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Special +++ Special ++ + Special +++

r e t + r a + t s l b o a J peci

S + + + l a i ec p S + + + al i c e Sp

Foto // Š Diagentur


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DAS

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Jobstarter

Erhöhte Chancen

Was ist ein Testimonial? Ein Magazin wie das f79 herzustellen kostet viel Geld. Es müssen Redakteure und Grafiker

Infoangebot für Menschen mit Migrationshintergrund

bezahlt werden, die die Schülerredaktion betreuen und anleiten, deren Texte redigieren

„Da gibt es im Handwerk viele interessante

und das f79 layouten. Am Ende muss alles

Karriere-Möglichkeiten.“ Yener Erfidan, Mitarbeiter

zusammengestellt, gedruckt und verteilt werden.

im Projekt „KoVi – Kompetenz und Vielfalt“ der

Wenn da keiner etwas dazugeben würde,

Handwerkskammer Freiburg, berät eine Mutter und

müsste das Schülermagazin sehr teuer verkauft

ihre Tochter zu den Ausbildungsmöglichkeiten im

werden. Für viele Jugendliche wäre es dann

Handwerk. Das Besondere: Er tut es auf Türkisch.

zu teuer. Daher suchen wir immer Firmen und

„Wir wollen Menschen mit Migrationshinter-

Foto // Kammer

Zugezogene Ausländer profitieren zudem

Einrichtungen, die das Projekt toll finden und

grund die Möglichkeit geben, sich in ihrer Mutter-

von dem neuen Anerkennungsgesetz, das die

uns finanziell unterstützen. Diese Unterstützer

sprache über die Möglichkeiten der Ausbildung

hohen Hürden für die Anerkennung auslän-

nennt man Kooperationspartner. So eine

und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse zu

discher Berufsabschlüsse gesenkt hat. Auch die

Partnerschaft beruht immer auf Gegenseitigkeit.

informieren“, erläutert Heike Schierbaum, Projekt-

bereits erworbene Berufserfahrung kann

f79 bekommt Geld und der Partner erhält

leiterin von „KoVi“. „Viele Migranten wissen relativ

angerechnet werden, fehlende Qualifikationen

dafür ein Logo, eine namentliche Nennung als

wenig darüber, wie der deutsche Arbeitsmarkt und

können nachgeholt werden.

Unterstützer oder er kann sich ein Redaktions-

das deutsche Ausbildungssystem funktionieren.“

modul wünschen. Letzteres nennen wir ein

Die Resonanz auf die Veranstaltung „Karriere mit

anschließend Rede und Antwort, was die

„Testimonial“.

Lehre“ scheint das zu bestätigen: Rund 70

Teilnehmer gerne annahmen: Von der Friseurmeis-

Interessierte füllen am 15. Februar den Theatersaal

terin aus Bulgarien, die Fragen zur Anerkennung

der Volkshochschule Freiburg.

ihres Abschlusses hat, bis zum türkischstäm-

Und wie funktioniert das? Schüler aus der Redaktion oder unser eigenes Redaktionsteam besuchen ein Unternehmen und befragen die

Zum ersten Mal hatte die Kammer gemein-

Im direkten Gespräch standen die Experten

migen Kfz-Elektroniker, der sich weiterbilden will.

Azubis nach ihren Aus- und Weiterbildungswe-

sam mit der Volkshochschule Freiburg zu einer

Neben Türkisch wurden auch Übersetzungen in

gen. Hierbei enstehen Texte im Rahmen der

Informationsveranstaltung für Menschen mit

Albanisch, Arabisch, Englisch, Französisch und

Beufsorientierung für Schüler. Solche Texte sind

Migrationshintergrund eingeladen. Drei Exper-

Italienisch angeboten.

als Testimonials gekennzeichnet.

f79

Unser Jobstarter-Special ist in Zusammenarbeit mit dem „Jugend & Beruf“-Extra der Badischen Zeitung erstellt worden.

tinnen erläuterten die wichtigsten Grundlagen zu

Doch auch wenn an diesem Tag die

Ausbildung und Anerkennung ausländischer

Muttersprache im Vordergrund stand, ohne

Abschlüsse.

ausreichende Deutschkenntnisse lässt sich

Schierbaum hatte für die Teilnehmer eine gute Nachricht: Die Chancen stehen für Jobsuchende so gut wie seit Langem nicht mehr; der Fachkräftemangel macht sich bemerkbar.

wenig erreichen. Tipps zu Deutschkursen konnten die Teilnehmer deshalb direkt mitnehmen. Die nächste Veranstaltung „Karriere mit Lehre“ findet am 27. März im Jobcenter Lörrach statt.  f79 t Anzeige

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Jobstarter · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Testimonial

Arbeiten im Taka-Tuka-Land Kirsten Längin und Schirin Dalmühle machen eine Ausbildung zur Erzieherin

135 Kinder gehen zur Zeit ins Kinderhaus Taka-Tuka-Land im Freiburger Rieselfeld. Da wird gesungen, gelacht und getobt. Es kann also durchaus mal laut werden, und wer hier arbeitet, der benötigt mehr als

„Du hast Abitur, geh studieren!“ Diesen Satz bekam Schirin Dalmühle nach ihrem Schulabschluss oft zu hören. „Aber das war es einfach nicht“, sagt die 20-Jährige im Rückblick – nach einem Semester hat sie damals ihr

nur starke Nerven. Viel mehr, um genau zu

Geschichtsstudium abgebrochen und ist in

sein. Kirsten Längin und Schirin Dalmühle

den Kindergarten gewechselt. „Hier bin ich im

können davon ein Lied singen: Die beiden

Beruf und habe einen Bezug zu den Kindern,

20-Jährigen machen derzeit eine Ausbildung zur Erzieherin in der städtischen Einrichtung. Wer die beiden kennenlernt,

alles, was ich lerne, kann ich hier gleich anwenden.“ Schirin macht eine Praxisintegrierte Ausbildung (kurz: PIA), das bedeutet,

dem wird schnell klar, dass Arbeit mit

ihre Woche besteht zur Hälfte aus Praxistagen

Kindern weit darüber hinausgeht, Bücher

im Taka-Tuka-Land und zur anderen Hälfte aus

vorzulesen und Bauklötzchen zu stapeln.

Schultagen an der Fachschule. Diese Ausbildungsvariante richtet sich speziell an Quereinsteiger und Leute, die vorher schon in anderen Berufsfeldern Erfahrung gesammelt haben.

Text & Fotos // Felix Holm

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Schirins Kollegin Kirsten Längin ist bereits im vierten Lehrjahr, dem sogenannten Anerken-


Testimonial · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · ·

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Jobstarter t AnzeigeN

nungsjahr. Sie hat nach ihrem Realschulabschluss den herkömmlichen Ausbildungsweg zur Erzieherin eingeschlagen. Der Beruf der Erzieherin ist durchaus ein sehr emotionaler Job, weswegen Pädagogen manchmal von „echten Arbeitern“ belächelt werden. Dabei wird schnell vergessen, dass ohne fachliches Wissen in einem Kindergarten fast nichts läuft. „Man kann nur auf Kinder eingehen, wenn man sich auch zuvor schon intensiv mit ihnen beschäftigt hat“, erklärt Kirsten. Zusammen mit anderen Kollegen erstellen sie zu jedem Kind spezielle Beobachtungsbögen, sogenannte Bildungsbiografien, in denen sie nach gemeinsamer Überlegung festhalten, welche Themen für ein Kind derzeit wichtig sind und wo man die kleinen Individuen möglicherweise noch fördern kann. „Es macht richtig Spaß, zu sehen, wie Dinge, die man gelernt hat, tatsächlich funktionieren“, freut sich Kerstin auch über ihre eigene Entwicklung im Lauf der Ausbildung, „dafür haben sich die drei Jahre Schule wirklich gelohnt.“ Dass es viel zu tun gibt im Taka-Tuka-Land unterstreicht auch Schirin noch einmal: „Erzieher müssen ständig präsent sein, sie tragen eine enorme Verantwortung und müssen täglich den Alltag von 135 kleinen Menschen mitorganisieren – da benötigt man Durchsetzungsvermögen, wenn man so eine kleine Rasselbande bändigen will.“ Beide sind heute absolut überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. „Die Kinder geben so viel zurück und sie sind einfach ehrlich – das tut gut“, erklärt Kerstin, und ihre Kollegin fügt an: „Mir geht jeden Morgen das Herz auf, wenn die Kinder mich begrüßen und sich freuen, mich zu sehen.“ INFOS Ausbildung zur Erzieherin / zum Erzieher Die Stadtverwaltung Freiburg bietet hier zwei Wege an // Die vierjährige Ausbildung mit drei Jahren Schule und einem anschließenden Praxisjahr sowie den Praxisintegrierten Ausbildungsweg PIA, der sich auch an Quereinsteiger/innen richtet. Ansprechpartnerin // Cathrin Hänggi Telefon // 07 61/ 2 01-12 24 Im Netz // www.freiburg.de/ausbildung

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Jobstarter

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· · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Berufsvorbereitung

„Habe viel dazugelernt“

Wegweiser im Bildungsdschungel

Maximilian Bolanz macht ein Freiwilliges Soziales Jahr als „persönlicher Assistent“

In der Stadtbibliothek werden Schüler & Schülerinnen zu Bildungsthemen beraten

Fahrräder im Hof, Zettel an den Wänden und junge Leute auf allen Etagen. So hatte sich Maximilian Bolanz seine FSJ-Stelle sicher nicht ausgemalt, bevor er am 1. September vergangenen Jahres seinen derzeitigen Job als persönlicher Assistent bei Stephan Busch angetreten hat. Stephan ist seit seinem 15. Lebensjahr querschnittsgelähmt – ein Kopfsprung im Schwimmbad veränderte damals sein Leben. Nichtsdestotrotz lebt er heute zusammen mit anderen Studenten im Wohnheim im Freiburger Stadtteil Vauban. Im Gegensatz zu den anderen hat er allerdings Maximilian, der ihm bei der Alltagsbewältigung zur Seite steht. Man könnte sagen, die zwei führen so etwas wie eine Zweck-WG.

Foto // tbr

Wie geht es nach der Schule weiter? Welche Ausbildungsmöglich-

„Wobei es nicht so ist, dass wir uns 24 Stunden sehen“, räumt Stephan

keiten gibt es in Freiburg? Und was tun, wenn man einfach keine

gleich ein, „ist vielleicht auch ganz gut – ich bin eher konfliktscheu und so

Lust mehr auf Schule hat? Antworten auf diese Fragen gibt der

kommt es sicher zu weniger Reibungspunkten.“

Wegweiser Bildung (WeBi) in der Stadtbibliothek Freiburg.

Der 33-Jährige wird zwar rund um die Uhr betreut, allerdings wechseln sich mehrere FSJler dabei in Schichten ab. Sie teilen sich dann die anfallenden

„Wir sind sozusagen ein Reisebüro zu Bildungszielen“, erklärt Clara

Aufgaben wie Einkaufen, Putzen, Kochen, aber sie helfen dem ehemaligen

Maria Kecskeméthy, Beraterin im Bibliotheksvorraum mit der Graffitiwand

VWL-Studenten (er hat im vergangenen Jahr ein Studium erfolgreich beendet)

und den vielen Prospekten rund ums Thema Bildung. Denn Bildungsange-

auch beim Aufstehen, bei der Hygiene oder gehen mit ihm spazieren.

bote gibt es in Freiburg viele, doch wer weiß schon über alle Bescheid?

Natürlich entsteht dabei ein Verhältnis, das über eine normale

Der Wegweiser von der Stadt Freiburg, der Initiative „Lernen erleben

Arbeitsbeziehung meist hinausgeht. „Wir reden viel miteinander – auch mal

in Freiburg“ (LEIF) und der Volkshochschule Freiburg hilft bei der ersten

über Politik, aber vor allem über Fußball“, sagt Werder-Bremen-Fan Stephan.

Orientierung und vernetzt die verschiedenen Schulen, Hochschulen,

Max hält es hingegen mit Schalke 04 – die Grundlage für kontroverse

Ausbildungsbetriebe und viele weitere Bildungsstellen.

Diskussionen ist also gegeben. Und darüber hinaus können dann auch

„Der WeBi soll Übergänge erleichtern, etwa von der Schule zur

gewisse Sympathien entwickelt werden. „Inzwischen finde ich Schalke gar

beruflichen Ausbildung oder zur Hochschulbildung“, erläutert Bürgermeiste-

nicht mehr so schlimm“, witzelt Stephan. „Und politisch liegen wir sogar fast

rin Gerda Stuchlik. Dabei hilft auch die „Freiburger Lupe“: Auf einem

auf einer Wellenlänge“, fügt Max mit einem Schmunzeln hinzu.

Bildschirm werden – wie bei einem Fahrplan – Bildungsstationen wie etwa

Für ihn ist die Erfahrung im FSJ eine wertvolle:

das Abitur oder die Fachhochschulreife angezeigt und natürlich auch die

„Ich habe viel dazugelernt, etwa die pflegerischen

Wege dorthin. Denn selten führt nur ein einziger Weg zum Ziel. „Wenn etwa ein Schüler zu uns kommt, der Medizin studieren

Sachen. Aber auch menschlich; Stephan zeigt mir manchmal meine Schwächen auf.“ Der angespro-

möchte, aber nicht die passenden Noten hat, können wir weitere Möglich-

chene zeigt sich daraufhin fast entrüstet: „Hey,

keiten aufzeigen, wie beispielsweise eine Ausbildung in der Medizintechnik

das klingt jetzt aber, als sei ich hier so

oder in der Pflege“, macht Kecskeméthy an einem Beispiel deutlich. An vier Nachmittagen die Woche beraten sie oder ihre Kollegin Linda

ein Pädagoge.“ Und schon ist die nächste „WG-

Steger in der Stadtbibliothek. Wer außerhalb dieser Zeiten kommt, kann die

Diskussion“ im Gange …

Prospekte und Flyer durchstöbern. Neben SchülerInnen sind übrigens auch



fho

die Eltern, LehrerInnen, Omas und Opas willkommen – schließlich hört Lernen nicht mit der Schule auf.

INFOS Stadt Freiburg, Initiative LEIF Wegweiser Bildung – WeBi Eingang Stadtbibliothek Freiburg, Münsterplatz 17 Beratungszeiten // Di., Mi., Fr. 14–18 Uhr & Do. 15–19 Uhr Im Netz // www.leif-freiburg.de/webi

INFOS www.bfd-fsj-freiburg.de

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Foto // fho

tbr


Testimonial · · · · · · · · · · · · · · · · ·

California, here we come! Andre berichtet von seiner US-Tour mit EF-Sprachreisen Im August 2012 entschied ich mich für eine Sprachreise nach Kalifornien. Nachdem ich 2011 bereits an der EF Schule in Malta gewesen bin, wusste ich schon, wie die Vorbereitungen ablaufen werden. Am 2. August ging es früh am Morgen los. Bereits am Flughafen stieß ich auf andere EF Teilnehmer. Dann ging es durch die Kontrollen zum Gate, dort warteten wir dann auf unsere Kursleiterin und den Rest der Gruppe. Um 14 Uhr ging dann der Langstreckenflug non-stop nach San Francisco los. Elf Stunden später wurden wir am Ziel schon von unserer lokalen Kursleiterin sowie zwei weiteren EF-Mitarbeitern erwartet. Danach ging es auf eine zweistündige Busfahrt zum Kursort Fairfield. Das liegt genau in der Mitte der Strecke zwischen San Francisco und Sacramento. Am Kursort erwarteten uns dann unsere Gastfamilien. Der Unterricht wurde natürlich in Englisch gemacht, wobei ich einen Klassikerkurs belegt habe, begleitet von einer lokalen, aber auch einer deutschen Lehrerin. Wir hatten fünf Unterrichtseinheiten am Tag an vier Tagen pro Woche. Am fünften Tag stand dann das Freizeitprogramm an. Es folgten Ausflüge nach San Francisco, Santa Cruz, in eine Jelly Belly Fabrik sowie eine Budweiser-Brauerei in Fairfield und ein Wochenende in Los Angeles, wo wir Highlights wie Hollywood, Universal Studios, Santa Monica und Disneyland erleben durften. Die Amerikaner sind sehr offen und stets bemüht zu helfen, wenn man etwas nicht verstanden hat. Kalifornien ist wirklich spektakulär, und ich kann nur jedem eine solche Reise empfehlen. 

Andre R.

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Jobstarter · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Testimonial

„Ich achte auch auf die Religions-Note“ „Der Friseur“-Meisterin Linda Ilgner gibt Tipps für die Bewerbung

Den neuesten Trends auf der Spur, stündlich andere Frisuren ausprobieren, ein Erfolgserlebnis nach dem anderen – wer eine Ausbildung zum Friseur macht, sucht sich sicherlich nicht den einfachsten, aber definitiv einen spannenden Beruf aus. Bei Friseurmeisterin Linda Ilgner landen die Bewerbungen für die zu einem Filialbetrieb gehörenden Salons „Der Friseur“, „Hairclub“ und „Hairkiller“ in Freiburg und Umgebung auf dem Schreibtisch. f79 verrät sie, worauf es bei der Bewerbung ankommt. f79 // Wie sieht für Sie die perfekte Bewerbung aus? Linda Ilgner // Zuallererst muss die Bewerbung fehlerfrei sein. Wenn bereits im Anschreiben Fotos // Tanja Bruckert, Christian-P. Worring – Fotolia.com

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drei Rechtschreibfehler sind, sortiere ich sie gleich aus. Im Lebenslauf sollte es keine


Testimonial · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Lücken geben, und Bewerber, die bereits eine Lehre nach der anderen abgebrochen haben, nehmen wir auch nicht. f79 // Wie gut müssen denn die Noten sein? Ilgner // Eine Gesamtnote von 3,5 sollte mindestens drin sein. Ich achte vor allem auf die Religions-Note – sie zeigt, wie fleißig ein Schüler ist.

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Jobstarter

Bundesweiter Schüler-Wettbewerb Mit „My study lounge“ Lernen aktiv gestalten

f79 // Bevorzugen Sie eine Standardbewerbung oder ist Kreativität gefragt? Ilgner // Der Bewerber darf gerne kreativ werden. Einmal habe ich eine

Schüler und Lehrer im ganzen

Bewerbung bekommen, die in unseren Logofarben gestaltet war – das

Land sind aufgefordert, ihre Ideen

zeigt, dass sich der Bewerber mit uns auseinandergesetzt hat.

zu Schülerlounges, Aufenthalts-

f79 // Soll der Bewerber zum Vorstellungsgespräch den Anzug oder

und Pausenräumen, wo gemein-

das Kostüm aus dem Schrank holen? Ilgner // Nein, der persönliche Stil ist mir lieber. Ich achte stattdessen auf

Foto // Schneeweiss AG

sames Lernen und Relaxen Spaß machen, einzubringen. Bis zum 15.

Frisur und Fingernägel. Jemand, der gerne mit Farben und Frisuren

April 2013 können sie sich für den Wettbewerb „My study lounge“ anmelden.

experimentiert, passt besser zu uns als jemand, der mit luftgetrockneten

Bis zum 31. Mai müssen die Entwürfe als Zeichnung, Collage oder

Haaren zum Vorstellungsgespräch kommt.

nachgemalte Raumsituation mit einer Konzeptbeschreibung vorliegen.

f79 // Und der Stil entscheidet dann darüber, in welchen Salon der Azubi

Ausrichter des Wettbewerbs ist die Schneeweiss AG interior. Die Beiträge bewertet eine Jury aus Designern, Architekten und

kommt? Ilgner // Das wird erst später entschieden. Nach einer Weile stellt sich

Professoren. Die Gewinner erhalten von der SCHNEEWEISS AG einen

heraus, wer eher zum flippigen Konzept des Discounters „Hairkiller“

Warenwertgutschein in Höhe von 2.500 Euro, der als Startkapital für die

passt, wer im ruhigeren „Der Friseur“ besser aufgehoben ist und wer sich

Umsetzung des Entwurfes dienen kann.

im schicken „Hairclub“ am wohlsten fühlt, wo auch Wellness auf dem

Bianca Hannemann

INFOS

Programm steht.

Teilnahmebedingungen & Anmeldeformular stehen unter www.schneeweiss.ag/schulen-hochschulen/my-study-lounge

f79 // Wie viele Azubis nehmen Sie in diesem Jahr neu auf? Ilgner // 10 bis 15. Erfahrungsgemäß stellt es für einige jedoch eine große Herausforderung dar, die Lehre durchzuhalten.

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f79 // Wieso das denn? Ilgner // Viele haben falsche Erwartungen an den Beruf. Wir haben eine normale 38,5 Stunden-Woche, aber man muss bereit sein, samstags oder abends zu arbeiten. Wir sind Dienstleister und lassen nicht pünktlich zu Ladenschluss die Schere fallen. Einige Azubis bekommen auch Probleme mit der Haut oder kommen mit der Arbeit im Stehen nicht klar. f79 // Und der Verdienst ist wohl auch kein Anreiz, durchzuhalten … Ilgner // Wer motiviert ist, kann bei uns gut verdienen – während und nach der Ausbildung. Je nach persönlichem Umsatz zahlen wir Provisionen, außerdem bekommt jeder Azubi, der in einem Quartal nicht krank wird eine Gesundheitsprämie von 100 Euro. Insgesamt kann ein Azubi im dritten Lehrjahr somit bis zu tausend Euro monatlich verdienen. f79 // Wie stehen die Chancen, nach der Ausbildung übernommen zu werden? Ilgner // Wir bilden mit dem Ziel aus, alle Azubis zu übernehmen. Doch Friseuren stehen viele Türen offen, egal ob bei Modeschauen, beim Fernsehen, auf Kreuzfahrtschiffen, in Urlaubshotels, als Visagist, Maskenbildner oder Kosmetiker. Ich selbst habe nach meiner Meisterprüfung ein Jahr lang in Australien und Neuseeland gearbeitet. 

tbr

INFOS Ausbildung bei „Der Friseur“ Ausbildungsdauer // 3 Jahre Benötigter Abschluss // ein guter Hauptschulabschluss Ausbildungsvergütung // 1. Jahr 420 €, 2. Jahr 435 €, 3. Jahr 535 € Bewerbungsfrist // 31. Juli 2013 Im Netz // www.hairkiller.com

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Jobstarter · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Ehrenamtliches Engagement

Zu wenige Haltestellen? Volle Schulbusse? In den Fahrgastbeiräten des Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF) können Schüler den Bus- und Bahnverkehr verbessern

Morgens mit dem Schulbus zum Unterricht,

Vier regionale Fahrgastbeiräte gibt es im

Die Aufgaben des Fahrgastbeirats lassen

mittags mit der Straßenbahn in die Freiburger

Verbundgebiet – Stadt Freiburg und den beiden

sich problemlos neben der Schule durchführen,

Innenstadt und am Wochenende mit dem

Landkreisen Emmendingen und Breisgau-Hoch-

viel Zeit nehmen sie nicht in Anspruch. „Alle zwei

Zug in den Schwarzwald – die 20 Verkehrs-

schwarzwald –, die die Ideen, Anregungen, Kritik

bis drei Monate findet abends eine Sitzung statt,

unternehmen im RVF sorgen dafür, dass

und Verbesserungsvorschläge der Bus- und

bei der sich die Mitglieder jedes Fahrgastbeirats

man in Freiburg und Umgebung schnell

Bahnfahrer an die Betreiber der öffentlichen

treffen und über aktuelle Themen diskutieren“,

und unkompliziert ans Ziel kommt. Dennoch

Verkehrsmittel weitergeben. 15 bis 20 Mitglieder

sagt Link. Die Treffpunkte sind natürlich gut mit

läuft in Bus und Bahn nicht immer alles

hat jeder Beirat, die alle zwei Jahre neu gewählt

öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Wer möchte, kann darüber hinaus noch

reibungslos: Wer hat sich nicht schon einmal

werden – so auch in diesem Jahr. Und da

eine zusätzliche Haltestelle, einen besseren

schließlich nicht nur Erwachsene mit öffentlichen

andere Aufgaben übernehmen und etwa bei

Verkehrsmitteln fahren, machen nicht nur

einer Arbeitsgruppe zu einem bestimmten

Senioren, Eltern, Studenten oder Zivildienstleis-

Thema mitmachen. Robine kümmert sich um die

Anschluss oder einen nicht ganz so vollen Schulbus gewünscht? Beim Wünschen muss

tende mit, sondern auch Schüler. Denn nur

Homepage und stellt regelmäßig neue Pressear-

Themen befassen sich die Fahrgastbeiräte,

Schüler wissen Bescheid, was man etwa bei den

tikel sowie Informationen zu aktuellen Themen

bei denen auch Schüler mitmachen können.

Schulbussen oder dem öffentlichen Verkehr nach

online. „Ich habe mir diese Aufgabe selbst

der Schulzeit verbessern kann. „Wichtig ist eine

ausgesucht, weil ich bereits wusste, wie man

gesunde Mischung verschiedener Menschen,

eine Homepage pflegt“, berichtet Robine.

damit wir alle Interessen vertreten können“, meint

Kenntnisse, die ihr bei ihrer geplanten Ausbil-

Fahrgastbeirat-Sprecher Georg Link.

dung zur Fachinformatikerin sicherlich zugute

es nicht bleiben, denn mit genau diesen

Text & Foto // Tanja Bruckert

Auch Robine Stächele hat als Schülerin beim Beirat angefangen. „Ich fahre viel mit Bus

kommen werden. Geld bekommen die Fahrgastbeiräte für ihre

und Bahn und dabei ist mir einiges aufgefallen,

Arbeit übrigens nicht. Sie sind nicht beim RVF

was man verbessern könnte“, erzählt die

angestellt, sondern arbeiten ehrenamtlich. Für

19-Jährige, „wie etwa die Verbindungen in

Robine ist die Freude, etwas verändern zu

ländlichen Gegenden oder der Service.“

können, Lohn genug. Anregungen bekommt sie von Mitschülern und von den Menschen ihres Wohnortes, die sich oft mit Vorschlägen oder Beschwerden an sie wenden. Der Fahrgastbeirat prüft dann zusammen mit dem Verkehrsunternehmen, ob und wie sich diese Vorschläge umsetzen lassen. Dieter Lerch, Betreuer der Beiräte beim RVF, ist froh, dass sich die Mitglieder bei den Bus- und Bahnfahrern umhören: „Sie sind wie Seismografen, die ausschlagen, wenn etwas nicht stimmt.“

INFOS Du willst Fahrgastbeirat werden? Bewerbungsbögen gibt es im SBG-KundenCenter, VAG pluspunkt und den SWEG-Verkaufsstellen oder unter www.rvf.de/fahrgastbeirat. Bewerbungsschluss // 31. März 2013

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Jobstarter · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Testimonial

Vom Azubi zum Filialverantwortlichen Nach der Lidl-Ausbildung Karriere machen

Mit dem Ausbildungszeugnis in der Tasche

Zu Lidl kommt Heitz auf Umwegen, nach

sofort zum Chef werden. Das geht nicht?

Nicht jeder Azubi wird nach seiner Aus-

der Schule beginnt er zunächst eine Ausbildung

bildung gleich zum Chef eines ganzen Marktes,

Bei Lidl schon. Michael Heitz ist das beste

bei McDonald‘s, wo neben Burger grillen und

die meisten fangen als Stellvertreter an. Doch

Beispiel dafür: Vor einem Jahr hat er seine

Pommes frittieren auch putzen auf dem Plan

Heitz überspringt diese Station. „Er hat gleich

steht. Genau das wird für den Azubi jedoch zum

von Anfang an Vollgas gegeben und deutlich

bei Lidl beendet, seitdem ist er Filial-

Problem: „Als ich bemerkt habe, dass ich gegen

gemacht, dass er viel Verantwortung überneh-

verantwortlicher im Lidl-Markt in Kehl.

das Spülmittel allergisch bin, war ich schon im

men möchte“, berichtet Ausbildungsleiter

letzten Ausbildungsjahr“, erinnert er sich. Eine

Christian Ehrhardt.

Ausbildung als Einzelhandelskaufmann

Karriere bei der Fast-Food-Kette kommt damit Text & Foto // Tanja Bruckert

nicht mehr infrage. Er fängt in Teilzeit bei Lidl an – sitzt an der

INFOS Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau / zum Einzelhandelskaufmann bei Lidl Ausbildungsdauer // 3 Jahre Benötigter Schulabschluss // Hauptschul- oder Realschulabschluss Ausbildungsvergütung // 1. Jahr 750 €, 2. Jahr 850 €, 3. Jahr 1050 € Bewerbungsanfragen // bis zum 31. Juli 2013 per E-Mail an bewerbung.fre@lidl.de Im Netz // www.karriere-bei-lidl.de/ausbildung

Jetzt leitet der ehemalige Azubi in Kehl einen Lidl mit über 30 Mitarbeitern – und nicht irgendeinen. „Der Markt gehört zu unseren

Kasse, verräumt Waren. Dem ehrgeizigen

anspruchsvollsten“, meint Ehrhardt. „Zum

Mitarbeiter reicht das jedoch nicht, ein Jahr später

einen hat er sehr viele Kunden – samstags ist

bewirbt er sich für eine Ausbildung als Einzelhan-

auf dem Parkplatz kaum ein Platz mehr frei und

delskaufmann und wird auch angenommen.

es sind alle Kassen geöffnet – zum anderen

„Kassieren, Bestellungen aufgeben, Büroarbeit,

kaufen so nahe an der Grenze viele Franzosen

Inventuren durchführen – all das lernt man bei der

ein.“ Und Heitz fügt lächelnd an: „Da muss

Ausbildung“, weiß Heitz. „Zusätzlich wird den

man auch mal ein paar Worte Französisch

Azubis aber auch beigebracht, wie man Mitarbei-

sprechen können.“ Für den in Frankreich

ter führt, denn nach der Ausbildung sollen sie

geborenen Filialverantwortlichen ist das

möglichst als stellvertretende Filialverantwortliche

glücklicherweise kein Problem.

arbeiten können.“

Die Kunden waren anfangs aber gar nicht die größte Herausforderung für den neuen Filialverantwortlichen. „Ein paar Mitarbeiter wollten sich von so einem jungen, unerfahrenen Chef nichts sagen lassen“, blickt Heitz zurück. „Als sie jedoch gemerkt haben, dass ich nicht von oben herab Anweisungen erteile, sondern mit ihnen auf Augenhöhe spreche, hat sich das geklärt.“ Für Heitz sind es gerade diese Herausforderungen, die die Arbeit so spannend machen: „Bei uns ist kein Tag wie der andere. Jeden Tag muss man sich auf neue Gegebenheiten einstellen, zum Beispiel wenn ein Mitarbeiter ausfällt oder plötzlich ein Reisebus mit fünfzig Kunden vor der Tür steht.“ Hat man bei so einem anspruchsvollen Job eigentlich noch Freizeit? „Klar“, grinst der junge Marktleiter, „nur weil wir von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends geöffnet haben, heißt das nicht, dass ich zwölf Stunden am Tag arbeite. Wir haben Schichten von 6 bis 14 Uhr oder von 14 bis 20.30 Uhr. Und natürlich kann ich auch in Urlaub fahren – dann sorgen meine Stellvertreter dafür, dass der Laden läuft.“

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Bildung · · · · · · · · · · · · · · · · · · ·

Fotos // DHBW Lörrach, istockphoto.com

Dual studieren im Dreiländereck Lernen & arbeiten an der DHBW Lörrach

Erst noch studieren oder doch lieber gleich Geld verdienen? Diese Frage stellt sich für die Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Lörrach nicht. Denn bei einem dualen Studium ist nicht nur Theorie angesagt, in den Praxisphasen kann das erlernte Wissen sofort angewendet werden. Mehr als 2000 Studenten belegen momentan in Lörrach die 20 Bachelor-Studiengänge der Fakultäten Wirtschaft und Technik. Die Auswahl reicht von angewandter Informatik über Betriebswirtschaftslehre (BWL) bis hin zum Maschinenbau. Der Vorteil: In den Praxisphasen arbeiten die Studenten in einem Unternehmen mit und sind so bereits während des Studiums finanziell unabhängig. Eine Besonderheit der Hochschule im Dreiländereck sind die beiden trinationalen Studiengänge – International Business Management und Mechatronik –, die in Kooperation mit der Fachhochschule Nordwestschweiz und der Université de Haute Alsace angeboten werden. Das Lernen über die Grenzen hinweg ermöglicht es den Absolventen der beiden Studiengänge, in international ausgerichteten Unternehmen und mit Menschen verschiedener Länder zusammenzuarbeiten. Für Schüler, die eine internationale Karriere anstreben, kann auch der komplett englisch-sprachige Bachelor-Studiengang „BWL-International Business“ interessant sein. Darüber hinaus bietet jeder Studiengang die Möglichkeit, Theorie- oder Praxisphasen im Ausland zu verbringen und so nicht nur andere Kulturen kennenzulernen, sondern auch die Sprachkenntnisse zu verbessern.

INFOS www.dhbw-loerrach.de oder auf facebook.com/dhbwloerrach

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Jobstarter · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Berufe vorgestellt

Give me FiF! Daniel Rungenhagen und Daniel Kunz machen eine Ausbildung bei der VAG

FiF – so lautet die Abkürzung für den relativ jungen Ausbildungsberuf „Fachkraft im Fahrbetrieb“. Diesen Berufsweg bietet seit 2011 auch die Freiburger Verkehrs AG (VAG) an. Die beiden Neuzugänge der vier Auszubildenden beim Freiburger Nahverkehrs-Anbieter heißen Daniel Kunz (24 Jahre alt) und Daniel Rungenhagen (20). Beide sind insbesondere von der Vielfalt ihres Berufs begeistert. „What?“ – so reagieren laut Daniel und Daniel die meisten ihrer Bekannten, wenn sie erzählt bekommen, dass die beiden eine Ausbildung zur FiF machen. „Das klingt fremd und ist unbekannt“, zeigt Kunz Verständnis für das Unverständnis seiner Freunde und Verwandten. Für ihn ist es aber kein Problem, zu erklären, was genau er eigentlich macht: „Verwaltung, Marketing, Text & Fotos // Felix Holm

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Werkstatt – wir arbeiten hier in jeder Abteilung.


Berufe vorgestellt · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Und natürlich fahren wir auch Bus und Bahn.“ Die FiFs sind so etwas wie das

DAS

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Jobstarter

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Schweizer Taschenmesser unter den VAG-Angestellten: Sie sind für alles zu gebrauchen und werden dort eingesetzt, wo Not am Mann oder an der Frau ist. Wie kommt man auf so einen Beruf? „Das ist auf jeden Fall kein Job, den man sich einfach so aussucht“, meint Rungenhagen, der jüngere der beiden Daniels. Der 20-Jährige hat sich schon immer für Busse, Bahnen und Züge interessiert. „Das war eine echte Leidenschaft“, sagt er, und in seinen Augen erkennt man an dem Leuchten, dass diese Leidenschaft nach wie vor vorhanden ist. Als er 15 war, wollte er eigentlich Busfahrer werden. „Aber da war ich ja noch zu jung, also habe ich eine Ausbildung zum Mediengestalter gemacht.“ Als diese abgeschlossen war, kam er zurück zu den Bahnen – allerdings zu etwas kleineren: In einem Vergnügungspark bediente er die Achterbahn. Von seinem eigentlichen Berufsziel wollte er sich nicht abbringen lassen: „Ich hatte in der Zwischenzeit von diesem neuen Berufsbild FiF gehört und habe darauf gewartet, dass die VAG das anbietet.“ Kurze Zeit später war es so weit, und so landete Rungenhagen schließlich in seinem Traumjob. Dort arbeitet er jetzt mit dem anderen Daniel zusammen, repariert Busse in der Werkstatt, schreibt Berichte fürs VAG-interne Netzwerk und befördert Fahrgäste durch Freiburg. Bei der VAG fühlen sich die beiden sichtlich wohl, wie auch Kunz noch einmal betont: „Im Gegensatz zu einem kleineren Betrieb hat man hier nie das Gefühl, der ‚Stift‘ zu sein. In jeder Abteilung kümmern sich die Kollegen um einen und man wird schnell integriert.“ Und eben das mögen sie auch so an ihrem Job. Beide betonen, dass es insbesondere der Umgang mit Menschen ist – sowohl mit den Mitarbeitern der verschiedenen Abteilungen als auch mit den Fahrgästen –, der ihnen an ihrer Arbeit Spaß macht. Und die Abwechslung – denn kaum einer ist bei der VAG so vielseitig aufgestellt wie ein FiF.

INFOS Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb Ausbildungsdauer // 3 Jahre Voraussetzungen // guter Hauptschulabschluss & Führerschein der Klasse B Bewerbungen an // Freiburger Verkehrs AG, Besançonallee 99, 79111 Freiburg Personalabteilung Herr Neumann Telefon // 07 61/45 11-270 Im Netz // www.vag-freiburg.de

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· · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Bildung

Abstrakter Kaffee Grafikdesign-Schüler stellen in Freiburger Café aus

„Grafikdesigner arbeiten zweckgebundener als Künstler“, weiß Peters, „ihre Arbeiten dienen etwa der Werbung.“ Am Berufskolleg für Grafik-Design lernen die Schüler alles, was sie später für die Arbeit in einer Werbeagentur oder einer Marketingabteilung können müssen. Daher stehen neben klassischem Grafikdesign Dampfende Kaffeetassen, geröstete

auch das Gestalten mit Schrift (Typografie),

Bohnen und bauchige Kannen – Kaffeelieb-

Zeichenunterricht und Fotografie auf dem

haber verbinden die verschiedensten Bilder

Lehrplan. Die Schüler schließen die Ausbildung

mit dem schwarzen Heißgetränk. Die Grafikde-

als staatlich geprüfte Grafikdesigner ab,

sign-Schüler der Akademie für Kommunikati-

zusätzlich können sie die Fachhochschulreife

on haben diese Bilder abstrahiert und zu einer

erwerben, um dann an einer FH oder tech-

dreidimensionalen Installation zusammenge-

nischen Hochschule zu studieren.

fügt, die jetzt in der Starbucks-Filiale in der Freiburger Innenstadt hängt.

Außerdem bildet die Privatschule an der Kaiser-Josef-Straße auch Produktdesigner sowie Mediendesigner für technische Dokumentation mit

„Das Café liegt direkt gegenüber unserer

dem Schwerpunkt auf „Multimedia“ aus. Bei der

Schule, morgens kommen die Schüler oft mit dem

Produktdesign-Ausbildung steht die Suche nach

Kaffeebecher in den Unterricht. Da war die Idee

der perfekten Form im Vordergrund: Die Schüler

naheliegend, Kaffee zum Thema zu machen und

lernen, wie man ein Produkt gestaltet und herstellt,

die Arbeiten dann dort auszustellen“, erläutert der

und da Tortenheber & Co. nicht nur am Rechner

stellvertretende Schulleiter und Dozent für

entstehen, gibt es im Berufskolleg auch eine Werk-

Grafikdesign Uwe Peters. Die Installation, die jetzt

statt. In dieser haben die Produktdesign-Schüler

fast eine komplette Wand des Cafés einnimmt,

übrigens auch die 3D-Wand hergestellt, auf der

besteht aus vielen kleinen Bildern, sogenannten

jetzt die Kaffee-Signets Lust auf die eine oder

Signets.

andere dampfende Tasse machen.

tbr

Schüler Markus Eife hat eines der Signets kreiert und weiß, dass das gar nicht so einfach ist: „Etwa vier Wochen haben wir dafür gebraucht, bis aus der ersten Ideenskizze das am Computer fertiggestellte Signet wurde. Als Vorlage hatten wir Fotos, die wir zuerst abgezeichnet und dann immer weiter abstrahiert haben.“ Solche abstrakten Bildzeichen werden oft zur Kennzeichnung von Produkt- oder Unternehmensmarken verwendet und sind landläufig unter dem Begriff „Logo“ bekannt.

Fotos // Tanja Bruckert, Akademie für Kommunikation

INFOS Grafikdesign-Ausbildung Ausbildungsdauer // 3 Jahre Abschluss // Staatl. Geprüfter Grafikdesigner / FH-Reife Voraussetzungen // Mittlere Reife und das Bestehen einer Aufnahmeprüfung Aufnahmeprüfung // 16. März 2013 Im Netz // www.akademie-bw.de


Testimonial · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · ·

DAS

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Jobstarter

„Wie eine Familie“ Mareike Danzeisen macht eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau bei OBI

Wie? Wo? Was? Diese Frage stellen sich

Raufaser, mit Muster oder ohne. Beim

Verantwortung übertragen bekommt.“ Mareike

Thema Tapeten macht Mareike keiner mehr

ist neben dem Verkauf und der Beratung auch

Was soll ich werden? Wo kann ich das ma-

etwas vor. Sie berät vom Handwerkermeister bis

zuständig dafür, Ware aufzufüllen und aufzu-

chen? Und wie geht’s jetzt weiter? „Wie, wo,

nicht wenige Schüler nach dem Abschluss.

zum Hobbybastler jeden, der eine Frage zur

bauen. Insbesondere Letzteres empfindet sie

was – weiß OBI.“ So lautete jedenfalls die

Wanddekoration hat. Im OBI-Baumarkt im

als besondere Herausforderung: „Es muss den

Antwort für Mareike Danzeisen aus Freiburg.

Freiburger Industriegebiet Nord ist die 20-

Leuten gefallen und soll sie zum Kauf anregen.“

Die 20-Jährige macht derzeit eine dreijäh-

Jährige, die sich im zweiten Lehrjahr befindet,

Zu OBI ist die junge Frau auch deswegen

rige Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau

alleine für diesen Bereich in der Farbenabteilung

gekommen, weil ihr die Firma von Bekannten

in der Freiburger Filiale der Baumarktkette.

zuständig. Und hier, in den riesigen Verkaufshal-

empfohlen wurde. Inzwischen ist sie mehr als

len, fühlt sie sich auch wohl: „Ich arbeite

überzeugt von der Wahl ihres Ausbildungsunter-

generell gerne im Baumarkt, weil ich hier auch

nehmens: „Hier herrscht ein enormes Team-

die nötigen Entfaltungsmöglichkeiten habe.“

denken – die Leute machen auch viel privat

Zuvor hat die ehemalige Hauptschülerin eine

miteinander. Man fühlt sich wie in einer großen

Ausbildung zur Frisörin gemacht. „Das war aber

Familie.“ Zu der guten Stimmung und zum

nicht das, was ich immer machen wollte, das

Zusammenhalt tragen auch regelmäßige

war mir zu stur, zu eintönig, und in dem engen

Betriebsveranstaltungen wie Weihnachtsfeiern,

Geschäft habe ich mich eingesperrt gefühlt.“

Gartenfeste oder Betriebsabende in der

Jetzt bei OBI hat sie viel Freiraum – auch was

Partystraßenbahn ihren Teil bei. „Ich bin stolz,

ihre eigene Vorstellung der Ausbildung betrifft.

für das Unternehmen zu arbeiten“, sagt die

Sie ist – obwohl sie sich noch in der Ausbildung

Freiburgerin, „OBI hat einen guten Ruf, und ich

befindet – im Bereich Tapeten so gut wie ihr

möchte auch nach der Ausbildung hier bleiben.“

Text & Foto // Felix Holm

eigener Chef. Und das „ist ein tolles Gefühl, wenn man so viel

„Ihre Chancen dazu sind nicht schlecht“, wie Raisa Fix erklärt, die hier früher selbst eine Ausbildung gemacht hat und heute Bereichsleiterin im Bereich „Wohnen“ und Ansprechpartnerin für die Auszubildenden ist: „Wir stellen Azubis mit dem Gedanken ein, dass sie nach der Ausbildung hier als Fachkraft anfangen. Die Chancen, übernommen zu werden, sind bei uns sehr hoch.“ Es ist also gut möglich, dass die Antwort auf „Wie? Wo? Was?“ für Mareike auch in Zukunft „OBI“ heißt.

INFOS Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau / zum Einzelhandelskaufmann bei OBI Ausbildungsdauer // 3 Jahre (2 Jahre Verkäuferin + 1 Jahr Einzelhandelsspezialisierung) Ausbildungsvergütung // 1. Jahr 665 €, 2. Jahr 745 €, 3. Jahr 855 € Bewerbungsfrist für eine Ausbildung in 2013 // bis Mai 2013 Bewerbungen an // Tullastr. 62, 79108 Freiburg Ansprechpartner // Herr Ulrich Deißler & Frau Raisa Fix Im Netz // www.obi.de

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DAS

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Jobstarter · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Testimonial t AnzeigeN

„Sonst sitzen viele im Dunkeln“ Tobias Schill macht eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik

Fotos // Felix Holm, badenova AG & Co KG

Damit Strom aus unseren Steckdosen und Wasser aus dem Hahn kommt, müssen viele Menschen täglich arbeiten. So etwa beim Energieanbieter badenova in der Tullastraße. Dessen Monteure und Elektroniker legen Rohre und Leitungen zu unseren Häusern und schließen uns somit ans Netz an. Ihr Arbeitsmaterial holen sie sich – wie viele andere badenova-Mitarbeiter – bei Tobias Schill im Zentrallager ab. Die 18-jährige angehende Fachkraft für Lagerlogistik kümmert sich in den riesigen Hallen in der Freiburger Hans-BunteStraße darum, dass alles am richtigen Platz liegt, und ist etwa auch dafür verantwortlich, dass im Notfall Ersatz für einen umgekippten Strommast bereitliegt. „Wie der Name schon sagt: Ich bin im Lager aktiv“ – so beschreibt Tobias Schill in aller Kürze sein Arbeitsfeld. Dass es dort, wie der Name ebenfalls vermuten lässt, auch etwas komplexer zugeht, ist klar. „Der Strom kommt ja nicht aus der Wand“, holt der 18-Jährige beim genaueren Nachfragen nach seinem Tätigkeitsbereich dann auch etwas weiter aus. Kabel, Muffen, Gas- und Wasserrohre, Zähler, Störmaterialien, Werkzeug, aber auch ganze Strommasten aus Holz und Stahl – es benötigt unglaublich viele Dinge, damit wir täglich duschen, kochen oder fernsehen können. Und über all diese Dinge wachen Leute wie Tobias. „Wenn es irgendwo einen Rohrbruch gibt, muss ich schnell die Materialien bereitstellen, damit der Monteur das wieder flicken kann“, erklärt er, warum er auch eine gewisse Verantwortung trägt. „Oder wenn im Winter ein Strommast unter der Schneelast zusammenbricht – das muss dann

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Testimonial · · · · · · · · · · · · · · · · · schnell gehen und die Abläufe müssen stimmen, sonst sitzen unter Umständen viele Menschen im Dunkeln.“ Zudem könnten Fehler der Lageristen auch auf anderen Ebenen eine Art Kettenreaktion auslösen: „Wenn der Monteur auf der Baustelle ankommt und das falsche Material dabei hat, geht viel Zeit und somit Geld verloren.“ Als Fachkraft für Lagerlogistik müsse man aber nicht nur einen guten Überblick und in manchen Situationen eben auch einen kühlen Kopf bewahren können, sondern auch kommunikativ und stressresistent sein. „Im Lager ist das ein ständiges Kommen und Gehen, da kommen Anlieferer, Handwerker, Kollegen – wer da schüchtern ist, geht schnell unter“, warnt Tobias. Er ist nicht schüchtern. Und er mag seine Arbeit – auch, weil sie sehr abwechslungsreich ist: Im Winter gibt es mehr Notfälle und Störungen, da sind schnelle Entscheidungen und eine gewisse Flexibilität erforderlich. Im Sommer hingegen stehen viele Neuverlegungen an, was für die Leute im Lager mit einem hohen Auftragsvolumen einhergeht. Und dann ist da in den warmen Tagen auch noch die Inventur … Jedes Teil im Lager muss dabei genau katalogisiert und gelistet werden, was für Tobias gleichbedeutend mit Schreib- und Büroarbeit ist. Seine Ausbildung ist eben auch eine kaufmännische. Aber ein Schreibtischtäter ist der junge Freiburger deswegen noch lange nicht, im Gegenteil: Nicht wenig Arbeitszeit verbringt er am Steuer seines Gabelstaplers. „Das macht schon auch Spaß – ein bisschen ist das ja wie Go-Kart-Fahren“, schmunzelt der Azubi, der nach seiner Ausbildung gerne bei der badenova bleiben würde. Gute Karten hat er: Ein Jahr Übernahme ist bei dem Freiburger Unternehmen garantiert. „Und wer sich dann gut anstellt, den behalten wir natürlich auch gerne“, verrät Ausbildungsleiter Edgar Knobel. 

INFOS Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik Ausbildungsdauer // 3 Jahre Benötigter Schulabschluss // Realschule Ausbildungsvergütung // 1. Jahr 793,26 €, 2. Jahr 843,20 €, 3. Jahr 889,02 € Bewerbungsunterlagen an // Herrn Edgar Knobel (ausbildung@badenova.de) Im Netz // www.badenova.de/karriere

fho


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Jobstarter · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Bildungsmesse

Von A wie Auslandsaufenthalt bis Z wie Zahnmedizin Bei der Bildungsmesse „Horizon“ dreht sich alles um die Themen Studium & Beruf

Am 4. und 5. Mai informieren Hochschulen

Foto // SCOPE Messestrategie GmbH

aus Deutschland und dem nahen Ausland über

bei den Workshops auf der Messe mitmachen,

klassische und neue Studiengänge, Zugangs-

die nicht nur das Studium, sondern auch

voraussetzungen, Zukunftsaussichten und das

schon die Schulzeit erleichtern können – indem

Studentenleben. Zudem stellen Unternehmen

die Teilnehmer lernen, positiven von negativem

ihre Ausbildungsprogramme und die Möglich-

Stress zu unterscheiden, mit Prüfungsängsten

keiten eines dualen Studiums vor.

umzugehen und Zeitdiebe aufzuspüren, die

Damit es nicht bei reinen Informationen

werden in Talkrunden Themen wie Studienfinan-

schülern, Abiturienten, Studenten und jungen

zierung und Auslandsaufenthalte aufgegriffen,

Berufstätigen den Weg in die Arbeitswelt. Ein

bei denen auch Studenten zu Wort kommen

dualen Ausbildung.

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len, was die Auszubildenden erwartet. Zudem

Bildungsmesse „Horizon“ weist Oberstufen-

Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf der

vom Lernen abhalten. 

bleibt, plaudern bei verschiedenen Vorträgen Unternehmen aus dem Nähkästchen und erzäh-

Das Abi in der Tasche – und was nun? Die

Wer selbst aktiv werden möchte, kann

und von ihren Auslandsaufenthalten erzählen, Fragen beantworten und Tipps geben.

INFOS Horizon – die Messe für Studium und Abiturientenausbildung Wann // 4. & 5. Mai 2013, 10–16 Uhr Wo // Messe Freiburg Der Eintritt ist frei. Im Netz // www.horizon-messe.de/freiburg

f79


f79 Jobstarter März 2013  

Der Jobstarter-Teil aus dem f79-Schülermagazin. März 2013

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