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Heft 3-2013 95. Jahrgang 3. Quartal

Lebensqualität

BUNDmagazin in Bayern www.bund-naturschutz.de

GENTECHNISCHE FREILANDVERSUCHE

Natur+Umwelt Erneuerbare Energien natur verträgliche Land wirtschaft

Priorität Natur- und Umweltschutz

öko logische Vorrang flächen

ENERGIE WENDE

art gerechte Tier haltung

AUSBAU FLUGHAFEN

Klimaschutzgesetz Landesentwicklungsplan

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Kraft-Wärme-Kopplung

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Priorität Natur- und Umweltschutz

Wald Steigerwald Nationalpark Wald Energieeinsparung Energie

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zukunftsfähiges Landes entwicklungs Bayern

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artgerechte Tierhaltung

Artenvielfalt Artenvielfalt Artenvielfalt Artenvielfalt

Sanierung und Erhaltung des Strassen-Bestandsnetzes

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Das 200 000ste Mitglied – werben doch sicher Sie, oder?

Mehr als 195 000 Mitglieder und Förderer hat der BN mittlerweile. Jetzt freuen wir uns auf das 200 000ste Mitglied.

JANDA+ROSCHER, Die WerbeBotschafter

Foto: fotolia

Helfen Sie mit, sie oder ihn zu finden und sprechen Sie Ihre Freunde und Bekannten auf eine Mitgliedschaft im BN an. Unser Jubiläumsmitglied und sein Werber/seine Werberin bekommen jeweils einen exklusiven Geschenkkorb mit Produkten aus BN-Projekten, wie z.B. Kirschlikör aus Kalchreuther Kirschen,

orb Geschenkk

„Grünspecht-Apfelsaft“ von Streuobstwiesen aus Ansbach, Leberwurst und Schafwollsocken vom Rhönschaf und Salami aus dem Hofer Weiderindprojekt. Außerdem im Korb: ein Plüschbiber, ein Kochbuch mit Kirschrezepten und der Wanderführer „Gerettete Landschaften“. Eine Beitrittskarte finden Sie im Heft. Vielen Dank für Ihr Engagement!

0 000 ste für das 20 d seinen n u d Mitglie erberin Werber/W

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Natur + Umwelt 3-2013

Inhalt BUND Naturschutz Bayern 4 Intern Delegiertenver­ sammlung in Nürnberg, Informationen zur Um­stellung auf SEPA

6 Leserbriefe

7 Porträt  Elisabeth Bahr

8 Ratgeber  Dörren, einwecken, haltbar machen – Tipps für die Erntezeit

9 Reiseseite

10 Titelthema 18/19 100 Jahre BN Impressionen des Jubiläumsjahres

Inhalt BUND

20 100 Jahre ÖNB

B1 Editorial und Inhalt

21 Ehrensache  Der BN bietet viele Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren

B2 Magazin Kurznachrichten

22/23 Aktuelle Kurzmeldungen 24/25 Natur schützen

26 Der BN-Symbolbaum Die Linde im Pflanzenporträt 27 Fotoseite

B4 Kommentar  Zeit für Reformen B6 Schwerpunktthema  Die Bundestagswahl am 22. September entscheidet auch Deutschlands künftige Umweltpolitik. B15 Aktion  Aktiv gegen ­Massentierhaltung

28/29 Kinderseite

B18 Zur Zeit

B20 Biosphärenreservat Rügen

30 Neue Bedrohung  Das AKW Gundremmingen soll hochgefahren werden. Und mehr Regionales

39 Termine, Impressum

B22 ToxFox  Neue Kosmetik-App spürt Schadstoffe auf B24 Aktiv B26 Internationales

Am 15. September ist Landtagswahl. Wir erläutern die zentralen Forderungen des BN an die künftige ­bayerische Regierung. Außerdem: Ja-/Nein-Antworten der Parteien auf zwölf Fragen des BN Ab Seite 10

B28 Junge Seite  Kreative Aktionen gegen Tierelend in Agrar­ fabriken

Liebe Leser

B30 Persönlich  Hiltrud Buddemeier

Im April war das Donaufest zum ersten Mal ein Freudenfest, denn der Staustufenausbau ist wohl abgewendet. Nur wenige Wochen später starrte ganz Bayern fassungslos auf die apokalyptischen Bilder des Donau-Hochwassers. Auch Niederalteich war geflutet. Diese Katastrophe zeigt, dass die Folgen von Politik jede und jeden betreffen – im positiven wie im negativen Sinn. Die Entscheidung für den sanften Donau-Ausbau und zahllose gerettete Landschaften beweisen, dass die be­ liebte Ausrede aller Politikverdrossenen »Die machen doch eh, was sie wollen« so nicht stimmt. Bürger können Einfluss nehmen. Am Wahltag, aber nicht nur. Auch nach der Landtagswahl sollten alle Naturschützer der Regierung genau auf die Finger schauen – und sich unter anderem für einen ökologischen, wirksamen Hochwasserschutz stark machen. Ihre Luise Frank, Redakteurin Natur+Umwelt

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Sie haben die Wahl!

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38 Bildung

Eine neue BUND-Reise in die Elbtalauen bietet nicht nur spannende Vogelbeobachtung, sondern auch die Teilnahme an einer Pflanzaktion. Seite 9

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Sinnvoll reisen

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Batmans bayerische Freunde

Im Landkreis Forchheim belauschen Fledermaus­ schützer seit drei Jahren die nächtlichen Jäger – mit erstaun­lichen Ergebnissen. Seite 24 /25

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Delegiertenversammlung in Nürnberg

Im Jubiläumsjahr fand die ­Delegiertenversammlung des BUND Naturschutz in Mittelfranken statt. Mit dem Leit­ antrag »Bayerns Lebensgrundlagen bewahren« forderte der Verband die Politik im Wahljahr auf, den Themen des Natur- und Umweltschutzes, der Energiewende und einer Abkehr vom Flächenfraß endlich Priorität einzuräumen (mehr dazu im Titelthema ab Seite 10). Als Redner war Staatsminister Dr. Markus Söder zu Gast auf der DV.

sonstige Einnahmen 134 000 Euro

Bayerns Lebensgrundlagen bewahren

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öder attestierte dem BN, »eine Kreisvorstandsversammlungen aus der kompetentesten Organisatiden Planungsgremien. Die scheionen in Bayern« zu sein. Auch wenn denden Beiräte, viele von ihnen er den Delegierten kein Umdenken ­altgediente BN-Aktive, wurden mit der Regierung in Sachen Nationaleiner Ehrung verabschiedet. park Steigerwald versprechen konnDem Gebot der Transparenz entte, wurde seine Rede wegen seines sprechend, wurde auch diesmal der unbestrittenen Einsatzes für die Verbandshaushalt von Landessonstige doch Einnahmen Donau sehr wohlwollend aufschatzmeister Helmut Steininger 134 000 Euro genommen. Als Erinnerung erhielt vorgestellt. Trotz der gestiegenen Einnahmen der Umweltbildungseinrichtungen der Minister einen Plüschbiber und Einnahmen ist strenge Haushalts322 000 Euro den Wanderführer »Gerettete Landdisziplin erforderlich, weil auf der Zuschüsse fürNeu Ankäufe, schaften«. gewählt wurde 2013 anderen Seite die Ausgaben steigen, Artenschutz, Projekte der Ein Teil der Beiräte um alle Aufgaben bewältigen zu 2 276Beirat. 000 Euro wurde von der DV gewählt, die restkönnen. lichen entsenden die JBN und die Erbschaften Gesamteinnahmen 587 000 Euro (abzügl. Rücklagezuführung)

11,7 Mio. Euro

Spenden inkl. Haus- und Straßensammlung Einnahmen der Umweltbildungseinrichtungen 1 475 000 Euro 322 000 Euro

Beiträge von Mitgliedern und Förderern 7 060 000 Euro

Zuschüsse für Ankäufe, Artenschutz, Projekte 2 276 000 Euro

Gesamteinnahmen

Erbschaften 587 000 Euro

(abzügl. Rücklagezuführung)

11,7 Mio. Euro

Spenden inkl. Haus- und Straßensammlung 1 475 000 Euro

Beiträge von Mitgliedern und Förderern 7 060 000 Euro

Investitionen, Baumaßnahmen 127 000 Euro Verwaltung, Miete und sonstige Ausgaben 1 194 000 Euro

Arten- und Biotopschutz 1 965 000 Euro

Verbandsorgane, Delegiertenversammlung, Naturschutzveranstaltungen 302 000 Euro Unterstützung der Jugendarbeit 255 000 Euro Deutschlandweiter und Investitionen, Baumaßnahmen internationaler Umweltschutz 127 000 Euro 755 000 Euro Verwaltung, Miete und sonstige Ausgaben 1 194 000 Euro Information der Bevölkerung, Öffentlichkeitsarbeit, Pressearbeit, Internet, Verbandsorgane, DelegiertenversammMitglieder- und Spendenwerbung lung, Naturschutzveranstaltungen 2 400 000 Euro 302 000 Euro Mitgliederservice, »Natur+Umwelt« Unterstützung der Jugendarbeit 735 000 Euro 255 000 Euro Deutschlandweiter und Gesamtausgaben internationaler Umweltschutz 7554000 Euro   100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt11,7 [3-13] Mio. Euro Information der Bevölkerung, Öffentlichkeitsarbeit, Pressearbeit, Internet,

Gesamtausgaben 11,7 Mio. Euro

Ankauf ökologisch wertvoller Grundstücke 883 000 Euro Natur- und Umweltschutz 638 000 Euro

Arten- und Biotopschutz 1 965 000 Euro

Unterstützung der Kreis- und Ortsgruppen 1 920 000 Euro

Ankauf ökologisch wertvoller Grundstücke 883 000 Euro

Bildungsarbeit 553 000 Euro

Natur- und Umweltschutz 638 000 Euro Unterstützung der Kreis- und Ortsgruppen


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Foto: Fotolia/Photo-K

um 1. Februar 2014 treten in der EU weitreichende Änderungen beim Zahlungsverkehr in Kraft. Ziel ist es, Finanztransaktionen ­europaweit zu vereinheitlichen und zugleich sicherer zu machen. Die Neuerungen betreffen auch die Überweisung der Mitgliedsbeiträge an den BUND Naturschutz. Wer für

die Bezahlung seines Beitrags das Lastschriftverfahren nutzt, braucht sich darum nicht zu kümmern Der BN wird die erteilte Einzugsermäch­ tigung in ein SEPA-Lastschriftenmandat ändern. Den Mitglieds­ beitrag in bisheriger Höhe zieht der Verband dann mit einer SEPALastschrift ein. Auch die Fälligkeit ändert sich nicht: Der Fälligkeitstag für jährliche Beiträge ist der 10. Januar oder der 10. Juli. Der Fälligkeitstag bei allen anderen Zahlern ist der vorletzte Arbeitstag des Monats. Wer noch nicht am Lastschriftverfahren teilnimmt, könnte das bei dieser Gelegenheit ändern. Der BN bittet alle Mitglieder, eine Einzugsermächtigung auszustellen (möglich auch auf www.bundnaturschutz.de/einzugsermaechtigung). Dies spart Arbeitszeit, Papier und Porto. Das eingesparte Geld steht dann für die Naturschutz­ arbeit zur Verfügung. In der nächsten N+U informiert der BN ausführlich über die Umstellung.

Sie haben die Wahl

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it einem glanzvollen Festakt hat der BUND Naturschutz in Bayern e.V. am 29. Juni im Münchner Prinzregententheater sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Altgediente und junge BN-Aktive kamen zusammen, Gäste und Partner des BN kamen ins Gespräch. Die Rückmeldungen auf die große Jubiläumsfeier waren durchwegs positiv. Deshalb möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei allen bedanken, die zum Gelingen dieses Festes beigetragen haben. Den zahlreichen Gratulanten schloss sich auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer an. Er erklärte in einer Pressemitteilung: »Der BUND Naturschutz ist kritischer und konstruktiver Partner der Staatsregierung im Ringen um die besten Lösungen für Bayerns Umweltschutz und seine unverwechselbaren Landschaften und Naturschätze. Unser Dank gilt dem unermüdlichen Einsatz der vielen Mitglieder für bedrohte Tierarten und Pflanzen, für unsere Nationalparks und Naturparks in Bayern. Die vielen Tausend Aktiven des BN, darunter zahlreiche Ehrenamtliche, sind ein Glücksfall für unsere Umwelt, für unsere bayerische Heimat.« Als »Unruhegeister« im positivsten Wortsinne würdigte der Festredner, SZ-Chefredakteur Dr. Heribert Prantl, die BN-Aktiven. In Anlehnung an die Bergpredigt sagte er: »Selig sind die Unruhegeister, denn sie werden uns die Heimat erhalten.« Wir können stolz sein auf un­ seren Verband und das, was wir im Laufe dieser 100 Jahre erreicht haben. Aber wir werden uns nicht auf diesen Erfolgen ausruhen, denn große Herausforderungen liegen vor uns. Für die nähere Zukunft haben wir uns erst einmal vorgenommen, noch größer und schlagkräftiger zu werden: Im Jubiläumsjahr 2013 möchten wir das 200 000ste Mitglied begrüßen. In Sachen Natur- und Umweltschutz gibt es auch nach 100 Jahren noch viele »offene Baustellen«: Unser Engagement für eine andere Ernährungskultur und für die

bäuerliche Landwirtschaft ist genauso gefordert wie der Kampf gegen industrielle Landwirtschaft, Patentierung und Gentechnik. Auch die Umsetzung einer echten öko­ logischen Energiewende und der Stopp des Bodenverbrauchs in ­Bayern nach wie vor weiterhin unseren Einsatz. Weiterhin engagieren werden wir uns auch für Bürger­ parti­zipation – auch in Form von Volksbegehren auf Bundesebene. Wir werden deshalb unsere Bündnis­arbeit ausbauen, denn wir wissen: je breiter die Bündnisse, umso größer die Chancen zur Durchsetzung unserer Ziele. Wichtige Weichen für die Zukunft werden in diesem Jahr aber nicht nur beim BN gestellt, sondern auch in der Politik. Im September finden Landtags- und Bundestagswahlen statt. Dann entscheiden Sie darüber, ob in Bayern und auf Bundesebene Naturschutz- und Umweltpolitik ­gestärkt und Bayerns Schönheit nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten verteidigt wird. Das Schwerpunktthema in dieser »Natur+Umwelt« informiert Sie über die Standpunkte der Parteien zu Fragen des Umweltschutzes. Mehr zu den Kandidaten für den Bundestag finden Sie auf www.bund.net im »Kandidatencheck«. Bilden Sie sich Ihre Meinung und geben Sie Ihre Stimme den Kandidaten, die am ehesten die Gewähr bieten, sich für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen einzusetzen.

Foto: Roggenthin

Liebe Mitglieder

BN ändert Zahlungsverkehr

Ihr Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des BN Ihre Doris Tropper, stv. Vorsitzende des BN Ihr Sebastian Schönauer, stv. Vorsitzender des BN

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Foto: Krönauer

Kein Kraftwerk am Jochberg! Schreiben Sie uns! Wir freuen uns auf Ihre Meinung: BN-Magazin »Natur+Umwelt«, Dr.-JohannMaier-Str. 4, 93049 Regensburg, nu@bundnaturschutz.de Leserbriefe können gekürzt werden.

Zur Regionalseite Oberbayern in N+U 2/2013 Am Jochberg soll ein Pumpspeicher-Kraftwerk gebaut werden, so ein Schmarrn! Hat schon jemand nachgerechnet, wie viel Gewicht drei Millionen Kubikmeter Wasser ausmachen (Erddruck) bzw. wie viel Wasser im Kalkalpin davon laufen kann (fragt mal bei der DBAG zu den Kosten der Neubaustrecke ­Ingolstadt– Nürnberg durch den Jura – jeder Geologie-Student hätte vorhersagen können, dass da Spalten und Klüfte sind). Dabei liegt ca. 700 Meter tiefer ein Musterbeispiel für ein potenzielles PumpspeicherKraftwerk, das Walchenseekraftwerk. Aber E.ON weigert sich beharrlich, entsprechende Planungen in Betracht zu ziehen. Nur: die Ge-

genargumente, die von dort gebracht werden (Trinkwasserschutz, Schwankungen des Seespiegels usw.) gelten genauso für ein Werk am Jochberg! Im Übrigen ist Bayern mit Speicherkraftwerken an jedem bedeutenderen Fluss »gesegnet« – mir hat noch niemand sagen können, warum die nicht in Pumpspeicherkraftwerke umgebaut werden können (auch ohne die EU-Wasserrechts-Rahmenrichtlinie gravierender als bisher zu verletzten). Die Schwankungen in den Oberwassern (Stauseen) und der Hochwasserschutz (das lässt sich regeln) dürften keine Argumente sein. Und die Durchlässigkeit der Staustufen für Fische ist ohnehin vorgeschrieben! Ohne der Energieallianz Bayern zu nahe treten zu wollen, aber sind Riesen-Investitionen in »zweifelhafte« Projekte immer der Weisheit letzter Schluss? Hans-Ulrich Sinner, München

Die Energiewende bewegt nach wie vor die Gemüter

Die »Energiewende« bedeutet, soweit man bisher absehen kann, eine

gigantische Schädigung und Zer­ störung unserer Umwelt, bedeutet für Natur und Landschaft eine Katastrophe mit nur negativen Auswirkungen. Wir sehen heute schon einen völligen Landschaftswandel: Aus einer historisch gewachsenen Natur- und Kulturlandschaft entsteht eine »Energielandschaft« mit öden Monokulturen, lebensfeind­ lichen Maisanbauflächen, Biogasanlagen, Agrarfabriken (statt Bauernhöfen), landschaftsfressenden Fotovoltaikflächen und Windenergieanlagen. Die Monotonisierung auf Kosten der Natur zerstört unser Land, wobei das Bewusstsein der Bevölkerung meist noch auf dem Stand von »Atomkraft – nein danke« stehengeblieben ist, wo doch die »Kollateralschäden« der Energiewende schon unübersehbar geworden sind. Eine Umkehr, weg von dieser Naturzerstörung, erscheint angesichts des Bewusstseinsstandes unserer Politiker kaum noch denkbar. Dr. med. Klaus Pillhatsch, Regensburg

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Elisabeth Bahr

Naturschutz lebt – von Menschen, die nicht aufgeben. Elisabeth Bahr, Ehrenvorsitzende der BN-Kreisgruppe Höchstadt-Herzogenaurach, setzt auch im Kampf gegen ihre unheilbare Krankheit auf Tugenden und Fähigkeiten aus ihrem jahrzehntelangen Umweltengagement. Von Christoph Markl-Meider

E

s ist einer der wenigen schönen Frühsommertage in diesem Jahr, an dem Elisabeth Bahr, 65, auf der Wiese hinter ihrem Haus in der Sonne liegen kann. Sie genießt den Ausblick und zählt neun Störche, die heute über das mittelfränkische Dorf Oberhöchstädt, in dem sie seit 1999 lebt, hinwegziehen. Allerdings stimmt das Bild so nicht ganz. Denn Elisabeth Bahr liegt nicht in der Blumenwiese, sondern steht dort mit ihrem hochmodernen elektrischen Rollstuhl, der sie auf Knopfdruck in jede erdenkliche Körperlage bringt. Mit Betonung auf Knopfdruck, denn zu mehr ist Elisabeth Bahr kaum noch fähig, seit sie vor einigen Jahren eine schwere neuromuskuläre Erkrankung mit der Diagnose ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) ereilte.

Lahmgelegt, aber quicklebendig

Im Lauf der Zeit hat die unheilbare und unaufhaltsame Krankheit, die durch den britischen Physiker Stephen Hawking weltbekannt wurde, fast ihren ganzen Körper lahmgelegt – nicht jedoch ihren Kopf. Mit dem ist sie so hellwach, präsent und schlagfertig wie eh und je und so lebensbejahend, wie es vielleicht nur eine Frohnatur aus dem Rheinland, von wo sie stammt, in dieser Situation sein kann. Noch immer erzählt sie sprühend vor Wortwitz, schwärmt euphorisch oder redet sich, wenn nötig, richtig in Rage. 25 Jahre lang hat Elisabeth Bahr als engagierte Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Höchstadt-Herzogenaurach, als Mitglied des BN-Landesbeirates und als anerkannte Kommunalpolitikerin mit Temperament und Leidenschaft die natürlichen Lebensgrundlagen ihrer zweiten Heimat verteidigt, geschützt und wo immer möglich auch verbessert. Schwere Umweltsünden wie eine Müllverbrennungsanlage bei Herzogenaurach, das Kohlekraftwerk Franken III, einen Golfplatz in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Naturschutzgebiet oder einen gigantischen Autohof im Aischtal konnte sie mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern im BN verhindern. Im Kampf gegen die umweltschädlichen Machenschaften der industriellen Entenmastanlage der Firma Wichmann gelang es ihr, dass wesentliche Auflagen endlich eingehalten werden mussten. Sich vorzustellen, wie Elisabeth Bahr anfangs als junge, ebenso bunt wie alternativ gekleidete, stark

frauenbewegte Naturschützerin, als alleinerziehende Mutter von vier Kindern und als kompromisslose Grüne bei ihren neuen Nachbarn auf dem Land angekommen sein muss, fällt nicht so schwer. Doch mit der ihr eigenen Zähigkeit, mit kluger Überzeugungskraft und ohne jegliche Arroganz schaffte sie es, dass ihr auch konservative Landwirte oder verstockte Bauernverbandsfunktionäre irgendwann mit Respekt begegneten. Dass sie schließlich von der Dorfbevölkerung in Oberhöchstädt gebeten wurde, als Bürgermeisterin zu kandidieren, ist der beste Beleg ihrer einnehmenden Persönlichkeit.

»Viel zu verdanken« Für ihr jahrzehntelanges Engagement im BN und ihre ökologische Lebensleistung wurde Elisabeth Bahr jetzt mit der Bayerischen Naturschutzmedaille ausgezeichnet. ­Hubert Weiger und Doris Tropper überreichten die Auszeichnung.

Ehrung mit Naturschutzmedaille

Ihre Erkrankung erlaubte es nicht mehr, diese neue Herausforderung anzunehmen. »Mein körperlicher Zustand hat all dem schnell einen Schlusspunkt gesetzt«, erzählt sie heute offen und scheinbar ohne Wehmut. »Jetzt bin ich froh über das, was wir hier gemeinsam alles geschafft haben.« Zum Beispiel, dass die Kreisgruppe über viele Jahre hinweg Teiche im Mohrhofgebiet erworben und daraus in beispielhafter praktischer Naturschutzarbeit eines der großen Erfolgsprojekte des bayerischen Arten- und Bio­topschutzes gemacht hat. »Nun genügt es mir, das Erreichte geduldig zu genießen«, sagt sie, »und sei es, dass ich die Störche am Himmel über meinem Garten zähle.« Dennoch hat sich Elisabeth Bahr nicht vollständig aus der umweltpolitischen Verbandsarbeit zurückgezogen. Als die Heinrich-Böll-Stiftung 2012 eine Studie über »Braune Ökologen« veröffentlicht, regt sie an, dass der BN schon rein vorsorglich gegen derartige Gefahren wirkungsvolle Schutzmechanismen entwickelt. Kein Wunder also, dass der BUND Naturschutz sie auf seiner diesjährigen Delegiertenversammlung für ihren aufrechten ökologischen Lebensweg, von dem sie auch ihr schweres Leiden nicht abbringen konnte, mit der Bayerischen Naturschutzmedaille ausgezeichnet hat. »Liebe Elisabeth«, schloss Landesvorsitzender Hubert Weiger seine lange Laudatio schlicht und ergreifend, »wir verdanken dir so viel.« Foto: Mader

Foto: Markl-Meider

Respekt, Frau Bahr!

[3-13] 100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt 

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Kontakt Elisabeth Bahr, Oberhöchstädt, Dachsbach, E-Mail eli.bahr@ t-online.de


Kühl und dunkel sollte übrigens alles Obst und Gemüse gelagert werden. Achten Sie auch auf gute Belüftung. Holzkisten mit fliegenvergitterten Ritzen zur Unterseite können in einer kühlen, schattigen Ecke der Wohnung den Kartoffelkeller gut ersetzen. Ethylen ist schwerer als Luft, sinkt also aus nicht geschlossenen Obstkisten heraus zu Boden.

Illu: Blumenschein

Einlegen, einkochen und ansetzen

Obst und Gemüse konservieren

Was lange hält – bleibt gut!

Wie können wir die Fülle, die uns die Erntezeit liefert, so verwerten, dass wir möglichst lange etwas davon haben? Und damit wir regionale Lebensmittel noch über die Saison hinaus vorrätig haben?

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ärten und Läden quellen derzeit über von frischem Obst und Gemüse. Nie fällt es leichter, sich regional zu ernähren als in der üppigsten Zeit des Jahres. Da ist es hilfreich, mit ein paar Tricks die Äpfel vor dem Verschrumpeln zu bewahren oder das Auskeimen der Kartoffeln zu verzögern. Wer weiß, wie er einen Berg Mangold als Winterdelikatesse haltbar machen kann, der hat die Möglichkeit, sich ein Stück Sommer im eigenen Vorratsregal aufzuheben.

Keine Äpfel neben Kartoffeln

Schon beim Lagern frischer Lebensmittel gibt es einige Kniffe, die ihre Haltbarkeit erhöhen kann. Wer ohnehin einen neuen Kühlschrank benötigt, sollte auf ein modernes Gemüsefach achten. Bis auf wenige Ausnahmen – wie Tomaten, Bananen, Auberginen – halten besonders niedrige Temperaturen viele Obst- und Gemüsesorten deutlich länger frisch. Aber auch im Obstkorb kann eine überlegte Platzierung Wunder wirken, Stichwort Ethylen. Eine Reihe von Früchten scheidet dieses Gas aus, besonders Äpfel, aber auch Pfirsiche oder Pflaumen. Diese Früchte reifen nach und kontrollieren durch das Gas ihren Reifungsprozess. Ethylenempfindliche Lebensmittel wie Gurken und Tomaten reagieren darauf mit vorzeitigem Zerfall, Kartoffeln mit Austreiben. Finden Sie daher möglichst getrennte Lagerstätten.

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100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt [3-13]

Was in den vergangenen Jahrzehnten aus vielen Haushalten verschwunden ist, erfährt derzeit eine Renaissance: Viele Menschen entdecken die Vorzüge haus­ gemachter Marmeladen und eingelegter Gemüse wieder – und holen den alten Sauerkrauttopf vom ­ Dachboden. Beachten Sie aber: Durch Kochen nehmen die enthaltenen Vitamine Schaden. Wer also absehen kann, dass er sein großes Gurkenglas im nächsten Halbjahr leeren wird, kann auf die etwa halbstündige Sterilisa­ tion im Kochtopf verzichten und sich mit dem Einlegen in Essig begnügen. Sauerkraut aus Weiß- oder Rotkohl ist besonders ­vitaminreich, hier übernimmt die Milchsäuregärung unter Luftabschluss die Konservierung. Die Herstellung ist einfach, es dauert allerdings gut sechs Wochen, bis der Kohl zum Kraut geworden ist. Dauert Ihnen das zu lange, können Sie verschiedene Gemüsesorten auch einfach mit Salz konservieren: Im Kühlschrank halten sich die geschlossenen Gläser oft mehrere Monate.

Zehn Tipps für die regionale Frische

L  agern Sie Äpfel und andere nachreifende Früchte nicht in der Nähe von ethylenempfindlichem Obst. L  agern Sie Obst und Gemüse möglichst getrennt. A  uch im Kühlschrank sollten nachreifende Früchte unter nicht-nachreifenden gelagert werden. O  b Keller oder Kiste: Sorgen Sie regelmäßig für Frischluft, Sauerstoff bremst Abbauprozesse. D  er BUND bietet fürs Einlagern hölzerne Apfelstiegen und Kartoffelhorden an, siehe: www.bundladen. de, Tel. 0 30-2 75 86-4 80, bestellung@bundladen.de L  agern Sie nur unbeschädigtes Obst und Gemüse, faule oder angeschlagene Stellen sollten Sie bald entfernen. Kontrollieren Sie Eingelagertes daher r­ egelmäßig. Beschädigte Früchte konservieren Sie möglichst direkt durch Einlegen oder Einkochen. A  chten Sie beim Kauf eines neuen Kühlschranks auf ein Obst- und Gemüsefach mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, das erhöht die Haltbarkeit deutlich.  Viele regionale Gemüsesorten halten sich gesalzen monatelang in Kühlschrank oder Keller.  Was Sie in den nächsten Monaten verzehren, muss nicht aufwendig sterilisiert werden – die Einkochzeit wird deutlich kürzer, mehr Vitamine bleiben erhalten. E  xperimentieren Sie mit alten Methoden wie der Krautherstellung: Rot- und Weißkohl im Krautfass bieten Abwechslung, die es nicht zu kaufen gibt. Volker Eidems


BN-Reise Flusslandschaft Elbe

Im Land der Vögel

REISEN

Foto: Dieter Damschen

Foto: Burg Lenzen

REISEN

Sinnvoll reisen – geht das eigentlich? Aber sicher! Eine neue Aktivreise des BN führt in die Weite der Flussauen und Moore an der Elbe. Dort bauen die Teilnehmer mit an einer besseren Zukunft für Rohrdommel & Co.

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ur Herbstzeit ist das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Zuwanderungsland: Tausende von Wildgänsen und Kranichen rasten auf den weiten Überschwemmungsflächen. Auf den abgeernteten Feldern der Elbmarschen treffen die ersten Saatgänse ein. Das Schutzgebiet erstreckt sich über einen etwa 400 Kilometer langen Abschnitt der Mittelelbe, eine der letzten naturnahen Stromlandschaften Mitteleuropas. Das BUND-Besucherzentrum Burg Lenzen ist ein idealer Ausgangspunkt, um diese urwüchsige Landschaft zu erkunden. Es bietet einen vier Hektar großen Park, ein Informationszentrum zur Flusslandschaft am Grünen Band und ein Hotel. Im Burgrestaurant werden die Gäste mit regionaler Bioküche verwöhnt. Nur einen Kilometer entfernt haben die Lenzener ihrem Fluss wieder zu seinem Recht verholfen. Dort wurde die jahrhundertealte Deichlinie um mehr als einen Kilometer landeinwärts verlegt – die bisher größte Rückdeichungsaktion in Deutschland. Damit bekommt nicht nur die Elbe mehr Raum, sondern auch einer der wertvollsten und mittlerweile leider auch seltensten Lebensräume Deutschlands, der Auwald. Etwa 170 Hektar Wald wurden im Projekt bereits gepflanzt. Rund 300 sollen es letztendlich werden, auch mithilfe der Aktivtouristen der BN-Reise. Sie pflanzen junge Laubbäume, die dann zu einer wertvollen Hartholzaue heranwachsen. Bereits jetzt ist das Gebiet ein Paradies für Tierarten wie Biber, Weiß- und Schwarzstorch, Kranich und ­Seeadler. Während des herbstlichen Vogelzugs kann man hier arktische Überwinterungsgäste wie Sing-

Mit anpacken Im Rahmen der Reise pflanzen die Teilnehmer auch Bäume für die Elbtalauen.

Landeanflug Die Flussauen an der Elbe sind ein wertvoller Lebensraum für viele Vogelarten wie diese Gänse.

und Zwergschwäne, Saat- und Blessgänse sowie Pfeif-, Krick-, Knäk-, Spieß- und Löffelenten beobachten. Den wohl schönsten Lohn für sein engagiertes Naturschutzprojekt hat Lenzen bereits eingefahren: Im Gegensatz zu anderen Städten blieb es im Frühjahr 2013 von größeren Überschwemmungsschäden verschont.

Selbst Hand anlegen

Natur erkunden und mitgestalten

Aktivreise in einen der artenreichsten Lebens­ räume Mitteleuropas  2. bis 8. November 2013  695 Euro pro Person (DZ und HP, mittags Picknick); für Nichtmitglieder 720 Euro  30 Euro Zuschlag für Einzelzimmer

Mit ihrer 1075 Jahre alten Geschichte ist Lenzen eine der ältesten Städte der Region Prignitz. Nahe der Burg liegt der »Stumpfe Turm«, an dem noch Für Kurzentschlossene: Reste der mittelalterlichen Stadtmauer zu sehen Die im Frühjahr wegen des sind. Im Ort wird regionales Handwerk lebendig. Hochwassers verschobene In einer Schauwerkstatt bekommen die BN-ReiReise in die Flusslandschaft senden Einblicke in die Kunst des Filzens und die Elbe findet vom 15. bis Kreisläufe einer nachhaltigen Regionalwirtschaft. 22. September statt. Auf dem Programm steht außerdem eines der Weitere Infos und Anmelschönsten Moore Brandenburgs. Mit dem Moordung unter BUND-Reisen, see, den ausgedehnten Schilfgürteln, quellenreiReise­center am Stresechen Moorwäldern und Feuchtwiesen bietet das mannplatz, Tel. Rambower Moor Arten wie der Großen Rohrdom09 11 -5 88 88 20, info@ mel und dem Großen Feuerfalter einen Lebensbund-reisen.de, www. raum. Auch hier legen die Teilnehmer ordentlich bund-reisen.de Hand an und entbuschen das Moor. Mittagessen gibt es in der Scheune und gegen kalte Hände heißen Apfelsaft aus der Region. Am letzten Tag der Aktivreise erkunden die Teilnehmer das Grüne Band zwischen Elbe und Arendsee. Der Weg führt zu Binnendünen, Heiden und Sandtrockenrasen – Tummelplatz für Ziegenmelker, zahlreiche Reptilien und Insekten. Hier muss der Kiefernaufwuchs regelmäßig entfernt werden. Die herrliche Belohnung am Ende des Tages: Im Abendlicht lassen sich Tausende Wildgänse auf dem Arendsee nieder. Wieder eine dieser Sensationen im Land der Vögel. Heidi Tiefenthaler

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Lebensqualität

Erneuerbare Energien natur verträgliche Land wirtschaft

Klimaschutzgesetz

Priorität Natur- und Umweltschutz

öko logische Vorrang flächen

ENERGIE WENDE

art gerechte Tier haltung

ENTECHNISCHE FREILANDVERSUCHE

AUSBAU FLUGHAFEN

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dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung plan

Priorität Natur- und Umweltschutz

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Am 15. September wird in Bayern der Landtag neu gewählt. Der BUND Naturschutz ist parteipolitisch­ ­neutral. Gerade deshalb kann er unvoreingenommen als »grünes Gewissen Bayerns« aufzeigen, welche politischen Entscheidungen die Lebensgrundlagen sichern.

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er BN kann aber ebenso aufzeigen, wer in der Vergangenheit im Landtag die Hand für Naturzerstörung und gravierende Fehlentwicklungen gehoben hat. In allen Landtagsfraktionen brauchen wir mehr Politikerinnen und Politiker, die sich für die Bewahrung von Bayerns Schönheit, für den sofortigen Atomausstieg oder die Förderung einer bäuer­ lichen, gentechnikfreien Landwirtschaft einsetzen. Wir ­wissen aus vielen Umfragen, dass den Menschen in Bayern der ­Naturschutz enorm wichtig ist. Doch mit den konkreten ­Naturschutzanliegen müssen die Landtagsabgeordneten auch direkt in ihrem Wahlkreis konfrontiert werden. Denn die Milliardenschäden der jüngsten Hochwasser­ katastrophe wurden auch von Landtagsabgeordneten mit­ verursacht, die für neue Staatsstraßen in Überschwemmungsgebieten gestimmt, in der Landesplanung wirksame Regeln gegen den Flächenfraß auf der »grünen Wiese« verhindert oder einen verpflichtenden Schutzstreifen an Bächen und Flüssen abgelehnt haben. Wenn in der eigenen Heimat bis an den Rand des Bachs geackert wird und damit Pestizide, Gülle und Bodenabtrag vom Maisacker direkt in die Gewässer kommen, wenn Flüsse begradigt und kanalisiert statt Auen renaturiert werden, hat dies immer mit politischen Entscheidungen zu tun, die auch im Landtag getroffen werden. Prüfen Sie daher nicht nur, wem Sie Ihre Stimme geben, sondern suchen Sie auch nach der Wahl das Gespräch mit Ihren Wahlkreisabgeordneten. Wir geben Ihnen auf den folgenden Seiten Kriterien an die Hand, wie Sie Wahlprogramme und politische Aussagen selbst kritisch beurteilen können. Zu zwölf Kernfragen des BUND Naturschutz haben sich die Parteispitzen mit klaren Ja-/Nein-Antworten geäußert, ihre differenzierteren Positionen finden Sie im Internet unter www.bund-naturschutz.de/landtagswahl-2013. Die wichtigste Bitte: Gehen Sie wählen und bleiben Sie ­politisch aktiv, egal, welche Mehrheiten es im kommenden Landtag gibt. Denn die Erfolge des BUND Naturschutz in ­seiner hundertjährigen Geschichte vom Aus für die WAA in Wackersdorf bis zum Schutz der frei fließenden Donau in Niederbayern zeigen ganz klar: Politik ist veränderbar. Hubert Weiger

Richard Mergner

[3-13] 100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt 

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AENERGIE USBAU FLUGHAFEN WENDE

Nachgefragt

Ein Nationalpark im Steigerwald? Eine dritte Startbahn am Münchner Flughafen? Der BUND Naturschutz wollte vor der Landtagswahl am 15. September klare Aussagen von den politischen Parteien.

ie jüngsten Demos gegen Atomkraft oder die große »Mia hams satt!«-Demo in München zeigen deutlich: Es gibt noch viel zu tun für engagierte Naturschützer. Auch das katastrophale Hochwasser, das Bayern kürzlich heimsuchte, hat dramatische Versäumnisse aufgezeigt. Doch wie soll die künftige Umweltpolitik des Freistaats aussehen? Und wie stehen die politischen Parteien zu den Kernforderungen des BN? Wir haben die Parteien gebeten, auf zwölf zentrale Fragen mit einem klaren Ja oder Nein zu antworten. Die Antworten auf diese Fragen bieten einen schnellen Überblick. Von SPD, Freien Wählern und FDP haben wir zu den Ja-/Nein-Antworten kurze Stellungnahmen bekommen, die Sie online nachlesen können, von der CSU gab es statt klarem Ja oder Nein ausschließlich Stellungnahmen. Wir haben versucht, daraus eine eindeutige Antwort herauszulesen. Wo dies nicht möglich war, ist ein Fragezeichen abgedruckt. Zu fünf für die Zukunft des Umweltschutzes in Bayern besonders wichtigen Themen erläutern auf Seite 14 bis 17 unsere Fachreferenten die zentralen Forderungen des Verbandes. Den Parteien haben wir die Gelegenheit gegeben, dazu ausführlicher Stellung zu nehmen. (lf ) Diese Stellungnahmen und die Erläuterungen zu den Ja-/ Nein-Fragen können Sie nachlesen auf: www.bund-naturschutz.de/landtagswahl-2013

Priorität Natur- und Umweltschutz

Lebensqualität

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Abbau umwelt schädlicher Subventionen

Sanierung und Erhaltung des 12 Strassen-Bestandsnetzes

  100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt [3-13]

1. Setzen Sie sich für den sofortigen Atomausstieg, das heißt das Abschalten der bayerischen Atomkraftwerke ohne schuldhaftes Verzögern ein?

2. Werden Sie ein eigenes bayerisches Klimaschutzgesetz mit konkreten Zielsetzungen zur Energieeinsparung in allen Bereichen in den kommenden Landtag einbringen? 3. Sind Sie für die Beibehaltung des Erneuerbaren Energien Gesetzes mit seinen Grundpfeilern des Einspeisevorrangs und der gesicherten Vergütung sowie seine Weiterentwicklung mit ökologischen Leitplanken?

4. Setzen Sie sich für die Einrichtung eines ersten fränkischen Nationalparks im Bereich der staatlichen Wälder im nördlichen Steigerwald ein? 5. Sind Sie gegen den Ausbau des Flughafens München mit einer 3. Start- und Landebahn? 6. Setzen Sie sich für ein Landesentwicklungsprogramm Bayern ein, das die Zersiedelung wirksam verhindert und dem Flächenschutz durch ein scharfes Anbinde- gebot, Flächenrecycling und Innenentwicklung vor Neuausweisung eindeutige Priorität gibt? 7. Setzen Sie sich für die Umschichtung von EU-Agrarfördergeldern für eine bäuerliche, naturverträgliche Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung und ökologischen Vorrangflächen ein? 8. Sind Sie für ein Verbot jeglicher gentechnischer Freilandversuche in der Land- und Forstwirtschaft in Bayern sowie für die klare Kennzeichnung von mit gentechnischen Futtermitteln erzeugten Lebensmitteln?

9. Sind Sie für die Erhöhung der Finanzmittel für den Naturschutz und die Umweltbildung zur Sicherung der Artenvielfalt und Lebensqualität pro Jahr von derzeit 40 auf 100 Millionen Euro, finanziert durch den Abbau umweltschädlicher Subventionen? 10. Sind Sie für den massiven Ausbau von dezentraler Kraft-Wärme-Kopplung statt einem Festhalten an fossilen Großkraftwerken? 11. Befürworten Sie den absoluten Vorrang von Sanierung und Erhaltung des Bestandsnetzes zu Lasten des Baus neuer Straßen im Bundesverkehrswegeplan und bei der Novellierung des Staatsstraßenplans? 12. Setzen Sie sich dafür ein, dass bei der Staatswaldbewirtschaftung der Erfüllung der Gemeinwohlfunktionen ein klarer Vorrang vor der Gewinnorientierung eingeräumt wird sowie 10 Prozent des Staatswaldes einer natürlichen Entwicklung überlassen werden?


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[3-13] 100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt 

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Illustration: Ellie Nator – Fotolia.com


Positionen und Forderungen des BN

Fotos: Inkoferer (Demo), Fotolia/Engel

Für eine zukunftsfähige Energiewende

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er BUND Naturschutz fordert von der Bayerischen Staatsregierung den sofortigen Atomausstieg ohne schuldhaftes Zögern und den Ausstieg aus der fossilen Stromversorgung bis 2040 – für einen konsequenten Klimaschutz. Der Atomausstieg ist sofort möglich, auch in Bayern. Es existieren bereits heute ausreichend Ersatzkraftwerke in Bayern bzw. Transportnetzkapazitäten aus benachbarten Bundesländern. Eine zukunftsfähige Energiewende muss dezentral erfolgen und muss neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien vor allem auf Energieeinsparung und Energieeffizienz setzen. Zwar liefern Wind und Sonne »kostenlose« und unendlich viel Energie. Aber die Nutzung von Wind- und Sonnenenergie erfordert Fläche – Fläche unserer Heimat. Energiesparen in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr ist daher eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss als gleichrangiger Kompromiss mit Natur- und Landschaftsschutz erfolgen: Naturschutz muss ein echtes Steuerungsinstrument des Ausbaus der Erneuerbaren Energien sein. Der BN fordert den Ausbau der Erneuerbaren Energien mit ökologischen Leitplanken. Die fluktuierenden (nicht steuerbaren) Erneuerbaren Energien Wind und Sonne liefern riesige Mengen an zukunftsfähigem und bezahlbarem Strom. Aber was, wenn keine Sonne scheint, kein Wind weht? Der BN fordert daher eine Neubewertung der Kraft-­WärmeKopplung – diese ist erforderlich für Energieeffizienz

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Große Aufgabe Der BN fordert: Ausbau Erneuerbarer Energien – mit ökologischen Leitplanken – statt weiterer Nutzung von Atomenergie.

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100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt [3-13]

und den Klimaschutz. Zugleich bieten dezentrale Heizkraftwerke und Blockheizkraftwerke, gebündelt als ­virtuelle Ersatzkraftwerke, die notwendigen Reserve­ kapazitäten für die Versorgungssicherheit mit Strom. Der BN fordert daher, den Wärmemarkt mit der Stromerzeugung zu kombinieren, in einem zukunftsfähigen Energiemarkt. Energiesparen und Energieeffizienz sind die wichtigsten Themen für eine erfolgreiche und zukunftsfähige Energiewende. Energieeffizienz ist eine zentrale Anforderung an die Stromproduktion in thermischen Anlagen: Verbrennung erzeugt Wärme, Wärme kann mit Motoren und Turbinen Generatoren zu Stromerzeugung antreiben – aber heute vernichten wir dabei zwei Drittel der eingesetzten Verbrennungswärme und gewinnen nur ein Drittel der Energie als Strom – das ist Energievernichtung. Der BN fordert: werden Verbrennungsanlagen zur Stromproduktion eingesetzt, dann ist Kraft-Wärme-Kopplung ein Muss! Energiesparen erfordert eine breite gesellschaftliche Diskussion. Der BN muss diese Diskussion positiv besetzen und einfordern. Es geht um technisch intelligente Wege, es geht um die Bezahlbarkeit unseres Lebensstils durch Energiesparen, es geht aber auch um die Diskussion unseres Lebensstils in unserer Gesellschaft. Dr. Herbert Barthel

zukunftsfähiges Bayern


Positionierung des BN zur Landtagswahl

Z E R S I E Bayerns Schönheit vor Flächenfraß bewahren S I

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Die Weichen richtig stellen Statt immer mehr Gewerbegebiete auf der »grünen Wiese« und Straßen dorthin zu genehmigen, soll das Leben in den Ortskernen wieder attraktiver gestaltet werden, fordert der BN.

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Landes entwicklungs plan

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vom Bundesverkehrsministerium vorgegebenen Zielen zur Verkehrsentlastung und zum Lärmschutz. Der BUND Naturschutz wird sich auch nach der Wahl mit aller Kraft gegen diese Wunschliste wehren, damit die Instandhaltung des bestehenden Straßennetzes und schnell umsetzbare Alternativen für stark belastete Ortsdurchfahrten sowie die Stärkung von Bahn und Bus endlich Priorität bekommen. Eine entscheidende Abstimmung gab es in einer der letzten Sitzungen des alten Landtages auch zur Fortentwicklung des Landesentwicklungsprogramms. Obwohl viele Verbände vom bayerischen Städtetag über die Architektenkammer bis zum BUND Naturschutz eindeutige Leitplanken für die Innenentwicklung und gegen das Bauen auf der »grünen Wiese« forderten, wurden letzte Hürden gegen den Flächenfraß von der Landtagsmehrheit beseitigt. Wem Bayerns Schönheit am Herzen liegt, der sollte auch diese Themen in seine Wahlentscheidung einbeziehen. Richard Mergner

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ei der Landtagswahl im September entscheiden wir Wähler auch darüber, ob Bayern mit der Verbauung von rund 25 Fußballfeldern pro Tag weiter trauriger Spitzenreiter unter allen Bundesländern beim Flächenverbrauch bleibt, ob am Münchner Flughafen das Prestigeprojekt dritte Startbahn gebaut wird und ob trotz leerer Kassen eine beispiellose Straßenbau­ orgie statt notwendiger Bahnausbauten in den Bundes­ verkehrswegeplan aufgenommen wird. Denn zumindest die offiziellen Antworten der Parteien zu diesen für ein zukunftsfähiges Bayern entscheidenden Themen sind recht eindeutig. Umso wichtiger ist es, die Landtagskandidatinnen und -kandidaten vor Ort zu befragen, welche Position sie zu konkreten Projekten in ihrem Wahlkreis einnehmen. Denn die bayerische Staats­regierung aus CSU und FDP hat in diesem Frühjahr ein gigantisches Sraßenbauprogramm an Autobahnen und Bundestraßen an den Bundesverkehrs­ minister aus Bayern, Peter Ramsauer, geschickt. Mit fast 400 Straßenprojekten und einem Finanzvolumen von über 17 Milliarden Euro ist Bayern Spitzenreiter der »Wunschzettel-Produzierer«. Bei den derzeit verfüg­baren Aus- und Neubaumitteln des Freistaats würde die Umsetzung dieser Vorhaben rund 160 Jahre dauern. Zudem wurden vom Bundesverkehrsministerium aufgestellte Kriterien nicht beachtet. Weder die Finanzierbarkeit, noch der Natur- und Landschaftsschutz oder die Einbindung in ein Verkehrsgesamtkonzept wurden berücksichtigt. Fehlanzeige auch bei den

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[3-13] 100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt 

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Fotos: Leidorf (Luftaufnahme), Fotolia/Sven Masch

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Positionen und Forderungen des BN Ökologische

Fotos: Ruppaner

Fotos: Michael Kunkel (Rohrberg)/Stefan Pieger

Schutz für den Wald

Bauernhöfe statt Agrarfabriken Intensiver Maisanbau ist für die Böden problematisch, wie dieses vernässte Feld zeigt. So geht’s auch: Kühe auf der Weide statt Gedränge im Stall.

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Wald

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m Rahmen der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP), jährlich mit über 50 Milliarden Euro an Steuergeldern finanziert, werden die Weichen nach wie vor in Richtung industrielle Nahrungsmittelproduktion und Tierfabriken gestellt. Leidtragende sind neben den Bauern – in Bayern haben seit 1970 zwei Drittel der Betriebe aufgegeben – Natur und Artenvielfalt: So sind die Bestände von Feldvögeln wie Feldlerche, Kiebitz oder Rebhuhn stark zurückgegangen, Bodenerosion und Verdichtungen sind Folge verengter Fruchtfolgen ohne Kleegras mit viel Maisanbau. Seit 2005 wurden in Bayern 46 000 Hektar Wiesen und Weiden in Äcker verwandelt. Seit 2011 beherrscht das zähe Ringen um die Verteilung der EU-Agrarmilliarden die politische Diskussion. Der BN fordert die Umschichtung von Geldmitteln für konkrete Leistungen, wie sie in den Agrarumweltprogrammen vergeben werden. Der BN fordert außerdem, dass die allgemeine Agrarförderung verknüpft wird mit einer

Steigerwald Nationalpark

Holzhunger Der BN fordert mehr nutzungsfreie Waldgebiete wie am Rohrberg im Hochspessart. Intensive Nutzung kann schwere Waldschäden verursachen, wenn sich zu wenig Förster um den Staatswald kümmern: hier eine durch schwere Forstmaschinen zerstörte Rückegasse.

ie Forstreform brachte 2005 die Waldwende für Bayerns Staatswälder. Aber nicht zum Besseren, denn dank der höheren Holzpreise soll der Staatswald vor allem viel Geld in die Staatskasse spülen. Der BUND Naturschutz kritisiert, dass im bayerischen Staatswald zu intensiv Holz genutzt, aber zu wenig Wald geschützt wird. Der BN fordert deshalb, die vorbildliche Staatswaldbewirtschaftung im Waldgesetz so zu verankern, dass Gemeinwohlfunktionen und Naturschutz Vorrang vor Gewinnerzielung und Holzeinschlag eingeräumt wird. Zudem sollen sich entsprechend den Zielen der Bundesregierung 10 Prozent des Staatswaldes natürlich entwickeln dürfen. Bayern hat bislang nur ein Drittel dieses Ziels erreicht. Deshalb fordert der BN, 11 000 Hektar Staatswälder im nördlichen Steigerwald als Nationalpark auszuweisen. Aktuell sind hier tausende alte Buchen von einer Hiebssatzerhöhung bedroht. Daneben sind weitere nutzungsfreie Waldschutzgebiete wie im Spessart notwendig, um die bestehenden Naturwaldreservate zu erweitern. Auch der Bergwald als Hochwasserspeicher und Lawinenschutz muss naturschonender genutzt und besser geschützt werden. Der BN fordert: Die Umwidmung von 7000 Hektar Bergwald zu Weideland ist rück­ gängig zu machen! Da ein Drittel der bayerischen Wälder aus reinen Nadelholzforsten bestehen, sollen diese in stabile Mischwälder umgewandelt werden. Dr. Ralf Straußberger

10% natürliche Entwicklung Staatswald bewirtschaftung

100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt [3-13]

art gerechte Tier haltung

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Positionierung des BN zur Landtagswahl

Platz für Biber & Co

Foto: Schwemmer

Agrarreform

artgerechten Tierhaltung auf Basis einer betriebseigenen, regionalen Futterversorgung und einem Netz von 10 Prozent ökologischen Vorrangflächen ohne Pestizideinsatz. Seit 2009 werden auf landeseigenen Flächen keine gentechnisch veränderten Pflanzen mehr angebaut oder freigesetzt – ein Erfolg des Kampfes gegen Agrogentechnik des BN gemeinsam mit Imkern und vielen Verbündeten. Aber noch ist der kommerzielle Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU nicht vom Tisch. Auch fehlt eine Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln, die von Tieren gewonnen werden, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden, zum Beispiel bei Fleisch und Eiern. Marion Ruppaner

natur verträgliche Land wirtschaft

öko logische Vorrang flächen

artgerechte Tierhaltung

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er illegale Abschuss einer trächtigen Luchsin im Bayerischen Wald hat kürzlich Entsetzen und Wut ausgelöst. Der BN kritisiert, dass die Politik zu wenig unternimmt, um die Akzeptanz für wieder zuwandernde Wildtiere zu fördern. Sie stellt sich nicht hinter diese Arten, sondern lässt zu, dass sie zum Sündenbock – auch für Fehlentwicklungen in der Landnutzung – abgestempelt werden. So nimmt Bayern beim rigorosen Töten von Bibern, Kormoranen oder Graureihern einen Spitzenplatz ein. Der BN fordert, die Öffentlichkeit aktiv zu informieren, um Vorurteile abzubauen. Der Managementplan für den Wolf muss endlich aus der jahrelangen behördlichen Warteschleife befreit werden, der überfällige Plan für den Fischotter ist abzuschließen und eine ­Otterberatungsstelle einzurichten. Außerdem braucht Bayern ein unabhängiges wildbiologisches Kompetenzzentrum und neue spezialisierte Strafverfolgungsbehörden, um die grassierende Wilderei bei hoch bedrohten Arten – eine Kulturschande – zu stoppen. Begleitet werden muss dies mit mehr Raum für die Wildtiere, seien es breite ungenutzte Uferstreifen, die hochwassergefährdeten Flüssen und Bibern mehr Raum geben, zehn Prozent nutzungsfreier öffentlicher Wald oder endlich eine umfassende Moor- und Auenrenaturierung. Dies kommt dem Arten- und Naturschutz, dem naturnahen Hochwasserschutz und damit der Gesellschaft zugute. Dr. Kai Frobel

Schützen statt abschießen Jetzt soll der Biber sogar Schuld am Hochwasser sein. Der BN fordert seit langem, die Akzeptanz für Wildtiere zu fördern.

Artenvielfalt

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Fotos: Mader

Auch die Delegiertenversammlung stand ganz im Zeichen des Jubiläums. Mit einer Fotoaktion machten die BN-Aktiven »Werbung« für die Energiewende. Staatsminister Dr. Markus Söder hielt eine Rede und bekam als Dankeschön einen Plüschbiber und den Wanderführer »Gerettete Landschaften«. Mit einem Geschenk wurden die scheidenden Beiräte verabschiedet.

In seiner Rede zollte BN-Vorsitzender Prof. Hubert Weiger den vielen Tausend Aktiven der 100-jährigen Verbandsgeschichte Respekt.

Im glanzvollen Rahmen des Münchner Prinzregententheaters fand am 29. Juni der große Jubiläumsfestakt statt.

Ein ganz Ein guter Freund wie der BUND Naturschutz dürfe auch ungelegen kommen, betonte Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber in seinem Grußwort.

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100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt [3-13]


Geballte Naturschutz-Power aus Niederbayern demonstrierten die BN-Aktiven beim Donaufest im Jubiläumsjahr

Foto: Inkoferer

Die Benefizauktion der Jubiläumszeichnung von Horst Haitzinger läuft – bieten Sie mit! Das Höchstgebot liegt derzeit bei 2000 Euro. Mehr dazu auf www.bund-naturschutz.de/100-jahre-auktion.

Für die musikalische Gestaltung des Festakts sorgte die Kammeroper München (im Hintergrund). Den fetzigen Abschluss lieferten die »Weltretterkids« aus Bad Kissingen.

Das Reichswaldfest, die Jubiläums­ veranstaltung für Mittelfranken, lockte Tausende Besucher an.

Fotos: Mader

Mit Charme und Humor führte die Moderatorin Ursula Heller vom Baye­ rischen Rundfunk (hier mit Hubert Weiger) durch den Festakt.

Viel Applaus bekam Dr. Heribert Prantl, Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, für seine Festrede zum Thema »Was Bürger bewegen können«.

besonderes Jahr Unter diesem Motto stehen 2013 die großen Veranstaltungen des BN. Bei der Delegiertenversammlung in Nürnberg war Minister Dr. Markus Söder zu Gast. Den Höhepunkt des Jubiläumsjahres bildete der große 100-Jahre-Festakt in München. Und auch Regionalveran­staltungen wie Donaufest und Reichswaldfest wurden zu Geburtstagsfeiern.

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Foto: Susanne Radke

Gerettet! Vom ÖNB vor der Verbauung bewahrt: die Krimmler Wasserfälle

Auch Österreichs älteste Naturund Umweltschutzorganisation feiert Geburtstag

Der Naturschutzbund wird 100

Bis ins Jahr 1913 reichen auch die Wurzeln des Naturschutz­ bundes Österreich zurück. Was ist in diesen 100 Jahren nicht alles passiert! Abschaffung des Kaisertums in Österreich, zwei Weltkriege, Wiederaufbau, Wirtschaftskrisen – das waren schon turbulente Zeiten. Der Naturschutzbund hat in all diesen Jahren an seinen Zielen festgehalten und den Schutz der Natur nicht aus den Augen verloren.

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as Besondere am Naturschutzbund ist, dass er sehr breit aufgestellt ist. In jedem Bundesland eine Landesgruppe, viele Bezirks- und Ortsgruppen, die Naturschutzjugend und die Zentrale in Salzburg machen den Naturschutzbund – zusammen mit seinen vielen Experten und Wissenschaftlern – zu einer regional verankerten Naturschutzorganisation mit überregionalem Konzept. »Wir sind gemeinnützig, überparteilich und mit 80 000 Mitgliedern und unzähligen ehrenamtlichen Mitarbeitern eine wichtige Naturschutzkraft in Österreich und das alles hat es uns ermöglicht, auch in schwierigen Zeiten zu bestehen«, sagt Roman Türk, Präsident des Naturschutzbundes.

Foto: ÖNB

Der Naturschutzbund hat vieles erreicht …

Die älteste Österreichische Naturschutzorganisation kann auf viele Erfolge zurückblicken. Ein besonderer Erfolg ist die Nationalpark-

Historisches Treffen (Vo.li.): Otto Sieber (Zentralsekretär pro natura Schweiz), Birgit Mair-Markart (GF Naturschutzbund Österreich), Mathias Zimmermann (GF Verein Naturschutzparke), Julia Hallmann (Fachbereichsleiterin Verein Naturschutzparke), Roman Türk (Präsident Naturschutzbund Österreich), Eberhard Stüber (Ehrenpräsident Naturschutzbund Österreich), Hubert Weiger (Vorsitzender BUND Naturschutz in Bayern)

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100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt [3-13]

Bewegung: Die Entstehung so gut wie aller Nationalparks geht auf die Initiativen und jahrelangen Bemühungen des Naturschutzbundes zurück. Genauso wie viele andere Schutzgebiete wurde ihr Grundstein im Engagement vorausschauender Naturschützer der ersten Stunden gelegt, die zum Teil heute unvorstellbare Projekte wie eine Brücke über den Neusiedlersee, die Verbauung der Krimmler Wasserfälle und Kraftwerke in der heutigen Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern, Gesäuse und Kalkalpen verhindert haben. Der Naturschutzbund kämpft auch seit Jahrzehnten dafür, für Pflanzen und Tiere wieder geeignete (Überlebens-)Bedingungen zu schaffen und damit die Artenvielfalt zu erhalten. Etliche Arten konnten so gerettet werden: »Wir sind stolz darauf, dass wir den Biber in Österreich wieder heimisch gemacht haben und für die Rückkehr des Luchses erfolgreich gekämpft haben«, freut sich Vizepräsident Hannes Gepp. Das Grundstücksnetz des Naturschutzbundes spielt für die Erhaltung von seltenen Arten eine besondere Rolle und ist eine echte Erfolgsgeschichte: Viele Naturjuwelen wie Moore, Sumpfwiesen, Tümpel, Bachufer und Trockenrasen konnten durch Pacht oder Ankauf gerettet werden. So fanden die gelbe Alpenrose, die Früh­ lingslichtblume und das Dickwurzelige Löffelkraut – die bedrohteste Pflanze Österreichs – nur auf den Grundstücken des Naturschutzbundes Platz zum Überleben. 12 Millionen Quadratmeter wertvoller Lebensräume befinden sich in der Obhut des Naturschutzbundes, der damit der wichtigste Besitzer landschaftlicher Kostbarkeiten in Österreich ist.

Gemeinsam feiern

Ein runder Geburtstag will aber auch gefeiert werden. Bei der großen Festveranstaltung in Wien mit vielen Freunden und Partnern sowie Naturschutz-Pionieren vergab der Naturschutzbund als besonderen Höhepunkt den Österreichischen Naturschutzpreis an den Anti-Atom-Vorkämpfer Peter Weish und die Tiroler Band Bluatschink, die Österreichische Post AG präsentierte eine Jubiläumsbriefmarke. Bei diesem Fest kam es auch zu einem historischen Zusammentreffen von Vertretern der ältesten Naturschutzvereine im deutschsprachigen Raum.


Ehrenamt im BUND Naturschutz

Mit anpacken

Die Bilanz ist beeindruckend: Mehr als eine Million Stunden ­Engagement haben die Ehrenamtlichen dem BN im vergangenen Jahr geschenkt. Eine großartige Leistung. Und Sie? Möchten Sie vielleicht selbst schon lange …? Unsere kleine Typologie des Ehrenamtlers könnte Ihnen weiterhelfen.

oore entbuschen, in der Geschäftsstelle der Kreisgruppe arbeiten, Bürger über Agrogentechnik informieren oder eine Demo gegen die Ortsumgehung organisieren: 6400 ehrenamtlich Aktive packen beim BUND Naturschutz an den verschiedensten Stellen und zu vielerlei Themen mit an. In 560 Orts- und 76 Kreisgruppen investieren sie Zeit und Herzblut, um die Zukunft ein wenig mitzugestalten. Und weil Kröten über die Straße tragen nicht jedermanns Sache ist, sind die Einsatzbereiche glücklicherweise so vielfältig wie die Menschen selbst. So finden alle ihr »Biotop«.

 Die Hand-Anleger

Sie bauen Amphibienzäune auf, schwingen die Sense auf dem Magerrasen oder pflanzen Obstbäume auf Streuobstwiesen. Neudeutsch würde man sagen, es sind die Hands-on-Typen des Verbandes. Sie arbeiten gerne handwerklich und draußen an der frischen Luft. Für den BN sind sie unersetzlich, beispielweise bei der Pflege der 2900 Hektar Schutzgrundstücke.

 Die Kontakt-Pfleger

Sie sind der »Brückenschlag« des Verbandes in die Gesellschaft. Sie gehen gerne auf Menschen zu, vermitteln Zusammenhänge und wecken Verständnis und Interesse: an Infoständen, bei der Mitgliedergewinnung oder der Haus- und Straßensammlung.

 Die Außenwirksamen

Foto: BN-Archiv

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halten. Mit Geduld, Liebe zum Detail und Sinn fürs Praktische.

 Die Unters-Volk-Bringer

Wenn Sie für etwas brennen, dann möchten Sie auch andere überzeugen? Vielleicht sind Sie dann der oder die Richtige für die Umweltbildung im BN. Mehr als 120 000 Stunden Naturerlebnisprogramm haben die Aktiven 2012 für Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf die Beine gestellt – von der Becherlupenwanderung für Zwergerl bis hin zur Vogelstimmenexkursion für Senioren. Anzeige

 Die Auf-die-Beine-Steller

 Die Strippenzieher

Sie müssen nicht unbedingt im Vordergrund stehen, wissen aber, wie wichtig eine gute Verwaltung und Organisation im Verbandsalltag ist? Dann gehören Sie vielleicht bald zu den vielen, vielen Ehrenamtlichen, die die Büros der Kreis- und Ortsgruppen am Laufen

Für mehr Informationen wenden Sie sich an Ihre Ortsoder Kreisgruppe oder nutzen Sie die Antwort­karte hinten im Heft.

WEISSBIER G E n u S S HocH vIER

Sie finden die richtigen Worte, wenn es um »ihre Natur« geht. Für den BN schreiben sie Pressetexte, pflegen und gestalten Webseiten und unterstützen so die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes.

Die große Anti-Atom-Demo oder eine kreative Protestaktion vor dem Europäischen Patentamt: Was später oft wie eine spontane Idee wirkt, hat oft Stunden der Vorbereitung gekostet. Ehrenamtliche mit Organisationsgeschick sorgen dafür, dass die Anliegen des Verbandes wahrgenommen werden.

Gemeinsam schultern Für die Biotop­ pflege werden immer helfende Hände gebraucht.

us dem Altmühltal. Frisch a klich gebraut aus e Handw r en Bio-Rohstoffen. wertvoll

www.riedenburger.de [3-13] 100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt 

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Stadtoase feierte Geburtstag

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Foto: Frey

eit zehn Jahren steht der bunte Bauwagen der BN-Kreisgruppe Kronach mitten im Zentrum der Stadt. Er ist die ­Basisstation des Umweltbildungsprojekts »Stadtoase«, dessen umfangreiches Programm weit hinaus reicht in den gesamten Landkreis. Die Stadtoase bedeutet überraschende Entdeckungen in der Natur, gemeinsam draußen sein bei Sonne, Nieselregen, Frost und Schnee, immer in Bewegung. 1330 Veranstaltungen in zehn Jahren mit insgesamt 26 846 Besuchern beträgt die stolze Bilanz. Teilnehmer sind vor allem Kinder und ­Jugendliche. Den Geburtstag der Stadtoase feierte die Kreisgruppe Ende Juni mit fünf Tagen »offener Bauwagentür«, einem Fest und einem Jubiläumsprogramm. Mehr Info: www. kronach.bund-naturschutz.de

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lanlos, unfinanzierbar, zerstörerisch: Mit seiner Wunschliste für den Bundesverkehrswegeplan will Bayern eine wahre Straßenbauorgie durchsetzen. Die 398 nach Berlin gemeldeten Straßenbauprojekte haben ein Finanzvolumen von über 17 Milliarden Euro. Bei den derzeit verfügbaren Aus- und Neubaumitteln des Freistaats würde die Umsetzung der Vorhaben rund 160 Jahre dauern. Damit bricht Bayern alle R ­ ekorde. Gegen diesen Straßenbauwahn hat der BN am 2. Juli in München mit einer Aktion vor der Staatskanzlei protestiert: Mit den Konterfeis von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, Ministerpräsident Horst Seehofer und Innenminister Joachim Hermann maskierte BN-Aktive warfen dabei mit Geldscheinen um sich (Bild). Wichtiger als neue Straßen wären die Instandhaltung des bestehenden Straßennetzes, schnell umsetzbare Alternativen für stark belastete Ortsdurchfahrten und die Stärkung von Bus und Bahn. Mehr Info: www.mobilstatt-verplant.de

Windkraft: Brandbrief an Seehofer

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it einem Brandbrief hat sich der BN im Juni an Ministerpräsident Horst Seehofer gewandt, der vorgeschlagen hatte, neue Windkraftanlagen in Bayern müssten künftig einen Abstand von Siedlungen einhalten, der der zehnfachen Anlagenhöhe entspricht. Die Höhe von Windanlagen mit sinnvoller Energieernte beträgt 200 Meter, so dass der Abstand zu den nächsten Häusern zwei Kilometer umfassen müsste. In Bayern wären damit so gut wie keine Vorranggebiete für Windenergie mehr möglich – der Ausbau der Windenergie und damit die Energiewende in Bayern wären damit zu Ende. Der BN appellierte daher in seinem Brief an den Ministerpräsidenten, von seinem Vorstoß abzusehen. Brandbrief nachlesen unter www.bund-naturschutz.de/presse/archiv/energie

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100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt [3-13]

Gespräch mit grüner Landtagsfraktion

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ie Energiewende braucht ökologische und ­soziale Leitplanken. Sie darf nicht abgewürgt werden, sondern muss gerade in Bayern erheblich beschleunigt werden. Das war ein zentrales Ergebnis des Gesprächs zwischen der Landtagsfrak-

Foto: BN

Protest gegen Straßenbauorgie

tion der bayerischen Grünen und dem Landesvorstand des BUND Naturschutz im Mai (Bild). Der BN verwies dabei auf die Defizite bei der Energieeinsparung im Freistaat und sprach sich für den Sofortausstieg aus der Atomenergie aus. Übereinstimmung gab es auch in der Agrarpolitik. Bei der Umsetzung der EU-Agrarreform gelte es, die Chancen für eine bessere Förderung von kleinen und mittleren bäuerliche Betrieben und den Schutz der Kulturlandschaft zu nutzen. Der BNVorstand trifft alle Fraktionen des bayerischen Landtags hin und wieder, um umweltpolitische Themen zu besprechen.


Jugend braucht Heimat – Heimat braucht Jugend nter diesem Motto fand Anfang Juni in Dinkelsbühl der 37. Bayerische Heimattag statt. Die Tagung zeigte, wie vielschichtig die Vorstellungen sind, die Jugendliche heute über Heimat haben: Manche verbinden damit geografische oder kulturelle Merkmale, andere eine soziale ­Zugehörigkeit, wieder andere sprechen von der virtuellen Heimat im Internet. Dieses Beziehungsgeflecht führte zu fruchtbaren Begegnungen zwischen jungen und alten Heimatinteressierten. Bruno Täufer, langjähriger BN-Aktiver und Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Bad Windsheim, erhielt für seinen aufopferungsvollen Einsatz gegen Flächenfraß die goldene Ehrennadel. Den Bayerischen Heimattag richten seit 1949 gemeinsam der Bayerische Landesverein für Heimatpflege, der Verband Bayerischer Geschichtsvereine und der BUND Naturschutz aus.

30 Jahre Diskussion über das Waldsterben

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Foto: Erlwein-Blassl

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EU-Agrarreform: Berlin nutzt Chancen nicht

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achdem sich die EU Ende Juni vorläufig auf eine Agrarreform geeinigt hat, könnte es jetzt bei einer konsequenten nationalen Umsetzung zu einem grundlegenden Richtungswechsel in der Landwirtschaftspolitik kommen. Leider hat sich Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner aber dagegen ausgesprochen, möglichst viele Subventionen weg von Großbetrieben hin zu bäuerlichen Betrieben umzuverteilen. Statt 30 Prozent der derzeitigen Zahlungen umzuschichten, will sie es bei fünf Prozent belassen. Auch eine Umverteilung von maximal 15 Prozent der Direktzahlungen für spezielle Umweltleistungen der Landwirte und die ländliche Entwicklung lehnt Aigner ab. Damit stellt sie sich klar auf die Seite der ­Agrarindustrielobby. Unterdessen haben am 13. Juli in München 8000 Menschen unter dem Motto »Mir hams satt!« gegen industrielle Agrarwirtschaft, Massentierhaltung, Gentechnik, Lebensmittelskandale und Flächenfraß protestiert (Bild).

ei einer Pressefahrt ins Erzgebirge machte der BUND Naturschutz (BN) Anfang Juli auf die große Schadstoffbelastung der Wälder damals und heute aufmerksam. 1981 hatte der BN ebenfalls im Erzgebirge eine europaweite Diskussion über das Waldsterben ausgelöst. »Es ist einer der größten Erfolge der deutschen Umweltbewegung, dass damals deutliche Verbesserungen der Luftbelastungen erzwungen wurden«, erklärte der BN-Vorsitzende Hubert Weiger. Im Rahmen der Pressefahrt ehrte der BN auch den ehema­ ligen Bayreuther Stadtförster Gotthard Eitler und den Forstmann Ludwig Hahn aus dem Erzgebirge, die zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Forstprofessor Peter Schütt den Begriff »Waldsterben« geprägt hatten (im Bild von links: Gotthard Eitler, Hubert Weiger, Ludwig Hahn, BN-Waldreferent Ralf Straußberger).

Besucher­magnet »Die großen Vier«

Foto: BN

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eit dem Frühjahr 2012 tourt die Ausstellung »Die großen Vier – Vom Umgang des Menschen mit Bär, Wolf und Luchs« durchs Land – und ist schon jetzt ein großer Erfolg. Allein im BN-Bildungszentrum Wartaweil am Ammersee, wo sie im Mai Station machte, wollten die Ausstellung rund 2000 Besucher sehen. Die Menschen sind fasziniert von den großen Beutegreifern, die langsam wieder in ihre angestammte Heimat Bayern zurückkehren – wenn der vierte im Bunde, der Mensch, sie lässt. Gerade die vielen Elemente zum ­Anfassen und Mitmachen finden besonderen Anklang, wie die BN-Bildungsreferentin Ulrike Sacher-Ley, die die Ausstellung organisatorisch betreut, feststellte. Nächste Station ist das Burgmuseum Falkenstein im Landkreis Cham. Dort können Schulklassen und Familien bis 8. September auch Führungen buchen. Kontakt: Kathrin Rieppel, Tel. 0 94 62-3 87

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Batman und seine bayerischen Freunde

Wo Hecken, Streuobstwiesen und vielseitige Wälder wachsen, fühlen sich Fledermäuse wohl. So wie im Landkreis Forchheim. Fledermausschützer belauschen dort seit drei Jahren die nächt­ lichen Jäger – mit erstaunlichen Ergebnissen. s ist Nacht im Stadtwald. Und obwohl die alten Eichen licht stehen, ist an Sehen nicht zu denken. Fliegende Schatten, einen Luftzug – mehr bekommen die Fledermausfreunde selten von ihren Schützlingen mit. Wie immer stellen sie ihre Aufnahmegeräte auf, hoffend, die Jagd möge möglichst viele kleine »Batmen« in ihre Richtung führen. Fledermausschutz hat viel mit Geduld und Routinearbeiten zu tun: Warten, Lauschen – manchmal auch frierend ein Fangnetz bewachen. Spannend wird es, als das Computerprogramm »batident« später eine in Bayern nicht registrierte Art anzeigt. Mit einer Trefferquote von mehr als 90 Prozent wertet es die nachts aufgenommenen Ortungsrufe der Fledermäuse sehr zuverlässig aus. Doch nun, so ist sich Friedrich Oehme, Initiator und Leiter des vom BN koordinierten Monitoringprojektes sicher, ist Expertenrat ­gefragt. Die angezeigte Nymphenfledermaus wurde erst in den 1980er-Jahren in Griechenland entdeckt und bis heute ist wenig über die seltene Art bekannt. Sollte sie wirklich im Stadtwald Forchheim ihre Runden drehen? Mit Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde soll dem Fall weiter nachgegangen werden. Unter Leitung von Johannes Mohr, damals Mitarbeiter der Behörde, organi­sieren die Aktiven des Gemeinschaftsprojektes zehn nächt­ liche Netzfangaktionen. Doch kein Erfolg. Der Durchbruch kommt erst im Juni 2012. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit gelingt der

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Foto: Nill

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erste Nachweis der Nymphenfledermaus in Bayern (kleines Foto). Solche Momente sind echte Sternstunden im Leben beruflicher und ehrenamtlicher Fledermausschützer. Der Normalfall ist viel, viel Fleißarbeit. 2010 sind insgesamt 700 Arbeitsstunden zusammengekommen, größtenteils ehrenamtlich geleistet.

Ein idealer Lebensraum

Fledermäuse sind heimliche Tiere. Ihre nächtliche Jagd nach Insekten findet lautlos statt – scheinbar. Egal ob Wasser-, Bart-, Mops- oder Fransenfledermaus – jede Art hat ihren speziellen Ortungsruf. Der von Friedrich Oehme entwickelte Bat-

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Insektenjäger Überall zu Hause, wo es fliegt und flattert: eine Fransenfledermaus mit Beute.

corder (siehe Interview) zeichnet diese charakteristische »Melodie« auf. Übers Jahr hinweg führen die Aktiven damit drei Messkampagnen an festgelegten Orten durch. Friedrich Oehme wertet die Daten aus, schreibt die Jahresberichte und kümmert sich um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Am Ende der fünfjährigen Projektlaufzeit werden die Mitarbeiter wertvolles Wissen über die Vielfalt der Arten und ihre Aktivität in der Region gewonnen haben.


»Ich mag sie alle!«

Foto: Mohr

Foto: Hitschfel

Friedrich Oehme ist seit 40 Jahren ­Mitglied des BN. Seit seiner Pensionierung hat sich der ehemalige Hochschulprofessor als Geschäftsführer der Kreisgruppe Forchheim dem Fleder­ mausschutz verschrieben.

Erwischt Die Nymphenfledermaus im behutsamen Griff des Wissenschaftlers Johannes Mohr.

Die Fledermaus Klasse: Säugetiere (Mammalia) Ordnung: Fledertiere (Chiroptera) Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera) Lebensraum: fast alle insektenreichen Naturräume Deutschlands Verbreitung weltweit: auf allen Kontinenten, nicht in polaren Regionen Status: alle Fledermäuse stehen in Bayern auf der Roten Liste, einige sind vom Aussterben bedroht

Fazit nach nun drei Jahren: Den Fledermäusen im Landkreis geht es gut. Die vielgestaltige Landschaft mit den tief eingeschnittenen ­Tälern, den Wäldern und Felsen, Streuobstwiesen, Feldhecken, ­Teichen und Flüssen bietet ihnen einen idealen Lebensraum. Baumhöhlen, Felsenkeller und Karst­ höhlen, aber auch alte Dachstühle werden gerne als Rastplätze, Wochenstuben und Überwinterungsquartiere genutzt. Insgesamt wurden bisher 18 verschiedene Arten belauscht. Bei 24 in Bayern registrierten Fledermausarten spricht diese Zahl für sich.

Die Stimmung hat sich gedreht

Dass dieser Reichtum bei weitem keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt ein Blick in die Vergangenheit: In den 1960er- und 1970er-Jahren sind die Populationen deutschlandweit auf etwa zehn Prozent der ­ursprünglichen Bestände eingebrochen. Damals verloren die Fleder-

N+U: Herr Oehme, Sie waren Professor für ­Technische Elektronik. Wie wird man da zum ­Fledermausschützer?

Friedrich Oehme: Gemeinsam mit Studenten habe ich 1995 für den Zoologieprofessor Otto von Helversen ein Aufnahmegerät entwickelt. Es ermöglichte ihm genauere Einsichten über die Melodie und Art der Ultraschallrufe von Fledermäusen. Das war quasi der Urtyp des heutigen Batcorders. Ein ziemlich großer Apparat – und schwer! Mit diesem Gerät ist von Helversen dann um die ganze Welt gereist – und ich kam so zu den Fledermäusen.

Sie haben zehn Organisationen in das Forchheimer Projekt eingebunden, unter anderem Naturschutzverbände, Verwaltung, den Forst und die Jägerschaft. Wie haben Sie das geschafft?

mäuse durch Renovierungsmaßnahmen an Gebäuden und das Fällen von Höhlenbäumen massenhaft Lebensraum. Außerdem litten sie an den Folgen giftiger Holzschutzmittel und dem Pestizideinsatz in der Landwirtschaft. Erst Anfang der 1990er-Jahre griff der nun systematische staatliche Schutz. Seither hat sich der Bestand wieder auf 20 Prozent erhöht. Die langsame Erholung zeigt, dass Fledermausschutz eine langfristige Angelegenheit ist. Die nächtlichen Jäger vermehren sich mit meist nur einem Jungen pro Jahr sehr langsam. Mit einer der größten Erfolge seit dieser Zeit: Die Stimmung in der Bevölkerung hat sich gedreht. Das ist auch in Forchheim deutlich spürbar. Viele Menschen sind laut Friedrich Oehme inzwischen stolz, wenn sie die Flattermänner auf ihrem Anwesen entdecken. Sie wissen: Wo sich Fledermäuse tummeln, ist die Welt noch in Ordnung. Heidi Tiefenthaler

Das war eine glückliche Fügung. Ich habe das ­Projekt während eines Runden Tisches proklamiert, der in Forchheim jährlich stattfindet. Hier kommen ­Naturschützer und -nutzer zusammen. Das war ­natürlich ein tolles Podium. Diese Organisationen garantieren heute die enorme Breite und das ­Gelingen des Projekts – und der Landrat macht den Schirmherrn.

Gibt es eine Fledermausart, die es Ihnen ­besonders angetan hat? (lacht) Nein, ich mag sie alle.

Welche Bedeutung hat dieses ehrenamtliche ­Engagement nach einem ausgefüllten Berufs­ leben für Sie?

Ich hab mich der Natur verschrieben und bin damit sehr glücklich. Ich bin ja fit. Und die ­Arbeit, die zu leisten ist, ist immens. Das treibt mich an. Wenn die Menschen sich nicht in einer Art ­direkter Demo­ kratie um die Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen kümmern, sind diese bald weg.

Wie gehen Sie mit Rückschlägen um?

Man muss ein dickes Fell haben und sich sagen: Schade, hier haben wir es nicht geschafft. Wenden wir uns der nächsten Aufgabe zu. Und die Erfolge entschädigen für vieles. Unser Projekt ist ja schon ­diverse Male ausgezeichnet worden, unter anderem als UN-Dekade-Projekt.

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Foto: Fotolia/Percent

fahrtsorte, etwa Ettenberg bei Berchtesgaden, erzählen von einem in einer Linde verehrten Marienbild. Linden wurden oft an Kapellen und Bildstöcken an Straßen gepflanzt. In unserer Kulturlandschaft sind diese ­ Ensembles Zeugnisse der Verbundenheit mit dem ­ Göttlichen und der Natur. Der liebliche und besänftigende Blütenduft mag zur Auffassung beigetragen haben, dass man unter Linden stets die Wahrheit sage. Gericht unter der Linde (»sub tilia«) wurde noch in der Neuzeit gehalten. Unter Linden traf man sich zu Trauungen und Verträgen, zu Spielen und Festen. Mit ihren herzförmigen Blättern ist die Linde Baum der Erotik und Liebe, der Geborgenheit und Heimat schon dem Minnesänger Walther von der Vogelweide (»Unter der linden an der heide, da unser zweier bette was …«), ebenso in der deutschen Romantik – so in dem von Franz Schubert vertonten Gedicht »Der Lindenbaum« – oder in der bairischen Volksmusik (»Bei der Linden bin ich gsessn«). Im BN ist die Linde als kraftvolles Symbol, aber auch als lebendiger Baum präsent, wie etwa viele Pflanzungen von Kreis- und Ortsgruppen zeigen, auch mancher Widerstand gegen Verstümmelung oder Fällung. Möge die Linde weiterhin über den Verband und seine Mitglieder wachen – inspirierend, leitend, mahnend.

Porträt

Die Linde – ein starkes Symbol Mit Bedacht hatte sich der noch junge BN einige Jahre nach seiner Gründung die Linde als Vereinszeichen gegeben. Siebenblättrig und mit kräftigen Wurzeln ist sie auch heute noch ein starkes Symbol für den BUND Naturschutz in Bayern, für seine Arbeit und sein Selbstverständnis.

Foto: privat

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Die Autorin Dr. Gertrud Scherf hat mehrere ­Pflanzenbücher verfasst.

nsere heimischen Linden (siehe Kasten) können nahezu 2000 Jahre leben. Der im Alter hohle und mit Modererde gefüllte Stamm bildet im Inneren neue Wurzeln, die nach unten wachsen und ihn im Boden verankern. So verjüngt sich die Linde selbst. Das sich rasch zersetzende Lindenlaub wirkt günstig auf den Boden. Insektennahrung bieten die den Beginn des Hochsommers verkündenden, wunderbar duftenden Blüten. Die arzneiliche Verwendung der Blüten (siehe Kasten) fand erst in der Neuzeit stärkere Beachtung, aber Blätter, Rinde und Wurzeln wurden etwa von Hildegard von Bingen (1098 –1179) oder dem Kräuterbuch-Autor Leonhart Fuchs (1501 –1566) als heilkräftig gelobt. Die Blätter nutzte man als Nahrung für Mensch und Haustiere sowie als Stalleinstreu und Tabakersatz. Aus den Samen wurden Speiseöl und Mehlersatz gewonnen. Aus Lindenbast entstanden in alter Zeit Kleidung, Bogensehnen, Papier. Die Fasern waren zur Herstellung von Seilen, Wäscheleinen, Bienenkörben und Matten sowie insbesondere als Bindebast noch bis ins 20. Jahrhundert geschätzt. Das weiche Lindenholz eignet sich kaum als Brennholz, dagegen gut für Schnitz-, Tischler- und Drechslerarbeiten. Berühmte Altäre, etwa von Tilman Riemenschneider oder Veit Stoß, sind aus Lindenholz geschnitzt. Über den praktischen Nutzen hinaus spielte die Linde eine wichtige Rolle. In vorchristlicher Zeit war sie Muttergöttinnen wie der germanischen Frija zugeordnet. Als Marien-Baum erscheint sie stets wohlwollend und freundlich. Ursprungslegenden mancher Wall-

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Die heimischen Lindenarten

Name: Vielleicht mit »lind« (weich, geschmeidig) für Bast und Holz zusammenhängend. Viele Orts- und Familiennamen leiten sich von der Linde ab. Vorkommen: Sommerlinde (Tilia platyphyllos) ins­ besondere in Berg- und Schluchtwäldern als Begleitbaumart, Winterlinde (Tilia cordata) in trockenen ­Eichen-Hainbuchenwäldern und in der Hartholzaue. Linden sind häufige Straßen- und Parkbäume sowie Haus- und Siedlungsbäume. Unterscheidungsmerkmale: Winterlinde mit beiderseits kahlen Blättern und rötlichbraunen Haaren in den Aderwinkeln der Blattunterseite; Sommerlinde mit größeren, weicheren, unterseits behaarten Blättern und weißlichen Haaren in den Aderwinkeln. Die Holländische Linde, ein natürlicher Hybride beider Arten, mit gelblichen Aderwinkel-Haaren. Verwendung:  Aufenthalt unter blühenden Linden: Ruhe und Entspannung.  Getrocknete Blüten (Blütenstände samt Hochblatt): schweißtreibender Heiltee bei Erkältung und ­Husten, abwehrsteigernd und vorbeugend gegen grippale Infekte. In der Volksmedizin zudem zur Beruhigung und Schlafförderung.  Frische Blüten: Aromatisierung von Speisen und Getränken. Reizlindernde Haut- und Haarpflege.  Junge Blätter: Zugabe in Salaten, auf Butterbrot. (Nicht verwendbar sind die aus Südosteuropa stammende, für Insekten giftige Silberlinde, T. tomentosa, sowie andere nicht heimische Arten und deren ­Hybriden.)


Foto: Paul Westrich

BEDROHTE BESTÄUBER Der BUND Naturschutz setzt sich für gefährdete Insekten ein. Als Bestäuber unserer Pflanzen sind sie von großer öko­logischer Bedeutung. Im Bild eine Königin der Veränderlichen Hummel (Bombus humilis).


100 Jahre BUND Naturschutz Illustrationen: Schellmoser

Hallo, hier bin ich wieder, Bibo, der neugierige Biber. Heute geht es um den BUND Naturschutz. Ohne den gäbe es viele schöne Landschaften nicht mehr. Wie gut, dass es uns gibt, sagt Bibo.

Saison-Thema

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100 Jahre Schutz

er BUND Naturschutz ist überall in Bayern aktiv. Und er hat schon viel Landschaft und Tiere gerettet. Ohne ihn keine Gipshügel »Sieben Buckel« in Franken. Das Spessart-Flüsschen Hafenlohr wurde 30 Jahre lang vor einem Staudamm bewahrt, jetzt ist es sicher. Das bedeutendste Moor Deutschlands, das Murnauer Moos, gäbe es lange nicht mehr. Seit 1985 läuft das Rhönschafprojekt und bewahrt eine alte Haustierrasse und einen Lebensraum vor dem Aussterben. Ohne BUND Naturschutz keine Biber und erst recht keine Wildkatzen hierzulande. Ihr seht, es ist schon viel getan, aber noch mehr ist zu tun.

Sandachse

Bedroht und gerettet

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ünen und Strände, Sandgebiete? Und das mitten in Bayern? Zwischen Weißenburg und Bamberg gibt es das tatsächlich. Der BUND Naturschutz hat mit seinem Projekt Sandachse Franken dazu beigetragen, dass solche seltenen Lebensräume gerettet wurden. Dünen-Sandlaufkäfer, Blauflügelige Ödlandschrecken und Zauneidechsen dürfen weiter leben.

Gips gibt’s nicht

Gipshügel

G Fotos: Witt

ips braucht man beim Hausbau, für Wände, Gipskarton und zum Löcher zuschmieren. Ein nützlicher Stoff. Deshalb sind Gipshersteller ganz heiß auf Gipsvorkommen in der Landschaft. Sie bauen den Gips ganz ab und statt eines Hügel haben wir dann ein Loch vor Augen. Ohne wertvolle, seltene Tiere und Pflanzen. Der BUND Naturschutz konnte wichtige Flächen kaufen und andere vor der Industrie retten.

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100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt [3-13]


Weltberühmt

Nationalpark Bayerischer Wald

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ass es diese großartige Naturlandschaft heute so gibt, verdanken wir Hubert Weinzierl, einer der Gründer des Bund Naturschutz, und dem BN selbst. Die Kämpfe waren zäh und dauerten lange. Aber heute ist der Nationalpark weltberühmt und zieht, weil er so wild ist, Millionen Besucher in seinen Bann. Nach den großen Stürmen in den 90er-Jahren, die unermess­ lichen Schaden anrichteten und Abertausende von Bäumen entwurzelten, konnte sich der Wald von selbst verjüngen, ein Lehrbeispiel für alle. Auerhuhn, Luchs und bald wohl auch Wölfe finden den Nationalpark ebenfalls gut und eine Heimat.

Sherlock Holmes auf heißer Spur Rätsel lösen und gewinnen

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um hundertjährigen Jubiläum des BUND Naturschutz machen wir Euch das Raten diesmal ganz, ganz schwer. Wahrscheinlich werdet Ihr das nie herausfinden, Ihr kennt Euch mit Natur ja gar nicht aus. Also, es ist ein Rätseltier, und es ist ziemlich schwer, im Herbst sogar so fett, dass die Mönche das früher gerne auftischten. Na ja! Alte Männchen wiegen 20 – 25 Kilo. Eigentlich gar nicht so viel, wenn man bedenkt, dass es mit seinen kräftigen ­Nagezähnen ganze Bäume fällt. Meistens sieht man das Tier aber gar nicht selbst, sondern nur diese Fraßspuren. Wenn ich Euch jetzt noch verrate, dass es gerne am Wasser lebt und speziell Weiden liebt, bringe ich Euch bestimmt ganz durcheinander! Oder wisst ihr etwa schon, wer heute gemeint ist. Wenn nicht, könnt ihr auch Hubert Weinzierl fragen, der hat es nämlich 1970 in Deutschland erstmalig ausgesetzt. Danke Hubert!

Kinder- und Müpfe-Gruppenleiter/innen  14. September, Viehhausen bei Rottenburg Die »Landschaft schmeckt«-Tour durch Bayern 2013 dient der regionalen Vernetzung. Es wird zu­ sammen gekocht und sich ausgetauscht über die Kinder und ­Müpfe-Gruppen. Anmeldung an: info@jbn.de Preis: 15 Euro

Expedition ins Tierreich

Kinder- und Müpfe-Gruppenleiter/innen  11. – 13. Oktober in Wartaweil am Ammersee Auf den Spuren der »Big Four« ­Bayerns wird ein Wochenende lang die Natur erkundet: Wildkatze, Luchs, Wolf und Bär sind die Stars der diesjährigen Expedition ins Tierreich! Anmeldung: info@jbn.de Preis: 70 Euro (für Mitglieder: 50 Euro)

Much & More 2013

Jugendliche und junge Erwachsene von 16 bis 27 Jahren  25. – 27. Oktober, Felmer Moor im Oberallgäu Hier kann man richtig mit anpacken: Die Teilnehmer renaturieren ein alpines Hochmoor. Um die Erfolge der letzten Jahre zu sichern, muss das Aufwachsen von Bäumen und Sträuchern verhindert werden, damit das Moor als solches erhalten bleibt. Anmeldung: info@jbn.de Preis: 30 Euro (für Mitglieder 20 Euro)

Wer draufkommt und uns die richtige Lösung schickt, kann diesmal mit ein bisschen Glück Bibo selbst gewinnen! Wir ver­losen einen süßen Plüschbiber, Größe ca. 20 cm. Schreibt bitte an »Natur+Umwelt«, Stichwort Rätselbild, Dr.-Johann-Maier-Straße 4, 93049 Regensburg, Fax 0941-2972031, nu@bund-naturschutz.de. Bitte vergesst nicht Eure Adresse und Euer Alter.

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DIE INFOECKE DER JBN | WWW.JBN.DE

Landschaft schmeckt 2013 – Niederbayern


Fotos: Frey

Abschalten! BN-Aktive demonstrieren dafür, dass das AKW Gundremmingen jetzt und nicht ­irgendwann vom Netz geht.

Petition an den Landtag: dem Spuk ein Ende machen

Hochfahren statt abschalten? Nein danke! Petition 6700 Unterschriften übergab der BN an Christian Magerl, Vorsitzender des Umweltausschusses im Landtag und BNMitglied.

Das AKW im schwäbischen Gundremmingen ist der größte AKW-Standort Deutschlands. Jetzt soll die Atomstromproduktion sogar noch ausgeweitet werden. Zwei Siedewasserreaktoren und das Atommülllager bedrohen ganz Süddeutschland.

Foto: privat

Foto: Mader

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Die Autoren Dr. Herbert Barthel ist der Energie­ referent des BN, Thomas Frey ist Regionalreferent für Schwaben.

undremmingen ist der älteste Groß-AKW-Standort Deutschlands. Die Blöcke B und C sollen bis 2017 und 2021 weiterlaufen – eine deutliche Laufzeitverlängerung! Wie die havarierten AKWs in Fukushima sind die Blöcke B und C Siedewasserreaktoren mit einem erhöhten Risiko der Freisetzung von Radio­ aktivität auch im Standardbetrieb. Dabei hat die Studie »Kinderkrebs und Kernkraftwerke« (KiKK) bereits 2007 nach­gewiesen, dass Kinder, die in der Nähe eines Atomkraftwerks leben, einem erhöhten Risiko ­ausgesetzt sind, an Leukämie zu ­erkranken. Nach dem GAU in Fukushima wurden die AKWs in Bayern einem Stresstest unterzogen. Fazit für das AKW Gundremmingen: eigentlich durchgefallen, denn die Reaktoren sind unter anderem nicht ausreichend gesichert gegen den Absturz eines großen Flugzeugs. Auch eine aktuelle Studie des BUND zeigt, dass das AKW Gundremmingen

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weitere Sicherheitsrisiken aufweist. Das gilt für Gefahren eines atomaren Unfalls genauso wie für Gefahren eines Terroranschlags auf die Reaktoren oder das dortige Zwischenlager.

40 Castoren im Zwischenlager

Dennoch soll in Gundremmingen die Atomstromproduktion sogar noch ausgeweitet werden. Die zwei alten Siedewasserreaktoren sollen durch eine veränderte Betriebs­ weise schärfer gefahren und so die Kraftwerksleistung erhöht werden. Aus den bereits abgeschriebenen Anlagen soll noch mehr herausgeholt werden. »Wir fordern Umweltminister Marcel Huber auf, den Antrag auf Leistungserhöhung abzulehnen und das AKW stillzulegen. Es kann nicht sein, dass die Energie­ konzerne RWE und E.ON das Risiko für die Bevölkerung nochmals er­ höhen, um noch mehr Geld zu ­verdienen«, so Richard Mergner, Landesbeauftragter des BN. Über 6700 Bürger haben vor kurzem den Landtag in einer Petition aufgefordert, diesem Spuk ein Ende zu bereiten. Doch CSU und FDP haben die Petition vertagt und damit die Türen für eine Genehmigung der Leistungsausweitung offen gelassen. »Das lässt massive Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Energie­ wendeziele der Staatsregierung auf-

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kommen«, so BN-Vorsitzender Prof. Hubert Weiger. Schon heute lagert in Gund­ remmingen mehr Atommüll als an jedem anderen Ort Deutschlands, sogar mehr als in Gorleben. Nur noch im AKW Gundremmingen sind die brisanten Abklingbecken ­außerhalb des Sicherheitsbehälters platziert. Diese sind mit so vielen ­verbrauchten Brennelementen bestückt wie in keinem anderen AKW Deutschlands, nämlich mit je rund 2000 Stück. Dazu kommen die über 40 Castoren im Zwischenlager, die jeweils 52 Brennelemente enthalten. »Deswegen muss in Gundremmingen die Atommüllproduktion schnellstmöglich beendet werden und der vorhandene Atommüll in Deutschland am geologisch bestgeeigneten Standort unterirdisch gelagert werden. Für die Stromversorgung in Deutschland ist Gundremmingen schon heute überflüssig«, so Raimund Kamm, Vorstandsmitglied der BN-Kreisgruppe Augsburg und Sprecher des Vereins FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. Die Unterschriftensammlung für die Petition geht bis 31. Oktober 2013 weiter. Unterschreiben auch Sie auf der Liste, die dieser »Natur+Umwelt« beiliegt. Herbert Barthel, Thomas Frey


Kreisgruppe Regen

Foto: Meindl

amit handelt es sich um die zweite nachweisliche Tötung eines Luchses im Landkreis Regen innerhalb eines Jahres. Das mit drei Jungen trächtige Tier wurde Anfang Mai am Silberberg bei Bodenmais tot aufgefunden. Es war mit Schrotmunition gezielt in die Brust geschossen worden. Für Hinweise zur Ergreifung des Täters ist eine Belohnung von insgesamt 15 000 Euro ausgesetzt. Gemeinsam mit mehreren Organisationen aus den Bereichen Forst, Jagd, Tourismus und Naturschutz

Hotel Mohnblume: Eine ausgediente Trafostation der Stadtwerke Landau, letztes Jahr umgebaut von der BN-Ortsgruppe Landau, dient jetzt als Tierdomizil. Grundschüler der Klasse 3d bemalten die Fassade der im Landauer Moos gelegenen Station mit Mohnblumen. Obgleich die Lage an einer befahrenen Straße nicht ideal ist, bewohnen inzwischen bereits Stare,

­ eisen, Fledermäuse und Wild­ M bienen das »Hotel Mohnblume«, das erste Tierhotel im Landkreis. Durch den angrenzenden Radweg ist für menschliche Besucher gesorgt, die sich auf einer Infotafel über alle auf engstem Raum verwirklichten Elemente des Umweltbildungsprojekts Tierhotel informieren und am praktischen Beispiel lernen können, was man in Haus und Garten für den Naturschutz tun kann. Die Ortsgruppe bietet auch Besichtigungen für Kindergärten, Schulen oder Vereine (Tel. 0 99 51-12 64). Kästen für Käuze: Von Januar bis März sind im Straubinger Stadt-

Neben weiteren Aktivitäten veranstaltete das Aktionsbündnis am 23. Juni ein großes Fest für den Luchs im Ausflugslokal »Schwellhäusl«. Jens Schlüter, der Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe und ­Initiator des Bündnisses, freute sich über die breite Resonanz aus den Verbänden und der Bevölkerung und betonte, der Luchs sei eine wichtige Identifikationsfigur für den Bayerischen Wald. Für Thomas ­Müller, den Bürgermeister von ­Eisenstein und zweiten Vor­sitzen­ den der BN-Kreisgruppe, ist der Luchs ein »Pre­miumsiegel« für die Region. Um ein ­Zeichen zu setzen, organisier­te das Aktionsbündnis Ende Juni das »Luchsfest«. Kurt Schmid (as) Weitere Informationen: www.unser-luchs.de

park die weithin klingenden Rufe balzender Waldkäuze zu hören. Obwohl die Art noch zu den häu­ figeren Eulen in Bayern gehört, ist der Waldkauz im überwiegend ausgeräumten Gäuboden doch etwas Besonderes. Hinzu kommt, dass Bäume mit ausreichend großen Bruthöhlen zunehmend selten werden, insbesondere in städtischen Parkanlagen, wo sie wegen der Verkehrssicherungspflicht meist gefällt werden. Auf Initiative der BN-Kreisgruppe wurden daher fünf spezielle Waldkauz-Nistkästen aus regionalem Lärchenholz gefertigt und im Stadtpark aufgehängt. Die tatkräftige Kooperation von Karin Meindorfer vom BN, Jürgen

Englisch vom Straubinger Umweltamt, dem Straubinger Tiergartenchef Wolfgang Peter, der auch die Finanzierung der Kästen übernahm, sowie Herbert Rogl und Ernst Zaremba von der Stadtgärtnerei (v. rechts), ist einen wichtiger Beitrag zum Artenschutz in Straubing.

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NATURNOTIZEN AUS NIEDERBAYERN

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veranstaltete der BN Regen aus diesem Anlass am 31. Mai in Bayerisch Eisenstein eine Pressekonferenz. Die Teilnehmer verurteilten den Abschuss aufs schärfste und forderten eine intensivere strafrechtliche Verfolgung dieser Art von NaturschutzKriminalität. Leider sind die Tötungen keine Einzelfälle: Obwohl der Lebensraum im Bayerischen Wald und im benachbarten tschechischen Nationalpark Sumava Platz für 50 Tiere bietet, sind nur 16 erwachsene Luchse bestätigt und die Jungtiere verschwinden immer wieder auf mysteriöse Weise. Als Grund dafür, dass die Population stagniert und sich nicht über die Nationalparkregion hinaus verbreitet, nennen Experten neben Krankheiten und Verkehrsunfällen auch illegale Abschüsse.

Werbung für mehr Akzeptanz Unter Aufsicht ihrer Mutter erkunden diese Luchskinder ihre Um­gebung im Bayerischen Wald.

Foto: Baumgartner

Als Reaktion auf den illegalen ­Abschuss einer trächtigen Luchsin hat die Kreisgruppe Regen des BUND Naturschutz das Aktionsbündnis »Unser Luchs« ins Leben gerufen. Bereits im Vorjahr war ein anderes Luchsweibchen vorsätzlich vergiftet worden.

Foto: KG Regen

Eine Allianz für den Luchs


Schönste Bauernwiese gekürt

Bereits zum fünften Mal veranstalteten der BUND Naturschutz und die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) die »Wiesenmeisterschaft«. Das Gemeinschaftsprojekt fand heuer im Pfaffenwinkel-Tölzer Land statt. Insgesamt beteiligten sich 31 landwirtschaftliche Betriebe. Am 26. Juni wurden die Preisträger gekürt.

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ie »Wiesenmeisterschaft« würdigt Landwirte, die Grünland extensiv bewirtschaften und so den Wiesenkräutern Zeit zum Wachsen und Blühen geben. Den ersten Preis, einen Gutschein für ein Wochenende im Bio-Hotel im Wert von 500 Euro, erhielt der Betrieb von Christine und Norbert Grenzebach

Vögel Oberhachings: Das gesammelte Wissen aus 20 Jahren Vogelbeobachtung der BN-Ortsgruppe Oberhaching floss in diese 51-seitige Broschüre ein, die Ende Mai der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. 58 Beobachter beteiligten sich, koordiniert von Klaus Buchner, Eike Hagenguth und Hans Jakob. Die kostenlose Broschüre führt alle beobachteten Vogelarten auf und gibt wertvolle Infos über Lebensräume, deren Veränderung und Gefährdung sowie praktische Tipps. Erhältlich ist sie unter www.oberhaching.bund-naturschutz.de und in der Buchhandlung Kemptner.

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aus Hochstadt im Landkreis Starnberg. Auf dem Demeterhof werden behornte Milchkühe unterschied­ licher Rassen, darunter MurnauWerdenfelser Rinder, auf der Weide gehalten. Durch sorgfältiges Weidemanagement verwandelte das Ehepaar eine Hangwiese mit über 50 verschiedenen Kräutern in einen

Waldrapp in Burghausen: Am 16. Mai wurde das LIVE+ Projekt »Wiedereinbürgerung des Waldrapps nördlich der Alpen« mit großer Zustimmung der EU-Expertenkommission genehmigt. Von 2014 bis 2019 sollen nördlich der Alpen drei migrierende Kolonien des extrem bedrohten Vogels begründet werden. Zur Entscheidung trug maßgeblich das erfolgreiche und von der BN-Ortsgruppe seit

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2001 unterstützte Projekt in Burghausen bei. Derzeit kann man dort 17 frei fliegende, sich selbstständig ernährende Waldrappe und ihre Brut beobachten. Mehr unter www.altoetting.bund-naturschutz. de. Führungswechsel: Nach 20 Jahren als Vorsitzende der BN Kreisgruppe Fürstenfeldbruck kandidierte Christa Spangenberg (vorne, 2. v. li.) nicht mehr für dieses Amt. Bei den Wahlen am 7. März wurde sie zur Ehrenvorsitzenden ernannt und Landesvorsitzender Hubert Weiger (re.) dankte ihr für das herausragende Engagement. Frau Spangenberg hat den BN im Land-

kreis zu einem mitgliederstarken Verein ausgebaut. Ihr Schwerpunkt war neben der Naturschutzarbeit die Umweltbildung, die sie zu einer festen Einrichtung ent­ wickelte. Zu ihrer Nachfolgerin an der Spitze der Kreisgruppe wurde Eugenie Scherb (3. v. li.) gewählt. Sie wird von einem zehnköpfigen Kreisvorstand unterstützt.

Foto: KG Fürstenfeldbruck

Foto: Ruppaner

Kreisgruppen Bad Tölz/Wolfratshausen, Landsberg, Starnberg und Weilheim

Foto: Waldrappteam

Foto: Betzler

NATURNOTIZEN AUS OBERBAYERN

Ausgezeichnete ­Artenvielfalt Landwirt Norbert Grenzebach erhielt für diese arten­ reiche Wiese den ersten Preis bei der »Wiesenmeisterschaft«. Die Ver­ leihung fand in ­Benediktbeuern statt. Kleines Bild: Christine und Norbert Grenzebach, dahinter Landes­ beauftragter Richard Mergner.

üppigen Blütenteppich. Neben ­Wiesensalbei wachsen dort unter anderem Flockenblume, Margerite, Wiesenkümmel, Fingerkraut und mehrere Glockenblumenarten. Gerade in einer Tourismusregion wie dem voralpinen Hügelland zwischen Lech und Isar, mit vielen Seen und Feuchtgebieten, sind artenreiche Wirtschaftswiesen unverzichtbar. Doch leider sinkt die Artenvielfalt zunehmend und auch die Flächen selbst sind in Gefahr: Seit 2005 verringerte sich der Grünlandanteil in Bayern um vier Prozent, wie der BN-Landesvorsitzende Hubert ­Weiger bei der Preisverleihung am 26. Juni in Benediktbeuern betonte. Er appellierte an die bayerische Staatsregierung, für die Agrarförderung von extensiven Wiesen und naturschutzgerechten Beweidungsprogrammen ausreichend Finanzmittel bereitzustellen. Die von der EU vorgesehene Kürzung der Mittel für die ländliche Entwicklung lässt sich nach Ansicht des BUND Naturschutz ausgleichen, indem unspezifische flächenbezogene Zahlungen in leistungsbezogene Zahlungen, zum Beispiel für extensive Bewirtschaftung und Artenschutz, umgeschichtet werden. Weitere Infos zur Wiesenmeisterschaft gibt es unter www.bund-naturschutz.de in der Rubrik Themen/ Landwirtschaft/Wettbewerb. Marion Ruppaner (as)


100 und 40: Am 15. Juni ging im Schlosshof des Rohrerschen Ritterguts das beliebte Sommerfest der BN-Kreisgruppe Wunsiedel über die Bühne. Mit dem 100. Jubiläum des BN und dem 40-jährigen Bestehen der KG gab es viel Grund

Kreisgruppe Bamberg

Riesenchance für Mensch und Natur in Bamberg

Im September 2014 will die US-Armee die Warner-Barracks in Bamberg räumen. Die BN-Kreisgruppe setzt sich dafür ein, die Flächen für die Innenstadtentwicklung und den Naturschutz zu nutzen.

Platz für Tiere Im kleinen, bereits vor Jahren ausg­ ewiesenen NSG »Muna« sorgen Mufflons erfolgreich für die Biotoppflege.

Bis das »Grüne Bamberger Hörnla« steht, wird es noch einige Aus­ einandersetzungen brauchen, gibt es doch bereits Überlegungen für Gewerbeansiedlungen, eine Bahntrasse zur Ostumfahrung Bambergs und die Ansiedlung des Automobilzulieferers Brose. Die Regierung von

zum Feiern. Mehrere Hundert Gäste folgten der Einladung des BN. Der Vorsitzende Fred TerportenLöhner ließ die Schwerpunkte der Kreisgruppe Revue passieren: vom beherzten Kampf gegen Waldsterben und Luftverschmutzung, der Sicherung wertvoller Biotope, dem Gartenschauprojekt »Tier-Erlebnispark-Arche« bis hin zum erfolgreichen Kampf gegen die Fichtelgebirgsautobahn. Regionalreferent Tom Konopka überreichte die Glückwünsche des BN-Landesverbands in Form eines Präsentkorbs mitsamt Urkunde und Jubiläumstafel. Schlossherr Joachim Rohrer schoss mit der Kanone »Die schö-

Oberfranken muss hier endlich tätig werden und die schutzwürdigen ­Bereiche einstweilig sicherstellen, wie dies der Naturschutzbeirat der Regierung von Oberfranken bereits im November 2012 forderte. Tom Konopka (ht)

ne Oberndorferin« einen Salut (Foto), »um mit einem Erweckungsschuss die Ideen des BN hörbar zu machen.«

Heute setzt sich der BN in Oberfranken für Windkraft nach Plan und eine Energiewende mit öko­ logischen Leitplanken ein.

100 Jahre BN in Oberfranken: Mit einem Fest am Waldstein haben 300 oberfränkische Natur- und Umweltschützer am 1. Mai den 100. Geburtstag des BN gefeiert. Der Verband hat sich mit seinen aktuell neun Kreisgruppen und 14 760 Mitgliedern als »grünes Gewissen« der Region etabliert. Er errang Erfolge wie die Ausweisung zahlreicher Naturschutzgebiete im Fichtelgebirge, bekämpfte das Waldsterben und verhinderte das Atomkraftwerk in Unterviereth.

Auf Samtpfoten: Im Mai hat die KG Bayreuth auf der Oberfrankenausstellung die neue Wildkatzenausstellung des BN unter der Schirmherrschaft von Regierungspräsident Wilhelm Wenning präsentiert. Das Wildkatzenexponat »Waldemar« und ein Film über junge Wildkätzchen von Heiner Rall erwiesen sich als »Kundenstopper« und guter Einstieg in viele Gespräche. Die Besucher begrüßten einhellig die Rückkehr der Wildkatzen nach Oberfranken.

[3-13] 100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt 

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NATURNOTIZEN AUS OBERFRANKEN

Foto: Konopka

nfang Mai beleuchtete die KG Bamberg bei einer Veranstaltung gelungene Umwandlungen von militärischen in zivile Flächen: So wandelte die Stadt Fürth ab 1995 270 Hektar Fläche um und entwickelte so die attraktive Fürth-Südstadt. Erlangen wies ab 1994 zwei neue Naturschutzgebiete aus. In beiden Fällen konnten große Kerngebiete der SandAchse Franken ­gesichert werden. Die KG Bamberg hat bereits erste Verhandlungen bezüglich der frei werdenden Flächen geführt und fordert: »Wir wollen das ›Grüne Bamberger Hörnla‹, einen Schutzgebietsbogen vom Flugplatz über die ehemalige Munitionsfabrik ›Muna‹ bis zum Hauptsmoorwald.« Allein im Bereich der Stadt ­werden 155 Hektar Fläche frei. Ein ­rie­siges Potenzial, das die Stadt Bamberg für die seit Jahren propagierte Innenentwicklung nutzen und den Verbrauch von Landschaft und Natur eindämmen kann. Die größte Chance für den Naturschutz besteht in den riesigen Freiflächen (800 Hektar) am Stadtrand. Allein der Flugplatz Breitenau beherbergt 190 gefährdete Pflanzensippen, 17 gefährdete Vogelarten wie Kiebitz, Braunkehlchen oder Brachpieper und 300 Nachtfalter­ arten, 60 davon Rote-Liste-Arten.

Foto: Gerdes

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Kreisgruppe Schweinfurt

AKW Grafenrheinfeld: Sofort abschalten!

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it dem Abschalten des AKW Grafenrheinfeld schneller zu sein als der nächste Super-GAU – das ist das erklärte Ziel der AntiAtom-Bewegung in Unterfranken. Am 21. April mittags starteten Demozüge mit Fußgängern, Radfahrern und Traktoren von Grafenrheinfeld und Bergheinfeld aus, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. Das Protestplakate- und

Originell fürs Original: Pflanzensorten, die auch nach der Saatgutgewinnung und Neupflanzung ihre Eigenschaften nicht verlieren, werden als sortenfest bezeichnet. Entsprechendes Saatgut aus regionaler Herkunft ist mittlerweile zur Rarität geworden und für Hobbygärtner kaum verfügbar. Grund genug für die OG Karlstadt und die KG Kitzingen, in diesem Frühjahr jeweils eine eigene Saatgutmesse zu veranstalten. Die überwältigende Resonanz sowohl der Aussteller wie auch der Besucher bewies ­eindrucksvoll, wie groß das Interesse – vor allem vieler Gartenliebhaber – an der eigenen Saatgutnachzucht und damit auch an der

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Fahnenmeer erreichte gegen 13 Uhr das Veranstaltungsgelände auf den Mainwiesen. Die Demonstranten kamen aus ganz Süddeutschland, aus Oberfranken, Sachsen, Thüringen und Hessen. Auch Standort­ initiativen gegen die AKWs Biblis, Neckarwestheim, Landshut/Ohu, Gundremmingen sowie die Bayernallianz für Atomausstieg und Klima-

Sicherung der genetischen Vielfalt regionaltypischer Sorten mittlerweile wieder ist. Anwalt der Natur: Während die KG Kitzingen seit Jahren engagiert gegen die drohende Verfüllung des Steinbruchs Dettelbach mit schadstoffbelastetem Abfall, die Zerstörung wertvollster Biotope und die Gefährdung des Trinkwassers kämpft, hat das zuständige Landratsamt Anfang März mit einer rechtlich höchst umstrittenen Erlaubnis Rodungs- und Erdarbeiten ermöglicht. Verkauft werden diese als Renaturierungs- und Sicherungsmaßnahmen für die vom Aussterben bedrohte Gelbbauch-

100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt [3-13]

Foto: Willner

NATURNOTIZEN AUS UNTERFRANKEN

Jetzt, nicht später! Bei der Demo gegen das AKW Grafenrheinfeld forderten Standortinitiativen aus ganz Deutschland, das dienstälteste Atomkraftwerk Deutschlands sofort vom Netz zu nehmen.

Foto: Reuss

Im April demonstrierten 2500 Aktive vor dem ältesten noch ­betriebenen AKW Deutschlands. Sie werden nicht ruhen, bevor auch der »Dinosaurier« Grafenrheinfeld vom Netz geht.

schutz hatten zur Teilnahme ­mo­bilisiert und waren vertreten. Die Sennfelder Combo fungierte mit jazzigen Rhythmen als musi­ kalisches Empfangskomitee. Bei herrlichem Frühlingswetter und in bester Stimmung verfolgten über 2500 Atomkraftgegner aller ­Altersgruppen die Redebeiträge der Vertreter von insgesamt 24 Unterstützerorganisationen. Unüberhörbar skandierten sie immer wieder friedlich, aber entschieden: »Abschalten! Abschalten!« Ein attraktives Kinderprogramm fehlte ebenso wenig wie ein gut bestückter Büchertisch. Für gute Stimmung sorgten die Percussionistin Petra Eisend mit ihrem Trio P.E.G. World, Matze Rossi, Robert Collomb und Christin Bray. Auch das Pygmalion Theater Wien präsentierte zwei Songs zum Thema Atomkraft aus dem Singspiel »The Play of Songs«. Eindrucksvoller hätte der immer weiter wachsende Druck auf die verantwortlichen Politiker auf Landes- wie Bundesebene nicht verdeutlicht werden können. Maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen haben Kreisgruppenvorsitzender Edo Günther und seine Frau Babs sowie zahlreiche ehrenamtliche Helfer mit ihrer Vorbe­ reitung und hervorragenden Betreuung der Besucher während der Veranstaltung. Helmut Schultheiß (ht)

unke (Foto). Diese würde mit der Verfüllung zwei Drittel ihres Lebensraums verlieren. Weil der Bescheid erhebliche Fehler aufweist, hat sich der BN nun an den Baye­ rischen Verwaltungsgerichtshof gewandt. Es ist zu hoffen, dass dieser dem europäischen Arten- und Naturschutzrecht vor Ort schnell zur Durchsetzung verhilft.

Doppeljubiläum: Das 40-jährige Bestehen der KG Würzburg und 100 Jahre BUND Naturschutz feierten Anfang Mai BN-Mitglieder und Besucher in Rottendorf. Im Mittelpunkt standen der Rückblick des früheren Kreisvorsitzenden Prof. Dr. Gerhard Kneitz und eine Podiumsdiskussion zum Klimaschutz. Großes Interesse fand auch eine Ausstellung mit ebenso künstlerischen wie pointierten Skizzen des »zeichnenden Professors« Gerhard Kneitz. Sie brachten fast schon vergessene Quer- und Charakterköpfe des BN, aber auch die wechselvolle Geschichte des Verbandes vor Ort wieder in Erinnerung.


Kreisgruppe Neustadt a. d. Waldnaab

Neue Impulse für Tännesberg

Teure Zeitersparnis: Mit einer über zehn Meter langen Papierschlange mit fast 600 Unterschriften und Einwendungen haben der BN und eine Bürgerinitiative Mitte April gegen die nahezu sieben Millionen teure Neutrassierung der Staatsstraße 2159 im Bereich Gaisthal protestiert (Foto). Wenige Minuten Zeitersparnis sollen dort mit mas-

­ eschlossen und die Kommunen b zur Mitarbeit eingeladen. Besonders engagiert wurde dieser Auftrag in der Gemeinde Tännesberg durch den Zusammenschluss von BN, Landesbund für Vogelschutz (LBV), Bayerischem Jagdverband, Wildlandstiftung, Naturpark Nördliche Oberpfalz und der Regierung Oberpfalz umgesetzt. Unterstützung gab es durch das bayerische Umwelt­ ministerium. Ziel der Modellgemeinde ist es, die Arten-, Sorten- und Lebensraumvielfalt zu sichern und Umweltwissen zu vermitteln. Dafür werden ökologisch wertvolle ­Flächen angekauft und Landwirte beraten, sodass diese 2010 bereits fünf Prozent der Offenlandfläche

siven Natureingriffen und einer weitreichenden Entwertung unersetzlicher Erholungsbereiche erkauft werden. Dabei wäre eine partielle Optimierung der vorhandenen Straße völlig ausreichend. Zukunft pflanzen: Die Idee der OG Alteglofsheim, zu besonderen Anlässen einen Baum zu verschenken, fand bei Bürgermeister Helmut Stiegler ebenso begeisterte Resonanz wie in der Bevölkerung. So konnten schon beim ersten Pflanztermin Ende März 16 Bäumchen auf der örtlichen Festwiese gepflanzt werden.

ins Vertragsnaturschutzprogramm einbrachten. Der Biodiversität in der Feldflur dient die Förderung alter Haustierrassen und der Anbau alter Kultursorten wie Emmer, Einkorn oder Dinkel. Umweltwissen wird unter anderem durch Schulprojekte, aber auch über das Streuobstprojekt der BN-Ortsgruppe vermittelt. Eine zentrale Rolle im Modellprojekt spielt auch die regionale Wertschöpfung durch die Vermarktung selbst erzeugter »Naturschutzprodukte«, etwa aus dem Rotviehprojekt des LBV. Helmut Schultheiß (ht)

Ein Jahrhundert jung: Dass der BN sein 100-jähriges Bestehen stimmungsvoll zu feiern weiß, das konnten Anfang Mai zahlreiche Aktive, Gönner und Freunde in Tännesberg miterleben. Geboten war ein abwechslungsreiches Programm aus Grußworten, launigen Rückblicken und einer Mischung frecher, aber auch kritischer Lieder und Gedichte des Liedermachers Sepp Raith. Für Gaumenfreuden sorgten kulinarische Köstlichkeiten aus dem Biodiversitätsprojekt Tännesberg. Flohmarkt als Klimaschutz: Seit zehn Jahren organisiert die Nabburger JBN-Gruppe »Die Um-

Vielfalt auf dem Feld In Tännesberg sorgt Projektma­ nagerin Gabriele Schmidt dafür, dass alte Kultursorten wie der Emmer wieder angebaut werden.

welthasen« einen Flohmarkt. Die Umweltpädagogin und Initia­ torin Kathrin Rieppel wollte Kindern mit dieser Aktion vor Augen führen, wie umweltbelastend es ist, funktionierende Gebrauchsgegenstände wegzuwerfen, ­während sie anderswo neu produziert werden müssen. Anfang Mai setzten die Umwelthasen mit mittlerweile 14 Ständen ­wieder ein Zeichen gegen Konsumrausch und Ressourcenverschwendung. Dabei gelang es ihnen, auch Erwachsene zum Überdenken ihres Konsumverhaltens und zum Kauf gebrauchter Dinge als Beitrag zum Klimaschutz zu motivieren.

[3-13] 100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt 

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NATURNOTIZEN AUS DER OBERPFALZ

ie Bayerische Modellgemeinde Biodiversität Tännesberg kann sich seit Frühjahr 2013 über eine Projektmanagerin und zusätzliche finanzielle Mittel durch den Baye­ rischen Naturschutzfonds für die nächsten fünf Jahre freuen. Die wichtigsten Aufgaben der erfahrenen Biologin Gabriele Schmidt werden Erhalt und Ausbau der Lebensraum- und ­Artenvielfalt, die Ver­ besserung der Biodiversität in der Feldflur, die ­Optimierung der Besucherlenkung und die Durchführung von Natur­erlebnisaktionen sein. Unterstützt wird sie dabei durch das Regionalentwicklungsbüro »Land­ impuls«. 2008 hat die bayerische Staatsregierung ihre Biodiversitätsstrategie

Foto: Lanzl

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Foto: privat

Foto: Landimpuls

Die Modellgemeinde Tännesberg engagiert sich vorbildlich für die Biodiversität in der Region. Jetzt erhält sie mit zusätzlichem Personal und einer Finanzspritze weiteren Rückenwind.


Kreisgruppen Neu-Ulm und Augsburg

Ökomärkte: regional und ökologisch

Ehrung: Für seinen Film »Wald, Wasser, Sand – Lebendige Kulturlandschaften« wurde der Eichstätter Naturfilmer Günther Heidemeier Ende April mit dem Umweltpreis des Landkreises AichachFriedberg ausgezeichnet. Der 2009 im Auftrag der dortigen BN-Kreisgruppe entstandene Film über die

Foto: Frey

NATURNOTIZEN AUS SCHWABEN

m Samstag, den 21. September veranstaltet die Kreisgruppe Neu-Ulm des BUND Naturschutz in Kooperation mit dem Zentrum für Familie, Umwelt und Kultur Roggenburg zum 15. Mal ihren Ökomarkt auf dem Gelände des dortigen Klosterhofes. Umgeben von den malerischen historischen Gebäuden bieten von zehn bis 17 Uhr wieder über 80 Aussteller ihre Waren an. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr Bioprodukte aus der Region rund um die Themenfelder Wohnen, Essen und Energie. Daneben werden schöne und nützliche Dinge von regionalen Handwerksbetrieben angeboten. Für das leibliche Wohl sorgen Biobauern der Um­ gebung und regionale Brauereien.

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Der BN bietet Informationen zu den Themen Naturbewusstes Einkaufen, Gärtnern ohne Torf und Energiewende. Gleich am Sonntag, den 22. September, geht es von zehn bis 18 Uhr weiter mit dem Ökomarkt der BNOrtsgruppe Meitingen im Landkreis Augsburg, der sich bereits zum 19. Mal jährt. Auch hier reicht das Angebot auf dem Rathaus- und Markplatz von regionalen Bioprodukten über Kunsthandwerk bis zu einem umfangreichen Informationsprogramm. Der Meitinger Markt wurde 2011 von der Landesvereinigung für ökologischen Landbau und Landwirtschaftsminister Helmut Brunner als schönste regionale Gemeinschaftsveranstaltung ausgezeichnet.

Landschaft rund um Pöttmes führt vom Donaumoos bis ins Lechtal. Gedreht wurde überwiegend am Gumppenberg, am Schimmelwiesbach und an den Aindlinger Schotterterassen. Der Film kann bei der Kreisgruppe Aichach-Friedberg bezogen werden, Tel. 0 82 33-65 77. Klage: Der Billigflughafen AllgäuAirport bei Memmingen bekam per Planfeststellungsbeschluss verlängerte Betriebszeiten und einen Ausbau der Infrastruktur ­genehmigt. Damit sollen dreimal mehr Passagiere als heute dort starten oder landen können. Der Bedarf für diese Erweiterung ist nach Ansicht des BUND Natur-

100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt [3-13]

Naturbewusst ­einkaufen Ökomärkte wie in Meitingen bieten Verbrauchern eine gute Gelegenheit, regionale Bioprodukte zu erwerben und sich über Umweltthemen zu ­informieren.

Als die BN-Gruppen vor rund 20 Jahren mit den Ökomärkten begannen, waren ökologische Produkte in konventionellen Läden kaum vertreten und den meisten Verbrauchern nicht vertraut. Hier hat der BN Pionierarbeit geleistet und dazu beigetragen, umweltverträgliche Produkte einem breiten Kundenspektrum zugänglich zu machen. Thomas Frey (as)

schutz jedoch nicht nachgewiesen, zudem wurde der Klimaschutz in dem Beschluss gar nicht und der Lärmschutz für die Anwohner der umliegenden Ortschaften nur sehr unzureichend berücksichtigt. Daher haben der BN, die Bürger­ initiative »Bürger gegen Fluglärm« und die Gemeinde Westerheim Mitte Juni Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss eingelegt. Nachruf: Hans Leicht, der ehema­ lige Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Aichach-Friedberg und Mitbegründer der Ortsgruppe Aichach, ist am 22. Mai nach einer schweren Krankheit gestorben. Er prägte die Arbeit des BUND Naturschutz

Foto: Pauly

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Foto: Büch

Aus der Pionierarbeit des BUND Naturschutz hervorgegangen, sind die Ökomärkte aus dem ­Veranstaltungskalender schwäbischer Städte nicht mehr wegzudenken. So auch in Neu-Ulm und Meitingen bei Augsburg, wo Ende September wieder regionale und ökologische Produkte ange­ boten werden, verbunden mit einem bunten kulturellen Rahmenprogramm.

in der Region über 30 Jahre lang entscheidend mit. Bekannt als Fachmann mit umfangreichen ­naturkundlichen Kenntnissen, war bei ihm ein partnerschaftlicher Umgang mit Menschen, Tieren und Pflanzen keine Floskel, sondern ein Merkmal seines Charakters. Der Naturschutz in Bayern verliert mit Hans Leicht eine wichtige Persönlichkeit.


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Foto: Konopka

100 Jahre Engagement für die Natur

Beim diesjährigen Reichswaldfest im Juli feierten der BN und mehrere Tausend Besucher den 100. Geburtstag des Verbandes – und ein Stück wunderbare Heimat, das es ohne dessen Engagement so längst nicht mehr gäbe.

Kompromisslos: Fürth hält an dem flächenfressenden Einkaufzentrum im Knoblauchsland fest (s. N+U 4/2011). Im April hat Möbel Höffner mit dem Bau begonnen. Obwohl die Regierung von Mittelfranken davor warnte, die beantragten Flächengrößen auszuschöpfen, entschied der Stadtrat Ende 2012 im Sinne der Firmen Möbel Höffner und Teppich Kibek. 160 000 Quadratmeter Ackerfläche werden dafür geopfert. Die Bebauung verändert das Umfeld der Dörfer Steinach und Herboldshof völlig, treibt die Verstädterung

41 Jahren Bürgerbewegung mit dem BN zu verdanken. Zig Eingriffsprojekte, vom Panzerübungsplatz bei Feucht über einen Rangierbahnhof bei Schwanstetten bis zur Erweiterung von Langwasser nach Süden, konnten verhindert werden. Heute steht der BN in Mittel­ franken für erfolgreiche Umwelt­ bildungsprojekte wie Sehnsucht Wildnis und Klassenzimmer Natur, die Artenschutzwoche Ansbach oder die GEO-Tage der Artenvielfalt. Tom Konopka (ht)

voran und wird in den Grundwasserhaushalt eingreifen. Der BN hatte bis zuletzt mit dem lokalen Bürgerverein und anderen gegen das Vorhaben gekämpft. Ausgezeichnet: Mitte April hat Christiane Matern (im Foto links), langjährige Vorsitzende der BNKreisgruppe Nürnberger Land, das Bundesverdienstkreuz erhalten. Gewürdigt wurde ihr bereits über drei Jahrzehnte währendes Engagement im Naturschutz, insbesondere im Bereich der regenerativen Energien. Bereits 1985 lud sie zum ersten diesbezüglichen Seminar des BN ein. Auch im Bereich Abfall setzte sie Akzente: 1985 entwickel-

te sie zusammen mit Erika Wachsmann den Vorläufer des späteren »Besseren Müllkonzepts« des BN. Die KG Nürnberger Land hat damit als erste Kreisgruppe des BN zwei Träger des Bundesverdienstkreuzes in ihren Reihen.

[3-13] 100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt 

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NATURNOTIZEN AUS MITTELFRANKEN

Natürlich gab es auch Nieder­ lagen: die ICE-Trasse Nürnberg –  Ingolstadt, den Frankenschnellweg auf der sogenannten Blaukehlchentrasse oder die Umfahrung von ­Heroldsberg, deren Landschaftseingriffe noch heute schmerzen. Dass es den Reichswald in seiner heutigen Ausdehnung noch gibt, ist

Foto: Kreisgruppe

Umweltaktionstag der Religionen: Die BN-Kreisgruppe NürnbergStadt bemüht sich, Mitbürger mit Migrationshintergrund anzusprechen. Zum dritten Mal wird sich die Nürnberger Eyüp-Sultan-Moschee dieses Jahr zusammen mit einigen Kirchengemeinden bei der Pflege von Heidebiotopen engagieren. Am 12. Oktober, dem Umweltaktionstag der Religionen, werden Aktive gemeinsam eine Fläche mit Sensen mähen. Parallel wird ein Picknick mit türkischen Spezialitäten und regionalem Bioapfelsaft stattfinden.

Gerettete Landschaft Dank 41 Jahren Bürgerbewegung gibt es den riesigen Nürnberger Reichswald heute noch.

Kreisgruppen Mittelfranken

Foto: Nakayama

er Landesvorsitzende Hubert Weiger erinnerte an etliche ­Erfolge, mit denen Ehrenamtliche des BUND Naturschutz Geschichte geschrieben hätten, wie die BN-­ Abfallexpertin Erika Wachsmann. Sie hatte die Idee zu einem Abfallsortiersystem, das Bayern zum Weltmeister in Sachen Mülltrennung gemacht hat. Dann der Siegeszug der Fotovoltaik: Mittelfrän­ kische Kommunen mischen heute dank BN-Engagement in der Solarbundesliga ganz vorne mit. Hinzu kommen gigantische Fehlplanungen, deren Realisierung der BN abwenden konnte, beispiels­weise das Kraftwerk Franken III bei Frauen­ aurach, die Schwelbrenn­anlage in Fürth oder die Thermo­select-Anlage in Ansbach. Auch im Verkehrsbereich gelang so mancher Coup: Ehepaar Brouer kämpfte mit vielen Aktiven fast 30 Jahre lang, bis die Planungen zur Rednitztalautobahn vom Tisch waren. Oder die große AutobahnWestumfahrung des Städtedreiecks – alles Geschichte! Der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg brummt und die Stadt-Umland-Bahn kommt voran. Auch dafür kämpfte und kämpft der BN.


Bildung für Nachhaltigkeit

Foto: Fotolia/Kobben

Naturschutztage an der Elbe

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Foto: pixelio.de/Maren Beßler

WANDERN & GENIESSEN

Foto: BUND

n Zeiten der Energiewende, des Klimawandels und des drastischen Rückgangs der Biodiversität mehren sich die Zeichen, dass sich die Gesellschaft hin zu einem nachhaltigen Lebensstil wandeln muss. Dieser Wandel muss gestaltet werden. Ein probates Mittel ist die Bildung. Die Tagung in Lenzen will Mut machen Aktivitäten im Naturschutz noch stärker mit Inhalten und Methoden der Umweltbildung zu verbinden und den Austausch zwischen Aktiven im Natur- und Umweltschutz und in der Umweltbildung stärken. Um den innerverbandlichen Austausch zu fördern, bietet die Tagung viel Raum für Diskussionen, einen umfangreichen Markt der Möglichkeiten sowie fünf Workshops zu unterschiedlichen Bildungskonzepten und Ideen. Als Gastredner wird der renommierte Didaktiker Prof. Gerhard Trommer der Frage nachgehen, welche Zukunft Naturschutz und Naturbildung im Zivilisationszeit­ ­ alter haben. Mögliche Antworten können Sie im WorldCafé diskutieren und am Abend den ­ Kranichzug beobachten oder dem Wildkatzen­ musical lauschen. Das Programm der Naturschutztage gibt es im Internet auf www.bund-naturschutz.de/Termine  Burg Lenzen, 4.  –  6. Oktober 2013, Anmeldung: BUND-Besucherzentrum Burg Lenzen, Burgstr. 3, 19309 Lenzen, Tel. 03 87 92-12 21, info@burg-lenzen.de, www.burg-lenzen.de

Pilze kennenlernen und bestimmen

Ins Reich der Pilze geht es mit den Pilzexperten des BUND Naturschutz an der Ökostation Stelzlhof. Neben der Bestimmung von Speisepilzen be­ kommen die Teilnehmer auch einen Einblick in die über­ wiegend unterirdische Lebensweise von Pilzen und ihre ­Bedeutung im Ökosystem.

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 BN-Ökostation Stelzlhof; 14. September 2013, Treffpunkt Parkplatz Ingling Kontakt: Ökologisches Zentrum Passau-Stelzlhof e.V., Tel. 0 85 -9 66 96 30, info@stelzlhof. de

Tag der Regionen

Der fünfzehnte »Tag der Regionen« im Nürnberger Land findet heuer in der Gemeinde Happurg statt. Nach dem ökumenischen Gottesdienst können sich Besucher an über 90 Ständen über regionale Themen wie z. B. das Hutangerprojekt der BN-Ökostation Wengleinpark informieren. Der Ver-

100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt [3-13]

Energiewende: Vom Umgang mit Wärme und Strom

Passivhaus und Mikroblockheizkraftwerk

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ie Grundlagen ökologischen Bauens und Wohnens stellt das Ökohaus Würzburg in den Mittelpunkt seiner herbstlichen Vortragsangebote. Über die Grundlagen zum Bau eines Passivhauses und Plusenergiehauses informiert der Architekt Hans Bieberstein. Dabei stehen praktische Beispiele im Mittelpunkt. Sie bekommen Informationen rund um Baukonstruktion, Materialien, Erdwärmetauscher, Lüftungsanlage sowie Dämmung und Luftdichtigkeit. Zudem werden die aktuellen Fördermöglichkeiten vorgestellt. Wer mithilfe eines Blockheizkraftwerkes Wärme und Strom erzeugen will, sollte sich den Vortragsabend mit Hans Ullrich von der Interessengemeinschaft ­Umwelt Rimpar vormerken. Mikro-Blockheizkraftwerke sind auch für Privathaushalte und kleinere Gewerbebetriebe einsetzbar. Der Vortrag gibt einen Überblick über den Stand der Technik, die verschiedenen Bau­arten und Einsatzmöglichkeiten, sowie Kosten, gesetzliche Grundlagen und die Förderung.  Ökohaus Würzburg, 17. und 19. September 2013, Anmeldung erforderlich! Kontakt: BN-Ökohaus Würzburg, Tel. 09 31-4 39 72, info@bn-wuerzburg.de

ein »Heimat aufm Teller«, viele Direktvermarkter und örtliche Gastronomen bieten regionale kulinarische Köstlichkeiten an. Der Tag endet am Marktplatz mit einem Abschlusskonzert. Die Veranstalter empfehlen die Anreise mit der S-Bahn.  Happurg, 7. Oktober 2013, vollständiges Programm auf: www.naturschutzzentrumwengleinpark.de

Den Bayerischen Wald genießen

Die Fahrt mit der Ilztalbahn bildet schon den ersten Hochgenuss dieser Tageswanderung durch den herbstlichen

Wald. Die Bahnstrecke schlängelt sich entlang des malerischen Flußtals der Ilz bis Fürsteneck und führt weiter über das Osterbachtal bis sie nach knapp 50 km die Endhalte­ stelle in Freyung erreicht. Von hier aus geht es unter der­ Leitung von Martin Scherr zu Fuß weiter nach Falkenbach.  BN-Ökostation Stelzlhof, 12. Oktober 2013, Treffpunkt: Hauptbahnhof Passau Kontakt und Anmeldung, Montagnachmittag oder Mittwochvormittag unter Tel. 08 51- 9 66 93 66 Anmeldeschluss: Montag, 30. September 2013


BN-VERANSTALTUNGEN UND WEITERE TERMINE Ein Jahrhundert bewegter Geschichte

In Rahmen einer Tagung legt der BUND Naturschutz in Bayern die Forschungsergebnisse zur Verbandsgeschichte vor. Die Tagung richtet sich an alle BN-Kreis- und -Ortsgruppen.  Freitag, 6. September 2013, Nürnberg, Nürnberger Akademie, Marmorsaal des Presseclubs, Kontakt: Dr. Kai Frobel, Tel. 09 11-8 18 78-19, kai.frobel@bund-naturschutz.de

Foto: BN-Archiv

Rhönschaffest

Die 100-JahreFeier für Unterfranken: Beim Rhönschaffest gibt es Führungen, Reden, eine Ausstellung, Schafscheren, Exkursionen mit dem Rhönschafexpress, regionale Spezialitäten und kulinarische Köstlichkeiten vom Rhönschaf, musikalische Umrahmung, ein Kinderprogramm, Bastelaktionen und Baumklettern. Abgerundet wird das Programm mit einem Konzert.  Samstag, 14. September 2013, ab 10.30 Uhr am BN-Stall in ­Ginolfs, Kontakt: Landesfachgeschäftsstelle, Tel. 09 11-8 18 78-13

Schwarzer Büffel und blaue Feder – auf den Spuren der Indianer

Wer geht mit auf eine Entdeckungsreise in die Welt der Ureinwohner Amerikas? Die Teilnehmer spielen lustige Spiele, die schon die Indianerkinder so ähnlich gespielt haben. Wer möchte, kann sich mit Hilfe von Naturfarben sein Gesicht bemalen, mit Leder und Federn einen bunten Kopfschmuck basteln oder sich ein schönes Armband gestalten. Für Familien mit Kindern ab 6 Jahren.  Samstag, 21. September 2013, 14 bis 16 Uhr, Ökohaus Würzburg, Luitpoldstr. 7a, Tel. 09 31-4 39 72, info@bn-wuerzburg.de, Anmeldung bis zum 19.9. erforderlich!

Naturforscher unterwegs

Hurra, endlich Ferien! Nichts wie raus, auf Entdeckungstour. Werdet zum Naturforscher und erkundet mit uns die verborgene Welt der Tiere und Pflanzen und erfahrt, wie ihr mit einfachsten Mitteln in der Natur zurechtkommt. Ihr könnt einen Tag Reinschnuppern oder euch gleich für die ganze Ferienwoche anmelden. Für Kinder zwischen 7 und 12 Jahren.  28. bis 31. Oktober 2013, Immenstadt, Königseggschule, Anmeldung: Tel. 0 83 23-99 88 77, info@immenstadt.de, Kontakt: BUND Naturschutz Naturerlebniszentrum Allgäu, Info@NEZ-Allgaeu.de

BN-STUDIENREISEN | TEL. 09 11 -5 88 88 20 | www.bund-reisen.de Der Nationalpark »Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer« ist Teil eines weltweit einzigartigen Naturgebietes, das von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt wurde. Weite Wattflächen, Sand­ bänke, Dünen, Salzwiesen und kilometerlange Strände charakterisieren die Landschaft. Sie wohnen im Biohotel Miramar mitten in der historischen Hafenstadt Tönning. In der zertifizierten ­Bioküche werden ausschließlich Produkte aus kontrolliert bio­ logischem Anbau verwendet.  Deutschland, 22. – 29. September 2013

NEU: »Radeln für die Katz« – Wildkatzenschutz erleben

IMPRESSUM

Bei dieser geführten Mountain-Bike-Tour kommen die Teil­ nehmer durch R ­ egionen in der Mitte Deutschlands, die zu den schönsten und sportlich reizvollsten zählen und dabei lernen Sie die Wildkatze, ihre Lebensräume und Schutzmaßnahmen kennen. Die 8-tägige Tour folgt dem Wildkatzenwegeplan des BUND.  Deutschland, 22. – 29. September 2013 Herausgeber: BUND Naturschutz in Bayern e. V. (BN), vertreten durch Peter Rottner, Landes­ geschäfts­führer, Dr.-Johann-Maier-Str. 4, 93049 Regensburg, www.bund-naturschutz.de Leitende Redakteurin (verantw.): Luise Frank (lf), Tel. 09 41-2 97 20-22, Fax -31, natur+umwelt@ bund-naturschutz.de Redaktion: Holger Lieber (hl), Heidi Tiefenthaler (ht), Andrea Siebert (as), Volker Eidems (ve) Mitglieder-Service: Tel. 09 41-2 97 20-29 und -20 Gestaltung: Gorbach GmbH, Utting a. Ammersee (Layout: Waltraud Hofbauer) Titelgestaltung: Gorbach GmbH Litho: Fotosatz Amann, Aichstetten Redaktion BUND-Magazin: Severin Zillich (verantw.), Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin, Tel. 0 30-27 58 64-57, Fax -40 Druck und Versand: Brühlsche Universitäts­ druckerei Gießen

Verlag und Anzeigen: BN Service GmbH, Eckertstr. 2, Bahnhof Lauf (links), 91207 Lauf an der Pegnitz, Tel. 0 91 23-9 99 57-30, Fax -99, info@service.bundnaturschutz.de Druckauflage 2-13: 117.165 Bezugspreis: Für Mitglieder des BN im B ­ eitrag ­ent­­halten, für Nichtmitglieder Versandgebühr ISSN 0721-6807 BN-Konto: Bank für Sozialwirtschaft, Konto 8 885 000, BLZ 700 205 00 BN-Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft, Konto 8 844 000, BLZ 700 205 00 Mit Namen gezeichnete Artikel geben nicht unbedingt die ­Meinung der ­Redaktion oder des BN wieder. Nachdruck nur mit Geneh­migung des BN. Für unverlangt e ­ ingesandte Artikel oder Fotos keine Gewähr. Die Redak­tion behält sich das Recht vor, Leserbriefe zu kürzen. »Natur+Umwelt« wird auf 100 % R ­ ecycling­­­­papier gedruckt.

Unterwegs auf dem Steigerwald-Panoramaweg

Auf einer der schönsten Wanderrouten Deutschlands erfährt man Interessantes aus Fauna und Flora, über Geologie und Kultur. Im nördlichen und oberen Steigerwald können in den Buchen­ wäldern uralte Baumriesen bewundert werden, mit etwas Glück seltene Tiere beobachtet und im Herbst filigrane Pilz-Kunstwerke entdeckt werden. Im südlichen Steigerwald wurden knapp tausend Schmetterlingsarten nachgewiesen. An einem Tag begleitet Dr. Ralf Straußberger (Waldreferent des BN) bzw. Dr. Georg Sperber (Forstdirektor a. D. am Forstamt Ebrach) die Wanderung ­(vorbehaltlich Verfügbarkeit).  Deutschland, 28. September – 5. Oktober 2013

Zur Hirschbrunft im Unterengadin

Wildbeobachtungen und Wald­exkur­ sionen im und um den Schweizerischen Nationalpark mit der Wildbiologin Regula Bollier.  Schweiz, 4. – 8. Oktober 2013

Foto: Regula Bollier

Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Vogelzug im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Die Herbstzeit im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe ist die Zeit des Vogelzugs. Tausende Wildgänse und Kraniche rasten im November auf den weiten Überschwemmungsflächen der Elbtalaue, im Rambower Moor und im Grünen Band am Arendsee. Deutschland, 2. – 8. November 2013

[3-13] 100 Jahre BUND Naturschutz Natur + Umwelt 

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Natur + Umwelt 3-2013  
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