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MODULØR

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Design Design

Dieter rams unD seine 10 thesen architekten als Designer: ein vorzeigeProjekt Design von architekten: ein rückblick antonio citterio im gesPräch

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EDITORIAL

LIEBE LESERINNEN UND LESER Der deutsche Künstler Gerhard Merz soll gesagt haben: „Kreativität ist etwas für Friseure.“ Ein Affront für alle Kreativen, etwas zum Schmunzeln für alle Humorvollen. Dass nicht nur Friseure kreativ sein können, zeigen diesen Herbst wieder diverse interessante Messen, Ausstellungen und Anlässe, die ganz im Zeichen von Design stehen. So beispielsweise die Messe „Design+Design“ im Museum für Gestaltung sowie im grossen Vortragssaal des Kunsthauses Zürich, an der Design-Klassiker von den 20er- bis 80er-Jahren das vorherrschende Thema sind. Ganz dem zeitgenössischen Designschaffen widmet sich die 13. Ausgabe des Designers‘ Saturday: Über 70 nationale und internationale Hersteller inszenieren ungewöhnliche Blickweisen auf ihre Produkte, gleichzeitig öffnen die ortsansässigen Gastgeberfirmen dem Publikum ihre Fabrikations- und Lagerhallen. Auch Modulør wird mit einer Inszenierung anwesend sein. Besuchen Sie uns in der Hector-Egger-Halle, und prüfen Sie Ihr Architekturwissen!

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thema Design Entwerfen oder auch Planen ist das systematische Formen eines Projekts, das noch nicht existiert, dessen Funktion, Nutzen und Ausdruck vom Entwerfer aber bereits schon als Vision erkennbar ist. Der Akt des Entwerfens ist der gemeinsame Nenner von Architekt und Designer. Was die beiden Berufe jedoch klar voneinander trennt, sind die Dimensionen, die Komplexität und Stückzahl des Endproduktes. Während der Designer für die repetitive Herstellung entwirft, plant der Architekt für die jeweils einmalige Ausführung. Obschon sich Architekten meist nicht als Designer verstehen, erfüllen diese in ihrer Tätigkeit die Ideale designorientierten Handelns. Was heute als Klassiker gilt, wurde in der Moderne vor allem von Architekten entworfen: Möbel, Leuchten, Geschirr oder Textilien. Die Zeiten haben sich geändert: Wo früher das Idealbild des Herrn Architekten für Haus und Möbel, Küche und Klinke verantwortlich zeichnete, ist bei grösseren Projekten der Architekt heute einer von vielen. Ist es die zunehmende Komplexität des Bauens, die Architektur nur noch möglich macht, wenn diese in ihre Einzelbereiche zerlegt von verschiedenen Spezialisten bearbeitet wird? Im Englischen und Französischen bedeutet „design“ „Gestaltung“ oder „Entwurf“, während das italienische „disegno“ (Deutsch: Zeichnung, Plastik) stärker einen erprobenden Vorgang betont, ähnlich dem spanischen „diseño“. Im Gegensatz zum deutschen Sprachgebrauch, der eher auf formal-künstlerische Aspekte abzielt und den Design-begriff weitgehend verdinglicht, umfasst der angelsächsische Begriff „design“ auch technisch-konstruktive Anteile der „Gestaltung“. Die vorliegende Ausgabe von Modulør möchte die Schnittfläche zwischen Architektur und Design eruieren, wagt den Blick zurück auf den Werdegang von Architekten, die sich im Design versucht haben; sie lässt einen Architekten zu Wort kommen, der sich von der Gestaltungsnation Italien aus international vor allem als Designer einen Namen gemacht hat, und zeigt ein Projekt, bei dem ganz explizit Architekten mit der Entwicklung eines Serienproduktes beauftragt wurden. Dass Design zu einem Wettbewerbsvorteil für Hersteller und zum Unterscheidungsmerkmal von Produkten geworden ist, ist mittlerweile bestätigt. Markant gestaltete Produkte, wie früher die der Firma Braun oder heute diejenigen von Apple, lassen Bedürfnisse entstehen und eine höhere Nachfrage generieren. Das enorm gewachsene Interesse an Veranstaltungen wie dem Designers‘ Saturday widerspiegelt auch die Affinität einer immer breiteren Bevölkerungsschicht an gut gestalteten Produkten und einer bewusst gestalteten Umwelt.

Gerald Brandstätter Chefredakteur gerald.brandstaetter@modulor.ch

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INHALT

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eDitORiaL

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FORUM

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CaRte BLanChe

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theMa Design

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KOLUMne Thomas Sevcik

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aRChiteKtUR Mehrfamilienhaus Wildbachgut, Zürich Bahnhof, Aarau Gewerbebau Tortona 37, Mailand

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aKtUeLL Projektmanagement

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ReCht Das Grundbuch

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tOOLBOx

SeRvIce

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speziaL Leuchten Fassaden Küchen und Küchengeräte Produkte

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visit

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StirlinG Prize für hadid Zaha Hadid ist für den Museumsbau MAXXI in Rom (siehe Modulor 1/2010) mit dem alljährlich vom Royal Institute of British Architects ausgelobten Stirling Prize bedacht worden. Hadid war in den vergangenen Jahren bereits dreimal – für das BMW-Zentralgebäude in Leipzig (2005), das Phaeno Science Center in Wolfsburg (2006) und die Haltestellen der Nordkettenbahn in Innsbruck (2008) – für den Preis nominiert gewesen, bislang jedoch jedes Mal leer ausgegangen. Die Genugtuung über die Auszeichnung war der Architektin denn auch deutlich anzumerken. „Ich danke dem RIBA und der Jury. Es ist wirklich sehr aufregend für mich, zur Abwechslung einmal einen britischen Preis zu erhalten,“ so Zaha Hadid anlässlich der Preisverleihung, die wie jedes Jahr live im englischen Fernsehen übertragen wurde. Die diesjährige Ausgabe des Stirling Prize stand im Zeichen spektakulärer Museumsbauten. Zu den Favoriten gehörten neben dem MAXXI selbst David Chipperfields Neues Museum in Berlin sowie Rick Mathers aufwendig restauriertes Ashmolean Museum in Oxford, das die Zuschauerwahl für sich entscheiden konnte. Die sechsköpfige Jury, der neben der RIBA-Präsidentin Ruth Reed auch der letztjährige Preisträger Ivan Harbour von Rogers Stirk Harbour + Partners angehörte, bezeichnete das MAXXI als Zahas bislang wohl bestes Werk und lobte insbesondere die räumliche Organisation des Baus, die dem Besucher jenseits vorgeschriebener Wegführungen ein Gefühl der Entdeckung vermittle. Der Stirling Prize ist mit 20’000 Pfund dotiert. Er wird seit 1996 an den besten in Grossbritannien gebauten oder entworfenen Bau vergeben und gilt weltweit als einer der prestigeträchtigsten Architekturpreise. pz www.zaha-hadid.com

Grüne Uefa Der Europäische Fussballverband UEFA hat seinen Hauptsitz seit 1999 in Nyon, zwischen der Route Suisse und dem Seeufer. Aufgrund des stetigen Wachstums wurde das bestehende Verwaltungsgebäude mit seinen 130 Arbeitsplätzen zu klein und sollte mit einem Neubau ergänzt werden. Als Bauplatz konnte die UEFA ein Grundstück neben dem Stadion Colovray auf der gegenüberliegenden Strassenseite des Hauptsitzes erwerben. Aus dem anschliessenden Architekturwettbewerb ging das Genfer Architekturbüro Bassi Carella als Sieger hervor. Sie schlugen ein kreisförmiges, vollständig verglastes Gebäude vor, welches 6300 m2 Hauptnutzfläche, verteilt auf vier Stockwerke, umfasst. Die runde Form erlaubt einen sanften Übergang zur Landschaft und fügt sich nahtlos in die Umgebung ein. Ziel der Architekten und der Bauherrschaft war es nicht nur, ein möglichst transparentes und durchgängiges Gebäude, sondern auch ein möglichst umweltfreundliches Gebäude zu erstellen, getreu dem Motto „Respect the Environment“ der „UEFA Respect Kampagne“ folgend. Der Neubau ist MinergieEco-zertifiziert, da die UEFA mit beispielhaftem umweltfreundlichem Bauen ein Zeichen setzen möchte. Das Architekturbüro Bassi Carella hat deshalb maximale Energieeffizienz angestrebt, insbesondere durch den Einsatz von Tageslicht. Die gebogene Dreifachverglasung mit hervorragendem U-Wert gewährleistet eine optimale geschlossene Gebäudehülle. Auch erneuerbare Energien kommen zum Einsatz: Geheizt und gekühlt wird mit einer Wärmepumpe, die mit einer thermischen Solaranlage gekoppelt ist, und eine Photovoltaik-Anlage versorgt das Gebäude mit Strom. Als Sonnenschutz sind über allen Normalgeschossen waagerechte Vordächer aus Sichtbeton angebracht, deren Länge je nach Lage des Gebäudeteils leicht variiert. fa www.bassicarella.ch

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daS GrOSSPrOjekt bei aaraU Der Scheibenschachen in Aarau war lange Zeit vorab den Schützen bekannt. Das Schiessen hat auf dem Gelände eine lange Tradition gehabt, selbst Eidgenössische Schützenfeste fanden hier statt. Nach der Stilllegung des Schiessstandes hat die Ortsbürgergemeinde Aarau zusammen mit der Stadt einen Plan ausgearbeitet, der die Kantonshauptstadt Raum bietet, sich qualitativ weiterzuentwickeln. In einem zweistufigen Verfahren wurden Eingaben von Architekten und Investoren auf ihre Realisierbarkeit und Qualität hin geprüft. Eines der Grundstücke konnte sich die Bonainvest AG aus Solothurn sichern: Am nördlichen Aareufer soll im Gebiet Scheibenschachen ein neuer Stadtteil entstehen, der durch eine klare städtebauliche Anordnung ein übergeordnetes Muster erhält. Dieses sieht die Aufteilung in acht individuell bebaute Parzellen vor, die durch dazwischenliegende Grünflächen verbunden werden. Auf dem Baufeld, das den Auftakt zum neuen Quartier bildet, sind eine niedrige Bebauung im Südwesten, welche die Massstäblichkeit des angrenzenden Wohnquartiers aufnimmt, und eine höhere Zeile im Nordosten und Südosten der Parzelle vorgesehen. Dadurch wird ein ruhiger, grosszügiger Innenhof geschaffen, der zudem den einzelnen Wohnungszeilen eine optimale Besonnung und den Ausblick auf die Grünflächen und die Aare ermöglicht. Konkret: Auf dem 13‘000 m2 grossen Grundstück sollen bis 2013 Reiheneinfamilienhäuser, Miet- und Eigentumswohnungen entstehen, entwickelt und geplant von Schneider & Schneider AG, Aarau. Das Investitionsvolumen beträgt beachtliche 38 Millionen Franken. Neben dem Projekt der Bonainvest AG entstehen im Scheibenschachen weitere Projekte mit unterschiedlichen Nutzungen. gb www.schneiderschneider.ch

ObServatOriUm deS WiSSenS Rem Koolhaas (OMA) hat sich in einem prominent besetzten internationalen Wettbewerb für eine neue Bibliothek im französischen Caen gegen fünf weitere Finalisten durchsetzen können. Der Entwurf des Niederländers, der an der diesjährigen Biennale in Venedig für sein Lebenswerk mit dem Goldenen Löwen bedacht wurde, sieht einen viergeschossigen Baukörper auf kreuzförmigem Grundriss vor. Die vier Flügel des Gebäudes sind laut Konzeptbeschreibung auf vier „Wahrzeichen“ der Stadt ausgerichtet: auf die beiden Klöster im Norden und Osten sowie den Hauptbahnhof im Süden. Zum Wahrzeichen erhoben wurde mangels eines passenderen Bezugsobjekts – die Burg als bedeutendstes Monument der Stadt liegt ärgerlicherweise zwischen den beiden Klöstern – auch das östlich angrenzende städtische Entwicklungsgebiet, dessen Vorzeigeprojekt die neue Bibliothek ist. Die Jury liess sich davon ebenso wenig in ihrem Urteil erschüttern wie durch die Tatsache, dass das Männerkloster eigentlich im Westen liegt. Aussergewöhnlich ist auch das Raumkonzept, dem zwei sich kreuzende „pädagogische Achsen“ zugrunde liegen. Die beiden sich überschneidenden Lesesäle sollen den interdisziplinären akademischen Austausch zwischen den vier Themenbereichen „Humanwissenschaften“, „Wissenschaft & Technik“, „Literatur“ sowie „Geisteswissenschaften“ fördern. Über raumhohe Verglasungen öffnen sich die Räume zu den zwischen den Gebäudeteilen abwechselnd als Park, Fussweg oder Ufer-Plaza gestalteten Aussenbereichen hin. Mit ihrem transparenten Design und dem Wechselspiel von inneren und äusseren Blickbezügen verkörpert die Bibliothek nach Meinung von OMA ein „Observatorium des Wissens“, dass über ihre eigentliche Funktion hinausgehend zur Reflexion über die urbane oder kulturelle Landschaft anregen wird. pz www.oma.eu

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Sichtbar weiter

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exklUSiveS baUmhaUS In einem weitläufigen Park direkt am malerischen Murtensee liegt das pittoreske Relais & Châteaux Hotel. Ein romantisches Landhaus, in dem bereits vor 100 Jahren das unbeschwerte Leben zelebriert wurde. Dieses Luxushotel, eine Oase der Ruhe und Erholung, wurde durch ein exklusives Angebot ergänzt: Inmitten alter Bäume, gleich am Seeufer, versteckt und dank grossflächigen Fenstern von Air-lux auch mit herrlichem Ausblick über den See, steht nun ein gläserner Hochsitz. Geplant wurde das Baumhaus-Hotelzimmer von Jasmin Grego & Stephanie Kühnle Architektur GmbH. gb www.grego.ch

neUe kleintierklinik im irchelPark Im Beisein von zahlreichen Honoratioren ist am 22. September der Neubau der Kleintierklinik der Vetsuisse Fakultät der Universität Zürich feierlich eingeweiht worden. Das Projekt stammt von den Zürcher Architekten Lorenz Baumann und Alain Roserens, die als Sieger aus einem Wettbewerb des kantonalen Hochbauamts hervorgingen. Der Neubau wird als T-förmiger Baukörper in die bestehende Struktur der campusartigen Gesamtanlage integriert. Ein wesentliches Gestaltungselement ist das Korridorsystem. Dieses ist geprägt von Verengungen und Ausweitungen, wobei grosszügige Öffnungen in der Fassade und in der Dachfläche die Erweiterungszonen betonen. Die Vetsuisse-Fakultät zählt mit ihrem umfassenden Dienstleistungsangebot und ihrer Fachkompetenz zu den führenden Instituten Europas. Neben den Hauptspezialisierungen wie Medizin und Chirurgie sind rund 15 Spezialgebiete, wie Kardiologie, Neurologie, Fortpflanzung oder Augenheilkunde, in der neuen Kleintierklinik vertreten. Mit dem Neubau erhält die Kleintierklinik die dringend notwendige Vergrösserung der Nutzfläche sowie eine technische Modernisierung. Das grosszügige Raumangebot und die zeitgemässe Infrastruktur der neuen Kleintierklinik ermöglichen nun auch den Kleingruppenunterricht. fa www.brarch.ch

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FORUM

viS-à-viS

mit StePhan hürlemann

herr hürlemann, welche aufgaben beschäftigen Sie gerade? Im Moment bauen wir unter anderem zwei Hotels um, entwickeln ein neues Tischsystem für einen bekannten Büromöbelhersteller und unterstützen einige Firmen bei der Überarbeitung ihrer räumlichen Markenerscheinung. Und: Wir müssen Gönner finden für die HannesWettstein-Monografie, welche im Moment entsteht. Ausserdem sollte ich heute noch entscheiden, ob es an unserem Tischfussballturnier für befreundete Büros Hotdogs oder Bratwürste gibt.

realStadt Bis 28. November 2010 findet in Berlin eine spannende Ausstellung in aussergewöhnlichem Umfeld statt: Im Kraftwerk Mitte wird die Ausstellung „Realstadt. Wünsche als Wirklichkeit“ gezeigt. Eine mit Beiträgen spielerisch gefügte Stadt auf Zeit erzählt von den vielfältigen Wünschen, aus denen Stadtentwicklung besteht. „Realstadt. Wünsche als Wirklichkeit“ bespielt als erste Ausstellung die gewaltige Turbinenhalle des 1961 erbauten Kraftwerks Mitte. 250 Architektur- und Stadtmodelle aus ganz Deutschland und 65 beispielhafte Projekte in Wort und Bild fügen sich auf zwei Geschossen zu einer weitläufigen Stadt auf Zeit. Die Projekte erzählen von einer städtischen Wirklichkeit, die der Mehrheit der Besucher vertraut ist, und vom Wunsch nach Veränderung. Die Ausstellung wird von Veranstaltungen ihrer zahlreichen Partner und der Reihe „Wunsch-Termine“ begleitet, in welcher Personen aus unterschiedlichen Bereichen des öffentlichen Lebens durch die Ausstellung führen und über ihre Beobachtungen in der Realstadt und das, was in ihren Augen Stadt ausmacht, berichten. Konzipiert und realisiert wurde das Projekt von Heller Enterprises, Zürich, und Holzer Kobler Architekturen, Zürich, zusammen mit der Wiener Kuratorin Angelika Fitz. Auftraggeber war das Bauministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Berlin. gb www.realstadt.de, www.hellerenter.ch

Welches architektonische Werk hat Sie kürzlich begeistert? Sehr beeindruckt bin ich zum Beispiel vom Umbau und der Sanierung des Parlamentgebäudes in Bern. Die Art, wie Alt und Neu kommunizieren, wie historische Elemente neu aufleben und neu gestaltete Orte ganz selbstverständlich in der alten Bausubstanz ruhen, gefällt mir sehr gut. Auch der Prime Tower gehört zu meinen Favoriten. Er steht für ein neues Zürich und beweist, dass auch diese Stadt wieder Architekturzeichen setzen kann. Zudem spiegelt er die Abendsonne in unser Wohnzimmer, das eigentlich gegen Osten liegt. Welche tugenden sollte ein architekt erfüllen? Er sollte sich der Verantwortung bewusst sein, dass seine Arbeit für mindestens 50 Jahre stehen bleibt. Im Design sind die Folgen im Normalfall nicht so dramatisch, da kann man eher noch ein Auge zudrücken. kann architektur/design die Welt verbessern? Ja, sicher. Der Schritt von der Höhle zum Haus und vom Stein zum Vorschlaghammer hat schon einiges Positives bewirkt. Zudem umgibt sich der Mensch gerne mit schönen Dingen, weil sie ihm ein gutes Gefühl vermitteln. Leider funktionierts auch umgekehrt. Die Einrichtung eines Hotelzimmers hat mich einmal so deprimiert, dass ich es vorgezogen habe, im Auto zu schlafen. Stephan Hürlemann, geboren 1972 in Herisau (CH), studierte Architektur an der ETH Zürich. 2002 kam Stephan Hürlemann als Geschäftsleiter zur Firma zed. von Stardesigner Hannes Wettstein, der ihn 2007 zum Partner machte. Nach Hannes Wettsteins Tod überführte Hürlemann die Agentur in ihre neue Form. Heute ist der Familienvater Teilhaber und Generalmanager der Studio Hannes Wettstein AG sowie Mitglied der dreiköpfigen Geschäftsleitung. s.huerlemann@studiohanneswettstein.com www.studiohanneswettstein.com

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FORUM

maSSGeSchneidert: WOhnraUm für SeniOren Die Gemeinde Nürensdorf realisiert an zentraler Lage massgeschneiderten Wohnraum für ältere Menschen; die Seniorenwohnungen „Zentrum Bären“. Die Umnutzung des bald 200-jährigen Gasthofs Bären geht vorwärts. Bis im Juni 2011 sollen 24 hindernisfreie Seniorenwohnungen mit 2½-, 3½und 4½ Zimmern sowie 2 Pflegegeschosse mit je 6 Zimmern realisiert werden. Zum Angebot gehören auch noch ein rund 200 m2 grosser Wellness- und Fitnessbereich, eine Arztpraxis mit Therapieräumlichkeiten, eine Rezeption und ein Kiosk sowie Beauty- und PodologieEinrichtungen. Ziel ist, den Bewohnerinnen und Bewohnern eine „Alles unter einem Dach“-Lösung anzubieten, damit sie trotz veränderten Bedürfnissen und Möglichkeiten ihren Freizeitinteressen bequem nachgehen können. Die drei im Minergie-Standard erstellten Gebäude sind so angeordnet, dass sich über der grosszügig konzipierten Tiefgarage ein Innenhof erstreckt, welcher einen parkähnlichen Charakter hat. Eine Passerelle verbindet die Neubauten mit dem bestehenden Gebäude „Bären“. Die Seniorenwohnungen „Zentrum Bären“ wurden nach den Plänen der Hasler Schlatter Partner Architekten AG in Zürich geplant . Die Bauengineering.com AG sichert mit ihren über 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – qualifizierte Baufachleute, Berater und Macher, Vermarktungsexperten, Finanzspezialisten und Projektleiter – die Übergabe der betriebsbereiten Gesamtanlage für Juni 2011. gb www.hsp-architekten.ch, www.bauengineering.com

rafael Schmidt aUSGezeichnet Es hat sich wieder einmal bestätigt, dass Modulør seiner Zeit voraus ist und eine gute Nase für Architekturtrends hat: Das „Last Resort“-Projekt (siehe Modulør Ausgabe 4/2010) und das „Bike Share System“ des Zürcher Architekten Rafael Schmidt haben beide einen Red Dot Design Award in der Kategorie Concept Design erhalten. Als Inspiration für die Formensprache der mobilen schwimmenden Architektur – der Entwurf war eines der Siegerprojekte des von der Internationalen Bauausstellung lancierten Wettbewerbes – diente die horizontale wellige Ausrichtung der Uferstreifen der Lausitzer Seenlandschaft, einer spektakulären Wasserwelt zwischen Berlin und Dresden. Das Konzept zeigt einen neuen Ansatz für das Wohnen auf dem Wasser, denn die formalen und konzeptionellen Anforderungen, sich fortzubewegen, stehen im Widerspruch zum Wunsch, sich gleichzeitig zu Hause zu fühlen. Der Entwurf fokussiert daher auf die Parameter Bewegung und Autarkie. gb

kaSkadenraUm Das Verwaltungszentrum des Bundes in Ittigen, in dem auch grosse Teile des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK untergebracht sind, stösst zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen. Um die Belegungsdichte zu entschärfen, sollen die 96 Arbeitsplätze des Bundesamtes für Raumentwicklung ARE in einen unmittelbar benachbarten Neubau ausgelagert werden. Den dafür durchgeführten Projektwettbewerb im offenen Verfahren haben die Zürcher Mischa Badertscher Architekten gegen achtzehn weitere Planerteams für sich entscheiden können. Dem Leistungsauftrag des ARE entsprechend soll der Bau hinsichtlich Nachhaltigkeit, Aussenraumqualität und ÖV-Erschliessung Vorzeigecharakter haben und naturgemäss die Anforderungen an Minergie-P-ECO erfüllen. Um ausserdem den engen Zeitrahmen einhalten und Flexibilität im Falle eines späteren Nutzerwechsels gewährleisten zu können, war eine Lösung in Holzbauweise im Programm zwingend vorgegeben. Das siegreiche Projekt mit der Bezeichnung „Cascada“ überzeugte vor allem durch die städtebauliche Einordnung des langgestreckten Baukörpers und dessen Anschluss an die benachbarten (grossmassstäblichen) Verwaltungsbauten über die präzise Aussenraumgestaltung. Während die Eingangssituation unter den ausladenden Fluchtbalkonen als verbesserungswürdig eingeschätzt wurde, attestierte die Jury dem Projekt ein grosses innenräumliches Potenzial. Durch die laterale Anordnung der Aussteifungskerne wird ein viergeschossiges, lichtdurchflutetes Atrium freigespielt, von dem aus über Kaskadentreppen die Büroebenen erschlossen werden. Nach einer Überarbeitung des Projekts soll im Februar 2012 mit dem CHF 8,5 Millionen teuren Bau begonnen werden; bereits im Oktober desselben Jahres soll er bezugsbereit sein. Es besteht die Absicht, das Gebäude in einer zweiten Bauetappe in westlicher Richtung zu erweitern. pz www.mbarchitekten.ch

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CARTE BLANCHE

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Die öffentlichen Bereiche befinden sich in den Boxen, die Nebenräume in den strukturellen Wänden.

Entlang der Schiene „fahren“ die Ausstellungsräume in zwei Schlaufen von hundert Meter Höhe bis zum Erdgeschoss oder bis tief unter die Erde.

DER BEOBACHTER DES BEOBACHTERS Die Vision des Tokyo Fashion History Museum, welche das Büro OOS im Rahmen des Arquitectum Ideenwettbewerbs entwickelt hat, ist ein kinetisches Gebäude aus 21 sich kontinuierlich bewegenden Ausstellungsboxen. Während der „Museumsfahrt“ kann der Museumsbesucher die unterschiedlich inszenierten Ausstellungsboxen begehen, den Blick auf die Stadt geniessen und die vorbeigleitenden Szenen aus Besuchern und Exponaten beobachten. Das Projekt interpretiert den Begriff Mode neu. Über die Bedeutung von Mode als Produkt hinaus stehen die kommunikativen Aspekte im Vordergrund. Im Fokus steht die Wechselwirkung zwischen Kunde, Designer und Model und die sich stetig verändernde Beziehung zwischen diesen Akteuren. Jeder Besucher ist ein Beobachter und gleichermassen Objekt von Beobachtungen – er sieht und wird gesehen. Die Mode selbst ist ständig in Bewegung und interpretiert sich laufend neu. Mode als Form der Kommunikation ist ein fliessendes Zusammenspiel ohne lineare Zeitdimensionen. Das Konzept des Projektes entzieht sich einer streng chronologischen Ausstellungsdramaturgie, weil sich jederzeit durch ein Umsteigen in eine andere Ausstellungsbox die Raumabfolge verändert. Der performative Charakter des Gebäudes intensiviert das Erlebnis des Museumsbesuchers und zieht die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich. Das Museum ist zugleich Bühne und Tribune, der Museumsgast Akteur und Zuschauer.

Das Büro OOS wurde 2000 von Andreas Derrer, Christoph Kellenberger, Lukas Bosshard und Severin Boser in Zürich gegründet. Christiane Agreiter ist seit 2009 Partnerin. OOS bearbeitet Projekte aus der Architektur, temporären Architektur und Raumentwicklung. info@oos.com

Senden auch Sie uns Ihre persönliche architektonische Vision in Text und Bild zu. Sollten Sie die Redaktion überzeugen, wird Ihre Idee im Rahmen der Rubrik „Carte Blanche“ publiziert. Was wir dafür brauchen? Skizzen, Zeichnungen, Pläne – eine visuelle Umsetzung Ihrer Vision und eine Kurzbeschreibung davon (max. 1500 Zeichen). Zusätzlich ein digitales Porträtbild von Ihnen (Auflösung min. 300 dpi) und einen kurzen Lebenslauf (max. 400 Zeichen) in vorzugsweise digitalisierter Form und in einer hohen Auflösung. Dateien in InDesign-, QuarkXpress-, Photoshop-, Illustrator-, PDF X3-Format; Bilder als .JPG- oder .TIFF-Dateien. Die Zusendung von Material berechtigt nicht zu einer Publikation. Das Material wird nicht retourniert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. carteblanche@modulor.ch

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Design von Architekten:

Erkennen und gewinnen!

Erkennen Sie diesen Sessel, ein Klassiker aus den 1950er-Jahren? Dieser Entwurf verweist in besonderem Masse auf die Tradition des Bauhaus, wo der Entwerfer von 1930 bis 1933 bei Mies van der Rohe gelernt hat. Danach wurde er Mitarbeiter von Mies van der Rohe und später von Egon Eiermann. Besuchen Sie „Design+Design 10“, den Salon Privé für Vintage-Möbel, wo Sie mehr über diesen Sessel und weitere Designklassiker aus den 20er- bis 80er-Jahren erfahren. In einer kleinen Sonderschau über den Gestalter des abgebildeten Sessels, der dieses Jahr seinen 100sten Geburtstag gefeiert hätte, werden einige Vintage-Möbel und eine zum Jubiläum produzierte Reedition gezeigt.

Nennen Sie uns den Entwerfer, und gewinnen Sie diesen Sessel! Senden Sie Ihre Lösung an redaktion@modulor.ch, Stichwort „Design+Design“.

Design+Design 10; Salon Privé für Vintage-Möbel Sa 6. November 10–20 Uhr und So 7. November 10–17 Uhr im Museum für Gestaltung Zürich und im grossen Vortragssaal des Kunsthaus Zürich www.designunddesign.ch

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Das thema Design im Überblick 022

Design im Design Wenn Architekten heute Gebrauchsgegenstände entwerfen, können ziemlich unbrauchbare Objekte dabei herauskommen. Das war nicht immer so. von Renate Menzi/ Designsammlung des MfGZH

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von aDolf loos bis greg lynn Die Geschichte der Personalunion von Architekt und Designer zeigt, dass die Leitung und Kommunikation des Entwurfs mithilfe der Zeichnung ihre Grenzen hat. von Prof. Dr. Bettina Köhler

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Die leitfigur Des Designs Der Architekt Dieter Rams hat mit seiner Designethik und seinen zehn Thesen einen Massstab gesetzt, wie sich gutes Design definieren lässt. von Prof. Klaus Klemp

040 Titelbild: Das Studio Hannes Wettstein ist eines der wenigen international tätigen, interdisziplinären Büros in der Schweiz, die Architektur und Innenarchitektur sowie Industriedesign unter einem Dach anbieten. Siehe auch Interview Seite 14. (Foto: Simone Vogel)

im gespräch mit antonio citterio Nach dem Motto der Mailänder Schule „vom Löffel bis zur Stadt“ hat Antonio Citterio bereits fast alles gestaltet. Er gehört zu den vielseitigsten und erfolgreichsten italienischen Designern und Architekten der Gegenwart. von Sarah Gatto

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Das projekt „4+“ Vier Architekten aus vier unterschiedlichen Architekturbüros erhielten den konkreten Auftrag, als Team eine umfassende Produktlinie zu entwickeln. von Gerald Brandstätter

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Der Designers‘ saturDay Die 13. Edition des Designers‘ Saturday steht bereits vor der Tür. Ein Gradmesser für das breit abgestützte Interesse an Design und hochwertigen Produkten. von Sergio Cavero

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Design im Design von Renate Menzi (Text)

Wenn Architekten heute Gebrauchsgegenstände entwerfen, können ziemlich unbrauchbare Objekte dabei herauskommen. Das war nicht immer so. Bevor es den Beruf des Designers gab, haben vor allem Architekten Möbel, Leuchten, Geschirr oder Stoffe gestaltet, die heute als Klassiker gelten. Berufsbilder und Arbeitsweisen haben sich seitdem in Architektur und Design verändert.

Architektur als Vorbild für Designobjekte: Entwurf von Aldo Rossi für Alessi.

Was eigentlich bedeutet Design? Seit den 1990er-Jahren hat sich der Designbegriff kontinuierlich erweitert. Neben Designermöbeln – heute oft despektierlich gemeint – gibt es Designerdrogen, designte Lebensläufe, Finanzinstrumente, Organisationsformen oder gar Theoriedesign. Ob materiell oder immateriell, die gesamte gestaltete Umwelt ist Design. Selbstverständlich nicht als grosses Ganzes, sondern vielmehr alle Gegenstände, Räume und Prozesse, die als loses Patchwork zusammenwirken. Design meint aber nicht nur Resultate,

sondern bedeutet auch entwerfen, vor allem im angelsächsischen Sprachraum. Missverständnisse sind also vorprogrammiert, und die gegenseitige Verständigung über Design setzt eine Klärung des jeweiligen Designbegiffs voraus. Design ist auch eine Disziplin, ein Berufsfeld mit dazugehöriger Ausbildung, die sich kontinuierlich ausdifferenziert. So kann eine angehende Designerin heute in der Schweiz aus einer breiten Palette von Bildungsangeboten zwischen Interaction Design, Game Design, Scenografical Design oder Editorial Design auswäh023

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len, um nur einige Beispiele zu nennen. Im Feld von Industrial Design oder Product Design führen die Traditionslinien in die USA, wo Raymond Loewy seine Erfahrungen als Designer in den 1930erJahren im unterhaltsamen Buch „Hässlichkeit verkauft sich schlecht“ festhält. In Europa war die HFG Ulm eine Brutstätte für Designer. An vielen Schulen für Gestaltung in Europa wurden in der Folge Lehrgänge für Produktdesign oder Industrieform gegründet. Auf dem Weg zur form

Marcel Breuer entwarf 1933 diese Gartenliege, die von den Embru Werken für die Wohnbedarf AG gefertigt wurde (*1).

Nachdem in den 1990er-Jahren unterschiedliche CAD-Programme die Formfindung stärker beeinflusst haben als die Auseinandersetzung mit Materialien und Konstruktionsweisen, will die zeitgenössische Produktgestalterin und der heutige Designer weder auf die Möglichkeiten der digitalen noch der analogen Formgenerierungs- und Darstellungswerkzeuge verzichten. Der Designprozess durchläuft eine Handskizze, erste Überprüfungen im CAD, materielle Modelle, Renderings oder Rapid-Prototypes, gebaute Funktionsmodelle und Prototypen,

bevor ein fertig vermasster Plan für die Produktion bereitsteht. Wichtig ist, dass die Form sowohl symbolischen als auch funktionalen Ansprüchen genügt. Die Möglichkeiten und Einschränkungen der seriellen Produktion wirken auf die Form. Diese entsteht meist im Dialog mit Herstellern, Ingenieuren und MarketingSpezialisten. Dieses vernetzte, stark am Markt orientierte Vorgehen prägt die Form. Bauten hingegen sind keine seriellen Produkte, und sie werden auch nicht industriell hergestellt – das sind wohl die wesentlichen Unterschiede zwischen Design und Architektur. Die Entwurfswerkzeuge sind ähnlich, und doch ist ein Haus nichts zum Anfassen, der Prototyp kein wichtiger Schritt in der Entwicklung. Die meisten Bauten sind Unikate. Auch die Abhängigkeit von äusseren Faktoren ist anders definiert: So sind es neben den Auftraggebern und den Nutzern auch der Standort und die Baugesetze, die die Form beeinflussen. Ein anderer wesentlicher Unterschied ist, dass Häuser als gestaltete Formen einen symbolischen Charakter haben, der nicht selbstverständlich an die Gebrauchsfunktion ge-

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Hans Gugelot und Max Bill zeichneten 1954 zusammen den „Ulmer Hocker“ als Möbel mit zwei Sitzhöhen (*2).

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koppelt ist. „Form follows function“ wird in der Architektur anders verstanden als im Produktdesign, wo beispielsweise die Ergonomie eines Griffs zum Form bestimmenden Kriterium werden kann, während beispielsweise ein Gebäude ausdrücken kann, ob es ein Rathaus oder Fertighaus ist. Diese Vergleiche hinken natürlich, aber es lohnt sich, sie anhand von konkreten Beispielen zu untersuchen und auch historisch zu beleuchten. möbel für dAs Neue bAueN

Max Bill entwarf zwischen 1956 und 1962 Armband- und Wanduhren für die Firma Junghans, die seit 1997 wieder hergestellt werden.

Die moderne Architektur brauchte auch moderne Möbel. So gestalteten viele Architekten Möbel, die ihre Vorstellung vom Raum unterstützten. Mies van der Rohe, Le Corbusier, Walter Gropius, Mart Stam, Marcel Breuer oder Werner Max Moser entwarfen moderne Möbel, die zweckmässig waren und in den Räumen des Neuen Bauens gut zur Geltung kamen. Sie verwendeten neue Werkstoffe, experimentierten mit frei schwingenden Konstruktionen und erfanden neue Typologien. Sie betätigten sich zum Teil auch als Produktdesigner und gestalteten formal reduzierte Gebrauchsgegenstän-

de, die heute das Bild der Klassischen Moderne prägen. gute INdustrIeformeN In den 1950er-Jahren begann sich das Berufsbild des Designers in Europa zu formieren. Prägend war die HFG Ulm, wo eine neue Generation von Gestaltern von Hans Gugelot oder Walter Zeischegg ausgebildet wurden, beide keine Architekten. Der erste Schweizer Ausbildungsgang für Innenarchitektur und Produktgestaltung wurde an der Kunstgewerbeschule Zürich gegründet. Die Arbeitsweisen waren und sind völlig anders als in der Entwurfslehre an der ETH. Die Schüler probierten viel aus, arbeiteten in der Werkstatt und hatten mit Willy Guhl einen Lehrer, der sie regelmässig in die Produktion von grossen Firmen wie zum Beispiel Eternit mitnahm. Die Gebrauchsfunktion, die Ergonomie und die Ökonomie der Herstellung sind entscheidende Gestaltungsfaktoren für Produktdesigner. desIgN gegeN dIe moderNe Nach revolutionären kulturellen Veränderungen und auf dem Nährboden der

Ettore Sottsass zeichnete 1981 die Leuchte „Tahiti“ für die Kollektion Memphis aus Stahlblech, Aluminium, MDF, Kunstharzlaminat (*3).

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Pop-Art und der postmodernen Philosophie formierte sich in den 70er-Jahren ein neues Verständnis in der Architektur und später auch im Design. Die Kritik an der rationalistischen, kommerzialisierten Moderne manifestierte sich auch im Design, zuerst in Italien, wo Architekten wie Alessandro Mendini oder Ettore Sottsass Alltagsgegenstände voller Ironie als Funktionalismuskritik schafften. Postmodernes Design entstand auch in der Schweiz; die wichtigsten Vertreter hierzulande sind Trix und Robert Haussmann. Ein Zufall, dass sie auch Architekten sind?

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die autonome Form und deren Autorin zelebriert. Der Personenkult, der seit den 1980erJahren auch im Design überhand nimmt – vorher waren Designprodukte Werkentwürfe und die Gestalter blieben unbekannt –, funktioniert nach dem Prinzip der globalen Brands. Funktionalismus und Funktionalismuskritik sind in die Jahre gekommen, und es warten neue Herausforderungen auf die Entwerferinnen von Alltagsdingen. Es wird sich zeigen, welche Gestaltungsansätze sich durchsetzen werden. Eins zeichnet sich jedoch im Moment deutlich ab: Die Konsumenten wünschen „no bullshit“.

No bullshIt pleAse

Trix und Robert Haussmann widmeten sich ganz dem Trompe-l’œil-Effekt, so auch 1984 beim Platzteller „Stripes“ (*4).

Nachdem die wichtigen Impulse sowohl der modernen Avantgarde als auch der Postmoderne von Architekten ausgingen, befinden wir uns heute in der heterogenen Warenwelt der Post-Postmoderne. Während wegweisende zeitgenössische Designer wie Jasper Morrison oder Naoto Fukasawa nach der „Essenz der Dinge“ suchen und das „supernormale“ Design anstreben, produzieren einige namhaften Architekten Design, das

Renate Menzi ist Kuratorin der Designsammlung des Museum für Gestaltung Zürich. Sie hat in Zürich (ZHdK), Jerusalem (Bezalel Academy of Art and Design) und Berlin (Humboldt-Universität) Produktdesign und Kulturwissenschaft studiert und war Assistentin am Lehrstuhl für bildnerisches Gestalten an der ETH Zürich. Sie lehrt, schreibt und forscht im Bereich Design und ist seit 2009 Mitglied der Designkommission des Bundesamtes für Kultur (BAK).

Herzog & de Meuron entwarfen die Leuchtenfamilie „Pipe“ für Artemide 2007.

*1,2,3,4 © Museum für Gestaltung, Designsammlung, Franz Xaver Jaggy, ZHdK

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„Design hat heute einen viel zu grossen einfluss auf Die architektur . . .“ von Prof. Dr. Bettina Köhler (Text) und Simone Vogel (Fotos)

Was wäre, wenn anstelle der Autorschaft das Entwerfen durch den kultivierten Umgang mit handwerklich-materiellen, ästhetischen und ökonomischen Erfordernissen gesteuert würde?

Das Studio Hannes Wettstein, wie auf den Fotos gezeigt, ist eines der wenigen interdisziplinären Büros in der Schweiz, die Architektur und Innenarchitektur sowie Industriedesign unter einem Dach anbieten (siehe auch Interview Seite 14).

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Als Adolf Loos in seinem bekannten Essay zum Prinzip der Bekleidung in der Architektur 1898 davon sprach, dass der Architekt „zuerst an die Wirkung“ denke, die er hervorzurufen wünsche, und erst danach an die Konstruktion, muss ihm klar gewesen sein, dass er in einem Satz das ganze Dilemma der Architektur seiner Zeit zusammengefasst hatte. Die Selbstverständlichkeit nämlich, mit der sich Konstruktion und Wirkung noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbunden hatten, stand seit den Auseinandersetzungen um die Frage, was „moderne Architektur“ sei, auf dem Prüfstein. Und als Achillesferse entpuppte sich hierbei das Verhältnis zwischen Kern und Hülle, Konstruktion und Ornament, sogenannter Wahrheit und sogenannter Lüge. So hatte Joseph Bayer im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts gefordert, dass die Wahrheit des nackten Kerns enthüllt werden müsse, wenn man zu modernen Bautypen gelangen wolle. Es sollte allerdings noch einige Zeit dauern, bis dieser Anspruch, den der österreichische Architekt Günther Feuerstein 1991 in einem Artikel der Zeitschrift Daidalos als das „Prinzip Konstruktion“ identifizierte, seine alleinige Herrschaft über die Architektur — zumindest im Mainstream des theoretischen Diskurses — ausübte. Um 1900 war dies noch nicht der Fall, wie Feuerstein festhielt und zugleich betonte, dass es nie wieder eine Zeit gegeben habe, in der Architektur und Objektwelt sich derartig fruchtbar wechselseitig beeinflusst hätten. Und so war vielleicht auch der Hang zum Gesamtkunstwerk der Zeit, der Wunsch, Architektur und

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Objekt, die Immobilie und das Mobile, Raum und Schmuck, den grossen und den kleinen Massstab miteinander zu verschmelzen, dem Konflikt zwischen Konstruktion und Wirkung geschuldet. Bekannterweise hat Loos nun aber gerade den Anspruch auf den Totalentwurf einer Lebensumgebung abgelehnt. Immer wieder polemisierte er gegen die entsprechenden Tendenzen in der Wiener Werkstätte und den späteren Werkbünden und warf dabei vor allem ein Argument in die Waagschale: Der Kunstanspruch im Kunsthandwerk, die Über-Ästhetisierung der Lebenswelten seien unmodern, ökonomisch sowie kulturell nicht mehr zeitgemäss. Loos‘ Haltung als Architekt zeichnete sich durch einen gewissen klugen Pragmatismus aus, der es ihm beispielsweise erlaubte, englische Sitzmöbel des späten 18. Jahrhunderts als vorbildliche Designlösungen direkt zu verwenden und nur, wo es ihm notwendig erschien, in Zusammenarbeit mit der Möbelfirma F.O. Schmidt in Wien weiter zu entwickeln. Dieser pragmatische Zugang zum Entwurf, der konkret und materialbezogen die ästhetische Wirkung aus einer Interpretation der Zweckmässigkeit entwickelt, zeigt sich auch im eingangs zitierten Essay. Denn ebenso polemisch wie Loos im Entwurfsprozess der Wirkung den Vorrang vor der Konstruktion gibt, so zwingend erscheint auch das Bild, mit welchem er dieses Primat erläutert. Die eigentliche Zweckmässigkeit des Wohnens habe nichts mit der Notwendigkeit von Festigkeit und Herstellbarkeit (der Konstruktion) zu tun, sondern entfalte sich im Wunsch

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nach warmen und wohnlichen Räumen. Was entspräche diesem Wunsch nun besser als Teppiche, die auf dem Boden ausgelegt und an den Wänden aufgehängt werden. Erst wenn dieses imaginäre Zelt gebaut sei, folge der logische Schluss: die Beantwortung der Frage, wie „das Behagen gestützt werden kann“. Ein solches Entwurfsdenken ist bis heute eine Herausforderung geblieben, weil es nicht die Frage der Autorschaft in das Zentrum stellt, sondern des kultivierten Umgangs mit handwerklichen, ästhetischen, konstruktiven und ökonomischen Erfordernissen und mit seelischen und physischen Wünschen, die in einem Auftrag zwar zusammenlaufen, aber auch konfliktreich und divers sind. Kann man nun bei Loos, da er nicht nur Häuser und Raumhüllen inklusive eingebauter Möbel bis hin zu Leuchten entwarf, sondern auch, sofern gewünscht, für die bewegliche Möblierung und textile Ausstattung sorgte, von einer Personalunion zwischen Architekt und Designer sprechen? Unabhängig davon, dass der Begriff des Designers im deutschen Sprachraum um 1900 als Berufsbezeichnung noch gar nicht existierte, hätte Loos die Bezeichnung als Designer wahrscheinlich nur mit einigem Zögern akzeptiert. Warum? Design zwischen Kunst, ManufaKtur unD inDustrie Man kann es nur vermuten: Die Geschichte des Designers beginnt im späten 18. Jahrhundert als „modeller“, der im Auftrag einer Manufaktur über die Zeichnung den entschei-

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denden Grundstein zur Herstellung von Prototypen und damit zur seriellen Produktion legte. Die am Beginn stehende Entwurfszeichnung sollte die künstlerische Qualität der Produkte sichern. Die weitere Geschichte der Entwicklung des Design-Berufstandes war nun zwar bis weit in das 20. Jahrhundert von einer engen Verbindung zu künstlerischen oder gestalterischen Berufen geprägt; viele DesignerInnen waren als Maler, Bildhauer, Grafiker und eben auch Architekten tätig. Entscheidend aber dafür, dass das Design seine moderne Bedeutung als zeichnende und entwerfende und damit führende Disziplin im Auftrag einer Gestaltungsindustrie entfalten konnte, war der Übergang von manufaktureller zur maschinellen Produktion in grösseren Serien und der Entstehung eines modernen Marktes mit einer anonymen Nachfrage. Auf beide Entwicklungen reagierte das Design beziehungsweise – wie Gert Selle in seinem Buch „Geschichte des Designs in Deutschland“ dargelegt hat – es liess diese Bedingungen zum Teil des Entwurfsprozesses werden. England nahm bekanntermassen in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle ein. Hier erschien in der Mitte des 19. Jahrhunderts das erste Design-Journal, und es wurden die ersten staatlichen Institutionen eingerichtet, die die Verbindung zwischen Manufaktur, Industrie und Kunst über das Zeichnungsstudium förderten. Vorangetrieben wurde die Entwicklung des Design‘ aber ebenso sehr durch die Architekten, Handwerker und Künstler der ArtsAnd-Crafts-Bewegung, die idealerweise eine zweckmässige und schöne

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Verbindung von Möbeln, Geräten, Textilien und Ornamentik mit der jeweiligen Architektur, mit dem Raum forderten. In kleinen Stückzahlen sowie in der grossen Nähe von Entwurf und Ausführung sahen sie nicht nur die Zukunft des Kunsthandwerks, des Designs, sondern auch einer humanisierten Arbeit und entsprechend der Architektur als gebautem Ausdruck humaner Kultur. Eine paradoxe Situation also, die letztlich über das Bauhaus, die Ulmer Schule, über Memphis und Alchimia bis heute den Blick auf die Verbindungen von Architektur und Design bestimmt beziehungsweise die Crux der möglichen Personalunion anzeigt. Handwerk und Kunst versus Industrie, Individualität versus Anonymität, kleine Stückzahl versus Serie und/oder Masse, kleiner Massstab versus grosser Massstab und schliesslich auch analog versus digital. Architektur und Design arbeiten gleichzeitig an beiden Polen, weil das jeweilige Gegenüber zwingend notwendig ist für die Präzisierung von Entwurf und Umsetzung. Weder die Möglichkeiten computergestützten Entwerfens noch die zunehmend fliessenderen Übergänge zwischen Handwerk und Maschine beziehungsweise Computer heben diese Pole auf. Greg Lynns Hinweis, dass seine recycled toy furnitures, mit denen er den Goldenen Löwen für die beste Installation auf der Biennale in Venedig 2008 gewann, weit von der Serienreife entfernt seien, spricht in dieser Hinsicht Bände. Es fehle die Software, die das Zusammenfügen der einzelnen Teile präzis berechne. Greg Lynn, der die

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Entwicklung der sogenannten BlobArchitektur entscheidend vorantrieb, hat vor allem an der Idee des kontinuierlichen Übergangs von Mikro- zu Makro-Strukturen und von der Standardisierung zur Individualisierung gearbeitet, an Übergängen, die die Verwendung von normierten, identischen Modulen im Bauvorgang ebenso obsolet machen sollten wie den Unterschied zwischen Detail und grosser Struktur, Objekt und Raum. Der Blob ist, mathematisch betrachtet, indifferent gegenüber der traditionellen Massstabsfrage, er kann also prinzipiell Haus oder Sofa werden oder sich in beide teilen. Der Abstraktionsgrad ist hoch, die hoch komplexe geometrische Grundlage der alles regierenden Graphen hat zur Folge, dass Wirkung und Konstruktion, Materialität der Oberfläche und konstruktiver Kern sozusagen „implodieren“ und eins werden sollten. Die Errichtung des Bloom-Hauses 2009 in Kalifornien, in dem Lynn auch die Ausstattung, also Möbel, Licht und sanitäre Installationen entwarf, hat nochmals gezeigt, dass dem Blob in der konkreten Anwendung Grenzen gesetzt sind. Und: Trotz dem offensichtlichen Anspruch, ein modernes Wohnhaus zu gestalten, fühlt man sich an Häuser und Einrichtungen derjenigen Architekten erinnert, denen Loos vorwarf, alles in der Gestaltung denselben Kunstgesetzen zu unterwerfen, egal, ob es sich dabei um Haus, Stuhl oder Haarkamm handle. Kehren wir also noch einmal zurück zu Loos und zur Frage: Hätte Loos sich selbst auch Designer bezeichnet? Wahrscheinlich hätte er zu seiner

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Zeit eine Bezeichnung als Designer nicht abgelehnt, sofern sie das englische Verständnis des Entwerfens und Produzierens bezeichnet hätte, in dem Loos eine selbstverständliche Verbindung zwischen Alltagskultur, Zweckmässigkeit, Handwerk, Maschinenarbeit und Kunst am Werk sah. Was er ablehnte, war jeder ästhetische Totalitätsanspruch, der sich letztlich auch jeder Veränderung durch die Zeitläufe entziehen will. Die Linie unD Das organische ganze? Wendet man sich also einem der von Loos attackierten Architekten zu, nämlich Henry van de Velde – der bezeichnenderweise in Wikipedia als Architekt und Designer tituliert wird, Loos dagegen figuriert schlicht als Architekt — dann wird das ganze Dilemma der Frage nach dem Anspruch des Entwerfens von allem, was zum Haus gehört, überdeutlich. Denn Van de Velde äusserte sich viel abstrakter und mit einem deutlich wahrnehmbaren Abstand zu Fragen der Materialität zum Entwurfsprozess. Dieser beruhte für ihn vor allem auf der Linie: „Vor dem Nichts empfinde ich die Gegenwart des Lebendigen, das sich bewegen und die Form bestimmen muss, die sich mir ohne Umhüllung zeigt. Angesichts des erregenden Gegensatzes von Last und Widerstand wurde meine Sensibilität immer alarmiert. In dieser Situation griff ich auf die Linie zurück, die sich im Raum bewegt und zugleich stützt, was sich verwegen ins Nichts vorwagt.“ Alles, was zum Haus, zum Zimmer, zum Leben im Haus gehörte, von der

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Wandverkleidungen mit ihrer Ornamentik, den Möbeln, Türgriffen, Geräten, Geschirr und Besteck bis hin zur Kleidung, entstand als Teil des privaten Kosmos aus der Zeichnung. Und so mag in den folgenden Zeilen auch eine Verwandtschaft mit den über achtzig Jahre später von Lynn vorangetriebenen Entwurfsprozessen stehen: „Jedes Zimmer hat seinen Haupt- und Knotenpunkt, von dem sein Leben ausstrahlt und dem sich alle anderen Gegensätze darinnen angliedern und unterordnen müssen. Diesem neu entdeckten Skelett des Zimmers gemäss wird man die verschiedenen Einrichtungsstücke anordnen, die man fortan als lebendige Organe des Zimmers und der Wohnung empfinden wird.“ Obwohl Van de Velde nach heutigem Verständnis nicht nur Architekt, sondern auch ein Designer war, hätte er sich selbst wahrscheinlich nicht als Designer bezeichnet. Über die Zeichnung, über die im Ausdruck lebendigen und empfindsamen Linien erschafft der Architekt nach seinem Verständnis den fühlbaren Zusammenhang der Architektur mit allen Dingen als einmalige und jeweils neue Kreation. Von der Malerei herkommend, ohne ein akademisches Studium der Architektur, mag es ihm geradezu notwendig erschienen sein, sich als einen zeichnenden Künstler-Architekten zu präsentieren. Denn schaut man von diesem Punkt noch einmal weiter zurück, wird deutlich, dass Van de Velde das kunsttheoretische Konzept des „Disegno“ aufgriff und durch das Vokabular der um die Jahrhundertwende modernen Gestalt- und Einfühlungspsychologie aktualisierte.

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BLicK zurücK: Disegno, Design, zeichnung Die Architektur- und Kunsttheorie der Renaissance nobilitierte die Linie und im weiteren Sinne die Zeichnung als Medium, durch welches eine Idee zuerst Gestalt annehmen kann. Im „Disegno“ fallen die Idee, konzeptueller Anspruch und eine konkrete erste Formulierung zusammen. Das „Disegno“ meinte also vielmehr als nur die Zeichnung: die abstrakte Linie als das Entwurfsmedium schlechthin, losgelöst von der Aufgabe, Materialität, konstruktive und handwerkliche Möglichkeiten zu repräsentieren, verbürgte eine ausreichende Nähe zur Idee, die zugleich mit Erfindung und künstlerischer Autorschaft assoziiert wurde. Allerdings: Trotz dieser umfassenden Bedeutung des „Disegno“ im theoretischen Diskurs blieb die Praxis der Produktion und Herstellung von äusserer und innerer Architektur, bildnerischem Schmuck, Dekoration, Geräten, Geschirr, Möbeln und Textilien in verschiedene künstlerische und handwerkliche Berufe getrennt. Das heisst, dass der im „Disegno“ theoretisch formulierte Führungsanspruch des Architekten je nach Auftragslage und beteiligten Künstlern sowie Handwerkern unterschiedlich weit reichte. In diesem Zusammenhang macht die Geschichte der Personalunion von Architekt und Designer eines klar: Die Leitung und Kommunikation des Entwurfs mithilfe der Zeichnung hat ihre Grenzen. Das Wissen um Tücken der Massstäblichkeit, Widerstände des Materials, Bedeutung von Details und schliesslich der Wunsch, auch die

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Möbel zu entwerfen, weil es „sonst nicht passt“, führt die Architektin auf die Baustelle, zu den Handwerkern, in die Schreinerei, Schlosserei, zu den digital betriebenen Sägewerken. Karl Friedrich Schinkel mag auch ein Designer „avent la lettre“ gewesen sein, vor allem aber interessierte ihn alles, was eine Kultur lebendig, zweckmässig und schön werden lässt, und hierzu gehörten seiner Ansicht nach materielle, konstruktive und ästhetische Entscheidungen auf allen Ebenen der Massstäblichkeit. Massstäblichkeit soll an dieser Stelle nicht nur numerisch, sondern ebenso, wenn nicht mehr, als seelisches wie körperliches ständig im Fluss befindliches Kriterium verstanden werden, dass auch einer ebensolchen Überprüfung bedarf.

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Verpackung, die Applikation, die Attitude ersetzt das Eigentliche, die Architektur.“ Wie die von Adolf Loos zu Beginn zitierten Überlegungen aber zeigen: Die Architektur hat sich der Wirkung, mithin der Oberfläche als Aufgabe zu stellen, und wie sich im Einzelnen der Zusammenhang mit dem viel gelobten Kern gestaltet, ist eine Frage, die jeweils neu zu beantworten ist. Entscheidend ist nicht die Frage, ob Sofa und/oder Haus, Detail und/oder Ganzes entworfen und umgesetzt werden, entscheidend ist die Frage nach der Akzeptanz von Diversifizierung, von Widersprüchlichkeit, von unterschiedlichen Zwecken, Materialisierungen, Massstäben und schliesslich auch der verschiedenen Herstellungskompetenzen, die im Bauen und in der Gestaltung zusammenlaufen.

ausBLicK Hinsichtlich einer möglichen Personalunion von Architektin und Designer scheint die grundlegende Bedeutung der Zeichnung für den Entwurfsprozess darauf zu deuten, dass nichts gegen eine solche Union spricht. Die 1991 von Oswald Matthias Ungers an die Adresse des Designs geäusserten Vorwürfe, die mit einer immer wieder zu hörenden generellen Kulturkritik am Design als illusionäre Oberflächengestaltung und Über-Ästhetisierung von Lebenswelten Hand in Hand gehen, zielen somit am Kern des eigentlichen Problems vorbei: „Design ist Mode und Styling. Architektur hat mit Bauen, mit Konzept, mit Raum zu tun. [...] Design hat heute einen viel zu grossen Einfluss auf die Architektur. Die

Bettina Köhler, Dr. Phil., Professorin für Kunst- und Kulturgeschichte am Institut Mode-Design und im MasterStudio der FHNW, HGK, Basel. 1996–2003 Assistenzprofessorin für Geschichte und Theorie der Architektur an der ETH Zürich. 1990–1996 wissenschaftliche Assistentin am Institut gta der ETH Zürich. Arbeitsschwerpunkte: Geschichte und Theorie des Entwerfens in Architektur und Design, Ideen- und Begriffsgeschichte, materielle Kultur.

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der Architekt, der dAs industriedesign prägt von Prof. Dr. Klaus Klemp (Text), Gerald Brandstätter (Redaktion) und Thomas Mayer (Foto)

Dieter Rams, ausgebildeter Architekt, hat mit seiner Designethik und seinen zehn Thesen eine Art Massstab gesetzt, wie sich gutes Design formulieren und definieren lässt. Noch heute hat seine Designsprache Vorbildfunktion, noch immer gelten seine Thesen als Richtlinien für gut gestaltete Produkte.

Einer der ersten Entwürfe von Dieter Rams gemeinsam mit Hans Gugelot für das deutsche Unternehmen Braun war 1956 die Radio-Plattenspieler-Kombination „SK 4“. Das markant-reduzierte Objekt wird unter Kennern „Schneewittchensarg“ genannt: Das radikal reduzierte Design aus weiss lackiertem Blechkorpus mit einer Abdeckhaube aus Acrylglas und Wangen aus hellem Holz wurde zum Klassiker und Vorbild. Dieter Rams und sein Designteam prägten in den Folgejahren bis in die 1980erJahre das typische klare Erscheinungsbild der Produkte des Braun-Konzerns.

Viele der entstandenen Produkte gelten mittlerweile als Designklassiker, wie der Weltempfänger „T1000“, die Hi-FiKomponenten „Regie“ und „Atelier“ oder der Taschenrechner „ET 66“. Heute finden sich zum Beispiel in den Produkten von Apple Zitate seiner Designformen. Das aktuelle iPhone scheint formal der Nachfolger des Braun-Taschenrechners „ET 66“ zu sein. Architekt und industriedesigner Nach absolviertem Architekturstudium an der Werkkunstschule Wiesbaden ar-

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gutes design ist innovAtiv

Die Möglichkeiten für Innovation sind noch längst nicht ausgeschöpft. Die technologische Entwicklung bietet immer wieder neue Ausgangspunkte für innovative Gestaltungskonzepte, die den Gebrauchswert eines Produktes optimieren. Innovatives Design entsteht aber stets im Zusammenhang mit innovativer Technik und ist niemals Selbstzweck.

gutes design mAcht ein produkt brAuchbAr

Man kauft ein Produkt, um es zu benutzen. Es soll bestimmte Funktionen erfüllen – Primärfunktionen ebenso wie ergänzende psychologische und ästhetische Funktionen. Gutes Design optimiert die Brauchbarkeit und lässt alles unberücksichtigt, was nicht diesem Ziel dient oder gar entgegensteht.

gutes design ist ästhetisch

Die ästhetische Qualität eines Produktes ist integraler Aspekt seiner Brauchbarkeit. Denn Geräte, die man täglich benutzt, prägen das persönliche Umfeld und beeinflussen das Wohlbefinden. Schön sein kann aber nur, was gut gemacht ist.

gutes design mAcht ein produkt verständlich

Es verdeutlicht auf einleuchtende Weise die Struktur des Produkts. Mehr noch: Es kann das Produkt zum Sprechen bringen. Im besten Fall erklärt es sich dann selbst.

gutes design ist ehrlich

Es lässt ein Produkt nicht innovativer, leistungsfähiger, wertvoller erscheinen, als es in Wirklichkeit ist. Es versucht nicht, den Verbraucher durch Versprechen zu manipulieren, die es dann nicht halten kann.

gutes design ist unAufdringlich

Produkte, die einen Zweck erfüllen, haben Werkzeugcharakter. Sie sind weder dekorative Objekte noch Kunstwerke. Ihr Design sollte deshalb neutral sein, die Geräte zurücktreten lassen und dem Menschen Raum zur Selbstverwirklichung geben.

gutes design ist lAnglebig

Es vermeidet, modisch zu sein, und wirkt deshalb nie antiquiert. Im deutlichen Gegensatz zu kurzlebigem Modedesign überdauert es auch in der heutigen Wegwerfgesellschaft lange Jahre.

gutes design ist konsequent bis ins letzte detAil

Nichts darf der Willkür oder dem Zufall überlassen werden. Gründlichkeit und Genauigkeit der Gestaltung sind letztlich Ausdruck des Respekts dem Verbraucher gegenüber.

gutes design ist umweltfreundlich

Das Design leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Umwelt. Es bezieht die Schonung der Ressourcen ebenso wie die Minimierung von physischer und visueller Verschmutzung in die Produktgestaltung ein.

gutes design ist so wenig design wie möglich

Weniger Design ist mehr, konzentriert es sich doch auf das Wesentliche, statt die Produkte mit Überflüssigem zu befrachten. Zurück zum Puren, zum Einfachen!

Die Grundüberlegungen, die seine Arbeit als Designer bestimmten und immer noch bestimmen und die Grundzüge seiner Design-Philosophie darstellen, wurden von Rams in den oben aufgeführten zehn Thesen formuliert.

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beitete Dieter Rams von 1953 bis 1955 unter anderem im Architekturbüro von Otto Apel. Ab 1955 war Rams für den Elektrogerätehersteller Braun tätig, zuerst als Architekt und Innenarchitekt, von 1961 bis 1995 als Chefdesigner. Als Architekt unter eigenem Namen ist Rams nur einmal in Erscheinung getreten: Erwin Braun hat mit dem Erwerb des Braun-Fabrikgeländes im deutschen Kronberg ein grosses Gelände als Siedlungsfläche für Mitarbeiter reserviert. Zur Bebauung wurde ein Wettbewerb durchgeführt, an dem das Büro Apel, die Hochschule für Gestaltung Ulm und Dieter Rams teilnahmen. Rams hat diesen Wettbewerb gewonnen und sich dabei von der Siedlung Halen bei Bern, entworfen 1955 bis 1961 von Atelier 5, inspirieren lassen. Durch den Verkauf der Braun GmbH 1967 an das US-amerikanische Unternehmen The Gillette Company wurde das schon anentwickelte Projekt von einem privaten Investor weiter betrieben, stark vereinfacht und verkleinert. Zwar erkennt man noch die Planungsidee von Dieter Rams, doch ausser in seinem eigenen, 1971 fertiggestellten Wohnhaus wurde die Detailplanung von anderen ausgeführt. Von 1987 bis 1997 war Dieter Rams Präsident des Rats für Formgebung. Seit 2003 ist er Berater der Design-Zeitschrift form. Rams hatte international zahlreiche Ausstellungen und wurde weltweit geehrt. 1991 verlieh ihm das Royal College of Art in London die Ehrendoktorwürde. Mehrere von ihm entworfenen Geräte und Möbel gehören zum Bestand des Museum of Modern Art in New York. der designprozess Das Wichtigste für Rams ist der Prozess des Zeichnens als Zusammenspiel von Gehirn, Auge, Arm und Hand, ein völlig anderer Prozess als das Entwerfen am Computer. Wichtig für den Entwurfsprozess bei Braun war darüber hinaus die Herstellung von möglichst realitätsnahen Zwischenmodellen, an denen der Ent-

wicklungsstand überprüft wurde. Zur Kommunikation mit den Ingenieuren dienten zudem möglichst präzise technische Zeichnungen. Es war aber gerade dieses Arbeiten am dreidimensionalen Modell, das im Braun-Team gepflegt wurde und mit dem Dieter Rams schon seit 1956 gearbeitet hatte. Nachdem man zunächst Holz und Gips zum Modellbau genutzt hatte, waren es später vor allem verschiedenste Kunststoffe, die sehr realitätsnahe Modelle ermöglichten. Was Dieter Rams immer vermieden hat, ist jegliche Form von Camouflage: Ein Produkt ist für ihn dasjenige, das es seiner Funktion nach auch ist. Seine Entwürfe verweisen nicht semantisch auf etwas anderes, sondern auf sich selbst. Sie sind konkret, und dies erfordert zunächst ein konkretes Nachdenken über das Produkt: „Ich arbeite oft zu Hause in einem Raum, der sich wie der Wohnraum zum Garten hin öffnet. Arbeiten bedeutet dabei weniger Entwerfen im üblichen Sinne als vielmehr Nachdenken, Lesen, Sprechen. Design ist immer zuallererst Denkarbeit. In der traditionellen japanischen Architektur werden Räume aus einer Haltung heraus gestaltet, die meiner verwandt ist. Die Ästhetik des leeren Raumes mit der klaren, präzisen Gliederung von Boden, Wänden, Decke, mit der Sorgfalt der Gestaltung von Materialien und Strukturen ist um vieles differenzierter als die europäische Ästhetik der Fülle, des Dekors, der lauten Formen.“ gestAltungsethik Dieter Rams hat vor allem in der zweiten Hälfte seiner beruflichen Tätigkeit, also seit Mitte der 70er-Jahre, sein eigenes Handeln wie auch das des Industriedesigners theoretisch reflektiert und in zahlreichen Vorträgen und Veröffentlichungen zum Ausdruck gebracht. Dies nicht zuletzt während seiner Lehrtätigkeit an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg seit 1981. Eine zentrale Stellung nehmen dabei seine „10 Thesen“ – wohlgemerkt Thesen

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und nicht apodiktische Regeln – ein, die er nach und nach entwickelt hat. Erste Ansätze dazu finden sich in einem Vortrag, den er 1975 in Kanada hielt. Dabei führte er aus: „Three general rules govern every Braun design: a rule of order, a rule of harmony and a rule of economy.“ Dieter Rams und das Designteam bei Braun arbeiteten ganz streng im Einklang mit gewissen Regeln – nicht etwa nach den Regeln eines Normenbuches, sondern gemäss den Gesetzen einer Gestaltungsethik. Die Thesenbildung von Dieter Rams zeigt aber auch eine Verlagerung der Selbsteinschätzung. Der noch 1975 von Rams verwendete und durch Richard Moss vorgegebene Begriff der Ordnung entfällt. Damit löste sich Rams von einem Schlüsselbegriff der Klassischen Moderne, den auch noch Max Bill verwendet hatte. Beibehalten werden jedoch die Anfangsbegriffe der gestalterischen Ästhetik und der Sparsamkeit der Form. Im ersten Schritt fügte Rams als Kriterien für gutes Design Innovation, Nützlichkeit, Ehrlichkeit und Selbsterklärung hinzu. Auch die ersten drei Begriffe gehören der Klassischen Moderne an, neu ist der Begriff der Selbsterklärung, der im Hinblick einer neuen technischen Komplexität nachvollziehbar ist und gerade heute wieder höchste Aktualität besitzt: Die Bedienungsanleitungen von Braun für die durch ihr Design selbsterklärende „Nizo“- Kameras, aber auch für die Hi-Fi-Anlagen kamen mit wenigen Seiten aus. Eigentlich benötigte man sie gar nicht.

Prof. Dr. Klaus Klemp ist Ausstellungsleiter des Museums für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main. Seit 1998 ist er Lehrbeauftragter für Designgeschichte und -theorie sowie für Public Design in Nürnberg, Wiesbaden und Würzburg, seit 2008 Honorarprofessor an der Hochschule Rhein Main in Wiesbaden. 2010 wurde er in den Vorstand der Dieter-und-Ingeborg-RamsStiftung berufen, zudem ist er Autor diverser Publikationen zu Architektur, Design und Bildender Kunst.

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Antonio Citterio: ArChitekt und designer von Sarah Gatto (Text)

Nach dem Motto der Mailänder Schule „vom Löffel bis zur Stadt“ hat Antonio Citterio bereits fast alles gestaltet. Er gehört zu den vielseitigsten und erfolgreichsten italienischen Designern und Architekten der Gegenwart. Mehrfach mit dem Compasso d’Oro ausgezeichnet und 2002 zum Designer des Jahres gewählt, versteht er sich selbst in erster Linie als Architekt, der stets im Kontext des Raumes denkt.

herr Citterio, sie zählen zu den bekanntesten Architekten italiens und haben zahlreiche internationale Bauprojekte realisiert. gleichzeitig aber verkörpern sie die international anerkannte designexzellenz „Made in italy“. in welcher Welt fühlen sie sich eher zu hause? Diese zwei Welten sind nicht so weit voneinander entfernt. Design ist sehr eng mit der Architektur verbunden. In den 20er- und 30er-Jahren waren beide sogar dieselbe Welt. Wenn wir an Alvar Aalto oder an Le Corbusier denken, alle haben übergreifend gearbeitet. Erst später mit der angelsächsischen Kultur kam die Spezialisierung. Heute macht man entweder Architektur oder Innenar-

chitektur oder Design. Ausserdem gibt es auch den spezialisierten Architekten, der zum Beispiel nur Fassaden entwirft. Es kam zu einer Evolution der Annäherungsweise an Architektur, der Annäherungsweise am Projekt. Ich fühle mich zwar nicht mehr als Teil der Kultur von 1900, eher doch als Teil der Kultur der Nachkriegszeit, in der diese Trennung noch nicht existierte. Trotzdem ist Design in unserer Bürostruktur eine unabhängige Abteilung. Im Büro sind wir insgesamt 65 Personen, davon ist eine Person Designer, die übrigen sind alle Architekten. Design hat kürzere Zeitspannen und übersichtlichere Strukturen. Design ist etwas, was ich fast alleine machen kann. Ausserdem gibt es den Auftrag-

Industriearchitektur vom Studio Citterio: Das Logistik- und Produktionscenter für Vitra im deutschen Neuenburg, 2008-2009.

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geber oder Hersteller, mit dem man im Team arbeitet. Im Gegensatz dazu gibt es in der Architektur einen immensen Umfang an Unterlagen, Dokumenten, Spezialisten und Zulieferfirmen, sodass es praktisch unmöglich ist, alles alleine zu bearbeiten. Was denken sie mit ihrer erfahrung in der Lehrtätigkeit an verschiedenen internationalen universitäten über die Ausbildung zum Architekten in italien? Wie unterscheidet sich diese beispielsweise von der Ausbildung in der schweiz? sie dozieren ja auch in Mendrisio. Meiner Meinung nach ist die Ausbildung an der Accademia di architettura in Mendrisio in gewisser Hinsicht ein wenig das, was ich Ihnen erzählt habe: Sie lehrt nicht eine wahre Spezialisierung. Sie lehrt die Entwurfswelt im allgemeinen Sinne, was Massstabssprünge von der Landschaft bis zum Detail erlaubt. Sehr interessant an der Ausbildung in Mendrisio ist ausserdem, dass sie noch gewissermassen mit der Orthodoxie des „modernen Entwurfs“ verbunden ist, wo der Architekt eine Figur ist, die die Problematik und das Übergreifende des Entwurfs in verschiedenen Massstäben sieht. In anderen Universitäten gibt es das nicht; wer Architektur studiert, macht kein Interior Design oder gar Produktdesign. Es handelt sich tatsächlich um verschiedene Schulen, um verschiedene Fakultäten. In gewisser Hinsicht könnte unsere Kultur „unökonomisch“ sein, weil wir eher weniger pragmatisch sind als andere Kulturen. Wir haben mehr Sinn für die Ungewissheit, das ist essentiell in unserer Art Architekten zu sein. Weshalb arbeiten in italien so viele Architekten für die Möbelindustrie? Diese Tatsache hängt deutlich mit dem Industriegewerbe zusammen. Design ist ein eingegliederter Teil des „Industriehumus“: es existiert kein Design, wenn es keine Industrie gibt. Ich habe persönlich diese Erfahrung gemacht, als ich vor 40 Jahren

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mein Büro gegründet und als Architekt gearbeitet habe. Damals musste ich noch den Hochschulabschluss erwerben und besuchte die Universität. Als Zwanzigjähriger erhält man natürlich nicht einfach so einen Auftrag, um ein Haus zu bauen. Stattdessen war es einfacher, in Unternehmen zu gehen, eine Zusammenarbeit mit ihnen zu beginnen und kleine Teile zu entwerfen. Also habe ich mich durch den kleinen Massstab der Berufswelt genähert und dann im Lauf der Jahre in einem immer grösseren Massstab gearbeitet. Wie unterscheidet sich in italien die Ausbildung zum designer im Vergleich zur Architektenausbildung? Wo liegt der grösste unterschied? Heute muss die Ausbildung zum Designer eine andere sein als die zum Architekten. Die zwei Ausbildungswege müssen getrennt sein, denn die Technologie, die Darstellungsmittel, gerade der Prozess der Zusammenarbeit sind sehr verschieden. Design und Architektur sind zwei unterschiedliche Kulturen beziehungsweise Ausbildungen geworden. Ich selbst gehöre noch ein bisschen der Kultur der 60er- und 70er-Jahre an, wo das Gefüge in den Manufakturen einfach und die Zeitspannen und -rhythmen ausgedehnter waren. Gewisse Projekte benötigten vielleicht sogar ein Jahr bis zur Reife. Heute läuft alles viel schneller: Mobiltelefone wechseln alle zwei Monate ihre Erscheinung, ein Computer alle drei, ein Fernseher alle sechs Monate. Heutige Entwurfszeiten haben nichts mehr mit denen der 60er- oder 70er-Jahre zu tun. Daher ist es klar, dass die Ausbildung anders sein muss. der klassische Architekt war gestalter in Personalunion, entwarf das gebäude und auch gleich die türdrücker, die Möbel, das geschirr und vielleicht sogar die passenden teppiche dazu. ist das heute gar nicht mehr möglich? Nein. Diese etwas „leonardische“, allumfassende Figur setzt in der Spezialisierung

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Grenzen. Das ist das, was ich über die Ausbildung in Mendrisio erwähnt habe. In gewisser Hinsicht ist sie eine allumfassende Ausbildung, die diese Vision lehrt, aber selbstverständlich gibt es danach Entscheidungen zu treffen. Der interessanteste Aspekt dieser Ausbildung ist die Vision der Entwurfswelt auf 360 Grad. Sie ist eine klare Architekturfakultät, daher geht es um eine klare Architektenausbildung. Doch wer danach zum Beispiel Designer oder Landschaftsarchitekt werden möchte, kann später andere Wege gehen. Der Entscheid für eine Spezialisierung kommt nach dem eigentlichen Architekturstudium. Worin unterscheidet sich die designsprache in italien im Vergleich zum deutschsprachigen raum? Gerade die Verknüpfung von Architektur und Design in Italien macht den grössten Unterschied zum Ausland. Damit meine ich, dass der aus der Architektur kommende Designer den Raum immer ganz klar sieht. Er weiss genau, wo diese Objekte positioniert werden, sie sind immer ein Teil eines Architekturprojekts und sind nie losgelöst vom Raum, in dem sie eingesetzt werden. Vico Magistretti definierte seine Stühle immer als kleine Architekturen. Sind die Designer beeinflusst und oder begünstigt vom architektonischen Denken? Ist somit für die Realisation eines guten Designobjektes eher eine spezifische Designausbildung oder eine architektonische geeigneter? Wenn es um den Entwurf eines Stuhls geht, dann ist vielleicht ein Architekt geeigneter als ein Designer, weil ein Möbelstück schliesslich doch ein Teil der Architektur ist. Auf internationaler Ebene wurden spezialisierte Designschulen gegründet, wodurch Designer aus technischer und spezifischer Sicht viel vorbereiteter sind, als wir es waren. Man muss sich über etwas klar werden: Wenn Design eng mit der Architektur verbunden ist – im Sinne eines Möbels, einer Tür, eines Türgriffs, einer Leuchte –, und technisch gesehen eher einfach ist,

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Küchenwerkzeug, entworfen 2000 von Antonio Citterio mit Glen Oliver Löw für Iittala, aufgenommen in die Dauerausstellung im Chicago Athenaeum Museum of Architecture and Design.

so ist es möglich, Architekt und Designer gleichzeitig zu sein. Wenn aber Design sehr technisch wird und es mit Technologie und Elektronik in Zusammenhang steht, wie zum Beispiel der Entwurf eines Computers, so hat die Kultur des Architekten hier keinen Sinn mehr. Ist ein Fahrzeug zu entwerfen, so ist eine hochspezialisierte Ausbildung notwendig. An einer so detaillierten und spezifischen Technologie muss man jahrelang arbeiten. Es ist nicht möglich, als Architekt, ein Auto zu entwerfen; der Produktionsprozess und die technischen Details sind hochentwickelt und zu spezifisch. Wenn der Architekt für das Haus, das Büro oder etwas Raumbezogenes arbeitet, so hat es Sinn. Gewisse Berufe haben sich sehr spezialisiert, man macht entweder das eine oder das andere. Bei einigen Industrien sind die Technologie und der Produktionsprozess einfach; der Möbelsektor ist eine einfachere Technologie. So ist es da möglich, Architekt und Designer gleichzeitig zu sein. In anderen Sektoren wird es viel schwieriger: Der Bürobereich etwa macht mit seinen Mechanismen und Normen eine grosse Spezialisierung notwendig. Ich entwickle beispielsweise für Vitra Büromöbelsysteme, weil ich mich vor 30 Jahren vollzeitig damit beschäftigt habe und so mit einer gewissen Spezialisierung verbunden geblieben bin. Die Welt des Designs hat heute verschiedene Spezialisierungen, die definieren, wer zu Automobil- oder Möbeldesign fähig ist. Eine Spezialisierung wird immer notwendiger.

Wie hat sich das design in den letzten Jahren verändert? und wie sehen sie die weitere entwicklung? Die Figur des einzelnen Freiberuflers vergeht. Wir sind in der Spezialisierung derart fortgeschritten, dass das Design nun im Industriegewerbe integriert ist. Demnach ist Design etwas, was immer mehr firmenintern entsteht. Obwohl ein Designer dahintersteht, wurde beispielsweise das iPhone oder der iPod nicht extern entworfen, sondern die Produktgestaltung erfolgte innerhalb des Apple-Konzerns. Die persönliche Figur des Designers ist immer weniger die des Protagonisten. Es geht immer mehr um eine Teamarbeit. Design ist nicht Stil, Design ist ein industrieller Prozess, eine technologische Evolution. Es beinhaltet viele Aspekte, von denen der Ausdrucksanteil – das, was wir Design nennen – manchmal nur ein kleiner Bestandteil des gesamten Industrieprozesses ist. Heute ist Design dann innovativ, wenn das Projekt innovativ ist und nicht sein „formeller Ausdruck“. gilt das auch für die Architektur? Auch hier sind die Prozesse dabei, sich zu verändern. Grosse Projekte können nur von grösseren Architekturbüros bewältigt werden. Unser Büro besteht aus 65 Personen. In Italien könnte das als gross angesehen werden, aber auf internationalem Niveau gilt es als eher klein. Denn heute arbeiten in Architekturbüros bis zu 100, 200, 500 und mehr Mitarbeiter. In den 60er- und 70er-Jahren oder als ich mein Studium abgeschlossen habe, konnte ein Student als Einzelperson sein

Antonio Citterio Geboren 1950 in Meda, promovierte Antonio Citterio 1972 am Mailänder Polytechnikum in Architektur und begann danach mit seiner Tätigkeit als Architekt und Interior Designer. Im Jahre 1990 erhielt Antonio Citterio einen Lehrauftrag an der Domus Akademie in Mailand und von 1993 bis 95 war er externer Prüfer des Furniture Design Kurses am Royal College of London, bevor er 1997 einen Lehrauftrag an der Universität La Sapienza in Rom annahm. Seit 2006 ist er Professor an der Akademie für Architektur in Mendrisio/Schweiz. Das Büro von Citterio entwickelt Architekturprojekte für Wohnkomplexe und RetailZentren, Industriegelände, die Neugestaltung öffentlicher Bauten, die Planung von Büroräumen, Showrooms und Hotels. Unter anderem entwarf es Bulgari Hotels und Resorts in Mailand und Bali und den neuen Hauptsitz Ermenegildo Zegna Group in Mailand. 2005 konnte es den Wettbewerb für ein Hotelprojekt in der Hamburger Hafencity für sich entscheiden und 2007 den Wettbewerb für den Umbau des Ferrante Aporti Gebäudes in Mailand. Die von ihm entworfene GlaxoSmithKline-Kinderkrippe in Verona wurde 2007 mit dem „Mies van der Rohe“Preis ausgezeichnet. Als Designer entwirft und realisiert Citterio Leuchten, Sitzmöbel, Türgriffe, Regale, Betten, Kücheneinrichtungen und komplette Bäder für Hersteller wie B&B Italia, Axor/ Hansgrohe AG, Flos, Kartell und Vitra. Zweimal erhielt Citterio für seine Arbeiten den Compasso d’Oro, die wichtigste italienische Designauszeichnung. www.antoniocitterioand partners.it

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Lastra, Pendelleuchte für den italienischen Hersteller Flos (links), und der Hauptsitz der Edel Music AG, Hamburg, 1998/2002.

eigenes Büro gründen. Dies ist meiner Meinung nach etwas, das nicht mehr geschehen wird: Heute macht man die Planung im Team. Architektur hat heutzutage das Problem, grosse Verantwortung tragen zu müssen. Die Kosten, die Art wie Projekte formuliert werden, all die bürokratischen Hürden und der administrative Aufwand eines Architekturprojekts sind viel komplexer als noch vor 50 Jahren. Wenn wir zum Beispiel Pläne von Gio Ponti oder Gardella anschauen, da waren Zeichnungen im Massstab 1:100 mit Mauerdicken von 30 Zentimetern und ein paar Details 1:1 zu sehen, das war alles. Heutzutage sieht ein Architekturplan fast wie ein Bauteilplan für ein Automobil aus. Wie komplex es heute ist, ein Architekturprojekt zu zeichnen! Ausserdem braucht es eine gewisse Anzahl von Personen, die all diese Sachen produzieren. Innerhalb desselben Büros sind viel mehr Leute und viel mehr Spezialisierung notwendig. Die einen beschäftigen sich mit Materialien, die anderen mit Fassade, usw. Es geht um Spezialisierungen, die wir erreichen müssen, um mit dem internationalen Planungswesen konkurrieren zu können. Vor 30 Jahren war der Architekt eher ein Generalist. Wir müssen unbedingt immer spezialisierter werden, sonst kommt es zu einer totalen Zweiteilung zwischen der finanziellen Realität und den entstehenden Kosten. Heute ist es nicht mehr denkbar, dass man eine Wand erstellt und sie da-

nach abbricht, um Leitungen einzubauen, oder dass der Architekt auf der Baustelle entscheidet, ob ein Fenster nötig ist, um dieses, nachdem es gebaut worden ist, nochmals zu verschieben. Die Figur des Architekten, dessen Aufgabe gerade darin bestand, dass er direkt auf der Baustelle solche Entscheidungen traf, ist heutzutage unvorstellbar. Denn ein auf diese Weise gebautes Haus würde heute exorbitante Kosten verursachen. Damit die Architektur mit dem heutigen Wirtschaftssystem verbunden sein kann, muss sie auf industrieller Basis produziert werden: Die Arbeitskosten sind fix, alles muss durchdacht und vernetzt, sämtliche Details müssen im Voraus bedacht werden. Man kann es sich nicht leisten, ständig Korrekturen anzubringen oder sogar erst auf der Baustelle Entscheidungen zu treffen. herr Citterio, an welchen Architekturprojekten arbeiten sie gerade? Im Moment arbeiten wir an verschiedenen, auch internationalen Projekten. Wir sind gerade dabei, das Tecnogym-Gebäude in Cesena fertigzustellen. Die Fabrik ist gebaut, nun fehlt noch der Bürobereich, der im 2011 abgeschlossen sein wird. Parallel dazu realisieren wir ein Gebäude in Hongkong, ein weiteres in London, zwei Wohnungsbauten in Mailand. Hier bauen wir auch das alte Postgebäude um. Wir arbeiten an drei Hotelprojekten in Venedig und Mailand. Ausserdem entwerfen wir alle Lounges des Doha-Flughafens

in Katar, und vollenden zwei Gebäude in Hamburg. Glücklicherweise haben wir im Moment ziemlich viele Aufträge in verschiedenen Ländern. und was dürfen wir im Bereich Möbel, Alltagsgegenstände und design von ihnen erwarten? Im Bereich des Designs entwerfen wir zurzeit neue Geräte für das Unternehmen Tecnogym und neue Programme für Vitra, die im Oktober an der Orgatec in Köln präsentiert werden. Architetto Citterio, wir danken ihnen für das gespräch.

Sarah Gatto ist Architektin mit eigenem Büro in Zürich. Während ihres Studiums an der Accademia di architettura di Mendrisio der Università della Svizzera italiana war sie auch Studentin unter Professor Antonio Citterio. www.gattoweber.ch

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Architekten entwerfen ein Serienprodukt – ein BeiSpiel AuS der prAxiS. von Gerald Brandstätter

Wenn Architekten ein Möbel entwerfen, dann meist aus eigenem Antrieb und für den Eigenbedarf. Im vorliegenden Fall haben jedoch vier Architekten aus vier unterschiedlichen Architekturbüros den konkreten Auftrag erhalten, als Team eine umfassende Produktlinie zu entwickeln und bis zur Serienreife zu begleiten. Ein Bericht aus der Praxis.

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Im grenznahen Rebstein im St. Galler Rheintal findet sich die Züco Bürositzmöbel AG, ein Schweizer Traditionsunternehmen, in dem aus Gründen der sicht- und fühlbaren Qualität vieles von Hand gefertigt wird. Roland Zünd, Enkel des Firmengründers und seit 1998 Züco-Geschäftsführer, hat sich für die Zukunft unter anderem das ehrgeizige Ziele gesetzt, seine Marktposition im Topsegment zu festigen und auszubauen. Aus diesen Überlegungen heraus entstand das Projekt „4+“ mit dem Ziel, eine Sitzmöbelkollektion speziell für die Zielgruppe der Architekten zu entwickeln. Architects by Züco Es gibt zu viele Möbel, die den Ansprüchen kreativer Menschen nicht entsprechen. Vier Designer (oder eben Architekten) und ein Hersteller (deshalb „4+“) wollten den Konsens finden und das Gegenteil beweisen. Die Architektin und die drei Architekten entwickelten in ihrer jahrelangen Tätigkeiten ein Gespür für den Markt und konnten mit diesem Hintergrund ihre kreativen Ideen in ein Produktdesign einbringen, welches für sie eigentlich Neuland ist. Das neue Sitzmöbelprogramm sollte kein elitäres Designprodukt prominenter Gestalter, sondern vielmehr eine authentische Stuhlserie werden. Es galt also, sich zusammenzusetzen, sich auf die anderen einzulassen, zu diskutieren, eigene Vorstellungen zu entwickeln, zu überdenken, wieder zu verwerfen, gemeinsam etwas zu probieren, zu beschliessen – zwischen den Architekten untereinander und dem Hersteller. Intensive Gespräche an inspirierenden Orten wie Mailand, Weimar, Vorarlberg oder im Bregenzerwald führten schliesslich zu einer gemeinsamen Identität. Die in zahlreichen Workshops ständig optimierten Entwürfe liessen am Ende eine Produktfamilie entstehen, die weit über klassische Büromöbelgestaltung hinaus weist. Sie schafft es, Vielfältigkeit in eine ruhige Einheit zu bringen und komplexe Anforderungen unterschiedlicher Bedürfnisse zu erfüllen. Die in den Workshops ständig optimierten Entwürfe führten schliesslich zu einem eigenständigen Stuhlkonzept, das mittlerweile zu einer ganzheitlichen Familie gewachsen ist. Die Züco Bürositzmöbel AG hat mit diesem Projekt ein klares Zeichen gesetzt: Das Ergebnis des 18-monatigen Designprojektes „unter Architekten für Architekten“ wurde auf der Orgatec 2008 vorgestellt und im Jahr 2010 in den Markt eingeführt.

Die Produktfamilie „4+“ besteht aus verschiedenen Drehstühlen, Konferenzsesseln sowie Lounge-Sessel inklusive Hocker.

volle Gestalt Spannung und Dynamik, drückt dabei aber durchgängig Bequemlichkeit aus. Das eigenständige Design, die klare Formensprache, der bemerkenswerte Sitzkomfort und die ausgereifte Technik machen die „4+“-Sitzmöbel zum Blickfang in allen Objekten. Der Drehsessel mit Synchronmechanik unterstützt jede Arbeitssituation, die höhenverstellbaren Konferenzsessel führen zum Gespräch, die Lounge-Fauteuils bieten entspannten Aufenthalt und die Beistell- oder Bistrotische passen zur Umgebung. Modulør wollte von Roland Zünd wissen, wie sich die Zusammenarbeit mit der Architektin und den drei Architekten gestaltet hat: herr Zünd, weshalb haben Sie beim projekt „4+“ mit Architekten zusammengearbeitet und nicht mit erfahrenen industriedesignern? das risiko zu scheitern war doch erheblich. Der Hintergrund von Züco für diese Zusammenarbeit war die Ausrichtung in die Architektur. Wir wollten für die Zielgruppe Architekten eine Produktfamilie entwickeln. Das Risiko war kalkulierbar, da wir als erfahrenes Möbelunternehmen während des Designprozesses immer wieder prüften, ob die Produktfamilie auch marktkonform ist. Zudem hatten wir aus mehreren vorhergehenden Workshops Erfahrungsberichte von Architekten, welche widerspiegelten, dass eine ganzheitliche Produktfamilie fehlt. Gleichsam wichtig war die Einhaltung des Pflichtenheftes während des Entwicklungsprozesses.

MArkAntens Design Die Lösung dürfte nicht nur für die ins Visier genommene Zielgruppe moderner Design- und Architekturliebhaber interessant sein: Sitz und Rücken sind zwei scheinbar voneinander getrennte Sitzschalen, die sich monolithisch-skulptural synchron bewegen. Formal reduziert, erzeugt „4+“ durch die schwung-

normalerweise entwickeln Sie neue produkte mit auf Sitzmöbel spezialisierten industriedesignern. wo haben sich in der entwicklungsarbeit die grössten unterschiede herauskristallisiert? Ein grosser Unterschied ist sicher, dass Architekten nicht nur das Produkt, sondern das Produkt im Raum sehen. Dieser Kontext 047

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Das Designteam: Die Architekten Wolfgang Ott, Jan Papenhagen, Angelika Mosig und Andreas Notter (v. l. n. r).

erschien mir äusserst interessant und war ein grosses Thema in einigen Diskussionen. Zudem haben Architekten den Hang zu klassischen Formen und zeitloser Gestaltung, was wiederum für uns als Unternehmen Züco sehr wichtig war. Bei den Industriedesignern steht das Produkt und seine Aussage sowie die technischen Features im Vordergrund. Ein weiterer Unterschied ist, dass die Architekten nicht nur ein Gestaltungskonzept erfinden, sondern auch ein neues Design immer in Verbindung mit Materialien und Farben bringen. Dies ist ein grosser Bestandteil bei einem Designprozess mit Architekten und war wiederum für Züco eine neue Herausforderung. die formensprache der „4+“-linie ist organisch und weich. haben Sie durch die entwicklungsarbeit mit Architekten nicht eher ein kubisch-strenges design erwartet? Das ist vielleicht die Istsituation. Ich bin mir sicher; in Zukunft werden uns Produkte und architektonischen Bauten mit organischen Formensprachen begleiten. Somit haben wir mit dieser Produktlinie „4+“ für die Zukunft entwickelt! Die Klassiker können also in Zukunft durchaus organische Formen haben. Die Vision in der Entwicklung der Architektur ist wahrscheinlich ein Kubismus, der weichere Formen mit sich bringt. Wir werden sehen…

ist durch die Zusammenarbeit mit vier unerfahrenen Gestaltern der entwicklungsprozess nicht länger und kostspieliger gewesen als wenn Sie mit designprofis zusammengearbeitet hätten? Logischerweise hat sich der Entwicklungsprozess in der ersten Phase sehr in die Länge gezogen und auch Kosten aufgeworfen, bis dann ein gemeinsamer Konsens der vier Architekten zu finden war. Diese Diskussion aber haben für Züco sehr viele Erfahrungswerte aus der Architektur gebracht, welche für das Unternehmen wichtig waren und auch in weiteren Projekten verwertet werden können. Dieser Erfahrungsprozess der Designentwicklung mit Architekten hat die Züco Manufaktur weiter gebracht. Eine Person in der Designentwicklung wäre aber natürlich kostengünstiger gewesen.

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Design fasziniert: Der Designers’ saturDay von 1987 bis 2010 von Sergio Cavero (Text)

Die Kreativwirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten einen gewaltigen Boom erfahren. Das Interesse an der gestalteten Umwelt – von Architektur bis Design – hat sich von wenigen Spezialisten oder Beteiligten bis über breite Bevölkerungsschichten ausgebreitet. Ein Indiz hierfür ist auch die steigende Beliebtheit des Designers’ Saturday in Langenthal.

Der Designers’ Saturday hat Ende der 80er-Jahre auf Veranlassung der Unternehmer der Region Langenthal das Licht der Welt erblickt. Die Ursprungsidee bestand darin, die Herstellungsbetriebe zu öffnen, um einem anspruchsvollen Publikum das Umfeld zu zeigen, in dem Gegenstände des täglichen Gebrauchs kreiert und realisiert werden. Es ging darum, eine grosse Anzahl Innenarchitekten und Einrichtungsfachleute einzuladen und ihnen bewusst zu machen, dass im geografischen Zentrum der Schweiz eine auf diesen Bereich spezialisierte Konzentration von Unternehmen existiert. Obwohl sich der Designers’ Saturday an ein englisches Modell anlehnte, das im gleichen Jahr in London

stattfand, unterschied er sich darin, dass er nicht den Besuch von Möbelgeschäften vorsah, sondern das Erleben des Designs an den Orten, wo es entsteht. Es ist diese Authentizität, in Verbindung mit ansprechendem Catering und dem organisierten Shuttleservice zwischen den Ausstellungsorten, die im Laufe der Jahre den exponentiellen Erfolg des Designers’ Saturday gewährleistet haben. Dies im Gegensatz zu vielen vergleichbaren Veranstaltungen in Europa, die mit ihrem Verschwinden endeten. Über geschäftliche Überlegungen hinaus wurde der Designers’ Saturday im Rahmen eines allgemeinen Trends zur Popularisierung des Designs umgesetzt. Es ging nach dem Vorbild zahlreicher 051

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THEMA Design

Schöpfer Ende der 80er-Jahre darum, den Elfenbeinturm des überzeugten Funktionalismus zu verlassen und sich aus den von den Herstellern auferlegten Zwängen zu befreien. Beispielswiese hat die Memphis Design Group, eine der Ikonen der Postmoderne, unter der Führung von Ettore Sottsass und Michele De Lucchi mit dem Diktat der Hersteller Schluss gemacht, die bis dahin bestimmt haben, wie und was die Gegenstände sein mussten. Memphis schlug unumgängliche, unter anderem von der Pop-Art inspirierte Projekte vor, die die Schöpfer zutiefst durcheinandergebracht und das Konzept einer sehr grossen Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben. Wachstum Dieser Wille, die Pforten für neue Anregungen zu öffnen und ganz neue Begegnungen zwischen den Genren, den Ideen und den Menschen zu ermöglichen, war eine Neuheit, dessen Wert die ersten Besucher des Designers’ Saturday sofort zu schätzen wussten. Wenn also der erste Designers’ Saturday ein Ereignis war, das entgegen jeder Erwartung fast tausend Besucher anzog, die einem eng begrenzten Kreis von gut informierten Fachleuten angehörten, verbreiteten sich die positiven Eindrücke sehr schnell. Ab der zweiten Auflage wuchs die Besucherzahl unaufhörlich und spürbar weiter an. Zum zweiten Designers’ Saturday erschienen auch externe Unternehmen, die zwecks gemeinsamer Ausstellung in den Räumlichkeiten der Organisatoren von ihnen eingeladen worden waren. Von diesem Augenblick an war die Veranstaltung nicht mehr nur das Spiegelbild einer Region, sondern entwickelte sich nach und nach zu einem internationalen Schaufenster des Designs. Die 90er-Jahre bedeuteten für den Designers’ Saturday Jahre des konstanten Wachstums. Daraufhin machten sich Fachleute der Branche auf der Veranstaltung, die als Reaktion auf einen immer grösseren Andrang um den Sonntag ver-

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längert wurde, auf die Suche nach dem Besonderen. Parallel zu den Entwicklungen in der Welt des Designs mauserte sich der Designers’ Saturday zu einer heterogenen Ausstellung, die eine grosse Vielfalt an Unternehmen und kreativen Vorhaben begrüssen durfte. Auf Formatebene erhielten die Ausstellungen freitags im Rahmen der Veranstaltung eines Symposiums einen zweiten Programmteil, der die ergänzende Erörterung designspezifischer Themen ermöglichen sollte. Dieser Wandel des Designers’ Saturday spiegelte indirekt den Eklektizismus der kreativen Designansätze dieses Jahrzehnts wider. Vom Neorationalismus zum Dekonstruktivismus über die Poesie bzw. die Ironie haben heterogene Vorhaben das Licht der Welt erblickt und sind in die Lücke gesprungen, die Memphis frecher Weise geöffnet hat. Wenn sich das Design oft nüchterner als die kakofonischen und autoparodistischen Kreationen von Sottsass und seiner Gefährten erwies, so haben sich einige Designer wie zum Beispiel Droog Design in den Niederlanden doch dafür entschieden, die Einfachheit mit dem Humor zu verbinden und dadurch eine emotionale Verbindung zu ihren Benutzern herzustellen. Der Bulb Chandelier (1985) von Rudy Grauman ist ein perfektes Beispiel für die Transformation einer Standardglühlampe in einen spektakulären Gegenstand. Während dieser Jahre wurde auch eine andere Tendenz erkennbar. Die Mediatisierung des Designs, die Inszenierung von Marken und eine Form von Personenkult um bestimmte Designer galten als offensichtliches Phänomen, von dem alle Akteure der Branche munter Gebrauch machten. Das Design war im Begriff, sich von einem in der Kette der industriellen Herstellung von Gebrauchsgegenständen relativ unklaren Metier zu einer prometheischen Disziplin zu Pferde zwischen Kunst, Architektur und Mode zu entwickeln: Das mit einem neuen „Glamour“ versehene Design hatte end-

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gültig eine globale Popularität erreicht. Die berühmte Zitronenpresse Juicy Salif (1990) von Philippe Starck veranschaulicht in perfekter Weise, wie ein Gegenstand – und sein Schöpfer – den Status einer Ikone erlangen. Einer der Gründe für diese überraschende Entwertung der reinen Funktionalität kann durch die Durchmischung von Design und zeitgenössischer Kunst sowie mit dem wachsenden Sozialstatus der Exponenten erklärt werden. Die zeitgenössische Kunst hat in der Tat aus den ihr eigenen Gründen einen umgekehrten Werdegang eingeschlagen: Anstatt sich einem grossen Teil der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist sie im Gegensatz zum Design das exklusive Vorrecht eines spezialisierten Serails geworden. Ironie des Schicksals ist, dass sich der Kunstmarkt seit dem Ende der 90er-Jahre immer mehr für Designklassiker und limitierte Designserien interessiert, wie die Gründung der Messe Design Miami auf perfekte Weise belegt. Aus dieser Perspektive hat sich das Design von einem Kunstgewerbe zu einer ganz einfachen Kunst für Laien gewandelt, die sich in der zeitgenössischen Kunst nicht mehr unbedingt auskennen müssen. NeuorieNtieruNg Das neue Jahrtausend kennzeichnet auch eine Wende in der Entwicklung des Designers’ Saturday. Das anhaltende Wachstum der Besucherzahlen forderte eine Überarbeitung der ursprünglichen Strategie und eine Anpassung der für die Organisation eingesetzten Mittel. Bis dahin wurde der Designers’ Saturday ausschliesslich nach einem Milizprinzip koordiniert: Die gastgebenden Unternehmen in Langenthal kümmerten sich abwechselnd um die Organisation, und die Auswahl der Aussteller wurde ihrer Erfahrung und ihren Kenntnissen über die Akteure der Branche überlassen. Aufgrund des explodierenden Besucherandrangs und einer stetig wachsenden Anzahl Aussteller mit einem oftmals

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gegensätzlichen Hintergrund wurde es notwendig, sowohl die Organisation der Veranstaltung als auch die Auswahl und die Betreuung der Aussteller zu professionalisieren. Das ist der Grund dafür, dass 2003 das Amt des Kommissars ins Leben gerufen wurde, der alle Aspekte, die aus der Nähe oder Ferne einen Einfluss auf die Qualität der Veranstaltung hatten, steuern sollte. Parallel zu dieser Verstärkung der Kontrolle der qualitativen Aspekte wurde es notwendig, sowohl die Anzahl der Aussteller als auch den Publikumsandrang zu beschränken. In der Tat hat der Designers’ Saturday per se entschieden, Branchenakteure auszuwählen und diese Auswahl unter den bestmöglichen Bedingungen einem Fachpublikum vorzustellen. Für die Organisatoren des Designers’ Saturday ist es in einer Zeit, in der traditionelle Messen wie Mailand und Köln immer grösser werden, unerlässlich, eine konzentrierte und exklusive Palette an Herstellern anzubieten, die es ermöglicht, sich in eng begrenzter Zeit eine Vorstellung von den interessantesten Designtrends zu machen. Unter diesem Gesichtspunkt wurde auch der Verzicht auf das Symposium beschlossen, damit die Besucher die Möglichkeit haben, sich auf die Ausstellungen zu konzentrieren. Die Veranstalter des Designers’ Saturday wünschen sich folglich also nicht, mehr Aussteller zu empfangen, sondern vielmehr eine repräsentative Auswahl zu treffen und diese Aussteller darin zu bestärken, im Hinblick auf die Qualität und Originalität der von ihnen präsentierten Objekte über sich hinauszuwachsen. Mit der Gründung einer internationalen Expertenjury im Jahr 2007, die sich die Konzepte der Aussteller vor der Veranstaltung ansieht, verfügt der Kommissar über ein einzigartiges Werkzeug, das allen Präsentationen die ideale Entfaltung ermöglicht. Dieser Wille, sich infrage zu stellen und sich auf die wesentlichen Aspekte zu konzentrieren, die für den Erfolg der

Veranstaltung verantwortlich sind, steht einem Grundprinzip des Designs gegenüber. Allerdings ist der Begriff Design im Zuge seiner wachsenden Popularität zu einer Worthülse geworden, die oft sehr weit von der ursprünglichen Disziplin entfernt ist. Für die Auflage 2004 des Designers’ Saturday haben wir uns entschieden, diese Frage zu thematisieren, indem wir die Veranstaltung unter den Titel „Design – so what?“ stellten. Eine der häufigsten Verwechslungen kommt zwischen Design und Styling vor: Das erste Wort entstammt der Welt industrieller Gegenstände und das zweite der Modewelt. Heutzutage werden sie teilweise als Synonyme verwendet und feiern auf diese Weise den Triumph des Oberflächendesigns und folglich auch den der Oberflächlichkeit. Im Glanzlicht der 90er-Jahre sind bestimmte Designer zu Stars geworden, die ihr Bild wie ihre Kollegen aus der Welt des Kinos auf eine Produktpalette projizieren, die letztlich sehr weit von ihrem wahren Arbeitsfeld entfernt ist. Zahlreiche Designer sind vielleicht in Folge der Explosion der Blase der DotcomUnternehmen im Jahr 2001 von der Wirtschaftskrise inspiriert und sicherlich als Reaktion auf die Glamourisierung des Designs zum Wesen ihrer Disziplin zurückgekehrt, indem sie versuchen, den spezifischen Bedürfnissen einer globalisierten Welt Form zu geben. Beispielsweise hat Hella Jongerius in einer Zeit der Globalisierung mit ihrer Vasenreihe PS Jonsberg (2005) für einen grossen schwedischen Hersteller eine bravuröse Antwort auf die Frage der Individualisierung von Produkten gefunden.

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zigartigen Veranstaltung machen. Zu den sondierten Ausstellern gehören sowohl eine repräsentative Auswahl an Herstellern wie auch an Designschulen und Designern, die einen privilegierten Rundumblick in die Welt des zeitgenössischen Designs bieten. Durch die Professional Preview, mit der die Veranstaltung am Freitagnachmittag eröffnet wird, wurde eine neue Etappe in Richtung Professionalisierung des Publikums zurückgelegt. Dennoch besteht das Wesen des Designers’ Saturday fort: Wir sind bestrebt, all unsere Teilnehmer zu inspirieren. Für die Aussteller ist er die Gelegenheit, sich in einem authentischen Rahmen zum Ausdruck zu bringen, der ihnen ein bislang unerreichtes Mass an Freiheit bietet, und für unsere Besucher ist es die Chance, eine Welt an Materialien, Produkten und Räumen zu erleben und auf diese Weise neue Ideen und Projekte kennenzulernen.

Designers‘ saturDay 2010 Dieses Jahr findet der Designers‘ Saturday am 6. und 7. November in Langenthal statt. www.designerssaturday.ch

Modulør lädt seine Leserinnen und Leser bereits am Freitag, den 5. November, zur Preview ein. Melden Sie sich an unter www.modulor.ch.

Quo vadis? Design ist ein globales und facettenreiches Phänomen geworden. Was den Designers’ Saturday betrifft, verfolgt dieser in seiner 13. Auflage 2010 die Optionen der letzten Jahre, die mit allen Mitteln die Verstärkung der Charakteristiken anstreben, die ihn zu einer ein-

Sergio Cavero, Architekt ETH BSA, führt seit 1995 das Büro Architectures Générales und befasst sich mit Architektur, Bühnenbildkonzeption und Ausstellungsgestaltung. 2003 war er Leiter des Design Center Langenthal, seit 2003 ist er Kurator des Designers‘ Saturday in Langenthal.

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KOLUMNE Thomas Sevcik

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EinE ÜbErbEwErtung dEs dEsigns? Design ist total „in“. Alles wird nun designt. Designer bestimmen immer mehr Aspekte unseres Lebens. Das ist zuerst einmal eine gute Nachricht. Denn schöne Formen und eine gute Gestaltung machen viele Produkte oder Situationen schöner, angenehmer, aber auch besser. Wir alle wissen auch, dass Design oft die Nutzungsqualität erhöht. Gutes Design lässt uns besser Zug fahren oder einfacher einkaufen. Besonders wertvoll ist die Tatsache, dass Design nun Einlass in unseren Alltag gefunden hat. Design hat sich weiter demokratisiert. Strategien wie „cheap and chic“ verbinden günstige Preise mit guter Gestaltung. Man denke da an die Swatch, aber auch an die schwedischen Möbelund Modeläden. Oder an neue Hotelketten, welche einfache, aber gut gestaltete Zimmer anbieten. Kurzum: Auch

Thomas Sevcik (39) ist Mitgründer und Partner der Kommunikationsdenkfabrik arthesia mit Büros in Zürich und Los Angeles. Ausserdem lehrt er am Central Saint Martins College of Arts in London. www.arthesia.com

wirtschaftlich nicht so potente Teile der Bevölkerung können sich gutes Design leisten. Wunderbar. So ist es logisch und nachvollziehbar, dass Design heutzutage nicht nur als eigentliche Gestaltungsaufgabe genutzt wird, sondern auch als Managementstrategie oder Entwicklungssystem. Auch das ist in erster Linie eine gute Entwicklung. Gestalter – Architekten gehören dazu – können oft neue Lösungen bei komplexen Fragestellungen entwickeln. Sie denken stärker in Zusammenhängen und weniger linear. Sie sind meiner Meinung und Erfahrung nach auch eher in der Lage, sprunghaft bzw. interventionsmässig plötzliche Ideen zu formulieren und damit überraschende Ergebnisse zu erzielen (Mut zum plötzlichen Gegenteil des Offensichtlichen). So weit so gut. Doch Design ist leider auch in einigen Bereichen daran, zum reinen Selbstzweck zu verkommen. Design ohne Inhalte ist leider eben auch „L’art pour l’art“ – also die reine Beschäftigung mit sich selbst. So laufen Designer laut meinen immer häufiger werdenden Beobachtungen immer mehr Gefahr, genau jenen Einfluss und jene Relevanz wieder zu verlieren, die sie in den letzten Jahren aufgebaut haben Wieso ist das so? Nun, das Design riskiert Opfer seines eigenen Erfolges zu werden. Dabei bin ich überhaupt nicht gegen den Siegeszug des Designs in weite(re) Teile unseres Lebens. Ich denke nicht, dass eine Überästhetisierung droht. Was hingegen droht, ist, das Design ohne Strategie, ohne Idee oder ohne Vernunft zu nut-

zen. Ich höre oft von meinen Studenten, aber auch von Profis, dass etwas „cool aussehe“ oder dass diejenige oder derjenige besonders „kreativ“ sei. Dabei wird weniger nach dem Wieso oder Warum gefragt, sondern der Effekt gesucht. Ich mag Effekte, ich mag auch cooles Design. Doch ich möchte, das Gestaltung einer Idee, einer Strategie folgt. Nötig ist ein erneutes Qualitätserkennen bzw. das Akzeptieren der Tatsache, dass nicht alles, was gestaltet ist, auch Design darstellt. Eine Schlüsselrolle nehmen dabei die Schulen ein (Architekturfakultäten, Gestaltungshochschulen, private Anbieter, etc.). Sie sollen früh Kategorien vermitteln bzw. die Lernenden befähigen, Kategorien zu bilden, eigene Strategien zu erarbeiten und Design im Kontext zu sehen. Wieso ist das wichtig? Ganz einfach: Die Gestalter – Architekten inklusive – haben in unserer Zeit eine vielleicht einmalige Gelegenheit, gesellschaftlich relevant zu werden. Sie drängen stark in den Kern unserer Funktionen ein und können mittlerweile viel bewegen. Das ist gut so. Aber wenn sie sich auf rein ästhetisierende Positionen zurückziehen, wenn sie Design einfach nur als cooles Gestalten verstehen, werden sie wieder unbedeutend und als „ewige Kreative“ marginalisiert. Und wie sagte schon der deutsche Künstler Gerhard Merz: „Kreativität ist etwas für Friseure“.

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ARCHITEKTUR Mietwohnungen, Zürich

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ARCHITEKTEn Moser Wegenstein, Zürich www.moserwegenstein.ch BAUHERRsCHAfT Ledermann Immobilien AG, Zürich BAUZEIT 2007–2009

Die Fassade aus rotem Klinker nimmt Bezug zur traditionellen Baukultur im Seefeld.

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SchmuckStück im Zürcher Seefeld MIETwOHnUngEn, ZüRICH

Das Zürcher Seefeld ist um ein Schmuckstück reicher: An der Wildbachstrasse 55/57/59 (Ecke Münchhaldenstrasse) haben Moser Wegenstein Architekten aus Zürich im Auftrag der Ledermann Immobilien AG ein mehrgeschossiges Gebäude mit 65 Mietwohnungen fertiggestellt, das sich sehen lassen kann. von Fanny Andermatt (Text) und Francesca Giovanelli (Fotos)

Bereits Santiago Calatrava hatte Pläne für eine Überbauung an der Wildbachstrasse 57/59. Sein Entwurf sah Büros und Wohnungen vor. Nachdem seinem Projekt kein Erfolg beschieden worden war – Nutzungskonzept und Architektur stimmten nicht überein –, wurde die Planung neu gestartet, motiviert auch durch die veränderte Ausgangslage nach dem Zukauf einer angrenzenden Bauparzelle. Der heutige Grundeigentümer und Bauherr Urs Ledermann hatte klare Vorstellungen von der zukünftigen Erscheinung und Nutzung des Neubaus: Als Fassadenmaterial war Klinker zu verwenden, eine Reminiszenz an die zahlreichen Backsteinbauten im Seefeld. Auch in Bezug

auf die Erschliessung, die Wohnungsgrundrisse, die im Innenraum zu verwendenden Materialien, die Energieeffizienz und das Serviceangebot erhielten die Architekten vom Bauherrn klare Vorgaben. Städtebauliche Situation Die Bauparzelle liegt an der Ecke eines Strassengevierts mit einer vorgängig nicht abgeschlossenen Hofrandbebauung. Die Bau- und Zonenordnung lässt hier eine Bautiefe von zwanzig Metern ab Baulinie zu. Eine Weiterführung dieser Struktur, also die Schliessung des Blockrandes mit einem L-förmigen Gebäude, lag zwar auf der Hand, hätte jedoch bedeutet, eine

Vielzahl von Räumen nicht natürlich belichten zu können. Dies kam für den Bauherrn nicht infrage. In intensiver und konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Amt für Baubewilligungen und dem Amt für Städtebau konnten die Architekten die L-Form zu einem rechteckigen Baukörper ergänzen, der die Blockrandstruktur abschliesst. Das „Leervolumen“ wurde quasi von der rückwärtigen Fassade in das Gebäudeinnere verschoben und tritt nun in Form zweier nach oben offener Lichthöfe in Erscheinung. Die Ausnützung blieb dabei unverändert. Dass durch diese Massnahme auch Wohnungen entstehen, deren Wohnräume hauptsächlich nach Nordosten ausgerichtet sind, nahm der Bauherr in Kauf. 059

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ARCHITEKTUR Mietwohnungen, Zürich

Die Innenhöfe ermöglichen die zweiseitige Belichtung der Wohnungen und bringen Licht bis ins Untergeschoss.

Die Überbauung Wildbachgut überzeugt nicht nur im grossen Massstab, sondern auch im Detail.

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liebe zu Material und detail

wie auch die Treppenhäuser und Lifte schliessen an die beiden Innenhöfe an, die bis ins Untergeschoss reichen und so auch die Tiefgarage mit natürlichem Licht versorgen, was ebenfalls eine Vorgabe des Bauherrn war. Die Eingangsbereiche und Treppenhäuser wirken nicht nur aufgrund der grosszügigen Verkehrsflächen und der natürlichen Belichtung, sondern auch wegen der Raumhöhe von 2,70 Meter luftig und hell. Die räumliche Qualität, die dadurch entsteht, sticht auch in den Wohnungen sofort ins Auge. Durch die Mehrhöhe wirken selbst die teilweise etwas verwinkelten und nur indirekt belichteten Eingangsbereiche grosszügig. Die gut geschnittenen Wohn- und Essbereiche wie auch die vielfach quadratischen Schlafzimmer lassen verschiedene Möblierungsmöglichkeiten zu. Beim Innenausbau der Wohnungen, die die Handschrift von Gaetano Irpinio tragen, wurde ebenfalls nicht gespart. Die raumhohen Schränke im Eingangsbereich sind ebenso wie die Küchenfronten und die Spiegel- und Unterschränke in den Nasszellen aus furniertem Nussbaum gefertigt, dessen warme Farbe gut mit den hellen Eichenparkettböden im Wohnbereich und den dunkelbraunen Feinsteinzeugmosaikböden in den Nasszellen harmoniert. Die hochwertigen Armaturen und Apparate in Küche und Bad unterstreichen den gehobenen Innenausbau, sodass man sich in einer Eigentumswohnung wähnt.

Die dunkelrote Farbe des aus Norddeutschland stammenden Klinkers verleiht dem Gebäude ein frisches und zugleich edles Erscheinungsbild. Unterstützt wird dieser Eindruck durch den Kontrast, den die hellen Fenstergewände aus Kunststein und die weiss ausgestrichenen Decken und Wände der Loggien zur Klinkerfarbe bilden. Ein an das Trottoir angrenzender, leicht erhöhter Vorgartenbereich, gestaltet von Raderschallpartner aus Meilen, umgibt das ganze Gebäude und setzt das Erdgeschoss und die dort gelegenen privaten Aussenräume vom öffentlichen Strassenraum ab. Über ebenfalls mit Plasterklinkersteinen ausgeführte Treppen gelangt man in eine der drei Eingangshallen – dieser Begriff ist bei 55 Quadratmeter für einmal gerechtfertigt! Auch hier fällt die Liebe zu Material und Detail auf, sei es bei der Wahl und Verarbeitung der Bodenbeläge (heller und dunkler Terrazzo) oder bei der Ausgestaltung des Treppengeländers aus Bronze, welches vom Künstler Max Zuber entworfen wurde. Die Eingangshallen

wohnMehrwerte durch ServiceleiStungen Dass diese Wohnqualität ihren Preis hat, versteht sich von selbst. Die Bandbreite der Wohnungsmieten bewegt sich zwischen 3000 Franken für eine 2,5-Zimmer-Wohnung mit einer durchschnittlichen Fläche von ca. 66 Quadratmetern und 14‘000 Franken für eine Attikawohnung mit einer Fläche von rund 360 Quadratmetern. Das Preisniveau scheint der Vermietbarkeit jedoch nicht abträglich, waren doch bereits bei der Fertigstellung im Dezember 2009 50 Prozent der Wohnungen ab Plan vermietet. Seit Mitte 2010 gibt es keine Leerstände mehr. Dafür existiert bereits eine Warteliste. 060

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Grossformatige Fenster und eine Raumhöhe von 2,70 m schaffen eine überdurchschnittliche Wohnqualität.

Einheitliche Materialwahl: Küchenfronten, Wändschränke und Badmöbel sind aus furniertem Nussbaum.

Der Wohnraum mit den grossformatigen Eichenholzriemen geht fliessend in die gedeckte Loggia über.

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ARCHITEKTUR Mietwohnungen, Zürich

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2010 07 In diesen hohen Mietpreisen inbegriffen sind gewisse Leistungen des hauseigenen Concierges. Dazu gehören ein Postservice (Entgegennahme und Versand von Brief- und Paketpost), eine jährliche Fensterreinigung sowie ein zweiwöchiger Ferienservice. Alle weiteren Leistungen müssen separat abgegolten werden. Ebenfalls kostenpflichtig ist die Benützung des hausinternen Wildbachgut-Spa im 2. Untergeschoss. In den Genuss des Spa mit Sauna, Hamam, Solarium und Ruheraum kommen nur Hausbewohner; diese können die Wellnessoase während drei Stunden für maximal vier Personen exklusiv reservieren. Die Buchung erfolgt via Internet, die Anlage wird zum gewünschten Zeitpunkt vollautomatisch in Betrieb gesetzt und nach jeder Benutzung durch den Concierge gereinigt. Leider trägt das Spa gestalterisch eine andere Handschrift als der Rest des Hauses. Die Wellnessoase wurde als Gesamtpaket eingekauft. Die Gestaltung derselben war daher weitgehend vordefiniert und nur bedingt auf das gestalterische Gesamtkonzept des Hauses abstimmbar.

Plan des Erdgeschosses: Grosszügige Eingangsbereiche und gut geschnittene Wohnungsgrundrisse.

einziger werMutStropfen

Kunst am Bau: Treppengeländer aus Bronze von Max Zuber, Lichtinstallation von Christian Herdeg.

Dank der gut konzipierten Nasszellen, der schwellenlosen Übergänge im Gebäudeinnern wie auch der innerstädtischen Lage mit behindertengerechtem Mobilitätsangebot sind die Wohnungen auch für Mieter mit körperlichen Einschränkungen attraktiv. Schade, dass für diese Klientel der Zugang zu den Nummern 57 und 59 nur über die Tiefgarage möglich ist! Einzig die Nummer 55 verfügt über einen direkten behindertengerechten Zugang. Diesem Aspekt ist beim Entwurf trotz eidgenössischem Behindertengleichstellungsgesetz zu wenig Beachtung geschenkt worden. Dies ist aber wirklich der einzige Wermutstropfen!

Die beiden Innenhöfe sind für die Erschliessung und die Wohnungen Bezugs- und Orientierungsraum.

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ARCHITEKTUR Bahnhof, Aarau

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ARCHITEKTEn Theo Hotz AG, Zürich www.theohotz.ch BAUHERRsCHAfT Schweizerische Bundesbahnen SBB BAUZEIT 2008–2010 (1. Etappe)

Parallel zur Gleisanlage und der Bahnhofstrasse gelegener Baukörper mit fünf Geschossen: Der neue Bahnhof Aarau.

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AArAus neues Tor zur WelT BAHnHOf, AARAU

Knapp zweieinhalb Jahre nach dem Spatenstich wird das neue Bahnhofsgebäude von Aarau Ende Oktober offiziell seine Tore öffnen. Für den gläsernen Neubau mit der mehrgeschossigen Bahnhofshalle, dem grössten gedeckten Platz Aaraus, zeichnet Theo Hotz verantwortlich. Von Gerald Brandstätter (Text) und Simone Vogel (Fotos)

Der Bahnhof Aarau liegt an zentraler, stark frequentierter Lage: Täglich verlassen mehr als 30‘000 Pendlerinnen und Pendler die Stadt, jeden Tag kommen 16‘000 Personen nach Aarau an ihren Arbeitsplatz. Im stadtnahen Raum leben 80‘000 Menschen, die Stadt selbst bietet rund 23‘000 Arbeitsplätze. Bereit Anfang der Neunzigerjahre wurde deshalb ein Projektwettbewerb ausgeschrieben, um dem Verkehrsaufkommen der Zukunft und somit dem immer wichtiger werdenden Knotenpunkt Aarau gerecht zu werden. Das „Projekt Bahnhof“ hatte das Ziel, der Stadt Aarau noch mehr Komfort beim Umsteigen zwischen Bahn und Bus sowie optimale Verknüpfung zwischen öffentlichen Verkehrsmitteln und Individualverkehr zu ermöglichen. Der neue Bahnhof sollte das Bahnhofsgebiet aufwerten und mit zahlreichen Drittnutzungen eine hohe 065

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ARCHITEKTUR Bahnhof, Aarau

Die Verkehrsachsen bestimmen horizontal wie vertikal das Innenleben des Baus.

Wertschöpfung vor Ort generieren. Das Projekt für den Neubau des Bahnhofs Aarau ist das Ergebnis eines 1991 für das gesamte Aarauer Bahnhofsgebiet durchgeführten Ideen- und Projektwettbewerbes sowie der anschliessenden Projektüberarbeitung im Jahr 1992. Diese konnte die Theo Hotz AG und WEWO Bauingenieure AG für sich entscheiden. In der Folge wurden die rechtlichen sowie planerischen Rahmenbedingungen und Anforderungen weiter präzisiert. Das auf dieser Basis von 1996 bis 1998 erarbeitete „Vorprojekt 98“ konkretisierte den Wettbewerbsbeitrag. Dabei wurde das Gebäude – neben den eigentlichen Bahnhofs- und SBB-Funktionen – parallel sowohl für die Raumanforderungen des eingemieteten Lehrerbildungszentrums des Kantons Aargau als auch für eine neutrale, noch nicht bekannte Nutzung projektiert. Nach der SBB-internen Genehmigung des Bauprojektstandes wurden Unterlagen für die TU-Submission erarbeitet und Ende Februar 2007 an die Totalunternehmer versandt. Von den eingereichten Angeboten ging die Vergabe an die Anliker AG in Emmenbrücke. Mit den Bauarbeiten konnte im März 2008 begonnen werden, der Rohbau wurde im Herbst 2009, der Grundausbau im April 2010 fertiggestellt. Die Mieter konnten im Mai 2010 im 1. UG und EG mit dem Ausbau ihrer Ladengeschäfte beginnen. Gleich-

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zeitig haben auch die Stockwerkeigentümer mit dem Ausbau ihrer Dienstleistungsflächen im 1. bis 5. OG begonnen. Am 5. August 2010 erfolgte die Inbetriebnahme der Ladengeschäfte inklusive des neuen Bahnreisezentrums, um Ende Oktober 2010 den Neubau Bahnhof Aarau offiziell feierlich der Öffentlichkeit übergeben zu können. Gläserne Architektur Das tragende räumliche Element des rund 300 Meter langen Bahnhofsgebäudes ist die lichtdurchflutete, mehrgeschossige Bahnhofshalle, der grösste gedeckte Platz in Aarau. Aus den vertikalen wie horizontalen Raum- und Verkehrsbeziehungen entwickelt, schafft sie mit ihrer eindeutigen Orientierung einen starken Bezug der Stadt zur Bahn und umgekehrt. Die Züge sind schon vom Bahnhofplatz durch das Restaurant hindurch sichtbar, werden so zum Signet und zeigen die dahinter liegende Nutzung. Der Bahnhofsneubau wird Bestandteil der Stadt. Die Bahnhofshalle erstreckt sich vom ersten Untergeschoss bis ins erste Obergeschoss. Sie verbindet den Bahnhofplatz, die ober- und unterirdischen Fusswegbeziehungen und die Vorfahrten im Erdund Untergeschoss miteinander und entwickelt aus diesen Verbindungsfunktionen eine räumliche Qua-

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In der Parkebene im Untergeschoss markiert kr채ftiges Rot die vertikale Verkehrsachse.

Auf hohe Frequenzen ausgelegt sind die Hauptebenen, die den Passantenfluss vertikal und vor allem horizontal bew채ltigen m체ssen.

Markant ragt das Geb채udevolumen zwischen Gleisen und der Bahnhofstrasse empor.

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ARCHITEKTUR Bahnhof, Aarau

Vom Bahnhofplatz her komuniziert der Bau seine Aufgabe, gibt durch seine hohe Transparenzpartiell die Sicht frei bis zu den Gleisen.

lität mit Dynamik und spannenden Sichtbezügen. Die Bahnhofshalle wird sowohl von aussen als auch direkt von den unterirdischen Autoabstellplätzen her erschlossen. Den Kunden und Kundinnen bietet sie neben dem Bahnreisezentrum und der Gepäckaufgabe eine praktische Palette an Gastronomiebetrieben und Geschäften. In den oberen Geschossen werden Büro- und Geschäftsflächen vermietet. Aufgrund der zentralen Lage eignen sie sich besonders für eine Nutzung mit viel Publikumsverkehr, etwa für Schulen, medizinische Praxen oder Fitnesscenter. Die beiden obersten Geschosse sind für Dienstleistungsflächen vorgesehen. Die Personenunterführungen im 1. Untergeschoss münden von Norden und Süden orthogonal in die Bahnhofshalle und werden neu übersichtlich, sicher und räumlich attraktiv nicht nur untereinander, sondern auch mit der Platzebene vernetzt. In der äusseren Gestalt gibt die von der schräg durchlaufenden Spange, dem konstruktiven Rückgrat geprägte Baukörpergestaltung dem Gebäude insgesamt sein unverwechselbares Gepräge. Die gewählte Gebäudekonstruktion, ein Skelettbau mit optimal angeordneten Erschliessungskernen und einer nicht tragenden Fassade, unterstützt diesen Ausdruck. Das Gebäude tritt als offenes Haus in

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Erscheinung, mit grossflächig transparenter Fassade und einer überdimensionalen, markanten Bahnhofsuhr als funktionales Merkmal und identitätsstiftendes Element. Zusammen mit dem Nutzungsangebot eines modernen Bahnhofs mit Läden und Gastrobetrieben sowie den vielfältig nutzbaren Dienstleistungsflächen entsteht an diesem Ort ein modernes und flexibles Gebäude, das auch für zukünftige Nutzungsformen offen ist. Für den Neubau mit der mehrgeschossigen Bahnhofshalle wurden seit Baubeginn rund 20‘000 Kubikmeter oder 620 Güterwagenladungen Beton verbaut und 3200 Tonnen Armierungsstahl verlegt. Das entspricht, um in der Sprache der SBB zu bleiben, dem Gewicht von rund 38 Intercity-Loks (Re 460). Die 9500 Quadratmeter grosse, äussere Glasfassade hat eine Fläche von 36 Tennisfeldern. Die transparente Fassade mit der grössten Bahnhofsuhr der Schweiz verbindet Stadt und Bahn. Die Gesamtinvestitionen ohne Mieterausbau belaufen sich auf rund 114 Millionen Franken. Die Stadt Aarau und der Kanton Aargau beteiligen sich mit rund 10 Millionen Franken.

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ARCHITEKTUR Tortona 37, Mailand Gewerbehaus, Mailand

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ARCHITEKTEn Matteo Thun & Partners, Mailand www.matteothun.com BAUHERRsCHAfT Pioneer Investment Management SRG Spa BAUZEIT 2003–2009

Die „Zona Tortona“ hat sich in den letzten Jahren von einem stillgelegten Industriequartier zu einem Treffpunkt der Kreativszene gewandelt.

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Urbanes designobjekt TORTOnA 37, MAILAnD

Matteo Thuns Tortona 37 bildet den vorläufigen Höhepunkt in der Umwandlung eines ehemaligen Industriequartiers im Südwesten Mailands zum Mode- und Designdistrikt. Mit seiner ökologisch verträglichen Energieerzeugung und dem Gebrauch nachhaltiger Materialien wie Holz in einem urbanen Kontext soll der Gewerbekomplex nach Hoffnung des Architekten die Trends der in drei Jahren in der lombardischen Metropole stattfindenden Expo 2015 vorwegnehmen. Von Patrick Zamariàn (Text) und Daniele Domenicali (Fotos)

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ARCHITEKTUR Tortona 37, Mailand

Ein vorgehängtes Rahmenwerk strukturiert die Glasfassaden und bindet die einzelnen Baukörper zusammen. Erker und eingeschnittene Loggien verleihen ihnen einen plastischen Akzent.

Ohne Nachhaltigkeitsnachweis und entsprechende Rhetorik ist heute kein nennenswertes Bauprojekt mehr in die Tat umzusetzen. Nur wenige Architekten verfolgen die Implementierung entsprechender Technologien allerdings so konsequent wie der Südtiroler Matteo Thun. Als Mitbegründer der einflussreichen Gruppe „Memphis“ und späterer kreativer Leiter der Uhrenmarke Swatch avancierte Thun in den 80erJahren zu einem der führenden Designer seiner Generation. In den letzten Jahren hat er mit einer Reihe gestalterisch wie energetisch ambitionierter Hotelprojekte wie dem Vigilius Mountain Resort in Meran, dem Nuria Nature Resort bei Rom oder den Edelweiss Residences im österreichischen Katschberg für Aufsehen gesorgt. Thuns ganzheitliche Vorstellung von Nachhaltigkeit, wie sie sich auch in der von ihm lancierten KlimaHotel-Zertifizierung wiederspiegelt, geht dabei weit über energetische und ökologische Fragen hinaus. Um den Lebenszyklus eines Gebäudes zu verlängern, müssen seiner Auffassung nach

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Passerellen verbinden die fünf einzelnen Baukörper untereinander und vervollständigen das Fassadenraster.

gleichfalls funktionelle (im Sinne programmatischer Flexibilität) und ästhetische Anforderungen berücksichtigt werden. Der Gewerbekomplex Tortona 37, der im vergangenen Frühjahr in Mailand nach sechsjähriger Planungs- und Bauzeit fertiggestellt wurde, illustriert diese Entwurfsphilosophie in exemplarischer Weise. Das Projekt ist der vorläufige Höhepunkt einer seit den frühen 90er-Jahren schrittweise vorangetriebenen Umgestaltung des ehemaligen Industriequartiers hinter dem Bahnhof Porta Genova südwestlich des Stadtzentrums. In den letzten Jahren hat sich die „Zona Tortona“ zu einem urbanen Hotspot entwickelt, der mit seinem industriellen Flair vor allem Künstler und Designer magisch anzuziehen scheint. Sie sind auch das Zielpublikum des Gebäudeclusters, den Thun auf einem stillgelegten Betriebsgelände von General Electric realisiert hat. Die 25 000 Quadratmeter grosse Anlage ist als „microcittà“ konzipiert und besteht aus fünf Baukörpern, die einen gemeinsamen, mit Bäumen besetzten Innenhof umschliessen.

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ARCHITEKTUR Tortona 37, Mailand

Die Büroräume im Erdgeschoss öffnen sich über raumhohe Verglasungen zum Aussenraum hin.

Die Bereiche zwischen zwei nebeneinanderliegenden Bauten sind mit Gartenmöbeln ausgestattet und ergänzen den zentralen Innenhof um schattige Rückzugsnischen. Der Zugang zu den einzelnen Bauten findet jeweils über das weit zurückversetzte Erdgeschoss statt. Die Erschliessung der fünf oberen Stockwerke und der grosszügigen Dachterrasse erfolgt über zwei massive, die Konstruktion aussteifende Lift- und Treppenkörper, zwischen denen sich ab dem zweiten Obergeschoss ein zentrales Atrium aufspannt, das eine natürliche Belichtung und Belüftung der innen liegenden Raumbereiche erlaubt. Die einzelnen Einheiten kommen aufgrund der gewählten Stützenstruktur ohne tragende Innenwände aus und bestehen aus einem doppelgeschossigen Hauptraum, von dem aus eine einläufige Treppe auf die Empore führt. Die Räume sind in ihrer Dimensionierung und Grundrissgeometrie bewusst nutzungsneutral angelegt und eignen sich so gleichermassen als Büros, Ateliers, Showrooms oder Geschäfte.

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Der Zugang findet über das weit zurückversetzte Erdgeschoss statt.

Die funktionelle Nachhaltigkeit von Tortona 37 findet ihre Entsprechung in der Verwendung ökologisch nachhaltiger Technolgien wie der in Italien noch wenig verbreiteten Energieversorgung durch Geothermie. Über vier Schächte wird Grundwasser mit einer konstanten Temperatur von 14°C bis 16°C angesogen und in einem unterirdischen Sammelbecken zwischengelagert. Mithilfe von Wärmepumpen wird das Wasser in die einzelnen Gebäude geleitet, wo es über Kühl- bzw. Heizdeckenpaneele für die Klimaregulierung der Innenräume genutzt wird. Die Gebäudehülle besteht aus hocheffizienten Glasfassaden, die in Kombination mit aussen angebrachten Stoffmarkisen und Schiebeläden die Sonneneinwirkung um bis zu 87 Prozent reduzieren und so eine sommerliche Überhitzung der Räume verhindern sollen. Der Verzicht auf sichtbare „grüne“ Elemente wie Photovoltaik-Paneele oder Windturbinen hat dabei ästhetische Gründe. Thun bleibt auch im grossstädtischen Kontext Mailands der objekthaften, selbst073

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ARCHITEKTUR Tortona 37, Mailand

Die Einheiten bestehen aus einem doppelgeschossigen Hauptraum, von dem aus eine einläufige Treppe auf die Empore führt.

referenziellen Gestaltung seiner oftmals als Solitäre in freier Landschaft stehenden Hotelprojekte treu. Der Grund dafür liegt nicht zuletzt in der programmatischen Ausrichtung nicht nur des Projekts selbst, sondern letztlich des gesamten Quartiers. Vor wenigen Jahren noch ein Geheimtipp unter Insidern, hat sich dieses mittlerweile als Drehscheibe der Mailänder Mode- und Designszene etabliert und wird in zunehmendem Masse entsprechend institutionalisiert. Anlässlich der internationalen Möbelmesse versammelt sich jeden April die gesamte Fachwelt in der Zona Tortona, und seit letztem Jahr findet im Herbst am selben Ort das Festival „Milano design-in–the-city“ statt. Vor vier Jahren wurde an der Via Tortona – ebenfalls nach Plänen Thuns – ein Industriegebäude zum ersten Boutique-Hotel der Stadt umgebaut, und im selben Jahr wurde in einer Parallelstrasse die Milan Design Library eröffnet, die sich schnell zum Szenetreffpunkt entwickelte. Es erstaunt daher kaum, dass nicht nur das räumliche Angebot von Tortona 37

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Im Atrium dienen mit horizontalen Holzlamellen versehene Schiebeläden als Sicht- und Blendschutz.

auf eine urban-kreative Klientel ausgerichtet ist, sondern dass ihr auch eine entsprechende Ästhetisierung – Thun spricht von einer „neuen Form der Ikonizität“ – nicht abzusprechen ist. Ein vorgehängtes, entfernt an Terragnis Casa del Fascio erinnerndes Rahmenwerk strukturiert die Glasfassaden und verleiht den Baukörpern eine elegante Filigranität und Leichtigkeit, die noch verstärkt wird durch die vollständig verglasten Sockelgeschosse, über denen sie schwerelos zu schweben scheinen. Mit horizontalen Holzlamellen versehene Erker, die nach aussen hin die Lage der doppelt geschossigen Raumbereiche anzeigen, durchstossen das weisse Gitterwerk und verleihen den Bauten gemeinsam mit den eingeschnittenen Loggien einen plastischen Akzent.

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AKTUELL Projektmanagement

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Projektmanagement in Planungsbüros von Ulrika Tromlitz (Text) und Simone Vogel (Foto)

Richtige Planung ist das A und O eines Planungsbüros. Mit geeigneten Verfahren und Tools wahrt das Unternehmen den Überblick über sämtliche Projekte, erkennt rasch kritische Situationen, kann dadurch die Effizienz in der Projektabwicklung steigern sowie Fehler und Risiken frühzeitig entdecken und minimieren.

Ob Architekt oder Ingenieur: Projektleitung ist eine Kernaufgabe jedes Planungsbüros, unabhängig davon, ob viele oder wenige, grosse oder kleine Projekte bearbeitet werden, ob der gesamte Bauprozess begleitet wird oder nur Teile davon. Eine Projektleiterkarriere beginnt häufig damit, dass der Chef einem jungen Mitarbeitenden erklärt, dass er jetzt die Leitung für ein Projekt bekomme. Stolz über das geschenkte Vertrauen, stürzt man sich in die Aufgabe und macht, was man kann. Einige haben das Glück, im Büro Hilfsmittel vorzufinden, die die Arbeit erleichtern. In der Praxis behilft man sich meistens mit „learning by doing“. Selten gibt es Schulungen, die uns zeigen, mit welchen Hebeln Projekte erfolgreich und effizient zum Ziel geführt werden können. Um erfolgreich arbeiten zu können, ist es wichtig, die eigentlichen Aufgaben eines Projektleiters sowie den Nutzen möglicher Hilfsmittel zu verstehen. Die Bedeutung des Projektmanagements steigt mit der Anzahl von Projekten, die der Projektleiter resp. das Unternehmen zu bewältigen hat. Die steigende Komplexität unserer Gesellschaft und die immer

kürzer werdenden Abwicklungszyklen erhöhen die Anforderungen zusätzlich. implementierung von projektmanagement ist chefsache Projektmanagement beginnt auf der obersten Führungsstufe. Sie muss den Rahmen für alle Projekte im Unternehmen setzen und aus einer bewussten Haltung ein wirksames Konzept für die Projektführung entwickeln. Es geht darum, Projektqualität und Kundenzufriedenheit nach eigenen, definierten Standards sicherzustellen, und darum, sich laufend zu verbessern. Mit geeigneten Verfahren und Tools wahrt das Unternehmen den Überblick über sämtliche Projekte. Dies ermöglicht es, kritische Situationen rasch zu erkennen, die Effizienz in der Projektabwicklung zu steigern sowie Fehler und Risiken frühzeitig zu entdecken und zu minimieren. Standardisierte Hilfsmittel erleichtern den Projektleitern die Arbeit und ermöglichen es, Führungskräfte nach gleichen und messbaren Kriterien zu führen und zu beurteilen.

ausbildung in Projektmanagement: Das Bildungsangebot in der Schweiz hinsichtlich Projektmanagement nimmt zu. Als Beispiele sind zu erwähnen: • Grundausbildung Bauprozessmanagement an der Berner Fachhochschule, Architektur Holz und Bau • Weiterbildungsstudium Management Skills am Institut für Energie der Fachhochschule Nordwestschweiz • diverse Weiterbildungskurse des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins.

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AKTUELL Projektmanagement

Es ist wichtig, dass ein solches Führungskonzept und dessen Inhalte mit der spezifischen Situation des Unternehmens übereinstimmen. Geschichte, Unternehmensgrösse, langfristige Ziele und bereits vorhandene Tools bestimmen die Gestaltung der Führungsmittel und Vorgehensweisen. Der Aufbau und die Implementierung eines zeitgemässen, strategischen Projektmanagements ist ein Prozess, der Veränderungen von Sicht- und Arbeitsweisen mit sich führt. Wie in jedem Lernprozess braucht es vor allem viel Zeit und Geduld. Die Haltungen zum Thema Projektmanagement unterscheidet sich von Arbeitgeber zu Arbeitgeber. Es ist schwierig, sich in der Funktion als Projektleiter selber einen Rahmen aufzubauen. Man stösst in einer solchen Situation rasch an Grenzen. Als Projektleiter nimmt man eine Führungsposition ein und wird damit zum Vorbild. Es führt kein Weg an der zentralen Aufgabe vorbei, sich selbst zu führen. Man kann nicht von anderen Personen Verhaltensweisen erwarten, die man selbst nicht einhält, beispielsweise pünktlich und vorbereitet an vereinbarten Terminen zu erscheinen. Diese einfachen Dinge bergen nicht nur grosses Potenzial zur Effizienzsteigerung, sie setzen auch klare Zeichen von Respekt respektive Respektlosigkeit. Wenn „Spielregeln“ aktiv gelebt bzw. vorgelebt werden, entsteht eine positive Teamkultur. Die planung Der planung Führungsaufgaben haben sehr viel mit Planen, Entscheiden, Anordnen und Kontrollieren zu tun. Je mehr Projekte ein Projektleiter führt, desto weiter entfernt er sich von seiner Expertenrolle als Architekt oder Ingenieur. Die Aufgaben werden sich immer stärker zur Planung der Planung verlagern und darauf konzentrieren, andere arbeitsfähig zu machen. Die Kernaufgabe eines Projektleiters ist es wohl, reaktionsfähig für das Unvorhersehbare zu sein.

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Eine phasengerechte und prozessorientierte Arbeitsweise unter Einbezug des Umfelds gehören zu den starken Hebeln und Erfolgsfaktoren im Projektmanagement. Leistungen klar zu definieren, das Projekt entsprechend in sinnvolle Teilphasen (Meilensteine) und Arbeitspakete zu gliedern und dabei den strategischen Rahmen des Projekts zu wahren, ist eine höchst anspruchsvolle Aufgabe. Sie ist eng mit dem Vertragswesen, vereinbarten Zusammenarbeitsformen und den entsprechenden Regeln verbunden. Projekte und Prozesse sind eng miteinander verknüpft. Wenn über Prozesse gesprochen wird, sollte allerdings zuerst geklärt werden, was tatsächlich gemeint ist. In Projekten gibt es eine Vielfalt von Teilprozessen, z. B. Entscheidungs-, Sachund Beziehungsprozesse, um nur einige zu nennen. Ihre Bedeutung variiert stark in Abhängigkeit von Projektphasen und Rahmenbedingungen. grösste hebelwirkung in Der startphase Der Start ist eine der wichtigsten Phasen im Projekt, da hier der Einfluss auf den Projekterfolg am grössten ist. In der Praxis wird dieser Umstand meist viel zu wenig beachtet. Man versucht, sofort Lösungen zu entwickeln, ohne sich ausreichend mit den Projektvoraussetzungen auseinandergesetzt zu haben. Der erste und oft entscheidende Fehler ist es, die Aufgaben und Ziele, auch die internen, nicht klar zu formulieren. Man unterlässt es auch, die Rahmenbedingungen des Auftragsgebers wie auch die örtlichen und gesetzlichen Gegebenheiten verstehen zu wollen, oder Personen, die einen Einfluss auf das Projekt haben, zu erkennen und zu betreuen. Das führt dazu, dass dem Projektleiter die Risiken nicht bewusst sind. Risikomanagement und Vertragswesen werden häufig noch sehr stiefmütterlich behandelt. Beides sind iterative Prozesse, die aktiv während der gesamten Projektabwicklung zu bewirtschaften sind.

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Erst nach einer ordentlichen Aufgabenund Ressourcenklärung können die Arbeitspakete mit klaren Verantwortlichkeiten und dazugehörenden Kompetenzen festgelegt werden. Dies zählt zu den zwingenden Voraussetzungen, um ein Team arbeitsfähig zu machen. Erst danach wendet sich die Projektarbeit der Lösungsfindung zu. Aber auch jetzt hängt der Erfolg davon ab, dass systematisch nach der optimalen Lösung gesucht und nicht von Anfang an das Naheliegende realisiert wird. Ein methodischer Ansatz, um die Komplexität zu reduzieren, liegt darin, das Gesamtproblem in Teilaufgaben zu zerlegen, zu denen unterschiedliche Teillösungen entwickelt werden. Durch die systematische Kombination von Teillösungen können unterschiedliche Gesamtlösungen erzeugt und bewertet werden. Entscheidend bleibt aber, das Potenzial am Anfang der Projektarbeit oder der Arbeitsphase zu erkennen und durch umfassende Problemanalyse zu erschliessen. Wenn Fehler bereits in dieser Phase minimiert sowie Risiken, Zusammenarbeitsformen etc. bewusst geklärt und entsprechende Massnahmen ergriffen werden, erhält das Projekt seinen bestmöglichen Start. Zudem steigt die Effizienz, da viele Arbeitschlaufen vermieden werden. Ein guter Projektstart bildet eine gute Basis für eine erfolgreiche Projektabwicklung.

Ulrika Tromlitz, dipl. Arch. Chalmers TH SIA – exec. MBA HSG, betreibt seit 2004 ihre TU-Consulting in Zürich. Berufliche Stationen: selbstständige Architektin bis 1992, danach Projektmanagement bei der Göhner Merkur AG, Change-Management bei der Stadt Zürich, Unternehmensführung bei Stücheli Architekten, Internationales Management bei Herzog & de Meuron. www.tu-consulting.ch

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RECHT Grundbuch

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Das GrunDbuch: EintraGunG, VormErkunG, anmErkunG von Kathrin Spühler, lic. iur.

Insbesondere in Bezug auf nachbarrechtliche Situationen stellen sich Haus- und Grundeigentümer immer wieder die Frage, ob gegenoder einseitig gewährte Rechte in irgendeiner Form im Grundbuch „abgelegt“ werden sollen. Nachfolgender Artikel soll Klarheit schaffen.

Praxisgemäss handelt es sich bei nachbarrechtlichen Situationen um das Gewähren eines Näherbaurechts, Fusswegrechts oder auch individueller Rechte oder Verpflichtungen. Die an Grundstücken, welche die Gegenstände des Grundbuches bilden, bestehenden oder zu bestellenden dinglichen Rechte und Rechtsverhältnisse werden im Grundbuch eingetragen. Dabei ist begrifflich von Eintragungen im engeren und im weiteren Sinn zu sprechen. Grundsätzlich kann im Grundbuch nur eingetragen werden, was im Gesetz abschliessend aufgezählt ist, und die inhaltliche Ausgestaltung unterliegt nicht vollumfänglich der Vertragsfreiheit. In erster Linie kommen dabei die dinglichen Rechte in Betracht, ausnahmsweise auch andere Rechte und Rechtsverhältnisse, damit sie ebenfalls von einem umfassenderen Schutz profitieren können. Gemäss Art. 958 ZGB sind Gegenstand von Eintragungen das Eigentum, die Dienstbarkeiten, die Grundlasten und die Pfandrechte. Sogenannte Vor- und Anmerkungen gelten als Eintragungen im weiteren Sinn.

EintragungEn im EngErEn Sinn EigEntum Eigentum kann als Allein- oder gemeinschaftliches Eigentum (Gesamt- oder Miteigentum) eingetragen werden. Insbesondere beim Stockwerkeigentum sind auf dem Hauptbuchblatt des Basisgrundstückes Angaben über die Wertquoten zu machen. DiEnstbarkEitEn (sErvitutE) unD grunDlastEn Eine Dienstbarkeit kann zum Vorteil eines anderen Grundstücks (Grunddienstbarkeit) oder einer Person (Personaldienstbarkeit) so belastet werden, dass sein Eigentümer sich bestimmte Eingriffe des Berechtigten gefallen lassen, also dulden muss oder in einer bestimmten Weise sein Eigentumsrecht nicht oder nur eingeschränkt ausüben darf resp. unterlassen muss. In der Regel werden Dienstbarkeiten gestützt auf einen schriftlichen oder öffentlich beurkundeten Dienstbarkeitsvertrag zur Eintragung ins Grundbuch angemeldet. Sodann 081

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RECHT Grundbuch

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wird im Hauptbuchblatt die Dienstbarkeit oder Grundlast mit Stichwörtern gekennzeichnet. Der vollständige Wortlaut wird im Kanton Zürich vom Grundbuchbeleg auf sogenannte Servitutprotokolle übertragen. Typische Beispiele solcher Dienstbarkeiten sind Fuss- und Fahrwegrechte, Nutzniessung, Wohnrecht, Baurecht. Bei der Grundlast gemäss Art. 782 ZGB wird der jeweilige Eigentümer eines Grundstücks zu einer Leistung an einen Berechtigten verpflichtet, für die er ausschliesslich mit dem Grundstück haftet. Den Eigentümer des belasteten Grundstücks trifft insofern eine positive Leistungspflicht, resp. das Grundstück wird mit dieser Pflicht belastet. Beispiel: Pflicht zum Unterhalt einer auf dem berechtigten Grundstück gelegenen Mauer. Der Vertrag zur Errichtung einer Grundlast braucht eine öffentliche Beurkundung und entsteht mit der Eintragung ins Grundbuch.

Auf die Verfügungsbeschränkungen soll an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden. Vorläufige Eintragungen werden mit Einwilligung des Eigentümers oder auf Anordnung des Richters vorgenommen, und zwar zur Sicherung behaupteter dinglicher Rechte, z. B. bei einem noch nicht im Grundbuch eingetragenen Eigentümer, denn dieser riskiert, seine Rechte gegenüber einem gutgläubigen Dritten, der das Grundstück erwirbt, zu verlieren. Anwendungsfall einer vorläufigen Eintragung ist auch das Bauhandwerkerpfandrecht. anmErkungEn Die Anmerkung als solches ist im ZGB nicht zusammenhängend geregelt. Anmerkungstatbestände sind in verschiedenen einzelnen Vorschriften des ZGB und der Grundbuchverordnung vorgesehen. Sie bezwecken die Kundbarmachung von privat- und öffentlich-rechtlichen Rechtsverhältnissen, die aber unabhängig von der Anmerkung Bestand haben. Die Vornahme einer Anmerkung hat also keine konstitutive Wirkung, und es besteht für sie kein öffentlicher Glaube (d.h., der gutgläubige Dritte kann sich auf den Grundbucheintrag verlassen). Ein eigentlicher Numerus clausus der Anmerkungstatbestände besteht nicht, vorausgesetzt wird eine rechtliche Grundlage im Bundes- oder kantonalen Recht. In der Praxis relevant könnten dabei die sogenannten prekaristischen Rechtsverhältnisse sein, die Rechte auf Zusehen hin, die im Grundbuch angemerkt werden können. § 28 der kantonalen Grundbuchverordnung sieht vor: „Gestattet ein Grundeigentümer den Fortbestand eines tatsächlichen Zustandes auf Zusehen hin (z.B. Näherbaute, Leitung), so kann dieses prekaristische Verhältnis im Grundbuch angemerkt werden, sofern ein gutgläubiger Dritter ohne diesen Hinweis auf ein dingliches Recht schliessen könnte.“ Gerade in diesem Zusammenhang sollten sich Hauseigentümer, wenn insbesondere unter Nachbarn sich die Frage nach einer Einräumung von gegenseitigen Rechten (und Pflichten) stellt, gut überlegen, ob solches auf einer rein privatrechtlichen Vereinbarung beruhen soll oder allenfalls in irgendeiner Weise im Grundbuch einzutragen sei. Weitergehende Beratung zu diesem Thema bieten die Notariate der Kantone, der HEV oder öffentliche wie auch private Rechtsdienste.

grunDpfanDrEchtE Diese können entweder als Grundpfandverschreibung, Schuldbrief (oder Gült) eingetragen werden. Gesetzliche Grundpfandrechte (solche, die auch gegen den Willen des Eigentümers entstehen können) können nur als Grundpfandverschreibung eingetragen werden. Das Bauhandwerkerpfandrecht ist beispielsweise ein solches. EinTRagUngEn iM wEiTEREn Sinn vormErkungEn Das ZGB kennt drei Gruppen von Vormerkungen: • Persönliche Rechte (Art. 959 ZGB) • Verfügungsbeschränkungen (Art. 960 ZGB) • Vorläufige Eintragungen ( Art. 961 ZGB) Die Vormerkungen im Gegensatz zu den Eintragungen im engeren Sinne schaffen kein dingliches Recht, wirken jedoch gegenüber jedem später am Grundstück erworbenen Recht, das heisst, sie müssen von demjenigen Dritten beachtet werden, welcher Eigentum, beschränkt dingliche oder vorgemerkte Rechte am entsprechenden Grundstück erwirbt. Wie aber auch bei den dinglichen Rechten gilt: Nur die im Gesetz ausdrücklich vorgesehenen Rechte und Rechtsverhältnisse können im Grundbuch vorgemerkt werden, und die Vormerkungsdauer ist für die einzelnen Rechte verschieden geregelt. Die vormerkbaren persönlichen Rechte sind somit abschliessend im Gesetz aufgezählt. In der Praxis relevant dürften vor allem etwa das Vorkaufsrecht sein: Wird nämlich ein solches lediglich obligatorisch (zwischen den Parteien) vereinbart, wirkt die Vorkaufsberechtigung nur gegenüber diesen Parteien. Gegenüber einem Dritterwerber bestehen keinerlei Verpflichtungen. Ein weiterer Anwendungsfall ist die Vormerkung des Mietvertrages. Wenn eine Liegenschaft verkauft wird, gehen die bestehenden Mietverträge auf den Erwerber über, und dieser hat ein ausserordentliches Kündigungsrecht bei dringendem Eigenbedarf. Die Vormerkung bewirkt, dass dieses Kündigungsrecht entfällt und der Erwerber die vertraglich vereinbarte Mietdauer einhalten muss. Eine Ausnahme besteht nur bei der Zwangsverwertung des Grundstücks.

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Kathrin Spühler, lic. iur., betreut die Rechtsberatung/Prozessführung des Hauseigentümerverbands Zürich (recht@hev-zuerich.ch).

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1 Das ästhetisch und technisch an­ spruchsvolle Downlight­System „Iodo“ von aRtemide : eine komfortable Lichtlösung nicht nur für Verkaufs­ und Ausstellungsbereiche. Gestalterisches Merkmal des filigranen Strahlers ist die rechteckige flache Scheibe von nur 80 x 180 mm mit integriertem Leuchtmittel. Die Scheibe ist durch ein Gelenk mit einer 3­Phasen­Strom­ schiene verbunden. Für eine optimale Platzierung des Lichts kann der Strah­ ler auf der Schiene bewegt sowie um 70 Grad geneigt und um 355 Grad gedreht werden. info@artemide.ch, www.artemide.ch 2 Eine Leuchte, 3 Einstellungen, 17 Farbstimmungen: „Poco System PAL+“ mit seinem tageslichtähnlichen Farbspektrum garantiert lückenlose Farberkennung. Die eingesetzten echt­ weiss LEDs kombinieren optimale Beleuchtung für höchste Ansprüche mit UV­ und wärmefreier (IR) Lichte­ mission. Mit einer Systemleistung von 29 Watt generiert „Poco System PAL+“ einen Nutzlichtstrom von 1500 Lumen. Seine quadratische, präzis be­ rechnete Optik ermöglicht eine ideale Lichtverteilung mit besten Entblen­ dungseigenschaften. ReGent info.bs@regent.ch, www.regent.ch 3 Die Leuchte „Delta“ setzt mit ihrer spannungsvollen Form flächige Licht­ akzente. Ihre dreiseitige, bauchige Kon­ tur lädt zum Gestalten von verschie­ densten Räumlichkeiten ein, erlaubt verspielte Anordnungen. Sie kann mit direktem Licht eine schuppige, dreidimensionale Lichtdecke bilden. licht+Raum

licht@lichtraum.ch www.lichtraum.ch

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SPEZIAL Leuchten

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innovatives led-licht Die Glühbirne ist tot, es leuchte die LED­Lampe. Seit dem 1. Septem­ ber 2010 ist der Schweiz ein Licht aufgegangen und der Verkauf von mattierten Glühbirnen und klaren Glühbirnen ab 75 Watt verboten. Die Zukunft gehört den Leuchtdioden (LED) aus Halbleiterkristallen. Die junge Fehraltorfer Firma Daylight bringt nun die effizientesten und schlauesten (Eigenbezeichnung des Jungunternehmens) LED­ Produkte auf den Schweizer Markt, Produkte, welche in der Schweiz entwickelt und gestaltet wurden. Thomas Alva Edison hat also doch recht gehabt. Der Erfinder der Glühbirne hat vor über 100 Jahren gesagt: „Wenn wir alles täten, wozu wir imstande sind, würden wir uns wahrscheinlich selber in Er­ staunen versetzen.“ Getreu diesem klugen Satz hat das Unternehmen Daylight die Ursprungsidee von Papa Glühbirne noch weiter optimiert und präsentieren voller Stolz LED­Leuchten, die lange halten, massiv weniger Schadstoffe produzieren – und sogar prächtig aussehen. Da macht es nicht nur Lust, das tolle Design aufzuhängen, sondern auch Spass. Mit dem Produkt „Uno“ hebt sich das Jungunternehmen klar von der Masse und den vielen austauschbaren Produkten im Markt ab. „Uno“ ist die einzige LED­Leuchte, die man dimmen kann und die weiter warmes Licht gibt. Sie ist zudem 100 Prozent rezyklierbar, quecksil­ ber­ und bleifrei und somit ohne jegliche Schadstoffe. Die Produkte von Daylight haben eine Betriebslebensdauer von mehr als 44‘000 Stunden, das sind 12 Jahre Lebensdauer bei normaler Verwendung. Die Leuchte „Uno“ wurde in der Schweiz entwickelt und gestaltet. Das zeitgemässe Design ist auch international aufgefallen, denn „Uno“ wurde kürzlich mit dem renommierten Red Dot Design Award 2010 ausgezeichnet!

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contact@daylights.ch, www.daylights.ch

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4 Auch bei den grosszügig dimen­ sionierten Pendelleuchten der Serie „Modul RXL“ nutzt nimBus die innovative Gestaltungsmöglichkeit mit Leuchtdioden: Mit gerade einmal acht Millimetern Höhe demonstrieren sämtliche Varianten, dass Designer bei LED­Leuchten in komplett neuen Di­ mensionen gestalten und formal bis an die Grenzen des Möglichen gehen kön­ nen: Das Licht strömt direkt aus matt satinierten Acryl­Diffusorscheiben und wird durch eine Vielzahl von Kegel­ senkungen gelenkt. Bei der grössten Version, „Modul R 460 XL“, befinden sich insgesamt 429 Kegelsenkungen auf 112 Zentimetern Durchmesser. info@first-collection.ch www.nimbus-group.com 5 „Componi“, das Beleuchtungs­ system, mit dem man das Licht verändern kann, ohne die Leuchte zu wechseln, wird durch eine neue Leuchte ergänzt. Zu der Wandausfüh­ rung, der Einbau­ und der Deckenaus­ führung kommt nun die Stehleuchte „Componi200 uno curva“ hinzu: eine vielseitige Leuchte, die den ganzen Raum oder auch nur einen begrenzten Bereich als Punktlicht beleuchten kann – dank der Vielzahl von Scheiben, Linsen und Ringen, die sich am Tragge­ stell aus Chrom oder satiniertem Nickel einfach von Hand austauschen und neu kombinieren lassen. cini&nils info@lux-vision.ch www.cinienils.com 6 „Honeycomb“ ist eine ausser­ gewöhnliche Pendelleuchte von luceplan. Markante, additive Formen und blendfreies Licht vereinen sich in dieser Deckenskulptur, die in unterschiedlichen Konfigurationen erhältlich ist. info@agenturarber.ch www.luceplan.com

7 Die Bedeutung von Licht nimmt im Ladenbau stetig zu. Inzwischen ist es im Einzelhandel zum Investitionsob­ jekt Nummer 1 geworden. LED­ Lösungen können das Einkaufserlebnis wesentlich beeinflussen. „StyliD“ von philips kombiniert ein einheitliches Leuchtendesign mit neuester LED­ Technologie und blendfreien Optiken mit unterschiedlichen Ausstrahlungs­ winkeln. Es gibt sie in drei Grössen und in Ausführungen zur Stromschie­ nen­ und Deckenmontage sowie als Einbaustrahler. lighting.ch@philips.com www.philips.ch 8 Die „Square“ LED­Flatlights setzen Massstäbe beim ressourcenscho­ nenden Umgang mit Energie. „Square“ eignet sich für viele Anwendungen und sorgt für eine angenehme, brillante Allgemeinbeleuchtung in Büro­ und Verwaltungsgebäuden oder im moder­ nen Wohnbereich. Dank dem hohen Schutzgrad (IP54) kann die Leuchte auch für Wellnesszonen oder im regengeschützten Aussenbereich ein­ gesetzt werden. „Square“ von RiBaG überzeugt nebst ihrer extrem langen Lebensdauer mit einfachem Handling und einer robusten Bauweise. info@ribag-licht.com www.ribag-licht.com 9 Die smaRteRion- Produktfamilie mit Funksteuerungen für LED­Produkte wird durch eine Einbaufunksteuerung erweitert. Farben auswählen und speichern, dimmen und schalten über berührungsempfindliche Sensoren machen die einfach gehaltene Steue­ rung zu einem vollwertigen Bedienfeld für RGB LED wie auch einfarbige LED­Produkte. Mittels integrierten Funksenders können einzelne oder mehrere Smarterion­Steuerboxen angesteuert werden. info@smarterion.ch www.smarterion.ch

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10 Niedervolt­Halogenlampen verfü­ gen über eine höhere Lichtausbeute als Glühlampen. Ihr brillantes Licht bleibt in Leistung und Lichtfarbe über die gesamte Lebensdauer konstant. Die Besonderheit der „Starpoint“­ Leuchten von eRco ist ihr mattiertes Glasgehäuse. Sein Schimmer ist mehr als ein dekorativer Effekt: Es strahlt einen kleinen Anteil des Lichtstroms diffus ab und erzeugt so neben dem brillanten Licht auf der horizontalen Fläche eine als angenehm empfun­ dene Grundhelligkeit. info.ch@erco.com, www.erco.com

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11 Das durch Originalität und Finesse inspirierte Design der iGuzzini ­ Leuchte „Primopiano“ spiegelt sich in schlichter quadratischer Linien­ führung wider, die den beleuchteten Raum in eine Art Filmset verwandelt. Eine Innovation, bei der Qualität und hervorragende Leistungen mit modernem Design und hochwertiger Ästhetik kombiniert werden. Diese Paarung überrascht und fügt sich selbstbewusst in unterschiedliche Anwendungsbereiche, insbesondere bei Verkaufsflächen und Museums­ bereichen ein. info@iguzzini.ch, www.iguzzini.ch 12 „Holm“ von noRdlux ist eine Pollerleuchte mit nordischem Charme, welche mit ihrer Einfachheit unver­ gleichliches leistet. Die feuerverzinkte Stahlleuchte ist vandalismussicher, blendfrei und zeitlos modern. Sie ist mit einseitiger oder zweiseitiger Ausleuchtung erhältlich. „Holm“ kann in allen RAL und NCS Farben geliefert werden. Bestückt wird sie mit 24­ Watt­TC­L­Sparlampen. Die Leuch­ ten eignen sich für den Einsatz bei Wohnüberbauungen, Einkaufszentren, Minigolfanlagen oder Parkanlagen. info@nordlux.ch, www.nordlux.ch 13 „Topix“ ist eine architektonische Wandleuchte, die es in drei Varianten gibt. Der Leuchtenkörper dreht sich vom Quer­ zum Hochformat und gibt so einen breiten oder schmalen Lichtkegel ab. Trotz der kompakten Di­ mensionen setzt „Topix“ ein markantes Zeichen, ohne jedoch aufdringlich zu wirken. delta liGht info@deltalight.ch, www.deltalight.ch

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Der neue iMac

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Drei Vorteile: 1. Edgar Wick als Projektentwickler. 2. Marcel Langenegger als Projektleiter. 3. Ein eingespieltes Team. Für die Zentrumsüberbauung «Trischliplatz» in Rorschach sind sie tonangebend. Fünf Gebäude mit Migrosmarkt und 54 Mietwohnungen im Minergie-Eco-Standard werden bis Herbst 2011 realisiert.

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SPEZIAL Fassaden

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Mehr als nur schöner schein von Fanny Andermatt (Redaktion)

Die Fassade ist mehr als das Gesicht eines Hauses. Sie schützt vor Klimaeinwirkungen, gewährleistet Sicherheit, regelt den Lichteinfall, hilft Energie sparen und dient der Kommunikation.

Die neue Kupfer-Aluminium-Legierung für die Fassadenbekleidung „Tecu Gold“ von kme mattiert schon bald nach der Verarbeitung am Objekt allmählich zu einer eindrucksvollen warmgoldenen Oberfläche, die auch ohne Glanz unmissverständlich an das wertvolle Edelmetall erinnert. info-ch@kme.com, www.kme.com

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1 Ein Material für alle Fassaden – selbst für das Dach wurde polierter Andeer-Granit verwendet. Die vorgehängte, hinterlüftete und mit Steinwolle isolierte Fassade besteht aus vier Zentimeter dicken Platten. Die Plattenformate reichen vom Standardmass 62,5 x 169 Zentimeter bis zu Sonderformaten mit einer Länge von 230 Zentimetern. Beim Dach wurden konkave und konvexe Sonderplatten verarbeitet. PRo nAtuRstein

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info@pronaturstein.ch www.pronaturstein.ch

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2 Die Elementfassade „CW 65-EF“ von ReynAeRs ermöglicht eine komplette Vorfertigung der Fassadenelemente in der Werkstatt. Trotz einer schmalen Ansichtsbreite von nur 65 Millimetern ist das schlanke Profil äusserst belastbar und kann für Maximalabmessungen von 1600 x 3700 Millimetern verwendet werden. Das System ist auch im Structural-GlazingDesign erhältlich. Die Verglasungen sind nur durch eine schmale Fuge von 16 Millimetern voneinander getrennt. Die Verglasung wird dabei direkt auf den vormontierten Rahmen geklebt, wodurch die Fabrikationszeit reduziert werden kann. info@reynaers.ch, www.reynaers.ch

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3 Die intensivfarbene, transluzent bis blickdichte Fiberglas-Fassadenplatte „skin 01f“ von swissFibeR kann sich mit einer Abmessung von 2400 x 4000 Millimetern über eine ganze Geschosshöhe erstrecken. Auf der Hinterlüftungslattung aus Holz erfolgt die Befestigung der Fassadenplatte mit korrosionsfreien Fassadenschrauben. Bei grossformatigen Platten ist besonders darauf zu achten, dass die Befestigung der Platten mit Fix- und Gleitpunkten erfolgt, damit die Wärmeausdehnung der Platten zwängungsfrei erfolgen kann. Bei sachgerechter Montage sind Fassaden aus Fiberglasplatten sehr dauerhaft und benötigen nur minimalen Unterhalt. info@swissfiber.com www.swissfiber.com

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SPEZIAL Fassaden

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4 Wenn ein Gebäude leicht und transparent wirken, aber dennoch nicht zu viel Einblick gewähren soll, bietet sich das aus leicht gekröpften Flachdrähten bestehende Gewebe „Largo-Plenus 2022“ an. Je nach Lichteinfall und Standort des Betrachters wirkt das Material transparent und gibt den Blick auf das Dahinterliegende frei oder verschliesst ihn. Drahtgewebe aus Edelstahl bieten eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten für Aussenfassaden, Mit dem grossen Spektrum unterschiedlicher Gewebetypen kann ein Gebäude optisch aufgewertet und individuell geprägt werden. gitteRRost dRAwAg

info@gd-metall.ch, www.gd-metall.ch 11

5 „VetroSol“ erfüllt seine Aufgabe als Sonnenschutzglas überzeugend: Aufheizende Sonnenenergie wird weitgehend abgewehrt, und dennoch erhellt viel natürliches Licht den Innenraum. Dabei bleibt das einfallende Licht weitgehend farbneutral. Während das Sonnenschutzglas im Sommer der Aufheizung der Räume durch unerwünschte Sonneneinstrahlung entgegenwirkt, hält es mit einem ausgezeichneten Ug-Wert im Winter die Wärme im Raum. FlAchglAs

info@flachglas.ch, www.flachglas.ch

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6 „Trespa Meteon“ ist eine grossformatige ebene Platte auf Basis thermohärtender Harze, homogen verstärkt mit Fasern auf Holzbasis, die unter hohem Druck und Temperatur verpresst werden. Dieses Fassadenmaterial von tResPA ist extrem witterungsbeständig: Sonne, Regen – inklusiv saurer Regen – oder Feuchtigkeit haben keinen signifikanten Effekt auf die Plattenoberfläche. infoexport@trespa.com www.trespa.com 7 Wer ein einzigartiges Fassadendekor wünscht, wird bei JAgo fündig: Die Gestaltung der Fassadenplatte „Max Exterior“ kann nach individuellem Entwurf erfolgen. Dabei büsst die Platte nichts von ihren hervorragenden Eigenschaften wie UV- und Lösemittelbeständigkeit, Frost- und Hitzeunempfindlichkeit, Grafitti-Sicherheit usw. ein. info@jago.ch, www.jago.ch

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8 tuchschmid realisierte einen Glaskubus, dessen Energiebedarf durch transluzide Solarpaneele gedeckt wird, die in die Fassade integriert sind. Die Solarfassade produziert mehr saubere, umweltfreundliche Energie, als für den Neubau benötigt wird. Mittels LED wird die Photovoltaik-Fassade nachts hinterleuchtet. info@tuchschmid.ch www.tuchschmid.ch 9 Die neuen, in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern entwickelten Fassadenplatten „Swisspor Lambda Plus“ von swissPoR weisen asymmetrisch angeordnete Entlastungsschlitze auf. Damit verfügen diese Hochleistungsdämmplatten über optimale Verarbeitungseigenschaften. info@swisspor.com www.swisspor.com 10 Bei Schräg- oder Segmentverglasungen sowie bei Fassaden mit erhöhten Anforderungen an die Wärmedämmung kommt „VISS TVS“ von JAnsen zur Anwendung. Die innen in einer Ebene liegenden Horizontalund Vertikaldichtungen schaffen eine geschlossene Dichtungsebene. Bei Vertikalfassaden erfolgt die Belüftung und Entwässerung des Glasfalzes feldweise, bei Schräg- und Dachverglasungen hingegen über die Sparrenfusspunkte. info@jansen.com, www.jansen.com 11 „FS1“ von 4b ist ein zukunftsweisendes Fassadensystem. Dieses moderne Pfosten-Riegel-System, auf Basis von Holz und Aluminium entwickelt, ist dank Elementbau schnell montiert. Transparenz durch grosse Fensterflächen und das beliebte Naturmaterial Holz bilden dabei die Basis für modernes Design. info@4b-fassaden.ch www.4b-fassaden.ch 12 Ob im Keller, an der Fassade oder im Dach: „Foamglas“ bildet einen perfekten Schutzmantel für die Gebäudesubstanz. Dieses Dämmmaterial ist äusserst resistent gegen sämtliche Witterungseinflüsse. Schlagregen wird auf der Oberfläche abgeleitet. Der Dämmstoff aus geschäumtem Glas nimmt keine Feuchtigkeit auf – die Konstruktion kann weder durchnässt noch von Wasser unterlaufen werden. PittsbuRgh

info@foamglas.ch www.foamglas.ch

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13 Dank dem Klinkerverbundsystem „Kelesto“ aus Polystyrol-Hartschaumstoff-Platten und den 14 Millimeter starken Klinkerriemchen zum Kleben können mit diesem Fassadensystem Sanierungen und Neubauten bis zu einer Gebäudehöhe von 20 Metern ausgeführt werden. Stürze, Fensterbänke und Dachrandabschlüsse können mittels herkömmlichen und vorgefertigten Elementen aus Glasfaserbeton in einfacher Weise ausgeführt werden. kelleR ziegeleien

info@keller-ziegeleien.ch www.keller-ziegeleien.ch

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14 Für bauphysikalisch anspruchsvolle Aufgaben entwickelte PAvAtex das Produkt „Pavadentro“. Diese im modernen Nassverfahren hergestellte Holzfaserdämmplatte besitzt eine hohe Speicherfähigkeit für Feuchte und kann Wasserdampf aus der Raumluft aufnehmen. Eine mineralische Funktionsschicht sorgt für eine kontrollierte Akkumulierung der Feuchte und deren Abgabe an das Raumklima. info@pavatex.ch, www.pavatex.ch 15 RAico hat für alle drei Systemvarianten des Fassadensystems „Therm+“ das Passivhaus-Zertifikat erhalten und kann nun Aluminium-, Stahl- und Holzfasaden nach Passivhauskriterien anbieten. Spezielles Zubehör wie Anschlussfolien und -paneele erleichtern die ganzheitliche Passivhaus-taugliche Ausführung. info@raico.ch, www.raico.ch 16 Die Firma sto bietet eine Vielzahl von Minergie-Modulen für Kompaktfassaden und hinterlüftete Fassaden an. Die zertifizierten Wandmodule sind Bauteilkonstruktionen, die den hohen Anforderungen von Minergie-Modulen gerecht werden. Bei den Modulen für hinterlüftete Fassaden kommt eine Auswahl an verschiedenen Unterkonstruktionen dazu. sto.ch@stoeu.com, www.stoag.ch 17 Zur Beschichtung aller mineralischen Untergründe wie Putz, Mauerwerk, Faserzement etc. sowie fester Altbeschichtungen eignet sich die Siliconharz-Fassadenfarbe „Sikkens Alphaloxan“ von Akzo nobel bestens. Die Beschichtung ist verseifungsbeständig, feuchtigkeitsregulierend, hoch wetterbeständig und regendicht. info.ch@akzonobel.com www.akzonobel.ch

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SPEZIAL Küchen und Küchengeräte

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keine wie die andere von Fanny Andermatt (Redaktion)

Dutzende von Küchengeräten, ein Gros an Materialien, Hunderte von Farben, Tausend Details: Wer heute eine Küche plant, benötigt einen guten Überblick über die aktuellen Trends. Unsere Auswahl hilft.

Mit dem neuen Küchenkonzept „Artesio“ geht PoggenPohl weit über die branchentypischen Einbauküchen hinaus und bietet vielmehr eine ganzheitliche Lösung, bei der Möbeldesign, Wand, Boden und Decke architektonisch miteinander verschmelzen. info@poggenpohl.ch, www.poggenpohl.ch

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1 Die Verwendung von Stahl als Grundmaterial für sämtliche Möbelbauteile verleiht den Küchen von FoRsteR eine Reihe praktischer und werterhaltender Eigenschaften: Durch die unterschiedliche Farbgebung und die Kombination des umfangreichen Sortiments lassen sich die Küchen sehr individuell gestalten. Die glatten Oberflächen sind reinigungsfreundlich. Dank der grifflosen Oberschränke und den einzigartigen Scharnieren benötigen Stahlküchen praktisch keine Wartung und sind zudem sehr langlebig. forster.kuechen@afg.ch www.forster-kuechen.ch 2 Die Küche „HT05“ im HightechDesign ist ein Beispiel dafür, dass sich traditionelles, vom Handwerk geprägtes Qualitätsverständnis und innovatives Design sehr gut ergänzen. Die Küchen von BRunneR Küchen sind massgefertigt und qualitativ hochwertig verarbeitet. Jede Küche ist somit ein individuelles Schmuckstück. info@brunner-kuechen.ch www.brunner-kuechen.ch

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3 Mit den neu entwickelten Nischenrückwandplatten hat FoRmex für die Küchenverarbeiter eine ideale Lösung. Dank der 1,0 mm dünnen HPL-Platte und dem wasserfesten Träger setzt der homogene Werkstoff in Bezug auf Formgebung und Gewicht neue Massstäbe. Die Verarbeitung erlaubt eine schnelle, saubere und einfache Montage. Alle diese Vorteile ebnen den Planern und Architekten neue Gestaltungsmöglichkeiten in der Küchenwelt. info@formex.ch, www.formex.ch

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SPEZIAL Küchen und Küchengeräte

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4 Jede „b3“-Küche von BulthAuP ist ein Unikat, ein Premium-Objekt durch und durch. Die Faszination dieser Küchenlinie besteht in der Vielfalt ihrer Lösungen bei grösstmöglicher Reduktion in der Gestaltung. Das Spektrum umfasst massive und filigrane Formen, schwebende Elemente ebenso wie bodenstehende Blöcke. Die Vielzahl zeitloser Oberflächen reicht von Edelstahl, Aluminium und Lack bis zu edlem Holz. So entstehen vielfältige Kombinationsmöglichkeiten, in denen sich eines stets perfekt zum anderen fügt. info.ch@bulthaup.com www.bulthaup.ch 5 In der Küche wird heute gewohnt und gelebt, geredet und gespielt. Mit den offenen Räumen steht nun auch das Design in einem neuen Licht: Eine moderne Küche soll den Stil ihrer Besitzer repräsentieren. Aus diesem Grund bietet AlPnAch noRm die drei verschiedenen Küchenstile „Modern“, „Klassisch“ und „Landhaus“ sowie eine breite Auswahl an Frontdekoren an. info@alpnachkuechen.ch www.alpnachkuechen.ch 6 intuo – unter diesem Namen präsentiert sich die neue Küchenmarke aus dem Haus ewe der Öffentlichkeit, die höchste Qualitäts- wie auch Designansprüche erfüllt. Die neu Küchenmarke definiert sich in diesem Sinne als Inspirationsquelle, die mit Persönlichkeit die Offenheit des Lebens in all seinen Facetten repräsentieren soll. Das Modell „P02-C“ aus hochwertigem Colorlack in Weiss mit einem in die Arbeitsplatte versenkbaren Dunstabzug steht stellvertretend für diese Philosophie. info@ewe-kuechen.ch, www.intuo-kitchen.com 7 Boots- und Küchenbau haben eine charakteristische Gemeinsamkeit: die Leidenschaft für hochwertige Qualität, präzise Verarbeitung und ausdrucksstarke Individualität. „Marecucina“ von Alno bindet Elemente wie Segel, Masten, Schiffsablagen, Nussbaumoberflächen und verchromte Dekoreinlagen stilvoll in ihre Gestaltung ein. Abgerundete Formen von Unterschränken und Arbeitsplatten erinnern an eine elegante Boots-Pantry und schlagen eine Brücke zwischen Urlaub und Alltag. Serienmässig lieferbar ab 2011. mail@alno.ch, www.alno.ch

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8 Glas und Glanz, plane Flächen und Symmetrie prägen diese ästhetisch hochwertige, gradlinige Küche. Die klassische L-Form bietet viel Abstell-, Arbeitsfläche und Stauraum. Die Griffmulden betonen die horizontale Ausrichtung. Einen wichtigen Beitrag leistet die Beleuchtung. Zum Arbeiten hell und schattenlos – zum Wohlfühlen dezent und mit dem Tageslicht spielend. sAnitAs tRoesch

sanitastroesch@sanitastroesch.ch www.sanitastroesch.ch 9 Aussen top, innen flop? Nicht bei den Küchen von PiAtti. Dank den Besteckeinsätzen, welche mit sämtlichen Schubladengenerationen von PiAtti ab 1997 kompatibel sind, herrscht immer Ordnung. Drei Ausführungen stehen zur Auswahl: Die günstige Kunststoffvariante ist dank der gerundeten Ecken einfach zu reinigen. Das System aus Metall lässt sich entsprechend den eigenen Vorlieben individuell zusammensetzen, genauso wie die edelste Variant aus Holz. info@piatti.ch, www.piatti.ch

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Gewinner desiGn Lab 2010

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Der Electrolux Design Lab 2010 stellte Industriedesign-Studenten die Aufgabe, Haushaltsgeräte zu entwerfen, die den enger werdenden räumlichen Gegebenheiten gerecht werden, in denen Menschen Lebensmittel zubereiten und aufbewahren, Wäsche waschen und Geschirr spülen werden. Die Geräte sollten umweltfreundlich und im Hinblick auf Zeit und Raum flexibel sein und eine individuelle Anpassung ermöglichen. Gewinner ist Peter Alwin, Student am National Institute of Design in Indien. Sein Entwurf „The Snail“ ist ein tragbares Erhitzungs- und Kochgerät, das auf der Basis magnetischer Induktionsprozesse funktioniert. „The Snail“ begeistert durch Abmessungen und Vielseitigkeit: Es kann direkt an Töpfe, Pfannen, Tassen etc. angesetzt werden, um deren Inhalt zu erhitzen. Dies spart nicht nur den für die traditionelle Zubereitung von Speisen benötigten Raum, sondern macht den Vorgang zudem mobil. www.electrolux.com/designlab

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10 Die warme und edle Ausstrahlung der lackierten Holzoberflächen steht beim neuen Küchenmodell „Natura“ von AllmilmÖ in spannungsvollem Kontrast zum kühlen, edelstahl-farbigen Umfeld. Die Fronten sind in Echtholzfurnier mit horizontalem, durchgehendem Maserungsverlauf. Die Maserung ist fühlbar und weist eine ausgeprägte, reliefartige Struktur auf. Die Oberflächen, in Bicolor lackiert, sind in den Vertiefungen schwarz oder weiss zu der dominierenden Grundfarbe abgesetzt. Die Arbeitsplatten wie auch die Wangen- und Abdeckplatten sind aus 13 Millimeter dünnem Edelstahl gefertigt. gieseck@allmilmoe.de www.allmilmoe.ch 11 concePt kennt keine Grenzen im Design von Dunstabzughauben, wie der Wandlüfter „Manta“ mit SoftTouch-Steuerung beweist. Vollendete Formen mit innovativer Technik und Funktionalität lassen die Küche in neuem Licht erscheinen. Selbst ungewöhnliche, individuelle Wünsche werden realisiert und lassen die Küche ein Stück Traum werden. info@conceptswiss.ch www.conseptswiss.ch 12 Das symmetrische Erscheinungsbild und die moderne Formsprache der neuen Spüle „Mythos“ von FRAnKe setzen in der Küche neue Massstäbe. Grosse Arbeitsbecken mit engen Radien unterstreichen das moderne Design. Die tiefe, abgesenkte Abtropffläche ist äusserst funktional. Eine hohe Materialstärke widerspiegelt die Wertigkeit des Produkts. All diese Pluspunkte zeichnen die neue Spüle aus. Dank dem neuen Herstellungsverfahren ist es auch gelungen, die lästigen Schmutzfugen rund um das Ventil auf dem Beckenboden zu beseitigen. ks-info.ch@franke.com www.franke.com

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13 Mit der Designlinie „DA 7000“ stellt miele zwei neue Dunstabzugshauben vor, die ausschliesslich für den Umluftbetrieb entwickelt wurden. Die einzigartige Form und die sehr gute Absorbierung von unangenehmen Gerüchen zählen zu den besonderen Eigenschaften. Zudem kommen die Geräte ohne den sonst typischen Kamin aus, was den einzigartigen Charakter dieser Dunstabzugshauben unterstreicht. info@miele.ch, www.miele.ch 14 Bosch beweist einmal mehr seine Einbaukompetenz und treibt die Flexibilisierung und Individualisierung der Küche voran: Der neue „Active Water Smart Modular“-Geschirrspüler eröffnet sowohl funktional als auch ästhetisch neue Dimensionen. Die Modularspüler verbinden konsequent nachhaltige Spitzentechnologie und modernste Komfortfunktionen mit einer Anpassungsfähigkeit, die nahezu jedes Platz- und Ergonomieproblem löst. ch-info.hausgeraete@bshg.com www.bosch-home.com

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15 Mit einer Dunstabzugshaube von wesco macht professionelles Kochen

besonders viel Spass. Das neue Hightech-Modell „Quadro 11“ richtet sich gezielt an anspruchsvolle Köchinnen und Köche mit hohen Anforderungen an eine Dunstabzugshaube mit besonders effizienter Absaugung. Die Labyrinthfilter scheiden effizient Fett ab und lassen sich einfach reinigen. Dank ihrer speziellen Geometrie sorgen sie für eine gleichmässige Absaugung über die gesamte Haubenbreite. info@wesco.ch, www.wesco.ch 15

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16 Die Geräte der „Kosmos“-Designlinie sind durch das Touch-ControlBedienfeld sehr benutzerfreundlich. Über das Klartext-Display „P0roCook“ können die verschiedenen Funktionen der Geräte durch leichtes Antippen ausgewählt werden. Ein besonderes Highlight dieser Designlinie ist der integrierte Handgriff, der in die Gerätetür eingelassen ist. BAuKnecht

info@bauknecht.ch www.bauknecht.ch

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MODULØR Produkte

SPEZIAL Küchen und Küchengeräte

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17 Für Menschen mit einem erheblichen Bedarf an Kühl- und Gefrierraum bietet electRolux nun ein im wörtlichen Sinne cooles Schmuckstück an: Das „Food Center“ der Energieeffizienzklasse A+ besticht optisch durch seine Edelstahlfront und den eleganten Stangengriffen, beeindruckt aber gleichzeitig durch sein Platzangebot. Das Fassungsvermögen beträgt 555 Liter, wovon 343 Liter aufs Kühlen und 212 Liter aufs Gefrieren entfallen. info@electrolux.ch www.electrolux.ch 18 Mit dem „discControl“ von siemens ist die Bedienung des

Kochfeldes im 21. Jahrhundert angekommen. Die Steuerung der Kochzonen über die glatten magnetischen Scheiben funktioniert wie bei einem MP3-Player: Der Finger berührt sie leicht und dreht diese bis zur gewünschten Einstellung. Ist sie erreicht, spürt man ein leichtes Einrasten. Diese haptische Rückmeldung schenkt Koch und Köchin das sichere Gefühl, alles im Griff zu haben – wie beim traditionellen Drehknebel, jedoch bei deutlich höherem Bedienkomfort. ch-info.hausgeraete@bshg.com www.siemens-home.com

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19 Mit dem neuen „Combi-Steam SL“ von v-zug kochen wie ein Profi: Im Programm Gourmetdämpfen sind mehrere Dutzend Rezepte von Spitzenköchen fix programmiert. Rezept auswählen, entsprechenden Knopf drücken, und schon macht das Gerät genau dasselbe wie der Kochstar in seiner Küche. Auch bei Eigenkreationen ist dank der neuen Garautomatik keine manuelle Eingabe von Dauer, Temperatur, Betriebsart und Gewicht mehr notwendig. info@vzug.ch, www.vzug.ch 20 Moderne Unterhaltungselektronik, Telekommunikations- und Computertechnik der Apple-Kultprodukte iPhone und iPod Touch kombiniert mit der modernen Kühl-Gefrier-Kombination von goRenje in trendigem Schwarz setzt neue Akzente in der Wohnkultur. Das edle, tiefschwarze Standgerät in bombierter Form ist mit einer Einstufung in die Energieeffizienzklasse A+ äusserst sparsam im Verbrauch. info@sibir.ch www.sibirgroup.ch

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Grosslamellen-Sonnenschutz erweitert das architektonische Vokabular Schenker Storen, die Nummer 1 im Schweizer Sonnen- und Wetterschutz-Markt, führt neu auch Grosslamellen im Angebot. Grosslamellen bieten nicht nur Schutz vor Sonne und Wetter sondern eignen sich zugleich als markantes und

Verschiedene Lamellenformen in unterschiedlichs-

robustes Element der Fassadengestaltung.

ten Materialien: Holz, Aluminium, Glas oder Textil.

Dank den vielfältigen Formen, unterschiedlichen Antriebskonzepten und verschiedensten Materialien bieten Grosslamellen fast unendliche Gestaltungsmöglichkeiten und passen sich hervorragend der Fassadenarchitektur und den individuellen Wünschen an. Einzig die Gesetze der Physik setzen die Grenzen. Ob horizontal oder vertikal montiert, Grosslamellen von

Fest montierte Grosslamellen verbinden unter-

Schenker Storen machen den Sonnenschutz am

schiedliche Fassadenelemente zu einem Ganzen

Das Pergolasystem mit den wasserführenden

Bau zur ästhetischen Formensprache.

und sind gleichzeitig ein eleganter Sonnenschutz.

Speziallamellen kann komplett geöffnet werden.

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Design: Alberto Basaglia – Natalia Rota Nodari

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MODULØR Produkte

TOOLBOX

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Mehr sicherheit, Mehr koMfort

Der neue „s162“

seekiefer von roser

Erst hinausschauen, dann hereinlassen: Zum gehobenen Wohnkomfort gehört heute eine Türsprechanlage, immer öfter sogar die Videoüberwachung des Eingangs. Die dazu nötigen Geräte müssen keine Fremdkörper in der Wohnung sein. Im Gegenteil: Moderne Innenstationen haben sich vom technischen Gebrauchsartikel zum hochwertigen Einrichtungsgegenstand entwickelt, der viel mehr kann, als nur die Tür zu öffnen. Individualdesign macht es möglich: Hersteller siedle hat seine Sprechstellen so konstruiert, dass sie kundenspezifisch gestaltet werden können.

Komfortabel, stapelbar, einfach, schnell und sicher verkettbar, robust und einfach zu pflegen – so präsentiert sich auch das neue Modell „S 162“ von thonet. Alle Stühle aus der S-Linie erfüllen die Anforderungen an eine Massenbestuhlung im öffentlichen Raum mit Perfektion. Kollegplatte, Platz- und Reihennummer ergänzen die auch formal attraktiven, einladend gestalteten Modelle.

Das Architekturbüro Buchner Bründler hat die bestehende Jugendherberge im geschichtsträchtigen Basler St.-Alban-Tal individuell und mit vielen kreativen Elementen um- und ausgebaut. Die Firma roser hat sowohl in der Projektphase wie bei der Umsetzung zum guten Gelingen beitragen können. Die Architekten haben die lebhaften Sperrholzplatten aus Seekiefer mit ihrer gut sichtbaren Holzstruktur und das eher ruhige, warmtonige Eichenfurnier für die Zimmertüren ausgewählt. Dabei konnten sie aus einem grossen Angebot an Platten und Furniertypen die passenden Kombinationen aussuchen.

info@siedle.ch, www.siedle.ch

info@roser-swiss.com, www.roser-swiss.com

info@seleform.ch www.thonet.de

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parallel verschiebbar Mehr Gestaltungsvielfalt, mehr Flexibilität: Der Marktführer für Glas-Faltwände erweitert sein Produktportfolio für die senkrechte Verglasung seiner Glashäuser um ein Ganzglas-Schiebesystem. Anders als bei den solarlux -Glas-Faltwänden und Schiebe-Dreh-Systemen werden bei dem neuen System „SL 20“ die Glasflügel nicht zusammengefaltet und seitlich geparkt, sondern in 2-, 3- oder 4-spurigen Lauf- und Führungsschienen parallel verschoben. Die Anwendungsbereiche des neuen Schiebe-Systems umfassen den Einsatz im Glashaus, die Verglasung von Balkonen und Loggien als flexibler Wind- und Wetterschutz bei Terrassendächern, oder als transparenter Raumteiler. solarlux@solarlux.ch , www.solarlux.ch

Der Vorsprung von heute für die Standards von morgen 4B Fassaden AG ist Marktleader für Fassaden in der Kombination mit Holz-Aluminium Fenstern und Holz-Aluminium- / Aluminium Pfostenriegel Systemen. Die Lösungen sind architektonisch sowie technisch hochwertig und erfüllen höchste ökologische und ökonomische Anforderungen. Sie werden in Verwaltungs- oder Wohngebäuden eingesetzt – sowohl bei Neubauten als auch bei Renovationen. Die im Hause 4B entwickelten Fassadensysteme erfüllen die hohen Standards für Minergie®, MinergieP® oder Minergie-Eco®.

4B Fassaden AG an der Ron 7 CH-6281 Hochdorf

Tel 041 914 57 57 Fax 041 914 57 00 www.4-b.ch

Sichtbar weiter 106-114_Mod_TBProdukte_0710.indd 107

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MODULØR Produkte

TOOLBOX

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autoMatisch beschatten

guter grunD

sanDwichplatte

Jetzt gibt es eine Lösung gegen überhitzte Wintergärten und einen Windschutz für Lamellenstoren. Neu im Sortiment von schenker, der Nummer 1 im Schweizer Sonnen- und Wetterschutzmarkt: Die beiden Storensteuerungen „SE 100 Control“ und „SE 100 Touch“ bieten dem Eigenheimbesitzer ein kompaktes Steuergerät in der Grösse einer herkömmlichen Unterputz-Schalterdose. Ein an der Fassade montierter Sensor erfasst konstant Sonneneinstrahlung und Windgeschwindigkeit. Bei Über- beziehungsweise Unterschreitung der definierten Grenzwerte wird die angeschlossene Storengruppe aus- oder eingefahren.

„Corale“ von danskina ist ein hochfloriger getufteter Teppich, der den Raum eingehend prägt. Nicht nur optisch, auch akustisch verbessert sich die Raumqualität. Die Feinstaubbelastung nimmt ebenfalls markant ab, da Teppiche zur Lufthygiene beitragen und Staubpartikel binden. „Corale“ besteht aus 100 Prozent reiner Schurwolle, schafft ein angenehmes Gehgefühl und wertet den Raum durch sein einzigartiges Dessin und die dezenten Farben auf. Hersteller von „Corale“ und weiteren aussergewöhnlichen Teppichkreationen ist danskina, der niederländische Spezialist für hochwertige Designteppiche.

das konzept präsentiert „Ondalunga“. Der neue Entwurf ist noch einmal reduzierter in Konstruktion und Design. Der Tisch ist universell einsetzbar und eignet sich sowohl als Ess-, Arbeits- und Konferenztisch. Aluminiumprofile, mit zwei Trägerplatten zu einem äusserst stabilen Sandwich verarbeitet, führen zu selbsttragenden, bis zu fünf Meter langen Tischplatten.

info@purissima.ch, www.danskina.nl

info@daskonzept.ch www.daskonzept.ch

schenker@storen.ch, www.storen.ch

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Fassaden aus Fiberglas

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koMfort verbessern verbrauch MinDern Qualitätssicherung in der Sanierung von Wohnbauten macht sich bezahlt: systematische Lufterneuerung, Wassererwärmung und Bauschadenfreiheit − mit dem Einrohr-Lüftungssystem. Für Lüftungsanlagen mit getrennter Zu- und Abluftführung sind die baulichen Voraussetzungen meist nicht gegeben. Lösungen mit heruntergehängten Decken sind immens teuer und schränken die Raumwirkung ein. Hier bietet das „Limodor“- Einrohr-Lüftungssystem eine überraschend einfache und überzeugende Variante für Minergie-Sanierungen. Die Abluft aus den Wohnungen strömt über Ventilatoren in den Nasszellen und über den vertikalen Abluftkanal zur Wärmepumpe im Keller.

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repräsentativer sitz

aM anfang war Das feuer...

Ein Stuhl, auf den viele Architekten gewartet haben. Der „Lamina“ ist filigran und eigenständig zugleich. Die perfekt modellierte Sitzschale gibts wahlweise in Buche, Eiche, amerikanischem Nussbaum oder exklusiv in der gepolsterten Variante. Ganz egal, ob als Armlehnstuhl oder Drehstuhl, „Lamina“ überzeugt in jeder Ausführung: Zentralfuss mit 4 Auslegern, drehbar mit Aludruckgussfuss, dreidimensional verformte Sperrholzschale mit Edelholzoberfläche oder Polster, auf Wunsch mit Armlehne aus Aludruckguss. dietiker

Zeitlos ästhetisch, unkompliziert in der Handhabung: „Terza“ ist das neue Premium-Cheminée von ruegg. Es verzichtet auf alle sichtbaren Elemente, die vom Zauber des Moments ablenken. Alle wichtigen technischen Funktionen wurden in die ausschwenkbare Scheibetür integriert. Und die hochwertige, rahmenlose Glaskeramikscheibe lässt sich bequem vom Sofa aus per Fernbedienung öffnen und schliessen. Stilsichere Romantik auf hohem Niveau für eine zeitgemässe Architektur.

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Designer Kollektionen für das Badezimmer.

Philippe Starck

Antonio Citterio

Jean-Marie Massaud

Patricia Urquiola

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Weitere Informationen unter www.axor.ch oder www.axor-design.com. Fragen beantworten wir gerne via info @ axor.ch oder 056 416 26 26.

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TOOLBOX

MODULØR Produkte

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zentrales steuerungssysteM

für freistehenDe wannen

knotenpunkt

Mehr Komfort, mehr Wirtschaftlichkeit, mehr Sicherheit. Mit intelligenter Gebäudetechnik von feller wird Architektur schön und schlau: Zentrale Steuerung der Haustechnik, zeitabhängige Temperaturregelung, automatische Lichtsteuerung, schlüsselloser Zugang ins Haus und vieles mehr. Die Bedienung der Gebäudefunktionen mit dem „Touch-Panel 7“ ist komfortabel einfach und flexibel: Licht, Storen, Heizung, Klima- und Lüftung, abrufen von Szenen, Anwesenheitssimulation und vieles mehr. Mit dem Gebäude-Automationssystem KNX von feller hat man alle Anwendungen einfach und flexibel im Griff. Wenn gewünscht, sogar aus der Ferne übers Internet.

Für die individuelle Badarchitektur entwickelte vola im 2007 die freistehende Wannenarmatur „FS1“. Im selben Jahr wurde diese mit dem Good Design Award des Chicagoer Athenaeum Museum of Design and Architecture ausgezeichnet. Nebst der geometrischen Form ist die freistehende Armatur neu auch mit elegantem Rundbogenauslauf erhältlich. Die Erweiterung des vola-Programms um den „FS5“ ist das Ergebnis intensiver Kundenwünsche nach Individualisierung von Produkten. Elegant in der Form und filigran im Detail verleiht der „FS5“ jedem Bad eine aussergewöhnliche Transparenz und Leichtigkeit bei perfekter Funktion. vola – die Designikone für den Lebensraum Bad.

Das Herzstück der Kollektion „X2“ von mobimex ist der raffinierte Verbindungsknoten in Stahlguss. Dieser prägt die Formensprache und Ästhetik der gesamten Kollektion. Architekt Dante Bonuccelli wollte damit ingeniöse Raffinesse und Technik mit handwerklich perfekter Holzverarbeitung verbinden. Mit dem zusätzlichen Verbindungsknoten können nun auch grössere Einzeltische realisiert werden. Dieser Knoten bildet das Verbindungselement vom Fuss- zum Tischausleger und schiesst an die horizontale Verbindungsstrebe in Stahl. Damit lassen sich die Fusspositionen freier bestimmen, und es können auch Tische in grossen Breiten und aussergewöhnlichen Dimensionen realisiert werden.

info@feller.ch, www.feller.ch

info@vola.ch, www.vola.ch

info@mobimex.ch, www.mobimex.ch

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Inserat Modulor: 71x260 randabfallend 1/3 CMYK, Ausgabe 27.10 2010

16. Herbstseminar

Wege zum Plusenergiehaus

ARCHITEKTUR EFFIZIENT UMGESETZT

• Grundlagen, Definitionen • Forschung und entwicklung • Internationale Tendenzen Fachseminar: bau- und energiefachleute Datum Donnerstag, 11. November 2010 Zeit 08.30 bis 17.00 Uhr ort BEA bern expo, Bern es referieren: Dr. bruno oberle, Direktor BAFU, Bern Dr. erika meins, Center for Corporate Responsibility and Sustainability, CCRS, Universität Zürich reto P. miloni, Dipl. Arch. ETH, Lichtplanung und Architektur, Wettingen Prof. Dr.-Ing. Karsten voss, Bergische Universität, Wuppertal DE Prof. Dr. Hansjürg Leibundgut, ETH Zürich, Institut für Techn. in der Architektur, Zürich Ueli Schäfer, Dipl. Architekt BSA/SIA, Binz Urs Peter menti, HSL, Horw Urs Wolfer, Bereichsleiter Solarenergie, BFE, Bern Josef Huber, eWin AG & ThermoShield GmbH, Rupperswil Dr. Arno Schlüter, ETH Zürich, Institut für Technologie in der Architektur (ITA), Zürich Dr. ruedi Kriesi, Vizepräsident MINERGIE, Zürich Sonja Geier, AEE – Institut für Nachhaltige Technologien, Gleisdorf AT Prof. Dipl. Ing. mathias Wambsganss, Hochschule Rosenheim, Rosenheim DE Kosten: CHF 360.– Anmeldeschluss: 31. Oktober 2010 online-Anmeldung: www.hausbaumesse.ch veranstalter/Kontakt: Focus Events AG, CH-2504 Biel Tel. +41 32 344 03 16, Fax +41 32 344 02 91 manuela.naef@bfh.ch

Renggli ist der Partner für energieeffiziente Holzbauprojekte. Wir realisieren Ihre Architektur idee inklusive Machbarkeit, Statikkonzept, Vorprüfung Minergie/ Minergie-P, Vordimensionierung, Kos tenermittlung und Ausführung. Von Profi zu Profi.

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11.–14. November 2010 BEA bern expo, Bern www.hausbaumesse.ch

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MODULØR Produkte

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perfekt gesteuert

sensortechnologie

zeitgeMässe zeiterfassung

Mit der „Meteolis RTS“ von somfy lassen sich Aussen- sowie Innensonnenschutzanlagen, Fenster, Schiebedächer und Lüftung zentral ansteuern. Zusätzlich können Bewegungsmelder angeschlossen und beispielsweise mit einer Alarmanlage oder Aussenbeleuchtung gekoppelt werden, um den Einbruchschutz zu verbessern. Die Wetterstation ermittelt Wetterdaten wie Aussentemperatur, Sonneneinstrahlung, Dämmerung, Windstärke und Niederschlag, ein Innenraumsensor stellt Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit im Inneren des Wintergartens fest. Gleichzeitig ist eine zeitabhängige Steuerung möglich.

Als Neuheit stellt kwc die auf halbautomatischer Sensortechnologie basierende Armaturenlinie „USO“ vor: die Armatur für den öffentlichen Bereich dringt mit schlankem Design nun auch in die private Küche (und das Bad) vor: Hygiene – schön verpackt.

Das neue Zeiterfassungsterminal „B-web 9340“ kaba von besticht durch das moderne Design, die einfache Bedienung und durch eine einfache Installation. Dank seiner modularen Funktionalität ist das Terminal äusserst anwenderfreundlich: Der Kunde bestimmt, ob und wann er weitergehende Funktionen zur Benutzung lizenzieren lassen will. kaba präsentiert mit dem „Terminal B-web 93“ ein innovatives Zeiterfassungessystem. Ein Klick und alle Funktionen können online freigeschaltet werden.

info@kwc.ch, www.kwc.ch

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Visit Emilio Stecher AG

MODULØR Service

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in stein geMeisseLt Seit 66 Jahren bürgt der Name Emilio Stecher für höchste Qualität in der Natursteinverarbeitung. Er verbindet das traditionelle Handwerk mit modernster Technologie und Leidenschaft für Steine. 1944 realisierte der aus dem Bündnerland stammende Emilio Stecher I. seine Vision, als gelernter Steinmetz selbstständig zu werden. Inzwischen hat sich der traditionelle Handwerksbetrieb zu einem der bedeutendsten Natursteinwerke der Schweiz entwickelt. Naturstein ist zeitlos schön und erfüllt alle Voraussetzungen für einen langen Bestand. Der Abbau von Naturstein hat immer auch etwas mit natürlichen Ressourcen zu tun. Die Emilio Stecher AG beschafft jeden Stein auf dieser Welt, aber nicht um jeden Preis; schlussendlich soll das fertige Produkt seinen Zweck erfüllen und Freude bereiten, aber auch bezahlbar sein. In- und ausländische Spezialitäten sind zugleich Raritäten, die dem Kunden in handverlesener Auswahl angeboten werden: zum Beispiel edle Tessinergneise (Onsernone, Iragna, Cresciano), portugiesischer Rosa marmor und der rare Quarzit Verde Spluga. Noch immer betreibt Emilio Stecher hoch oben

am Rooterberg den letzten Sandsteinbruch der Innerschweiz. Das über 60 Meter lange Lagerhaus, wo rund 400 NatursteinProdukte auf Paletten lagern, bietet einen Einblick in die geologische Geschichte unseres Planeten. In der Ausstellung und auf dem Vorplatz präsentierten sich Naturstein-Bodenbeläge für den Innen- und Aussenbereich. Damit die riesige Auswahl an Natursteinsorten ab Lager rechtzeitig lieferbar ist – aus dem firmeneigenen Sandsteinbruch am Rooterberg, aus den Bündner Bergen, dem Tessin oder aus fernen Ländern – hat Emilio Stecher ein eingespieltes Netzwerk mit Vertrauenspersonen rund um den Globus und effizienten Transportpartnern aufgebaut. hoher arbeitsaufwand Ein Rundgang durch die Produktionsanlagen, Lager- und Ausstellungsräume der Emilio Stecher AG in Root bietet einen Einblick in die enorme Arbeit, die hinter wunderschönen Natursteinprodukten wie Granitabdeckungen für Küchen, Lavabos, Duschtassen für Bäder, Cheminées, Ofenanlagen, Boden- und

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Faszination Naturstein: Nicht nur der Stein selbst, auch die Oberflächenbehandlung geben dem Material seine eigenständige und jeweils individuelle Optik.

Hinterleuchteter Naturstein wird immer beliebter, vor allem in Bars und Restaurants, aber auch in Empfangsräumen von Banken, Hotels und sogar Museen.

Wandbelägen für innen und aussen sowie Tischen und Säulen aus Marmor und Granit steckt. Neben der natürlichen Farbe und Struktur des Natursteins ist die Fertigung auf Mass und insbesondere die Oberflächenbearbeitung entscheidend. Es ist faszinierend, wie im Steinbruch nach dem Abbau ein roher Steinblock von zehn Tonnen, dessen innere Schönheit man noch lange nicht erahnt, mit diamantbestückten Stahlseilen oder Fräseblättern zersägt wird, anschliessend die Platten geschliffen und auf Hochglanz poliert werden. Technischer Höhepunkt ist das CNC-Wasserschneidesystem im Hause Emilio Stecher, welches mittels Wasserstrahl und Druck von 4130 bar Marmor und Granit bis zu einer Dicke von 12 Zentimetern schneidet. Mit modernsten Maschinen und motivierten Mitarbeitenden wird zer tifizierte Qualität und höchste Sorgfalt garantiert. Um noch so hohe Kundenanforderungen zu erfüllen, gewährleistet das Unternehmen zertifizierte Qualität nach ISO 9001.

werden nicht selten durch den Einkauf von bereits fehlerhaftem Rohmaterial und einer Weiterbearbeitung, die nicht einmal die handwerklichen und ethischen Minimalanforderungen erfüllt, finanzierbar gemacht. Was als traditioneller Handwerksbetrieb begann, hat sich bis heute zu einem der schweizweit bedeutendsten Natursteinwerke entwickelt. Die aus der damaligen Einzelfirma entstandene Emilio Stecher AG wird heute als Familiengesellschaft in der dritten Generation durch Emilio Stecher III. geführt. Es wäre wünschenswert, dass seine Söhne Emilio IV. und Elio, heute 17 und 14 Jahre alt, die Familientradition weiterführen.

tradition und höchste ansprüche Tradition ist für das Unternehmen Stecher eine Selbstverständlichkeit, denn Natursteine sind der Inbegriff von Beständigkeit. Die Dauerhaftigkeit und Qualität des Materials hängen stark von der Auswahl der Rohblöcke und deren Weiterbearbeitung ab. Deshalb ist ein billiges Angebot nicht auch wirklich ein günstiges Angebot. Insbesondere das Medium Internet wird in vielen Fällen für schnelle Geschäfte mit grossem Profit missbraucht. Oft liegt die Handelsspanne von Billiganbietern weit über der eines seriösen Fachhandels. Diese vermeintlichen Schnäppchen

Die Emilio Stecher AG wurde 1940 von Emilio Stecher I. gegründet. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 55 Mitarbeiter und wird von Emilio III. geleitet. Neben internationalen Produkten bearbeitet und vertreibt das Unternehmen vornehmlich Schweizer Natursteine. Emilio Stecher AG, Werkstrasse 15, CH-6037 Root/ LU natursteine@stecher.ch, www.stecher.ch

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TaLk Mark Helfenstein, Haworth

MODULØR Service

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Mobiliar von Haworth unterstützt arbeitende Menschen optimal, sei es im Einzelbüro, Gruppenbüro oder bei Meetings und Konferenzen.

iM GespRäch MiT MaRk heLfensTein, hawORTh von Gerald Brandstätter

Haworth ist einer der weltweit führenden Hersteller von Büromöbelsystemen. Über Nachhaltigkeit, die Produktion in der Schweiz und die Rolle des Designs gibt Mark Helfenstein Auskunft.

Sehr geehrter Herr Helfenstein, was bietet das Unternehmen Haworth Schweiz AG seinen Kunden? Haworth-Bürolösungen haben Charakter. Sie integrieren sich optimal in bestehende Umgebungen, sind äusserst flexibel für Veränderungen und genügen höchsten Standards bezüglich Nachhaltigkeit. Worin unterscheidet sich Haworth von anderen Herstellern aus der Büromöbelbranche? Wir verstehen uns nicht einfach als Hersteller und Lieferant von schönen Büromöbeln. Haworth will die Kundenbedürfnisse umfassend verstehen und dem Kunden eine Bürolösung anbieten, welche alle relevanten Faktoren einbezieht. Dank

unserer breiten Produktpalette mit den Eigenmarken Haworth, Elan, Comforto, Castelli und Art.Collection können wir eine Lösung mit optimal aufeinander abgestimmten Produkten anbieten. Welche Rolle spielt das Produktdesign für Ihre Kunden? Wir stellen ein zunehmendes Bewusstsein fest, dass unsere Kunden Design nicht auf das Produkt reduzieren. Der ganz entscheidende Faktor für einen maximalen Kundennutzen liegt im Design der Gesamtlösung. Aus unserer Warte sollte eine innovative Büroraumlösung einen wichtigen Beitrag zur Produktivitätssteigerung am Arbeitsplatz beitragen. Neben dem Design ist den Kunden Flexibilität und Nachhaltig-

keit sehr wichtig. Umweltbewusste Firmen erwarten die Verwendung rezyklierter Materialien und einen hohen Grad an Rezyklierbarkeit. Gegenüber umweltbelastenden Materialien wie z.B. Chrom stellen wir eine zunehmende Skepsis fest. Haben Sie bei Design, Ergonomie und Materialien in den vergangenen Jahren gewisse Tendenzen feststellen können? Zurzeit sprechen die meisten Kunden auf eine stark reduzierte Formsprache an. Diese Ansprüche haben wir mit unserer Linie „Elan NewCity“ konsequent abgedeckt, ohne dabei bezüglich Funktionalität und Nachhaltigkeit Abstriche zu machen. Bei der Produktlinie „Kiron“ haben wir bewusst ein eigenständiges Konzept mit grossem

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Das Programm „Kiron“ umfasst unterschiedliche Module für eine flexible und individuelle Möblierung.

Gestaltungsspielraum gewählt, damit ein Unternehmen seine Einmaligkeit und seinen spezifischen Charakter auch über seine Bürolandschaften ausdrücken kann. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in den USA; macht sich das am Produktportfolio, am Design oder an technischen Merkmalen bemerkbar? Im Bereiche der Bürostühle arbeiten wir sehr eng mit unserer amerikanischen Muttergesellschaft zusammen. Die hohen Forschungsaufwendungen für ökologisch und ergonomisch optimierte Produkte wie unser Wunderstuhl „Zody_System 89“ sind erst bei hohen Produktionsvolumina vertretbar, welche die Marktgrösse der Schweiz bei weitem übertreffen. Produziert Haworth auch in der Schweiz? Wir produzieren rund zwei Drittel der in der Schweiz verkauften Produkte in Menziken im Kanton Aargau. Gut die Hälfte davon bezeichnen wir als Spezialprodukte, weil diese in irgendeiner Form von den Standardprodukten abweichen. Dies kann ein Spezialmass, eine Sonderfarbe, eine Zusatzfunktionalität oder gar eine komplett neue Konstruktion bedeuten. Das ist der grosse Vorteil der Produktion vor Ort. Weitere Aspekte sind die kurzen Transportwege und der hohe Qualitätsstandard. Inwiefern spielt Nachhaltigkeit in der Büroausstattung eine Rolle? Geredet wird ja überall und immer mehr darüber. Die Kunden sollten sich aber die Mühe nehmen, die Entwicklungs- und Produktionsprozesse sowie die verwendeten Materialien genau unter die Lupe zu nehmen. So entwickeln wir unsere neuen Produkte nach den Kriterien von LEED (Leadership in Energy and Environmental Design). Auch unser neuer Showroom in Zürich-Oerlikon wurde nach LEED-Standard gebaut und wird noch dieses Jahr offiziell zertifiziert. Schlagen sich diese erhöhten Anforderungen auch im Preis nieder?

Natürlich kann man ein Produkt billiger anbieten, wenn ökologische Kriterien keine Rolle spielen. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass für die Beschaffung einer neuen Bürolösung eine Gesamtkostenbetrachtung der richtige Ansatz darstellt. Von Grund auf nachhaltig konzipierte Produkte und Lösungsansätze sind schlussendlich günstiger. Wie sehen Sie den Büroarbeitsplatz der Zukunft? Der Büroarbeitsplatz der Zukunft muss in erster Line flexibel sein und die integrierten, IT-intensiven Arbeitsprozesse der Zukunft optimal unterstützen. Aus unserer Sicht ist dies nur mit einem guten Verständnis der zukünftigen Organisationsformen und -strukturen möglich. Dazu bedienen wir uns bei Haworth eines bewährten Modelles, des „Competing Values Framework“ (entwickelt von K. Cameron und R. Quinn, University of Michigan), welches eine praktische Analyse der verschiedenen Organisationskulturen innerhalb einer Firma ermöglicht. Das Resultat

ist dann nicht eine uniforme Anwendung eines Modetrends wie zum Beispiel die zurzeit überall diskutierten Desk-SharingModelle und Bench-Lösungen, sondern eine intelligente Gesamtlösung, welche dem Unternehmen als Plattform für eine dynamische, flexible Entwicklung dient.

Mark Helfenstein ist Geschäftsführer der Haworth Schweiz AG, eines Tochterunternehmens des amerikanischen Konzerns Haworth Inc. Die Elan Florian Weber GmbH ist seit 2001 Tochter des Büromöbelherstellers. Haworth Schweiz AG, 5737 Menziken, www.haworth.ch

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LITERATUR

MODULØR Service

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100 Prinzipien erfolgreicher Gestaltung

Definition Design Dieses Wörterbuch bietet die interessante und kategoriale Grundlage für einen ernsthaften internationalen Diskurs über Design. Es ist das Handbuch für alle, die mit Design beruflich und in der Ausbildung zu tun haben, sich dafür interessieren, sich daran vergnügen und Design begreifen wollen. Über 100 Autorinnen und Autoren, unter anderem aus Japan, Österreich, England, Deutschland, Australien, aus der Schweiz, den Niederlanden und den USA, haben für dieses Design-Wörterbuch Originalbeiträge geschrieben und bieten so bei aller kulturellen Differenz mögliche Erörterungen an, sich über wesentliche Kategorien des Design und somit über Design und Gestaltung grundlegend zu verständigen. Es umfasst sowohl die teilweise noch jungen Begriffe aktueller Diskussionen als auch Klassiker der Design-Diskurse. Ein praktisches Buch, das sowohl Wissenschaftscharakter hat als auch ein Buch zum Blättern und Lesen ist. fa Michael Erlhoff, Tim Marshall: Wörterbuch Design, 2007, Birkhäuser, 472 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 3-7643-7738-0, CHF 59.90

Heil dir, Helvetica Schweizer Design ist hip! Viele traditionelle Produkte konnten sich in ihrer Qualität und Funktionalität weit über die Landesgrenzen hinaus etablieren: Das Schweizer Taschenmesser, mit seinen zahlreichen Einsatzmöglichkeiten Teil der Grundausstattung von NasaAstronauten und zudem Markenzeichen MacGyvers, die nahtlose Sigg-Wanderflasche, die Schrift Helvetica, ja sogar die Schweizer Flagge selbst wurden zum Inbegriff guten Designs! In der vorliegenden Publikation wird die Schweiz in ihrer Funktion als verspätete Designnation präsentiert, die in der Zeit der Isolation des Zweiten Weltkrieges anfing, eine stark zweckorientierte Definition von Design zu prägen. Altmeister wie Le Corbusier, Max Bill und Hannes Wettstein bereiteten den Weg für die heutige Popularität des „Swiss Made“ in aller Welt. Schliesslich hat die Beschleunigung des globalisierten Wettbewerbs in der jüngsten Vergangenheit massgeblich Anteil daran, dass konsensorientiert gestaltete Produkte helvetischer Fertigung ganz allmählich mehrheitsfähig wurden. fa

Ob Marketing-Kampagne oder Ausstellung, ob Videospiel oder komplexes Kontrollsystem: Jedes Design ist das Zusammenspiel verschiedenster Konzepte und Erfahrungen. Und weil niemand ein Experte für alles sein kann, mussten Designer sich ihre Informationen und ihr Know-how immer zusammensammeln – bis jetzt. „Wie Design funktioniert“ ist das erste umfassende, interdisziplinäre DesignNachschlagewerk. Reich illustriert und leicht zu handhaben, paart es klare Erklärungen jedes Designkonzepts mit bildhaften Beispielen dafür, wie das Konzept in der Praxis umgesetzt wurde. Begriffe wie Modularisierung, Redundanz, Flexibilität oder Kindchenschema werden textlich wie bildlich erklärt. Inhaltlich ist das Buch in Themen wie beispielsweise „Die Wahrnehmung von Design beeinflussen“, „Wie Benutzer vom Design lernen“ oder „Entscheidungshilfen für ein besseres Design“ unterteilt. Ein Standardwerk, das zur Grundausrüstung für Designer, Ingenieure, Architekten und Studenten gehört. fa/gb William Lidwell, Kritina Holden, Jill Butler: Design – Die100 Prinzipien für erfolgreiche Gestaltung, Stiebner, 2004, gebunden, 224 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 3-8307-1295-2, CHF 64.90

Klaus Leuschel: Swissness –Die 50 Besten der Designgeschichte, Niggli, Oktober 2010, gebunden, 245 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 3-72-12076-5, CHF 58.–

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MODULØR Service

TICKER

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led-Kompetenzzentrum Die Sphinx Lichttechnik AG in Luzern ist mit dem neusten „Mock-up Switzerland“ Partner der Nimbus Group. Das „Mockup“-Konzept stösst auf sehr grosses Interesse bei Architekten, Planern und Bauherren. Denn hier bekommt man hautnah vermittelt, wie mit gut gestalteten LED-Leuchten Gebäude vollständig ausgeleuchtet und dabei Energie eingespart werden kann. Im Simulationsraum ist es möglich, die Lichtwirkung von LED-Leuchten mit herkömmlichen Leuchten zu vergleichen. Eindrücklich können die Besucher darin erleben, wie effektiv beispielsweise die innovative LED.next-Leuchten im Vergleich zu Halogen- oder Kompaktleuchtstofflampen sind oder wie Nimbus-LED-Leuchten angenehmes, warmweisses Licht erzeugen. Daneben betreibt die Sphinx Lichttechnik ein LED-Kompetenzzentrum, das Lösungen verschiedenster Hersteller aufzeigt, sowie einen Showroom für Designbeleuchtung. gb www.sphinx-licht.ch, www.nimbus-group.com

designpreise für ego Kiefer Dass sich Klimaschutz und Design hervorragend kombinieren lassen, beweisst das „XL”-Fenster von Ego Kiefer mit der erfolgreichen Nomination für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2011. Der Preis gilt als höchste offizielle deutsche Designauszeichnung. Das „XL”-Fenster wurde bereits mit einem iF Product Design und einem iF Material Award ausgezeichnet. Ego Kiefer, die Nr. 1 im Schweizer Fenster- und Türenmarkt, macht mit seinen Innovationen seine Kunden zu Energiesparern und Klimaschützern. Die Leistungswerte des neuen Fenstersystems „AllStar AS1” im Bereich Wärmedämmung sind wegweisend und das Ego Kiefer-Fenster „XL” erfüllt als erstes Fenster in der Schweiz die strengen Minergie-Auflagen. Mit diesem Engagement unterstreicht Ego Kiefer die Bedeutung des Klimaschutzes für das Unternehmen: Alle Fenstersysteme von EgoKiefer sind Minergie-zertifiziert. gb www.egokiefer.ch

4b-gruppe neu in bern Überzeugende Betriebsergebnisse geben der Unternehmensstrategie recht: Mit einem Wachstum von annähernd 10 Prozent pro Jahr befindet sich die 4B-Gruppe weiterhin auf Erfolgskurs. Nun hat das Familienunternehmen aus dem Luzerner Seetal ihre neuen und inspirierenden Ausstellungen im Mercedes-Gebäude in Bern- Wankdorf eröffnet. Gemeinsam mit Bauprofis und Privatkunden wurde auf die gelungene Gestaltung der neuen Showrooms von 4B Fenster und 4B Badmöbel angestossen. gb www.4-b.ch

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schindler award: nominationen stehen fest Die Jury des Schindler Award 2010 hat im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden Wettbewerbs für Architekturstudierende in Europa eine Auswahl der zehn Finalisten getroffen. Die nominierten Projekte werden am 14. Januar 2011 anlässlich der Preisverleihung in Berlin präsentiert; der Gewinner und die Ränge zwei bis fünf werden mit Geldpreisen ausgezeichnet. Drei teilnehmenden Architekturschulen winken zudem Preise in Höhe von insgesamt 50‘000 Euro. Ausserdem werden zwei Projekte speziell erwähnt, die sich durch eine besonders konsequente Planung und kreative Technologien hervorheben. Bei den zehn Nominierungen (inklusive eines Projekts der Berner Fachhochschule/ Architektur, Holz und Bau) handelt es sich um eine Auswahl aus insgesamt 174 Projekten. Die Teilnehmenden des Schindler Award 2010 waren aufgefordert, Pläne für die Wiederbelebung von Teilen des historischen Berliner Olympiageländes und eine verbesserte Anbindung des Gebiets an das öffentliche Verkehrsnetz einzureichen. gb www.schindleraward.com

TELEgRaMM user contest 2011

das Rolex Learning Centre in Lausanne,

zurück. Der Auftragseingang stieg um

Jones Sustainability World Index (DJSI

hat danach mit seinem Projekt sogar

ca. 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

World) aufgenommen worden. Der

Die Nemetschek Engineering Group,

den Pritzkerpreis für Architektur 2010

Führende Schweizer Unternehmen,

Nachhaltigkeitsindex umfasst die be-

grösster Anbieter von Ingenieurbausoft-

gewonnen. Mit der aktuellen Ausschrei-

wie Credit Suisse, Schweizer Post,

sten zehn Prozent der 2500 grössten

ware in Europa, hat soeben den

bung 2011 hoffen wir auf noch mehr

Roche, Swisscom, Schindler, Novar-

Unternehmen weltweit, gemessen an

7. Internationalen Anwenderwettbe-

spannende Projekte aus noch mehr

tis, Migros und UBS gehören bereits

ihren wirtschaftlichen, ökologischen

werb, den „Nemetschek Engineering

Ländern.“

zum Portefeuille der Lienhard Office

und sozialen Leistungen. Zum

User Contest 2011“, ausgeschrieben.

www.scia-online.com/contest

Group.

Portfolio gehören bekannte Marken

www.lienhard-office.com

wie Electrolux, AEG-Electrolux, Eureka

Interessenten können ihre Projekte bis zum 30. November 2010 einreichen.

auf erfolgsKurs

Jean-Pierre Rammant, CEO von Ne-

und Frigidaire. Im Geschäftsjahr 2009

dow Jones sustainability world

metschek Scia and Vice President der

Die Lienhard Office Group, bestehend

Nemetschek Engineering Group, meint:

aus Lista Office AG, Denz AG und

„Mit mehr als 120 Projekten aus 14

InterOffice Group, blickt trotz

Als ein führendes Unternehmen im

Ländern war der Wettbewerb in 2009

Finanzkrise und Rezession auf ein

Bereich Nachhaltigkeit ist Electrolux

erfolgreiches erstes Halbjahr 2010

erneut in den renommierten Dow

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5.3.2010

ein Riesenerfolg. Einer der Gewinner,

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erzielte Electrolux mit 51'000 Mitarbeitern einen Umsatz von 10,3 Milliarden Euro. www.electrolux.ch

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MODULØR Service

TERMINE

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bern weGe zum pLusenerGiehaus

LuZern Fassade 2010

Die Schweizer Hausbau- und Energie-

sium, das die Hochschule Luzern

Messe ist bekannt dafür, neuste Trends

zusammen mit der Schweizerischen

Von 1987 bis 1997 war er ordentlicher

Zug einFührunG in die raumpLanunG

und Entwicklungen aufzugreifen und

Zentrale Fenster und Fassaden (SZFF)

Professor an der Ecole Polytechnique

Welches sind die Aufgaben der

zu lancieren. Dieses Jahr geschieht

durchgeführt, stehen neue Fassaden-

Fédérale de Lausanne. In seiner

Raumplanung? Was leistet sie? Welche

dies u. a. im 16. Herbstseminar,

technologien im Zentrum. Internationa-

Antrittsvorlesung hatte er angekündigt,

Instrumente stehen zur Verfügung?

welches das Thema „Wege zum

le Referenten runden die Konferenz im

den Job nur so lange zu machen, bis

Welches sind die Akteure in der

Plusenergiehaus“ vertieft. Es geht um

Auditorium Hans Erni/ Verkehrshaus

seine Absolventen nicht mehr in den

Raumplanung? Welche Rolle spielen

Gebäude, die eine positive Energiebi-

Luzern ab.

Büros „verwertet“ werden könnten. Bis

der Umweltschutz oder der Natur- und

lanz aufweisen und höchsten Komfort

www.hslu.ch/fassade2010

zu seiner Pensionierung 1997 hat es

Landschaftsschutz? Diese und viele

sowie Behaglichkeit garantieren.

25.11.2010

Snozzi in Lausanne ausgehalten. Nun

weitere Fragen werden im Kurs „Ein-

Neben bekannten Schweizer Referen-

wird ebendort eine Ausstellung eröffnet,

führung in die Raumplanung“ durch

tinnen und Referenten treten Fachleute

die Luigi Snozzi über sein Lebenswerk

Fachexperten fundiert beantwortet.

aus Deutschland und Österreich auf.

gestaltet hat – unter tatkräftiger Hilfe sei-

Kaufmännisches Bildungszentrum

Messegelände BEA expo

ner ehemaligen Schüler. Der Titel: Luigi

www.vlp-aspan.ch/de/agenda

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Snozzi – Professeur d‘architecture“.

11.11.10, 18.11.10, 25.11.10

11.11.10

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kURsE

Lausanne LuiGi snOzzi

Am diesem internationalen Sympo-

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venedig 12. internatiOnaLe architektur-biennaLe

MEssEN

bis 13.3.2011

meet in Architecture“. Dieses Jahr

bern schweizer hausbauund enerGie-messe

stellen auch Albanien, Bahrain, Iran,

An der 9. Hausbau- und Energie-

Malaysia, Marokko und Ruanda aus;

Messe zeigen rund 400 Aussteller ihre

sie werden zum ersten Mal an der

neuesten Technologien und konkrete

Veranstaltung teilenehmen. Kuratorin

Lösungen für energieeffizientes Bauen

der Gesamt-Bienale ist die Architektin

und Sanieren. Ein breites Kongresspro-

Kazuyo Sejima vom Büro Saana, dem

gramm mit über 200 Referaten zeigt

diesjährigen Pritzkerpreisträger.

neueste Trends und Entwicklungen.

www.labiennale.org

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bis 21.11.10

www.hausbaumesse.ch

Das Motto der Biennale lautet „People

WEIL aM RhEIN Frank O. Gehry seit 1997

11.11. bis 14.11.10

Zürich buzzi e buzzi. 4 x 2 Die Ausstellung präsentiert eine Werkauswahl des Tessiner Architekturbüros

vERaNsTaLTUNgEN

Im ersten von Frank O. Gehry in Europa verwirklichten Gebäude zeigt das Vitra Design Museum eine Auswahl seiner wichtigsten Projekte der letzten

Buzzi e Buzzi Architetti. Francesco

dreizehn Jahre. Diese werden mit grossformatigen und aufwendigen Studien-

gegründet.

bern aLpine architektur und tOurismus: QuO vadis?

Der Schwerpunkt des architekto-

Der SIA und Seilbahnen Schweiz orga-

vollziehbar. Die zwölf ausgestellten Projekte werden nicht nur als singuläre

nischen Ansatzes von Buzzi e Buzzi liegt

nisieren im Schweizerischen Alpinen

Bauwerke gezeigt, sondern auch im Dialog, in den sie mit ihrer städtischen

auf dem kulturellen Kontext, der Topo-

Museum in Bern eine Tagung mit dem

Umgebung treten. Filme vermitteln Informationen über Gehrys technische

grafie, der strukturellen und materiellen

Zweck, die heutigen und zukünftigen

Lösungen in den verschiedenen Phasen der künstlerischen Entwicklung und

Textur. Nicht ein vorgefasstes Ergebnis,

Wechselwirkungen zwischen Architek-

des Bauprozesses. Eine Sonderstellung unter den gezeigten Projekten nimmt

eine bekannte Form bestimmen den

tur und Tourismus im alpinen Kontext

ein Wettbewerbsbeitrag ein, den Gehry Partners gemeinsam mit Greg Lynn

Entwurf, sondern eine Idee, die vom Ort

zu beleuchten.

Form für eine gigantische Ferienanlage in Singapur entwickelt haben.

abgeleitet wird.

Anmeldung: form@sia.ch

www.ausstellungen.gta.arch.ethz.ch

Kurscode AT01-10

3.11.10 bis 3.2.11

5.11.10

Buzzi und Britta Buzzi-Huppert haben an der ETH Zürich Architektur studiert und 1995 ein eigenes Büro in Locarno

und Wettbewerbsmodellen aus dem Archiv von Gehry Partners präsentiert. Originalzeichnungen des Architekten sowie eine Vielzahl von Entwicklungsmodellen machen die Entwurfsprozesse im Gehry-Büro greif- und nach-

www.design-museum.de

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architekten-mĂśbeln haftet immer etwas architektonisches an...

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IMPRESSUM / VORSCHAU

MODULØR Service

IMPRESSUM

VORSCHAU

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Modulør 3. Jahrgang, www.modulor.ch Herausgeberin Boll Verlag AG Stationsstrasse 49, Postfach 129, 8902 Urdorf Tel. 044 735 80 00, Fax 044 735 80 01 info@bollverlag.ch, www.bollverlag.ch Redaktion, redaktion@modulor.ch Anzeigen, anzeigen@modulor.ch Abonnemente, abo@modulor.ch

ModulØr #8 2010 SICHERHEIt

Verleger Patrik Boll, patrik.boll@bollverlag.ch gescHäftsfüHrer Thomas Walliser, thomas.walliser@bollverlag.ch cHefredakteur Gerald Brandstätter, gerald.brandstaetter@modulor.ch kundenberaterin Lorenza Balzarini, lorenza.balzarini@modulor.ch art direction Moritz Ulrich, moritz.ulrich@modulor.ch fotografie Simone Vogel, simone.vogel@modulor.ch lektorat Bettina Methner, bettina.methner@bollverlag.ch autoren in dieser ausgabe Fanny Andermatt, Sergio Cavero, Sarah Gatto, Klaus Klemp, Bettina Köhler, Renate Menzi, Thomas Sevcik, Kathrin Spühler, Ulrika Tromlitz, Patrick Zamariàn druck AVD Goldach, Sulzstrasse 10, 9403 Goldach Tel. 071 844 94 44, Fax 071 844 95 55 Preise Jahresabonnement (8 Ausgaben) CHF 89.– (Ausland zzgl. Portokosten); Einzelheft CHF 14.– erscHeint aM 15. dezeMber 2010 issn 1662-7741

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit Zustimmung der Redaktion und mit Quellenangabe gestattet. Namentlich oder mit Initialen gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Bilder und Datenträger aller Art übernimmt der Verlag keine Haftung.

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Von Anfang an klar: die Küche von Sanitas Troesch.

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Ruf Lanz

Modulor 07 2010  

Modulor 07 2010 vom 27.10.2010

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