BOYKOTT SÜDAFRIKA Genug ist genug – eine schwere Entscheidung
TANJA UND DIRK PALFALUSI ERKLÄREN IHRE ENTSCHEIDUNG VORLÄUFIG NICHT MEHR NACH SÜDAFRIKA ZU REISEN Manchmal gibt es Ereignisse, die auch banale Vorhaben wie eine Urlaubsplanung zu einer Gewissensfrage werden lassen und einen zwingen, politische Strukturen und Motive, auch die eines beliebten Urlaubsziels, noch kritischer zu hinterfragen als zuvor. Südafrikas Entscheidung, die Exportquote von Löwenskeletten von 800 auf 1500 (!) zu erhöhen - also fast zu verdoppeln, war für meinen Mann und mich ein solches Ereignis. Als wir davon erfuhren, waren wir gerade dabei, unseren Urlaub für das Jahr 2019 zu planen... Mein Mann und ich lieben Tiere, engagieren uns für den Tierschutz und haben daher zwei Katzen von Pflegestellen adoptiert. Schon immer haben uns Raubkatzen - insbesondere Löwen - fasziniert. Aus der Faszination wurde Leidenschaft und wir wollten uns auch aktiv für diese bedrohten Tiere einsetzen. So kam es, dass wir in den vergangenen beiden Jahren unseren Jahresurlaub mit einer Freiwilligenarbeit in Südafrika in einer ethischen Auffangstation für Löwen kombinierten. Die Freiwilligenarbeit war besonders informativ, aufklärend und sehr prägend. Diese Zeit und unsere Erlebnisse vor Ort haben unseren Blick auf den Tier- und Artenschutz nachhaltig verändert.
Für uns klingt es daher wie blanker Hohn, dass ausgerechnet das südafrikanische Umweltministerium unter Edna Molewa zugestimmt hat, die Exportquote für den legalen Handel mit Löwenskeletten für das Jahr 2018 derart dramatisch zu erhöhen! Anscheinend bedeuten ihnen diese 1500 Lebewesen nichts, deren Todesurteil sie mit dieser Entscheidung abgesegnet haben. Für die Verantwortlichen tauchen diese Löwen nur in irgendeiner Statistik auf… Aber für meinen Mann und mich bedeutet jeder einzelne dieser Löwen sehr wohl etwas! Wir haben uns daher entschieden, Südafrika bis auf Weiteres von unserer Urlaubsliste zu streichen, denn wir wollen weder diese Industrie noch die Regierung unterstützen, die die systematische Ausbeutung und gezielte Tötung dieser Tiere vorantreibt und somit den Knochenhandel weiter befeuert. In einem Schreiben an das südafrikanische Umweltministerium haben wir versucht, unsere Beweggründe nachvollziehbar darzustellen. Diese Entscheidung fiel uns enorm schwer, denn Tiere, Land und Leute sind uns während unserer Freiwilligenarbeit sehr ans Herz gewachsen. Um eines klarzustellen: unsere Entscheidung bedeutet keinesfalls, die Löwen dort im Stich zu lassen! Ganz im Gegenteil, der Kampf gegen diese Industrie geht zusammen mit der Organisation „CACH Deutschland - Nein zur Gatterjagd auf Löwen“ unvermittelt weiter! Selbstverständlich kann man nun argumentieren, dass auch andere Urlaubsländer nicht unfehlbar sind, dessen sind wir uns durchaus auch bewusst. Aber jeder muss für sich entscheiden, was für einen selbst tragbar und annehmbar ist und was nicht. Viele kennen die tragische Geschichte des Löwen Jabula (https://issuu.com/cachdeutschland/docs/die_tragische_geschichte_von_jabula), der für diesen Knochenhandel sterben musste. Seine Geschichte zeigt eindringlich, was Südafrikas Entscheidung, die Exportquote in einem solchen Ausmaß zu erhöhen, für jeden einzelnen dieser Löwen bedeutet. Als dieser Beschluss verkündet wurde, war für meinen Mann und mich sofort klar:
GENUG IST GENUG!