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Heft Nr. 2/17 7. Jahrgang

Skurrile welten Janine Machiedo zu gast beim kulturaggregat

Festival

Junge Kunst

Literatur

„Freiburg stimmt ein“ wächst und wächst

hilda5 braucht 25.000 Euro

Krimiclub gegen den schnellen grusel


Rekordjagd trotz Finanznot Mega-festival „Freiburg stimmt ein“ schnürt dreierpack

F

von Till Neumann

reiburg wird zur Riesenbühne: Hunderte Musiker werden am 2. Juli beim Mitmachfestival „Freiburg Stimmt Ein“ (FSE) die Stadt zum Klangraum machen. Damit nicht genug. In der siebten FSE-Auflage gibt’s erstmals ein Dreitagesprogramm. Es soll mehr Raum für soziokulturelle Initiativen und Kultur bieten, wünschen sich die FSE-Macher Stefan Sinn (65) und ­Matthias Gänswein (29). Das „größte M ­ itmachfestival Baden-Württembergs“ bricht damit weiter die eigenen Rekorde.

Der Eschholzpark löst den Stadtgarten als Zentrum ab. „Im Schmuckkästchen der Stadt sind wir an unsere Grenzen gestoßen“, sagt Stefan Sinn. Vor dem Festival im vergangenen Sommer hatte es tagelang geschüttet, der Boden im Stadtgarten war aufgeweicht. Da es in letzter Minute aufhörte zu regnen, konnte der Platz mit Ach und Krach gehalten werden. „Das geht an die Nerven“, erinnert sich Sinn. Der Eschholzpark sei risikofreier.

Action an 20 Locations: Waldsee ist

Ausgelassen: Die Funkband Fatcat brachte im vergangenen Jahr den Eschholzpark zum Beben (oben). Mehr als 2000 Leute kamen zum kosten­losen Konzert.

52 chilli Cultur.zeit März 2017

Den Auftakt macht am Freitag, 30. Juni, ein Tanzworkshop neu dabei, Eschholzpark wird Hotspot zum Thema „Bewegte Klänge“. Dort rockte 2016 die Funkband Fatcat Am Samstag folgt eine Konferenz über Kunst, Kultur, Leben, Politik und Gesell- vor mehr als 2000 Leuten. Die großartige schaft. Und Sonntag steigt das Finale: Stimmung bremsten einzig technische ProBands aus Nah und Fern bespielen die Stadt bleme, die Anlage fiel kurzzeitig aus. Die an rund 20 Plätzen: von der PH bis zum Band habe sich danach beschwert, berichDietenbach, von Weingarten bis zur Jazz tet Gänswein. Dass so viele Menschen und Rockschule, vom Grünhof bis nach kommen würden, sei aber nicht abzusehen Zähringen. Neu dabei ist der Waldsee. Bei gewesen. Vom Erfolg ihres Festivals sind die gutem Wetter wird dort draußen musiziert. Macher selbst überrascht.

Foto: © Nils Boeddingmeier

kultur


festival Neben Konzerten werden im Eschholzpark rund 40 soziokulturelle Initiativen am Start sein, um sich zu präsen­ tieren. „Das kommt gut an“, sagt Sinn. Teilnehmer wie Fesa oder Ecotrinova hätten von gutem Zulauf berichtet. „Die machen tolle Sachen, das weiß aber kaum einer, weil sie personell am Anschlag sind“, sagt Sinn. Neuer Veranstaltungsort ist auch das Schloss Ebnet. Und die Freiburger Blues Association möchte mit einer Bühne einsteigen. Die Musik zu den Leuten zu bringen, ist den FSE-Machern wichtig. „Wer nicht das Rollo runtermacht, wird mitkriegen, dass was los ist“, sagt Gänswein. Alle Genres seien vertreten, von Heavy Metal bis Klassik, von HipHop bis Folk. Selbst weite Reisen scheuen die Musiker nicht, um bei FSE ohne Gage zu spielen. So zählt auch Romy Politzki aus Passau zu den 200 Bewerbern. Sie war schon 2015 dabei: „Ich mach mit, weil ich gerne Musikbegeisterte treffe – und die trifft man definitiv beim FSE“, schwärmt die 35-jährige Singer-Songwriterin. Die Größe des Festivals macht die Organisation zur Mammutaufgabe. Fast ein ganzes Jahr bereiten Sinn und Gänswein dafür vor. Um mehr Zeit für Strategieplanungen zu haben, überlegen sie, die Bandorganisation an die Freiburger Musikerinitiative Multicore abzugeben. „Hätten wir mehr Zeit, könnten wir noch viel mehr rausholen“, sagt Gänswein. Sinn könnte sich beispielsweise eine Kulturparade durch die Innenstadt vorstellen. Also ein Umzug mit Musik, Tanz und Theater. Auch finanziell stößt das FSE an Grenzen. Von der Stadt wünscht sich Sinn mehr Unterstützung. Bisher bekommt das Festival einen Zuschuss von 4000 Euro jährlich. Jetzt hat man eine institutionelle Förderung über jährlich 15.000 Euro beantragt. Das Gesamtbudget liegt bisher bei knapp 20.000 Euro. „Wir sind hart am Limit“, sagt Sinn. Die Gema-­ Gebühren der vergangenen Auflage zahle er noch immer ab. So sehr das Festival wächst, die Grundsätze bleiben gleich: Das Event ist kostenlos, vegetarisch und alkoholfrei. Für Fleisch­fans gibt’s die musikalische Dosis von der Badischen Bratwurschtmusig aus Kirchzarten. Die Tanzlieder-Gruppe ist als einzige Formation bei bisher allen Festivals dabei gewesen.

Das Festival Freiburg Stimmt Ein steigt von F­ reitag, 30. Juni bis Sonntag, 2. Juli. Am Sonntag gibt’s Musik von 14 bis 22 Uhr an rund 20 Plätzen in der Stadt. Der Eintritt ist frei. Gastronomiebetriebe, Initiativen, Vereine und freiwillige Helfer werden noch gesucht. Sie können sich bei den Veranstaltern melden.  www.freiburgstimmtein.de

in zahlen 2016: 2015: 2014: 2013: 2012: 2011:

130 Bands 115 Bands 70 Bands 32 Bands 26 Bands 8 Bands

18 Plätze 19 Plätze 12 Plätze 7 Plätze 6 Plätze 5 Plätze März 2017 chilli Cultur.zeit 53


Foto: © Felix Groteloh

bildende Kunst

Zwischen Artik und E-Werk In der hilda5 gibt es Kultur für junge Menschen – Doch ohne förderung ist damit ab Mai Schluss

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von Tanja Bruckert

Kulturaggregat in der hilda5 Hildastraße 5 79102 Freiburg www.kultur-aggregat.de

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unkelblaue Kinositze auf Paletten, eine nung: den neuen Doppelhaushalt der Stadt. Leinwand, ein Beamer – das Kino im Mi- Während die Verwaltung keinen Topf für niaturformat ist so aufgebaut, dass es je- den gemeinnützigen Verein vorsieht, maderzeit seinen Standort wechseln kann. chen sich die Grünen für ihn stark. Der Wenn es nach den Mitgliedern des Kultur­ Verein sei „zu einem Aushängeschild für aggregats geht, werden die mit Samt bezo- junge Kunst, Streetart und Jugendkultur genen Sitze so bald keinen anderen Raum geworden“, heißt es im Antrag der Fraktimehr sehen als den frisch zum Kino um- on, den auch die Unabhängige Liste und gebauten Keller der hilda5. Doch, ob es die JPG befürworten. Doch die Marschhier tatsächlich eine Zukunft für den Ver- richtung steht fest: Ohne Gegenfinanzieein geben wird, ist ungewiss. 25.000 Euro brauchen die Kulturschaffenden pro Jahr, „Aushängeschild für junge Kunst, um sich Miete und Neben- Streetart und Jugendkultur“ kosten des ehemaligen Pianohauses Lepthien leisten zu können. Hier stellen sie seit März vergan- rung aus dem Kulturbereich – etwa durch genen Jahres Ausstellungen junger Künst- Streichung des Tanz- und Theaterfestiler, Lesungen, Konzerte oder Theaterstü- vals – wird kein Geld fließen. Für das Kulturaggregat könnte das das cke auf die Beine. Doch die Kosten dafür Ende bedeuten. „Der eine oder andere hat sind nur noch bis Mai gedeckt. schon angekündigt, dass er in diesem Fall Sollte nicht bald ein wohlhabender aufhört“, sagt Darwin Zulkifli, Vorsitzender Sponsor um die Ecke kommen, gibt es für des Vereins. Mit großen Schritten durchdas Kulturaggregat nur noch eine Hoff- misst er die Räume, vorbei an großformati-


streetart

gruppe angeht, sehe man sich daher irgendwo zwischen Artik und E-Werk. Und auch die Künstler, die das Kulturaggregat einlädt, stehen meist noch am Anfang ihrer beruflichen Karriere. Um ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich auch ohne Mega-Budget einem Publikum in Innenstadtnähe zu präsentieren, setzt das Kultur­ aggregat auch weiterhin die ZwischennutzunWeitere Zwischen­nutzungen geplant auf gen von leer stehenden Gebäuden. „Unorte verDie Treppe runter geht es zu einer schönern und temporär zu neuem Bühne, auf der Lesungen, Slam-Poe- Leben erwecken“, so das Motto. Getry, Konzerte oder Theater geboten lungen ist das bereits 2014 im Bertels­ werden. Drei Co-Working-Plätze für mann-Gebäude am Siegesdenkmal, Vereine sollen hier demnächst entste- das nun zum Motel One umgebaut hen. Zwei Stockwerke darüber stehen wird, und in der Atriumpassage am bereits zwei Schreibtische, die Pro- Augustinerplatz, die 2015 wegen grammierer gemietet haben. „Wir wol- Sanierung leer stand. „Für eine Stadt len zeigen, dass wir auch selber etwas ist es doch toll, wenn man ein leer zu unserer Finanzierung beitragen“, stehendes Gebäude in einen kultusagt Zulkifli. Auch das Kino – vom Kul- rellen Ort verwandelt“, schwärmt turamt mit 4850 Euro bezuschusst – Zulkifli. Im Moment sei man an „zwei ist ein Schritt hin zu mehr finanzieller neuen ­Zwischennutzungsgeschichten Unabhängigkeit. Statt großer Block- dran“. Näheres will er noch nicht buster sollen hier die Werke junger Fil- verraten. Doch für diese Pop-up-Ausstellunmemacher laufen. Ab Mitte März geht gen brauche man eine Basis, von der es mit einem Tag der offenen Tür los. Für eine zusätzliche Finanzspritze aus man langfristig organisieren kann. hatte auch eine große Kunstauktion „Früher haben wir uns für TeamEnde Januar gesorgt, bei der 37 Werke meetings in der Unibib getroffen“, erunter den Hammer gekommen sind. innert sich der Vorstand. Langfristige Deren Erlös ging an das Kulturaggre- Planungen waren nicht drin. Mit einer gat. Der große Andrang habe ihn über- Basis wie der hilda5 könne man die rascht, so der 36-Jährige: „Für uns war Zwischennutzungen „ganz anders aufes eine tolle Bestätigung, wie viele gleisen“. Und auch in der Hildastraße selbst seien viel professionellere Leute hinter uns stehen.“ Rund 3 500 Besucher zählt die hilda und aufwändigere Ausstellungen mach­ seit ihrer Eröffnung vor einem Jahr: bar, wenn man für längere Zeiträume junge Kulturinteressierte, „für die es als stets nur ein halbes Jahr planen abgesehen von der Hochkultur sonst könnte. Aufgeben sei daher nicht drin: wenig in Freiburg gibt“. Was die Ziel- „Wir kämpfen bis zum Schluss.“ gen Gemälden, Streetart und Graffiti – ein eindrucksvoller Kontrast zu den stuckverzierten Decken und goldenen Kronleuchtern des Jugendstilhauses. Zur Straße hin liegt der Artshop, in dem es Originale und Kunstdrucke, Graphic Novels und Skulpturen zu kaufen gibt. Dahinter soll ein kleines Café zum Netzwerken einladen.

Foto: © tbr

Für Teammeetings in der Unibib getroffen: Damit das nicht mehr nötig ist, will Kultur­ aggregat-Vorstand Darwin Zulkifli die hilda5 als Basis nutzen, von der aus auch neue Pop-up-Ausstellungen geplant werden können.

Info Unmöglichkeiten, 4. bis 29. März Die aktuelle Ausstellung in der Hilda 5 zeigt die Arbeiten von Janine Machiedo (siehe Bilder oben). Unter dem Titel „Unmöglichkeiten“ zeigt die Freiburger Fotografin surreale und skurrile Welten. Durch digitale Bildbearbeitung tritt bei ihr die offensichtliche Realität in den Hintergrund. Was sie visualisieren will, ist nicht weniger als das Unterbewusstsein. Häufig ist Janine Machiedo selbst das Objekt und das Subjekt ihrer Kunst, gewährt Einblicke in ihre Gefühle und Emotionen. Sie entwickelt dadurch einen ureigenen Stil im Genre der Selbstporträts.

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Fotos: © Unojah

musik

Rocken für den Regenbogen Multikulti-Band Unojah spielt für Einheit und Vielfalt

U

von Till Neumann

Neuer Name, neues Glück: Chaldun Schrade (oben links) und seine Band gehen im April mit neuem Namen auf Tour. Ihre Message: bunter als gedacht.

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nojah singen nicht nur von Vielfalt, sie leben sie. Die fünf Musiker haben Wurzeln in der Karibik, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Deutschland. Das hört man ihren Reggae-Weltmusik-Songs an. chilli-Redakteur Till Neumann hat die Band in ihrem Proberaum in Littenweiler besucht. Und weiß jetzt, warum der neue Name auch dem türkischen Präsidenten zu verdanken ist.

Damit hat der Islamwissenschafts-Student derzeit alle Hände voll zu tun. Denn Unojah haben am 10. März ihr Album „Colour to the People“ veröffentlicht und sind ab April auf Tournee. Alles soll professioneller werden. Größer, besser, bunter, berichtet er beim Gespräch im sonnigen Hinterhof vor dem Proberaum. Nur drei von fünf Bandmitgliedern sitzen in der Runde. Die anderen müssen arbeiten: der Drummer in Konstanz, der Saxofonist in

„Go Jalal and run for Gold“, singt Chaldun Schrade und Fünf Musiker, fünf Sprachen: spielt dazu auf der Akustikgitar- die Reggae-Band mag’s spirituell re. Der linke Fuß wippt im Takt auf den Teppichboden, die Augen sind geschlossen. Begleitet wird der Stuttgart. Doch für eine Stimmprobe reicht 30-Jährige von Bassist Suleyman Ter auch das Trio. Gefeilt wird am Gesang – auf Haar und Keyboarder Ricardo Belvedere, Arabisch und Englisch. Auch Französisch, die auch gesanglich unterstützen. Die Spanisch und Deutsch sind auf der neuen Kommandos gibt Schrade – der bärtige Platte zu hören. Multikulti ist Programm. Seit 2012 gibt es die Band, die bis Ende Sänger mit den langen blonden Haaren ist nicht nur Frontmann. Er schreibt auch 2016 noch Ottoman Empire Soundsystem die Songs, macht Management, Presse­ hieß. Doch der aufs Osmanische Reich (auch Ottomanisches Reich genannt) arbeit und Promo.


reggae

bezogene Name sorgte immer wieder für Missverständnisse: „Das hat viele abgeschreckt“, berichtet Suleyman Ter Haar. „Wir sind durch das Türkei­ thema in Töpfe geworfen worden“, ergänzt Schrade. Nach Konzerten seien Leute gekommen, um zu fragen, was sie mit Erdogan zu tun hätten. Dabei sei diese Referenz nicht gewollt, sagt die Band. Im Herbst zogen sie sich auf einen Bauernhof in die Vogesen zurück. Dort feilten sie an neuen Stücken und einem neuen Namen: Heraus kam Unojah. Ein Mix aus dem lateinischen Unitas und Umojah auf Swahili. Beides bedeutet Einheit. Damit bringen sie ihre Message auf den Punkt: Einheit in Vielfalt. So heißt auch die erste Single ihrer Platte mit einem farbenfrohen Video: Buntes Pulver eines indischen Holi-Festivals fliegt auf singende Köpfe. „Bunter als du dachtest“, heißt es im Song. Was ist denn bunter? „Alles“, sagen die drei und lachen. Ter Haar trägt eine muslimische Gebetskappe, Belvedere hat gerade die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt. Schrade ist Bobbele, aber „im Herzen Afrikaner“. Kein Zufall also, dass sich die Band für Austausch und Zusammenhalt starkmacht. Um die Botschaft „in die Welt hinauszutragen“, haben sie 14 Songs aufs Album gepackt. Die mi-

schen Reggae und Weltmusik, Tanzba- Band bisher gespielt. Das größte in der res und Tiefsinn, Melancholie und Carl-Benz-Arena in Stutt­gart beim Mitreißendes. Viel Arbeit steckt drin, Kirchentag im Sommer 2015. Da kasagen Unojah, und das hört man. Der men 5000 Leute. Wenn zum TourneeSound ist saftig, orientalische Elemen- auftakt am 7. April im Jazzhaus Freite verleihen ihm eine eigene Note: So burg ein Zehntel käme, wäre das ein ist auch mal eine indische Bansuri-­ Erfolg. „Wir hoffen auf eine InitialFlöte zu hören. Und das Saxofon in zündung“, sagt Schrade. „Unojah Sound“ klingt nach dem bunten Treiben eines Sie setzen alles auf eine Karte arabischen Basars. Spirituell ist die Musik in Mit ihrem Regenbogen-Reggae ist jedem Fall: „One for all – all for one“, heißt es auf der Platte. Es geht um re- Unojah keine typische Lokalband. Sie volutionäre Gedanken, die Suche nach waren schon in Algerien und würden Heimat und den Kampf für Gerech- gerne mal aufs Festival du Désert in tigkeit. Chaldun Schrade zeigt dabei Mali. „Spiritual Journey“ nennen sie nicht nur Sprachtalent, sondern auch das. Und unterbrechen ihre Probe Stimmfacetten: mal kratzig fordernd, auch mal, um gen Mekka zu beten. mal melodisch weich. „Die CD hat Die Nicht-Muslime trinken dann eikeinen roten Faden“, sagt er selbst. nen Kaffee. Und machen Witze. „Aber nicht über euch“, scherzt Ricardo BelVielfalt ist Trumpf. Ein paar Tausend Euro haben die vedere seinen Kollegen zu. Auch lafünf ins Album investiert. Und wol- chen ist Völkerverständigung. len alles auf eine Karte setzen. „Wir wissen, es kann scheitern“, sagt Schrade. Den Vertrieb ihrer CD macht die Verlosung bayerische Künstler-Agentur Soulfire. „Ich traue Unojah zu, ein solider Live­ Unojah spielen am Freitag, 7. April, im act mit einem festen Platz in der Jazzhaus Freiburg. Szene zu werden“, sagt Soulfire-Chef Das chilli verlost 2x2 Karten fürs Konzert. Chris Pössinger. Wer gewinnen will, schickt bis Freitag, 24. Solide klingt nicht nach Durch- März eine Mail mit dem Betreff „Unojah“ an bruch. Das wäre auch zu weit gedacht. redaktion@chilli-online.de Die Gewinner Rund 150 Konzerte hat die Reggae-­ werden am 27. März per E-Mail benachrichtigt. März 2017 chilli Cultur.zeit 57


e n g a a n r F ... 3 ... Dennis Wiesch

Dream Catcher

Jonwayne

Jazzhaus Records

Authors Recording Co. / Alpha Pup Records

VAGABONDS

Rap Album Two

Foto: © privat

„Alles, nur kein Mainstream“

Pop aus dem Pub

Ruhe und Sturm

Jeden Montagabend heißt es in der Gaststätte Wald­see: tageins. Die Partyreihe für House-, Technound Dub-Liebhaber prägt das Freiburger Nachtleben seit 2002. Einer, der 15 Jahre lang an vorderster Front stand, hört jetzt auf. Dennis Wiesch, auch als DJ Agent Schwiech bekannt, schwelgt im Interview mit Melissa Lang noch einmal in Erinnerungen und spricht über besondere Momente.

(tbr). Musik aus Luxemburg, da fällt einem ... tja ... äh ... nicht viel ein. Dass das Land auf der musikalischen Landkarte viel zu versteckt liegt, zeigen die sechs Jungs von Dream Catcher. Seit 1998 ist die energiegeladene Band auf Reisen durch die verschiedensten Musikstile und stand schon mit Größen wie Sting, Bon Jovi oder Michael Jackson auf der Bühne. Auf ihrem neuen Album vagabundieren sie von keltischem Folk über französisches Chanson bis hin zu luxemburgischem Rock und zeigen sich damit ebenso multikulturell wie ihre Heimat. Los geht’s auf „Vagabonds“ mit dem modernen Chanson „Je t’aime à en mou­rir“, das mit seinen leicht wehmütigen Akkordeonklängen direkt aus einem französischen Bistro e­ ntsprungen sein könnte. Es folgt der Sprung nach Irland: Bei „Not too old to folkn’roll“ fiedelt die Geige, das Akkordeon jauchzt. Die Geschichte über einen Vater, der von seiner Tochter gefragt wird, ob er nicht zu alt für den Folk sei (No, I’m not!), würde wunder­bar in einen irischen Pub passen. Höhepunkt des Albums ist allerdings „Mountain road / Mountain race“ mit seinem nicht mehr aus dem Ohr gehenden „Raggadoo Raggadae“. Ein virtuoses Gute-Laune-­ Album irgendwo zwischen kosmopoliti­ scher Weltoffenheit und uriger Pub­stimmung.

(mik). Recht ruhig war es zuletzt um den kalifornischen Rapper und Beat-­ Bastler Jon Wayne, alias Jonwayne. Der vollbärtige Brillenträger und Besitzer von unzähligen Basketball-­Shorts, Bukowski-Büchern und Sanda­len, hat am 17. Februar sein zweites Studioalbum veröffentlicht: Rap Album Two. Seit Beginn seiner Karriere ist Jonwayne äußerst umtriebig: Er releaste diverse Mixtapes und EPs, arbeitete an zahlreichen Projekten mit Label-­ Kollegen, wagte sich in die Welt der Poesie und produzierte scheinbar rast­los experimentelle Samples und wuchtige Beats, die eine Mischung aus der Ruhe selbst sind und dem darauffolgenden Sturm. In der HipHop-Szene von Los Angeles wird der 26-Jährige unlängst als Ausnahmetalent gefeiert: für seine kräftige Rapstimme, die innovativen Ambient-Beats („These Words Are Everything“), die abgefahrenen Sound­ collagen. Vielleicht sind es auch die tiefgründigen Lyrics, die von Jons schwieriger Zeit im Alkoholismus geprägt sind („Blue Green“ feat. Low Leaf). In jedem Fall hat das zweite Studioalbum etwas Tröstliches („Afraid of Us“ feat. Zeroh). Als hätte J­ onwayne seit dem Rap Album One (2013) all seine Kraft gesammelt, sie in dieser Platte gebündelt, nur um sie an uns weiterzugeben. „‚Can you feel it? Cause I can feel it.“

Dennis, was war für dich das Highlight? Es gab viele tolle Momente. Sowohl als Veranstalter mit einem Gast-DJ, als auch selbst hinter dem Misch­pult die Regler glühen zu lassen, hat unglaublich Spaß gemacht. Der Abend mit DJ Gerd Janson vor zwölf Jahren ist mir aber in besonderer Erinnerung geblieben. Mit alten Discoplatten aus den 70er und 80er Jahren hat er die Leute in seinen Bann gezogen. Die Partymeute eskalierte auf der Tanzfläche, diese Stimmung war nicht mehr zu toppen – einfach legendär. Was macht die Veranstaltung aus? Alles, nur kein Mainstream! Dabei bieten wir vor allem lokalen DJs eine Bühne, auf der sie sich beweisen können. Meine Idee, mehr Vielfalt und unterschiedliche Stilrichtungen ins Programm zu bringen, ist aufgegangen. Techno und Techhouse hört man am Wochenende doch in jedem Club. Ich wollte das Drum­herum, das Außergewöhnliche: Von Reggae bis Drum’n’Bass wird am tageins experimentiert. Wie schwer fällt der Abschied? Nach so einer langen Zeit hängen Herz und Leiden­schaft am tageins. Ich weiß aber, dass mein Nachfolger Martin Kassuben, der als Kollektiv B unterwegs ist, unser Konzept weiterführen wird. Er wird dem Ganzen spannende Impulse verleihen. 58 chilli Cultur.zeit März 2017


Mc Prisma

Joay Denalane

Mixtape (Gratis-Download)

Nesola / Universal Music

#ZDUG

Gleisdreieck

Der Sounddreck ... ... zu Fake Leaks

Headline Titel: Ohne Urheber: Noisy One Leak Jahr: 2015

Schatten der Vergangenheit

Stürmische Ruhe

(tln). Seit Wochen sieht man in Freiburg Aufkleber mit dem Schriftzug #ZDUG. Das steht für „Zwischen Depression und Größenwahn“ – das Mixtape des Freiburger Rappers MC Prisma. Das hat der 23-jährige Wort­ akrobat Anfang März veröffentlicht. Krankenpfleger Valentin Fischer mischt seit zehn Jahren in Freiburger HipHop-Kreisen mit – und zieht jetzt Bilanz: Der Traum der großen Karriere hat sich nicht erfüllt. „Es hängt leider kein Gold in der Gesangskabine rum“, rappt er im hörenswerten „Immer Weiter“ zu einem traurigen Piano. Doch aufgeben ist keine Option. Da ist er ganz Sportsmann, Oli Kahn und Jan Ullrich nennt er gleich mehrfach als Referenz. Erfolg und Leidenschaft bündeln den roten Faden des Tapes. Mal überwiegt Verbitterung („Hassliebe“), dann wieder Angriffslust. So verteilt Prisma ordentlich Disses an schlechte Rapper („Quo Vadis“), sinniert aber über Tinder und Traumfrauen („Breuningergirl“). Prisma gibt sich als Kämpfer und ehrliche Haut. Auf Kopfnickerbeats erzählt er vom Singledasein, Übergewicht und Depressionen. Die mischen sich gekonnt mit Größenwahn, „weil keiner mit dem Höllentäler f****“. Der Durchbruch wird ihm damit nicht gelingen. Den Platz auf der Freiburger Karte hat er aber gefestigt – nicht nur wegen der Aufkleber.

(tln). Joy Denalane hat deutschen Soul erfunden. Die samtweiche Stimme der Berlinerin ist unverkennbar. Wie kaum jemand schafft sie es, Liebeslieder auf Deutsch zu singen, ohne kitschig zu klingen. Das soll auch mit „Gleisdreieck“ gelingen – ihrem ersten Album seit sechs Jahren. Damit besinnt sie sich auf ihre Wur­ zeln rund um den U-Bahnhof Gleis­dreieck in Kreuzberg. In poetischen Bildern zeichnet sie ihr stürmisches Innenleben. Mal klingt das nach Zuversicht wie im Cloud-R’n’B’-Track „Himmel berühren“, mal nach Träumerei („Venus & Mars“), mal nach farbenfrohem Mitsing-Pop wie in der Single „Alles leuchtet“. An manchen Stellen wirkt das aber auch kraftlos. Da wünscht man sich die Energie von Joy Denalanes Gastauftritten bei deutschen Rappern. Doch auch diese Seite zeigt das Album: im futuristischen „So sieht man sich wieder“ mit Tua. Oder in „Hologramm“, wo die Stimme im wunderbar wabernden Refrain einen Autotune-Effekt bekommt. Im Experiment liegt die Stärke: So lädt das karibisch angehauchte „Elli Lou“ zum Tanzen ein. Und das fast geflüsterte B.I.N.D.A.W. über eine gescheiterte Liebe rollt über einen mächtigen Down-Tempo-Beat. Gleisdreieck ist ein Album für ruhige Momente. Auch die können Kraft haben. Oder geben. 

Vergessen Sie die Horror-Clowns. Ein anderer Trend verbreitet überregional Angst und Schrecken: Fake Leaks. Gravierendster und bösartigster Fall ist zweifelsfrei der vermeintlich rappende Ex-Bild-Chefredakteur Kai Diekmann. Verärgert über eine verbale Respektlosigkeit seines Vollbartzwillings Bushido ließ er sich angeblich auf ein geleaktes Fernbattle ein. Folgende Rhymes wurden ihm in der Folge in die Schuhe geschoben: „Okay Bushido, echt süß was du da von dir gibst, Ziemlich große Klappe, dafür dass du am Boden liegst. Wochenendgangster hüte deine Zunge dich und deine Chabos rauch ich doch auf Lunge“ Okay, das stimmt. Bushido ist nur Wochenendgangster. Diekmann war sechs Tage die Woche aktiv. Berufsverbrecher also quasi. „Du glaubst, du bist ein Großer, vielleicht im Reich der Zwerge. Du und deine Pussies, holt euch eure Särge. Du hockst allein Zuhaus, denkst, dir gehört der Block. In Kreuzberg bin ich der Boss im 16. Stock“ Auweia. Zum Glück gibt es Seiten wie www.d-rhyme.de. Daneben kommen uns Rhymes wie Block und Stock merkwürdig bekannt vor. Aber für Plagiatsverdachtsfälle sind wir nicht zuständig. Hoffen wir, dass es tatsächlich ein Fake Leak ist. Wir müssen Schluss machen, unser Chefredakteur ist grad raus. Die Sekretärin meinte, er will ein Mikrofon kaufen. Wir müssen los. Für Ihre Geschmackspolizei, Benno Burgey


kino

Aus allen Wolken gefallen Auch Mädchen werden zum Ziel islamistischer Propaganda von Erika Weisser

Der Himmel wird warten Frankreich 2016 Regie: Marie-Castille Mention-Schaar Mit: Noémie Merlant, Naomi Amarger, Dounia Bouzar u. a. Verleih: Neue Visionen Laufzeit: 105 Minuten Start: 23.3.2017

60 chilli Cultur.zeit März 2017

E

in Film zwischen Dokumenta­ tion und Fiktion: Marie-Castille Mention-Schaar hat als Hauptfiguren für ihre neue Produktion außer den sehr realitätsnah agierenden jungen Schauspielerinnen Noémie Merlant und Naomi Amarger auch eine Darstellerin gefunden, deren Rolle keine Rolle ist, sondern Beruf: Die Therapeutin Dounia Bouzar. Sie ist Mitbegründerin des von der französischen Regierung ins Leben gerufenen Zentrums zur Prävention gegen sektiererische islamistische Einflüsse (CPDSI*). Diese Institution will jungen Menschen, die sich – aus welchen Gründen auch immer – einer islamistischen Organisation angeschlossen haben, über schrittweise Entradikalisierung und individuelle Betreuung einen Rückweg in die Zivilgesellschaft, in ihre Familien ermöglichen. Und mit einer fiktiven Familien­ sprechstunde bei der realen Therapeutin beginnt denn auch der Film: Hilflos sitzen da gut situierte Mütter und Väter, die allesamt den Albtraum erlebten, dass ihre Kinder ihnen allmählich abhanden kamen – und irgendwann nicht mehr erreichbar waren. Die aus allen Wolken fielen, als sie erkannten, dass es eine Illusion war, zu glauben, dass es sich dabei um einen normalen pubertären Ablösungsprozess handle. Und die sich allesamt den Vorwurf machen, etwas übersehen, sich mit ihren Kindern nicht genug auseinandergesetzt zu haben. Mit in der verzweifelten Elternrunde: Sylvie (Clotilde Coureau), die entschlossen ist, nach ihrer in Syrien untergetauchten Tochter Mélanie zu suchen. Und Catherine (Sandrine Bonnaire), deren Tochter Sonia eines

Fotos: © Neue Visionen

Nachts wegen der Beteiligung an einem geplanten Anschlag verhaftet wurde. Die beiden Mädchen wurden, wie in den folgenden Rückblenden zu sehen ist, Opfer von subtilen, genau auf sie zugeschnittenen Anwerbemanövern: Über verschiedene Internet-Portale hat­ ten sich junge Männer an sie herangemacht und sich, geschickt auf ihre Ge­ fühls­lage eingehend, ihr Vertrauen er­schlichen. Und ihre Liebe. Denn Mélanie ist blind vor Liebe, als sie sich von ihrer stets verständnisvollen Mutter, ihren vielen Freunden, ihrem schulischen und sozialen Engagement und ihrer Musik lossagt, um einem Unbekannten nach Syrien zu folgen. Und Sonia ist so verliebt, dass sie ihrem virtuellen „Freund“ auch glaubt, dass sie ihre Familie trotz des Sündenfalls ihres zwar muslimischen, aber nicht praktizierenden Vaters durch ihr persönliches Opfer für das Paradies retten kann. Ein wichtiger Film, der fast nebenbei, aber doch sehr eindrücklich zeigt, dass Propaganda auch in der Mitte der Gesellschaft wirkt. Und wie schwer der Weg zurück ist. Denn Fanatismus, sagt Dounia Bouzar, ist „wie eine Sucht“.  * Centre de prévention des dérives sectaires liées à l‘Islam


Österreich 2016 Regie: Josef Hader Mit: Josef Hader, Pia Hierzegger u.a. Verleih: Majestic Laufzeit: 103 Minuten Start: 9.3.2017

Deutschland 2016 Regie: Lars Henning Mit: Peter Kurth, Karl Markovicz u.a. Verleih: temperclayfilm Laufzeit: 97 Minuten Start: 16.3.2017

Die Andere Seite der Hoffnung

Foto: © Sputnik Oy / Malla Hukkanen

Zwischen den Jahren

Foto: © temperclayfilm

Foto: © Wega Film/Majestic

Wilde Maus

Finnland 2016 Regie: Aki Kaurismäki Mit: Sherwan Haji, Sakari Kuosmanen u.a. Verleih: Pandora Film Laufzeit: 98 Minuten Start: 30.3.2017

Angsthase in der Schneegrube

Unerbittlicher Verfolger

Selbstverständliche Solidarität

(ewei). Jedem Anfang wohnt ein Ende inne. Und in Josef Haders Regiedebüt ist es schon absehbar, bevor der Film überhaupt anfängt: Da stapft ein Mann durch die tief verschneite Berg- und Waldwelt Niederösterreichs und tritt an einer für seine Zwecke offenbar geeigneten Stelle den Schnee zu einer Grube nieder. Erst danach wird in knapp 100 ziemlich kabarettistischen Minuten allmählich klar, was er dort, auf jener Waldlichtung, vorhat. Und warum. Georg heißt er, der leicht realitätsentfernte, zu Autismus neigende und von Hader selbst glänzend verkörperte ängstliche Mittfünfziger. Dessen privilegierte Stelle als Musikredakteur einer Wiener Tageszeitung zugunsten von drei jungen Kollegen einfach wegrationalisiert wird. Zwar findet der eiskalt Gefeuerte bald einen neuen Job bei dem zwielichtigen Betreiber einer Prater-Achterbahn, doch rächen will er sich natürlich. Was indessen nicht recht gelingen mag – der bisherige Chef ist heimtückischer als vermutet. 

(ewei). Als Becker nach 18 Jahren aus dem Knast entlassen wird, wartet niemand auf ihn. Seine Frau hat sich scheiden lassen, lebt mit der gemeinsamen Tochter bei einem neuen Mann. Und mit seinen früheren Kumpels will der ehemalige Rocker nichts mehr zu tun haben: Er wollte schon damals aus der Szene aussteigen – gleich nach dem Einbruch, bei dem dann alles aus dem Ruder lief: Er wurde von der Bewohnerin des Hauses überrascht und in seiner Panik erschoss er sie. Und ihre kleine Tochter. Becker fährt mit der S-Bahn nach Hause – und wird von einem bärtigen Mann erkannt, der an einer Haltestelle auf den Gegenzug wartet. Fassungslos schaut er der davonrasenden Bahn nach – er ist der Hinterbliebene der beiden Getöteten. Und kurz darauf entfesselt er einen regelrechten Rachefeldzug, der durch nichts und niemanden zu stoppen ist. Schon gar nicht durch Becker, der bald auch um das Leben seiner neuen Freundin fürchten muss. Ein packender Film mit einem großartigen Peter Kurth.

(ewei). Aus einem Kohlehaufen im Bauch eines eben in Helsinki gelandeten Frachtschiffs schält sich eine Gestalt, die bald als pechschwarzer Mann durch die Straßen geht – ohne dass jemand von ihm Notiz nähme. Auch den Straßensänger an der Ecke wundert es nicht, dass sich dieser kohlestaubbedeckte Mensch nach einer öffentlichen Dusche erkundigt. Und der schwarzhäutige Aufseher der Badeanstalt im Bahnhof fragt den nach der Reinigung wieder Hellhäutigen auf seine Frage nach der nächsten Polizeistation lediglich, ob er sicher sei, dass er dort wirklich hinwolle. Er will: Khaled hat einen langen, entbehrungsreichen Fluchtweg aus Syrien hinter sich, hofft auf Asyl. Das er erst dort findet, wo er es nicht erwartet: Bei dem kauzigen Wilkström, der ein ganz und gar skurriles Restaurant mit entsprechendem Personal führt und sich seiner mit selbstverständlicher Solidarität annimmt. Ein fast märchenhafter Film, der den Blick fürs Detail schärft. Silberner Bär für Aki Kaurismäkis Regie!


kino A United Kingdom

Foto: © Roger Arpajou

voll von der Rolle

Tiger Girl

Erwachsenwerden ist kein Zuckerschlecken: Damien und Thomas im Gefühlschaos.

Wie im richtigen Leben (ewei). Mit der Entscheidung, die neue Produktion von Altmeister André Téchiné in die deutschen Kinos zu bringen, haben die Leute vom Freiburger Kool Filmverleih einmal mehr ihr cineastisches Gespür bewiesen: „Mit Siebzehn“ ist ganz ausgezeichnetes Coming-of Age-Kino mit großartig unaufgeregten Darstellern. Es geht um Thomas (18) und Damien (17), die sich einfach nicht leiden können. Niemand weiß warum – sie selbst auch nicht. Sie gehen zwar in die gleiche Klasse eines Kleinstadt-Gymnasiums in den Pyrenäen, doch aus dem Weg gehen könnten sie sich schon. Tun sie aber nicht – im Gegenteil: Sie suchen die Nähe des anderen geradezu – um draufzuhauen oder sich Gemeinheiten zuzuflüstern. Irgendetwas treibt sie an zu ihren Gehässigkeiten – und es ist nicht nur der soziale Unterschied: Thomas lebt mit seinen Adoptiveltern auf einem abgelegenen Berghof und muss dort mitarbeiten – nach einem langen Schulweg. Damien wohnt in der Stadt, wird von seiner Mutter, der Landärztin Marianne, im Auto chauffiert und hat außer Schularbeiten keine Verpflichtungen. Doch wenn weder der Neid des Benachteiligten noch die Arroganz des Verwöhnten die Ursache für die unerklärliche Feindschaft ist, was ist es dann? Marianne will dieser Frage auf den Grund gehen – und die Jungs versöhnen. Als sie Thomas’ Mutter ins Krankenhaus einweisen muss, nimmt sie den hübschen dunkelhäutigen Jungen zu sich. In der Hoffnung, dass die beiden Streithähne zusammenfinden. Und ohne zu ahnen, in welches Gefühlschaos sie dadurch erst recht stürzen. Und sie selbst auch. Wie im richtigen Leben. Mit Siebzehn Frankreich 2016, Regie: André Téchiné Mit: Corentin Fila, Sandrine Kiberlain u. a. Laufzeit: 116 Minuten, Kinostart: 16. März 2017

62 chilli Cultur.zeit März 2017

Foto: © Alamode Filmverleih

Großbritannien 2016 Regie: Amma Asante Mit: David Oyelowo, Rosamunde Pike u.a. Verleih: Alamode Laufzeit: 111 Minuten Start: 30.3.2017

Foto: © Constantin Filmverleih

Deutschland 2016 Regie: Jakob Lass Mit: Ella Rumpf, Maria Dragus u. a. Verleih: Constantin Laufzeit: 90 Minuten Start: 6.4.2017

Die Farben der Liebe

Aggressives Mauerblümchen

(ewei). Seretse Khama ist 26 Jahre alt, als er die zwei Jahre jüngere Ruth Williams kennenlernt. Und lieben: Die beiden begegnen sich 1947 bei einer Tanzparty in London – und haben bald nur noch Augen füreinander. Und kommen sich bei wunder­ bar swingenden Jazzklängen näher. So nahe, dass sie das Trennende gar nicht wirklich wahrnehmen. Dennoch existiert es, nicht nur hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Stellung: Ruth ist Büroangestellte, Seretse ist Student und Thronerbe. Sie ist aber auch Britin. Und er kommt aus dem britischen Protektorat Betschuanaland – und soll dort König des Volkes der Bamangwato werden. Gegen alle Widerstände (beider Familien und der Repräsentanten beider Länder) heiraten sie, ziehen nach Afrika – und halten sämtlichen privaten, politischen und diplomatischen Intrigen stand. Diese schöne und kraftvolle Liebesgeschichte zeichnet eine dramatische Wegstrecke im Leben des ersten Präsidentenpaars der seit 1966 unabhängigen Republik Botswana.

(ewei). Das brave Mauerblümchen Maggie ist gerade durch die Aufnahmeprüfung für die Ausbildung zur Polizistin geflogen, als sie Tiger kennenlernt. Und die ist zwar ungefähr gleich alt, aber ganz anders als sie selbst: Eigensinnig und unangepasst lebt sie in einem Wohnwagen und tut Dinge, die die stark von ihren überbesorgten Eltern gelenkte Maggie sich niemals trauen würde. Sie lernen sich auch nicht einfach so kennen, wären sich unter normalen Umständen wohl nie über den Weg gelaufen. Doch irgendwann steckt Maggie in einer äußerst prekären Anmache-Bredouille, als Tiger des Wegs kommt und sie ohne zu zögern kurzerhand aus der Bedrängnis rettet. In Tigers Obhut wird das anfangs skeptische, doch zunehmend faszinierte Mädchen allmählich zur aufmüpfigen Vanilla – und die ist bald so aggressiv, dass es selbst Tiger zu viel wird. Denn sie ist eine Rebellin mit Moral. Ein energiegeladener Impro-Film, der den wuchtig spielenden Darstellern viel Raum zum Funkenflug lässt. 


DVD Alles was Kommt Frankreich 2017 Regie: Mia Hansen-Love Mit: Isabelle Huppert, André Marcon u.a. Studio: Weltkino Laufzeit: 100 Minuten Preis: ca. 16 Euro

Nur wir drei gemeinsam Frankreich 2015 Regie: Kheiron Mit: Kheiron, Leïla Bekhti u.a. Studio: EuroVideo Medien Laufzeit: 102 Minuten Preis: ca. 16 Euro

Tschick Deutschland 2016 Regie: Fatih Akin Mit: Anand Batbileg, Tristan Göbel u.a. Studio: Studiokanal Laufzeit: 89 Minuten Preis: ca. 15 Euro

Eine Katze namens Pandora

Wo du hingehst ...

On the road again

(ewei). Nathalie ist Philosophie-Dozentin in Paris, sie publiziert Fach-­ Aufsätze und lebt mit ihrem Mann Heinz in gepflegten bürgerlichen Verhältnissen. Die beiden Kinder sind aus dem Haus, ihre Mutter Yvette neigt zur Hypochondrie – und besitzt eine Katze, die ausgerechnet Pandora heißt. Probleme oder Sorgen scheint die knapp 60-Jährige ansonsten nicht zu haben. Doch dann gerät ihr stets gleichmäßiger Lebensfluss in Bewegung, droht auszuufern. Silberner Bär der Berlinale 2016.

(ewei). Als Hibat und Fereshteh sich in Teheran begegnen, ahnen sie nicht, dass sie Jahre später zusammen mit ihrem kleinen Sohn auf der Flucht sein und Asyl in Frankreich finden werden. Zwar sind sie als Kommunisten sowohl im Schah-Regime als auch nach der islamischen Revolution Repressalien ausgesetzt, doch der Weg ins Exil scheint keine Option. Wie sie ihn dennoch wagen und dabei ihre Menschlichkeit bewahren, zeichnet Sohn Kheiron mit Witz und Verstand in diesem wunderbaren Film nach. 

(ewei). Der ziemlich unbeliebte und von sich selbst zum Feigling erklärte Maik Klingenberg sieht einigermaßen trostlosen Sommerferien entgegen, als plötzlich sein aus dem tiefsten Russland stammender neuer Mitschüler Andrej Tschichatschow vor seiner Tür steht. Nebst einem geklauten Lada. Ohne weitere Umschweife schleppt „Tschick“ den zögernden Kumpel ab – auf eine Reise, die zwar zu nichts führt, aber doch alles ändert. Lebendige und mitreißende Verfilmung von Wolfgang Herrndorfs Kultbuch. 

Die Tänzerin Frankreich 2015 Regie: Stéphanie di Gusto Mit: Soko, Lily-Rose Depp u.a. Studio: Prokino/ EuroVideo Laufzeit: 112 Minuten Preis: ca. 17 Euro

Meine Zeit mit CÉzanne Frankreich 2016 Regie: Daniele Thompson Mit: Guillaume Gallienne u. a. Studio: Prokino/ EuroVideo Laufzeit: 110 Minuten Preis: ca. 15 Euro

Nebel im August Deutschland 2016 Regie: Kai Wessel Mit: Ivo Pietzcker, Sebastian Koch u.a. Studio: Arthaus Laufzeit: 121 Minuten Preis: ca. 14 Euro

Rebellin der Moderne

Das Ende einer Freundschaft

Todesengel in Weiß

(ewei). Heute ist sie fast vergessen: Loïe Fuller, die Ende des 19. Jahrhunderts von Amerika nach Paris kam – und dort die Choreographie revolutionierte. Diese willens- und ausdrucks­ starke und mit einer unbändigen Frei­ heitsliebe ausgestattete Frau war eine der wichtigsten Weg­bereiterinnen des modernen Tanzes. In diesem farb-, licht- und bewegungsstarken Biopic wirbelt Soko in ihrer kongenialen Verkörperung der Tänzerin so furios über die Bühne, dass man selbst ganz atemlos wird. 

(ewei). Als Kinder schließen Émile Zola und Paul Cézanne eine Freundschaft, die ihr ganzes Leben lang halten soll. Doch das tut sie nicht. Zwar bleiben sie auch als Erwachsene in engem Kontakt, doch als Zola seine avantgardistischen Ideen von Kunst und Kultur revidiert, entfremden sie sich zusehends. Zolas Roman „Das Werk“ setzt den Endpunkt: Cézanne vermeint im darin porträtierten gescheiterten Maler sich selbst zu erkennen und bricht die Beziehungen ab. Ein Film wie ein impressionistisches Gemälde.

(ewei). Ernst Lossa ist 13, als er 1942 in ein Erziehungsheim kommt. Zwar hat der Halbwaise damit schon einige Erfahrung: Sein Vater, ein jenischer fahrender Hausierer ohne festen Wohnsitz, kann sich nur selten um ihn kümmern. Doch bisher kam er immer wieder raus – etwa in den Ferien, wenn er mit dem Vater unterwegs war. Dieses Mal gibt es allerdings kein Entrinnen: Er ist in einer Anstalt gelandet, in der auch Behinderte leben. Und wo Euthanasie praktiziert wird. Von Todesengeln in Weiß. März 2017 chilli Cultur.zeit 63


Literatur

Literarische Leichen im Keller Der Freiburger Krimiclub rudert gegen den Mainstream

V

Foto: © Christoph Eberle

von Erika Weisser

or etwa einem Jahr hatten der Freiburger Journalist und Krimi-Experte Joachim Schneider sowie der Buchhändler Michael Schwarz einen besonderen Club gegründet, in dem sich Leser und Freunde anspruchsvoller Kriminalliteratur nicht nur mit Neuerscheinungen, sondern auch mit Klassikern, historischen Krimi-Reihen oder mit Verlegern dieser Literaturgattung bekannt und vertraut machen können: den Krimiclub der Buchhandlung Schwarz. Nun starten sie in ihre zweite Saison.

Hier geht es nicht nur um „den schnellen Grusel“: Michael Schwarz’ Krimiclub geht in die zweite Saison

Zur Premierenveranstaltung las im März 2016 der Freiburger Autor Patrick Brosi aus seinem preisgekrönten, in der Pharma-­ Industrie und in der Umgebung Freiburgs angesiedelten Whistleblower-Roman „Der Blogger“. Damals noch in der Buchhandlung Schwarz. Jetzt gehen die beiden Clubbetreiber in den Gewölbekeller, den ihnen das Gasthaus „Der Kaiser“ in der Wiehre zur Verfügung stellt. Dort soll es nach Auskunft von Schneider „etwa alle zwei Monate“ eine Veranstaltung geben. Es sind indessen nicht nur Freiburger Autoren, die sie dorthin einladen: Der Krimiclub soll kein Forum für Regionalkrimis sein, sondern eines für „Milieu- und Genreliteratur“, zu der etwa auch Henning Mankells Wallander-Romane gehören. 64 chilli Cultur.zeit März 2016

Wobei solche Bücher nicht nur in Skandinavien, sondern auch hier zu finden sind, wie gerade Brosis Erstling zeigt. Oder auch die Bücher des preisgekrönten Autors Oliver Bottini, dessen Figur Louise Boní in Freiburg nicht nur komplexe Fälle löst, sondern auch immer gesellschaftliche Hintergründe ausleuchtet. Bottini war bisher noch nicht zu Gast im Krimiclub. Sie würden ihn aber, sagt Schneider, „natürlich gerne nehmen, wenn er käme“. Denn Michael Schwarz und er legen Wert auf Literatur, die nicht mit dem Mainstream treibt, vielleicht sogar dagegen rudert. Literatur, der es nicht um „den schnellen Grusel“ geht und die eine wie auch immer angelegte regionale Geschichte durch globale Aspekte überwindet: Etwa durch eine moralische Auseinandersetzung oder eine komplexe Darstellung dessen, „wozu ein Mensch fähig ist“. Andererseits kommt es ihnen aber auch darauf an, Schriftsteller bekannt zu machen, deren Werke „noch nicht stapelweise“ in den Buchhandlungen zu finden seien. Die aber dennoch etwas zu sagen haben – „Geheimtipps“ eben. Am 9. März war Franz Dobler im Krimi­ club zu Gast, der als Preisträger des Deutschen Krimipreises 2015 kein wirklicher Geheimtipp mehr ist. Und der brachte außer seinem neuen Roman „Ein Schlag ins Gesicht“ einen Kofferplattenspieler mit, auf dem er den passenden Sound lieferte zu der im Buch neben der kriminellen Story ebenfalls thematisierten BRDTrash-Kultur der 70er Jahre. Die nächsten literarischen Leichen im multimedialen Keller sind im Mai zu erwarten, so viel verraten Schneider und Schwarz. Wer der nächste Gast im Krimi­ club ist, lassen sie noch offen. Aber anspruchsvoll werde auch er sein.  Infos: www.buchhandlung-schwarz.de/ cont/veranstaltungen.html


FRezi

Als ich aufwachte, war so sehr Montag, ...

von Mikko Rimminen Verlag: dtv Premium, 2017 219 Seiten, Taschenbuch Preis: 15,90 Euro

Ein wenig Leben

von Hanya Yanagihara Verlag: Hanser Berlin, 2017 960 Seiten, gebunden Preis: 28 Euro

Schlank an einem TAG

von Patric Heizmann Verlag: südwest, 2016 192 Seiten, Taschenbuch Preis: 19,99 Euro

Wirbelsturm im Kopf

Menschliche Abgründe

Mach’s einfach

(Erika Weisser). Die Erfahrung, die Augen nur nacheinander und nur gegen massiven Widerstand öffnen zu können, hat wohl schon jeder erwachsene Mensch gemacht. Wobei es sich nicht immer um die Kon­ sequenz übermäßigen Alkoholkonsums handelt: Eine ordentliche Grippe tut’s auch. Oder eine handfeste Migräne. Wobei die Letztere gelegentlich mit dem Ersteren zusammenhängt. Oder mit der Verinnerlichung anderer Substanzen: Mit deren Folgen nämlich sieht sich Letteri konfrontiert, als er an diesem Montag die Augen endlich aufkriegt – und beim ersten Aufrichtungsversuch von Schwindel gepackt wird. Welcher sich beim endgültigen Aufstehen zu einem wahren Hurrikan auswächst. Die Versuchung zur Rückkehr ins Bett ist groß, doch er hat sich zusammen mit seinem Bruder Lefa als Umzugshelfer verdingt. Ausgerechnet für einen der Tage, an denen „man sich besser bedeckt hält, die Dinge auf sich zukommen lässt.“ So, wie die beiden es eigentlich immer machen, wenn sie die ewig ungelöste Frage nach dem Geld für ihre diversen Rauschmittel nicht gerade zu einem Gelegenheitsjob zwingt. Im schrott­ reifen Transporter brechen sie auf – und geraten in ganz andere Schusslinien als die gewohnten. Ein entwaffnend direkter Roman mit großartigen kleinen Wortverrenkungen: Vergnügen garantiert.

(Erika Weisser). Gleich vorweg: Dieses Buch ist kein leichter Stoff. Die knapp 1000 Seiten sind nicht in der Windeseile einiger schlafloser Nächte zu bewältigen, für die Pageturner ansonsten sorgen. Wobei „Ein wenig Leben“ durchaus zu dieser Sorte Büchern gezählt werden kann: Es packt, überwältigt, wühlt auf, lässt einen nicht mehr los. Es geht darin um die wirklich enge und langjährige Freundschaft von vier ganz unterschiedlichen Männern, die sich seit College-Zeiten kennen und alles voneinander wissen. Oder eben nicht: Jude St. Francis, die zentrale Figur der Männerrunde und des Romans, scheint Geheimnisse zu haben, die er selbst nicht kennen will. Nur allmählich und in einem fast unerträglich schmerzhaften Prozess offenbart er den Freunden – und den Lesern – die dunklen Orte seines Lebens. Und eröffnet ihnen lichte Räume für eigene verdrängte Erinnerungen. 

(Valérie Baumanns). Diätfrei abnehmen? Das klingt wie ein schöner Traum. Der Freiburger Fitnesstrainer und Entertainer Patric Heizmann gibt in seinem neuen Ratgeber Tipps für einen gesunden Lebenswandel: Bewusster essen, richtig einkaufen, frisch kochen und viel Bewegung. Anstelle von komplizierten Diäten stellt Heizmann alltagstaugliche Lösungen vor. Das Prinzip ist so simpel wie genial: Zunächst ändert man nur an einem Tag – dem persönlichen Schlanktag – seine Essgewohnheiten. Das bedeutet, nach einer Ernährungsuhr zu essen. Hier kommt mehr Eiweiß und gutes Fett auf den Teller, Kohlen­ hydrate werden bewusst eingesetzt oder abends beispielsweise ganz weggelassen. Dazu kommen regelmäßige Muskeltrainings, um fit zu werden und vor allem Stress zu reduzieren. In der heutigen Überflussgesellschaft gibt es zwar mehr als genug zu essen und eine große Auswahl im Supermarkt. Aber zwischen Low-Carb, vegetarisch, vegan, laktose- oder doch glutenfreien Speisen fällt die Entscheidung für die richtige Mahlzeit oft schwer. Essen ist zwar vielseitig, aber auch kompliziert geworden. „Schlank an einem Tag“ verhilft zum sanften Einstieg in die Lebensumstellung. Dazu gibt es viele Tipps rund ums Einkaufen, eine Auswahl an leckeren Rezepten sowie Psychotricks, die zeigen, wie der Lieblingsfilm auch ohne Feierabendbierchen oder Kartoffel­ chips zum Genuss wird.

Hanya Yanagihara, die auf Hawaii geborene Redakteurin der New York Times, wurde mit diesem mitreißend rauschhaften und hoch gelobten Epos über menschliche Abgründe und menschliche Güte zur Kult-­ Autorin und zum gefragten Gast im amerikanischen Late-Night-Fernsehen. Nun ist sie auf Einladung des Literaturbüros auch in Freiburg zu Gast. Am Mittwoch, den 15. März, liest sie ab 20 Uhr im Winterer-Foyer des Stadt­ theaters.

März 2016 chilli Cultur.zeit 65

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chilli cultur.zeit  

Der Kultur-Teil der aktuellen chilli-Ausgabe Ausgabe März 2017

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