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142. Jahrgang

Heft 1/2014

1/2014 Einzelpreis EUR 10,-/ Jahresabo EUR 36,-

Die Gewerbliche Genossenschaft

Einzelpreis EUR 10,-/ Jahresabo EUR 36,-

cooperativ

Mit den richtigen Partnern schafft man alles.

Die Superadler beweisen es: In einem starken Team ist einfach alles möglich. Die Volksbank ist mit einem partnerschaftlichen und verantwortungsbewussten Miteinander, der Kompetenz für individuelle Lösungen, kurzen Entscheidungswegen und ihrer besonderen Serviceorientierung genau der richtige Partner für Ihr Unternehmen. Damit auch Sie Großes schaffen können – gleich persönlich beraten lassen!

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Leadership mit Verantwortung


Kommentar

Mit gutem Beispiel voran Wann immer Menschen gemeinsam etwas unternehmen, gibt es einen, der von der Gruppe als „Primus“, als Erster anerkannt ist. Er will selbst nicht um jeden Preis an der Spitze der Gruppe stehen. Seine Persönlichkeit zeichnet ihn aus, sein Temperament und sein Charakter. Er besitzt hohe soziale Kompetenz, Selbstvertrauen, kommuniziert nicht nur mit Seinesgleichen, sondern auch mit Außenseitern, ist in jeder Situation hilfsbereit und gleicht Konflikte in der Gruppe aus. Er ist ein „primus inter pares“. Wie können Führungskräfte diesen Anforderungen gerecht werden? In seinem neuen Buch „Leadership leben“ zeigt Peter Baumgartner am Beispiel des Entdeckers und Expeditionsleiters Ernest Shackleton, was es bedeutet, Erster unter Gleichen zu sein. Wie der Buchumschlag zeigt (siehe auch S. 8), ziehen alle gemeinsam das Boot über die scheinbar endlose Eisfläche der Antarktis. Wir haben dem Mann die Titelseite dieser Ausgabe gewidmet, der das Überleben seiner Mannschaft über das Ziel stellt, den Südpol als Erster zu erreichen. Führungskräfte, die diesem Profil entsprechen, sind gerade in Genossenschaften besonders gefragt, wo selbständige Unternehmer, freie Bürger gemeinsame Ziele verfolgen, wo das Gemeinsame über dem Trennenden steht, wo der Erfolg aus der Überzeugung entsteht, jenem Menschen zu vertrauen, der zum Wohl der Gruppe mutig die letzten Entscheidungen trifft. Es geht um vorbildliche Persönlichkeiten, die „mehr durch Taten als durch Worte“ führen, wie das schon der Genossenschaftspionier Hermann Schulze-Delitzsch formuliert hat. Auch dem Heiligen Benedikt geht es um das Führen des Menschen in seiner elementaren Würde. In der Regula Benedicti spricht er über „das Leiten von Seelen“, die dem Abt anvertraut sind: „Er zeige mehr durch sein Beispiel als durch Worte, was gut und heilig ist.“ Für Benedikt spielt das gesellschaftliche Ansehen einer Person keine Rolle, er ist überzeugt: Wir begegnen in jedem Menschen Christus und empfiehlt: „Übertrefft euch in gegenseitiger Achtung - honore invicem praevenientes“. Das macht die legendäre Gastfreundschaft der Benediktiner aus. Wie Mönche diese vorbildliche Haltung erreichen können, beschreibt Benedikt in den zwölf Stufen der Demut, die mir wie ein Weg in die Befreiung erscheinen. Im Wettbewerb der Systeme geht es um Haltung, am Geschäftsmodell der Genossenschaft festzuhalten, auch wenn es gerade nicht „hip“ ist, wenn Meinungsmacher für zentral gesteuerte Modelle trommeln, wie es Strukturreformer vorsehen. Es geht um Entschlossenheit, wie sie Sir Ernest Shackleton am Titelbild dieser Ausgabe ausstrahlt.

Prof. DDr. Hans Hofinger Verbandsanwalt des Österreichischen Genossenschaftsverbandes (Schulze-Delitzsch)

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Inhalt

Inhalt 01 Kommentar: Prof. DDr. Hans Hofinger 02 Inhalt 03 Editorial

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59 Impressum 62 Ex Libris

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Thema

Management

Wirtschaft

04 Erster unter Gleichen

12 Werteorientierung

22 Gemeinwohl-Ökonomie

Optimisten sind gefragt, die auf Augenhöhe kommunizieren können. Peter Baumgartner zu seinem neuen Buch „Leadership leben“.

Ihre Werte machen Genossenschaften als Wirtschaftsunternehmen einzigartig. Günther Ringle spricht in seinem Artikel über das „unternehmenspolitische Anderssein“.

für Helmut Lind von der Sparda-Bank München mehr als eine gute Idee. Seine Genossenschaftsbank orientiert sich an der Idee von Christian Felber.

10 Coaching Karin-Brigitte Göbel spricht mit Anton Schmoll über ein neues Rollenverständnis im Management.

16 Aufholbedarf

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haben Österreicher, wenn es um ihr Wissen über Genossenschaften geht. Die WU Wien hat nachgefragt.

tanken Kraft für den Marktauftritt. Als Kreditgenossenschaften wollen sie im Vertrieb punkten und bekennen sich zu einer nachhaltigen Geschäftsstrategie.

18 Vertriebsmeetings

28 Beratungsqualität

sind nach Ansicht von Anton Schmoll effiziente Maßnahmen, um die Vertriebsleistung zu verbessern.

entscheidet, weiß Barbara Aigner. Im Wettbewerb gewinnt, wer jede scheinbare Kleinigkeit optimiert. Mit dem elektronischen Bilanz-Transfer verschaffen sich Berater Vorsprung im Firmenkundengeschäft.

30 Der faire Credit TÜV-zertifiziert punktet er mit hoher Kundenfreundlichkeit. Peter Zeilinger spricht über seine Erfahrungen mit dieser standardisierten Art der Konsumkredite.

32 Aus der Region für die Region. Die Volksbanken Schärding und Altheim-Braunau haben beschlossen, ihre Kräfte in der Region zu bündeln.

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24 Editorial

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International

Kultur

Sport

Chronik

36 Alternative Energie-

42 Peregrini-Kapelle 2.0

48 Ich mag Kulm

52 Auszeichnungen

Nach Jahren der Renovierungsarbeiten erstrahlt das Barockjuwel in Wien-Alsergrund in neuem Glanz. Wir haben mit dem Architekten gesprochen, der die Restaurierungsarbeiten begleitet hat.

Beim Skiflug-Wochenende in Bad Mitterndorf glänzte der Japaner Noriaki Kasai. Nach dem Trainingssturz von Morgenstern gingen die ÖSV-Adler mit gemischten Gefühlen ins Rennen, unterstützt von begeisterten Volksbank-Kunden und -Mitarbeitern.

versorgung

Vor allem für die Länder des Alpenraumes erscheinen Energiegenossenschaften interessant. Das Institut für Genossenschaftsforschung im Alpenraum hat die Diskussion zu diesem Thema angeregt.

40 Neue Modelle gefragt Welches Innovationspotenzial steckt in Genossenschaften? Dieser Frage will eine internationale Tagung in Kanada nachgehen.

46 Malerischer Kosmos

54 Veranstaltungen 60 Ehrungen

Johann Julian Taupe hat mit seiner Arbeit die Jury des Kunstpreises der Volksbank GHB Kärnten überzeugt. In seinen großformatigen Malereien und Bildobjekten zeigt er abstrakte Kompositionen.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, Warum können uns Menschen begeistern? Was macht den Unterschied, ob wir gerne mit anderen an einem Strang ziehen oder ob wie lieber unser eigenes Süppchen kochen? „Wer kein gutes Team hat, beschränkt sich selbst“, schreibt Peter Baumgartner in seinem Artikel und: „Was Führungskräfte ausstrahlen, kommt unvermeidbar bei ihren Mitarbeitern an.“ Der Autor und Speaker findet in seinem bereits dritten Buch Antworten auf brennende Managementfragen beim britischen Antarktis-Forscher Sir Ernest Shackleton. Für cooperativ gibt er Einblicke in seine Neuerscheinung „Leaderhip leben“, die im April in den Handel kommt (S. 4). Begeistert haben jedenfalls unsere Superadler beim Skifliegen am Kulm, vor allem aber der Japaner Noriaki Kasai, der mit 41 Jahren der Konkurrenz davongeflogen ist (S. 48). Beflügelt haben die Volksbanken die Renovierung der Peregrini-Kapelle im neunten Wiener Gemeindebezirk, die nahezu abgeschlossen ist. Wir waren dort und erstaunt, was alles zum Vorschein gekommen ist (S. 42). Lesen Sie selbst! Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre Ihre

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Thema

Frank Wild (Proviantmeister), Ernest Shackleton, Eric Marshall (leitender Expeditionsarzt und Kartograph) und Jameson Boyd Adams (stellvertretender Expeditionsleiter) an Board der Nimrod, 4. März 1909

„ Kapital kann man beschaffen, Fabriken kann man bauen, Menschen muss man gewinnen. Hans Christoph von Rohr

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Thema

Sir Ernest Shackleton Expeditionsleiter

Erster unter Gleichen Leadership bedeutet die Fähigkeit, Menschen und Ereignisse zu beeinflussen. Also Menschen anzuregen und sie zu inspirieren, sich freiwillig und begeistert für gemeinsame Ziele einzusetzen. Optimisten, die auf Augenhöhe kommunizieren können, sind gefragt. Text: Peter Baumgartner Fotos: Alexander Turnbull Library, National Library Of New Zealand, Wellington/Neuseeland

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Thema

L

eadership wird als Begriff in den letzten Jahren zunehmend populä­ rer. Unternehmen sehen im Führungs­ stil einen Wettbewerbsvorteil. Bei Kon­ gressen und Seminaren rücken Leader­ ship-Themen in den Vordergrund. Zu­ dem steigt die Nachfrage an Veröffent­ lichungen dazu. Nur gemeinsam gelingt es, große Vorhaben zu meistern. Niemals alleine, indessen umgeben von loyalen Mit­ streitern. Übergeordnete Ziele erreichen alle, die ihren Mitarbeitern auf Augen­ höhe begegnen. Kommunikation ist der Schlüssel dazu. Der Unternehmens­ lenker ist selbst der erste und beste Mitarbeiter. Erster unter Gleichen – „primus inter pares“, dieser Führungsgrund­ satz wird getragen von fünf zentralen Punkten: 1. Charakter und Charisma entschei­ den: Sie vermitteln Hoffnung und führen zu einem besseren Leben. 2. Der Mensch ist Mittelpunkt: Leader berücksichtigen die Bedürfnisse der Menschen. 3. Wertschöpfung durch Wertschät­ zung: Geschätzt werden zählt zu den grundlegenden Wünschen aller. 4. Kommunikation und Gesprächs­ führung bewirken Erfolg: Unsere Zukunft hängt unmittelbar mit der Kommunikationsfähigkeit zusam­ men. 5. Wer heute Leistung verlangt und fordert, muss auch Sinn bieten kön­ nen: Was Führungskräfte ausstrah­ len, kommt unvermeidbar bei ihren Mitarbeitern an. Wer erfolgreich führt, hat eines er­ kannt: Menschen groß machen. Ein Leader beeinflusst zwangsläufig die Ziele und Motive seiner Mitarbeiter. Menschen vertrauen eher einem Lea­ der, der Zuversicht vermittelt und eine Perspektive bietet als einem, der auf die wichtigen Existenzfragen der Organi­ sation und damit auch der Mitarbeiter keine Antworten geben kann. Leader­ 6

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ship ersetzt herkömmliche Führungs­ ansätze von Belohnung und Kontrolle durch persönliche Stärken und vorge­ lebte Überzeugung. Die Mitarbeiter interessieren sich nicht dafür, welche Positionsbezeich­ nung ihr Leader genau trägt. Die Men­ schen lesen selten Führungsgrundsätze, sondern sie wollen wissen: Wer ist der Mensch hinter der Führungskraft? Wer andere erfolgreich führen will, muss sich drei Hauptaufgaben widmen: 1. Jeder Mensch in Führungsverant­ wortung braucht Charakter und Charisma. 2. Nur wer die Menschen wirklich in den Mittelpunkt seines Handelns stellen kann und will, wird langfris­ tig erfolgreich sein. 3. Klarheit und gesunder Menschen­ verstand punkten deutlich gegen­ über Absichtserklärungen und Un­ wahrheiten.

„Menschen lassen sich nicht managen.“ Wer heute Leistung verlangt und fordert, muss auch Sinn bieten können. Wenn eine Führungskraft nicht moti­ viert ist, kann sie machen, was sie will: Das, was sie ausstrahlt, kommt unver­ meidbar bei den Leuten an. Bevor ein Leader in der Lage ist, Op­ timismus zu verbreiten, muss er Op­ timismus in sich tragen. Optimisten glauben daran, dass irgendwie, auf ir­ gendeinem Weg die Aufgaben zu meis­ tern sind. Zumindest auf lange Sicht. Optimismus ist Pflicht. Wer meint, Menschen managen zu können, wird sie verlieren. Menschen lassen sich nicht wie Rohstoffe oder Ka­ pital managen, sie sind nicht als willen­ lose Objekte organisierbar und schon gar nicht mit Kennzahlen kontrollier­

bar. Menschen können nicht beliebig an- und ausgestellt, erweitert oder still­ gelegt werden, wenn sie nicht den An­ forderungen genügen. Alle betrieblichen oder organisato­ rischen Probleme sind letztendlich auf menschliche Probleme zurückzuführen. Erfolg beruht zu 85 Prozent auf persön­ lichen Kompetenzen und nur zu 15 Pro­ zent auf fachlichen Kompetenzen. Lea­ dership selbst basiert auf der Fähigkeit zu fordern und zu fördern. Leader schöpfen die Potenziale ihrer Mitarbeiter und ihres Unternehmens aus, ohne sie zu erschöpfen.

Menschen Mut machen Vor genau 100 Jahren, im Sommer 1914, entschwindet eine Polarexpedi­ tion aus der Welt. Ihr Expeditionsleiter, der legendäre britische Antarktis-For­ scher Sir Ernest Shackleton. Seine ful­ minante Endurance-Expedition ist das kühnste Abenteuer des 20. Jahrhun­ derts. Die Endurance blieb im Eis ste­ cken und wurde zerdrückt. 28 Männer waren Schiffbrüchige in einer der am schwersten zugänglichen Regionen der Erde. Shackleton holte in einem 7-Me­ ter-Rettungsboot über 1.400 Kilometer im stürmischsten Meer der Welt Hilfe. Alle Männer überlebten und kamen im August 1916, nach insgesamt 635 Ta­ gen, zurück in die Zivilisation. Egal welche Umstände vorherr­ schen, ein guter Leader wird auch heute alles für seine Leute tun. Shackleton meisterte Probleme, die heutigen Führungskräften vertraut sind. Eine heterogene Gruppe dazu bringen, auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbei­ ten, sich mit Neinsagern auseinander­ setzen, die Pessimisten aufmuntern, die Unzufriedenen davon abhalten, die At­ mosphäre zu vergiften, Langeweile und Erschöpfung bekämpfen, Ordnung und Fortschritte in einem chaotischen Um­ feld schaffen und mit knappen Res­ sourcen auskommen. Ihm ist es gelun­ gen, Geschäftsprozesse zu managen und Menschen zu führen.


Thema

„Wenn die europäische Industrie Shackletons Leadership als Vorbild predigen würde, wäre sie auch in zehn Jahren weltweit führend.“ Reinhold Messner

Was macht Shackleton so einzigar­ tig? Dass er unter den größten vorstell­ baren Bedrohungen in 22 Jahren Polar­ forschung nie ein Menschenleben ver­ lor - eine beispiellose Bilanz. Und, dass er richtige Entscheidungen bei minus 57 Grad getroffen hat. Dadurch führte er sein Team durch den Sturm, eine Eigen­ schaft, die auch heute äußerst gefragt ist. Erfolg, egal ob in der Antarktis oder in der Wirtschaft, bedeutet: überleben.

Leadership und Management Viele verwechseln heute Manage­ ment mit Führungskunst. Dabei erreicht jemand, der gut führt nicht nur, dass die Mitarbeiter seine Aufgaben ausführen, sondern auch, dass sie ihn unterstützen wollen. Vereinfachend ausgedrückt hat der Manager Untergebene, während der Leader von Unterstützern umgeben ist. Management ist ausgerichtet auf die rein funktionale Unternehmens­ ebene. Wie gelingt es uns effizient, die täglich relevanten Dinge abzuarbei­ ten? Leadership beschäftigt sich mit der übergeordneten Ebene. Passt die Aus­ richtung? Welche Ziele wollen wir auf welchen Wegen realisieren? Sowohl Management als auch Lea­ dership sind von großer Bedeutung. Doch heute benötigen wir vor allem Leadership. Unternehmerisches Handeln kön­ nen wir reduzieren auf: Menschen, Pro­ dukte, Profite. Die Menschen stehen an erster Stelle. Wer kein gutes Team hat, beschränkt sich selbst.

Vorbild sein

Ein großer Leader: Sir Ernest Shackleton

Sinnstiftendes Vorbildverhalten bringt Menschen dazu, sich einzuset­ zen. Vorbild sein ist die zentrale Füh­ rungsaufgabe. Worte sind oft nicht stark genug, um Menschen zu überzeu­ gen. Unvergleichlich mehr Kraft liegt im Verhalten: »» Niemand erwartet von einer Lea­ derpersönlichkeit, dass sie perfekt cooperativ 1/14

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Thema

„Die Zukunft gehört Leadership. Ihnen gehört die Zukunft.“

Peter Baumgartner

ist. Nur authentisch und aufrichtig muss sie sein. »» Leader gehen den gleichen Weg wie ihre Mitarbeiter, nur gehen sie eben voran. »» Umgekehrt ist es jedoch viel wichti­ ger, Menschen, die in Schwierigkei­ ten sind, Schub zu verleihen. Damit erzielen Leader ausgezeich­ nete Ergebnisse. Ein Leader ist bereit, wieder und wie­ der einen Extraschritt für seine Leute und für sein Unternehmen zu gehen und dies tut er mit Begeisterung. Begeiste­ rung, die ihm anzusehen ist und die sich auf sein Team überträgt. Nur mit Be­ geisterung lässt sich dauerhaft Höchst­ leistung erbringen. Leistung basiert auf leidenschaftlicher Begeisterung. Wir brauchen Vorbilder, mehr denn je. Es geht nicht primär darum, Aufga­ ben vorbildhaft zu erledigen. Es geht um mehr. Es geht um Vorbilder in die rich­ tige Richtung. Wir brauchen Führungspersönlich­ keiten, die Charakter und Kompetenz vereinen. Leader, die Entscheidungen treffen, denen die Menschen vertrauen und folgen. 8

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Charakter und Charisma entscheiden Die Führungsliteratur ist übervoll mit Unterscheidungen, Erkenntnis­ sen und Methoden. Vieles davon ist we­ der neu noch überraschend, noch über­ zeugend. Leader überzeugen nur durch Charakter und Charisma. In Zeiten erhöhter Unsicherheit schallt der Ruf nach Leadership meist laut. Wird es kritisch, steht ein Leader als ruhender Pol in seiner Mannschaft und hilft selbst, die kritischen Situatio­ nen zu meistern. Leader werden in Kri­ sen gemacht. Es sind immer die kriti­ schen Situationen, die Sieger von Ver­ lierern trennen. In stürmischen Zeiten erweist sich, ob Führungskräfte nur für den Schön­ wettereinsatz geeignet sind oder ob sie bei rauer See Kurs halten und im Sturm einen Untergang verhindern können. Schönwettersegler gibt es ge­ nug. Ein Leader muss über einen rei­ fen Charakter verfügen. Zwangsläu­ fig, denn geht der über Bord, ist alles verloren. Menschen und Organisationen wer­ den nicht zwingend an dem gemessen, wodurch ihre Krisen ausgelöst werden,

sondern vielmehr daran, wie sie mit ih­ ren Krisen umgehen. Charisma bedeutet, Leute mitrei­ ßen. Charisma ist gleichzusetzen mit einer Bewirkkraft. Personen, die darü­ ber verfügen, bewirken mehr als jene, die uncharismatisch sind. Durch Überzeu­ gungskraft und Ausstrahlung können Leader Menschen für neue Ideen begeis­ tern. Diese innere Stärke befähigt sie zu großartigen Ergebnissen. Charisma ohne Charakter ist wert­ los oder sogar gefährlich. Charakter hat immer Priorität. Man muss meinen, was man sagt und demgemäß handeln. Charakter und Charisma führen nicht nur dazu, ein ausgezeichneter Lea­ der mit einem ausgezeichneten Team zu sein, sondern sie führen zu mehr Bezie­ hungsqualität und besseren Ergebnissen.

Unterscheidungsfähigkeit Gute Leader können exakt trennen und sind nicht harmoniesüchtig. Wer unterscheiden kann, der kann auch ent­ scheiden. Trennschärfe, beruhend auf Fakten, Beobachtung und Empathie ist ein wichtiges Instrument. Tatsachen bedürfen keiner Deutung.


Thema

Ungenauigkeiten in der Diktion ver­ meidet ein Leader tunlichst. Er hat die Größe, über gewisse Fehler hinweg­ zusehen, macht aber seine Mitstreiter auf eklatante Schwächen aufmerksam. Sie bekommen dadurch Gelegenheit, an sich zu arbeiten. Man muss einer Organisation im­ mer ein Maximum an Klarheit geben. Wer andere führen will, muss sich klar und zügig entscheiden. Ein Leader kann nicht immer aus Angst, entscheiden zu müssen, für alle Möglichkeiten of­ fen sein. Wer ständig für alles offen ist, ist nicht ganz ehrlich. Wer Entschei­ dungen fortlaufend aufschiebt, bremst seine Mitarbeiter in ihrem Elan und macht sie unzufrieden. Dies führt zu Aggressionen und einem beeinträchtig­ ten Betriebsklima. Führungsstärke ist Entscheidungs­ stärke, Mut und Zuversicht.

Leadership heißt Mut machen Leader sind zuversichtlich und ver­ trauen auf ihre eigene Gestaltungskraft und die Potenziale ihres Teams. Sie stel­ len sich schützend vor ihre Leute, wenn Fehler passiert sind. Zudem können sie sich und anderen eingestehen, dass sie sich geirrt haben. Leader stecken sich ambitionierte Ziele. Sie halten an et­ was fest, von dem sie überzeugt sind. Selbst wenn sie dabei gegen den Strom schwimmen. Mutmacher bestärken andere im Glau­ ben an die eigenen Fähigkeiten. Ein Lea­ der erfindet neue Wege, während er geht, weil er über die nötige Zuversicht verfügt. Weitblick hat nichts damit zu tun, wie weit man sieht. Sondern damit, wie weit man denkt. Und wie weit man gehen will.

Es birgt eine wichtige Erkenntnis in sich, nicht aufzugeben, wenn man knapp vor dem Ziel steht.

Sie können mehr Es ist keinesfalls unmöglich, Füh­ rungskunst zu beherrschen. Leader können mehr als sich dem Satz „Men­ schen lassen sich nicht managen“ erge­ ben. Leader können Mut machen. Lea­ der können und müssen Mut machen. Leader können das schaffen! Als Leader gewinnen Sie Men­ schen für ein Ziel, gewinnen Sie An­ sehen und Loyalität, gewinnen Sie Le­ bensqualität und natürlich gewinnen Sie auch finanziell. Ihr Erfolg gibt Ih­ nen Recht. 

Erfolgsfaktoren am Limit

Großartige Leader. Großartige Teams. Großartige Resultate. Was wir brauchen sind Ideen und Mut, Loyalität und Begeisterung. Das ist das wirkliche Kapital unserer Zukunft. Wir alle suchen Leader, die uns ge­ sund und würdevoll durch alle Gefahren leiten und uns eine realistische Chance lassen, nicht aus Verzweiflung und Überbelastung, sondern friedlich in un­ seren Betten zu sterben.

Autor Peter Baumgartner, geboren 1969, lebt in Gmunden am Traunsee, Österreich. Der Wirtschaftsingenieur und Dipl. Pädagoge erhielt für Manager müssen Mut machen den Wirtschaftsliteraturpreis. Zuletzt erschien sein Buch Geniale Grenzgänge. Leadership leben entstammt seiner Erfahrung in Wirtschaft und Sport, Kultur und Bildung sowie seiner Leidenschaft dafür.

Foto: Patricia Kriechbaum ©photolounge

Es ist die tägliche Herausforderung, den Bedürfnissen des Unternehmens und jenen der Menschen im Unterneh­ men gerecht zu werden. »» Seien Sie Vorbild. »» Leben Sie Optimismus und Selbst­ vertrauen. »» Übernehmen Sie Risiko und beach­ ten Sie das wesentliche Ziel. »» Achten Sie auf sich selbst. »» Minimieren Sie Hierarchieunter­ schiede – fördern Sie Höflichkeit und Respekt. »» Geben Sie nie auf. Es gibt immer al­ ternative Schritte.

Speaker Peter Baumgartner ist als Keynote-Speaker ein begeisternder Vortragender für Tagungen und Kongresse, Events und Kundenveranstaltungen. Seine Themen: Leadership und Innovation, Mut machen und Motivation. www.peterbaumgartner.at

Neuerscheinung im April LEADERSHIP LEBEN Charakter und Charisma entscheiden Books4Success - Plassen-Buchverlage ISBN: 978-3-86470-187-0 GB mit SU, ca. 180 S., € 19,90

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Thema

Coaching

Die neue Art der Führung Karin-Brigitte Göbel, Mitglied des Vorstandes der Stadtsparkasse Düsseldorf, spricht mit Anton Schmoll über ein neues Rollenverständnis.

Anton Schmoll: Frau Göbel, Sie haben bei der Fachtagung Kommerzgeschäft Ende Jänner in Wien einen viel beachteten Vortrag über „Führen im Vertrieb“ gehalten. Wo sehen Sie derzeit die größten Herausforderungen? Karin-Brigitte Göbel: Wer viele Jahre im Firmenkundenvertrieb tätig ist, hat das Auf und Ab von Konjunkturzyklen erlebt und gelernt, bei volatilen Konjunkturverläufen erfolgreich Unternehmen zu begleiten. Dies war möglich, weil bisher die intermediäre Rolle der Bank für die Realwirtschaft unstrittig war! Mit der letzten Finanzmarktkrise scheinen sich Dinge jedoch grundlegend zu ändern. Ich spreche von einem Paradigmenwechsel der Kreditwirtschaft! Auslöser ist der regulatorischer Tsunami, der über Banken und Sparkassen seit 2008 hinwegstürmt. Die Regulatorik hat die gesamte Branche fest im Griff. Das spürt aber insbesondere das Firmenkundengeschäft. Was heute als Konsequenz aus Basel III, Compliance usw. abgeleitet wird, droht zu einem regulatorischen Overkill zu werden – mit teilweise dramatischen Konsequenzen für unser Geschäftsfeld. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass der Bankvertrieb derzeit unter der Diktatur des Risikomanagements steht.

sie dürfen uns nicht irritieren! Diejenigen, die es verstehen, bedarfsgerechte und maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmen anzubieten, gehört die Zukunft!

In den vergangenen Jahren habe ich für meine Führungskräfte zwei Coachingprogramme initiiert, die die Zielrichtung und das Verständnis von Führung in wesentlichen Aspekten neu definieren.

Wie gehen Sie mit den Herausforderungen im Risikomanagement um?

Wie sehen diese Coachingprogramme aus?

Ich bin überzeugt: In Zukunft brauchen wir weniger Risikomanager und mehr Chancenmanager. Wir benötigen die begeisterten Kundenmanager, die wissen, was ihre Kunden wünschen, die mit hoher fachlicher Kompetenz dem Kunden auf Augenhöhe begegnen, die deren Branchen kennen. Ja, wir brauchen Kundenbetreuer, die mit hoher fachlicher und vor allem sozialer Kompetenz, mit Engagement, es verstehen, Kundenbeziehungen professionell zu managen. Was bedeutet das für die Führung im Vertrieb?

Angesichts dieser schwierigen Rahmenbedingungen: Welchen Stellenwert hat der Vertrieb heute?

Wenn Firmenkundenbetreuer eine wichtige Schlüsselfunktion innehaben, dann müssen wir - als verantwortliche Führungskräfte - die Rahmenbedingungen für ihren Erfolg definieren. Allerdings: Was unter Führung heute verstanden wird, unterscheidet sich grundlegend von dem, was noch vor zehn Jahren Gültigkeit besaß. Das ist nicht verwunderlich, weil sich Gesellschaft, Markt und Menschen verändert haben.

Die aktuellen Diskussionen sind für einen Vollblutvertriebler ärgerlich, aber

Wie kommen Sie in Ihrem Haus zu diesem neuen Führungsverständnis?

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Das erste Programm zielte darauf ab, die Führungskraft von der klassischen Rolle des Vorgesetzten zum Coach weiter zu entwickeln. Ein Coach ist von der Bereitschaft geprägt, anderen bei der Freisetzung ihrer Leistungspotenziale zu dienen! Wir kennen das aus dem Sport! Damit steht nicht der eigene Erfolg (als Führungskraft) im Vordergrund, sondern der Erfolg der Mitarbeiter. Um diesen Positionswechsel von der Rolle des Vorgesetzten zum Coach erfolgreich zu gestalten, muss eine Führungskraft zum Beispiel zwei Grundannahmen verinnerlichen. Erstens: Alle Mitarbeiter möchten erfolgreich sein und die Leistungserwartungen des Unternehmens erfüllen. Zweitens: Jeder Mitarbeiter ist in der Lage, sein Können und „Wollen“ für Erfolg und die Erfüllung der in ihn gesetzten Leistungserwartungen zu aktivieren. Ein solches Grundverständnis verändert den Umgang von Führungskräften mit Mitarbeitern. Es entsteht eine Form von Wertschätzung und Begleitung, die Leistung motiviert und wertschätzt. Wie vermitteln Sie Ihren Führungskräften, was Sie von ihnen erwarten? Führung ist für mich nur erfolgreich auf Basis eines breit akzeptierten Wertesys-


Thema

tems. Die Implementierung eines Wertesystems hat nichts mit Hochglanzbroschüren zu tun. Ein Wertesystem muss in einem mehrstufigen Prozess erarbeitet werden, an dem alle Führungskräfte sich beteiligen. Ich empfehle die Begleitung dieses Prozesses durch externe Spezialisten. Am Ende müssen sich alle Führungskräfte auf klar formulierte Grundprinzipien und Handlungsmaximen verpflichten, sie leben. Dieses Wertesystem muss klare Handlungsrahmen schaffen, um zu definieren, was Führung sein soll. Auf einer derartigen Basis vermitteln Werte „Orientierung“.

Karin-Brigitte Göbel im Gespräch mit Anton Schmoll.

„In Zukunft brauchen wir weniger Risikomanager und mehr Chancenmanager.“

Wie geht es Ihren Führungskräften mit der Umsetzung? Für viele Verantwortliche stellt konsequentes Handeln eine Herausforderung dar. Führen heißt konsequent sein! So manche Führungskraft scheut die Klarheit der Sprache. Es ist wichtig, Ziele und Richtung klar zu kommunizieren. Als Verantwortlicher muss ich mich vergewissern, ob meine Mitarbeiter Zielsetzung der Aufgaben verstanden haben und ob sie richtig umgesetzt werden können. Hierzu bedarf es einer angemessenen „Kontrolle“, neudeutsch heißt das: Quality Check. Was verstehen sie unter guter Führung? Führen bedeutet für mich dreierlei: Ziele klar definieren, sie eingrenzen und sie kommunizieren. Wer diesen Dreiklang zu einem harmonischen Gesamtwerk orchestriert, beherrscht die Kunst der

Führung. Es braucht Regeln, aber die Gestaltung und Nutzung dieser Regeln ist abhängig von der einzelnen Führungspersönlichkeit. Deshalb sind die Ergebnisse der verschiedenen Verantwortungsträger oftmals so unterschiedlich. Heißt das: Nur wer gut kommunizieren kann, kann führen? Ja, richtig. Dieser Satz erscheint heute vielen als Binsenwahrheit. Im konkreten Handeln des Managements gibt es jedoch Defizite. Gute Führung ist weniger durch fachliche Qualität bestimmt, sondern von der Kompetenz in der Kommunikation, der zwischenmenschlichen Begeisterungsfähigkeit. Natürlich geht nichts ohne Sach- und Fachwissen. Aber wir Führungskräfte sind nicht „Chefspezialist“ auf einem

Themenfeld, noch sind wir Starverkäufer. Wir sind eben nicht „leitende Sachbearbeiter“, wir sind Leader! Was macht Leader aus? Leadership und Kommunikationsfähigkeit sind zwar nicht identisch; sie sind aber die zwei Seiten dieses Erfolgs. Den größten Zeitanteil einer Führungskraft muss die Kommunikation mit Mitarbeitern und Kunden einnehmen. Mein Appell: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit und schaffen Sie geeignete Gelegenheiten, um sich mit Ihren Mitarbeitern auszutauschen, Ihre Ideen, Konzepte und Meinungen zu erfahren, klare Botschaften zu senden und Wertschätzung zu zeigen! Frau Göbel, vielen Dank für das Gespräch. cooperativ 1/14

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Management

Werteorientierung Ein Erfolgsfaktor der Genossenschaften Als wirtschaftliche Gebilde sind Genossenschaften einzigartig. Mit ihren arteigenen Wertvorstellungen unterscheiden sie sich vom Mainstream im Markt. Das unternehmenspolitische Anderssein verspricht Erfolg. Text: Günther Ringle Foto: istockphoto.com

1. Spezifische Werte vermitteln ein Anderssein Von ihrer Konstruktion und gesetzlich vorgegebenen Zwecksetzung her sind Genossenschaften als wirtschaftliche Gebilde einzigartig. Besonders einleuchtend wird dies, wenn man bedenkt, was Genossenschaften weder sind noch sein sollen: »» Keine Wohltätigkeitseinrichtungen wie die von Schulze-Delitzsch und Raiffeisen gegründeten Vereine als Vorläufer der modernen Genossenschaften, »» keine erwerbswirtschaftlich orientierten, nach möglichst hohem Gewinn strebenden Unternehmen, »» keine unmittelbar auf das Wohl einer übergeordneten Gesamtheit gerichteten Gemeinwirtschaften, »» keine vorwiegend gegen ökonomische Machtballung im Wirtschaftsleben kämpfenden Organisationen und »» keine Unternehmen, die als vorherrschendes Ziel verfolgen, kollektivistischen Interessen entgegenzutreten. Demgegenüber verfolgen genossenschaftliche Unternehmen als oberste Leitmaxime, die wirtschaftlichen, kulturellen oder/und sozialen Belange ihrer Mitglieder zu fördern. So lautet der Auftrag an den Vorstand einer Genossenschaft, und darauf zielt verständlicher12

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weise sowohl das individuelle als auch das Gruppeninteresse der Mitglieder. Ihre Grundlage und Legitimation findet die exklusive bzw. vorrangige Ausrichtung genossenschaftlichen Wirtschaftens auf die Mitgliederbedürfnisse in dem per Gesetz vorgegebenen rechtsformspezifischen Förderzweck. Als spezielle Unternehmensform verlangt die Genossenschaft nach Kategorien und Regeln, die zu einer möglichst klaren Unterscheidung von anderen Organisationen verhelfen. Wäre das Handeln nicht mehr von arteigenen Wertvorstellungen, Normen, Denkund Verhaltensmustern geleitet, müssten zwangsläufig jene Wurzeln und typischen Stilelemente verkümmern, die der Existenz von Genossenschaften Sinn geben und ihrem Wirtschaften die Richtung weisen. Die Genossenschaft wäre als Werte- und Sinnsystem in anderer Gestalt neu zu erfinden.1 Kommunizierte Werte der genossenschaftlichen Philosophie und Kultur machen auf Genossenschaften aufmerksam und sollen ihr strukturelles sowie unternehmenspolitisches Anderssein vermitteln – zeigen, wer und wie man ist. Nötigenfalls können Werte auch dazu dienen, diffuse Vorstellungen von der Rolle genossenschaftlicher Unternehmen in Wirtschaft und Gesellschaft zu korrigieren.

2. Werte repräsentieren Auffassungen von Wünschenswertem Allgemein verstärkte Beachtung fanden Werte im Zusammenhang mit der Internationalisierung und Globalisierung des Wirtschaftsgeschehens sowie zuletzt im Verlauf der 2008 begonnenen Finanz- und Wirtschaftskrise. Im Genossenschaftssektor wurden Werte in dieser Phase zu einem zentralen Gegenstand der Public-Relations-Aktionen von Verbänden und Unternehmen,

insbesondere der Bankensparte. Hohe Aufmerksamkeit erfuhren genossenschaftliche Werte zuletzt durch das von den Vereinten Nationen ausgerufene „Internationale Jahr der Genossenschaften 2012“. Zu analysieren bleibt, wie es um die Bedeutung der Vielzahl propagierter Werte für den Erfolg von Genossenschaften bestellt ist. Werte stellen Bausteine der Unternehmenskultur dar, die sich sowohl vergangenheits- als auch zukunftsorientiert zeigt: Vergangenheitsbezogen, indem überkommene Werte das Fundament der aktuellen Kultur bilden. Zukunftsbezug drückt sich darin aus, dass Werte, die eine Verbesserung der Erfolgslage erwarten lassen, in das Leitbild eingehen und auf die Gestaltung der Unternehmensstrategie einwirken. Darin deutet sich ein weiterer bedeutender Aspekt an: Werte sind Orientierungen, die Auffassungen von wünschenswerten Verhältnissen im internen Aktionsbereich sowie in der Außenwelt von Unternehmen repräsentieren. Wünschenswert ist, was dazu verhilft, einerseits eine Genossenschaft im Inneren weiterzuentwickeln, zum anderen den Aufbau von Vorteilspositionen im Wettbewerb und die Erzielung von Markterfolg sowie daraus folgend den mitgliedergerichteten Fördererfolg unterstützt. In diesem Kontext beeinflussen gelebte Werte die Auswahl unter möglichen Zielen und Handlungsweisen.

3. Ein genossenschaftsadäquates Werteprogramm Die Frage, welche Werte der genossenschaftlichen Unternehmensform gerecht werden und welche Wirkungen davon ausgehen, dürfte so alt sein wie die Genossenschaften selbst. Auf die allgemeine genossenschaftliche Grundidee gehen die gemeinsamen Wesensprinzipien aller Sparten des Ge-

nossenschaftswesens zurück: Mitgliederförderung, (kollektive) Selbsthilfe, (aktive) Selbstverwaltung, Selbstverantwortung und Identitätsprinzip. Zusammen mit weiteren rechtsformtypischen Leitgedanken und Idealen wie Freiwilligkeit, Personalität oder Demokratie bilden sie eine stabile Wertebasis. Diese genossenschaftlichen Grundwerte, die den tradierten „kulturellen Kern“ der Genossenschaften verkörpern, sind Standards genossenschaftlicher Kooperation. Wertesysteme sind sowohl durch Bewahrung des zeit- und raumunabhängigen Wertefundus als auch durch Wandel bestimmt. Im Zeitablauf vorgenommene, von den Akteuren gewollte oder gar für notwendig erachtete Ergänzungen des Wertegefüges lassen die Genossenschaftskultur anpassungsfähig und zugleich fortschrittlich erscheinen. Dabei soll es freilich nicht zur Verfremdung oder Aufgabe des unverwechselbar Genossenschaftlichen kommen. In den letzten Jahren traten in der Kommunikation genossenschaftlicher Verbände und Unternehmen nach innen

Im Zeitablauf vorgenommene Ergänzungen des Wertegefüges lassen die Genossenschaftskultur anpassungsfähig und zugleich fortschrittlich erscheinen.

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und außen zahlreiche weitere Wertebegriffe in Erscheinung. Neben bekannten Werten (Beispiele: Vertrauen, Solidarität und Verantwortung) wurden auch solche proklamiert, die nicht als „Werte der Genossenschaften“ bezeichnet werden sollten. Angesichts der heute beobachtbaren Wertevielfalt müssen sich Genossenschaftsleiter darüber klar werden, für welche Überzeugungen sie stehen, von denen sie sich leiten lassen und für die sie bei ihrem unternehmerischen Handeln eintreten wollen. Um eine „Zuladung“ nicht typgerechter Werte auf das Werte-Grundmuster zu vermeiden, empfiehlt es sich, in der Praxis und im genossenschaftsbezogenen Schrifttum verbreitete Werte daraufhin zu prüfen, welche einen Platz im System Genossenschaft verdienen und welche in einem genossenschaftsindividuellen Wertegerüst eher als Fremdkörper anzusehen sind. Der letztgenannten Klasse lassen sich zurechnen: »» Werte mit mangelnder Aussagekraft, »» Werte, die nicht spezifisch genossenschaftlich sind, und

»» W erte, deren praktische Umsetzbarkeit und Wirkung fraglich erscheint. Mehr oder weniger treffen diese Schwächen auf Wertbegriffe wie Fairness, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Berechenbarkeit oder Respekt zu, die in Werbekampagnen oder Zeitschriftenartikeln verschiedentlich zu „genossenschaftlichen Werten“ erklärt wurden. In eine Modernitätsfalle gerät, wer Werte adoptiert, die gerade in Mode sind, aber keinerlei Bezug zur genossenschaftlichen Identität erkennen lassen und eine Genossenschaft keinen Schritt voranbringen. Als Kriterium für die Bestimmung eines „genossenschaftsgeeigneten“ Werteprogramms bietet sich die nachvollziehbare Nähe zu den als verbindlich anerkannten, weil rechtsformspezifischen Strukturmerkmalen oder Wesensprinzipien der Genossenschaften an. Bedingung sollte allerdings sein, dass dahingehend identifizierte Werte

Zur Ergänzung des traditionellen „kulturellen Kerns“ geeignete Werte Systemverträgliche genossen­ schaftliche Werte

Bezug zu genossenschaftlichen Strukturmerkmalen oder Wesensprinzipien

Unverwechselbarkeit, Nachhaltigkeit/ Stabilität

Alleinstellungsmerkmal und Dauerauftrag „Förderung der Mitglieder“

Offenheit, Freiwilligkeit, Personalität, Nähe (zum Mitglied/Kunden)

Offene Mitgliederzahl, Freiheit des Ein-/Austritts, zwangfreie Leistungsbeziehung, personale Mitgliedschaft

Kooperation (Genossenschaft – Mitglied), Gemeinschaft, Partnerschaftlichkeit, Gleichbehandlung, Demokratie/Gleichheit, Vertrauen, Regionalität (des Aktionsfeldes) und Dezentralität

Gemeinschaftlicher Geschäftsbetrieb/ Personenvereinigung, Mitgliedschaft, Selbstverwaltung/Selbstorganschaft

Eigeninitiative, Selbstbestimmung

Selbsthilfe

Verantwortung, Solidarität

Selbstverantwortung

Tabelle 1: Genossenschaftsgemäße weitere Werte2

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noch dem Wesen heutiger Genossenschaften eigen sind. Eine hiervon geleitete Überprüfung dient letztlich der ordnenden Reduktion eines gar zu ausgedehnten Wertespektrums. Von den in Tabelle 1 ausgewiesenen genossenschaftlichen Werten kann angenommen werden, dass sie systemverträglich und werthaltig sind: Werte, die mehr oder weniger dem Wesen jeder Art von Genossenschaft entsprechen. Das Sichtbarmachen genossenschaftsrelevanter Werte in der Unternehmens- und Geschäftspolitik kann bei allen internen Anspruchsgruppen Identifikation mit der Genossenschaft und Vertrauen stärken, einen gemeinsamen Grundkonsens herstellen und ein Wir-Gefühl vermitteln. Nach außen spiegeln sich diese Werte einer starken Unternehmenskultur in der Kommunikation, im Marktauftritt und Erscheinungsbild. Der oben beschriebenen Auswahl relevanter Werte, die Auffassungen von Wünschenswertem repräsentieren, schließt sich an, den Blick auf jene Wirkungen zu richten, die Genossenschaften von als „genossenschaftsgemäß“ eingeschätzten Werten zu erwarten haben. Diesbezügliche Erwartungen lassen es gerechtfertigt erscheinen, gelebten echten genossenschaftlichen Werten das Potenzial zuzuschreiben, zur Steigerung des Leistungspotenzials, Behauptung im Konkurrenzumfeld und Erreichung der Erfolgsziele beizutragen.

Quellenhinweise: 1 Vgl. G. Ringle (2012): Werte der Genossenschaftsunternehmen – „Kultureller Kern“ und neue Werte-Vorstellungen, Wismarer Diskussionspapiere Heft 07, S. 13. 2 Vgl. dazu Tab. 2 in G. Ringle (2013): Analyse der Relevanz genossenschaftlicher Werte, in: ZfgG, 63. Jg., S. 287. 3 Darstellung angelehnt an Tab. 1 in: G. Ringle (2012), a. a. O., S. 14. 4 Vgl. S. Hanrath/H.-O. Weber (2008): Mit genossenschaftlichen Werten gewinnen, in: GB Genossenschaftsblatt für Rheinland und Westfalen, Nr. 5, S. 24. 5 Vgl. V. Beuthien (2002): Wieviel Wandel verträgt die Genossenschaft, Marburger Hefte zum Genossenschaftswesen 1, Marburg, S. 12.


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4. Wirkungen genossenschaftsrele­ vanter Werte Keineswegs erschöpfend gibt die folgende Übersicht Auskunft darüber, worin der Nutzen systemrelevanter Werte für die Genossenschaft bestehen kann. Diese möglichen Effekte lassen öffentlich verlautbarte Denk- und Verhaltensmuster, die im Geschäftsalltag von Führungskräften und Mitarbeitern praktiziert und besonders für Mitglieder und Kunden erlebbar gemacht werden, zu wichtigen Faktoren des unternehmerischen Erfolgs werden. Damit erlangen sie konkrete Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit von Genossenschaften. Es zeigt sich, dass eine „starke“ Genossenschaftskultur kein Selbstzweck ist, sondern von ihr gestaltende und wertschöpfende Kräfte ausgehen: „Werte schaffen Wert“. Das gilt für alle Genossenschaftssparten. Dass von einem Wertegerüst erst durch den Transfer in adäquates Handeln oder Verhalten eine positive Wirkung ausgeht, kann nicht genug betont werden. Denn Werte, die lediglich formuliert, aber nicht in die Realität überführt sind, bleiben leere Bekenntnisse. Sie liefern allenfalls Stoff für ein Beschwören der Notwendigkeit eines Wertefundamentes in Festtagsreden oder dienen als schmückendes Beiwerk für Visionen, Leitbilder und Führungsleitlinien. Weshalb sich ein Handeln empfiehlt, das von Werten geleitet wird, die intern vermittelt und gemeinsam getragen, im Geschäftsmodell kultiviert, nach außen bekennend kommuniziert und in den Leistungsbeziehungen praktiziert werden.

5. Wann wird Werteorientierung zum Erfolgsfaktor? Die Zukunfts- und Erfolgsfähigkeit der Genossenschaften wird entscheidend davon bestimmt, ob es gelingt, sich konturiert von der Konkurrenz abzuheben. Eine darauf gerichtete Differenzierungsstrategie verspricht den größten Erfolg, wenn sie auf typgemäßen Besonderheiten basiert, die nicht oder nur auf längere Sicht kopierbar sind, intern

Mögliche Positiveffekte genossenschaftlicher Werte Genossenschaftsinterne Wirkungen

Wirkungen nach außen

1 Einwirkung auf die Strategieausrichtung, das Zielsystem sowie den Entscheidungs- und Handlungsspielraum / Prägung des genossenschaftlichen Selbstverständnisses

1 Mehrung des öffentlichen Wissens über Genossenschaften / positive Sicht auf deren Geschäftsmodell und Zuwachs an institutioneller Glaubwürdigkeit

2 Unterstützung der Identifikation der Führungskräfte und Mitarbeiter mit dem Kooperativ / Stärkung des Genossenschaftsbewusstseins in den Mitgliederwirtschaften

2 In der Umwelt anerkannte Werte stehen als Leistungsversprechen für Kompetenz und Stärke / positive Imagewirkungen verschaffen Wettbewerbsvorteile

3 Klare Differenzierung von Wettbe3 Werteorientiertes Handeln unterwerbern / arttypische Werte tragen stützt den Fördererfolg, die Bindung zu einer stabilen Erfolgsposition des der Mitglieder und Nur-Kunden an genossenschaftlichen Unternehdie Genossenschaft sowie die Akquimens im Markt bei sition weiterer Geschäftspartner Tabelle 2: Wirkungen genossenschaftlicher Werte3

vermittelt, im Geschäftsmodell wahrgenommen und nach außen vertreten werden.4 Differenzierungseignung setzt Seltenheit voraus, die am stärksten in Einzigartigkeit zur Geltung kommt. Diesen Anforderungen genügen vor allem die Grundwerte, die den unverwechselbaren „kulturellen Kern“ der Genossenschaften bilden. Zur Differenzierung tragen aber auch alle weiteren, für „systemverträglich“ erachteten Werte bei (vgl. Tabelle 1). Es handelt sich um Werte mit Aussagekraft, die genossenschaftsspezifisch und nicht auch für jede andere Unternehmensform von Bedeutung sind. Ein von positiven Effekten eines solchen arteigenen Wertesystems (vgl. Tabelle 2) und der daraus entstehenden Wirkung auf den Erfolg überzeugtes genossenschaftliches Management wird die tradierten und darüber hinaus für relevant erachteten Werte in das Unternehmensleitbild aufnehmen, in der Strategie verankern und sie vor allem im Tagesgeschäft glaubhaft umsetzen. Nur dann kann von einem kulturbewussten Management des Genossenschaftsunternehmens und von Werteorientierung

als Erfolgsfaktor die Rede sein. Denn nur auf dem Papier existente Werte haben nicht die Qualität von Erfolgsfaktoren. Das Streben von Genossenschaften und ihrer Organisationsteilnehmer sollte entsprechend darauf abzielen, an den als leistungsfördernd und daraus resultierend als wichtige Erfolgstreiber erkannten Werten festzuhalten, andererseits das Wertesystem überlegt fortzuentwickeln. Starre Wertesysteme sind nicht denkbar, denn wer Kontinuität will, muss auch Veränderung zulassen. Die genossenschaftliche Idee kann zwar vielfältig gelebt werden5, was jedoch systemkonform zu geschehen hat. Ebenso wie die Mitgliederorientierung soll die Werteorientierung ein zentrales Wesenselement der Genossenschaften sein. 

Zum Autor: Prof. Dr. Günther Ringle ist em. Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Genossenschaftsbetriebslehre der Universität Hamburg und Mitherausgeber der „Zeitschrift für das gesamte Genossenschaftswesen“ E-Mail: ringle@econ.uni-hamburg.de cooperativ 1/14

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Aufholbedarf? Wie steht es um die Österreicher und ihr Wissen über Genossenschaften? Dieser Frage ist das Research Institute for Co-operation and Co-operatives an der Wirtschaftsuniversität Wien nachgegangen. Text: Dietmar Rößl und Albert Hatak Foto: istockphoto.com

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ooperative enterprises build a better world!“ - so lautete das Motto des Jahres 2012, das von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum „Internationalen Jahr der Genossenschaften“ erklärt wurde. Die damit einhergehende mediale Präsenz sowie die zunehmende Diskussion genossenschaftlicher Organisationsformen wurden vom RiCC-Research Institute for Co-operation and Co-operatives zum Anlass genommen, eine österreichweite Befragung zum Thema „Was weiß und was denkt Österreich über Genossenschaften?“ durchzuführen. Ideengebend war das 2011 von Theurl und Wendler erschienene Buch: Was weiß Deutschland über Genossenschaften? Die im Rahmen der groß angelegten Studie (mit einer geschichteten Stichprobe von mehr als 3.000 Befragten) generierten Ergebnisse zeigen, dass Genossenschaften allgemein nicht nur über einen hohen Bekanntheitsgrad in der österreichischen Bevölkerung verfügen, sondern auch eine große Akzeptanz genießen. So sind rund 95 Prozent aller Befragten mit dem Begriff „Genossenschaft“ vertraut. Nur ein verschwindend kleiner Anteil jener Probanden, die bislang mit Genossenschaften in Kontakt gekommen sind, bewerten ihre Erfahrungen negativ. Dieses Bild spiegelt sich auch in den positiven Bewertungen der genossenschaftlichen Merkmale und Prinzipien. So werden – sofern bekannt – das „Kopfstimmrecht“, der „Förderauftrag“, das „Identitätsprinzip“ und das „Demokratieprinzip“ als Charakteristika von Genossenschaften 16

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besonders geschätzt. Ebenso werden die Pflichtrevision, die geringe Insolvenzrate und die langfristige und regionale Orientierung der Geschäftspolitik als positive Merkmale von Genossenschaften wahrgenommen. Ein genauerer Blick auf die Antworten der Österreicher offenbart jedoch teils große Wissenslücken, insbesondere im Zusammenhang mit den genossenschaftlichen Prinzipien. So kennen nur 15 Prozent aller Befragten den Begriff „genossenschaftlicher Förderauftrag“ und seine Bedeutung, während der überwiegenden Mehrheit der Befragten das Förderprinzip gänzlich unbekannt ist. Mit dem Demokratieprinzip sind immerhin 40 Prozent der Befragten vertraut. Im Genossenschaftskontext kann die Mehrheit der Befragten dieses Prinzip allerdings nicht richtig verorten. Der Behauptung, dass Mitglieder die Entscheidungen in Genossenschaften selbst treffen (Selbstverwaltungsprinzip), stimmt etwa die Hälfte der Befragten zu. Etwa 15 Prozent widersprechen fälschlicherweise dieser Aussage und die restlichen 35 Prozent wissen keine Antwort. Immerhin ist das Prinzip der freiwilligen Literatur Göler v. Ravensburg, N. zit. nach Fachhochschule Frankfurt am Main (o.J.): Das Transferprojekt geno@school stellt sich vor, http://www.genoatschool.de/genoschool/ (abgefragt 02-01-2014). Rößl, D. / Hatak, I. / Radakovics, St. (in Druck): Das Image von Genossenschaften: Eine unbekannte aber sympathische Organisationsform, Wien: Facultas. Theurl, Th. / Wendler, C. (2011): Was weiß Deutschland über Genossenschaften? in: Theurl, Th. (Hrsg.): Münstersche Schriften zur Kooperation, Band 96, Aachen: Shaker Verlag.


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und offenen Mitgliedschaft dagegen rund drei Viertel der Befragten bekannt. Vergleicht man die Antworten der Mitglieder mit jenen der Nichtmitglieder führt das zu dem Ergebnis, dass die Mitglieder zwar – erwartungsgemäß – über ein größeres genossenschaftliches Wissen verfügen, dennoch aber vor dem Hintergrund ihres Mitgliederstatus überraschende Defizite aufweisen: So zeigt sich bezüglich des „genossenschaftlichen Förderauftrags“, dass zwar rund ein Drittel der befragten Mitglieder den Begriff und seine Bedeutung kennen, während das nur auf rund ein Zehntel der Nichtmitglieder zutrifft – es wäre eigentlich zu erwarten gewesen, dass annähernd alle Mitglieder mit dem Förderauftrag vertraut sind. Mit dem Demokratieprinzip ist etwas mehr als die Hälfte der Mitglieder vertraut, im Vergleich zu rund einem Drittel der Nichtmitglieder. Auf die Frage, von wem die Genossenschaft geführt wird, wissen zwar deutlich mehr Mitglieder als Nichtmitglieder die richtige Antwort; 45 Prozent der Mitglieder kennen das Prinzip der genossenschaftlichen Selbstverwaltung aber nicht. Der hohe Anteil jener Mitglieder, die bezüglich der genossenschaftlichen Prinzipien und Wesensmerkmale Wissenslücken aufweisen, kann eventuell darauf zurückgeführt werden, dass sie sich an der genossenschaftlichen Willensbildung und Selbstverwaltung nicht beteiligen und/oder dass die Mitgliedschaft in ihrer Genossenschaft nicht entsprechend „gelebt“ wird. Diese These wird auch durch den befremdlichen Befund untermauert, dass die Hälfte der deklarierten Genossenschaftsmitglieder angibt, keine Genossenschaftsanteile zu besitzen; gleichzeitig verneint ein Zehntel der Befragten mit Genossenschaftsanteilen, Mitglied einer Genossenschaft zu sein. Eine Gegenüberstellung der Antworten der verschiedenen Altersgrup-

pen zeigt, dass ältere Personen durchgehend mehr über genossenschaftliche Prinzipien wissen als Angehörige der jüngeren Generationen. Mit steigendem Alter wissen die Österreicher mehr über Genossenschaften. Das überrascht wenig, steigt doch mit dem Lebensalter die Wahrscheinlichkeit, mit Genossenschaften in Berührung gekommen zu sein. Die Tatsache, dass die jüngeren Befragten Genossenschaften weniger positiv gegenüberstehen, verlangt aber nach einer Überprüfung der Mitglieder- und Kommunikationspolitik von Genossenschaften: Das Demokratieprinzip kennen beispielsweise nur etwa 25 Prozent der 14bis 19-Jährigen, während das bei den über 60-Jährigen auf knapp die Hälfte

„Teenager wissen wenig über Genossenschaften. “ zutrifft. Ein Blick auf das Antwortverhalten der verschiedenen Altersgruppen zur Kenntnis des Begriffs „genossenschaftlicher Förderauftrag“ zeichnet ein ähnliches Bild: So kennen nur an die 5 Prozent der 14- bis 19-Jährigen die Bedeutung des Förderauftrages, bei den über 60-Jährigen sind es immerhin knappe 20 Prozent. Diese Ergebnisse sind wohl darauf zurückzuführen, dass die Jungen einerseits altersbedingt einen noch eingeschränkten Zugang zu Genossenschaften haben und andererseits über neue Kommunikationstools wie twitter, Facebook, LinkedIn, aber auch im schulischen Bereich wenig genossenschaftsbezogene Informationen erhalten. Um der jüngeren Bevölkerung Genossenschaften und ihre Vorzüge näherzubringen, bietet sich daher an,

die im Wirtschaftskundeunterricht in manchen Schultypen eingesetzten Übungsfirmen nach deutschem Vorbild auch in der Rechtsform der Genossenschaft (Schülergenossenschaften) zu gestalten. Damit würde nicht nur die Genossenschaft als Rechtsform bekannter werden, sondern zugleich „jungen Menschen Selbstvertrauen, Handlungs-, Gestaltungs- und Sozialkompetenzen […] sowie jenes Wissen, das sie für ihr Leben lernbereit, kreativ und sozial verantwortlich werden lässt [, mitgegeben]“ (Göler von Ravensburg), da die Schüler das Agieren in der demokratischen Verfasstheit von Genossenschaften erproben könnten. Die im Zuge der quantitativen Studie generierten Ergebnisse lassen darauf schließen, dass Genossenschaften an sich in der österreichischen Bevölkerung sehr bekannt sind und die Österreicher im statistischen Durchschnitt auch einiges über Genossenschaften wissen. Dieses Wissen wird jedoch in erster Linie von den Genossenschaftsmitgliedern und der älteren Generation getragen und weist, bei genauerer Analyse, einige fundamentale Lücken auf. Um den Wissensstand zu erweitern und zu festigen, bedarf es daher verstärkter Anstrengungen in der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, um auch Nichtmitgliedern und insbesondere jungen Menschen Genossenschaften näher zu bringen. 

Zu den Autoren: Univ.Prof. Dr. Dietmar Rößl ist Leiter des RiCC-Forschungsinstituts für Kooperationen und Genossenschaften an der WU Wirtschaftsuniversität Wien. Albert Hatak ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am RiCC-Forschungsinstitut für Kooperationen und Genossenschaften an der WU Wirtschaftsuniversität Wien. cooperativ 1/14

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Mit Vertriebsmeetings punkten Erfolg im Firmenkundengeschäft kommt selten von allein. Dahinter stehen in der Regel eine schlüssige Vertriebskonzeption und Führungsinstrumente, die die Kundenbetreuer motivieren und unterstützen. Professionell gestaltete Vertriebsmeetings können die Vertriebsleistung verbessern. Text: Anton Schmoll Foto: istockphoto.com

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er in der Bank eine entspre­ chende Verkaufsorientierung entwickeln will, muss mehr über den „Verkauf“ beziehungsweise über „Ver­ kaufen“ sprechen. Regelmäßige Bespre­ chungen über Vertriebsfragen sind ein wichtiger Ansatzpunkt der Verkaufs­ förderung. Bei diesen Meetings der Ver­ triebsführungskräfte und Vertriebs­ mitarbeiter sollten ausschließlich Ver­ kaufsthemen behandelt werden. Dieser Hinweis ist insofern wichtig, weil viele Mitarbeiterbesprechungen von „bank­ internen Themen“ wie ablauforganisa­ torischen Änderungen, internen Anwei­ sungen usw. dominiert werden – und das Thema Verkauf dann zu kurz kommt. Bei Verkaufsbesprechungen stehen daher ausschließlich folgende Ziele im Mittelpunkt: »» Verbesserung der verkäuferischen Fähigkeiten »» der gemeinsame Lernprozess »» Austausch von Erfolgsfaktoren »» die Nutzung des Kreativitätspoten­ zials einer Gruppe »» die Motivation der Vertriebsmitar­ beiter Bedeutsam ist, dass diese Treffen regelmäßig stattfinden und konsequent „durchgehalten“ werden. Von den Ver­ triebsmanagern ist weiters darauf zu achten, dass immer möglichst alle Ver­ triebsmitarbeiter einer Vertriebseinheit (z.B. Betreuungs-Center) an den Be­ sprechungen teilnehmen. Dadurch wird die Bedeutung und Ernsthaftigkeit die­ ser „Sales-Meetings“ unterstrichen.

Gemeinsamen Informationsstand sichern Ein erstes Ziel dieser Treffen be­ steht darin, dass die Kundenbetreuer einen gleichen Informationsstand über die aktuellen Marktgegebenheiten er­ halten. Daher soll in jeder Vertriebsbe­


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sprechung über die Konditionensitua­ tion sowie über die Aktivitäten der Mit­ bewerber berichtet werden. Bei etlichen Banken bilden auch die Ergebnisberichte über die aktuelle Zielerreichung einen fixen Tagesord­ nungspunkt. Voraussetzung für diesen Soll-/Ist-Vergleich ist allerdings, dass die Zahlen über die Verkaufsergebnisse auch zeitnah zur Verfügung stehen. Eine transparente Gegenüberstellung der erbrachten Vertriebsleistung mit den vereinbarten Verkaufszielen schafft für die Kundenbetreuer einerseits eine klare Orientierung und bietet den Füh­ rungskräften die Möglichkeit, bei Plan­ abweichungen (Verkaufsdefiziten) mit den Mitarbeitern rasch entsprechende Maßnahmen zu vereinbaren.

Institutionalisierter Erfahrungsaustausch Vertriebsmeetings sind prinzipiell so zu gestalten, dass Kundenbetreuer einen möglichst großen Nutzen für ihr Verkaufsverhalten daraus ziehen. Da­ her muss jeder Verkäufer-Jour-fixe ne­ ben einem Informationsteil immer auch einen Praxisteil enthalten, bei dem Ver­ kaufsstrategien gemeinsam erarbeitet bzw. Verkaufstechniken trainiert werden. Bei Verkaufsaktionen, bei denen alle Kundenbetreuer eingebunden sind, ist der institutionalisierte Erfahrungsaus­ tausch besonders wichtig. Hier wer­ den beispielsweise folgende Fragen besprochen: »» Wie viele Firmenkunden konnten im letzten Monat kontaktiert wer­ den? »» Was waren brauchbare „Türöffner“ bzw. „Aufhänger“? »» Welche Verkaufsargumente sind bei den Unternehmern besonders gut angekommen? »» Wo gab es die größten Barrieren bzw. Hemmnisse?

„Jeder Verkäufer-Jour-fixe muss neben einem Informationsteil immer auch einen Praxisteil enthalten, bei dem Verkaufstechniken trainiert werden.“ »» Welche Kundenkontakte sind im nächsten Monat geplant? Durch diesen Austausch von Er­ fahrungen aus der Verkaufspraxis pro­ fitieren die Kundenbetreuer von Ideen, die andere bereits mit Erfolg anwenden. Umgekehrt ist es auch wichtig, über Schwierigkeiten offen zu sprechen. Das bietet nämlich die Chance, Lösungs­ ansätze in der Gruppe gemeinsam zu erarbeiten. Ein wichtiger Themenblock bildet auch die Realisierung geplanter Ver­ kaufsaktionen. Die strategischen Ziele sind im Vertriebsplan fixiert, die Kun­ den- und Betreuerunterlagen vom Mar­ keting aufbereitet, jetzt geht es um die Umsetzung, um das „Wie“. Nach ei­

ner kurzen Einführung über Ziele und Hintergründe einer Vertriebskampagne durch die Führungskraft ist es ratsam, die grundsätzliche Vorgangsweise, Ar­ gumente, Fragen an den Kunden usw. gemeinsam zu erarbeiten. Das gibt den Verkäufern nicht nur Sicherheit, son­ dern verstärkt auch die Identifikation mit dieser Aktion.

Suche nach Verkaufsideen Auch bei der Suche nach Verkaufs­ ideen bietet der Verkäufer-Jour-fixe eine wertvolle Plattform: Gemeinsam wer­ den in der Gruppe Möglichkeiten zur Geschäftsintensivierung („Potenzial­ analyse“) erarbeitet. Ein Kundenbe­ treuer präsentiert zu diesem Anlass ei­

Themen für Vertriebsmeetings könnten sein: »» »» »» »» »» »» »» »» »» »» »» »» »» »» »»

Institutionalisierter Erfahrungsaustausch Informationen über geschäftspolitische Schwerpunkte Verkaufsergebnisse der abgelaufenen Periode besprechen und analysieren Erarbeiten von Verkaufsargumenten (z.B. bei neuen Produkten) Geeignete Aufhänger für Kundenansprache finden Erarbeitung der Vorgangsweise für neue Verkaufsaktionen Präsentation erfolgreicher Verkaufsansprachen („Best practice“) Vorbereitung der nächsten Vertriebsaktivitäten (gemäß Vertriebs­plan) Diskussion über die Verkaufsergebnisse der letzten Periode (Zielerreichung) Erörterung der Verkaufsziele der kommenden Periode Informationsaustausch über besuchte Weiterbildungsveranstaltungen (z.B. Bericht über Verkaufsseminare ) Überblick über die Entwicklung der Gesamtbank Situationsbericht über das Geschäftsfeld „Firmenkunden“ Vorstellen neuer Produkte Diskussion mit Marktfolge

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„Verkäufermeetings eignen sich auch dafür,

Verkaufstechniken zu wiederholen und zu vertiefen. nen seiner Intensivierungskunden („Po­ tenzialkunden“) vor dem Team. Jeder Mitarbeiter erhält dann die wichtigs­ ten Kundenunterlagen wie zum Beispiel Strukturdaten des Unternehmens, bis­ herige Produktnutzung sowie die EDVBilanz­auswertung. Anschließend wer­ den in Kleingruppenarbeit Intensivie­ rungs- und Verkaufsideen entwickelt. Dieses Brainstorming darf von kei­ nerlei Vorgaben eingeschränkt werden. Jede Frage, jeder Gedanke ist zulässig und es ist darauf zu achten, dass keine der vorgebrachten Ideen vorzeitig eli­ miniert wird. Vielmehr kommt es dar­ auf an, „ausgefahrene Gleise“ zu ver­ lassen und möglichst viele Intensivie­ rungsansätze zu finden. Das regelmä­

Checkliste für die Vorbereitung von Vertriebsmeetings 33 Welche Ziele sollen im Verkaufsmeeting erreicht werden? 33 Welche Entscheidungen sind zu treffen? 33 Welche Themen müssen behandelt werden? 33 Welche Probleme sind zu lösen? 33 Müssen Themenblöcke in Teilthemen zerlegt werden? 33 Wie viel Zeit steht für die einzelnen Tagesordnungspunkte zur Verfügung? (Zeitplanung) 33 Wer sollte neben den Firmenkundenbetreuern noch an der Sitzung teilnehmen? 33 Wann müssen die Teilnehmer eingeladen werden? 33 Welche Unterlagen benötigen die Teilnehmer vor dem Meeting? 33 Welche Punkte müssen vor der Sitzung erörtert werden? 33 Wer wird das Protokoll anfertigen?

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ßige Zusammentreffen garantiert jedem Betreuer die Möglichkeit, einen sei­ ner Firmenkunden zu präsentieren und „durchleuchten“ zu lassen. Sämtliche bei diesen Meetings erarbeiteten Ideen müssen schriftlich festgehalten werden, sodass im Laufe der Zeit eine praxiso­ rientierte Ideenliste entsteht, die allen Kundenbetreuern Anregungen für die eigene Potenzialanalyse liefert.

Interessanter Themen-Mix Verkäufermeetings eignen sich auch dafür, Verkaufstechniken zu wiederho­ len und zu vertiefen. Es ist wie bei einer Sportart: Erfolg kommt durch Training. So können beispielsweise beim Jour fixe bestimmte Verkaufssituationen in Form von Rollenspielen geübt und analysiert werden. Auch wenn diese Art am Anfang „holprig“ (und vielleicht mit Scheu) ab­ läuft – umso öfter so etwas gemacht wird, umso routinierter (und lockerer) wird dieses Training sein. Diese wenigen Beispiele zeigen be­ reits deutlich: Die Möglichkeit, Verkäu­ fermeetings lebendig zu gestalten, sind vielfältig.

Sales-Meetings effizient gestalten „Schon wieder ein Meeting – als ob wir nichts anderes zu tun hätten!“ Aus­ sagen, die im Bankenalltag öfter zu hö­ ren sind. Warum werden auch Verkaufs­ meetings oft als unangenehm empfun­ den? Warum führen manche Verkäufer­ besprechungen nicht zum gewünschten Erfolg? Zweifelsohne sind die Ursachen viel­ fältig. Eines zeigt sich in der Praxis aber immer wieder: Acht von zehn Misser­ folgen haben die gleiche Ursache: man­ gelhafte Vorbereitung. Eine gute Vorbereitung der Verkaufs­ meetings ist eine höchst rentable Inves­

tition. Man muss sich nur die Kosten dieser regelmäßig stattfindenden Ver­ kaufs-Jour-fixes vor Augen führen, ganz abgesehen von der Demotivation der Vertriebsmitarbeiter durch schlecht or­ ganisierte Treffen. Die Checkliste (siehe Kasten links unten) liefert daher einige Anregungen zur Sitzungsplanung. Die ersten Informationen für die Sitzungsteilnehmer sind Einladung und Tagesordnung. Damit sich alle Mitar­ beiter umfassend und rechtzeitig auf das Verkaufsmeeting vorbereiten kön­ nen, sind folgende Punkte zu beachten: »» rechtzeitige Einladung (zwei Wo­ chen vor dem Treffen) »» eindeutige Tagesordnung (Handelt es sich um einen Informations- oder Entscheidungspunkt?) »» klare Themenstellung »» Unterlagen/Beilagen zur Vorberei­ tung aussenden? »» Hinweis auf Art und Umfang der Vorbereitung, die von den Vertriebs­ mitarbeitern erwartet wird Die Ergebnisse zu den einzelnen Ta­ gesordnungspunkten werden in einem Protokoll festgehalten. Daraus muss klar hervorgehen, wer was bis wann zu erledigen hat. Die Protokolle soll­ ten möglichst bald nach der Verkaufs­ besprechung angefertigt und den Teil­ nehmern rasch zugestellt werden, weil sonst wichtige Vereinbarungen verges­ sen werden. Diese wenigen Gedanken zeigen be­ reits eines sehr deutlich: gut organi­ sierte Vertriebsmeetings bieten enorme Möglichkeiten zur Stärkung der Ver­ kaufskraft eines Teams! 

Zum Autor: Prof. Dr. Anton Schmoll ist Lektor an der Fachhochschule für Bank- und Finanzwirtschaft sowie Fachbuchautor


familie. Seit 25 Jahren ist er im Firmenkundenbau und die Leitung einer Filiale der ehemaligen d leitet seit 2004 die Stadtdirektion Handel & C) und seit 2012 MBA.

d Vertriebsmanagement für Firmenkunden. Nach n im Firmenkundengeschäft einer Geschäftsbank eutschen Sparkassen- und Giroverband mit Sparkassen-Finanzgruppe.

m Bereich Financial Services. Seit 2001 leitet und verantwortet den Marktbereich Österreich/ berufen.

menskunden-Centers. Neben dem Großkundennterstützung für alle gewerblichen und freiberufnalb und war zuvor bei der Hohenzollerischen äft tätig.

sbildung zum Bankkaufmann arbeitete sie zwei haftsverband, danach für die Österreichischen bei zeb/rolfes.schierenbeck.associates tätig. Organisations- und Prozessmanagement.

tgewerbe in Brixen und die Kaufmännische ersität Innsbruck. Seine berufliche Laufbahn 06 Aufbau und Leitung der Kundenbetreuung eit 2010 Leiter des Kreditbereichs.

aftsbank und verantwortlich für den Markt. Die ank, zu deren Alleinstellungsmerkmalen in der anking und die Kundenclubs zählen.

er Sparkasse. Der gebürtige Innsbrucker stud Rechtswissenschaften an der Universität Er lernte das Bankgeschäft von der Pike auf euer bis zum Firmenkundenvorstand durchlief.

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Dipl.-Ökonom Andreas Mork Andreas Mork verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Vertriebsmanagement. Nach Stationen in Dortmund und beim Sparkassenverband Westfalen-Lippe ist er seit 1999 bei der Kreissparkasse Wiedenbrück tätig. Als Leiter Vertrieb ist er für den Zielplanungsprozess sowie das Vertriebsmanagement verantwortlich. Er unterrichtet an der Sparkassen-Hochschule und der Sparkassenakademie in Münster.

Dipl.-Bw. (FH) Birte Quitt Birte Quitt leitet seit 1.8.2009 den Filialvertrieb der Erste Bank. Die aus Lüneburg stammende Bankkauffrau studierte neben ihrer Tätigkeit bei der Deutschen Bank Betriebswirtschaft in Frankfurt und Großbritannien und sammelte Erfahrungen im Corporate Banking in Asien. Zuletzt richtete sie in der Commerzbank das Retailgeschäft strategisch neu aus und optimierte die operative Unterstützung der Filialen. Franz Riegel Franz Riegel leitet seit 1.2.1982 die Raiffeisenbank Eberndorf. Zuerst den Geschäftsbereich MarktfolgeBetrieb; seit über 20 Jahren ist er für den Marktbereich und Vertrieb verantwortlich. Viele Jahre als Vorsitzender von „Kärnten-Raiffeisen-Marketing“ sowie seit über 20 Jahren als Referent an der RaiffeisenAkademie in Wien (jetzt RaiffeisenCampus) in der Führungskräfteausbildung tätig.

Elmar Wegenaer Elmar Wegenaer, gelernter Kaufmann, war zehn Jahre in einer Norddeutschen Genossenschaftsbank tätig. Seit 2000 beim Deutschen Genossenschafts-Verlag verantwortlich für die Projektberatung und die Konzeptentwicklung.

Franz Welter Franz Welter ist Bereichsdirektor Unternehmensentwicklung und Prokurist in der Volksbank Bühl. Er hat Betriebswirtschaftslehre studiert und anschließend einen MBA mit Schwerpunkt Financial Services Industry absolviert. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen im Bereich Unternehmensentwicklung, Innovationsmanagement und E-Commerce.

Dr. Alois Zach Dr. Alois Zach ist Geschäftsleiter bei der Raiffeisen Regionalbank Mödling. Zuvor war er im Firmenkundengeschäft der damaligen Creditanstalt-Bankverein sowie als Vorstandssekretär der ÖVAG tätig. Danach war er Geschäftsleiter der Raiffeisenkasse Guntramsdorf, bei der er viele innovative Projekte umgesetzt hat. Er ist Mitglied des Vorstands der Raiffeisen Holding NÖ-Wien und war Referent an der Akademie Deutscher Genossenschaften.

INNOVATIONEN IM PRIVATKUNDENGESCHÄFT Die Bank der Zukunft   

Die Zukunft aktiv gestalten Die Bank als Kommunikationsdrehscheibe Das Bankgeschäft emotional erlebbar machen Die Zukunft der Filiale im Internetzeitalter Mit Innovationsprojekten Kunden gewinnen Junge Kunden für die Bank begeistern Beratung ohne produktbezogene Vorgaben Neue Strategien im Wertpapiergeschäft Verhandlungen gewinnt man im Kopf

FACHKONGRESS

haftswissenschaften an der Universität Siegen. eis-Hochschule in Berlin. Nach verschiedenen den Vorstand der Volksbank Offenburg eG Mitglied mehrerer Beiräte und Kommissionen eicher Veröffentlichungen.

Sonde

FACHKONGRESS

es Salzkammergut in Bad Aussee. Von 1982 – nd Vorstandsmitglied und seit 2003 Vorsitzenumfangreiches betriebswirtschaftliches KnowPromotor für den Ausbau der Schigebiete e.

Management

Innovationen im Privatkundengeschäft: die Bank der Zukunft

Die Entwicklungen im Privatkundengeschäft haben dramatische Auswirkungen auf die Filialkonzepte der Vergangenheit. Online-Banking, Selbstbedienung, Direktbanken u.a. führen dazu, dass immer weniger Kunden in die klassische Filiale kommen. Die Folgen sind Kapazitätsprobleme (Auslastung) und Kostendruck. Bei diesem Fachkongress erfahren Sie viele aktuelle Beispiele für künftige Filialkonzepte sowie zahlreiche Innovationsprojekte zur Kundengewinnung. Erstmals in Österreich wird die 1. Azubi-Filiale Deutschlands präsentiert. Konzipiert von jungen Leuten für junge Leute, um junge Kunden wieder für die Bank zu begeistern. Dieses völlig neuartige Modell wurde 2013 mit dem begehrten ARNO-Preis der deutschen Sparkassen ausgezeichnet. Besonders geschätzt wird von den Teilnehmern dieser traditionellen Kongresse der länder- und sektorübergreifende Erfahrungsaustausch sowie die vielen nationalen und internationalen Praxisbeispiele.      

Bank-Management-Symposium 29. – 30. April 2014 Wien, Hotel Schloss Wilhelminenberg

SONDERANGEBOT: Die zweite Person aus Ihrer Bank nimmt GRATIS teil!

Veranstalter:

Wolfgang Ronzal Seminare und Kongresse, www.ronzal.at

Anmeldung unter: wolfgang@ronzal.at Nähere Infos finden Sie unter: www.ronzal.at/termine.html cooperativ 1/14

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Wirtschaft

Gemeinwohl-Ökonomie Mehr als eine gute Idee Helmut Lind, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank München, plädiert nicht erst seit den Verwerfungen der Finanzkrise für einen Wertewandel insbesondere unter Bankmanagern. Seine Bank geht seit 2011 mit gutem Beispiel voran: Sie orientiert sich an den Regeln der Gemeinwohl-Ökonomie, eine Idee des österreichischen Wirtschaftspublizisten Christian Felber. Foto: Stefan Obermeier, istockphoto.com

H

„In einigen Chef­etagen

herrscht die Habgier. Das Bankensystem muss grundlegend verändert werden. Humane Werte sollen wieder einen festen Platz im wirtschaftlichen Denken einnehmen.

Helmut Lind, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank München eG

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elmut Lind lässt in seiner Bank zwei Bilanzen erstellen – neben der traditionellen Bilanz über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zusätzlich eine Gemeinwohl-Bilanz. Diese etwas andere Bilanz und der dazugehörige Bericht zeigen, was die Bank Gutes im Sinne des Gemeinwohls leistet. Sie ist jedoch keine Aufzählung der guten Taten und auch kein einziger Eurobetrag ist in der Bilanz zu lesen. Dafür ist sie für jeden Leser verständlich und legt offen, wie das Unternehmen in fünf nachhaltigen Kategorien aufgestellt ist, konkret, was es für das Gemeinwohl tut. Dazu gehört beispielsweise die Verpflichtung der Sparda-Bank München, die „Prinzipien für verantwortliches Investieren“ der Vereinten Nationen (kurz: UN PRI) zu wahren. Das bedeutet, dass keine Investitionen in Rohstoffe, Atomkraft und Währungen getätigt werden. Provisionen für Kundenberater wurden abgeschafft; das kommt auch den Kunden zugute. Drucksachen werden auf Recyclingpapier und klimaneutral gedruckt. Der Anbau der Zentrale in München wird klimaoptimiert betrieben, Ökostrom wird auch bezogen. Das Wohl und die Förderung der Mitarbeiter liegen dem gesamten Vorstand besonders am Herzen. Sie werden fachlich, aber auch in ihrer persönlichen Entwicklung gefördert, Arbeitsplätze und Aufgaben sind nach den Stärken des Mitarbeiters ausgerichtet. Für Kinder von Mitarbeitern zwischen einem und dem

dritten Lebensjahr zahlt die Bank monatlich 150 Euro. Denselben Betrag bekommen seit 2013 alle Mitarbeiter, um damit Sport- und Gesundheitsangebote zu nutzen. Eine Betriebssportgemeinschaft und medizinische Vorsorgeangebote sind zusätzlich im Angebot. Doch wie kam es zu all dem? Helmut Lind, auf einem Bauernhof groß geworden, ist ein Manager, der seine Ziele voller Emotionalität und Einfühlungsvermögen umsetzt. Er bezieht seine Energie aus der Meditation und der menschlichen Verbundenheit. Er will mit Menschen für eine neue Gesellschaft arbeiten, denn die Welt ist selten gerecht und fair, das treibt ihn an. Die Entwicklungen der vergangenen Jahre mit der Finanzkrise, der Schuldenund Eurokrise hatten zur Folge, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. Viele Menschen in unserer eigentlich so wohlhabenden Gesellschaft leben am Existenzminimum. Besonders Senioren, die ein Leben lang gearbeitet haben, müssen oft mit einer Minirente auskommen. Auf der anderen Seite werden teilweise überdimensionierte Gehälter und Boni gezahlt. Dieser Schieflage will er nicht länger zusehen. Seit 2011 engagiert sich die Sparda-Bank München als Pionier für die Gemeinwohl-Ökonomie und veröffentlichte im Herbst 2011 als erste Bank eine Gemeinwohl-Bilanz. Die Idee hinter der Gemeinwohl-Ökonomie ist auch in Bay-


Wirtschaft

„Das Ziel der Gemeinwohl-Ökonomie: Die Gemeinwohl-Bilanz soll zur Hauptbilanz aller Unternehmen werden.“ ern schon lange bekannt, denn sie ist Inhalt des Artikels 151 der Bayerischen Verfassung: Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl. Die Gemeinwohl-Bilanz misst Faktoren, die für das Wohl der Gemeinschaft von Belang sind: Menschenwürde, ökologische Nachhaltigkeit, Solidarität, Gerechtigkeit, Transparenz und demokratische Mitbestimmung. Das Engagement des Unternehmens wird darin in Punkten gemessen; 1.000 Punkte können maximal erreicht werden. Doch es geht nicht ums Punktesammeln, sondern darum, Veränderungsprozesse anzustoßen und Denkweisen langfristig zu verändern. Daher versteht sich die Gemeinwohl-Ökonomie auch als Prozess, der ständig in Bewegung ist. Es geht nicht darum, abzuwarten, bis das ideale System gefunden ist – es geht darum, etwas zu verändern und einen gerechteren Weg einzuschlagen. Im Ergebnis der zweiten Gemeinwohl-Bilanz erreichte die Sparda-Bank München 385 von 1.000 möglichen Punkten. Auf den ersten Blick mag das wenig erscheinen, aber wenn man bedenkt, dass bei 1.600 Minuspunkten begonnen wird, ist die Zahl beachtlich. In die damit verbundenen mittel- und langfristigen Veränderungsprozesse werden die Mitarbeiter, Mitglieder und Kunden sowie Geschäftspartner miteinbezogen. Einige sehen die Entwicklung sogar mit Skepsis. Das sei legitim, so Helmut Lind, wir sind eine Demokratie. Die

Orientierung an der Gemeinwohl-Ökonomie zahlt sich aber auch aus: in Treue und Motivation der Mitarbeiter und in Vertrauen und Zustimmung auf Kundenseite. Fast 14.000 Mitglieder kamen 2013 zur Sparda-Bank München, Kundeneinlagen und Kundenkredite sind stark gewachsen. Das Ziel der Gemeinwohl-Ökonomie: Die Gemeinwohl-Bilanz soll zur Hauptbilanz aller Unternehmen werden. Als zusätzlichen Anreiz sollen die gemeinwohlorientierten Unternehmen

mit rechtlichen Vorteilen wie zum Beispiel niedrigeren Zinsen oder günstigeren Krediten belohnt werden. Neue Denkweisen brauchen Fürsprecher und Akzeptanz – so auch die Gemeinwohl-Ökonomie. Helmut Lind und seine Mitarbeiter wollen noch mehr Menschen und Unternehmen dafür begeistern, neue Wege in der Ökonomie zu beschreiten. Denn die Ideen, die dahinterstehen, können uns allen helfen, die Welt besser und gerechter zu machen. 

Sparda-Bank München eG 1930 gegründet, ist sie heute die größte Genossenschaftsbank in Bayern mit aktuell über 257.000 Mitgliedern, 46 Geschäftsstellen in Oberbayern und einer Bilanzsumme von rund 6 Milliarden Euro. Seit 2011 engagiert sich die Bank als Pionierunternehmen für die Gemeinwohl-Ökonomie. 2013 legte die Sparda-Bank München ihre zweite Gemeinwohl-Bilanz vor. Der finanzielle Aspekt rückt dabei in den Hintergrund, im Mittelpunkt steht das Wohl der Gesellschaft. Weitere Informationen unter: www.sparda-m.de/gemeinwohl-oekonomie.php. Die Sparda-Bank München unterstützt seit langem Projekte, die die Stärken von Menschen fördern. Aus diesem Grund ist sie seit Juli 2011 Inhaberin der NaturTalent Stiftung gemeinnützige GmbH. Diese hat das Ziel, die Menschen dabei zu unterstützen, ihre Talente, die sie von Natur aus in sich tragen, zu erkennen und zu nutzen. Das Audit berufundfamilie zertifiziert die Sparda-Bank München außerdem als familienfreundlichen Arbeitgeber. Darüber hinaus belegte sie 2013 zum sechsten Mal den ersten Platz unter den Banken beim Wettbewerb „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ (Unternehmensgröße 501 bis 2.000 Mitarbeiter) und sie wurde dabei zusätzlich mit dem Sonderpreis Personalführung für ihre zukunftsorientierte Personalpolitik ausgezeichnet.

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Die Filiale der Volksbank Steirisches Salzkammergut in Tauplitz

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Wirtschaft

Volksbanken tanken Kraft für den Marktauftritt

Als Genossenschaftsbanken profitieren Volksbanken von der Finanzkrise – nachhaltiges Wirtschaften steckt in ihren Genen. Bei Kunden punkten sie mit schlanken Strukturen, raschen Entscheidungen und dem Vertrauen darauf, dass ihr Geld in der Region bleibt. Das soll auch im neuen Volksbanken-Verbund so bleiben. Text und Fotos: Andrea Karner

W

ir hatten 2013 ein super Marktjahr“, freut sich Mag. Martin Heilinger, Vorsitzender des Clubs der Geschäftsleiter und Vorstand der Volksbank Niederösterreich Süd. Einziger großer Wehrmutstropfen: „Beim Betriebsergebnis sind wir weit weg von dem, wo wir hin wollen.“ An die 80 Prozent der Ressourcen würden aktuell in die Verwaltung fließen. Die brennende Frage, die Volksbanken-Geschäftsleiter derzeit beschäftigt, die getrieben werden von Regulatorik, Aufsicht und neuem Verbund-Modell lautet: „Welches Angebot brauchen wir vom Spitzeninstitut?“ Obwohl die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) als neue Zentralor-

„Das Kredo der

GLS Bank lautet: Geld ist für die Menschen da.

Meinrad Ettengruber, GLS-Bank

„Die brennende Frage lautet, welches Angebot wir vom Spitzeninstitut brauchen.“ Mag. Martin Heilinger, Vorsitzender des Clubs der Geschäftsleiter und Vorstand der Volksbank Niederösterreich Süd

ganisation im §-30a-Volksbanken-Verbund „de facto eine Abbaubank“ ist, wie es Generaldirektor Stephan Koren in einer Pressemitteilung vom 28. März 2013 formuliert, tragen die regionalen Volksbanken schwer unter der Last der nach wie vor überdimensionierten gemeinsamen Tochter in Wien. Zahlreiche Beispiele würden zeigen, „dass solche Abbauprozesse oft mit erheblichem Kapitalverzehr verbunden sind“, so Koren. In einer Pressemitteilung vom 28. November 2013 argumentiert die ÖVAG, die das Jahr wieder mit einem deutlichen Minus abschließen wird: „Während der Abbauphase steht nicht das Ergebnis, sondern der Erhalt der Kapitalquoten im Fokus der Bank“, die trotz der negativen Ergebnisse gestärkt worden seien. Unter dem erheblichen Kapitalverzehr der ÖVAG leidet das Betriebsergebnis der Volksbanken, die alle Kräfte aufbieten, ihr Spitzeninstitut aus der Krise

zu führen. Die Tagung der Geschäftsleiter in Bad Aussee hat sich mit den Themen Vertrieb und Nachhaltigkeit beschäftigt. Von 23. bis 24. Jänner dieses Jahres hatten an die 70 Teilnehmer Gelegenheit Best-practice-Beispiele von Genossenschaftsbanken aus dem benachbarten Ausland kennen zu lernen, wie der Sparda Bank München oder der GLS-Bank mit Sitz in Bochum. „Wir nehmen nicht alle Kunden als Mitglieder auf“, erklärt die Prokuristin der Bank, Direktorin Christine Miedl, selbstbewusst die Strategie der Sparda-Bank München, die 1930 von Eisenbahnern als Selbsthilfeorganisation gegründet worden ist. Heute hat die Genossenschaftsbank eine Bilanzsumme von 6 Milliarden, beschäftigt 728 Mitarbeiter und hat knapp 260.000 Mitglieder. Der Marktanteil in Oberbayern liege bei etwa 8 Prozent. „Wir positionieren uns als Direktbank mit Filialen und 24 Stunden Internet- und Telefoncooperativ 1/14

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„Es gibt einen deutlichen Trend in Richtung Nachhaltigkeit.“ Dr. Klaus Gabriel, Geschäftsführer des Vereins für ethisch orientierte Investoren

service.“ Als Träger ihres Erfolges hat die Sparda-Bank ihre Unternehmenskultur als Genossenschaftsbank identifiziert. Sie gehe Hand in Hand mit der Verbundenheit zu den Mitarbeitern, dem Ausbau der Marktstellung in der Region und einem angestrebten Produktivitätsvorsprung. Zahlreiche Auszeichnungen des letzten Jahres, wie Platz 1 in der Kundenzufriedenheit beim Kundenmonitor Deutschland, als Testsieger im Bereich Ratenkredit und Beratung vor Ort des Deutschen Instituts für Service-Qualität oder die Bewertung des Magazins „Focus – Money“ als „Fairster Baufinanzierer“ würden den Erfolg unterstreichen. Als nachhaltige Genossenschaftsbank sei die GLS-Bank in den 1970er Jahren als „erste sozial-ökologische Universalbank der Welt“ gegründet worden, berichtet Meinrad Ettengruber. Heute weist die Bank eine Bilanzsumme von 2,7 Milliarden Euro aus und hat mehr als 27.000 Mitglieder. Ihr Kredo: „Geld ist für die Menschen da“. Der Abteilungsleiter der Region Süddeutschland für Firmenkunden und Gemeinnützige Einrichtungen ist überzeugt, Rendite würde für die Kunden und Mitglieder der GLS-Bank nicht an erster Stelle stehen: „Unseren Kunden ist wichtig, wo wir investieren.“ Die nachhaltige Finanzindustrie stehe noch am Anfang. Wilhelm Ernst 26

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Barkhoff, der Initiator der GLS-Bank, habe sich von der Vorstellung leiten lassen: „Die Angst vor einer Zukunft, die wir fürchten, können wir nur überwinden durch Bilder einer Zukunft, die wir wollen.“ Nach der Lehman-Pleite 2008 beobachte die Bank allgemein eine Trendwende in Richtung ethischer Anlagekriterien. Für sich und die Gesellschaft habe die GLS-Bank fünf Entwicklungsfelder identifiziert, die ihrem Nachhaltigkeitsverständnis entsprechen: Energie, Ernährung, Wohnen, Bildung und Gesundheit. Gemeinnützigen Organisationen bietet sie auf ihrer Homepage ein Portal, wo diese Projekte vorstellen und Spenden generieren können. In seinem Vortrag über Grundsätze der Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft hat Dr. Klaus Gabriel, Geschäftsführer des Vereins für ethisch orientierte Investoren das Geschäftsmodell der Genossenschaft als besonders geeignet befunden, das Thema nachhaltige Geldanlagen erfolgreich aufzugreifen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz betrage das Gesamtvolumen für ethische Investments 120,3 Milliarden Euro. Neben den traditionellen Anbietern, wie der deutschen Kirchenbank Liga Bank oder Schellhammer & Schattera in Österreich würden auch „konventionelle Banken“ mit wachsendem Ethik- und Nachhaltigkeitspro-

fil bei Kunden punkten wollen. Der promovierte Theologe und Philosoph ortet einen „deutlichen Trend in Richtung Nachhaltigkeit“, den er zum Beispiel mit dem „Kulturwandel“ bei der Deutschen Bank begründet. Nachhaltigkeit sei in der Finanzwirtschaft keine Nische mehr, aber auch noch kein Mainstream. Die Erfahrungen aus der Finanzkrise würden in Banken immerhin dazu führen, existierende Geschäftsmodelle und Strategien zu hinterfragen. Pilotprojekte zum Thema Nachhaltigkeit gibt es auch im österreichischen Volksbanken-Verbund. Mag. Mirjam Ernst stellte das „Volksbank Wertsparbuch“ als Produkt vor, das nur jene Volksbanken in ihr Angebot aufnehmen dürften, die sich konsequent als nachhaltige Bank positionieren würden. Die Projektleiterin der ÖVAG, die mit ihrem Team die Volksbanken Graz Bruck, Krems-Zwettl und Niederösterreich Süd bei der Umsetzung der Strategie begleitet, spricht von einem Neukundenanteil von 13 Prozent in den drei Pilotbanken. Seit dem Start des Wertsparbuches im

„Das Volksbank

Wertsparbuch dürfen nur jene Volksbanken in ihr Angebot aufnehmen, die sich konsequent als nachhaltige Bank positionieren.

Mag. Mirjam Ernst , Projektleiterin Volksbank Wertsparbuch, ÖVAG


Wirtschaft

Dezember 2012 hätten Volksbankkunden 45,3 Millionen Euro auf Wertsparbücher eingezahlt, davon seien 27,5 Millionen Euro an „Wertkrediten“ vergeben worden. Mit vier Produkten in ihrem Produktportfolio bietet auch die VB Invest KAG als ÖVAG-Tochter nachhaltige Investments. Wie Ertragspotential im Volksbanken-Verbund beim Vertrieb von Kapitalmarktprodukten der ÖVAG gehoben werden könnte, stellte Fritz Stobl von der ÖVAG und Mag. Markus Hörmann, Vorstandsdirektor der Volksbank Tirol Innsbruck-Schwaz vor. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion berichteten Dr. Rainer Kuhnle, Vorstandsdirektor der Volksbank KremsZwettl und Waltraud Schinagl, Prokuristin der Volksbank Graz-Bruck über ihre Erfahrungen bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie. Sympathie und großes Interesse sei den beiden Pilotbanken sowohl von den Kunden als auch von der Politik für das Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft entgegengebracht worden. „Das Land ist auf uns wegen einer Zusammenarbeit zugekommen“, freut sich Waltraud Schinagl, die sich gemeinsam mit den Volksbanken Steirisches Salzkammergut und Obersteiermark eine Modellregion für nachhaltige Volksbankgeschäfte vorstellen kann. Grundsätzlich hätten alle steirischen Volksbanken Interesse signalisiert, an dem Projekt teilzunehmen. Gemeinsam mit der Volksbank Niederösterreich Süd will auch Rainer Kuhnle für eine Modellregion Niederösterreich werben. Wie Volksbanken das Schreckgespenst „Basel III“ auch als Chance für den Vertrieb betrachten könnten, zeigte Dr. Bernulf Bruckner im Rahmen der Tagung. Mit Leichtigkeit verpackte er die sperrigen Inhalte seines Themas in überaus amüsante Bilder wie „a G’schwollana spürt kane Schläg‘ mehr“,

als er über die Kosten der neuen Regulierungen sprach, die vor allem kleine und mittlere Banken überproportional treffen. Obwohl das Verständnis der Aufseher für traditionelle Geschäftsmodelle in mittelständischen Banken steige, würde nach Ansicht des Universitätslektors künftig die Durchschnittsgröße einer Bank bei einer Bilanzsumme von einer Milliarde Euro liegen. Zum tröstlichen Tagesausklang hatte der „Weinprofessor“ ausgewählte Raritäten im Gepäck, wie den Grünen Veltliner „wildwux“ vom Weingut Geyerhof im Kremstal oder einen Rosso di Montalcina von Casanova di Neri aus der Toskana, die im Anschluss an das Abendessen bei munteren Klängen der Grundl­ seer Geigenmusi verkostet wurden. Wenn die Margen im Bankgeschäft immer enger werden, gilt das Augenmerk im Vertrieb dem Verkauf von Zusatzprodukten. Am Beispiel von sechs Kundentypen zeigte der Moderator und Sprachcoach Thomas Wollner, wie es Verkäufern gelingt, Kunden auf Augenhöhe zu begegnen. In Videoclips stellte er das typische Verhalten des Machos, des Träumers, des Logikers, des Gefühlstyps, des Rebells und des Beharrers vor, die ihr Auto von der Reparatur abholten und wie sie auf das Angebot des Verkäufers reagierten, doch noch eine Flasche Motoröl in der Werkstätte zu kaufen, die Kfz-Diskonter zu einem Bruchteil des Preises anbieten. Die Ergebnisse verblüfften. Zusätzlich punkteten die Clips mit einem hohen Unterhaltungswert. Über organisatorische Neuerungen im Konsortialgeschäft, Marketing und Vertrieb berichtete im Rahmen der Tagung von Seiten der ÖVAG Mag. Martin Hanreich, der neue Marketing-Chef Mag. Thomas Heimhofer, Markus Partl und Erich Hüttmair. ÖVAG-Personalchef Mag. Harald Posch stellte das Ausbildungsprogramm der ÖVAG „Win“ vor. Die Kurzbezeich-

nung stehe für „Wissen intern nutzen“, das er als kostengünstige und flexible Ergänzung zum Ausbildungsprogramm der Volksbanken Akademie betrachtet. Experten aus der ÖVAG trainieren dabei Kollegen aus dem Konzern. Ab sofort steht das Angebot auch Mitarbeitern der Volksbanken offen. Mit einem Auszug aus seinem ersten Solo-Programm „Jetlag für Anfänger“ sorgte Ö3-Comedian Alex Kristan zum Abschluss der Veranstaltung für Hochstimmung. Davor schaltete er aus aktuellem Anlass zum Hahnenkamm Rennen nach Kitzbühel, wo Oliver Polzer und Hermann Maier als seine „Alter Egos“ live vom Slalom berichteten. Mit Toni Polster und Andi Herzog machte er sich dann auf die Reise nach Paris, bis er selbst mit seiner Familie am „Sekier i di Check“ am Flughafen stand. 

„Bei der Umsetzung

der Nachhaltigkeitsstrategie ist das Land wegen einer Zusammenarbeit auf uns zugekommen.

Waltraud Schinagl, Prokuristin der Volksbank Graz-Bruck

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Wirtschaft

Beratungsqualität entscheidet Nach zehn Jahren victor weiß Dr. Barbara Aigner aus zahlreichen Analysen von Mittelstandsbanken, wo der Schuh drückt. Wir haben mit der Geschäftsführerin von emotion banking gesprochen.

cooperativ: Was sind derzeit die größten Herausforderungen für Banken?

den Zufriedenheit und Weiterempfehlung der Mitarbeiter ableiten.

Barbara Aigner: Der Druck auf Banken ist wie im letzten Jahr auch heuer enorm. Der Druck auf die Zinsmarge fordert das Management, kluge Entscheidungen zu treffen, die nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Weichen für die Zukunft stellen. Wenn wir die globalen Ergebnisse der victor-Erhebungen, also das umfassende 360-Grad-Feedback betrachten, das Mitarbeiter, Führungskräfte und Kunden geben, ist klar: Führungsqualität ist gefragt.

Was erwarten Mitarbeiter? Positive Mundpropaganda führt in der Regel zu einem wertvollen Image der Bank. Das wiederum ist das entscheidende Kriterium für die Mitarbeiterzufriedenheit. Zudem betrachten Mitarbeiter das Führungsverhalten und eine entsprechende Entlohnung als wichtige Kriterien für die Gesamtzufriedenheit. Beratungsqualität ist am Markt entscheidend?

Was heißt das konkret? Gefragt sind klare Strategien, durchdachte Maßnahmen, klare Ziele, lückenlose Kommunikation, begleitendes Leadership und bedingungsloser Umsetzungswille. Nicht nur Mitarbeiter erwarten sich mehr Leadership, also Begleitung und Anleitung bei der Zielerreichung, auch Führungskräfte gehen durchaus kritisch mit sich selbst in die Betrachtung und erkennen: In der aktuellen Krise sind herausfordernde Situationen mit dem Führungsstil des letzten Jahrzehnts nicht zu bewerkstelligen. Was ist Kunden am wichtigsten? Damit der Kunde positiv über sein eigenes Bankinstitut spricht, ist ihm die empfundene Beratungsqualität am wichtigsten, gefolgt von Zufriedenheit mit Preis und Konditionen und den Mitarbeitern. Aus unseren Globalwerten 2013 lässt sich ein klarer Zusammenhang zwischen der Weiterempfehlung des Kunden und der daraus resultieren28

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Nach wie vor ist es wichtig, größte Anstrengungen in Richtung Beratungsqualität zu unternehmen. Der Wettbewerb schläft nicht. Alle Institute setzen auf dieses Thema und daher ist – ähnlich wie beim Vorbereiten für den Slalom bei den olympischen Spielen – jede scheinbare Kleinigkeit zu optimieren. Bei Slalomläufern analysiert und steuert der Trainer die Leistung. Es gibt Videoanalysen, Leistungsaufzeichnungen etc. Wer macht das in der Bank? Wir haben zur Analyse der Beratungsqualität einen Seismographen entwickelt, den Beratungsqualitätsmonitor. Wir fragen Kunden unmittelbar nach dem Beratungsgespräch, wie sie die Qualität erlebt haben und was besser gemacht werden kann. Wir betrachten Details wie den Prozess der Terminvereinbarung, das Ambiente in der Geschäftsstelle, das Beratungsgespräch an sich bis hin zur Nachkaufbetreuung. Zudem können wir exakt vereinbarte

Dr. Barbara Aigner ist Geschäftsführerin von emotion banking.

Service- und Qualitätsstandards überprüfen. Mit dem Modul „Zahlungsbereitschaft und Ertragsoptimierung“ bieten wir eine Kundenbefragung an, in der wir ausloten, wie Produkte oder Leistungsbestandteile idealtypisch zusammenzustellen sind und was das kosten darf. Damit bringen wir Kundenbedürfnisse mit dem Ziel der Ertragsoptimierung unter einen Hut. Sie haben 2013 erstmals ein victor in der Kategorie Nachhaltigkeit vergeben. Warum? In zahlreichen Instituten, die wir kennen gelernt haben, gibt es großartige Projekte zur Förderung von Nachhaltigkeit. Nur wenig davon kommt an die Öffentlichkeit. Gerade in krisengeschüttelten Zeiten wie diesen finde ich es persönlich wichtig, dass wir uns auf wesentliche Werte besinnen, und dazu zählt die Förderung von Menschen und Regionen. Wer mitmachen will, kann bis Ende Juni 2014 sein Projekt für den victor „Nachhaltigkeit“ einreichen (www. victorgala.com/nachhaltigkeit). Frau Aigner, vielen Dank für das Gespräch!


Wirtschaft

Vorsprung durch schnellere Information Daten effizient nutzen und Arbeitsabläufe optimieren gelten seit Jahren als wichtigste Erfolgsfaktoren moderner Unternehmensführung.

E

lektronischer Bilanz-Transfer (eBT) ist ein System, mit dem bearbeitbare Bilanzdaten rasch und sicher an Finanzpartner versendet werden. Was das bringt? Deutliche Zeitersparnis durch geringere Fehlerquoten und das Service einer wesentlich vereinfachten, rascheren Bilanzauswertung für die Kunden der Volksbank. Entwickelt wurde der eBT von der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) in Zusammenarbeit mit Banken und der Kammer der Wirtschaftstreuhänder. Er ermöglicht, Bilanzdaten und Einnahmen- und Ausgabenrechnungen rasch, problemlos und sicher in elektronischer Form zu übermitteln, welche bisher händisch verarbeitet werden mussten.

Einmalige Auftragserteilung Damit die Daten elektronisch vom Steuerberater per eBT übermittelt werden können, muss einmalig eine Auftragserteilung vom Kunden der Volksbank unterfertigt werden. Wenn der Steuerberater den Jahresabschluss fertig gestellt hat, werden die Daten elektronisch über die OeKB an die Hausbank des Kunden übermittelt. Die OeKB

stellt „elektronische Postfächer“ zur Verfügung, von denen sich die Banken die Jahresabschlüsse abholen. Die OeKB hat keine Dateneinsicht, dies ist uns als Volksbank im Sinne unserer Kunden wichtig.

Die wichtigsten Vorteile von eBT »» Kostenlose Nutzung für Kunden und Steuerberater. »» Wegfall von Druck, Versand und manueller Ablage für Bilanzdaten spart Zeit und Kosten. »» Künftig müssen sich Kunden nicht mehr um die jährliche Bilanzvorlage bei der Hausbank kümmern. »» Bonitätsbeurteilungen und Bilanz-Ratings der Banken werden transparenter und können rascher abgewickelt werden. »» Für den Steuerberater ist die Bedienung mehrerer Banken in einem Arbeitsschritt möglich. »» Zugriff auf die Daten haben ausschließlich der Ersteller und die beauftragten Banken. »» Somit ist eine zeitgemäße und sichere Form der Datenübermittlung gesichert.

So läuft eBT ab Nachdem die Bilanzanalyse von der Volksbank durchgeführt wurde, wird automatisch ein Hardfacts-Rating an den Steuerberater rückgemeldet. Mit den in der Rückmeldung enthaltenen Daten werden Bonitätsbeurteilungen und Bilanzratings der Banken transparenter.

So nutzen Steuerberater die eBT Sie melden sich bei der Oesterreichischen Kontrollbank (www.oekb.at/ bilanztransfer) zum elektronischen Bilanz-Transfer an und erhalten Ihre Zugangsdaten. Für jeden Kunden erstellen Sie ein Mal die Basiseingaben. Aus Erfahrung dauert das wenige Minuten. Sie erstellen – wie gewohnt – die Bilanz. Die Daten wandeln Sie in das xml-Format um und senden sie an die Volksbank. Nach wenigen Tagen erhalten Sie Ihre Auswertungsdaten von der Volksbank. 

Monika Bäumel, Isabella Moser, Michael Urbas

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Wirtschaft

Der faire Credit Die Volksbank Wien-Baden und der faire Credit punkten mit hohem Maß an Kundenfreundlichkeit sowie einer objektiven und nachvollziehbaren Kreditentscheidung.

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m Rahmen eines umfassenden Audits wurde die Service- und Beratungsqualität des fairen Credit bestätigt. Das Augenmerk der TÜV-Austria-Experten galt dabei der fairen und objektiven Beratung, der Zuverlässigkeit beim Service, der Qualifikation der Mitarbeiter ebenso wie der Kundenzufriedenheit. Darüber hinaus wurden Freundlichkeit, Verständlichkeit und Transparenz innerhalb der Kundenberatung untersucht. Seit über fünf Jahren kooperieren die Volksbanken mit der TeamBank und bieten mit dem fairen Credit ihren Kun-

„Das Konsumenten-

kreditgeschäft ist insbesondere in der aktuellen wirtschaftlichen Situation - eine verantwortungsvolle Angelegenheit.

Ing. Mag. (FH) Hermann Peter Zeilinger, Lead-Auditor der TÜV Austria CERT

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den ein attraktives Angebot. Im Interview sprechen Vertriebsleiter Bernhard Bregesbauer, Volksbank Wien-Baden AG und Ing. Mag. (FH) Hermann Peter Zeilinger, Lead-Auditor der TÜV Austria CERT, über ihre Erfahrungen mit dem fairen Credit und die Bedeutung einer Zertifizierung. cooperativ: Herr Zeilinger, der TÜV Austria prüft seit einigen Jahren die Serviceund Beratungsqualität des fairen Credit. Was hat Sie seinerzeit dazu bewogen, dieses Audit zu konzipieren? Hermann Zeilinger: Der TÜV AUSTRIA ist eine Organisation, die der Wirtschaft, den Behörden und der Gesellschaft in den Themen Qualität, Sicherheit, Ressourcen- und Umweltschonung als neutraler, objektiver Kompetenzpartner zur Verfügung steht. Qualität kann heute nicht mehr isoliert als Eigenschaft definiert werden. Wir müssen diesen Begriff auf Lebensqualität erweitern. Unter diesem Gesichtspunkt liegt es auf der Hand, dass sich der TÜV Austria im Themenkreis von Zertifizierungen zunehmend in die gesellschaftlich so bedeutenden Branchen wie Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Energie-, Informations- und Risikomanagement begibt. Für TÜV Austria CERT als dynamischer, internationaler Systempartner ist es daher ein konsequenter Schritt, die Service- und Beratungsqualität der TeamBank und Partnerbanken für den fairen Credit objektiv zu prüfen und zu zertifizieren.

Herr Bregesbauer, die Volksbank Wien-Baden arbeitet seit einigen Jahren mit dem fairen Credit sehr erfolgreich zusammen – ist quasi Partner der ersten Stunde. Was spricht für diese Kooperation? Bernhard Bregesbauer: Diese strategische Entscheidung haben wir bewusst getroffen. Wir haben die Konsumkredite bis 50.000 Euro einer genaueren Betrachtung unterzogen und sind zum Schluss gekommen, dass die Auslagerung wirtschaftlich die sinnvollste Variante ist. Wir konzentrieren uns auf Wohnbau-, Anlage- und Geschäftskunden. Die Konsumkredite runden unser Produktportfolio ab. Dazu benötigen wir aber keine interne Abwicklung. Konsumkredite müssen rasch in der Entscheidung und Auszahlung sein. Beides ist mit dem fairen Credit gegeben. Genossenschaftliche Werte und Ratenkredite – geht das zusammen? Bernhard Bregesbauer: Absolut. Das Finanzierungsinstrument Ratenkredit ist volkswirtschaftlich sinnvoll und auch notwendig. Es sorgt für Liquidität bei unseren Kunden und kurbelt somit auch die Konjunktur in der Region an. Der strukturierte Beratungsprozess mit dem Liquiditätsberater des fairen Credit bietet eine transparente Kreditentscheidung. Mit der TeamBank schaffen wir den Paradigmenwechsel: weg von reiner Kreditberatung, hin zu einer gesamtheitlichen Liquiditätsberatung. Außerdem stimmt sich die TeamBank bei der Produktgestaltung laufend mit den ös-


Wirtschaft

terreichischen Verbraucherschutzorganisationen ab. Der TÜV Austria hat die Service- und Beratungsqualität beim fairen Credit bestätigt. Welchen Nutzen sehen Sie, Herr Zeilinger, für die Kunden? Hermann Zeilinger: Das Konsumentenkreditgeschäft ist – insbesondere in der aktuellen wirtschaftlichen Situation – eine verantwortungsvolle Angelegenheit für die Bank und für den Kreditnehmer. Es ist TÜV Austria CERT im Laufe unserer Auditierungs- und Zertifizierungsarbeit zunehmend bewusst geworden, wie groß die Verantwortung ist, die wir als Prüfer und Ersteller einer Auszeichnung für den Prozess der Serviceund Beratungsqualität eines Kreditprozesses übernehmen. Die Kunden legen großen Wert auf eine neutrale objektive Außensicht. TÜV Austria genießt großes Vertrauen und kann diesen Wunsch von Kunden gut abdecken, aber auch der Bank gegenüber als „kritischer Ratgeber“ auftreten. Durch die permanente Überprüfung des Service- und Beratungsprozess ergibt sich auch eine kontinuierliche Verbesserung und damit hohe Vertrauenswürdigkeit. Darüber hinaus kann sich der Kunde bei Fragen oder Unstimmigkeiten direkt an den TÜV Austria wenden – diese Möglichkeit wurde in den letzten

Jahren von Kunden tatsächlich genutzt. Um derartige Angelegenheiten kümmert sich bei TÜV Austria CERT der jeweilige Auditor persönlich. Keine Anonymität, sondern persönlicher Einsatz und hohes Verantwortungsbewusstsein stehen hinter dieser Zertifizierung. Können Sie diese Einschätzung aus Bankensicht teilen, Herr Bregesbauer? Bernhard Bregesbauer: Durchaus. Die Kunden erwarten zu Recht eine qualitativ hochwertige, objektive und nachvollziehbare Kreditentscheidung. Umso mehr freuen wir uns, dass die Leistung unserer Mitarbeiter auf diesem Gebiet nun auch von objektiver Seite bestätigt und ausgezeichnet wurde. Es ist (noch) eher unüblich, dass Dienstleistungen und noch weniger Bankprodukte zertifiziert werden. Umso mehr macht es uns stolz. Wir werden diese Auszeichnung auch in unserer Kommunikation nutzen und damit gegenüber Interessenten und Kunden einen weiteren Leistungsbeweis erbringen. Standardisierte Prozesse auf der einen Seite und individuelle faire Beratung auf der anderen Seite. Wie geht das zusammen? Bernhard Bregesbauer: Das ist kein Widerspruch. Im Gegenteil. Wenn die Prozesse standardisiert sind, dann hat der

Berater mehr Zeit für den Kunden. Der Verkauf eines fairen Credit ist nicht das Ende. Die gewonnene Abwicklungszeit kann für weitere Cross-Selling-Ansätze genutzt werden. Hermann Zeilinger: Das sehe ich genauso. Die standardisierten Prozesse geben dem System die Sicherheit und die Geschwindigkeit. Im günstigen Fall kann in etwa einer Stunde eine faire, gut geprüfte, verantwortungsvolle Kreditentscheidung getroffen werden. Dieser Prozess inkludiert eine gute Beratung des Kreditwerbers als auch einen seriösen Liquiditätscheck unter Berücksichtigung der individuellen Lebenssituation und Ziele. Ohne standardisierte Prozesse wäre dies nicht möglich. Die Individualität des Gespräches wird durch die gute Ausbildung der Berater und deren Professionalität gegeben. Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass selbst Kunden, welche nicht die ursprünglich gewünschte Kredithöhe erhalten konnten, letztlich zufrieden aus dem Beratungsgespräch gegangen sind. Die Kombination der Standardisierung als objektive Sicherheitskomponente, gepaart mit dem kompetenten individuellen Beratungsgespräch, gibt dem Kunden das Vertrauen, dass die bestmögliche Lösung gefunden wurde. Vielen Dank für das Gespräch

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Wirtschaft

Aus der Region für die Region

Bei der jährlichen Pressekonferenz präsentierte der Vorstand der Volksbank Schärding den Jahresrückblick für das Geschäftsjahr 2013 und gab einen Ausblick auf 2014.

D

ie intensive Kundenpartnerschaft und das besondere Engagement in der Region haben sich auch im Geschäftsjahr 2013 als Garant für die positive Weiterentwicklung der Volksbank Schärding bewährt“, so der Vorstandsvorsitzende Dr. Richard Ecker. Besonders erwähnenswert ist die unverändert hohe Eigenmittelausstattung in Höhe von 59,9 Mio. Euro, das sind 20,3 Prozent der Bemessungsgrundlage. „Das heißt, die Volksbank besitzt deutlich mehr als doppelt so viele Eigenmittel als gesetzlich (8 %) vorgeschrieben. Die Kernkapitalquote erhöhte sich auf 15,6 Prozent.“ Nach vorläufigen Zahlen konnte die Volksbank Schärding im Geschäftsjahr 2013 ein besseres Ergebnis als im Jahr zuvor erreichen. Es wurde ein Betriebsergebnis von 4,70 Mio. Euro

Der Vorstand der regionalen VB Schärding eG: Mag. Gerhard Haidinger und Dr. Richard Ecker

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(+ 9,3 %) erzielt. Die Bilanzsumme beziffert sich auf 500 Mio. Euro. Die Kundeneinlagen bewegen sich auf Vorjahresniveau mit einer Summe von 384 Mio. Euro. Das Geschäftsanteilskapital wuchs auf 9,99 Mio. Euro. „Dies“, so Vorstandsmitglied Mag. Gerhard Haidinger „ist ein großer Vertrauensbeweis der Kunden bzw. Mitglieder in die Sicherheit ihrer Volksbank.“ Das Kreditvolumen der Volksbank ist um 2,4 Prozent gestiegen und beträgt 342,2 Mio. Euro. „Damit stellt die Volksbank Schärding ihre Vorrangstellung als wichtiger heimischer Finanzierungspartner eindrucksvoll unter Beweis. Von einer vieldiskutierten Kreditbremse kann bei der Volksbank keine Rede sein“, betonte Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Ecker.

Fusion zur Volksbank Innviertel Der Aufsichtsrat und Vorstand der Volksbank Schärding und der Volksbank Altheim-Braunau haben sich einstimmig zu einer Fusion entschlossen. Der endgültige Beschluss erfolgt durch die Mitglieder in den jeweiligen Generalversammlungen im Mai 2014. Die beiden Volksbanken sind seit vielen Generationen erfolgreich in der Region tätig. Als Genossenschaftsbanken verbindet die beiden Volksbanken ein ähnliches Geschäftsmodell. Durch den gemeinsamen Weg will die Volksbank Innviertel die Eigenständigkeit als regionale Genossenschaftsbank für Kunden, Mitglieder und Mitarbeiter langfristig sichern und die Leistungsfähigkeit zum Vorteil der Kunden weiter verbessern. 


Wirtschaft

Quo vadis Euribor Der rasante Absturz der Euribor-Zinssätze nach der Lehman-Pleite hat fast allen Banken schmerzhaft in Erinnerung gerufen, dass die unterschiedlichen Zinsbindungen zwischen Aktiv- und Passivseite einen massiv negativen Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung haben können.

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ährend sich die Zinseinkünfte aus Krediten durch die Anpassungen des Euribors rasch reduzierten, konnte die Verzinsung für Spar­ einlagen durch die längere Zinsbindung nicht im gleichen Ausmaß herabgesetzt werden, was zu einer Reduktion des Zinsergebnisses führte (negative Fristentransformation). Leider täuschte das Ansteigen der Zinsen 2011 kurzfristig an, dass eine fortschreitende Erholungsphase die Verluste der vorhergehenden Jahre kompensieren könnte. Es ist den Banken daher nur schwer ein Vorwurf zu machen, wenn sie in dieser Phase ihre Zinsbindungsbilanzen nicht auf ein neuerliches Absinken der Zinsen ausgerichtet haben. „The trend is your friend“ lautet eine Binsenweisheit unter Aktienhändlern und so wurden viele Banken vom neuerlichen Rückgang der Zinsen wiederum schwer getroffen. Erschwerend kam hinzu, dass der relevante 3-Monats-Euribor sich der Nulllinie näherte und nun seit fast 2 Jahren auf diesem Niveau verharrt, was den Handlungsspielraum in der Konditionengestaltung auf der Passivseite zusätzlich einschränkt. Die langfristigen Zinsen sind zwar ebenfalls gefallen (seit 2011 um ca. 2 %), doch die Zinskurve selbst ist steil geblieben. Der Renditeunterschied zwischen den Laufzeiten 3 Monate und 10 Jahre beträgt ca. 1,6 Prozent. Auf einem nominell höheren Zinsniveau (z.B. Euribor bei 3 % und 10-Jahres-Rendite bei

4,6 %) würde es wahrscheinlich vielen Entscheidungsträgern in Banken leichter fallen, langfristige Fixzins-Anleihen zu kaufen und mit an den Euribor gebundenen Spareinlagen zu refinanzieren – sprich eine klassische Fristentransformation in ihrem Zinsbuch einzugehen. Doch obwohl wir derzeit in absoluten Zahlen die gleiche Renditedifferenz wie im angeführten Beispiel haben, herrscht derzeit große Vorsicht beim Eingehen von Fristentransformation. Eine Gefahr wird darin gesehen, dass der Euribor kaum noch weiter fallen kann, d. h. das Potential einer weiteren Verbesserung der Renditedifferenz während der Laufzeit der Anleihe stark begrenzt ist. Eine noch größere Angst herrscht vor einem möglichen Zinsanstieg, der zu Kursverlusten bei Anleihen führt. Die Angst mag begründet sein (wobei an dieser Stelle darauf hingewiesen werden darf, dass man in Japan schon seit 20 Jahren auf den Zinsanstieg wartet …), doch sind sich derzeit fast alle Analysten einig, dass der Leitzins der EZB noch eine geraume Zeit auf tiefem Niveau verbleiben wird, d. h. aus der Fristentransformation kann ein positiver Zinsstrukturbeitrag vereinnahmt werden. Nun müssen Analysten nicht Recht haben, doch selbst wenn sie – ausnahmsweise - falsch lägen, wäre dies positiv für viele Banken, denn ein rasches, starkes Ansteigen des Euribors würde dazu führen, dass der eingangs beschriebene negative Effekt aus der trägen Passivseite sich positiv auswirken würde und ein

wesentlich höherer Zinsstrukturbeitrag aus dieser Marktveränderung die barwertigen Verluste aus der Anleihe mehr als kompensieren kann. Es mag einen gewissen Mut erfordern, auf diesem Zinsniveau langfristig zu investieren. In der Gesamtbetrachtung der Zinsrisikosteuerung ermöglicht die Fristentransformation jedoch einen Zinsertrag im laufenden Ergebnis zu erzielen. Die gegebene Absicherung der Erträge bei stark steigenden Zinsen bietet daher ein durchaus attraktives Umfeld, die vielfach bestehende negative Fristentransformation umzukehren und den daraus entstehenden Einbußen im Zinsergebnis entgegenzuwirken. 

Michael Santer

„Es mag einen gewis-

sen Mut erfordern, auf diesem Zinsniveau langfristig zu investieren.

Michael Santer, Bereichsleiter Financial Markets & Group Treasury

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Promotion

Belohnung vom Staat Gerade in wirtschaftlich bewegten Zeiten „pusht“ dieses verheißungsvolle Versprechen die Beliebtheit von Geldanlageprodukten. Sowohl in Sachen ABV-Bausparen als auch bei der IMMO-BANK-Wohnbauanleihe optimieren staatliche Begünstigungen den Ertrag des Anlegers. Der Staat als Verkaufsförderer!

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err und Frau Österreicher erleben unseren Staat vor allem als Begünstigten bei unzähligen Steuern, die das Einkommen empfindlich schmälern. Doch dieser vergibt zur Förderung gesellschaftspolitisch wichtiger Anliegen – leider immer weniger, aber dafür umso süßere - „Zuckerl“. Die Einladung von ABV und IMMO-BANK an ihre Kunden „Hol Dir doch Geld vom Staat!“ trifft da voll auf den Punkt!

IMMO-BANK-Wohnbauanleihe: KESt.-frei bis 4 Prozent Die Wohnbauanleihe, die Anlagespezialität der IMMO-BANK AG, punktet als berechenbares, ertragsstarkes und steuerschonendes Investment mit interessantem Sicherheitslevel: Die Verzinsung ist – je nach gewählter Variante – entweder variabel oder fix, die Zinszahlung erfolgt nach Wunsch jährlich oder halbjährig. Alternativ dazu

„Bausparen liegt im

Trend, weil es Werte schafft – nicht zuletzt aufgrund der staatlichen Jahresprämie!

GD. Mag. Thomas Köck, Vorsitzender des Vorstandes Allgemeine Bausparkasse reg. Gen.m.b.H.

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können auch eine geldmarktgebundene Variante sowie die interessante Fix Plus Wandelschuldverschreibung gezeichnet und verschenkt werden. Steuerlich bemerkenswert ist die Tatsache, dass die ersten vier Prozent der Kapitalerträge KESt-frei bleiben, sofern die Kapitalerträge zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören und die Werte auf einem Depot einer inländischen Bank liegen. Gegenüber voll steuerpflichtigen Anleihen ergibt sich dadurch ein deutlich höherer Netto-Ertrag! Beispiel: bei einer 3-Prozent-Wohnbauanleihe müsste ein alternatives Produkt einen Kupon von 4 Prozent aufweisen.

Gewinnfreibetrag nutzen Ein finanzielles Geschenk hält der Fiskus für Freiberufler bereit – den Gewinnfreibetrag: Seit dem Jahr 2010 kann jeder Einzelunternehmer bzw. Mitunternehmer anteilig im Rahmen einer Personengesellschaft den neuen Gewinnfreibetrag (GFB) geltend machen. Damit können nicht nur Freiberufler, Ein- und Ausgabenrechner sowie Landund Forstwirte vom neuen GFB profitieren, sondern auch alle bilanzierenden Unternehmen (Juristische Personen sind, wie bisher, von der Begünstigung ausgenommen). Der Gewinnfreibetrag 2013 kann für einen maximalen Gewinn (Höchstbemessungsgrundlage) von 580.000 Euro geltend gemacht werden. Die Berechnung erfolgt staffelweise, abhängig von der Höhe des Gewinnes: Gewinne bis zu 175.000 Euro ...... 13,0 % für die nächsten 175.000 Euro ...... 7,0 % für die nächsten 230.000 Euro .... 4,5 %.

Der maximale Gewinnfreibetrag beträgt damit 45.350 Euro pro Kalenderjahr und Steuerpflichtigem. Auch aktuell erfüllt die Wohnbauanleihe der IMMO-BANK AG die nötigen Voraussetzungen für begünstigte in Euro begebene Wertpapiere im Sinne des Einkommensteuergesetzes.

Low Risk – high Fun Die Wohnbaudarlehen, die die IMMO-BANK durch die Mittel der Wohnbauanleihe refinanziert, werden in einem eigenen Rechnungskreis geführt. Ein weiterer Sicherheitsaspekt liegt im stabilen heimischen Wohnungsmarkt sowie in der grundbücherlichen Sicherstellung der IMMO-BANK-Darlehen. Trotz interessanter Renditen gehören die Wohnbauanleihen der IMMO-BANK AG deshalb zu den besonders sicheren Anlageformen!

Volkswirtschaftliche Aufgabe Der Hintergrund für die fiskale Besserstellung der Wohnbauanleihen liegt in ihrer volkswirtschaftlichen Aufgabe: Wohnbaubanken haben das Recht, spezielle Wandelschuldverschreibungen zu begeben. Um den Verkauf an Private zu forcieren, gibt der Staat ein „Steuerzuckerl“ dazu. Das über den Anleiheverkauf aufgebrachte Kapital bildet die Grundlage für zinsstabile und langfristige Kredite an Wohnbauvereinigungen. Diese nutzen das Kapital, um modernen, preislich gemäßigten Wohnraum zu schaffen. Nicht selten geschieht dies auf architektonisch und bautechnisch höchstem Niveau. So entstehen Wohnungen, die sich Wohnungssuchende


Promotion

Das durch Private in Wohnbauanleihen investierte Kapital fördert die Errichtung von modernem und gleichzeitig preislich moderatem Wohnraum in Österreich.

„Die fiskale Besserstel-

lung der Wohnbauanleihen ist ein wichtiger USP im Kundengespräch!

Dir. Mag. Andreas Pommerening, Mitglied des Vorstandes Allgemeine Bausparkasse reg. Gen.m.b.H. und IMMO-BANK AG

Bürger, vielfach Jungfamilien leisten können! Dadurch steht die Wohnbauanleihe für ein ausgesprochen ethisches Investment bei gleichzeitig hoher Sicherheit und attraktiver Verzinsung für den Anleger.

Bausparen boomt Im Jahr 2012 versetzte die Entscheidung der Bundesregierung, die Bausparprämie zu halbieren, dem beliebten Anlageprodukt zunächst einen Dämpfer: Die Zahl der neu abgeschlosse-

nen Bausparverträge fiel um acht Prozent auf rund 900.000. Doch es blieb nur bei kurzer Zurückhaltung. So konnten die heimischen vier Bausparkassen 2013 wieder stark zulegen. Mit fast einer Million Abschlüssen im Jahr 2013 verzeichnete man ein Plus von beachtlichen 3,2 Prozent und die Summe der Bauspareinlagen kletterte erstmals über die 20-Milliarden-Euro-Marke. Bausparen ist nach wie vor „in“!

Langjährig beliebte staatliche Begünstigungen Die Beliebtheit des Bausparens in Österreich kommt nicht von ungefähr. Die Vorteile liegen auf der Hand: »» Bausparen ist ein seit Jahrzehnten als sicher und ertragreich bekanntes Ansparprodukt – für 2 von 3 Österreichern ist es bereits mit der Geburt das beliebte Startprodukt, das von Eltern und Großeltern auf den Weg mitgegeben wird. »» Die staatliche Jahresprämie von 1,5 Prozent für Einzahlungen bis maximal 1.200 Euro wächst mit den Zinsen und ist kapitalertragssteuerfrei. »» Bausparen ist sicher – selbstverständlich gilt auch für Bauspargelder die staatliche Einlagensicherung! »» Start in die eigenen vier Wände - viele Jungfamilien sparen mit dem Ab-

schluss von Bausparverträgen auf das eigene „Nest“ und sichern sich damit gleichzeitig „ihren“ günstigen Bausparkredit mit Zinssatzobergrenze.

ABV: 95 % Weiterempfehlungsquote Nicht nur das Bausparen liegt voll im Trend der Österreicher. Auch die ABV-Kunden sind voll und ganz mit dem Service ihrer ABV einverstanden. Laut einer jüngst durchgeführten Darlehenskundenbefragung sind die Kunden in höchstem Maß mit der Betreuung durch die ABV und der unabhängigen Berater zufrieden. 95 Prozent der Befragten würden die ABV uneingeschränkt Freunden und der Familie weiterempfehlen. Ein tolles Ergebnis für einen Finanzdienstleister! 

Steuerliche Behandlung: Die hier dargestellte steuerliche Behandlung bezieht sich auf Anleger, die in Österreich der Steuerpflicht unterliegen und ist von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Anlegers abhängig. Sie kann durch eine andere steuerliche Beurteilung der Finanzverwaltung und Rechtsprechung – auch rückwirkend – Änderungen unterworfen sein. Disclaimer: Die hier dargestellten Angaben dienen, trotz sorgfältiger Recherche, ausschließlich der unverbindlichen Information und ersetzen nicht eine, insbesondere nach rechtlichen, steuerlichen und produktspezifischen Gesichtspunkten notwendige, individuelle Beratung für die darin beschriebenen Finanzinstrumente. Die Information stellt weder ein Anbot, noch eine Einladung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar und dient insbesondere nicht als Ersatz für eine umfassende Risikoaufklärung. Die beschriebenen Finanzinstrumente werden nur in jenen Ländern öffentlich angeboten, wo dies ausdrücklich durch den jeweils gültigen Prospekt oder die Emissionsbedingungen zulässig ist. Die für die dargestellten Produkte gültigen und gemäß § 10 Abs. 2 KMG veröffentlichten Prospekte samt allfälligen Änderungen oder Ergänzungen liegen am Sitz der Emittentin, Stadiongasse 10, 1010 Wien, während der üblichen Geschäftszeiten auf und sind unter www.immobank.at abrufbar. Die IMMO-BANK AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität oder Genauigkeit der hierin enthaltenen Informationen, Druckfehler sind vorbehalten. Performancehinweis: Wert- und Ertragsentwicklungen von Wohnbauanleihen können nicht mit Bestimmtheit vorausgesagt werden. Performanceergebnisse der Vergangenheit (Quelle: OeKB) lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Ausgabe- und Rücknahmespesen sind in der Performanceberechnung nicht berücksichtigt.

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International

An die 70 Teilnehmer hat das Thema der IGA-Tagung in die Kongressr채ume des Hilton Hotels nach Innsbruck gelockt.

Alternative Energieversorgung

Potenzial f체r Genossenschaften? Mit der Katastrophe von Fukushima spricht die deutsche Kanzlerin von einem Ausstieg aus der Atomenergie. Seit 2008 hat sich in Deutschland die Zahl der Energiegenossenschaften mehr als vervierfacht. Auf erneuerbare Energie in eigenst채ndig verwalteten Kraftwerken setzen vor allem Gemeinden im Alpenraum. Text: Andrea Karner Fotos: Robert Parigger, istockphoto.com

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International

„In der Südtiroler Gemeinde Welschnofen ist die Umwandlung eines Stromerzeugers von einer Aktiengesellschaft in eine Genossenschaft geglückt.“ I

m November hat das Internationale Institut für Genossenschaftswesen im Alpenraum (IGA) zu einer Fachtagung nach Innsbruck eingeladen zum Thema „Energie durch Genossenschaften – eine Chance für die Region“. Die Beiträge der Vortragenden spannten einen Bogen über die Situation in Bayern, Österreich und Südtirol. In Österreich würde der Anteil an erneuerbarer Energie 30 Prozent des Bruttoenergieverbrauches ausmachen, wie Mag. Arnulf Perkounigg, Direktor des Raiffeisenverbandes Tirol und Vorsitzender des IGA, in seinem Einleitungsstatement hervorhob. Mit 85 Prozent mache die Stromerzeugung aus Wasserkraft den größten Anteil aus, gefolgt von 10 Prozent Biomasse und 5 Prozent Windenergie. Die Photovoltaik stecke mit einem Anteil von 0,38 Prozent noch in den Kinderschuhen. Die Bevölkerung steht dem Thema gespalten gegenüber. Grundsätzlich würde Energie aus erneuerbaren Quellen sehr positiv aufgenommen, mit öffentlichen Geldern finanzierte oder geförderte Wasserkraftwerke und Windparks würden allerdings auch Umweltschützer auf den Plan rufen. „Bei uns hat die Energiewende schon längst begonnen“, verweist Dr. Rudi Rienzner auf die Geschichte des ersten Wasserkraftwerks der Gemeinden Bozen und Meran, die Etschwerke in Töll 1897. „In Stilfs und Vilnöss sind dann 1921 die ersten Genossenschaften gegründet worden.“ Heute hat die Energiegenossenschaft Vilnöss mehr als 500 Mitglieder, betreibt drei Wasser-

kraftwerke und zwei Fernheizwerke, ist Eigentümerin der Verteilungsnetze und betreibt seit 2009 ein eigenes Glasfasernetz. Mit moderner Technologie über das Glasfasernetz seien die Alpentäler besser ausgestattet als so manche Städte, freut sich der geschäftsführende Verwaltungsrat des Südtiroler Energieverbandes über die Vorreiterrolle der Genossenschaften. Das erste Biomassewerk wurde 1994 in Toblach als Genossenschaft eröffnet. „Sie ist heute noch die größte im Fermwärmebereich“, betonte der geschäftsführende Verwaltungsrat des Südtiroler Energieverbandes. Der Verband bündelt alle Bereiche der erneuerbaren Energie, Strom, Wärme sowie Mobilität. Wie Rienzner betonte, gehe es dem Verband darum, die Vielfalt zu bündeln und „die lokal vorhandenen Strukturen nicht nur zu erhalten, sondern weiterhin als zweistufiges Genossenschaftsmodell zu garantieren.“ Zu den 300 Mitgliedern des Südtiroler Energieverbandes zählen neben Genossenschaften auch private Unternehmen und Gemeindebetriebe. Von den 55 Stromverteilern in Südtirol sind bis heute 22 Genossenschaften, obwohl die Politik versucht habe, „dieses tolle System kaputt zu machen.“ In der Südtiroler Gemeinde Welschnofen ist die Umwandlung eines Stromerzeugers von einer Aktiengesellschaft in eine Genossenschaft geglückt: „Die Umsetzung der Genossenschaftsidee war im konkreten Fall langwierig und erforderte viel Geduld, Ausdauer und Überzeugungskraft“, berichtete Mag. Franz Kohler vom Revisionsver-

band Südtirol. „Ignoranz und Skepsis in punkto Genossenschaften waren schwer überwindbar.“ Die Elektrizitätsgesellschaft Welschnofen diente der Gemeinde seit 1912 zur Stromversorgung. In malerischer Lage, eingebettet zwischen Rossengarten und Latemar, beherbergte das Nobelhotel Karrersee schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts betuchte Gäste, darunter Elisabeth, die Kaiserin von Österreich, die auf den Komfort von Elektrizität nicht verzichten wollte. Bis heute ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle der 2.000-Seelen-Gemeinde, die jährlich durchschnittlich 240.000 Übernachtungen zählt. Im Jahr 1962 ist die Elektrizitätsgesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden, die 1980 ihr Kapital neuen gesetzlichen Vorgaben entsprechend auf eine halbe Million Euro aufstocken musste. Der erhebliche Kapitalbedarf war für die Gemeinde Anlass, 30 Prozent des Aktienkapitals zu übernehmen, um bestimmenden Einfluss auf die Geschäftsführung zu gewinnen. Als Alternative zur Kapitalaufstockung sei auch damals schon eine Umwandlung in eine Genossenschaft in Erwägung gezogen worden. „Der genossenschaftliche Weg wäre mit Sicherheit eine sinnvolle Alternative gewesen“, ist Franz Kohler überzeugt. Erst im Frühjahr 1997 wurde die Welschnofener Energiegewinnungsgenossenschaft (WEG) gegründet. „Die Genossenschaft wurde zur Erfolgsgeschichte und zwar, weil die neuen Akteure über spezifisches Know-how vercooperativ 1/14

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„Genossenschaftsmitglieder sind jene Gemeinden beziehungsweise deren Bürgermeister, die öffentliche Flächen für Photovoltaikanlagen zur Verfügung stellen.“ fügten und das vorhandene Synergiepotenzial zu nutzen verstanden.“ Heute gehören der Genossenschaft 240 Mitglieder an. „Um die Selbsthilfeorganisation WEG wird heute die Gemeinde Welschnofen von den Verwaltern manch umliegender Gemeinde beneidet“, weiß Franz Kohler. Neben der Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen sei es in Welschnofen nicht nur gelungen, Spekulation zu verhindern, sondern die Partizipation zur Nutzung der Wasserkraft „war auch gemeinschaftsstiftend und hat befriedigend auf das dörfliche Zusammenleben gewirkt. Ab Herbst 2014 geht auch das neue Biomassekraftwerk ans Netz, das an die 200 Abnehmer mit Fernwärme versorgen wird. Wie schwer es ist, unterschiedliche Erwartungshaltungen von Gemeindebürgern in Fragen alternativer Energiegewinnung unter einen Hut zu bringen, weiß auch Hubert Hußl, Bürgermeister der Gemeinde Terfens im Oberinntal. Als sich zu Beginn des Jahres 1992 eine Gruppe interessierter Bauern an die Landesforstdirektion wandte, um eine Hackschnitzel- und Heizgenossenschaft zu gründen, zeigte sich die Verwaltung dem Thema gegenüber sehr aufgeschlossen. Gegen den geplanten Standort für das Heizhaus im Ortszentrum gab es hingegen massive Anrainerproteste. Schließlich wurde die Anlage östlich der Ortseinfahrt gebaut und 38

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Ende November in Betrieb genommen. „Die Sennerei, das Gemeindehaus, das Vereinshaus, die Schule und 22 private Objekte als Ein- und Zweifamilienhäuser wurden damals an das Fernwärmenetz angeschlossen“, berichtet der Bürgermeister. Die Gemeinde habe damals „die Errichtung der ersten Biomassedorfheizung in Tirol mitgetragen“ und mit einem Betrag von damals einer halben Million Schilling unterstützt. Ein Obmann und ein Geschäftsführer würden seit der Gründung die Genossenschaft unentgeltlich und mit viel Einsatz führen. Die Zusammenarbeit zwischen Genossenschaft und Gemeinde funktioniere recht gut, beteuert Hubert Hußl, „wobei die Gemeinde in vielerlei Hinsicht schon sehr gefordert ist.“ Die Förderabwicklung sei kompliziert, bedürfe eines großen Verwaltungsaufwandes und könne nur mit Hilfe eines Qualitätsbeauftragten der Kommunalkredit erfolgen. Auch Mitarbeiter des Bauhofes seien zu technischer Hilfestellung immer wieder gefordert. Langfristiges Ziel der Gemeinde sei es, die Biomassedorfheizung im Ortszentrum laufend zu erweitern. „Wir wollen noch viele Kunden gewinnen und langfristig eine echte Energiealternative aufzeigen“, wünscht sich der Bürgermeister. Die Gemeinde habe bisher für 125 Solaranlagen, 54 Biomasseheizungen und neun Photovoltaik-Anlagen einen För-


International

derbeitrag von 84.000 Euro geleistet. Im Zuge der thermischen Sanierung sei auch das Gemeindehaus bereits im Jahr 2007 mit einer Photovoltaik-Anlage ausgerüstet worden. Über Rechtsprobleme bei der Finanzierung von Bürgerbeteiligungen referierte im Rahmen der IGA-Tagung Universitätsprofessor Dr. Markus Dellinger. Der Syndikus des Österreichischen Raiffeisenverbandes sprach gleich zu Beginn seines Vortrags das Grundproblem an: „Überall dort wo eine große Bereitschaft der Bürger besteht Geld zu investieren, haben wir auf der anderen Seite auch ein Gefahrenpotenzial.“ Aus diesem Zielkonflikt heraus ergebe sich eine „gesetzliche Spaßbremse“, die Juristen als Verhinderer mancher engagierter Projekte erscheinen lasse. Der Gesetzgeber habe aus der mehr als 100-jährigen Geschichte des Anlagebetrugs ein Gegenkonzept entwickelt und es rechtlich möglichst lückenlos ausgestaltet. Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) würde eine Finanzierung über Bürgerbeteiligungen als Darlehen, beziehungsweise als Spareinlagengeschäft betrachten, das eine Bankkonzession erforderlich mache, die von alternativen Energiegesellschaften nicht zu erreichen sei. Als Ausweg nannte der Syndikus die Begebung nachrangiger Darlehen, wie sie die FMA empfiehlt. Seit dem Sommer 2013 begünstige der Gesetzgeber auch die Emission von genossenschaftlichen Geschäftsanteilen bis zu einer Höhe von 750.000 Euro pro Jahr, „wenn die Veranlagung darin besteht, dass eine Genossenschaft, die einem Revisionsverband angehört, Geschäftsanteile ausgibt.“ Welche Besonderheiten bei der Finanzierung von Biomassekraftwerken aus der Sicht des Revisionsverbandes und der geldgebenden Bank zu beachten

sind, führte MBA Dietmar Müller aus. „Im Zuge der Gründungsberatung empfehlen wir den Proponenten eine Drittelung des Kapitals: ein Drittel Eigenkapital, ein Drittel Fördermittel, ein Drittel Kreditfinanzierung.“ Das Eigenkapital bestehe im erweiterten Sinne aus zwei Komponenten: den Geschäftsanteilen und den Baukostenzuschüssen. Der Genossenschaftsrevisor und Bankprüfer der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg verwies auch auf die Fördermittel, die in Vorarlberg mit bis zu 40 Prozent großzügig zur Verfügung stünden. Zum Abschluss seiner präzisen Ausführungen,

„Überall dort wo eine

große Bereitschaft der Bürger besteht Geld zu investieren, haben wir auf der anderen Seite auch ein Gefahrenpotenzial.

die noch zahlreiche andere wertvolle Tipps beinhalteten, meinte er: „Wenn diese Punkte seitens der Heizwerksbetreiber, der Eigentümer, der Lieferanten und der Abnehmer beachtet werden, sollte eine wirtschaftliche Führung der Genossenschaft möglich sein und sich bezüglich der Finanzierung seitens des Kreditinstitutes auch keinerlei Probleme ergeben.“ Gemeinsam mit dem Land Oberösterreich hat der regionale Raiffeisenverband ein Modell zur Gründung von Photovoltaik-Genossenschaften entwickelt. „Richtige Vorbilder haben wir eigentlich nicht gehabt“, bemerkte Verbands-

direktor Dr. Rudolf Binder. „Wir haben das Modell sehr stark von der Basis her entwickelt.“ Im Wesentlichen sieht das Modell des Raiffeisenverbandes Oberösterreich so aus: Gemeinden stellen geeignete Dachflächen zur Verfügung. Eine Genossenschaft errichtet die Photovoltaik-Anlagen. Die Einspeisung der Energie erfolgt ins Netz oder wird von den Genossenschaftsmitgliedern selbst verbraucht. Genossenschaftsmitglieder sind jene Gemeinden beziehungsweise deren Bürgermeister, die öffentliche Flächen für Photovoltaikanlagen zur Verfügung stellen. Die Genossenschaft sammelt Kapital über drei Schienen: Geschäftsanteile, Kreditvorfinanzierung durch die Raiffeisenbank und über Anleihen mit angemessener Verzinsung. Bürger sind in diesem Modell als Genossenschaftsmitglieder nicht vorgesehen. Die Bürgerbeteiligung erfolgt über den Verkauf der Anleihen. Die erste Gründung nach diesem Modell ist die Energiegenossenschaft Region Eferding mit aktuell 188 Kilowatt Peak, wie Rudolf Binder ausführte. Bis Ende 2014 sei ein Ausbau auf 400 Kilowatt Peak geplant. Im Jahr 2013 habe der Verband die Gründungen der Energiegenossenschaften im Traunviertel mit geplanten 500 Kilowatt Peak, die Energiegenossenschaft Donau-Böhmerwald mit 378 Kilowatt Peak und die Energiegenossenschaft im Innviertel begleitet. Als interessantes Zukunftsprojekt nannte der Verbandsdirektor auch eine Wasserkraftwerksgenossenschaft im Traunviertel, die sich aktuell in Planung befindet. „Wir sehen, es sind nicht die ganz großen Dinge, die hier entstehen, aber es ist ein großes Interesse der Bürger an alternativen Formen der Energiegewinnung vorhanden, das mit Hilfe der öffentlichen Hand auch realisiert werden kann.“ 

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International

Neue Modelle gefragt Die Finanzkrise hat in vielen Ländern der Welt tiefe Spuren hinterlassen. Im Fokus: die Wirkung von Geschäftsmodellen auf Wirtschaft und Gesellschaft. In Genossenschaften steckt bedeutendes Innovationspotenzial. Diesem Thema ist der „2014 International Summit of Cooperatives“ gewidmet, der im Oktober im kanadischen Québec stattfindet. Text: Andrea Karner

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enossenschaften und Unternehmen auf Wechselseitigkeit sind Teil der Realwirtschaft. Ihre Geschäftsmodelle haben in der Krise bestanden. Ihre Werte der Gemeinschaft, Partnerschaftlichkeit, Demokratie und Verantwortung tragen die Kraft zur Erneuerung in sich. Wie der „2012 International Summit of Cooperatives“ im Internationalen Jahr der Genossenschaften gezeigt hat, zwingt das kooperative Geschäftsmodell seine Akteure förmlich zu Innovationen, wenn es seinen Geschäftszweck erfüllen und seinen Werten treu bleiben soll. (siehe dazu auch Ringle, S. 12) „Das genossenschaftliche Geschäftsmodell ist vielseitig, effektiv und flexibel“, wie Hans-H. Münkner in seinem Artikel „Wirtschaft neu gedacht“ in cooperativ 6/12 (S. 12 ff) resümiert, in dem er über den Kongress in Québec berichtet. „Es bezieht die Menschen in den Wirtschaftsprozess ein und hilft dabei, das Wachstum zu generieren, das für das gemeinsame Wohl erforderlich ist.“ An der Tagung in Kanada hat ihn „die Sicht wirtschaftlicher Zusammenhänge aus einer multidisziplinären Perspektive“ fasziniert. „Neoliberale Wirtschaftsthesen und klassische Betriebswirtschaftslehre, die man mit ihren Dogmen gewöhnlich wie eine Religion lehrt und lernt, waren diesmal weder die zentralen noch beherrschen40

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den Themen.“ Stattdessen gab es „eindrucksvolle Beiträge von relativ jungen, dynamischen, engagierten und gut informierten Professoren, frei vorgetragen und professionell mit Grafiken illustriert.“ Neben dem Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, A. Michael Spence, warteten die Veranstalter auch mit Wirtschaftsguru Nouriel Roubini auf, dem französischen Ökonomen und Schriftsteller Jacques Attali oder der aus der „Harvard Business Review“ auch im deutschen Sprachraum bekannten Soziologin Rosabeth Moss Kanter. Auch in seiner zweiten Auflage verspricht die Veranstaltung Präsentationen, Foren und Gespräche am Runden Tisch, die es Teilnehmern aus allen Teilen der Welt möglich machen, ihre Erfahrungen mit Entscheidungsträgern aus Genossenschaften und anderen Unternehmen zu teilen, mit Experten aus führenden internationalen Beratungsgesellschaften, wie McKinsey & Company oder Oliver Wyman zu diskutieren oder mit führenden Politikern wie vor zwei Jahren Madeleine K. Albright. „Die Themen für die zweite Auflage des Gipfels wurden nach Kriterien ausgewählt, die das Geschäftsmodell von Genossenschaften stärken und vorantreiben, indem sie die gravierenden weltweiten Veränderungen ansprechen“, betonte Monique F. Leroux, Präsidentin

der kanadischen Desjardins Gruppe und Vizepräsidentin der CIBP, als Gastgeberin in einer Presseaussendung. Den Veranstaltern gehe es darum, die Themen des 2012 Summits weiterzutragen und seine Mission fortzusetzen. Ziel sei es, Antworten auf die zentralen Fragen zu formulieren, die Genossenschaften in ihrer aktuellen Umwelt begegnen, um deren Entwicklung und Leistungsfähigkeit zu beleben. Gleichzeitig wolle man die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf dieses leistungsfähige Geschäftsmodell lenken, wie Dame Pauline Green unterstreicht, Präsidentin des Internationalen Genossenschaftsbundes und Mitveranstalterin der Tagung. In fünf Arbeitsgruppen wollen die Veranstalter herausarbeiten, wo Genossenschaften einen nachhaltigen Unterschied zu anderen Geschäftsmodellen machen. Bis 2050 gilt es 9 Milliarden Menschen mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Bei abnehmenden landwirtschaftlichen Anbauflächen ist das eine Herausforderung für die gesamte Menschheit. Schon heute sind mehr als 35 Prozent der Genossenschaften im landwirtschaftlichen Sektor zu finden. Die Tagung will diesen Bereich aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Mit steigendem Bevölkerungswachstum und dem Anstieg des Durchschnittsalters der Weltbevölkerung


International

„In fünf Arbeitsgruppen wollen die Veranstalter herausarbeiten, wo Genossenschaften einen nachhaltigen Unterschied zu anderen Geschäftsmodellen machen.“ werden die Bereiche Gesundheitswesen und soziale Fürsorge im 21. Jahrhundert zu den größten Märkten heranwachsen. Welche Antworten Genossenschaften zu diesen Fragen bereithalten, widmet sich ein eigener Arbeitskreis. Zum ersten Mal in der Geschichte gelingt es Unternehmen im zaghaften Aufschwung nach der Krise nicht mehr Beschäftigung zu schaffen. Nahezu 200 Millionen Menschen weltweit haben keine Arbeit, etwa die Hälfte davon sind junge Leute. In manchen Industriestaaten befindet sich die Arbeitslosenrate auf einem historischen Höchststand. Auch in dieser Frage machen Genossenschaften einen Unterschied, indem sie Stabilität beweisen und Arbeitsplätze sichern.

Menschen ohne Einkommen sind auch nicht in der Lage, sich und ihre Familie finanziell abzusichern. Finanzierung und Kapital ist daher ein weiteres wichtiges Thema, das die Tagung behandelt. Vor allem vor dem Hintergrund neuer Spielregeln auf den Finanzmärkten sehen sich Genossenschaften und Unternehmen auf Gegenseitigkeit in ihrem Spielraum eingeschränkt, ihrer Zielsetzung nachzukommen und Projekte der regionalen Wirtschaft zu finanzieren. Mit welchen innovativen Alternativen können Genossenschaftsbanken diesen Herausforderungen begegnen? Wie können genossenschaftliche Kooperationen den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen

der Zukunft begegnen? Die Tagung in Québec will Führungskräften Werkzeuge in die Hand geben, wie sie Wachstum und Nachhaltigkeit ihrer Unternehmen steigern können. Themen wie Steigerung der Mitgliederzahlen, zielgruppenspezifische Information über das Geschäftsmodell Genossenschaft gehören ebenso wie gezielte Marktentwicklung und strategisches Risikomanagement in diese Arbeitsgruppe. Mit einem Aufruf nach themenbezogenen Beiträgen richten sich die Veranstalter an Vertreter der Forschung wie der genossenschaftlichen Praxis, die im Rahmen der Veranstaltung zur Diskussion gestellt werden. 

Mehr Informationen unter: http://www.intlsummit.coop cooperativ 1/14

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Kultur

Heiliger Peregrin Der um 1265 im italienischen Forli geborene Peregrin Laziosi soll noch beim Aufstand gegen den Kirchenstaat auf der Rebellenseite gestanden und dem Servitengeneral Philipp Benitius ins Gesicht geschlagen haben, wird überliefert. Jahre später tritt Peregrin in den Servitenorden ein. Als alter, krebskranker Mann schläft er am Abend vor der geplanten Beinamputation vor dem Bild des Gekreuzigten ein. Als er am nächsten Tag erwacht, gilt er als geheilt. Viele Menschen verehren ihn, als er um 1345 stirbt. Papst Paul V. spricht ihn zu Beginn des 17. Jahrhunderts selig. Hundert Jahre später macht ihn Papst Benedikt XII. zum Heiligen.

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Kultur

Peregrini-Kapelle 2.0 Am 4. Mai feiern die Serviten das Fest des Heiligen Peregrin. Seine Kapelle in Wien-Alsergrund betrachten Volksbanken und gewerbliche Genossenschaften als ihr spirituelles Zentrum. Nach Jahren der Renovierung erstrahlt das Barockjuwel in neuem Glanz. Text: Andrea Karner Fotos: Jörg Riedel, Michael Fritscher

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er direkt vom Platz vor der Serviten-Kirche in Wien-Alsergrund die Kapelle des Heiligen Peregrin betritt, wähnt sich plötzlich in Italien. Hinter einem kunstvoll geschmiedeten Gitter öffnet sich der Raum, der den Besucher wie ein mediterranes Lüfterl umfängt. In frischen Pastellfarben strahlt die Malerei von den Wänden. Lichteffekte verhelfen den marmorierten Pilastern zu mehr Tiefe. Mit ihren kunstvoll geschnitzten, vergoldeten Kapitellen zieren sie das Kreisrund. Liebliche Putti, die mit Blumenranken in den feisten Händchen umherflattern, tummeln sich in der Kuppel darüber. Sie begleiten die Himmelfahrt des Heiligen Peregrin, der vor seinen Schöpfer tritt. Unvermittelt steht der Betrachter vor dem schwarzen Altar. Aus dem runden Fenster in der Kuppel fällt ein Streifen Licht auf das Heiligste, als würde eine direkte Verbindung zum Herrgott bestehen. Als „Tempelmotiv“ bezeichnet Manuel Schweizer diesen Anblick. Für den Architekten, der die Renovierung seit 2008 begleitet, ist die Kapelle „ein radikaler Bau“, hinter dem ein „selbstbewusster, starker Bauherr“ gestanden haben müsse. Wie er meint, dürften die Serviten im 18. Jahrhundert eine sehr konkrete Vorstellung gehabt haben, wie die Kapelle ihres Heiligen aussehen sollte. Andrea Karner hat Ma-

nuel Schweizer in der Kapelle zum Interview getroffen. Herr Schweizer, was macht die Kapelle so außergewöhnlich? Manuel Schweizer: Zwei Ebenen machen die Kapelle zu einem herausragenden Innenraum: Zum einen ist es das räumliche Gefüge, das den Raum ins Irrationale bringt. Zum anderen sind es die Oberflächen. Wie die Restauratoren sagen, sind die Deckenfresken von

„Der Heilige Peregrin ist der Patron der Fußleidenden und Krebskranken.“ Adam Mölk von besonders guter Qualität, ebenso die Schmiedeeisenarbeit von Johann Zorigübl und der Altarbereich von Melchior Hefele aus Lilienfelder Marmor. Die Kapelle ist Teil der Serviten-Kirche, die Martin Carlone in zwei Bauetappen bis 1677 errichtet hat. Wann ist sie dazu gekommen? Anfang des 18. Jahrhunderts hat Papst Benedikt XIII. den Serviten-Mönch Pe-

regrin heiliggesprochen. Es müssen sich sehr bald Spender gefunden haben, die den Bau der Kapelle finanzierten, der bis zum Ende des Jahrhunderts abgeschlossen war. Viele Menschen kennen die Kapelle nicht. Woran könnte das liegen? Die Kapelle ist von außen relativ unauffällig. Selbst Menschen aus dem Bezirk wissen nicht von ihrer Existenz. Erreichbar war sie immer nur über die Kirche, durch den Eingang am Anna­ altar. Soviel ich weiß war sie nur einmal im Jahr für die Pfarrgemeinde geöffnet, am 4. Mai, dem Festtag des Heiligen Peregrin. Ich erinnere mich an meinen ersten Besuch in der Kapelle im Frühjahr 2008. Es war eine Baustelle. Die Wände waren abgeschlagen. Es war dunkel, kalt, feucht, unfreundlich. Wann haben sie, beziehungsweise das Architekturbüro Treberspurg und Partner die Baustelle übernommen? Es war auch in diesem Jahr. Ich erinnere mich an die Fußball EM in Wien. Pater Gerhard ist auf mich zugekommen. Das Bundesdenkmalamt hatte 2004 nach einer umfassenden Untersuchung der Innenräume der Serviten-Kirche wesentliche Problembereiche erkannt und cooperativ 1/14

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Kultur

„Die Restaurierung der Peregrini-Kapelle war Rettung in letzter Minute.“ ein Restaurierungskonzept vorgeschlagen. Vor allem die aufsteigende Feuchtigkeit hatte in der Peregrini-Kapelle bereits eine nachhaltige Schädigung der wertvollen historischen Bausubstanz bewirkt. Die letzte Restaurierung lag 30 Jahre zurück. Ich habe nach Rücksprache mit Experten das Konzept des Bauamtes befürwortet. Auch wenn nicht die preiswerteste Methode, war es schließlich die einzige, die wissenschaftlich abgesichert war. Mit der Trockenlegung wurde noch im selben Jahr begonnen. Und dann haben die Serviten 2009 ihr Kloster verlassen. Wie ist es weitergegangen? Von Seiten der Auftraggeber ist ein Vakuum entstanden. Wir haben uns mit der Erzdiözese und der Pfarrgemeinde beraten. Zur Renovierung gab es eigentlich keine Alternative. Neue Nutzungsmöglichkeiten wurden diskutiert, wie zum Beispiel für Kinder und kleine Gruppen, aber auch für kulturelle Veranstaltungen, die dem sakralen Rahmen entsprechen. Mit der Entscheidung für eine alternative Nutzung der Peregrini-Kapelle war die Installierung einer Wandheizung verbunden, die den Raum auf angenehme 16 Grad temperiert und gleichzeitig die empfindlichen Fresken schont. Auf der Baustelle ist aber bis zum Dezember 2012 nichts passiert. Zu diesem Zeitpunkt haben auch die Gespräche mit den Vertretern der Volksbanken begonnen. Mehr als 200.000 Euro sind aus Spenden der Volksbanken und der gewerblichen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften zusammen gekommen. Was hat die gesamte Renovierung schließlich gekostet? 44

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Kultur

In der ersten Schätzung hat das Bundesdenkmalamt diesen Betrag für eine minimale Nutzung veranschlagt. Der Betrag hätte die Kosten für den Verputz und die Reinigung der Fresken beinhaltet. Mit dem neuen Profil einer ganzjährigen Nutzung hat sich herausgestellt: Es wird doch eine Ecke teurer. Während der Bauphase sind dann auch noch ein paar Überraschungen aufgetreten, die sich auf das Budget geschlagen haben. Das Projektteam der Gemeinde zur Kirchen innen Renovierung unter der Leitung von Ferry Klaban hat immer sehr genau überlegt: Was muss gemacht werden und wo kann man sehr wohl sparen. Der Raum sollte vor allem auch seine geschichtlichen Spuren bewahren. Trotzdem: Aus heutiger Sicht kann man die Arbeiten mit etwas mehr als 500.000 Euro beziffern. Könnte man sagen: Es war Rettung in letzter Minute? Durchaus. Viel länger hätte man nicht mehr zuwarten können. Die Arbeiten zur Restaurierung haben schließlich erst im Frühjahr 2013 begonnen. Wenn die Feuchtigkeit die Putzsubstanz in den Gewölben zerstört, ist die Malerei unwiederbringlich weg. In den geschnitzten Teilen war der Holzwurm drinnen. Den haben wir dann drei Tage lang in der Kapelle vergast. Der Grauschleier über den Deckenfresken hat viel überdeckt. Selbst für die Dame vom Bundesdenkmalamt war es eine Überraschung, dass mit der Reinigung die Farben wieder so frisch zum Vorschein gekommen sind. Herr Schweizer, vielen Dank für das interessante Gespräch.

Ausschnitt aus dem Deckenfresko vor und nach der Restaurierung

Peregrini-Festwoche 1. bis 10. Mai 2014 Besuchen Sie die frisch restaurierte Peregrini-Kapelle! Die Pfarre Rossau lädt alle Leser von cooperativ und vor allem die großzügigen Spender aus dem Kreis der Volksbanken und der gewerblichen Genossenschaften sehr herzlich ein, in der Peregrini-Festwoche am Veranstaltungsprogramm teilzunehmen. Ein Auszug aus dem Programm: 01. Mai, 18:30 Festmesse mit dem Provinzial der Tiroler Servitenprovinz P. Martin M. Lintner OSM mit Übergabe einer Reliquie des Hl. Peregrin 02. Mai, 18:30 Servitenmesse mit Pater Gregor; Führung in der Peregrini-Kapelle 03. Mai, 19:00 Messe mit Krankensalbung; Lesung Gerhard Tötschinger 04. Mai, 10:00 Kleinkindergottesdienst in der Peregerini-Kapelle 19:00 Hochamt mit Schubertmesse 05. Mai, 18:30 Abendmesse in der Peregrini-Kapelle 06. Mai, 10:00 Messe mit Krankensalbung 18:30 Messe und Vortrag des Aids-Seelsorgers P. Clemens Kriz 07. Mai, 18:30 Dankesmesse mit Pfarrer P. Giovanni Micco FSCB; Festakt 08. Mai, 10:00 Messe mit Krankensalbung 18:30 Lesung Stefan Slupetzky 09. Mai, 18:30 Abendmesse, Barock-Konzert mit Robert Vetter 10. Mai, 14:00 Kinderfest 17:30 Vortrag Dr. Helga Maria Wolf „Wissenswertes rund um Peregrin“ Mehr Infos finden Sie auf der Homepage der Pfarre: www.rossau.at

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Kultur

Malerischer Kosmos Johann Julian Taupe ist Träger des Kunstpreises der Volksbank GHB Kärnten. Seine Bilder und Bildobjekte haben einen hohen Wiedererkennungswert und haben einstimmig die Jury überzeugt. Text: Alexandra Wachschütz Fotos: Helge Bauer, Mark Duran

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Kunstpreis Kunst.Volksbank.Kärnten Der Kunstpreis wird seit 2006 in verschiedenen Kunstbereichen vergeben. Die in Frage kommenden Künstler dürfen das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und müssen in Kärnten geboren sein oder inzwischen langfristig in Kärnten leben und arbeiten. Die Preisträger der letzten Jahre waren Ulrich Plieschnig, Claus Prokop, Gudrun Kampl, Caroline Heider, Alina Kunitsyna, Richard Klammer und Birgit Pleschberger. Die 5-köpfige Fachjury setzte sich zusammen aus der Preisträgerin 2013, Birgit Pleschberger, den Fachjurorinnen Dr. Helgard Springer, Mag. Ulli Sturm und Edith Kapeller sowie Volksbank-Vorstand Mag. Josef Brugger. Neuerungen in der Ausschreibung: Ausweitung der Altersgrenze von 50 auf 60 Jahre und Erweiterung der Sparte Wandobjekte um den Bereich Objekte.

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aupes Bilder und Bildobjekte haben einen hohen Wiedererkennungswert. Seit vielen Jahren arbeitet er kontinuierlich und konsequent an seinem „eigenen malerischen Kosmos“. In zumeist leuchtenden Farben entwickelt Taupe abstrakte Kompositionen, die geometrische Formen und scheinbar Gegenständliches aufeinander treffen lassen. Strahlendes Blau spielt immer wieder eine große Rolle. Seit einiger Zeit hat er die dritte Dimension erobert und zeigt seine Farben und Formengebilde in bunten Weltkugeln. Vor allem die ausgefeilte Technik seiner zum Teil großformatigen Malerei, aber auch die spürbare Leichtigkeit seiner Kompositionen haben die Mitglieder der Jury beeindruckt und letztendlich den Ausschlag gegeben. Taupes malerische Werke und Objekte vereinen hohes technisches Können und Individualität und sind damit mehr als preiswürdig. „Der Volksbank-Kunstpreis kommt für mich überraschend. Gerne nehme ich ihn entgegen, und sehe das als Anerkennung meines bildnerischen Schaffens der letzten Jahre. Außerdem fällt für nächstes Jahr der finanzielle Druck weg“, freut sich der Künstler. Erstaunliche 85 Einreichungen - die das große künstlerische Potenzial des

Landes verdeutlichen - haben es der Jury nicht leicht gemacht, aus der Fülle an preisverdächtigen Künstlern einen Preisträger zu küren. Nach eingehenden Beratungen ist die Entscheidung einstimmig auf Johann Julian Taupe gefallen. Der 1954 bei Villach geborene Künstler ist bereits früh durch eigenständige und experimentierfreudige Malerei aufgefallen. Nach einem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Max Weiler hat er einige Jahre als Assistent von Arnulf Rainer verbracht. Er lebt und arbeitet in Wien; seine Werke sind in bedeutenden Sammlungen vertreten und werden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt. Mit einer Vernissage, die von Mitte bis Ende Februar im ArchitekturHausKärnten stattfand, startet Johann Julian Taupe in das gemeinsame Kunstjahr. Taupe zeigte in der Ausstellung einen Mix aus älteren (vor dem Jahr 2000) und aktuellen Werken: „Das Hauptaugenmerk liegt aber bei Arbeiten aus den letzten fünf Jahren, von sehr farb­ intensiven, geometrischen bis hin zu hellen, weißen Bildern. Zudem werden auch drei Globen gezeigt – ich denke, ein recht guter Überblick“, fasst Johann Julian Taupe zusammen. Die Vernissage wurde musikalisch von „The Tall-


Kultur

tones“ rund um Richard Klammer begleitet, der 2012 Volksbank-Kunstpreisträger war und zu Ehren seines Kollegen und Freundes Johann Julian Taupe aufspielte. „Uns ist vor allem eine ganzjährige Zusammenarbeit wichtig, um unsere Kunden das ganze Jahr über mit diversen Aktionen aus der Kooperation heraus zu überraschen. Wir möchten das Thema Kunst aus Kärnten einem breiten Publikum zugänglich machen“, so die Volksbank-Vorstände Mag. Josef Brugger und Mag. Alfred Holzer unisono. Der Genossenschafts- und Nachhaltigkeitsgedanke mit den Schlagwörtern „regionales Fördern“ und „Hilfe zur Selbsthilfe“ zeigt sich in diesem Projekt klar. Neben dem mit 10.000 Euro dotierten Preis und einem Bildankauf plant die Volksbank im Laufe des Jahres 2014 weitere gemeinsame Projekte mit Taupe, wie den Volksbank-Geschäftsbericht, Sparbuchhüllen und einen speziellen Kunstdruck für ihre Kunden. „Die Volksbank GHB Kärnten hat in den letzten – auch schwierigen – Jahren gut gewirtschaftet. Daher möchten wir unsere Förderprojekte wie den Kunstpreis fortsetzen und damit auch unseren Werten – Qualität, Beständigkeit, Charakter und Vertrauen – folgen“, festigt Volksbank-Vorstand Mag. Josef Brugger das Engagement. „Mit den beiden Änderungen in der Ausschreibung (siehe Kasten) gehen wir auf geänderte Rahmenbedingungen ein: zum einen arbeiten immer mehr Künstler im CrossOver-Bereich. Daher wollen wir uns von der Wand in Richtung Raum/Objekt ausweiten. Zum anderen sehen wir gerade in wirtschaftlich schwächeren Zeiten die Erfordernis, unseren Preis einer noch breiteren Gruppe zur Verfügung zu stellen und reagieren damit - wie auch andere fördernde Institute - auf das aktuelle Umfeld“, führt Mag. Brugger die Neuerungen aus. 

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Sport

Ich mag Kulm Noriaki Kasai hat diesen Spruch nach seinem Sieg am ersten Tag des Skiflug-Weltcup-Wochenendes in Bad Mitterndorf geprägt. Die 2.400 Gäste im Volksbankzelt haben die Botschaft des sympathischen Japaners mit Begeisterung aufgenommen und ihn frenetisch gefeiert.

M

it dem Horrorsturz von Thomas „Morgi“ Morgenstern am Freitag, von dem sich der Ausnahmesportler zum Glück wieder erholt hat, war die Jury mit den Anlauflängen an beiden Wettkampftagen eher zurückhaltend. Das wirkte sich auch auf die geflogenen Weiten aus. Die insgesamt fast 90.000 Fans am Kulm erlebten nur einen einzigen Flug über 200 Meter. Den zeigte Noriaki Kasai am Samstag und entschied damit den ersten Bewerb für

sich. Mit 41 Jahren ist der Japaner der älteste Weltcup-Sieger aller Zeiten. „Damit hat Noriaki Werbung für die Steiermark in seiner Heimat und in der ganzen Welt gemacht. Danke!“, sagte Kulm-Organisator Hubert Neuper mit einem Augenzwinkern. Von den österreichischen Teamkollegen hat Gregor Schlierenzauer den Schock nach Morgis Sturz am besten weggesteckt. Er landete am Samstag als Dritter und am Sonntag als Zweiter am

Podest. „Das Gefühl in der Luft war sensationell, ich war sehr zufrieden“, erklärte er vor der Kamera. Mit dem Tiroler Manuel Poppinger und Michael Hayböck aus Oberösterreich zeigten auch wieder zwei junge Athleten aus dem ÖSV-Team auf. Lokalmatador Wolfgang Loitzl erreichte einen Tag vor seinem 34. Geburtstag beim zweiten Bewerb am Sonntag den elften Rang. Im Volksbankzelt haben die Mitarbeiter der Volksbank Steirisches Salzkammergut ihren Gästen ein herzliches Willkommen bereitet. Wir haben mit Organisatorin Claudia Demmel gesprochen. Wie hast du die Tage erlebt? Ich habe am Kulm selten so ein Wechselbad der Gefühle erlebt: Zuerst die

Die Sieger vom Samstag: Peter Prevc (SLO, 2.), Noriaki Kasai (JPN, 1.) und Gregor Schlierenzauer (AUT, 3.)

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Die Organisatoren: Claudia Demmel und Helmut Wurian


Sport

Der Japaner Noriaki Kasai

wochenlange Sorge um das Wetter: haben wir genügend Schnee, wird es kalt genug sein, ... Dann der Horrorsturz von Thomas Morgenstern beim Training am Freitag. Am Samstag hat sich plötzlich alles in Wohlgefallen aufgelöst: strahlender Sonnenschein, Entwarnung bei Thomas Morgenstern und tausende glückliche Volksbanker in unserem Zelt.

Der Sturz von Thomas Morgenstern hat uns eindrucksvoll vor Augen geführt, dass der Kulm keine 08/15-Schanze ist.

Wie war die Stimmung nach dem Sturz von Morgi? Der Sturz hat uns am Freitag in eine Schockstarre versetzt. Stundenlang gab es kein anderes Thema. Unsere Gedanken waren mehr bei ihm als bei unserer Arbeit. Ein Stein ist mir vom Herzen gefallen, als ich nach Abschluss der Vorbereitungsarbeiten nach Hause gefahren bin und im Radio gehört habe, dass er bei vollem Bewusstsein ist und Arme und Beine bewegen kann. Samstagfrüh haben wir dann Tafeln mit „Get well soon, Morgi“ gebastelt und im Zelt aufgestellt. Der Sturz hat uns eindrucks-

Cheftrainer Alex Pointner, Vierschanzentournee-Sieger Thomas Diethard und das begeisterte Publikum cooperativ 1/14

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Sport

voll vor Augen geführt, dass der Kulm keine 08/15-Schanze ist, sondern extrem schwer zu fliegen. Vermutlich hätte es ohne diesen Sturz mehr 200-Meter-Flüge gegeben. Welche Promis waren im Volksbankzelt?

Andi Goldberger lässt sich von seinen Fans auf Händen durch das Volksbankzelt tragen.

Natürlich waren alle Superadler da: Vierschanzentournee-Sieger Thomas Diethard, Gregor Schlierenzauer, Wolfgang Loitzl, Michael Hayböck, Manuel Poppinger und Martin Koch. Am Samstag haben uns auch Tagessieger Noriaki Kasai und der Sieger vom Sonntag, Peter Prevc, die Ehre gegeben. Noriaki Kasai hat auf unserer Bühne auf Deutsch gesagt: „Ich mag Kulm!“ Das Zelt hat getobt. Alexander Pointner und Andi Goldberger haben uns ebenso besucht wie Ernst Vettori, Hannes Arch, Verbandsanwalt Dr. Hans Hofinger und sein Gast Dr. Christian Aichinger, Präsident des Sparkassenverbandes und Vorstandsdirektor der Finanzmarktaufsicht, Dr. Rainer Borns und Mag. Christoph Raninger, Vorstandsdirektoren der Österreichischen Volksbanken AG, und die „Hausherren“, Herbert Angerer, Helmut Bauer und Gotthard Gassner, um nur einige zu nennen. Insgesamt haben uns mehr als 4.200 Gäste im Zelt besucht. Claudia, wie gewöhnlich ist alles perfekt gelaufen. Wie lange habt ihr an der Vorbereitung gearbeitet?

Die ÖSV-Superadler

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Die Organisationsarbeiten für den Kulm starteten für mich Ende Oktober. Helmut Wurian vom Volksbanken-Verbundmarketing beginnt mit den Vorbereitungsarbeiten natürlich schon früher. Er war mit seinem Team für die Umset-


Sport

zung der Kooperation verantwortlich, von der Planung der Marketingaktivitäten bis hin zur Verlosung der Mitarbeitertickets. Die Firma brandingpark hat in gewohnt professioneller Weise für die Inszenierung der Marke Volksbank am Kulm gesorgt. Unser Zelt wurde Mitte Dezember gebaut. Die „heiße Phase“ beginnt etwa 14 Tage vor der Veranstaltung. Die letzte Woche vor dem Tag X war ich täglich vor Ort: Deko, Getränkelieferungen entgegennehmen etc … Was war dir das Wichtigste? Für mich stehen immer zwei Sachen im Mittelpunkt: Erstens will ich den Kollegen aus den Volksbanken einen unvergesslichen Tag bereiten, ein einladendes Zelt, ausreichend Getränke, ein gutes Essen ... Zweitens will ich meinen Kollegen aus der Volksbank Steirisches Salzkammergut gute Arbeitsbedingungen bieten: Zwischen Mittwoch und Sonntag haben 43 Mitarbeiter 660 Stunden vor Ort gearbeitet. Drei Kollegen sind leider krank geworden. Unterstützt haben uns auch Ehepartner, ehemalige Ferialprak-

Noriaki Kasai beim Interview

„Insgesamt waren 4.200 Gäste im Volksbankzelt, darunter alle Superadler und viel Prominenz.“ tikanten und Freunde der Bank. In diesem Jahr war sogar ein Mitarbeiter der Volksbank Bad Goisern dabei. Ihr seid alle freiwillig dabei und ohne Bezahlung? Ja, wir alle opfern unser Wochenende für den Sektor. Auch heuer hat uns dieses gemeinsame Erlebnis am Kulm gestärkt. Es wirkt besser als jedes Teambuilding-Seminar. Wir sind alle sehr stolz, dass wir das Ereignis wieder gemeinsam bewältigt haben - ohne Streitereien, mit Ruhe und Freundlichkeit. Jeder einzelne Mitarbeiter war wichtig,

hat seinen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung geleistet. Wann ist für dich die Veranstaltung abgeschlossen? Die Veranstaltung ist abgeschlossen, wenn wir uns bei jedem, der uns geholfen hat, bedankt haben - und das waren wirklich viele Menschen - und alle Rechnungen bezahlt sind. Ich danke dir, deinen Kollegen und allen, die mitgeholfen haben für eure Gastfreundschaft. Es war wieder ein unvergessliches Volksbanken-Skiflugfest am Kulm. 

Gregor Schlierenzauer verteilt Autogrammkarten cooperativ 1/14

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Chronik

IGA-Forschungspreis 2013 Mit ihrer theoretischen Analyse „Genossenschaftsbanken im Wettbewerb“ hat Dr. Simone Raab-Kratzmeier den Forschungspreis des Internationalen Instituts für Genossenschaftsforschung im Alpenraum (IGA) zugesprochen bekommen.

I

n ihrer Doktorarbeit ist die NachWie Professor Dr. Peter Welzl in sei- senschaftliche Beirat des IGA sich entwuchsforscherin der Frage nachge- ner Laudatio im Rahmen der IGA-Ta- schlossen habe, die Arbeit seiner Dokgangen, wie sich moderne Genossen- gung am 13. November in Innsbruck torandin auszuzeichnen. Zuletzt ist der IGA-Forschungspreis schaftsbanken von ihren privatwirt- zum Ausdruck brachte, ist die ausgeschaftlichen Konkurrenten unterschei- zeichnete Doktorarbeit keine leichte im Jahr 2010 an Dr. Monika Wurzer verden und welche Auswirkungen das auf Lektüre: „Wenn Sie dieses Buch auf- geben worden, für ihre Forschungsarbeit den Wettbewerb und das Marktergebnis schlagen, sehen Sie, dass da ziemlich über die Gebarungs- und Geschäftsfühhat. viele Formeln drinnen sind.“ Als Indus- rungsprüfung in Genossenschaften an Sie zeigt, dass moderne Genossen- trieökonom versuche er an seinem Lehr- der Universität Innsbruck, bei Professor schaftsbanken ihren Kunden einen be- stuhl mit mathematischen Hilfsmitteln Dr. Rudolf Steckl. Der Preis ist mit masonderen Zugang zu Bankprodukten er- „den Dingen etwas mehr auf den Grund ximal 3.500 Euro dotiert. möglichen, wie es der gesetzliche För- zu gehen.“ Er freute sich, dass der wisderauftrag vorsieht. Gleichzeitig kommt sie in ihrer ökonomische Analyse zu dem Ergebnis: „dass diese Förderung zu einem aggressiven Wettbewerbsverhalten führt, wodurch Genossenschaftsbanken einen höheren Marktanteil erreichen, während Geschäftsbanken zurückgedrängt werden.“ Unter Einbeziehung des genossenschaftlichen Regionalitätsprinzips erscheint diese Wettbewerbsverzerrung sogar wünschenswert, da „eine Spezialisierung bei der Risikoeinschätzung mit positiven Auswirkungen für die Kreditversorgung verbunden ist.“ Simone Raab-Kratzmeier, geboren 1981, studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg, mit Schwerpunkt Finanz- und Bankwirtschaft und ist seit März 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre der Universität Augsburg bei Professor Dr. Peter Welzl. Mag. Arnulf Perkounigg und DI Hans Partl (IGA) übergeben den Preis an Dr. Simone Raab-Kratzmeier und 

Prof. Peter Welzel

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Chronik

Volksbank Salzburg

Ehrungen D

er Vorstand der Volksbank Salzburg ehrte kürzlich Mitarbeiter, die auf eine lange und erfolgreiche berufliche Laufbahn in der Bank zurückblicken können. Generaldirektor Dr. Walter Zandanell (stehend, 1. v. l.) und Vorst.-Dir. Mag. Dr. Andreas Hirsch (stehend, 1. v. r.) gratulierten im Rahmen einer Feier den langjährigen Mitarbeitern und würdigten ihre Verdienste. Mit 30-jährigem Dienstjubiläum: Margit Krahbichler (sitzend, Mitte) und Helmut Lemberger (sitzend, 1. v. l.), mit 35-jährigem Dienstjubiläum: Kurt Schnegg (sitzend rechts), Johann Steger (stehend, 2. v. r.) und Dir. Johann Millinger (stehend, Mitte) und mit 40-jährigem Dienstjubiläum: Johann Niederseer (stehend, 2. v. l.). 

Volksbank Wien-Baden und TeamBank

Service- und Beratungsqualität beim fairen Credit bestätigt

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ie Volksbank Wien-Baden arbeitet seit einigen Jahren mit dem fairen Credit zusammen. Im Rahmen eines umfassenden Audits wurde die Serviceund Beratungsqualität des fairen Credit von TÜV-Austria-Experten bestätigt. Das Interview mit Ing. Mag. (FH) Hermann Zeilinger vom TÜV Austria und Vertriebsleiter Bernhard Bregesbauer von der Volksbank Wien-Baden lesen Sie auf S. 30. 

v.l. Prok. Bernhard Bregesbauer (VB Wien-Baden), Mag (FH) Thomas Greider (VB Wien-Baden), Daniela Heindl (VB Wien-Baden), VDir. Wolfgang Layr (VB Wien-Baden), Andreas Sedlmaier (TeamBank), Ing. Mag. (FH) Hermann Peter Zeilinger (TÜV Austria), Dipl.-Ing. Stefan Wallner (TÜV Austria)

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Chronik

Volksbank GHB Kärnten

Volksbank Fels am Wagram

Vernissage A

m 18.10.2013 fand in den Räumlichkeiten der Volksbank Fels am Wagram eine Vernissage unter dem Motto „Gemeinsam kreativ – gemeinsam in die Zukunft mit Ihrer Volksbank Fels am Wagram“ statt. Nach einem Sektempfang sowie den Eröffnungsworten unserer Geschäftsleiter und einem der Künstler, Herrn Albert Horrak, konnten die Bilder von den zahlreichen Besuchern eingehend betrachtet werden. Weine vom Weingut Güntschl aus Gösing und ein kleines Buffet rundeten den gelungenen Abend ab. 

Sabine Madlberger

Weihnachtsunterstützung für das Atelier de La Tour Die Volksbank GHB Kärnten hat 2013 beschlossen, anstelle von Weihnachtsgeschenken ein soziales Projekt mit 2.000 Euro zu unterstützen.

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as Atelier de La Tour der Diakonie de La Tour konnte sich 2013 über 2.000 Euro der Volksbank GHB Kärnten freuen. Es ist eines der ältesten Ateliers, in dem Menschen mit besonderen Bedürfnissen als Künstler arbeiten. Heute arbeiten dort zehn Künstler täglich in den verschiedensten Techniken. „Mit unserer Weihnachtsspende von 2.000 Euro unterstützen wir Malwochen für die Künstler sowie den Ankauf von Materialien. Wir hoffen, damit nachhaltig ein Zeichen im Sinne des Genossenschaftsgedankens ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ zu setzen“, freuen sich die beiden Volksbank-Vorstände Mag. Josef Brugger und Mag. Alfred Holzer sowie alle Mitarbeiter.

Die Übergabe erfolgte im Rahmen einer Vernissage in der Galerie de La Tour, bei der auch die Volksbank beschenkt wurde: Die Vorstände nahmen als Dankeschön einen Adventkranz und den von den Künstlern des Ateliers gestalteten, wunderschönen Kunstkalender de La Tour 2014 in Empfang. „Die Spende war eine vorweihnachtliche Überraschung und hilft uns, die für 2014 geplanten Projekte zu verwirklichen“, freute sich Mag. Christine Stotter, Leiterin des Ateliers und der Galerie de La Tour. 

Alexandra Wachschütz

Karin Horrak, Albert Horrak, Mag. Martina Horrak, Daniel Horrak (BSc), Dir. Johannes Roch, Dir. Ronald Winkler v.l. Volksbank-Vorstand Mag. Alfred Holzer, Künstler Johann Meduna, Rektor Dr. Hubert Stotter, Künstler Christoph Eder, Mag. Christine Stotter, Leiterin des Ateliers und der Galerie de La Tour und Volksbank-Vorstand Mag. Josef Brugger bei der Spendenübergabe. (Foto: Helge Bauer)

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Chronik

Volksbank GHB Kärnten

Erfolgsrezepte mit Alexander Pointner Alexander Pointner gab vor rund 200 Besuchern Einblicke in die Erfolgsgeheimnisse seiner Skispringer: „System Superadler – der Schlüssel zum Erfolg“.

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n diesem Abend konnten die zahlreichen Besucher einen Blick hinter die Kulissen der Trainings- und Wettkampfwelt der österreichischen Skispringer werfen. Welche Methoden führen zu Spitzenleistungen im Sport, wie sind diese auch in unser Arbeitsund Alltagsleben übertragbar? Ein Bestandteil im Training mit den Spitzensportlern ist die AVWF®-Methode (Audivisuelle Wahrnehmungsförderung), die Alex Pointner, selbst AVWF®-Neurocoach, seinem Team vermittelt. Jeder sportinteressierte Fernsehzuseher kennt mittlerweile die Bilder von Thomas Morgenstern und Co., mit ihren Kopfhörern und der schallmodulierten Musik, die offensichtlich ein wichtiger Baustein der Höchstleistungen der Sportler ist. Alex Pointner zeigte zusätzlich auf, wie mit der AVWF®-Methode Energie aufgebaut, Konzentration gefördert und damit die Lebensqualität erhöht werden kann.

sern das autonome Nervensystem stimulieren und wieder in Balance bringen. Bei Erwachsenen, die durch die Reiz­ überflutung in Beruf und Alltag unter Stress, Antriebsschwäche oder Burn Out leiden, ist die Wirkung verblüffend – schon nach wenigen Trainingsstunden sind erste Erfolge erkennbar. Mehr zur AVWF-Methode: www.avwf.at

Alex Pointner Der gebürtige Oberösterreicher (geboren am 1. Januar 1971) ist aktueller Cheftrainer der österreichischen Na-

tionalmannschaft im Skispringen. Er ist der erfolgreichste Skisprung-Trainer in der Geschichte des Österreichischen Skiverbandes. Pointner war selbst Skispringer und absolvierte seine sportliche Ausbildung im Skigymnasium Stams. Er schlug schon während seiner aktiven Zeit als Sportler den Weg zur Trainer-Karriere ein. 1998 schloss er die staatliche Sprung­lauf-Trainerprüfung ab. Seit 2004 ist Pointner Cheftrainer der österreichischen Nationalmannschaft. 

Alexandra Wachschütz

Was ist die AVWF®-Methode Mit der Audiovisuellen Wahrnehmungsförderung können bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Lernund Aufnahmefähigkeit, Motorik sowie mentale und körperliche Leistungsfähigkeit verbessert werden. Dazu werden Schallwellen in einem Musikstück derart moduliert, dass sie über in der Mittelohrmuskulatur gelegene Nervenfa-

v.l. Regionalleiter Prok. Bernd Wulz, MBA, Volksbank-Vorstand Mag. Josef Brugger und Firmenkundenleiter Dr. Gerald Fritz übten mit Alex Pointner die richtige Landung beim Schispringen. cooperativ 1/14

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Chronik

Volksbank Vorarlberg

Mit Humor ins neue Jahr Einiges zu lachen hatten Kunden und Partner der Volksbank Vorarlberg beim Neujahrsempfang des Private Banking. Dr. Roman Szeliga, Mitbegründer der CliniClowns, erbrachte den Beweis dafür, dass Humor auch im Wirtschaftsleben nicht zu kurz kommen sollte. und 130 Gäste waren am 30. Jänner 2014 der Einladung zum traditionellen Neujahrsempfang des Private Banking Vorarlberg nach Rankweil gefolgt und ließen sich vom „Lachvirus“ infizieren. Vorstandsvorsitzender Betr.oec. Gerhard Hamel zog in seiner Begrüßungsrede ein kurzes Resümee zum Start des neuen Jahres: „2014 hat mit Kraft und Dynamik begonnen“. Mit positiven Anzeichen aus der Wirtschaft sowie im Privatkundenbereich könne der erfreuliche Abschluss des Vorjahres weitergeführt werden. Dr. Petra Stieger, Bereichsleiterin Private Banking, fasste die wichtigsten wirtschaftlichen und konjunkturellen Entwicklungen der vergangenen Monate zusammen und wagte mit einem Blick in die berühmte „Glaskugel“ ihre Einschätzung für Anlagetipps. Ein Rückblick auf das 125-Jahr-Jubiläum der Volksbank Vorarlberg im Vorjahr spricht vom Vertrauen der Kunden durch gelebte Kundenpartnerschaft und Verankerung der Genossenschaftsbank in der Region. Im Jubiläumsjahr 2013 hat die Bank übrigens auch das 10.000ste Genossenschaftsmitglied begrüßt. Dass für eine gute Kundenbeziehung sowie für die erfolgreiche interne Zusammenarbeit nicht zuletzt das gemeinsame Lachen ausschlaggebend ist, zeigte der aus Wien angereiste „Humorbotschafter“ Dr. Roman Szeliga, seines Zeichens Arzt und Mitbegründer der CliniClowns. Im Gepäck hatte der Kommunikationsprofi die obligatorische Clownsnase, Anekdoten aus seiner beruflichen Laufbahn und Beispiele von Unternehmen, die Humor als Problembewältigungstool und Konfliktlöser einsetzen. Mit fachlichem Hintergrund56

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wissen und komödiantischem Talent überzeugte er das Publikum davon, dass Humor vor allem auch in der Wirtschaft eine Rolle spielen sollte. Trotz unterhaltsamer Verpackung war die Botschaft ernst. Das weit verbreitete Phänomen „Je höher auf der Karriereleiter, umso humorloser“ sollte dringend bekämpft werden, ist der Humorbotschafter überzeugt. Humor sei die beste Ergänzung zu Kompetenz. Wenig überraschend, dass in Unternehmen mit gelebter „Humorkultur“ die Mitarbeiter gesünder sind, bessere Leistungen erbringen und weniger oft den Arbeitsplatz wechseln. Lachen ist also ein wesentlicher Bestandteil für ein positives Betriebsklima – und „die schönste Ansteckungskrankheit der Welt“. Das Publikum ließ sich vom Lachvirus gerne infizieren und machte aus vollem Herzen mit. Vom Vortrag begeistert zeigten sich unter anderen die Vorstandsdirektoren Betr.oec. Gerhard Hamel, Dr. Helmut

Winkler und Stephan Kaar, das Private-Banking-Team um Dr. Petra Stieger, Mag. (FH) Ralph Braun, Dietmar Holzer und André Feldkircher sowie die Aufsichtsräte August Entner (Vorsitzender), Dr. Michael Brandauer, Dietmar Längle und Hubert Hrach. Mit anregenden Gesprächen, gemeinsamem Lachen, Musik und regionalen Köstlichkeiten fand der Abend einen Ausklang. 

Sonja Hammerer

Referent Dr. Roman Szeliga begeisterte das Publikum mit seinem kurzweiligen Vortrag.

Fotos: Udo Mittelberger

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Dir. Dr. Helmut Winkler, Vorstandsvorsitzender Betr.oec. Gerhard Hamel, Bereichsleiterin Private Banking Dr. Petra Stieger und Dir. Stephan Kaar mit Dr. Roman Szeliga (v.l.).


Chronik

Volksbank Wien-Baden

Ein Blick von oben

Volksbank Graz-Bruck

Die ausdrucksstarken Städtebilder der Malerin Susanne Riegelnik bringen Weltmetropolen ganz nahe zum Betrachter.

Gemeinsam für einen guten Zweck

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Scheckübergabe von der Volksbank Graz-Bruck an die Mosaik GmbH

ie ist gebürtige Ungarin, fühlt sich als Wienerin und arbeitet am liebsten in ihrem Atelier in Kärnten. Dazu ist die Künstlerin Susanne Riegelnik auch leidenschaftlich gerne in der ganzen Welt unterwegs. Neben der österreichischen Hauptstadt haben es ihr vor allem Manhattan und „Je weiter weg man ist, Venedig als Reisedestinationen umso freier wird der Blick.“ (Susanne Riegelnik) angetan. Bei dieser Wanderlust ist es verständlich, dass sich Riegelnik seit Mitte der 1990er Jahre in ihren Kunstwerken auf Städtebilder konzentriert. Die Grundlage ihrer Werke sind Landkarten und Satellitenbilder, die sie mit ihrer eigenen speziellen Mischung aus Acryl und Harz bearbeitet und dadurch ihre Struktur hervorhebt. Die Farbwahl bringt noch eine weitere Dimension in die Bilder – mal sind sie monochrom, einfarbig gehalten, mal gehen sie in Richtung bunte PopArt. Durch die Methode der Spachtelung entstehen plastische, skulpturelle Bilder zum Anfassen. Gezeigt werden bei der Ausstellung „Venedig in Wien“, die bis Anfang April in der Volksbank-Filiale Operngasse 8 in Wien zu besichtigen ist, eine Reihe von Farbinterpretationen der beliebten italienischen Destination. 

Jasmin Fasching

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ls regionale eigenständige Volksbank haben wir auch eine soziale Verantwortung in unserer Region wahrzunehmen“, erklärte Direktor Dr. Gerhard Reiner, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Graz-Bruck. Mit diesen Worten überreichte er dem sichtlich erfreuten Geschäftsführer der Mosaik GmbH, Mag. Berndt Sussitz, einen Scheck in Höhe von 3.581,36 Euro. Der Betrag dient der Förderung der Kinder- und Jugendarbeit des Non-Profit-Unternehmens. Die Volksbank Graz-Bruck hat vor Weihnachten eine Vernissage organisiert, bei der Klienten der Mosaik ihre Bilder präsentieren und verkaufen konnten. Auch Spendenboxen für Mosaik waren aufgestellt, um Gelder für die Behinderteneinrichtung zu sammeln. Mosaik ist ein gemeinnütziges Unternehmen, das Menschen mit Behinderung betreut, berät und fördert, damit sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Kunsttherapie ist nur ein Baustein, der diesen Menschen mit besonderen Bedürfnissen hilft sich wohlzufühlen. Das Unternehmen betreut etwa 1.000 Menschen in der Region und beschäftigt an die 430 Mitarbeiter. Die Kooperation mit Mosaik ist Teil des Nachhaltigkeitsmanagements der Volksbank Graz-Bruck, auf das die Genossenschaftsbank seit 2013 setzt. 

Rosemarie Lang

Dir. Dr. Gerhard Reiner, Kunsttherapeutin Mag. Ines Ranner, Dir. Dr. Michael Klampfl und Mosaik-Geschäftsführer Mag. Berndt Sussitz Susanne Riegelnik lässt sich auf ihren Reisen inspirieren. cooperativ 1/14

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Chronik

Interne Revision 2013

Zertifikatsverleihung Drei neue Absolventen des Fachlehrgangs Interne Revision 2013.

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ie Interne Revision begegnet in den aktuell turbulenten Zeiten des Volksbanken-Verbundes großen Herausforderungen wie der Umstellung auf neue Programme oder der ordnungsgemäßen Erfüllung der Verbundstandards infolge der im Jahr 2012 abgeschlossenen Kooperationsvereinbarung. Dieser Vertrag zwischen ÖVAG und dem zugeordnetem Einzelinstitut regelt die Tätigkeit der lokalen Innenrevision in der Volksbank für die Verbundrevision in der ÖVAG in den Bereichen, die der § 30a BWG festlegt. Das Augenmerk lag bei den Seminaren des Fachlehrgangs 2013 auch besonders auf diesen Regelungsbereichen, damit die Anforderungen der Verbundrevision erfüllt werden können. Neben dem § 30a BWG muss die Revision stets über sämtliche gesetzliche Änderungen wie Basel III, FACTA, SEPA, MIFID II etc. Bescheid wissen. Umfassende Methodenkompetenz und Eigeninitiative sind daher bei der Revisionstätigkeit gefordert. Bereits vor Beginn der Ausbildung wird in einer Standortbe-

stimmung überprüft, ob ein Interner Revisor neben den fachlichen Komponenten auch über die erforderlichen persönlichen Kompetenzen verfügt. Der Kandidat und die Geschäftsleitung bekommen wertvolles Feedback, inwieweit eine Eignung für das Berufsfeld des Revisors gegeben ist und wo noch Verbesserungspotential besteht. Die Unternehmensführung sollte sehr genau Bedacht darauf nehmen, wem sie die Ausbildung ermöglicht und wer die Interne Revisionsabteilung leitet. Mitarbeiter der Internen Revision sind auf Grund ihrer Qualifikation in allen Bankbereichen einsetzbar. Die Absolvierung des Fachlehrgangs bietet somit für die Geschäftsleitung als auch für den Mitarbeiter eine Win-Win-Situation. Das breit gefächerte Fachwissen aus der Internen Revision ist ein wichtiger Baustein im Wissensmanagement der Volksbank, das der Geschäftsleitung nicht nur für die Erfüllung gesetzlicher Prüfpflichten, sondern auch für Beratungszwecke zur Verfügung steht. Gerade bei der Umsetzung der zahlreich

bevorstehenden Gesetzesänderungen kann der Interne Revisor projektbegleitend zu Rate gezogen werden und im Vorfeld mögliche Risiken aufzeigen. Am 19. und 20. November 2013 hat an der Volksbank Akademie die Abschlussprüfung im Rahmen des Fachlehrgangs „Interne Revision“ stattgefunden. Der Vorsitzende der Prüfungskommission, Mag. (FH) Alexander Feigl von der Volksbank Donau-Weinland registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung gratulierte den Teilnehmern zur erfolgreich abgelegten Prüfung. Die Prüfungskommission bestand wieder aus Vertretern der Volksbanken, des ÖGV und der ÖVAG. Die Betreuung der Internen Revision durch den ÖGV und die entsprechende Ausbildung über den Fachlehrgang an der Volksbank Akademie stehen auch korrespondierenden Mitgliedern des ÖGV offen. Im Jahr 2013 haben auch zwei Prüfungskandidaten aus Nicht-Verbundbanken das Angebot genutzt und erfolgreich abgeschlossen. Ein herzliches Danke an alle Trainer und die Mitarbeiter der Volksbank Akademie, die wieder zum Gelingen dieser Prüfung beigetragen haben! Den jungen Revisionskollegen nochmals alles Gute zur bestandenen Prüfung! 

Mag. Karin Faux Prüfungsabteilung Kredit und Betreuung Interne Revision im ÖGV

Absolventen 2013 mit ausgezeichnetem Erfolg: Mag. Karin Walter, Bank für Ärzte und Freie Berufe Aktiengesellschaft mit gutem Erfolg: Roland Wörgötter, Bankhaus Carl Spängler und Co. Aktiengesellschaft mit Erfolg: Margit Führer, WSK Bank AG Die Absolventen mit Mag. Irene Brandl, Volksbank Akademie und Mag. Karin Faux, ÖGV

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Chronik

Volksbank Wien-Baden

Bauen & Energie Messe Wien

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ie Volksbank Wien-Baden ist ein verlässlicher Partner bei allem rund ums Bauen und Wohnen. Die „Wohnbaubank“ im Osten Österreichs war von 13. bis 16. Februar 2014 wieder mit einem Messestand bei der größten heimischen Wohnbaumesse vertreten. Hier konnte man sich rund um Themen wie Hausbau, Zubau, Heizungs- und Haustechnik, Fenster & Türen, Wellness-Einrichtungen, Förderung und Fi-

Volksbank Salzburg

nanzierungen informieren. Die Wohnbauberater standen ihren Kunden am Messestand in der Halle A mit Informationen zu richtiger Wohnbaufinanzierung, dem einfachsten Weg zum Fördergeld bis hin zu attraktiven Veranlagungen zur Verfügung. Zusätzlich konnte man sich im Lounge-Bereich des Stands entspannt unterhalten und stärken sowie beim diesjährigen Gewinnspiel mitmachen. 

Jasmin Fasching

Top-Analyst zu Gast K

ürzlich hielt Dr. Jan Holthusen in der Firmenzentrale der Volksbank Salzburg einen Vortrag zum Thema „Krise überwunden? Chancen und Risiken für Konjunktur und Kapitalmärkte 2014“. Dr. Holthusen leitet bei der DZ Bank AG, Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank in Frankfurt die Analyse für Anleihen und Währungen. Er legte bereits das dritte Jahr in Folge seine Perspektiven für die Zins- und Aktienmärkte sowie die wirtschaftlichen Entwicklungen einzelner Länder und des Euro-Währungsraums dar. Seine „Treffsicherheit“ der letzten Jahre lässt für das kommende Jahr hoffen. Den 180 Gästen gab er Tipps für deren geschäftliche und persönliche Finanzpläne. In einer interessanten Fragerunde und beim Get-Together im Anschluss gab es viel Gesprächsstoff rund um die aktuelle Wirtschaftssituation und Entwicklungen in der Finanzwelt. 

IMPRESSUM cooperativ – Die Gewerbliche Genossenschaft 1/14 142. Jahrgang DVR 0048577 MEDIENINHABER (VERLEGER) Österreichischer Genossenschaftsverband (Schulze-Delitzsch), Löwelstraße 14-16, Postfach 135, A-1013 Wien, Tel: 01 313 28, Fax: 01 313 28 450, weitere Informationen zum Medieninhaber nach dem MedienG finden Sie auf der Homepage: www.diegenossenschaft.info HERAUSGEBER Österreichischer Genossenschaftsverband (Schulze-Delitzsch) CHEFREDAKTEURIN Andrea Karner REDAKTION Hermann Fritzl, Renate Hinteregger, Hans Hofinger, Anna Philipp, Wolfgang Schmidt, Anton Schmoll, Bernd Spohn, Margareta Steffel LAYOUT DESIGN Elke Bauer LAYOUT UND SATZ Anna Philipp DRUCK Berger, Horn KONTAKT redaktion@oegv.volksbank. at COVERFOTO Alexander Turnbull Library, National Library Of New Zealand, Wellington/Neuseeland Gezeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder. Gender-Hinweis: Im Sinne einer besseren Lesbarkeit unserer Artikel verwenden wir die maskuline oder feminine Sprachform. Dies impliziert jedoch keine Benachteiligung des jeweils anderen Geschlechts.

Generaldirektor Dr. Walter Zandanell und Dr. Jan Holthusen cooperativ 1/14

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Chronik

Ehrungen des Österreichischen Genossenschaftsverbandes Von Juli 2013 bis Dezember 2013 wurden folgende Auszeichnungen an verdiente Mitarbeiter, Geschäftsleiter/Geschäftsführer und ehrenamtliche Funktionäre unserer Mitgliedsunternehmen verliehen:

Ehrenmedaille in Gold Prok. Walter BIERINGER Bereichsdirektor Region Berndorf VOLKSBANK BADEN e.Gen.

Willibald BIRGLECHNER LKW-Fahrer Brauerei Ried e.Gen.

Maria BRANDTNER Schaltermitarbeiterin Volksbank Weinviertel e.Gen.

Christian DACHS Experte Interne Revision VOLKSBANK VORARLBERG e.Gen.

Erwin DANEK Filialleiter Volksbank Wien-Baden AG

Helmut ENDER Assistent Haustechnik VOLKSBANK VORARLBERG e.Gen.

Andre FELDKIRCHER Private Banking Betreuer VOLKSBANK VORARLBERG e.Gen.

Enrico FRÖHLE Experte Controlling VOLKSBANK VORARLBERG e.Gen.

Daniel GOTSCHIM Mitarbeiter Organisation Volksbank Wien-Baden AG

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Ursula GROSS-NEUHOLD

Ernst PEER

Filialmitarbeiterin / Top-Kundenberaterin Volksbank Wien-Baden AG

Betriebsschlosser Brauerei Ried e.Gen.

Franz HACKENBERG

Christa PFEILER

ehem. Mitarbeiter Volksbank Landeck eG

Filialmitarbeiterin / Top-Kundenberaterin Volksbank Wien-Baden AG

Sabine HAHN

Petra ROMAGNA

Filialmitarbeiterin / Kundenberaterin Volksbank Wien-Baden AG

Filialmitarbeiterin / Kundenberaterin Volksbank Wien-Baden AG

Thomas HAUSER

Helga STOIBER

Filialleiter Volksbank Wien-Baden AG

Filialmitarbeiterin VOLKSBANK BADEN e.Gen.

Bruno HORNUNG

Mirko VALCANOVER

Leitung Filiale Siebenhirten VOLKSBANK BADEN e.Gen.

Sachbearbeiter Zahlungsverkehr VOLKSBANK VORARLBERG e.Gen.

Mag. Walter HOSP

Klaus VOLDERAUER

Abteilungsleiter Zahlungsverkehr VOLKSBANK VORARLBERG e.Gen.

Privatkundenbetreuer VOLKSBANK VORARLBERG e.Gen.

Engelbert KOHL

Hermann WIESER

Kommerzkundenbetreuer Volksbank Weinviertel e.Gen.

Servicetechniker Brauerei Ried e.Gen.

Elisabeth KORENJAK Geschäftsstellenleiterin Volksbank Kärnten Süd e.Gen.

Isolde KORENJAK-PREITENEGGER

Ehrenmedaille in Gold am Bande Susanne BRÜCKLER

Abteilungsleiterin Volksbank Kärnten Süd e.Gen.

Kundenbetreuerin und Filialleiter-Stellvertreterin Volksbank Alpenvorland e.Gen.

Zorica LEPIR

Robert FISCHER

Expertin Controlling VOLKSBANK VORARLBERG e.Gen.

Mitarbeiter Kundenberatung Volksbank Feldkirchen eG


Chronik

Werner GAHR

Johann MÜHLBURGER

Leiter der Abteilung Zahlungsverkehr Volksbank Weinviertel e.Gen.

Wohnbaukundenbetreuer Volksbank Osttirol-Westkärnten eG

Sigmund GLENDA

Martin PIWALT

ehem. Mitarbeiter Volksbank Landeck eG

Geschäftsstellenleiter-Stellvertreter Volksbank Weinviertel e.Gen.

Albert GRIESSER

Rosa PROHASKA

ehem. Mitarbeiter Volksbank Landeck eG

Gruppenleitung Hauptkassa Österreichische Volksbanken-Aktiengesellschaft

Mag. Heinrich GRUBER Mitarbeiter der Gruppe Förderlösungen Österreichische Volksbanken-Aktiengesellschaft

Helmut SCHÖNHERR

Regionaldirektor Alois GRUGGER

Prok. Adelbert SPISS

Gruppenleiter / Kommerzkundenbetreuer / Filialleiter Altenmarkt Volksbank Salzburg eG

ehem. Mitarbeiter Volksbank Landeck eG

Hannelore KÖCK

Mitarbeiter der Stabsstelle Marketing & Kommunikation Österreichische Volksbanken-Aktiengesellschaft

Sachbearbeiterin in der Abteilung Volksbank Salzburg eG

Gerd KÖHLE ehem. Mitarbeiter Volksbank Landeck eG

Rudolf KÖPPL ehem. Mitarbeiter Volksbank Landeck eG

Erika MÖRK Abteilungsleitung Organisation Financial Österreichische Volksbanken-Aktiengesellschaft

ehem. Mitarbeiter Volksbank Landeck eG

Prok. Ewald URL

Gottfried ZAGLER Schaltermitarbeiter in der Geschäftsstelle Hohenruppersdorf Volksbank Weinviertel e.Gen.

Hildegard ZINKE Kundenberaterin Volksbank Niederösterreich Süd eG

Kleines Ehrenzeichen in Gold Geschäftsführer KR Ing. Kurt BERGHOFER Aufsichtsratsmitglied Volksbank Linz-Wels-Mühlviertel AG

Direktor Johannes FLEISCHER Vorstandsvorsitzender und Geschäftsleiter Volksbank Weinviertel e.Gen.

Geschäftsführer Mag. Wolfgang JÄGER Vorstandsobmann ADEG Wolfsberg e.Gen.

Krimhilde KUMMER Aufsichtsratsvorsitzende-Stellvertreterin ADEG Wolfsberg e.Gen.

Franz SCHULER Aufsichtsratsvorsitzender ADEG Wolfsberg e.Gen.

Schulze-Delitzsch-Medaille in Gold Direktor Mag. Harald POSCH Stabsstellenleitung Personalmanagement / HR Österreichische Volksbanken-Aktiengesellschaft

Direktor Alfred PRIBIL Mitarbeiter der Gruppe Steuerung Verbundliquidität Österreichische Volksbanken-Aktiengesellschaft

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Ex Libris

Norbert Gugerbauer/Werner Doralt (Hrsg.) KODEX Wettbewerbsund Kartellrecht 2013 2. Auflage 2013 Stand 1. 4. 2013 Linde Verlag 934 Seiten € 40,-

Der KODEX Wettbewerbs- und Kartellrecht 2013 enthält neben dem EU-Kartellrecht das Kartell- und Wettbewerbsrecht in Deutschland und Österreich. Die Änderungen im deutschen Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) wurden im vorliegenden Werk berücksichtigt, ebenso die weitreichenden Novellierungen des österreichischen Kartellgesetzes (KartG) und des österreichischen Wettbewerbsgesetzes. Auf den Beschluss des Präsidenten der Europäischen Kommission über Funktion und Mandat des Anhörungsbeauftragten in bestimmten Wettbewerbsverfahren nimmt der KODEX ebenfalls Bezug. Hans Hofinger

VÖIG (Hrsg.) InvFG 2011 und AIFMG Linde 944 Seiten, kart. € 88,--

Durch das InvFG 2011 wurde das österreichische Investmentfondsgesetz neu gefasst und mit dem mit Juli 2013 in Kraft getretenen AIFMG wesentlich erweitert. Das vorliegende Werk fasst die umfassenden alle zum Investmentfondsrecht bestehenden Materialien auf dem aktuellsten Stand zusammen. Der Materialband enthält eine kurze Einführung zur Entwicklung des Investmentfondsrechts in Österreich, die nationalen Materialien, wie das InvFG 2011 und das AIFMG samt den Erläuternden Bemerkungen sowie ausgewählte, besonders praxisrelevante Verordnungen, als auch die aktuellen Fassungen der OGAW-Richtlinie und der AIFM-Richtlinie mit den dazugehörigen Durchführungsrichtlinien und -verordnungen. Dadurch wurde eine praktische Zusammenfassung geschaffen, die Praktikern beim Umgang mit dem Investmentfondsrecht hilfreich unterstützt. Christiane Lewisch

Markus Kellner Der Rechtsbegriff der allgemeinen Geschäftsbedingungen Manz 324 Seiten € 74,--

Verträge, deren Inhalte nicht zumindest teilweise durch Allgemeine Geschäftsbedingungen geregelt werden, bilden heute eine Ausnahme. Die rechtliche Beurteilung von in allgemeinen Geschäftsbedingungen enthaltenen Regelungen ist daher ein für die Praxis bedeutsames Thema, das die Gerichte alltäglich beschäftigt, nicht nur, aber auch in spektakulären „Klauselprozessen“. Das Buch nimmt sich des Anwendungsbereiches der Inhaltskontrolle von Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Vertragsformblättern nach § 879 Abs 3 ABGB in umfassender Weise an und geht auch auf die dogmatischen Grundfragen des AGB-Rechts ein. Christiane Lewisch

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Walter Müller, Mario Höller-Prantner Markenrecht kompakt Linde 336 Seiten, kart. € 48,--

Die Bedeutung des Markenrechts nimmt in der Privatwirtschaft und auch in der Rechtsberatung stetig zu. Weil in den Rechtsvorschriften zahlreiche unbestimmte Gesetzesbegriffe verwendet werden, wird den Gerichten großer Entscheidungsspielraum eingeräumt. Daher ist für die Beurteilung von markenrechtlichen Problemen und Fragen die Entwicklung der Judikatur des EuGH und des OGH von genauso großer Bedeutung, wie die gesetzgeberischen Akti-

vitäten. Das Buch bietet die Grundlagen und einen Überblick über den aktuellen Stand der Rechtsprechung, zeigt aber auch offene Zweifelsfragen auf und richtet sich sowohl an Juristen als auch an Marketingfachleute. Behandelt werden die Themen »» Nationale Marke, Gemeinschaftsmarke, Internationale Marke »» Markenanmeldung »» Verwechslungsgefahr, Doppelidentität »» Schutz der bekannten Marke »» Erschöpfung des Markenrechts, Vergleichende Werbung »» Marke im Internet (Domainnamen, Keyword-Advertising) »» Übertragung, Lizenz »» Löschung der Marke »» Behörden, Verfahren »» Gerichtliche Rechtsdurchsetzung »» Patent- und Markenrechts-Novelle 2014 sowie zahlreiche Praxisbeispiele. Christiane Lewisch

Christian Zib/Markus Dellinger UGB Unternehmensgesetzbuch Großkommentar Band I Teil 2, §§ 38 - 58 UGB LexisNexis 464 Seiten, geb. € 116,--

Durch die tiefgreifende Änderung und Neugestaltung des Unternehmensrechts im Rahmen des UGB ist die neue Kommentierung für den täglichen Gebrauch unerlässlich, denn die Neuregelung löst viele bisherige Probleme, wirft aber auch zahlreiche neue Fragen auf, die durch dieses Werk fundiert beantwortet werden. Der in vier Bänden (Band 1 und Band 3 erscheinen in 2 Teilbänden) erscheinende Großkommentar bietet eine eingehende Darstellung der Auslegungsfragen durch ausgewiesene Experten und eine umfassende Aufarbeitung der Rechtsprechung und Literatur in Österreich und Deutschland. Band I/2 enthält die Kommentierung der §§ 38 - 58 UGB. Der Band behandelt mit dem Unternehmensübergang unter Lebenden (§§ 38, 39) und von Todes wegen (§ 40) und ihren Haftungsfragen eine der zentralen Neuregelungen des UGB und mit Prokura


Ex Libris

und Handlungsvollmacht (§§ 48 - 58) ein traditionell praxisbedeutsames Thema des Unternehmensrechts. Durch die sehr umfassende und detaillierte Aufarbeitung der einzelnen gesetzlichen Bestimmungen wird dieses Werk den Erwartungen die an einen Großkommentar gestellt werden jedenfalls gerecht Karin Trzebin

Kammer der Wirtschaftstreuhänder (Hrsg.) Personengesellschaften und andere Mitunternehmerschaften sowie ihre Gesellschafter Linde 664 Seiten, Leinen € 98,--

Die Rechtsform der Personengesellschaft ist nicht nur für die Klein- und Mittelbetriebe sowie für freiberuflich Tätige von Bedeutung, sondern auch von Investmentvehikel oder großen Unternehmen eine oft verwendete Gesellschaftsform. Der Anwendungsbereich erstreckt sich daher von der offenen Gesellschaft, Kommanditgesellschaft, atypisch stille Gesellschaft, Gesellschaft bürgerlichen Rechts, Miteigentumsgemeinschaft bis hin zur GmbH & Co KG. Auf Grund der breitgefächerten Anwendungsmöglichkeiten der Gesellschaftsform ergibt sich auch ein weites Spektrum an Fragen und Themen in Abhängigkeit davon, ob die Gesellschafter natürliche Personen oder juristische Personen sind und der Betriebsart – KMU, Freiberufler oder Investmentvehikel. In dem Werk werden in 32 Beiträgen von renommierten Experten folgende Themen umfassend dargestellt: Rechnungslegung und Bewertung, Ertragsteuern, Umgründungssteuerrecht, Internationales Steuerrecht, Umsatzsteuer, Verfahrensrecht und Sozialversicherung. Das im Gedenken an Prof. Dr. Karl Bruckner gewidmete Werk stellt daher ein umfassendes Kompendium zum Generalthema Personengesellschaft in ihrer gesamten vielschichtigen Problematik dar. Es ist für alle jene, welche mit Personengesellschaften beruflich befasst sind ein hilfreiches Nachschlagewerk. Franz Groß

Höhne Thomas / Jöchl Gerhard / Lummerstorfer Andreas Das Recht der Vereine LexisNexis, 4. Auflage 648 Seiten € 119,--

Mit der nunmehrig schon 4. Auflage dieses Buches hat der Verlag LexisNexis im Vereinsrecht das derzeit aktuellste Kommentarwerk herausgebracht. Die Autoren konnten dabei zu vielen (vor der vergangenen Auflage bereits bestehenden aber noch strittigen aber auch zu vielen neuen) Fragestellungen umfassende Antworten finden. Sie arbeiteten dabei die vorliegende Judikatur und Literatur sowohl zum öffentlichen, zum Vereinsprivatrecht wie auch zum Vereinssteuerrecht komplett auf und setzten sich mit so gut wie allen Fragen die den Verein berühren auseinander. Somit bietet das Werk für alle mit dem Vereinsrecht Befassten - ob Vereinsfunktionäre oder Berater - ein höchst aktuelles und somit unentbehrliches Handbuch. So behandelt es: »» sämtliche Aspekte der Gründung und praktischen Führung des Vereins »» Probleme des Vereins als Unternehmer, Dienstgeber oder Nachbar »» Probleme des Vereins im Vergabe-, Miet-, Wettbewerbs- oder Insolvenzrecht »» eine umfassende, gleichzeitig auch für Laien verständliche Darstellung des komplexen Vereinssteuerrechts »» Organisation des Rechnungswesens »» Erlangung der Spendenbegünstigung »» Erlangung des Spendengütesiegels »» Jahresabschlussprüfung von kleinen und großen Vereinen Zudem werden wesentliche Inhalte des Steuerrechts in übersichtlicher Form als Entscheidungsbäume und Grafiken aufbereitet. Somit wird sowohl Vereinsfunktionären - die zwar nicht Vereinsjurist zu sein brauchen, aber über ausreichendes Problembewusstsein verfügen müssen - ein einfach verständliches und praktisches Nachschlagewerk geboten und gleichzeitig eine Fach-

publikation veröffentlicht, die juristischen Experten, die mit dem bloßen Gesetzestext schon lange nicht mehr auskommen, eine umfassende Darstellung der komplexen Materie bietet. Phillip Stempkowski

Christian Zib/Markus Dellinger Unternehmensgesetzbuch Großkommentar Band III Teil 1 Lexis Nexis 840 Seiten € 148,--

Im Bereich des Rechnungslegungsrechts hat das 2007 in Kraft getretene HaRÄG eine weitgehende Neuordnung des Unternehmensrechts gebracht. Für Kapitalgesellschaften haben sich zwar keine allzu großen Änderungen ergeben, wohl aber für eingetragene Personengesellschaften und Einzelunternehmer. Für sie wurde der Anwendungsbereich der unternehmerischen Rechnungslegung durch § 189 vollkommen neu definiert. Kernpunkte sind der Übergang vom Kaufmanns- zum Unternehmerbegriff, die Liberalisierung der Firmenbildung, die Öffnung der OG bzw. KG für Kleinunternehmer sowie zahlreiche Änderungen im Recht der Personengesellschaften und der unternehmensbezogenen Geschäfte. Der erste Halbband zum Rechnungslegungsrecht behandelt nicht nur die Neuerungen im Anwendungsbereich der unternehmerischen Rechnungslegungspflicht, sondern auch zahlreiche andere zentrale Regelungen des gesamten Rechnungslegungsrechts, wie etwa die grundlegenden Ansatz- und Bewertungsvorschriften in den §§ 198 und 201 ff sowie die Regelungen über die Buchführung und Jahresabschluss und - von den ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften - insbesondere jene über die Bilanz. Das Werk bietet eine eingehende Darstellung der Auslegungsfragen durch ausgewiesene Experten und eine umfassende Aufarbeitung der Rechtsprechung und Literatur in Österreich und Deutschland. Harald Stehlik

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Nicole Francesconi Der Aufsichtsrat im Konzern LexisNexis 200 Seiten € 39,--

Das vorliegende Werk untersucht die weitreichenden organschaftlichen Pflichten, die einen Aufsichtsrat von Gesellschaften in einem Konzern treffen. So werden die speziellen Überwachungsaufgaben auf Konzernsachverhalte, das Zusammenspiel mit der Konzernleitung, die Aufsichtsinstrumente und die Konsequenzen einer unzureichenden Pflichtenerfüllung aus der Perspektive des Aufsichtsrats an der Konzernspitze beleuchtet, aber auch aus dem Blickwinkel des Aufsichtsrats einer Konzernuntergesellschaft. Im Zentrum stehen die speziellen und komplexen Vorgaben an den Aufsichtsrat, die sich aus dem österreichischen (mit Ausblick auch deutschen) Aktien- und GmbH-Recht ableiten lassen, insbesondere aus dem gesetzlichen Katalog zustimmungspflichtiger Geschäfte, den Regelungen über die Vorstandsberichte, der Redepflicht des Abschlussprüfers sowie aus den Rechnungslegungsbestimmungen. Um seiner Kontrollfunktion nachkommen zu können, ist der Aufsichtsrat auf ausreichende Information angewiesen. Das vorliegende Werk behandelt daher auch den notwendigen Informationsfluss innerhalb von Konzernen und die Zulässigkeit der Weitergabe von Informationen von der herrschenden Gesellschaft an abhängige Gesellschaften und umgekehrt. Eine Darstellung der Haftung des Aufsichtsrats in Konzernkonstellationen rundet das Werk ab. Eine gute Corporate Governance ist eine vielschichtige Herausforderung für das einzelne Aufsichtsratsmitglied und erfordert eine umfassende Kenntnis der mit der Tätigkeit verbundenen Verantwortlichkeiten. Zudem haben sich in jüngster Vergangenheit die Anforderungen an die Aufsichtsratstätigkeit durch verschiedene auch aufsichtsrechtliche Entwicklungen und Unternehmenskrisen verschärft. Mit seiner speziellen

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Themenstellung ist das Werk für alle Aufsichtsratsmitglieder im Konzern, aber auch für den Vorstand und die Geschäftsführung, Mitarbeiter von Rechtsabteilungen und des Risiko- und Compliance-Bereichs sowie für Führungskräfte, die sich mit dem Thema Corporate Governance befassen, von besonderem Interesse. Aber auch für Rechtsberater bietet das Werk eine geeignete Informationsquelle und Orientierungshilfe. Auch für Aufsichtsräte anderer Rechtsformen als derer die im Fokus des Werkes stehen sowie für Aufsichtsräte in andern Kooperationsstrukturen als dem Konzern (wie z.B. einem Kreditinstitute-Verbund) ist dieses Werk eine interessante Anregung über Rolle und Aufgabenverteilung von Kontrollorganen der unterschiedlichen Teilnehmer dieser. Phillip Stempkowski

Lenk Friederike/Nikodem Thomas/Weinzinger Christian/Winalek Peter Mietrechtsgesetz Linde 592 Seiten, gebunden € 98,--

Das MRG stellt den Anwender aufgrund seiner diffizilen Ausgestaltung in der Praxis vor zahlreiche Probleme. Dieses Werk soll insbesondere durch Heranziehung einer Vielzahl von Judikaten zum besseren Verständnis beitragen. Durch die umfassende Kommentierung erhält man einen verständlichen Überblick des MRGs, wobei der Fettdruck von Schlagwörtern auch zur Übersichtlichkeit und schnellen Erfassbarkeit der Inhalte beiträgt. Weiters sind das Zahlungsverzugsgesetz, das Wohnungseigentumsgesetz 2002, das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz, das Heizkostenabrechnungsgesetz und Auszüge aus dem ABGB und ZPO, allerdings in nicht kommentierter Form, enthalten. Gegenständlicher Kommentar ist eine Erstauflage und befindet sich auf dem Stand des BGBl. I Nr. 50/2013. Karin Trzebin

Stephan Foglar-Deinhardstein Die Bonitätsprüfung beim Verbraucherkredit (§ 7 VKrG) Bank Verlag 380 Seiten, gebunden € 56,--

Kreditgeber sind seit Juni 2010 dazu verpflichtet, vor Abschluss eines Verbraucherkreditvertrags die Bonität des kreditwerbenden Verbrauchers zu prüfen. Die diesbezügliche Bestimmung des § 7 VKrG beruht auf den Vorgaben der Verbraucherkredit-RL 2008. Das vorliegende Buch bietet die erste umfassende und grundlegende Darstellung dieser – für das österreichische Recht neuen – Regelung und berücksichtigt den gesamten bisherigen Meinungsstand: Ausgehend von den europarechtlichen Vorgaben behandelt der Autor zunächst den Schutzzweck der Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung und arbeitet heraus, welche Änderungen sich durch ihre Einführung gegenüber der alten Rechtslage ergeben. Daran schließen sich ein rechtsvergleichender Blick nach Deutschland und eine ausführliche Analyse, welche Pflichten (Nachforschungs- und Warnpflichten) für den Kreditgeber aus § 7 VKrG folgen. Den Kern der Arbeit bildet eine Untersuchung von an Verstöße gegen § 7 VKrG anknüpfende Sanktionen, wobei insbesondere schadenersatz- und irrtumsrechtliche Konsequenzen beleuchtet werden. Phillip Stempkowski

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Leadership mit Verantwortung

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