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+punkt. Kunst im Nordwesten – Ausstellungen + Termine ab Mai 2019

Fritz Overbeck: Hermine in blauer Malschürze, um 1906, Öl auf Karton Ausstellung: Fritz und Hermine Overbeck – Stationen ihres Lebens 12. Mai bis 4. August 2019, Overbeck-Museum, Bremen


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Kunst im Nordwesten – Ausstellungen + Termine

Bremen Museen Böttcherstraße Gerhard-Marcks-Haus 5. MAI BIS 11. AUGUST 2019 www.marcks.de www.museen-boettcherstrasse.de

BILDHAUERINNEN

Bremen Overbeck-Museum

Bremen Galerie im Park

12. MAI BIS 4. AUGUST 2019 www.overbeck-museum.de

www.kulturambulanz.de

FRITZ UND HERMINE OVERBECK – Stationen ihres Lebens

BIS 16. JUNI

GRENZEN – GEZOGEN UND ÜBERSCHRITTEN von Blaumeier

Carl F, Rosa Hund, Mischtechnik auf Holz, 2017 Hermine Overbeck-Rohte: Haus Sechslinden, 1906, Öl/Karton

Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff, Blatt, 1960, Messing und Zinn, Berlinische Galerie – Landesmuseum für moderne Kunst, Fotografie und Architektur

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ildhauerinnen gab es in Deutschland viel mehr als gemeinhin angenommen. Aber man kennt ihre Werke nicht, weil sie weder gesammelt noch wahrgenommen wurden. Die Museen Böttcherstraße und das Gerhard-Marcks-Haus zeigen zusammen Werke von 50 Künstlerinnen; von berühmten Namen wie Käthe Kollwitz bis hin zu Neuentdeckungen wie Jenny von Bary-Doussin. Ihre Werke bewegen sich zwischen Klassizismus und Videokunst, von eher konventionellen Arbeiten bis hin zu expliziten Versuchen, Tradition zu durchbrechen. Die hohe Qualität dieser Arbeiten stellt die grundsätzliche Frage nach Anerkennung, Diskriminierung, Rollenbilder und Emanzipation. Die Ausstellung in den beiden Museen ist lose um Themen aufgebaut: Es geht nicht darum, wann welche Frau welches Werk schuf, sondern um die wichtige Feststellung, dass diese Werke und die Künstlerinnen, welche sie geschafft haben, gezeigt und gesehen werden müssen, um eine Lücke in der Kunstgeschichte zu schließen.

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ls Worpsweder Malerpaar sind Fritz und Hermine Overbeck bekannt. Doch ihr Lebensweg umfasst weit mehr Stationen: Neben ihrem langjährigen Wohnort im Bremer Norden gehören Reisen nach Sylt und Föhr, nach Davos, in die Rhön, nach Itzehoe und Aschersleben zu ihrer Biografie. So finden sich außer Birken und Moorkanälen auch Dünen und Brandungswellen, schneebedeckte Berge, Stadtansichten und Felsformationen in ihrem Werk. Eine Zusammenstellung ungewöhnlicher, meist unbekannter Werke mit Briefen und Dokumenten aus dem Archiv des Overbeck-Museums ermöglicht eine Reise entlang der Stationen ihres Lebens. Die Ausstellung bildet den Höhepunkt des Jubiläumsjahres 2019, in dem beide – Fritz und Hermine Overbeck – ihren 150. Geburtstag feiern.

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n der Ausstellung Grenzen – gezogen und überschritten von Blaumeier zeigen 30 Künstlerinnen und Künstler des Blaumeier-Ateliers Zeichnungen, Malereien, Skulpturen, Kurzfilme und literarische Texte zum Thema „Grenzen“.

30. JUNI BIS 6. OKTOBER 2019

RUHE VOR DEM STURM Fotografien und Bilder über das Älterwerden

Foto: Christine Henke Hermine und Fritz Overbeck, Verlobungsfoto, 1896

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ssen auf Rädern, Rollator, Kreuzfahrt – ist das alles, was uns zum Älterwerden einfällt? Was ist mit Erfahrung, Lebenslust, Gelassenheit und Weisheit? Mit ihren Fotos, Bildern und Statements wollen die Künstlerin Akkela Dienstbier und die Fotografin Christine Henke eine wertschätzende Sicht auf das Alter vermitteln.


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Bremerhaven Kunsthalle

Syke Syker Vorwerk

Verden Deutsches Pferdemuseum

30. JUNI BIS 25. AUGUST 2019 www.kunstverein-bremerhaven.de

19. MAI BIS 04. AUGUST 2019 www.syker-vorwerk.de

27. JUNI BIS 20. OKTOBER 2019 www.dpm-verden.de

ANDREAS SCHMITTEN

RITA BIELER

AUSSTELLUNG: „DAS PERFEKTE PFERD?“

Stehend im Raum

Rasterfahndung

Andreas Schmitten, Liegend auf dem Schrank (Detail), 2018, Foto: Niels Schabrod

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n der Wand hängen Zeichnungen. Es handelt sich um einfache, schwarze Strichzeichnungen. Farbig sind die Blätter auf denen sie gezeichnet sind, genauso wie die Rahmen in denen die Blätter präsentiert werden. Beides, Blatt wie Rahmen, hat die gleiche makellose Farbigkeit, wirken wie aus einem Guss gefärbt. Die Farben selbst sind helle, pastose Töne, ein Rosa, ein Grün oder ein helles Blau. Von weitem wirken die Zeichnungen auf ihrem farbigen Grund leicht und freundlich. Doch der nähere Blick irritiert den beschaulichen Eindruck. So zeigt ein Blatt einen stilisierten Kopf, zweimal im Halbprofil und einmal in Frontalansicht. Zusammen scheinen sie eine Anweisung zu bilden dessen Narration einen handwerklichen Vorgang zeigt: Mittels eines Bohrers wird durch den Kopf vom geöffneten Mund Richtung Hals ein Loch gebohrt. Eine zarte Hand führt durch diesen Kanal ein Kabel, an dessen Ende eine Computermaus baumelt. Eine surreale, paradoxe Situation. Diese Verschränkung zwischen dem Menschen und der Dingwelt, das virtuose Spiel mit einer betörenden Farbigkeit, Licht, Glanz, Leere und Proportionen sowie die makellose Ausführung sind kennzeichnend für die Zeichnungen, Vitrinen und Skulpturen von Andreas Schmitten (* 1980). Der Kunstverein Bremerhaven präsentiert Arbeiten des Künstlers erstmals im Nordwesten

Rita Bieler, o.T., Keramik im Rakubrand, 2019, Foto: Tobias Hübel

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ie Hauptthemen von Rita Bielers Malerei und Skulpturen sind formale Fragestellungen wie Linie, Fläche und Durchblicke. Waren die Arbeiten zu Beginn der Zweitausender Jahre – darunter auch die drei Skulpturen im Park des Syker Vorwerks – noch bestimmt vom Interesse an einer klaren, gebauten Form, scheinen die neuen Arbeiten demgegenüber das zeichnerische Kreisen der Hand auf dem Blatt nachzuziehen. Anstatt allerdings brav auf dem Papier zu bleiben, greifen diese Linien in den Umraum hinaus. Sie werden plastisch und überlassen sich der Freiheit; die Freiheit jedoch bleibt eingebunden in das künstlerische Konzept der Künstlerin. Meist führt Rita Bieler die Auswüchse wieder zurück. In einer Art Dreischritt wird aus der Struktur zunächst Chaos und dann wieder Ordnung. Der Titel „Rasterfahndung“ bezieht sich auf diese Ordnung, die den Skulpturen und Bildern der Künstlerin zugrunde liegt, auch wenn sie der Betrachter nicht auf den ersten Blick immer sofort erkennen kann. Doch die künstlerischen Arbeiten von Rita Bieler lohnen sich einen zweiten und dritten Blick auf sie zu werfen um ihre zugrunde liegenden Strukturen zu erkennen.

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uch die Pferdewelt ist von Moden, Trends und Schönheitsidealen beeinflusst. Die Ausstellung „Das perfekte Pferd?“ im Deutschen Pferdemuseum zeigt, wie und zu welchem Zweck die Menschen von der Antike bis zur heutigen Zeit immer wieder Kriterien zur Beurteilung von Pferden gesucht und gefunden haben. Anhand von Gemälden, Graphiken und Skulpturen zeichnet die Ausstellung die Geschichte der Pferdedokumentation und –beurteilung nach und zeigt auf, wie sich über die Jahrhunderte diverse Schönheitsideale gebildet haben und welche Maßnahmen teils ergriffen wurden, um diesen gerecht zu werden. Das Streben nach dem Ideal hält bis heute an. Doch, hat die jahrhundertelange Suche am Ende zu einer einheitlichen Vorstellung von dem „perfekten Pferd“ geführt? Oder liegt Schönheit und Perfektion auch in diesem Fall schlichtweg im Auge des Betrachtenden?!? Öffnungszeiten: Die – So 10.00 – 17.00 Uhr

+punkt. außer Verantwortung der foyer-Redaktion. Presserechtlich verantwortlich ist das jeweilige Haus.


+punkt.

Kunst im Nordwesten – Ausstellungen + Termine

Rastede Palais Rastede

Oldenburg Landesbibliothek

Leer Schloss Evenburg

23. JUNI BIS 1. SEPTEMBER 2019 www.palais-rastede.de

16. MAI BIS 6. JULI 2019 www.lb-oldenburg.de

27. MÄRZ BIS 31. AUGUST www.schloss-evenburg.de

„DIE NACHT“

IMAGINÄRE REISE IN DEN ORIENT

ALS DAS FAHRRAD LAUFEN LERNTE

Kunstpreis und Jugendpreis der Gemeinde Rastede 2019

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ür das Jahr 2019 wurde der Kunstpreis der Gemeinde Rastede zum Thema „Die Nacht“ ausgelobt. Bis zur Erfindung des elektrischen Lichts wurde die Nacht als pechschwarz und bedrohlich erlebt. In der bildenden Kunst war das Malen von Nachtstücken herausfordernd, weil das Bildmotiv nur durch das Licht von Mond, Sternen, Fackeln und Kerzen wahrnehmbar gemacht werden konnte. Die Dunkelheit der Nacht erweitert die Sinne, potenziert die Einbildungskraft und verwandelt Orte, Dinge und Menschen. Sie gilt als die Zeit des Schlafs und der Besinnung. Aber die Nachtstunden gehören auch der Liebe, den Nachtschwärmern und dem pulsierenden Leben der nächtlichen Großstädte mit ihren Lichteffekten. Eingereicht wurden über 100 Bewerbungen mit jeweils maximal drei Arbeiten, die alle Sparten der bildenden Kunst abdecken. Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten sind durch eine Jury ausgewählt, die auch die bzw. den Preisträger/in nominiert. Zeit- und themengleich findet die Ausstellung zum Jugendkunstpreis der Gemeinde Rastede statt. Die Preisverleihung und Eröffnung finden am 23. Juni 2019 statt. Informationen finden Sie auf der Internetseite www.palais-rastede.de. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

Goethe und der West-oestliche Divan

Goethe, West-östlicher Divan, 1819, Titelblatt. Erstausgabe (SBPK Berlin)

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or 200 Jahren erschien mit dem „West-östlichen Divan“ Goethes nicht nur umfangreichste, sondern auch bedeutendste Lyriksammlung auf den Buchmarkt. Diese vor allem von der persischen Dichtkunst inspirierte Lyrik Goethes ist als Beitrag des interkulturellen Dialogs zu verstehen und fügt sich passgenau in sein, die nationalen Grenzen überwindendes, Konzept der Weltliteratur. Damit ist der „West-östliche Divan“ tagespolitisch hochaktuell. Goethes Diwan ist vornehmlich als Liebesdichtung erkenn- und lesbar und gerade hierin zeitlos. So verbindet sich mit Hatem und Suleika auch die kurze, aber tiefe Liebesbeziehung zwischen Goethe und Marianne von Willemer. Beide verfassten Liebesgedichte, die in die Sammlung aufgenommen wurden. Die Auseinandersetzung Goethes mit dem Orient wird in dieser Ausstellung anhand seiner Lektüren und Studien, besonders zum Koran, seiner Schreibwie Dichtungsversuche nachvollzogen. So begeben wir uns gleichsam wie und mit Goethe auf eine imaginäre Reise.

Presto-Fahrrad mit Hilfsmotor Baujahr 1922, Foto Jürgen Bambrowicz

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adfahren. Viele tun es. Sie alle haben eine eigene Geschichte, wie sie Radfahren gelernt haben: mit Stützrädern und Hilfe vom Papa, akrobatisch unter der Stange von Opas Rad durchgetaucht, weil die Beine noch nicht vom Sattel bis an die Pedalen reichten. Waren Sie stolzer Besitzer eines Bonanzaoder BMX-Rads oder erfolgreich auf dem Einrad? Kommen Sie mit auf eine Zeitreise in die Fahrradgeschichte. Sie werden begeistert sein von der Schönheit, Eleganz und den technischen Raffinessen der Exponate. Das deutsche Fahrradmuseum aus Bad Brückenau und ein kleines privates Zweiradmuseum aus Emden-Wybelsum stellen ganz erstaunliche Fahrräder für die Ausstellung zur Verfügung. Für Geschickte und alle, die gerne Spaß haben stehen ca. 15 ganz besondere Räder zum Ausprobieren bereit: KinderHochrad, Mini-Artistenrad, Rad mit Vorder- und Hinterradlenkung, Roller und Monsterbike. Gefahren wird im Schlossinnenhof. Das Angebot ist möglich zu bestimmten Terminen oder separat buchbar als Ergänzung eines Besuchs der Sonderausstellung im Schloss.


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Geeste – Groß Hesepe Emsland Moormuseum

Bramsche Tuchmacher Museum

13. JUNI BIS 31. OKTOBER 2019 www.moormuseum.de

6. JULI BIS 8. SEPTEMBER 2019 www.tuchmachermuseum.de

ABBAU – INTERPRETATION EINER WIRTSCHAFTSLANDSCHAFT

AUF DEN ZWEITEN BLICK – Bauhaus-Stoffe als Inspiration

Foto: Jost Wischnewski

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Was war das für eine Landschaft, die von den Worpsweder Künstlern und Künstlerinnen mehr oder weniger verklärt dargestellt wurde? Und welches Bild sehen wir heute? Begegnen Sie in der Ausstellung einer Landschaft, in der Torf metertief ausgehoben wurde und in der heute intensiv genutztes Hochmoorgrünland, Torfabbau und Moorschutzflächen nebeneinander liegen. Zur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich.

Kunsträtsel Karin Kneffel (*1957 in Marl) zählt zu den zentralen Vertreterinnen der zeitgenössischen Malerei. Bekanntheit erlangte sie in ihrem Frühwerk mit der realistischen Darstellung von überdimensionierten Früchten und einer Werkserie von in Nahsicht abgebildeten Tierporträts. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich nun mit komplexen Raum- und Zeitschichtungen und blickt mit mehrdeutigen Wahrnehmungs- und Bildstrategien auf die Kunst- und Architekturgeschichte. Die Ausstellung vom 22. Juni bis 29. September 2019 in der Kunsthalle Bremen zeigt ihre künstlerische Entwicklung von den frühen 1990er-Jahren bis in die Gegenwart und umfasst monumentale Gemälde wie auch grafische Arbeiten.

Fotoprojekt von Jost Wischnewski in Kooperation mit dem Overbeck-Museum Bremen

ie vom Emsland Moormuseum kuratierte Sonderausstellung stellt den vierzehn historischen Gemälden von Fritz Overbeck und dessen Frau, Hermine Overbeck-Rohte, aktuelle Fotografien von Jost Wischnewski über den Torfabbau sowie der Renaturierung der Kulturlandschaft im Teufelsmoor gegenüber.

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Entwurf Gunta Stölzl, Foto: I. Radewaldt

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ie Bauhaus-Weberei setzte vor 100 Jahren entscheidende Impulse für die Entwicklung des Textildesigns. Gunta Stölzl, die am Bauhaus in Weimar studierte und von 1927 bis 1931 als erste Meisterin die Webereiwerkstatt in Dessau leitete, hat eine umfangreiche Sammlung von Entwürfen, Zeichnungen und Arbeitsproben hinterlassen. Davon inspiriert haben Studierende der Universität Osnabrück, begleitet von der Textildesignerin Lucia Schwalenberg, eine exklusive Kollektion von Wolldecken geschaffen, die auf dem 100 Jahre alten Jacquardwebstuhl im Museum gewebt werden. Der gesamte Prozess – vom Entwurf, über die Patronenzeichnung und das Schlagen der Lochkarten bis zum Weben – kann im authentischen Maschinensaal im Tuchmacher Museum mit verfolgt werden. Eine Ausstellung beleuchtet zudem die Themen Stoffe und Mode am Bauhaus.

Karin Kneffel studierte an der Kunstakademie Düsseldorf. Von 2000 bis 2008 lehrte sie als Professorin für Malerei an der Hochschule für Künste in Bremen. Seither ist sie Professorin an der Akademie der bildenden Künste in München. Ihre Werke finden sich u.a. im Landesmuseum Bonn, im Kunstmuseum Bremerhaven und im Museum Frieder Burda. Frage: Bei welchem bedeutenden deutschen Künstler war Karin Kneffel Meisterschülerin? Bitte schreiben Sie Ihre Antwort bis zum 15. Juli 2019 an foyer, Roland Verlag GmbH, Böttcherstraße 4, 28195 Bremen. Die Teilnahme ist auch online möglich: www.rolandverlag.de (Publikationen/Foyer). Zu gewinnen sind 3 x 2 Eintrittskarten für die Kunsthalle Bremen. Die Antwort des Kunsträtsels aus der Ausgabe 129 lautet: 1951. Gewonnen haben: Edeltraut Schäffer, Bremen Gerold Stubbe, Oldenburg Kurosh Valizadeh, Bremen

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