f79 – Jobstarter

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Praktika +++ FSJ +++ A uslandsjahr

r e t r a t Jobs +++

+ + + g n u ild b s Au

m u i d Stu

Foto // © iStock.com/annebaek


DAS

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Jobstarter · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Anzeigen


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Jobstarter

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Rekord am Arbeitsmarkt

Was ist ein Testimonial? Ein Magazin wie das f79 herzustellen kostet viel Geld. Es müssen Redakteure

Historischer Tiefstand eröffnet Möglichkeiten

und Grafiker bezahlt werden, die die

Foto // unsplash.com

Schülerredaktion betreuen und anleiten, deren Texte redigieren und das f79 layouten. Am Ende muss alles zusammengestellt, gedruckt und verteilt werden. Wenn da keiner etwas dazugeben würde, müsste das Schülermagazin sehr teuer verkauft werden. Für viele Jugendliche wäre es dann zu teuer. Daher suchen wir immer Firmen und Einrichtungen, die das Projekt toll finden und uns finanziell unterstützen. Diese Unterstützer nennt man Kooperationspartner. So eine Partnerschaft beruht

Gute Nachrichten für Durchstarter: Die

immer auf Gegenseitigkeit. f79 bekommt

Wirtschaft brummt, der Arbeitsmarkt

Firmen, die lange keine Azubis hatten, bieten nun wieder Ausbildungsplätze an,

Geld und der Partner erhält dafür ein

profitiert. Im November 2018 waren knapp

berichtet Steffen Auer, Präsident der IHK.

Logo, eine namentliche Nennung als

2,2 Millionen Deutsche auf Jobsuche. So

Junge Menschen macht der Überfluss an

Unterstützer oder er kann sich ein

wenige wie noch nie, seitdem die Agentur

Stellen wählerischer: Berufe wie Industriekauf-

Redaktionsmodul wünschen. Letzteres

für Arbeit die Zahlen erfasst. Bei der

mann oder Groß- und Außenhandel seien

nennen wir ein „Testimonial“.

Stellensuche haben junge Menschen beste

beliebt. Bäcker, Koch oder Metzger dafür

Karten. Auch Geflüchtete mischen mit.

weniger. Damit bleiben immer wieder Stellen

Redaktionsteam besuchen ein Unter-

4,8 Prozent der Deutschen sind arbeitslos.

könnte sich überlegen, ob nicht auch ein

nehmen und befragen die Azubis nach

Immer mehr Menschen in Deutschland sind

solcher Beruf in Frage kommt.

ihren Aus- und Weiterbildungswegen.

damit in Lohn und Brot. Rund 45,2 Millionen

Hierbei entstehen Texte im Rahmen der

Beschäftigte gibt es derzeit. Baden-Württem-

gesucht werden, sind immer mehr Geflohene

Berufsorientierung für Schüler. Solche

berg ist im Ländervergleich vorne dabei: Nur

auf dem Ausbildungsmarkt angekommen.

Texte sind als Testimonials gekenn-

3,0 Prozent der Menschen im Ländle sind auf

Fast jeder siebte Bewerber hat mittlerweile

zeichnet.

Jobsuche. Vor einem Jahr waren es 3,2 Prozent.

einen Fluchthintergrund, informieren die

Und wie funktioniert das? Schüler

unbesetzt. Wer also noch auf der Suche ist,

aus der Redaktion oder unser eigenes

f79

Was für Jobsucher gut ist, schafft

Während Fachkräfte händeringend

Behörden. Die Handwerkskammer unterstützt

Unternehmern Probleme: Viele Stellen bleiben

zu dem Thema eine Resolution des Zentral-

Unser Jobstarter-Special ist in

unbesetzt. So gut wie nie ist die Lage auf dem

verbands des deutschen Handwerks (ZDH).

Zusammenarbeit mit dem „Jugend &

Ausbildungsmarkt, heißt es. Fünf Prozent mehr

In dem Plädoyer für Weltoffenheit heißt es:

Beruf“-Extra der Badischen Zeitung

Ausbildungsverträge sind 2018 im Vergleich zum

„Bei uns zählt nicht, wo man herkommt.

erstellt worden.

Vorjahr im Bezirk der Industrie- und Handelskam-

Sondern wo man hinwill.“

mer (IHK) Oberrhein abgeschlossen worden.

Till Neumann A nz e ig e t

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Jobstarter · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Engagement

„Wir sind keine Klischee-Ökos“ Im Dienst der Umwelt: das Freiwillige Ökologische Jahr

Neben FSJ und Bundesfreiwilligendienst

„Wir versuchen Probleme zu lösen und im

Pädagogen auch

gibt es für junge Leute noch eine Mög-

Kleinen das Große zu verändern“, sagt Dirk

um den Aha-Effekt:

Hennig, Vorsitzender des Verbandes Freiwilliges

„Bei uns lernen junge Menschen, dass man

Freiwillige Ökologische Jahr. Gegründet

Ökologisches Jahr (FÖJ). Von der Forschung

nicht ohnmächtig ist.“ Neben dem Schatz an

1986, zur Zeit der Tschernobyl-Katastro-

bis zur Landwirtschaft decken die Träger ein

Erfahrungen stapeln sich in den zwölf Monaten

lichkeit, sich sozial zu engagieren: das

phe und nicht mehr zu übersehendem

breites Spektrum zur Weltverbesserung ab und

weltliche Reichtümer weniger hoch: Als kleine

Waldsterben, scheint dieser Dienst

suchen vor allem motivierte Teilnehmer. „Viele

Anerkennung für das Engagement gibt es ein

wichtiger denn je. Rund 3000 Freiwillige

wollen etwas verändern und nach der Schule

Taschengeld von 180 Euro im Monat. Es kann

entscheiden sich jährlich dafür. So auch

etwas Praktisches machen“, sagt Hennig. Bei

je nach Wohnsituation und Verpflegung

Marlene und Alexandra, die derzeit im

den Freiwilligen handle es sich um einen bunten

noch steigen.

WaldHaus Freiburg mitmischen.

Haufen, der noch nicht nach Milieus sortiert sei. „Wir sind keine Klischee-Ökos, uns

Fotos // Regine Peschers, Alexandra Demel, Marlene Raab

t A nz e ig e

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Auch Marlene Raab und Alexandra Demel haben sich direkt über die Homepage der

verbindet der Gedanke, dass es so nicht

Umweltbildungsstätte WaldHaus in Freiburg auf

­weitergeht und wir etwas verändern müssen“,

einen der bundesweit 3000 Plätze fürs FÖJ

sagt der 47-Jährige. Dazu dienen Projekte wie

beworben. Voraussetzung war, zwischen 16 und

das Anlegen von Wildblumenwiesen, Müllsam-

27 Jahre alt zu sein. Ein Vorstellungsgespräch

melaktionen sowie die Organisation von Grün-

später konnten beide bei ihrer Wunschstelle

rockfestivals und Protesten. Dabei geht es dem

antreten. Los ging’s im Spätsommer.


Engagement · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · ·

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Jobstarter A nz e ig e n t

Bringen Schulklassen die Natur näher: Marlene Raab (unten links) und Alexandra Demel (unten rechts). Ursprünglich bewarb sich Alexandra, um ihre Uni-Bewerbung aufzubessern. Nach einigen Monaten als Freiwillige möchte sie ihre Stelle nicht mehr missen: „Ich bin wirklich positiv überrascht.“ Besonders gefällt ihr, dass es sich bei der Bio-Bildungsstätte nicht um einen klassischen Bürojob handelt: „Wir sind oft draußen und lernen dort viel.“ Umweltpädagogik im Wald mit Kindern – das macht ihr Spaß. Zum Beispiel, wenn die 18-Jährige mit Schulklassen Insektenhotels baut: „Kinder freuen sich, wenn sie mal einen Schrauber in die Hand bekommen und nichts auswendig lernen müssen.“ Auch Marlene ist bei ihrem Träger knapp 40 Stunden in der Woche fest eingespannt: Ausstellungen zum Klimawandel und Umweltschutz, Werkstattbau sowie Vorträge stehen bei ihr ebenso auf dem Programm wie Wanderungen. „Ein FÖJ ist kein Praktikum“, bestätigt Hennig. Neben ihrem Einsatz in den Einrichtungen besuchen die FÖJ-ler im Jahr fünf Wochenseminare, die von den Freiwilligen in festen Gruppen selbst gestaltet werden. „Wir haben uns gefragt, was ist uns wichtig?“, sagt Marlene, die sich im Seminar mit solidarischer Landwirtschaft beschäftigt hat. „Das ist kein Biologieunterricht, sondern eine kontroverse Auseinandersetzung mit aktuellen Themen“, bestätigt Hennig. Auch Demel sagt diese Bildungsform zu: „Die Atmosphäre ist toll und man lernt dort viel.“ Einen typischen Tagesablauf haben die beiden nicht. „Man muss sich selbst drum kümmern“, sagt Marlene, „wie das Jahr läuft, hängt von der eigenen Initiative ab.“ Im Gegensatz zu anderen Diensten wie dem Bundesfreiwilligendienst stehe im FÖJ die Eigenständigkeit jedes Einzelnen besonders im Vordergrund. „Unsere Bildungsarbeit greift Interesse und Neugier auf. Viel zu oft bekommen junge Menschen Antworten auf nie gestellte Fragen“, so Hennig. Diese Eigenständigkeit spiegelt sich auch im Logo des Dachverbandes wider: einer Pusteblume: „Das Wappen ist von Teilnehmern selber gestaltet worden“, erklärt Hennig. Der ­Gedanke dahinter: Ideen werden wie kleine Fallschirme in die Welt hinausgetragen. Philip Thomas

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Jobstarter · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Testimonial

Zwei Wege, ein Ziel Pflegewissenschaft kombiniert Ausbildung und Studium

Oft stellt sich die Frage, was besser zu einem passt: Studium oder Ausbildung? Wer sich für Pflegewissenschaft

und Frühdienste, wird mit Schicksalsschlägen kranker Kinder konfrontiert. Dennoch

entscheidet, macht beides parallel.

hat sie ihre Wahl keine S ­ e-

Gunda Linder hat diesen Weg gewählt.

kunde bereut: „Die Kombi-

Die 22-Jährige ist im dritten Ausbildungs-

nation lohnt sich auf jeden

jahr in Freiburg – und trotz intensiver

Fall“, sagt Gunda. Gerade

Phasen rundum zufrieden.

auf der Station merkt sie, dass sie viel lernt: „Man hat

Foto // Till Neumann

einfach mehr Ahnung.“ Von befreundeten Kommilitoninnen, die einen Master in einem ähnlichen Bereich machen, wird sie sogar beneidet: „So viel Patientenkontakt haben viele andere nicht, die Theorie kann ich in der Klinik direkt anwenden“, sagt Gunda. „Es ist einfach etwas anderes, das, was man lernt, in der Praxis zu erleben.“ Im Einsatz war sie bisher unter anderem in der ambu-

„Eigentlich habe ich einen Ausbildungsberuf

lanten Pflegehilfe, in der

immer ausgeschlossen“, sagt Gunda. Doch es

Psychiatrie und der Onkologie,

kam anders: Nach dem Abi in Ulm machte sie

der Station für krebskranke

auf Hawaii ein Au-pair, dann ein Freiwilliges

Kinder. Dort betreut sie Pati-

Soziales Jahr beim Rettungsdienst in Ulm.

enten, misst beispielsweise, wie viel Flüssig-

begleitend“, sagt Gunda. Möglichkeiten

Beides bestärkte sie, doch eine Ausbildung zu

keit sie benötigen. „Da hat man viel Verant-

neben der Pflegewissenschaft habe sie viele:

machen: in der Kinderkrankenpflege.

wortung, macht sich oft Gedanken, um nichts

Pädagogik, Pflegemanagement, Psycho-

zu vergessen“, erzählt Gunda.

soziale Beratung ...

Also zog sie nach Freiburg und begann ihre Ausbildung an der Uniklinik. Kurze Zeit

Mit einem Todesfall ist sie in der Klinik

Neben dem Studium engagiert sich

später stieß sie auf den Bachelorstudiengang

noch nicht konfrontiert worden, aber mit viel

Gunda in der Jugend- und Auszubildenden-

„Pflegewissenschaft“. Der ermöglicht,

Leid und Trauer. „Ein bisschen was nimmt

vertretung (JAV) der Uniklinik Freiburg. Sie

Ausbildung und Studium zu kombinieren.

man immer mit nach Hause, es darf einfach

kennt die aktuelle politische Lage rund um

Nach dem ersten Jahr als angehende

nicht zu viel werden“, sagt sie. Bisher be-

den Pflegenotstand und ist eher optimistisch:

Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin

komme sie das gut hin. Im Studium werden ihr

„Es verändert sich etwas zum Guten – in

schrieb sie sich an der Uni Freiburg ein.

als Hilfe in solchen Fällen Bewältigungsstrate-

kleinen Schritten.“

Das Programm verbindet damit Wissenschaft und Berufspraxis: Während der Vorlesungszeiten ist Gunda Studentin,

gien beigebracht. Auch Super-vision steht auf dem Stundenplan. Als eine von 19 Studierenden der

Mit ihrer Kombination aus Studium und Ausbildung hat sie später einmal die Möglichkeit, nicht nur direkt Menschen in der Pflege

in der vorlesungsfreien Zeit arbeitet sie in der

Pflegewissenschaft in ihrem Jahrgang

zu helfen, sondern auch neue Wege zu finden,

Praxis auf Stationen der Uniklinik.

hat sie sich für die Kombination mit einer

wie ihre Berufgruppe besser aufgestellt

Ausbildung entschieden. Im Sommer wird sie

werden kann.

Das Programm ist intensiv: „Wir haben

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Zwischen Klinik und Klausur: Studentin Gunda Post

Till Neumann

wenig Pausen. Wenn andere Ferien haben,

diese abschließen. Dann bleibt noch ein Jahr

arbeiten wir“, erzählt die junge Frau mit den

Studium. Und danach? „Ich will auf jeden Fall

Infos

blonden Haaren. In der Klinik hat sie Spät-

einen Master machen – am liebsten berufs-

www.pflegewissenschaft.uni-freiburg.de


Soziales · · · · · · · ·

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Immer weniger  Fachkräfte Bis 2035 Jahren könnten hunderttausende Pfleger fehlen Foto // pexels.com

Pflegenotstand: Pflegeberufe müssen attraktiver werden. Sich um andere kümmern, Menschen helfen und einen Job haben, bei dem man wirklich gebraucht wird – Pflegeberufe sind eigentlich eine tolle Sache. Trotzdem wollen immer weniger Menschen in der Pflege arbeiten. So werden einer aktuellen Analyse zufolge in absehbarer Zeit so viele Fachkräfte fehlen, dass weder Fachfremde noch längere Arbeitszeiten das ausgleichen können. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat es ausgerechnet: Im Jahr 2035 wird es in Deutschland rund 270.000 Pfleger zu wenig geben. Das liegt unter anderem daran, dass immer mehr Fachkräfte gebraucht werden, die in Pflege- und Gesundheitsberufen arbeiten. So ist die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland allein in den vergangenen vier Jahren ist um fünf Prozent angestiegen. Hauptgrund ist, dass die Gesellschaft immer älter wird. Ein anderer Grund, warum so viele Fachkräfte fehlen werden – und auch heute schon fehlen – ist, dass viele Menschen keine Lust haben, in der Pflege zu arbeiten. Schließlich sind Berufe im Pflegebereich oft körperlich sehr anstrengend und geistig belastend. Außerdem kritisieren viele Menschen, dass diese so wichtigen Berufe nicht gut genug bezahlt werden. So hat das BIBB nun herausgefunden, dass aufgrund der schlechten Löhne immer mehr Menschen, die in der Pflege ausgebildet wurden, den Beruf wechseln werden. Nicht nur die Bezahlung spielt dabei eine Rolle, auch die Arbeitsbedingungen und Aufstiegschancen müssten verbessert werden, fordert das Institut. So stünden neben einer besseren Bezahlung vor allem mehr Anerkennung und eine verbesserte Work-Life-Balance bei den Berufstätigen oben auf der Wunschliste. Auch die Politik hat dieses Problem erkannt und versucht, mit neuen Maßnahmen dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. So sollen etwa vermehrt Pflegekräfte aus dem Ausland angeworben werden. Da es aber nicht in vielen Ländern eine Ausbildung gibt, die sich mit der deutschen vergleichen lässt, müssen diese Mitarbeiter erst anerkannt werden – was oft recht langwierig ist.

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Jobstarter · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Soziales t A nz e ig e n

R2-D2 am  Krankenbett Roboter könnten schon bald in der Pflege unterstützen Foto // Universität Siegen

Science Fiction oder schon bald Alltag? Noch kommen Roboter in Pflegeheimen und Krankenhäusern nicht flächendeckend zum Einsatz.

Ein Roboter, der medizinische Untersuchungen erklärt, mit Patienten singt oder ihnen Übungen zeigt – das könnte bald Realität sein. Die Universität Siegen und die Fachhochschule Kiel haben nun den Roboter Pepper vorgestellt. Er könnte bald in der Pflege eingesetzt werden und Seite an Seite mit menschlichen Fachkräften arbeiten. Pepper ist 1,20 Meter groß und 29 Kilogramm schwer. Er hat große Augen, eine süße Stupsnase, zwei Arme und zehn Finger. Statt auf eigenen Füßen bewegt er sich auf drei Rädern fort, mit denen er in jede Richtung fahren kann, ohne sich drehen zu müssen. Auf der Brust hat Pepper ein großes Tablet, auf dem man sich Bilder ansehen oder im Netz surfen kann. Bis Ende November war der weiße Roboter auf großer Deutschlandreise. Während der stellte er sich Pflegekräften vor und zeigte ihnen, wie er

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Soziales · · · · · · · · · · · · Jobstarter · · DAS

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sie bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen könnte. Etwa, indem er mit den Patienten Bewegungs- oder Singübungen machte. Die meisten Pfleger hätten positiv auf den neuen Kollegen reagiert. „Die Angst, dass Roboter ihnen den Arbeitsplatz wegnehmen könnten, war schnell verflogen“, erzählt Jens Lüssem von der Fachhochschule Kiel. In der breiten Öffentlichkeit stoßen die mechanischen Helfer auf ein durchmischtes Echo. So kann sich laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid ein Viertel aller Deutschen vorstellen, künftig von Robotern versorgt zu werden. Dabei sollen Pepper und seine Kollegen den Menschen nicht ersetzen, sondern ihn entlasten. Pflegerische Tätigkeiten soll der Roboter mit den Kulleraugen nicht übernehmen. Bei der Tour, auf der die Forscher unter anderem mit Pflegeschülerinnen und -schülern, Lehrenden und Fachkräften des Pflege- und Gesundheitsbereichs diskutierten, kamen aber auch neue Ideen auf. Zum Beispiel, dass Roboter künftig Senioren beim Einkaufen unterstützen oder mit ihnen Übungen zur Sturzprävention machen könnten. „Mehr als 40 Konzepte sind dabei herausgekommen, wie man den Roboter künftig einsetzen könnte“, freut sich Rainer Wieching von der Universität Siegen. Pepper ist dabei nicht der einzige Roboter, der den Personalnotstand in Krankenhäusern und Pflegeheimen mindern könnte. So kann etwa der japanische Bärenroboter Robear Kranke vom Bett in den Rollstuhl heben. In Dänemark liefert Ejner lebensnotwendige Medikamente. Und in einer Klinik in Erfurt wienert ein mobiler Roboter die Krankenhausflure. Dass es nicht ganz unproblematisch ist, Roboter in der Pflege einzusetzen, zeigen die Diskussionen zum Thema Datenschutz. So wollten viele Workshop-Teilnehmer bei Peppers Deutschlandtour wissen, wie man denn mit den Daten umgeht, die Pepper sammelt. Auch die Art der Bindung von Pflegebedürftigen an Roboter wurde diskutiert. Noch sind Pepper und seine Kollegen nicht so weit, dass man sie flächendeckend in Pflegeheimen, Krankenhäusern oder in privaten Haushalten einsetzen könnte. Dafür sind nicht nur noch viele Fragen zu klären, auch die Roboter selbst müssen noch weiterentwickelt werden. Noch kann man kein richtiges Gespräch mit Pepper führen und auch scheinbar einfache Tätigkeiten wie Hol- und Bringdienste würden den kleinen Roboter hoffnungslos überfordern. Eine Lösung gegen den Fachkräftemangel in der Pflege (mehr dazu auf Seite 39) sind die Roboter daher nicht. Noch nicht. Denn Forscher arbeiten mit Hochdruck daran, die mechanischen Helfer weiterzuentwickeln. Und so könnte ein Roboter, der mit Pflegebedürftigen spielt und lacht, schon bald keine Zukunftsmusik mehr sein.

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Jobstarter · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Testimonial t A nz e ig e n

ABC

AusbildungsAzubis geben Tipps zum Berufseinstieg

Folge 12: Duales Studium

Name // Gregory Winkler Alter // 23 Jahre Beruf // Trainee Betrieb // Volksbank

Foto // tln

Nach der Ausbildung als Finanzassistent war für Gregory Winkler klar: Er möchte in der Bank bleiben und sich weiterbilden. Gregory entschied sich für ein duales Studium.

Die Volksbank Freiburg fördert die Weiterbildung nach der Ausbildung und unterstützt bei der Suche. Nach mehreren Gesprächen mit Vorgesetzten und Kollegen verfestigte sich meine Entscheidung, ein duales Studium zu absolvieren. Viele von euch fragen sich sicher, was der Unterschied ist zwischen einem dualen Studium als Ausbildung und einem nach der Ausbildung. Hier die wesentlichen Unterschiede: Während der Praxisblöcke in der Bank gelte ich als ausgelernter Mitarbeiter. Ich trage die gleiche Verantwortung wie die Kollegen und darf den Service einer Filiale eigenständig managen. Im Gegenzug ist die Vergütung angepasst. Da ich in der Ausbildung alle Bereiche der Volksbank Freiburg durchlaufen habe, bin ich in den Praxisblöcken des ersten Studienjahres ausschließlich im Service auf den Filialen meiner Region eingesetzt. Im zweiten Studienjahr ist man in der Praxisphase bei Kundenberatungen dabei. So wird man umfassend auf die Beratertätigkeit vorbereitet. Hin und wieder berate ich selbst – gerade wenn es um weniger komplexe Dinge geht. Eine Kontoeröffnung zum Beispiel. Das dritte Jahr wird normalerweise durch ein Privatkundenberater-Traineeprogramm ergänzt. Die Theorieteile sind für beide Wege identisch. Allerdings sind die Vorkenntnisse durch eine abgeschlossene Ausbildung ein großer Vorteil. Gerade in den ersten zwei Semestern sind manche Vorlesungen zum Teil Wiederholung. Das Studium in Lörrach geht drei Jahre, nach sechs Semestern erhält man den Abschluss Bachelor of Arts in der Fachrichtung BWL – Finanzdienstleistungen. magazin.volksbank-freiburg.de

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Testimonial · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · ·

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„Es geht um Gemeinschaft“ Freiwilligendienst bei EOS Erlebnispädagogik in Freiburg

Fotos // pexels.com, tln

Zusammen wachsen: Bei EOS können Klassen und Gruppen etwas erleben. Bald auch am Bodensee. Aktiv sein, etwas Gutes tun, vorankommen. Mit diesen Zielen hat

tung ist Teil seiner Arbeit. „Zur Erleb-

David Schiafone im November seinen Bundesfreiwilligendienst

nispädagogik gehört wahnsinnig viel

gestartet. Bei „EOS“ in Freiburg engagiert er sich ein Jahr lang. Gleich

Organisation und Administration“, sagt

zu Beginn erwartet ihn ein Großprojekt am Bodensee. Und nebenbei

Quednau. Sie gibt Seminare, zudem

bastelt der 19-Jährige an seiner eigenen App.

berät und vermittelt sie EOS-Kunden.

Am Freiburger Stadtrand liegt die Villa Mez – nur rund 200 Meter

mit Hilfe von Erlebnispädagogik ein

„Wir haben den Traum, die Welt entfernt von den letzten Häusern des Stadtteils Ebnet. Vom Trubel der

Stück menschlicher und erlebnisreicher

City ist hier nichts zu hören. Dafür das Rascheln der Blätter und der

zu gestalten“, lautet die Vision von EOS.

pfeifende Wind. Seit einigen Wochen mischt sich auch die Stimme von

Das Angebot ist in den vergangenen

David Schiafone in die idyllische Ruhe. Der Freiburger hat im Sommer

Jahren deutlich gewachsen: seit

sein Abitur gemacht und ist jetzt Bundesfreiwilligendienstleistender

der Gründung mit einem Mitarbeiter auf

(Bufdi) bei EOS.

50 feste und über 100 freie Mitarbeiter.

„Ich wollte hier meinen Freiwilligendienst machen wegen der vielfältigen Möglichkeiten“, sagt David. Vor allem der Bereich Erleb-

Schiafone Digital unterwegs: David

Von der Expansion hat David mitbekommen: In den ersten Tagen seines Freiwilligendienstes erfuhr er, dass EOS ein Schloss am Bodensee

nispädagogik interessiert ihn. Draußen etwas zu unternehmen, mit und

gekauft hat: Schloss Hohenfels, ein Standort der Schule Schloss Salem.

für Menschen, in Bewegung sein. „Ich war auf der Waldorfschule, da

Dort entsteht ein neues Zentrum, bei dessen Konzeption er mitwirken soll.

kennt man die Vorteile von solchen Angeboten“, sagt der sportliche junge Mann. Zwölf Monate geht sein Engagement. Seit Kindestagen engagiert er sich bei den Pfadfindern. In der Natur zu sein, sich für die Gemeinschaft einzubringen, ist damit nichts Neues. Zumal er Pädagogik im Blut hat: Seine Mutter ist Schulleiterin, sein Bruder hat zu Erlebnispädagogik schon eine Abschlussarbeit geschrieben. Mit EOS hat er sich einen großen Anbieter im Bereich Erlebnis-

Der Start war dadurch vor allem mit Planungen gefüllt. Außerdem arbeitet er an einem Flyer. Am Bodensee wird er so sehr gebraucht, dass er zum Jahreswechsel dort hinziehen wird. Unter anderem soll er vor Ort ein regelmäßiges Festival organisieren. Nebenbei hat David noch ein weiteres Großprojekt: Er bastelt an einer App inklusive Homepage, die Erlebnispädagogik-Angebote bündelt. Mit ihr sollen Suchende das passende Projekt finden.

pädagogik rausgesucht. „Wir sind da deutschlandweit führend“, sagt

Auch für EOS sei das interessant, berichtet David. Deshalb darf er im

Bildungsreferentin Katharina Quednau. „Im Vordergrund bei den

Rahmen seines Dienstes daran weiterarbeiten.

Angeboten steht die Gemeinschaft, weniger der Adrenalinschub.“ Der

450 Euro Taschengeld bekommt er als EOS-Bufdi im Monat. Und jede

Verein bietet Klassenfahrten und Feriencamps an. Zudem eine Ausbil-

Menge Eindrücke für seine berufliche Zukunft. „Ich genieße das jetzt schon“,

dung zum Erlebnispädagogen oder Publikationen im hauseigenen Verlag.

sagt David. Dabei geht es in den kommenden Wochen erst richtig los. tln

David soll im Rahmen seines Dienstes Ferienlager und Klassenfahrten betreuen. Die Schüler sind in der Regel fünf Tage unterwegs. Auch Verwal-

Infos eos-erlebnispaedagogik.de

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Jobstarter · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Testimonial

Farbe im Spiel Lena Peter ist eine der besten Malerinnen der Republik Fulminant hat die 22-Jährige ihren Abschluss gemacht: Lena Peter ist in ihrem Jahrgang als Malerin und ­L ackiererin die Beste in ganz BadenWürttemberg. Deutschlandweit glänzte sie als viertbeste ihres Jahrgangs. Im f79 berichtet sie von schwierigen Zeiten, von viel Ehrgeiz und verrät ihr Geheimrezept.

Fotos // Handwerkskammer Freiburg, pixabay.com

Spitze: Lena Peter mit dem Förderpreis des Rotary Clubs Freiburg-Schlossberg.

„Ich bin gerade von der Leiter gestiegen“, sagt

durchgesetzt. Einfach war das nicht immer:

der dazu passt. Bei einer Beratung auf dem

„Als Frau darf man keine Schwäche zeigen,

Arbeitsamt empfahl man ihr eine Ausbildung im

sich nichts anmerken lassen.“ Bei manchen

Maler- und Lackiererhandwerk. Farbe ins Spiel

männlichen Kollegen müsse man sich immer

bringen, das gefiel ihr.

wieder aufs Neue beweisen. Männer hätten es

Mit einem Realschulabschluss bewarb

da einfacher. „Ich bin ein ziemlich ehrgeizgier

nimmt sie sich gerne Zeit – das Handwerk

sie sich für die Lehre. „Ich find’s geil, wenn ich

Bollen“, sagt Lena. Oft sei ihr gesagt worden:

brauche ein bisschen Werbung, ist sie über-

direkt sehe, was ich geschaffen habe“, sagt

Du kannst das nicht. Doch das habe sie nur

zeugt. Gerne will sie ein paar Dinge zurechtrü-

Lena. Als jemand, der mit Farben und Lacken

noch besser gemacht.

cken: „Es bringt nix, wenn alle in Büros arbeiten

arbeitet, ist genau das tagtäglich der Fall.

wollen, die Büros aber keiner baut.“

Was sie alles bemalt und lackiert? „Alles!“ Am

und die Betriebshalle der Schwarzwaldmilch

liebsten aber in Kinderzimmern, da diese so

bemalt. Für die Arbeit auf dem Gerüst brauche

liebevoll eingerichtet seien.

es nicht nur Kraft, sondern auch Schwindelfrei-

Lena. Für das Telefongespräch mit dem f79

Im Sommer hat sie ihre Ausbildung abgeschlossen. Seit Oktober arbeitet sie als

Ein Kirchenkreuz hat sie schon vergoldet

Malerin und Lackiererin in Waldshut-Tiengen.

Trotz der Euphorie brach sie die

heit, berichtet Lena. Manchmal komme man an

„Viele, die studieren gehen, wissen nicht, was

Ausbildung nach einem Jahr ab. Wegen

seine Grenzen. Manchmal stehe man sogar im

sie verpassen“, ist Lena überzeugt. Es gebe

Spannungen mit Kollegen, aber auch wegen

Schlafzimmer fremder Leute. Auch ein höflicher

viele coole Berufe im Handwerk. Kreativ,

privater Schicksalsschläge. „Ich habe eine

Umgang sei da Voraussetzung.

abwechslungsreich – und quasi mit Jobgaran-

Pause gebraucht“, sagt Lena. Nach einem

tie. Denn qualifizierte Kräfte werden fast überall

Jahr kam die Lust am Arbeiten jedoch zurück.

Vertrag bei einer Firma in Waldshut-Tiengen.

gesucht. Klar verdiene eine Bürokauffrau mehr

Über Kontakte fand sie einen Betrieb zum

Auch dort will sie ihrem Geheimrezept treu

als sie, da müsse die Politik ansetzen.

Wiedereinstieg. Nach vier Monaten dort

bleiben: „Ich will es immer so machen, als

wechselte sie erneut und konnte regulär ins

würde ich an meinem eigenen Haus arbeiten.“

zweite Lehrjahr einsteigen.

Um ihre Zukunft macht sie sich wegen des

Die frischgebackene Gesellin hat das Gegenteil eines klassischen Bürojobs. Bei Wind und Wetter ist sie draußen. Stören tut sie das

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gezeichnet. Also wollte sie einen Beruf finden,

Dort ging sie voll auf und erzielte in jeder

nicht. „Ich wollte nie im Büro sitzen“, sagt Lena.

Hinsicht Bestnoten. Als Landesbeste und

Schon als Kind hat sie gemalt, gebastelt und

Viertplatzierte bundesweit hat sie sich

Seit Oktober hat sie einen unbefristeten

Fachkräftemangels keine Sorgen: „Es ist fast unmöglich, arbeitslos zu werden.“

Till Neumann


Tipps · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · ·

App für  Auszubildende

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Jobstarter A nz e ig e n t

AzubiWelt vereinfacht Suche nach Lehrstellen

Foto // iStock.com/pixelfit

Vernetzt: Die Traumjob-Suche geht auch am Smartphone. Bäckerin, Maurer oder doch lieber Friseur? Die Agentur für Arbeit möchte jungen Menschen die Suche nach dem Traumberuf einfacher machen. Deswegen gibt es nun die App „AzubiWelt“. Mit der Applikation für Smartphone oder Tablet geht’s zu ­Deutschlands größter Ausbildungsbörse für Lehrstellen. Den Traumjob suchen viele. Aber wer weiß schon, welcher es ist? Da soll AzubiWelt weiterhelfen. Gemeinsam mit Schülern hat die Agentur für Arbeit die kostenlose App entwickelt. Sie bietet multimediale Infos zu allen Ausbildungsberufen: Videos, Bilder, Texte. Stundenlanges Suchen nach passenden freien Stellen kann damit Geschichte sein. Denn die Applikation sucht automatisch nach Möglichkeiten. Wer mal nicht weiterweiß, ist trotzdem nicht auf verlorenem Posten: Direkt über die App kann der persönliche Berufsberater ­kontaktiert werden. Telefonisch oder per Nachricht. Die Applikation gibt’s für Android und iOS. In der Rubrik „Entdecken“ können User herausfinden, welcher Beruf zu ihnen passt. Wer sich für einen entschieden hat, bekommt passende Ausbildungsplätze angezeigt. Vieles ist individuell einstellbar. Zum Beispiel können Push-Nachrichten aktiviert werden. So ist man ­­ ruck-zuck informiert, wenn es neue passende Stellen gibt. Jeder User kann bevorzugte Berufsfelder, Berufe und Ausbildungsplätze auswählen, um sie auf seine Bedürfnisse anzupassen. Wenn etwas nicht optimal klappt, gibt es die Möglichkeit, im App-Store Kommentare zu schreiben. „Das hilft uns, sie besser zu machen“, schreibt die Bundesagentur für Arbeit. f79

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Jobstarter · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Internationales Studium

Studieren across the World Die Freiburgerin Stella lernt in sieben Ländern Seit zwei Jahren studiert Stella Serger an der Minvera-Universität. Die 21-Jährige reist dabei um die halbe Welt: Das Studium führt sie etwa nach Indien, Taiwan oder in die USA. Dem f79 erzählt die gebürtige Freiburgerin von Gemeinschaft, OnlineSeminaren und globalen Problemen.

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Internationales Studium · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · „Ich wollte mehr als nur einen Themen-

der Minerva ist es, Menschen aus uns zu

bereich studieren und mehr als nur ein Land

machen, die jetzt und in der Zukunft was

kennenlernen“, sagt Stella. Mit ihren Eltern ist

erschaffen können, was verbessern können“,

die Weitgereiste im November in Freiburg. Ein

erklärt Stella. Nach dem Studium will sie im

Abstecher aus Berlin, wo sie gerade im fünften

Bildungsbereich arbeiten und selbst eine

Semester studiert. Beim Treffen berichtet sie

Schule oder Universität gründen.

begeistert von ihrem etwas anderen Studium. „Ich hatte das Gefühl, ich muss erst was

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Jobstarter

Fotos // privat, unsplash.com, pexels.com Illustration // freepik.com

Stella studiert mittlerweile im 5. Semester und ist dafür gerade in Berlin. Zuvor war

von der Welt sehen, um zu wissen, was ich

sie zwei Semester in den USA, eins in Süd-

studieren will“, sagt Stella. Dabei ging sie schon

korea und eins in Indien. Im Januar geht es

Bewerbung keine standardisierten Tests, nicht

früh auf Reisen: Nach der 9. Klasse beschloss

weiter nach Argentinien. In Indien hat sie mit

nur schulische Leistungen seien entscheidend.

sie, das internationale Abitur in den USA zu

sechs Leuten von fünf Kontinenten zusammen-

Persönliches Engagement werde geschätzt.

machen. Während ihres Abiturs in New Mexico

gewohnt. „Jeder bringt seine eigene Kultur

Für Studierende, sie sich das Studium nicht

lernt Stella die junge Minerva-Universität kennen.

mit rein, was ich sehr schön finde.“

leisten können, bietet Minerva finanzielle Hilfen.

Das alternative Konzept gefiel ihr: kein

Der kulturelle Austausch findet auch

So kann prinzipiell jeder an der Uni studieren.

Frontalunterricht, keine Klausuren, dafür

in jedem der sieben Länder statt. So wird den

Stella empfiehlt das Studium allen, die

Online-Seminare am Laptop.

Studierenden durch die Zusammenarbeit mit

sich für andere Länder und Kulturen begeistern

einheimischen Unternehmen die Möglichkeit

können und Interesse an globalen Themen und

geboten, berufliche Erfahrungen zu sammeln.

Problemen haben.

Der Unterricht findet auf Englisch statt. Anders als an deutschen Unis haben die Studierenden zudem kein Hauptfach. Im zweiten

„Jeder darf sich so weit in einem Land inte-

Studienjahr entscheiden sie sich für eine von fünf

grieren, wie er möchte“, sagt Stella.

Jasmin Bantle

Bewerbung

Fachrichtungen: Arts and Humanities, Computa-

Was braucht man für das Studium? „Für

Bis Mitte Januar können sich Interessierte für

tional Sciences, Business, Natural Sciences oder

eine Bewerbung erst mal nur eine Internetverbin-

einen Studienplatz bewerben. Mehr dazu auf:

Social Sciences, „Ich hab das Gefühl, das Ziel

dung“, sagt Stella. Es gebe bei der Online-

minerva.kgi.edu A nz e ig e t

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DAS

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Jobstarter · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Medien

Zwischen Büro und Filmdreh Kaufleute für audiovisuelle Medien sind in einem attraktiven Nischenberuf tätig Buchen, kalkulieren und Rechnungen

seine Ausbildung als Kaufmann für audio-

schreiben – Kaufleute für audiovisuelle

visuelle Medien bei der Mediengruppe RTL.

Medien verbringen viel Zeit am Schreibtisch. Doch der Beruf hat auch seine

Großteil hat Dederichs also schon geschafft.

ein Nischenberuf.“ 225 Stellen waren laut

schillernden Seiten. Bewerber sollten

Die meiste Zeit davon hat er im Büro verbracht,

Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2016 gemel-

Flexibilität und Organisationstalent

mit den unterschiedlichsten Aufgaben: „Es ist

det, auf jede kommen etwa 30 Bewerber. Sich

mitbringen. Das gilt auch für Medienkauf-

viel Organisation, Kalkulation und Umsetzung

da durchzusetzen, ist gar nicht so leicht. Um

leute Digital und Print.

von Dreharbeiten, man bucht das Team und

die Chancen zu erhöhen, sollte man vorher

Locations und macht hinterher die Abrechnung“,

ein Praktikum absolvieren, rät Christian Kauka,

Tom Dederichs ist 22 Jahre alt und da,

erzählt der Azubi. Etwa einmal pro Woche

Abiberater bei der Arbeitsagentur in Halle.

wo er immer hinwollte: beim Fernsehen.

verlässt er das Büro und arbeitet direkt am Set.

„88 Prozent der Bewerber haben die

Nach dem Abitur arbeitete er zunächst ein

Dort betreut er unter anderem die Schauspieler.

Hochschulreife“, erklärt Kauka. Mindestens

Jahr bei einer Filmproduktionsfirma. Dann

Stellen wie die von Dederichs sind

genauso entscheidend ist allerdings, dass

suchte er nach Ausbildungsstellen. „Ich

begehrt. „Audiovisuelle Medien sind immer

man die richtigen Fähigkeiten und Cha-

wusste schon immer, dass ich irgendwas mit

noch ‚in‘“, hat Heike Krämer vom Bundesinstitut

rakterzüge mitbringt. „Es ist wichtig, dass

Fernsehen machen will“, erzählt der junge

für Berufsbildung beobachtet. Dementspre-

man selbstsicher und aufgeschlossen ist“,

Mann. Seit zweieinhalb Jahren macht er nun

chend hoch seien die Bewerberzahlen. „Es ist

sagt der Abiberater. Eine kommunikative

t A nz e ig e

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Drei Jahre dauert die Ausbildung, den


Medien · · · · · · · · · · · DAS

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Jobstarter

Foto // iStock.com/OwenPrice

Auch hinter der Kamera darf der Spaß nicht zu kurz kommen. Persönlichkeit sei Voraussetzung – zuhören können sollten die Azubis aber auch. „Gefragt sind Flexibilität, Selbstständigkeit und Organisationstalent, Stressresistenz und technisches Verständnis“, zählt Ines Janoszka von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin auf. Ein Händchen für Zahlen ist ebenfalls von Vorteil. Denn bei der Arbeit haben die Auszubildenden viel mit Budgetkalkulation und Verträgen zu tun. „Klassische Tätigkeiten sind unter anderem die Zusammenstellung der Crews, die Beschaffung der Technik und die Einsatzplanung“, erklärt Ausbildungsberaterin ­Janoszka. Dazu gehört auch, Drehgenehmigungen einzuholen oder die Nutzungsrechte für Bildmaterial oder Musik abzuklären. Das erfordert Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Denn Fehler können teuer werden oder sogar eine Klage nach sich ziehen. Der Schwerpunkt der Ausbildung ist je nach Unternehmen und Branche unterschiedlich. „Die klassischen Arbeitgeber sind öffentlichrechtliche und private Sender sowie Produktionsfirmen“, sagt Berufsbildungsexpertin Krämer. Liegt in der Filmbranche der Fokus eher auf der Organisation und Begleitung von Drehs und Sendungen, haben Auszubildende bei Werbeagenturen, Online-Portalen oder Verlagen wieder anders gelagerte Aufgaben. Die Basis ist aber gleich: In erster Linie ist es ein kaufmännischer Beruf. Im Vergleich zu früher sei die Produktvielfalt aber größer, erklärt Krämer. „Online-Auftritte oder soziale Netzwerke gehören nun genauso dazu wie der Fernsehkanal.“ Je nach Arbeitgeber kann sich der Verdienst deutlich unterscheiden. Tarifverträge gibt es laut Krämer kaum, nur der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei an Tarife gebunden. Privatsender oder Produktionsfirmen zahlen entsprechend andere Gehälter. Die Bundesagentur für Arbeit gibt ein durchschnittliches Gehalt von 677 im ersten bis 835 Euro im dritten Lehrjahr an. Je nachdem, wo man die Ausbildung absolviert, ist der Weg zur Berufsschule möglicherweise etwas weiter. Weil es nur wenige Auszubildende gibt, werden die Klassen teilweise länderübergreifend zusammengefasst. Da die Unternehmen überwiegend nach Bedarf ausbilden, sind die Chancen auf eine Übernahme relativ gut. Wer aufsteigen oder sich spezialisieren will, kann sich weiterbilden oder eine passende Fachwirtausbildung beziehungsweise ein Studium an die Ausbildung dranhängen. Für Azubi Tom Dederichs ist klar: Er will weiter beim Fernsehen bleiben. Die Abwechslung macht ihm Spaß, immer wieder lernt er neue Kollegen oder Menschen aus dem Showbusiness kennen. Und der nächste Dreh steht auch schon an: Dederichs hilft bei einer Marketingkampagne für die Sendung „Sing meinen Song“.

BZ/Julia Ruhnau (tmn)


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· · · · Duales Studium

Theorie statt Praxis? Außer im dualen System kann Ausbildung auch schulisch erfolgen Foto // pixabay.com, Illustrationen // freepik.com

Im Austausch: Auch Gruppenarbeit steht auf dem Stundenplan. Endlich ist die Schule geschafft! Und jetzt? Zurück in die Schule! So läuft es zumindest bei jungen Leuten, die zum Beispiel Krankenpfleger werden wollen. Oder Dolmetscher. Denn in bestimmte Berufe führt nur eine schulische Ausbildung. Und die hat einige Besonderheiten. Nicht jeder Azubi hat einen Ausbildungsbetrieb, in dem er täglich Praxisluft schnuppert. Manche drücken nach Abitur oder mittlerer Reife auch weiter die Schulbank, um einen Beruf zu erlernen – allerdings nicht mehr an Gymnasium oder Realschule, sondern an einer Berufsfachschule. Die wichtigsten Fragen und Antworten hierzu im Überblick: Für welche Berufe gibt es die schulische Ausbildung? „Das sind oft Berufe, für die es keine duale Ausbildung gibt“, sagt Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit. Eine wichtige Rolle spielen Berufsfachschulen vor allem für Gesundheitsberufe und im sozialen Bereich, für angehende Erzieher und Altenpfleger genau wie für Ergooder Physiotherapeuten. Wer Dolmetscher oder Fremdsprachenkorrespondent werden will, geht in aller Regel auch zur Berufsfachschule, genau wie angehende technische Assistenten. Sind alle Berufsfachschulen gleich? Nein, aus drei Gründen. Erstens gibt es je nach Job und Branche erhebliche Unterschiede, was die genaue Ausgestaltung der Ausbildung angeht. Zweitens ist Bildung Ländersache, in jedem Bundesland gelten deshalb etwas andere Regeln für Berufsfachschulen. Und drittens existieren nicht nur öffentliche Berufsfachschulen, sondern auch welche in ­privater Trägerschaft. Was muss ich mitbringen? Grundvoraussetzung für die Zulassung ist an den meisten Berufsfachschulen ein mittlerer Schulabschluss. Hinzu kommen laut dem Portal Azubi.de je nach Schule und Job noch andere Voraussetzungen:


Duales Studium · · · ·

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Jobstarter

Gesundheitszeugnisse etwa, vor allem für Jobs in der Pflege. Für manche Ausbildungen müssen Schüler mindestens 16 Jahre alt oder sogar volljährig sein. Und einzelne Ausbildungen haben auch Eignungstests. Wie funktionieren Bewerbung und Zulassung? „Vom Prinzip her läuft das so wie bei der Studienplatzvergabe“, erklärt Gerd Roser, Referatsleiter Berufliche Bildung bei der Kultusministerkonferenz (KMK). Gibt es mehr Bewerber als Plätze, starten die Schulen ein Vergabeverfahren. Die Details sind dabei immer anders – die schulische Leistung spielt aber fast überall die Hauptrolle, dazu kommen vielleicht Faktoren wie die Wartezeit. Und ähnlich wie Hochschulen haben die meisten Berufsfachschulen auch Härtefallregelungen. Wie finde ich eine Berufsfachschule? Wichtig ist vor allem, rechtzeitig anzufangen: Laut Bundesagentur für Arbeit beginnen die Bewerbungsverfahren in aller Regel etwa ein Jahr vor dem Start der Ausbildung. Wie viel Zeit die angehenden Berufsfachschüler einplanen müssen, hängt ansonsten vor allem vom Angebot vor Ort ab. Wie läuft die Ausbildung ab? Unterricht und Theorie stehen an Berufsfachschulen klar im Vordergrund, sagt Roser – in der Regel in Vollzeit und mit festen Klassenverbänden. Was nicht bedeutet, dass es gar keinen Bezug zur Praxis gibt. Wie viele Praktika oder Praxisphasen es gibt, ist aber je nach Schule und Ausbildung ganz unterschiedlich – bis hin zu Extremfällen: „Die Pflegeausbildung zum Beispiel verläuft in der Struktur fast wie eine duale Ausbildung, mit hohem Praxisanteil, nur eben in Gesamtverantwortung der Schule.“ Wie lange dauert die Ausbildung? Üblich sind ein bis dreieinhalb Jahre – abhängig von Job, Bundesland und Schule. Wer das Abitur mitbringt, muss an manchen Berufsfachschulen nicht so lange die Schulbank drücken wie ein Realschulabsolvent. Was kostet eine schulische Ausbildung? Eine Vergütung bekommen Berufsfachschüler nicht. Stattdessen müssen sie manchmal sogar Schulgeld zahlen – an privaten oder freien Berufsfachschulen ist das häufig der Fall. Es kann aber sein, dass sich das ändert, sagt Roser, zumindest teilweise: „Bei den Pflegeberufen und den Erziehern gibt es gerade eine politische Diskussion über die Abschaffung des Schulgeldes.“ Welchen Status haben Schüler einer Berufsfachschule? Wer eine schulische Ausbildung macht, ist Auszubildender. Er oder sie hat also Anrecht auf Rabatte oder Vergünstigungen, für Nahverkehrstickets oder Bankkonten etwa. Und wer während der Ausbildung nicht mehr zu Hause wohnt, kann auch Bafög beantragen – ein nicht ganz unwichtiger Gesichtspunkt.

BZ/Tobias Hanraths (dpa)

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· · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Bauen

„Daran habe ich mitgebaut“ Als Frau in einem „Männerberuf“: Straßenbauerin

Foto // Bauwirtschaft B-W Illustration // iStock.com/BluezAce

Volle Kraft voraus: Lisa Schaber ist begeistert von Baumaschinen. Manchmal kommt sie bei der Arbeit an Grenzen.

Der Umgang mit Baumaschinen hat sie seit ihrer Kindheit

Einsatz: beim Anlegen von Wegen und Zufahrten, beim Bau von

­fasziniert. Heute absolviert Lisa Schaber eine Ausbildung als

Treppenanlagen, Terrassen und Garagen oder bei der Gestaltung von

Straßenbauerin im elterlichen Unternehmen in Karlsruhe.

Höfen und Gärten im Einsatz. Das fachgerechte Verlegen von Pflastersteinen und Platten gehört ebenso zum Tätigkeitsfeld wie die Funda-

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„Obwohl ich im Familienbetrieb aufgewachsen bin, bedeutet die

mentvorbereitung für eine neue Terrasse oder das Betonieren

Ausbildung für mich in vieler Hinsicht Neuland“, erzählt die 26-Jährige.

einer Hangbefestigung.

Als Vorteil des Straßenbauerberufs sieht sie das vielseitige Aufgabenge-

Begeistert ist die angehende Straßenbauerin von der Arbeit mit

biet. Für ihren Betrieb, der 15 Mitarbeiter beschäftigt, ist sie vielerorts im

den vielfältigen Maschinen und technischen Hilfsmitteln, die auf heutigen


Bauen · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · ·

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Baustellen nicht mehr wegzudenken

am Bau erwachte von neuem und sie beschloss,

Unternehmen ihre Berufserfahrung vertiefen.

sind. Ob Lasermessinstrumente,

im Familienunternehmen in die Fußstapfen ihres

Ergänzend erwägt sie eine Fortbildung zur

Bagger oder Radlader – die Bedienung

Vaters zu treten. So begann sie ihre Ausbildung als

Technikerin oder Meisterin. Später will sie den

verlangt Fachwissen und Kompetenz.

Straßenbauerin. Ihre kaufmännische Qualifikation

Familienbetrieb in der dritten Generation weiter-

Bei großen Baumaschinen sind zudem

eröffnet ihr dabei die Möglichkeit, ihre Lehrzeit auf

führen. Alternativ stehen ihr viele andere Karriere-

Verantwortungsbewusstsein und

zwei Jahre zu verkürzen.

wege offen. Denn für engagierte Fach- und

Kenntnisse zur Unfallverhütung

Hinsichtlich ihrer beruflichen Zukunft hat

gefordert, die in speziellen Sicherheits-

Lisa Schaber konkrete Pläne. Im Anschluss an

schulungen erworben werden. Lisa

ihre Gesellenprüfung möchte sie im elterlichen

Führungskräfte bestehen in der Bauwirtschaft beste Entwicklungs- und Aufstiegschancen.

BZ

Schaber ist stolz darauf, in diesem traditionell von Männern geprägten

A nz e ig e n t

Arbeitsfeld erfolgreich zu sein und hat sich durch ihren Einsatz den Respekt der Belegschaft gesichert. „Bei körperlich anstrengenden Arbeiten merke ich schon den Unterschied zu den männlichen Kollegen – da kommt man als Frau eher an seine Grenzen“, bemerkt sie. Doch sie hat die Erfahrung gemacht, dass eine Frau aufgrund der modernen Technik und bei sinnvoller Arbeitsaufteilung ohne Probleme den Straßenbauerberuf ausüben kann. Als sehr motivierend empfindet es Lisa Schaber immer wieder, dass sie die Ergebnisse ihrer Arbeit konkret sehen kann. „Daran habe ich mitgebaut“ – dieser Gedanke geht ihr häufig durch den Kopf, wenn sie an fertiggestellten Bauwerken vorbeikommt. Dass sie meistens im Freien arbeitet und dabei Wind und Wetter ausgesetzt ist, macht ihr nichts aus. In Phasen mit extremen Witterungsverhältnissen erlauben es die Winterbauregelung und die Arbeitszeitflexibilisierungsmöglichkeiten, die Baustellenaktivitäten für einige Tage zu unterbrechen. Zunächst hatte sie nach ihrem Realschulabschluss beruflich eine andere Richtung eingeschlagen. Von 2009 bis 2012 absolvierte sie eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau bei einem Baustoffhändler. Während der nachfolgenden vierjährigen Berufstätigkeit erwarb sie darüber hinaus bei der IHK die Qualifikation als Handelsfachwirtin. Doch schon bald entstand in ihr der Wunsch nach Veränderung. Ihr schon in der Jugend verspürtes Interesse an einer Tätigkeit

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Jobstarter · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · Testimonial

Anmelden und gefunden werden DHBW Lörrach startet Bewerberbörse für Studieninteressierte und Duale Partner

Foto // Theresa Buchen

Können Firmen mit einem „Match“ finden: Studierende der DHBW Lörrach.

Studieninteressierte und Duale Partner zusammenbringen –

Sie erreichen viele Unternehmen und soziale Einrichtungen auf einmal,

das soll die neue Online-Plattform „Bewerberbörse“. Die Duale

insbesondere auch die „Hidden Champions“. Diese werden von den

Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Lörrach vereinfacht

Bewerberinnen und Bewerbern oft gar nicht wahrgenommen, obwohl sie

damit die Suche für alle Beteiligten: Unternehmen, soziale

in ihren Bereichen führend sind. „Die Bewerberbörse ist damit die ideale

Einrichtungen und künftige Studierende. In wenigen Schritten

Ergänzung zur klassischen Bewerbung bei den Dualen Partnern“, sind

legen User ihr Profil an. Gleiches können kooperierende Unter-

die Macher von der DHBW überzeugt.

nehmen und soziale Einrichtungen der Hochschule tun. Nach

Auch den Dualen Partnern bringt die Bewerberbörse Vorteile:

dem Matching-Verfahren werden passgenaue Studienplätze

Sie bietet die Möglichkeit, eine Vielzahl an Profilen zu sichten und

und Duale Partner angezeigt.

interessante Bewerberinnen und Bewerber gezielt anzusprechen. Die Bewerberbörse kann damit bestehende Akquise-Maßnahmen im

Studieninteressierte bewerben sich nicht an der Hochschule,

Personalmarketing ergänzen. Vor allem mittlere und kleine Unternehmen

sondern bei den Unternehmen und sozialen Einrichtungen, die mit der

erhalten so die Chance, potentielle Studierende für ihr Unternehmen

DHBW Lörrach kooperieren. Sie werden Duale Partner genannt. Bisher

zu begeistern.

mussten sich Studieninteressierte bei der Suche nach einem Studienplatz durch eine lange Liste klicken: Rund 750 Duale Partner sind dort

Für Jolin Pfeiffer, verantwortlich für Marketing an der DHBW Lörrach, ist die Bewerberbörse ein weiteres Zeichen, wie die DHBW positiv mit

verzeichnet. Ab sofort haben es Schülerinnen und Schüler leichter: Unter

den Chancen der Digitalisierung umgehe. Andere DHBW Studien-

dem Motto „Anmelden und gefunden werden“ ermöglicht die Bewerber-

akademien, wie beispielsweise in Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart,

börse ein virtuelles Zusammentreffen von Studieninteressierten und

­betreiben bereits eine Bewerberbörse. Der Service hat sich schnell

Dualen Partnern.

etabliert und ist sowohl bei Studieninteressierten als auch bei Dualen

Die Nutzung der Bewerberbörse ist einfach: Studieninteressierte

Partnern sehr beliebt, heißt es dort. Die Registrierung in der Bewerber-

registrieren sich online und legen in wenigen Schritten ein Profil an.

börse ist ein kostenloses Zusatzangebot der DHBW und ersetzt nicht

Dafür geben sie ihre Studiengang-Präferenzen sowie ihre Kenntnisse

das reguläre Bewerbungsverfahren bei den Dualen Partnern.

und Qualifikationen an. Außerdem definieren sie eine Umkreissuche.

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Zusätzlich können ein Foto, der Lebenslauf und Zeugnisse hochgeladen werden. Die Profile sind ausschließlich für registrierte Duale Partner der DHBW Lörrach sichtbar. Großer Vorteil für die Schülerinnen und Schüler:

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Link zur Bewerberbörse bewerberboerse.dhbw-loerrach.de


Finanzen · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · · ·

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Jobstarter

Spartipps für Azubis Vom Schülerausweis bis zum Zahnersatz Wer eine duale Ausbildung absolviert, bekommt dafür eine Vergütung. Besonders hoch ist die aber meistens nicht. Gerade Azubis, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, müssen deshalb jeden Euro zweimal umdrehen, wenn die Wünsche groß sind und das Budget klein ist. Zum Glück gibt es Sparmöglichkeiten, wie die Verbraucherzentrale erklärt.

Foto // iStock.com/kaarsten Illustrationen // freepik.com

Zu viel Monat und zu wenig Geld? Vier Tipps zum richtigen Sparen. Schülerausweis

men haben zwar Sonderangebote für Azubis,

Ist die Ausbildung vorbei, müssen Volljäh-

Den gibt es von der Berufsschule. Ähnlich

machen dafür aber keine Werbung. So haben

rige dann aber meistens zahlen. Deshalb

wie die regulären Schüler oder Studenten

Mobilfunk- und Telekommunikationsprovider

lohnt es sich, schon jetzt die Gebühren zu

bekommen Azubis damit vielerorts Ver-

oder Kfz-Versicherungen zum Beispiel oft güns-

vergleichen, die später anfallen können.

günstigungen: in Museen zum Beispiel

tige Spezialtarife für junge Leute in der Aus-

oder im Schwimmbad, beim Kauf des

bildung, weisen darauf aber nicht extra hin.

Weil die Ausbildungsvergütung gering

Monatstickets für Bus und Bahn und sogar bei Kursen an Volkshochschulen.

Zahnersatz

Gratis-Konto

ist, gelten Azubis an manchen Stellen als

Das Girokonto für Azubis ist nach An-

Härtefall. Zahnersatz zum Beispiel bekom-

Versteckte Sonderangebote

gaben der Verbraucherschützer bei

men sie deshalb oft günstiger oder sogar

Nachfragen lohnt sich. Denn viele Unterneh-

den meisten Banken kostenlos.

ganz umsonst. BZ/tmn A nz e ig e t

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