124.3

223.1

Die Differenz des Eigenkapitals bewertet nach OR zur Differenz zwischen den marktnah bewerteten Aktiven und dem marktnah bewerteten Fremdkapital belief sich per 31. Dezember 2021 auf CHF 124.3 Mio. Die Hauptbewertungsunterschiede resultierten aus den Bewertungsunterschieden bei den versicherungstechnischen Rückstellungen in der Höhe von CHF 43.3 Mio. und bei den Kapitalanlagen von CHF 74.0 Mio.


Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

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G Solvabilität

Vorbemerkungen Die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG verwendet für Solvenzzwecke das Standardmodell der FINMA. Die nachstehenden SST-Kennzahlen per 1. Januar 2022 und per 1. Januar 2021 entsprechen denjenigen, die der FINMA im Rahmen der SST-Berichterstattung eingereicht wurden. Die FINMA nahm an den Werten mit Stichtag 1. Januar 2021 keine Anpassungen vor. Die Beurteilung der Werte der Berichtsperiode (Stichtag 1. Januar 2022) stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts seitens der FINMA noch aus. Angaben zum risikotragenden Kapital und zum Zielkapital der Vorperiode können zudem dem Anhang zu diesem Bericht entnommen werden.

G.1

Risikotragendes Kapital

Risikotragendes Kapital 1.1.2022

1.1.2021

223.1

188.2

Abzüge

–20.1

–10.1

Kernkapital

203.0

178.0

0.0

0.0

Risikotragendes Kapital

203.0

178.0

abzüglich Mindestbetrag

–3.2

–3.3

199.8

174.8

in CHF Mio.

Differenz marktnaher Wert der Aktiven abzüglich der Summe aus bestmöglichem Schätzwert der Versicherungsverpflichtungen plus marktnaher Wert der übrigen Verpflichtungen

Ergänzendes Kapital

Net Asset Value

Das risikotragende Kapital erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um CHF 24.9 Mio. auf CHF 203.0 Mio. (+14 %). Der Anstieg ist insbesondere auf das versicherungstechnische Ergebnis sowie auf die positive Entwicklung an den Finanzmärkten zurückzuführen. Die Abzüge fielen im Vorjahresvergleich höher aus. Der Anstieg ist auf eine geplante Zuweisung an den Überschussfonds in der Höhe von CHF 10 Mio. zurückzuführen. Ansonsten bestehen diese hauptsächlich aus der geplanten Dividende an die Schweizerische Mobiliar Holding AG. Der Mindestbetrag blieb mit CHF 3.2 Mio. im Vergleich zum Vorjahr (CHF 3.3 Mio.) nahezu unverändert. Insgesamt ergab sich ein um CHF 25.0 Mio. (+14 %) höherer Net Asset Value von CHF 199.8 Mio. Angaben zur Bestimmung der marktnahen Werte finden sich im Kapitel E «Bewertung».


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G.2

Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Solvabilität

Solvenzkapitalanforderung und Zielkapital

Komponenten der Solvenzkapitalanforderung Werte per 1.1.2022

Veränderung zum Vorjahr in CHF Mio.

Versicherungstechnisches Risiko Versicherungstechnisches Risiko30.2

1.4

30.2

52.4

MarktrisikoMarktrisiko

19.7

52.4

7.1

KreditrisikoKreditrisiko Diversifikationseffekt Diversifikationseffekt

-20.2

Mindestbetrag und sonstige Mindestbetrag und sonstige auf das Zielkapital Effekte auf Effekte das Zielkapital

Zielkapital Zielkapital

-25.8 43.7

abzüglich Mindestbetrag abzüglich Mindestbetrag Solvenzkapitalanforderung Solvenzkapitalanforderung

0

40.5

-2.9

7.1

-2.9 -5.5

-5.5

-20.2

-25.8

-8.8

-8.8

43.7

-3.2

1.4

4.0

4.0 -3.2

40.5

10 0 20 10 30 20 40 30 50 40 60 50 70 60 80 70 90 80

0.1

0.1

4.0

4.0 90

0

0

Das Zielkapital der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG erhöhte sich um CHF 4.0 Mio. auf CHF 43.7 Mio. (+10 %): Die einzelnen Komponenten des Zielkapitals veränderten sich wie folgt: • • • •

Das versicherungstechnische Risiko erhöhte sich um CHF 1.4 Mio. auf CHF 30.2 Mio. (+5 %). Das Marktrisiko stieg um CHF 19.7 Mio. auf CHF 52.4 Mio. (+60 %). Das Kreditrisiko reduzierte sich um CHF 2.9 Mio. auf CHF 7.1 Mio. (-29 %). Der Diversifikationseffekt erhöhte sich insbesondere aufgrund des neuen Kreditrisikomodells um CHF 5.5 Mio. auf CHF 20.2 Mio. (+38 %). • Die Position «Mindestbetrag und sonstige Effekte» stieg um CHF 8.8 Mio. auf CHF 25.8 Mio. (+51 %), was hauptsächlich auf die Erhöhung der erwarteten Ergebnisse zurückzuführen ist. Insgesamt erhöhte sich die Solvenzkapitalanforderung um CHF 4.0 Mio. auf CHF 40.5 Mio. (+11 %).

19.7


29

G.2.1

Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Solvabilität

Versicherungstechnisches Risiko

Komponenten des versicherungstechnischen Risikos Werte per 1.1.2022

Veränderung zum Vorjahr in CHF Mio.

Prämienrisiko Prämienrisiko 18.2 Rückstellungsrisiko Rückstellungsrisiko

13.5

Diversifikationseffekt Diversifikationseffekt

13.5

-1.5

Versicherungstechnisches Risiko 30.2 Versicherungstechnisches Risiko 0

10

1.0

1.0

0.7

0.7

18.2

-0.3

-1.5

-0.3 1.4

30.2 20 0

30 10

40 20

30

0

40

1.4 0

Das versicherungstechnische Risiko erhöhte sich als Folge des anhaltenden Wachstums um 5 %: Das Prämienrisiko Nicht-Leben stieg um CHF 1.0 Mio. auf CHF 18.2 Mio. (+6 %). Das Rückstellungsrisiko Nicht-Leben verzeichnete einen Anstieg um CHF 0.7 Mio. auf CHF 13.5 Mio. (+5 %). Die Position Diversifikation und sonstige Effekte erhöhte sich – hauptsächlich aufgrund der Erhöhungen des Prämien- und des Rückstellungsrisikos – um CHF 0.3 Mio. auf CHF 1.5 Mio. (+21 %).

G.2.2

Marktrisiko

Komponenten des Marktrisikos Werte per 1.1.2022

Veränderung zum Vorjahr in CHF Mio.

Zinsrisiken Zinsrisiken Spreadrisiken Spreadrisiken Fremdwährungsrisiken Fremdwährungsrisiken

-1.8-1.8

4.24.2

-0.9-0.9

5.55.5

15.4 15.4

18.8 18.8

17.217.2

40.4 40.4

Aktienrisiken Aktienrisiken

8.78.7

Übrige Marktrisiken Übrige Marktrisiken -40.1 -40.1

Diversifikationseffekt Marktrisiko Diversifikationseffekt Marktrisiko Marktrisiko Marktrisiko

2.82.8

14.9 14.9

Immobilienrisiken Immobilienrisiken

52.4 52.4

0 0 1010 2020 3030 4040 5050 60 60 70 70 80 80 90 90 100100

8.4 8.4 -21.4 -21.4 19.7 19.7 0 0

Das Marktrisiko erhöhte sich um 60 %. Die grössten Veränderungen ergaben sich bei den Aktien (CHF 17.2 Mio.), den Fremdwährungsrisiken (CHF 15.4 Mio.) sowie den übrigen Sachwerten (CHF 8.4 Mio.)


Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Solvabilität

30

• Das erhöhte Risiko in den Aktien (+74 %) stand insbesondere im Zusammenhang mit einer Erhöhung des Volumens aufgrund von Zukäufen und der Marktentwicklung. • Die Auflösung von Fremdwährungsabsicherungen – namentlich gegenüber dem US-Dollar – führte zu einer Zunahme des Risikos in den Fremdwährungen (+459 %). • Die Risikozunahme in den übrigen Sachwerten (+2 398 %) ist insbesondere auf ein höheres Gold-Exposure zurückzuführen. • Das erhöhte Risiko in den Immobilien (+23 %) ergab sich vor allem aus Wertsteigerungen. • Der Diversifikationseffekt stieg – hauptsächlich aufgrund der Erhöhung des Fremdwährungsrisikos – um 115 % an.

G.2.3

Kreditrisiko

Kreditrisiko in CHF Mio.

Kreditrisiko

1.1.2022

1.1.2021

7.1

10.0

Das Kreditrisiko reduzierte sich um CHF 2.9 Mio. auf CHF 7.1 Mio. (-29 %). Der Rückgang ist hauptsächlich auf die Einführung des neuen Standardmodells für das Kreditrisiko sowie die Reduktion der Exposures gegenüber der Anlageklasse «Öffentliche Körperschaften» zurückzuführen.

G.3

SST-Quotient

SST-Quotient in %

SST-Quotient

1.1.2022

1.1.2021

493%

479%

Der SST-Quotient berechnet sich aus dem NetAsset Value geteilt durch die Solvenzkapitalanforderung. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Solvenzquotient um 14 Prozentpunkte auf 493 %.

Bern, 28. April 2022 Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Der Verwaltungsrat


Anhang zum Bericht über die Finanzlage 2021 der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG 1

Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung an die General­ versammlung der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG, Jahresrechnung 2021

2

Unternehmenserfolg

3

Marktnahe Bilanz

4

Solvabilität

5

Glossar


2

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Bericht der Revisionsstelle


3

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Bericht der Revisionsstelle


4

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Bericht der Revisionsstelle


5

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Jahresrechnung 2021

Erfolgsrechnung in CHF

Bruttoprämien

2021

Anhang

1

2020

143 417 701.47

131 885 899.03

–2 122 271.95

–446 769.95

141 295 429.52

131 439 129.08

–1 842 087.58

–2 400 136.92

Verdiente Prämien für eigene Rechnung

139 453 341.94

129 038 992.16

Total Erträge aus dem versicherungstechnischen Geschäft

139 453 341.94

Zahlungen für Versicherungsfälle brutto

–70 602 138.67

Anteil Rückversicherer an Bruttoprämie Prämien für eigene Rechnung Veränderung der Prämienüberträge

2

139 453 341.94

129 038 992.16 –64 512 083.92

Anteil Rückversicherer an Zahlung für Versicherungsfälle

161 645.59

285 362.48

Zahlungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung

–70 440 493.08

–64 226 721.44

Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen

3

–8 034 544.55

1 579 718.26

Anteil Rückversicherer an Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen

3

747 354.43

–313 188.95

–77 727 683.20

–62 960 192.13

–37 618 803.67

–41 688 083.87

102 990.00

19 555.60

–37 515 813.67

–41 668 528.27

–1 010 892.12

–864 880.50

–38 526 705.79

–42 533 408.77

Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung Abschluss- und Verwaltungsaufwand

4

Anteil Rückversicherer an Abschluss- und Verwaltungsaufwand Abschluss- und Verwaltungsaufwand für eigene Rechnung Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung Total Kosten und sonstige Aufwendungen Total Aufwendungen aus dem versicherungstechnischen Geschäft Technisches Ergebnis

5

129 038 992.16

–116 254 388.99

–105 493 600.90

23 198 952.95

23 545 391.26


6

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Jahresrechnung 2021

Erfolgsrechnung (Fortsetzung) in CHF

Anhang

Technisches Ergebnis (Übertrag) Erträge aus Kapitalanlagen

6

11 539 607.75

Aufwendungen für Kapitalanlagen

7

–4 098 519.33

Kapitalanlagenergebnis

2021

2020

23 198 952.95

23 545 391.26 12 515 519.58 –5 655 705.37

7 441 088.42

6 859 814.21

Sonstige finanzielle Erträge

8

23 592.49

11 801.97

Sonstige finanzielle Aufwendungen

9

–33 353.88

–14 254.51

30 630 279.98

30 402 752.93

–800 000.04

–800 000.04

Gewinn vor Steuern

29 830 279.94

29 602 752.89

Direkte Steuern

–3 725 905.60

–6 050 506.03

Jahresgewinn

26 104 374.34

23 552 246.86

Operatives Ergebnis Zinsaufwendungen für verzinsliche Verbindlichkeiten

10


7

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Jahresrechnung 2021

Bilanz per 31.12. in CHF

Anhang

2021

2020

370 518 507.51

345 191 476.01

517 352.00

534 200.00

179 433 830.71

227 426 434.22

5 695 000.00

5 655 000.00

Aktiven Kapitalanlagen - Immobilien - Festverzinsliche Wertpapiere - Hypotheken - Aktien - Übrige Kapitalanlagen

11

Flüssige Mittel

75 092 255.04

46 571 057.77

109 780 069.76

65 004 784.02

23 766 492.58

22 364 756.43

Anteil versicherungstechnische Rückstellungen aus Rückversicherung

12

1 949 342.39

1 201 987.96

Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft

13

2 305 967.19

2 779 488.30

Übrige Forderungen

14

3 019 964.57

2 835 090.08

0.00

4 376.00

15

510 608.39

873 954.95

402 070 882.63

375 251 129.73

190 840 956.70

182 440 370.15

2 320 547.52

2 920 362.84

Sonstige Aktiven Aktive Rechnungsabgrenzungen Total Aktiven Passiven Versicherungstechnische Rückstellungen

16

Rückstellung für künftige Überschussbeteiligungen der Versicherten Nichtversicherungstechnische Rückstellungen

17

148 019.00

139 328.00

Verzinsliche Verbindlichkeiten

18

80 000 000.00

80 000 000.00

Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft

19

916 951.79

1 304 225.20

Übrige Verbindlichkeiten

20

2 125 769.27

1 858 206.01

45 196.86

13 625.25

21

26 823 545.64

23 829 490.77

303 220 986.78

292 505 608.22

3 000 000.00

3 000 000.00

Sonstige Passiven Passive Rechnungsabgrenzungen Total Fremdkapital Aktienkapital Gesetzliche Gewinnreserven

1 500 000.00

1 500 000.00

Freiwillige Gewinnreserven

52 835 000.00

52 835 000.00

Bilanzgewinn

41 514 895.85

25 410 521.51

- Gewinnvortrag

15 410 521.51

1 858 274.65

- Jahresgewinn

26 104 374.34

23 552 246.86

Total Eigenkapital

98 849 895.85

82 745 521.51

402 070 882.63

375 251 129.73

Total Passiven


8

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Jahresrechnung 2021

Anhang zur Jahresrechnung

Der zwingend vorgeschriebene Mindestinhalt basiert auf den AVO-FINMA Vorschriften Art. 5 a inkl. Anhang AVO-FINMA.

Die Werthaltigkeit wird jährlich überprüft. Bei Bedarf werden zusätzliche Abschreibungen zu Lasten des Periodenergebnisses vorgenommen.

Verzicht auf zusätzliche Angaben im Anhang und Geldflussrechnung Die Protekta Rechtsschutz-Versicherungs AG ist in die Konzernrechnung der Schweizerischen Mobiliar Holding AG integriert und verzichtet deshalb auf die zusätzlichen Angaben (OR 961d Abs. 1).

Immaterielle Vermögenswerte: Erworbene immaterielle Vermögenswerte wie EDV-Software, Nutzungsrechte etc. werden aktiviert, wenn sie über mehrere Jahre einen messbaren Nutzen bringen werden. Die Abschreibung erfolgt linear vom Anschaffungswert in der Regel über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Die Werthaltigkeit wird jährlich überprüft und bei Bedarf werden zusätzliche ausserplanmässige Abschreibungen zulasten des Periodenergebnisses vorgenommen.

Bewertungsgrundsätze Festverzinsliche Wertpapiere: Die festverzinslichen Wertpapiere werden entsprechend der Vorschriften der Aufsichtsverordnung Art. 110 zu Amortized-Cost bewertet. Bestehen begründete Zweifel an der Zinszahlungsund Rückzahlungsfähigkeit des Schuldners, erfolgt die Bewertung der festverzinslichen Wertschriften zu aktuellen Werten.

Immobilien: Die Immobilien werden zum fortgeführten Anschaffungswert abzüglich kumulierter Wertberich­ tigungen bilanziert. Die ordentlichen Abschreibungen werden individuell pro Liegenschaft festgelegt.

Hypotheken: Hypotheken werden zum Nominalwert abzüglich Wertminderungen bewertet.

Rückstellungen: Rückstellungen werden aufgrund vorsichtigem, sorgfältigem Ermessen vorgenommen.

Aktien und übrige Kapitalanlagen: Aktien und übrige Kapitalanlagen werden zu den Anschaffungskosten oder tieferen Marktwerten bilanziert. In den übrigen Kapitalanlagen sind kollektive Produkte und Gold enthalten.

Versicherungstechnische Rückstellungen: Die versicherungstechnischen Rückstellungen werden einzeln, d.h. je Versicherungsvertrag oder -fall nach den mutmass­ lichen Verpflichtungen gegenüber den Versicherten und Geschädigten und/oder mathematisch/statistisch gemäss den von den staatlichen Aufsichtsbehörden genehmigten Verfahren vorsichtig bemessen und be­ inhalten ausreichende Schwankungsrückstellungen zum Gewährleisten der langfristigen Erfüllbarkeit der Verpflichtungen.

Derivate zu Absicherungszwecken: Derivate zu Absicherungszwecken werden analog Grundgeschäft respektive Niederstwert bewertet. Bei strategischen Put-Optionen wird der Zeitwert nicht berücksichtigt. Dieser wird voll­umfänglich im Zeitpunkt der Tätigkeit der Absicherung bzw. deren Glattstellung erfolgswirksam abgeschrieben beziehungsweise zugeschrieben. Sachanlagen: Diese werden gemäss ihrer Nutzungs­ dauer ausgehend von den Anschaffungskosten arithmetisch linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer der verschiedenen Sachanlageklassen wurde wie folgt bestimmt: Mobilien/Maschinen/Fahrzeuge

2 bis 10 Jahre

EDV-Hardware/Netzwerke

3 bis 10 Jahre

Installationen

10 bis 20 Jahre

Die Rückstellungen für Versicherungsleistungen umfassen auch die Rückstellungen für eingetretene, jedoch noch nicht gemeldete Schäden sowie die entsprechenden Schadenbearbeitungskosten. Die Berechnung des Prämienübertrages erfolgt nach der Methode pro rata temporis.


9

1

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Jahresrechnung 2021

Bruttoprämien 2021

2020

Direktgeschäft Nicht-Leben brutto

143 417 701.47

131 885 899.03

Rechtsschutz

143 417 701.47

131 885 899.03

Gesamtgeschäft brutto

143 417 701.47

131 885 899.03

in CHF

2021

2020

Brutto

–1 842 087.58

–2 400 136.92

in CHF

2

Veränderung der Prämienüberträge

Anteile der Rückversicherer

0.00

0.00

–1 842 087.58

–2 400 136.92

2021

2020

–6 632 191.09

3 653 347.74

747 354.43

–313 188.95

–5 884 836.66

3 340 158.79

–1 402 353.46

–2 073 629.48

0.00

0.00

Netto

–1 402 353.46

–2 073 629.48

Total Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen für eigene Rechnung

–7 287 190.12

1 266 529.31

Netto

3

Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen für eigene Rechnung

in CHF

Veränderung der Rückstellungen für Versicherungsleistungen Brutto Anteile der Rückversicherer Netto Veränderung der Rückstellungen für vertragliche Überschussbeteiligungen Brutto Anteile der Rückversicherer


Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Jahresrechnung 2021

10

4

Abschluss- und Verwaltungsaufwand 2021

2020

Abschluss- und Verwaltungsaufwand

–37 618 803.67

–41 688 083.87

Agentur- und übrige Vertriebskosten

–19 658 848.11

–19 680 627.14

Personalaufwand

–25 223 134.08

–25 117 429.73

0.00

–8 349.00

in CHF

Abschreibungen auf immateriellen Anlagen Revisionsdienstleistungen

–83 736.75

–93 052.80

Übrige Verwaltungskosten

–1 557 233.33

–1 300 254.13

Diverse Verminderungen Verwaltungskosten Verwaltungsaufwand aus Leistungen von Gruppengesellschaften Umlagen feste Schadendienstkosten

5

2 169 649.00

1 700 010.80

–17 062 872.89

–19 244 648.80

23 797 372.49

22 056 266.93

Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung

Die sonstigen versicherungstechnischen Aufwendungen beinhalten die Überschussbeteiligungen der Versicherungsnehmer.


Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Jahresrechnung 2021

11

6

Erträge aus Kapitalanlagen 2021

2020

11 539 607.75

12 515 519.58

327 059.60

327 702.60

Wertschriftenertrag

4 120 472.27

3 637 185.49

Ertrag aus Zuschreibungen

–348 247.78

377 131.76

in CHF

Erträge aus Kapitalanlagen Ertrag aus Immobilien (Anlageliegenschaften)

Real. Kursgewinne auf Fremdwährungspositionen Real. Gewinn aus Veräusserung von Kapitalanlagen

646 985.64

1 657 649.46

6 739 641.13

6 464 698.62

53 696.89

51 151.65

Übriger Kapitalertrag

Erträge aus Kapitalanlagen je Anlagekategorie 2021

Erträge Zuschreibungen

Realisierte

Total

Gewinne

Immobilien (Anlageliegenschaften)

327 059.60

0.00

0.00

327 059.60

Festverzinsliche Wertpapiere

439 240.82

–30 212.91

1 688 886.98

2 097 914.89

53 299.50

0.00

0.00

53 299.50

Aktien

1 972 891.76

–318 034.87

5 374 095.11

7 028 952.00

Übrige Kapitalanlagen

1 708 339.69

0.00

201 975.27

1 910 314.96

397.39

0.00

121 669.41

122 066.80

4 501 228.76

–348 247.78

Hypotheken

Flüssige Mittel Total

Erträge aus Kapitalanlagen je Anlagekategorie 2020

Erträge Zuschreibungen

7 386 626.77 11 539 607.75

Realisierte

Total

Gewinne

Immobilien (Anlageliegenschaften)

327 702.60

20 000.00

0.00

347 702.60

Festverzinsliche Wertpapiere

683 173.76

–109 383.54

647 089.50

1 220 879.72

47 313.65

0.00

0.00

47 313.65

Aktien

1 467 986.85

466 515.30

6 863 421.93

8 797 924.08

Übrige Kapitalanlagen

1 486 024.88

0.00

559 732.75

2 045 757.63

3 838.00

0.00

52 103.90

55 941.90

4 016 039.74

377 131.76

Hypotheken

Flüssige Mittel Total

8 122 348.08 12 515 519.58


Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Jahresrechnung 2021

12

7

Aufwendungen für Kapitalanlagen 2021

2020

Aufwendungen für Kapitalanlagen

–4 098 519.33

–5 655 705.37

Abschreibungen auf Kapitalanlagen

–759 887.61

–862 953.75

Real. Kursverluste auf Fremdwährungspositionen

–641 711.35

–1 071 281.90

–1 577 697.24

–2 885 714.22

–87 276.60

–55 939.40

in CHF

Real. Verlust aus Veräusserung von Kapitalanlagen Aufwand für Anlageliegenschaften Übriger Kapitalaufwand Aufwand für Kapitalverwaltung

Aufwendungen für Kapitalanlagen je Anlagekategorie 2021

Abschreibungen und

–96 257.16

–87 971.11

–935 689.37

–691 844.99

Realisierte Verluste

Total

Wertberichtigungen

Immobilien (Anlageliegenschaften)

–16 848.00

0.00

–16 848.00

0.00

–699 729.35

–699 729.35

Aktien

–503 308.32

–1 191 063.97

–1 694 372.29

Übrige Kapitalanlagen

–239 731.29

–209 817.31

–449 548.60

0.00

–118 797.96

–118 797.96

–759 887.61

–2 219 408.59

–2 979 296.20

Festverzinsliche Wertpapiere

Flüssige Mittel Total Aufwand für Kapitalverwaltung

–935 689.37

Aufwand Liegenschaften

–87 276.60

Steuern ausl. Zinserträge

–21 089.24

Negativzinsen auf Guthaben Banken/Postfinance

–75 167.92

Total gemäss Erfolgsrechnung

Aufwendungen für Kapitalanlagen je Anlagekategorie 2020

–4 098 519.33

Abschreibungen und

Realisierte Verluste

Total

Wertberichtigungen

Immobilien (Anlageliegenschaften)

–8 200.00

0.00

–8 200.00

Festverzinsliche Wertpapiere

–373 090.59

–281 848.36

–654 938.95

Aktien

–376 709.74

–3 114 927.82

–3 491 637.56

Übrige Kapitalanlagen

–104 953.42

–437 279.14

–542 232.56

0.00

–122 940.80

–122 940.80

–862 953.75

–3 956 996.12

–4 819 949.87

Flüssige Mittel Total Aufwand für Kapitalverwaltung Aufwand Liegenschaften Steuern ausl. Zinserträge Negativzinsen auf Guthaben Banken/Postfinance Total gemäss Erfolgsrechnung

–691 844.99 –55 939.40 51 348.01 –139 319.12 –5 655 705.37


Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Jahresrechnung 2021

13

8

Sonstige finanzielle Erträge

Sonstige finanzielle Erträge beinhalten Zinserträge aus Kontokorrenten sowie realisierte Währungsgewinne aus Schaden- /Kreditorenzahlungen.

9

Sonstige finanzielle Aufwendungen

Sonstige finanzielle Aufwände beinhalten Zinsaufwendungen, realisierte Währungsverluste aus Schaden- /Kreditorenzahlungen sowie aus nicht versicherungstechnischen Positionen.

10

Zinsaufwendungen für verzinsliche Verbindlichkeiten

Bei den Zinsaufwendungen für verzinsliche Verbindlichkeiten handelt es sich um die Zinsen auf dem Darlehen der Schweizerischen Mobiliar Holding AG.

11

Übrige Kapitalanlagen

in CHF

Übrige Kapitalanlagen

31.12.2021

31.12.2020

109 780 069.76

65 004 784.02

Aktienfonds

10 269 319.52

6 055 965.27

Immobilienfonds

57 897 167.61

46 273 944.55

Wandelanleihenfonds

18 365 785.02

12 674 874.20

Gold

23 247 797.61

0.00

31.12.2021

31.12.2020

Anteil versicherungstechnische Rückstellungen aus Rückversicherung

1 949 342.39

1 201 987.96

Rückstellungen für Versicherungsleistungen

1 949 342.39

1 201 987.96

12

Anteil versicherungstechnische Rückstellungen aus Rückversicherung

in CHF

13

Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft

in CHF

Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft Guthaben bei Rückversicherern Guthaben bei Versicherungsnehmern

31.12.2021

31.12.2020

2 305 967.19

2 779 488.30

253 826.31

333 092.15

2 052 140.88

2 446 396.15


Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Jahresrechnung 2021

14

14

Übrige Forderungen 31.12.2021

31.12.2020

3 019 964.57

2 835 090.08

Forderungen gegenüber Beteiligten und Beteiligungen1

472 139.51

1 542 056.20

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG

472 139.51

1 542 056.20

2 547 825.06

1 293 033.88

31.12.2021

31.12.2020

510 608.39

873 954.95

20 734.60

0.00

489 873.79

866 444.95

0.00

7 510.00

31.12.2021

31.12.2020

190 840 956.70

182 440 370.15

40 520 224.50

38 678 136.92

149 537 263.31

142 905 072.22

783 468.89

857 161.01

31.12.2021

31.12.2020

Nichtversicherungstechnische Rückstellungen

148 019.00

139 328.00

Rückstellungen für Dienstjubiläen

148 019.00

139 328.00

in CHF

Übrige Forderungen

Übrige kurzfristige Forderungen 1 Unter dieser Position werden auch die Forderungen gegenüber Schwestergesellschaften ausgewiesen.

15

Aktive Rechnungsabgrenzungen

in CHF

Aktive Rechnungsabgrenzungen Abgrenzungen Personal Marchzinsen Sonstige Abgrenzungen

16

Versicherungstechnische Rückstellungen

in CHF

Versicherungstechnische Rückstellungen Prämienüberträge Rückstellungen für Versicherungsleistungen Rückstellung für vertragliche Überschussbeteiligung

17

Nichtversicherungstechnische Rückstellungen

in CHF


Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Jahresrechnung 2021

15

18

Verzinsliche Verbindlichkeiten

Bei den verzinslichen Verbindlichkeiten handelt es sich um das Darlehen der Schweizerischen Mobiliar Holding AG mit unbefristeter, jederzeit auf 6 Monate kündbarer Laufzeit.

19

Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft 31.12.2021

31.12.2020

Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft

916 951.79

1 304 225.20

Verbindlichkeiten gegenüber Versicherungsnehmern

295 548.45

237 859.20

Verbindlichkeiten gegenüber Agenturen

621 403.34

1 066 366.00

31.12.2021

31.12.2020

2 125 769.27

1 858 206.01

Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligten und Beteiligungen1

231 544.32

304 563.02

Schweizerische Mobiliar Holding AG (Beteiligte)

131 773.68

151 655.77

0.00

4 279.21

Schweizerische Mobiliar Lebensversicherungs-Gesellschaft AG

32 359.45

82 873.41

Schweizerische Mobiliar Asset Management AG

44 690.84

54 238.34

Schweizerische Mobiliar Services AG

22 720.35

11 516.29

1 894 224.95

1 553 642.99

31.12.2021

31.12.2020

Passive Rechnungsabgrenzungen

26 823 545.64

23 829 490.77

Vorausbezahlte Prämien

19 956 659.00

17 398 536.75

Abgrenzung Personal1

1 638 581.78

1 569 263.14

Übrige Abgrenzungen

5 228 304.86

4 861 690.88

in CHF

20

Übrige Verbindlichkeiten

in CHF

Übrige Verbindlichkeiten

Schweizerische Mobiliar Genossenschaft

Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 1 Unter dieser Position werden auch die Verbindlichkeiten gegenüber Schwestergesellschaften ausgewiesen.

21

Passive Rechnungsabgrenzungen

in CHF

1 Die Abgrenzung Personal beinhaltet Erfolgsbeteiligung und Zielbonus, nicht bezogene Ferien sowie Überstunden.


16

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Jahresrechnung 2021

Eigenkapitalnachweis Aufstellung über die Veränderung des Eigenkapitals

Aktien-

Gesetzliche

Freiwillige

Bilanz-

Eigen-

kapital

Gewinnreserven

Gewinnreserven

gewinn

kapital

3 000 000.00

1 500 000.00

47 835 000.00

16 858 274.65

69 193 274.65

–10 000 000.00

–10 000 000.00

–5 000 000.00

0.00

23 552 246.86

23 552 246.86

25 410 521.51

82 745 521.51

–10 000 000.00

–10 000 000.00

26 104 374.34

26 104 374.34

41 514 895.85

98 849 895.85

in CHF

Stand per 31.12.2019 Dividendenausschüttung an die Schweizerische Mobiliar Holding AG Zuweisung an freiwillige Gewinnreserve

5 000 000.00

Jahresgewinn Stand per 31.12.2020

3 000 000.00

1 500 000.00

52 835 000.00

Dividendenausschüttung an die Schweizerische Mobiliar Holding AG Jahresgewinn Stand per 31.12.2021

3 000 000.00

1 500 000.00

52 835 000.00


17

Anhang 1 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Jahresrechnung 2021

Übrige Angaben Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt

Bei der Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG sind weniger als 250 Personen im Jahresdurchschnitt beschäftigt.

Eventualverbindlichkeiten

Die Gesellschaft gehört der Mehrtwertsteuer-Gruppe der Mobiliar Gruppe an und haftet solidarisch für deren Mehrwertsteuer-Verbindlichkeiten gegenüber der Steuerbehörde.

Gebundenes Vermögen

Aufgrund der Besonderheit des Geschäfts müssen Versicherungsunternehmen gemäss Art. 17 VAG die Ansprüche aus Versicherungsverträgen durch ein gebundenes Vermögen sicherstellen. Der Sollbetrag des gebundenen Vermögens wird aus den versicherungstechnischen Rückstellungen und einem angemessenen Zuschlag (Art. 18 VAG) ermittelt. Die dem gebundenen Vermögen zugewiesenen Vermögenswerte müssen mindestens diesem Sollbetrag entsprechen und dienen der Sicherstellung der Ansprüche.

Gewinnverwendung 2021

2020

Jahresgewinn

26 104 374.34

23 552 246.86

Gewinnvortrag

15 410 521.51

1 858 274.65

Bilanzgewinn zur Verfügung der Generalversammlung

41 514 895.85

25 410 521.51

Zuweisung Rückstellung für künftige Überschussbeteiligungen der Versicherten

10 000 000.00

0.00

Dividendenausschüttung (2021: 333.33 %; 2020: 333.33 %)

10 000 000.00

10 000 000.00

Zuweisung freiwillige Gewinnreserven

20 000 000.00

0.00

Ausschüttung und Zuweisungen

40 000 000.00

10 000 000.00

1 514 895.85

15 410 521.51

in CHF

Gewinnverwendungsvorschlag des Verwaltungsrates:

Vortrag auf neue Rechnung


Anhang 2 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

18

Unternehmenserfolg

Aufgrund von Rundungen können sich in den vorliegenden Tabellen bei Summenbildungen geringfügige Abweichungen ergeben. Total in CHF Mio.

2021

2020

143.4

131.9

1

Bruttoprämie

2

Anteil Rückversicherer an Bruttoprämie

–2.1

–0.4

3

Prämie für eigene Rechnung (1 + 2)

141.3

131.4

4

Veränderung der Prämienüberträge

–1.8

–2.4

5

Anteil Rückversicherer an Veränderung der Prämienüberträge

0.0

0.0

6

Verdiente Prämien für eigene Rechnung (3 + 4 + 5)

139.5

129.0

7

Sonstige Erträge aus dem Versicherungsgeschäft

0.0

0.0

8

Total Erträge aus dem versicherungstechnischen Geschäft (6 + 7)

139.5

129.0

9

Zahlungen für Versicherungsfälle brutto

–70.6

–64.5

10 Anteil Rückversicherer an Zahlungen für Versicherungsfälle

0.2

0.3

11 Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen

–8.0

1.6

0.7

–0.3

12 Anteil Rückversicherer an Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen 13 Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen für anteilgebundene Lebensversicherung

0.0

0.0

14 Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung (9 + 10 + 11 + 12 + 13)

–77.7

–63.0

15 Abschluss- und Verwaltungsaufwand

–37.6

–41.7

0.1

0.0

–37.5

–41.7

–1.0

–0.9

16 Anteil Rückversicherer an Abschluss und Verwaltungsaufwand 17 Abschluss- und Verwaltungsaufwand für eigene Rechnung (15 + 16) 18 Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung 19 Total Aufwendungen aus dem versicherungstechnischen Geschäft (14 + 17 + 18) (nur für Schadenversicherung)

–116.3

–105.5

20 Erträge aus Kapitalanlagen

11.5

12.5

21 Aufwendungen für Kapitalanlagen

–4.1

–5.7

22 Kapitalanlagenergebnis (20 + 21)

7.4

6.9

23 Kapital- und Zinserfolg aus anteilgebundener Lebensversicherung

0.0

0.0

24 Sonstige finanzielle Erträge

0.0

0.0

25 Sonstige finanzielle Aufwendungen

–0.0

–0.0

26 Operatives Ergebnis (8 + 14 + 17 + 18 + 22 + 23 + 24 + 25)

30.6

30.4

27 Zinsaufwendungen für verzinsliche Verbindlichkeiten

–0.8

–0.8

28 Sonstige Erträge

0.0

0.0

29 Sonstige Aufwendungen

0.0

0.0

30 Ausserordentlicher Ertrag/Aufwand

0.0

0.0

31 Gewinn / Verlust vor Steuern (26 + 27 + 28 + 29 + 30)

29.8

29.6

32 Direkte Steuern

–3.7

–6.1

33 Gewinn / Verlust (31 + 32)

26.1

23.6


Anhang 2 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Unternehmenserfolg

19

Aufgrund von Rundungen können sich in den vorliegenden Tabellen bei Summenbildungen geringfügige Abweichungen ergeben. Direktes Schweizer Geschäft in CHF Mio.

Sonstige Zweige 2021

2020

142.4

131.0

1

Bruttoprämie

2

Anteil Rückversicherer an Bruttoprämie

–2.1

–0.4

3

Prämie für eigene Rechnung (1 + 2)

140.3

130.6

4

Veränderung der Prämienüberträge

–1.8

–2.4

5

Anteil Rückversicherer an Veränderung der Prämienüberträge

0.0

0.0

6

Verdiente Prämien für eigene Rechnung (3 + 4 + 5)

138.5

128.2

7

Sonstige Erträge aus dem Versicherungsgeschäft

0.0

0.0

8

Total Erträge aus dem versicherungstechnischen Geschäft (6 + 7)

138.5

128.2

9

Zahlungen für Versicherungsfälle brutto

–69.9

–64.1

10 Anteil Rückversicherer an Zahlungen für Versicherungsfälle

0.2

0.3

11 Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen

–8.0

1.6

0.7

–0.3

12 Anteil Rückversicherer an Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen 13 Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen für anteilgebundene Lebensversicherung

0.0

0.0

14 Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung (9 + 10 + 11 + 12 + 13)

–77.0

–62.6

15 Abschluss- und Verwaltungsaufwand

–37.4

–41.4

0.1

0.0

–37.3

–41.4

–1.0

–0.9

16 Anteil Rückversicherer an Abschluss und Verwaltungsaufwand 17 Abschluss- und Verwaltungsaufwand für eigene Rechnung (15 + 16) 18 Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung 19 Total Aufwendungen aus dem versicherungstechnischen Geschäft (14 + 17 + 18) (nur für Schadenversicherung)

–115.2

–104.8

20 Erträge aus Kapitalanlagen

11.5

12.5

21 Aufwendungen für Kapitalanlagen

–4.1

–5.7

22 Kapitalanlagenergebnis (20 + 21)

7.4

6.9

23 Kapital- und Zinserfolg aus anteilgebundener Lebensversicherung

0.0

0.0

24 Sonstige finanzielle Erträge

0.0

0.0

25 Sonstige finanzielle Aufwendungen

–0.0

–0.0

26 Operatives Ergebnis (8 + 14 + 17 + 18 + 22 + 23 + 24 + 25)

30.7

30.2

27 Zinsaufwendungen für verzinsliche Verbindlichkeiten

–0.8

–0.8

28 Sonstige Erträge

0.0

0.0

29 Sonstige Aufwendungen

0.0

0.0

30 Ausserordentlicher Ertrag/Aufwand

0.0

0.0

31 Gewinn / Verlust vor Steuern (26 + 27 + 28 + 29 + 30)

29.9

29.4

32 Direkte Steuern

–3.7

–6.1

33 Gewinn / Verlust (31 + 32)

26.2

23.4


20

Anhang 2 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Unternehmenserfolg

Aufgrund von Rundungen können sich in den vorliegenden Tabellen bei Summenbildungen geringfügige Abweichungen ergeben. Direktes Auslandgeschäft 2021

2020

1.0

0.9

1

Bruttoprämie

2

Anteil Rückversicherer an Bruttoprämie

–0.0

–0.0

3

Prämie für eigene Rechnung (1 + 2)

1.0

0.9

4

Veränderung der Prämienüberträge

–0.0

–0.0

5

Anteil Rückversicherer an Veränderung der Prämienüberträge

0.0

0.0

6

Verdiente Prämien für eigene Rechnung (3 + 4 + 5)

1.0

0.9

7

Sonstige Erträge aus dem Versicherungsgeschäft

0.0

0.0

8

Total Erträge aus dem versicherungstechnischen Geschäft (6 + 7)

1.0

0.9

9

Zahlungen für Versicherungsfälle brutto

–0.7

–0.4

10 Anteil Rückversicherer an Zahlungen für Versicherungsfälle

0.0

0.0

11 Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen

–0.1

0.0

0.0

0.0

12 Anteil Rückversicherer an Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen 13 Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen für anteilgebundene Lebensversicherung

0.0

0.0

14 Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung (9 + 10 + 11 + 12 + 13)

–0.8

–0.4

15 Abschluss- und Verwaltungsaufwand

–0.3

–0.3

0.0

0.0

17 Abschluss- und Verwaltungsaufwand für eigene Rechnung (15 + 16)

–0.3

–0.3

18 Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung

–0.0

–0.0

19 Total Aufwendungen aus dem versicherungstechnischen Geschäft (14 + 17 + 18) (nur für Schadenversicherung)

16 Anteil Rückversicherer an Abschluss und Verwaltungsaufwand

–1.0

–0.7

20 Erträge aus Kapitalanlagen

0.0

0.0

21 Aufwendungen für Kapitalanlagen

0.0

0.0

22 Kapitalanlagenergebnis (20 + 21)

0.0

0.0

23 Kapital- und Zinserfolg aus anteilgebundener Lebensversicherung

0.0

0.0

24 Sonstige finanzielle Erträge

0.0

0.0

25 Sonstige finanzielle Aufwendungen

0.0

0.0

–0.1

0.2

27 Zinsaufwendungen für verzinsliche Verbindlichkeiten

26 Operatives Ergebnis (8 + 14 + 17 + 18 + 22 + 23 + 24 + 25)

0.0

0.0

28 Sonstige Erträge

0.0

0.0

29 Sonstige Aufwendungen

0.0

0.0

30 Ausserordentlicher Ertrag/Aufwand 31 Gewinn / Verlust vor Steuern (26 + 27 + 28 + 29 + 30) 32 Direkte Steuern 33 Gewinn / Verlust (31 + 32)

0.0

0.0

–0.1

0.2

0.0

0.0

–0.1

0.2


21

Anhang 3 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Marktnahe Bilanz

Aufgrund von Rundungen können sich in den vorliegenden Tabellen bei Summenbildungen geringfügige Abweichungen ergeben. 31.12.2021 Anpassungen in CHF Mio.

Marktnaher Wert der Kapitalanlagen

Immobilien Beteiligungen

7.7

7.3

0.0

0.0

185.9

237.0

Darlehen

0.0

0.0

Hypotheken

5.8

5.7

Aktien

111.8

67.5

Übrige Kapitalanlagen

Festverzinsliche Wertpapiere

133.3

85.4

Kollektive Kapitalanlagen

110.1

85.4

Alternative Kapitalanlagen

23.2

0.0

0.0

0.0

Strukturierte Produkte Sonstige Kapitalanlagen

0.0

0.0

444.5

402.9

Kapitalanlagen aus anteilgebundener Lebensversicherung

0.0

0.0

Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten

0.0

0.4

Total Kapitalanlagen Marktnaher Wert der übrigen Aktiven

31.12.2020

Vorperiode

Depotforderungen aus übernommener Rückversicherung Flüssige Mittel Anteil versicherungstechnische Rückstellungen aus Rückversicherung Direktversicherung: Lebensversicherungsgeschäft (ohne ALV)

0.0

0.0

23.8

22.4

2.0

1.2

0.0

0.0

Aktive Rückversicherung: Lebensversicherungsgeschäft (ohne ALV) Direktversicherung: Schadenversicherungsgeschäft

0.0 2.0

Direktversicherung: Krankenversicherungsgeschäft Aktive Rückversicherung: Schadenversicherungsgeschäft

1.2 0.0

0.0

Aktive Rückversicherung: Krankenversicherungsgeschäft

0.0 0.0

Direktversicherung: Sonstiges Geschäft

0.0

0.0

Aktive Rückversicherung: Sonstiges Geschäft

0.0

0.0

Direktversicherung: Anteilgebundenes Lebensversicherungsgeschäft

0.0

Aktive Rückversicherung: Anteilgebundenes Lebensversicherungsgeschäft

0.0

Sachanlagen

0.0

0.0

Aktivierte Abschlusskosten

0.0

0.0

Immaterielle Vermögenswerte

0.0

0.0

Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft

9.7

11.0

Übrige Forderungen

3.0

1.3

Sonstige Aktiven

0.0

0.0

Nicht einbezahltes Grundkapital

0.0

0.0

Aktive Rechnungsabgrenzungen Total übrige Aktiven Total marktnaher Wert der Aktiven

0.5

0.9

39.0

37.2

483.5

440.1


22

Anhang 3 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Marktnahe Bilanz

BEL*: Bestmöglicher Bestmöglicher Schätzwert der versicherungstechnischen Rückstellungen Schätzwert der versicheDirektversicherung: Lebensversicherungsgeschäft (ohne ALV) rungstechnischen RückstelAktive Rückversicherung: Lebensversicherungsgeschäft (ohne ALV) lungen (einschliesslich ALV) Direktversicherung: Schadenversicherungsgeschäft

149.9

0.0 0.0 149.9

141.1

Direktversicherung: Krankenversicherungsgeschäft

0.0

0.0

Aktive Rückversicherung: Schadenversicherungsgeschäft

0.0

0.0

Aktive Rückversicherung: Krankenversicherungsgeschäft Direktversicherung: Sonstiges Geschäft

0.0 0.0

Aktive Rückversicherung: Sonstiges Geschäft Bestmöglicher Schätzwert der versicherungstechnischen Rückstellungen für anteilgebundene Lebensversicherung

0.0

Verzinsliche Verbindlichkeiten

0.0 0.0

Aktive Rückversicherung: Anteilgebundenes Lebensversicherungsgeschäft Nicht versicherungstechnische Rückstellungen

0.0 0.0

Direktversicherung: Anteilgebundenes Lebensversicherungsgeschäft Marktnaher Wert der übrigen Verpflichtungen

141.1

0.0 0.1

0.1

80.4

80.7

Verpflichtungen aus derivativen Finanzinstrumenten

0.0

0.0

Depotverbindlichkeiten aus abgegebener Rückversicherung

0.0

0.0

Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft

0.9

22.0

Sonstige Passiven

2.2

1.5

26.8

6.4

0.0

0.0

Summe aus BEL plus marktnaher Wert der übrigen Verpflichtungen

260.4

251.9

Differenz marktnaher Wert der Aktiven abzüglich der Summe aus BEL plus marktnaher Wert der übrigen Verbindlichkeiten

223.1

188.2

Passive Rechnungsabgrenzungen Nachrangige Verbindlichkeiten

* BEL: Best Estimate of Liabilities


23

Anhang 4 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Solvabilität

Aufgrund von Rundungen können sich in den vorliegenden Tabellen bei Summenbildungen geringfügige Abweichungen ergeben. Herleitung Risikotragendes Kapital

1.1.2022

in CHF Mio.

Differenz marktnaher Wert der Aktiven abzüglich der Summe aus bestmöglichem Schätzwert der Versicherungsverpflichtungen plus Marktnaher Wert der übrigen Verpflichtungen

Anpassungen

1.1.2021

Vorperiode

223.1

188.2

Abzüge

–20.1

–10.1

Kernkapital

203.0

178.0

Ergänzendes Kapital Risikotragendes Kapital abzüglich Mindestbetrag Net Asset Value

Herleitung Zielkapital

0.0

0.0

203.0

178.0

–3.2

–3.3

199.8

174.8

1.1.2022

in CHF Mio.

Anpassungen

1.1.2021

Vorperiode

Versicherungstechnisches Risiko

30.2

28.8

Marktrisiko

52.4

32.7

Kreditrisiko

7.1

10.0

Diversifikationseffekte

–20.2

–14.7

Mindestbetrag und sonstige Effekte auf das Zielkapital

–25.8

–17.1

Zielkapital

43.7

39.7

abzüglich Mindestbetrag

–3.2

–3.3

Solvenzkapitalanforderung

40.5

36.5

SST-Quotient

1.1.2022

in %

Net Asset Value / Solvenzkapitalanforderung

Anpassungen

1.1.2021

Vorperiode

493%

479%


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Anhang 5 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG

Glossar

Begriff

Definition

3-Linien-Modell

Das Modell bildet einen Rahmen für das unternehmensweite Risk Management (ERM). Es unterteilt die Verantwortungsbereiche für das ERM in drei sogenannte Linien und weist diesen klar definierte Verantwortungsbereiche und Reporting-Linien zu. Die einzelnen Linien sind: Risikonehmer, Risikokontrolle, unabhängige Assurance.

Amortized Cost-Methode

Bewertungsmethode für festverzinsliche Wertschriften; bei der Amortized Cost-Methode wird die Differenz zwischen Rückzahlungswert und Kaufpreis über die Restlaufzeit verteilt.

Asset & Liability Management (ALM)

Abstimmung der Fälligkeitsstruktur der aktiven und passiven Bilanzpositionen respektive die Steuerung des damit verbundenen Zinsänderungsrisikos.

Assoziierte Organisation

Assoziierte Organisationen sind Beteiligungen, bei welchen ein massgeblicher Einfluss wahrgenommen werden kann. Von einem massgeblichen Einfluss ist dann auszugehen, wenn der Anteil an den Stimmen mindestens 20% bis 50% beträgt und die Beherrschung nicht ausgeübt werden kann.

Barwert

Wert, den zukünftige Zahlungen in der Gegenwart besitzen.

Best-Estimate

Bestmöglicher Schätzwert

Business Continuity Management (BCM)

Das Business Continuity Management soll die Überlebensfähigkeit und die Aufrechterhaltung und Weiterführung der Geschäftstätigkeit bei ausserordentlichen Ereignissen und Situationen sichern. Dabei sind alle Ereignisse gemeint, die zur Gefährdung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens führen können, wie beispielsweise technisches oder menschliches Versagen, Cyber-Angriffe, Pandemie, Naturkatastrophen und Terrorismus. Das Business Continuity Management zielt auf eine Minimierung der finanziellen, rechtlichen und reputationsbezogenen Auswirkungen bei solchen Ereignissen und Situationen ab. In Absprache mit der FINMA hat der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) eine Selbstregulierung für das BCM für Versicherungsunternehmen in der Schweiz erlassen. Die von der FINMA anerkannten Mindeststandards sind durch alle von ihr beaufsichtigten Versicherungsunternehmen zwingend zu befolgen (gemäss FINMA-Rundschreiben 2008/10).

Combined Ratio

Kennzahl, welche das technische Ergebnis ins Verhältnis zur verdienten Prämie für eigene Rechnung stellt. Diese Kennzahl dient somit zur Beurteilung der Rentabilität. Je geringer die Combined Ratio, desto profitabler ist das technische Geschäft. Beträgt die Combined Ratio über 100%, so wird im technischen Geschäft ein Verlust ausgewiesen.

Corporate Governance

Corporate Governance ist die Gesamtheit der auf das nachhaltige Unternehmensinteresse ausgerichteten Grundsätze, die unter Wahrung von Entscheidungsfähigkeit und Effizienz auf der obersten Unternehmensebene Transparenz und ein ausgewogenes Verhältnis von Führung und Kontrolle anstreben.

Credit Spreads

Renditedifferenz zwischen einem verzinslichen Vermögensgegenstand und einem risikofreien Referenzzinssatz gleicher Laufzeit. Er soll die zusätzliche Risikoprämie zeigen, die ein Investor erhält, wenn er nicht risikolos investieren will.

Derivative Finanzinstrumente

Finanzinstrumente, deren Preis von Vermögenswerten (Basiswerte) wie Obligationen, Aktien, Edelmetallen, von Referenzsätzen wie Währungen, Zinsen, Indizes oder von Kreditereignissen abgeleitet wird. Eine Preisveränderung beim Basiswert kann beim Derivat eine stärkere Veränderung in gleicher oder entgegengesetzter Richtung auslösen.

Direktes Geschäft

Versicherungsvertrag zwischen Erstversicherungsunternehmen und Versicherungsnehmer.

Discounted Cashflow-Methode

(Deutsch: abgezinster Zahlungsstrom/Barwert) beschreibt ein investitionstheoretisches Verfahren zur Wertermittlung. Dieses baut auf dem finanzmathematischen Konzept der Abzinsung (Englisch: discounting) von Zahlungsströmen (Englisch: Cash Flow) zur Ermittlung des Kapitalwerts auf.


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Anhang 5 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Glossar

Begriff

Definition

Diversifikationseffekt

Der durchschnittliche Jahrhundertverlust des Zusammenwirkens mehrerer Risiken ist typischerweise kleiner als die Summe der Jahrundertverluste der einzelnen Risiken. Dies hängt damit zusammen, dass das simultane Eintreffen grosser Verluste in den Einzelrisiken wenig wahrscheinlich ist.

Economic Value Management (EVM)

Integrierte wirtschaftliche Bewertungsmethode zur Messung der Wertschöpfung eines Versicherungsunternehmens.

Eigene Rechnung

Wird ein Risiko rückversichert, so erhält der Rückversicherer den Anteil an der Bruttoprämie, der seinem übernommenen Risiko entspricht. Mit dem verbleibenden Anteil der Prämien wird das Risiko finanziert, das für die eigene Rechnung bleibt. Die Prämien für eigene Rechnung entsprechen somit den Bruttoprämien, abzüglich der den Rückversicherern anteilmässig abgegebenen Prämien.

Einanlegerfonds

Das Vermögen einer kollektiven Kapitalanlage kann von einem einzigen Anleger aufgebracht werden (Einanlegerfonds), wenn es sich um einen qualifizierten Anleger nach Artikel 10 Absatz 3 KAG (Kollektivanlagengesetz) in Verbindung mit Artikel 4 Absatz 3 Buchstaben b, e und f FIDLEG (Finanzdienstleistungsgesetz) handelt.

Elementarschadenversicherung, Elementarschaden (ES)

Elementarschäden im Sinne der Versicherungswirtschaft sind Schäden, die durch das Wirken der Natur verursacht werden. Die Versicherung von entsprechenden Risiken untersteht in der Schweiz wegen ihrer grossen volkswirtschaftlichen und sozialpolitischen Bedeutung seit dem 1. Januar 1993 einer gesetzlichen Spezialregelung auf Basis einer landesweiten Solidarität.

Elementarschaden-Pool (ES-Pool)

Der Elementarschaden-Pool ist ein Zusammenschluss privater Versicherungen zum besseren Risikoausgleich bei Elementarschäden. Dank dem ES-Pool ist es möglich, Elementarschäden mit einer für alle Versicherungsnehmer tragbaren Einheitsprämie zu versichern.

Equity-Methode

Eine Methode zur Bewertung von Beteiligungen. Nach Swiss GAAP FER werden assoziierte Organisationen nach der Equity-Methode im Konzernabschluss erfasst. Dabei wird, ausgehend von den Anschaffungskosten, der Wertansatz der Beteiligung in den Folgejahren entsprechend der Entwicklung des anteiligen Eigenkapitals des Beteiligungsunternehmens fortgeschrieben.

FER 40

Standard «Konzernrechnung für Versicherungsunternehmen» innerhalb der Fachempfehlung zur Rechnungslegung «Swiss GAAP FER».

Finanzmarktaufsicht (FINMA)

Schweizer Behörde, welche u.a. Versicherungsgesellschaften beaufsichtigt.

Fronting Geschäft

Zeichnung von Versicherungsgeschäft im Auftrag eines Partners, welcher mangels Bewilligung zum Betrieb der Versicherung oder den Versicherungszweig keine Versicherungspolicen zeichnen kann. Üblicherweise wird das Risiko mittels fakultativer Rückversicherungszession an den Partner transferiert.

Goodwill

Der Geschäfts- oder Firmenwert («Goodwill») ist im Rechnungswesen die Bezeichnung für einen immateriellen Vermögensposten, der durch Erwerb von anderen Unternehmen oder Unternehmensteilen entsteht. Er entspricht der Differenz zwischen dem anteiligen Eigenkapital und dem Kaufpreis (derivativer Geschäfts- oder Firmenwert).

Goodwillrecycling

Der Goodwill oder Badwill wird zum Erwerbszeitpunkt mit dem Eigenkapital verrechnet. Bei Veräusserung eines Geschäftsteils wird der zu einem früheren Zeitpunkt verrechnete Goodwill oder Badwill zurückgeführt.

Indirektes Geschäft

Geschäft, in welchem Erstversicherer als Rückversicherer auftreten.

Inhärent

Einer Sache innewohnend

Internes Kontrollsystem (IKS)

Das interne Kontrollsystem umfasst die unternehmensintern angeordneten Vorgänge, Methoden und Massnahmen, die dazu dienen, eine angemessene Sicherheit bezüglich der Risiken der Geschäftsführung zu gewährleisten, insbesondere in Bezug auf die Zuverlässigkeit der finanziellen Berichterstattung, die Befolgung von Gesetzen und Vorschriften sowie die Wirksamkeit von Geschäftsprozessen.


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Anhang 5 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Glossar

Begriff

Definition

Jahrhundertverlust (durchschnittlicher)

Verlust an verfügbarem Risikokapital im Durchschnitt der 1% ungünstigsten Fälle über ein Jahr.

Kapitalisationsgeschäft

Ein Kapitalisationsgeschäft ist eine vertragliche Vereinbarung ohne minimales biometrisches Risiko zwischen einem Lebensversicherungsunternehmen und dem Vertragspartner betreffend Übernahme von Vermögenswerten und deren Bewirtschaftung nach einem mathematischen Verfahren. Die vertragliche Vereinbarung endet an einem vereinbarten Zeitpunkt. Verstirbt der Vertragspartner während der Vertragslaufzeit, treten automatisch seine Erben in die Position des Vertragspartners ein.

Kapitaladäquanz

Verhältnis von verfügbarem Risikokapital zu notwendigem Risikokapital.

Kostensatz (für eigene Rechnung)

Abschluss- und Verwaltungsaufwand für eigene Rechnung im Verhältnis zu den verdienten Prämien für eigene Rechnung.

Kumulschaden

Vielzahl von Einzelschäden, welche aus einem Ereignis, z.B. einer Überschwemmung eintreten.

Latente Steuern

Latente Steuern sind Posten, die auf der Aktiv- und Passivseite einer Bilanz ausgewiesen werden, um mögliche zeitliche Differenzen zwischen der Steuerbilanz und Handelsbilanz eines Unternehmens auszugleichen.

Net Asset Value (NAV)

Der Net Asset Value einer Versicherungsgesellschaft entspricht deren risikotragendem Kapital abzüglich deren Mindestbetrag.

Neubewertungsreserven

Im Konzernabschluss der Mobiliar stellen die Neubewertungsreserven die positive Differenz zwischen historischem und aktuellem Wert der Wertschriften dar. Diese Differenz ist nach dem Rechnungslegungsstandard Swiss GAAP FER als Bestandteil des Eigenkapitals auszuweisen.

Niederstwertprinzip

Regel, wonach Aktiven höchstens zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder aber zum niedrigeren Marktpreis zu bilanzieren sind (Lower of Cost or Market).

Omnichannel-Vertrieb

Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen über verschiedene Kontaktpunkte hinweg mit einem konsistenten Kundenerlebnis.

Own Risk and Solvency Assessment (ORSA)

Versicherungsunternehmen nehmen mindestens jährlich eine vorausschauende Selbstbeurteilung ihrer Risikosituation und des Kapitalbedarfs unter Berücksichtigung aufsichtsrechtlicher Bestimmungen vor.

Prämienübertrag

Beginn und Laufzeit vieler Verträge stimmen nicht mit dem Geschäftsjahr überein. Der Prämienanteil für die in das folgende Geschäftsjahr fallende Versicherungsperiode ist im Rechnungsjahr noch nicht verdient und erscheint demzufolge in den Passiven der Bilanz unter den technischen Rückstellungen als Prämienübertrag.

Private Debt

Unter Private Debt werden Finanzierungen verstanden, die üblicherweise meistens von institutionellen Investoren auf vertraglicher Basis gestellt werden und die entsprechenden Titel demzufolge nicht im Sekundärmarkt (Börse) gehandelt werden und somit als illiquid gelten.

Private Equity (PE)

Private Equity (ausserbörsliches Eigenkapital) ist eine Form des Beteiligungskapitals, bei der die vom Kapitalgeber eingegangene Beteiligung nicht an geregelten Märkten (Börsen) handelbar ist.

Qualitatives Risikomanagement

Das qualitative Risk Management umfasst die Gesamtheit der Methoden und Massnahmen, die dazu verwendet werden, die wesentlichen Risiken qualitativ und systematisch zu bewirtschaften. Damit wird sichergestellt, dass diese Risiken frühzeitig identifiziert, beurteilt, gesteuert und dass Massnahmen zur Minderung oder Absicherung erheblicher Risiken und Risikokonzentrationen eingeleitet werden.

Risikoneigung

Die Risikoneigung bezeichnet die Vorgabe des Sicherheitsbedürfnisses in Form des verwendeten Risikomasses und einer Mindestanforderung an das notwendige Kapital.


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Anhang 5 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Glossar

Begriff

Definition

Risikotragendes Kapital (RTK)

Das risikotragende Kapital bezeichnet das tatsächlich zur Verfügung stehende Risikokapital, welches das Unternehmen zum Ausgleich von Abweichungen vom erwarteten Geschäftsverlauf heranziehen kann. Es entspricht dem marktnah bewerteten Eigenkapital der Gesellschaft zuzüglich des Mindestbetrags, abzüglich weiterer Vermögensteile, die nicht zur Risikotragfähigkeit herangezogen werden können, namentlich geplante Dividenden sowie immaterielle Aktiven.

Risk Governance Framework (RGF)

Als Bestandteil der Unternehmenssteuerung umfasst das Risk Governance Framework die unternehmensweiten Kontrollen und unterstützt die Umsetzung der Strategie.

Run-off

Lange nach Ablauf einer Versicherungspolice oder eines Rückversicherungsvertrages können noch offene Schäden mit Zahlungsverpflichtungen bestehen. Die spätere, nicht selten jahrelange Abwicklung dieser Schadenfälle wird Run-Off genannt.

Schadenabwicklungsdreieck

Tabellarische Darstellung der Schadenaufwendungen oder Schadenzahlungen eines Versicherungsunternehmens in der Vergangenheit, i.d.R. in einer bestimmten Sparte.

Schadenbelastung (für eigene Rechnung)

Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung im Verhältnis zu den verdienten Prämien für eigene Rechnung.

Solvabilität

Ausstattung eines Versicherers mit Eigenmitteln, auch bekannt unter dem Begriff Eigenmittelausstattung.

Solvenzkapitalanforderung

Die Solvenzkapitalanforderung entspricht dem durchschnittlichen Jahrundertverlust der Verteilung möglicher Verluste an risikotragendem Kapital innerhalb eines Geschäftsjahrs. Diese Verteilung wird im Rahmen des Swiss Solvency Tests (SST) mithilfe eines Risikomodells (z.B. eines Standardmodells) bestimmt.

SST-Quotient

Der SST-Quotient berechnet sich aus dem Net Asset Value (risikotragendes Kapital abzüglich Mindestbetrag) geteilt durch die Solvenzkapitalanforderung (Zielkapital abzüglich Mindestbetrag).

Standardmodell

Risikomodell des Swiss Solvency Tests, um die Verteilung möglicher Verluste an risikotragendem Kapital eines Geschäftsjahres zu ermitteln. Die Standardmodelle werden von der FINMA dokumentiert und gelegentlich angepasst. Zusätzlich sind auch interne Modelle gebräuchlich.

Stresstest

Mit Stresstests werden jährlich die Auswirkungen von extremen Ereignissen analysiert, um zusätzliche Erkenntnisse hinsichtlich Verwundbarkeit der Bilanz zu erhalten und das Verständnis der Risikoexponierung zu erhöhen. Die Analysen stellen ein Element der Selbstbeurteilung der Risikosituation und des Kapitalbedarfs (ORSA) dar.

Swiss GAAP FER (FER)

Schweizer Rechnungslegungsstandard-SWISS Generally Accepted Accounting PrinciplesFachempfehlungen zur Rechnungslegung.

Swiss Solvency Test (SST)

Mittel, um die Risikotragfähigkeit von Versicherungen in der Schweiz zu quantifizieren und zu regulieren.

Unternehmensweites Risk Management (ERM)

Das unternehmensweite Risk Management der Gruppe Mobiliar umfasst die Gesamtheit der Methoden, Ziele und Massnahmen, die dazu dienen, ein systematisches Risk Management mit einem wirksamen internen Kontrollsystem (IKS) zu betreiben. Dieses stellt sicher, dass die Risiken frühzeitig erkannt, beurteilt und bewirtschaftet werden und dass Massnahmen zur Verminderung oder Absicherung erheblicher Risiken und Risikokumulationen eingeleitet werden. Das unternehmensweite Risk Management basiert auf einer Unternehmenskultur mit dezentralen Verantwortlichkeiten.

Unexpired Risk Reserve

Marktnaher Wert der Prämienüberträge.

Verdiente Prämie

Die in der Berichtsperiode verdienten Prämien, d.h. bezahlte Prämien abzüglich Prämienübertrag, dienen zur Deckung der laufenden Risiken des Geschäftsjahres.


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Anhang 5 zum Bericht über die Finanzlage 2021 – Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG Glossar

Begriff

Definition

Versicherungstechnische Rückstellungen

Prämienüberträge, Deckungskapital, Schadenrückstellungen, Katastrophenrückstellungen und weitere technische Rückstellungen, welche auf der Passivseite der Bilanz enthalten sind.

Zahlungsmuster

Anteile, die für die eingetretenen Schäden bis zu deren Erledigung jährlich ausbezahlt werden.

Zielkapital

Das Zielkapital bezeichnet das notwendige Risikokapital gemäss dem Swiss Solvency Test (SST), welches abhängig ist von den Risiken, denen das Versicherungsunternehmen ausgesetzt ist. Das Zielkapital entspricht der Solvenzkapitalanforderung zuzüglich Mindestbetrag.