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KORRESPONDENZBLATT DES CANISIANUMS Heft 1, Jahrgang 146 – Sommersemester 2013

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Inhaltsverzeichnis

Geleitwort des Rektors ................................................................................................................... 1

Geleitwort des Rektors

Liebe AltCanisianer, Freunde und Wohltäter, liebe Canisianer!

1. Erinnerung und Aufbruch ......................................................................................................... 2 Canisianum 150 Jahre, P. Karl Heinz Neufeld SJ Baugeschichte des Canisianums ................................................................................................. 19 Herz-jesu-fest - Abschied vom Gebäude Canisianum .................................................................. 51 2. Aktuelles und Chronik 153. Stiftungsfest der Helvetia Oenipontana ............................................................................ 55 450 Jahre Österreichische Jesuiten - Gefährten Jesu für die Menschen .................................... 56 Dies academicus und Diözesantag 2013 ..................................................................................... 57 Meine Ziele als Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck ........... 58 Theologen aus China in Tirol .................................................................................................... 59 Das neue Studentenheim Canisianum und die Akademikerhilfe ...................................................... 61 Manchmal wünsche ich mir einen Kühlschrank, Bischof em. Reinhold Stecher (+2013) .............. 62 Chronik, Ortner Sebastian ....................................................................................................... 63 Die Hausgemeinschaft des Collegium Canisianum im Studienjahr 2012/13 ................................. 74 3. Wir gratulieren......................................................................................................................... 75 4. Geburtstage und Weihejubiläen 2013......................................................................................... 76 5. Memento Mori.......................................................................................................................... 78 6. Briefe und Grüsse aus aller Welt............................................................................................. 85 7. Rezensionen und Eingang von Büchern. ..................................................................................... 91 8. Terminkalender......................................................................................................................... 92 9. Wir danken unseren Spendern und Förderern............................................................................ 94 10. Bankverbindungen..................................................................................................................... 96

„Das Internationale Theologische Kolleg Canisianum wird im Sommer 2013 in neu adaptierte Räumlichkeiten im Gebäudekomplex des Jesuitenkollegs, Sillgasse 6, 6020 Innsbruck, umziehen.“ So lautete die Ankündigung am 8. Juni 2011 – die Zeit ist sehr schnell vergangen und wir stehen vor dem Umzug: am 30. Juli 2013 wird es soweit sein. Das Ignatiusfest werden wir am 31. Juli 2013 bereits in der Sillgasse feiern. Die letzten Bauarbeiten werden in diesen Wochen abgeschlossen. Das Canisianum, das derzeit 45 Studenten aus 15 Ländern und 32 Diözesen der Weltkirche beherbergt, wird nach dem Umzug als eigenständiges Ausbildungshaus weiterbestehen. Wir „sperren nicht zu“, „wir hören nicht auf“, „wir verkaufen das Canisianum nicht“ – ich habe das in den letzten beiden Jahren immer wieder betont und möchte das noch einmal mit Nachdruck festhalten. Das Canisianum wird es noch viele Jahre geben und der Förderung akademischer Spezialisierung und Fortbildung von Priestern und Studierenden aus der ganzen Welt dienen. Unter dem Motto „Cor unum

et anima una“ will das Collegium Canisianum als Werk der Österreichischen Provinz der Gesellschaft Jesu diesen Dienst für die Weltkirche weiterhin erfüllen. Dass dieser Dienst für die Kirche und in der Kirche eine Zukunft hat und zugleich die Zukunft der Kirche mitgestaltet – wie es jede und jeder von uns durch unser Lebenszeugnis tut – das wird durch das Wirken von derzeit 1833 Altcanisianern weltweit deutlich. Entsprechend dem aktuellen Namensverzeichnis von 2011 leben und arbeiten diese 1833 AltCanisianer in 49 verschiedenen Ordensgemeinschaften und 316 Diözesen der Weltkirche. Sie kommen aus 11 Ländern Afrikas, 7 Ländern Asiens, aus Nord-, Süd- und Mittelamerika, aus Australien und 26 Ländern Europas. Laut der Gedenkbücher des Nikolaihauses und des Canisianums gab es von 1858 bis 2013 zumindest 8568 Studenten, die im Collegium Canisianum lebten und in Innsbruck ihr Studium bzw. Teile ihres Studiums absolvierten. Unter ihnen sind mehrere Selige, sowie insgesamt 128 Bischöfe, von denen derzeit 22 in verschiedenen afrikanischen, asiatischen, südamerikanischen und europäischen Diözesen wirken. Ich bin für das Vertrauen vieler Menschen in das Canisianum als Ausbildungsstätte sehr dankbar und hoffe, dass wir diesen Dienst noch lange leisten können. Im Namen der Hausgemeinschaft des Collegium Canisianum wünsche ich Ihnen und allen, die mit uns in Gebet und Tat verbunden sind, voll Dankbarkeit und im Geist des „cor unum et anima una“ eine erholsame und gesegnete Sommerzeit.



P. Friedrich Prassl SJ

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Canisianum 150 Jahre

Erinnerung und Aufbruch 1.1 Canisianum 150 Jahre* 

regimes zusammenhängt. M. Hofmann erlebte zwar die Vollendung der Rückkehr und die tatsächliche Kardinalserhebung nicht mehr, starb aber im Wissen darum, dass die harten Einschränkungen und die mutigen Zeichen seiner letzten Jahre nicht ohne Segen geblieben waren. Er selbst fand seine letzte Ruhestätte in Sitten und kam nicht in die Heimat zurück. Was aber war es um das Konvikt, dem sein Lebenseinsatz gegolten hatte und das durch die Kardinalserhebungen damals in der ganzen Welt Aufmerksamkeit fand? Konvikt und höhere Ausbildung

P. Karl H. Neufeld SJ, Osnabrück * Dieser Artikel von Karl H. Neufeld zur Geschichte des Canisianums wurde in der ZKTh 130 (2008) 274–297 erstmals veröffentlicht. Kurz vor dem Ende seines langen Lebens wurde der vieljährige Regens des Innsbrucker Canisianums, P. Michael Hofmann SJ (1860-1946)1, Zeuge von zwei Ereignissen, die im 150jährigen Bestehen dieser Einrichtung Höhepunkte ganz besonderer Art werden sollten. Da war einmal nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die bevorstehende Rückkehr aus der Schweiz in die Tiroler Landeshauptstadt an den angestammten Ort des Konvikts, wo die Nazis 1938 Haus und Gemeinschaft unterdrückt hatten; da war zum anderen die Ernennung von vier ehemaligen Studierenden des Hauses zu Kardinälen durch Papst Pius XII. Ende 1945, nämlich von Adam Prinz von Sapieha, Erzbischof von Krakau, von Josef Frings, Erzbischof von Köln, sowie Klemens August Graf von Galen, des Bischofs von Münster, und Konrad Graf von Preysing, des Bischofs von Berlin2. Diese Namen zeigen schon, wie das eine und das andere Ereignis nach dem Krieg mit der Bewährung während des Gewalt2

Heute kann diese Erinnerung den Blick auf entscheidende Ereignisse und Charakteristika des Canisianums lenken und besser verstehen lassen, worum es in diesem „Seminar“ ging. Mit dem Pauschalurteil „Ultramontanismus“ wird das nämlich eher überspielt als geklärt. Schon seine Gründung 1858 als Nikolaihaus stand unter eigenen Vorzeichen, sodass sich wiederholt Diskussionen über diese Einrichtung ergaben. Sie war eng verbundener Teil der Innsbrucker Theologenausbildung, aber kein Diözesan-Seminar im Sinne des Konzils von Trient. Die meisten Studierenden der 1857 errichteten Theologischen Fakultät der Innsbrucker Universität sollten nicht nur in diesem Haus leben und in der Gemeinschaft mit seinen anderen Studierenden einen guten Teil ihrer praktischen Formung mitbekommen, sondern hier auch die Grundlage eines freund­ schaftlichen Zusammengehörens erfahren, das für viele lebenslang bedeutsam blieb. Insofern ist verständlich, wenn frühere Jubiläen für Fakultät und Konvikt gemeinsam begangen wurden. Der erwähnte P. Michael Hofmann veröffentlichte schon 1908 die Festschrift nach den ersten fünfzig Jahren „Das theologische Konvikt zu Innsbruck einst und jetzt“3. Dort bot er eine breit angelegte Übersicht über das gesamte Wirken der Jesuiten an der Fakultät und im Seminar. Als man ein halbes Jahrhundert später das

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erste Saeculum erreichte, geschah dies ebenfalls in gemeinsamer Feier, auch wenn diesmal die Fakultät und ihre Geschichte in den Vordergrund rückte4. Doch vor allem wegen der zeitweiligen Übernahme der akademischen Einsätze durch das Canisianum war es gar nicht möglich, die Fakultät ohne das Konvikt und dieses ohne die Fakultät zu behandeln. Erst die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte legten nahe, 2007 das Jubiläum der Fakultät und 2008 das des Canisianums je eigens herauszustellen. Es gibt ja nicht nur den Unterschied von einem Jahr für die Gründungen, sondern auch die jeweiligen Besonderheiten der Aufgaben, so sehr diese in einem lebendigen Miteinander gelebt und erfüllt wurden, was sich z.B. daran zeigte, dass die Regenten nicht nur in den ersten Jahrzehnten oft Professoren der Universität waren. Die Notwendigkeit eines solchen Miteinanders hatte M. Hofmann 1908 ausdrücklich betont: „Das Wiedererstehen des alten Nikolaihauses als Wohnstätte von Priestertumskandidaten, schlechthin theologisches Konvikt genannt, hängt naturgemäß aufs innigste mit den Schicksalen der theologischen Fakultät an der Alma Mater Oenipontana zusammen“5. Und etwas präzisier erklärend sagte er dann weiter: „Ein gut geleitetes Internat, mag man es Konvikt oder Seminar heißen, war andererseits eine Grundbedingung für das Aufblühen der theologischen Fakultät, sowohl im wissenschaftlichen eifrigen Wettbewerbe, als auch im Wachstum der Frequenz“6. Allerdings, das Diözesan-Seminar im gewohnten Sinn hatte sich der Fürstbischof von Brixen für seine Bischofsstadt ausdrücklich vorbehalten, als er seine Zustimmung zur Errichtung der Theologischen Fakultät in Innsbruck gab. Und auch vom erwähnten alten Nikolaihaus, das bis 1773 vor allem unbemittelten Kandidaten aus Tirol das Studium ermöglichte, sollte sich die neue Einrichtung unterscheiden. Die dann in der Regel gebrauchte Bezeichnung „Konvikt“ besagt ja nicht nur das Zusammenleben,

sondern auch dass für die Konviktoren ein mäßiger Beitrag zum Unterhalt aufzubringen war7. Eine kostendeckende Stiftung wie in früheren Zeiten oder Stipendien für alle gab es nicht mehr. Zwar suchte man die unvermeidlichen Aufwendungen möglichst in Grenzen zu halten, konnte sie jedoch nicht alle sparen und musste deshalb für die Alumnen einen Kostenanteil vorsehen. Auch unter solchen wirtschaftlichen Rücksichten spielte das Haus für anderthalb Jahrhunderte in Innsbruck eine Rolle. Das aber entsprach ebenfalls den Bedingungen für ein Studium im 19. Jahrhundert. Trotz des alten Namens und des früheren Sitzes, an dem das Konvikt in Verbindung mit dem Jesuitenkolleg für das erste halbe Jahrhundert untergebracht war, handelte es sich nicht um eine Fortsetzung des früheren Nikolaihauses, eben so wenig um die Einrichtung eines Seminars nach Trienter Muster. Die ersten Protagonisten eines Innsbrucker Theologiestudiums hatten deshalb sehr klar an eine „höhere Ausbildung“ gedacht. Doch was meinten sie damit?

Gründung und Einrichtung Die Ankündigung der Eröffnung des neuen Hauses erfolgte 1858 durch einen gedruckten Prospekt, von dem ein Exemplar dem „Diarium Convictus Theologici 1858-81“8 vorgebunden ist. Unter einer Steindruckansicht des damaligen Innsbruck wird die geplante Einrichtung vorgestellt – in lateinischer Sprache - und u.a. gesagt: „Dies ingrediendi domum universim 30. Septembris designatus est“. Sonst ist dieser Prospekt nicht datiert. Veröffentlicht wurde sein Text schon unter dem 20. Juli 1858 durch „Katholische Blätter aus Tirol“9. Wie weit er gestreut wurde, ist schwer zu sagen, doch darf man davon ausgehen, dass nicht nur die Bischöfe der k.k. Monarchie, sondern die des ganzen deutschen Bundes informiert wurden, besonders jene, die keine Ausbildungsmöglichkeiten im eigenen Bistum besaßen oder deren Theologenzahlen über die eigenen Möglichkei3


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ten hinausgingen. Die Zusammensetzung der ersten Hausgemeinschaft gibt davon einen Eindruck. Angeboten war ein theologisches Studium an der neu errichteten Fakultät der Universität Innsbruck10, was entsprechende Zugangsbedingungen und Vorbildung voraussetzte11. P. Provinzial A. Schwitzer fasste das schon in seiner Antwort auf das Anschreiben des Statthalters Erzherzog Karl Ludwig vom 18. Juni 1857 zehn Tage später so zusammen: Es gehe um „zugleich eine höhere Bildungsanstalt für Theologen …, welche, mit den notwendigen Fähigkeiten begabt, sich eine umfassendere und gründlichere Wissenschaft, als es gerade für die gewöhnliche Seelsorge erfordert wird, verschaffen wollen … nach Rücksprache mit dem Hochwürdigsten Herrn Fürstbischofe von Brixen auf Hochdesselben ausdrücklichen Wunsch…“12. Diese Formel spiegelte die Absicht, besondere Forderungen stellen zu wollen, zugleich aber auch die Sorge, eine genügende Zahl entsprechender Studenten anzuziehen. Dafür galt es also, einen Rahmen zu schaffen, in dem es möglich sein würde, „eine umfassendere und gründlichere Wissenschaft“ zu erwerben. Ein Hindernis gegen dieses Ziel lag zunächst auf Seiten der Fakultät, der das österreichische Promotionsrecht noch nicht zugestanden, sondern nur in Aussicht gestellt und von einem weiteren Einvernehmen abhängig gemacht war13. H. Rahner hat die Schritte nachgezeichnet, die nötig waren, bis am 26. Juni 1866 dieses staatliche Promotionsrecht der Fakultät offiziell zuerkannt wurde14. Das kirchliche Promotionsrecht besaß sie von Beginn an. Davon hatte sie auch in zehn Fällen Gebrauch gemacht, doch blieb es für die Fakultät unter der Rücksicht einer höheren und umfassenderen Bildung misslich, gerade in diesem Punkt nicht mit den anderen theologischen Fakultäten der Monarchie gleichgestellt zu sein. Ob allerdings die von H. Rahner für diesen Vorbehalt angedeuteten Gründe wirklich zutreffen oder ausschlaggebend waren, kann man bezweifeln. Denn die Argumentation 4

von Prof. Wenig, die kirchlichen Grade der Professoren der Fakultät seien durch deren Errichtung in der Entscheidung von 1857 anerkannt worden, war schwer zu bestreiten. Zudem hatte schon Minister Thun in seinem ersten Schreiben zur Frage an den Statthalter in Tirol, Erzherzog Karl Ludwig, am 11. Juni 1857 ausdrücklich erwähnt, „dass ohne Zweifel die Bischöfe Tirols einzelne vorzüglich talentierte Priester zur Gewinnung einer tieferen und mehr ausgebreiten (sic!) theologischen Bildung an die ihres Vertrauens würdige Fakultät senden und ihr Beispiel die Bischöfe der Schweiz und Süddeutschlands nachahmen würden“15, ein Passus, den der Erzherzog in seiner Anfrage an den Provinzoberen der österreichischen Jesuiten vom 18. Juni voll aufgenommen hatte16. Weder beim Minister, noch beim Statthalter in Innsbruck bestand also im Juni 1857 ein Vorbehalt gegen das Angebot einer höheren Ausbildung an der neuen Fakultät, was seiner Natur nach gerade die Promotion betraf. Es stellt sich also die Frage, wie in Wien der vorläufige Vorbehalt des Promotionsrechts in die kaiserliche Entschließung zur Errichtung der Fakultät hineingeraten ist. Vermutlich dürfte sich die Sache so erklären, dass der Kaiser selbst sich des eng an sein Haus und seine Person gebundenen Wiener Priesterkollegs für höhere Ausbildung erinnerte, das gerade eine krisenhafte Phase hinter sich hatte17. Erst als deutlich war, dass von Innsbruck aus keine Beeinträchtigung dieser Einrichtung zu befürchten stand, wurde die gegen Innsbruck geübte Hinhaltetaktik aufgegeben. Den Auftrag zur Umsetzung der Gründung des Nikolaihauses gab der Provinzialobere dem Rektor des Jesuitenkollegs, der schon am 27. November 1857 dem Fürstbischof Gasser in Brixen dazu schrieb, nach der Errichtung der Fakultät sei jetzt zu sehen, wie „für echt kirchliche Gesinnung, klerikalen Wandel und allseitige Vorbereitung für die Seelsorge derjenigen“ gesorgt werden könne, „welche an der Hochschule ihre theologische Ausbildung erhalten“. Es sei

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deshalb „erfordert, dass hier zugleich ein Konviktorium für Studierende der Theologie eingerichtet werde. Dazu können die Hochwürdigsten Herren Bischöfe und die Ordensvorsteher ihre Untergebenen mit Beruhigung an die Hochschule senden“. Deshalb „beabsichtigt der gehorsamst Unterzeichnete, das genannte Konviktorium unter der Leitung von Priestern der Gesellschaft Jesu mit dem Beginne des nächsten Schuljahres zu eröffnen“18. Eine Meldung in den „Katholischen Blättern aus Tirol“ vom 27. April 1858 sagt nach einer Vorstellung der Fakultät weiter: „Die Einrichtung eines theolog. Convictes, welche von der hochw. Vorstehung d. G.J. in einem Flügel des hiesigen Collegiumgebäudes schon für das kommende Schuljahr beschlossen ist, wird ebenfalls beitragen, den Besuch der theolog. Facultät zu vermehren, indem die Erziehung in demselben nach den im Collegio Germanico zu Rom geltenden Vorschriften den hochwürdigsten Bischöfen die erwünschteste Garantie gibt, dass die Zöglinge einstens mit hl. Wissenschaft ausgerüstet, und in der Vollkommenheit priesterlicher Tugenden und Heiligkeit des Wandels Vorbilder der Gemeinde und treue, muthige Kämpfer für die Ehre des Hauses Gottes sein werden. Darum werden ohne Zweifel die hochw. Bischöfe es nicht nur gerne erlauben, sondern hoffnungsvolle Jünglinge sogar anweisen, und durch zugewendete Unterstützungen es ihnen möglich machen, die priesterliche Ausbildung an der hiesigen Facultät und im neuen Convicte zu erhalten. Der Tirolerbote hat bereits die Anzeige, welche hier wiederholt wird, enthalten, dass die Anmeldung um die Aufnahme in Letzteres frühzeitig geschehen möge, um in Bezug auf Localitäten und Einrichtung die gehörige Vorsorge treffen zu können“19. Da dieses Haus für die Fakultät und ihre Entwicklung eine wichtige Ergänzung war, findet seine Errichtung im Diarium der Fakultät ebenfalls ausführliches Echo: „Hoc anno Societas Jesu, ut votis plurimorum Antistitum responderet, domum Sancti Ni-

colai Oeniponte constituendam duxit, ut in ea Thelogiae auditores qui vellent, aut qui ex voluntate Episcoporum suorum deberent, sub cura Patrum Societatis in communi degerent, et praeter scientias etiam veram vitae ecclesiasticae rationem ediscerent. Convictus hic theologicus auditorum numerum egregie auxit“20. In der Tat, schon 1858 verdoppelte sich so die Zahl der Hörer. Das erste Diarium des Hauses setzt 1858 seine Aufzeichnungen mit der Bemerkung ein: „Hoc anno …etiam seminarium alumnorum in domo nostra vulgo S. Nicolai … constitutum est“21. Man übernahm den alten Namen des früheren Zentrums, der erst mit dem Neubau von 1911 zu „Canisianum“ geändert wurde, so an den für die Arbeit von Jesuiten in Innsbruck grundlegenden Seligen, Heiligen und Kirchenlehrer erinnernd. N. Nilles, der zweite Regens, hat schon 1870 als Manuskriptdruck eine „Historia Domus S. Nicolai Oeniponte …“22 vorgelegt, die ausführlich auf die Geschichte des früheren Hauses eingeht, ehe sie mit Kapitel 9 sehr knapp die Neugründung schildert: „Societas Jesu Oenipontem reducta antiquam domum recuperet. Convictum restituit. Aperti Seminarii status brevi in conspectu ponitur conductoribus remotis, in hunc finem adaptata omnibusque rebus convenientibus instructa est non sine magna quidem expensarum mole, allevata tamen eleemosynis benefactarum, in quibus praeprimis Sua C.R. Majestas Imperatrix-Mater, Carolina Augusta, et civis Oenipontana, D. Anna Malfatti memoriae tradi merentur. Anno insequenti 1858 convictum S. Nicolai restitutum 37 convictores ingressi sunt, eisque primus Regens (etiamnum nomen ejus, qui Convictui praeest) a Superioribus datus est Pater Joan. Bapt. Wenig, Bohemus … prof. publ. Ord., vir maximi in Convictum meriti atque ad constituendum regendumque Seminarium natus factusque: per integrum, quo domui regendae praeerat, biennium tam boni ordinis custos et vindex, quam in regimine sedulus et prudens. Patri Wenig 5


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anno 1860 exeunte successit P. Nicolaus Nilles…“23. M.Hofmann hat diese Bemerkungen in deutscher Übersetzung in seine Darstellung übernommen. Bis 1858 waren danach die Räume im künftigen Konvikt vermietet. Nachdem sie frei geworden waren, mussten sie für den neuen Zweck hergerichtet werden, was dank der Unterstützung von Wohltätern gelang, aus denen die Kaiserin-Mutter Carolina Augusta und die Innsbrucker Dame Anna Malfatti eigens erwähnt werden. Es traten im Herbst 37 Studenten ein, darunter vier Priester und fünf Ordensmänner. Bezeichnenderweise kamen drei der Priester aus der Diözese Brixen, womit Fürstbischof Gasser sehr praktisch seine Erwartung unterstrich, dass diese in Innsbruck die erwähnte umfassendere und tiefere Bildung bekommen sollten, die nicht nur das Universitätsstudium betraf, sondern auch die im Konvikt zu bietende Formung. Die Verantwortung für das Leben des Hauses trug neben dem Regens, d.h. bis 1860 P. Wenig, bis 1875 P. Nilles und anschließend P. Noldin, jeweils ein Präfekt, der in dieser Zeit häufiger wechselte und nicht nur für die äußere Ordnung, sondern auch für die geistlichen Anregungen zuständig war. Genannt werden bis zu P. Noldins Zeiten die PP. Kulas, Sagler, Türk, Heller, Bauer, Huber, Fischer und Jakobs. Von diesen wurde P. Johann Heller 1870 der erste eigentliche Spiritual des Hauses. Bis dahin waren die Betrachtungspunkte vom P.Präfekten gegeben worden24. Frühe Reaktionen auf das Konvikt enthalten Briefe Innsbrucker Professoren an das Germanikum in Rom. So schreibt P. Hurter 1859, die Konviktoren studierten ungemein fleißig und stünden an Fleiß gewiss dem Germanikum nicht nach. Und P. Jungmann bemerkt am 8.3.1859 nach dort, es biete „das theologische Convikt … allen Grund dem lieben Gott zu danken, dass er dazu seinen Segen gegeben hat. Es herrscht ein guter Geist unter den jungen Leuten. Die Zahl der Conviktoren ist jetzt 34: 3 Priester dieser Diözese, 1 Sitten und 1 aus dem 6

Cist.Closter Ossegg und 3 Kleriker von dort, 4 Münster, 4 Osnabrück, 2 Trier, 1 Köln (Aachen), 1 Csanad, 1 Wien, 1 Speier, 1 Luxemburg, 1 Paderborn, 3 Trient, 5 Schweizer (Sitten), 1 Rottenburg (Graf von Waldburg), 1 OSB (Lambach)“ 25. Die Ordnung dieser Gemeinschaft hat vor allem P. Nilles fixiert, der sich dazu wiederholt an das Germanikum in Rom wandte, wo er selbst studiert hatte26. Aus seinen Briefen nach dort lässt sich dazu vieles erfahren27. Einerseits wollte man das römische Germanikum als Vorbild nehmen, anderseits waren die Verhältnisse in Innsbruck in einer ganzen Reihe von Punkten andere, zumal es in manchen und nicht nur außerkatholischen Kreisen diesseits der Alpen erhebliche Vorbehalte gegen eine römische Ausbildung gab, die sich durchaus noch spüren ließen. Schon Kaiser Josef II. hatte seinen Untertanen die theologische Ausbildung in Rom untersagt und deswegen ein Konkurrenzunternehmen in Pavia eingerichtet28. Das wurde offensichtlich für viele andere Potentaten deutscher Länder Anlass, auch den eigenen Untertanen ein theologisches Studium „im Ausland“ zu verbieten und bei Nichtbeachtung als Strafe die Nichtanstellung solcher Geistlicher im jeweiligen Gebiet anzu­drohen. Eine ausdrückliche Bestimmung dieser Art gab es z.B. im Königreich Hannover, so dass von Osnabrück aus mancher junge Priester erst nach Dänemark oder in die norddeutschen Missionen geschickt werden musste, ehe er im eigentlichen Diözesangebiet zum Einsatz kam. Das erklärt wohl das frühe Interesse von vier Osnabrückern und einer ganzen Reihe künftiger Konviktoren an einem Studium in Innsbruck. In Osnabrück hatte man gerade 1858 in der Errichtung eines eigenen Priester-Seminars eine mögliche Formel gefunden, nach der alle Kandidaten die letzten Studien und Ausbildungsstufen vor den Weihen hier durchliefen. So haben die Studenten aus Innsbruck A. Hunfeld, C. Kuddes und G.H. Schumacher 1860 das Nikolaihaus verlassen und 1861 in der Heimat die Priesterweihe empfangen. Der ers-

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te wurde dann in Fridericia (Dänemark), der zweite in Meppen und der dritte in Christiania (Oslo) eingesetzt. Gründung und Aufschwung des Innsbrucker Konviktes hängen also auch mit den politischen Verhältnissen dieser Jahre zusammen. Zunächst entwickelte sich Innsbruck als Ort theologischer Ausbildung für die Kandidaten aus den Ländern der Habsburger, aber auch aus jenen deutschen Gebieten, in denen die theologische und geistliche Ausbildung unter staatskirchlichen Einschränkungen litten. Insofern trug die Innsbrucker Erfahrung auch zur Ausbildung eines katholischen Gemeinbewusstseins über die Einzelgrenzen hinweg bei, ein Faktor, der neben der Bischofskonferenz und den Katholikentagen durchaus eigenes Gewicht hat. Freilich vollzog sich diese Bewusstseinsbildung alles andere als ruhig und ungestört. Eine erste konkrete Erfahrung sollte 1859 der Krieg zwischen Österreich auf der einen und Frankreich und Piemont auf der anderen Seite werden. Es ging ja auch um die päpstlichen Staaten. Zur Unterstützung des Hl. Vaters gründeten die Studenten am 19.1.1861 den St. Michaels-Verein im Konvikt, der sich u.a. der Propagierung des Peterspfennigs verschrieb. In diesem Jahr kamen auch die ersten amerikanischen Alumnen aus den USA ins Haus, d.h. vor allem Kandidaten aus den deutsch besiedelten Gegenden des mittleren Westens. Damit wurde ein erster Schritt über Europa hinaus getan, der nachhaltig dazu beitrug, dem Sinn für die Katholizität der Kirche Auftrieb zu geben. Insofern ist das Innsbrucker Konvikt eine Instanz gegen die Nationalismen dieser Zeit geworden. Die zweite konkrete Erfahrung in diesem Zusammenhang wurde dann 1866 der preußisch – österreichische Krieg. Schon als diese Möglichkeit sich abzuzeichnen begann, rief Constantin Mattner, Priester der Erzdiözese Breslau im Konvikt am 22.April die Mitalumnen zu einem festen Zusammenschluss auch mit jenen auf, die schon in der Arbeit als Priester eingesetzt waren; P. Nilles fügt hinzu: “

Res ad maturiorem deliberationem dilata est“29, muss aber schon im Mai notieren: „Cum tristissimi belli rumores increbuerint, Convictores aliquot Borussiani, se ne ad militiam cogerentur, quoquomodo sibi provicerunt de literis dimissorialibus ad recipiendum Subdiaconatus ordinem…“30, d.h. bei Anwachsen der Kriegsgerüchte haben sich einige Konviktoren aus Preußen, um nicht eingezogen zu werden, die nötigen Briefe zum Empfang der Weihe zum Subdiakon besorgt. Heute mag es schwer sein, sich in die Gemüter der Studenten von damals zu versetzen. Aus dieser Erfahrung aber kam es im Konvikt von Innsbruck zur Gründung des Priester-Gebets-Vereins, dessen Sinn die Aufrechterhaltung und Förderung der Einheit unter den Absolventen war. Als wichtiges Mittel begründete man die „Correspondenz des Priestervereines unter dem Schutze des göttlichen Herzens Jesu bestehend aus Alumnen des theologischen Conviktes in Innsbruck“ (Als Manuskript gedruckt). Das Motto: „Cor unum et anima una“ erklärt sich aus dieser Situation. Die erste Nummer wurde am 10. November 1866 versandt. Vorhergegangen war ein Aufruf an alle Ehemaligen und eine Diskussion des Planes, der auf breite Zustimmung stieß. Der Aufruf lautet: „Euer Hochwürden! Der Wunsch, den im theologischen Convikte zu Innsbruck unter Clerikern aus allen Gegenden des katholischen Mittel-Europa waltenden Geist brüderlicher Gesinnung und Liebe auch noch nach der Rückkehr in die eigene Diözese durch ein äußeres Band dauernd aufrecht erhalten zu sehen, wurde brieflich schon von so vielen bereits in der Seelsorge thätigen Priestern, einstigen Conviktoren, angeregt, und wird von den jetzigen Alumnen des Conviktes so allgemein getheilt, dass nunmehr die Verwirklichung desselben unter der im anruhenden Organisations-Entwurfe skizzirten Form im Convikte mit Gutheißung der Obern zum Beschluß erhoben 7


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wurde; und dieß umso mehr, als die traurigen Zeitereignisse zu einer innigen Vereinigung im Gebete und zu erhöhter, gemeinsamer Bekämpfung der Grundursache dieser göttlichen Strafgerichte mit ernstem Rufe auffordern. Das unterzeichnete, mit der Ausführung dieses Beschlusses beauftragte provisorische Comité beehrt sich daher, Euer Hochwürden als ehemaliges Mitglied des Conviktes, hievon mit der achtungsvollen Bitte in Kenntniß zu setzen, ein Gutachten über den beiliegenden Entwurf oder eine etwa beabsichtigte BeitrittsErklärung binnen Monatsfrist portofrei hieher bekannt geben zu wollen, wofür das Comité im Namen der Versammlung im vorhinein den wärmsten Dank ausspricht. Innsbruck, am 26.Mai 1866. Constantin Mattner, Priester der Diözese Breslau als Präsident. Bernhard Hermes, Priester der Diözese Trier, als Sekretär. Jaroslav Graf von Saurma Jeltsch, Subdiakon der Diözese Breslau, als Kassier. Gustav Zenker, Pr. der Erzdiözese Prag. P.Bonifaz Radimersky, O.S.B. P. Gilbert Langhammer, S.O.Praem. P. Leo Schneedorfer, S.O.Cist. Raphael Schenk, Diakon der Diözese Trient. Bernhard Graf von Galen, Subdiakon der Diözese Münster. Bernhard Graf zu Stolberg-Stolberg, Akolyth der Diözese Breslau. Amatus Räss, Akolyth der Diözese Straßburg. Johann Nautermod, Akolyth der Diözese Sitten. Johann Czaja, Akolyth der Diözese Zips. Fr. Emerich Neuber, S.O.C., Profeßkleriker, Akolyth.“31 Der so angeregte Verein und sein Organ wurden Wirklichkeit und haben sich bis heute gehalten. Das „Korrespondenzblatt“ bildete nicht nur das Vorbild für ähnliche 8

Initiativen an anderen Orten, es wurde durch seine Nachrichten und Mitteilungen zu einer wichtigen Quelle der Information, zumal im Zuge der Unterdrückung des „Canisianums“ 1938 durch die Nazis ein Großteil der früheren Korrespondenz aus Sicherheitsgründen vernichtet werden musste. Wichtiger jedoch bleibt die Motivation, gegen die auflösenden nationalistischen und liberalistischen Kräfte bewusst eine Verbindung über geistige und materielle Grenzen hinweg zu fördern und zwar so, dass Unterschiede in Herkunft und Denken nicht eingeebnet, sondern in der größeren Einheit gerade möglich bleiben und gewahrt werden sollten. Natürlich hatte dieses Sich-Stellen gegen einen mächtigen Zeitgeist damals wenig Chancen auf gesellschaftlicher Ebene, blieb aber ein lebendiges und wirksames Signal. Von außen wurde das als Ultramontanismus kritisiert und abgelehnt. Politische Kräfte wandten sich unter der Fahne des Liberalismus gegen die Innsbrucker PriesterAusbildung. Sie suchten schon während des Ersten Vatikanischen Konzils durch Entzug der Mittel den Einsatz von Jesuiten in Innsbruck zu beenden. Damals schrieb Fürstbischof Vinzenz Gasser am 8. März 1870 von Rom aus nach Innsbruck: „Man täusche sich nicht, die theologische Fakultät der Gesellschaft Jesu abnehmen, heißt soviel, als sie und mit ihr auch die Universität vernichten … Die theol. Fakultät in Innsbruck ist die einzige in Österreich, die vom Ausland besucht wird … ich habe – besonders aus Liebe zu Innsbruck – an der Errichtung der theol. Fakultät und an der Vervollständigung der dortigen Universität einen maßgebenden Einfluss ausgeübt“32. Konsequenterweise versteht sich schließlich der Versuch der gewaltsamen Unterdrückung nach dem Anschluss Österreichs im Sommer 1938 als Maßnahme einer Macht, die hier einen Gegner auszuschalten suchte. Doch war das nicht der erste Ansatz in dieser Richtung; das ganze halbe Jahrhundert von Fakultät und Konvikt seit der Gründung war immer wieder von Initia-

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tiven entsprechender Kräfte gekennzeichnet, die freilich bei der Existenz der Fakultät im Rahmen der staatlich agierenden Innsbrucker Universität ansetzten. So erinnert das Correspondenzblatt 1896 an einen Exkurs von Prof Dr. Sueß vom 30.November dieses Jahres gegen die Innsbrucker Theologische Fakultät, die im Wiener Abgeordnetenhaus Anlass gab, über die ungleiche Vergütung der Innsbrucker Theologie-Professoren zu sprechen. Schon 1874 hatte sich Prof. Dr. Sueß über den Priesterverein und das Correspondenzblatt ausgelassen33. Mitten im Kulturkampf erklärte er in der Debatte des Abgeordnetenhauses des Reichsrats in Wien am 24. März 1874 als Spezialberichterstatter für Fragen des Budgets : „In diesem Jahre z.B. studiren in Innsbruck 209 Hörer; unter diesen sind 77 Inländer und 132 Ausländer….es ist ganz klar…, dass sie eben den Zweck erreichen will … nämlich die Ausbreitung eines Netzes von Ordensverwandten über alle Länder deutscher Zunge. Um nun diesen ausgetretenen Zöglingen, diesem Netze einen vollen Zusammenhang zu geben, wurde an dieser Facultät eine zweite Einrichtung getroffen, nämlich es wurde ein Verein gegründet unter dem Namen ‚Herz-Jesu-Verein’, welcher alle Abiturienten dieser Anstalt unter einander verknüpft. Das ist der zweite Schritt, um die Maschen des Netzes zu festigen, und ein dritter Schritt wurde durch die Herausgabe einer Sammelschrift gemacht, welche für alle einzelnen Abiturienten, die durch sämmtliche Diöcesen deutscher Zunge verbreitet waren, herausgegeben wurde, und deren Blätter, wie es hier steht, unter der gehörigen Vorsicht zu versenden sind“34. Das sollte eine Verschwörungstheorie untermauern, die der Berichterstatter in dem „nicht friedlichen, [sondern in dem] geradezu kriegerischen Zweck dieses Institutes deutlich“ gemacht zu haben glaubt. Als Beweis zitiert er päpstliche Äußerungen. „So zahlreich diese Breven sind, es ist keines darunter, welches nicht auf den kriegerischen Charakter dieses Institutes

hinwiese“35. Die Sichtweisen kontrastierten so stark, dass sich für die Angegriffenen ein Druck ergab, bei dem es nicht verwunderlich ist, wenn sich nach und nach die Perspektive einengte, und es scheint, als seien in dieser Entwicklung die genuin katholischen Dimensionen selbst ein wenig in den Hintergrund geraten. Der Behauptungswille verstärkte sich so, nahm aber gelegentlich Züge an, die heute etwas befremden können. Erwähnt seien aus dieser Entwicklung zwei bezeichnende Momente, nämlich zunächst die Auseinandersetzungen in den kulturkämpferischen Angriffen um 1870 und dann die Wahrmundaffäre von 1907/08. Zum ersten Moment kann man sich auf die gedruckten Reden im Reichsrat berufen, die nicht in aller Breite referiert werden müssen. Als Ergebnis ist der Ausschluss der Theologischen Fakultät von den Wahlen zum Rektor der Universität für 65 Jahre festzuhalten sowie eine Absprache mit der Ordensleitung über ein verändertes Vorgehen bei der Bestellung der Professoren sowie deren rechtliche Stellung und schließlich die Zuordnung von zwei Professoren von außen, die nicht dem Orden angehörten. Es kann nicht wundern, wenn beim Auftauchen dieser Schwierigkeiten der Gedanke an die Gründung einer Katholischen Universität nach Löwener Vorbild wieder wach wurde36. Zum zweiten Moment ist auf das Engagement von P. M. Hofmann zu verweisen, der sich in einer Protest-Versammlung im Stadtsaal zu Innsbruck am 10. Jänner 1907 mit einer Rede gegen die Bestrebungen des Vereins „Freie Schule“ wandte37. Es ging um die recht verstandene Freiheit für das wissenschaftliche und gesellschaftliche Leben, wie sie in der Erziehung der Kinder eingeübt werden muss. Doch eine argumentative Auseinander­ setzung, wie sie akademischen Standards entsprochen hätte, scheiterte an Vorurteilen. Das hinderte freilich nicht eine intensive Prüfung der Frage innerhalb von Fakultät und Canisianum, die indes ein differenzierteres und 9


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begründeteres Ergebnis brachte als die plakativen Slogans von Massenveranstaltungen und Protest­versammlungen. In den Differenzierungsprozess lässt sich auch der Neubau des Canisianums im Saggen einrechnen, der äußerlich eine deutlichere Absetzung vom Jesuitenkollegium bewirkte. Raum­mangel war schon bald nach der Gründung beklagt worden. Man hätte noch viel mehr Bewerber aufnehmen können, wenn man die räumlichen und die personellen Mittel dazu verfügbar gehabt hätte. P. Nilles hatte die Frage in seiner Korrespondenz mit römischen Freunden wiederholt angeschnitten. Umgesetzt wurde der Neubau und die Erweiterung sowie die „Verselbständigung“ unter P. M. Hofmann. Die Grundlagen waren klar und hatten sich gefestigt; entscheidend für diese erste Phase war das Wirken von P. N. Nilles. Das Konvikt als akademisches Zentrum Die mit P. Hofmanns Namen verbundene Phase ist allerdings nicht nur durch den Neubau im Saggen (1911) gekennzeichnet, sondern mehr noch durch den Ersten Weltkrieg und die Notwendigkeit, dem Germanikum nach der Ausweisung aus Rom in dieser schweren Zeit eine Fortexistenz zu sichern, die in der Folge P. Hofmanns Einsatz für die Neu-Etablierung des Germanikums in der ewigen Stadt sah38. In Innsbruck waren die Schwierigkeiten der Nachkriegsjahre zu meistern, was auch mit Hilfe von Unterstützung aus der Schweiz gelang. Bis 1925 wirkten P. Hatheyer und P. Donat als Regenten, danach übernahm P. Hofmann erneut dieses Amt und sollte es bis 1941 versehen. Das garantierte einen Stil des Hauses und der Gemeinschaft in den Bahnen, die seit längerem erprobt waren. Dass in den 30er Jahren zunächst eine Beteiligung des Canisianums am theologischen Aufbruch markant werden sollte, lässt sich in der Rückschau klarer sehen als damals39. Denn schon sehr rasch schob sich die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus so in den Vordergrund, 10

dass es eigentlich gar nicht mehr zu einer deutlichen Positionsbestimmung kam, weil die Welle der Gewalt gleich so brutal hereinbrach. Immerhin ist es bezeichnend, dass man doch so etwas wie eine Behauptung in Eigenständigkeit wagte, wohl wissend, wie wenig Chancen bestanden, damit länger durchhalten zu können. Aber ein Signal wurde gesetzt, und es wurde auch wahrgenommen. Hier ist die Errichtung einer kirchlichen Hochschule im Canisanum und im Jesuitenkolleg nach der Aufhebung der Universitätsfakultät im Sommer 1938 und ihre Geschichte zu behandeln. Kaum war die Entscheidung des Naziregimes bekannt, die Theologische Fakultät an der Universität aufzulassen, da protestierte der Fürsterzbischof von Salzburg Siegmund Waitz nicht nur in Wien beim Reichsstatthalter J. Bürckel gegen diesen Willkürakt40, sondern verfügte am gleichen Tag: „Auf Grund der Auflösung der theologischen Fakultät an der Universität Innsbruck bestimme ich, dass das Seminarium maius mit allen Jahrgängen von jetzt ab als Diözesanseminar im Canisianum Innsbruck, Tschurtschenthalerstraße 7, weitergeführt wird, wobei die bisherigen Professoren der aufgelösten Innsbrucker Theologischen Fakultät die Vorlesungen halten“41. Damit war das Canisianum vom Konvikt zum bischöflichen Seminar mit eigenem Lehrbetrieb geworden. Das wurde auch durch die päpstliche Errichtung einer kirchlichen Hochschule Mitte August nicht hinfällig. Der Zwang der Umstände hatte das Konvikt also zum Sitz einer eigenen Fakultät und der Leitung einer Hochschule werden lassen, die als kirchliche Einrichtung nicht direkt dem Zugriff der politischen Machthaber ausgesetzt war. Unter dem Namen „Facultas Canisiana“ nahm sie im September ihr Wirken auf bis wegen der Beschlagnahme der Gebäude der Teil der ausländischen Studierenden im Novem­ ber/Dezember 1938 nach Sitten/Schweiz ausweichen musste. P. Fr. Lakner hatte als Rektor die Last dieser Umsiedlung und

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die Organisation der neuen Einrichtung vor allem zu besorgen. Er hat davon in seiner Darstellung „Collegium Canisianum“ 1933195842 ausführlich berichtet. Dennoch war ihm bewusst – wie er in der ersten Fußnote sagt -, dass eine umfassende Darstellung des Zeitraums weit mehr verlangen würde; er kündigte eine solche Arbeit an, doch wurde diese Absicht leider nicht Wirklichkeit. Später noch hat sich dem D.M. Schneider zugewandt mit der Darstellung „Verfolgung, Widerstand und Emigration der Innsbrucker Jesuiten in den Jahren 1938 und 1939“43. Doch auch er konnte die Tatsachen nicht umfassend erkunden und darstellen, weil ihm entging, dass diese Emigration nur einen Teil von Professoren und Studierenden betraf – den kleineren übrigens -; den anderen war zu dieser Zeit eine Emigration gar nicht möglich. Mit der Errichtung der kirchlichen Hochschule im August 1938 durch Papst Pius XI. waren das Collegium Canisianum und das Jesuitenkolleg in Innsbruck je zum Ort einer Fakultät geworden, d.h. die Wohnheime wurden zugleich Zentren der wissenschaftlichen Ausbildung. Nach der ursprünglichen Ordnung sollte die Philosophische Fakultät ihren Sitz im Jesuitenkolleg, die Theologische Fakultät ihren Sitz im Canisianum haben. Doch dieser Plan ließ sich nicht einmal zwei Monate lang einhalten, weil die Beschlagnahme der Gebäude des Canisianums schon ab November eine Umdisposition erzwang. Wie erwähnt, konnten nach Sitten nur nichtdeutsche Studierende ausreisen, begleitet von einigen Professoren, die eine Genehmigung dazu bekamen. Die Gruppe war so zusammengesetzt, dass notdürftig im Wallis Philosophie und Theologie doziert werden konnte. In Tirol verblieben nicht nur die Mehrzahl der Studierenden und der größere Teil des Professorenkollegiums, das ebenfalls den ganzen Ausbildungsgang bieten sollte. Im Canisianum bestand auch das Diözesanseminar weiter, und im Jesuitenkolleg fand der Lehrbetrieb noch fast ein Jahr hindurch statt, freilich sehr rasch mit einem Schwer-

punkt auf der Theologie, weil die Philosophiestudenten damals an der Hochschule in Pullach bei München untergebracht werden konnten. Offensichtlich hat Fürsterzbischof Waitz seine Errichtung des Diözesanseminars im Canisianumgebäude von Innsbruck am 27.10.1938 den staatlichen Stellen zur Kenntnis gebracht. Unter dem 26.11.1938 bekam er nämlich zur Antwort: Man sehe sich „nicht in der Lage …, der Errichtung einer solchen Lehranstalt in Innsbruck zuzustimmen … eine zwingende Notwendigkeit für die Errichtung einer Diözesanlehranstalt in Innsbruck …[sei nicht]… gegeben“44. Dennoch gaben die kirchlichen Verantwortlichen die Sache nicht auf, obwohl am 21.11.1938 das Gebäude des Canisianums durch die Gauleitung bereits dem Oberfinanzpräsidium zugewiesen worden war. Inzwischen hatte Fürsterzbischof Waitz am 28.9.1938 seine bischöflichen Kollegen zu einer Denkschrift in dieser Sache an Hitler selbst bewegen können. Außerdem gab die Art der Beschlagnahme der Liegenschaften Grund zu einer Eingabe beim Innenministerium in Berlin, das die Räumung denn auch einen Augenblick lang sistierte. Schließlich schaltete man das Finanzministerium ein, dem die Dienststelle unterstand, die das Gebäude übernehmen sollte. Interessant ist die Beschwerde der Apostolischen Administratur an den Reichsminister des Innern in Berlin vom 11.2.1939, womit man der früheren Beschwerde der Leitung des Canisianums beitrat „für jenen Teil des Canisianums …, in dem sich ihr Priesterseminar befindet und [wo] sie selbst durch einen im vergangenen Sommer abgeschlossenen Mietvertrag vom 25.Juli 1938 Benützungsrecht hat“. Zur Begründung wird ausgeführt: „Das Priesterseminar … besteht nunmehr seit fünf Jahren in Innsbruck … [und sei zuletzt] in die größere Kommunität des Canisianums eingegliedert [gewesen]. Nachdem nunmehr zwei Drittel des Canisianums in der Benützung des Oberfinanzpräsidiums Innsbruck stehen und alle Ausländer wie auch die übrigen Con11


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viktoren aus dem Altreich notgedrungen das Canisianum verlassen mussten, tritt in dem jetzt noch nicht von der genannten Behörde besetzten Teil (Südteil) das Priesterseminar der Apost. Administratur wieder rein in Erscheinung. … Wie aus Vorstehendem hervorgeht, handelt es sich … nicht um eine Neugründung, sondern nur um den Weiterbestand einer schon früher zu Recht bestehenden kirchlichen Anstalt. … [zudem] weisen wir darauf hin, dass es im Deutschen Reiche noch nie geschehen ist, dass ein Priesterseminar aufgehoben wurde, und berufen uns hier im besonderen auf die Rede des Herrn Reichskanzlers und Führers vom 30. Januar 1939, woraus uns die bestimmte Erwartung wurde, dass dies auch in Zukunft nicht geschehen wird“45. In den letzten Februartagen begab sich Bischof P. Rusch eigens nach Berlin, um bei den verschiedenen Stellen diese Position noch einmal zu bekräftigen, konnte aber nichts erreichen. Als er nach Innsbruck zurückkehrte, blieb ihm sogar selbst nichts anderes übrig, als seine Unterkunft im Canisianum zu räumen. Vom 1.3.1939 an hatte das Gebäude aufgehört, der Priesterausbildung zu dienen; Zeuge dieser Bestimmung blieb die versiegelte Kollegskirche, die während der Kriegsjahre an die eigentliche Bestimmung des Canisianums erinnerte. Mit Mühe konnte vorerst die von Parteistellen betriebene Exsekrierung der Kirche abgewendet werden.46 Wichtig bleibt die erwähnte Eingabe der österreichischen Bischöfe an Hitler. Der Chef der Reichskanzlei ließ sich nämlich von Wien aus über die Sache informieren. Unter dem 14.1.1939 ging ihm eine amtliche Stellungnahme zu, in der über das Canisianum zu lesen ist: „Die theologische Fakultät wurde dann von den Jesuiten im Konviktsgebäude ‚Canisianum’ in Innsbruck in versteckter Form weitergeführt. Dieser Fakultät gehören etwa 150 Studierende an, darunter rund 80 Ausländer, insbesondere Amerikaner und Engländer, die nach der nunmehrigen Inanspruchnahme des Canisianums durch das Ober12

finanzpräsidium in das Jesuitenkonvikt in Sitten, Schweiz, übersiedelt sind…. Die gegen die Inanspruchnahme erhobene Beschwerde liegt dem Reichsminister des Innern zur Entscheidung vor“47. Nach völliger Räumung des Canisianums erhielt der Erzbischof von Wien, Kardinal Innitzer, am 20.3.1939 die Antwort auf die Eingabe an Hitler, die deutlich die Verbindung zum Orden der Jesuiten als Grund für die Unterdrückung nannte48. Neben dem schon erwähnten Studium in Sitten/Schweiz ergaben sich demnach aus der kirchlichen Hochschule in Innsbruck von 1938 zwei Einrichtungen; die eine das Priesterseminar der Apostolischen Administratur mit einer eigenen Leidensgeschichte49. Die andere war das vorläufig in Innsbruck weitergeführte Studium mit nahezu 200 Studierenden, das dann ebenfalls durch volle Beschlagnahme des Kolleg-Gebäudes an der Sillgasse gleich nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 12.10.1939 unterbunden werden sollte50. Man musste Innsbruck und Tirol verlassen. Verdeckt gelang es jedoch in Wien, die Arbeit ebenfalls bis zum Kriegsende weiterzuführen. Unter dem Druck des Regimes war es aber nicht möglich, für diese Einrichtung mehr als unbedingt erforderlich Unterlagen zu erstellen und aufzubewahren. Aus Sicherheitsgründen musste sich dieses Studium sowohl an die KatholischTheologische Fakultät der Universität Wien wie auch an die Bildungsaktivitäten des dortigen erzbischöflichen Seelsorgeamtes anlehnen. Auf Grund der Tätigkeit in Innsbruck 1938/39 führte diese Einrichtung ohnehin eher die Tradition des JesuitenKollegs fort, während die Tradition des Canisianums offiziell in der Schweiz ihre Fortsetzung fand. Die Einzelheiten sind hier nicht ausführlich darzulegen51. Immerhin ist zu betonen, dass die beiden Kollegien eine Kirchliche Hochschule bildeten, an deren beiden Fakultäten die Grade des Licentiats und des Doktorats erworben werden konnten. Zum Dekan der Theologischen Fakultät war ursprünglich P. Hugo

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Rahner bestimmt, zu dem der Philosophischen Fakultät P. J. Kleinhappl. Als Rektor sollte P. Fr. Lakner fungieren, der damals gerade Hausrektor des Canisianums war. In diesem Kolleg waren 156 Studierende untergebracht, von denen gut die Hälfte einige Monate später in die Schweiz umsiedeln konnten52. Zuvor erschien sogar noch ein Vorlesungsverzeichnis der neuen Hochschule53; im Canisianum war seit der Auflassung der Fakultät an der Universität zudem das Seminar der Apostolischen Administratur mit 72 Studierenden untergebracht sowie die Kanzlei. Dadurch ließ sich dann die völlige Räumung des Hauses bis zum März 1939 hinziehen, war aber nicht mehr abzuwenden. Das Leben in der Schweiz hat wiederholt seine Beschreibung gefunden. Dieses reduzierte Canisianum, dessen Studentenzahl zeitweilig auf unter 20 zurückging, litt an den erzwungenen Einschränkungen, setzte aber – so gut es eben ging – den Einsatz fort. 1945 konnte dann in Innsbruck die Arbeit im altgewohnten Rahmen wieder aufgenommen werden; denn das Haus hatte keine größeren Kriegsschäden davongetragen. Freilich musste das Wohnheim, das als Finanzamt gedient hatte, erst wieder entsprechend eingerichtet werden. 1946 schloss dann das Canisianum von Sitten seine Pforten und machte damit wahr, was schon zu Anfang des Asyls betont worden war, dass es sich um einen nur vorübergehenden Aufenthalt handeln sollte, bis die Rückkehr nach Innsbruck möglich würde. Als es soweit war, suchte man die Rückkehr gleitend zu gestalten, ohne dass die Unterschiede allzu stark in Erscheinung traten. Dennoch kam es dabei zu beträchtlichen Veränderungen. Man verzichtete zwar nicht auf den Charakter einer Kirchlichen Hochschule, ordnete sich aber gleich wieder der Fakultät an der Universität zu. Vor allem musste die internationale Gemeinschaft sich erneut finden und einüben und dabei die Nachkriegssituation berücksichtigen, die manche neue Aufgabe bereithielt. Fr. Lakner war der Meinung,

man könne diese ganze Phase bis 1958 zusammenfassen. Und so stellte es sich damals manch einem dar. Es lässt sich auch kaum bestreiten, dass Innsbruck in dieser Zeit einen theologischen Aufbruch sah, der sich gerade den Erfahrungen unter der Diktatur und dem Krieg verdankte, mochte das zuerst wenig deutlich und bewusst sein. Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil und der Nachkonzilszeit ähnelte das Leben im Canisianum noch sehr stark den früher entwickelten Ordnungen. Die Meinung jedoch, es sei ein „Gefängnis“ gewesen, dürfte nur jemand vertreten, der den Sinn und die tieferen Gesetze eines solchen Zusammenlebens gar nicht wahrgenommen hat oder eine unzutreffende Vorstellung von einem Gefängnis hat. Konvikt im Spiegel weltkirchlicher Entwicklungen - Internationales Theologisches Kolleg Die letzte Phase des vergangenen halben Jahrhunderts wird durch den Wiederaufbau und das Zweite Vatikanische Konzil bestimmt, durch die Errichtung der Diözese Innsbruck, durch Neuordnungen in der Kirche und durch hektische Wandlungen im gesellschaftlichen und öffentlichen Leben. Das „Canisianum“ bekam seinen Anteil an Turbulenzen durchaus mit, wenn auch etwas verzögert, entwickelte sich dann aber im Ganzen in eine Richtung, die durch eine zunehmende Zahl asiatischer und afrikanischer Studierender geprägt war. Es wandelte sich von einer grundsätzlich deutschsprachigen und mitteleuropäischnordatlantischen Einrichtung zu einem Zentrum vieler Sprachen, Kulturen und Traditionen. Das aber scheint sich eher ergeben zu haben, als dass es angestrebt und zielgerichtet gestaltet worden wäre. Konkrete Erfahrungen bedingten Überlegungen und praktische Versuche, dieser Entwicklung auch bewusst zu entsprechen. Dabei erwiesen sich alte Strukturen des Lebens im Haus unter den neuen Verhältnissen nicht immer als hilfreich, bisweilen sogar 13


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als ausgesprochen hinderlich. Die Gliederung in Landsmannschaften führte z.B. zur Bildung geschlossener Gruppen, und da schien der Leitung des Hauses schließlich ein Eingreifen nötig. Im ganzen vollzog sich der tief greifende Wandel dank der alten und lebendigen Tradition zwar unter Spannungen, aber letztlich doch spürbar nach dem Motto „Cor unum et anima una“54. Das Miteinander verschiedener Herkünfte, Sprachen und kirchlicher Lebensformen war hier ja nichts Neues, mochte es jetzt auch noch größeren Herausforderungen ausgesetzt sein. Die Aufgabe der „Inkulturation“ stellte sich nachdrücklicher als bewusste, wurde theoretisch aufgeworfen und diskutiert, was nicht ohne Folgen für die Selbsteinschätzung und das Verhalten aller Beteiligten blieb. Eine erste Beobachtung in diesem Zusammenhang betrifft darum die Leitung des Hauses, die sich nach und nach dieser Aufgabe und diesem Wandel zu stellen hatte. Mit P. Fr.Lakner endete die Reihe jener Regenten, die zugleich Professoren an der Theologischen Fakultät waren. Zwar nahmen bis etwa zum Konzil noch bekannte Universitätsprofessoren als Rektoren des Hauses – man denke an P. H. Rahner und P. J.A. Jungmann – die Interessen des Canisianums nach außen hin wahr, aber im ganzen ist eine weitere Verselbständigung des Konvikts gegenüber der Fakultät unverkennbar, zu der ein erster Schritt schon mit dem Neubau im Saggen 1911 getan war. Außerdem verkürzte sich künftig die Zeit des Wirkens der einzelnen Regenten gegenüber früher und stellte sich dann oft als Vorbereitung auf andere Dienste dar. Der Charakter des Hauses folgte schon damit deutlich dem Weg der Weltkirche, die sich dieser ihrer Wirklichkeit auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil in neuer Weise bewusst geworden war. Vielleicht gab man sich jedoch zu sicher, die weitere Entwicklung wesentlich selbst bestimmen zu können. Man versuchte es jedenfalls, geriet aber zunehmend unter den Druck von Kräften von außen. 14

Eine zweite Beobachtung sieht in der Rückschau die Abhängigkeiten von den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen dieser Jahrzehnte deutlicher. Die zunehmenden Zahlen von Studierenden aus Asien und Afrika brachten doch ein Problem der Verständigung mit, das zuvor anders ausgesehen hatte. Außerdem hatten diese Studierenden nicht selten Vorbereitungen ganz anderer Art hinter sich, als sie für die bisherigen Verhältnisse selbstverständlich waren. In der Rückschau ist weiter zu fragen, ob die Lehrenden an der Fakultät diesen Wandel aufmerksam genug zur Kenntnis nahmen und sich hinreichend sensibel darauf einzustellen wussten. Zugleich war allgemein ein Rückgang an Kandidaten für das Priesteramt zu beobachten. Das wäre für ein internationales Seminar mit überzeugendem Profil an sich noch nicht so gravierend gewesen. Vergleichbare Häuser in Rom etwa konnten eine kontinuierliche Nachfrage sichern. Doch nach Innsbruck kamen aus den USA kaum noch Studierende und auch in Europa wurde bald ein Einbruch spürbar, zumal sich in Diözesen und Ordensgemeinschaften die Tendenz auswirkte, Interessenten zunächst in der Nähe selbst genauer kennen zu lernen und zu prüfen, ehe man sie an auswärtige Institute sandte. Zwar bot sich Innsbruck in den Jahren etwa der Studentenrevolten noch als Hort ruhiger Ausbildung an55 und genoss ein hohes Vertrauen bei vielen Verantwortlichen; es waren aber schon Teile des großen Hauses an Studenten anderer Fakultäten vermietet, was sich auch für die Kollegsgemeinschaft auswirkte. Die allgemeine Mobilität der Menschen in diesen Jahren ging auf Kosten einer zusammenhängenden Ausbildungsgemeinschaft im früheren Sinn. In den Studien war zu spüren, dass gerade aus der näheren Umgebung Tirols und Innsbrucks viel mehr junge Menschen an die Universität drängten, so dass der Regionalbezug nachdrücklicher in den Vordergrund rückte. Beim vorherrschenden Kommissionswesen an den

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Hochschulen, von dem Nichteinheimische zunächst ausgeschlossen blieben und bei den Mehrheitsregelungen für an sich demokratisch gemeinte Entscheidungsfindungen musste das zu Verlagerungen in den Interessen führen. Nicht nur die materielle, auch die geistige Mobilität schien schwächer zu werden oder mindestens zu stagnieren. Die Innsbrucker Theologenausbildung hatte in ihrer seit langem sehr stark internationalen Prägung einen folgenreichen Wandel hinzunehmen, der sich auf das Canisianum auswirkte. Die Theologische Fakultät wuchs ja für eine gewisse Zeit ebenfalls, in der Zusammensetzung ihrer Studentenschaft kam es zu Umschichtungen, die wohl zu wenig Aufmerksamkeit und Berücksichtigung erfuhren, sieht man von einer eher gefühlsmäßig vorgenommenen Anpassung ab. Die einsetzenden bewussten Reformaktivitäten im öffentlichen Hochschulwesen ließen Unsicherheit wachsen, auch in Studentenheimen. Die Möglichkeiten bisheriger Formung gerieten in die Kritik und weckten den Eindruck, die Ziele seien auch billiger und leichter zu erreichen. Das alles nährte eine Mentalität und Erwartungen, die nicht ohne Konsequenzen für die Bildungsvorstellungen in Häusern wie dem Canisianum blieben. Die Katholische Kirche – dritte Beobachtung – hatte vom Zweiten Vatikanischen Konzil her sich eine Neukonzeption des Bildungswesens an Universitäten und Fakultäten aus kirchlicher Sicht vorgenommen. Als dazu 1979 mit „Sapientia Christiana“ die Rahmenentscheidung vorgelegt wurde, die nicht zuletzt auch Kritik an den früheren Regelungen berücksichtigt und ein leistungsfähigeres Bildungswesen im Auge hatte, suchten die Bischöfe des deutschen Sprachraums mit Akkomodationsdekreten 1983 die Vereinbarkeit von kirchlichem und staatlichem Hochschulrecht zu sichern56. Doch schon um diese Zeit setzte in politischen Kreisen der europäischen Öffentlichkeit ein Planen in gerade umgekehrter Richtung ein, dessen Tendenzen für viele erst mit dem so genannten

Bologna-Prozess klar wurden. Reform hieß jetzt meist nichts anderes als Umsetzung von Einsparmöglichkeiten, Verkürzung von Zeiten, Begrenzung nötiger Mittel. Dazu waren selbst massiver Druck und nur dürftig verschleierte Eingriffe in bislang gültige Rechts­regelungen bei der Hand. Kirchlich Verantwortliche für die theologische Ausbildung, die wie die deutschen Bischöfe noch 2003 eine neue „Rahmenordnung für die Priesterbildung“57 beschlossen, waren von ganz anderen Voraussetzungen ausgegangen und jetzt ohne ihr Zutun in eine Zwickmühle geraten. Sie erwarteten mehr als je, was andererseits aber in kürzerer Zeit, mit weniger Lehrenden und geringeren Mitteln geleistet werden sollte für eine aufs Ganze gesehen größere Zahl von Studierenden, unter denen die Priesteramtskandidaten, die bis vor kurzem das überwiegende Kontingent dieses Faches ausgemacht hatten, zur immer kleineren Gruppe wurden. Wie sich angesichts dieser Entwicklungen ein Haus wie das Canisianum entsprechend gestalten lässt, ist eine Frage, auf die keine leichte Antwort bereitliegt. Die Gegebenheiten machen Neukonzeptionen unumgänglich, zunächst in den inneren Strukturen, dann aber auch in der grund­ sätzlichen Ausrichtung. Schließlich kam es unter dem Druck der Verhältnisse um 2005 zu Überlegungen über eine entsprechende Neuordnung. Das „Statut 2007“ sagt unter Nr. 4: „2006 hat das Collegium Canisianum durch den Provinzial der Österreichischen Jesuiten eine den neuen Zeiterfordernissen angepasste Zielsetzung erhalten. Seit 2007 dient es als Internationales Theologisches Kolleg vorwiegend der postgraduierten akademischen Spezialisierung und Fortbildung von Priestern und Studierenden aus Diözesen, Orden und Apostolischen Gemeinschaften.“58 Der gleiche Text bestimmt das Leitbild in der „Ratio localis“, die ebenfalls 2007 herauskam. Die Lebensordnung möchte eine Gemeinschaft „In mitgetragener Verantwortung“ als „Kommunität qualifizierter Weiterbildung“, die „Im Gehorsam der 15


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Sendung“ und „Im Dienst der Kirche“ sich „Durch eine Spezialisierung der Studien“ auszeichnet, was modern formuliert auf die Gründungsabsichten zurückverweist, die als Ziel „umfassendere und gründlichere Wissenschaft“ formulierten. Das soll „Im Geist des ‚Cor unum et anima una’“ und „In der Diözese Innsbruck, im Lande Tirol“ geschehen. Heißt das, nach 150 Jahren sei das theologische Konvikt zu den Ausgängen zurückgekehrt? Ja und nein. Die wechselvolle Geschichte des Hauses hat ihren Teil unter mancherlei Rücksichten in die heutigen Gegebenheiten eingebracht. Die jetzige Situation sieht anders aus als damals. Das Bewährte soll unter diesen Umständen weiterhin wirksam bleiben, dem heute berechtigt Erwarteten soll entsprochen werden. Ein Hinweis auf den Geist des Konvikts, wie er sich aus den berichteten Erfahrungen ergibt, mag am Schluss zusammenfassen, worum es geht. Gegen die auflösenden und spalterischen Erscheinungen in den liberalistischen und nationalistischen Strömungen des 19. Jahrhunderts wurden betont Miteinander und Einheit in Vielfalt angestrebt. Dabei schloss man zugleich die uniformistischen Tendenzen der Zeit mit ihrer Bereitschaft zu Gewalt und Unterdrückung aus, die sich in den großen einseitigen Ideologien und kriegerischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts unzweideutig entlarvten und demaskierten. Man griff demgegenüber in Innsbruck auf weitere geographische und geschichtliche Räume aus im Sinne einer bewusster werdenden Katholizität, die keine eigentlichen Gegner kennt. Gegnerschaft wurde ihr von äußeren Kräften aufgedrängt, die Welt nur in Fronten zu denken vermögen. Man sah sich dann entgegen den eigenen Prinzipien zur Partei gemacht, wie unter dem Nationalsozialismus. Der zähe Widerstand gegen dessen Unterdrückungsmaßnahmen war ein Einsatz für eine andere Sicht der Welt und der menschlichen Gemeinschaft. Das blieb nicht ohne Erfolg, wenn auch unter Anstrengungen, die von niemandem 16

einfach gefordert werden können, die aber freiwillig erbracht, etwas vom Geist spüren lassen, der hier wirksam war. Wenn eine ihrer Natur nach auf Miteinander angelegte Einrichtung von anderen als Gegner bekämpft wird, dann ergibt sich daraus eine unerträgliche Tragik, wie sie sich in den Unterdrückungen von 1938 und 1939 bis zum äußersten gezeigt hat. Was heute Globalisierung heißt, würde sich gern als Einsatz für ein Miteinander empfehlen, gerade weil es das oft nicht ist. Nur möchten sich die spalterischen und unterdrückenden Kräfte hier gern hinter anderen hehren Zielen verstecken. An der Einrichtung des Canisianums wurden schon in der Vergangenheit die Gedanken vieler offenbar, schieden sich die Geister, wenn da überhaupt immer von Geist gesprochen werden könnte. Der Einsatz von Jesuiten in Innsbruck gab so ständig Anlass und Grund zu Unterscheidung und Urteil, ein Dienst, den man auch weiter geleistet sehen möchte. Summary The article reflects the history of the international College of the Canisianum. Despite the close connection of the Canisianum with the Theological Faculty of the University of Innsbruck, there were right from its beginning certain original traits in the way of training its students in higher education. Thus, in the struggle for this education the Canisianum played also an academic role. The College, in facing contemporary tasks, claims to remain a reliable institution in service of the church.

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1 Zu ihm: Albert Oesch, P. Michael Hofmann S.J. Regens des Theologischen Konviktes Canisianum in Innsbruck, Innsbruck 1951. 2 Vgl. „Vier Alt-Innsbrucker im Kardinalskollegium“, in: Korrespondenzblatt des Cani­sianums 80 (1946) 1, 14-20. 3 Innsbruck 1908. Als Manuskript gedruckt. 4 Vgl. besonders H. Rahner, Die Geschichte eines Jahrhunderts. Zum Jubiläum der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck, in: ZKTh 80 (1958) 1-65. 5 M. Hofmann, Das theologische Konvikt …, Innsbruck 1908, 21. 6 Ebd. 27. 7 Anfangs wurde die Summe von 200 fl bzw. 240 fl cm für zehn bzw zwölf Monate angegeben; vgl. Prospekt. 8 Archiv des Coll. Canisianum Innsbruck - Handschrift mit 287 Seiten, in welche vorn der Prospekt eingeklebt wurde. 9 16 (1858) 694-695 und 714-715. 10 Vgl. K. H. Neufeld, Die Theologische Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Diskussionen und Initiativen um ihre Wiedererrichtung 1857, in: ZKTh 129 (2007) 313-344. 11 Die Voraussetzungen für ein Universitätsstudium wurden von Seminarien der Diözesen in der Regel nicht verlangt. 12 Schon M. Hofmann, Das theologische Konvikt … Innsbruck 1908, 25 Anm. 1, aber auch H. Rahner, Die Geschichte eines Jahrhunderts … ZKTh 80 (1958) 9. 13 Vgl. das Schreiben von Minister Graf Thun an den Provinzial vom 6.11.1857, in: ZKTh 80 (1958) 10. 14 Er hat diese Frage als ein „Sturmzeichen“ gegen die Jesuiten behandelt; das kann sie aber anfangs nicht gewesen sein. Deswegen bleibt zu klären, woher dieser Vorbehalt kam und aus welchem Grunde er gemacht wurde. Dass sich nach 1860 Liberale für ihre Zwecke dieser Möglichkeit bedienten, ist etwas anderes. 15 K.H. Neufeld, Die Theologische Fakultät … in: ZKTh 129 (2007) 124. 16 Mit Ausnahme des sprachlich nicht korrekten Teils. 17 Vgl. Das Priesterkolleg St. Augustin „Frintaneum“ in Wien 1816 bis 1918, Hg. K.H. Frankl/ R. Klieber, Wien 2008.

18 H. Rahner, Die Geschichte eines Jahrhunderts … 15: Brief von P. G. Patiß, der vermutlich schon an alle Bischöfe des künftigen Einzugsbereichs gerichtet wurde; denn der Fürstbischof von Brixen war über die meisten Vorgänge längst unterrichtet und an ihnen beteiligt, die in diesem Schreiben erwähnt sind. 19 Katholische Blätter aus Tirol 16 (1858) 427. 20 H. Rahner, Die Geschichte eines Jahrhunderts …15. Nach D fol. 5. 21 Diarium … S. 1. 22 In lateinischer Sprache. Typis Feliciani Rauch. Alumnis convictus Theologorum ad S. Nicolai Oeniponte, ex aedibus … in vigilia festi SS. Cordis Jesu an. 1870. 23 N. Nilles, Historia Domus … Innsbruck 1870, 8. 24 Vgl. M. Hofmann. Das theologische Konvikt … Innsbruck 1908, 54. 25 Archiv Coll. Germanikum Rom. 26 Vgl. Archiv Coll. Germanikum Rom Briefe vom 11.3.1861 an P. Huber mit der Bitte um die Statuten des Kollegs und die Aufteilung der verschiedenen Ämter und vom 3.6.1861 an den Rektor des Germanikums mit Dank für die schönen Sachen, die durch Herrn Niehaus überbracht worden seien. 27 Vgl. P. Nikolaus Nilles, in: K.H. Neufeld, Die Theologische Fakultät … ZKTh 129 (2007) 337340. 28 Vgl. A. Steinhuber, Geschichte des Collegium Germanicum Hungaricum in Rom II, Frei­burg­/Br. ²1906, 187-190 und 192-205. 29 Diarium, S. 201. 30 Ebd. 31 Dem Exemplar des Korrespondenzblattes des P.G.V.-Sekretärs beigebunden. Archiv Collegium Canisianum Innsbruck. 32 Zitiert von M. Hofmann, Das theologische Konvikt …, Innsbruck 1908, 57f. 33 Correspondenzblatt 1896, Nr. 4, 61f. unter Verweis auf Correspondenzblatt 1874, 295. 34 Nach dem Heft „Die Jesuiten-Facultät in Innsbruck. Beleuchtet durch die bedeutendsten Reden aus der Debatte im Abgeordnetenhause des Reichsraths am 24. März 1874“, Wien/Teschen 1874, 5. 35 Ebd. 6. – Die Veröffentlichung umfasst 100 Seiten und enthält auch die Abstim­ mungsergebnisse, nach denen der Fortbestand und die Dotierung in

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bisheriger Weise fortgeführt werden konnten. 36 Schon 1865 brachte der in Innsbruck herausgegebene Herz-Jesu-Sendbote in einer Beilage zum September-Heft einen achtseitigen Aufruf einer Gruppe adliger Damen zur Gründung des St. Catharinen-Vereins; zur Unterstützung des Gedankens einer freien katholischen Universität vom Mai d.J.; der Aufruf war von den Bischöfen von Mainz W. E. von Ketteler und von Paderborn Konrad Martin empfohlen. 37 Text abgedruckt bei A. Oesch, P. Michael Hofmann S.J, Innsbruck 1951, 225-231. 38 Er war Rektor des Germanikums von 1919 – 1925, das damals nach Rom zurückkehrte. 39 K. H. Neufeld, Theologiegeschichtliches zur Innsbrucker „Verkündigungstheologie“ in: ZKTh 115 (1993) 13-26. 40 K.H. Neufeld, „Aufhebung“ und Weiterleben …, in: ZKTh 119 (1997) 29f. 41 Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934-1945, Band 2, Wien 1984, Nr. 622 S. 296 aus dem Schreiben an die Apostolische Administratur Innsbruck vom 24.7.1938. 42 In: Festschrift zur Hundertjahrfeier des Theologischen Konvikts Innsbruck, Innsbruck 1958, 4360. 43 In: Die Erfahrung der Fremde, Hg. M. Briegel/ W. Frühwald, Weinheim 1988, 141-162. 44 Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934-1945, Band 2, Wien 1984, Nr. 53 S. 35f. 45 Ebd. Nr 55 S. 36f. 46 Vgl. ebd. Nr 32 S. 24 vom 12.12.1941. 47 Ebd. Nr 54 S. 36. 48 Vgl. ebd. Nr 56 S. 37f. 49 Vgl. ebd. Nr 58 – 62 S. 39-43. 50 Ebd. Nr 627 S. 297 vom 29.4.1939 schon teilweise Räumung zu Gunsten der Polizeidirektion Innsbruck. Zur völligen Beschlagnahme vgl. ebd. Nr. 628 und 629 S. 298f. vom 18. und 31.10.1939. 51 Vgl. K. H. Neufeld, „Aufhebung“ und Weiterleben der Theologischen Fakultät Innsbruck (19381945), in: ZKTh 119 (1997) 27-50. 52 Obwohl die Hochschule in dieser Gestalt kaum wirksam werden konnte, ist ein Blick auf ihre geplante Organisation interessant; vgl. „Wie sieht die neue alma Mater aus?“, in: Korrespondenzblatt 73 (1938) Nr. 1, 14f. 53 Ebd. 72 (1938) 4, 22f. 54 Dieses Motto des Priester-Vereins von 1866 wur-

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de zur Devise des Hauses; es ist Apg 4, 32 entnommen. 55 Vgl. etwa E. Coreth, Idee und Problem der Universität, in: Feierliche Inauguration, Innsbruck 1969, 13-21, wo es am Ende heißt: „“Das ist eine Aufgabe, die nicht von heute auf morgen, erst recht nicht mit Protest oder Gewalt, sondern nur in offener und sachlicher Zusammenarbeit zu bewältigen ist. Auf diesem Wege sind wir, wie mir scheint, schon weitergekommen als manche anderen Hochschulen“, ebd. 20. 56 H. Schmitz, Katholische Theologie und Kirchliches Hochschulrecht (Arbeitshilfen 100), Bonn/ München 1992. 57 Rahmenordnung für die Priesterbildung, Bonn 2003; sie gilt ab 2004. 58 Collegium Canisianum Internationales Theologisches Kolleg Statut, Innsbruck 2007, 4.

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Der Bau des Collegium Canisianum Nach einer Bauzeit von etwas mehr als einem Jahr, wurde das Collegium Canisianum im Oktober 1911 eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Seither prägt nicht nur die markante Architektur, sondern auch die internationale Gemeinschaft, die dieses Haus bewohnt, den Saggen, Innsbruck, und seine Universität. Wir sind stolz auf die bewegte Geschichte des Internationalen Theologenkonvikts Collegium Canisianum. P. Michael Hofmann SJ, Regens und Bauherr des Hauses in der Tschurtschenthalerstrasse 7, h a t 1914 eine „Baugeschichte und Beschreibung des Collegium Canisianum zu Innsbruck allen Jung- und Altkonviktoren sowie allen Freunden und Wohltätern in Liebe und Verehrung gewidmet.“ P. Michael Hofmann SJ, Erbauer des Collegium Canisianum

Sie halten als Festgabe ein Heft mit Auszügen aus seinen Beschreibungen in den Händen. Wenn Sie nun „durch die Gänge und Räume des Collegium Canisianum gehen“, bedenken Sie, wie sehr dieses Haus - durch die Hilfe so vieler Wohltäter - Priester, Bischöfe und überzeugte Christen in der ganzen Welt geprägt hat und weiter prägt.

In herzlicher Dankbarkeit an alle, die dem Collegium Canisianum verbunden sind und uns in diesem Dienst an der Weltkirche unterstützen. P. Hans Tschiggerl SJ Regens

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Geleitwort

Hofseite mit Garten

Das Collegium Canisianum in Innsbruck (Österreich) feiert das 90jährige Bestandsjubiläum des Gebäudes. Als Institution zur Ausbildung von Priestern aus der ganzen Welt besteht dieses Werk der Gesellschaft Jesu schon seit 1858. Viele Priesteramtskandidaten und Priester aus verschiedenen Ländern Europas, Afrikas, aus Indien, den Philippinen, Kolumbien, Mexiko, der Ukraine, Kroatien und anderen Ländern der Erde konnten seither durch das Collegium Canisianum ihr Studium an der Theologischen Fakultät Innsbruck machen und eine fundierte Formung zum priesterlichen Dienst erfahren. Als Protektor des Collegium Canisianum darf ich Ihnen dieses Werk der Jesuiten ans Herz legen. Durch Ihre Unterstützung helfen Sie, dass Menschen ausgebildet werden, die gerade in den ärmsten Regionen der Erde anderen eine Botschaft bringen, die Hoffnung und Heil bedeutet. Die Ausbildung des Klerus für die Weltkirche ist eine dringliche Sorge der Gesamtkirche und wird für die Zukunft der Orts- und der Universalkirche von entscheidender Bedeutung sein. In herzlicher Verbundenheit danke ich Ihnen für Ihre Bereitschaft, an diesem Werk mitzubauen – „Vergelt´s Gott!“

Dr. Alois Kothgasser Bischof von Innsbruck

Pforte des Canisianums

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Vorgeschichte Die Wurzeln des Canisianums reichen bis in die Anfangszeit des Innsbrucker Jesuitengymnasiums. Von P. Nikolaus de Lanoy SJ 1569 als „Armen-Konvikt“ für Studierende am Gymnasium gegründet, bestand es seit 1588 unter dem Namen „Nikolaihaus“. Das alte Konvikt in seiner Gestalt seit 1898 Links die Universitätskirche; daran anschließend die Universitätsbibliothek und das Jesuitenkolleg;

Mit der Gründung der Innsbrucker Universität entwickelte sich das „Nikolaihaus“ zum Studenten- und zunehmend zum Theologenkonvikt. Nach Aufhebung der Gesellschaft Jesu 1773 konnte Ignatius de Mohr das Konvikt noch bis zu seiner Schließung 1783 weiterführen. Nach Wiedererrichtung der Innsbrucker Theologischen Fakultät 1857 wurde im Studienjahr 1858/59 auch das theologische Konvikt im alten Nikolaihaus wiedereröffnet. Es beherbergte bald eine stark anwachsende Zahl von Konviktoren verschiedener Nationalitäten, Diözesen, Ordensgemeinschaften und Riten. Zwischen 1858 und 1909 wurden rund 3000 Priester im Nikolaihaus ausgebildet, von denen rund 2000 aus dem Ausland kamen.

Das alte Nikolaihaus Sillgasse - Universitätsstraße

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Der Beschluss

Am 16. März 1909 wurde nach eingehenden Beratungen, welche in Gegenwart des P. Provinzial Franz Xaver Schwärzler stattfanden, von allen, welche ihr Urteil abzugeben hatten, der einmütige Beschluß gefasst: der Bau eines neuen Konviktes sei notwendig. Für den Neubau sprachen: der Platzmangel durch die große Anzahl von Studenten, die um Aufnahme ansuchten, der immer größer werdende Lärm durch den Verkehr in der Sillgasse und die notwendige Verbesserung der hygienischen Verhältnisse im Konvikt. Der Baugrund

Baumeister Josef Retter

Ende Frühjahr 1909 wurde ein Baugrund in der Nachbarschaft zum Kloster der ewigen Anbetung erworben. Nach allen Seiten hin erfreuen sich diese Baugründe einer herrlichen Aussicht: das obere und untere Inntal stehen gleichsam für eine entzückende schöne Fernsicht offen da. Gegen Norden türmt sich die sogenannte Nordkette von Innsbruck auf mit dem vorgelagerten Mittelgebirge, auf dem die Hungerburg sich befindet, um die sich in den letzten Jahren ein Kranz von lieblichen Villen, das „HochInnsbruck“, gebildet hat. Im Süden ragt majestätisch der „Hochaltar von Innsbruck“, wie man die Serles- oder Waldrastspitze so schön und richtig bezeichnet hat, zum Himmel empor. Die Planung

Die Herren Architekten Paul und Theodor Huter, welche mit der Aufgabe betraut wurden, Pläne zu entwerfen, erhielten viele Winke und Angaben im großen und im kleinen, wie das neue Priesterkandidatenheim beschaffen sein sollte, und in Berücksichtigung derselben entwarfen sie verschiedene Skizzen – im ganzen sieben – welche den Gegenstand monatelanger Beratungen bildeten, sowohl im Kollegium zu Innsbruck als beim Pater Provinzial und seinen Räten in Wien und endlich beim hochwürdigsten Pater General in Rom. Im Herbst 1909 war man endlich über die Grundgedanken, nach welchen der Bau zur Ausführung gelangen sollte, einig, und die genannten Herren Architekten gingen an die Detailausarbeitung der Grundrisse, Fassaden usw. Baumeister Josef Retter wurde mit der Durchführung des Baus betraut. Grundriss 1. Obergeschoss

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P. Michael Hofmann SJ, Baugeschichte

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Die Baugeschichte Am letzten Mai 1910 begann man, den Bauplatz einzuräumen und die Bauhütte aufzustellen. Der erste Spatenstich erfolgte am 1. Juni, also am Beginn des Herz-Jesu-Monats. Am 21. Juni, dem Fest des hl. Aloisius, des Patrones der studierenden Jugend, fand die feierliche Grundsteinlegung statt. Es war ein Tag der Freude und des Jubels.

Die Grundsteinlegung des Collegium Canisianum

Die ungefähr 300 Arbeiter, geleitet von einem gewissenhaften und erprobten Aufsichtspersonal, leisteten Großes jeden einzelnen Tag. Dabei ging alles mit bewunderungswürdiger Ruhe vor sich. Täglich erschien der Herr Baumeister persönlich auf der Baustelle, sehr oft sogar zweimal, bisweilen noch öfters des Tages und verweilte stundenlang an Ort und Stelle, alles beobachtend, dort etwas anordnend, da etwas tadelnd oder verbessernd. Monat für Monat entstand ein neues Geschoss. Als der hochwürdigste Pater General Franz X. Wernz in der zweiten Hälfte August 1910 auf seiner Reise Innsbruck berührte, konnte er schon vom ersten Stockwerk aus den Bau überblicken. Gegen Mitte Oktober war der ganze Bau mit Einschluss des Dachstuhles vollendet, zur Hälfte auch schon mit Ziegeln eingedeckt, so dass man daran denken konnte, die Firstfeier abzuhalten. Man wählte dazu den Sonnabend des Kirchweihsonntags, den 15. Oktober 1910.

Der Winter wurde benützt, die Marmortreppen einzusetzen und an der Inneneinrichtung, z.B. Wasserleitung, Zentralheizung, Einsetzen der Fenster- und Türstöcke usw. zu arbeiten. Nach dem Feste des hl. Josef (19. März) setzten die Arbeiten in voller Kraft ein: der Mauerverputz im Inneren und am Äußern des Hauses schritt rasch voran. Gegen Ende Mai 1911 stand der große Bau seinem äußeren Bilde nach vollendet vor dem Auge. Die Einrichtung im Innern, an der sich die verschiedensten Firmen beteiligen mussten, ... nahm in den Monaten Juni bis September alle Kraft in Anspruch. Gegen Ende September war das Innere soweit vollendet und eingerichtet, dass der Einzug ins neue schöne Heim für 276 Priesteramtskandidaten anfangs Oktober erfolgen konnte. P. Michael Hofmann SJ, Baugeschichte

Die Firstfeier

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Das Treppenhaus

12 Das Treppenhaus wird vom Turm herab mit einer wahren Lichtfülle übergossen. Durch eine Kuppel aus gelblichem Glas, welche über der Treppenhalle sich wölbt, wird der Das Schein des Tageslichtes angenehm gemildert. Treppenhaus Das Treppenhaus misst in der Breite 13 m, in der Tiefe 10 m. Die Stufen sind mehr als 3 m breit. Trotz der mächtigen Masse erweckt der Aufbau der Das Treppenhaus vom Turm den herab mit einer Lichtfülle Treppenhalle nicht wird im geringsten Eindruck von wahren Schwerfälligkeit. übergossen. Durch gelblichem Glas,den welche der TrepDerselbe steigt auf eine zehnKuppel Säulenaus ruhend, die auch Turmüber tragen, sanft penhalle sich wölbt, wird der Schein des Tageslichtes angenehm gemildert. zur Höhe empor. Herr Schlossermeister Bernhard Zösmayr in Innsbruck, Das Treppenhaus misst in der Gartenumfriedungsgitter Breite 13 m, in der Tiefe lieferte, 10 m. Die der auch das geschmackvolle hat Stufen durch sind mehr als 3 m breit. Trotz der mächtigen Masse erweckt der Aufbau der die kunstvolle Herstellung eines Treppengeländers, das sich der Bauart der Treppenhalle nicht im geringsten den Eindruck von Schwerfälligkeit. Halle harmonisch einfügt, zur Verschönerung derselben nicht wenig beiDerselbe auf zehn die auchfaszinierenden den Turm tragen, sanft getragen. steigt Die ganze Halle Säulen erweckt ruhend, in der Tat einen Eindruck. zur Höhe empor. Herr Schlossermeister Bernhard Zösmayr in Innsbruck, der auch das geschmackvolle Gartenumfriedungsgitter lieferte, hat durch P. Michael Hofmann SJ, Baugeschichte die kunstvolle Herstellung eines Treppengeländers, das sich der Bauart der Halle harmonisch einfügt, zur Verschönerung derselben nicht wenig beigetragen. Die ganze Halle erweckt in der Tat einen faszinierenden Eindruck. P. Michael Hofmann SJ, Baugeschichte

Das Treppenhaus

Blick in das Treppenhaus

Blick in das Treppenhaus

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Die Kapelle (bis 1970)

Der Kappelleneingang mit Orgelchor

Das stille, nur für die Theologen ausreichende und schon durch seine Lage vom äußern Verkehr ganz abgeschlossene Heiligtum ist ein rund 13 m hoher Hallenbau im Barockstil. Seine Länge beträgt 32 m. Wände und Decke tragen nur leichte Stukkodekoration, speziell über den drei kräftigen Gewölbegurten, an den Fensterumrahmungen und den Seitenpfeilern, auf denen die Gewölbegurten ruhen. Neben dieser edlen Einfachheit fällt um so mehr der reiche Schmuck des Hochaltars ins Auge. Der Altaraufbau ist vom bekannten Künstler Josef Bachlechner aus Hall in Tirol entworfen worden, wie auch der ganze figurale Schmuck des Hochaltars sein Werk ist. Die Grundidee, welche in diesem Altar zum Ausdruck gebracht werden wollte, ist: die Liebe Gottes zu den Menschen. Recht passend ist darum unmittelbar um den Tabernakel jenes Ereignis aus dem Leben Jesu in kunstvoller Weise dargestellt, in welchem Er nach dem Ausspruch des Konzils von Trient „die Reichtümer seiner Liebe ausgegossen hat“: die Einsetzung des hochheiligen Altarsakramentes. P. Michael Hofmann SJ, Baugeschichte

Der Hochaltar mit Chorapsis und Seitenaltären

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Die Kapelle (seit 1970) Der Innsbrucker Architekt Josef Lackner wurde um 1970 mit der Neugestaltung der Hauskapelle beauftragt. Er suchte eine Lösung, die es möglich machen sollte, die bauliche Substanz zu bewahren. Seine Jalousienlösung veränderte an der bisherigen Einrichtung nichts. Er schuf einen "wertneutralen" Raum, in dem die Einrichtung beweglich ist. Dabei berücksichtigte er die Vorgegebenheiten: die Raumdimension und den seitlichen Lichteinfall. Raumdimension und Lichteinfall waren auch mitbestimmend für die stark akzentuierte Deckengestaltung, die mit ihrer Parabelform dem Raum ein deutliches Gepräge gibt. Er wollte damit das Raumvolumen verkleinern und die Raumachse neuerdings betonen. Mit der Disponibilität der Einrichtung sollte dem schöpferischen Gestaltungswillen der Gemeinde möglichst viel Spielraum gelassen werden, und das ist auch der Grund, warum er auf jede Farbgebung verzichtet hat. Die Kapelle ist in Schwarz (Bestuhlung) - Weiß (übrige Einrichtung) gehalten, damit die Gemeinde selbst je nach Kirchenjahreszeit oder Gottesdienstthema den Raum mit Farbsymbolen ausgestalten kann. Vor allem aber sollten in dem zurückhaltenden Rahmen die Gottesdienstbesucher selbst als feiernde Gemeinde zur Geltung kommen. Ansichten der Hauskapelle (seit 1970)

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Die Heilig Geist Kapelle (2000) Eine Kapelle für ein internationales Priesterseminar - welcher Kultur hat die Architektur zu entsprechen? Es ist eine zurückhaltende Kapelle, eine Kapelle, die sich in ihrer Gestaltung freundlich gibt, aber nicht aufdrängt. Der Ambo schreit nicht: Verkünde! Er ist eigentlich kein Ambo, sondern ein Tisch des Buches, ein Aufbewahrungstisch. Das Lektionar, das hier bereitgehalten wird, kann genommen werden, um daraus zu lesen, aber es kann auch liegen bleiben, weil man sich zum persönlichen Gebet eingefunden hat. Der Altar schreit nicht: Opfere! Er ist eine Mensa, ein Tisch des Mahles, der sich nicht aufdrängt und zur Eucharistiefeier zwingt. Man kann auch in die Kapelle zu gemeinsamen (Wort-)Gottesdiensten kommen. Der Tabernakel schreit nicht: Bete mein Geheimnis an! Er ist mehr ein Aufbewahrungsort der Eucharistie als eine Monstranz zur Anbetung. Eucharistisches Mahl lässt sich feiern, ohne dass der Tisch des Brotes, der Aufbewahrung sich vordrängt und zum eigentlichen Mittelpunkt wird.

Kleine Kapelle (Krankenkapelle)

Es ist eine Heilig Geist Kapelle - wodurch wird das deutlich? Da sind zunächst die drei Tische, je eine hölzerne Tischplatte getragen von dünnen Stahlbeinen, so dass die Platten nahezu schweben. Wenn der Geist nicht stützt, das Wort Gottes nicht trägt, Brot und Wein nicht wandelt, das Geheimnis der Eucharistie nicht vermittelt, wer dann? Die Kapelle wird an ihrer Längsseite von einer Wand besonderer Art abgeschlossen. Es ist eine diaphane Wand, wer dabei an die mittelalterliche Lichtmetaphysik denkt, dem wird sie sich neu und zusätzlich erschließen. Licht dringt durch die Wand, durchflutet den Raum. Im Licht manifestiert sich Gott in allem Geschaffenen. Alles erscheint in seinem Sein als Licht eines durchlichtenden Lichts (omnia quae sunt lumina sunt). In der universalen Verbreitung des Lichts schauen wir Gott, erkennen wir ihn. Die diaphane Struktur erhellt, weitet den Sinn und verschließt nicht im mystischen tremendum et fascinosum. P. Gernot Wisser SJ, Predigt

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Heilig Geist Kapelle

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Propter-Homines-Aula Im Studienjahr 1999/2000 wurde die Festaula renoviert und auf Vorschlag von Herrn Professor DDr. Herbert Batliner, der einen großen Teil der Finanzierung übernommen hat, als Propter-Homines-Aula am 5. Mai 2000 wieder eröffnet. Dipl.Ing Egon Neumair und sein Team haben den Umbau begleitet. Die Propter-Homines-Aula gibt dem Collegium Canisianum eine neue Öffentlichkeit. Sie ist eine Hilfe, damit das Leben sich im Haus entfalten kann, damit wir für interne Feste unserer internationalen Gemeinschaft einen würdigen Rahmen haben. Mit der Festaula können wir aber auch an die Öffentlichkeit treten und der Kirche Tirols, der Stadt Innsbruck, dem Land und den Veranstaltern kultureller Ereignisse einen wunderschönen Raum anbieten. Die Propter-Homines-Aula im Collegium Canisianum steht für einen Horizont der über Europa hinausgeht in die Kulturen und in die Geschichte der Länder der Welt. Das ist das Canisianum insgesamt: Eine internationale Gemeinschaft, die in aller Vielfalt der Kulturen, Sprachen und Anschauungen einen gemeinsamen Weg geht. Propter Homines Aula (seit 2000) P. Severin Leitner SJ, Eröffnungsrede

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Medaillons in der Aula

Der Hauptschmuck des Erholungssaales waren und sind nach der Renovierung (1999/2000) wieder die Plafondgemälde mit Stuckaturumrahmung.. Zunächst dem Eingang erblickt man die symbolischen Gestalten der Theologie und Philosophie von Ludwig Sturm und daneben die Darstellung des alten Theologenheims in der Sillgasse sowie des neuen Heims im Saggen. Im Plafondfelde zunächst der Theaterbühne erblickt man zwei musizierende Engel, die sich als treffliche Kopien der Kunstwerke Melozzos da Forli (in der Sakristei von St. Peter in Rom) recht gut repräsentieren.

Musizierende Engel

P. Michael Hofmann SJ, Baugeschichte

Philosophie und Theologie

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Der Erholungssaal (bis 1970)

Aula – Erholungssaal

Michael Hofmann beschreibt den Saal und seine Benutzung: Zwei Türen führen in den stattlichen Raum, der den verschiedensten Zwecken dient: für geistliche Vorträge, Vorbereitung auf die Betrachtung, für wissenschaftliche Vorträge, Gesangs- und Orchesterübungen, Vereinsversammlungen und nicht zuletzt für Erholung, Theatervorstellungen u. a. Deshalb schließt er gegen Osten mit einer 10 m breiten und 8 m tiefen Theaterbühne ab. Die Einrichtung der Bühne war den bewährten Händen des Herrn Theatermeisters Stolz in Innsbruck übergeben. Der eigentliche Saal (ohne die Bühne) ist 22 m lang, 13 m breit und 7 m hoch. Von Süden, Norden und Osten empfängt er Licht und macht darum einen sehr freundlichen Eindruck. P. Michael Hofmann SJ, Baugeschichte

In den 60er Jahren wurde die Aula, ähnlich wie später die Kapelle, mit einer Jalousien-Konstruktion zu einem Mehrzweckraum umfunktioniert. Die nüchterne Ausstattung entsprach mehr dem damaligen Zeitgefühl.

Aula – Mehrzweckraum (1970 – 2000)

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Der Speisesaal

Ansichten vom Speisesaal

Vom Norden her dringt durch sechs gewaltige Fenster eine starke Lichtfülle in den Saal ein. Die Rückwand des Speisesaales ist mit einer Estrade versehen. Von da aus wurden die Lesung bei Tisch und die Predigtübung gehalten. Bei festlichen Gelegenheiten bot diese Estrade für Sänger und für das Orchester einen recht passenden Platz. Der Plafond weist einfache, geschmackvoll mit Gipsformen umrahmte Felder (Kassetten) auf. Den Wänden entlang läuft bis zu einer Höhe von 2 m 20 cm ein einfaches, aber recht hübsch gearbeitetes Getäfel aus Zirbelholz. Ein Werk der großen Tischlerei Dressel & Pauli in Nüziders bei Bludenz, welche den weitaus größten Teil aller Tischlerarbeiten für das Canisianum ausführte P. Michael Hofmann SJ, Baugeschichte

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Baugeschichte des Canisianums

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Die Ukrainische Kapelle

Mit folgenden Worten hat der Chronist des Nikolaihauses die Ankunft der ersten ukrainischen Alumnen in Innsbruck festgehalten: "Am 21. October [1899]... Zwei Bischöfe beehrten uns mit ihrem hohen Besuche: der hochwürdigste Herr James Edward Quigley, Bischof von Buffalo, und der ruthenische Bischof von Stanislau, Andreas Graf Szeptycki. Mit dem Besuch des letzten hochwürdigsten Herrn hängt auch zusammen, daß der Convictskatalog neben zweihundertzehn Alumnen ritus latini auch zwei griechisch-katholische Priester aufweist, einen Weltpriester und einen Basilianer. Für diese Herren wurde eines der Gastzimmer im Aloisihause in eine Capelle verwandelt. Dort celebrieren sie nach ihrem schönen Ritus in altslavischer Sprache." Von da an, lediglich unterbrochen von etlichen Ereignissen dieses Jahrhunderts, hatte es eine kontinuierliche Anwesenheit bedeutender ukrainischer Theologen in Innsbruck gegeben, die zur Tradition geworden war.

Kapelle der Heiligen Wolodymyr und Olha

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Nach einer 16-jährigen Unterbrechung kamen am 5. Oktober 1967 wieder zwei ukrainische Theologiestudenten nach Innsbruck. In den darauffolgenden Jahren wuchs die Zahl der ukrainischen Studenten - sie kamen aus den Diasporagemeinden aus Deutschland, England, dem ehemaligen Jugoslawien, Polen, Kanada, USA, und sogar aus Australien und Brasilien. Die ukrainische Kapelle, die bis heute existiert, wurde restauriert. In bezug auf das liturgische Leben, das bei der Ausbildung der Theologen der Ostkirchen so wichtig ist, darf P. Wladimir Richter SJ, nicht unerwähnt bleiben. Seit dem Herbst 1968 bis an den heutigen Tag zelebriert er mit den Alumnen aus der Ukraine die Göttliche Liturgie. Im Ganzen haben in diesem Jahrhundert 127 ukrainische Studenten ihr Studium am Canisianum in Innsbruck vervollständigen können.

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Baugeschichte des Canisianums

Baugeschichte des Canisianums

P. Dr. Josef Donat SJ Rektor des Jesuitenkollegs bei der Firstfeier des Collegium Canisianum (15 Oktober 1910)

Gangansicht im Wohnbereich

Betreten wir mit P. Michael Hofmann den Wohnbereich der Konviktoren und hören wir noch einmal auf seine Beschreibung: Bei aller Einfachheit präsentieren sich die Zimmer sehr wohnlich und freundlich: sie sind hell und leicht zum lüften. Bett, Kleiderkasten, ein Studiertisch mit Stuhl, ein Büchergestell, und falls der Studiertisch nicht zugleich aufklappbar ist, auch noch ein Studierpult und ein sehr einfacher Betschemel bilden die ganze Ausstattung. Da ist nichts von Luxus zu finden, es fehlt aber auch nichts Notwendiges und das Einfache erfreut sich gefälliger Formen und reinen frischen Anstriches. Fast von jedem Zimmer aus genießt man aber eine herrliche Fernsicht in Gottes wunderbare Schöpfung – und nur wenige Zimmer gibt es, die der warmen und freundlichen Sonne keinen direkten Zugang lassen. Solcher Einzelzimmer gibt es für Konviktoren 230.

Damit wende ich mich noch zum Schlusse an Sie, meine lieben Konviktoren, an Sie, die ich mit dem Apostel nennen darf: „Corona nostra et gloria nostra.“ Sie sind es ja, Sie wissen es wohl, denen unsere Arbeiten und unsere Sorgen galten; Ihnen gilt auch dieser Bau und alle Anstrengungen, die er uns kostet. Wir kennen die Anhänglichkeit, die Sie Ihren Lehrern und Erziehern entgegenbringen. Die fünfzigjährige Geschichte des Konviktes legt rührend Zeugnis davon ab. Wir wissen dieselbe wohl zu schätzen und danken von Herzen dafür. Deshalb glaubten wir uns verpflichtet, die äußersten Anstrengungen zu machen, um Ihnen ein Heim zu bauen, schöner und geräumiger als das alte, dass es Ihnen gefalle bei uns, dass Ihnen das Andenken an Innsbruck noch angenehmer und freundlicher werde und bleibe, wenn Sie längst von hier fort sind, bis in das fernste Alter. Aber wenn auch bald ein anderes Dach über Ihnen sich erhebt, so seien Sie überzeugt, es wird unter diesem neuen Dache mit Ihnen weiter wohnen unsere Liebe und Sorge für Sie. Und möge mit Ihnen wohnen edle Eintracht, die Sie alle umfasst nach der alten Devise: „Cor unum et anima una.“ Möge mit Ihnen ferner wohnen jener tadellose priesterliche Geist, der Geist unverfälschten Glaubens, der Geist der Hingabe an die Kirche, der Geist der Wissenschaft, der immer der Ruhm des Innsbrucker Konviktes war. So möge dieser Bau bald seine letzte Vollendung erhalten; er möge dann dastehen, eine Zierde dieser Stadt, ein trautes Heim für seine Bewohner, eine Pflanzstätte gottbegeisterter Priester der Kirche bis in die fernste Zukunft. Das walte Gott!

P. Michael Hofmann SJ, Baugeschichte

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Baugeschichte des Canisianums

Erinnerung und Aufbruch

1.3 Herz-Jesu-Fest 2013 –  Abschied vom „Gebäude Canisianum“ Die Hausgemeinschaft des Internationalen Theologischen Kollegs Canisianum konnte zum Herz-Jesu-Fest 2013 viele AltCanisianer, Wohltäter, Freundinnen und Freunde des Canisianums im Haus begrüßen. Der Festvortrag wird in der Dezemberausgabe des Korrespondenzblattes veröffentlicht werden. Es hat uns gefreut, dass so viele der Einladung gefolgt sind – hoffentlich nicht nur mit der Absicht: „beim letzten Fest muss ich dabei sein“. Es war nicht das letzte Herz-Jesu-Fest, das wir im Canisianum gefeiert haben!

Zu Beginn der Festfeier richtete Provinzial P. Gernot Wisser SJ und der Studentenvertreter Ernest Obodo ihre Grußworte und Worte des Dankes an die Festversammlung. Über 200 Gäste folgten den Ausführungen von Prof. Dr. Dr. Jörg Ernesti zu Paul VI., um herauszufinden, ob Paul VI. wirklich „der erste moderne Papst“ war. Er war sicher nicht „der letzte moderne Papst“, das hat Papst Franziskus in den letzten Monaten bewiesen. Der Festvortrag war gleichsam eine Klammer zu den „Spirituellen Impulsen zum Jahr des Glaubens“, die uns Weihbischof Helmut Krätzl im letzten Jahr mitgegeben hat. Wir haben nach dem Festvortrag wieder gemeinsam Eucharistie gefeiert und ein festliches Mahl gehalten.

Das Collegium Canisianum

Es war in dieser Form wirklich das letzte Herz-Jesu-Fest im Canisianum. In dem Sinne, dass wir als Hausgemeinschaft der Canisianer im Haus gelebt haben. Ich schließe nicht aus, dass wir auch in den 50

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Erinnerung und Aufbruch

kommenden Jahren wieder einmal hier zum Herz-Jesu-Fest zusammenkommen werden. Die Propter-Homines-Aula wird weiterhin für Festverantstaltungen und Konzerte zur Verfügung stehen. Auch unsere Hauskapelle im 1. Stock wird erhalten bleiben – nicht nur aufgrund des Denkmalschutzes. Die Räume werden dem „Studentenheim Canisianum“ mit ca. 150 Studentinnen und Studenten zu Verfügung stehen, das wir gemeinsam mit der Akademikerhilfe ausbauen und weiterführen wollen.

Jesuiten in Österreich wird darin ausführlich beschrieben. Auch das Wirken von Jesuiten in Innsbruck, die Geschichte des Nikolaihauses und seit 1911 des Canisianums sind Ausdruck dieser lebendigen Geschichte.

Abschied vom „Gebäude Canisianum“ In diesem Jahr feierten wir unser Herz-Jesu-Fest in Verbindung mit der Abschiedsfeier aus dem „Gebäude Canisianum“. Das Datum war eine Woche später als liturgisch vorgesehen. Am Tag des liturgischen HerzJesu-Fests waren wir Jesuiten in diesem Jahr in Wien und haben von 7.-9. Juni 2013 das 450-Jahrjubuläum der Jesuiten in Österreich gefeiert. Eine Festbroschüre und weitere Information dazu können unter www.450-jahre-jesuiten.at gefunden werden. Die 450-jährige Geschichte der

Erinnerung und Aufbruch

Erinnerungen einzelner AltCanisianer – Geschichten Fragen der Canisianer an Altcanisianer… Ausblick auf das neue Haus – Fragen der AltCanisianer Ausstellung aus dem Archiv: Bilder, Bücher, Unterlagen Besichtigung des Hauses Gemütliches Beisammensein… 11:15 Eucharistiefeier – mit Provinzial P. Gernot Wisser SJ 12:20 Mittagessen und Rekreation 13:30 Besuch und Präsentation der neuen Räumlichkeiten des Canisianums in der Sillgasse 6 15:00 Stadtführung und offener Abschluss des gemeinsamen Tages

Der Laudes und dem gemeinsamen Frühstück folgte am Samstagvormittag ein „Rückblick“, der u. a. im Austausch persönlicher Erinnerungen durch AltCanisianer bestand. Diese wussten nicht nur über den Circus, den „Gesteckten“, Theateraufführungen, Studentenrevolten und viele andere Eindrücke aus ihrer Zeit im Canisianum amüsante Anekdoten zu berichten, sondern brachten auch besonders gegenüber den Jesuiten ihren tiefen Dank für ihre Zeit im Canisianum zum Ausdruck. Eine Präsentation der Hausgemeinschaft durch P. Rektor sowie eine Präsentation von alten und neuen Bildern von Canisianern und vom Gebäude Canisianum ließen nicht nur die alten Zeiten wieder aufleben, sondern führten gleichermaßen auch in die Gegenwart des Canisianums.

Dem Herz-Jesu-Fest folgte am 15. Juni der Abschiedstag vom „Gebäude Canisianum“. Wir gestalteten mit vielen AltCanisianern, Freundinnen und Freunden, Wohltätern, Angestellten und Mitbrüdern, die im Canisianum gewirkt haben, unter dem Motto „Erinnerung und Aufbruch“ einen besonderen Tag des Abschiednehmens vom vertrauten „Gebäude Canisianum“. Programm 07:40 Laudes 08:00 Frühstück 09:00 Austausch persönlicher Erinnerungen 11:00 Präsentation der Hausgemeinschaft Präsentation von Bildern aus der Geschichte und Aktuelles ‚Kuriositäten‘ – Lesung aus Texten…

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Um 11:15 Uhr feierten wir Eucharistie mit P. Provinzial Gernot Wisser SJ, der die versammelte Gemeinde in der Einführung dazu aufforderte, nicht allzu nostalgisch 53


Erinnerung und Aufbruch

zu werden, sondern nüchtern zu bleiben und auch nach vorne zu blicken. Nach dem Mittagessen und der Rekreation trafen sich die AltCanisianer zu einer Präsentation der neuen Räumlichkeiten des Canisianums in der Sillgasse 6. Eine kurze Stadtführung, die in der Jesuitenkirche begann, bildete den Abschluss dieses Tages

des Abschieds und des Aufbruchs. Viele haben sich für das gelungene Fest herzlich bedankt. Noch viel mehr AltCanisianer aus der ganzen Welt haben ihre Verbundenheit mit dem Canisianum mit Glück- und Segenswünschen ausgedrückt.

Aktuelles und Chronik

2. Aktuelles und Chronik

2.1 Stiftungsfest der Helvetia Oenipontana

Eindrücke vom Treffen der Altcanisianer

Neue Freundschaftsbandinhaber Über Christi Himmelfahrt feierte die Helvetia Oenipontana ihr 153. Stiftungsfest in Innsbruck. Am Begrüßungsabend im Weinhaus Happ mitten in der Innsbrucker Altstadt konnten Senior Stephan Matthäus Obholzer v/o Gebro und Altherrenpräsident Josef Manser v/o Dr. cer. Gschobe eine große, muntere Schar von Farbenbrüdern und Farbenschwestern bei frohem Wiedersehen willkommen heißen. Am Freitagvormittag ging es in den Gnadenwald zum Kloster St. Martin, wo Tertiarschwestern des Hl. Franziskus leben und eine kleine Pension führen. Der Rektor des Canisianums P. Friedrich Prassl SJ v/o Faber stand dem Festgottesdienst vor und schilderte in der Festpredigt zu Christi Himmelfahrt den Himmel, der sich niederkniet, weil wir Menschen zu schwach sind, selber hineinzukommen. Im nah gelegenen Alpenhotel Speckbacherhof wurde nach der Eucharistiefeier ein reichhaltiges Mittagessen eingenommen. Am Abend beim Festkommers, der zum ersten Mal im Speisesaal des Canisianums stattfand, empfingen P. Rektor Friedrich Prassl v/o Faber und Univ.-Prof. Dr. Otto Muck SJ v/o Steffl das Freundschaftsband der Helvetia Oenipontana. Faber be54

kam sein Vulgo in Bezug zu Peter Faber (1506-1546), einem der ersten Gefährten des Ignatius von Loyola. Er war der erste Priester im Freundeskreis um Ignatius und nach der Gründung des Ordens in Rom im Jahr 1540 der erste Jesuit auf deutschem Boden. Faber war überzeugt, dass die Reform der Kirche von innen heraus erfolgen müsse. Im Umgang mit Andersdenkenden und Andersgläubigen hat er stets den Dialog gesucht.

Steffl, an einem Stephanstag geboren und in Wien mit dem Stephansdom groß geworden, hat eine beachtliche Geschichte mit Studentenverbindungen. Er war dabei bei der Reaktivierung der AKV Aggstein Wien 1946 nach dem 2. Weltkrieg, er ist Mitglieder der AKV Tirolia Innsbruck seit 1963 und engagiert in der K.St.V. Rhenania Innsbruck. Der Ausklang erfolgte am Samstag im Augustiner Gastgarten des Stiftskellers. Die Altherrenschaft lädt am Montag, 5. August 2013, zum Sommerstamm nach Solothurn ein. 55


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2.2 „450 Jahre Österreichische Jesuiten – Gefährten Jesu für die Menschen“ Unter diesem Motto feierte die Österreichische Provinz von 7. bis 9. Juni 2013 ihre Errichtung vor 450 Jahren. Am 10. Juni 1563 trat P. Nikolaus Lanoy SJ sein Amt als Provinzial der neuerrichteten Provinz an, 23 Jahre nachdem der heilige Ignatius von Loyola vom Papst die Genehmigung für die Gründung der Gesellschaft Jesu erhielt. Die Veranstaltungen zum Jubiläum begannen am Freitag, 7. Juni, mit einer Präsentation der Jesuitenschulen in Kalksburg, Wien. Die dort stationierte Volksschule und das Gymnasium sowie das Linzer Gymnasium Aloisianum wurden den Festbesuchern unter dem Motto: „Lebendige Tradition mit Blick auf die Zukunft“ präsentiert.

Mit einem Festakt in der Aula der Wissenschaften wurde das Jubiläum am Freitagabend offiziell gefeiert. Unter den Festgästen befanden sich P. General Adolfo Nicolás SJ, Christoph Kardinal Schönborn OP, Nuntius Erzbischof Peter Zurbriggen, Altbischof Maximilian Aichern OSB sowie viele Freundinnen und Freunde des Or-

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dens, Förderer und mit den Jesuiten verbundene Menschen. Musik von Diego Ortiz, gespielt von Christian Ladurner und Hubert Hoffman, versetzte die Festgemeinde in die Zeit von Ignatius zurück. Es folgte am Abend ein Nachtgebet für Jugendliche und junge Erwachsene in der Konzilsgedächtniskirche in Wien-Lainz. Am 8. Juni gab es einen Workshop Tag im Kardinal König Haus mit vielen interessanten Angeboten. Zeitgleich gab es eine zu Besinnung und Nachdenken einladende „Bedenk-Wanderung“, die den Titel „Fremdes Wien - Orte der Not“ trug. Am Abend stand Kultur mit Lesungen zur Geschichte der Jesuiten, einem Schattenspiel und musikalischen Partien aus dem Jesuitendrama „Mulier fortis“ auf dem Programm. Eine Begegnung zahlreicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jesuitenordens in Österreich mit P. Nicolás SJ fand am Samstagnachmittag im Kardinal-König-Haus statt. Das Jubiläum schloss am Sonntag mit einem Festgottesdienst im Stephansdom mit dem Generaloberen P. Adolfo Nicolás SJ als Hauptzelebranten und einem anschließenden Empfang im Erzbischöflichen Palais. Danach gab es für 60 Jesuiten einen gemeinsamen Gesprächsnachmittag mit P. General Nicolás. Alle Details zu den Festveranstaltungen, aber auch Informationen zur Geschichte des Ordens, zur Ignatianischen Spiritualität und vieles anderes mehr sind auf der Jubiläumswebseite www.450-jahre-jesuiten. at zu finden.

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2.3 Dies academicus und Diözesantag 2013 Dies academicus und Diözesantag 2013 25. April 2013 Theologische Fakultät, Kaiser-Leopold-Saal „Scheitern (in) der Kirche?“ Beziehungen in Strukturen leben. Bereits zum vierten Mal fand der „Dies academicus“ der Theologischen Fakultät Innsbruck in Kooperation mit der Diözese Innsbruck statt. Wie in den letzten Jahren stieß die Veranstaltung auf ein reges Interesse. Ein überfüllter Kaiser-Leopold-Saal und sehr gut besuchte Workshops bewiesen, dass sich diese „Kooperation“ bewährt.

Im Leseraum der Theologischen Fakultät sind die Eröffnung des Tages, die Statements zum Thema, die von den VertreterInnen einzelner akademischer theologischer Fachdisziplinen aus der Innsbrucker Fakultät und der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen gehalten wurden dokumentiert (www.uibk.ac.at/theol/leseraum). Die intensive Auseinandersetzung in den Workshops kann dadurch nicht wiedergegeben werden. Damit der Eindruck des ganzen Tages in Erinnerung bleibt, sei der Text der Einladung und das Programm hier zitiert: „Scheitern ist eine schmerzhafte Erfahrung. Die Bewältigungsmechanismen sind

vielfältig: Die Palette reicht von der ‚Verklärung der Lust am Scheitern‘ bis zum erbarmungslosen Denunzieren und der Anklage der Schuldigen am existentiell erlebten Scheitern. Einen Sonderstatus scheint bei solchen Debatten die Katholische Kirche zu haben. Unzählige Menschen und auch Menschengruppen unserer Zeit beschreiben ihr Leben in und mit der Kirche als ein ‚gescheitertes‘, viele sind aber überzeugt, dass die Kirche selber an den Menschen scheitert: an den ganz konkreten Menschen! Gehört aber die Erfahrung des Scheiterns nicht zum Wesen der Kirche selbst? Stellt nicht ‚Scheitern‘ eine Kategorie dar, mit der auch das Leben Jesu beschrieben werden kann? Der Tag dient zuerst der aufmerksamen Wahrnehmung existentieller Schnittpunkte, an denen subjektive Erwartungen, Planungen und Lebensgestaltungen auf die strukturelle Integrationsverweigerung seitens der kirchlichen Gemeinschaft/Institution stoßen. Letztlich zielt aber der Tag auf die theologische Vertiefung eines der wichtigsten Themen der Gegenwart.“

Nach der Eröffnung durch Dekan Wolfgang Palaver und Bischof Manfred Scheuer versuchte Claudia Paganini eine philosophische Annäherung zum Thema „Scheitern (in) der Kirche“. Boris Repschinski reflektierte zum neutestamentlichen Kern von „Scheitern“, Martin M. Lintner brachte uns 57


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eine moraltheologische Sicht näher, die kirchenrechtliche Perspektive behandelte Wilhelm Rees. Anna Findl-Ludescher eröffnete einen pastoraltheologischen Zugang und schließlich sprach Józef Niewiadomski aus dem Fachbereich Dogmatik über das Thema „Scheitern“.

Nach einem intensiven Plenumsgespräch, der Unterbrechung in der Jesuitenkirche und dem Mittagessen im Jesuitenkolleg, fanden zwischen 14.00 und 15.30 Uhr verschiedene Workshops in den Räumen der Theologischen Fakultät statt. Die inhaltliche Fokussierung der meisten Workshops zielte auf konkrete Lebensformen, Berufe oder Erfahrungsorte, in denen die Spannung von „Scheitern in und Scheitern an“ heute besonders schmerzhaft erlebt wird; die Workshops wurden gemeinsam von MitarbeiterInnen der Ortskirche und Angehörigen der Fakultät moderiert. Der Dies academicus endete um 17.30 Uhr mit einem Klage- und Bußgottesdienst in der Jesuitenkirche, dem Bischof Manfred Scheuer vorstand.

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2.4. Meine Ziele als Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck Die Theologische Fakultät der Universität Innsbruck hat seit März 2013 einen neuen Dekan. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Palaver aus Jenbach hat die Nachfolge von AltCanisianer Univ.-Prof. Dr. Joszef Niewiadomski angetreten, der die Fakultät neun Jahre lang geleitet hat.

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Palaver Ein genauerer Blick auf unsere heutige Welt zeigt, dass theologische Fakultäten schon deshalb wieder bedeutsam geworden sind, weil die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Religion dringlicher denn je ist. José Casanova, der anerkannte Religionssoziologe und Ehrendoktor unserer Fakultät, spricht im Blick auf Europa von einer gefährlichen Angst vor der Religion, die menschengerechte Antworten auf die aktuellen Herausforderungen verhindert. Gerade als theologische Fakultät haben wir die religionspolitische Aufgabe, an einer Gesellschaft mitzubauen, die abseits von allen konstantinischen Staatskirchenmodellen im Bereich der Zivilgesellschaft Religionen (Plural!) einen öffentlichen Raum ermöglicht. Wir leben in einer Welt, die immer stärker vom kulturellen und religiösen Pluralismus geprägt ist. Doch weder die österreichische, noch die Tiroler Gesellschaft ha-

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ben dieser Entwicklung bereits genügend Rechnung getragen. Ich wünsche mir eine theologische Fakultät, die die heute notwendig gewordenen Transformationsprozesse aktiv mitgestaltet. Das bedeutet natürlich auch, dass wir uns selbst noch stärker mit den verschiedenen Religionen und Kulturen auseinandersetzen müssen. Zu den Stärken unserer theologischen Fakultät zählen die Internationalität und die gut vernetzten Forschungszentren und -projekte. Diese beiden Stärken sollen auch in Zukunft bewusst gefördert und vor allem im Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen ausgebaut werden. Zu den Besonderheiten einer theologischen Fakultät gehört ihre Verbindung zur Kirche. Stanley Hauerwas, ein bekannter US-amerikanischer Theologe, bemerkte einmal, dass Theologen befragt werden sollten, wo sie selbst in die Kirche gehen. Damit betonte er, dass jede gute Theologie eine kirchliche Praxis voraussetzt. Theologen sollen ihre eigene Theologie nicht über die Kirche stellen. Ich unterschreibe diese These genauso, wie ich auch das Memorandum „Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“ unterschrieben habe. Die theologische Fakultät in Innsbruck mit ihrer speziellen Verbindung zum Jesuitenorden zeichnet sich durch eine positive Kirchlichkeit aus, die fortgesetzt werden soll. Gleichzeitig sind TheologInnen und PhilosophInnen aber auch dazu aufgerufen, sich aktiv an den notwendigen Veränderungsprozessen in der Kirche zu beteiligen. Nicht als Kritiker um der Kritik willen, sondern in einem positiven Ringen „für“ die Kirche, um an Kardinal Martinis Worte kurz vor seinem Tod im Sommer 2012 zu erinnern. Zur bewussten Pflege der Öffnung der Fakultät nach außen gehört auch das bewährte Projekt „Kunst am Gang“, das mittels der gegenwärtigen Kunst versucht, mit den interessierten Menschen ins Gespräch zu kommen.

2.5 Theologen aus China in Tirol

Gilbert Rosenkranz hat diesen Beitrag anlässlich des Weltgebetstages für China, am 24. Mai 2013, für den „Tiroler Sonntag“ verfasst. Ein Nachmittag in der Bar des Internationalen Theologischen Kollegs Canisianum. Theologiestudenten aus der Volksrepublik China erzählen vom Glaubensleben in der kommunistisch regierten Heimat und dem Leben am Land. Wo die Uhren ein wenig anders zu ticken scheinen als in den Metropolen wie Peking oder Shanghai. Xu Feiyan (34) kam vor zwei Jahren nach Tirol. Sein Bischof hatte ihn zum weiterführenden Studium an die Universität Innsbruck geschickt. Doch bevor er damit ernst machen konnte, musste er sich der Mühe des Sprachunterrichts unterziehen. Deutsch und Chinesisch trennen Welten voneinander. So gibt es in der chinesischen Sprache Töne, deren Unterschiede für westliche Ohren kaum auszumachen sind. Das Problem: Wird eine Silbe anders betont– es gibt 411 verschiedene –, ändert sich die Bedeutung grundlegend. Dann wird aus „Mutter“ auf einmal „Hanf“ oder „Pferd“. Xu ist inzwischen sprachlich angekommen. Er spricht kontrolliert und langsam. Er komme aus dem Nordwesten Chinas, einer kleinen Diözese und sei in einer „traditionell katholischen Familie“ aufgewach59


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sen. Traditionell katholisch? „Ja, schon mein Großvater ist Christ gewesen und war Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Und dann war es mein Vater und jetzt ist es mein Bruder“, so Xu. In seiner 1800 Einwohner zählenden Heimatgemeinde lebten rund 180 Christen. „Zwei Priester und eine Ordensschwester stammen aus meinem Dorf “, freut er sich. Kirche, Moschee, Tempel Wie Xu kommt auch Shufeng Tian aus dem Norden Chinas. Sein Dorf ist multireligiös. Dort gibt es eine Kirche, eine Moschee und einen konfuzianischen Tempel. Je ein Drittel der Bewohner gehört einem der drei religiösen Bekenntnisse an. Diese Verschiedenheit sei Teil seiner Identität. Shufeng: „Wir gehören zusammen!“ Seine Familie sei schon in der Kaiserzeit (bis 1912) katholisch geworden. Und sei dies auch geblieben, als es ab 1966 im ganzen Land zu schweren Auseinandersetzungen (Kulturrevolution) kam. „Wir haben viel gebetet.“ Auch im 2000 Einwohner zählenden Heimatdorf von Zhang Jianfang gibt es nur wenige Christen. Allerdings sind es dort noch weniger. „Rund 100“, meint Zhang. Die Gegend sei arm an Priestern. Er selbst sei noch von einem Laien getauft worden. Doch inzwischen sind aus seinem Dorf schon zwei Priester hervorgegangen, darauf sei er stolz. Prägend für das Leben der kleinen Gemeinde seien die Zusammenkünfte aller Gläubigen in der Kirche. „Zwei Mal am Tag kommen alle zusammen – zum Morgen- und zum Abendgebet. Sie beten den Rosenkranz und Litaneien“, so Zhang. Die Litaneien würden in einer altertümlichen Sprache des „Mandarin“ gebetet. Eine Sprache, die die Gläubigen nicht verstehen, aber sehr lieben, denn die Sprache sei voller Melodie. Im Gefängnis Im Leben von Wang Zhanbo war das Zeugnis eines alten Jesuitenpaters wichtig, der 60

15 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht habe – „des Glaubens wegen“. Dieser Pater habe ihn als Buben sehr beeindruckt. Wang erzählt, dass er mit allen 500 Gläubigen seines Dorfes irgendwie „verwandt“ sei. Verwandt auch deshalb, weil Chinesen dieses Wort beinahe unendlich weit denken. Kirche sei für ihn wie eine Familie. Und was, wenn es Streit gibt? Schnell wird klar, wie wichtig Harmonie untereinander ist. Viel und fest miteinander reden müsse man dann eben; und nach der Versöhnung müsse man zusammen rauchen. Freinademetz und Rahner Der Heilige Josef Freinademetz (1852 bis 1908), ein Südtiroler China-Missionar, sei in China übrigens sehr bekannt. Er sei ein Fundament für die Christen in China. Xu Feyan: „Er war wirklich ein Chinese. Ich verehre ihn und rufe ihn an.“ Unter der Gruppe von Chinesen, die an der Universität Innsbruck studieren, ist auch Jiang Jia. Sein wissenschaftliches Interesse gilt Karl Rahner (1904 bis 1984). Und das, obwohl er kein Christ ist. Jiang Jia setzt sich mit philosophischen Fragen auseinander. Und er möchte nach seiner Rückkehr in die Heimat auch an einer Philosophischen Fakultät unterrichten. Die Wahrnehmung der christlichen Kirchen in China sei sehr gering. Viele Menschen wüssten gar nicht, dass das Christentum überhaupt existiere. Was allein schon mit der geringen Mitgliederzahl zu tun habe. Schätzungen zufolge gehören rund 1 Prozent der rund 1,3 Milliarden Gesamtbevölkerung zur katholischen Kirche. Allerdings: Die Kirche wächst. Viele Kinder kämen in die Kirche, erzählt Xu Feiyan. Auch solche, die gar nicht getauft seien. Das sei auch zu Weihnachten schön. „Sie kommen zur Krippe und bringen Karten mit Bitten zum Jesuskind. Damit es sie segne.“

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2.6 „Studentenheim Canisianum“ in Zusammenarbeit mit der Akademikerhilfe Vor einem Jahr hat die Hausleitung des Canisianums beschlossen, nach dem Umzug des Internationalen Theologischen Kollegs in neue Räumlichkeiten in der Sillgasse, im Gebäude des Canisianums ein Studentenheim weiterzuführen. Die Leitung und Verwaltung des „Studentenheimes Canisianum“ wird der Akademikerhilfe anvertraut. Die Akademikerhilfe will Studierende beim Einstieg ins Studienleben unterstützen und durch günstige Wohnverhältnisse einen guten Studienverlauf fördern. Sie will ihren Bewohnerinnen und Bewohnern als Studentenhilfsverein ermöglichen, sich in einem angenehmen Wohnumfeld zu entwickeln, gleichzeitig aber durch gewisse Grenzen die BewohnerInnenschaft auch schützen (keine Drogen, keine Gewalt etc.). Die Bewohnerinnen und Bewohner sind eingeladen, aktiv Verantwortung zu übernehmen, sich in die Gemeinschaft einzubringen und ihre Kreativität zu entfalten. Ab 1. Oktober 2013 werden voraussichtlich 160 Studentinnen und Studenten im „Studentenheim Canisianum“ leben.

wie der Wirtschaft angehören. Von diesen Vereinsmitgliedern bilden derzeit 19 den ehrenamtlich tätigen Vorstand, der die Verantwortung in rechtlicher und finanzieller Hinsicht trägt. 12 Vorstandsmitglieder bilden das so genannte Direktorium, welches das operative Geschäft gemeinsam mit dem Generalsekretär steuert. Als Obmann fungiert bereits seit 1981 Mag. Dipl.-Ing. Roderich Regler. Auf der operativen Ebene leitet Generalsekretär MMag. Bernhard Tschrepitsch die Geschicke des Vereins. Der Tätigkeitsbereich erstreckt sich auf die Unterstützung Studierender der österreichischen Hochschulen, auch von Absolventen derselben, welche sich einer weiteren wissenschaftlichen Ausbildung widmen. Der Vereinszweck wird in erster Linie erfüllt durch die Errichtung, Erhaltung und das Betreiben von Studentenheimen und der Förderung des Studentenaustauschs zwischen österreichischen und ausländischen Universitäten. Der Verein ist nicht auf Gewinn ausgerichtet und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Weitere Auskünfte sind unter www.akademikerhilfe.at zu finden. Die Hausleitung des Canisianums freut sich auf die Zusammenarbeit mit der Akademikerhilfe.

Gegründet im Jahre 1921 als katholischer Verein durch Hochschulseelsorger Prälat Dr. Karl Rudolf, konnte die Akademikerhilfe im Laufe der Jahrzehnte ihr Angebot auf 19 Studierendenwohnhäuser in ganz Österreich ausweiten. Derzeit wohnen bei der Akademikerhilfe über 3.000 Studierende. Um studentischen Wohnraum für diese Studierenden zu errichten, erhalten und zu betreiben, engagieren sich neben ca. 90 ständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ehrenamtliche Funktionäre. Das Direktorium wird aus ehrenamtlichen Funktionären gebildet, die sich aktiv in die Geschäftsführung der Akademikerhilfe einbringen. Die Akademikerhilfe ist ein gemeinnütziger Studentenunterstützungsverein, dem rund 40 Personen des öffentlichen und kirchlichen Lebens so61


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2.7 Manchmal wünsche ich mir einen Kühlschrank Der verstorbene AltCanisianer, Bischof em. Dr. Reinhold Stecher, im Canisianum von 1946-1949, hat kurz vor seinem Tod folgende Gedanken zur pastoralen Situation festgehalten.

Bischof em. Reinhold Stecher (+2013) Die Atmosphäre in der Theologischen Fakultät Innsbruck war in meinen Studienzeiten von lateinisch-scholastischer Nüchternheit geprägt. Manchmal hatte man bei den Vorlesungen doch ein wenig das Gefühl, mit seinem Geist im Kühlschrank zu sitzen. Für Wogen des Gemüts, Gefühlsausbrüche und religiös-romantischer Ergriffenheit war da kein Platz. Dabei waren unsere zum Teil berühmten Lehrer persönlich untadelige Vorbilder von wissenschaftlicher Redlichkeit und priesterlicher Gesinnung. Aber in manchen Sparten dominierte strenge Rationalität in Sprache und Gedankenführung fast unerträglich – Später bin ich für diese Nüchternheit der Söhne des Ignatius von Loyola eigentlich doch oft froh gewesen. Es braucht in der Kirche auch diesen Kühlschrank der Vernünftigkeit, damit die Milch der frommen Denkungsart nicht sauer wird. Mir ist doch später diese sauer gewordene Frömmigkeit öfters begegnet, verpackt in einer Kombination von eingebildeter Ausbildung und ausgebildeter Einbildung … 62

Aber die genannten strengen Professoren, die mit ciceronischem Latein die Hörsäle füllten, haben uns manchmal am Abend, in gelöster Atmosphäre Anregungen zur Meditation gegeben. Und da kamen auch andere Seiten zum Vorschein, ein tiefer, schlichter Glaube, verbunden mit einem ausgesprochenen Sinn für pastorale Wertordnung. Ein Dogmatiklehrer hat einmal gesagt: „Meine Herren, vergessen Sie das nie: Wenn Sie zu einem Sterbenden gerufen werden, hat alles andere liegen zu bleiben, sei es eine angenehme Gesellschaft, eine interessante Lektüre oder ein dringendes Telefonat mit einem Bischof. Der Sterbende geht vor …“ Diese Weisheit, die scheinbar aus der Tiefkühltruhe theologischer Wertordnung kam, hat sich als besonders haltbar erwiesen. Das ist der eindeutige Ernstfall priesterlichen Dienstes. Man hat uns das tief eingeprägt. Und wenn ich bei aller Liebe zu meiner Kirche mit 90 Jahren eine Kritik wage, ja aussprechen muss, dann ist es diese: Mit den derzeitigen Vollmachtsstrukturen, an denen Rom festhält, verlässt man die Sterbenden zu Millionen. Der Pfarrer mit 4 Gemeinden in unserem Land kann dieser Aufgabe nicht gerecht werden. Ich weiß, wovon ich rede. Ich habe als Bischof bei den Visitationen auch immer die Alten, Gehbehinderten und Kranken besucht. Es sind im Laufe der Jahre an die 6.000 geworden. Aber das war nur möglich, weil damals die Seelsorger mit bewundernswerter Treue diese nachgehende Seelsorge betrieben haben. Die Großräume überfordern. Und so bleibt der wunderbare Trost des Sakramentes versagt. Wenn man mit großem spirituellem Ernst und höchster Autorität den Pflichtzölibat verteidigt, ist davon nie die Rede, dass so, wie heute die Dinge liegen, die Kirche sakramental die Sterbenden verlässt. In einem deutschen kirchlichen Bildungshaus habe ich die sicher seriösen Angebote für Kranken- und Sterbendenbegleitung ange-

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schaut. Es waren sehr gute Themen und Anregungen für Laien und Diakone, die sich hier engagieren. Aber von der Krankensalbung war kaum die Rede. Gar nicht davon zu denken, was das heißt, wenn ein hoher südamerikanischer Würdenträger gesteht, dass er Gebiete habe, wo er für 90.000 Gläubige nur einen Priester einsetzen kann. Oder wenn ein mir bekannter, besonders eifriger Bischof erzählt, dass er für 450.000 Gläubige auf einem Gebiet dreimal so groß wie Österreich 30 Priester habe. In manchen der 700 Basisgemeinden reicht das für 2 Eucharistiefeiern pro Jahr … Ich könnte die Liste lange fortsetzen. Und dann wünschte ich mir in der Kirche wieder etwas mehr Kühlschrank des gläubigen Hausverstandes, der aber klar sagt, was göttlicher Auftrag ist und was sekundäre menschliche Ordnung. Und wenn man das nicht beachtet, ist die Milch der frommen Denkungsart eben sauer geworden, mag das Etikett noch so hohe Qualität verheißen.

2.8 Chronik vom 8. Dezember 2012 bis zum 30. Juni 2013 Sebastian Ortner

Seit Beginn des Studienjahres 2012/13 bietet P. Spiritual Josef Thorer SJ mit dem Spiritualitätsteam jeden Monat ein geistliches Austauschgespräch für alle Canisia-

ner an. Dieses Gespräch tritt an die Stelle der Spiritualitätsgruppenabende. Die Impulse des 2. Einkehrtages von 8. bis 9. Dezember 2012 gestalteten, wie die Jahre zuvor, zwei Mitbrüder der Kollegsgemeinschaft. P. Thorer konnte diesmal neben den Höttinger Seminaristen und Regens Peter Ferner auch die Brixner Seminaristen mit ihren Begleitern, Rektor Michele Tommasi und Spiritual P. Gerwin Komma SJ, begrüßen.

Am Samstag, 8. Dezember, dem Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, hielt Dr. Richard Pirker den 1. Impuls zum Thema „Gottesbilder im Umbruch. Hören – Befragt werden – Er-Warten“. Dabei ließ uns der Pfarrer aus der Diözese Gurk-Klagenfurt nicht nur an spirituellen Schätzen seiner geistlichen Vorbilder (K. Rahner, J.H. Newman, M. Maimonides, Ch.de Foucault, C.M. Martini, …) teilhaben. Er verlieh auch seiner Liebe zur Musik und Literatur Ausdruck, indem er Peter Handke und Silja Walter zitierte, „Ave Maria Stella“ von E. Grieg präsentierte, aber auch selber je einen Vers eines Marienliedes sowie eines Kärntner Adventliedes als Hörprobe vorsang. Inhaltlich spannte er den Bogen von der Ambivalenz der Rede von Gott in den „Erfahrungen eines katholischen Theologen“ K. Rahners bis hin zum „achtfachen Weg“ Carlo Maria Martinis, der dazu anleitet, von der Lesung der Hl. Schrift bis zur Handlung das Gebet mit dem Tun zu verbinden. 63


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Am 2. Adventsonntag, 9. Dezember, gab uns Peter Tian Shufeng aus der Hebei Provinz, Diözese Xingtai, China, nach Laudes und Frühstück den 2. Impuls, in welchem er die „Gottesbilder“ in seiner eigenen, nämlich der chinesisch-konfuzianistischen Kultur, Sprache und persönlichen Erfahrung thematisierte.

Tian Shufeng entfaltete in einem klar strukturierten Vortrag seine These, wonach das Gottesbild oder die Gotteserfahrung erstens kulturell und zweitens immer subjektiv bedingt ist. Dabei gab er uns einerseits Einblick in die historische Entwicklung, wie das Christentum in die chinesische Kultur – mehr oder weniger erfolgreich – Eingang gefunden hat und welche Rolle die konfuzianistische Anthropologie und Ethik für die Gotteserfahrung spielt. Andererseits vermittelte er uns in Anlehnung an Heidegger die subjektive Bedingtheit der Gotteserfahrung als das „In-Situation-Sein“ aus dem der Mensch als „Dasein“ nie heraustreten kann. Gerade dann, wenn wir – etwa in Situationen höchster Freude oder tiefsten Leids – an die Grenze unseres Daseins getrieben werden, so Tian Shufeng, ergibt sich die Chance, „Gott zu begegnen oder auch hierin ersticken zu lassen“. „Der Mensch ist geschaffen“: Mit diesen Worten beginnt nicht nur das „Prinzip und Fundament“ der Geistlichen Übungen des Ignatius von Loyola (EB 23), sondern begann auch der 1. Impuls von P. Elmar Mitterstieler SJ, dem Referenten des 3. Einkehrtages von 12. bis 13. Jänner 2013. 64

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tus, der diese Auseinandersetzung von Leben und Tod ein für allemal entschieden hat, ist uns aber die Hoffnung geschenkt, vom Tod ins Leben zu gelangen, so betonte P. Mitterstieler bei der gemeinsamen Eucharistiefeier.

P. Spiritual Josef Thorer SJ begrüßte die Gäste aus Hötting und Brixen und stellte P. Mitterstieler vor. P. Mitterstieler wirkte im Canisianum, im Brixener Priesterseminar und im Wiener Priesterseminar als Spiritual für die geistliche Ausbildung der Seminaristen, sowie als geistlicher Begleiter und Exerzitienbegleiter. Im Rahmen des Jahresthemas „Gottesbilder“ referierte P. Mitterstieler zum Thema „Gott, der Leben schenkt“. Im 1. Impuls ging er auf die einzigartige Beziehung zwischen Gott und dem Menschen ein, die in der Schöpfung des Menschen durch Gott gründet. Ein besonderes Anliegen war dem Referenten dabei, die persönliche, lebendige Art dieser Beziehung, die dem Menschen geschenkt ist: „Geschaffen zu sein ist ein Geschenk und ein Glück, das uns gegeben ist: Liebend in allem der Liebe innezuwerden, die mich ins Dasein geliebt hat - und anderen dazu zu helfen“. Im anschließenden Austauschgespräch teilten wir einander mit, was uns in der Meditation nach dem Impuls berührt oder bewegt hat, bevor wir den Referenten zu einzelnen Punkten Fragen stellten. Im 2. Impuls konfrontierte P. Mitterstieler sich und uns mit dem „Reich der Schatten“, mit der tödlichen Herrschaft des Anklägers über die Menschen, die sich als verblasst und abgeschieden vom Leben erfahren. „Vielfach“, so der Referent, „sind es frühe Schuldgefühle, heimtückisch und tief sitzend, die das leben der Kraft, des Lichtes und der Farbe berauben“. In Jesus Chris-

und nahmen z.T. an den gemeinsamen Gebets- und Mahlzeiten der Canisianer teil. Unser Mitbruder aus Uganda, der Comboni-Missionar Deogratias Nguonzi, verabschiedete sich am 6. März nach der Eucharistiefeier von unserer Gemeinschaft. Er ist nach Uganda zurückgekehrt und arbeitet dort in der Pfarrpastoral des Ordens. Anfang März 2013 nahm P. Martin Hasitschka SJ erfolgreich am Vasalauf teil, einem 90 km langen Langlaufwettbewerb in Schweden.

Am 29. Jänner verstarb der Altcanisianer und Altbischof der Diözese Innsbruck, Dr. Reinhold Stecher, im 92. Lebensjahr. Der begeisterte Bergsteiger, Zeichner, Maler, aufgeschlossene Theologe und nicht nur von den InnbruckerInnen geliebte Altbischof war dem Canisianum sehr verbunden. Beim Begräbnis nahmen auch viele Canisianer teil.

Ende Februar 2013 fand im Canisianum ein Treffen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der österreichischen Jesuiten statt. Im Rahmen dieser Fortbildung wurde das Wirken der Jesuiten in Österreich vorgestellt, Organisatorisches geklärt und Impulse aus der ignatianischen Spiritualität angeboten. An die 20 Teilnehmer aus Österreich waren zwei Tage lang im Canisianum versammelt

Am 9. März begann um 15:00 Uhr unser 4. Einkehrtag, dessen Impulse diesmal P. Martin Maier SJ übernahm. P. Thorer, der als Socius des Novizenmeisters vor 34 Jahren zum ersten mal P. Maier begegnet war, stellte P. Maier vor und führte kurz ins Thema ein: In der Jahresreihe „Gottesbilder“ war die Thematik dieses Einkehrtages „Gott, der in die Freiheit führt“.

P. Maier, Rektor des Berchmannskollegs in München, behandelte das Thema aus der Perspektive der Theologie der Befreiung. Er hat neben Gustavo Gutiérrez, dem Namensgeber und Mitbegründer der Befreiungstheologie, auch den Märtyrerbischof Óscar Romero sowie Ignacio Ellacuría SJ und Ignacio Martín Baró SJ, die 1989 gemeinsam mit drei Mitbrüdern und zwei Hausangestellten von einer Todesschwa65


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dron ermordet wurden, persönlich kennen gelernt. P. Maier hat zu den Geschehnissen zahlreiche Artikel verfasst. Er war von 1989 bis 1991 in El Salvador Pfarrer einer Landgemeinde. Diese Gemeinde hatte er von Ignacio Martín Baró übernommen. 1993 promovierte er mit einer Arbeit über die Befreiungstheologie seiner Ordensbrüder Ignacio Ellacuría und Jon Sobrino an der Universität Innsbruck zum Doktor der Theologie. Gemeinsam mit seinem salvadorianischen Mitbruder Jon Sobrino SJ hatte P. Maier am Vortag unseres Einkehrtages in Wien vor 350 Interessierten einen Vortrag zur Befreiungstheologie gehalten. P. Maier verdeutlichte uns in einem gut nachvollziehbaren Impuls, dass die Wurzel der Befreiungstheologie im Glauben an den Gott gründet, der für uns arm geworden, Mensch geworden und am Kreuz gestorben ist. Dabei zitierte er den kurz zuvor zurückgetretenen Papst Benedikt XIV.: „Wie ich gegenüber den im Heiligtum von Aparecida versammelten lateinamerikanischen Bischöfen betont habe, ist die bevorzugte Option für die Armen im christologischen Glauben in jenen Gott implizit enthalten, der für uns arm geworden ist, um uns durch seine Armut reich zu machen (vgl. 2 Kor 8,9)“.

In einem geistlichen Austausch in der Bar mit P. Maier konnten wir das, was uns durch den Impuls berührt hatte, einander mitteilen und anschließend direkt an P. Maier konkrete Fragen stellen. Dann nahm P. Maier zu unseren Erfahrungsbe66

richten Stellung und versuchte, die Fragen zu beantworten, darunter auch die Anfrage, warum es seitens der offiziellen Kirche öfters zurückhaltende oder sogar ermahnende Reaktionen auf die Theologie der Befreiung gab. Warum der allmächtige Gott in der Realität der Armen so machtlos erscheint oder wo die Grenze zwischen praktiziertem Glauben und dem Irrglauben des Menschen liegt, sich selbst das vollendete Heil auf Erden schaffen zu können waren zwei Fragen, die offen blieben. Am Sonntag, den 10. März, sprach P. Maier im 2. Impuls über Erzbischof Óscar Romero. Für diesen war das Gebet unverzichtbar und lebensnotwendig. Obwohl Romeros Theologie und Spiritualität lange Zeit von der vorkonziliaren Trennung zwischen Glaube und Welt geprägt war, führte ihn sein Gebet zu einem prophetisch-politischen Handeln. Diese Wandlung war u.a. angeregt durch die Ermordung von zwei Mitbrüdern Romeros, die sich für strukturelle Änderungen der ungerechten sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in El Salvador eingesetzt hatten. Drei Jahre später sollte es dem Erzbischof genauso ergehen. Óscar Romero wurde am 24. März 1980 während des Einsetzungsberichtes in der Krankenhauskapelle „Divina Providencia“ („Göttliche Vorsehung“) am Altar von einem Scharfschützen erschossen, der von einem politischen Vertreter der Oligarchie des Landes auf ihn angesetzt worden war. P. Maier sieht in diesem Zeugnis ein gelebtes Beispiel für unsere Berufung als Christen und Priester, Gottes Liebe in unserer Welt sichtbar und spürbar zu machen. Bei der anschließenden Eucharistiefeier war P. Maier der Hauptzelebrant und trug, wie er uns verriet, die bunte Stola seines 1989 ermordeten Mitbruders P. Ignacio Martin Bacco SJ, dessen Pfarre er im selben Jahr übernommen hatte. In der Predigt hielt P. Maier alle Lesungen des Laetare-Sonntags wie einen Spiegel vor das, was er zuvor in den Impulsen über Befreiung und Freiheit gesagt hatte und veranschaulichte auf diese Weise die Verwurzelung der Theologie

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der Befreiung in der jüdisch-christlichen Tradition. Unsere langjährige Küchenchefin Maria Sottara stürzte am Ostersonntag, 31. März, auf dem Weg von der Kirche nach Hause (Wengen im Gadertal), wobei sie einen Bruch des linken Handgelenks erlitt. In ihrer Abwesenheit übernahm eine Cateringfirma die Versorgung der Canisianer. Am Donnerstag, den 25. April, fand im Kaiser-Leopold-Saal der Theologischen Fakultät der Dies Academicus zum Thema „Scheitern (in) der Kirche? Beziehungen in Strukturen leben.“ statt.

Eröffnet wurde dieses etablierte Gemeinschaftsprojekt von Diözese und Fakultät durch Bischof Manfred und den frisch gebackenen Dekan Wolfgang Palaver. Beide bekundeten ihre anfängliche Skepsis gegenüber diesem Thema: Der Studientag könnte zu einer kirchlichen Nabelschau werden. Ebenso eröffneten beide den sitzenden (und auch stehenden) Zuhörer(-innen) ihre darauf folgende Zuversicht, dass die Beiträge der Referent(-innen) sowie die themenspezifische Reflexion in den Workshops viele wertvolle Anregungen dazu liefern könnten, das Scheitern (in) der Kirche aus dem Glauben der Kirche zu deuten und damit umzugehen.

Sechs Kurzreferate von Lehrenden der Fakultät (sowie einem Moraltheologen aus Brixen) führten das Auditorium aus verschiedenen theologischen Perspektiven zum Thema. Nach einer Kaffeepause sammelte der Moderator, Nikolaus Wandinger, Fragen und Kommentare, die an die Kurzreferate anschlossen.

Nach einer Mittagsandacht in der Jesuitenkirche mit musikalischer Untermalung durch Arvo Pärts „Spiegel im Spiegel“ versammelten sich viele der Besucher des Studientages im Speisesaal des Jesuitenkollegs zum Mittagsmahl. Die Gespräche und Diskussionen an den Tischen setzten sich in den nachmittäglichen Workshops und dem anschließenden Plenum im Kaiser-Leopold-Saal fort. Ein Klage- und Bußgottesdienst mit Bischof Manfred in der Jesuitenkirche, in der Tradition der päpstlichen Bitten um Vergebung am 1. Fastensonntag 2000, stand am Ende des Studientages. 67


Aktuelles und Chronik

Am Wochenende vom 4. auf 5. Mai versammelten sich die Seminaristen aus Hötting und Brixen zusammen mit den Canisianern in der großen Kapelle des Canisianums zum 5. Einkehrtag des Studienjahres. P. Spiritual Josef Thorer SJ begrüßte die Gäste und stellte den Referenten des Einkehrtages, Univ.-Prof. Dr. Gerhard Gäde, vor.

Gerhard Gäde, 1950 in Bremen geboren, ist ein deutsch-italienischer katholischer Theologe und Hochschullehrer. Er ist Professor für Dogmatik an der KatholischTheologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München. 1975 wurde Gäde in Osnabrück zum Priester 68

geweiht und stand anschließend bis 1983 im pastoralen Dienst des Bistums Osnabrück. 1987 wurde er mit einer Dissertation zur Erlösungslehre Anselms von Canterbury zum Dr. theol. promoviert, Sein Doktorvater war Prof. Dr. Peter Knauer SJ. 1998 bis 2008 war er als Professor für Dogmatik an der Päpstlichen Hochschule S. Anselmo in Rom tätig. Seit 2009 lebt und lehrt er in München. Prof. Gäde beleuchtete unser Jahresthema „Gottesbilder“ aus christozentrischer Perspektive. Im ersten Impuls am Samstag sprach er darüber, was das Wort „Gott“ bedeutet und dass Gott nicht unter Begriffe fällt. Daran anknüpfend wies er darauf hin, dass sowohl vermenschlichende Gottesbilder als auch vergöttlichende Menschenbilder zu einer Krise führen, deren Anzeichen gegenwärtig in Gesellschaft und Kirche sichtbar sind.

In der anschließenden Austauschrunde fragten wir uns, wie religiöse Erfahrung und Gottes Wort zusammenhängen. Prof. Gäde antwortete darauf, dass wir in der Erfahrung der Verkündigung, im Hören der Hl. Schrift, das gehörte Wort durch den Glauben als Gottes Wort erkennen können. Darin besteht mystische Erfahrung. In seinem zweiten Impuls am Sonntag stellte uns Prof. Gäde das Christusbild als kritische Instanz zu falschen Gottes- und Menschenbildern vor Augen: In Jesus Christus hat sich Gott ein Bild vom wahren Menschen gemacht. Gleichermaßen können wir Menschen uns in Jesus von Nazareth durch den Glauben ein wahres Bild von Gott machen.

Aktuelles und Chronik

Als Hauptzelebrant der darauf folgenden Eucharistiefeier sprach Prof. Gäde in der Predigt von den „Augen des Glaubens“: So wie Michelangelo mit den Augen des Künstlers im Marmorblock die Pietá sah, so sehen wir mit den Augen des Glaubens, was zum Leben führt. Nach dem gemeinsamen Mittagessen teilte uns P. Rektor Friedrich Prassl SJ mit, dass P. Gerwin Komma SJ unglücklicherweise gestürzt und sich einen Sehnenriss zugezogen hatte. Er wurde unmittelbar nach dem Einkehrtag in der Universitätsklinik operiert und konnte nach zwei Wochen ins Priesterseminar nach Brixen zurückkehren. Univ.-Prof. Dr. Christian Bauer, der P. Franz Weber auf den Lehrstuhl für Pastoraltheologie nachgefolgt ist, hielt seine Antrittsvorlesung am 22. Mai um 18:00 Uhr im Kaiser-Leopold-Saal der Theologischen Fakultät. Einige der zahlreich anwesenden Canisianer halfen beim anschließenden interkulturellen Buffet tatkräftig mit. Im Laufe der Monate Mai und Juni übernahmen die Kulturgruppen die Gestaltung der Gemeinschaftsmessen an den Donnerstagabenden. Gleich ob durch Gesang, Klang- und Dufterlebnis, fremde Sprachen, besonders schöne liturgische Kleidung oder meditative Stille: Sie alle hinterließen bei ihren Mitbrüdern lebendige Eindrücke von ihrer Art, die heilige Eucharistie zu feiern.

Von 7. bis 9. Juni feierten die österreichischen Jesuiten unter dem Titel „Gefährten Jesu für die Menschen. 450 Jahre Österreichische Jesuiten“ ein großes Jubiläum in Wien.

Das Jubiläum begann am Freitag mit einem Festakt im vertrauteren Kreis in der Aula der Wissenschaften. Unter den Festgästen befanden sich P. General Adolfo Nicolás SJ, Christoph Kardinal Schönborn OP, Nuntius Erzbischof Peter Zurbriggen, Altbischof Maximilian Aichern OSB sowie viele andere prominente und weniger prominente Freundinnen und Freunde, Förderer und mit den Jesuiten verbundene Menschen. Musik von Diego Ortiz, gespielt von Chr. Ladurner und H. Hoffman, versetzte die Festgemeinde in die Zeit von Ignatius zurück. Am Samstag nahmen zahlreiche Interessierte an Workshops im KardinalKönig-Haus teil, die von 9:00 bis 17:30 parallel in acht Sälen stattfanden.

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Aktuelles und Chronik

Den Abschluss bildete eine ebenso gut besuchte wie gestaltete Festmesse im Stephansdom unter dem Vorsitz von P. General, der ausgehend von Elija und Jesus, die jeweils in der Lesung und im Evangelium die Söhne von Witwen wieder zum Leben erweckten, über Freude und Lebendigkeit, besonders von armen Menschen, predigte.

Von Mittwoch, den 12., bis Freitag, den 14. Juni, feierten wir im Canisianum das HerzJesu-Triduum mit Impulsen des Schweizer Jesuiten und Missionsprokurators P. Toni Kurmann SJ zum Thema „Herz Jesu – mit Christus der Welt zugewandt“.

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Am Mittwoch ging es um die Zuwendung zu unseren Mitmenschen, in welcher sich Christsein verwirklicht; so z. B. in unserem Zusammenleben als Konviktoren, als Menschen, die Tischgemeinschaft pflegen und ihr Leben miteinander teilen. Im zweiten Impuls am Donnerstag zeigte uns P. Kurmann auf, wie durch den christlichen Glauben aus der Begegnung mit der Welt Begegnung mit Gott möglich werden kann. Anschließend an den Impuls begann mit der Vigilfeier die Gebetsnacht. Der kirchliche Termin für das Herz-Jesu-Fest war der 7. Juni. Aufgrund des 450-Jahrjubiläums der Jesuiten in Österreich von 7. bis 9. Juni in Wien verschoben wir die Feier unseres Hausfestes um eine Woche. Wir feierten das Herz-Jesu-Fest in gewohnter Weise mit einer Festakademie, einem feierlichen Gottesdienst und einem gemeinsamen Festmahl im Canisianum.

Aktuelles und Chronik

Nach dem Empfang der Gäste und ersten persönlichen Gesprächen eröffnete Michel König an der Orgel die Festakademie um 16:30 Uhr in der Propter-Homines-Aula mit der Orgelkomposition „Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur“ von J. S. Bach (BWV 564). Die vom italienischen Concerto-Stil inspirierte Toccata mit ihren einleitenden virtuosen Manualläufen ließ das Publikum aufhorchen. Sie versetzte die Festgäste in die richtige Stimmung, um den Grußworten von Provinzial P. Gernot Wisser SJ, des Koordinators Rev. Ernest Obodo sowie von P. Rektor Friedrich Prassl SJ zu folgen. Der langsame zweite Satz des Orgelwerkes mit seiner zarten, ariosen Melodie sollte zum Festvortrag von Prof. DDr. Habil. Jörg Ernesti mit dem Titel „Paul VI.: Der erste moderne Papst?“ überleiten.

Prof. Ernesti hielt das Adagio in a-moll allerdings geeigneter, um einen Vortrag über Pius den XII. einzuleiten, welcher Bach besonders schätzte, als über Paul den VI. Unterstützt von einer Power-Point-Präsentation hielt Ernesti einen glänzenden Vortrag, in welchem er dem Auditorium einen facettenreichen Einblick in das Leben des modernen, weltoffenen, aufgeschlossenen und reformeifrigen Papstes Paul VI. verschuf. Mit der abschließenden vierstimmi-

gen Fuge im tänzerischen Sechsachteltakt ließ Michel König die Festakademie ausklingen.

Es folgte die Eucharistiefeier mit Dr. Jörg Ernesti in der Hauskapelle des Canisianums, die trotz der zusätzlichen Stühle von den ca. 200 Gästen voll ausgelastet war. Prof. Ernesti stellte in seiner Predigt eine Verbindung her zwischen der Barmherzigkeit Jesu, die allen Hass und Streit der Welt überwindet, und nach wie vor spürbaren Spannungen zwischen „Tirolern“ und „Italienern“ in Südtirol, selbst dann, wenn sie gemeinsam an einer Herz-Jesu-Prozession teilnehmen. Das Sanctus wurde von der indischen Kulturgruppe gesungen, das Auszugslied von der afrikanischen Kulturgruppe. Beide trugen zum genuin canisianischen Charakter der Eucharistiefeier bei. Das festliche Abendessen wurde musikalisch umrahmt durch die „Studenten im Trakt“ Sebastian Lesch und Simon Gribi, und durch das Lied „Hand in Hand we stand“, das ein Chor von Canisianern vortrug.

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Aktuelles und Chronik

Einen besonders großen Applaus erhielt Maria Sottara, die trotz ihrer noch nicht ganz verheilten Handverletzung mit ihrem Team das köstliche Abendessen vorbereitet hatte.

drücke aus ihrer Zeit im Canisianum amüsante Anekdoten zu berichten, sondern brachten auch besonders gegenüber den Jesuiten ihren tiefen Dank für ihre Zeit im Canisianum zum Ausdruck.

Aktuelles und Chronik

Eine kurze Stadtführung, die in der Jesuitenkirche begann, bildete den Abschluss dieses Tages des Abschieds und des Aufbruchs. Viele haben sich für das gelungene Fest herzlich bedankt. Gegen Ende des Studienjahres stand wieder einmal die Wahl der Koordinatoren für das kommende Studienjahr (2013/14) an. Am Dienstag, den 25. Juni 2013, kamen wir deshalb um 20.15 Uhr zur Wahl der Koordinatoren in der Aula zusammen.

Dem Herz-Jesu-Fest folgte tags darauf (15. Juni) der Abschiedstag vom „Gebäude Canisianum“.

Wir gestalteten mit vielen AltCanisianern, Freundinnen und Freunden, Wohltätern, Angestellten und Mitbrüdern, die im Canisianum gewirkt haben, unter dem Motto „Erinnerung und Aufbruch“ einen besonderen Tag des Abschiednehmens vom vertrauten „Gebäude Canisianum“. Der Laudes sowie dem gemeinsamen Frühstück folgte am Samstagvormittag ein „Rückblick“, der u. a. im Austausch persönlicher Erinnerungen durch AltCanisianer bestand. Diese wussten nicht nur über den „Circus“, den „Gesteckten“, Theateraufführungen, „Studentenrevolten“ und viele andere Ein72

Eine Präsentation der Hausgemeinschaft durch P. Rektor sowie eine Power-PointPräsentation von alten und neuen Fotos von Canisianern und vom Gebäude Canisianum ließen nicht nur die alten Zeiten wieder aufleben, sondern führten gleichermaßen auch in die Gegenwart des Canisianums. Um 11:15 Uhr feierten wir die Eucharistie mit P. Provinzial Gernot Wisser, der die versammelte Gemeinde in der Einführung dazu aufforderte, nicht allzu nostalgisch zu werden, sondern nüchtern zu bleiben und auch nach vorne zu blicken. Nach dem Mittagessen und einer – wenn auch kurzen – Rekreation trafen sich die (Alt-)Canisianer bereits um 13:30 zu einer Präsentation der neuen Räumlichkeiten des Canisianums in der Sillgasse 6.

Am Samstag, den 29. Juni 2013, feierten wir um 18:00 Uhr in der Klosterkirche der Ewigen Anbetung eine gemeinsame Vesper mit den Schwestern. Im Anschluss an die Vesper, nach der Segnung eines neuen Gartenhauses, nahmen alle Canisianer ein einfaches Abendessen mit den Schwestern ein.

Dort wählten wir im vierten Wahlgang Martin Devassy Alukaputussery zum neuen Koordinator und Yohanes Subali zum zweiten Koordinator. Danach informierte uns P. Rektor über den aktuellen Stand der Adaptierungsarbeiten in der Sillgasse 6, gab uns die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Bedenken zu äußern oder auch praktische Dinge im Zusammenhang mit dem Umzug zu klären. Zum Schluss trafen wir uns in der Hausbar zu einem gemütlichen Ausklang.

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Aktuelles und Chronik

2.9 Gruppenfoto des Collegium Canisianum im Studienjahr 2012/13

Wir gratulieren

3. wir gratulieren

Ernennung zum Dompfarrer

Akademische Grade

Beat Grögli, am Pfingstmontag, 20. Mai 2013, Kathedrale St. Gallen (im Canisianum von 1995-1997)

Zum Magister der Theologie Alukaputhussery Martin Devassy (20102013) Missionaries of Faith (MF)/Indien „Beatitudes in General. A Basic Study of the Beatitudes.”

1. Reihe (v.l.n.r.): 1. Subali Yohanes 2. Vazhakkootathil George Job 3. Maigari Emmanuel 4. Tan Atta Kobenan Nestor 5. Njurum Sylvanus Ifeanyi Kizito 6. P. Hasitschka Martin SJ, Univ.-Prof. em. 7. S. Deinhammer Robert SJ, Vizerektor 8. und Studienpräfekt 9. P. Prassl Friedrich SJ, Rektor 10. P. Thorer Josef SJ, Spiritual 11. Hagemeister Barbara (Sprachlehrerin) 12. Mujuni Joseph 13. Antonysamy Morris 14. Shako Lokeso Robert 15. Tian Shufeng Peter 16. Mahamboro Bismoko Dionius 17. Nanduri Vijay Kumar 2. Reihe (v.l.n.r.): 1. Nitunga Sylvester Ludovick 2. Odeny Timon Ochieng 3. Malima Peter George 4. Alukaputhussery Martin Devassy 5. James Machado Julians Marlan Joshi 6. Kim Woong-Rae Joseph 7. Tegete Francis Francis 8. Tshombokongo Pascal 74

9. Ortner Sebastian (Stud. i. K.) 10. Ogunbanwo Martin Adeleke 11. Kraus Lukas (Stud. i. K.) 12. Chalissery Lijo 13. Parathattel Thomas 14. Obodo Ernest Anezichukwu 15. Savarimuthu Eddy Dharmanand 16. Mboya Joseph Benard Thomas 3. Reihe (v.l.n.r.): 1. Plotsidem Mykhayolo 2. Thang Zawm Hung Augustine 3. Pirker Richard (Gast i. K.) 4. Zhang Jianfang Joseph 5. Wang Yanpan 6. Wang Zhanbo Joseph 7. Zhao Weijing Peter 8. Jiang Jia Jeffrey 9. Puthussery Poulose Joshy 10. Xu Feiyan 11. Isidore Isidore 12. Kallarakkal Rappakutty Antony 13. Dao Thanh Khanh Peter 14. Lanthaparambil Xavier Grimbald Nicht auf dem Foto: Chepkuto Francis Gerbut Yaroslav Usman Jamahh Victor Seidl Markus (Student i. K.) Winkler Benedikt (Gast i. K.)

Wahl von Papst Franziskus Die Hausgemeinschaft des Collegium Canisianum freut sich über die Wahl von Kardinal Bergoglio zum neuen Papst. Wir wünschen Papst Franziskus für sein Wirken viel Freude und Gottes reichen Segen.

Savarimuthu Eddy Dharmanand (20112013) Madurai/Indien “The feeding narratives in Mark. Studying the significance by a comparative analysis.” Zum Doktor der Theologie Antonysamy Morris (2009-2013) Dindigul/Indien “The Challenge of Caste System in an Age of Globalization: An Anthropological Investigation of Hierarchy and Mimesis.” Lanthaparambil Grimbald (2008-2013) Cochin/Indien „Kenosis. Die Nachfolge Christi bei Franziskus im Lichte der dramatischen Theologie.“ Papst Franziskus und P. Adolfo Nicolás SJ Weihen, Ernennungen, Jubiläen Ernennung zum Dekan Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Palaver, Professor für Christliche Gesellschaftslehre, seit März 2013 Dekan an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck

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Geburtstage und Weihejubiläen

4. geburtstage und weihejubiläen 2013

26.12.1933 Schantl Matthias Vinzenz

Geburtstage 2013

1938 = 75 Jahre 01.07.1938 Hamel Michael 02.07.1938 Schneider Helmut 28.07.1938 Clements Justin 01.08.1938 Lesniewicz Benedikt 02.08.1938 Lehenhofer Dr. Heribert 04.08.1938 Deters Franz 10.08.1938 Tóth Stephan 11.08.1938 Gloudeman Robert J. 19.08.1938 Thekkan George 06.09.1938 Hypher Paul 09.09.1938 Schulz John F. 11.09.1938 Arakkal Dr. John 17.09.1938 Berg Hans-Peter 23.09.1938 Meyer zu Schlochtern Hermann-Josef 25.09.1938 Rabensteiner P. Pius OSB 29.09.1938 Feneberg Dr. Rupert 30.09.1938 Pass Dr. Paul 07.10.1938 Hengartner Dr. Elmar 11.10.1938 Gusmer S.T.D., V.E. Charles W. 13.10.1938 Günther Hartmut 16.10.1938 Boes Clair L. 20.10.1938 Hommrich Thomas A. 29.10.1938 Hörberg Josef 30.10.1938 Kolenda Johann Georg 31.10.1938 Zasche P. Dr. Gregor OSB 08.11.1938 Deák Esteban (István) 16.11.1938 Siener Günter 20.11.1938 Stanislawski Richard 27.11.1938 Herzog Fridolin W. 29.11.1938 Zanabria Oscar 01.12.1938 Wilholt P. Wilhelm SM 07.12.1938 Sonderegger Alfons 16.12.1938 Distelberger Johann 23.12.1938 Varga Paul

1923 = 90 Jahre 09.08.1923 Klunker Wilhelm 23.08.1923 Meile DDr.Adrian 15.09.1923 Gróza Joseph 01.10.1923 Adkins Bernhard 10.12.1923 Winter Anton 1928 = 85 Jahre 12.07.1928 Römer Dr. Gerhard 14.07.1928 Huber Franz 05.08.1928 Metz Dr. Johann B. 08.08.1928 Gasser Oswald 17.08.1928 Eberle Franz-Josef 17.08.1928 Szemlér (früher Szendi) Georg 30.08.1928 Jansen Anton 16.09.1928 Ober P. Alois SAM 12.10.1928 González Hernando 22.10.1928 Ahlbrecht Dr. Ansgar Werner 05.11.1928 Hans Dr. Alfred 12.12.1928 Gutensohn Hugo 19.12.1928 Mayrl Alois P. Anselm OSM 1933 = 80 Jahre 04.07.1933 Matzneller Anton 06.07.1933 Brudnjak Johann 13.08.1933 Kopf Andreas 18.08.1933 Kutter Bruno 05.09.1933 Sotriffer Dr. Anton 11.09.1933 Volz Ludwig 13.09.1933 Eberle Reinhold 14.09.1933 Huber Karl 19.09.1933 Kaloff Harro 23.09.1933 Cooke Francis 24.09.1933 Roth Ernst August 29.09.1933 Silber Josef Martin 06.10.1933 Baer Dr. Winfried 15.10.1933 Bsteh P. Dr. Andreas SVD 14.11.1933 Ehrenreich Donald J. 20.11.1933 Chang Yik Johannes 23.11.1933 Venzin Tarcisi 05.12.1933 Koola Dr. Paul Joseph 07.12.1933 Schöning Hermann Josef 09.12.1933 Misera Karlheinz 09.12.1933 Stärk Klaus 24.12.1933 Ruiz P. Dr. Federico OCD 76

1943 = 70 Jahre 02.07.1943 Ifesieh Dr. Emmanuel 02.07.1943 Weber Wolfgang Stephan 07.07.1943 Powell David 14.07.1943 Abram Matthias 24.07.1943 Koothottil Dr. Abraham 03.08.1943 Nunning David 16.08.1943 Ruiz-Diaz Alberto 16.08.1943 Ammering Dr. Josef 22.08.1943 Schlüter Dr. Wolfgang

Geburtstage und Weihejubiläen

06.09.1943 22.09.1943 23.09.1943 08.10.1943 12.10.1943 13.10.1943 12.11.1943 20.11.1943 21.11.1943 25.11.1943 02.12.1943 12.12.1943

Fonteyne Robert Louis Romero Robert Kuhn Walter Josef Sessler Max Heinrich Stieger Dr. Theo Mampallikunnel Joseph Shields Richard Walker Dr. Robert Scott Oesch Dr. Josef Werling Hans-Fritz Kepic Ivan Tomaschek DDr. Reimar

1953 = 60 Jahre 07.08.1953 Spehar Milan 20.08.1953 Campei Karl 22.08.1953 Reger Dr. Franz J. 28.08.1953 Oslić Dr. Josip 30.08.1953 Nguyen Van Can Franz Xaver 06.09.1953 Gyuris László 16.09.1953 Abert Michael 21.09.1953 Diangadio Bingo Bruno 04.10.1953 Pauer Dr. Franz 18.10.1953 Daul Douglas 03.11.1953 Kim Young-Nam Damian 13.11.1953 Maniangat P. Dr. Joseph CM 01.12.1953 Allmer Peter 15.12.1953 Jeung Young-Han Ludwig 1963 = 50 Jahre 15.07.1963 Kim Dong-Weon Pius 29.07.1963 Korózs László 07.09.1963 Pérez Tirado Oscar Roberto 10.09.1963 Morein Dr. Elmar Maria 22.09.1963 Ferrer Dr. Alfredo 22.09.1963 Englyshe Dr. Anthony Justice 29.09.1963 Mgimwa Dr. Cephas 08.10.1963 Bierbaumer Franz 12.10.1963 Eze Ikechukwu Dr. Paul 30.10.1963 Chukwu Anthony Eziokwegbunam 14.12.1963 Kim Jung-Yong Petrus 30.12.1963 Kim Geum Soo Johannes Weihejubiläen 2013 1988 = 25 Jahre Abt 30.10.1988 Wieland Othmar P. Dr. Arnold OT

1938 = 75 Jahre Priester 17.07.1938 Kurth Edmund A. 1948 = 65 Jahre Priester 24.10.1948 Feyrer P. Frowin Ocist. 1953 = 60 Jahre Priester 12.07.1953 Attems-Heiligenkreuz Alois 25.07.1953 Gruber Dr. Kurt 25.07.1953 Hartmann P. Alois MSC 1963 = 50 Jahre Priester 02.07.1963 Hofinger P. Altmann OCist. 02.07.1963 Zanzerl P. Burghard OCist. 21.07.1963 Pfleger Dr. Johannes 25.07.1963 Trauner P. Bruno OSB 25.07.1963 Miribung P. Robert SJ 25.07.1963 Eberle Reinhold 27.07.1963 Augustyn James M. 01.09.1963 Ghansah Dr. Andrew 15.12.1963 Bucher P. Markus CMM 1973 = 40 Jahre Priester 01.07.1973 Rechberger Gerhard CRSA 01.07.1973 Schreiner Sighard Anton 08.07.1973 Sand Franz 29.07.1973 Banzi Dr. Anthony, Bischof 15.08.1973 Mikes Herbert Johannes 01.09.1973 Kissel Anthony 30.09.1973 Eckert P. Werner OSA 30.09.1973 Orlinski Richard 08.12.1973 Oh Chang-Sun Dr. Simon 08.12.1973 Selman Dr. Francis 16.12.1973 Kowalchyk Michael 1988 = 25 Jahre Priester 03.07.1988 Allmer Anton 03.07.1988 Grabner Christoph Franz CRSA 03.07.1988 Allmer Dr. Norbert 09.07.1988 Mohr Josef Jakob M. 15.07.1988 Lee Sung-Chan Andreas 15.07.1988 Park Sung-Chil Michael 20.08.1988 Ezeh Uchenna Dr. Anthony 11.09.1988 Kobler Daniel Reinhard OPraem. 04.12.1988 Ehujuo Ifechi Fabian 11.12.1988 Onwuchekwe Nwabuko Dr. Samuel

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Memento Mori

5. Memento Mori

Adkins Bernard im Canisianum von 1951 – 1956 verstorben am 30. Jänner 2013 Bischofberger Erwin SJ im Canisianum von 1956 – 1957 1958 – 1961 verstorben am 5. Dezember 2012 Pater Erwin Bischofberger wurde in Altstätten in der Schweiz in eine große Familie mit insgesamt 10 Kindern geboren. Er selbst hat seine Kindheit als eine insgesamt glückliche Zeit beschrieben, die jedoch auch vom frühen Tod der Mutter überschattet wurde. Erwins Vater war Kaufmann und arbeitete in einem großen Textilbetrieb. Die meisten Geschwister studierten Wirtschaftswissenschaften, aber Erwin hatte andere Pläne – er wollte Priester werden. Während des Philosophie- und Theologiestudiums in Innsbruck und London erwachte sein Interesse, in Schweden zu leben und zu arbeiten. In seiner neuen Heimat wurde er 1961 von Bischof Ansgar Nelson in der Stockholmer Domkirche zum Priester geweiht. Die ersten 7 Jahre als Priester versah Erwin Bischofberger seinen Dienst als geschätzter und dynamischer Jugendseelsorger und Pfadfinderkaplan in der Christkönigsgemeinde in Göteborg. Allmählich erwachte in ihm der Wunsch, in den Jesuitenorden einzutreten. Während seiner Studienzeit hatte Erwin Bischofberger den Konzilstheologen und Jesuiten Karl Rahner kennengelernt, dessen Theologie ihn Zeit seines Lebens prägen sollte. 1968 trat er in das Noviziat der Jesuiten in Ascheberg/Westfalen ein. Im Jahre 1973 disputierte er an der Jesuitenhochschule Frankfurt Sankt Georgen mit einer Dissertation in Moraltheologie über John Henry Newman. Ab 1978 hielt Pater Bischofberger Vorlesungen in medizinischer Ethik an medizinischen Hochschulen und an 78

Krankenhäusern in ganz Schweden. 1998 wurde er zum Professor in medizinischer Ethik am Karolinska Institutet in Stockholm ernannt. Während vieler Jahre nahm Pater Bischofberger rege an den gesellschaftspolitischen Debatten in Schweden teil, nicht zuletzt durch seine Artikel in der Zeitschrift Signum. Im Jahre 1985 berief ihn die schwedische Regierung als Experten in den Staatlichen Medizinischen Rat. Diesen Auftrag behielt er bis zum Jahre 1999. Pater Bischofberger war Verfasser einer Reihe von ethischen und theologischen Büchern in schwedischer Sprache und er unterrichtete das Fach Ethik am Newmaninstitut in Uppsala. Daneben war er viele Jahre der Vorstandsvorsitzende des Katholischen Buchhandels. In seiner Freizeit hörte Pater Bischofberger gerne die Musik Mozarts – der Lieblingskomponist Gottes, wenn man ihm glauben darf. Jeden Sommer verbrachte er seine Ferien als Seelsorger auf der Belalp, einem kleinen Dorf auf 2000 Meter Höhe im Kanton Wallis in der Schweiz. Die St. Eugenia Gemeinde in Stockholm war über viele Jahre Pater Bischofbergers geistliches Zentrum. Er war ein engagierter Seelsorger, Prediger und Beichtvater. Mit seiner Ausstrahlung und seiner extrovertierten Art konnte er die Lehre der katholischen Kirche auf eine solche Weise vermitteln, dass viele Suchende zum Glauben fanden und in die Gemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen wurden. Wir Jesuiten in Schweden sind sehr dankbar für all das, was Pater Bischofberger für die katholische Kirche und die schwedische Gesellschaft getan hat. Ein Vorkämpfer für die Unverletzlichkeit der Menschenwürde hat uns verlassen.

Feil Ernst im Canisianum von 1955 – 1956 verstorben am 11. März 2013 In memoriam Ernst Feil – ein Nachruf für das Korrespondenzblatt des Canisianum

Memento Mori

Nach längerer, bewusst angenommener Krankheit ist Ernst Feil am 11.3.2013 im Alter von 80 Jahren in München gestorben, begleitet von seiner Frau Mechthild und seiner Familie, bis in die letzten Wochen in regem Gedankenaustausch mit Freunden und Kollegen. Ernst Feil hat im Rahmen seines Theologiestudiums für das Bistum Münster die fünf für ihn prägendsten Semester in Innsbruck studiert (SS 54–SS 56), wo er zeitweise im Canisianum, zeitweise extern wohnte. Sein Freund Bernhard Fraling (im Canisianum 1949-55), wenige Wochen nach Ernst Feil gestorben, erinnert an die gemeinsame Studienzeit, „in der uns Karl Rahner ein Mentor unseres Glaubens geworden war“, sowie an gemeinsame Wanderungen bis in die letzten Jahre, vor allem in der Bergwelt Südtirols. Bald nach den Staatsexamina in Theologie und Griechisch wurde Ernst Feil 1962 Wissenschaftlicher Assistent an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Münster bei Johann Baptist Metz (im Canis 1949-55) und promovierte dort 1970 mit einer Dissertation über D. Bonhoeffer, einen der bedeutendsten evangelischen Theologen und Märtyrer. „Die Theologie Dietrich Bonhoeffers. Hermeneutik – Christologie – Weltverständnis“ gilt als beste Gesamtdarstellung von dessen Theologie, bis heute ein Standardwerk (inzwischen in 5. Auflage!). Seine Arbeit als systematischer Theologe setzte er als ordentlicher Professor zunächst in Dortmund und von 1975 bis zur Emeritierung 2000 an der KatholischTheologischen Fakultät der Uni München

fort. 1973 wurde er Gründungsmitglied der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft, war (als katholischer Theologe!) bis 1978 deren Erster Vorsitzender, später Mitinitiator und Mitherausgeber der vollständigen Neuausgabe der Werke Bonhoeffers. Viele Jahrzehnte engagierte er sich für die Bonhoeffer-Forschung, namentlich in der DDR und in Japan (!), immer wieder auch durch kompetent kritische und inspirierende Begleitung von Promotionsprojekten. In fast 20jähriger Forschung hat Ernst Feil dann die historische Entwicklung des Religionsbegriffs systematisch erschlossen: Das umfassende Monumentalwerk „Religio“ erschien 1986-2007 in vier Bänden (2. Auflage 2012). Eine Festschrift (1997) dokumentiert das thematische Spektrum seines Schaffens und würdigt sein wissenschaftliches Werk. Ernst Feil lebte als engagierter Christ, nicht zuletzt in seinem Dienst für den Bund Neudeutschland (Mitglied seit 1950), mit klaren Konzepten in kritischen Umbruchsphasen, 1977-79 als Leiter des Männerrings, in vielen Jahren als Mitgestalter der großen Bundestage. In wacher Sorge um den Weg der Kirche gehörte er zu den Unterzeichnern des Memorandums „Kirche 2011 – ein notwendiger Aufbruch“. Der Kirche galt sein Interesse und seine Liebe bis in die letzten Tage seines Lebens.

Michael Raske

Fraling Bernhard im Canisianum von 1949 – 1953 1954 – 1955 verstorben am 21. Mai 2013 Im Alter von 84 Jahren ist am 21. Mai 2013 der emeritierte Professor für Moraltheologie Dr. Bernhard Fraling verstorben. Bernhard Fraling wurde 1929 in Nordwalde (Münsterland) geboren, studier79


Memento Mori

te Philosophie und Theologie in Freiburg, Münster und Innsbruck und wurde 1957 in Münster zum Priester geweiht. 1962 promovierte er bei Karl Rahner in Innsbruck zum Dr. theol. Mit einer Arbeit über Mystik und Geschichte schloss er 1968 seine Habilitation in München ab. Im gleichen Jahr erfolgte seine Ernennung zum Regens am Bischöflichen Priesterseminar in Münster. 1971 wurde er durch den Erzbischof von Paderborn zum Professor für Moraltheologie und Ethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Paderborn ernannt. 1980 wurde er an die Katholisch-Theologische Fakultät der Würzburger Julius-Maximilians-Universität berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1996 den Lehrstuhl für Moraltheologie innehatte. Von 1991-1993 war er Dekan der KatholischTheologischen Fakultät. Prof. Fraling veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Studien, insbesondere auf dem Gebiet der Theologie der Spiritualität. Er war an der Erstellung des Erwachsenenkatechismus der Deutschen Bischöfe beteiligt und wurde Berater der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz. Auch in einer der Kommission Weltkirche der Bischofskonferenz zugeordneten interdisziplinären Arbeitsgruppe war er federführend tätig. Für die 3. Ausgabe des “Lexikon für Theologie und Kirche” fungierte er als Fachberater für Spiritualität, Aszetik und Mystik. Nach seiner Emeritierung arbeitete Bernhard Fraling als Krankenhausseelsorger und war seit 1999 als Diözesanrichter am Bischöflichen Offizialat in Münster tätig. Bis zuletzt war er ein geschätzter Seelsorger in der Pfarrei St. Lamberti in Münster. Die Katholisch-Theologische Fakultät ist Herrn Prof. Dr. Fraling für sein Engagement als theologischer Lehrer, der vielen Menschen Zugänge zu moraltheologischen und ethischen Fragestellungen erschlossen hat, und für seinen persönlichen Einsatz als Seelsorger zu großem Dank verpflichtet. Sie wird sein Andenken in Ehren halten.

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Fux Franz im Canisianum von 1944 – 1949 verstorben am 24. Jänner 2013 Holenstein Albert im Canisianum von 1943 – 1946 verstorben am 3. Jänner 2013

Ein große Trauergemeinde aus der Pfarre St. Kolumban, Gönner von Missio und des Aussätzigen-Hilfswerks, Bischöfe, Priester, Vertreter des öffentlichen Lebens gaben Prälat Albert Holenstein am 12. Jänner das letzte Geleit. Am 3. Jänner 2013 war er im 94. Lebensjahr verstorben. „Einer Kerze gleich, die sich verzehrt hat, ist das Leben von Prälat Holenstein erloschen“, meinte Pfarrer Paul Solomon in seiner Predigt beim Beerdigungsgottesdienst. Am 18. August 1919 in New York geboren, übersiedelte er nach zwei Jahren mit seiner Familie in die Schweiz. Nach der Volksschule und dem Gymnasium begann er seine theologische Ausbildung im Priesterseminar Innsbruck. 1946 wurde er zum Priester geweiht und wirkte dann als Kaplan in Götzis, Schwarzenberg und Bregenz-Mariahilf. 1951 wurde er zum Diözesandirektor der Päpstlichen Missionswerke ernannt. 1962 begann er mit dem Bau des Pfarrzentrums St. Kolumban mit Kirche, Pfarrsaal, Priesterwohnungen, Kindergarten, Missio-Büroräumen.

Memento Mori

Über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg, von 1951 bis 2004, hat Pfarrer Holenstein als Diözesandirektor von Missio Vorarlberg eine reiche Fülle an Initiativen zur Förderung der jungen Kirchen in den Ländern des Südens ins Leben gerufen, so Pfarrer Edwin Matt als Diözesandirektor von Missio Vorarlberg. Mit unglaublichem persönlichem Einsatz und mit großer Begeisterung hat er all diese Werke aufgebaut. Er hat es verstanden, diese Begeisterung auf viele Menschen in seinem Umfeld zu übertragen. Mit der Gründung des AussätzigenHilfswerk Österreich und den von ihm ins Leben gerufenen Aktionen wie Priesterund Kinderpatenschaften sprach er viele Menschen an. Durch diese Spender konnten im Laufe der Jahre zahlreiche Projekte und tausende Priesterstudenten sowie viele bedürftige Kinder in aller Welt unterstützt werden. Auch für Bregenz ist die von Pfarrer Holenstein initiierte Partnerschaft mit der irischen Stadt Bangor eine bleibende Brücke gerade für junge Menschen, würdigte Bürgermeister Markus Linhart den Ehrenringträger der Landeshauptstadt. Pfarrer Holenstein hat Werke geschaffen, die weltumspannend unkonventionell und unbürokratisch Hilfe brachten – er nannte es einen „Golfstrom der Liebe“, brachte Dr. Leo Wagner in seinem Nachruf Namens der Pfarre in Erinnerung. Eine lebendige Pfarre in St. Kolumban, Missio Vorarlberg und das Aussätzigen-Hilfswerk Österreich waren – wie er es bezeichnete – seine drei Kinder. Sie und viele Menschen in aller Welt sind dankbar für diese Kerze, die gebrannt hat für die Kirche, die Gemeinschaft der Christen in nah und fern. Reinhard Maier

Karlen P. Heinrich CMM im Canisianum von 1943 – 1948 verstorben am 28. Oktober 2012 „Im Juni konnte ich mein Diamantenes Priesterjubiläum feiern; fünftausend Gläubige nahmen an den Festlichkeiten teil. Für

mich war es ein großer Dankgottesdienst. Gott und die Gottesmutter Maria haben mich in vielen Gefahren beschützt. Eine außerordentliche Gesundheit war ein großer Segen. Ich war nie ernsthaft krank und habe in 60 Jahren nur etwa dreißigmal (wegen Reisen) die hl. Messe nicht feiern können. Gott sei Lob und Dank!“ – So schrieb der Mariannhiller Erzbischof Dr. Heinrich Ernst Karlen im Advent 2007 in einem Rundbrief an seine Angehörigen, Verwandten und Freunde in der Schweiz. Am Sonntag, den 28. Oktober 2013, ist Bischof Karlen am frühen Nachmittag im Alter von 90 Jahren verstorben – nach einer Operation im Mater-Die-Krankenhaus in Bulawayo (Simbabwe), und im Beisein mehrerer Mitbrüder und Ordensschwestern. Bischof Karlens Leben war ein einziger Dienst an den Menschen, zu denen er gesandt war. Zunächst für viele Jahre in Südafrika, dann in Rhodesien, dem heutigen Simbabwe. Ernst (Taufname) Karlen wurde am 1. Februar 1922 in dem Bergdorf Törbel in den Walliser Alpen begoren. Nach einigen Jahren Volksschule in seiner Heimatgemeinde besuchte er das Gymnasium der Weißen Väter in Windau/St. Maurice ab 1939 die Schule in Altdorf. Nach der Matura ging er ins Noviziat der Missionare von Mariannhill in Brig; es folgten die Ordensprofess sowie die Niederen und Höheren Weihen Davor studierte er Philosophie und Theologie: Bei den Jesuiten im Canisianum zu Sitten (1943-1945) und (nach deren Rückkehr nach Österreich) im Canisianum in Innsbruck (Lizentiat, 1945-1948); schließlich an der Gregoriana in Rom (Doktor der Theologie, 1948-1950) und noch ein paar Monate an der Universität in Wien (Pastoraltheologie). Die Priesterweihe hatte Pater Heinrich am 22. Juni 1947 empfangen, und zwar in Brig aus der Hand des Mariannhiller Bischofs Joseph Grueter. Ab Mitte September 1950 dozierte er Moraltheologie am Großen Seminar in Brig – bis zu seiner Aussendung in die Südafrika-Mission im September 1951. Wenige Wochen 81


Memento Mori

später begann er seine Lehrtätigkeit am St. Peter’s Major Seminary in Pevensey, Bistum Mariannhill, wo er Moraltheologie und Kirchenrecht lehrte. Sechs Jahre später, als das Seminar nach Pretoria verlegt wurde, machte Bischof Grueter Pater Karlen zu seinem Sekretär im Bistum Umtata/ Transkei. 1959 wurde er Generalvikar der Diözese und 1963 Dompfarrer (Administrator) an der Kathedrale. 1968 ernannte ihn Papst Paul VI: zum Bischof (Nachfolger Grueters) von Umtata. Die Bischofsweihe erfolgte am 3. Dezember 1968, am Fest des heiligen Franz Xaver, Patron der Missionen. Weitere Stationen seines Lebensweges: 1974 wurde Dr. Heinrich Ernst Karlen Bischof von Bulawayo ( Rhodesien) – als Nachfolger von Bischof Adolph Gregor Schmitt CMM. Im Juni 1994, wurde er zum Erzbischof ernannt – bei gleichzeitiger Erhebung der Diözese Bulawayo zum Erzbistum. 1997 dankte er ab – zugunsten eines afrikanischen Nachfolgers -, zog sich (nach einem längeren Heimaturlaub) nach Bulawayo/Khumalo in den „aktiven Ruhestand“ zurück und wirkte für weitere 14 Jahre in der Seelsorge mit, aushelfend und beratend, u. a. als geistlicher Begleiter einer einheimischen Schwestern-Kongregation. Neben zahlreichen Vorträgen bei den Novizinnen kümmerte er sich sehr intensiv um caritative Hilfeleistungen für Arme, Aidskranke und an Hunger und Krankheit leidende Jugendliche und Kinder. Ein kurzer Rückblick auf Bischof Karlens pastorales Gesamtwirken zeigt uns überdeutlich, wie charismatisch und opferwillig er seinen Dienst versah; nicht selten unter schweren und lebensgefährlichen Umständen. P. Adalbert Balling CMM

Kasuya Johannes Kochi im Canisianum von 1951 – 1958 verstorben im Februar 2011

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Memento Mori

Keethers James im Canisianum von 1962 – 1966 verstorben

LaPierre Albert im Canisianum von 1960 – 1964 verstorben

Keller Jacques im Canisianum von 1961 – 1962 verstorben

Osterwalder Josef im Canisianum von 1959 – 1961 1962 – 1965 verstorben am 10. Dezember 2012

Keplinger P. Ludwig OCist. im Canisianum von 1956 – 1960 verstorben am 14. Mai 2013 Hofrat Dr. P. Ludwig Keplinger, Zisterzienser des Stiftes Schlierbach, ist am 14. Mai 2013 im 77. Lebensjahr verstorben Friedrich Keplinger wurde am 24. Mai 1936 in Waldkirchen am Wesen geboren, übersiedelte mit der Familie nach Helfenberg und Linz, bevor er seinen Schulweg im Gymnasium Schlierbach fortsetzte. Nach der Matura 1955 trat er in das Kloster Schlierbach ein und bekam den Ordensnamen Ludwig. Nach Studien in Innsbruck und Rom wurde er 1961 in Schlierbach zum Priester geweiht. Anschließend war er zum Lehramtsstudium für Geografie und Geschichte an der Universität Wien, wo er 1967 zum Doktor der Philosophie promovierte. Anschließend unterrichtete er am Gymnasium Schlierbach und war Präfekt im Internat. Ab 1973 hatte er durch 23 Jahre das Amt des Direktors der Schule inne. In diese Zeit fielen richtungsweisende Veränderungen am Gymnasium, 1990 wurde er mit dem Titel Hofrat geehrt. Nach seiner Pensionierung wurde er Seelsorger der Kaplanei Inzersdorf. In Anerkennung seiner Tätigkeit wurde er zum Konsistorialrat ernannt und erhielt das Goldene Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich.

Kuper Ray im Canisianum von 1960 – 1964 verstorben

P. Richter Vladimir SJ Rektor im Canisianum von 1969 bis 1970 verstorben am 24. Februar 2013 P. Vladimir Richter wurde am 14. Juli 1925 in Chrlice bei Brünn geboren. In den Jahren 1945 bis 1949 studierte er an der naturwissenschaftlichen Fakultät in Brünn Mathematik und Physik. Seine Absicht, in den Jesuitenorden einzutreten, wurde durch die Liquidierung aller religiösen Orden in der Tschechoslowakei vereitelt. Deshalb floh er im September 1950 gemeinsam mit zwei Theologiestudenten auf abenteuerliche Weise nach Wien. Mit 25 Jahren trat er in das Noviziat der Jesuiten in St. Andrä im Lavanttal ein. Nach Studien in Pullach und Innsbruck wurde er 1955 in Rom zum Priester des byzantinischen Ritus geweiht. Im Jahr 1957 ging P. Richter auf eigenen Wunsch für Spezialstudien nach Kiel zu Prof. Paul Lorenzen. Während der Vorbereitung der Habilitation in Innsbruck „entdeckte“ er Ludwig Wittgenstein. Lorenzen und Wittgenstein waren seither seine Lieblingsautoren. Ab 1958 unterrichtete P. Richter in Innsbruck, zuerst als Lektor für moderne Logik und dann als Dozent. Im Jahre 1964 habilitierte er sich an der Theologischen Fakultät in Innsbruck und wurde 1974 ordentlicher Professor für Christliche Philosophie. Mit seinen textkritischen Studien zu Scotus und Ockham machte er sich einen Namen. Von 1983 bis 1985 war er Dekan der Theologischen Fakultät und von 1990 bis 1992 Vorstand des Instituts für Christliche Phi-

losophie. Daneben war er Gastprofessor in Rom (Gregoriana) und in Pullach/München (Berchmanskolleg). Von 1969 bis 1970 war P. Richter Rektor im Canisianum. Dort betreute er die griechisch-katholische Gemeinde. P. Richter hat über viele Jahre Philosophie- und Theologiestudierende geprägt. Seine unverwechselbare Art wird uns in lebendiger Erinnerung bleiben. Im Mai 2012 ist er in den Seniorentrakt der Kreuzschwestern in Hochrum übersiedelt, wo er liebevoll gepflegt wurde. Im Dezember 2012 brach er sich bei einem Sturz den Oberschenkel. Von der Operation erholte er sich nicht mehr. Am 24. Februar ist er friedlich eingeschlafen.

Schreiber Maria Wohltäterin des Canisianums verstorben am 23. Mai 2013 Schroeder George im Canisianum von 1938 – 1940 verstorben am 11. April 2013 Schwienbacher P. Hilarius CMM im Canisianum von 1944 – 1946 verstorben Stecher Reinhold im Canisianum von 1946 – 1949 verstorben am 29. Jänner 2012 Die Diözese Innsbruck trauert um Alt-Bischof Reinhold Stecher, der am Dienstagabend, 29. Jänner 2013, in der Innsbrucker Klinik im 92. Lebensjahr verstorben ist. Stecher war von 1980 bis 1997 nach Bischof Paulus Rusch der zweite Bischof der jungen, 1968 errichteten Diözese Innsbruck. Reinhold Stecher wurde am 22. Dezember 1921 in Innsbruck geboren. Nach der Matura 1939 trat er ins Priesterseminar ein. 1941 wurde er durch die Gestapo inhaftiert, entkam nur knapp der Einweisung 83


Memento Mori

ins KZ und wurde danach zur Wehrmacht eingezogen. Anfang November 1945 kehrte Stecher nach Tirol zurück und trat wieder in das Priesterseminar im Canisianum ein. 1947 wurde er zum Priester geweiht und 1951 zum „Doktor der Theologie“ promoviert. Er war Präfekt im Paulinum, Religionsprofessor an der Lehrerbildungsanstalt Innsbruck und an der Pädagogischen Akademie, unterrichtete an verschiedenen Schulen Religion und wirkte als Spiritual im Priesterseminar. Am 25. Jänner 1981 wurde er zum Bischof geweiht, sein Wahlspruch war „Dienen und Vertrauen“. In seinem 16-jährigen Wirken als Bischof waren ihm die Caritas, die Ökumene, die Versöhnung zwischen Juden und Christen und die Hinwendung zu den Menschen als Seelsorger besondere Anliegen. Als Caritas-Referent der Bischofskonferenz ließ Stecher wiederholt durch deutliche Wortmeldungen zur Flüchtlingsfrage und anderen sozialen Problemen aufhorchen. Besondere Beachtung fanden nicht zuletzt seine prononcierten Äußerungen auch zur innerkirchlichen Entwicklung, wie etwa sein Eintreten für eine Änderung bei den Zulassungsbedingungen zum Priesteramt. Zu den Höhepunkten von Stechers Amtszeit zählte die 1996 in Rom erfolgte Se84

ligsprechung der beiden Tiroler Märtyrerpriester Otto Neururer und P. Jakob Gapp, beide Opfer der nationalsozialistischen Kirchenverfolgung in Tirol. Seit 1997 lebte Altbischof Stecher im Personalhaus der Privatklinik der Kreuzschwestern in Hochrum nahe Innsbruck. Bis zuletzt war er als Maler und Autor mit Vorträgen, Predigten und Exerzitien seelsorglich tätig und durch seine Bücher und Bilder den Menschen sehr nahe. Mit dem Erlös aus dem Verkauf seiner Werke unterstützte er zahlreiche seelsorgliche und soziale Projekte im Inund Ausland. Wegen seiner Geradlinigkeit, seiner tiefen Spiritualität und nicht zuletzt seiner außerordentlichen Kreativität in Wort und Bild war Stecher auch nach seiner Emeritierung weit über kirchliche Kreise hinaus hochgeschätzt. „Alt-Bischof Reinhold wird dem Land fehlen. Er war nicht nur ein Brunnen- und Brückenbauer. Bischof Reinhold war ein Wanderer, ein Wanderprediger zwischen den Welten, die sich auf engstem Raum finden, säkulare Welten, fromme Milieus, ein Wanderer zwischen Kindern und Sterbenden, aus intellektuellen Milieus in einfachere. Da ist Vielsprachigkeit gefordert und Einfühlung, Verständnis und das Bemühen um Kommunikation.“ So Bischof Manfred Scheuer über seinen Vorvorgänger als Bischof der Diözese Innsbruck. Als Altbischof Stecher beim Festakt zu seinem 90. Geburtstag das Wort ergriff, sah er sich im Zug sitzen, der langsam aus seinem „Lebensbahnhof“ rollte. Die Räder sangen dabei leise und rhythmisch: „Danke, danke.“

Briefe und Grüsse aus aller Welt

6. Briefe und Grüsse aus aller Welt Tegna, am 10. Jänner 2013 Mein lieber Pater Rektor Friedrich Prassl, Sie haben auch mir, dem in Bälde 90-jährigen AltCanisianer der Jahre 1948 bis 1953, das geradezu spannende Korrespondenzblatt zum WS 2012/13 gesandt. Im bewährt brüderlichen Geist von „cor unum et anima una“ bedanke ich mich; die geballte Spiritualität dieses besonderen Heftes, der pfingstliche Konsens, wie er bei allen Autoren der wertvollen Beiträge (auch bei den Studierenden) zum Ausdruck kommt, haben das Herz des Priesters aus Basel höher schlagen lassen! Darf ich an dieser Stelle zum einen oder anderen der zur Sprache gekommenen Reformanliegen Stellung nehmen, mich dabei auch ein wenig auf meine während langen Jahren in der Weltkirche gesammelte Erfahrung berufend. Ich sollte aber auch wissen, dass jede Erfahrung zeitlich, örtlich und thematisch sehr beschränkt ist. Vorangestellt sei das memorable Wort unseres Lehrers Karl Rahner: „Es wird lange dauern, bis die Kirche, der das zweite Vaticanum geschenkt wurde, auch eine Kirche des zweiten Vaticanums werden wird.“ (Hugo, sein Bruder, der uns Studierende, worunter auch Reinhold Stecher, mit der alten Kirchengeschichte der ersten drei Jahrhunderte fesselte – gefragt, ob er der Bruder des berühmten Rahner sei, soll geantwortet haben: „Nein, das ist der Andere.“) Große Freude, die weit über das Canis hinausgeht, bereitet uns allen zunächst die mitreißende Art, wie unser Freund Bischof Reinhold Stecher es versteht, uns die Frohbotschaft im hic et nunc nahe zu bringen, bis hin zu seinem bereits in 5. Auflage erschienenen Band „Spätlese“. Sein heiterer Ton, die gekonnte Bildsprache, seine lichtvollen Aquarelle, alles trägt dazu bei, dem Leser in Freude und Leid ein „sursum corda“ zuzurufen. Dabei hat der bischöf-

liche Künstler auch Zivilcourage und lädt die in der Kirche Verantwortlichen, vor allem jene, die am Pflichtzölibat festhalten, ein, sich ihrer Verantwortung zu besinnen. Auch ich fühlte mich immer wieder verpflichtet, den Heiligen Stuhl (und Papst Johannes Paul II. persönlich) auf dieses und andere Reformanliegen anzusprechen; die mir zugestellten Rückäußerungen waren jedes Mal ebenso freundlich wie ausweichend … Reinhold, Du verstehst mich; Dir Glückwunsch und Dank! Weiterhin darf ich unserem hohen und willkommenen Gast aus Wien, Weihbischof Herlmut Krätzl ganz herzlich beglückwünschen zu seinem am letzten Herz-JesuFest gehaltenen Festvortrag. Bischof Krätzl versteht es meisterhaft, durch Predigten und fesselnde Bücher (wer kennt sie nicht!), den Glauben an Christus im Volke Gottes zu vertiefen; seine Saat ist schon in vielen Herzen aufgegangen. Sein im Korrespondenzblatt [des Canisianums] (S. 11ff.) veröffentlichter Beitrag könnte nicht klarer und schöner sein, nimmt er sich doch die Mühe, den Aussagen des Konzils Punkt für Punkt nachzugehen. So ergibt sich ein anschauliches Bild z.B. über das, was das Konzil, vom Heiligen Geist erleuchtet, über das Gewissen des Menschen sagt. Besonders sorgfältig und mit großem Geschick geht der Autor den Äußerungen des damaligen Konzilsexperten Josef Ratzinger vom Jahr 1966 nach, namentlich im Zusammenhang mit der vom Konzil neu überdachten Grundaussage der „verantworteten Elternschaft“, die doch wirklich, so Ratzinger, einen Umbruch im kirchlichen Denken bedeutet! Denn jetzt haben die Eheleute selbst das unveräußerliche Recht, über den zeitlichen Abstand der Geburten und die Zahl der Kinder zu entscheiden. Aber was ist schon zwei Jahre nach Ratzingers Kommentar von 1966 passiert? Bischof Krätzl erinnert, (kann nicht umhin, zu erinnern) an die Enzyklika Humanae Vitae, die – gerade sie – die verantwortete Elternschaft wieder ausschließlich an die Beob85


Briefe und Grüsse aus aller Welt

achtung des „Naturalen“ band, was ein eigentlicher Schock für die Glaubwürdigkeit der Kirche war. Ausgerechnet die Frauen verließen die Kirche in hellen Scharen, füge ich bei. Wie Helmut Krätzl war auch ich Zeitzeuge des Konzils aus aller Nähe, mit der ganzen, heute fast unvorstellbaren Begeisterung von damals; Zeuge aber auch des ersten, herben Rückschlags, nur drei Jahre nach Konzilsende, durch Humanae Vitae, mich an ein Wort von Hugo Rahner erinnernd: „Wie viele verrostete Waffen liegen längs der langen Straße der Kirchengeschichte“ … An eben diese Enzyklika erinnern u.a. auch die „Jerusalemer Nachtgespräche“, die bereits in 5. Auflage vor mir liegen, aus der Feder des unvergesslichen, ebenso klugen wie mutigen Kardinals Carlo M. Martini, Alt-Erzbischof von Mailand. Dieses Büchlein ist etwas vom Schönsten, was es in unserer Zeit an Glaubenstiefe gibt, was aber nicht aufbauende Kritik dort ausschließt, wo sie zur Pflicht des Gewissens gehört (Martini spricht teilweise mit seinem Mitbruder P. Sporschill SJ, teils bringt er eigene Überlegungen an). Auf S. 108 der Ausgabe von 2010 lese ich: „Ich (Martini) bin fest davon überzeugt, dass die Kirchenleitung einen besseren Weg zeigen kann als es der Enzyklika Humanae Vitae gelungen ist. Die Kirche wird Glaubwürdigkeit und Kompetenz zurückgewinnen … Es ist ein Zeichen von Größe und Selbstbewusstsein, wenn jemand seine Fehler und seine beschränkte Sicht von gestern eingestehen kann.“ Und weiter: „Kirchenamtlich wurde vielleicht in früheren Zeiten im Bereich der Sexualität zu viel gesagt. Manchmal wäre Schweigen besser gewesen“. Auf S. 119: „Das 2. Vatikanische Konzil hat die Öffnung der Kirche zur Welt proklamiert. Heute scheinen sich die Tore wieder zu verschließen.“ Noch ein kurzes Wort zur für unsere Kirche lebens- und überlebenswichtigen Problematik der römischen Bischofsernennungen. Seit 26 Jahren bin ich pensioniert; vorher war ich mit der Materie während 30 86

Jahren vertraut. Quintessenz davon: eine kräftige, mutige, mehr wie bisher auf den Beistand des Hl. Geistes vertrauende Dezentralisierung der Bischofsernennungen ist unausweichlich; sie liegt vielmehr im ureigensten Interesse des Papstes, des Heiligen Stuhles, der ganzen Kirche. Ich darf mich auf dieses Votum beschränken. Lieber Pater Regens, mit Herz und Hand bin ich Canisianer. Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Umzug in die Sillgasse, „ä gueti Züglete“! In Corde Jesu, Ihr Adrian Meile (48-53) Laterrière, 7 février 2013 Dear Vater Regens, I thank you very heartfully for the wishes you sent me on the occasion of my 80th birthday I thank you also for your prayers. You are in mine. I keep in mind the months I stayed in Canisianum. It was for me a very peaceful time and I remember specially Vater Miribung and my spiritual director, Vater Elmar Mitterstieler to whom I write once or two times a year. Your Korrespondenzblatt is welcome and through it I can have a good idea of the events which happen there. May God bless you and all those who stay in the Canisianum. In Gebetsverbundenheit in Xto and Maria, Yours Guy Lemire (1974-1975) 12. Februar 2013 Lieber P. Friedrich Prassl, lieber Mitbruder, Deine Wünsche zu meinen „50“ [Jahren Priester] haben mich sehr gefreut. Ich war nur kurze Zeit Canisianer; dank Eurer interessanten Korrespondenzblätter bin ich es noch immer. So nehme ich an Eurem Leben teil. Herzliche Grüße und eine segensreiche Osterzeit P. Jakob Mitterhöfer SVD (1964)

Briefe und Grüsse aus aller Welt

1. März 2013

Gossau, Osterwoche 2013

Lieber P. Rektor! Herzlichen Dank für das Gedenken und die Glückwünsche zu meinem Geburtstag. Die Theologische Fakultät und das Collegium Canisianum haben mit der Bergwelt Tirols mein Leben am tiefsten geprägt. Dafür bin ich sehr dankbar! An meinem Geburtstag hatte ich mich nach Aldrans zurückgezogen – ich habe keine Geschwister und kaum Verwandtschaft. In der Krypta der Jesuitenkirche habe ich inmitten der verstorbenen Lehrer lange die Innsbrucker Jahre und mein Leben Revue passieren lassen. Es war ein schöner Tag. Ihnen, lieber P. Rektor und der Kommunität herzlichen Dank für Ihr Gebet! Viel Erfolg, eine gute und gesegnete Zeit im Jahr 2013! Herzliche Grüße! Ihr dankbarer

Lieber P. Friedrich, ein Priester, der 35 Jahre in Brasilien wirkte, bekannte im Rückblick auf sein Leben: „Als ich noch ein junger Priester war, da glaubte ich, ich könnte sehr vieles wirken, und Gott würde mir dabei helfen. Als ich dann älter wurde, merkte ich, dass ich zwar vieles tun konnte, dass aber Gott das meiste davon tat. Jetzt, wo ich alt geworden bin, sehe ich ein, dass Gott alles getan hat und ich ihm dabei helfen durfte.“ Vielleicht ist dieses „Mithelfen-Dürfen“ die wahre Frucht meines Lebens, aber auch jeden Lebens als Christ, die uns alle verbindet und miteinander Kirche sein und leben lässt, heute und in Zukunft! So hoffe ich mit Gottes Kraft noch weiter mithelfen zu dürfen. Ich bin den Professoren an der Uni und der Gemeinschaft des Canisianums von damals zu tiefem Dank verpflichtet. Herzlichen Dank für Ihre Segenswünsche zu meinem 50-Jahrjubiläum. Mit liebem Gruß

Heinz Fischer (1955-1962) 12. März 2013 Lieber Regens Friedrich! Ich danke Dir und Euch allen für Eure Gratulation und für Eure Gebete. Die Zeiten sind sehr bewegt. Du hast aber eine feste, leitende Hand. Danke für die Einladung für „den Abschied“. Gott segne Dich und Euch Josef [Bill SJ] (1950-1951) 4. März 2013 Lieber P. Regens! Herzliche Konveniatsgrüße aus Bozen senden, Cor unum et anima una, + Ivo Muser (83-86) Klaus Hurtz (79-80, 81-84) Josef Manser (86-87)

Heinrich Bischof (1960-1962) Stift Wilhering, 4. April 2013 Lieber Herr Rektor! Herzlichen Dank für die Segenswünsche zu meinem 50-jährigen Priesterjubiläum! Ich war von 1959 bis 1963 im Canisianum und verdanke dieser Zeit sehr viel. Gerne denke ich an die Patres SJ im Canisianum und an die Uni Innsbruck zurück, ebenso an die Mit-Konviktoren aus den verschiedensten Ländern. Mit herzlichen Grüßen P. Gottfried Hemmelmayr, Abbas emeritus (1959-1963) Bamberg, 24. März 2013, Palmsonntag Lieber Herr Rektor, Sie haben mir den Segen und Glück ge87


Briefe und Grüsse aus aller Welt

wünscht zur Feier meines sechzigjährigen Dienstes in der Kirche. Gottesdienst und Leben mit Jesus ist in meinem Leben schon 84 Jahre, seit meiner Geburt und Taufe brüderliches Leben und etwas Theologie habe ich entsprechend meiner Kapazität im Canisianum und an der Universität lernen können, und später bei Siemens und im Krankenhaus als Arbeiterpriester. Das war meine eigentliche Lehrzeit, die beste. Sonst war ich bis zu meinem 80. Lebensjahr Kaplan, Betriebsseelsorger und Pfarrer. Durch den Geist bin ich geführt worden, nicht immer nach meinem Willen, aber offensichtlich sehr gut. Jetzt lebe ich sozusagen als Eremit in meiner Wohnung, etwas gelähmt, wie Sie an meiner Schrift sehen können und hochzufrieden, in der Menschheit noch mitleben zu können. Ich danke Ihnen und dem Canisianum Ihr

bin ich besonders dankbar. Es war gar nicht selbstverständlich, dass ich als Frau gleichberechtigt in die Gemeinschaft aufgenommen wurde. Das war das Verdienst meines langjährigen geistlichen Begleiters P. Müller und von P. Regens Miribung, der ohne Angst vor dem Bischof oder anderen Vorgesetzten seinem Gespür folgte. Ich erlebte in diesen Jahren Weltkirche, erweiterte meinen Horizont – was meiner Ordensgemeinschaft zu Gute kam – und gewann Freunde für mein ganzes Leben. Meine Verbundenheit gehört immer dem Canis, auch in seiner gewandelten Gestalt. Meine Bitte an Gott ist, dass der Gründungsauftrag zum Wohl der Kirche und der Menschen weitergeführt werden kann. Ich freue mich auf das Fest am 14./15. Juni und auf alle Begegnungen. Cor unum et anima una,

Hannjürg Neundorfer, Pfarrer (1949-1952)

Sr. Pallotti Findenig (1971-1975)

Haus Stovern, 2. April 2013

30. April 2013

Lieber P. Rektor, am 24. Februar 2013 durfte ich mein 40 jähriges Bischofsjubiläum feiern. Für das freundliche Gedenken dazu, die Segenswünsche und die Verbundenheit im Gebet sage ich aufrichtigen Dank. Die Anliegen des Canisianums will ich auch künftig mittragen. Mit besten Segenswünschen zur Osterzeit und freundlichen Grüßen verbleibe ich Ihr

Lieber P. Rektor, am 27./28.4.2013 konnten wir mit John Fernandes sein 50jähriges Priesterjubiläum feiern - in der Gemeinde St. Helena in Trier-Euren, in der er seinerzeit von seinem Heimatbischof geweiht wurde und der er bis heute verbunden bleibt. Dazu haben sich einige seiner Freunde aus gemeinsamen Zeiten im Canisianum zusammengefunden: Antoine Vu tu Hoa, Elmar Klinger, Erwin Koller, Michael Raske, Karl-Georg Reploh, Alex Stock und Josef Wohlmuth. Es war ein beglückendes Wiedersehen. Mit ihren Wünschen waren weitere Gefährten bei uns, besonders auch Rolf Zerfaß, der damals die Primizpredigt für John gehalten hat. In einem Symposium über die Bedeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils galt unser Dank nicht zuletzt denen, die unsere Wege seit den Tagen im Canisianum inspiriert und begleitet haben und die - wie in besonderer Weise John im Kontext Indiens - die Intentionen des Konzils

+ Max-Georg v. Twickel (1948-1951) 22. April 2013 Lieber Pater Rektor, lieber Friedrich! Die Glückwünsche aus dem Canis waren die ersten, die mich erreichten! Danke dir für diese Aufmerksamkeit! Ich kann es kaum glauben, dass ich 70 bin! Aber ich habe meine Jahre ehrlich erworben und keines übersprungen. Für die im Canis 88

Briefe und Grüsse aus aller Welt

in Theologie, Diakonie, Seelsorge und interreligiöser Praxis verwirklichen. Mit guten Wünschen für den bevorstehenden Umzug und für den Start des Canisianum in der Sillgasse – für die oben Genannten Michael Raske (1957-1962) Salzbergen, 2. Mai 2013 Lieber P. Rektor, haben Sie besten Dank für Ihren informativen Rundbrief und die Einladung zum Herz-Jesu-Fest 2013. Die weite Reise und mein fortgeschrittenes Alter halten mich davon ab zu kommen. Vielleicht gelingt es später einmal, wenn Sie in die Sillgasse umgezogen sind. Meine Verbundenheit mit dem Canisianum bleibt bestehen. Man kann nur hoffen, dass mit dem Wechsel ein Aufblühen verbunden sein wird. Meine bisherige Unterstützung soll Ihnen auch künftig zuteil werden. Es grüßt Sie herzlich, Ihr + Max-Georg v. Twickel, Weihb. em. (19481951) Arisdorf, 8. Mai 2013 Sehr geehrter Herr Rektor, lieber Mitbruder, mit großer Überraschung habe ich die Post aus dem Canisianum bekommen und gelesen. Zuerst hat es mich traurig gestimmt vom „Canis“ Abschied nehmen zu müssen, dann die Freude, dass es an der Sillgasse ja weitergeführt wir. So wünsche ich einen guten Abschied und einen guten Start am neuen Ort! Ich war drei Jahre im Canis und habe sehr gute und unvergessliche Erinnerungen auch an die Fakultät und ihre guten und auch originellen Professoren. Leider kann ich nicht am Hausfest teilnehmen. Ich bin Jahrgang 1932 und nicht mehr „lebenstüchtig“ wie einst im Mai! Ich muss mein Leben etwas einschränken. Noch einmal im Monat vertrete ich einen Pfarrer damit er ein freies Wochenende hat.

Mit dem kürzlich verstorbenen Bischof Reinhold Stecher hatte ich stets eine sehr gute Beziehung. Ich habe sein letztes Buch „Spätlese“ mit Interesse gelesen und ihm auch darüber geschrieben. Vier Tage vor seinem plötzlichen Tod hat er mir einen lieben Brief geschickt. Ich war sehr traurig über seinen Tod! Ich wünsche mit dem Wort „Nicht aussteigen im Sturm, sondern weiterrudern!“ von Karl Barth, den ich persönlich gekannt habe, ein frohes Fest Joseph Nietlispach (1958-1959) Cork, 7th June, 2013 Dear Pater Regens, I am very grateful for your kind invitation to the Herz-Jesu-Fest 2013. As I am now in my 90th year, I do very little travelling, so it is with regret that I have to tell you that I will not be able to attend. My apologies for writing to you in English. Learning the Swahili and Turkana languages for my 24 years in the Turkana Desert has blotted out whatever German I had during my year in the Canisianum 1953-54. You will be glad to know that I am quite active, still driving my car and acting as chaplain to a convent as well as two Nursing Homes. Wishing every success to “Erinnerung und Aufbruch.” I remain, Yours sincerely in Domino, Fr. James Good (1953-1954) Memmingen, 8. Mai 2013 Lieber Pater Prassl, vielen herzlichen Dank für Ihre Einladung zum Herz-Jesu-Fest am 15. Juni im Canisianum. Schade, dass die Tore des berühmten Priesterhauses geschlossen werden müssen! Zu meiner Zeit von 1961-1967 beherbergte das Collegium 200 Alumnen. Das waren noch Jahre des Segens und der Blüte der Kirche! Schuld am Niedergang 89


Briefe und Grüsse aus aller Welt

sind auch die vielen Sünden der Priester. Zum Fest kann ich nicht kommen. Ich bin ein alter Mann, Jahrgang 1931. Gnade und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus sei mit Ihnen, mit allen Jesuiten und den AltCanisianern! Bruno Nowotny, Pfarrer emeritus (19611965; 1966-1967) Kranzberg, 9. Juni 2013 Lieber Pater Regens Prassl, für Ihre Glückwünsche zu meinem 70. bedanke ich mich von Herzen. Sie waren unschlagbar der Erste, so wie auch das Canis vor 50 Jahren. Die Verbindung und Verbundenheit mit Innsbruck ist bis heute auf anderer Ebene gegeben: Seit Anfang der 90er Jahre halte ich regelmäßig Führungskurse für Pfarrer und pastorale Mitarbeiter der Diözese Innsbruck. Den Kontakt zum damaligen Generalvikar Klaus Egger hat Pater Hermann Stenger, Pastoraltheologe an der Fakultät (obwohl Redemptorist), hergestellt. Die Erfahrung im Canis und die damals zu Grunde gelegte Verwurzelung in der Theologie begleiten mich bis heute, auch wenn mich die Umbrüche Mitte der 60er Jahre in die Psychologie umgeleitet haben. Mir ist beim Schreiben meines neuesten Führungsbuches - „Führungsethik“. Hamburg: Windmühle 2013 - wieder bewusst geworden, wie wegweisend diese ersten Prägungen geblieben sind. Mit herzlichen Grüßen und tiefem Dank für Ihr Gebet am 15. Juni in corde uno et anima una Karl Berkel (1963-1965) Budapest, 24. Juni 2013 Sehr geehrter, hochwürdiger Pater Rektor! Ihre Glückwünsche zu meinem 40 jährigen Dienst im Weinberg des Herrn erreichten mich knapp vor meiner Abfahrt. Desto mehr freut es mich, dass ich sie erhalten 90

habe und mich nicht erst im September dafür bedanken kann. Ich danke für Ihr Memento am Hohen Fest der Apostelfürsten für Ihre Gebete und Ihre Aufmerksamkeit, mit welcher die Hausgemeinschaft meinen Lebensweg begleitet. Aus der Perspektive von 40 Jahren kann ich nur dasselbe sagen, was ich immer gesagt habe: ich danke für die Jahre im Canisianum und an der Universität Innsbruck. Ich konnte dort wirklich nachhaltig „auftanken“ (wie es + P. Kehl zu sagen pflegte). Ich hoffe, dass ich davon etwas auch den mir anvertrauten mitgeteilt habe. Meine Kollegen hören mit Staunen zu, wenn ich ihnen erzähle, dass ich Walter Kasper, Karl Lehmann, Karl Rahner, H. Vorgrimler, J. Moltmann, H.W. Wolff, W. Zimmerli, G. Ebeling, W. Pannenberg und G. Ratzinger im „Original“ gehört habe. Vielleicht kann ich es auch erst jetzt richtig schätzen. Damals war das „selbstverständlich“, eine unter den vielen Selbstverständlichkeiten, welche mir das Haus – und vielen anderen geboten hat. Mit meinem Dank will ich auch meine Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass es noch einmal ein „Canis-hoch“ geben wird, denn für dasselbe befähigte auch die ersten Jünger das „Cor unum et anima una“, mit welchen Worten ich auch meine Zeilen schließe. Zur Dankbarkeit verpflichtet, Ihr Zoltán Rokay (1969-1973)

Rezensionen und Eingang von Büchern

7. Rezensionen und Eingang von Büchern

Thorer, Josef (Hg.): Gott suchen und finden nach Ignatius von Loyola. Echter, Würzburg 2013. ISBN 978-3-429-03589-1 (Print), 150 Seiten. Dieser Band versammelt eine Reihe von Beiträgen ö s t e r re i c h i s c h e r Jesuiten, die der Gründung ihrer Provinz vor 450 Jahren gedenken. Zusammen mit Personen, die ihnen nahestehen, schreiben sie über ein Anliegen, das ihnen schon vom Gründer des Ordens aufgetragen ist: Gott suchen und finden in allen Dingen. Es ist ein Thema, das für jeden Christen aktuell ist. In Darlegungen grundsätzlicher Art, in Beiträgen, die aus der Erfahrung kommen, und in Texten aus der reichen Tradition des Ordens entsteht ein vielfältiges Bild. In gut verkraftbaren Portionen gibt der Band Anregung und Anstoß für die eigene Suche. Josef Thorer SJ (Innsbruck)

Egger, Klaus: Beten im Herbst des Lebens. Das Vaterunser im Alter neu entdecken. Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2013. ISBN 978-3-7022-3285-6, 112 Seiten.

Das Alter ist heutzutage ein Prozess, den wir selbst mitgestalten können. Für äußere Aktivitäten ist dabei gesorgt, es gibt jede Menge Angebote. Das Innere des Menschen bleibt davon aber oft unberührt. Doch auch hier sollte Raum für ein letztes Reifen geboten werden. Denn wenn die Jahre zu- und die Kräfte abnehmen, wird inneres und persönliches Beten wieder wichtig. Man kann nicht mehr so viel in der Gemeinschaft leisten und ist oft auf sich allein gestellt. Hier kann das bekannte Vaterunser-Gebet eine große Stütze sein. Auch wenn man es manchmal unbedacht und fast automatisiert vor sich hin spricht, so begleitet dieses Gebet doch wie kein anderes den Menschen von der Wiege bis zur Bahre. Anhand der sieben Vaterunser-Bitten lädt der Autor ein, sich in das Gebet des Herrn zu vertiefen. Er geht zunächst zurück auf die biblischen Ursprünge und erzählt von der Gebetserfahrung Jesu. Danach erläutert er die einzelnen Bitten und bringt sie in Zusammenhang mit den Erfahrungen, dem Alltag und den Lebensumständen des älteren Menschen. Im Anschluss daran gibt er jeweils Anregungen für eine Vertiefung im ganz persönlichen Leben. Kleine spirituelle und literarische Texte möchten zudem dazu beitragen, tiefer in die Welt des Vaterunsers einzudringen und es im Alter zu einem Anker werden zu lassen, der Halt und Hoffnung gibt.

Das Vaterunser als wertvoller Schatz. Halt und Stütze gebende Gebetsimpulse – angereichert mit den Erfahrungen des Alters 91


Terminkalender im Sommersemester

8. Terminkalender im Sommersemester 2013 März 2013 So 03. 18:40 Vesper Mo 04. Vorlesungsbeginn 11:00 Eröffnungsgottesdienst der Theologischen Fakultät Fr 08. Kulturgruppenabend Sa/So 09./10. 15:00 4. Einkehrtag (P. Martin Maier SJ) „Gott, der in die Freiheit führt“ So 10. 08:00 Laudes, 11:00 Eucharistiefeier 19:00 Eröffnungsgottesdienst der Universitäten und des MCI in der Jesuitenkirche mit Msgr Bernhard Hippler, Predigt: Univ.-Prof. Dr. Józef Niewiadomski Fr 15. Geistlicher Austausch So 17. 08:00 Laudes - Eucharistiefeier in Pfarrgemeinden 20:30 Anbetung und Komplet Di 19. 18:30 Uhr Kreuzweg Mi/Fr 20./22. Visite des Provinzials im Canisianum Do 21. 18:10 Eucharistiefeier mit Provinzial P. Gernot Wisser SJ 20:00 Gespräch mit P. Provinzial Fr 22. Gedenktag des Sel. Clemens August von Galen Kulturgruppenabend [So 24.03. – So 07.04. Ordnung in den Kar- und Ostertagen im Canisianum] Mi 27.03. – Di 02.04. Küche geschlossen; Mittagessen Ewige Anbetung bzw. SJ-Kolleg April 2013 So 07. 18:40 Vesper Mo 08. 07:00 Eucharistiefeier - Hochfest Verkündigung des Herrn Fr 12. Kulturgruppenabend So 14. 08:00 Laudes - Eucharistiefeier in Pfarrgemeinden 20:30 Anbetung und Komplet Fr 19. Geistlicher Austausch So 21. 08:00 Laudes - Eucharistiefeier in Pfarrgemeinden 20:30 Anbetung und Komplet Do 25. Dies Academicus 18:00 Eucharistiefeier im Dom mit Bischof Manfred Scheuer Fr 26. Kulturgruppenabend Sa 27. 07:30 Eucharistiefeier - Gedenktag des Hl. Petrus Canisius So 28. 08:00 Laudes - Eucharistiefeier in Pfarrgemeinden 20:30 Anbetung und Komplet Mai 2013 Mi 01. 07:30 Eucharistiefeier – Staatsfeiertag, vorlesungsfrei Fr 03. Kulturgruppenabend Sa/So 04./05. 15:00 5. Einkehrtag (Univ.-Prof. Dr. Gerhard Gäde) „Der Gott Jesu Christi. Inkarnation und Vollendung“ Mi 08. 18:40 1. Vesper vom Hochfest Christi Himmelfahrt

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Terminkalender im Sommersemester

Do 09. Fr 10. So 12. Fr. 17. Sa 18. So 19. Mo 20. Fr. 24. So 26. Mi 29. Do 30.

08:00 Laudes, Christi Himmelfahrt – Eucharistiefeier in Pfarrgemeinden Rektorstag der Universität - vorlesungsfrei 08:00 Laudes - Eucharistiefeier in Pfarrgemeinden 20:30 Anbetung und Komplet Geistlicher Austausch 18:40 1. Vesper vom Hochfest 08:00 Laudes, Pfingstsonntag – Eucharistiefeier in Pfarrgemeinden 18:40 Vesper 7:30 Eucharistiefeier, Pfingstmontag 18:40 Vesper Kulturgruppenabend 08:00 Laudes - Eucharistiefeier in Pfarrgemeinden 20:30 Anbetung und Komplet 18:40 1. Vesper vom Hochfest Fronleichnam Fronleichnam – Eucharistiefeier im Dom – Stadtprozession oder Eucharistiefeier in Pfarrgemeinden 18:40 2. Vesper vom Hochfest Fronleichnam

Juni 2013 So 02. 08:00 Laudes - Eucharistiefeier in Pfarrgemeinden 20:30 Anbetung und Komplet Fr 07. Kulturgruppenabend Fr/So 07./09. 450 Jahre Jesuiten in Österreich – Festakt in Wien So 09. 08:00 Laudes, Herz Jesu Sonntag – Eucharistiefeier in Pfarrgemeinden 18:40 Vesper Mi 12. Triduum zum Herz-Jesu-Fest: 18:40 Vesper, 20:15 1. Impuls (P. Toni Kurmann SJ) Do 13. 18:40 Vesper, 20:15 2. Impuls, Vigilfeier, Gebetsnacht Fr 14. HERZ-JESU-FEST 07:00 Einsetzung und Laudes 16:30 Festakademie (Prof. Dr. Dr. habil. Jörg Ernesti) 18:00 Eucharistiefeier, anschließend festliches Abendessen Sa 15. Abschied vom „Gebäude“ Canisianum – eigenes Programm So 16. 08:00 Laudes - Eucharistiefeier in Pfarrgemeinden 20:30 Anbetung und Komplet So 23. 08:00 Laudes, Hochfest des Hl. Johannes des Täufers 19:00 Abschlussgottesdienst der Universitäten und des MCI in der Jesuitenkirche Do 27. 18:10 Gemeinschaftsgottesdienst zum Semesterschluss Fr 28. Kulturgruppenabend Sa 29. 07:30 Eucharistiefeier, Hochfest des Hl. Petrus und Hl. Paulus Juli 2013 Sommerferien der Universität: So 30.06. – Mo 30.09.2013 Umzug des Canisianums 29./30.07.2013 Ferienordung im Canisianum: 15.07. – 23.09.2013

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Terminkalender im Sommersemester / Spendenliste

Sommer 2013 – Wintersemester 2013/14 – Vorausschau Mi 31.07. Hochfest des Hl. Ignatius v. Loyola, 12:00 Aperitif, 19:00 Eucharistiefeier in der Jesuitenkirche mit Agape Di 24.09. 20:00 Eröffnungsabend Mi 25.09. 09:00 Klausur: Kollegskonsult, 15:00 „dies officialis“ Sa 28.09. Eröffnungswallfahrt Di 01.10. 11:00 Eröffnungsgottesdienst der Theol. Fakultät in der Jesuitenkirche So 06.10. 19:00 Semesterantrittsgottesdienst der Universitäten und des MCI in der Jesuitenkirche 9. Wir danken unseren Spendern und Förderern: Amsler E. Augustyn J.M. Babelotzky G. Bader G., Dr. Balthasar J., Dr. Barmherzige Schw., Hall i.T. Bartmann E. Bayer O. Benediktinerabtei St. Bonifaz Berger J. Bischof H. Bock H. Brecher A. Brendel K., Dr. Bucher Th., Dr. Buchmann J. Buerstedde W., Dr. Burgstaller W. Burkhard J. Burri G. Colerus-Geldern O., Dr. Deutsche Provinz der Jesuiten Distelberger J. Eberle F. Eberle R. Ebster J. Egger F. Egger G.

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Egger K., Dr. Eitel W. Elanjimittan M. Enderli M. Erharter J. Ewige Anbetung Ibk.

Hammans H., Dr. Hartmann M. Hochstrasser J. Holler R. Holzer E., Sr. Huber F.

Kohl K., Dr. Kopp R. Köhle S. Kösters R., Dr. Kroisleitner R. Kutter B.

Feil E., Dr. Fischer H., Dr. Fleiner S. Fleischli W. Föhr B. Förch G., Dr. Freudenthaler Chr. Fritsch Th.

Jacob H., Dr. Jossen E.

Lampl P. Langthaler R. Lehenhofer H., Dr. Leinemann R. Leutgeb J.

Gälli A. Galvin J.P. Gasser O. Gasser W. Gemperli B. Gersbach M., Dr. Gfellner A. Gierlichs K. Glassner G., Dr. Glaus J. Gmainer-Pranzl F., DDr. Gong J. Göbel E. Grabner Chr. Grawehr K. u. R. Groiss W. Großerhode P. u. A. Gstir H.

Kaiser A. Karmelitenkloster Hungerburg Kasper P.P. Kath. Kirchenstiftung Kath. Pfarramt Aristau Kath. Pfarramt Bütschwil Kath. Pfarramt Oberriet, St. Gallen Kath. Pfarramt St. Georgen, St. Gallen Kath. Pfarramt St. Otmar Kath. Pfarramt Vöcklamarkt Kath. Pfarramt Vorderhornbach Kellner J. Kemp G. Kern R. Kiesel L. Klinger E., Dr. Kloster Ewige Anbetung Ibk Kobler A.

Maderegger J. Marberger J. Mayr G. Meile A. Meusburger G. Milby L. Missionshaus St. Gabriel, Mödling Missionskloster Wernberg Möllinger J. Müller D., Dr. Müller-Gaberle G. Nagele H. Näscher Fr. Neumann Chr. u. R. Niederklapfer O. u. M. Niewiadomski J., Dr. Nimmervoll M. Oberhuber J. Öttl P.

Spendenliste

Palgrave A. Pauer F. Pfefferkorn F. Pfeiffer Ch. u. M. Pfiffner M. Pohler E. Posch W. Pröls J. Pucher R. Raberger W., Dr. Rauscher G., Dr. Reber U. Reploh K.-G. Richwien L. Riegler P. Roth E. Röckl W., Dr. Ryan L. Scherer P., Dr. Schimmöller K. Schmid C., Dr. Schmidinger J. Schmitt H. Schneider H. Schörghuber R. Schuler H. Schüttengruber J. Schwarzenberger R., Dr. Schweiger J., Dr. Schweinberger R., Dr. Siebenhüter O. Sieberer B. Siemes R. Siklos A. Sinz R. Smekal Chr., Dr. Sohmer B. Sonderegger A. Sotriffer A. Sparber L. Stabinger H. Stadler A. Stampfli F. Stanger O. Steger K., Dr. Stessel A.

Stieger Th., Dr. Stift Schlierbach Stiftsbibliothek Stams Strasser F. Strasser M. Thattakath J.P. Thoma N. Todt B. Tomitza G. Tropper F. Troyer F., Dr. Trutwin W. u. H., Dr. Ulrich M., Dr. Wagner D. Wagner O. Weber St. Weber W. Wehrle P. Weiss E. Willers U., Dr. Wilmsen A. Wimmer W., Dr. Wlash T. Wöckinger P., Dr. Wögerbauer O. Wrycza H. Zahlauer A. Zauner W., Dr. Zeimen J. Zellner L. Zotz B. Pater-Michael-Hofmann-Stiftung: Bucher M. Frassen A. Knitel A. Lenz H., Dr. Pan L. Troppe F. Ursulinenkloster Ibk.

Patenschaften und Studienplätze: Amsler E. Angstwurm H., Dr. Bereuter m. Pfarre St. Gallus, Bregenz Bischöfl. Ordinariat Bozen Bischöfl. Ordinariat Linz Deutsche Missionsprokur SJ Dompfarrkirchenstiftung St. Peter u. St. Georg Eckstein M. Förch G. Fust A. u. M. Gaida P. u. I. Gleinser O. Grögli B. Jesuitenmission CH Katthithara Y. Kath. Kirchgemeinde St. Gallen Kath. Pfarramt Alberschwende Kath. Pfarramt Andelsbuch Kath. Pfarramt St. Martin Bürs Kath. Pfarramt Frastanz Kath. Pfarramt Mondsee Kath. Pfarramt Nenzing Kath. Pfarramt St. Barbara, Schwaz Kath. Pfarramt St. Johann i. T. Kath. Pfarramt Steinakirchen Kath. Pfarramt Wenns Kempter K. Kirche in Not Lagler H. Lenz H., Dr.

Mathei P. Missionskreis Andelsbuch Müller R. MWI Aachen Österr. Missionsprokur SJ Prov. Belg. Méridionale SJ (BME) Scheuer M., Dr., Bischof Schmid A. Schüpferling G. Seelsorge-Einheit St. Gallen Ost-Wittenbach Spieler H. Theurl R. Trausnitz J., Dr. Kathol. Konfessionsteil des Kantons St. Gallen Wageneder E. Willer F. Intentionen haben übersandt: Anrain M. Deutsche Provinz der Jesuiten EB Pfarramt Brixen i. Th. Hinterholzer F. Karmel St. Josef, Ibk. Kath. Pfarramt Oberriet, St. Gallen Kath. Pfarramt Vöcklamarkt Kath. Pfarre Aristau Kath. Pfarre Schalders Paas M. Propstei St. Augustin Schöbi M.

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Bankverbindungen

10. Bankverbindungen: 1.

Deutschland (ohne Spendenquittung) UniCredit Bank AG, München Konto 580 362 0590 (Canisianum Innsbruck) BLZ 700 202 70 IBAN: DE45700202705803620590 BIC: HYVEDEMMXXX

2.

Deutschland (mit Spendenquittung) UniCredit Bank AG, München Konto 580 138 1733 (Deutsche Provinz der Jesuiten K. d. ö. R./Canisianum) BLZ 700 202 70 IBAN: DE45700202705801381733 BIC: HYVEDEMMXXX

Neue Adresse des Collegium Canisianum Ab 1. August 2013 hat das Canisianum eine neue Postadresse:

Internationales Theologisches Kolleg

Collegium Canisianum Sillgasse 6 6020 Innsbruck 0043/512/59463-0 rektor@canisianum.at office@canisianum.at www.canisianum.at

3. Österreich UniCredit BANK AUSTRIA, Innsbruck Konto 85015 695 800 (Canisianum Innsbruck) BLZ 12000 IBAN: AT68 1200 0850 1569 5800 BIC: BKAUATWW 4. Österreich Raiffeisen-Landesbank Tirol AG, Innsbruck Konto 616.326 (Canisianum Innsbruck) BLZ 36000 IBAN: AT42 3600 0000 0061 6326 BIC: RZTIAT22 5.

Österreich (steuerlich absetzbar) PSK Bank Konto 7086326 (Jesuitenaktion MENSCHEN FÜR ANDERE) BLZ 60000 IBAN: AT52 6000 0000 0708 6326 BIC: OPSKATWW

6. Schweiz UBS AG 9001 St. Gallen PC 80-2-2 Konto 254-L0274622.0 zugunsten Canisianum, Pfr. Paul Hutter IBAN: CH27 0025 4254 L027 4622 0 BIC: UBSWCHZH80A 7.

Schweiz (steuerlich absetzbar) Postkonto Missionsprokur der Schweizer Jesuiten (Franz Xaver Stiftung, Zug) Postscheck Zürich 80-22076-4 Vermerk: Canisianum Innsbruck

8. Pater-Michael-Hofmann-Stiftung UniCredit BANK AUSTRIA, Innsbruck Konto 51884 020 000 BLZ 12000 IBAN: AT79 1200 0518 8402 0000 BIC: BKAUATWW

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Korrespondenzblatt des Collegium Canisianum Internationales Theologisches Kolleg Innsbruck Homepage: www.canisianum.at Eigentümer, Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: P. Friedrich Prassl SJ, Rektor A 6020 Innsbruck Tschurtschenthalerstraße 7 E-Mail: rektor@canisianum.at ISSN 1816-7136 Redaktion: P. Friedrich Prassl SJ, Angela Baur Fotos: Mahamboro Bismoko, Archiv des Canisianums, kathbild.at/Rupprecht, Österreichische Provinz der Jesuiten Erscheinungsdatum: Juli 2013


Abschl端sse

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Korrespondenzblatt Canisianum Sommersemester 2013  

Collegium Canisianum

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