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4,00 Euro H12719 15.03.2018 bis 15.05.2018

foyer Das Kulturjournal für Bremen und den Nordwesten

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+punkt. Kunst im Nordwesten

Festival „jazzahead!“ Pianist Grégory Privat am 21. April bei der „Overseas Night“


Es gibt nur ein Bremer Konto. Stark. Fair. Hanseatisch.


Inhalt

INHALT

Bremen mausert sich! Wir sollten OHB-Vorstandsmitglied Klaus Hoffmann für seine süffisant dahin gesagte Bemerkung, Bremen sei eine graue Maus, dankbar sein. Unabhängig davon, wie viel oder wie wenig Wahrheit sie letztlich enthält, hat sie doch endlich einmal eine konstruktive Streitkultur entfacht. Und das ist gut so!

................................................. Theater 04 LÜGEN & SCHAMPUS „Die Fledermaus“ in Bremen 06 ABSCHIED Chefdramaturg Gerlach blickt zurück 08 SZENE Neues von Bühnen der Region 09 TÄTERIN „Die Unverheiratete“ am Schauspielhaus 10 PORTRÄT Der Bassbariton Christoph Heinrich 11 MIT TIEFGANG Company spielt „Dorian Gray“ 12 ANKLAGE Oper „Der Konsul“ in Bremerhaven 13 MYTHOS LLOYD Uraufführung im Stadttheater 14 MIT HAPPY END „La Cenerentola“ in Oldenburg 15 GETANZTE PASSION Antoine Jully inszeniert 16 WACHGEKÜSST Die vergessene Oper „Maria“ 17 TOD EINES APOSTELS Neue Corbett-Oper 18 OPERNPREMIEREN im Nordwesten 19 OPERNRÄTSEL 22 TANZPREMIERE am Staatstheater 23 SCHAUSPIELPREMIERE in Bremen 23 SCHAUSPIELRÄTSEL 24 TANZ-PIONIER Tomas Bünger arbeitet weltweit 25 MENSCHEN IM FOYER

Erinnern wir uns an die eigene Jugend: Als graue Maus bezeichnet zu werden, war Höchststrafe und Herausforderung zugleich. In Windeseile wurden die schlampigen Pullover gegen körperbetonte Kleider oder knackige Hosen getauscht. Die Pfunde purzelten wie von selbst, auf Stöckelschuhen konnten wir uns plötzlich höchst anmutig bewegen und flugs waren die bewundernden Blicke garantiert. Welch ein Genuss, die frechen Lästerer nun am langen Arm verhungern zu lassen. Also, liebe Bremerinnen und Bremer: Es wäre doch gelacht, wenn das so genannte Aschenputtel sich nicht in eine Prinzessin verwandeln ließe, ob mit oder ohne Prinzenkuss. Dabei stehen mit Klaus Jacobs, Kurt Zech, Carsten Meyer-Heder und Bürgermeister Carsten Sieling schon reichlich Prinzen kussbereit in der Warteschlange. Letzterer hat sich richtig geärgert über die graue Maus und fordert nun mehr Stolz von den Bremer Bürgern. Recht hat er, denn die Bremerinnen und Bremer neigen tatsächlich dazu, ihre Stadt schlechter zu reden als sie ist. Wir waren erfreut, dass Klaus Hoffmann in der hiesigen Kulturlandschaft ausdrücklich keine graue Maus entdeckt hat. Ob er da vielleicht nicht so häufig nachgeschaut hat? Denn so ganz mäusefrei geht‘s auch in der Kultur nicht zu. Zum Glück fallen graue Mäuse auf schwarzen, farblosen Bühnen gar nicht auf. Oder im Fundus, jenem geheimnisvollen Ort, an dem die wunderschönen Kostüme aller Theaterfiguren vergangener Epochen aufbewahrt werden. Hier können die grauen Mäuse unbehelligt die edelsten Stoffe anknabbern, denn die feinen Roben kommen schon seit Jahren nicht mehr auf die Bühne. Dabei gehören die Augen doch wohl auch zu den menschlichen Sinnen. Jedenfalls ist Bremen in Bewegung geraten, Bremen möchte rundum attraktiver werden, so lautet die Botschaft dieses Frühlings. Wenn dabei die Phantasie der Architekten nunmehr über die Formel „Quadratisch-Praktisch-Gut“ hinauswächst, wird die alte Hansestadt bald in neuem Glanz erstrahlen. Marie-Clothilde Kronenberg

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................................................. Musik 26 KONZERTE IN DER BREMER GLOCKE 28 KONZERTTIPPS | CD-TIPP 30 POLEN IM FOKUS 13. „jazzahead!“ in Bremen 32 KIRCHENMUSIK Üppige Partituren 33 JAZZTIPPS 34 BREMER PHILHARMONIKER Raum schaffen 36 MUSIKFEST Stargast Magdalena Kožená

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................................................. Kunst 38 ZWEI FREUNDE in der Kunstschau Lilienthal 39 TULPEN & TABAK in der Kunsthalle Bremen 40 VERNETZTES WERK Der Medienkünstler Weisser 41 STÄNDIG IN foyer: +punkt. Kunst im Nordwesten 44 ZEITGENÖSSISCH Kunstfrühling in Worpswede 45 KULTURFORUM Notizen aus Galerien und Museen

................................................. Gesellschaft 46 LITERATUR Buchbesprechungen 48 LITERATUR BUCH & MUSIK | NORDMORD 49 KOLUMNE NACHGEDACHT Daumen hoch! 50 KINOTIPPS + DVD-TIPP 52 ROLLENSPIEL Neue Aufgaben, neue Ziele 52 KUNSTRÄTSEL 53 CLUBS IN BREMEN Zonta International 55 PANORAMA WISSENSCHAFT 56 KULTURKALENDER Premierendaten 57 PR KULINARISCH Atlantic Grand Hotel Bremen 61 DVD-MUSIKTIPP 68 KULTUR FORUM Nachrichten aus der Region 70 GLOSSE | FOYER-AUTOREN | IMPRESSUM


LÜGEN, SCHAMPUS UND INTRIGEN „Chacun à son goût“ lautet die Lebensmaxime des dubiosen russischen Prinzen Orlofsky. Der blasierte Lebemann, der sein Geld in vollen Zügen hinauswirft, langweilt sich und möchte endlich wieder einmal herzhaft lachen. Das passt in den Racheplan von Notar Dr. Falke, der mit seinem Freund Gabriel von Eisenstein

D

ie Handlung konkret: Eisenstein, der seine Frau Rosalinde betrügt, muss wegen eines Kavaliersdeliktes eine kurze Haftstrafe antreten, geht aber zuerst noch einmal richtig feiern. Alfred, Rosalindes ehemaliger Liebhaber, flötet währenddessen vor ihrem Fenster „Täubchen, das entflattert ist, stille mein Verlangen!“, verschafft sich Zugang, wird aber, bevor etwas Amouröses passieren kann, als vermeintlicher Eisenstein verhaftet. Nicht schlimm für Rosalinde, die sich nun ebenfalls zum Ball aufmacht, wo sie inkognito mit ihrem eigenen Mann flirtet und ihm als Beweis seiner Untreue die Taschenuhr abluchst. Ihre Kammerzofe Adele musste gar nicht auf Krankenbesuch,

sondern träumt beim Ball vom gesellschaftlichen Aufstieg. Am Ende trifft sich alles im Gefängnis. Aber – es ist ja nichts passiert…

eine private Rechnung offen hat. Ein exklusiver Maskenball im Hause des Prinzen bildet die rechte Kulisse für die von ihm geplante gesellschaftliche Bloßstellung Eisensteins. Darum geht es im Kern in der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß, die Felix Rothenhäusler im Theater Bremen neu inszeniert.

klingt ins Ohr und rieselt durch das Blut hinab bis in die Beine, und der faulste Mensch im Zuschauerraum fängt unwillkürlich zu nicken an mit dem Kopfe und wiegt den Leib und stampft mit den Füßen…“ – die Das leicht frivole Treiben der oberen Zehn- Kritiker überschlugen sich vor Lob. tausend und Melodien wie „Ich lade gern mir Gäste ein“ oder „Brüderlein und Die meisten der Inszenierungen der OpeSchwesterlein“ haben auch mehr als 140 rette „Die Fledermaus“ kranken daran, Jahre nach der Uraufführung der „Fleder- dass schale Scherze über vorgebliche sexumaus“ nichts von ihrer Anziehungskraft elle Selbstfindungs- und Bestätigungsproverloren. Johann Strauß Sohn erkannte zesse finanziell gut gestellter älterer Herschnell die Qualität des Librettos von Riren und derer düpierte Ehefrauen gemacht chard Genée und Carl Haffner und kompo- werden. Der Humor kommt dabei zumeist nierte die Operette in nur 42 Tagen. auf der Matratze zum Erliegen, weil die Regisseure es nicht schaffen, zu deren FederDie Uraufführung am 5. April 1874 im The- kern vorzustoßen. Das Publikum dünkt ater an der Wien war ein voller Erfolg: „Das sich im Kabarett und wartet auf weinseli-


THEATER BREMEN Die Fledermaus 5 foyer

Felix Rothenhäusler inszeniert „Die Fledermaus“ von Johann Strauß im Theater Bremen Text: Michael Pitz-Grewenig

ge Pointen wie „Glücklich ist, wer vergisst“, was neben dem „An der schönen blauen Donau“ zur heimlichen österreichischen Nationalhymne geworden ist.

Dies zu inszenieren ist alles andere als einfach. Hausregisseur Felix Rothenhäusler (Foto) und Generalmusikdirektor Yoel Gamzou haben bewusst diese Operette auf den Spielplan gebracht. Das ist in der Was benötigt man zum Vergessen? Richtig! Tat außergewöhnlich, aber beide besitzen Flüssiges für die Kehle! In den etwas feine- das richtige Gespür für diese Musik und ren Kreisen, in denen diese Operette spielt, vor allem den wichtigen subtilen Humor, natürlich Champagner. Der ist zwar in Men- bei dem man zum Lachen nicht erst in den gen genauso schädlich wie billiger Fusel, Keller hinabsteigen muss. macht aber mehr her. Hinzu kommen noch Frack und Chapeau claque, und schon be„Die ‚Fledermaus’ ist seit ginnt der Selbstfindungsprozess durch den vielen Jahren eines meiner Erwerb einer neuen Partnerin oder eines absoluten Lieblingsstüneuen Partners, die auf den verschlungenen cke“, bekennt Yoel GamWegen durchs Wegeleitsystem von Palais, zou. „Es gibt kaum ein anBall, Gefängnis gefunden werden können. deres Werk, schon gar nicht mal im MusiktheaDas Geniale an dieser Geschichte ist, dass terbereich, das mir so nahe wir nicht ergründen können, wie weit Fal- ist und mich so stark bekes Plan wirklich ging, wie weit jeder ein- rührt. Ich bin unglaublich zelne Beteiligte auf diesem Maskenball froh, dass ich dieses Stück gegangen wäre, um seine geheimen Inin meiner ersten Spielzeit in Bremen materessen rücksichtslos auszuleben. Dopchen darf, und insbesondere, dass dies in pelmoral, saturierte Langeweile und faso einer besonderen Konstellation mit Fedenscheinige menschliche Beziehungen lix Rothenhäusler stattfinden kann.“ bestimmen die Gesellschaft, in die uns Johann Strauß mit seiner so bitterbösen wie Der Regisseur ist vor allem an der zeitlounwiderstehlichen Operette entführt. Ein sen Mechanik dieser Komödie interessiert; moralisches Gewissen existiert nicht. Im Yoel Gamzou an der Doppelbödigkeit der großen Chor wird sofort ein Hauptschuldi- Partitur. Strauß’ Musik, die so leicht und ger ausgemacht: der Champagner! unbeschwert daherkommt, unternimmt

eine Gratwanderung zwischen Leidenschaft und Rührung. Hinter dem Walzertaumel lauert stets zugleich die Leere, hinter dem Versprechen der erotischen Ekstase die Ernüchterung. Das ist auch musikalisch nicht so leicht zu interpretieren. Yoel Gamzou ist ein hervorragender Kenner der Partitur und möchte den nostalgischen Schwebezustand dieser Musik herauszuarbeiten. Der Autor Tobias Haberkorn hat das Libretto für Bremen entrümpelt. Der Titel seiner Doktorarbeit lautet „Das Problem des Zuviel in der Literatur“. Bleibt zu hoffen, dass beim Kürzen nicht zu wenig herausgekommen ist. Felix Rothenhäusler will die Operette mit minimalen Mitteln in Szene setzen, das erinnert an seine intelligente und zugleich fabelhaft spritzige Reduktion von Mozarts „Figaros Hochzeit“. Lassen wir uns überraschen. Premiere am 31. März, 19.30 Uhr, im Großen Haus. Weitere Vorstellungen: 2., 7., 20., 22. und 29. April; 6. und 13. Mai. – Musikalische Leitung: Yoel Gamzou. Mitwirkende u.a.: Patricia Andress (Rosalinde), Marysol Schalit (Adele), Birger Radde (Eisenstein).


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THEATER BREMEN Ingo Gerlach

Der Bremer Chefdramaturg Ingo Gerlach wechselt an die Staatsoper Stuttgart Text: Peter Schulz

„Parsifal“, Fotos: Jörg Landsberg

ENDE EINER OPERN-ÄRA A

ls Michael Börgerding mit der Spielzeit 2012/13 die Intendanz des Bremer Theaters übernahm, brachte er (Zitat) eine „Reihe junger, frischer Leute“ mit, um mit ihnen am Goetheplatz eine „kleine Theater-Familie“ zu gründen. Zu ihr gehörte auch Ingo Gerlach als leitender Dramaturg für das Musiktheater, der zur nächsten Spielzeit als Chefdramaturg an die Staatsoper Stuttgart wechselt und damit den Schlusspunkt hinter eine fruchtbare Bremer Oper-Ära setzt, die er maßgeblich mitgeprägt hat.

So wie damals in Bremen, wo gleich in seiner ersten Spielzeit 2012/13 klotzige Marksteine gesetzt wurden, als der Regisseur Benedikt von Peter für „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ das Theater ausräumen ließ und Herbert Fritsch mit Offenbachs „Banditen“ Stürme der Entrüstung im Parkett auslöste. Ziemlich aufregend sei das damals gewesen, erinnert sich Ingo Gerlach, man habe „viel gewagt“, aber letztlich Erfolg gehabt, denn die Besucherzahlen stabilisierten sich nach anfänglicher Baisse rasch wieder.

Leicht falle ihm der Abschied nicht, räumt der 42-jährige freimütig ein. Denn eigentlich habe er keinen Grund zu gehen, er fühle sich „rundum wohl“ in Bremen, wo ihm der Intendant den nötigen Spielraum lasse, um seine Ideen entwickeln und umsetzen zu können. Aber dann kam Stuttgart, wo sich Viktor Schoner am mehrfachen „Opernhaus des Jahres“ gerade anschickt, die Intendanz zu übernehmen und nach Jossi Wieler neu durchzustarten. Und das, so Ingo Gerlach, reize ihn schon: „Dabei sein, wenn etwas ganz Neues entsteht.“

Der studierte Musik- und Literaturwissenschaftler nennt dafür gleich mehrere Gründe und führt nach Michael Börgerding („Ein Glücksfall, dass es da direkt ein beiderseitiges Vertrauen gab“) sofort die Person Benedikt von Peter an. „Wie der sich reingeschmissen hat in die Arbeit, wie der sich für ein Thema begeistert hat – das war sensationell. Mit seinem Elan hat er alle anderen mitgerissen, man konnte sich dem einfach nicht entziehen.“ Dass das Publikum diesen Einsatz nicht unbedingt goutierte – für von Peters „La Bohé-

me“ etwa gab es heftige Buhrufe, während die (über-)regionale Presse („ein intelligent funkelndes Opernexperiment“/Hannoversche Allgemeine) Beifall zollte –, ließ diesen Schwung nicht erlahmen. Im Gegenteil. Dafür sorgten auch Regisseure wie Sebastian Baumgarten oder Anna-Sophie Mahler, die Ingo Gerlach für Inszenierungen am Goetheplatz gewinnen konnte sowie – wie könnte es anders sein – GMD Markus Poschner und die „begeisterungsfähige, allen Experimenten offen gegenüberstehende Bühnentechnik“ des Hauses. „Was die alles möglich macht, nimmt der Zuschauer oft als gegeben hin, aber tatsächlich hängt davon in vielen Fällen das Gelingen einer Produktion ab.“ Und Markus Poschner? Ingo Gerlach hatte den Bremer Generalmusikdirektor schon während seiner Zeit als Dramaturg an der Komischen Oper Berlin kennengelernt, wo er von 2005 bis 2012 mit Regisseuren wie Peter Konwitschny, Barrie Kosky oder Hans Neuenfels zusammenarbeitete. „Markus ist ein Dirigent, mit dem man re-


THEATER BREMEN Ingo Gerlach 7 foyer

den kann, der sich auch mal zurückzunehmen weiß. Und er hat ein Gespür für das Szenische, was bei der Umsetzung ausgesprochen hilfreich ist“, urteilt Gerlach im Rückblick. Obendrein verstehe er es, Stimmen gezielt aufzubauen, bei ihrer Entwicklung mitzuhelfen und auch mal ungewöhnliche Besetzungsentscheidungen mitzutragen, was am Beispiel von Nadine Lehner besonders deutlich werde. „Als ich nach Bremen kam, sang sie die Pamina in der ‚Zauberflöte’. Dass sie in der vorigen Saison in Wagners ‚Parsifal’ als Kundry derart begeistern konnte, ist mit das Verdienst von Markus Poschner.“

Überhaupt: Richard Wagner. Dass nach dem „Fliegenden Holländer“, den „Meistersingern“ und eben dem „Parsifal“ in den vergangenen sechs Spielzeiten gleich drei seiner Werke auf die Bremer Bühne kamen, geht maßgeblich auf den großen Einfluss von Ingo Gerlach auf die Spielpläne zurück. Da lag der Wunsch nahe, nach vielen Jahrzehnten endlich auch den „Ring des Nibelungen“ an der Weser zu inszenieren, oder? „Stimmt schon“, sagt der scheidende Chefdramaturg. „Geträumt davon haben wir immer, es dann aber doch gelassen. Denn wir hätten den Ring nie so machen können wie es unseren Vorstellungen entspricht. Also lieber Finger weg, um Enttäuschungen zu vermeiden.“

Ebenso gern hätte Ingo Gerlach dem Publikum während seiner sechs Bremer Jahre auch zusätzliche Werke zeitgenössischer Komponisten präsentiert – „Bernd Alois Zimmermann etwa, dessen Arbeit viel zu wenig gewürdigt wird.“ Dass es ihm dafür gelungen ist, mit „Anna Karenina“ und soeben den „Wahlverwandtschaften“ gleich zwei Uraufführungen von Thomas Kürstner und Sebastian Vogel an den Goetheplatz zu holen, stuft er als „wertvolle Bereicherung“ ein. „Diesen Mut“, so sein Resümee, „bringt längst nicht jedes Stadttheater auf.“


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THEATER SZENE Neues von den Bühnen der Region

SZENE Text: Peter Schulz

Marié Shimada

GAMZOU VERLÄNGERT VORZEITIG Der israelisch-amerikanische Dirigent Yoel Gamzou hat – wie bereits in der foyerAusgabe 123 berichtet – seinen zunächst auf zwei Jahre befristeten Vertrag als Musikdirektor in Bremen vorzeitig bis 2022 verlängert. Gamzou ist ab sofort unter der Bezeichnung „Generalmusikdirektor des Theater Bremen“ tätig und wird im März „Die Fledermaus“ sowie im Juni das David Bowie-Musical „Lazarus“ dirigieren.

„Monkey Mind“ von Lisi Estaras und der belgischen „Plattform-K“ im Theater Bremen (Kleines Haus) eröffnet. Hier und in der Schwankhalle sind bis 15. April weitere Beiträge von Ensembles aus acht Ländern vorgesehen. „tanzbar_bremen“ richtet das Festival seit 2009 alle zwei Jahre gemeinsam mit „steptext dance project“ aus.

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Im Theater Bremen hat der Vorverkauf für das Musical „Lazarus“ mit der Musik des verstorbenen Rockstars David Bowie und dem Text von Enda Walsh begonnen. Das ...................................... Stück gilt als einer der Höhepunkte der aktuellen Spielzeit. Regie führt Tom Ryser, Als deutschsprachige Erstaufführung Premiere ist am 9. Juni im Theater am bringt das Theater Osnabrück das Musical Goetheplatz. „Chaplin“ von Thomas Meehan und Chris. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . topher Curtis heraus, der auch die Musik komponiert hat. Die musikalische Leitung Im Rahmen der Oster-Tanz-Tage vom liegt bei An-Hoon Song, es inszeniert 26. März bis 2. April an der Staatsoper Christian von Götz. Hannover treten u.a. auch Sasha Waltz & Guests auf. Die designierte Intendantin des Staatsballetts Berlin präsentiert an

Der renommierte Choreograf Marco Goecke wird mit Beginn der Opernintendanz von Laura Berman zur Spielzeit 2019/20 neuer Ballettdirektor an der Staatsoper Hannover. Goeckes Vertrag als Haus-Choreograf des Stuttgarter Balletts war von dessen designiertem Intendanten Tamas Detrich nicht verlängert worden.

...................................... Das Gastspielprogramm des internationalen Festivals inklusiver Tanzkunst „eigenARTig“ wird am 12. April mit dem Stück

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zwei Abenden ihr Erfolgsstück „Körper“ (30./31. März).

...................................... Die Tänzerin Marié Shimada (Foto) wechselt nach vier Spielzeiten in der BallettCompagnie Oldenburg zum Ballett am Rhein, wo Martin Schläpfer als Chefchoreograf und Künstlerischer Direktor tätig ist. Das Ensemble war in einer Kritikerumfrage der Zeitschrift „tanz“ vier Mal in Folge zur „Kompagnie des Jahres“ gekürt worden.


THEATER BREMEN Die Unverheiratete

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Nazi-Aufarbeitungsstück „Die Unverheiratete“ von Ewald Palmetshofer im Bremer Schauspiel Text: Sven Garbade

DIE SCHULD DER FRAUEN Z

war ist mit Thomas Bernhard der wirkungsmächtigste Nachkriegsautor Österreichs seit über 20 Jahren verstorben, doch sein großes Thema bleibt akut: die Beschäftigung mit der österreichischen NS-Vergangenheit. Heute richtet eine neue Generation Dramatiker das Brennglas auf die unheilvollen Hinterlassenschaften jener Tradition, die als Austro-Faschismus weite Verwurzelungen in der Gesellschaft besaß – und möglicherweise immer noch besitzt. Mit Ewald Palmetshofer, Jahrgang 1978, hat sich das Bremer Schauspiel einen der interessantesten Hoffnungsträger dieser Schreiber-Generation ausgesucht. Sein Stück „Die Unverheiratete“ wird Regisseurin Nina Mattenklotz (Foto) Ende April auf die Bühne des Kleinen Hauses bringen. Mattenklotz hatte bereits mit der Uraufführung von Thomas Melles Rätselstück „Änni“ bewiesen, dass sie ein Händchen für das Komplizierte besitzt. Auch Palmetshofer ist kein einfacher Autor, seine Sprachbehandlung weist ihn als

Im Zentrum steht eine Episode aus der letzten Kriegswoche: Eine Frau belauscht das Telefonat eines Soldaten, der seine Desertion plant. Sie verrät ihn, und der Mann wird hingerichtet. Jahre später findet die Enkeltochter das Heft, in dem die Großmutter diesen Vorfall erinnert. Doch ob sie den Verrat bereut, lässt sie aus. Trotzdem Bereits die Beschreibung des Spielraumes, entwickelt sich zwischen Großmutter und der ein Alterssanatorium darstellt, gerät zu Enkelin eine Annäherung, während die einer sinisteren Geisterbeschwörung: „Man Tochter auf die eigene Mutter mit unvertrinkt aus Schnabelbechern söhnlichem Elektra-Hass blickt. und blickt aufs Feld, von den Was hat Ewald Palmetshofer, der übriBäumen trägt keiner mehr gens Theologie und Philosophie studierte, Frucht, und der große dazu dieser Konstellation motiviert? Er sagt: von wächst aus des Pferdes Grab in den Himmel. Und in „Mich interessiert an diesem Fall, dass es die Erde ist der Heiland vom eine weibliche Täterin gibt, und dass diese Kreuz gestürzt. Und das Ge- Tat, vorsichtig formuliert, auch einen ‚geschlechtlichen Index’ hat. Die Denunzianricht, es kennt sein Volk.“ tin ist eine etwas atypische Täterin, für die Es ist ein dunkles Stück über es kein wirkliches Bild gibt.“ die Schuld. Eine Schuld, die sich seit 1945 über drei Gene- So darf man gespannt sein, wie die Bremer Inszenierung mit dieser Geschichts-Befrarationen fortträgt, die sich in der Seele der Protagonisten eingenistet hat und nur dünn gung umgehen wird. Nicht zuletzt vor dem durch Lebenslügen übertüncht wird. In der Hintergrund der in Österreich mitregieKonzeption scheint dies Bernhard nicht un- renden FPÖ könnte „Die Unverheiratete“ zum Stück der Stunde avancieren. ähnlich zu sein, in der Form erweitert PalPremiere am 28. April, 20 Uhr, im Kleinen metshofer seine Sprache mit einem quasi Haus. Die nächste Vorstellung: 16. Mai. antiken Frauen-Chor.

energischen Dichter und galligen Text-Berserker aus. Die kunstvoll wuchtigen Wortkaskaden, die er den Schauspielern in die Münder legt, schwanken zwischen Versuchen, sich in lyrische Höhen aufzuschwingen und kippen beständig zu schroffer Alltagssprache.


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PORTRÄT Christoph Heinrich

Was den Bass Christoph Heinrich mit Led Zeppelin und Iron Maiden verbindet Text: Frank Schümann

Christoph Heinrich

DER HARDROCK STAND PATE K

ein Zweifel, Christoph Heinrich gewachsene Heinrich war begeistert, melfällt auf. Mit seinen langen Haaren dete sich in der Musikschule an und nahm und einem oft gefährlich anmuten- zwei Jahre Gesangsunterricht. Konsequent den Blick wird der Sänger von den Opern- setzte er den einmal eingeschlagenen Weg Regisseuren am Theater fort, studierBremen gerne so einte ab 2005 in „Bei beiden geht’s um Energie, Leipzig weiter gesetzt, dass schon der die sich transportiert.“ rein visuelle Eindruck und schloss haften bleibt – ob als irrer die AusbilDoktor im „Wozzeck“, mit schräger Frisur dung 2012 mit Auszeichnung ab. Als dies in „Il Barbiere di Siviglia“ oder zuletzt passierte, war er indes schon in Bremen als machtbewusster Bidebent in „Lucia di engagiert: Zur Spielzeit 2010/11 kam er als Lammermoor“. Absolvent des Opernstudios an die Weser, zwei Jahre später war er bereits festes Der 33-jährige Bass hat sich in den vergan- Ensemblemitglied. Seither sang er regelgenen Jahren eine enorme Bühnenpräsenz mäßig große Partien, etwa den Papageno erarbeitet, die durch seine Stimme noch in der „Zauberflöte“ oder den Figaro in „Le verstärkt wird. Mehr noch: Heinrich gilt Nozze di Figaro“. vielen Besuchern als so etwas wie der „Rock’n’Roller“ im Ensemble. Und in der Die Liebe zur Rockmusik hat er sich bei Tat stand der harte Rock Pate auf dem Weg allem Erfolg bewahrt, hört heute noch gerin die Opernkarriere. ne Led Zeppelin oder Iron Maiden laut im Auto. Wie passt das zusammen? „Ich finde, Als Jugendlicher stark beeindruckt von das harmoniert hervorragend“, sagt der Bands wie Metallica und Black Sabbath, Sänger. „Die Songs von Metallica oder Led kaufte er von Omas Geld eine Gitarre und Zeppelin sind ja zum Teil symphonische dann ging es ab in den Probenraum. Ein Werke, das liegt gar nicht so weit auseinanVerstärker sollte allerdings auch noch her, der. Bei beiden geht’s um Energie, die sich und dafür musste Geld verdient werden. transportiert.“ „Ich stieß dann auf eine Annonce, in der das Theater Statisten suchte. Also rief ich da an.“ Diese Energie ist Christoph Heinrich auch Der Rest ist Geschichte: Der in Dessau auf- auf der Bühne wichtig, was immer wieder

zu spüren ist – ebenso wie der Wunsch nach steter Weiterentwicklung. Was seine viel beschriebene exzentrische Spielweise betrifft, habe ihn zunächst Benedikt von Peter sehr beeinflusst, später auch Paul-Georg Dittrich und Armin Petras: „Die Spielweise im Musiktheater hat sich ja insgesamt verändert, was ich gut finde.“ Es gehe ja heute darum, nicht nur sängerisch etwas zu bieten, „sonst kannst Du ja auch CDs hören.“ Christoph Heinrich gefällt das sehr: „Man wird als gesamter Künstler wahrgenommen, nicht nur als Sänger.“ Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Bassbariton vor rund dreieinhalb Jahren zuteil – für eine ganz besondere Aktion. Denn der Sänger überraschte seine Freundin Nadja mit einem Heiratsantrag im Theater am Goetheplatz. Nach einer Vorstellung der „Zauberflöte“ kam er im Kostüm des Papageno nochmals auf die Bühne, erzählt Heinrich. „Die Technik wusste Bescheid, meine Freundin natürlich nicht. Ich habe dann die Geschichte von Papagena und Papageno erzählt und auf mich gemünzt – und dann habe ich ihr den Antrag gemacht.“ Die Reaktionen: „Sie hat ja gesagt. Und das Publikum hat getobt!“ Romantik pur – und irgendwie auch Rock’n’Roll…


THEATER bremer shakespeare company 11 foyer

MIT TIEFGANG T H E A T E R

KLEINES HAUS DELMENHORST

SAISON 2018 Julia Redder inszeniert Oscar Wildes „Das Bildnis des Dorian Gray“ am Leibnizplatz Text: Christian Emigholz

© Helge Adrians

So. 25.3.18 | 20 Uhr STÄDTISCHES ORCHESTER DELMENHORST Ouvertüren-Gala zum Frühlingsanfang Di. 27.3.18 | 20 Uhr ARTHUR & CLAIRE Bezaubernd tiefsinnige Komödie mit Hardy Krüger jr. u. a.

© privat

© Michael Müller

© Philipp Mönckert

D

ie bremer shakespeare company hat eine neue Regisseurin, die, wenn man so will, aus dem eigenen „Stall“ kommt. Ihr Name: Julia Redder. Mit Oscar Wildes „Das Bildnis des Dorian Gray“ wird sie am 9. Mai ihre erste Inszenierung vorlegen. Die Bremerin, einst während ihres Studiums der Theaterwissenschaft Hospitantin im Theater am Leibnizplatz, arbeitet seit dem vorigen Jahr als Regieassistentin am Haus, dem sie sich besonders verbunden fühlt: „Hier ist mein Ursprung, weil ich hier mit, glaube ich, zwölf Jahren zum ersten Mal ein Stück gesehen habe, was mein Theaterinteresse geweckt hat.“ Natürlich weiß sie, dass Oscar Wilde mit seiner Geschichte über Dorian Gray, dessen Gemälde statt seiner altert, einen Roman geschrieben hat. Allerdings existieren seit langem Dramatisierungen des Stoffes. Julia Redder, die sich für die Version von John von Düffel entschieden hat, erinnert sich, dass sie den Roman „ungefähr mit 14 Jahren zum ersten Mal gelesen hat“, und zwar in Vorbereitung auf eine neue Verfilmung („Die war dann aber enttäuschend“).

das Stück gut zur Company, denn: „Ich finde, Oscar Wilde und William Shakespeare sind sich in vielem sehr ähnlich. Sie hätten sich sicher gut verstanden – oder überhaupt nicht, weil sie sich zu ähnlich sind.“ Nicht zuletzt kommt Shakespeare in Wildes Vorlage vor, denn Dorian Grays Geliebte Sibyl Vane ist Schauspielerin, die in Shakespeare-Stücken spielt. Der Aspekt der Homosexualität, der fraglos in dem Stück steckt, interessiert die Regisseurin nur als einer neben anderen: „Es wird darum gehen, aber es ist nicht zentral. Für mich sind die Rollen alle sehr frei bezogen auf ihr Geschlecht. Ich habe mir den Lord Henry als Frau gewünscht, weil das für mich die Figur noch einmal erklärt, ihr mehr Tiefgang gibt.“ Wichtiger ist ihr da schon der Begriff der Schönheit und sie weist darauf hin, dass es „Studien gibt, die besagen, dass man netter behandelt wird, wenn man schön ist. Das finde ich zwar verrückt, aber das steckt alles in diesem Text. Was ich aber noch wichtiger finde, ist die Frage des Alterns, weil in dem Stück eine derartige Angst vor dem Altern vorherrscht.“

© Wolfgang Kleber

© Christiane Eisler

© Robert Recker

© Agentur Bubikopf

© Susanne Diesner

© Davis Fuhrmann

So. 8.4.18 | 20 Uhr TANZENDE TANTEN UND KÜSSENDE FISCHE Unterhaltsamer Streifzug durch die Welt des Kabarettchansons Di. 10.4.18 | 20 Uhr A TRIBUTE TO THE BLUES BROTHERS Musical mit unvergesslichen Songs Di. 17.4.18 | 20 Uhr DIE WAHRHEIT UND NICHTS ALS DIE WAHRHEIT Schauspiel mit Mathieu Carrière und Alexandra von Schwerin Do. 19.4.18 | 20 Uhr BUDDY IN CONCERT Die Rock‘n‘Roll-Show -mitreißende Beats der 50er Jahre Fr. 20.4.18 | 20 Uhr GAYLE TUFTS “Superwoman” Gayle Tufts rettet die Welt, zumindest für einen Abend So. 22.4.18 | 20 Uhr ROBERT KREIS „Großstadtfieber“ Lieder und Schlager der Goldenen Zwanziger Jahre Di. 24.4.18 | 20 Uhr TRIO BELL‘ ARTE Noé Inui, Violine Benedict Kloeckner, Violoncello Vassilis Varvaresos, Klavier Do. 26.4.18 | 20 Uhr EINE MITSOMMERNACHTSSEX-KOMÖDIE Komödie mit Alexandra Kamp, Saskia Valencia, Torsten Nindel u. a. Di. 15.5.18 | 20 Uhr AUFGUSS Wellness-Komödie mit Hugo Egon Balder, Jeanette Biedermann u. a.

© Nicole Brühl

Seitdem hat sie der Stoff, den sie „als dunk- Premiere am 9. Mai, 19.30 Uhr, im Theales, fieses Märchen“ sieht, „nicht mehr los- ter am Leibnizplatz. Öffentliche Probe: 2. gelassen.“ Nach ihrer Einschätzung passt Mai (19.30 Uhr).

................................... Infos und Karten: Telefon 04221-16565 www.konzert-theaterdirektion.de


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STADTTHEATER BREMERHAVEN Der Konsul

ZEITLOSE ANKLAGE

Gian Carlo Menottis Oper „Der Konsul“ am Stadttheater Bremerhaven Text: Karin Hiller

G

ian Carlo Menottis Oper „Der Konsul“ ist eine eindringliche Anklage gegen staatliche Willkür und unmenschliche Behörden. Individuen zerbrechen an der starren Bürokratie des Konsulats eines inhumanen Staates. Matthias Oldag (Foto) inszeniert das musikalische Drama jetzt am Stadttheater Bremerhaven: „Die Oper spielt zur Zeit des von Deutschland besetzten Frankreichs der 40er Jahre, aber wir werden keine Aktualisierung vornehmen, es ist eine zeitlose Anklage.“ Die dramatische Geschichte entwickelt sich aus einer ganz normalen jungen Familie. Magda, eine junge Mutter, erfährt, dass ihr Mann John ein Widerstandkämpfer ist, fliehen muss und die große Sache, für die er kämpft, über seine Familie stellt. Magda ist allein gelassen und muss in die Situation hineinwachsen. Auf dem Konsulat hofft sie, ein Visum zu bekommen, um John ins Ausland zu folgen. Dort trifft sie auf Menschen, die – durch grausame Schicksale gezeichnet – vom langen Warten auf ihr Visum zermürbt sind.

Der Übergang zwischen Realismus und surrealen Traumszenen ist fließend. Ein Zauberer auf dem Konsulat versetzt die Wartenden in Hypnose. „Der Zauberer ist der Manipulator, der die Menschen verführt und sie dazu bringt, ihr eigenes Ich zu verleugnen“, so Regisseur Oldag. Durch die unmenschliche Behandlung der Behörde wird Magda in eine psychische Extremsituation getrieben, die sie am Schluss in den Selbstmord treibt. Da Menotti auch das Libretto zu seiner Oper schrieb und Wort und Ton gleichberechtigt nebeneinanderstellte, ist „Der Konsul“ ein Gesamtkunstwerk aus Musik und Text. Vom Sprechgesang bis zur großen Arie bedient sich Menotti der unterschiedlichsten musikalischen Stile. Das erhöht die Spannung und wirkt teils wie Filmmusik. In Zeiten von Flüchtlingsdramen und Asylsuchenden in einer globalisierten Welt trifft die Oper, obwohl schon 1950 uraufgeführt, auf brandaktuelle Probleme der Gegenwart und dürfte nachhaltig zum Nachdenken anregen.

Premiere am 17. März, 19.30 Uhr, im Großen Haus. Weitere Vorstellungen: 24. März; Der Konsul erscheint nie selbst. Er ist eine 4., 13. und 19. April. – Musikalische durch seine Sekretärin vertretende unnah- Leitung: Marc Niemann; Ausstattung: bare Instanz. Und immer muss entschieSusanne Richter. Mitwirkende u.a. den werden: wo macht man den Schnitt, Inga-Britt Andersson (Magda), Timothy wer bekommt ein Visum und wer nicht. Sharp (John), Sünne Peters (Mutter).


STADTTHEATER BREMERHAVEN Sterne schießen 13 foyer

Uraufführung von „Sterne schießen“ über den Norddeutschen Lloyd am Stadttheater Bremerhaven Text: Karin Hiller

MYTHOS LLOYD M

it dem Stück „Sterne schießen“, einer theatralen Recherche zum Norddeutschen Lloyd für die Theaterbühne, wird ein glanzvoller Teil Bremer und Bremerhavener Vergangenheit wieder zum Leben erweckt. Der Titel übernimmt einen Begriff aus der astronomischen Navigation: „Sterne schießen“ bezeichnet ein Verfahren der Positionsbestimmung, das auf der Messung von Gestirnen beruht. Das Stadttheater Bremerhaven vergab den Auftrag für das Stück an die Berliner Autorin Anna Jelena Schulte, die sich auf Rechercheprojekte spezialisiert hat. Es inszeniert Ulrich Mokrusch (Foto). Die Uraufführung ist für den 12. Mai vorgesehen. Der 1857 in Bremen gegründete Norddeutsche Lloyd gehörte in seiner Blütezeit zu den größten Reedereien der Welt. „In den 1920er Jahren waren hier mehr als die Hälfte der Bremerhavener beschäftigt“, erzählt Mokrusch. Begonnen mit Fracht- und Postschiffen, die über die Weltmeere fuhren, kamen bald die Auswandererschiffe hinzu, die nach Übersee starteten. In den 1950-er

Jahren eroberten immer mehr Touristen die großen Ozeandampfer wie „Bremen“, „Berlin“ und „Europa“, die Lustschifffahrt an der Columbuskaje boomte. Für ihre Recherche begann Schulte Archive zu sichten und mit Leuten zu sprechen, die noch auf Schiffen der Reederei gefahren sind. Die zu finden erwies sich als einfach, da sowohl in Bremen als auch in Bremerhaven Stammtische ehemaliger Lloyd-Fahrer existieren. Schulte interviewte Besatzungsmitglieder und konzentrierte sich auf den Zeitraum vom Ende des 2. Weltkriegs bis 1970, als der Norddeutsche Lloyd mit der Hamburger Hapag-Reederei fusionierte und für viele die Arbeit beim Lloyd endete. „Es ist ein Stück über Globalisierung“, so Mokrusch, „über Aufbruch, die Menschen wollten raus, unterwegs sein.“ Die Möglichkeit über den Ozean in fremde Länder zu fahren gab ihnen ein vorher nicht gekanntes Freiheitsgefühl. Doch die Hierarchien an Bord der Schiffe, auch „Schikanendampfer“ genannt, waren unmenschlich. Kapitäne, die frisch aus der Wehrmacht kamen, nutzten ihre Macht-

position oft aus. Doch das stärkte den Zusammenhalt der Besatzung untereinander. Das Stück wird aus der Arbeitersicht erzählt. Die Ausstatter Timo Dentler und Okarina Peter bauen Bremerhavens legendäre „Letzte Kneipe vor New York“ auf der Bühne nach. In 20 Szenen übernehmen acht Schauspieler die Rollen der ehemaligen Besatzungsmitglieder der Lloyd-Schiffe wie Ingenieur, Nautiker, Bootsmann, Koch. Am Stammtisch erzählen sie ihre Abenteuer, ihre Schicksale und was aus ihnen nach der Fusion geworden ist. In Bremerhaven leben noch sehr viele Zeitzeugen, die sich mit der Geschichte des Norddeutschen Lloyds identifizieren können. Mokrusch wurde überrollt von positiven Reaktionen auf das Thema: „Wir haben da ein Fass aufgemacht. Jeder hat noch irgendwo Fotos von Schiffen oder der Columbuskaje und hat Geschichten zu erzählen.“ Also organisiert das Theater im April ein Treffen, bei dem Fotos und Geschichten von früher ausgetauscht werden können. Außerdem ist ein Einführungsabend über den Entstehungsprozess des Stücks vorgesehen. Uraufführung am 12. Mai, 19.30 Uhr, im Großen Haus


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OLDENBURGISCHES STAATSTHEATER La Cenerentola

Axel Köhler inszeniert Rossinis Oper „La Cenerentola“ in Oldenburg Text: Markus Wilks

LIEBE, KOMIK, HAPPY END M

ärchenhaft ist Gioachino Rossinis Oper „La Cenerentola“ („Aschenputtel“) sicher nicht, eher eine sozialkritische Komödie mit sehnsuchtsvollen Momenten. So gibt es keine Fee, die Cinderellas Schicksal beeinflusst, sondern es sind reale Menschen wie der Philosoph Alidoro, die ihr Gutes tun. Zudem verguckt sie sich nicht in einen Prinzen, sondern in dessen vermeintlichen Kammerdiener.

Für die Neuinszenierung in Oldenburg zeichnet sich Axel Köhler (Foto) verantwortlich, der, so Dramaturgin Christina Schmidl, „im Umgang mit komischen und unterhaltenden Stoffen über viel Erfahrung und eine dafür notwendige Leichtigkeit“ verfügt. Diese hat er sich in mehreren Dutzend Genug Stoff für eine turbulente Handlung Inszenierungen angemit Komik, Rollentausch, Eifersucht, Liebe eignet und zudem als und vor allem einer sehr abwechslungsreiinternational bekannchen Musik für Solisten und das gesamte ter und geschätzter Ensemble. Selbstverständlich fehlen auch in Countertenor eine dieser Oper weder Koloraturfeuerwerk und hohe Reputation erworben. Er weiß also, – im Kontrast hierzu – empfindsame Arien, wie Sänger „ticken“ und was man ihnen noch der in höchstem Tempo vorgetrageszenisch „zumuten“ darf. Zudem besitzt ne Wortwitz Rossinis. Geprägt wird „La Axel Köhler auch Erfahrungen „hinter“ den Cenerentola“ in erster Linie aber durch die Kulissen, denn von 2009 bis 2016 war er schlichte, natürliche Art der Titelfigur (An- Künstlerischer Leiter der Oper Halle. gelina), die freilich im Finale mit wahrhaft königlicher Vokalakrobatik zu bezaubern „Um den Märchenkitsch zu brechen“, gibt weiß. es laut Christina Schmidl eine Rahmen-

handlung, die im „Hinterhof-, Party- und Drogenmilieu einer modernen Großstadt“ spielt. Dort soll Angelina aufgrund einer Überdosis in ein lebensbedrohliches Delirium versetzt werden, in dem sie für sich „ein Märchen mit Happy End sowie einen glücklichen Lebensverlauf à la Aschenputtel evoziert“. Bemerkenswert an der Oldenburger Produktion ist auch, dass sie zum Probenbeginn durch einen Meisterkurs mit der renommierten Mezzosopranistin Vivica Genaux vorbereitet wurde, die mit dem jungen Ensemble die stilistischen Besonderheiten des Belcantos erarbeitet hat. Premiere am 5. Mai, 19.30 Uhr, im Oldenburgischen Staatstheater. Weitere Vorstellungen: 8. und 16. Mai. Musikalische Leitung: Vito Cristofaro.


OLDENBURGISCHES STAATSTHEATER Die sieben letzten Worte 15 foyer

GETANZTE PASSION

Uraufführung von Antoine Jully und Raphael Hillebrand bewegt sich zwischen Bibel, Ballett und Hip-Hop Text: Sabine Komm

Schläpfer/Jully, 2016

Romeo und Julia, Foto: Heiko Sandelmann

B

allett, Bibel und Breakdance – Antoine Jully (39, Foto), Direktor und Chefchoreograf des Oldenburgischen Staatstheaters, und Berlins Hip-Hop-Talent Raphael Hillebrand (35) „übersetzen“ Christus‘ Leiden zur Passionsmusik von Joseph Haydn in Tanz. Der Titel der Uraufführung: „Die sieben letzten Worte“. Erneut zeigt sich Jully offen für andere Formen des Tanzes: „Ich habe mich dazu entschieden, mit einem Hip-Hop-Künstler/ Choreografen zusammenzuarbeiten, da diese Tanzkunst für mich sehr nah an der Erde, am Boden ist. Das Ballett beziehungsweise die Spitzenschuh-Arbeit wiederum hat den Ruf, den Eindruck erwecken zu wollen, dass die Tänzerinnen über den Boden schweben. Aber heutzutage werden die Spitzenschuhe auch auf andere Art und Weise eingesetzt und erfordern auch für das Ballett ein gutes Gefühl für den Boden. Man kann nur fliegen, wenn man den Boden unter sich spürt. Deshalb fand ich die Verbindung dieser beiden Künste sehr spannend.“ Raphael Hillebrand, aufgewachsen in Berlin, ist Sohn einer deutschen Mutter und

eines französischen Madagassen, den er nie kennen gelernt hat. Früh kommt er mit Rassismus in Berührung. „Ich war zwölf Jahre alt, als ich festgestellt habe, dass ich schwarz bin. Ich meine: schwarz als politische Kategorie”, sagte der Künstler kürzlich im Interview. „Ich hatte einen großen Antrieb, jemand zu sein in dieser Gesellschaft. Die Schule hat mir dieses Gefühl nicht gegeben. Also bin ich mit 15 jeden Tag zum Training gegangen, um breaken zu lernen. Da habe ich gemerkt: Das ist eine Szene, zu der ich dazugehören könnte.” Hillebrand wird Profi-Tänzer, schließt sein Masterstudium Choreografie in Berlin ab, hat internationale Erfolge. In Stücken wie „Gemeinsam Einsam“ oder „Rap des Nibelungen“, einer urbanen Fassung von Richard Wagners „Ring“, lotet er gesellschaftspolitische Themen aus. In „Peng! Peng! Boateng!“ lässt er Fußball zu Tanz werden. Sein aktuelles Stück „Symphonix“ umfasst Oper, Orchester, Ballett und zeitgenössischen Tanz. Jetzt hat er sich – zusammen mit Jully – biblischen Themen wie Verbundenheit, Verrat und Vergebung auf dem Kreuzweg genähert.

Sieben Mal nach seiner Kreuzigung hatte Jesus – so steht es in den Evangelien – seine Stimme erhoben: Das erste Mal bat er um Vergebung für seine Peiniger, das letzte Mal hat er seinen Geist in die Hände seines Vaters empfohlen. Haydns Passionsmusik „Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“, 1787 uraufgeführt, ein Werk in sieben Sätzen plus Einleitung und Presto-Finale, spiegelt Mut, Zweifel, Vereinsamung, aber auch Vertrauen. Haydn schuf sieben meditative Sätze, einen für jedes der letzten Worte Jesu. Nur am Ende dieser großen Langsamkeit, deren Puls zwischen Largo, Adagio und Grave variiert, gibt es ein dramatisches Erdbeben. Jully, der sich bereits bei seinem Ballett „4 Seasons“ von religiöser Musik inspirieren ließ, hat sich für den Ballettabend im Großen Haus für die Orchesterfassung entschieden. Es spielt das Oldenburgische Staatsorchester. Auf der minimalistischen Bühne ist ein Kreuz angedeutet. Hier lassen Jully und Hillebrand Ballett und HipHop aufeinandertreffen, zwei unterschiedliche Bewegungsstile, die Passion auf ihre Weise spürbar machen. Premiere am 4. April, 19.30 Uhr, im Großen Haus. Weitere Vorstellungen: 18., 21. und 29. April; 10. Mai. Musikalische Leitung: Thomas Bönisch.


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OLDENBURGISCHES STAATSTHEATER Maria

Oper von Roman Statkowski erlebt deutsche Erstaufführung in Oldenburg Text: Michael Pitz-Grewenig

Fedir Krytschewskyj: Liebe (Leben / Triptychon), 1927

MARIA WACHGEKÜSST D

er polnische Komponist Roman Statkowski und sein umfangreiches Schaffen dürfte den meisten Theaterbesuchern absolut unbekannt sein. Das Oldenburgische Staatstheater will das ändern und bringt jetzt seine Oper „Maria“ als deutsche Erstaufführung auf die Bühne – 112 Jahre nach der Uraufführung am 1. März 1906 in Warschau!

bar galten, wurden hier aufgeführt. Man denke nur an Alban Bergs „Wozzeck“.

Worum geht es in der Oper „Maria“, dieser düsteren Geschichte aus der Ukraine? Vordergründig um eine nicht standesgemäße Ehe im 17. Jahrhunderts. Aber in Wahrheit ist es ein „Stück über Männer, Machtmissbrauch, falsch Statkowski ereilte das Schicksal vieler Kom- verstandene Loyaliponisten, denen in den 1930er Jahren aus tät, den Unwert des politischen Gründen die ihnen gebührende Menschen, Willkür, Wertschätzung versagt blieb und die nach Verrat, Lüge, Hinterdem 2. Weltkrieg einfach als veraltet galten. list, Mord und eine Denn auch in seiner Heimat entwickelte Liebe, die im Diesseits sich nach 1945 eine sehr aktive Avantgarde. nicht zu leben ist“, so So geriet das Werk des 1925 gestorbenen Regisseurin Andrea Komponisten immer mehr in Vergessenheit. Schwalbach (Foto). Man kann Intendant Christian Firmbach nur zustimmen, wenn er feststellt: „Ich fühle mich sehr verpflichtet, Stücke wieder zum Leben zu erwecken, ihnen vielleicht auch auf die Spielpläne anderer Häuser zu verhelfen. Und ‚Maria’ ist auf jeden Fall ein Stück, das es wert ist, wachgeküsst zu werden.“ Christian Firmbach knüpft an eine Tradition am Oldenburgischen Staatstheater an. Schon einige Werke, die entweder vergessen waren oder für kleinere Bühnen als unspiel-

Die Handlung folgt Antoni Malczewskis Novelle „Maria“ aus dem Jahr 1825. Wacław, Sohn eines mächtigen Woiwoden, liebt die schöne Maria, die aber leider die Tochter eines einfachen Landpflegers ist. Der Vater lehnt die Heirat aus machtpolitischen Gründen ab. Er lässt aber seinen Sohn im Glauben, er würde die Heirat akzeptieren, wenn dieser die Feinde, die das Land bedrohen, besiegen würde. Maria wird bei dem Unterfangen getötet. Wacław

richtet sich selbst, um im Tod mit der Geliebten vereint zu sein. Kann das eine Lösung sein? Dieses würdelose Spiel, bei dem die, die noch über eine Moral verfügen, vernichtet werden? Andrea Schwalbach hat das Stück in eine moderne Welt verlegt: „Das Spannende an diesem Stoff ist, dass wir uns gar nicht in den Höhen der Macht befinden, es ist kein Königsdrama, das sich hier abspielt, sondern ein simpler Statthalter träumt vom Aufstieg seines Sohnes in höhere gesellschaftliche Kreise durch die richtige Heirat.“ Und das ist leider aktueller denn je. Die Lage erscheint aber nicht hoffnungslos, so Andrea Schwalbach: „Am Ende sind es immer die, denen man es am wenigsten zutraut, die Welt zu verändern. Ob sie es dann besser machen?“ Premiere am 17. März, 19.30 Uhr, im Großen Haus. Weitere Vorstellungen: 23, März; 11., 22. und 27. April; 6. Mai. – Musikalische Leitung: Hendrik Vestmann. Mitwirkende u.a.: Arminia Friebe (Maria), Jason Kim (Wacław).


THEATER OSNABRÜCK San Paolo 17 foyer

Uraufführung der Oper „San Paolo“ von Sidney Corbett am Theater Osnabrück Text: Michael Pitz-Grewenig

Jan Friedrich Eggers als Paolo, Foto: Philipp Hülsmann

TOD EINES APOSTELS D

as Theater Osnabrück setzt die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Komponisten Sidney Corbett fort. Nach dem großen Erfolg der Oper „Das große Heft“ findet nun an gleicher Stelle die Uraufführung von Corbetts neuestem Werk mit dem Titel „San Paolo“ statt.

alität Religion heute noch haben kann. Gewissenhaft wie Intendant Waldschmidt vorgeht, hat er dabei natürlich auch die vielfältigen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Einrichtungen der Stadt Osnabrück, mit Museen, Die Fragen, die Pier Paolo Pasolini stellder Universität, Schulen und den verschiete, sind drängender denn je: Kann es eine Kraft geben, die der Aggression, dem Cha- denen Glaubensgemeinschaften ausgelotet. Pier Paolo Pasolini (1922-1975) ist einer der Geplant sind Begleitveranstaltungen mit os, der permanenten Bedrohung durch bedeutendsten europäischen Künstler und Krieg und Gewalt etwas entgegenzusetzen Vertretern aus Religion, Politik und GesellIntellektuellen der Jahrzehnte nach dem 2. hat? Kann die Religion darauf eine Antwort schaft und theaterpädagogische Projekte. Weltkrieg. Als Homosexueller und Kommu- geben? Kann der Mensch sie nur in sich nist, als radikaler Künstler und Intellektuel- selbst finden? Wie verhalten sich Gewalt, „Wer heute eine Oper schreibt, muss wissen, ler wurde er von der Justiz verfolgt Terror, Religion und warum er das tut und was er zu sagen hat.“ und von der italienischen Rechten Dieser These von Ralf Waldschmidt kann Staat zueinander? an den Pranger gestellt. 1975 wurde man unwidersprochen zustimmen. Dieser er unter bis heute nicht geklärten In dieser Urauffüh- Intendant erweist sich in jeder neuen SpielUmständen ermordet. Ein hohes zeit als Glücksfall für Osnabrück. rung spiegeln sich politisch-moralisches Ethos befür Waldschmidt Premiere am 28. April, 19.30 Uhr, im Thestimmte sein Schaffen. Als Homozentrale Aspekater am Domhof. Weitere Vorstellungen: sexueller wurde er aus der Kommute seiner Arbeit am nistischen Partei ausgeschlossen, Theater Osnabrück 4. und 11. Mai. – Inszenierung: Alexander als Kommunist von der katholiwider. Die Themen May; Musikalische Leitung: Daniel Inbal. schen Kirche abgelehnt. Pläne zu der Friedensstadt Tipp: Am Premierentag gibt es um 16 Uhr einem Filmprojekt über den heilisind darin ebenein Podiumsgespräch unter dem Titel „Regen Paulus wurden leider nie realisiert. so präsent wie die besondere Verbindung von Kultur und Religion, die Osnabrück aus- ligion auf der Bühne?“ u. a. mit Sidney Corbett, Norbert Abels (Chefdramaturg Der Osnabrücker Intendant Ralf Waldzeichnet, so Waldschmidt, der immer gerschmidt (Foto) hat sich mit dem Schaffen ne Grundaussagen des Christentums in un- der Oper Frankfurt) und Reinhold Zwick Pasolinis genau auseinandergesetzt und mittelbare Beziehung zur Gegenwart und zu (Theologe Universität Münster, Herausgemit dem Komponisten Sidney Corbett das brennenden gesellschaftlichen Fragen setzt ber der Originaltexte von Pasolini). Libretto erarbeitet. Pasolini versetzt Pauund damit der Frage nachgeht, welche Aktulus ins 20. Jahrhundert, der bereist das von den Nazis besetzte Paris, das Bonn der Adenauer-Zeit und wird am Ende in New York erschossen.


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THEATER IM NORDWESTEN Opernpremieren

OPERNPREMIEREN

Aktuelle Inszenierungen auf Bühnen der Region

„Lucia di Lammermoor“, Foto: Jörg Landsberg

Theater Bremen Lucia di Lammermoor Es müsste so etwas wie eine Regie-Erklärung auf der Übertitelanzeige geben, so ähnlich wie auf vielen DVDs den Audiokommentar des Regisseurs. Denn die Fülle an Einfällen, Bildern und Videos, mit denen Paul-Georg Dittrich seine Inszenierung von Donizettis „Lucia di Lammermoor“ angereichert hat, überfordert, ja muss überfordern. Sie zeugt eher von der intensiven Auseinandersetzung des Regisseurs mit dem Werk und der beeindruckenden geistigen Durchdringung der Materie, als dass sie dem Zuschauer einen emotionalen oder intellektuellen Gewinn bringt.

variierten Wiederholungen in den großen Szenen sehr gut gelangen. Gold in der Kehle hatte ein weiteres Mal Hyojong Kim (Edgardo), der in dieser Form auch an den Staatsopern bestehen könnte. Birger Radde (Enrico) komplettierte das hörenswerte Trio, das von einem sehr guten Ensemble umgeben war. Olof Boman am Pult der tadellos spielenden Bremer Philharmoniker entstaubte die Partitur von jeder Behäbigkeit, ohne dabei die Stimmen in ihrer Entfaltung einzuschränken. Zu sehen gab es auf der Bühne zwei Welten – einerseits die skrupellose, Individualität einschränkende moderne Welt der herrschenden Schicht, andererseits Lucias Traumreich (ein liebevoll ausgestatteter Theaterwagen, wie er auch im „Bajazzo“ zu sehen sein könnte). Die aufwändige Ausstattung entwarfen Pia Dederichs und Lena Schmid.

In seiner uneingeschränkt nachvollziehbaren Deutung der „Lucia“ als Romeo-und-Julia-Geschichte formt Paul-Georg Dittrich gleichwohl plastische Charaktere, denen er – das verdient Anerkennung – „Luft“ zum Singen gibt und sie trotz der Bilderfülle nicht „optisch erschlägt“. So lenkt er beispielsweise in der berühmten Wahnsinnsszene den Fokus auf den Gesang, der hier von Das Publikum war geteilter Meinung: Neder selten zu hörenden, normalerweise nicht ben den Besuchern, die bei jeder Premiere zu sehenden Glasharmonika begleitet wird. im Stil der italienischen Claqueure alle Mitwirkenden bejubeln, äußerten zahlreiche Nerita Pokvytyte meisterte die Partie der Zuschauer lautstark eine negative Meinung. Lucia mit bewunderungswürdiger Souve- Verdienter Jubel jedoch für die Gesangsränität. Ihr Sopran ist klanglich abgerun- solisten. – Die nächsten Vorstellungen: 22. deter geworden und zu einem tollen BelMärz; 8., 25. und 27. April; 5. und 11. Mai. canto-Instrument gereift, dem auch die Markus Wilks


THEATER IM NORDWESTEN Opernpremieren 19 foyer

Opernrätsel (mpg) Nicht allem, was Karl Kraus so bei seinen Wiener Kaffeehausbesuchen formulierte, muss man zustimmen. Seine Behauptung „Die Welt ist ein Gefängnis, in dem Einzelhaft vorzuziehen ist“ mutet doch sehr fragwürdig an. Ihr würde die weibliche Hauptfigur unserer gesuchten Oper mit Sicherheit nicht zustimmen, riskiert sie doch Leib und Leben, um den Geliebten aus dem Kerker zu befreien. Als Mann verkleidet arbeitet sie in dem Gefängnis, in dem ihr Mann aus Willkür inhaftiert ist. In der Tat, eine mutige und treue Seele. Der Komponist der gesuchten Oper komponierte nur eine, dafür aber fast zehn Sinfonien. Die letzte blieb unvollendet. Sollten Sie noch immer unsicher sein, so gilt hier ein anderer Ausspruch von Karl Krauss: „In zweifelhaften Fällen entscheide man sich für das Richtige!“ Das sollte nicht auf taube Ohren treffen!

„Wahlverwandtschaften“, Foto: Jörg Landsberg

Theater Bremen Wahlverwandtschaften Romanadaptionen für die Bühne sind derzeit modern. Das Schicksal eines dramatischen Textes ist die Inszenierung. Ein Roman folgt anderen Anforderungen. Das kann zu Schwierigkeiten führen. Armin Petras entzieht sich dieser Problematik. Für ihn bietet Johann Wolfgang von Goethes Roman aus dem Jahre 1809 lediglich einen Kristallisationspunkt dafür, Möglichkeiten des Zusammenlebens von Menschen zu untersuchen, die nicht mehr bereit sind, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Intelligent aktualisiert Petras Goethes Wunschprojektionen, denn der Roman handelt ja letztendlich nur von Frauenphantasien, Männerphantasien und ihrer gesellschaftlichen Unvereinbarkeit. Eduard muss dann auch nicht mehr wie bei Goethe sterben, dafür ist das Angebot von Charlotte, bei ihm bedingungslos zu bleiben, zu gut. Aus Otto wird ein Bruder, aus Ottilie eine Stieftochter, hinzugefügt werden Wolfgang und Christina. Regisseur Stefan Kimmig lässt der Handlung freien Lauf und greift wenig ein, findet aber stellenweise zusammen mit Bühnenbildnerin Katja Haß und den Videos von Rebecca Riedel immer wieder Bilder von plausibler optischer Prägnanz.

Wie heißt die Oper und wie lautet der Name des Komponisten? Die Inszenierung stellt an die Akteure ausnehmend hohe Anforderungen. Mit Nadine Lehner (Charlotte), Patrick Zielke (Edouard), Hanna Plaß (Tilly), Robin Sondermann (Otto), Annemaaike Bakker (Christina) und Markus John (Wolfgang) bewies das Ensemble des Bremer Musiktheater einmal mehr, dass es derart experimentelle Produktionen glaubhaft realisieren kann. Die harmlose Melange aus Avantgarde, Jazz und Pop des Komponistenduos Thomas Kürstner und Sebastian Vogel konnte nicht überzeugen, dabei ist sie interpretatorisch außerordentlich schwierig zu realisieren. Die Leistung von Clemens Heil ist unter diesem Aspekt nicht hoch genug zu bewerten. Seinem exzellenten Dirigat verdankt diese Aufführung sehr viel, aber auch den hochmotivierten Orchestermusikern. Fazit: Das Bremer Theater verfügt derzeit über hervorragende Schauspieler und Gesangssolisten, die auch bereit sind, die üblichen Grenzen des Musiktheaters zu überwinden, sich auf Experimente einzulassen, denen man gerne zuschaut, auch wenn die Inszenierung insgesamt eher von Langweile geprägt war. – Die nächsten Vorstellungen: 15. und 30. März; 4., 15. und 26. April; 3. und 15. Mai. Michael Pitz-Grewenig

Bitte schreiben Sie Ihre Antwort bis zum 15. April 2018 an foyer, Roland Verlag GmbH, Böttcherstraße 4, 28195 Bremen. Die Teilnahme ist auch online möglich: www.rolandverlag.de (Publikationen/Foyer) Zu gewinnen sind je 5 x 2 Karten für das Theater Bremen, das Stadttheater Bremerhaven und das Oldenburgische Staatstheater. Die Auflösung des Opernrätsels in foyer 123 lautet: „Otello“ von Giuseppe Verdi. Gewonnen haben: A. Bickschlag, Oldenburg Hans Blau, Bremerhaven Ingelore Böhling, Bremen Marianne Drewnowski, Brüggen Dorothea Feuerherdt, Hude Helga Harms, Weyhe Jessika Henner, Hannover Thomas Radig, Bremen Carsten Rumohr, Bremen Anneliese Steineke, Bremen Josef Waltinger, Bremervörde Erika Schröder, Oldenburg Dieter Schlatow, Bremerhaven Dr. Karl-Dietrich Weidner, Hagen im Bremischen Eugen S. Wolf, Bremen


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THEATER IM NORDWESTEN Opernpremieren

OPERNPREMIEREN

Aktuelle Inszenierungen auf Bühnen der Region

„Frau Luna“, Foto: Heiko Sandelmann

Stadttheater Bremerhaven Frau Luna „Achtung Operette“ wird augenzwinkernd im Programmheft gewarnt, doch wer sich auf Holger Seitz’ Bremerhavener Inszenierung von Paul Linckes „Frau Luna“ einlässt, wird bestens unterhalten. Seine Operette ist ein musikalisches Dokument der Kaiserzeit in Berlin und lebt von den unsterblichen Evergreens wie „Berliner Luft“, „Oh, Theophil“ oder „Schenk mir doch ein kleines bisschen Liebe“ und dem originellen Wortwitz der Texte. Das Fehlen an durchgehendem Inhalt und dramaturgischen Finessen überspielt Seitz geschickt, setzt auf Ironie und Berliner Schnauze und verpackt das Ganze als eine Art burleske Varietéshow.

gelingt es, die etwas angestaubte Operette von ihrem altbackenen Gerüst zu befreien und in eine kurzweilige temporeiche Unterhaltungsshow zu verwandeln, die vom Publikum gut angenommen wird. Doch was wäre eine Operette in Bremerhaven ohne Hartmut Brüsch und das Philharmonische Orchester, die Linckes schmissigen Märschen und den Schunkelwalzern das nötige Temperament und den Gute-LauneSchwung geben.

Dass die Kitschfalle umgangen wird, ist auch Ausstatter Darko Petrovic zu verdanken. Seine Bühneninstallationen abstrahieren die Schauplätze und geben ihnen Sänger und Schauspieler nehmen in Mimik etwas von Science Fiction. Steppkes Bude und Gestik den ironischen Grundton auf. wird durch ein Metallgestell markiert und Ob Tobias Haaks als geckenhafter Prinz die in Blau, Glühlämpchen und viel Glitter Sternschnuppe, MacKenzie Gallinger als getauchte Mondlandschaft lässt der Phanlistiger Theophil oder Isabel Zeumer als tasie Spielraum. resolute Frau Pusebach – das Ensemble glänzt durch ungetrübte Spielfreude und Auch die Aussicht auf den Weltuntergang stimmliche Präsenz. Auch Tijana Grujic als kann diese munter zusammengewürfelmondäne Mondherrscherin Frau Luna und te Truppe aus Sängern, Schauspielern, BalBenjamin Krüger als der von ihr angehim- lett und Chor nicht schrecken, denn „Flott melte Mondmobil-Erfinder Steppke übergelebt, flott geliebt, eh’s zu spät“. – Die zeugen und verleihen ihren Charakteren nächsten Vorstellungen: 21. März; 1., 8. den nötigen Charme und Spielwitz. und 22. April. Karin Hiller Alle Figuren karikieren sich liebevoll selbst, jede für sich ist ein Sympathieträger. Seitz


THEATER IM NORDWESTEN Opernpremieren 21 foyer

„Rigoletto“, Foto: Stephan Walzl

Oldenburgisches Staatstheater Rigoletto Nach kürzlich in Bremen (Regie: Michael Talke) und Bremerhaven (Andrezej Woron) zeigt das Oldenburgische Staatstheater Verdis „Rigoletto“ nun in der Sicht von Hinrich Horstkotte, der für Inszenierung und Kostüme verantwortlich zeichnet. Bei ihm ist der Hof des Herzogs von Mantua ziemlich heruntergekommen, moralisch sowieso und auch optisch nur ein düsteres Gemäuer.

NS-Scherge war. Beeindruckend sind die in zwei Ebenen gestalteten Bühnenbilder von Siegfried E. Mayer. Durch geschickten Einsatz der Drehbühne werden nahtlos immer neue Ansichten gezeigt, insbesondere die engen Gassen, in denen Gildas Entführung stattfindet.

Vito Cristofaro sorgt am Pult des Oldenburgischen Staatsorchesters für eine beHorstkotte entwirft das Bild einer bösen, stechende Wiedergabe (besucht wurde die perversen Gesellschaft, in der Korruption 2. Vorstellung), bei der Tempi, Klangfarund Gewalt an der Tagesordnung sind. Mit ben und Dynamik zu einer so eher selteabstoßender Drastik wird die Vergewaltinen Einheit finden. Mit Daniel Moon als gung der Gräfin Ceprano vorgeführt, bru- Rigoletto und Martyna Cymerman als Giltal werden dem Grafen Monterone (beein- da stehen ausgezeichnete Sänger zur Verdruckend, wie Leonardo Lee dessen Fluch fügung, die ihre Partien darstellerisch und herausschleudert) von Rigoletto die Krügesanglich bestens ausfüllen. Besonders cken weggehauen. Der Herzog zeigt sich im großen Duett des zweiten Aktes entfalgegenüber Frauen nur zynisch-verächttet sich betörend strömender Gesang. lich und lebt seine sexuellen Phantasien im letzten Akt bei der Domina Maddalena aus Auch Jason Kim kann mit seinem eher dunklen und virilen Tenor als Herzog – Ausschweifungen, die er mit der braven Gilda nie hätte realisieren können. durchweg gefallen. Ill-Hoon Choung ist ein düsterer, eindringlicher Mörder SparafuBei Horstkotte ist nicht Rigoletto der Krüp- cile, Yulia Sokolik macht als Maddalena im wahrsten Sinne des Wortes eine gute Fipel, sondern Gilda sitzt im Rollstuhl und geht an Krücken. Rigoletto trägt Brille und gur. Die Partie der hier korrupten Giovanna wird durch Melanie Lang aufgewertet. Uniform, schleppt dabei ein riesiges Herz auf dem Rücken. Horstkotte will damit ei- – Die nächsten Vorstellungen: 28. März; 1., nen Vergleich mit Heinrich Himmler zie20. und 28. April. hen, der gleichzeitig Familienvater und Wolfgang Denker


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THEATER IM NORDWESTEN Tanzpremieren

TANZPREMIEREN Aktuelle Inszenierungen auf Bühnen der Region

„Schläpfer/Jully (UA)/Blaska“, Foto: Martina Pipprich

Oldenburgisches Staatstheater Schläpfer/Jully/Blaska Über der Bühne kreist ein Neonstab, abstrakt wie ein Zeitmesser, der verdeutlicht, wie die Stunden, Tage und Jahre vergehen. Der Auftakt des dreiteiligen Ballettabends „Schläpfer/Jully/Blaska“ ist gleichzeitig der Höhepunkt des Abends. Gastchoreograph Martin Schläpfer lässt die Tänzer in „Violakonzert“ nach dem gleichnamigen Musikstück von Alfred Schnittke in einem düsteren Bühnenraum auftreten. Sie rudern mit den Armen rückwärts, scheinen fast den Halt zu verlieren, brechen zusammen, werden aufgefangen. Bewegungen in Zeitlupe folgen auf rasante Drehungen. Zeit wird spürbar. In der spiegelnden Rückwand verschwimmen die Bewegungen wie in einem Gemälde von Francis Bacon. Eine Choreografie, die berührt.

und zu, ein Mensch scheint vier Arme zu haben. Das ist unterhaltsam, wirkt aber ab und an auch irritierend zusammenhanglos. Am Schluss des Abends die Rückkehr zum emotionalen Thema des Anfangs. Sonst wählt Antoine Jully, Ballettdirektor und Chefchoreograf des Hauses, meist Musik, zu der noch nie auf einer Ballettbühne getanzt wurde. Diesmal nicht. Sein Thema ist „Der Tod und das Mädchen“ nach einem Gedicht von Matthias Claudius. Die Musik von Franz Schubert: das Streichquartett Nr. 14 d-moll.

Die Musiker spielen live auf der Bühne, wo Spielarten des Todes ausgelotet werden. Das schwarze Kleid des Mädchens ist leuchtend gelb gefüttert, Sinnbild für die Leichtigkeit des Seins. Im nächsten Moment versinken die Tänzer im Schmerz. Eindrucksvoll ist vor allem der Kunstgriff, das Mädchen und den Tod von so vielen Anschließend ein Kontrast, wie er größer Tänzern verkörpern zu lassen. Der Tod, kaum sein könnte. Die deutsche Erstaufscheint es, ist überall. Auch am Bühnenführung „Tam Tam et Percussion“ des rand, wo er sich seelenruhig schminkt, Choreografen Félix Blaska, bereits 1970 in um schließlich zum letzten Tanz zu bitten. Paris uraufgeführt, lässt akademischen auf Das Publikum feierte das Stück mit langem afrikanischen Tanz treffen. Auf der Bühne, Applaus. – Die nächsten Vorstellungen: 24. eine Blackbox, pendeln zwei Musiker (VinApril; 4 Mai. cent Bauer und Adriano Tenorio) zwischen Sabine Komm Trommeln und Schlagwerk. Spitzentanz zu Glockengeläut. Storchenschritte, Hälse rotieren, Beine klappen im Handstand auf


THEATER IM NORDWESTEN Schauspielpremieren 23 foyer

SCHAUSPIEL

Schauspielrätsel (mpg) „Was Liebe spricht, nimmt Liebe arglos hin. Ich meinte nur, mein Herz sei Eurem so verbunden, dass nur ein Herz in beiden wird gefunden.“ Ach, der Autor unseres gesuchten Theaterstückes kannte sich aus in den Gefühlslagen der Menschen. Er schrieb zahllose Werke, die fast alle noch immer gespielt werden und die noch immer die Menschen faszinieren und das nun schon seit rund 400 Jahren.

„Ein Haus in der Nähe einer Airbase“, Fotos: Jörg Landsberg

Theater Bremen „Ein Haus in der Nähe einer Airbase“ Wer in diesen Tagen über das Schlagwort „Heimat“ debattiert, sollte sich dieses Stück des jungen Autors Akin Emanuel Şipal ansehen. Als Uraufführung läuft es beim Bremer Schauspiel und zeigt den Versuch einer deutsch-türkischen Familie, zurück in die vermeintliche Heimat Türkei zu siedeln. Doch dies steht unter einem schlechten (Halb-)Mond. Entfremdet von der türkischen Gesellschaft, infiziert von deutscher Gründlichkeit, zudem umgeben von neuen Kriegen, stranden die DeutschTürken in einem seelischen Niemandsland. Kein Ort, nirgends. Der Text trifft mit seiner an Tschechow erinnernden Tragikomik direkt ins verwühlte Herz unserer Zeit. In Anbetracht der notorisch sparsamen Mittel, die das Bremer Schauspiel im Kleinen Haus für gewöhnlich anbieten kann, drängt sich allerdings die Frage auf, ob der Stoff in einer filmischen Umsetzung möglicherweise besser aufgehoben wäre. Was hätte ein Fatih Akin hieraus zaubern können? Der etwas sperrige Eindruck gründet in der Inszenierung von Frank Abt in der Mischung aus angedeuteten Spielszenen

und postdramatischen Kommentaren. Beständig stehen die Figuren neben ihrer Rolle und beschreiben in länglichen Schilderungen jene Situationen, die sich der Zuschauer vorzustellen hat. Ein gesprochenes Kopfkino sozusagen. „Zeigt es doch und erzählt es nicht!“, möchte man rufen. Ein Teil der tragikomischen Dimension des Stückes scheint zudem geschwächt, weil in der Besetzung der Hauptrollen (mit Fania Sorel, Irene Kleinschmidt und Siegfried W. Maschek) ein gewisser Anteil an türkischen Wurzeln fehlt. Dies ist schade, denn der traurige Witz der Situation gründet ja in der seelischen Unbehaustheit türkisch stämmiger Menschen, die inmitten der Türkei nicht weiterwissen. Unstrittig bietet der Abend aber auch interessante Theaterkunst mit einigen reibungsvollen Bildern. Unvergessen bleibt, wie Maschek als Vater und Verkäufer für Solaranlagen sich auf einem Dynamo-Rad abstrampelt, um damit den Strom für eine immer wieder erschlaffende Lichtbatterie zu produzieren. Wer hätte gedacht, kurz vor der syrischen Grenze einen Verwandten von Willy Loman zu treffen, der Symbolfigur des sterbenden amerikanischen Traumes? – Die nächsten Vorstellungen: 21. März; 5. und 21. April. Sven Garbade

Der Dichter verlegte die Handlung des gesuchten Stücks in ein mythisches antikes Griechenland. Realität und Wirklichkeit werden dabei kunterbunt vermengt. Aber auch hier werden die Lebe- und Zauberwesen von amourösem Verlangen, Ehestreitigkeiten, Verirrungen, geheimen Zauberkräften bestimmt. Die träumerischen Verrückungen und erotischen Verzückungen entziehen sich jeglicher Logik. Hochmut, Eifersucht und frivoles Begehren werden am Ende sanft „bestraft“, und natürlich gibt es ein Happy End. Der Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy komponierte dazu eine hinreißende Bühnenmusik. Könnte man heute so eine wundervolle Komödie, die in lauen Sommernächsten spielt, mal abgesehen vom oft verregneten Sommer, noch schreiben? Wie heißt der Autor und wie lautet der Titel des gesuchten Stücks? Schreiben Sie Ihre Antwort bis zum 15. April 2018 an foyer, Roland Verlag GmbH, Böttcherstraße 4, 28195 Bremen. Die Teilnahme ist auch online möglich: www.rolandverlag. de (Publikationen/Foyer). Zu gewinnen sind 5 x 2 Karten für das Bremer Schauspiel. Die Lösung aus foyer 123 lautet „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett. Gewonnen haben: Regina Hewer, Delmenhorst Kurt Leyk, Lilienthal Gert Overbeck, Bremen Michael Scherer, Bremen Andreas Wöhler, Oldenburg


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TANZ Choreograf Tomas Bünger

Tomas Bünger pendelt als Tanz-Pädagoge zwischen Bremen und Bangladesch Text: Sven Garbade

FÜR DEN TANZ UM DIE WELT T

anz ist eine universelle Sprache. Das wird oft und leicht gesagt. Für Tomas Bünger jedoch, der viele Jahre als Protagonist am Bremer Tanztheater wirkte und heute als freischaffender Tanzpädagoge arbeitet, bedeutet dies weit mehr als eine Floskel. Für den Tanz reist er regelmäßig um die halbe Welt – und seit vier Jahren sogar bis in eines der ärmsten Länder überhaupt: nach Bangladesch. Die Erfahrungen, die er von dort mitbringt, um sie auch in seine Bremer Projekte einfließen zu lassen, sind weit mehr als eine tänzerische Exkursion. Es ist ein Weg des Lebens.

Wenn man sich mit Tomas Bünger über das Leben in dem von Krisen geschüttelten Land östlich von Indien unterhält, steht eines immer im Zentrum: die Furcht vor Terror. Bangladesch ist gefährlich, besonders für hellhäutige Europäer. Im Jahr 2016 ermordeten Islamisten über 20 Geiseln bei einem Angriff auf ein spanisches Restaurant. So müssen auch Kunstprojekte mit ausländischen Gästen umfangreich bewacht werden. Vor der Theaterprobe steht also die Sicherheitsschleuse.

Größter Unterschied zur hiesigen Theaterarbeit? „Keine Frage“, sagt der 49-Jährige, Ermöglicht werden die Workshops, die er in „das ist die Wertschätzung des tänzeder 17-Millionen-Metropole Dhaka veranrischen Handwerkes und zugleich der staltet, vom Goethe-Institut Bangladesch. Respekt vor dem Alter.“ Die Rolle eines Einige Wochen Lehrers genieße in „das ist die Wertschätzung des lang lebt und Bangladesch eine arbeitet Bünger tänzerischen Handwerkes und viel höhere Autodort, dazwizugleich der Respekt vor dem Alter.“ rität als bei uns schen geht es – manchmal mute zurück nach Bremen. Hier tüftelt er unter dies aus hiesigem Empfinden sogar etwas anderem gemeinsam mit Magali Sander Fett sonderbar an, erzählt Bünger. Er sei ja an Projekten wie „And Now With Music“, schließlich kein Guru, findet er, obwohl die einer Auseinandersetzung mit Formen des Tradition der spirituellen Gelehrsamkeit in Tanzsportes, die kürzlich in der Schwankdieser Region, wo Hinduisten, Buddhisten halle lief. Von der Lateinformation nach und Moslems miteinander leben, natürBangladesch – ist das nicht ein gewaltiger lich sehr präsent ist. Nicht zuletzt haben Kontrast? zahlreiche westliche Künstler in dem von

Indien geprägten Kulturkreis neue Inspiration gefunden; von Arthur Schopenhauer über die Beatles bis zu Pina Bausch. Apropos Pina Bausch. Tatsächlich können Errungenschaften des deutschen Tanztheaters auch Innovationen für die bengalischen Studenten bedeuten, erzählt Bünger. Etwa die Hinterfragung von ornamentalen Figuren im Tanz oder die Hinwendung zu einer offeneren Emotionalität. Bereits die Möglichkeit, eigene Stücke zu erfinden, individuelle Geschichten in Bewegung zu erzählen oder multikulturelle Formen miteinander zu montieren, sei für viele Teilnehmer seiner Workshops eine völlig neue Erfahrung gewesen. Zum Dialog zählen aber auch die Begegnungen außerhalb des Institutes, wo beispielsweise auf dem Land eine TheaterVorstellung für den Gast aus Bremen organisiert wurde. Neue Freundschaften entstanden. Dass der Tanz also tatsächlich über Sprachbarrieren hinweg zu einer Verständigung zwischen Menschen unterschiedlichster Herkunft dienen kann, dafür bildet Tomas Büngers Schaffen ein glänzendes Beispiel. Und ja, es stimmt: Tanz ist wirklich eine universelle Sprache!


MENSCHEN IM FOYER Zonta Club Bremen

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MENSCHEN IM FOYER

Soirée für „Luisa“ 18 Songs widmete die in Bremen lebende Sängerin Corinna Reynolds (Foto o. rechts) ihrer imaginären Freundin Luisa, die im Mittelpunkt einer BenefizSoirée des Zonta Clubs Bremen im Goldenen Saal des Atlantic Grand Hotels stand. Der Erlös der Veranstaltung, die Hoteldirektorin Ursula Carl (Foto u. rechts) ermöglicht hatte, kam dem Sozialprojekt „Ist Luisa da?“ zugute, einer Präventionskampagne gegen sexualisierte Gewalt (siehe Seite 53). Corinna Reynolds, begleitet von Nicolai Thein (Piano) und Gero John (Cello), löste mit ihrem Programm, das Hits und Evergreens aus 50 Jahren Filmgeschichte beinhaltete, große Begeisterung unter den Gästen des Benefizabends aus.

Hildegard Christiansen Fon 0421 - 25 57 35 Oberneulander Heerstraße 26 - 28 28355 Bremen Mo. - Fr. 10.00 - 18.30 Uhr Sa. 10.00 - 13.30 Uhr www.christiansen-women.de


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MUSIK Glocke

MIKIs Takeover! Ensemble feat. Maxim Foto: Lukas Vogt

Cécile McLorin Salvant, Foto: Mark Fitton

MIKIs Takeover! Ensemble

Die Grammy-Sammlerin

feat. Maxim

Cécile McLorin Salvant

(hip) „Takeover“ ist ein Begriff aus Ökonomie und Politik und bezeichnet eine meist erzwungene Übernahme. Als Name für ein Musikprojekt ist er eher ungewöhnlich, doch mit dieser Irritation rechnet Mihalj Kekenj natürlich. Außerdem bringt er so sein Konzept genau auf den Punkt: Er übernimmt Songs aus HipHop, Pop und Rock und arrangiert sie dann für ein klassisches Streichquintett. Kekenj ist in Braunschweig in eine Musikerfamilie geboren und spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Geige. Unter seinem bürgerlichen Namen ist er 1. Konzertmeister bei den Bergischen Symphonikern, aber seit seiner Jugend begeistert er sich auch für junge, populäre Musik. Unter dem Künstlernamen MIKI leitet er das „Takeover! Ensemble“, das außer ihm an der Violine aus Consuelo Rodendo an der Viola, Markus Beul am Cello, Max Dommers am Kontrabass und Hanna Rabe an der Harfe besteht. „Ich konzipiere Programme, die den Zeitgeist der musikinteressierten ‚Generation Pop’ widerspiegeln, doch im klassischen Gewand zeigen“, sagt MIKI selber über sein Projekt, mit dem er die Grenzen zwischen E- und U-Musik durchlässiger machen will. Besonders reizvoll ist dies, wenn er mit dem Wiedererkennungseffekt arbeitet und das Bekannte ganz anders klingen lässt. So gibt es bei ihm in dem

Song „Creep“ von „Radiohead“ ein Solo auf dem Cello und bei Marvin Gayes SoulKlassiker „What’s going on“ klingt Kammermusik plötzlich erstaunlich schwarz. Für seine Konzerte lädt er bekannte Rockund Popmusiker dazu ein, nur von den Streichern begleitet ihre Kompositionen neu zu interpretieren. Auf dieses musikalische Abenteuer haben sich schon Max Mutzke, Cassandra Steen, Joy Denalane und Mik Donet eingelassen. MIKI stand außerdem mit dem DJ-und Produzentenduo Moonbootica und dem Rapper Curse auf der Bühne. Sein Debüt in der Reihe GLOCKE Spezial bestreitet er mit Maxim. Der 1982 geborene Singer-Songwriter begann seine Karriere im Genre des Roots-Reggae. Auf seinem ersten Album sang er Reggae-Songs in deutscher Sprache. Später bewegte er sich in Richtung Pop, so nahm er sein Album „Staub“ zusammen mit Judith Holofernes auf. Bekannt wurde Maxim, als er 2014 beim Bundesvision Song Contest auftrat. Sein inzwischen eher elegischer Ton harmoniert sehr gut mit der romantischen Kammermusik vom „Takeover! Ensemble“, sodass man hier eher von einer glücklichen Verschmelzung als von einer Übernahme sprechen kann. 7. April, 20 Uhr, Die Glocke

(che) Als Cécile McLorin Salvant vor drei Jahren beim Musikfest Bremen und zwei Monate später auch beim Jazzfest Berlin auftrat, beeindruckte und begeisterte die Sängerin mit der markanten großen, weißen Brille durch ihre überaus fein austarierten, mal mit voller Kraft gesungenen, mal höchst fragil im Pianissimo gehauchten Interpretationen von Jazz-Standards. Seitdem hat sich manches in ihrer Karriere ereignet: Die Sängerin mit haitianisch-französischen Wurzeln wurde für ihr zweites Album „For One To Love“ mit einem Grammy ausgezeichnet. Ende des vorigen Jahres erschien schließlich ihr drittes Album, und das zeichnet sich durch seinen beachtlichen Umfang aus: Für „Dreams and Daggers“ hat Cécile McLorin Salvant 23 (!) Songs – und zwar eigene und Standards – eingesungen, die selbstverständlich nicht auf eine CD passen. Folglich liegen eine Doppel-CD und in dem gerade im Jazz so beliebten Vinyl-Format gleich drei LPs vor. Das jüngste Album der 28-jährigen Sängerin wurde in diesem Jahr denn auch erneut mit einem Grammy in der Kategorie „Best Jazz Vocal Album“ ausgezeichnet. Diese Songs machen auch das Programm aus, mit dem Cécile McLorin Salvant, begleitet vom Aaron Diehl Trio, zu den GLOCKE JAZZnights kommt. 23. Mai, 20 Uhr, Die Glocke


MUSIK Glocke

GLOCKE

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Weitere Veranstaltungen in der Glocke Di 20.03.2018 | 20 Uhr | Kleiner Saal 6. Philharmonisches Kammerkonzert Artemis Quartett Werke von W. A. Mozart, B. Bartók und F. Mendelssohn Bartholdy Sa 31.03.2018 | 20 Uhr | Großer Saal Landesjugendorchester Bremen Stefan Geiger, Dirigent Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 9 Joseph Calleja, Foto: Simon Fowler / Decca

Merkmal: schnelles Vibrato Der maltesische Tenor Joseph Calleja (mw) Ein Pflichttermin für Liebhaber italienischer Opern ist das nächste Konzert der Reihe GLOCKE Vokal: Mit Joseph Calleja singt einer der besten Tenöre unserer Zeit. Carsten Preisler, Pressesprecher der Glocke, freut sich, dass der 40-jährige Tenor endlich den Weg nach Bremen findet: „Wir haben schon länger um Calleja als einem der derzeitigen Top-Ten-Tenöre geworben und sofort zugegriffen, als er uns jetzt im Rahmen einer Europatournee angeboten wurde.“ Begleitet von der Prague Philharmonia, gastiert er mit Arien von Verdi, Massenet und Offenbach.

Joseph Calleja in einem aktuellen Interview mit der Fachzeitschrift „Das Opernglas“, dass er bald „Il Trovatore“, „Don Carlo“ und „Aida“ singen werde – und in vielen Jahren vielleicht noch den Otello. Quasi als Vorgeschmack enthält seine vor wenigen Wochen veröffentlichte neue CD vielversprechende Ausschnitte aus diesen Opern, von denen er einige auch in der Glocke singen wird.

Der Dirigent der CD, Ramón Tebar, ist auch dabei und damit Garant für eine ideale Abstimmung zwischen Solist und Orchester. Zu beobachten sein wird, ob Einen Spitzenplatz im Opernbusiness hat Joseph Calleja auch in Bremen mit der oft sich Joseph Calleja wegen seiner besonde- beschriebenen „Mühelosigkeit seines Geren Stimme erarbeitet. Mag er auch kein sangs begeistert“. Dass er über die Nerszenischer Draufgänger wie ein Plácido venstärke verfügt, die für ein Singen auf Domingo oder Jonas Kaufmann sein, behöchstem Niveau Voraussetzung ist, hat geistert Calleja jedoch durch die Schönheit er oft bewiesen – schon zu Beginn seiseines Tons, vokale Kraft und Verlässlich- ner Karriere, als er mehrere renommierte keit. Sein Markenzeichen ist das schnelle Wettbewerbe gewann. Vibrato, dass seinem bronzenen Tenor eine besondere Färbung verleiht. Dieses unge- Inzwischen zählt er zu den gefragtesten wöhnliche Timbre verhilft seiner Stimme Stars der Branche, der bereits 39 Rollen gezu einem hohen Wiedererkennungswert sungen hat und dem man immer noch weiund kommt in Partien wie Cavaradossi tere Leistungssteigerungen zutraut. So ur(„Tosca“) oder Don José („Carmen“) beson- teilte ein Kritiker des Magazins „The New ders zur Geltung. Yorker“ über seinen Gesang: „Der große, honigsüße Ton hat den reinsten und anFür die nächsten Jahre hat sich der Tenor sprechendsten italienischen Klang seit Paverstärkt Opern von Giuseppe Verdi vorvarotti“. genommen, die seinem stimmlichen Rei14. Juni, 20 Uhr, Die Glocke fungsprozess entsprechen. So verriet

So 15.04.2018 | 10.45 Uhr | Kleiner Saal GLOCKE Ohrwurm für Familien Musikalische Konzerteinführung zu Igor Strawinskys Ballett »Der Feuervogel« mit Schauspielern der bremer shakespeare company und dem Glocke-Team (Mindestalter 8 Jahre) So 15.04.2018 | 19 Uhr | Großer Saal Bremer RathsChor Barockensemble la festa musicale Solisten Jan Hübner, Leitung J. S. Bach: Messe h-Moll BW V 232 Sa 21.04.2018 | 14 – 17 Uhr | Foyer GLOCKE Spielraum »Mit Riqq und Oud zur Morgenröte« in Kooperation mit dem Syrischen Exil-Kulturverein SEKu e. V. (Mindestalter 6 Jahre) Sa 05.05.2018 | 20 Uhr | Großer Saal 6. Meisterkonzert NDR Elbphilharmonie Orchester Matthias Goerne, Bariton Thomas Hengelbrock, Dirigent Werke von G. Mahler und L. van Beethoven Mi 16.05.2018 | 9.30 und 11 Uhr | Kleiner Saal GLOCKE Sitzkissenkonzert D.U.R. Quartett Di 22.05.2018 | 20 Uhr | Kleiner Saal 8. Philharmonisches Kammerkonzert »Curtis on Tour«: Zorá String Quartet Werke von J. Haydn, A. Hsu und J. Brahms So 26.05.2018 | 20 Uhr | Kleiner Saal GLOCKE ImPuls: »Composer Slam« Der Komponisten-Wettstreit, bei dem das Publikum über den Sieger entscheidet Simon Kluth, Moderation


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MUSIK Konzerttipps

TIPPS

Small is beautiful

Das Instrument der Könige

(hip) Kaum ein Instrument ist so anrührend wie die Ukulele. Man muss lächeln, wenn man sie hört oder auch nur sieht, denn sie wirkt wie eine Kinderversion ihrer großen Schwester, der Gitarre. Diesen Effekt nutzt „The Ukulele Orchestra of Great Britain“, das schon seit 31 Jahren besteht und seitdem in England eine Institution geworden ist.

(kh) In den Sinfoniekonzerten des Philharmonischen Orchesters Bremerhaven haben Ensemblemitglieder immer wieder die Möglichkeit, auch als Solisten hervorzutreten. Das gilt auch für den Konzertabend „Haydn und das Instrument der Könige“.

Im Mittelpunkt dieses Programms steht der Solotrompeter des Orchesters, Krisztian Jambor. Er interpretiert Joseph Haydns Die acht Ukulele-Spieler wurden zur berühmtes Konzert für Trompete und Orprivaten Geburtstagsparty der Queen in chester Es-Dur, das eine musikalische BeWindsor Castle eingeladen und spielen sonderheit darstellt. Denn es war das erste regelmäßig bei den Proms in der jeweils Werk, das für die um 1800 erfundene Klapausverkauften Royal Albert Hall. Britischer pentrompete komponiert wurde und damit geht es kaum. Ihr Anspruch besteht darin, die neuen technischen Variationsmöglichdass es keine Musik gibt, die sie nicht für keiten dieses Instruments präsentierte. ihre Ukulelen (manchmal schummeln Dirigent des Abends ist Ektoras Tartanis, sie dann doch eine Gitarre in ihr Spiel) seit dieser Spielzeit 1. Kapellmeister und arrangieren und auf ihnen interpretieren Stellvertreter des GMD am Stadttheater. können. Auf dem Programm des Konzerts stehen Und so absolvieren sie einen Parcours weiter die auf einem Choral beruhenden durch alle Genres, spielen Stücke von „Variationen über ein Thema von Haydn“ in Tschaikowsky, Nirvana, Wagner, Otis Red- B-Dur von Johannes Brahms und Haydns ding, David Bowie und Ennio Morricone. letzte Sinfonie Nr. 104, D-Dur, die er wähEin bisschen singen, pfeifen und erzählen rend seines zweiten Londoner Aufenthalts sie noch dabei und begeistern durch ihre komponierte und die auch dort 1795 mit Mischung aus Virtuosität und britischem überwältigendem Erfolg uraufgeführt wurHumor. Denn jede Nummer inszenieren de. Sie bildete den krönenden Abschluss sie wie ein kleines Theaterstück und nach von Haydns sinfonischem Schaffen. all den Jahren wissen sie genau, wo und 26. März, 20 Uhr; 27./28. März, jew. 19.30 wie die Pointen am besten sitzen. Uhr, Stadttheater Bremerhaven 22. März, 20 Uhr, Die Glocke (Großes Haus)


MUSIK Konzerttipps / CD-Tipp

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CD-Tipp: Klezmer & mehr

Curtis in Bremen

Glutvolle Melodik

(che) Die Bremer Gruppe „Klezgoyim“ widmet sich seit mehr als 20 Jahren der jiddischen Folklore, der Klezmermusik, ohne sich dabei durch allzu große stilistische Grenzen einengen zu lassen. Denn die Mitwirkenden sehen sich auch im ganzen Balkan bis hin zum Schwarzen Meer musikalisch um.

(UM) Seit einigen Jahren verbindet die Philharmonische Gesellschaft eine Kooperation mit dem Curtis Institute of Music in Philadelphia, aus dem seit Generationen Spitzenmusiker hervorgegangen sind und immer wieder hervorgehen. In den Philharmonischen Kammerkonzerten sind regelmäßig Alumni und Absolventen des renommierten Instituts zu hören.

Dank der guten Beziehungen der Bremer Philharmoniker und der Deutschen Kammerphilharmonie kann man in der Glocke in schöner Regelmäßigkeit Violinkonzerte mit den weltweist besten Solisten der Branche hören. Erstaunlicherweise zählt Lisa Batiashvili (noch) nicht zu diesen Künstlern, obgleich sie seit vielen Jahren mit den besten Orchestern und Dirigenten musiziert.

Seit mehr als 20 Jahren, genauer gesagt seit 1996, veranstaltet das Quintett auch ziemlich regelmäßig seine Klezmernächte. Jetzt findet die 20. Ausgabe statt, was deutlich macht, dass es dann und wann keine dieser musikalischen Nächte gegeben hat. Das Vorgehen ist dabei überwiegend ein ähnliches: Die Bremer Formation lädt eine andere Klezmerband (gelegentlich auch einzelne Musiker oder kleinere Formationen) ein und tritt außerdem selbst auf. In diesem Jahr kommt die Berliner Formation „Shmaltz“. Das ist ein Sextett, das deutlich mehr und eigenartigere Instrumente (darunter singende Säge, Toy-Piano oder Trumscheit) spielt als Klezgoyim, die auf Klarinette, Saxofon, Akkordeon, Kontrabass und Schlagzeug vertrauen. Obwohl viele bei Shmaltz aus der Berliner KlezmerSzene kommen, musiziert die Kapelle nicht puristisch, sondern ist offen für Fremdeinflüsse von Cumbia bis Tom Waits. 6. April, 20 Uhr, Kulturkirche St. Stephani, Bremen

Im Mai vergangenen Jahres gastierte gar das ganze, mit 120 Musikern besetzte Curtis Symphony Orchestra. Nun reisen gleich zwei interessante Quartettformationen aus der Curtis-Musikschmiede mit jeweils ganz eigenem Interpretationsansatz nach Bremen: das Dover Quartet (Foto) am 17. April und das Zorá String Quartet am 22. Mai. Das Dover gründeten sich 2008 am Curtis Institute und konnte 2013 den internationalen Wettbewerb im kanadischen Banff für sich entscheiden. Die BanffSiegertournee wurde für das Ensemble zu einem phänomenalen Erfolg, auch in Bremen. Bei seinem nun zweiten Auftritt im Kleinen Glockensaal ist diesmal noch der spanische Klarinettist und CurtisAbsolvent José Franch-Ballister dabei. Sein Bremer Debüt gibt das etwas jüngere Zorá String Quartet, das u. a. eine eigene Auftragskomposition im Gepäck hat. 17. April und 22. Mai, jew. 20 Uhr, Glocke (Kleiner Saal)

Ihre neue CD mit Prokofievs Violinkonzerten weckt jedenfalls den Wunsch nach Bremer Gastspielen. Die georgische, seit 1991 in Deutschland lebende Geigerin lässt ihr Instrument in schönsten Farben und Tönen singen. Prokofievs glutvolle Melodik kommt dadurch bestens zur Geltung, zumal ihre Geige auch in der Tiefe mit vollem Klang gefällt. Gemeinsam mit Dirigent Yannick Nézet-Séguin, dem designierten Musikdirektor der New Yorker Metropolitan Opera, und dem Chamber Orchester of Europa arbeitet sie auch die tänzerischen Momente voller Energie und Lust hinaus. Dass Prokofiev manchmal etwas schräg klingt, ist in dieser Konstellation kein Hindernis, sondern sogar ein Gewinn für den Zuhörer. Man meint das Herz zu spüren, mit dem sie an den ProkofievKonzerten hängt. – Lisa Batiashvili; DGG 479 8529, 1 CD, ca. 17 Euro Markus Wilks


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MUSIK Festival „jazzahead!“

Atom String Quartet

13. „jazzahead!“ Bremen: Vom Streichquartett bis zum „Pferde-Orchester“ Text: Christian Emigholz

Tomasz Stanko

POLEN IM BLICKFELD V

om 6. bis zum 22. April findet die 13. Ausgabe der Messe „jazzahead!“ statt, die im Jahr 2006 ins Leben gerufen wurde. Dabei findet die Messe selbst mit ihren vielen Ausstellern und den 40 Showcase-Konzerten vom 19. bis 21. April weiterhin in den Bremer Messehallen 6 und 7 sowie im Schlachthof statt. Seit der Einführung eines Partnerlandes im Jahr 2011 hat sich aber rund um die Messe selbst ein sehr umfangreiches Kulturfestival etabliert, das dem jeweiligen Partnerland gewidmet ist.

minal“ der polnischen Künstlerin Karolina Halatek. An diesem Tag steigt nebenan im Theater am Goetheplatz auch die eigentliche Eröffnung des „jazzahead!“-Festivals mit der Warsaw Village Band, die eine moderne, mit Elektronik gespickte Folklore spielt, dem Ragtime-Duo Masecki & Rogiewicz und der Gruppe Klancyk, die Pioniere des polnischen Improtheaters sind. Die polnische Literatur wird am 8. April im Kleinen Haus des Bremer Theaters mit vier Dichterinnen und Dichtern vorgestellt: Das sind Olga Tokarczuk, Sylwia Chutnik, Dariuz Muszer und Jacek Dehnel. Das Filmschaffen Polens würdigt das Kino City 46 schon im März und Anfang April mit diversen Filmen aus Polen sowie zum Thema Jazz.

In diesem Jahr ist das unser Nachbar Polen, der sich mit Ausstellungen, Filmen, Lesungen und Performances vorstellt. Und das beginnt sogar schon am 15. März, dann nämlich ist die Vernissage der Ausstellung „Where does your heart „Where does your heart belong?“ Im Rahmen des belong?“, die bis Festivals ist September in der Weserburg zu sehen ist. auch der Altmeister des polnischen Jazz, Die Signum Foundation, im polnischen Trompeter Tomasz Stanko, am 17. April im Posen beheimatet, zeigt dort ihre SammSendesaal mit älteren Bandaufnahmen aus lung polnischer Gegenwartskunst. dem Experimentalstudio des Polnischen Rundfunks zu erleben, zu denen er live Am 6. April wird außerdem ein spektakulä- spielen wird. Gewissermaßen am Ende der res Kunstwerk vor der Kunsthalle Bremen „jazzahead!“ steht das Galakonzert in der aufgestellt: Die riesige Lichtskulptur „Ter- Glocke. Am 20. April treten dort zunächst


MUSIK Festival „jazzahead!“

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M E T R O P O L T H E AT E R B R E M E N (bisher Musical Theater) präsentiert:

13. - 14.04.18

21.04.18 20:00h

11.06.18 20:00h

01.09.18 20:00h

12. - 13.10.18

24.10.18 20:00h

30.10. - 04.11.18

08.11.18 20:00h

SHEN YUN

NeverTooLate

Grégory Privat Trio

BRYAN FERRY

die Sängerin Anna Maria Jopek, die Polen einst beim Grand Prix vertrat, aber auch mit Jazzgrößen wie Pat Metheny und Gonzalo Rubalcaba gearbeitet hat, und der Pianist Leszek Możdżer mit seiner Band auf. Anschließend spielt das international besetzte Quartett des hoch gehandelten und expressiven Altsaxofonisten Maciej Obara, der gerade beim Label ECM sein Debüt-Album vorgelegt hat.

im Schnelldurchlauf zu hören, darunter ist auch der polnische Geiger Adam Baldych, der aber zur Band des Norwegers Helge Lien gehört. Die größte Formation, die Beats & Pieces Big Band, kommt aus England, während sich hinter dem finnischen Pauli Lyytinen Magnetia Orkesteri nur ein Quartett verbirgt. Dafür tritt das dänische Horse Orchestra immerhin zu siebt an.

Am Nachmittag des 21. April läuft die Das Showcase-Programm auf den beiden German Jazz Expo mit acht deutschen Bühnen der Messehalle 7 und auf der einen Bands, darunter Echo-Siegerin Anna-Lena im Schlachthof beginnt am 19. April mit Schnabel mit ihrem Quartett, Trompedem Gastland: „We’re from Poland“ ist der ter Markus Stockhausen mit seiner Band Abend überschrieben, der mit Streichern sowie die Paul Heller & Jasper van’t Hof beginnt, nämlich dem Atom String QuarGroup. Abends treten dann acht Bands aus tet, gefolgt vom High Definition Quartet. Übersee an, darunter der amerikanische Der exzellente Pianist Marcin Wasilewski Pianist Justin Kauflin sowie der karibische gehört mit seinem Trio ebenso zu den acht Pianist Grégory Privat mit seinem Trio, der Bands wie die gefeierte Sängerin Monika kürzlich erst mit der Band von Lars DaniBorzym. Das Finale der Polish Night beelsson Group in der Glocke gastiert hat. Aus streitet die neunköpfige Band Power of the Argentinien, Brasilien, Australien und den Horns des Trompeters Piotr Damasiewicz, USA kommen die übrigen Bands der Overzu der übrigens auch der schon erwähnte seas Night. Parallel dazu findet an diesem Maciej Obara gehört. Abend die „jazzahead!“-Clubnight in rund 30 Bremer Clubs statt, wobei an manchen Am 20. April findet das European Jazz Mee- Orten gleich mehrere Bands auftreten. ting auf den drei Bühnen statt: 16 Bands aus elf europäischen Ländern sind dann www.jazzahead.de

JULIA ENGELMANN

FLASHDANCE

09.01. - 13.01.19

BLUE MAN GROUP

OLETA ADAMS

RADIO DORIA

TIM BENDZKO

19. - 20.01.19

MAX RAABE & PALAST ORCH.

Weiteres Programm:

04.05.18 20:00h

30.11.18 20:00h

FALCO - Das Musical

PHILHARMONIC ROCK

28.08.18 20:00h

01.12.18 20:30h

15.11.18 20:00h

31.03.19 20:00h

ROGER HODGSON

BOYBANDS FOREVER

MARILLION

BEAT IT!

metropol-theater-bremen .de


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KIRCHENMUSIK in der Region

ÜPPIGE PARTITUREN O

hne Zweifel zählt er zu den berühmtesten Persönlichkeiten der (Pop-) Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Und als Autor von rund 400 Songs gilt Paul McCartney auch als einer der fruchtbarsten Songwriter. Als Mitglied der Beatles schuf er Lieder, die geradezu klassisch geworden sind. Aber er schrieb auch das „Liverpool Oratorio“, das eine ganz andere Seite dieses Künstlers aufzeigt.

„Liverpool Oratorio“ von Paul McCartney in Bremerhaven, Bach in Oldenburg Text: Ulrich Matyl

vis entstand so das „Liverpool Oratorio“, zu dem Paul McCartney Text und Melodien verfasste und Carl Davis McCartneys Ideen in eine üppige Partitur setzte.

„Nicht für uns allein, für die ganze Welt sind wir geboren“: Unter diesem Motto, das McCartneys ehemalige Schule zierte, schildert es in acht Sätzen die – mit starken autobiographischen Zügen versehene – Geschichte eines Lebens in LiverDie Geschichte von Paul McCartney ist die pool. 2007 und 2015 an der Universität Geschichte eines Vollblutmusikers, der es Bremen mit großem Erfolg aufgeführt, es jenseits des geordneten Establishments – ist nun am 22. April um 18 Uhr unter der er genoss nie eine Musikausbildung, hatte Leitung von Eva Schad in der Christuskirkeine Chance, in den Liverpooler Knaben- che in Bremerhaven zu erleben. chor zu kommen, weil er nicht vom Blatt Gregorianik im Dom singen konnte und kann bis heute nicht Verworren und wie ein Krimi liest sich die mit Noten umgehen – trotzdem zu WeltGeschichte des sogenannten „Gregoriaruhm gebracht hat, weil seine Lieder tief nischen Chorals“: Schon vor Papst Gregor empfunden sind und deshalb Millionen von Menschen berührt haben und immer entstanden, zunächst viele hundert Jahre nur mündlich überliefert, dann in einoch berühren. Und – Paul McCartney verstand es, sich auch nach der Auflösung ner nur schwer zu deutenden, verschieden tradierten Neumenschrift, schließlich der Beatles sich immer wieder neu zu erdurch unzulängliche andere Notationsverfinden und weiterzuentwickeln. suche verstümmelt und verfälscht, blieb Seine Offenheit ist es, die das Royal Liver- er, in welcher Gestalt auch immer, über Jahrhunderte Bestandteil der katholischen pool Philharmonic Orchestra Ende der Liturgie. Erst in neuester Zeit gelang es, 80er Jahre dazu inspirierte, den 150. Geburtstag des Orchesters mit dem berühm- Neumen einigermaßen zuverlässig zu deuten und sich so einer mutmaßlichen urtesten Musiker der Stadt in Einklang zu bringen. Was lag näher, als an die gute al- sprünglichen Gestalt dieser erhabenen arte englische Oratorientradition anzuknüp- chaischen einstimmigen Melodien zu nähern. fen? Als Gemeinschaftsarbeit mit dem Filmkomponisten und Dirigenten Carl Da-

Gleichwohl reizte es Komponisten aller Jahrhunderte, die zeitlos erscheinenden Melodien für sich nutzbar zu machen, und so schufen sie Werke von der einfachen verdeutschten Adaption im Protestantismus bis zum mehrstimmigen Großwerk. Einige Beispiele aus dieser Vielfalt im Umgang mit dem Gregorianischen Choral ist in den Donnertagsmotetten im Bremer St. Petri-Dom zu erleben: „Von Gregorianik bis zur Folia“ gestaltet das Queen’s Consort einen Abend am 12. April, Gregorianik in der Evangelischen Tradition erklingt am 19. April in Kompositionen von C. Ph. E. Bach, Zachow und Mendelssohn Bartholdy. Es folgen die Orgelmesse von Girolamo Frescobaldi (26. April) und Gregorianik in französischer Tradition am 3. Mai. Beginn ist jeweils um 19 Uhr.

Bach in Oldenburg 333 Jahre wird Johann Sebastian Bach in diesem Jahr alt. Für Tobias Götting, Kirchenmusiker an der St. Lambertikirche in Oldenburg, sind das „333 Jahre Freude“ und Anlass genug, ein kleines Festival mit Musik des großen Thomaskantors zu gestalten. Neben einem Kantatengottesdienst (27. Mai, 10 h) gibt unter anderem am 6. Mai (18 h) einen langen Abend für Bach mit Kyrie und Gloria aus der hMoll Messe und der 3. Orchestersuite, sowie drei moderierte Orgelkonzerte mit „Frühen Bächen“ (18. Mai), „Rätselhaften Bächen“ (1. Juni) und „Späten Bächen“ (15. Juni). Beginn jeweils 19.30 Uhr.


MUSIK Jazztipps

Text: Christian Emigholz und Wilfried Hippen

JAZZTIPPS

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finden! Einladung zum Markt für feines Handwerk und Design Bremer Marktplatz Untere Rathaushalle 5. / 6. Mai 2018 11-18 Uhr

Das Piano-Songbook

Individualisten-Duo

Bugge Wesseltoft entschleunigt

Überraschungen sind garantiert

Bugge Wesseltoft gehörte in den 1990-er Jahren zu den Künstlern, die den Jazz für ein neues, junges Publikum geöffnet haben, indem sie Live-Elektronik mit improvisierter Musik verbanden. „New Conception of Jazz“ nannte er diese Richtung, er selber spielte in diesem Kontext meist elektronische Keyboards. Doch er hat auch eine Vorliebe für das akustische Piano, wie er schon vor 20 Jahren mit dem Album „It’s Snowing On My Piano“ zeigte.

Andreas Schaerer (Foto) und Kalle Kalima sind zwei Individualisten des Jazz und der improvisierten Musik, die, wie man so sagt, „ihr eigenes Ding“ machen. Da sie aber zugleich auch ausgesprochene Teamspieler sind, verspricht das Zusammentreffen des Schweizers Schaerer und des Finnen Kalima Überraschungen, die sich angesichts der musikalischen Ideen beider Musiker geradezu garantiert einstellen werden.

Jetzt hat der Norweger mit „Everybody Loves Angels“ ein weiteres Soloprojekt eingespielt, das als „warmes, friedvolles Album“ charakterisiert wird. Darauf stellt er neben einigen Eigenkompositionen, einem norwegischen Volkslied und dem „Koral“ von Bach ein ganz persönliches Songbook mit seinen Lieblingsliedern aus den späten 1960-er Jahren vor. So interpretiert er „Bridge Over Troubled Water“ von Simon und Garfunkel, „Blowing In The Wind“ von Bob Dylan, „Angel“ von Jimi Hendrix, „Morning Has Broken“ von Cat Stevens und „Let it Be“ von den Beatles.

Kalle Kalima, der 1973 in Helsinki geboren wurde und an der renommierten Sibelius Akademie studierte, ist seit längerem in Berlin zuhause. Dort hat er eine Vielzahl von Bands und (auch kurzlebigen) Projekten ins Leben gerufen. Kalima ist Gitarrist, aber allein damit wird man seinen musikalischen Wendungen nicht gerecht, denn genau so gern spielt er mit viel Humor auch mit der Elektronik.

Dabei entstehen entschleunigte Improvisationen, die schon mal achteinhalb Minuten lang sein können und bei denen er jeweils einen neuen, originellen Zugang zum tausendmal Gehörten findet. 12. April, 20 Uhr, Sendesaal Bremen

Ähnliches gilt für Andreas Schaerer. Der 1976 geborene Sänger hat auch mit der Gitarre begonnen, bis er sich für eine Gesangsstudium in Bern entschied. Vor sechs Jahren war Schaerer mit seiner Band „Hildegard lernt fliegen“ schlicht die Sensation bei der Bremer Messe „jazzahead!“. Mittlerweile arbeitet der Vokalakrobat und Beatboxer auch solo, im Duo, Trio oder sogar mit Orchester. 13. April, 19 Uhr, Kränholm Scheune, Bremen-Lesum

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Mare Nostrum, Foto: Wally Perusset

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MUSIK Bremer Philharmoniker

Die Bremer Philharmoniker bringen Menschen durch Musik zusammen Text: Melanie Öhlenbach

Christian Kötter-Lixfeld und Marko Gartelmann © Lars Neumann

RAUM SCHAFFEN FÜR MUSIK D

ie Bremer Philharmoniker haben einen ungewöhnlichen Neuzugang: Seit Anfang Februar ist das PhilMobil Teil der Orchester-Arbeit. Im Gespräch erläutern Intendant Christian Kötter-Lixfeld und Marko Gartelmann, Schlagwerker und Leiter des Bereichs Musikvermittlung, was es mit dem Fahrzeug auf sich hat, wie sie im Herbst mit rund 180 Menschen musizieren wollen und warum Werder Bremen ein Vorbild für sie ist.

nen bei uns Instrumente ausprobieren. Einige erfüllen sich den Traum, einmal über die Saiten einer Violine zu streichen oder in eine Trompete oder Tuba zu blasen, andere möchten durch Musik ein Gemeinschaftsgefühl stärken. Viele soziale Einrichtungen und karitative Institutionen interessieren sich zum Beispiel dafür. Wie haben Sie das PhilMobil finanziert? Christian Kötter-Lixfeld: Wir haben das Fahrzeug und die Instrumente über das Programm „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“ finanzieren können, mit dem die Bundesregierung im letzten Jahr besonders innovative Projekte öffentlicher Orchester fördert. Was uns besonders freut: Nicht nur das PhilMobil wurde dadurch gefördert, sondern auch ein musikpädagogisches Stadtteil-Projekt bewilligt. Beide Projekte beschäftigen sich mit der Begegnung verschiedener Kulturkreise und Bevölkerungsgruppen und nutzen Musik als verbindendes Element für Integration und Partizipation.

dern und Erwachsenen nicht finanzieren. Grundsätzlich ist die Förderung für uns ein wichtiges Signal. Sie zeigt uns, wie modern und erstklassig die Bremer Philharmoniker mit ihren musikpädagogischen Angeboten im bundesdeutschen Vergleich aufgestellt sind. Es ist eine wertvolle Arbeit, die von außen gesehen und wertgeschätzt wird.

Inwiefern? Kötter-Lixfeld: Wir haben uns schon vor vielen Jahren Gedanken gemacht, wie wir Was ist die Idee hinter dem PhilMobil? nicht nur ein kulturbegeistertes PubliMarko Gartelmann: Mit dem PhilMokum erreichen, sondern wie wir auch Menbil wollen wir die Musikwerkstatt zu den schen erreichen, die bislang keinen KonMenschen bringen, die uns bislang nicht takt zu klassischer Musik haben. Dafür erreichen konnten. Seit 2002 engagiemüssen wir die traditionellen Kulturprakren wir uns im Bereich der Musikvermitttiken überdenken, Zugänge zur kulturellung und haben seitdem auf vielfältige len Teilhabe erleichtern, Grenzen zwischen Weise rund 100.000 Kinder und JugendliKultur, Soziales, Bildung oder Wirtschaft che aus Bremen und der Region mit klasüberwinden, ganzheitlich denken. Die Bresischer Musik und klassischen Musikinmer Philharmoniker sind kein Sahnehäubstrumenten in Kontakt gebracht, viele von chen, nein: Wir sind mittendrin in der Geihnen in einer unserer drei Musikwerksellschaft – als ein verbindendes Element. stätten. Allerdings gibt es auch Menschen, Gartelmann: Unser langfristiges Ziel ist es, die aus organisatorischen oder gesunddass alle Bremer uns kennen und wir durch heitlichen Gründen nicht zu uns kommen Was bedeutet diese Förderung für sie? unsere Konzerte und Projekte eine GemeinKötter-Lixfeld: Ganz konkret bedeutet sie, können. Mit dem PhilMobil kommt die schaft stiften – so wie Werder Bremen. Jedass wir unser musikpädagogisches ProMusikwerkstatt nun zu ihnen: in Kinderder in dieser Stadt hat auf irgendeine Weigärten, Seniorenwohnheime, Flüchtlings- gramm ausbauen können. Denn diese Arse einen persönlichen Bezug zu diesem Verbeit können wir nur leisten, wenn sie von unterkünfte oder Krankenhäuser. ein. Egal ob man sich für Fußball begeistert außen finanziert wird – sei es von öffentoder nicht – man kennt die Spielergebnisse Die Musikwerkstatt richtet sich also nicht licher Seite, durch Wirtschaftsunternehmen und den Tabellenstand und weiß die Bedeuoder Privatpersonen. Aus eigenen Mitteln tung der Mannschaft für die Stadt Bremen explizit an Kinder und Jugendliche? Gartelmann: Nein, auch Erwachsene kön- können wir solche Projekte für und mit Kin- zu schätzen.


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Marko Gartelmann und Christian Kötter-Lixfeld mit dem PhilMobil © Lars Neumann

Wie wollen Sie das bewerkstelligen? Kötter-Lixfeld: Wir wollen den Menschen einen realen Raum geben, um so einander persönlich zu begegnen und miteinander zu kommunizieren. Dafür gibt es heute immer weniger Gelegenheiten, da infolge des technologischen Fortschritts fast alles jederzeit über das Smartphone verfügbar ist. Das führt zu sozialer Isolation. Gemeinsames Erleben von Musik – egal ob musizierend oder zuhörend – kann ein Weg aus dieser Isolation sein und Menschen jeden Alters unmittelbar und persönlich verbinden. Gartelmann: Ich persönlich sehe uns als einen Felsen in der Brandung. Und ja, wir müssen in der heutigen Zeit auch gegen den Strom schwimmen. Das Einzige, was viele Menschen heute noch mit Musik verbindet, ist das Kabel der Kopfhörer – wenn überhaupt. Wir wollen Musik wieder erfahrbar machen. Und das nicht nur hier bei uns, sondern auch bei den Menschen vor Ort. So führen wir beispielsweise mit den Beschäftigten des Martinshofs Workshops durch, in ihren Werkstätten mit Maschinen, Geräten und Gitterboxen. Auch mit dem von der Bundesregierung geförderten Stadtteil-Projekt gehen wir neue Wege und setzen Musik bewusst als Mittel zur Begegnung, zum Dialog und zur Integration ein. Worum geht es bei diesem Projekt? Gartelmann: Mit „Sehnsucht Ankommen“ wollen wir und unsere Partner den Bremer Stadtteil Woltmershausen zum Klin-

gen bringen. Chöre und Musikensembles, Bands und ein Spielmannszug aus dem Stadtteil geben gemeinsam mit uns ein mehrstündiges Konzert auf drei verschiedenen Bühnen. Etwa von 150 bis 180 Menschen werden daran beteiligt sein, Jung und Alt, alteingesessene Bremer und neue Mitbürger aus den verschiedensten Ländern und Kulturkreisen. Das Besondere: Nicht die Musiker, sondern das Publikum wechselt den Standort. So kommt der ganze Stadtteil in Bewegung. Welche Rolle spielt das Motto? Gartelmann: Das Motto „Sehnsucht Ankommen“ ist der rote Faden, der unsere unterschiedlichen Stile Folk, Latin, orientalische, Chor- und klassische Musik verbindet. Das Thema basiert auf der 9. Sinfonie „Aus der neuen Welt“ von Antonín Dvořák, dessen Motive jede Gruppe für sich individuell interpretiert, arrangiert und die dann zu einem großen Ganzen zusammengefasst werden. Das macht das Projekt zwar aufwändig, aber nur so spiegelt es die musikalische Vielfalt des Stadtteils am besten wider. Und das ist es ja, auf was es letztlich ankommt: die Vielfalt in der Gesellschaft sehen und respektieren und als unschätzbaren Wert für alle erkennen – und so kann Musik nicht nur Ohren, sondern auch Augen und Herzen öffnen.

9. Philharmonisches Konzert Sonntag, 15. 4. 2018, 11 Uhr, Glocke Montag, 16. 4. 2018, 20 Uhr, Glocke Frühe Vögel... Werke von Vaughan Williams, Ives, Barber und Strawinsky Isabelle van Keulen, Violine Dirk Kaftan, Dirigent

10. Philharmonisches Konzert Montag, 7. 5., und Dienstag, 8. 5. 2018, jew. 20 Uhr, Glocke Epische Gesänge Werke von López, Schumann und Grieg Raphaela Gromes, Violoncello Miguel Harth-Bedoya, Dirigent Nähere Informationen zu den Konzerten und Tickets: www.bremerphilharmoniker.de


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MUSIK 29. Musikfest Bremen

DER KOŽENÁCOUP Magdalena Kožená

Tschechische Mezzosopranistin gehört zu den Stars beim 29. Musikfest Bremen

A

uch ein so renommiertes Festival wie das Musikfest Bremen bezieht einen Teil seiner Attraktivität für das Publikum aus der Ankündigung prominenter Künstler. Namen sind Nachrichten, heißt es unter Journalisten, und so dürfte die Information, dass es Intendant Prof. Thomas Albert für die 29. Auflage der Veranstaltungsreihe gelungen ist, mit Magdalena Kožená einen Weltstar zu verpflichten, besonderes Interesse bei Klassikfreunden auslösen.

Ein echtes Glanzlicht also für das 29. Musikfest Bremen, das vom 25. August bis zum 15. September stattfindet und die gewohnt-geschätzte attraktive Vielfalt an Epochen, Stilrichtungen, Genres und faszinierenden Künstlerpersönlichkeiten bietet. 38 Konzerte in Bremen und Bremerhaven sowie ausgewählten Spielstätten im Nordwesten, etwa Oldenburg, Ganderkesee, Langförden, Löningen und Verden, sollen dem Publikum die emotionale Spannbreite von Musik in all ihren Facetten näherbringen.

Die tschechische Mezzosopranistin, verheiratet mit dem Dirigenten Sir Simon Los geht’s wie gewohnt mit der „Großen Rattle und Mutter von drei Kindern, hatNachtmusik rund um den illuminierten te vor zwei Jahren ihr Debüt beim MusikMarktplatz mit 27 Konzerten in drei Zeitfest Bremen gegeben. Damals schienen sang sie an der Seite von Rolan- Ein echtes Glanzlicht also für an neun do Villazón in einer konzertanSpielstätdas 29. Musikfest Bremen. ten Aufführung Claudio Monteten. Geverdis „L’Orfeo“, wobei ihr als Messagiera boten wird ein vielschichtiges Spektrum – wie kaum anders zu erwarten – die Hervon Repertoires und Künstlern wie dem zen des Publikums zuflogen. In diesem Dirigenten Teodor Currentzis. Er ist mit Jahr ist Magdalena Kožená nun gemeinsam dem Ensemble musicAeterna zum vierten mit dem Prager Barockorchester und dem Mal Gast des Musikfestes und wird in der Vokalensemble „Collegium 1704“ zu hören. Glocke die Beethoven-Sinfonien Nr. 5 bis Vorgesehen ist ein den Heldinnen der Anti- 7 interpretieren. Außerdem dabei sind der ke gewidmetes Barockprogramm mit Wer- englische Chor Tenebrae im St. Petri Dom ken von Georg Friedrich Händel, Leonardo (u. a. Gregorio Allegris berühmtes „MiseLeo oder Benedetto Marcello. rere“), das Concerto Romano in der Unser

Lieben Frauen Kirche, Anima Eterna Brugge im Rathaus (u.a. „Der Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns auf historischen Instrumenten), „Spark“ im NORD/ LB-Innenhof oder die Richard Bona Group im Hof des Landgerichts. Weitere Höhepunkte versprechen u.a. Auftritte von Marc Minkowski, Träger des Musikfestpreises von 2005, und Les Musiciens du Louvre. Er war zuletzt 2014 in Bremen und wird gemeinsam mit Solisten seine Sicht auf Offenbachs „Les Contes d’Hoffmann“ vorstellen. Christian Gerhaher und Gerold Huber präsentieren den „Schwanengesang“ und weitere ausgewählte Schubert-Lieder. Nach den Auftritten des Metropole Orkest, das gemeinsam mit Jacob Collier und Bokanté zu Gast ist, und dem Orchestre National de Jazz werden Fabio Biondi und das Ensemble Europa Galante mit Rossinis „Petite Messe solennelle“ den Schlusspunkt des diesjährigen Festivals setzen. Kurzentschlossenen räumen die Organisatoren bis zum 7. April wieder einen Frühbucher-Rabatt von 15 % auf alle Veranstaltungen mit Ausnahme des Eröffnungsabends ein.


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KUNST Kunstschau Lilienthal

Kunstschau Lilienthal zeigt Werke von Carl Vinnen und Karl Krummacher Text: Berit Böhme

Schnitter von Karl Krummacher, Lilienthaler Kunststiftung

Moorlandschaft von Carl Vinnen, Lilienthaler Kunststiftung

WORPSWEDER FREUNDE C

arl Vinnen (1863-1922) und Karl Krummacher (1867-1955) standen anders als das Gros ihrer Worpsweder Malerkollegen nicht nur auf Landschaften. Der eine malte auch Kühe und Küsten, der andere den Alltag der Dorfbewohner. Im heutigen Ausstellungsbetrieb spielen ihre Bilder jedoch nur eine Nebenrolle. Zu Unrecht – meint die Kunststiftung Lilienthal und widmet dem ungleichen Gespann vom 18. März bis zum 7. Oktober eine Werkschau. Unter dem Motto „Gemälde zweier Freunde“ präsentiert die Kunstschau Lilienthal pro Künstler rund 40 Arbeiten. Die Mehrzahl der Exponate stammt aus Privatbesitz. „Vinnen gehört offiziell zur ersten Worpsweder Generation“, sagt der Vorsitzende der Kunststiftung, Hans Adolf Cordes. „Krummacher kam später nach Worpswede.“ Kontakt mit den Künstlerkoloniegründern Mackensen und Modersohn hatten beide schon während ihres Studiums an der Düsseldorfer Kunstakademie. Vinnen kam zum Malen nach Worpswede, ließ sich dort aber nie nieder. Der Spross einer Bremer Reederfamilie lebte lieber auf dem Familiengut in Osterndorf (Cuxland) und in München. „Er war Mitglied der Münchener Sezession und frü-

her erfolgreich als die Worpsweder“, sagt Cordes. Krummacher beschreibt Vinnen als „Tatsachenmensch“, der „in allem ein echter Kaufmannssohn“ gewesen sei. Der Bremer bevorzugte große Formate und kräftige Farben. „Vinnen gilt als der Kolorist der Worpsweder Maler“, sagt der Kunstschauleiter. Charakteristisch für seine Landschaften waren ‚angeschnittene‘ Bäume. Das guckten sich bald auch einige seiner Kollegen ab. Auch tierische Motive, vor allem Kühe, hatten es dem Künstler angetan. Vinnen malte außerdem gerne Maritimes. Ein monumentales Beispiel mit Segelschiffen und Stadtsilhouette hängt im Festsaal des Neuen Bremer Rathauses. Krummacher ließ sich 1899 in Worpswede nieder. „Er war anfangs nicht ganz überzeugt vom Broterwerb durch Malerei“, sagt Cordes. Stattdessen arbeitete er als Kunstkritiker, etwa bei der Zeitschrift „Deutsche Kunst“ in Berlin. In Worpswede malte er den Alltag der Bevölkerung. Ob auf dem Feld, am Spinnrad oder beim Kartenspiel. „Ich war bei den Bauern beinahe naturalisiert“, beschreibt Krummacher seine Rolle. „Sein großer Verdienst ist die Dokumentation des bäuerlichen Lebens“, urteilt Cordes. www.kunststiftung-lilienthal.de


KUNST Kunsthalle Bremen

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TULPEN UND TABAK Bilder aus der Schenkung Schünemann in der Kunsthalle Bremen Text: Sabine Komm

Ambrosius Bosschaert d.J., Blumenstillleben (Detail), 1631, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

I

n den niederländischen Nordprovinzen blüht im 17. Jahrhundert die Kunst. Maler produzieren für den freien Kunstmarkt, ihre Bilder spiegeln Stolz und Selbstvertrauen der Seemacht. Die Ausstellung „Tulpen, Tabak, Heringsfang: Niederländische Malerei des Goldenen Zeitalters“, die vom 7. April bis 19. August in der Kunsthalle Bremen zu sehen ist, umreißt diese Zeit.

Dame auf dem Markt. Zwiebeln, Melonen, Kürbisse, Möhren und Blumenkohl verweisen auf den hohen Lebensstandard damaliger Zeit. Auch Stillleben spiegeln das neue Selbstbewusstsein der globalen Handelsmacht, darunter die minutiöse Wiedergabe eines Papageis aus dem Sudan und einer pazifischen Meeresschnecke. „Dinge aus der ganzen Welt kommen in diesen Bildern zusammen, das Ganze brillant gemalt“, sagt Dorothee Hansen. Thema sind auch

Das Besondere daran: Die Gemälde stammen aus der Schenkung von Carl Schünemann (*1924). 50 Jahre lang hatte der Bremer Verleger vorrangig „Dinge aus der ganzen Welt kommen Alte Meister gesammelt. Tradi- in diesen Bildern zusammen tionelle Historienmalerei und Porträts interessierten ihn nicht, stattdes- seltene Pflanzen. Tulpen aus der Türkei, damals Statussymbol, hätten einen sen die innovativen Sparten Landschaft, regelrechten Börsenhype ausgelöst. Bisher Genre, Stillleben und Seestücke. habe die Kunsthalle kein einziges BlumenStillleben dieser Zeit besessen, durch die Ein Höhepunkt in der nach Gattungen gegliederten Ausstellung ist Jacob Ochter- Schenkung sind es auf einen Schlag vier. velts weibliche Rückenfigur im bläulich Rachel Ruysch (1664-1750) war eine weißen Seidenkleid, vor ihr ein Mann der wenigen Frauen in der Kunstszene. mit dem Zupfinstrument Cister. „Da liegt Um eine möglichst perfekte Illusion zu etwas in der Luft, ohne dass alles bis ins erzeugen, drückte die Künstlerin echte Letzte ausformuliert ist“, sagt Dorothee Schmetterlingsflügel auf die Malschicht. Hansen, stellvertretende Direktorin der Kunsthalle. Genau das mache die Qualität Dass Schünemann stets auf der Jagd nach dem Besonderen gewesen ist, zeigen das aus. Andere Genreszenen zeigen einen Bankett-Stillleben mit Zitrone und KnickAbschied im Stall und eine vornehme

halslaute und ein Gemälde mit einem Päckchen Tabak aus Virginia. Eindrucksvoll auch ein Vanitas-Stillleben mit Stundenglas und Tonpfeife. Amsterdam war wichtigster Tabakumschlagplatz der Welt. Weil Schünemann als junger Mann bei der Marine war, begeistert er sich früh für Seestücke. Als während des Zweiten Weltkrieges Bomben das Haus seiner Großeltern an der Contrescarpe 60 treffen, rettet er in letzter Sekunde das große Seestück von Hans Fredrik Gude, das sein Großvater 1903 beim Künstler in Berlin erworben hatte. Herausragend in dieser Gattung ist Cornelis Verbeeks „Ein Gefecht zwischen einem niederländischen und einem türkischen Schiff“. Die auf Kupfer gemalte Miniatur zeigt zwei Dreimaster und ein Seeungeheuer, das Richtung Feind speit. Teil der Schenkung sind auch eine Strandlandschaft mit Leuchtturm und Dünen mit Fischverkäufern. Schiffbau, Häfen, Schleusen, innovative Entwässerungssysteme, Fischfang, befestigte Städte, Mühlen und Kalköfen erzählen von der Erfolgsgeschichte einer hoch entwickelten, wirtschaftlich erfolgreichen Gesellschaft, die durch ihren calvinistischen Glauben geeint war. – Katalog 29 Euro.


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KUNST Michael Weisser

Bremer Medienkünstler Michael Weisser entwickelt Web-basiertes Verzeichnis seiner Arbeiten Text: Rainer Beßling

QR-Code als technisches Original und QR-Code in künstlerischer Gestaltung

VERNETZTES WERK M

ichael Weisser – geboren in Cuxhaven, lebt in Bremen und experimentiert mit Medienkunst in ästhetischer Feldforschung und kreativen Interventionen. – So ist es nachzulesen unter www.rice.de, einem Web-basierten Werkverzeichnis des Künstlers.

So startete der Künstler, dessen Arbeiten unter anderem im Karlsruher ZKM/Zentrum für Kunst und Medien, im SprengelMuseum Hannover und in der Kunsthalle Bremen eine Bleibe gefunden haben, das Projekt eines Web-basierten Werkverzeichnisses, das seinem künstlerischen Konzept entspricht. Unter dem Adressnamen Auslöser dafür war die Übernahme von www.rice.de (Rising. Internet.CommuniWeissers Wort-Werk durch das Staatsarchiv cation.Enterprise) ist nun eine von Weisser Bremen im Jahr 2016. Ein Findbuch sollso benannte „Web-Suite“ entstanden, die te die Textarbeiten des Bremer Computerim Blick auf rund 7600 Dateien unter andeKünstlers zugänglich rem Leben, machen. Doch bald Weisser sucht das kreative Potenzial Methoden, schon stellte sich he- des „Handwerkskastens Computer“. Projekte, raus, dass das herVeröffentlikömmliche analoge Format nicht ausreichungen, Kommunikation, Musikproduktichen würde, Wege zu der weit verzweigten on und Archivalien verzeichnet und öffnet. Fülle an Büchern, Katalogen, Essays, Manuskripten und Konzepten Weissers zu ebnen. Über eine lineare und assoziative Katalogisierung gerät der Nutzer immer tiefer in Darüber hinaus schien das klassische Sys- einzelne Werkbereiche, die vielfältig mittem nicht geeignet, einzelne Stücke und einander verlinkt sind. So führt ein Zugriff Konvolute miteinander in die Beziehung auf ein Themenfeld wie Architekturen auf zu setzen, die der Medienkünstler intenornamental komprimierte Silhouetten undierte. Denn neben den einzelnen Werkterschiedlichster Städte und Regionen sostücken und -gruppen ging es Weisser im- wie Hör-Impressionen aus dem urbanen mer schon um die Vernetzung von Wort, Leben. Motive wie Identität oder Porträts Bild und Klang, um Kunst im Sinne einer sind an verschiedenen Stellen verzeichnet, umfassenden und basalen Lebensgestallassen sich in städtische Gesichter weiter tung und um eine Verschränkung von raauffächern, verästeln sich in Bildnisse von tionaler Auseinandersetzung mit der LeFilmikonen und Models, verzweigen in Rebenswelt und emotionaler Einlassung in flexionen von Unschärfe und Inszenierung. die virtuelle und reale Wirklichkeit.

Für Weisser, der 1998 die „Bremer Tage der Computer-Kultur“ begründete und damit seine anhaltende Befragung der digitalen Welt startete, ist das Web-Werkverzeichnis nicht zuletzt zur Auseinandersetzung mit der eigenen künstlerischen Vergangenheit und zur Befragung ihres Zukunftspotenzials geraten. Kunst als privilegierte Form der Lebensführung nach selbst gesetzten Zwecken und Regeln begreifend, war ihm das tatsächliche und das gedankliche Reisen samt Eindrucksfixierung ein bleibender Aktionsimpuls. Dabei hat er seine Arbeit stets mit Reflexion und Kommunikation begleitet, wie „rice“ anhand zahlreicher Statements, Essays und Interviews dokumentiert. Ob es nun seine jüngste Auseinandersetzung mit den Einsatzmöglichkeiten des QR-Codes für eine web-basierte Kunst als Stadtraumerkundung ist oder eine Fortsetzung seines Projekts ungewöhnlicher BremenAnsichten – Weisser sucht das kreative Potenzial des „Handwerkskastens Computer“ an den Schnittstellen zwischen eigener Lebenswelt und vernetzten Medieninhalten. Wer sich die kostenfreie App inigma auf sein Smartphone lädt und damit einen der Codes scannt, gelangt in die virtuelle, amorphe Gestalt von rice.de, die sich über die Inventarfunktion hinaus zu einer künstlerischen Position auswächst.


+punkt. Kunst im Nordwesten – Ausstellungen + Termine ab März 2018

Radziwill / Einmal nah, einmal fern, Ölgemälde, Privatbesitz Foto: Sascha Fuis


+punkt. foyer 42

THEATER Seiteninhalt

Kunst im Nordwesten – Ausstellungen + Termine

Bremen Gerhard-Marcks-Haus

Bremen Galerie im Park

18. MÄRZ BIS 10. JUNI 2018 www.marcks.de

15. APRIL BIS SO 14. OKTOBER 2018 www.kulturambulanz.de

VOLKER MÄRZ – DER HORIZONTALIST

OUTSIDER, INSIDER, GRENZGÄNGER

(der Affe fällt nicht weit vom Stamm)

Bilder, Skulpturen und Objekte aus der Sammlung Kraft „Ich will fliegen von Ort zu Ort, wie ein Vogel, mit meinem Fahrrad, wohin ich will. (…) Vielleicht klappt es mal, wenn nicht, habe ich probiert, was möglich ist.“ Gustav Mesmer

Volker März, Horizontalist, 2017, gebrannter Ton und diverse Materialien, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

K

ann Kunst Utopie? Die Frage ist genauso wichtig wie absurd. Natürlich kann sie es, sonst gäbe es sie vielleicht gar nicht. Weil Menschen sich vorstellen können, dass etwas ganz bestimmtes etwas völlig anderes sein könnte, gibt es auch Kunst. Also kann sie – wenigstens theoretisch – auch zeigen, dass alles gut wird. Der Berliner Künstler Volker März hat die Bildformel des Horizontalisten entwickelt und präsentiert das zeitweilige absichtslose Nichtstun als größtmögliche Freiheit für den modernen Menschen. Aber es ist nicht alles gut: Der Horizontalist ist das Gegenbild zum gesellschaftlichen und politischen Alltag, für die März ebenfalls Bilder gefunden hat. Es gibt eine eigene Welt mit Figuren, die halb Mann und Frau sind, die rote Ohren haben, die auch manchmal Affen sind. Und was auch immer sie sind, sie verhalten sich wie Menschen – bis auf die Esel, die Schweine und blauen Schlangen. März zeigt die vielen verdeckten Mechanismen unserer Zeit mit Plastiken, Gemälden, Fotos, Skulpturen, Musikvideos und Radiergummis.

Delmenhorst Nordwestdeutsches Museum für IndustrieKultur 18. MÄRZ BIS 20. MAI www.delmenhorst.de/museum

Sehnsucht Europa

ZUSAMMENFINDEN

Der Leistungskurs Geschichte des Max-PlanckGymnasiums Delmenhorst befragt die Zeitzeugin Hanna Fischer zu Ihrer Flucht aus Ostpreußen.

D

ie Flugobjekte Gustav Mesmers und Dean Davis und die poetischen Konstruktionen des belgischen Visionärs Panamarenko unterscheidet nicht deren hohe künstlerische Qualität, sondern nur der Glaube der Künstler an die Realisierbarkeit des Traums vom Fliegen. Sie handeln wie viele der über 80 Arbeiten von 42 KünstlerInnen von existentiellen menschlichen Themen: von Religion, Sexualität und Beziehung, von Architekturen als „dritter Haut“ oder von Freiflügen der Phantasie. Die Ausstellung – Zeichnungen, Gemälde und plastischen Arbeiten – macht bewusst keine Unterscheidung von Outsider-Künstlern, Grenzgängern und von Professionellen. Sie verfolgt einen integrativen Ansatz, indem bekannte „Insider“ – wie Werner Berges, Gregor Schneider, Panamarenko, Sigmar Polke oder Robert Rauschenberg – auf Outsider – wie Gustav Mesmer, Karl Junker und Josef Wittlich – treffen. Die Ausstellung ist ein Plädoyer für die Integration der Kunst der Outsider in die ständigen Sammlungen unserer Museen.

W

as wünschen wir uns für ein gutes Zusammenleben? Wann fühlen wir uns willkommen? Was bedeutet „Heimat“? Und ist das Leben in Vielfalt bereits alltäglich? Mit diesen Fragen haben sich Museen und Kulturschaffende zusammen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft in Bremen, Delmenhorst, Lohne, Oldenburg und Syke beschäftigt. Ihre Wege zu Antworten führen über die besondere Geschichte der Orte, die persönlichen Erfahrungen zugewanderter Menschen und eine intensive Erkundung des Lebensumfelds. Die Wanderausstellung zeigt die individuellen Ergebnisse dieser Begegnungen, in Fotografien und Dokumenten, Erinnerungsgegenständen, persönlichen Interviews und künstlerischen Objekten. Zugleich stellen die Projekte spannende Ansätze vor, wie wir in kulturellen Projekten miteinander entdecken und voneinander lernen können. Die Ausstellung wird an fünf verschiedenen Orten gezeigt. Sie wurde von der Oldenburgischen Landschaft initiiert und ist Teil des Projekts „Sehnsucht Europa“. www.sehnsuchteuropa.de


THEATER Seiteninhalt+punkt. 43 foyer 43

Bremerhaven Kunstmuseum

Verden Deutsches Pferdemuseum

Rastede Palais Rastede

AB 4. MÄRZ 2018 www.kunstverein-bremerhaven.de

2. MÄRZ BIS 13. MAI 2018 www.dpm-verden.de

11. MÄRZ BIS 21.MAI 2018 www.palais-rastede.de

ANDERS

Fotoausstellung

VOM HOLZ

GDT EUROPÄISCHER NATURFOTOGRAF DES JAHRES 2017

DIE NEUE AUSSTELLUNG

Ulrike Gölner, Klaus Hack, Reinhard Osiander, Ilka Rautenstrauch und Lothar Seruset

Willem Gruyter, Fort Wilhelm, 1870 Öl auf Leinwand, Deutsches Schiffahrtsmuseum

D

er Blick auf Bremerhavens unbekannte Kunstsammlung geht weiter. In zwölf neu gehängten Räumen präsentiert der Kunstverein Bremerhaven fast 100 neue Werke. Erneut ist die Mehrzahl der Räume einzelnen Künstlerinnen und Künstlern gewidmet, so etwa Gerhard von Graevenitz (*1934 †1983), der 1968 auf der 4. documenta vertreten war und 1974 erstmals in Bremerhaven ausstellte, Raimund Girke (*1930 †2002), ebenfalls documenta-Teilnehmer, oder Jürgen Partenheimer (*1947), ein international hoch angesehener Künstler, mehrfacher Preisträger und Teilnehmer auf der Biennale Venedig. Seine Ausstellung im Kabinett für aktuelle Kunst aus dem Jahre 1988 bildet den Ausgangspunkt für seinen neuen Museumsraum. Den Schwerpunkt bilden indes Künstlerräume einer jüngeren Generation. Dazu zählen beispielsweise die aktuelle Gewinnerin des Vordemberge-GildewartStipendiums Annika Kahrs (*1984), die Gewinnerin des Karin-Hollweg-Preises 2014 Z. Schmidt (*1979), die documentaTeilnehmerin und Nationalpreisgewinnerin Ceal Floyer (* 1968), der Villa Massimo-Stipendiat Stephan Kern (* 1955), der Preisträger des Förderkreises der Hochschule für Künste Bremen Christian Haake (* 1969) oder die ehemaligen Bremerhaven Stipendiaten Dirk Bell (* 1969) und Peter Böhnisch (* 1977).

Gesamtsieger des Wettbewerbs: Streit im Schnee von Erlend Haarberg, Norwegen. © GDT ENJ2017, Erlend Haarberg

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indrucksvolle und faszinierende Szenen aus der Tier- und Pflanzenwelt, festgehalten in brillanten Bildern: Zum nunmehr vierten Mal in Folge präsentiert das Deutsche Pferdemuseum in Verden (Aller) die besten Fotografien des Wettbewerbs „Europäischer Naturfotograf des Jahres“, der alljährlich von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) ausgelobt wird. In der Ausstellung bestechen über 80 ausgezeichnete Fotografien durch ihre Vielfältigkeit und ihre speziellen und faszinierenden Entstehungsgeschichten. Sie geben einzigartige Einblicke in die verschiedensten Facetten der Natur, dokumentieren ihre märchenhafte Schönheit, aber auch die erschreckende Brutalität, mit der der Mensch ihr teils entgegentritt. Die Fotos zeigen ungewöhnliche Blickwinkel und überraschende Motive, die für die Menschen die meiste Zeit im Verborgenen liegen...

Klaus Hack, Polis, 2016, Eiche, weiß gefasst Maße: 124,5 x 127 x 55 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Z

u Gast im Palais Rastede sind fünf zeitgenössische Holzbildhauer, die ihren Schwerpunkt in figürlichen, meist großformatigen Arbeiten gefunden haben. Das gleiche Material wird von ihnen ganz unterschiedlich bearbeitet – mit der Motorsäge grob gehauen oder fein geschliffen, aus einem Stück gefertigt oder aus verschiedenen Hölzern zusammengesetzt. Organische und architektonische Bezüge werden sichtbar, jedoch steht in den meisten Arbeiten der Mensch mit seinen Empfindungen und Erinnerungen, seinem Umgang mit der Umwelt, seinem Streben und Scheitern im Mittelpunkt.

Reinhard Osiander, Cowboy, Kasperl, Krokodil, 2014, Esche, bemalt

+punkt. außer Verantwortung der foyer-Redaktion. Presserechtlich verantwortlich ist das jeweilige Haus.


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+punkt.

KUNST Worpsweder Museumsverbund

Worpswede Galerie Altes Rathaus 24. MÄRZ BIS 22. APRIL www.tage-des-kunsthandwerksworpswede.de

Worpsweder Frühjahrsausstellungen widmen sich der Gegenwartskunst Text: Berit Böhme

UR SPRUNG V I S I O N Freiluftausstellung 21. + 22. April 11-18 h Peter-Jörg Splettstößer, Colors 9, erste Brüsseler Elegie oder Schwesters Engel (Ausschnitt), 2017, Acryl auf Lwd., 150 x 100 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: © J. Fliegner, Bremen

Antje Otto , Glasreliefobjekt

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unsthandwerker und Designer zeigen Arbeiten zum Thema Ur SPRUNG VISION. Es wird eine Verbindung von der Vergangenheit in die Gegenwart und in die Zukunft des Kunsthandwerks hergestellt, nach alten Techniken, Formen und Materialien geforscht, ein frisches Design entworfen, Visionen entwickelt. Die Veranstaltung endet am 21. + 22. April mit der Preisvergabe für die schönste Arbeit zum Thema und einer Freiluftausstellung. Rund um die Galerie präsentieren und verkaufen die Aussteller ihre Arbeiten unter freiem Himmel. Vom Textildesign über Leder, Papierund Metallgestaltung, bis zu Gold und Silber, Holz, Glas und Keramik entdeckt der Besucher eine große Auswahl an niveauvollem Kunsthandwerk. Studenten der Hochschule Niederrhein aus Krefeld demonstrieren an ihrem Stand innovative Porzellanentwürfe am PC, 3D-Animationen bieten den Besuchern spannende Einblicke in die Nachwuchsarbeit. Zur entspannten Atmosphäre tragen Live-Musik und ein kulinarisches Angebot bei.

VIER HÄUSER, SIEBEN KÜNSTLER D

as Frühlingserwachen am Weyerberg steht bis zum 10. Juni ganz im Zeichen der Gegenwartskunst. Der Museumsverbund präsentiert in seinen vier Häusern im Rahmen der Reihe „Worpswede zeitgenössisch“ Malerei und Grafik von sieben – ausschließlich männlichen – Künstlern aus dem Nordwesten. Der Barkenhoff zeigt unter dem Motto „Woanders und dazwischen“ Gemälde und Zeichnungen des 1954 in Delmenhorst geborenen Künstlers Hartmut Neumann. Die von starken Hell-Dunkel-Kontrasten geprägten Bilder sind für die Kuratorin Beate C. Arnold „eine absolute Brechung der Sehgewohnheiten.“ Neumann schaffe „fantastische Landschaften und innere Welten.“ Während bei Neumann geschlossene, mit feinstem Pinselstrich verdichtete Leinwände dominieren, kommt die Werkgruppe „Fragmente“ von PeterJörg Splettstößer (geb. 1938) in der Großen Kunstschau sehr luftig daher. Ausgangspunkt für die 1998 begonnene, 15-teilige Reihe ist Michelangelos „Jüngstes Gericht“.

Sehr unterschiedliche Positionen vereint die Schau „Rückblicke – eine Hommage“ in der Kunsthalle. Mit dabei ist der Zeichner und Karikaturist Hans-Georg Rauch, bekannt durch seine Federzeichnungen für „Die Zeit“. Von Tobias Weichberger (19511998) wird die Reihe „Meine Madames“ präsentiert. Für die Kuratorin Susanna Böhme-Netzel sind es „zärtlich-sensible Akte, aus Tusche und Marmorstaub auf Packpapier aufgebracht“. Der Bremer Willy Meyer-Osburg (19342005) war für seine abstrakten, farbreichen Kompositionen bekannt. Er arbeitete Ende der 50er Jahre eine Weile in Worpswede und kehrte zum Lebensende dorthin zurück. Peter Zimmermann (1941-2007) setzte mit seinen Bildern und Radierungen ein mahnendes Zeichen für den Umweltschutz. Zimmermanns Kollege Heini Linkshänder alias Heinrich Strasser (1938-2012) kam über Umwege zur Kunst. Seine Objekte, Ölbilder und Grafiken zeugen von seinem kritischen Blick auf die Gesellschaft. Linkshänder hat dem Haus im Schluh noch zu Lebzeiten das Gros seines druckgrafischen Werks vermacht, inklusive Druckstöcke. Ausschnitte werden in zwei Kabinetten gezeigt. www.worpswede-museen.de


foyer 45

KULTURFORUM

: Kulturforum Zusammengestellt von Peter Schulz

mit historischen und experimentellen Fototechniken im Kulturhaus Müller in Ganderkesee.

................................... Notizen aus Galerien und Museen Das Haus Riensberg des Bremer FockeMuseums ist nach der Erneuerung seiner Vitrinen wieder geöffnet. Neben dem Kindermuseum, einer Galerie mit bremischen Bürgerporträts sowie Möbelensembles gehören das begehbare „Zimmer einer jungen Frau“ von Heinrich Vogeler und die große Sammlung europäischer Glaskunst aus fünf Jahrhunderten zu den Glanzlichtern des Hauses.

................................... Werke von zehn ehemaligen „artists in residence“ der Künstlerstätte Stuhr-Heiligenrode sind bis 2. April in einer Gruppenausstellung mit dem Titel „residence II – Junge Kunst aus Niedersachsen“ im Syker Vorwerk vereint.

................................... Der für seine Selbstinszenierungen und extravaganten Interieurs bekannte Thorsten Brinkmann „jongliert“ als KünstlerKurator rund 160 ausgewählte Photoklassiker und zeitgenössische Photographien aus der Sammlung der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e. V. Die Ausstellung in der Städtischen Galerie Delmenhorst läuft noch bis 2. April.

Die Städtische Galerie Bremen stellt bis 15. April Arbeiten der Künstler aus, die sich um den Bremer Förderpreis für Bildende Kunst beworben haben. Der Preis war Matthias Ruthenberg zuerkannt worden.

................................... Vom „Leben am Polarkreis“ erzählt eine Kabinettausstellung im Bremer ÜberseeMuseum, die noch bis zum 22. April läuft. Vermittelt werden Einblicke in den extremen Lebensraum der Arktis.

................................... Bis zum Juni ist im KaFF / Kunst am Fluss in Fischerhude die Ausstellung „Gesichter der Bühne“ mit Gemälden von Werner Zöhl zu sehen. Seine Bilder führen Besucher in den Zirkus und auf Jahrmärkte, zu Schauspielern und Musikern.

umspädagogische Angebote und neun Publikationen.

................................... Eine deutliche Steigerung der Besucherzahlen von 733.996 im Jahr 2017 auf 804.970 (2017) verzeichneten die Museen in Bremen und Bremerhaven. Vor allem die Kunsthalle erzielte ein deutliches Plus von rund 93.000 auf 150.636 Besucher aufgrund des guten Zuspruchs zu den Sonderausstellungen (Max Liebermann, Franz Radziwill).

................................... Swantje Markus, ehemalige Geschäftsführerin der Bremer Weserburg, hat die kaufmännische Geschäftsführung des Bremer Focke-Museums übernommen. Sie folgt Norbert Kölle, der mittlerweile in gleicher Funktion bei der Hamburger Kunsthalle arbeitet.

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Das Bremer Gerhard-Marcks-Haus will das gesamte Jahr 2019 dem Thema Bild. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . hauerinnen widmen. Den Auftakt soll eine Ausstellung mit Werken von Luise Kimme „Feine Oele“ ist eine Präsentation von Wer- (1939-2013) bilden, die auf der Karibikken des Bremer Künstlers Jub Mönster über- Insel Tobago lebte. schrieben, die bis zum 20. Mai in der Galerie ................................... Moderne in Bad Zwischenahn geöffnet ist.

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Der im Bereich der digitalen Malerei arbeitende Johann Büsen hat das mit Neben dem Bremer Focke-Museum, dem 14.000 Euro dotierte Künstlerstipendium Deutschen Pferdemuseum in Verden (Aller) 2018/2019 der Bremischen Evangelischen und dem Haus im Schluh – Heinrich Vogeler Kirche erhalten. Viel beachtet war im Sammlung Worpswede sind sechs weitere vergangenen Jahr seine Gestaltung des . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Häuser mit dem Museumsgütesiegel Nie- über 160 Meter langen Fußgängertunnels dersachsen/Bremen für die Jahre 2018-2024 zwischen Kunsthalle und Osterdeich. Der Oldenburger Kunstverein zeigt noch bis ausgezeichnet worden. Seit 2006 haben ................................... 8. April Arbeiten des mehrfachen documen- bereits 117 Museen das Gütesiegel erhalten. ta-Teilnehmers Thomas Schütte. Der Bild. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Über 70 Kunstschaffende aus dem In- und hauer hat die üppig bestückte Ausstellung Ausland stellen bei der Kap-Hoorn ART selbst konzipiert (Foto). Mit 59.776 Besuchern konnten die drei „Die Zehnte“ ihre Arbeiten aus. Dafür

................................... Den „Blick zurück in die Zukunft“ richtet Christine Henke bis 8. April in ihrer Ausstellung zeitgenössischer Fotografie

städtischen Oldenburger Museen 2017 einen leichten Zuwachs verbuchen. Das Stadtmuseum, das Horst-Janssen-Museum und das Edith-Russ-Haus boten 18 Ausstellungen, 188 Veranstaltungen, 488 muse-

steht eine Fläche von fast 1.800 qm in zwei ehemaligen Lagerhallen zur Verfügung. Termin: 5. (13-18 h) und 6. (11-18 h) Mai; Schauplatz: Kap-Horn-Straße 9 in der Bremer Überseestadt.


foyer 46

LITERATUR Die Wolkenfischerin / Über uns

LITERATUR Text: Inge Zenker-Baltes

Unbekümmerter Elan

Unerhörte Geständnisse

Familiengeschichte mit Tiefgang

Geheimsten Gedanken auf der Spur

Eine hübsche Entdeckung ist das neue Buch der wenig bekannten Claudia Winter. Die einfallsreiche Story – modernes Märchen und Liebesroman mit Tiefgang – spielt in Paris, Berlin und in der Bretagne. Dabei verschmilzt die Familiengeschichte der Protagonistin mit der rauen bretonischen Landschaft, wo Claire in einer kleinen Ortschaft ihre Kindheit verbrachte, dann jedoch nach dem Tod des Vaters in Paris bei Tante Valerie lebte, mit Mutter und gehörloser Schwester wenig Kontakt hatte.

Eshkol Nevos neuer Roman ist eine Wucht. Sein Titel „Über uns“ lässt kaum ahnen, welch grandioses Werk des israelischen Bestsellerautors sich hier zwischen zwei Buchdeckeln befindet. Feinfühlig spürt Nevo geheimste Gedanken und Gefühle auf – auch Träume, die im täglichen Einerlei zerplatzen wie Seifenblasen. Wie er an griechische Tragödien gemahnendes Tun und atemlose Geständnisse in Worte zu fassen vermag, das ist einmalig.

Bewohner eines Mehrfamilienhauses nahe Tel Aviv erzählen etwas über sich – UngeWarum sich die kreative Journalistin in Ber- heuerliches, das sie getan haben oder das lin eine idealisierte Biographie zurechtihnen widerfahren ist. Arnon und Ayelet schustert, wie ihr etwas undurchsichtiger im Erdgeschoss geben, um ihrer SexualiChef die Begabung der trotz ihres Charmes tät wieder aufzuhelfen, die kleine Tochter verschlossenen Französin erkennt, was pas- häufig bei den freundlichen älteren Nachsiert, als diese zurück in die Bretagne muss barn ab – mit fatalen Folgen. Im Stockwerk und dort in ihre Vergangenheit eintaucht, darüber lebt Chani mit ihren beiden kleierzählt Claudia Winter auf bezaubernde nen Kindern. Sie fühlt sich von dem häufig Weise mit unbekümmertem Elan und deverreisten Ehemann im Stich gelassen, bis tailverliebt, wobei sie –selbst Kind gehörlo- sie eines Tages dessen Bruder bittet, ihm ser Eltern – die Verbindung zwischen Claire Unterschlupf zu gewähren. Und die in der und der jüngeren Schwester zärtlich und be- obersten Etage lebende pensionierte Richhutsam wiederzugeben vermag. terin Dvorah erzählt ihrem toten Ehemann über den Anrufbeantworter sensationelles. Lange noch nachklingen wird die berauschend in bestechenden Bildern festgehal- Schon die beiden ersten Geschichten sind tene Faszination der Bretagne mit ihren vibrierend spannend, doch ist diese Letzte Düften, ihrer samtigen Luft, dem zaubermit ihrer kleinen humorvollen Hommage haften Licht, der sanften Meeresbrise. an Freud das Sahnestück. Claudia Winter: Die Wolkenfischerin. Eshkol Nevo: Über uns. Ü: Markus Lemke. Goldmann, 400 S., 9,99 € dtv, 318 S., 22 €


LITERATUR Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken / Die Chefin

47 foyer

Josef Scharl

Obsessive Kreativität Eindringliches Porträt einer Frau

Eigentlich ist John Green ein hochkarätig ausgezeichneter Jugendbuchautor, verehrt von Millionen Fans und vom „Time Magazine“ zu einer der hundert „einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt“ erkoren. Green kann jedoch weit mehr, als Jugendlichen fesselnde Geschichten zu erzählen. Mögen sich Heranwachsende auch in Greens jungen Helden wiedererkennen, so ähneln ihre Schicksale, Probleme und Ängste doch denen vieler Erwachsener, regen an, Handlungsweisen und Motive zu hinterfragen, die eigene Persönlichkeitsstruktur zu ergründen.

Als Dienstmagd kommt eine 14-jährige zu einer wohlhabenden Familie. Das dort kaum beachtete Mädchen erhält, als sich die Köchin des Hauses in den Urlaub verabschiedet, unerwartet die Chance, statt der bisher lieblosen Essenszubereitung all die Speisen herzustellen, die sie insgeheim nachts in ihrer kargen Kammer erdacht hatte, und sie zum Entzücken ihrer Herrschaft zu servieren. Bald darauf eröffnet die junge Frau ein rasch hochangesehenes Restaurant und erhält ihren ersten Stern.

Marie NDiaye lässt die sonderbare Geschichte der namenlosen „Chefin“ von eiDarum bemüht sich auch die junge Aza. Sie nem ihr in unerfüllter Liebe ergebenen leidet unter Angstattacken, die sie zu bewäl- Jungkoch erzählen. Subjektiv, emotional tigen sucht mit Hilfe einer Therapie und ih- und voll differenziertester Reflektionen rer Freundin Daisy. Zwanghaft und bizarr wird auch dessen eigenes Leben skizziert, ist Azas allgegenwärtige Furcht vor Bakteri- was alldem mehrbödigen Reiz verleiht. Die en. Als sie sich in David verliebt, kommt sein mit dem Prix Goncourt ausgezeichnete AuKuss fast einem Todesurteil gleich. Zusam- torin hat mit ihrem herausragend übermen mit ihm und Daisy rutscht Aza in einen setzten Roman ein meisterhaftes, von subKriminalfall, der schlimm endet. tilem Wissen um menschliches Sosein, um Schwäche und das Böse, aber auch um Mit Fingerspitzengefühl nähert sich der Sensitivität und Großzügigkeit getragenes Autor dem sensiblen Mädchen, das die Werk geschaffen. Wunde an einer Fingerspitze ständig aufkratzt, nur um sie desinfizieren zu können. Im Portrait der zaghaften „Chefin“, in ihGreens hintergründige und bewegende rer obsessiven Kreativität eine begnadeGeschichte ist faszinierende Unterhaltung te Könnerin, adelt NDiaye verführerisches und kam auf die Spiegel-Bestsellerliste. Raffinement des Kochens mit exquisiter John Green: Schlaft gut, ihr fiesen Gedan- Erzählkunst. ken. Ü: Sophie Seitz. Hanser, 285 S., 20 € Marie NDiaye: Die Chefin. Ü: Claudia Kalscheuer. Suhrkamp, 333 S., 22 €

Partner

Josef Scharl, Der Zeitungsleser, 1935, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Berlin, © Susanne Fiegel, Foto: bpk/Jörg P. Anders

Faszinierende Unterhaltung Hintergründige Story von John Green

18.2.–3.6. 2018

MUSEEN PAULA MODERSOHN-BECKER BÖTTCHERSTRASSE MUSEUM

Zwischen den Zeiten

Medienpartner


foyer 48

LITERATUR Buch & Musik / Mord & Musik

LITERATUR

Buch & Musik

NordMord

Helle und dunkle Jahre

Krimis aus der Region

Die Geschichte vom weinenden Rossini, dem ein getrüffelter Truthahn bei einer Bootspartie ins Wasser fiel, ist hinlänglich bekannt; der Liebhaber von Anekdoten hat sie selbst gemocht. Auch dass der Komponist in jeder Hinsicht kein Kostverächter gewesen ist („Ich schlafe jede Nacht mit der B. und bin glücklich“), vermag wohl niemanden mehr zu überraschen.

Gleich zwei Autorinnen schlugen den wohlmeinenden Rat der Annette von DrosteHülshoff („O schaurig ist’s, übers Moor zu gehn“) in den norddeutschen Wind und wagten sich – tückische Tiefen und narrende Nebel tapfer ignorierend – für ihre Erstlinge im Krimi-Genre in die wenigen noch vorhandenen Sümpfe der Region. Während Ina Bitter den „Tod im Teufelsmoor“ verortet, strolcht „Der Moormann“ von Margarete von Schwarzkopf irgendwo zwischen Bremervörde und Buxtehude durch das unwegsame Terrain.

Weniger bekannt ist hingegen, dass er jahrzehntelang mit Leiden wie der Gonorrhoe (wohl als Folge häufiger Bordellbesuche) zu kämpfen hatte und – schlimmer noch – an Depressionen litt, denen die zeitgenössische Medizin hilflos gegenüberstand. Joachim Campe, Lehrbeauftragter an der Universität Göttingen, geht in seiner anregenden Rossini-Biographie neben der an Triumphen nahezu übervollen Epoche auch auf die „dunklen Jahre“ des Komponisten ein, der zu Lebzeiten so etwas wie ein Popstar gewesen ist.

Ihm auf die Spur kommen zunächst ein britischer Kartograph, der die Gegend 1788 erkundet, und – über 200 Jahre später – eine neugierig-naive Historikerin, die mysteriösen Todesfällen auf den Grund gehen möchte. Aus den beiden Handlungsebenen ergeben sich interessante Parallelen, was zum Reiz des Buches beiträgt.

In „Tod im Teufelsmoor“ tappert eine liebesverwirrte Kommissarin durch einen – Dass Rossini, der in nur 15 Jahren 40 Opern so der Klappentext – „Morast aus Hass und Lebenslügen“ beim Versuch, zwei Morde schrieb, sich als 37-jähriger ins Privatleben aufzuklären, die erst auf den zweiten Blick zurückzog, hing direkt mit seinen Depreszusammenhängen. Dass ihr dabei beinahe sionen zusammen. Er schien sich damit der schwammige Boden unter den Füßen getröstet zu haben, dass Gott mit seinem entgleitet, macht auch diesen Krimi unterEntschluss einverstanden war („Dio me haltsam. Für beide aber gilt: So schaurig, l’accordo“). Wir trösten uns mit seinen un- wie es die Dichterin einst beschrieb, ist das vergleichlichen Werken und bedauern, dass Moor schon lang nicht mehr. nur wenige von ihnen aufgeführt werden. Peter Schulz Peter Schulz Joachim Campe: Rossini – Die hellen und die dunklen Jahre. Theiss-Verlag, 214 Seiten, 29,95 €.

Ina Bitte: Tod im Teufelsmoor. Gmeiner-Verlag, 316 Seiten, 14 €. Margarete von Schwarzkopf: Der Moormann. emons-Verlag, 368 Seiten, 12,90 €.


KOLUMNE Nachgedacht foyer 49

NACHGEDACHT Text: Stephan Cartier

D

er Daumen ist ein Outsider an der Hand. Während die anderen Finger eine enge Vierer-Bande bilden, hängt er meist abseits herum. Nur zum Daumendrücken rückt man enger zusammen.

! H C O H DA UME N

Vollends unentbehrlich ist der Daumen im täglichen Wettkampf am Smartphone geworden, dem sich vor allem jüngere Menschen im Mitteilungsmarathon stellen. Die Aufgabe lautet: Trifft die richtige Taste! Die Buchstabenfelder auf den TouchDavon sollte man sich aber nicht über den screens sind winzig, und Menschen mit eisymbolischen Wert des Daumens hinweg- ner prädigitalen Zehn-Finger-Sozialisation täuschen lassen. In den vergangenen Jahan der Schreibmaschine stehen ratlos vor ren hat er eine steile Karriere als Stimder Hochgeschwindigkeit, in der die „Gemungs-Ikone hingelegt. Wer wachen Auges neration I-Phone“ mit ihren kleinen Daudurch die Welt der Medien geht, bekommt men Nachricht um Nachricht tippen kann. den Eindruck, dass der Daumen Star eiMancher Schreiber erweckt den Eindruck, ner weltgeschichtlier würde chen Maniküre ist. ... und schaffen etwas, das sie aufgrund mal eben Auf jedem zweiten „Krieg ihrer orthopädischen Behäbigkeit Bild des globalen und FrieFotoarchivs posie- eigentlich gar nicht können. den“ ren Menschen mit in sein einem extrem überdehnten Daumen und Smartphone tippen. Zielsicher huschen grinsen dazu, was die Lippenbändchen die beiden sonst so ungelenken Endfinger halten. Übertroffen wird diese Pose deüber die Tatstatur und schaffen etwas, das monstrativer Selbstzufriedenheit nur noch sie aufgrund ihrer orthopädischen Behävom sogenannten Doppeldaumen. bigkeit eigentlich gar nicht können.

Solche Kapriolen der Natur sind gar nicht so ungewöhnlich. Schon Charles Darwin wusste darum: „Obwohl ein Organ ursprünglich nicht für irgendeinen besonderen Zweck geformt gewesen sein mag, dürfen wir doch zu Recht sagen, dass es gerade für diesen Zweck eingerichtet ist, wenn es ihm jetzt dient.“ Der große amerikanische Evolutionsbiologe und Darwin-Verehrer Steven Jay Gould hat in seinem wunderbaren Buch über den „Daumen des Panda“ deswegen darauf hingewiesen, dass auch das niedliche Schwarz-Weiß-Bärchen mit seinem fünften, verkümmerten Finger ursprünglich gar nicht das tun könnte, was er muss, nämlich Bambusstreifen abreißen und für den Verzehr halten. Doch der Selektionsdruck hat all jene Pandas bevorzugt, die es dennoch schafften, dies mit ihrem kleinen Stummel hinzubekommen.

Von den Daumen kann also das mediale Überleben unserer Spezies abhängen. Die Daumen-Geste hat sich auch zum uni- Ich tippe deswegen zur großen SchadenNicht ohne Grund wird auch beim Partnerversellen Button der Online-Kommunika- freude meiner Umwelt noch monoton mit suchdienst „Tinder“ die Wahl der Kandidation entwickelt. Als „Like“ oder „Dislike“ dem Zeigefinder der rechten Hand. Alle tinnen und Kandidaten auf dem Handy per unter jeder noch so überflüssigen Aussage Versuche der beidseitigen DaumengymWisch mit dem Daumen nach links oder in den Sozialen Netzwerken macht er das nastik scheitern und lassen jeden dritrechts erledigt. Wer hier die richtige Wahl Kommentieren so einfach. Mit dem Dauten Buchstaben anders werden als er soll- trifft, kann seine Fertigkeiten vererben. Zur men-rauf-oder-runter-Prinzip knüpft man te. Die Daumen der jungen User haben sich Not hilft Daumendrücken, dass man den auch wieder an die schönen Bräuche in der dagegen an die physiologischen Anforderichtigen Paarungspartner erwischt hat. römischen Gladiatorenarena an. rungen des Mobilzeitalters angepasst.


foyer 50

KINO Transit

KINO Text: Wilfried Hippen

„Transit“

Im Zwischenreich „Transit“ von Christian Petzold

Weidels Frau in Marseille auf, die ihren Mann verzweifelt sucht. Es entwickelt sich eine komplizierte und widersprüchliche Liebesbeziehung, und nicht nur dabei erinnert „Transit“ an „Casablanca“ und andere Melodramen aus dem klassischen Hollywood. Petzold arbeitet gerne mit solchen alten Genres und Stilmitteln, gibt ihnen aber auch immer einen eigenen, ganz und gar zeitgenössischen Dreh.

Es gab eine Zeit, als Deutsche die Flüchtlinge waren und mit allen legalen oder illegalen Mitteln versuchten, Grenzen zu überqueren, um in für sie sichere Länder zu gelangen. In diesem Sinne ist etwa Anna Seghers Roman „Transit“ aus dem Jahr 1942 heute noch, oder besser: wieder, aktuell. Christian Petzhold gelingt es mit einem zugleich einfachen und raffinierten So sind sich die Helden seiner Filme oft Kunstgriff, dies in jeder Minute des Films ihrer Identität nicht sicher. Sie scheinen spürbar werden zu lassen. gar kein authentisches, reales Leben zu führen, sondern eher wie Geister durch eiSo ist seine Adaption des Buches zwar auf ne Zwischenwelt zu irren. Nicht umsonst einer Ebene erstaunlich werktreu, aber hat einer seiner früheren Filme den Titel die Welt, in der die Geschichte spielt, ist „Gespenster“. Und bei „Transit“ deutet ja die heutige. Es gibt in ihr zwar keine Han- schon der Titel darauf hin, dass er in einer dys und kein Internet und die politische Welt des Durchgangs spielt, in der nichts Lage hat nichts mit den heutigen Verhältsicher und von Bestand ist. nissen zu tun, aber dies ist eine Welt, die der unseren sehr ähnlich ist, und das hat Petzolds Protagonist ist ein Entwurzelter, einen grundlegend verstörenden Effekt. der den herrschenden Verhältnissen ausgeliefert ist. Franz Rogowski spielt ihn Deutsche Truppen haben Frankreich bekonsequent als einen verzagten, eher passetzt. Der Flüchtling Franz reist nach siven Antihelden. Petzold wird nie überMarseille, den einzigen Hafen, von dem deutlich bei seinen Parallelen zwischen aus eine Ausreise für ihn noch möglich dem Europa der 1940-er Jahre, von dem ist. Zuvor soll er den Schriftsteller Weidel treffen, den er jedoch nach dessen Selbst- Anna Seghers erzählt, und dem des frümord nur noch tot auffindet. Franz nimmt hen 21. Jahrhunderts. In dem Sinne stimmt es, wenn er sagt, dass dies kein dessen Papiere an sich, denn ein TransitFilm über die aktuelle Flüchtlings-Krise visum nach Mexiko wäre für ihn die vielist. Stattdessen geht er tiefer und erzählt leicht einzige Rettung. davon, wie existentiell und zeitlos dieser So gibt er sich als Weidel aus und seine Zustand ist. – Kinostart am 5. April. Rettung scheint nah, doch dann taucht


KINO Demnächst/DVD-Tipp

51 foyer

TIPP

„I, Tonya“

„Drei Tage in Quiberon“

Neu auf DVD Demnächst im Kino

rauf genügen, dass hier nicht unbedingt Realismus und historische Genauigkeit angestrebt wurden. Umso erstaunlicher Es gibt ein paar Sportler, die wegen extreist es, dass der Film in Russland verbomer Unsportlichkeiten unvergessen bleiben. Zu ihnen zählt die amerikanische Eis- ten wurde. Natürlich ist diese Zensur gute und kostenlose Werbung. Ein guter Witz kunstläuferin Tony Harding. 1994 heuerte ist übrigens schon, dass Nikita Chruschtsie ein paar Schläger an, die versuchen sollten, ihrer Konkurrentin Nancy Kerrigan schow von Steve Buscemi gespielt wird. ein Bein zu brechen, um sie dadurch ausSeit einigen Jahren gibt es in den Kinos eizuschalten. Mit „I, Tonya“ (Kinostart 23. ne Schwemme von Filmporträts bekannMärz) hat Craig Gillespie ihre Geschichte ter historischer, zum Teil aber auch noch verfilmt, nachdem das Drehbuch auf einer lebender Persönlichkeiten. Dabei wurListe der „besten unverfilmten Ideen Holde das Stilmittel immer beliebter, nicht lywoods“ ganz oben stand. das ganze Leben in einen Film zu stopfen, sondern lieber eine Begebenheit zu Dass ein Film so extrem in Personalunion beleuchten, die einen Wendepunkt im Legemacht wird, ist heute selten geworden. ben der Protagonisten darstellt. So macht Aber bei „Zwei Herren im Anzug“ (22. es auch Emily Atef in „Drei Tage in QuibeMärz) führt Josef Bierbichler nicht nur Re- ron“ (12. April). Die deutsch-französischgie und spielt die Hauptrolle – er hat auch iranische Regisseurin inszeniert darin ein das Drehbuch geschrieben, das wiederum berühmtes Interview, das der Hamburger auf seinem Roman „Mittelreich“ basiert. Journalist Michael Jürgs für den „Stern“ Das Projekt ist eine bayrische Variation mit Romy Schneider führte. von Edgar Reitz´ “Heimat“ und erzählt die Geschichte einer bayrischen Familie über Wes Anderson beginnt seine Filme nicht drei Generationen von 1914 bis heute. Und mit einer Geschichte, sondern mit einem dabei wechselt auch Bierbichler zwischen möglichst seltsamen Spielort: Ein LuxusSchwarzweiß und Farbe. hotel in „Grand Budapest Hotel“, ein in„The Death of Stalin“ (29. März) von Armando Iannucci ist eine boshafte Satire, in der von den letzten Tagen des russischen Diktators und den Intrigen bei den Machtkämpfen um seine Nachfolge erzählt wird. Er basiert auf einer Graphic Novel von Fabien Nury und Thierry Robin und allein dies sollte als Hinweis da-

discher Eisenbahnzug in „Darjeeling Limited“ oder ein Unterseeboot in „Die Tiefseetaucher“. Sein Animationsfilm „Isle of Dogs“ (10. Mai), für den er auf der Berlinale gerade den Bären für die beste Regie bekommen hat, spielt auf einer Insel voller Müll, auf die in einer nicht allzu fernen Zukunft alle Hunde der Stadt Megasaki City verbannt wurden.

„Lady Macbeth“ von William Oldroyd Nein, dies ist nicht noch eine der vielen Shakespeare-Verfilmung der britischen Filmindustrie, sondern die Verfilmung der russischen Novelle „Lady Macbeth von Mzensk“ von Nikolai Leskov, die als Oper von Dmitri Schostakowitsch gerade auf dem Spielplan des Bremer Theaters steht. Der Titel ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Protagonistin über Leichen geht. Aber das junge britische Regietalent William Oldroyd inszeniert dies so, dass, anders als bei Shakespeare, die Täterin die Sympathieträgerin des Films ist. Katherine lebt zwar in der höheren bürgerlichen Gesellschaft des viktorianischen Englands, aber deren patriarchale Strukturen machen ihre Ehe mit dem reichen Kaufmannssohn Alexander zu einer stumpfsinnigen Tortur. Sie beginnt eine Affäre mit einem Gutsarbeiter und kämpft mit allen Mitteln dafür, nicht wieder in ihren Ehealltag zurückkehren zu müssen. Das tut sie so radikal und skrupellos, dass der Zuschauer im letzten Drittel des Films pausenlos überrascht wird. Oldroyd bleibt immer ganz nah bei der Titelheldin, die von Florence Pugh in ihrer ersten großen Rolle mit einer grandiosen Präsenz gespielt wird. Dieses düstere Kammerspiel ist einer der besten britischen Filme des vergangenen Jahres. Ab 23. April im Handel.


ROLLENSPIEL

52 foyer

Kunsträtsel Im vergangenen Jahr schenkte der Bremer Kaufmann Carl Schünemann dem Kunstverein in Bremen 32 niederländische Gemälde des 17. Jahrhunderts. Jahrzehntelang blieben die Bilder im Verborgenen. In der Kunsthalle Bremen werden sie nun erstmals ab dem 7. April in der Ausstellung „Tulpen, Tabak, Heringsfang. Niederländische Malerei des Goldenen Zeitalters“ zusammen präsentiert. Die Landschaften, Genrebilder, Stillleben und Seestücke geben einen umfassenden Einblick in die niederländische Malerei des Goldenen Zeitalters. Die umfangreiche Werkgruppe der niederländischen Alten Meister reicht dabei von Jacob Ochtervelt und Jan van Goyen, über Aert van der Neer sowie Salomon van Ruysdael, bis hin zu Cornelis Claesz, Rachel Ruysch und Jeronimus Sweerts. Die Arbeiten aus der ursprünglichen Sammlung Schünemann zeichnen sich sowohl durch Vielfalt als auch durch kunsthistorische Besonderheiten aus. Zudem vermitteln sie einen guten Einblick in die Geschichte und Kultur der Niederlande, die mit der bürgerlich-protestantisch geprägten Kaufmannstadt Bremen eng verbunden war. Frage: Welches Bremer Unternehmen führte Carl Schünemann? Bitte schreiben Sie Ihre Antwort bis zum 15. April 2018 an foyer, Roland Verlag GmbH, Böttcherstraße 4, 28195 Bremen. Die Teilnahme ist auch online möglich: www.rolandverlag.de (Publikationen/ Foyer). Zu gewinnen sind 3 x 2 Eintrittskarten für die Kunsthalle Bremen. Die Antwort des Kunsträtsels aus der Ausgabe 123 lautet: Mehr! Restauriert wurden genaugenommen rund 900 Werke. Gewonnen haben: Edgar Ebeling, Bremen Wolfgang Hackmann, Bremen Katharina Matthes, Achim

: Rollenspiel

(red) Doppelte Freude für Frauke von der Haar: Die Direktorin des Bremer Focke-Museums konnte zunächst eine Ehrenurkunde des Zentrums für Migranten und Interkulturelle Studien (ZIS) für ihr Engagement bei der Integration von Migranten in Empfang nehmen. Und wenig später gab’s in Hannover das Museumsgütesiegel, eine weiße Plakette mit einem großen roten M.

(che) Die Schweizer Regisseurin Nora Somaini (49) hat bereits zweimal für die bremer shakespeare company Inszenierungen von Stücken ihres „Hausautoren“ besorgt, nämlich 2007 „Der Kaufmann von Venedig“ und drei Jahre später „Hamlet“. Nun kommt die Aikido-Meisterin, die in ihren Anfängen mit Einar Schleef und George Tabori gearbeitet hat, mit einem neuen Projekt an das Theater am Leibnizplatz.

Ihr Haus hatte sich zum ersten Mal um das Siegel beworben, das seit elf Jahren durch das Land Niedersachsen, die Niedersächsische Sparkassenstiftung und den Museumsverband Niedersachsen und Bremen e.V. vergeben wird. Damit werden die Bestrebungen kleiner und großer Museen gewürdigt, die Standards des Deutschen Museumsbundes umzusetzen. Dem Focke-Museum gelinge es in vorbildlicher Weise – nicht zuletzt durch attraktive Sonderausstellungen – immer wieder, den Bezug zur Gegenwart herzustellen und aktuelle Themen wie zum Bespiel Migration aufzugreifen, urteilte die Jury.

Es trägt zurzeit noch den Arbeitstitel „Bob Shakespeare“, womit schon die Protagonisten, um die es sich dreht, benannt sind. Das sind einerseits der einst überraschende Nobelpreisträger und dichtende Songschreiber Bob Dylan und andererseits der Dramatiker aus Stratford-upon-Avon. Bei dem von Nora Somaini konzipierten Theaterabend wird es um die Kongruenzen (und sicher auch um die eminenten Unterschiede) von William Shakespeare mit dem US-Star gehen, und gesungen wird dabei aus naheliegenden Gründen auch.

Der in Berlin lebenden Nora Somaini, die nicht nur das Stück geschrieben hat und es Zwei Jahre hatte das Museumsteam im inszenieren wird, sondern – wie schon früVorfeld an der Bewerbung für die Zertifiher – auch die Bühne entwirft, stehen fünf zierung gearbeitet. „Mit dem Gütesiegel Schauspieler zu Verfügung. Am 13. April, wird die Qualität unserer täglichen Ar19.30 Uhr, hat „Bob Shakespeare“, dann beit nun auch nach außen sichtbar“, freute womöglich mit anderem Titel, Premiere. sich Frauke von der Haar über die Auszeichnung.


CLUBS IN BREMEN Zonta Club Bremen

53 foyer

Der Serviceclub „Zonta International“ ist seit 1980 auch in Bremen aktiv Text: Berit Böhme

Dr. Annette Beushausen

FRAUEN FÜR FRAUEN F

rauen fördern und stark machen. Vor Ort und weltweit. Das hat sich der 1980 gegründete „Zonta Club Bremen“ auf die Fahnen geschrieben. „Zonta ist eigentlich eine Lebenshaltung“, sagt Christine Finckh, eine von 44 „Zontians“ in der Hansestadt.

so’; nicht wie eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Sondern langfristiges Commitment (Engagement).“ Wer nur dabei sein will, um sein Auftragsbuch zu füllen, ist bei dem Club ebenfalls an der falschen Adresse. „Zonta ist in erster Linie kein Netzwerk zum beruflichen Fortkommen“, betont Finckh.

Zonta ist ein weltweiter Zusammenschluss erwerbstätiger Frauen. Der Name ist aus Die „Zontians“ treffen sich einmal im Moder Sprache der Sioux-Indianer abgeleitet nat und setzen auf einen rotierenden Vorund bedeutet so viel wie „aufrichtig und stand und Arbeitsteilung. „Jedes Mitglied vertrauenswürdig“. sollte mögDer erste Servicelichst in einem Allein in Deutschland sind es 134 club entstand 1919 Komitee sein“, Clubs mit rund 4.600 Mitgliedern. sagt Beushauin Buffalo (USA). „Die Gründerinnen sen. Das Serkämpften um das Recht, beruflich tätig zu vice-Komitee etwa nimmt potenzielle Försein“, sagt Finckh. Heute hat Zonta Interderprojekte in Bremen unter die Lupe. national rund 30.000 Mitglieder in 67 Ländern. Allein in Deutschland sind es 134 „Ganz besonders setzt sich Zonta für ein Clubs mit rund 4.600 Mitgliedern. Leben von Frauen ohne Gewalt ein“, sagt Beushausen. So unterstützt der Club seit Bei der Aufnahme neuer Zontians schauzehn Jahren Projekte des Bremer „Noten die Frauen ganz genau hin. „Wir möch- rufs“. Zuletzt unterstützten die Zontians ten die Vielfalt der Berufe abdecken“, sagt dort eine Aufklärungskampagne an SchuFinckh. Derzeit reicht das Branchenspeklen zum Thema KO-Tropfen. trum im Club von Medizin, Kunst, Musik und IT bis hin zu Justiz und Bankenwesen. Der Erlös der in diesem Februar veranPassive Mitglieder seien nicht erwünscht, stalteten Benefiz-Soirée kommt dem Prostellt die Präsidentin Dr. Annette Beushau- jekt „Ist Luisa da?“ zugute (s. Seite 25). Die sen klar. „Zonta ist nichts für ‚mal eben Idee: Frauen, die sich in Bars, Kneipen

oder der Disco bedrängt fühlen, können sich mit dem Code „Ist Luisa da?“ an das Personal wenden und sich unkompliziert aus der Situation helfen lassen. Die Präventionskampagne gegen sexualisierte Gewalt kommt ursprünglich aus England und wurde im Herbst 2016 in einigen deutschen Städten eingeführt. Zonta International schreibt jedes Jahr Preise und Stipendien für junge Frauen und Mädchen aus, die sich zunächst auf lokaler, später überregionaler Ebene dafür bewerben können. Die Bremerinnen beteiligen sich an der Ausschreibung des „Jane M. Klausman Women in Business Scholarship Awards“ für Studentinnen der Wirtschaftswissenschaften. Und sie loben den „Young Women in Public Affairs Award“ aus, der soziales Engagement von 16- bis 19-Jährigen würdigt. Zonta International hat weltpolitisches Gewicht, unter anderem dank seines beratenden Status im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen und im Europarat. Die Zontians haben eine Vision: „Ich möchte, dass der Gleichstellungsgedanke ganz selbstverständlich wird; dass man da nicht mehr drüber reden muss“, sagt Beushausen. www.zonta-bremen.de


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Tabletkurs für Einsteiger –

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> Alles rund ums Thema Telefonieren > Umgang mit SMS und Whats-App > Vermittlung von Adressbuchpflege > Installation von Apps erlernen

Smartphonekurs für Fortgeschrittene – Android Sie kennen die Grundfunktionen oder haben unseren Einsteigerkurs besucht, sind aber noch unsicher? Dann sind Sie in diesem Kurs genau richtig.

> Grundlagen des Tablets kennenlernen > Umgang mit der Tastatur erlernen > WLAN-Einrichtung vornehmen > Installation von Apps

Smartphone Fotokurs für Einsteiger – Android > Grundlagen der Fotoverwaltung erlernen > Organisieren und Versenden von Fotos > Externe Speichermedien nutzen > Fotos auf den Computer kopieren

> Internet: WLAN & Mobile Daten einstellen > Apps herunterladen & löschen > Praktische Apps kennenlernen > Hilfreiche Tipps und Tricks für den Alltag

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Die Termine und Kurstickets erhalten Sie hier: Pressehaus Bremen und regionalen Zeitungshäuser weser-kurier.de/leserakademie 04 21 / 36 36 36


foyer 55

PANORAMA Wissenschaft

: Panorama Wissenschaft Text: Stephan Cartier

Kleines Licht

Großer Fund

Schneller als das Licht kann keine Information sein. Wer das nicht glauben will, der muss nur Einstein fragen. Also glaubt man es besser. Und weil dies so ist, leuchtet auch die Idee von Mikroprozessoren ein, die statt Platinen oder anderen Leitermedien mit Licht zum Transport von Impulsen funktionieren.

Von einem solchen Fund träumt jeder Forscher. Anna Langenbruch (Foto), Musikwissenschaftlerin an der Universität Oldenburg, war dieses Glück beschieden. Der berühmte Musikologe Paul Bekker hatte während seines Exils im Paris der Jahre 1933 und 1934 eine 60-seitige Studie über Ludwig van Beethoven verfasst. Veröffentlicht wurde der Text aber nie, und das Manuskript galt als verschwunden.

Zusammen mit Forschern aus Lausanne und Berlin konnten Bremer Physiker jetzt nachweisen, dass es möglich ist, einen Laser im Nanometer-Bereich zu produzieren. Die Schaltung ist 300-mal so dünn wie ein menschliches Haar. Dr. Christopher Gies, Professor Frank Jahnke und Frederik Lohof vom Institut für Theoretische Physik der Bremer Universität ermöglichten mit ihren Forschungen, Lichtemissionen in solchen Dimensionen wahrzunehmen. Zudem ist die Energieausbeute dieses Miniaturlasers im Vergleich zu seinen großen Brüdern extrem hoch. „Tatsächlich landen nur 0,0001 Prozent des erzeugten Lichtes tatsächlich im Laserbetrieb. Beim neu entwickelten Nanolaser hingegen gibt es so gut wie keine Verluste mehr – es werden mehr als 70 Prozent des erzeugten Lichtes genutzt“, so Christopher Gies. Zudem kommt der Laser ohne aufwändige Kühlung bei Raumtemperatur aus – für seinen Einsatz in Informationstechnologien ebenfalls ein großer Pluspunkt.

Bei Forschungen zu ihrer Dissertation entdeckte Anna Langenbruch in den Tiefen des Nationalarchivs in Paris 2007 eben diese Studie in den Konvoluten der antifaschistischen Exilzeitschrift „Die Zukunft“ – unter dem falsch geschriebenen Autorennamen „Becker“. Wie sie dorthin kam, was Bekker mit seiner Studie zu Beethoven in dieser dunklen Zeit bezwecken wollte – all das hatte Langenbruch bislang nicht erforschen können. Nun war die Studie Thema bei einer Tagung im Bonner Beethovenhaus, die den Fund Langenbruchs zum Anlass nahm, die Rezeption Beethovens durch die Exilwissenschaft bis1945 in den Fokus zu rücken. Auf den Text war Langenbruch unter anderem durch die Analyse von Geheimdienstprotokollen gestoßen. „Es ist schizophren, dass man als Historikerin im Nachhinein von staatlicher Überwachung profitiert“, findet die Wissenschaftlerin.


KULTURKALENDER 56 foyer

KULTURTERMINE

PREMIERENDATEN 15. März bis 15. Mai 2018 ................................................... Theater Bremen 16. 3. (T) Frederik Rohn /Unusual Symptoms: Crash. Kleines Haus 29. 3. (S) nach Karl Ove Knausgard: Knausgard IV: Leben. Kleines Haus 31. 3. (M) Johann Strauß: Die Fledermaus. Theater am Goetheplatz 14. 4. (S) kainkollektiv: Of coming Tales. Brauhaus 19. 4. (T) Past Forward. Kleines Haus 28. 4. (S) Ewald Palmetshofer: Die Unverheiratete. Kleines Haus 9. 5. (S) Nisrine Mbarki: Club Paradies (DE). Kleines Haus

................................................... Stadttheater Bremerhaven 17. 3. (M) Gian Carlo Menotti: Der Konsul. Großes Haus 29. 3. (S) Bov Bjerg: Auerhaus. Kleines Haus 5. 4. (S) nach Andreas Steinhöfel: Rico, Oskar und die Tieferschatten. JUB! 15. 4. (T) Sergei Vanaev: Die Bremer Stadtmusikanten. Großes Haus 28. 4. (M) Gaetano Donizetti: Der Liebestrank. Großes Haus 12. 5. (S) Anne Jelena Schulte: Sterne schießen. Großes Haus

................................................... Oldenburgisches Staatstheater 17. 3. (M) Roman Statkowski: Maria (DE). Großes Haus 1. 4. (S) Ken Ludwig: Otello darf nicht platzen (NDE).

Kleines Haus

7. 4. (T) Jully/Hillebrand: Die sieben letzten Worte (UA).

Großes Haus

14. 4. (S) Ödön von Horvath: Zur schönen Aussicht.

Kleines Haus

28. 4. (S) Sybille Berg: Mein ziemlich seltsamer Freund.

Exerzierhalle

5. 5. (M) Gioachino Rossini: La Cenerentola. Großes Haus

................................................... Theater Osnabrück 7. 4. (S) Florian Zeller: Vater. emma-theater 8. 4. (S) Eugene O’Neill: Eines langen Tages Reise in die Nacht. Theater am Domhof 21. 4. (T) Samir Calixto: Die schöne Müllerin (UA). emma-theater 28. 4. (M) Sidney Corbett: San Paolo (UA). Theater am Domhof 5. 5. (S) Sergej Gößner: Mongos. emma-theater

(Abkürzungen: M = Musiktheater, S = Schauspiel, T = Tanztheater) Alle Termine ohne Gewähr!

Abkürzungen: P = Premiere WA = Wiederaufnahme UA = Uraufführung z.l.M. = zum letzten Mal w.n.a.a. = wenn nicht anders angegeben Alle Termine ohne Gewähr! Kein Anspruch auf Vollständigkeit! Terminschluss: 1. März

Die Ratten März 16., 25. (18 h); April 10.,

Carmen April 13. (WA). 19.; Mai 9.

14., 18.; Mai 10. Lady Macbeth von Mzensk März 17.; April

Lesung Claus Peymann April 17. Simplicius Simplicissimus

21. (z.l.M.)

April 28. (WA); Mai 4.

Rusalka März 18. (18 h / z.l.M.)

• Kleines Haus

Die Fledermaus März 21. (19 h / öff. Pro-

(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)

be), 31. (P); April 2. (15.30 h), 7., 20., 22. (18

Crash März 15. (Voraufführung), 16. (P);

h), 29. (15.30 h); Mai 6. (18 h), 13. (15.30 h)

April 2. (18.30 h), 13.

BREMEN

Lucia di Lammermoor März 22.; April 8.

Istanbul März 17., 22.; April 19.

.................................... Theater Bremen

(15.30 h), 25., 27.; Mai 5., 11.

Effi Briest März 18. (18.30 h); April 18.

Leonard Bernstein 100 – Eine Geburts-

(11+20 h)

tagsgala März 23. (z.l.M.)

Scherbenpark März 20.; April 17.

• Theater am Goetheplatz

Candide März 24. (z.l.M.)

Ein Haus in der Nähe einer Airbase

(Beginn, w.n.a.a.: 19.30 h)

Die Zauberflöte April 1. (18 h / z.l.M.)

März 21.; April 5., 29. (18.30 h)

Wahlverwandtschaften März 15., 30. (18

Festivaleröffnung „jazzahead!“ April 6.

Polaroids März 24.; April 1., 24.

h); April 4., 15. (18 h), 26.; Mai 3., 15.

Kronthaler April 12.

Knausgard I: Sterben März 25. (11 h / WA)


PR KULINARISCH Atlantic Grand Hotel Bremen

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Cocktails mit Domblick, ein kulinarischer Sommer im Hofgarten: Kleine Auszeiten im Atlantic Grand Hotel

W

RAUS AUS DEM ALLTAG

historischen Goldenen Sälen: im Atlantic Grand Hotel kann man auf ganz individuelle Weise feiern. Das Veranstaltungsmanagement wird Ihnen Ihr Fest ganz nach Ihren Wünschen ausrichten. Ende Mai wird mit der Eröffnung des Erweiterungsbaus an der Martinistraße ein neues Kapitel beim vor sieben Jahren Der Hofgarten verwaneröffneten Vier-Sterne-Superior-Hotel delt sich von April bis „Freunde treffen, entspannen und Einen August in eine sonnige den Abend in lockerer Atmosphäre besonde- aufgeschlagen. „Damit wird sich unser Oase. Unter Olivenüber den Dächern Bremens genießen“ ren Fei- Angebot von bisher 138 auf insgesamt 234 bäumen serviert das erabend großzügige Zimmer und Suiten erhöhen“, sagt Ursula Carl. „Mit dem Anbau können Restaurant alto zum Lunch oder Dinner erleben die Gäste von April bis August bei wir in Zukunft Buchungssicherheit und sommerlich-leichte Gerichte. „Alles sollte der Eventreihe „The Grand Terrace“. Auf ein bisschen nach Urlaub schmecken“, sagt der Dachterrasse des zwischen Marktplatz noch mehr Komfort bieten.“ Ausspannen Küchenchef Daniel Otto. Der Garten ist und Martinikirche liegenden Hotels locken können die Gäste dann zudem im Saunabereich. Und wer den Alltagsstress sportlich auch die ideale Kulisse für geschäftliche an jedem letzten Donnerstag des Monats, Gespräche und Termine. Und wer nachjeweils ab 18 Uhr, Urban Snacks, Sommer- abbauen möchte, kommt im neuen Fitnessmittags ein schattiges Plätzchen für eine drinks und die Klänge des Houserockers DJ bereich auf jeden Fall auf seine Kosten. Auszeit bei Kaffee, Kuchen oder kleinen Sebastian LPC. „Freunde treffen, entspanSnacks sucht, ist im Hofgarten ebenfalls nen und den Abend in lockerer Atmosphä- Weitere Informationen & Reservierungen unter: gut aufgehoben. re über den Dächern Bremens genießen“, Atlantic Grand Hotel sagt die Geschäftsführerin Ursula Carl. Bredenstraße 2, Bremen Daniel Otto bleibt seinem Heim- und Fernweh-Konzept treu: Neben hiesigen Ob klein und privat im Wintergarten, urig Tel. 04 21 – 62 06 20 grandhotel@atlantic-hotels.de Klassikern bietet er exotische und mediim Weinkeller, romantisch mit Domblick www.atlantic-hotels.de/grandhotel terrane Fisch-, Fleisch- und vegetarische oder als große Party-Gesellschaft in den er dem Alltagstrott für ein Weilchen entfliehen will, ist im Atlantic Grand Hotel gut aufgehoben. Das Haus bietet besondere Auszeiten für zwischendurch – nur einen Steinwurf vom Bremer Marktplatz entfernt.

Spezialitäten. In dieser Saison serviert das alto auch Gerichte im US-Style, vom Tomahawksteak mit Café-de-Paris-Butter und Babyspinat bis hin zum Cheesecake. Die regelmäßig wechselnden nationalen und internationalen Weine im Restaurant alto runden das kulinarische Angebot ab.


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KULTURKALENDER

Knausgard II: Lieben März 25.

Maria Stuart März 24.

(15.30 h / WA)

King Charles III März 29.; April 7., 27.

Knausgard III: Spielen März 25. (19 h)

Ein Sommernachtstraum März 31.

Knausgard IV: Leben März 29. (P); April 6. Viel Lärm um nichts April 6.

.................................... bremer kriminal theater Theodorstr. 13 A (Union Brauerei) www.bremer-kriminal-theater.de

Fremdes Haus März 30. (18.30 h / z.l.M.)

Bob Shakespeare April 13. (P),

Black Rainbow März 31. (z.l.M.)

14., 20., 28.; Mai 4.

Ödipus / Antigone April 7., 25.

Hamlet April 26.; Mai 5.

Gastspiel Make yourself April 8. (18.30 h)

Lesung Rolf Becker Mai 6. (20.30 h)

Gastspiel Monkey Mind April 12.

• Schaulust/Güterbahnhof

Gastspiel Fünf mal zwei – fünf Duette

Mai 13. (jew. 11 h)

Bestie Mensch April 17. (20 h)

April 14.

Die Wanze März 18. (16 h), 21., 28. (jew.

Blaumeier-Atelier: Ein Fuß im Saxophon

Gastspiel Quien es quien? April 15. (18 h)

11 h)

Nr. 1 April 27.+28.+29. (jew. 19.30 h)

Inflagranti’s Tatort April 15. (18 h)

Zuperpozi’tsion April 20. Zwei Giraffen tanzen Tango – Bremer Schritte April 22. (18.30 h) Die Unverheiratete April 27. (Voraufführung), 28. (P) Club Paradies Mai 9. (P) • Brauhaus Waisen März 15. (10.30 h / z.l.M.) Of coming Tales April 14. (19 h / P), 17.+20.+21.+26.+27. (jew. 19 h), 18.+24.+25. (jew. 10.30 h), 29. (z.l.M.)

.................................... bremer shakespeare company

Tel. 04 21 – 44 12 78

jazzahead! REM Polnische Elektronik.

www.theater-phoenix-bremen.de

April 1., 2., 7. (jew. 20 h), 8. (19 h)

im bremer kriminal-theater, Bremen-

jazzahead! Komuna Warzawa „Cezary

Walle, Theodorstr. 13 A

goes to War“. April 18., 20. (jew. 20 h)

Sonny Boys Komödie von N. Simon. Mai Verbrecher Versammlung mit Bettina Wil- 2., 3., 4. (jew. 20 h), 5. (18 h), 6. (16 h) pert, Lesung. April 19. (19.30 h) jazzahead! Clubnight mit Roginski, Loskot, Kubin und Zemler. April 21. (ab 21.30 h)

Romeo und Julia März 15.

Tomas Bünger „Fremd.sein“.

Doktor Faustus März 16.

Mai 4., 5. (jew. 20 h)

Du kannst Gott zu mir sagen März 17.;

.................................... Schnürschuh Theater

pflicht Berufsverbot März 18. (18 h); April Kartentelefon: 04 21 – 55 54 10 24. (19 h / im Focke-Museum) www.schnuerschuh-theater.de

Heilig Abend März 23.; April 22.

Eintragungen in den foyer-Kulturkalender nur 5 Euro pro Zeile zzgl. MWSt Kontakt Roland Verlag Telefon 04 21 - 1 26 63, Fax 04 21 - 1 33 17 info@rolandverlag.de

(jew. 20 h, So 16 h)

www.schwankhalle.de

(jew. 20 h)

(z.l.M.)

Mordsfrühstück März 18.; April 3., 15.;

.................................... Theater PHÖNIX Bremen

Ntando Cele „Face Off“. April 25., 26., 27.

Sind wir Esel oder Pedanten? März 21.

(jew. 20 h, So 16 h)

Tel. 04 21 – 520 80 70

Buntentorsteinweg 112,

(Beginn, w.n.a.a.: 19.30 h)

Szenische Lesung Staatsschutz Treue-

31.; April 6., 7., 8., 13., 14.

Die Falle Mai 11., 12., 13.

.................................... sch wa nk hal le

Tel. 04 21 – 50 03 33

April 1., 21.

Ladykillers März 15., 16., 17., 23., 24., 29.,

Der kleine Prinz März 18. (18 h); April 8. (18 h), 20. (19.30 h) Zusammen ist man weniger allein April 6., 18. (jew. 19.30 h); Mai 5. (19.30 h) Tschick Mai 6. (18 h)

.................................... Mensch, Puppe! Tel. 04 21 – 79 47 82 92 www.menschpuppe.de (Beginn w.n.a.a. 15 h) Pummel Plüschmoors April 14. (P), 15., 21., 29 • botanika bremen Die Werkstatt der Schmetterlinge Mai 5., 6. Weitere Termine: www.menschpuppe.de


KULTURKALENDER

.................................... Glocke

Blechschaden April 5. The Tribute Show – Abba today April 6. GLOCKE Spezial MIKIsTakeover! April 7. Tel. 04 21 – 33 66 99 | www.glocke.de Benefizkonzert Musikkorps der Bundes(Beginn, w.n.a.a.: 20 h) wehr April 12. Die Deutsche Kammerphilharmonie BreA. R. and Machines April 13. men März 15., 16., 17.; April 25., 26. GLOCKE Ohrwurm April 15. (10.45 h / GLOCKE backstage Besucherführung Kleiner Saal) März. 17.; April 7.; Mai 12. (jew. 14 h / Fo9. Philharmonisches Konzert Bremer Philyer) harmoniker April 15. (11 h), 16. musica viva März 18. (15.30+19.30 h); Bremer RathsChor April 15. (19 h) April 28. (19.30 h), 29. (15.30+19.30 h) 7. Philharmonisches Kammerkonzert DoPeter Kraus März 19. ver Quartet April 17. (Kleiner Saal) Feuerwehrmann Sam März 20. (16 h) 5nachsechs Bremer Philharmoniker April 4. Philharmonisches Kammerkonzert 18. (18.05 h) Artemis Quartett März 20. (Kleiner Saal) Mnozil Brass April 19. Dr. Eckart von Hirschhausen März 21. Yul Anderson April 19. (Kleiner Saal) „jazzahead!“ meets GLOCKE JAZZnights The Ukulele Orchestra of Great Britain Anna Maria Jopek, Leszek Mozdzer, MaMärz 22. ciej Obara Quartet April 20. Fernsichten Multimedia-Vortrag. März GLOCKE Spielraum „Mit Riqq und Oud 24. (16 h / Kleiner Saal) zur Morgenröte“ April 21. (14 h / Foyer) The Bar at Buena Vista März 25. (19 h) Theodosia Ntokou März 31. (Kleiner Saal) Mary Roos & Wolfgang Trepper April 22. Landesjugendorchester Bremen März 31. (19.30 h) Kammerorchester der Neuen Philharmo- Semino Rossi Mai 2. (19.30 h) nie Hamburg April 1. (19 h / Kleiner Saal) Lettres Dansantes E.T.A. Hoffmann als Schriftsteller, Kritiker und Komponist. Olli Schulz April 4. (20.30 h) Mai 4. (19.30 h / Kleiner Saal)

Meisterkonzert NDR Elbphilharmonie Orchester Mai 5. 10. Philharmonisches Konzert Bremer Philharmoniker Mai 7., 8. Bremen Chamber Orchestra Mai 11. (19.30 h / Kleiner Saal) Gerburg Jahnke Mai 11. Randy Crawford Mai 14.

.................................... Glocke Landesjugendorchester Bremen Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 9 unter der Leitung von Prof. Stefan Geiger. März 31. (20 h). www.ljo-bremen.de

.................................... Metropol Theater Bremen (ehemals Musical Theater) Tel: 04 21 – 98 88 500 | www.metropoltheater-bremen.de Shen Yun Rückkehr einer göttlichen Kultur. April 13. (19.30 h), 14. (14.30+19.30 h) Never too late Rock! Soul! Blues! Mit After-Show-Party. April 21. (20 h) Falco – Das Musical Mai 4. (20 h)

UNSERE OSTER-ÜBERRASCHUNG: Bald schlüpft unsere neue Website.

www.foyer-kulturjournal.de www.rolandverlag.de

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KULTURKALENDER

hanseSWINGproject

.................................... DKV-Residenz in der Contrescarpe Tel. 04 21 - 3 22 90 Weltklassik am Klavier (jew. 17 h) „Claude Debussy“ mit Sam Armstrong. März 25. „Bach fast pur“ mit Artem Yasynskyy. April 29.

Uwaga! Dance April 13. Iris Trio Hommage und Inspiration. April 14. jazzahead! Festival: Tomasz Stańko April 17. Klavierabend: Joseph Tong spielt Schumann. April 20. jazzahead! clubnight: ORLANDOviols April 21. (21 + 23 h)

.................................... Altes Pumpwerk

Amaryllis Quartett 3x3 Trauer –

Salzburger Straße 12

Komponistinnenporträt: Charlotte Bray

www.altespumpwerk.de hanseSWINGproject März. 16. (20 h) Natürlich Blech! Alte Musik. April 4. (20 h) Martin Classen 5 Jazz. April 21. (17 h) Furioso Schlagzeugensemble. Mai 15. (20 h)

.................................... Sendesaal Bremen Bürgermeister-Spitta-Allee 45 Tickets: Tel. 04 21 – 33 00 57 67 info@sendesaal-bremen.de www.sendesaal-bremen.de und bei Nordwest-Ticket (Beginn, w.n.n.a.: 20 h) Becca Stevens „Regina“. März 15. konzert im dunkeln: Becca Stevens – solo März 16. Junges Kammerorchester der Musikschule Bremen & Achromatic Percussion März 17. Chopin-Klavierabend mit Lutz Görner & Nadia Singer April 7. (19.30 h) Christian Wallumrød Ensemble April 8. (18 h) Bugge Wesseltoft solo April 12.

Musik & Briefe. April 24. Shai Maestro Solokonzert. April 26. Mai 2. residenz@sendesaal: Music Campus RheinMain Mai 4. konzert im dunkeln: Thilo Seevers Ensemble Mai 5.

.................................... Sendesaal Bremen Frédéric Chopin: Sein Leben – Seine Musik

.................................... Kulturkirche St. Stephani www.kulturkirche-bremen.de Kartenbestellungen Tel. 04 21 – 30 22 42 20. Bremer Klezmernacht Die Bremer Formation Klezgoyim lädt ein. Diesmal zu Gast: Shmaltz/Berlin. April 6. (20 h) jazzahead!-clubnight April 21. Mit: „Sofienberg Spirits“ – Christoph Stiefel, Piano solo (19.30+23.30 h); „Nachtpoesie 2018“ – Duo Borboletas & Guest (21.30 h) Dúo Zaruk Neue Klänge aus einer alten Welt. Sephardische Musik für Violoncello und Gitarre. Iris Azquinezer, Violoncello; Rainer Seiferth, Gitarre. Mai 4. (20 h) Orgelkonzert Internationaler Choraustausch mit Olomouc/Tschechien. Werke J. S. Bach, P. Eben, L. Janáček, L. Vierne und Improvisation. An der Beckerath-Orgel: Karel Martínek. Mai 7. (20 h) Chorkonzert Internationaler Choraustausch mit dem Collegium vocale aus Olo-

Lutz Görner erzählt Chopins Leben und

mouc/Tschechien und der Bremer KantoNadia Singer spielt die Musik des polnisch- rei St. Stephani. Mai 8. (20 h) französischen Meisters. April 4. (19.30 h). Chorkonzert: „Unterwegs“ Gioacchino Sendesaal Bremen, Bürgermeister-Spit-

Rossini: Petite Messe solennelle. Chor des

ta-Allee 45. Karten: www.lutzgoerner.de,

Theater Bremen und Bremer Kantorei St.

Sendesaal, Nordwestticket und Abendkas-

Stephani. Musikalische Leitung/Chor: Alise. Preis: V VK: 28 €, Abendkasse 32 €. Mehr ce Meregaglia. Mai 10. (20 h) Infos unter www.lutzgoerner.de Komm, lieber Mai… Offenes Singen mit Orgel und Bläsern. Bläser des Evange-

.................................... St. Petri Dom www.stpetridom.de 150 Jahre Brahms-Requiem im Bremer Dom J. Brahms: Ein deutsches Requiem; Ali Gorji: Spiegelungen (Uraufführung).

lischen Posaunenwerkes Bremen, Leitung: Landesposaunenwart Rüdiger Hille; Tim Günther, Orgel. Mai 17. (20 h)

.................................... Ensemble Weser-Renaissance

Solisten, Bremer Domchor, Kammer Sinfo- Konzertreihe „Königliches Kopenhagen“ nie Bremen; sechs Bläser; Streichquintett; IV: „Symphoniae Sacrae“ Heinrich Schütz

Eintragungen in den foyer-Kulturkalender nur 5 Euro pro Zeile zzgl. MWSt

Schlagzeug. Leitung: Tobias Gravenhorst.

in Kopenhagen. April 19. (20 h), Unser Lie-

März 30. (19 h). Eintritt: Vorverkauf

ben Frauen Kirche

Kontakt Roland Verlag Telefon 04 21 - 1 26 63, Fax 04 21 - 1 33 17 info@rolandverlag.de

Abendkasse Kat. I 40,-/30,- €;

Kat. I 35,-/27,- €; Kat. II 25,-/18,- €; Kat. III 11,-/8,- €. Kat. II 30,-/20,- €; Kat. III 15,-/10,- €


KULTURKALENDER

foyer 61

TIPP .................................... .................................... Bremer Ratskeller Untere Rathaushalle/Bremer Am Markt | Tel: 04 21 – 32 16 76 Marktplatz www.ratskeller-bremen.de

finden! Bremer Markt für
feines Hand-

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werk und Design 50 ausgezeichnete Ge-

Krimidinner „Der Teufel der Rennbahn“

stalterInnen aus Deutschland zeigen ihre

18. März 2018 • 18:00 Uhr

Arbeiten. Mai 5., 6. (jew. 11-18 h)

ABBA Dinner 5. April 2018 • 19:00 Uhr Krimidinner „Hochzeit in Schwarz“ 8. April 2018 • 18:00 Uhr Nachts in Bremen 1 „Das Dinner Musical“ 21. April 2018 • 19:00 Uhr Dinner in Concert „Eine Hommage an Udo Jürgens“ 22. April 2018 • 18:00 Uhr Krimidinner „Die Jagd vom schwarzen Moor“ 13. Mai 2018 • 18:00 Uhr Nachts in Bremen 2 „Das Dinner Musical“ 18. Mai 2018 • 19:00 Uhr Nachts in Bremen 1 „Das Dinner Musical“ Samstag, 19. Mai 2018 • 19:00 Uhr

.................................... swb-Kundencenter Sögestraße/Am Wall (im Fachberatungsbereich Telekommunikation im Erdgeschoss) Tel. 04 21 – 83 11 41 (LeseArt) Tel. 04 21 – 34 31 70 (bremer hörkino) hörkino (20 h): April 4.: Drei Länder — Meine dreifach gespaltene Persönlichkeit Von Inga Li-

.................................... Kunsthalle Bremen Am Wall 207 | Tel. 04 21 – 329 08-0 | www.kunsthalle-bremen.de Di 10-21 h, Mi-So 10-18 h Geschenk Papier Bis 1. April Kühles Licht und weite See Bis 1. Juli Tulpen, Tabak, Heringsfang Ab 7. April

DVD-Tipp Für Geist und Herz

50 Jahre Avantgarde Ab 5. Mai

Wenn sich zwei der begabtesten Künstler des Opernbusiness‘ zu einer Produktion März 27. (10 h) treffen, kann man Großes erwarten. DieAusstellungs-Gespräch Von der Spelunke se Konstellation ergab sich vor knapp zwei zur Schaffermahlzeit. April 22. (11.30 h) Jahren in Amsterdam zum 50. GeburtsKunst mit Kind (0-3 Jahre). Tulpen, Tabak, tag der Nationaloper, wo Stefan Herheim Heringsfang. April 24. (11 h) Tschaikowskys „Pique Dame“ inszenierte und Mariss Jansons das mit wunderschöÖffentliche Führung Niederländische nen Tönen und großer Dramatik spielende Seestücke. Mai 6. (15 h) Concertgebouw Orchestra leitete. Der 75-jährige lettische Dirigent zählt eher zu . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . den „leisen Vertretern“ seiner Zunft, aber Gerhard-Marcks-Haus auch zu den besten, was auf dem Live-Mitschnitt zu hören ist. Am Wall 208 | Tel. 04 21 – 32 72 00 Kunst und Baby Führung für Eltern.

www.marcks.de | Di-So 10-18 h, Do 10-

Stefan Herheim verstand es ein weiteres Mal, ein aufregendes, durchaus gewagtes freier Eintritt Regiekonzept mit einer opulenten AusMai 2.: Benno Ohnesorg — Chronik einer Ausstellungen bis zum 10. Juni stattung zu kombinieren, sodass Geist und Hinrichtung Margot Overath über die Tat, Volker März – Horizontalist (der Affe fällt Herz in dieser spannenden, aber bisweilen den Tag und die Folgen bis heute. nicht weit vom Stamm) auch rätselhaften Inszenierung beglückt LeseArt (19 h) werden. In diesem Fall baute Herheim Pavillon: Boris Doempke – Tales of space April 19.: „Ich war erst 33 Jahre auf dieKosmos Marcks: Ornament und Befreiung Tschaikowskys Biografie in die Handlung sem Planeten und tastete mich durch ein und stellte den Komponisten mit all diese Gespensterwelt.“ Margrit Platt zum seinen Selbstzweifeln und Depressionen, . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . mit seiner Todessehnsucht und LeidenWerk von Rolf Dieter Brinkmann. Wilhelm Wagenfeld Haus schaft in den Mittelpunkt – wie immer bei diesem Regisseur mit einer überragenden Am Wall 209 I Tel. 04 21 – 33 999 33 .................................... Personenführung, sodass die Sänger vokal www.wilhelm-wagenfeld-stiftung.de Messe Halle 7 und szenisch glänzen konnten. – Tschai„Welt aus Glas. Transparentes Design“ 13. WeinMesse Rheinland-Pfalz 13. bis 15. kowsky: Pique Dame; C Major 744004, Bis 22. April 1 Blu-ray, ca. 28 Euro April. Fr 15-21 h, Sa 13-20 h, So 11-18 h | Markus Wilks www.weinmesse-rlp.de zengevic

21 h | Jeden ersten Donnerstag im Monat


foyer 62

KULTURKALENDER

Wallerie: Bruno Unkhoff „Um der Freude willen“

.................................... Museen Böttcherstraße

.................................... Galerie im Park

Böttcherstraße 6-10, 28195 Bremen

Cia Rinne. Notes for Listeners

Züricher Straße 40 | Tel. 04 21 – 408 17 57

Tel. 04 21 – 33 88 2-22

13. April bis 29. Juli

Mi-So von 11-18 Uhr

www.museen-boettcherstrasse.de

herman de vries. Taken from Nature

www.kulturambulanz.de

Josef Scharl. Zwischen den Zeiten

Künstlerbücher, Editionen und Arbeiten

Outsider, Insider, Grenzgänger Bilder,

Bis 3. Juni

auf Papier. 4. Mai bis 21. Okt.

Skulpturen und Objekte aus der Samm-

Cindy Sherman. Werke aus der Olbricht

lung Kraft. 15. April bis 14. Oktober

.................................... Übersee-Museum Bremen Bahnhofsplatz 13 | Tel. 04 21 – 16 03 80

Collection 19. Mai bis 24. Feb. 2019 Künstlerräume Bis 3. Juni

.................................... galerie zweig

Bis 1. Mai

.................................... GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst

Leben am Polarkreis Bis 22. April

Teerhof 21 | 28199 Bremen

Materialien. Renate Schütz, Ulrike Brink-

Tel. 04 21 – 50 08 97

hoff, Irene Borgardt. Eröffnung 20. April

www.gak-bremen.de

(19.30 h); Ausstellung bis 18. Mai.

Di-So 11-18 h, Do 11-20 h

Finissage 18. Mai (19.30 h)

www.uebersee-museum.de Cool Japan – Trend und Tradition

.................................... Focke-Museum

www.galerie-zweig.de Borgfelder Landstraße 26 Ausstellung „FilzBildGlas“ Dialog der

Bremer Landesmuseum für Kunst und

25. Videokunst-Förderpreis The Random

Kulturgeschichte

Collective, Stefanie Schroeder, Julia Weis-

Tel. 04 21 – 6 99 60 0-0

senberg. Kooperation mit dem Filmbüro

.................................... Wallerie

www.focke-museum.de

Bremen. 17. März bis 13. Mai

Die Galerie im Walle-Center

Protest & Neuanfang. Bremen nach ’68

www.wallerie.de

Bildergeschichten der Reformation

.................................... Künstlerhaus Bremen

Die Kunst der Bremer Snitker. Bis 2. April

Am Deich 68/69 | 28199 Bremen

einbarung

Haus Riensberg neu in Szene gesetzt

Mi-So 14-19 h

Delia Nordhaus „Kleines groß“ – Malerei,

Wiedereröffnung ab 25. März

Tim Reinecke „Beyond Thrill“.

Skulpturen. Bis 7. April

Bis 15. April

Bruno Unkhoff „Um der Freude willen“ –

Kleiner Hausbesuch #15 Ateliers:

Sammlung Unkhoff. Plastiken aus Bron-

Franziska Keller und Johanna Ahlert.

ze, Marmorzement u.v.m. Ab 12. April (Er-

13. April (18 h)

öffnung 19 h) bis 26. Mai

Bis 1. Juli

.................................... Weserburg | Museum für moderne Kunst Teerhof 20 | 04 21 – 59 83 9-0 www.weserburg.de Where Does Your Heart Belong? Werke aus der Signum Foundation 16. März bis 2. Sept.

Sebastian Dannenberg „It‘s all about the river. Vol 1“. 28. April bis 3. Juni

.................................... Arbeitnehmerkammer Bremen – Galerie im Foyer

Tel. 04 21 – 70 89 54 20 Mo.+Do. 12-15 h, Sa. 12-18 h + nach Ver-

.................................... Hafenmuseum Speicher XI Am Speicher XI 1 | 28217 Bremen www.hafenmuseum-speicherelf.de Substanz(en) Jahresausstellung des BBK.

Eintragungen in den foyer-Kulturkalender nur 5 Euro pro Zeile zzgl. MWSt

Bürgerstraße 1 | Mo-Do 8-18.30 h, Fr 8-13 h 22. April bis 17. Juni

Kontakt Roland Verlag Telefon 04 21 - 1 26 63, Fax 04 21 - 1 33 17 info@rolandverlag.de

Bis 31. Mai

www.arbeitnehmerkammer.de Sabine Lewandowski „trainride“ Poetische Fotografien über das Pendeln.


KULTURKALENDER

63 foyer

.................................... .................................... Kap-Hoorn ART Kulturbüro Bremen Nord Kap-Horn-Str. 9, Bremen-Überseestadt

Tel. 0421 – 65 48 48

Jens Neutag Mai 5.

www.kaphoorn-art.de

www.kulturbuero-bremen-nord.de

Liedermachertour Mai 9.

Kap-Hoorn ART „Die Zehnte“ Kunst in

(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)

• KUBA

der Halle 2018. Mit ca. 70 internationalen

• Kito

Patrick Salmen März 16.

bildenden Künstlern.

Julia Biel Trio März 19.

Mai 5. (13-18 h), 6. (11-18 h)

• GHB

Reis against the Spülmaschine April 6.

Simon & Garfunkel Show März 24.

Carmela De Feo März 23.

Bangbags April 1.

Marius Jung April 13.

Musical Meets Rock & Pop April 7.

Latin Quarter April 14.

Felix Lobrecht Mai 2.

Tel. 04 21 – 66 36 65

David Friedrich April 19.

Sissi Perlinger Mai 3.

Tägl. 11-18 h außer Mo

JazzAhead Clubnight April 21.

.................................... Overbeck-Museum

Himmel | Erde | Himmel – Birte Hölscher Blue Rose Code April 25. Bernd Begemann & Kai Daorenkamp Bis 22. April Holsteinische Impressionen – Matthias

April 30.

Jarren 6. Mai bis 8. Juli

Fee Badenius Mai 4.

.................................... Kränholm Auf dem Hohen Ufer 35/35a, 28759 Bremen Tel. 04 21 – 69 21 28 10 www.kraenholm.de Konzertsoirée: „Mit Mut und Kreativität“ Gustav Rivinius, Violoncello; Almut Preuß-Niemeyer, Klavier. März 17. (19 h), Kränholm Scheune „1000 geniale Einfälle“ Jazzduo Schaerer & Kalima. Andreas Schaerer, Gesang; Kalle Kalima, Gitarre. April 13. (19 h), Kränholm Scheune Ausstellungskonzert: „Klirrende Klangfarben“ Claudia Janet Birkholz, Klavier

WAHLVERWANDTSCHAFTEN

& Toypiano; Heiko Herrmann, Malerei & Texte. April 21. (19 h), Kränholm Kunstcafé Ausstellungsgespräch: „Heiko Herrmann und das Kollektiv Herzogstraße“ Mai 3. (18 h), Kränholm Kunstcafé/Galerie

Uraufführung Musiktheater von Thomas Kürstner und Sebastian Vogel Musikalische Leitung: Clemens Heil Regie: Stephan Kimmig


foyer 64

KULTURKALENDER

Hartmut Neumann, Woanders und Dazwischen (Hamburg2110), 2011, Öl auf Leinwand 130 x 140 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 Foto: ©Alistair Overbruck, Köln

Peter-Jörg Splettstößer, Fragment 15, 2012/16 Dyptichon, 180 x 210 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: © J. Fliegner, Bremen

Sieger in der Kategorie Atelier Natur: Miss Marble von Konrad Funk, Deutschland. © GDT ENJ 2017, Konrad Funk

.................................... ZEVEN Galerie Altes Rathaus LILIENTHAL .................................... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bergstraße 1 | 27726 Worpswede Tage des Kunsthandwerks 2018 Städtische Galerie im Kunstschau Themenausstellung: Ur SPRUNG VISION Königin-Christinen-Haus Trupe 6 www.kunststiftung-lilienthal.de Di-Sa 14-18 h, So 10-18 h oder nach Vereinbarung Carl Vinnen – Karl Krummacher Gemälde zweier Freunde. 18. März bis 7. Okt.

25. März bis 22. April. Eröffnung 24. März (19 h); Freiluftausstellung 21.+22. April (jew. 11-18 h)

Lindenstraße 11, 27404 Zeven Tel. 0 42 81 – 99 98 00 | www.zeven.de

Do und So 14.30-17.30 h „Horizonte“ Ilse Meinel, Malerei. 29. April „Farbe bekennen…“ Malerei von Karin bis 27. Mai. Eröffnung 28. April (18 h) Borchers. Bis 27. Mai

.................................... ACHIM . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Neuer Worpsweder Kunstverein NWWK .................................... Otto-Modersohn-Museum Galerie im Village, Bergstr. 22 Kunstverein Achim e.V. In der Bredenau 95 | Tel. 0 42 93 – 328

FISCHERHUDE/OTTERSBERG

tägl. 10-18 h www.modersohn-museum.de

Tägl. 10-18 h

www.kunstverein-achim.de „White lies“ Prof.in Elke Wolf und Studen- im Haus Hünenburg, Schwedenschanze tinnen. 18. März bis 29. April. 39, 28832 Achim. Geöffnet So 14-17 h Vernissage: 18. März (15 h)

WORPSWEDE .................................... Die Worpsweder Museen

„It’s just a new way of thinking“ Lichtkunst & Zeichnungen. Mari Lena Rapprich / Wolfgang Ferdinand Günther.

Hartmut Neumann. Woanders und Dazwischen Barkenhoff. Ab 18. März Peter-Jörg Splettstößer. Fenster, Flecken und das Jüngste Große Kunstschau. Ab 18. März Rückblicke – Eine Hommage

Druckgrafik und Objekte Haus im Schluh. Ab 18. März

VERDEN

Hembergstraße 22, 27726 Worpswede

Himmlisches Gefühl Sonngard Schnei-

Kontakt Roland Verlag Telefon 04 21 - 1 26 63, Fax 04 21 - 1 33 17 info@rolandverlag.de

www.dpm-verden.de | Di-So 10-17 h

GDT Europäischer Naturfotograf des der, Malerei Teil I. Bis 30. Juni tägl. bis 18 h Jahres 2017 bis 13. Mai „Gute Fotos, harte Arbeit“ Bildvortrag

HAMBERGEN .................................... Uwe-Brauns-Halle

Karsten Mosebach. März 15. „Borneo – Überreste eines Paradieses“ Bildvortrag Florian Smit. April 26.

Landesjugendorchester Bremen Gustav

.................................... Dom zu Verden

Mahler: Sinfonie Nr. 9 unter der

Landesjugendorchester Bremen Gustav

Leitung von Prof. Stefan Geiger. März 30.

Mahler: Sinfonie Nr. 9 unter der Leitung

(19 h). www.ljo-bremen.de

von Prof. Stefan Geiger. April 1. (17 h).

Bahnhofstraße 5

Eintragungen in den foyer-Kulturkalender nur 5 Euro pro Zeile zzgl. MWSt

Kontexte“. 8. April bis 17. Juni

.................................... .................................... Katholische Kapelle Deutsches Pferdemuseum Maria Frieden Holzmarkt 9 | Tel: 0 42 31 – 80 71 40

Worpsweder Kunsthalle. Ab 18. März Heini Linkshänder (1938−2012) –

Andrea Imwiehe „Strukturen und

6. Mai bis 17. Juni. Vernissage: 6. Mai (15 h)

Tel. 0 47 92 – 39 68 www.worpswede-museen.de

Franziska Hofmann und

www.ljo-bremen.de


KULTURKALENDER

Swaantje Güntzel, 2010, paradise dissected III

GALERIE ab-heute.net Sudwalde – Ausstellung Bärbel Bahlke-Meisel: brennendes Bett

SYKE

DELMENHORST

foyer 65

OLDENBURG

.................................... .................................... .................................... Syker Vorwerk – Zentrum Städtische Galerie Oldenburgisches Staatstheater Tel. 04 41 – 22 25 111 für zeitgenössische Kunst Delmenhorst www.syker-vorwerk.de

Fischstr. 30 | 27749 Delmenhorst

(Beginn, w.n.a.a.: 19.30 h)

Mi 15-19 h, Sa 14-18 h,

Tel. 0 42 21 – 141 32

• Großes Haus

So/Feiertage 11-18 h

www.staedtische-galerie-delmenhorst.de

Nathan der Weise März 16., 18., 30. (18 h);

„residence II – Junge Kunst aus

Di-So 11-17 h, Do 11-20 h

April 10., 15., 16. (11 h); Mai 2., 7., 9., 12., 15.

Niedersachsen“ Bis 2. April

The Juggler T. Brinkmann jongliert

Maria (DE) März 17. (P), 23.; April 11.,

Swaantje Güntzel „Solastalgia“.

Griffelkunst-Photografie & Se King

22. (18 h), 27.; Mai 6. (18 h)

22. April bis 8. Juli

performt in der Remise. Bis 2. April

Die Entführung aus dem Serail

Isa Melsheimer. Psychotropische Land-

März 24.; April 8. (18 h)

schaften 14. April bis 10. Juni

Siroe März 25. (18 h), 27., 31.;

SUDWALDE

April 5. (z.l.M.)

.................................... .................................... Nordwolle Delmenhorst Galerie ab-heute.net

Rigoletto März 28.; April 1. (18 h), 20., 28. Jesus Christ Superstar April 2. (18 h)

Tepestraße 20 a | 27257 Sudwalde

Nordwestdeutsches Museum

Die sieben letzten Worte (UA) April 7. (P),

brennendes Bett – burning Bett

für IndustrieKultur

18., 21., 29. (18 h); Mai 10. (18 h)

Bärbel Bahlke-Meisel. Bis 21. Mai

www.delmenhorst.de/museum

Contents Bärbel Bahlke-Meisel.

Di-Fr + So 10-17 h

26. Mai bis 27. August

Sehnsucht Europa: Zusammenfinden

LOHNE .................................... Kunstverein Die Wassermühle Lohne e.V. Mühlenstraße | 49393 Lohne www.kunstverein-wassermuehle.de Mi 16-18 h, Sa 16-18 h, So 11-13 + 15-18 h Blickfang Uta Jeran (Berlin). Malerei, Aquarell, Grafik. 16. März bis 15. April. Ausstellungseröffnung: 16. März (20 h), Einführung: Dieter Begemann

Heinrich Vogeler Biskuitbüste Atlas Ansichtstasse BDM-Kletterweste 18. März bis 20. Mai Vier Jahreszeiten Insellandschaft Globusnähtisch Zwisc GANDERKESEE Pacha Weitsch Diamantriss .................................... Bremer Baukasten Columbine Kulturhaus Müller Trompe l´œil Fliesentableau Irla Ring 24 | 27777 Ganderkesee Tel. 0 42 22 – 444 44 (regioVHS Ganderkesee-Hude) www.kulturhaus-mueller.de | Geöffnet: So 11-17 h und bei Veranstaltungen der regioVHS Ganderkesee-Hude Blick zurück in die Zukunft Zeitgenössische Fotografie mit historischen und experimentellen Fototechniken von

VECHTA

Christine Henke. Bis 8. April

.................................... Kunstverein Kaponier e.V.

Sebastian Butte 6. April (19.30 h)

Große Straße 47 a | 49377 Vechta www.kaponier-vechta.de

Poetry Slam mit Simeon Buß und Janina Rahn – Dokumentationsfotografie 13. April bis 17. Juni

Phänomenglas

Hirschberger Tal

Rubinglasfaden Tiffany Cristallo

Fayenceofen

Schaperglas

Deckelpokal

Wiedereröffnung Haus Riensberg

TAG DER OFFENEN TÜR Sonntag, 25. März 2018 10 -18 Uhr

EINTRITT FREI

was bleibt II Roland Eckelt. Tafelbilder und Objekte. 13. April bis 6. Mai www.focke-museum.de


foyer 66

KULTURKALENDER

Landesmuseum Natur und Mensch: Schamanen

Lesung Ferdinand von Schirach April 14.

Der Bär, der nicht da war

6. Sinfonie-Konzert April 15. (11.15 h), 16.

April 4.+5. (jew. 11 h), 7. (16 h)

Schläpfer/Jully/Blaska

Melodien für Moneten April 4.

April 24.; Mai 4. (z.l.M.)

Losing my Religion April 14.

La Cenerentola Mai 5. (P), 8.

(18 h / P), 15.+22. (jew. 18 h)

7. Sinfonie-Konzert Mai 13. (11.15 h), 14.

Unser Erbe April 14. (P), 15., 22.

Liederabend Bella Italia! Mai 13. (18.30 h) Mein ziemlich seltsamer Freund Walter • Kleines Haus

April 28. (16 h / P); Mai 3.+4.+8.+14.

(Beginn, w.n.a.a.: 20 h)

(jew. 11 h), 6.+13. (jew. 16 h)

Utøya März 15. Adams Appeln (NDE) März 17., 25. (18.30 h), 31. (z.l.M.) Geächtet März 18. (18.30 h), 29.; April 6., 8. (15 h), 22. (18.30 h); Mai 3., 4. Supergute Tage März 23.

www.musikfreunde-oldenburg.de Reihe „Große Pianisten im Kleinen Haus“: Garrick Ohlsson spielt Werke von Beetho-

Otello draff nich platzen (NDE) April 1.

ven, Skrjabin und Schubert. Oldenbur-

(18.30 h / P), 15.+29. (jew. 18.30 h),

gisches Staatstheater – Kleines Haus.

21., 26.; Mai 9., 11., 13. (15 h), 15.

April 15. (11.15 h).

Die Netzwelt April 7. (z.l.M.)

Karten: Theaterkasse Tel. 04 41 – 22 25-111

Zur schönen Aussicht April 14. (P),

Reihe „TonArten“ Jazzkonzert „Monk and

20., 27., 28.

more!“ mit Romy Camerun und Band

Garrick Ohlsson April 15. (11.15 h)

Kulturzentrum „PFL“, Peterstraße 3, Ol-

Die Gerechten April 17. (z.l.M.)

denburg. April 27. (19.30 h). Karten: NWZ

1. Kammerkonzert April 22. (11.15 h)

Events (Nordwest-Ticket) und Abendkasse

Gastspiel Sweet Sugar Swing Mai 5. Zusammen | Wachsen Mai 6. (P) Melodien für Moneten Mai 14. • Exerzierhalle (Beginn, w.n.a.a.: 20 h) Dokusoap. Episode 451 März 16. Die Tanten März 17. klangpol-Konzertreihe Noies! März 20. Eurydike. Orpheus. März 22., 24. (z.l.M.) Zombi_2 März 23., 25. (18 h)

Tel. 04 41 – 92 44-300 Di-Fr 9-17 h, Sa+So 10-18 h www.naturundmensch.de Schamanen Jäger und Heiler Sibiriens. Ab 17. März

.................................... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Horst-Janssen-Museum Tel. 04 41 – 2 35 28 91 | Di-So 10-18 h Verein der Musikfreunde www.horst-janssen-museum.de Oldenburg e. V.

3. Kinderkonzert März 25. (11.30 h)

6. Kammerkonzert April 29. (11.15 h)

.................................... Landesmuseum Natur und Mensch

Die Neunte Kunst: Aktuelle deutsche Graphic Novels Bis 6. Mai

.................................... Stadtmuseum Oldenburg Tel. 04 41 – 2 35 28 86 | Di-So 10-18 h www.stadtmuseum-oldenburg.de Die Neunte Kunst: Die Geschichte des Comics Bis 2. April Duckomenta 18. März bis 30. September Eckhard Dörr Werkschau 1976 – 2016. 14. April bis 13. Mai

.................................... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Edith-Russ-Haus Oldenburger Kunstverein für Medienkunst

www.oldenburger-kunstverein.de Di-Fr 14-18 h, Sa+So 11-18h Thomas Schütte Bis 8. April

Sammlung Jürgen Becker und Susanna Hegewisch-Becker 4. Mai bis 22. Juli

Tel. 04 41 – 2 35 32 08 | Di-Fr 14-18 h, Sa+So 11-18 h www.edith-russ-haus.de Die Neunte Kunst: Unwanted Stories Bis 2. April Želimir Žilnik 19. April bis 17. Juni

.................................... .................................... Landesmuseum für Landesbibliothek Oldenburg Kunst und Kulturgeschichte Schloss | Tel. 04 41 – 2 20 73 00

Eintragungen in den foyer-Kulturkalender nur 5 Euro pro Zeile zzgl. MWSt

www.landesmuseum-oldenburg.nie-

Kontakt Roland Verlag Telefon 04 21 - 1 26 63, Fax 04 21 - 1 33 17 info@rolandverlag.de

die Portraitistin Marie Stein-Ranke

dersachsen.de, Di-So 10-18 h Kabinettschau: Von Angesicht zu Angesicht – Bis 8. Juli, Prinzenpalais

Tel. 04 41 – 50 50 18-0

www.lb-oldenburg.de Mo-Fr 10-19 h, Sa 9-12 h „Verboten für Männer unter 30 Jahren“ Kunstprojekt Ostfriesland-Haggadah, Ricardo Fuhrmann und Daniel Jelin. 15. März bis 25. April Otto Rohse (1925-2016). Buchgestalter und Grafiker. 3. Mai bis 30. Juni


KULTURKALENDER

Kunsthalle Emden: The American Dream

foyer 67

Ostfriesisches Landesmuseum Emden ©interDuck

BAD ZWISCHENAHN

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . BREMERHAVEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kunsthalle Wilhelmshaven .................................... Tel. 0 44 21 – 414 48 Galerie Moderne Stadttheater Bremerhaven Am Delft 37 | Tel. 0 44 03 – 54 29 www.galeriemoderne.de Jub Mönster „Feine Oele“ Ölbilder und Zeichnungen. Bis 20. Mai

www.kunsthalle-wilhelmshaven.de Di 14-20 h, Mi-So 11-17 h Wendepunkte: Das Jahr 1968.

Positionen deutscher Kunst – und was aus ihnen wurde. 25. März bis 17. Juni

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . EMDEN .................................... Palais Rastede Kunsthalle Emden Feldbreite 23 | Tel. 0 44 02 – 8 15 52

DANGAST

WILHELMSHAVEN .................................... Landesbühne Niedersachsen Nord

• Großes Haus Zorro – Das Musical März 29.; April 7., 20. Operettengala „Die ganze Welt ist Blues Brothers März 23., 25. (15 h), 31.; April 27., 29. (15 h) 6. Sinfoniekonzert Haydn und das Instrument der Könige März 26. (20 h), 27., 28.

Tel. 0 49 21 – 97 50 0

Frau Luna März 21.; April 1. (15 h),

www.kunsthalle-emden.de

8., 22. (15 h)

Di-Fr 10-17 h (jeder 1. Di 10-21 h). Sa, So,

Sergei Vanaev / Ed Wubbe März 22.; April

Feiertage 11-17 h

21.; Mai 2., 5. (z.l.M.)

The American Dream Amerikanischer

Der Konsul März 17. (P), 24.; April 4., 13., 19.

Realismus 1965 – 2017. Bis 27. Mai

Die Bremer Stadtmusikanten

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April 15. (P / 16 h), 30. (11 h); Mai 13. (16 h)

.................................... .................................... Franz Radziwill Haus Ostfriesisches Sielstraße 3 | 26316 Dangast/Varel Landesmuseum Emden Mi-Fr 15-18 h, Sa/So/Feiertage 11-18 h Fläche wird Bild Bis 13. Feb. 2019 Veranstaltungen siehe www.radziwill.de

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himmelblau“ April 14.

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Rathaus am Delft, Brückstraße 1

Der Liebestrank (D’elisir d’amore) April 28. (P); Mai 6., 10. Sterne schießen Mai 12. (P) 7. Sinfoniekonzert Böhmen, das Herz Europas Mai 14. (20 h), 15., 16.

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• Kleines Haus

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Viel gut Essen April 6., 25.; Mai 5. (z.l.M.)

Di-So von 10-17 h

Gut gegen Nordwind April 22. (z.l.M.)

Sonderausstellung „Duckomenta – Emden Bar jeder Wahrheit April 19. (20.15 h); Mai 15. (20.15 h) wird geENTErt“ 25. März bis 23. Sept. Fro Pieper lävt gefährlich Sammlungsausstellung mit den Abteilungen „Neue Galerie“ – „Münzkabinett“

März 18. (15 h), 24., 25.; April 1. (15 h), 5.

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Auerhaus März 29. (P);

Tel. 0 44 21 – 94 01 15

nuthsfeld’ und seine Zeit“ – „Emder Rüst-

April 7., 24., 28.; Mai 6.

• Stadttheater Wilhelmshaven

kammer“

Fett Swien (Fettes Schwein) April 14. (P),

(Beginn, w.n.a.a.: 20 h) Yvonne, Prinzessin von Burgund März 3. (P), 17., 25. (15.30 h); April 11., 27. In einem dichten Birkenwald, Nebel April 7. (P), 25. Amadeus April 21. (P)

15. (15 h), 21., 26., 29.; Mai 3., 4.

.................................... Galerie Amuthon-Art Hammerstraße 14 Tel. 01 51 – 57 53 63 32

• TheOs – Theater im Oceanis

www.amuthon-art.de, Mo-Mi 11-17 h Alt – trifft – Neu. Sonderausstellung mit

Die Ziege oder Wer ist Sylvia?

Helmut Müller Ab 27. Mai. Eröffnung 27.

März 24. (P); April 6., 13., 20. Wann gehen die wieder?

Mai (12 h)

April 29. (P / 15 h)

• JUB! Der Igel im Nebel April 29. (16 h) Jakob der Lügner März 22. Rico, Oskar und die Tieferschatten April 5. (P / 18 h), 15. (16 h)


foyer 68

KULTURFORUM

: Kulturforum Zusammengestellt von Peter Schulz

Nachrichten aus Bremen und der Region

Marc Niemann, seit der Spielzeit 2014/2015 Generalmusikdirektor des Stadttheaters Bremerhaven und Chefdirigent des Philharmonischen Orchesters Bremerhaven, hat seinen Vertrag bis Juli 2024 verlängert.

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„Die Herzlichkeit der Vernunft“ lautet der Titel des neuen Buches von Ferdinand von Schirach, aus dem er am 14. April (20 h) im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters liest. Die „Deutsche Bühne“ bezeichnete sein zuvor erschienenes Werk „Terror“ als „das erfolgreichste Theaterstück der Gegenwart“.

.................................... Werke von van Beethoven, Skrjabin und Schubert spielt der US-Amerikaner Garrick Ohlsson am 15. April (11.15 h) im Rahmen der Reihe „Große Pianisten im Kleinen Haus“ des Oldenburgischen Staatstheaters.

Hyojong Kim, Nerita Pokvytyte und Patrick Zielke, alle bestens bekannt aus dem Bremer Theater, sind die Solisten beim nächsten .................................... „musica viva“-Doppelkonzert am 18. März (15.30 und 19.30 h) in der Bremer Glocke. Der junge Tscheche Marek Kozák (Foto) war der Star des 16. Europäischen Kla. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . vierwettbewerbs Bremen 2018. Sein Spiel wurde mit dem 1. Preis ausgezeichnet, Mit einem Konzert der Britin Julia Biel außerdem erhielt er den Publikumspreis (Gesang, Gitarre und Klavier), die von eiund zwei Sonderpreise. nem kleinen Ensemble begleitet wird, geht am 19. März (20 h) im KITO in Bremen.................................... Vegesack das diesjährige „Women in (e) motion“-Festival zu Ende. Mit Ben Knop in der Titelpartie und Simon Ahlborn als Salieri inszeniert Markus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Röhling das Musical „Amadeus“ von Peter Shaffer an der Landesbühne Nord in Die Literaturreihe „Erfahren, woher wir Wilhelmshaven. Die Premiere des weltweit kommen“ von Radio Bremen 2 und der erfolgreichen Stücks ist für den 21. April Stadtbibliothek Bremen über die großen vorgesehen. Romane der Weltliteratur wird am 20. März (19 h) fortgesetzt. Christian Brückner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . liest aus „Fiesta“ von Ernest Hemingway. Am 17. April folgt ebenfalls in der Stadtbi- „Großstadtfieber“ lautet der Titel eines bliothek Bremen (Am Wall 201) Siegfried Programms mit Liedern und Schlagern der W. Kernen mit Theodor Fontanes Roman „Goldenen Zwanziger Jahre“, mit dem der „Frau Jenny Treibel“. niederländische Kabarettist, Pianist und Entertainer Robert Kreis am 22. April (20 h) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . im Kleinen Haus in Delmenhorst auftritt. Das Landesjugendorchester Bremen gibt unter der Leitung von Stefan Geiger drei Konzerte mit Gustav Mahlers monumentaler 9. Sinfonie. Gespielt wird in Hambergen (30. März, 19 h, Uwe-Brauns-Halle), Bremen (31. März, 20 h, Glocke) und Verden (1. April, 17 h, Dom).

.................................... Der junge israelische Modern Jazz-Pianist Shai Maestro gibt am 26. April (20 h) im Sendesaal Bremen eines seiner wenigen ausgewählten Solokonzerte.

Unter dem Motto „finden!“ zeigen am 5. und 6. Mai (jew. 11-18 h) 50 Kunsthandwerker und Designer aus ganz Deutschland ihre Arbeiten. erstmalig auf dem Bremer Marktplatz und in der Unteren Rathaushalle. Der Markt für feines Handwerk und Design findet zum neunten Mal statt.

.................................... Der Kabarettist und Schauspieler Pago Balke erhält am 17. März den 36. Kulturund Friedenspreis der Villa Ichon. Nach Auffassung des Vorstands der Einrichtung habe Balke „seit fast vier Jahrzehnten unbeirrbar eine antifaschistische und antiautoritäre Position vertreten“.

.................................... Drei TV-Produktionen von Radio Bremen sind für den Grimme-Preis 2018 nominiert worden. Es handelt sich um das SketchComedy-Format „Kroymann“, die Mystery-Serie „Wishlist“ und die Dokumentation „Unsere Städte nach ’45“. Die Preise werden am 13. April in Marl verliehen.

.................................... Mit bürgerlichem Name hieß er Johann Hölzel, zur Pop-Legende wurde er als „Falco“. Das Leben des extrovertierten Österreichers, der vor 20 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam, steht im Mittelpunkt eines Musicals, das am 4. Mai (20 h) im Bremer Metropol-Theater zu sehen ist.

.................................... „Ihr spielt die Musik“ meint Bremens größtes Spontanorchester, das Symphonic Mob Bremen (Foto), und plant zum zweiten Mal einen öffentlichen Auftritt von Menschen, die ein Instrument spielen können und mitmachen wollen. Am 30. Juni (12 h) geht’s im Weserpark Bremen (Lichthof/ vor P&C) unter dem Dirigat von Florian Ludwig von den Bremer Philharmonikern los. Gespielt werden Stücke von Bizet und Schubert. Notenmaterial und Anmeldungen unter: www.symphonic-mob.de.


KULTURKALENDER

foyer 69

Uraufführung

Pop meets Classic mit Stargast Laith Al-Deen in der Stadthalle Bremerhaven

.................................... .................................... Kunsthalle Bremerhaven Stadthalle Bremerhaven Karlsburg 4, 27568 Bremerhaven

Pop meets Classic Das spannende Cross-

Tel. 04 71 – 4 68 38

Over-Konzert mit dem Philharmonischen

Di-Fr 11-18 h, Sa+So 11-17 h

Orchester Bremerhaven, Stargast Laith Al-

Gerrit Frohne-Brinkmann Cave Art

Deen, der Pop-meets-Classic-Band, Si-

Comeback. 24. März bis 20. Mai

lent Radio, Surrogate und vielen weiteren

Gabriele Obermaier 16. Juni bis 29. Juli

Künstlern. Mai 19. (20 h)

SAN PAOLO Oper von Sidney Corbett nach Pier Paolo Pasolini

PREMIERE 28. APRIL 2018

.................................... Deutsches Auswandererhaus www.dah-bremerhaven.de tägl. 10-18 h Kabinettausstellung: „Vom Revolutionär zum Bürgermeister“ Das bewegte Leben Georg Friedrich Abels (1828-1902)

.................................... Kulturkirche Bremerhaven Pauluskirche, Hafenstraße 124 ÜBERFAHRT Eine Ausstellung zum Thema Sterben. 25. März bis 15. April. Öffnungszeiten und Veranstaltungen siehe www.kulturkirche-bremerhaven.de

.................................... Christuskirche Bremerhaven Schillerstraße 1 | Tel. 04 71 – 20 02 90 Giovanni Battista Pergolesi: „Stabat Mater“ im Rahmen eines Passionsgottesdienstes. Sopran: Margaret Hunter; Altus: Benjamin Boresch; Bremer Barockorchester. März 30. (17 h) Orchesterkonzert Bremerhavener Kammerorchester; Leitung: Eva Schad. April 8. (17 h) Paul McCartney: „Liverpool Oratorio“ Sopran (Marie): Sibylle Fischer; Mezzosopran: Verena Tönjes; Tenor (Shanty): Thomas Mohr; Bass: Timothy Sharp.; Kinder- und Jugendkantorei Bremerhaven; Evangelische Stadtkantorei Bremerhaven; Städtisches Orchester Delmenhorst; Leitung: Eva Schad. April 22. (18 h)

www.theater-osnabrueck.de


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FOYER-TIPP für Konzert-Freunde Zweimal – 1633-35 und 1642-44 – entf loh der Komponist Heinrich Schütz den Schrecken des 30-jährigen Krieges und suchte Zuf lucht in Kopenhagen, wo er am königlichen Hof arbeitete. Am 19. April (20 h) erinnert das Ensemble Weser-Renaissance (Leitung: Manfred Cordes) mit dem Konzert „Symphoniae Sacrae“ daran (Unser Lieben Frauen Kirche, Bremen).

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Des Sängers Keks Kann Christian Wulff eigentlich singen? Wir wissen es nicht genau. Als Mitglied des Shanty-Chors Barßel besitzt der zurückgetretene Bundespräsident zwar die Kluft kerniger „Sehleute“, also Matrosenhemd und Helmut-Schmidt-Gedächtnismütze. Doch wie es klingt, wenn der politische Frührentner etwa „Rollin’ home“ röhrt, ist nicht überliefert. Auf Kaperfahrt hat er mangels Bart ohnehin nichts verloren. Macht aber nichts, für die Wahl zum Präsidenten des Deutschen Chorverbandes reichte es trotzdem. Buchautor Wulff („Ganz oben Ganz unten“) folgt in diesem Amt dem ehemaligen Bremer Bürgermeister Henning Scherf, der – das wissen wir aus leidvoller Erfahrung sehr genau – bei jeder sich irgendwie bietenden Gelegenheit seine Stimme erhebt. Aber Christian Wulff? Immerhin ist bekannt, dass seine Gemahlin (und Buchautorin!) Bettina („Jenseits des Protokolls“) gern mal ein Liedchen anstimmt. Etwa beim – kein Scherz! – Karneval in Hannover, wo sie die „Hymne“ der Landeshauptstadt mit dem zwiespältigen Titel „Stadt mit Keks“ sang, was Lästerzungen prompt als Bewerbungsserenade für ihren ruheständlerischen Gatten werteten. Der muss jetzt nämlich wieder als „Herr Präsident“ angesprochen werden, was die Ex-First Lady sicher gerne hört. Außerdem kann ein Mann ohne Aufgabe und Titel einer Frau ziemlich auf den Keks gehen. Peter Schulz

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IMPRESSUM Herausgeberin Marie-Clothilde Kronenberg (v.i.S.d.P.) 1 Chefredakteur Peter Schulz 2 Geschäftsführerin Sonja Chrobok 3 Anzeigenverkauf Martina Ch. Radeke 21, Inge Sasse 22 Autoren dieser Ausgabe Dr. Rainer Beßling 14, Berit Böhme 15, Dr. Stephan Cartier 8, Wolfgang Denker 19, Christian Emigholz 10, Sven Garbade 13, Karin Hiller 12, Wilfried Hippen 11, Dr. Sabine Komm 9, Dr. Ulrich Matyl 5, Melanie Öhlenbach 18, Michael Pitz-Grewenig 6, Frank Schümann 17, Peter Schulz 2, Markus Wilks 16, Inge Zenker-Baltes 4 Verlag, Vertrieb, Redaktion und Anzeigenverwaltung Roland Verlag GmbH, Böttcherstraße 4, 28195 Bremen, Telefon 04 21 - 1 26 63, Fax 04 21 - 1 33 17 E-mail info@rolandverlag.de www.rolandverlag.de Gestaltung und Satz Birgit Kirchgessner 20, designbüro kirchgessner Telefon 025 32 - 200 709 www.buerokirchgessner.de Basislayout Haase & Knels, Bremen Druck Girzig+Gottschalk GmbH, Bremen

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Vertriebsstruktur Theater- und Vorverkaufsstellen Bremen, Bremerhaven und Oldenburg, Theater, Museen, Konzerthäuser und -büros, Ticket-Service-Center, Hotels, Abonnementvertrieb, Fach-Zeitschriften­h andel Bremen, Bremerhaven und Oldenburg Bezugspreis Einzelpreis 4,00 Euro Jahresabonnement 20,00 Euro Auflage 10.000 Exemplare Erscheinungsweise zweimonatlich Nächste Ausgabe 15. Mai 2018 Redaktionsschluss 15. April 2018 ISSN-Nr. 1618-0852 Titelmotiv Pianist Grégory Privat, der im Rahmen des jazzahead! Festivals (6.-22. April) auftritt ©Yannick Privat Diese Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck, auch aus­z ugsweise, nur mit Ge­neh­m igung des Herausge­bers. Bei Veröffent­l ichung wird nur presserechtlich Verant­wor­t ung übernommen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos keine Gewähr. Nament­l ich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Ver­fassers, nicht unbedingt die des Herausgebers wieder.


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FOYER – DAS KULTURJOURNAL Seit 1993 bereichert foyer, Das Kulturjournal mit individuellen, kompetenten Beiträgen und fachkundigen Hinweisen...

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