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indien indien

Le Corbusier in Chandigarh VieLfaLt und PLuraLismus Versus gLobaLisierung die kunst des einfaChen wohnens studio mumbai: arChitektur und emPathie

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EDITORIAL

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thema IndIen

ExpLOsIOnsARTIgEs WAchsTUM Die traditionelle Architektur spiegelt in besonderer Weise die Vielfalt der in Indien beheimateten Kulturen. Nirgends findet man auf so engem Raum so viele prächtige Bauten, die hauptsächlich durch die verschiedenen Religionen geprägt wurden. Tradition ist allgegenwärtig. In den 1850er-Jahren lebten über 90 Prozent der Inder in Dörfern, die streng nach Kasten eingeteilt waren und sich um einen zentralen Kreuzungspunkt mit einem Mango- oder einem Banyanbaum ausdehnten. Das Dorf war das Rückzugsgebiet indischer Kultur. Durch die westliche Industrialisierung im 19. Jahrhundert gingen Kaufleute auf die Suche nach neuen Märkten und wurden in Indien fündig. Mit dem technologischen Fortschritt begann auch die kulturelle Öffnung Richtung Westen, was zum Bau von Schulen und Universitäten führte. Durch diese Entwicklung, die sich auf den städtischen Raum beschränkte, vergrösserte sich das soziale Gefälle zwischen Stadt und Land. Diese gewaltigen wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Umwälzungen haben sich weiter zugespitzt. Während heute ein Drittel der Bevölkerung in Städten lebt, werden es in zwei Jahrzehnten um die 70 Prozent sein. Der urbane Raum explodiert. Politik und Gesellschaft sowie die Architekten stehen vor einer gewaltigen Aufgabe. Tauchen Sie ein in einaussergewöhnlich vielschichtiges Land, und erfahren Sie mehr über eine Architektur, die viele Geschichten zu erzählen hat. Ich wünsche Ihnen eine erfrischende Lektüre.

Wenn von moderner Architektur die Rede ist, denkt man bei Indien an Chandigarh und den Masterplan von Le Corbusier. Ein Interview mit M. N. Sharma, der damals für den Meister arbeitete und von 1965 bis 1979 als erster Inder das Amt des Chefarchitekten in der Planstadt innehatte, zeigt auf, wie die Bevölkerung mit und in dieser Architekturikone lebt (Seite 30). Dass das Wachstum der urbanen Räume ein grosses Problem ist, zeigt Anupama Kundoo auf: „Architekten in Indien sind ratlos, wie sie mit der wilden Verstädterung umgehen, wie sie in dem ungeplanten Kontext agieren könnten. Sie sind beinahe hilflos.“ Für die indische Architektin, die heute in Brisbane ein Architekturbüro führt, fehlen in einem Land wie Indien, wo die Mehrheit der Bevölkerung aus ländlichen Verhältnissen kommt und jeder sein Haus selbst baut, noch das Bewusstsein und der Respekt für Design und Architektur. „Der Beruf des Architekten ist nicht wirklich anerkannt. Das wird noch dauern, zugleich haben wir eigentlich keine Zeit mehr, denn die Urbanisierung schreitet mit einem unvorhersehbaren Tempo voran“, sagt sie im Gespräch auf Seite 46. Mit ihrem Projekt „Wall House One to One“ hat sie an der diesjährigen Biennale Architectura für einiges Aufsehen gesorgt. Kundoo hat ganz einfach ein Haus, das sie in Indien gebaut hat, nach Venedig verpflanzt. Das Projekt stellt einen Versuch dar, Architektur über den Gegenstand der Architektur selbst zu erklären. Die Vielfalt der Architekturlandschafts Indiens und dessen pluralistische Kultur stehen im Gegensatz zu den sich international ausbreitenden Globalisierungstendenzen. Der Architekt und Urbanist Rahul Mehrotra setzt sich für die Wertschätzung, Erhaltung und Weiterentwicklung dieser Kultur ein. Im Interview auf Seite 54 spricht er über die Vielfalt und Komplexität der zeitgenössischen Architektur seines Heimatlandes und beschreibt seine Gedanken zum neuen Laborgebäude Virchow 16 auf dem Novartis-Campus in Basel. Auch die Projekte des Studio Mumbai werden in der Schweiz wahrgenommen. Das Team von Bijoy Jain, das heute aus 12 Architekten und 120 Handwerkern besteht, wurde 2012 für sein architektonisches Schaffen mit dem Swiss Architectural Award ausgezeichnet (Porträt auf Seite 40). In seiner Siegerlaudatio formuliert Mario Botta als Vorsitzender der Jury die Qualitäten des Büros: „Das Studio Mumbai überzeugt durch seinen kreativen Prozess und das Bestreben, auf der Grundlage eines sedimentierten Konstruktionswissens einen Bezug zur Geschichte und zum Gedächtnis des Ortes herzustellen.“

Roland Merz Chefredakteur, roland.merz@modulor.ch

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INHALT

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eDitORiaL

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FORUM

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Vis-a-Vis Ludovica Molo

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theMa inDien

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KOLUMne sia Urs Wiederkehr

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aRchiteKtUR Parag-Shah-Residenz Shiva-Tempel

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Recht Grundregeln für baurechtliche Streitigkeiten

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aKtUeLL Walter Jonas und die Intrapolis

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FORUM

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lauschIGe Werkstatt Schon Max Frisch hat hier geschrieben. Am Waldrand von Gockhausen stehen zwei lichtdurchflutete Atelierhäuser, die in den 1950er- und 1960er-Jahren durch das Künstlerpaar Gottfried Honegger und Warja Lavater erbaut wurden und wo man sich temporär zurückziehen kann. Vor zehn Jahren liess die Besitzerin Ewa Rotzler die beiden Ateliers renovieren, stattete sie mit neuen Küchen aus und errichtete einen Anbau. Heute können die grosszügigen Atelierhäuser (140 und 200 m2) gemietet werden für Seminare, Workshops, Klausuren oder Privatanlässe, und zwar tage-, wochen- oder monatsweise. Rotzler hilft gerne beim Organisieren von Caterings. Ausserdem veranstaltet sie regelmässig Anlässe, seien es Konzerte, Theatervorführungen oder Lesungen. Einmal pro Monat findet darüber hinaus der sogenannte Salon statt, wo sie ihre Sammlerstücke aus aller Welt feilbietet. Darunter finden sich besonders hübsche Geschirrsets und Gläser aus Belgien, Dänemark, Holland und Frankreich. Nahe bei Zürich und doch mitten im Grünen fliesst hier die Inspiration wohl von allein. nh www.a2w.ch

Grüne Idealstadt Alle zehn Jahre findet die holländische Gartenschau Floriade statt. Im Gegensatz zu den Bundesgartenschauen in Deutschland, die alle zwei Jahre über die Bühne gehen, entstehen in Holland nicht nur vielfältige Grünräume, sondern auch ganz neue Stadtviertel. Die Floriade 2012 in Venlo ist soeben zu Ende gegangen, und bereits steht der nächste Austragungsort fest. Im Wettstreit mit Amsterdam, Groningen und Boscoop hat Almere mit einem Entwurf von MVRDV das Rennen gemacht. Das ehrgeizige Ziel des renommierten Architekturbüros ist, die grünste aller Städte entstehen zu lassen. Almere, eine Vorstadt von Amsterdam, wächst rapide. In der nächsten Dekade werden nicht weniger als 60‘000 neue Wohnungen gebraucht. Der Masterplan von MVRDV sieht eine 45 ha grosse Halbinsel vor, die auf dem See im Süden der Stadt entstehen soll. Wie in einer Botanikbücherei soll jede einzelne Parzelle unterschiedlichen Pflanzen und Programmen gewidmet sein. Neben Grünräumen planen die Architekten Häuser, Bürogebäude, Läden, ein Hotel, eine Marina und sogar eine Universität. „Wir träumen davon, grüne Städte zu gestalten. Eine Stadt, die im Sinne des Wortes grün und ökologisch ist. Eine Stadt, die Nahrung und Energie produziert, die ihr eigenes Wasser säubert, ihren Abfall wiederaufbereitet und grossen Artenreichtum besitzt“, führt Winy Maas, einer der Gründer von MVRDV aus. Das Projekt soll als Musterbeispiel einer grünen Stadt langfristig eine Erweiterung der City von Almere und damit ein neues urbanes Viertel bilden. rm www.mvrdv.nl, www.floriade2022.com

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FORUM

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JungkunSt

Ein Schritt zum nEuEn StadttEil

Bereits zum 7. Mal findet vom 25. bis zum 28. Oktober in Winterthur die Jungkunst statt. 26 vielversprechende Talente zeigen auf dieser Plattform für junge Schweizer Kunst ihre Bilder, Fotos und Installationen. Die Künstler, die maximal 35 Jahre alt sein dürfen, wurden über einen zweiphasigen Auswahlprozess durch den Vorstand der Jungkunst ausgewählt. Erstmals findet der Event in der altehrwürdigen Halle 52 mitten im Sulzer-Areal statt. Dieser aussergewöhnliche Industriebau bildet den perfekten Rahmen für die Kunstschau, die durch Livekonzerte, einladende Lounges und einen durchgehenden Barbetrieb noch zusätzlich an Unterhaltungswert gewinnt. Die neue Infrastruktur stellte die Organisatoren vor einige Herausforderungen: „Das Dach war bei der Übernahme nicht ganz dicht“, schmunzelt Mitbegründer Andreas Schmucki. „Doch dank Crowdfunding, Gönnern, Sponsoren und fleissigen Helfern bleibt die Kunst hier in Winterthur schön im Trockenen.“ rm www.jungkunst.ch

Für die SBB ist die Europaallee eine der bedeutendsten Arealentwicklungen in der Schweiz. Mitten in Zürich entsteht bis 2020 in acht Etappen ein neuer Stadtteil mit insgesamt 2500 Studienplätzen, 6000 Arbeitsplätzen, 300 Wohnungen, einem Designhotel, über 50 Geschäften und Restaurants. Dazu kommen die mit 80 Ginkgobäumen gesäumte Europaallee und die beiden neuen Plätze Europa- und Gustav-Gull-Platz. Der öffentliche Raum, ein Viertel der 78‘000 m2 Gesamtfläche, wird nach Fertigstellung an die Stadt Zürich übergeben. Mit der Eröffnung des Baufeldes A mit Pädagogischer Hochschule Zürich, Büros der Credit Suisse sowie der Europaallee-Passage vom 22./23. September ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung des Stadtteils direkt bei den Geleiseanlagen des Bahnhofs Zürich erreicht. Für jedes der acht Baufelder wurde von den SBB zusammen mit der Stadt ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Der Sieger und Erbauer des ersten Baufeldes ist der Architekt Max Dudler: „Wir wollten von Anfang an ein Ensemble, das die Physiognomie der Stadt aufnimmt und in einer zeitgenössischen Architektursprache fortschreibt.“ rm www.europaallee.ch

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Gold für das BäreNhaus Der Prix Lignum zeichnet seit Jahren den besonders hochwertigen und zukunftsweisenden Einsatz von Holz in Bauwerken, im Innenausbau, bei Möbeln und künstlerischen Arbeiten aus. Erstmals gibt es dieses Jahr nicht nur Ausgezeichnete in den fünf Preis-Regionen, sondern auch drei nationale Gewinner, die mit Gold, Silber und Bronze geehrt werden. Das Bärenwaldhaus des Tierparks Dählhölzli in Bern überzeugte die Jury 2012 am meisten. Der Architekt Patrick Thurston hat ein Haus geschaffen, das weit mehr als ein Dach über dem Kopf bietet. Stein und Holz bilden Räume, die ihre Besucher auf die urtümliche Kraft der Bären hinter der Glasscheibe einstimmen. Silber erhält das Wohn- und Gewerbehaus an der Badenerstrasse in Zürich, welches eine der ersten sechsgeschossigen Wohnbauten aus Holz in der Schweiz ist und mitten in der Stadt steht. Da die Holzkonstruktion feuerfest eingepackt werden musste, sieht das Gebäude auf den ersten Blick nicht wie ein Holzbau aus. Der Neubau der Tamina-Therme des Grand Resort Bad Ragaz von Smolenicky & Partner aus Zürich hat die bronzene Auszeichnung erhalten. rm www.prixlignum.ch

New York meets Zurich Im Norden von Zürich, in Leutschenbach, entsteht ein neuer Stadtteil. Wohnen und Arbeiten werden in einem Dienstleistungsquartier zusammengebracht. So wird das Problem der Mobilität entscheidend entschärft. Mittendrin werden zwei Wohnhochhäuser stehen, die von Implenia realisiert werden. Den im Frühjahr 2011 ausgelobten Wettbewerb hat Baumschlager Eberle gewonnen. Das renommierte Büro aus Vorarlberg entwickelte zwei 19-stöckige Wohnhäuser mit eindrücklicher Weitsicht auf die Skyline von Zürich. Die Architekten kreierten eine zweischichtige Fassade mit umlaufenden Terrassen und Loggias, die den Wohnraum nach aussen erweitern. Jede Wohnung erhält so ein eigenes „Aussenzimmer“. The Metropolitans, so der Name der beiden Türme, stossen mit ihrem vielfältigen Wohnungs-angebot auf grosses Interesse. Nach wenigen Wochen ist bereits die Hälfte der Wohnungen im West-Turm reserviert. Die ersten Bewohner werden voraussichtlich im Frühjahr 2015 ihr neues Zuhause beziehen können. rm www.themetropolitans.ch

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De Luxe

geformt Teams aus Schreinern, Gestalterinnen oder Architekten waren aufgefordert, gemeinsam ein Produkt aus Holz oder Holzwerkstoffen zu entwerfen. Von der Raumuhr bis zum Trainingsgerät für Hirnschlagbetroffene wurden vielseitige Projekte eingereicht. Die Lancierung des Wood Award 2012 hat über die Schweiz hinaus für Interesse gesorgt, sodass eine beachtliche Anzahl internationaler Designer mit einheimischen Schreinern zusammengearbeitet hat. Eine hochkarätige siebenköpfige Jury beurteilte die Objekte in einem anonymen, zweistufigen Verfahren. Die Preisverleihung findet am 9. November in der Halle des Hauptbahnhofs Zürich statt, wo die Exponate bis zum 11. November ausgestellt bleiben. Anschliessend sind die Werke vom 15. November bis zum 13. Dezember auf dem Hönggerberg in der Archena der ETH Zürich zu entdecken. rm

grafisch möbLiert Antoinette Bader ist keine Unbekannte. Sie ist bereits vor zwei Jahren in Mailand auf dem Salone Satellite aufgefallen. Umso schöner zu sehen, dass sie auch jetzt wieder aus der Masse heraussticht. Beispielsweise mit einem Sofa, das aus einem schlichten Holzgestellt und drei Schaumstoffmatten besteht, die mit Seilen aneinanderfixiert werden. So entsteht nicht nur ein grafisches Muster, sondern es bilden sich seitlich auch zwei gemütliche Ecken, in die man sich hineinschmiegen kann. Als weitere Neuheiten zeigte die Schweizerin, die im Jahr 2008 an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) in Industriedesign abschloss, einen Filzteppich mit 3-D-Effekt sowie eine Leuchte, die aus sechs identischen Trichtern besteht. nh

Dieses ungewöhnliche Gefährt schnöde als Drahtesel zu bezeichnen, wäre frevelhaft. Denn nicht nur sehr viel Zeit steckt Thomas Neeser in die Entwicklung seiner massgeschneiderten Zweiräder, sondern auch viel Herzblut. Unter seinem Label Fretsche fertigt er neue, aber auch gebrauchte Pedelec „Vue des Alpes“ (197 Arbeitsstunden!), bringt aber auch gebrauchte Dreigangräder in neue (Rahmen-)Form. Interessierten bietet er in Zürich zudem Kurse zum Selberbauen an. sl www.fretsche.ch

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VIS-A-VIS Ludovica Molo

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„Architektur ist der schlüssel zum Verständnis des territoriums“ Welche Aufgaben beschäftigen sie gerade? Zurzeit bin ich bemüht, dem Sinn in der Architektur nachzuspüren. Meine Suche konzentriert sich auf zwei Welten, welche sich beide dadurch auszeichnen, dass der Individualismus weniger zählt als der Gemeinsinn. Ich arbeite zusammen mit Kollegen in einem Klima der Forschung, der Neugierde, der Freiheit und mit der Zuversicht, dass die Dinge möglich sind. Wir versuchen, das Institut i2a in Vico Morcote in eine „casa dell‘architettura“ zu verwandeln. Damit wollen wir die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Architektur in der Gesellschaft lenken, ein Mittel, um die aktuellen Phänomene der Welt zu verstehen. Ich bin überzeugt, dass man sich als Architekt während des ganzen Lebens eigentlich nur mit einigen wenigen Themen beschäftigt. Für mich sind dies Himmel und Erde, Plattform und Pagode, das Bedürfnis nach Schutz und das Streben nach dem Absoluten, die Grenzen und die Unendlichkeit; vor allem aber interessiert mich das Leben. Und deshalb untersuche ich die Auseinandersetzung mit der Typologie des Wohnens und das Entdecken und Erschaffen von öffentlichen Räumen für die Gesellschaft. Welches architektonische Werk hat sie kürzlich begeistert? Begeistert war ich von der Retrospektive Gerhard Richters in der Nationalgalerie von Mies van der Rohe in Berlin. Wenn ein Gebäude zum Theater des Lebens wird, zur Bühne für die Geschichte einer ganzen Nation, erzählt durch das Lebenswerk ihres bedeutendsten Malers, dann kann man von zeitloser Architektur sprechen. inwiefern unterstützen oder behindern neuartige materialien die Architektursprache? Jedes Material, traditionell oder neuartig, ist grundsätzlich interessant und birgt eine

Wenn etwas Sinn macht, steht eine Idee dahinter, eine Vision des Ganzen, und dies ist, was bleibt, was ein Werk erleuchtet.

Ludovica Molo ist Architektin in Lugano, von 1998 bis 2009 im Büro Könz Molo, seit 2010 im Studiowe. Geboren in Lugano, diplomierte sie an der Architekturfakultät der ETH Zürich. Nach dem Diplom lebte sie in Los Angeles, wo sie in verschiedenen Büros arbeitete. Zurück in der Schweiz unterrichtete sie an der ETH Lausanne mit Mirko Zardini und an der Accademia d’architettura in Mendrisio am Lehrstuhl für Architekturgeschichte von Kenneth Frampton. Von 2003 bis 2009 lehrte sie an der SCI-Arc in Vico Morcote. Seit 2006 gestaltet sie das Programm, und seit 2011 leitet sie das Institut i2a als Direktorin. Seit 2009 ist sie Mitglied der Stadtbildkommission in Bern.

Herausforderung, wenn seine Grenzen ausgelotet werden. Es soll jedoch Ausdruck einer Denkweise sein und konstruktive Kohärenz und Ehrlichkeit ausdrücken. Das grösste Problem bleibt, eine Haltung zu entwickeln im ewigen Konflikt zwischen Struktur und Verkleidung, zwischen Skelett und Haut. haben sie eine idee von schönheit? Ich bin nicht auf der Suche nach Schönheit. Die Idee von Schönheit ist dem Wandel von Zeit und Tendenzen unterworfen.

Welche tugenden sollte ein Architekt erfüllen? Der Architekt soll zuhören, beobachten und interpretieren können. Er sollte ein Visionär sein, jemand, der erkennt, was noch nicht ist, und dies darstellen und kommunizieren kann. Er sollte Wünsche und Hoffnungen in seine Entwürfe einfliessen lassen, um diese zu realisieren. Dabei sollte er an die Gesellschaft und nicht an sich selber denken, denn es überleben nur jene Werke, die zur Welt gehören. Welche rolle spielt der Architekt in der Gesellschaft? Der Architekt bewegt sich zwischen dem Denken und dem Machen. Er muss seine soziale Verantwortung wahrnehmen, er ist der Verfechter des Gemeinsinns, Hüter des Respektes gegenüber den öffentlichen Gütern und des Raumes und dem sparsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Welche rolle sollte heute die Politik gegenüber der Architektur spielen? Die Politik sollte die Architektur ernst nehmen und fördern. Sie sollte erkennen, dass die Architektur der Schlüssel zum Verständnis des Territoriums ist. Sie sollte den Architekten in seiner Rolle als Visionär wahrnehmen und die Architektur als Brücke zwischen den Kulturen und als Bühne für das Theater des Lebens verstehen. kann Architektur die Welt verbessern? Die Architektur steht im Dienst des Lebens und reagiert ständig auf die sich wandelnden Bedürfnisse des Menschen. In diesem Sinne trägt sie zu einer besseren Welt bei, nicht ausschliesslich aufgrund ihrer Fähigkeit, Monumente zu realisieren, sondern weil sie sozialen Zusammenhalt um Ideen und Visionen der Welt schaffen kann.

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THEMA Indien

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das thema indien 022

indische architektur im wandel Eine aufstrebende Generation von Architekten befindet sich auf der Suche nach einer neuen und authentischen Vision der indischen Identität. Eine persönliche Entdeckungsreise. von Ingrid Bille

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Zwischen harmonie und monotonie: le corbusier in chandigarh Seit seinem Auftritt in Chandigarh in den Fünfzigerjahren, prägt Le Corbusier den Ort. von Bärbel Högner

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architektur und empathie Das Studio Mumbai und sein Gründer, der Architekt Bijoy Jain, erhielten den Swiss Architectural Award. von Ben Kron

046 Indien: Seit der Liberalisierung der Wirtschaft ist das Land von gewaltigen wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Umwälzungen geprägt. Die Städte platzen aus allen Nähten. Das Titelbild zeigt ausgezeichnet die explosionsartige Ausbreitung des urbanen Raumes und den Gegensatz zwischen modernen, hoch aufgeschossenen Neubauten und wild wuchernden Slums vor den Toren der City.

„es fehlt in indien an der diskussion über architektur“ Ein Gespräch mit der indischen Architektin Anupama Kundoo, die auf der Biennale Architectura eine Replik ihres Wohnhauses eingefügt hat. von Bärbel Högner

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Vielfalt und pluralismus Versus globalisierung Rahul Mehrotra setzt sich seit Jahren für die Wertschätzung, Erhaltung und Weiterentwicklung der indischen Kultur ein. von Katharina Marchal

WEiTERE THEMEnRELEvAnTE ARTikEL: Parag-Shah-Residenz, Surat, ab Seite 64 Shiva-Tempel, Wadeshwar, ab Seite 72 Walter Jonas, ab Seite 80

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THEMA Indien Baukultur vs. Tourismus

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indische architektur im wandel von Ingrid Bille (Text) und Bärbel Högner (Fotos)

Eine aufstrebende Generation von Architekten befindet sich auf der Suche nach einer neuen und authentischen Vision der indischen Identität. Während einer persönlichen Entdeckungsreise beschreibe ich meine Begegnung mit dem Land und dessen Architektur.

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THEMA Baukultur vs. Tourismus

Mein Interesse für Indien und die indische Architektur begann völlig unerwartet mit einer Einladung für einen Lehrauftrag an der Hochschule München zu einem Thema nach freier Wahl. Nach 20 Jahren im internationalen Architekturbetrieb war das eine willkommene Abwechslung für mich, etwas Neues zu erforschen. Nach dem Studium eines erheblichen Stapels von noch ungelesenen Architekturzeitschriften stand das Thema. Meine Inspiration kam von der Kunstinstallation „Jugaad“ von Sanjeev Shankar in Neu-Delhi oder frei nach dem Motto: „Was passiert, wenn 945 Ölkanister sich entscheiden zu fliegen?“ Die Canopy Installation von Sanjeev Shankar, die anlässlich des 48 °C Public Art Festival in Neu-Delhi im Dezember 2008 ausgestellt und 2009 mit dem Emerging Architecture Award ausgezeichnet wurde, war somit der Ausgangspunkt meiner indischen Entdeckungsreise. Diese Kunstinitiative, auch der „Magic Carpet“ genannt, untersucht Vorstellungen von Wiederverwertbarkeit und Nachhaltigkeit, sozialem Engagement und Bürgerbeteiligung, Kreativität und Ideenreichtum. Sanjeev Shankar verwandelt verworfene Speiseöldosen in ein Stück zeitgenössische Kunst. Das 70 m² grosse Dach wurde von den Bewohnern aus Rajokri, Neu-Delhi, aus grossen, rechteckigen Ölkanistern, die ein allgegenwärtiger Bestanteil des indischen Lebens sind, angefertigt. Tagsüber ein Treffpunkt unter einem schattenspendenden Sonnenschutz in der glühenden Hitze und nachts mit seinen Lichtern reine Poesie. Es gibt den Gegenständen, die als wertlos verworfen wurden, neues Leben. Schimmernd wie ein Stück orientalische Rüs-tung, ver-

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körpert die Installation den Geist der „Jugaad“, ein Hindi-Begriff im Zusammenhang mit der Praxis des Improvisierens unter Verwendung von Materialien, die gerade zur Hand sind. Solche Lösungen werden oft in Kulturen, in denen Knappheit und der Kampf ums Überleben herrscht, mit erstaunlicher Erfindungsgabe umgesetzt. Das Vordach besteht aus zwei Elementen: einer flachen oberen Schicht, die aus 945 Deckeln wie eine Patchworkdecke zusammengebunden und mit hellrosa Pigmenten bemalt wurde, und aus einem unteren Abschnitt aus 692 Blechkörpern, ähnlich einer riesigen Wabe. Da die Kanister mit einem Gewicht von je rund 700 g ziemlich schwer sind, wurden diese über Bolzen miteinander verschraubt. Über einen Zeitraum von drei Monaten wurden ausgediente Ölkanister von den Anwohnern gesammelt. Die klebrigen und fettigen Kanister, die eigentlich ihren Zweck bereits erfüllt hatten und nun auf ihre Entsorgung warteten, wurden in mühsamer Handarbeit von den Bewohnern Rajokris gereinigt. Die Deckel und Böden der Kanister wurden von Hand Loch für Loch mit Perforationen versehen, um das Sonnenlicht kontrolliert durch die Öffnungen sickern zu lassen. Es war zunächst nicht einfach, die Bewohner von Rajokri, einem unterprivilegierten Viertel in Neu-Delhi, für dieses Projekt zu begeistern. Es gab regelrechten Widerstand unter den Bewohnern. Niemand verstand so richtig, was der im Ausland studierte Inder hier eigentlich erreichen wollte mit schmutzigen, klebrigen Ölkanistern, die nach ihrer Auffassung eigentlich auf eine Deponie gehörten. Langsam

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konnte Sanjeev Shankar durch seine Beharrlichkeit überzeugen. Es ist eine Sache, über das Recycling in den Vorstandsetagen zu sprechen, aber es ist eine ganz andere Herausforderung, wie man Menschen begeistern kann, deren oberste Priorität eigentlich das Überleben ist, ihre tägliche Mahlzeit, ihr tägliches Brot. Seminar „emerging indian architecture“ an der hochSchule münchen Das rasante Wachstum von Indien als einer wirtschaftlichen Weltmacht hat die bekannten Probleme einer solchen Expansion und ihre Auswirkungen auf die Architektur, Stadtentwicklung und die Lebensbedingungen einer riesigen Bevölkerung angeheizt. Die Architektur Indiens ist geprägt durch das Erbe der Kolonialzeit und zeugt ebenfalls von starken Einflüssen der Moderne durch die bedeutenden Arbeiten von Le Corbusier und Louis Kahn. Das Echo dieser Begegnung zeigt heute noch Resonanz und wird nun durch eine aufstrebende Generation von indischen Architekten neu interpretiert mit einer differenzierteren und spezifischen Reaktion auf indische Bedingungen wie Klima, Kontext, Materialien und Handwerk. Mehr indische Architekten studieren und arbeiten heute im Ausland und erfahren dadurch eine bereits dynamische gegenseitige Befruchtung, die sich im Spektrum und der Vielfalt der kürzlich abgeschlossenen Arbeiten im Land zeigt. In Vorbereitung einer Indienexkursion bin ich mit meiner Kollegin Ingrid Mahler insgesamt fünf Wochen über 6000 km durch Indien gereist. Ich

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möchte Sie gerne zum Besuch zweier Stationen unsere Reise einladen. ein tag mit Bijoy und Priya jain in aliBag Nach unserer Ankunft in Mumbai und einem anstrengenden Tag in einer schier endlosen Grossstadt mit hektischem Treiben, chaotischem Verkehr, Lärm und Luftverschmutzung, einem Businessdistrikt mit einer unglaublichen Hochhaussilhouette und dem flächenmässig grössten Slum Indiens direkt im Stadtzentrum war die Fahrt nach Alibag eine Überfahrt in eine andere Welt, fern ab vom Grossstadttreiben. Schon die 90-minütige Fahrt mit der Fähre vom Gateway of India über die Bucht von Mumbai in der Morgendämmerung mit der langsam erwachenden Millionenmetropole als Hintergrund war eine Reise in ein anderes Indien. Bei unserer Ankunft im Hafen wurden wir stilgerecht von einem Fahrer in einem weissen Ambassador erwartet. Über eine grüne hügelige Landschaft werden wir bis zum Anwesen von Bijoy und Priya Jain in Alibag geführt. Mich hatte der Beitrag von Studio Mumbai Architects zur Biennale 2010 in Venedig begeistert, und ich wollte mehr über Bijoy Jains Ansatz des Bauens in Indien in Erfahrung bringen. Seine spontane Einladung nach Alibag haben wir freudig angenommen. Das von Bijoy gegründete Architekturbüro hat sich zu einem breit gefächerten Kollektiv von Handwerkern, Architekten, und Experten unterschiedlicher Disziplinen entwickelt (Porträt Seite 40). In enger Zusammenarbeit mit den Bauherren umfasst die Tätigkeit des Studios in

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vielen Fällen die gesamte Wertschöpfungskette des Bauprozesses, beginnend mit der Suche nach geeignetem Bauland über den Entwurfsprozess, die Produktion in hauseigenen Werkstätten, die Bauausführung vor Ort bis hin zur begleitenden Instandhaltung der gebauten Architektur. Dieser Umstand war keineswegs vorgezeichnet, sondern ist das Ergebnis einiger prägender Faktoren, die zur sukzessiven Entwicklung einer bemerkenswerten Position beigetragen haben. Eigentlich wollten wir nur das Palmyra House am Rande des Indischen Ozeans besichtigen, daraus wurde jedoch ein für uns unvergesslicher Tag auf dem Lande. Wir wurden wie Freunde mit offenen Armen und grosser Gastfreundschaft empfangen. Bei Tee und Gebäck wurden wir sofort in lebhafte Gespräche über das indische Leben und seine Architektur verwickelt, die durch einen Besuch der Werkstätten unterbrochen wurden. Mit seinen Werkstätten, die alle Gewerke eines Baus versorgen, versucht Bijoy die handwerkliche Tradition seines Landes zu bewahren und weiterzuentwickeln, dabei geht sein Bemühen weit über die architektonischen Belange hinaus. Bijoy hat aus zahlreichen Regionen des Landes die besten Handwerker zusammengesucht, um diese Tradition zu bewahren. Diese Arbeiter leben oft in grosser Entfernung von ihren Familien und können diese nur selten besuchen. Deshalb ist es sein Anliegen, die Familien nachziehen zu lassen. Was mit der Sicherung einer baulichen Qualität begonnen hat, hat sich zu einem sozialökonomischen und gesellschaftlichen Unterfangen entwickelt. Das nicht nur Arbeits-

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plätze sichert, sondern eine Gemeinschaft bildet und für die medizinische Versorgung und schulische Ausbildung sorgt. Während der Monsunzeit von Juni bis September sind die Strassen in Alibag fast unpassierbar, und die Fährverbindung nach Mumbai eingestellt. Somit ist Alibag weitgehend von den sozialen Einrichtungen der Stadt Mumbai ist abgeschnitten und in Notfällen auf sich gestellt. Die medizinische Versorgung vor Ort in Alibag zu gewährleisten und Arbeitsplätze zu schaffen, ist ein Versuch, der Entwurzelung der Bewohner und deren Abwanderung in die Stadt entgegenzuwirken und somit der Vergrösserung der städtischen Slumgebiete an der Wurzel zu begegnen. Slumrehabilitation ist ein langwieriges, aufwendiges und kostspieliges Unterfangen. Die Werkstätten darf man nicht mit unseren Standards von Arbeitssicherheit und Unfallverhütung vergleichen. Da sitzen erfahrene Schreiner auf dem Boden, halten zwischen den nackten Füssen ein Werkstück fest, das sie bearbeiten. Maschinen werden nur von geschultem Personal bedient. Auch die Einfärbung der glatten Betonoberflächen für Wände und Böden wird hier in zahlreichen Mustern, die in der Sonne trocknen, abgestimmt. Das gesamte Gelände ist eine Ausstellung von Modellen in unterschiedlichen Massstäben und Mustern, ein wahres Museum der traditionellen indischen Handwerkskunst und gleichzeitig das Entwicklungslabor für neue Techniken und Verfahren. Klima und Monsun setzen den Gebäuden heftig zu. So werden hier Materialien und Oberflächenbehandlungen entwickelt, die dem Klima widerstehen und mit Patina ohne viel Wartung in Würde

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altern können. Am Nachmittag stand der Besuch des Palmyra House an, eines Wochenendhauses in einer ehemaligen Palmenplantage am Indischen Ozean, eines beliebten Ferienziel für die Mumbaier Stadtbevölkerung. Das schattenspendende Blätterdach der Palmen in der Brise des Ozeans schafft eine willkommene Atmosphäre zum Verweilen im Freien. Das Haus zeichnet sich durch einen ausgeprägten Bezug zur Landschaft aus, indem der Übergang von innen nach aussen fliessend ist. Das Gebäude wird von zwei langen, schmalen, zweigeschossigen Volumen gebildet, die sich zu einem Innenhof hin öffnen. Die beiden Baukörper wurden so positioniert, dass sie sich zum Ozean hin ausrichten und möglichst wenige Palmen geschlagen werden mussten, um das Baufeld zu räumen. Das geschlagene Holz wurde fast ausschliesslich zum Bau des Hauses benutzt. Das Leben findet hauptsächlich in der Natur und mit der Natur statt. Die offene Bauweise der Aussenhaut in Form von Holzlamellenverschalungen mit grossflächigen Schiebeelementen und die beständige Brise vom Meer sorgen für eine natürliche Belüftung und Kühlung der Gebäude. Das Palmyra House ist ein Beispiel für Nachhaltigkeit durch das gelungene Zusammenspiel von Low-tech, traditioneller Handwerkskunst und Ästhetik. Es fällt einem sichtlich schwer, dort wieder abzufahren und nicht gleich den Rest der Reise dort zu verbringen. Der erlebnisreiche Tag endet mit einer stürmischen Überfahrt bei Dunkelheit in einem Speedboot über die schwarze Bucht auf die hell erleuchtete Skyline von Mumbai zu. Der Einstieg unserer Reise in die

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zeitgenössische indische Architektur hätte nicht persönlicher, aufregender und vielfältiger sein können. ahmedaBad, auf den SPuren der meiSter der moderne Am nächsten Tag ging unsere Reise weiter nach Ahmedabad, der Hauptstadt von Gujarat, einem Mekka der grossen Meister der Moderne. Unsere Fahrt vom Flughafen wurde durch die Besichtigung des historischen AdalajStufenbrunnens unterbrochen. Im ruhigen Dorf Adalaj gelegen, hat dieser Brunnen als ein Ruheplatz für Pilger und Karawanen auf ihren Handelsrouten über Hunderte von Jahren gedient. Erbaut 1499 durch Königin Rudabai, Frau des Vaghela-Oberhauptes Veersinh, war dieser fünfstöckige Stufenbrunnen nicht nur ein kultureller und nützlicher Ort, sondern auch eine spirituelle Zuflucht. Man glaubt, dass die Dorfbewohner jeden Tag am Morgen kamen, um Wasser zu holen, Gebete an die Gottheiten zu richten, die in die Wände gehauen waren, und in der kühlen Luft des Brunnens miteinander zu reden. Der Brunnen ist ein spektakuläres Beispiel indo-islamischer Architektur und Designs. Ahmedabad ist die viertgrösste Stadt Indiens und das wirtschaftliche Zentrum in Gujarat. 1915 liess sich Mahatma Gandhi nach seiner Rückkehr aus Südafrika in Ahmedabad nieder und gründete den Harijan Ashram am Ufer des Sabarmati. Von hier begann er 1930 seinen friedlichen Salzmarsch gegen die britische Kolonialmacht, um gegen die Einführung einer Salzsteuer zu protestieren. Er schwor vor dem Marsch, nicht zum Ashram zurück-

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zukehren, bevor Indien seine Unabhängigkeit erreicht habe – er kehrte nicht zurück. Ahmedabad wurde nach der schliesslich erreichten Unabhängigkeit 1947 Hauptstadt von Gujarat. Die Stadt verfügt über starke Einflüsse der Moderne durch Arbeiten von Le Corbusier und Louis Kahn. Die drei bedeutendsten Bauten von Le Corbusier in Ahmedabad wurden alle im Jahr 1951 errichtet: das Museum, die Millowners Association und die Villa Shodhan. Alle drei zeichnen sich durch die für Le Corbusier so typische rohe und unfertige Betonkonstruktion aus und den Versuch, die klimatischen Bedingungen durch eine ausreichende Verschattung und natürliche Durchlüftung zu gewährleisten. Das Museum ist im Erdgeschoss komplett durch Stützen aufgeständert und dennoch nach den Prinzipien des traditionellen indischen Hauses, das sich introvertiert um einen Innenhof entwickelt, entworfen. Das Museum wird über einen Innenhof, der sich bis zum Himmel hin öffnet, betreten. Von hier führt eine offene Rampe zu den Ausstellungsbereichen in den Obergeschossen. Die Aussenfassade des Museums bildet eine vollständig geschlossene Backsteinfassade. Die Millowners Association, Verwaltungssitz der indischen Baumwollspinnereien, und die Villa Shodhan liegen in einem Garten mit einem malerischen Ausblick auf den Fluss. Beide Gebäude orientieren sich nach den vorherrschenden Windrichtungen. Die Ost- und Westfassade haben ihren Brisesoleil in rohem unfertigem Beton genau nach dem Lauf der Sonne ausgerichtet, während Süd- und Nordfassade fast geschlossen sind.

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Das Indian Institute of Management in Ahmedabad ist eine Ausbildungseinrichtung von internationalem Ruf, den Louis Kahn durch seine Architektur massgeblich beeinflusst hat. Während Louis Kahn mit dem Bau der Nationalversammlung in Bangladesh im Jahr 1962 betraut war, wurde er von dem indischen Architekten Balkrishna Doshi gebeten, den 60 Hektaren grossen Campus des Indian Institute of Management in Ahmedabad zu entwerfen. Für Kahn war das Design des Instituts mehr als nur eine effiziente Raumplanung der Klassenräume. Es ging um eine neue Schule des Denkens, die den Schülern gestattet, Diskussionen und Debatten zu führen im Vergleich zu dem traditionellen Stil, wo Studenten nur an Vorlesungen teilnehmen. Das Klassenzimmer war nur der formale Rahmen für den Beginn des Lernens, die Flure und die Kahn-Plaza wurden die neuen Zentren des Lernens. Bildung war eine kollaborative und fachübergreifende Anstrengung, die innerhalb und ausserhalb des Klassenzimmers stattfand. Der Campus wurde 2010 durch HCPDPM von Bimal Patel um einen neuen eigenständigen Campus auf dem Nachbargrundstück erweitert. Entsprechend der Vorstellung des Instituts soll der neue Campus als eine unabhängige Einrichtung agieren und dennoch in der Sprache und im Geist des Kahn-Campus wirken. Den Abschluss eines langen Tages haben wir im Garten des Hussain Doshi Gufa ausklingen lassen, das von Bäumen, Kunst und Fantasie umgeben ist. Der Ort ist eine unterirdische Kunstgalerie, die die Werke des indischen Malers M. F. Hussain ausstellt und in Zusammenarbeit mit Doshi konzipiert wurde. Die

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Galerie ist im Volksmund auch besser bekannt als Amdavad ni Gufa. Gufa aufgrund ihrer Gestaltung in Form von mehreren Kuppeln, die ineinanderverschmelzen und an eine Höhle erinnern. Das Gebäude an sich ist eine Skulptur, die aussen vollflächig mit weissen Mosaikfliesen belegt ist. Die Galerie darf nur barfuss betreten werden, um auch über die Fusssohlen die unterschiedliche Ausgestaltung des Bodens in Material und Formgebung zu erfahren. Unser zweiter Tag in Ahmedabad galt dem Architekturbüro Matharoo Associates, den wir unter der fachlichen Führung von Rob Taylor, einem jungen englischen Architekten aus dem Büro, in erlebnisreichen Fahrten durch die Stadt in einem Tuk-Tuk verbracht haben. Dazu muss man wissen, dass hier auch bis zu 20 Inder in einem Tuk-Tuk Platz finden. Ohne unseren Fahrer und unseren klimatisierten Wagen haben wir uns dem indischen Leben an diesem Tag schon oft gefährlich nahe gefühlt. Leider konnten wir das House with Balls, das zu meinen Favoriten der neuen indischen Architektur zählt, nicht besichtigen, da es gerade saniert wurde und deshalb nicht gezeigt werden konnte. Der Bauherr züchtet tropische Fische, und so wurde das Haus mit vier riesigen Fischbecken mit je 9000 l entworfen, die zur Kühlung des Gebäudes dienen. Die Betonarbeiten erinnern sehr an Le Corbusier und Kahn. Es gibt keine Verglasung in den Fensteröffnungen, sondern nur Stahlläden, die durch Betonkugeln als Gegengewicht geöffnet und geschlossen werden. Das Gebäude fügt sich nahtlos in die Landschaft ein, sodass sogar heilige Kühe auf dem Dach grasen.

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Das Prathama Blood Center in Ahmedabad wurde durch eine gemeinnützige Stiftung beauftragt, die freiwillige Blutsammlung und Blutgruppenverteilung zu einem bezahlbaren Preis bereitzustellen. Jährlich erfolgen hier über 50‘000 Blutspenden, die jedes Jahr mehr als 40‘000 Patienten in und um Ahmedabad helfen und Leben retten. Es war eine architektonische Herausforderung, der Bevölkerung die Berührungsängste mit einem intensiven medizinischen Betriebsgebäude zu nehmen und sie in einem spielerischen und einladenden Rahmen zu empfangen. Die Eingangshalle öffnet sich zu einem zentralen Raum über alle Geschosse, der die unterschiedlichen Abteilungen visuell miteinander verbindet und gleichzeitig für die Erschliessung aller Ebenen sorgt. Die einzelnen Abteilungen sind durch grossflächige Verglasungen zum Atrium hin geöffnet. Durch die Transparenz kann der Besucher das Gebäude und dessen Aktivitäten vollständig erfassen. Im Erdgeschoss befinden sich im Halbkreis angeordnet die Abteile zur Blutentnahme, die mit musikalischer Begleitung den Blick in eine paradiesische Gartengestaltung mit zahlreichen Wasserbecken freigeben, weit weg vom hektischen geschäftigen Leben der Aussenwelt. Neben den Liegen zur Blutentnahme wurden auch zwei gelbe Kleinbusse von Matharoo Associates entworfen, die als mobile Einheit Blutspenden im Umland einsammeln. Beton ist das vorwiegende Material des Gebäudes, das klar die Einflüsse von Le Corbusier und Kahn erkennen lässt. Eine weitere Tuk-Tuk-Fahrt quer durch die Stadt beendet unseren Tag mit einem Besuch im Büro von Doshi.

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Von der viel befahrenen mehrspurigen Ausfallstrasse tritt man durch ein Tor und lässt augenblicklich die Aussenwelt hinter sich und geniesst den eindrucksvollen Garten mit seinem alten Baumbestand. Das Gebäude und die Gartengestaltung gehen Hand in Hand. Der Übergang von innen nach aussen, von oben nach unten, vom Dach zum Boden ist je nach Standpunkt fliessend. Hier atmet jeder Quadratzentimeter Architekturgeschichte. Originalzeichnungen und Modelle von Le Corbusier und Kahn bedecken die Wände im Eingangsbereich. Das Architektenteam ist international und das Sprachengewirr beeindruckend. Jährliche Workshops in seinem Büro haben Studenten aus der ganzen Welt nach Ahmedabad gebracht. Doshis Engagement als Lehrer hat viele Generationen indischer und internationaler Architekten begeistert und beeinflusst. Bijoy Jain und Gurjeet Singh Matharoo haben beide im Ausland studiert und gearbeitet. Sie sind weltoffen und pflegen ihre internationalen Kontakte, dennoch sind sie ihren indischen Wurzeln verpflichtet und leisten auf unterschiedliche Weise ihren Beitrag nicht nur zur Architektur, sondern auch zum alltäglichen Leben in Indien.

Ingrid Bille hat an der Hochschule Darmstadt und der Städelschule Frankfurt Architektur studiert. Sie hat 21 Jahre im Architekturbüro Grimshaw in London gearbeitet und in der Rolle als Partnerin Projekte weltweit geleitet. In Rotterdam, Trier und München hat sie unterrichtet und ist heute Partnerin bei Bille Beye Scheid in Frankfurt am Main.

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Zwischen harmonie und monotonie Le Corbusier in Chandigarh

von Bärbel Högner (Text und Fotos)

Der Auftritt von Le Corbusier schenkte dem indischen Hauptstadtprojekt Chandigarh in den 1950er-Jahren international hohe Beachtung. Mal argwöhnisch, mal wohlwollend wurde die Stadt über Jahrzehnte von Architekten, Stadtplanern und Kulturwissenschaftlern begleitet. Noch immer geistert der Architekt auf vielschichtige Weise durch den Ort: Skulpturen gleich erheben sich die Regierungsbauten in schalungsroh belassenem Beton am Horizont, breite Strassen simulieren eine weltstädtische Metropole, allerorten haben öffentliche Gebäude Brisesoleil mit dem Rhythmus des Modulor. Hinzu kommt die immaterielle Anwesenheit: Jede Werbebroschüre aus und über Chandigarh beruft sich auf den Gestalter, der entscheidend zur Corporate Identity der Stadt beitrug. Mit der Marke Le Corbusier gilt es daher sorgsam umzugehen, denn mit seinem Masterplan vermachte er Chandigarh das Alleinstellungsmerkmal der „best planned city“ in Indien.

Chandigarhs Bürger verweisen gerne auf die Einzigartigkeit ihrer Stadt, die nicht willkürlich gewachsen ist. Hier herrschen Sauberkeit und Ordnung. Am Horizont erheben sich wie Skulpturen die mächtigen Regierungsbauten.

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Die indische Grossstadt, die heute über eine Million Einwohner zählt, gilt nicht nur als grüne Oase, sondern auch als ein Ort von besonderem sozialem und ökonomischem Niveau. Im Bild der Portikus zum High Court.

Die Vorschriften zur Zonierung und Ästhetik, die die indischen Planer mit Le Corbusier und seinem Team 1952 per Gesetzesdekret festlegten, gelten noch heute. Blick über den grossen Platz auf den High Court.

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Im Zuge innerstädtischer Bemühungen um Anerkennung als modernes Welterbe erfasste 2007 eine neue Welle an internationaler Aufmerksamkeit die postkoloniale Ikone der Moderne, denn das zuständige indische Innenministerium hatte ohne Begründung den vorformulierten Antrag nicht an die Unesco weitergeleitet. Wenig später löste der Handel mit Mobiliar aus Chandigarhs Verwaltungsgebäuden einen Sturm der Entrüstung aus: Auf europäischen und amerikanischen Designauktionen erzielten die als „Le-Corbusier-Möbel“ titulierten schlichten Stücke gigantische Summen. Gemeinsam mit der Stimme des ehemaligen Chefarchitekten M. N. Sharma folgten daraufhin Aufrufe im Internet unter dem Motto: „Rettet Chandigarh“. Der nachfolgende Beitrag beleuchtet die Geschichte und die aktuelle Problemlage von Indiens jüngster Stadt. Das Gespräch mit M. N. Sharma gibt Einblick in den Zeitgeist und die Bedeutung der urbanen Konzeption auf dem indischen Subkontinent. Chandigarhs Bürger verweisen gerne auf die Einzigartigkeit ihrer Stadt: Sie sei nicht nur neu, sondern vor allem sichtbar geplant und von moderner Ästhetik. Und damit anders als die grosse Mehrheit indischer Städte, die – aus der Lokalperspektive tituliert als „old cities“ – über Jahrhunderte vermeintlich willkürlich wuchsen und scheinbar vom Chaos regiert werden. Gemäss einer Liste an Vorteilen, die jedem Neuankömmling einem Mantra gleich rezitiert werden, gibt es in Chandigarh „good roads, good schools, good doctors and good parks“. Hier herrschen Sauberkeit und Ordnung, vergeblich sucht man gewisse Stereotypen wie die streunende Kuh oder den Verkehrsstau, die gemeinhin mit dem öffentlichen Raum in Indien assoziiert werden. Knapp 60 Jahre liegt die Gründung der nordindischen Provinzkapitale zurück, die aufgrund des Wirkens von Le Corbusier binnen kürzester Zeit weltweit zu Ruhm kam.

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Einst in einer tragischen Situation das Projekt initiiert: Die 1947 mit der Unabhängigkeit Indiens verbundene Teilung des vormals britischen Kolonialreichs führte zu einer Spaltung der im Nordwesten gelegenen Provinz Punjab. In den beiden neuen, von religiöser Zugehörigkeit bestimmten Nationalstaaten brach ein Massenexodus aus: Hindus und Sikhs flohen nach Indien, Muslime nach Pakistan. Der in Indien verbliebene Teil des Punjab benötigte Flüchtlingsunterkünfte und einen neuen Verwaltungssitz, weil das alte Zentrum des Punjab – Lahore – nunmehr in Pakistan lag. Aus der Not machten die nach Indien ausgewichenen Punjabis eine Tugend. Sie planten eine neue Hauptstadt und durchdachten minutiös die Infrastruktur, denn von den Briten hatten sie das Ingenieurwesen gelernt. Sie verhandelten mit Dorfbewohnern über die Enteignung eines Gebietes, dessen Grösse erlaubte, ihre Vision einer Grossstadt mit 500’000 Einwohnern langfristig umzusetzen. Und um der Stadt ein modernes Gesicht zu verleihen, suchten sie für die grosse Aufgabe einen international erfahrenen Architekten und Stadtplaner. Mit Le Corbusier fanden sie schlussendlich eine Persönlichkeit, die ihren Ansprüchen gerecht zu werden versprach, denn das prestigeträchtige Unternehmen sollte – so der Wunsch des ersten indischen Premierministers Jawaharlal Nehru – modellhaft mit einer zeitgenössischen Stadtplanung die Moderne des jungen Nationalstaates symbolisieren und richtungsweisend eine neue Baukultur auf dem Subkontinent begründen. Im Januar 1951 erreichte Le Corbusier gemeinsam mit seinem europäischen Team Pierre Jeanneret, Maxwell Fry und Jane Drew erstmals das für Chandigarh bestimmte Gelände, dessen Lage

in einer weiten Ebene am Fusse von Ausläufern des Himalaja alle beeindruckte. Unverzüglich skizzierte er vor Ort den seither viel beachteten Masterplan, der konsequent den Kriterien der CIAM für eine funktionelle Stadtplanung folgt. Kernelement ist ein Modul in der Grösse von exakt 800 mal 1200 m, ein Mass, das er aus dem Modulor ableitete. Die Mehrzahl der Einheiten wurde dem Wohnbereich zugedacht. Für die interne Zonierung der sogenannten Sektoren entstand ein Schema, demnach jedes Wohnviertel eine autonome Nachbarschaftseinheit bilden würde: mit einer als Querverbindung mittig platzierten Einkaufsstrasse samt Krankenstation, Poststelle und Schule, um für kurze Wege zur Bewältigung des alltäglichen Bedarfs zu sorgen; einem Grünstreifen in der Längsachse, um nahe gelegene Erholungsmöglichkeiten zu bieten. Entsprechend der Doktrin einer Trennung von Funktionen in Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Verkehr wurde der Regierungsbezirk (Capital Complex) in den Norden der Stadtanlage versetzt, weitere Arbeitsstätten wie die Universität oder ein Industriegebiet befinden sich in westlicher oder östlicher Randlage, mittig ist das Geschäftszentrum (Citycenter) verortet. Durch die ganze Stadt erstreckt sich von Norden nach Süden ein Grüngürtel, wobei der eigentliche Höhepunkt der Freizeitmöglichkeiten die Anlage eines künstlichen Sees (Sukhna Lake) war, der auf die Initiative des indischen Chefingenieurs P. L. Varma zurückgeht. Was den Masterplan vornehmlich perfekt und für viele Inder faszinierend,

für manche aber auch „alien“ erscheinen lässt, ist die rigoros rechtwinklige, dominante Strassenanlage, die dem hierarchischen System der „7 Vs“ (Kürzel für „7 Voies“) – von Le Corbusier entsprach. Die Kategorien eins bis drei verbinden als zwei- und dreispurige Boulevards die Stadt mit dem Umland oder umzingeln die internen Sektoren, vier bis sieben verzweigen sich in die Wohnbereiche und dürfen gelegentlich auch mal mäandern. Einem Tattoo gleich hat sich das System im Bewusstsein der Bewohner verankert, die sich mehrheitlich in dem gleichförmigen Raster problemlos orientieren, obwohl jeder der mittlerweile über 50 identisch strukturierten Sektoren statt eines Namens nur eine Nummer hat. Mit inzwischen über einer Million Einwohnern hat sich die angedachte Bevölkerungszahl in der neuen Stadt bereits verdoppelt. Die Zeiten, als man sich zu Baubeginn bis in die Sechzigerjahre wie „in einem Staubloch“ fühlte und dem Wachstum der Utopie von der ersten geplanten Stadt Indiens, die allen Bürgern ein ordentliches Haus mit Wasser- und Stromanschluss bieten würde, skeptisch entgegensah, sind vorüber. Kräftige dicke Baumstämme und blütenverhangene Baumkronen entlang der Strassen deuten darauf hin, dass die Landschaftsplanung gefruchtet hat. Und Statistiken weisen die urbane Insel der Moderne in Indien nicht nur als grüne Oase aus, sondern auch als eine Stadt von besonderem sozialem und ökonomischem Niveau: Die Alphabetisierungsrate und Einkommensskalen haben Spitzenwerte, und kurioserweise hat die Planstadt die höchste Pro-Kopf-Rate an motorisierten Vehikeln in Indien. Es verwundert nicht, dass Chandigarhs landesweit einmalige Infrastruktur und die hohe Lebensqualität weitere Migranten in die Planstadt ziehen. Jedoch 033

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ist der innerhalb einer bestimmten Fläche definierte Masterplan nunmehr fast vollflächig bebaut. Noch gelten jene Vorschriften zur Zonierung und Ästhetik, die die indischen Planer mit Le Corbusier und seinem Team 1952 per Gesetzesdekret festlegten. Doch die Stimmen mehren sich, die sagen, dass es allmählich einer Umgestaltung des Originalentwurfs bedürfe, um auf jenes Wachstum Rücksicht zu nehmen, das angesichts der Chandigarh-internen strengen Regularien in den letzten Jahren einen Bauboom an der Peripherie ausgelöst hat. Bei Bürgern aus Kreisen der städtischen Elite, die über Kenntnisse vom Wesen und Wirken des Stararchitekten verfügen, stösst diese Notwendigkeit auf Widerstand. Der Respekt vor dem Werk des Le Corbusier geht so weit, dass sogenannte „Chandigarh conservatives“ von der „sacrosanctity“ des Masterplans sprechen, um den speziellen Charakter der in Niedrigbauweise sich horizontal ausdehnenden Gartenstadt zu erhalten. Dabei beschränkt sich die devote Haltung gegenüber des Stararchitekten Bestimmungen nicht auf Senioren, die sich nach den guten, alten Zeiten zurücksehnen, als es in Chandigarh noch beschaulicher zuging. Auch die zweite und teilweise die dritte Generation haben die Vorstellung von der besten, geplanten Stadt Indiens derart verinnerlicht, dass das Bekenntnis zum als heilig erachteten Flächennutzungsplan mit der Forderung einhergeht, man solle doch besser eine weitere neue Stadt bauen, denn die jetzige zu verändern. Le Corbusiers Masterplan kommt in diesen Diskussionen der Status eines Offenbarungstextes zu, dessen unanfechtbare Bauregeln genutzt werden, um ein exklusives Planungskonzept aufrechtzuerhalten, das bei einer limitierten Zahl an Bewohnern allen Teilhabe an einer funktionierenden Infrastruktur garantierte.

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Pierre Jenanneret baute in den 1950er-Jahren dieses Schulhausgebäude.

Dabei ist der Schutz des Gesamtkunstwerks gleichermassen von der wahrhaftigen Sorge um den Verlust des lokalen Kulturgutes – also das ungewöhnliche und daher einzigartige Planungskonzept – geleitet, wie auch von persönlichen Interessen zur Gewährleistung städtischer Privilegien für die Betuchten in der Stadt. Die Angelegenheit ist zwiespältig. Nicht nur hat sich Chandigarh zu einer dualen Stadt im konventionellen Sinn der Zuspitzung von Arm und Reich entwickelt, auch lässt sich eine Aneignung des vermeintlich fremden Stadtkonzepts, die dem eigenwilligen städtischen Konstrukt eine lokalsprachliche Note beifügt, nicht verhindern. Denn in Chan-

digarh sind die Einwohner inzwischen nicht nur stolz auf die Modernität des urbanen Raums: Auch die Besiedelung mit Migranten aus allen Regionen Indiens, die trotz kultureller und religiöser Differenzen weitgehend harmonisch zusammenleben und damit ein „Mini-India“ repräsentieren, unterstützt die Aura des Besonderen – ein Aspekt, der in Indien der Planstadt neben ihrem kontrollierten Umgang mit der extravaganten Form einmal mehr Anerkennung einbringt. Am 6. Oktober 2012 jährte sich zum 125. Mal der Geburtstag von Le Corbusier. An seinem Geburtsort nahm man die Zahl zum Anlass, seiner ausführlich mit Ausstellungen und Veranstaltungen zu gedenken. Chandigarh hat La Chauxde-Fonds diese Erinnerungskultur längst voraus: Den Urvater der Stadtgestalt ehrt man jedes Jahr anlässlich seines Geburtstages mit einer „Le Corbusier Me-

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GEspRäcH MiT M. N. sHARMA

Staatlicher Wohnungsbau aus den 1950er-Jahren von Maxwell Fry entworfen.

morial Lecture“ am Architektur College. Umgekehrt gleicht es einer Ironie des Schicksals, dass jener Stadt im Schweizer Jura, der er zu Beginn seiner Karriere den Rücken kehrte, für ihren Urbanismus in Form eines Schachbretts vor drei Jahren der Status von Welterbe zuerkannt wurde. Ob Chandigarh, das nach eigenen Worten sein Leben krönen sollte, jemals unter Denkmalschutz stehen wird, ist noch unklar. Derweil bringen die Bürger auf ihre Art dem französischen Gestalter und seinen Kollegen Respekt entgegen: wenn sie im Schmelztiegel Chandigarh am 13. November 2012 gemeinsam das alljährliche Lichterfest Diwali feiern, welches vergleichbar mit der Bedeutung von Weihnachten das wichtigste Ereignis im Hindu-Kalender ist, werden sie wieder mit Begeisterung ihre von puristischen Bauvorschriften gezeichneten Häuser

dekorieren. Und dabei postulieren, dass an diesem Festtag nirgendwo in Indien die bunten Lampionketten so gut zur Geltung kommen wie im vom rechten Winkel bestimmten Chandigarh.

aussTeLLung CONSTRUIRE L’IMAGE – LE CORBUSIER ET LA PHOTOGRAPHIE MUSÉE DES BEAUX-ARTS, La Chaux-de-Fonds, bis 13.1.2013 Weitere Ausstellungen und Programmhinweise: www.lecorbusier2012.ch

herr sharma, sie kehrten nach dem studium in england nach indien zurück, um am hauptstadtprojekt Chandigarh mitzuarbeiten. sie assistierten zunächst Le Corbusiers Vorgänger albert Mayer und wurden dann Junior-architekt im Team des Franzosen. Wie erinnern sie den anfang seiner Tätigkeit? Als Le Corbusier ankam, lag bereits ein sehr detaillierter Masterplan für die neue Hauptstadt vor, den Mayer mit seinem Büro in New York im Jahr zuvor ausgearbeitet hatte, doch Le Corbusier hatte seine eigenen Vorstellungen. Chandigarh bot ihm die Chance, endlich seine Theorien einer funktionellen Stadt zu belegen. Innerhalb von nur vier Tagen hat er sein Stadtkonzept entwickelt. Chandigarh sollte ein in reines Verwaltungszentrum mit einer klar definierten Struktur werden, jedem Stadtteil kam daher eine bestimmte Aufgabe zu. Es war nicht einfach, ihn 035

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Studentenwohnheim mit Backsteinfassade aus der frühen Bauzeit von Chandigarh.

davon zu überzeugen, dass wir auch ein Industriegebiet brauchen würden. Er entwarf die exakt gleich grossen Sektoren als Wohnviertel, untereinander wurden alle Elemente durch das hierarchische Strassensystem verbunden. Gemeinsam mit seinen europäischen Kollegen musste er die Regierung von dem veränderten Stadtkonzept überzeugen. Le Corbusiers Masterplan wurde schliesslich akzeptiert, weil das von ihm vorgeschlagene rechtwinklige Strassensystem kostengünstiger in der Umsetzung war als der fächerförmige Entwurf von Mayer. Le Corbusiers orthogonales strassenraster strahlt rationalität aus, die gebäude im Kapitol von Chandigarh erscheinen monumental. Wie haben sich die inder mit diesem stil arrangiert? Die Stadtgründer kamen aus dem Westen der Region Punjab, heute Pakistan. Auch ich bin dort geboren und in der alten Hauptstadt Lahore gross geworden. Grundsätzlich haben wir Punjabis eine Neigung zur Extravaganz, und in gewisser Weise passte Le Corbusier zu uns. Chandigarh sollte ein Ort werden, auf den die Punjabis hierzulande stolz sein würden, nachdem sie gerade ihr wirtschaftliches und kulturelles Zentrum infolge der Unabhängigkeit verloren hatten. Früher galt Lahore als eine der besten Städte Indiens. Man sprach vom „Paris des Ostens“, und es hiess immer: „Wenn du Lahore nicht gesehen hast, dann bist du nicht geboren.“ Und so standen wir

vor der Herausforderung, eine neue Hauptstadt zu bauen, die grossartiger sein würde als Lahore. Kritiker meinen, die stadtplanung habe sich nicht an indischen bedürfnissen orientiert, es mangle Chandigarh an engen Wohnvierteln und basaren, die für den städtischen raum indiens als typisch gelten. Wäre es nicht besser gewesen, ein traditionelles Konzept von indischer architektur – beispielsweise basierend auf den schriften von Vaastu shaastra – anzuwenden? Keineswegs! Warum hätten wir uns an etwas Vergangenem orientieren sollen? Die alten Schriften geben Erläuterungen zur Ausrichtung von Räumen, beispielsweise wo man am besten einen Eingang platziert oder wo ein Wasserbecken liegen müsste. Wir kannten diese Regeln durchaus, denn sie wurden früher beim Bau von Tempeln und Palästen

angewandt. Aber unser Lebensstil hatte sich verändert, die Anwesenheit der Briten und neue Ausbildungsmöglichkeiten hatten uns beeinflusst. Man muss bedenken: In einer Altstadt wie der von Lahore wächst kein Baum. Es gab dort auch keine Schulen, und als Kinder mussten wir ausserhalb der Stadtmauern spielen. Als Chandigarh gebaut wurde, ging es um die aktuellen Bedürfnisse der Menschen und eine angemessene Lebensweise. Wir wollten keine Replik von Lahore errichten, sondern einen Neubeginn ausdrücken und eine Stadt für die Zukunft bauen! Le Corbusier arbeitete nicht alleine. Mit den europäischen Kollegen einigte er sich, die aufgabenstellung zu teilen: er entwarf den Verwaltungsbezirk, während Pierre Jeanneret, Maxwell Fry und Jane drew, die ja vor ort lebten, sich um die gestaltung der Wohnhäuser

und die infrastruktur kümmerten. Wie wurden die ideen der Moderne innerhalb des stadtprojektes diskutiert und umgesetzt? Es ging darum soziale Reformen umzusetzen, dennoch mussten die Architekten die Verwaltung von dem Stil der Moderne überzeugen. Wir hatten unzählige Diskussionen über das „minimum-house“. Innerhalb des Programms zum Bau von Dienstwohnungen für das Verwaltungspersonal entschieden wir uns für einen Standard von mindestens zwei Zimmern mit Küche und Bad sowie Hof, unabhängig von der „Klasse“ der Bewohner. Die Zonierung mit Baulinien, die Freiflächen vor jedem Haus und einen Garten dahinter vorsah – so etwas hatte es in Indien noch nie gegeben. Das kam damals einer Revolution gleich! Noch dazu die vielen Grünflächen in der Stadt: grosse und kleine Parks, Veranstaltungsorte und Spielplätze. Ich glaube, diese Grosszügigkeit im öffentlichen Raum findet sich nicht einmal im Westen. Chandigarh ging ideologisch sehr weit, die Stadt deutete eine neue Lebensweise an. Le Corbusier verfasste 1958 ein oft zitiertes Papier, in dem er verkündete, in Chandigarh würden die Ärmsten der armen in Würde leben. inzwischen lebt ein drittel der bevölkerung von informellen beschäftigungsverhältnissen, viele von ihnen wohnen in slums. es heisst, dass bei der ausarbeitung des Masterplans kein Platz

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Grosser Parlamentssaal mit akustischen Wandelementen, das Mobiliar stammt von Le Corbusier und Pierre Jeanneret.

für ärmere schichten vorgesehen worden sei, obwohl Tausende von bauarbeitern anwesend waren. Wie denken sie heute darüber? Auf Konferenzen hörte ich oft den Vorwurf, Le Corbusier habe versagt, weil 30 Prozent der Bevölkerung in Chandigarh keine richtigen Häuser hätten. Dazu muss man aber mehr über die Hintergründe wissen. Diese Stadt wurde binnen kürzester Zeit mit sehr wenig Geld gebaut. Nach nur drei Jahren wurde sie offiziell eröffnet, und das, obwohl alles reine Handarbeit war – Ziegel für Ziegel! Eine solche Herausforderung hat noch kein anderes Land angenommen. Die Architekten und Ingenieure arbeiteten mit missionarischem Eifer, wir hatten keinerlei Komfort, manche von uns wohnten anfangs in Zelten. Wir dachten, die Wanderarbeiter würden nach einiger Zeit weiterziehen, aber wir hatten uns getäuscht. Zugleich ist dies doch eine der grossen Errungenschaften von Chandigarh: Hier will keiner mehr weg! Wenn man mit bewohnern spricht, wird deutlich, dass sie sich mit Chandigarh starkt identifizieren. einerseits schätzen sie die gute infrastruktur, andererseits klagen manche über die strengen bauvorschriften. Manche meinen, man könne doch nicht dauerhaft in einem designmuseum leben. Chandigarh hat Regeln, und es ist ein Privileg, hier zu leben. Wer sich nicht an die Vorgaben halten will, sollte besser wegziehen. Die meisten Städte

in Indien halten ihre Bauvorschriften nicht ein und sehen völlig heruntergekommen aus. Chandigarh wurde jedoch bis ins kleinste Detail gestaltet. Wir haben die „architectural control“ für grosse Gebäude, die Zonierung für den öffentlichen Raum oder auch die Zuweisung von bestimmten Gebieten für bestimmte Zwecke. So kann die Stadt insgesamt funktionieren. bedingt durch die bescheidenen Materialien, die rücksichtnahme auf das Klima und die gestaltungsvorlieben der europäischen architekten entwickelte sich flächendeckend eine puristische bauweise, die als „Chandigarh-style“ bezeichnet wird. glauben sie, dass sich die bewohner an das einheitliche strassenbild gewöhnt haben? Im Grossen und Ganzen schätzen die Menschen gute Architektur. Sie mögen ja auch Farben, Licht und Pflanzen. Aber es fällt ihnen oftmals schwer, sich allem anzunehmen, schliesslich gehen sie zur Arbeit, müssen nach den Kindern schauen usw. Als Architekt sollte man vermitteln, damit sie einen Stil wertschätzen können. Es ist ein Lernprozess, und es geht um Erfahrung. das klingt nach einem pädagogischen element in der angestrebten sozialreform. Die Leute mögen den öffentlichen Raum in Chandigarh, vor allem die Parks und all die Bäu-

me, die gewachsen sind. Doch nur wenige verstehen die Bedeutung der Anstrengung, alle Gebäude zu gestalten. Manche Häuser hier sind wirklich Klassiker der Moderne. Unabhängig davon, ob wir ein Haus für eine Schreibkraft oder eine Villa für einen Minister zu entwerfen hatten – wir gaben uns die gleiche Mühe beim Design, obwohl wir nur Beton, Ziegel und Kieselsteine als Material hatten. Diese Stadt ist voll von guter Architektur, und deshalb stecke ich in einem Dilemma: Wie kann der Charakter von Chandigarh erhalten werden, und wie können wir zugleich neue Impulse aufnehmen? Vielleicht müsste man überlegen, was Le Corbusier heute tun würde. sie haben lange mit ihm gearbeitet – welchen eindruck hatten sie von ihm? Es war sehr mutig von ihm, in ein fremdes Land zu gehen, in dem der Begriff der Architektur noch recht unbekannt war. Und es stand keineswegs

fest, dass man seine Entwürfe akzeptieren würde! Er verstand es, Ingenieure und technische Mitarbeiter zu grossartigen Leistungen anzuspornen. Er war gedanklich sehr schnell und wirkte immer wie im Überflug. Mit all den Fortschritten, die in puncto Baumaterialien und Technik inzwischen erreicht wurden – stellen Sie sich vor, was er damit jetzt machen würde! Mir scheint, dass wir ihn zu Lebzeiten nicht richtig gekannt haben. Er hatte so viele Aspekte, er war ein sehr vielseitiger Mensch. Die Architektur mag eine Stärke von ihm gewesen sein, doch sein Schreiben über Architektur, seine Philosophie, seine Malerei und seine Skulpturen… ich bin geneigt zu sagen: Er war vollkommen! Wenn ich jetzt an ihn als Menschen denke, dann beeindruckt mich seine humanistische Herangehensweise. ich stelle mir gerade die Monumentalität der regierungsgebäude vor und die unmengen an beton, die 037

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Die Betonstruktur der Fassade des High Courts wurde gemäss dem Modulor entwickelt.

im öffentlichen raum von Chandigarh allgegenwärtig sind. ist das eine humane gestaltung? Ganz allgemein ausgedrückt würde ich sagen: Le Corbusier hatte Verständnis. Beispielsweise hat er nie versucht, seine Vorstellungen von Hochhausbauten hierzulande durchzusetzen, obwohl er für die Skyline von Chandigarh dringend ein mehrstöckiges Gebäude im Zentrum wünschte. Immerhin baute er zu dieser Zeit seine „Wohnmaschinen“ in Frankreich und Deutschland, aber er akzeptierte, dass diese Bauweise damals in Indien nicht funktioniert hätte. Wir haben ja noch heute Probleme mit der Infrastruktur, z. B. bei der Wasser- und Elektrizitätsversorgung. sie sind ja wirklich sehr überzeugt von Le Corbusiers Vorgehensweise. ich muss nochmals beharren, denn trotz der anwendung des Modulors wirken doch gerade Chandigarhs 038

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öffentliche bauten extrem gleichförmig und schematisch. Für das Raster in der Fassadengestaltung ist das Geschäftszentrum in Sektor 17 ein gutes Beispiel. Dort wurde die „architectural control“ angewandt, alle Häuserblöcke sind gleich in der Breite und der Geschosshöhe. Auch die Tiefe der Arkaden ist vorgegeben oder der Abstand der Säulen. Le Corbusier definierte ein Volumen, mit dem man wiederum spielen kann. Man muss den Unterschied zwischen Harmonie und Monotonie wahrnehmen. Vergleichen Sie dieses Prinzip doch einfach mit dem Mittelmeerraum in Europa, wo alle Häuser überwiegend weiss gestrichen sind. Le Corbusier kam regelmässig zweimal im Jahr nach Chandigarh, Pierre Jeanneret blieb dauerhaft als Chefarchitekt. als der erste bauabschnitt von Chandigarh fertiggestellt war, zeitgleich Le Corbusier

1965 plötzlich verstarb und Pierre Jeanneret in die schweiz zurückkehrte, wurden sie sein nachfolger. Wäre das nicht eine gute gelegenheit gewesen, eine Veränderung einzuleiten und einen neubeginn zu wagen? Das kam mir nicht in den Sinn. Ich wollte die Tradition von Le Corbusier fortsetzen, seine Ideen respektieren und einen Fortschritt in seinem Sinne gestalten. Ich hatte viel Verantwortung und glücklicherweise auch viel Macht in diesem Amt. Wir mussten für den zweiten Bauabschnitt eine Verdichtung vornehmen, denn in jenen Jahren hatte Chandigarh ein enormes Bevölkerungswachstum. Aufgrund des sozialen Wandels beschloss ich eine Bauweise mit Clustern für die neuen Dienstwohnungstypen. Manchmal war es schon sehr schwierig, sozusagen „das Fundament“ von Le Corbusier zu erhalten beziehungsweise die grossen Gebäude zu unterhalten. Wir haben schon über die andauernde Migration nach Chandigarh gesprochen, die stadt zieht Menschen an. Wie sehen sie die Zukunft? Die Unantastbarkeit des Masterplans bereitet mir grosse Sorgen, ich befürchte, dass die Regeln bald verändert werden. Ich erinnere die Stadtverwaltung immer wieder daran, darauf zu achten, was das eigentliche Stadtkonzept braucht. Wenn mehr und mehr Appartementhäuser gebaut werden, wenn dann anstatt einer plötzlich sechs Familien auf einem Grundstück leben, bekommen wir eine drastische

Erhöhung der Einwohnerzahl. Hinzu kommt die Bevölkerung im Umland – alle pendeln nach Chandigarh! Wo sollen die Autos parken, wie sollen die Schulen, Krankenhäuser und Colleges das bewältigen? Immer weiter zu bauen ohne an die Infrastruktur zu denken, ist keine Planung. Die dabei entstehenden Probleme kann man in anderen Städten wie Kalkutta, Bombay und Bangalore erleben, die Verdichtung anberaumt haben, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Wir brauchen ein Gleichgewicht und müssen lernen, miteinander zu teilen, nicht einander zu belasten. Ich vergleiche Chandigarh gerne mit einem Leuchtturm: Wir sollten der Welt Signale schicken, um zu zeigen, was eine gute Stadtplanung ist. Vielen dank, herr sharma, für ihren persönlichen blick auf Chandigarh. M. N. Sharma arbeitete nach dem Architekturstudium in Bombay und Leicester in Chandigarh im Team von Le Corbusier. Von 1965 bis 1979 hatte er als erster Inder das Amt des Chefarchitekten in der Planstadt inne. Im Anschluss war er als Berater für die Planungen von Abuja in Nigeria tätig. Der 89-Jährige lebt in Chandigarh und engagiert sich nach wie vor für den Erhalt des Stadtkonzeptes. Bärbel Högner ist Fotografin und Ethnologin. Sie lebte ein Jahr in Chandigarh und veröffentlichte im JovisVerlag (Berlin) den Bildband „Chandigarh –Living with Le Corbusier“. Derzeit kommt ihre Promotion zum Abschluss, in der sie Chandigarh als soziale Skulptur untersucht.

© Werk: FLC (Fondation Le Corbusier), Paris / VG-Bildkunst

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Unterschiede zwischen der Oberfl ächenausführung „Satin“ und der neuen Ausführung „Matt“.

Dekore mit einem neuen natürlichen Touch Fassaden, die eine Geschichte erzählen DIE NEUE BANDBREITE DER TRESPA® METEON® WOOD DECORS UND NATURALS BRINGEN EINE VOLLKOMMEN NEUE DIMENSION IN DAS PRODUKTPORTFOLIO DER FASSADENPLATTEN. ARCHITEKTEN, DIE EINEN ZEITGEMÄSSEN ÄSTHETISCHEN LOOK MIT NATÜRLICHEN ELEMENTEN ERZIELEN WOLLEN, WERDEN DIE ERWEITERTEN MÖGLICHKEITEN DER NEUEN WOOD UND STONE DESIGNS FÜR DIE FASSADENGESTALTUNG LIEBEN. IN KOMBINATION MIT TRESPA‘S NEUER OBERFLÄCHENAUSFÜHRUNG „MATT“ BETONEN DIESE DEKORE DAS AUTHENTISCHE UND NATÜRLICHE ERLEBNIS IN DER ARCHITEKTUR SOGAR NOCH MEHR. DIE GESCHICHTE GEHT WEITER: TRESPA.COM/NEW

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Studio MuMbai gewinnt den SwiSS architectural award 2012

Architektur und empAthie von Ben Kron (Text) und Enrico Cano, Helene Binet, Studio Mumbai (Fotos)

Das Studio Mumbai und sein charismatischer Gründer, der Architekt Bijoy Jain, erhielten den zum dritten Mal vergebenen Swiss Architectural Award. Der Preisträger postulierte Offenheit, Verletzlichkeit und Demut als wichtigste Eigenschaften für einen Architekten.

Die beiden Wohntrakte des Copper House umschliessen einen schlichten, ganz mit Pflastersteinen belegten Innenhof, welcher der traditionellen indischen Baukunst entspricht. Die Wände sind mit einem speziellen, in der Region gewonnenen Gipsmörtel verputzt, der Krakelüren wie gebranntes Porzellan aufweist.

Vor 15 Jahren war Bijoy Jain nach Mumbai zurückgekehrt, in seine Heimatstadt. Der indische Architekt hatte zuvor sein Studium in den USA abgeschlossen und während 7 Jahren in Los Angeles und London gearbeitet, unter anderem für den US-Stararchitekten Richard Meier. Die Rückkehr in die brodelnde, aufstrebende Millionenmetropole Mumbai war für Jain ein Schock: „Ich sah, wie im dort herrschenden Bauboom ein folgenreicher Umbruch stattfand. Alte, überlieferte Bautraditionen und der Qualitätsgedanken im Handwerk gingen verloren.“ Stattdessen feierte eine gesichtslose, minderwertige Schnellbauweise ihren Siegeszug. Dieser distanzierte, kri-

tische Blick auf die alte Heimat, den Jain durch seine Jahre im Ausland erworben hatte, bestärkte ihn in seinem Entscheid, eigene Wege zu gehen. Jain gründete das Studio Mumbai, um seine eigenen Vorstellungen einer ganzheitlichen Architektur umsetzen zu können. „Ein Architekt sollte sich bei der Arbeit in erster Linie nach seinem Set an ethischen Grundsätzen richten. Und hier scheint mir die Empathie für die Lebensumstände der Menschen entscheidend. Unsere Arbeit sollte darin bestehen, die fundamentale Beziehung zwischen dem Menschen und dem Gebäude herzustellen, das wir für ihn errichten.“ Als wichtigste 041

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Nachhaltige Architektur im Hochgebirge: Das auf 2350 m ü. M. gelegene Leti 360° Resort besteht aus in der Region gehauenen Steinen und wurde unter Mitarbeit lokaler Handwerker erstellt. Trockenmauerfundamente und weitere Massnahmen machen es möglich, dass das nur mit Solarstrom betriebene Resort in zehn Jahren wieder bis auf den letzten Stein abgebaut wird.

Voraussetzung, um Architekt zu sein, nennt der 1965 geborene Jain deshalb, gleichzeitig neugierig, offen und verletzlich zu sein. „Diese Verletzlichkeit ist Voraussetzung für die erwähnte Empathie.“ Und schliesslich fordert er, die Baukunst mit einem grossen Mass an Demut zu betreiben und sich stets mit ihren enorm diversen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. „Nur so kann jeder Architekt und jede Architektin einen ganz persönlichen Weg beschreiten, einen eigenen Arbeitsprozess formulieren.“ Bijoy Jain selbst lebt diesen auch soziologischen Ansatz von Architektur selber vor: Er hält als rastloser Erforscher der in-

dischen Bau- und Lebenskultur in Skizzenbüchern und Smartphone-Clips all seine Beobachtungen mit der Präzision eines Ethnologen fest, was später oft in die Projektarbeit einfliesst: Geläufige Alltagspraktiken, traditionelle Handwerkstechniken, regionale Baustile oder Landschaftsformationen sind wichtige Leitlinien für seine Entwürfe. Auch beim Studio Mumbai beginnt der Schaffensprozess mit einer möglichst umfassenden Betrachtung der Ausgangslage. „Projekte sollen meiner Meinung nach entstehen, indem man bauliche Lösungen zusammen mit Ortsansässigen sucht. Vorhandene Ressourcen, also Arbeitskräfte und Materialien,

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aber auch die Landschaft spielen dabei eine Schlüsselrolle. Die Architektur sollte stets in eine Beziehung zur Landschaft, zu Topografie, Vegetation und Klima gebracht werden.“ Man arbeitet deshalb stets mit lokalen Kunsthandwerkern und Baufachleuten zusammen, sowohl beim Entwurf wie auch bei der Ausführung. „Die Herausforderung besteht darin, in der kreativen Architektur das Potenzial aufzuzeigen, das ein kollektiver Dialog und ein direkter Wissensaustausch entfalten können.“ So will das Kollektiv aus Architekten und Handwerkern, die heute das Studio bilden, einen Gegenentwurf schaffen zur in Indien vorherrschenden Architektur. An dieser kritisiert Jain ihr „Xerox-Design“ und postuliert menschenfreundlichere Infrastrukturen und Bauten. Im Studio Mumbai, das indes mehr Werkstatt ist als Büro, arbeiten inzwischen 12 Architekten und rund 120 Handwerker, was an eine Bauhütte des europäischen Mittelalters erinnert. Sie führen als Kollektiv alle Arbeitsgänge in den eigenen Werkstätten aus, von der ersten Entwurfsskizze bis zum schlüsselfertigen Gebäude. Dabei heben sich die Bauten des Kollektivs stark von der indischen Einheitsbauweise ab und überzeugen durch ihre innovativen Problemlösungen. Wobei Jain mit dem Begriff Innovation nur wenig anfangen kann: „Ich mag keine Innovation um der Innovation willen. Unsere Arbeit dreht sich darum, Widerstände zu beseitigen und Probleme zu lösen, die sich durch das Projekt selber, die Aufgabenstellung, aber auch die bauliche Umgebung oder die Materialien ergeben. Die Innovation dient also nur dazu, dass wir uns innerhalb eines Projektes sozusagen flüssiger und mit weniger Anstrengung fortbewegen können.“ Ein gutes Beispiel für den Stil des preisgekrönten Studios ist das Palmyra House, das sich ausserhalb von Mumbai befindet, eine von drei für den Wettbewerb eingereichten Arbeiten. Das Ensemble mit knapp 280 m 2 Wohnfläche besteht aus zwei mit Jalousienwänden verkleideten Holzbauten, die mitten in eine noch benutzte Kokospalmenplantage gesetzt wurden. Auf Steinfundamente gestellt, überschauen diese Gebäude ein Netzwerk aus Brunnen und Wasserführungen, welche den Ort gleichsam zu einem Gewebe verflechten. Das Haus selbst besitzt zwischen den beiden Gebäudeteilen einen Pool, der den Blick einerseits auf die Palmen und andererseits aufs Meer erlaubt. „Die Tragstruktur des Hauses besteht aus einem einheimischen Hartholz“, schildert Bijoy Jain die regionale Verknüpfung des Projektes, „wobei die einzelnen Balken unter Verwendung lokaler Schreinertechniken miteinander verbunden wurden.“ Die Jalousien wurden aus dem äusseren Holz einer lokalen Palmenart handgearbeitet, im Inneren wurden Teakholz verwen-

det und für die Sockel und den Poolbereich schwarzer Basalt, der ebenfalls in der Gegend gebrochen wurde. In einer völlig anderen Umgebung realisierte Studio Mumbai im selben Jahr das Leti 360° Resort, den zweiten von drei Wettbewerbsbeiträgen. Es befindet sich auf 2350 m Höhe in einem Vorgebirge des Himalaja und ist zwei Stunden Fussmarsch von der nächsten befahrbaren Strasse entfernt. Der Komplex besteht aus einem zentralen Gebäude, in dem die Mahlzeiten eingenommen werden, und vier kleineren Häusern für die Gäste, die diskret in die bestehenden landwirtschaftlich genutzten Terrassen platziert wurden. Dem Besucher bietet sich von jedem Gebäude aus ein atemberaubender Blick auf Gletscher, den fast 7000 m hohen Nanda-Kot-Gipfel, die Himalaja-Ausläufer Nepals und den Oberlauf des Flusses Ganges. „Aussergewöhnlich an diesem Projekt ist der Umstand, dass das Resort auf zehn Jahre Benutzung ausgelegt ist“, so der Architekt. „Danach wird es wieder abgebaut, wobei es möglichst wenig Auswirkungen auf die Umwelt haben und wenig Spuren hinterlassen soll.“ So habe die Natur rund um das Resort auch schon jetzt begonnen, sich das Gelände zurückzuerobern. „Flechten, Farne und Moos haben sich bereits in den Steinwänden niedergelassen. Die Grenze zwischen der vorhandenen Landschaft und dem neu Gebauten beginnt sich zu verwischen.“ Auch beim Leti 360 wurde das Design des Resorts durch die regionalen Bauweisen beeinflusst, auch durch die Beschränkungen, die dem Bauen in dieser schwer zugänglichen Gegend auferlegt sind. Jain: „Die Gebäude wurden auf Fundamente aus Trockenmauern gestellt, der lokalen Tradition entsprechend. Die Steine für die Gebäude wurden in der Region gebrochen und durch Träger und Maultiere auf den Bauplatz transportiert.“ Auch alle anderen Materialien, unter anderem Teakholz, Glas, Aluminium, Kupfer, Leinwand, und die eigens angefertigten Möbel schafften Träger mit ihren Lasttieren auf den Bauplatz. Das Projekt wurde innert sieben Monaten realisiert, wobei rund 70 Handwerker aus dem nahe liegenden Dorf mitarbeiteten. Zur lokalen Verknüpfung des ausschliesslich mit Solarstrom betriebenen Resorts gehört auch, dass auf den Terrassen zwischen den Gebäuden weiter Landwirtschaft betrieben wird. Jüngstes Beispiel für die Arbeitsweise des Studios ist das 2011 fertiggestellte Copper House, das wiederum in der Umgebung von Mumbai realisiert wurde und das Portfolio für den Swiss Architectural Award vervollständigt. Das Wohngebäude wurde auf einem Fundament inmitten eines Gebietes errichtet, das 2005 von einer schweren Überschwemmung heimgesucht worden war. Bijoy Jain: „Wir wollten ein Haus schaffen, welches 043

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Das als Wochenendhaus geplante Palmyra House inmitten von Kokospalmen, die in einem Netzwerk aus Bewässerungsgräben stehen. Dieses 2007 vollendete Werk des Studio Mumbai wurde auf der Architektur-Biennale von Venedig mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet und schaffte es auf die Shortlist des Aga Khan Award for Architecture.

die Landschaft versteht, die es gleichzeitig zu ignorieren versucht, das die Welt erläutert, welche es im Daneben auch ausschliesst, und welches die Natur einschliesst, die es gleichzeitig fürchtet.“ Das Haus wurde auf Fundationspfeiler oberhalb der damaligen Hochwassergrenze gesetzt und besteht im Wesentlichen aus zwei länglichen Baukörpern, die von einem steinbedeckten Innenhof im Erdgeschoss getrennt und durch das Kupferdach im oberen Stockwerk vereint werden. Durch diese Anordnung und weitere Massnahmen wurden in beiden Gebäudeteilen Räume geschaffen, in denen man Privatsphäre herstellen kann,

die aber über den Innenhof gleichzeitig miteinander in Beziehung stehen. „Diese räumliche Strategie erlaubt verschiedene Formen und Ebenen der Kommunikation und orientiert sich am Konzept des Innenhofes, der bei den traditionellen Wohnhäusern der indischen Westküste eine wichtige Funktion einnimmt“, so Jain. Eine der architektonischen Massnahmen stellt die Lichtführung dar, die durch eine Reihe unterschiedlicher Materialisierungen realisiert wird. „Für verschiedene Grade von Privatsphäre haben wir versucht, passende Lichtlevels zu schaffen“, erläutert der Gründer von Studio Mumbai. „Umgesetzt wird dies durch

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Filter aus gewobenen Netzen, die auf traditionell gefertigte Holzrahmen gespannt werden, durch geriffelte Glasflächen, die das Licht streuen, durch die Begrünung sowie durch verschiedene hölzerne Falt- und Schiebetüren, die diverse Abstufungen von Zurückgezogenheit ermöglichen.“ Seinen Namen hat das Wohnhaus vom durchgehenden Kupferdach, das gemäss Jain eine „zweite Bezugsebene schafft und die einzelnen Gebäudeteile zu einer Einheit zusammenfasst“. Die Arbeit des Studio Mumbai, für welche das Palmyra House, das Leti 360 Resort und das Copper House exemplarisch stehen, wurde Ende September mit dem Swiss Architectural Award ausgezeichnet, der dieses Jahr zum dritten Mal vergeben wurde. Der mit 100‘000 Franken dotierte Preis, gestiftet von der „Banca della Svizzera Italiana“, soll auf junge Architekten und Büros aus aller Welt aufmerksam machen, die mit ihren Werken massgeblich zur Diskussion und Praxis der zeitgenössischen Architektur beitragen – und die dabei besonders sorgsam mit der Landschaft und Umwelt umgehen. Die indischen Architekten überzeugten die Jury, die sich beeindruckt zeigte „von einem Prozess, der auf einem hochklassigen handwerklichen Können aufbaut. Die kontinuierliche Interaktion zwischen Planung und Konstruktion sorgt dafür, dass dieser Prozess ständig überdacht und aufgewertet wird.“ Bemerkenswert sei auch die Form der Zusammenarbeit, die verschiedene Leistungsbeiträge zu einem untrennbaren Ganzen zusammenführe. In der Laudatio heisst es: „Der Bezug zur lokalen Tradition wird in diesen Werken durch die konkrete Bautätigkeit hergestellt (und nicht durch ein festgelegtes formales oder typologisches Repertoire). Weil der Prozess empirisch ausgerichtet ist, stellt er die Natur des schöpferischen Akts infrage und macht den Weg frei für fruchtbare Entwicklungen.“ Mario Botta, der Vorsitzende der Jury, formulierte es in seiner Rede bei der Preisverleihung so: „Studio Mumbai überzeugt durch seinen kreativen Prozess und das Bestreben, auf der Grundlage eines sedimentierten Konstruktionswissens einen Bezug zur Geschichte und zum Gedächtnis des Ortes herzustellen.“ Der Tessiner Stararchitekt zeigte sich erfreut, „dass in unserer von der Globalisierung geprägten Zeit handwerkliche Fertigkeiten wieder in den Vordergrund rücken. Vor diesem Hintergrund erweist sich die Architektur primär als gehobener und weiser Ausdruck der menschlichen Arbeit.“ Jain zeigte sich in seiner Dankesrede über den Widerhall erfreut, den die Arbeit seines Teams am anderen Ende der Welt habe. Und er bedankte sich für die Möglichkeit, im Rahmen seiner Reise in die Schweiz den Austausch mit Kollegen der verschiedensten Berufsgattungen pflegen zu können. „Dieser Aus-

tausch mit anderen Menschen ist wichtig.“ Leider sei heute das „Networking“ in aller Munde, das für ihn eine zu oberflächliche, zu sehr nur auf wirtschaftliche Aspekte konzentrierte Form der Kommunikation ist. „Gespräche und Kontakte sind für unsere Arbeit im Studio Mumbai wichtig. Aber Networking spielt keine Rolle.“ Für die Mumbaier Architekten und Handwerker ist der höchstdotierte Schweizer Architekturpreis nicht die erste Auszeichnung. 2009 erhielten sie den Merit Recognition beim Design for Asia Award und den Global Award for Sustainable Architecture, 2010 war man Finalist des 11. Aga Khan Award for Architecture und erhielt den Spezialpreis der Jury auf der Architektur-Biennale von Venedig. In der Schweiz wurde Jain und seinem Team letztes Jahr eine Werkschau gewidmet, die das Sitterwerk St. Gallen zusammen mit dem Vorarlberger Architekturinstitut in Dornbirn durchführte. Der Katalog der damaligen Ausstellung liest sich fast wie die Laudatio anlässlich der Preisverleihung: „Mit der Hinwendung zu den Wurzeln einer lokal geprägten Baukultur kann die Arbeitsweise des Studio Mumbai als paradigmatisches Beispiel für nachhaltige Entwicklung gelten.“

Bijoy Jain wurde 1965 in Mumbai geboren und studierte in den USA Architektur. Er gründete 2006 das Studio Mumbai, um seine Vorstellungen von nachhaltiger, bedürfnisorientierter und lokal verwurzelter Baukunst zu verwirklichen. Studio Mumbai www.studiomumbai.com Architekturpreis der Bank BSI www.bsi-swissarchitecturalaward.ch

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„Es fEhlt in indiEn an diskussionEn übEr architEktur“

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von Bärbel Högner (Text) und Andreas Deffner (Fotos)

Anupama Kundoo hat eine Replik ihres Wohnhauses auf der Biennale Architectura im Format eins zu eins in die Säulenhalle Corderie eingefügt. Die indische Architektin, die am renommierten Sir J.J. College of Architecture in Mumbai studierte, liess sich Anfang der 1990er-Jahre in Auroville nieder. Der experimentelle Geist beim Häuserbau in dem Ashram hat sie nachhaltig beeinflusst. Ihr besonderes Interesse gilt der Entwicklung von Low-Technologien, die sich auf lokal erprobte Materialien und Arbeitsweisen stützen. Sie promovierte an der Technischen Universität in Berlin und lehrt seit 2011 an der University of Queensland. Im Interview berichtet Anupama Kundoo über ihren Versuch, zwei Gebäude aus unterschiedlichen Kulturen in Verbindung miteinander treten zu lassen, um sowohl Kontinuität als auch Inklusion darzustellen. Mit ihrem Projekt „Wall House One to One“ möchte sie darüber hinaus zum Nachdenken anregen: Wie kann Architektur auf ernsthafte Weise diskutiert und ausgestellt werden?

Anupama Kundoo, Ihr „Wall House One to One“ auf der diesjährigen Biennale Architectura ist eine Rekonstruktion Ihres Privathauses in Auroville. Es ist ein mutiges Unternehmen, ein Haus aus Indien in voller Grösse in einem anderen Land nachzubauen. Was war Ihre Absicht, und wie waren die Reaktionen? Mein Beitrag zur Biennale war – wie David Chipperfield es ausdrückte – „ehrgeizig“ und auch etwas riskant, weil es sich um den Versuch handelt, Architektur über den Gegenstand der Architektur selbst zu erklären, noch dazu mit einer sanften Vorgehensweise ohne Schilder und Erklärungen. Daher gab es keine Garantie,

dass die Leute meine Absichten verstehen würden. Ich bin mit den Reaktionen sehr zufrieden, weil insbesondere die Berichte in den Medien zeigten, dass die Idee ankam. Offensichtlich spricht die Arbeit für sich selbst. Das eigentliche „Wall House“ ist von Bäumen umgeben. Bilder vermitteln den Eindruck einer intimen Atmosphäre. Warum haben Sie genau dieses Haus für eine Präsentation in der Öffentlichkeit gewählt? Das „Wall House“ repräsentiert all meine Untersuchungen und Experimente mit „low impact building technologies“. Ich habe verschiedene Verfahren entwickelt, die sich klimatisch, materiell und techno-

logisch für den sozialen Kontext des sich rasant verstädternden ländlichen Raums in Indien eignen, deshalb erschien es mir für die Ausstellung geeignet. Ausserdem wollte ich als Antwort auf Chipperfields Thema „Common Ground“ zeigen, dass das, was wir an Gemeinsamkeiten haben, weitaus mehr ist als unsere Unterschiedlichkeiten. Wenn man sich auf Differenzen beruft, erzeugt man Trennung, wenn man aber Gemeinschaft herstellt, kann man die Unterschiede positiv betonen. Venedig ist eine Stadt aus Ziegelsteinen, und das Material kann als gemeinsame Basis im Bauwesen betrachtet werden, denn bis heute ist es das erste produzierte Baumaterial. Indem ich ein zeitgenössisches Architekturprojekt aus dem ländlichen

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Die Architektin Anupama Kundoo versetzte das „Wall House“ aus dem ländlichen Indien nach Venedig. Der neue Ziegelbau sollte neben dem bereits vorhandenen so stehen, dass beide untrennbar miteinander verwoben sein würden, Alt und Neu, Temporär und Dauerhaft in Verschmelzung. Der Biennale-Beitrag der Inderin sollte Architektur über den Gegenstand der Architektur selbst erklären.

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Indien innerhalb der Wände des historischen Corderie-Baus versetzte, wollte ich ganz direkt das Ausmass gemeinsamer Ansätze zwischen verschiedenen kulturellen Regionen sowie zwischen einer antiken und einer zeitgenössischen Epoche zeigen. Der neue Ziegelbau sollte neben dem bereits vorhandenen so stehen, dass beide untrennbar miteinander verwoben sein würden – Alt und Neu, Temporär und Dauerhaft in Verschmelzung. Es war sicherlich eine Herausforderung, ein Gebäude von einem Kontinent auf einen anderen, von einer Kultur in eine andere zu verlagern. Wie sind Sie vorgegangen? Wie bei den meisten meiner Projekte war die Herausforderung Teil des Abenteuers, realisiert mit der Aufregung, die eine solche Vision mit sich bringt, und der Leidenschaft, die dann entsteht. Es war eine Gelegenheit, Menschen aus meiner neuen Umgebung an der Universität in Brisbane und Menschen aus Indien, mit denen ich in der beruflichen Anfangszeit arbeitete, zusammenzubringen. Es ging also auch darum, mehr über den „Common Ground“ herauszufinden, wenn Arbeitsprozesse aus verschiedenen Ländern zusammenkommen. Es halfen auch italienische Studenten, und wir hatten eine intensive Erfahrung hinsichtlich Teamarbeit. Aus Indien kamen drei Container mit Material und sechs indische Handwerksspezialisten, von denen drei bei früheren Projekten schon beteiligt waren und mittlerweile eigene Betriebe haben. Sie waren noch nie im Ausland, und so war die Installation für sie eine Chance, ihre Fähigkeiten länderübergreifend einzubringen. Ein reger Austausch an Baupraxis fand statt, und das ohne gemeinsame Sprache bis auf die eigentliche Arbeit. Bijoy Jain vom Studio Mumbai stellte 2010 ein Projekt mit dem Titel „work-place“ bei der Biennale Architectura aus, das stark auf indisches Handwerk verwies. Nun lassen Sie hier Ihr Zuhause aus Indien

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wiederauferstehen, wobei Sie sich ebenfalls auf lokale Bautraditionen berufen. Es stellt sich natürlich die Frage: Sind diese Beiträge für indische Architektur repräsentativ? Bei meiner Teilnahme ging es nicht darum, indische Architektur zu vertreten wie auch andere Einzelteilnehmer sich nicht auf ihre Länder per se bezogen – dafür sind die Pavillons da. Ich wurde nicht als Inderin eingeladen, sondern als Architektin, die zu einer globalen Community von Architekten gehört. Ich habe in verschiedenen Ländern unterrichtet, folge den internationalen Diskursen und will keinesfalls ein nationales Klischee unterstützen. Da jedoch Indien keine Landesausstellung hat, besteht die Gefahr, in diese Falle zu treten. Ich hatte nicht die Absicht, Indien „nicht“ auszustellen, aber ich ziehe es vor, wenn dieser Aspekt sich durch das Projekt im Kontext entlarvt. Die Installation ist nicht nur meine Antwort auf das Thema „Common Ground“, sondern auch ein persönliches Statement über das Ausstellen von Architektur. Das ist eine spannende Position. Könnten Sie sie bitte noch etwas präzisieren? Jede Innovation an einem Ort hat weltweit weitere Technologien entstehen lassen. Wir setzen frühere Bautraditionen fort, die in unserer Erinnerung weiterhin bestehen: Kein Gebäude steht alleine ohne diese Kontinuität in Raum und Zeit. Das „Wall House One to One“ verweist auf dieses Kontinuum, indem ein zeitgenössisches Projekt inmitten alter Elemente von gleichem Ursprung gezeigt wird. Hinzu kommt, dass es meine Auseinandersetzung mit der vollformatigen Repräsentation demonstriert, denn es gestattet, Architektur durch ein Begehen erfahrbar zu machen. Im Allgemeinen findet man viele Modelle und Zeichnungen in Architekturausstellungen. Ich bin der Meinung, diese sind für Architekten, um zu planen oder eine Idee vorzustellen. So sollten sie eingesetzt werden und nicht, um Erlebnisse durch ein mentales Verständnis von

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Konzepten zu ersetzen. Diese Art von Repräsentationen hinterlässt Eindrücke von Architektur mit einer Überbetonung des Visuellen, ein Trend, der eine Schieflage in der Art und Weise, wie über Architektur geschrieben wird hervorruft. Also ist die Installation in „Eins zu Eins“ ein Versuch, eine andere Qualität beim Ausstellen von Architektur zu erzielen? Wenn man Architektur als räumliche Einheit erfahren möchte, muss man sie besetzen, sich darin bewegen und Dinge anfassen können. Nur dann kann man die materiellen wie auch immateriellen Aspekte eines Gebäudes in der richtigen Balance wahrnehmen. Die Idee bei der Umsetzung in „Eins zu Eins“ war weniger, einzelne Facetten eines Gebäudes, denn eine Synthese im Bezug zu Raum, Umgebung, Technologie und Material zu zeigen. In Ausstellungen erscheint Architektur oftmals intellektuell überladen, die Projekte haben keine Verbindung zur Realität. Meiner Meinung nach ist jedoch Architektur sehr präsent in der wirklichen Welt, man sollte also den Boden und die Realitäten fühlen, um eine verzerrte Wahrnehmung zu vermeiden. Ist Fotografie ein adäquates Medium, um Architektur vorzustellen? Bei Architektur geht es um Erfahrungen. Leider sehen heutzutage die meisten Architekturfotos gleich aus. Ich bin manches Mal überrascht, wenn Gebäude, die ich betrat und als unterschiedlich wahrnahm, in Bildern sehr ähnlich erschienen, aufgrund des Stils, in dem sie fotografiert wurden. Offenbar muss Architektur in Fotografien ein bestimmtes Aussehen haben, damit darüber publiziert wird: standardisierte Blickwinkel, keine Hinweise auf eine Nutzung durch Menschen, stets glamourös. Meine Arbeiten wirken in Fotografien nicht so glänzend, was im Übrigen ein Grund ist, warum ich nicht so viele Fotodokumentationen habe. Ich interessiere mich nicht für kalte, sterile Bilder, die man meistens zu sehen bekommt und

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Residenz Pierre Tran in Auroville, Indien, 1991.

so wirken, als ob die Projekte gefälscht wären. Angesichts dieser Kritik an der Praxis von Architekturausstellungen: Waren Thema und Ort auf der Biennale Architecture eine ideale Plattform für Sie? Ich habe versucht, das Thema des „Common Ground“ wörtlich und physisch zu interpretieren, indem ich zwischen Corderie und meinem „Wall House“ eine gemeinsame Basis schuf, um das Projekt und den Ort als Teil voneinander erscheinen zu lassen. Symbolisch zeigt sich dies beispielsweise an der Behandlung des Fussbodens: Wir haben das Haupthaus auf einen Ziegeluntergrund gesetzt, der aus handgefertigten indischen AchakulZiegeln besteht, denen Ziegelreste der Originalsäulen aus der Corderie beigefügt wurden, die wir in der Halle sammelten. Auf diese Weise wird das, was schon da war, respektiert. Indem wir den zerbro-

chenen Stücken neues Leben gaben, haben wir sozusagen dem maroden Gebäude und seiner ursprünglichen Atmosphäre Wertschätzung entgegengebracht. Die besondere Stimmung meines Hauses verbindet sich mit der einzigartigen Stimmung dieses speziellen Ausstellungsortes. Statt Konfrontation oder Widerspruch fand Integration statt, der „Common Ground“ ist wahrhaft in dieser Arbeit. Können Sie noch ein paar weitere Details und Prinzipien beschreiben, wie Sie die Beziehung von Objekt und Ort verstärkten? Das Gebäude Corderie befindet sich in einem trümmerartigen Zustand, daher ist die Bauweise sichtbar: Der Verputz ist abgefallen, Ziegelmauerwerk ist sichtbar. Dennoch ist die Struktur vollständig bewahrt, die räumliche Qualität erhalten. Das „Wall House“ wurde mit einem vergleichbaren Grad an Unvollständigkeit umgesetzt, um einerseits offenzulegen,

wie es gebaut wurde, und andererseits Einblicke in die räumlichen Qualitäten zu geben. Wir haben Originalelemente übernommen, zeigen aber auch Aspekte der Konstruktionen, die für die Installation nötig waren und die es im indischen Original nicht gibt. Es war mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass dies eine Inszenierung ist – nicht nur Architektur, sondern ausgestellte Architektur. Nun ist ein Haus im Bauzustand mit einem Haus im Verfall verbunden. Sie beziehen sich untrennbar so aufeinander, dass man nicht sofort sagen kann, wo eine Struktur beginnt und die andere aufhört. Manche Besucher dachten, dass die Säulen der Corderie Teil der neuen Installation seien. Sie haben vorab ein Modell gebaut. Entsprach die Umsetzung in der vollen Grösse Ihren Vorstellungen? Ich gebe zu, dass mich der Effekt des Neben- und Miteinanders der Säulen aus Ziegeln der Corderie und der Ziegelwand 049

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des indischen Hauses verblüffte, wie beide miteinander fusionieren und etwas Neues entstehen lassen. Wenn man nach oben schaut, zeichnet sich das Bogendach aus Terrakotta des „Wall House“ gegen den Hintergrund der Dachziegel aus Terrakotta der Ausstellungshalle ab, die von einer Holzunterkonstruktion gestützt werden. Man sieht, dass unser System das Holz überflüssig macht, aber die Tradition von Terrakotta aufrechterhalten wird. Es mag sich ein bisschen seltsam anhören, aber ich habe als Architektin, die mit Geometrie, Technologie und visueller Wahrnehmung arbeitet, manchmal das Gefühl, wie ein Magier zu agieren. Als ob ich manche Dinge erscheinen und andere wiederum verschwinden lassen könnte. Ein neues Projekt gibt die Gelegenheit, etwas auszurichten, zu verstärken, anderes zu reparieren. Man kann Raum, Form und Landschaft manipulieren, Stimmungen herstellen. Es sind diese nicht materiellen Aspekte, die ich – wie ich schon andeutete – in der Architektur am wichtigsten finde. Und ich würde sagen: Ja, die Ausstellung wurde so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ihre Präsentation in Venedig zählt zu den individuellen Statements. Es fehlt ein Indien-Pavillon. Indische Architekten werden kaum zu internationalen Ausstellungen eingeladen, zeitgenössische indische Architektur wirkt ausserhalb des Landes als Terra incognita. Wie lässt sich das erklären? Ja, es stimmt, dass Inder kaum Einladungen erhalten, wie auch andere Nationen, die den Westen nicht so beschäftigen. Die Frage betrifft zwei Dinge gleichzeitig: Zunächst einmal ist viel von dem, was im Westen als international erachtet wird, eigentlich recht eurozentrisch, es gibt keine wahrhaft globale Repräsentation. Der europäischen oder westlichen Perspektive mangelt es an Verbindung und Aufmerksamkeit für Länder wie Indien. Hinzu kommt eine gewisse Überlegenheit und Herablassung, sodass Blick und Urteil Verzerrungen unterlie-

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gen. Zum andern fehlt in einem Land wie Indien, wo die Mehrheit der Bevölkerung aus ländlich-bäuerlichen Verhältnissen kommt und jeder sein Haus selbst baut, noch das Bewusstsein und der Respekt für Design und die Rolle, die Architekten zukommt. Der Beruf des Architekten ist noch nicht wirklich anerkannt. Das wird noch einige Zeit dauern, zugleich haben wir eigentlich keine Zeit mehr, denn die Urbanisierung schreitet mit einem unvorhersehbaren Tempo voran. Und das bislang ohne Strategien, die das Phänomen zu steuern vermöchten. Die zweite Welle an Verstädterung, die wir heute in den südlichen Ländern erleben, unterscheidet sich stark von der ersten in Europa und Amerika während der Industrialisierung, die weniger Menschen über einen deutlich längeren Zeitraum betraf. Strategien aus jener Zeit funktionieren jetzt nicht mehr, auch gibt es eine andere Vorstellung von „urban“ im Süden. Indien erfährt derzeit einen rasenden Wandel von einem ländlichen Szenario zu Megastädten. Selbst wenn die Anzahl an guten Architekturprojekten langsam steigt, hat das zur Folge, dass diese in der Masse von Ad-hoc-Entwicklungen untergehen. Architekten in Indien sind ratlos, wie sie mit dieser wilden Situation umgehen, wie sie in dem ungeplanten Kontext agieren könnten – sie sind beinahe hilflos. Nun gibt es ja durchaus verschiedene bekannte Architekten und Institutionen in Indien. Jedoch fällt auf, dass die jüngere Generation bis auf wenige Ausnahmen nicht wirklich präsent ist. Natürlich hat das Land viele sensible und gute Architekten und auch ein paar ausgezeichnete und international anerkannte Ausbildungsstätten wie das Center for Environmental Planning and Technology University (CEPT) in Ahmedabad. Und es gibt viele Frauen, die den Beruf ausüben und wirklich gute Arbeit leisten! Die jüngere Generation ist sehr aktiv, aber ihre Projekte fügen sich vielleicht nicht in westliche Publikationen ein, deshalb mag dort

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der Eindruck entstehen, sie seien nicht anwesend. Was übrigens auf Indien nicht zutrifft – wir nehmen sie wahr. Ganz allgemein würde ich sagen, dass Architekten, die in Indien respektiert werden, einen Ansatz haben, der eher „down-to-earth“ und bescheiden ist. Sie gehen aufmerksam und vorsichtig mit dem Kontext und den Realitäten der indischen Gesellschaft um, übernehmen soziale Verantwortung. Anders als im Westen haben wir nicht eine Kultur der Verehrung von Stararchitekten, diese Art von grossen Architekten gibt es bei uns nicht. Selbst die berühmtesten Persönlichkeiten wie Charles Correa oder B. V. Doshi haben sehr feinfühlige Projekte umgesetzt und Entwicklungen vorangetrieben, die immer die Umwelt und die Gesellschaft berücksichtigten. Sie haben sich nicht auf skulpturale Objekte konzentriert, die als einzelne Ikonen in den Städten stehen und zusammenhangslos erscheinen. Ich glaube, gute Architektur in Indien ist zurückhaltend, fast demütig. Mit solchen Projekten kann man nicht die Bilder produzieren, die die zeitgenössischen Architekturmagazine wünschen. Deshalb reagiere ich auch so stark auf solche Repräsentation. Bei Architektur geht es ja nicht nur um ausgefallene Formen. In der westlichen Welt hat man vornehmlich zwei Vorstellungen von indischer Architektur: Die nostalgische Variante lässt an alte Tempel denken, die dramatische Vision vergegenwärtigt die von Ihnen schon angesprochene städtische Verdichtung aufgrund des Wachstums informeller Städte. Könnten nicht Publikationen helfen, diese Bilder zu korrigieren? In Indien ist es immer noch sehr schwierig, Bücher herauszugeben. Wenn Sie Bücher über indische Architektur anschauen, dann stammen diese oftmals aus dem Ausland und bestätigen westlichen Lesern ihre Klischees. Manche indische Autoren bemühen sich darum, dem Westen Indien verständlich zu machen, doch publizieren sie nicht für den indischen Markt und landesinterne Diskussionen. Neulich fand ich 051

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Für das „Wall House“ in Auroville hat die Architektin verschiedene Verfahren entwickelt, die sich klimatisch, materiell und technologisch für den sozialen Kontext des sich rasant verstädternden ländlichen Raums in Indien eignen.

ein Buch in Pune über die FerrocementTechnik. Es war in Marathi geschrieben und ist ein Beispiel dafür, wie Autoren in erster Linie auf lokaler Ebene kommunizieren möchten. Die meisten Architekten sind lokal oder regional aktiv, ich kenne viele, die unpublizierte Arbeiten in ihren Schubladen haben. Aber es ist schwierig für diese Stimmen, Gehör zu finden. Es fehlt in Indien an Diskussionen über Architektur mit einem gewissen Standard. Ich persönlich mache mir nicht Sorgen darum, ob indische Architektur im Ausland verstanden wird. Eher wünsche ich mir eine aktive Präsenz von Architekten in Indien, um gemeinsam den Prozess der Urbanisierung zu beeinflussen und zu steuern. Wenn man einen Beitrag dazu leisten kann, Städte lebenswert zu gestalten und Probleme zu Hause zu lösen, dann ist das weit wichtiger, als im Ausland verstanden und respektiert zu werden. Wir müssen nicht diese Art von Architektur produzieren, auf die man sich im Westen

gerne bezieht. Wir müssen Lösungen für unsere eigenen, schwierigen Zusammenhänge finden, die im Übrigen einzigartige Herausforderungen sind: Wir haben eine solch hohe Bevölkerungsdichte, dass wir – obwohl ohnehin ein bedeutender Teil der Menschen keinen Zugang zu Strom oder fliessend Wasser hat – dennoch Ressourcenknappheit haben.

indischen Baukultur beitragen zu können. Und ich möchte ein Buch herausbringen, das zeitgenössische indische Architektur anhand der vielen sensiblen Projekte darstellt, die in den letzten Jahren im ganzen Land entstanden. Es wird keine glamouröse Publikation, eher – wie ich schon sagte – etwas „down-to-earth“, eine Sammlung mit Bauten, die ich mag.

Biennale Architectura in Italien, Lehrtätigkeit in Brisbane – haben Sie noch Gelegenheit, um Projekte in Indien zu realisieren? Und wie sind Ihre Pläne für die Zukunft? Es entstehen gerade ein paar Häuser und Gebäude in Indien, die noch einige Zeit betreut werden müssen. Hauptsächlich wird die Auseinandersetzung mit Themen, die die Verstädterung betreffen, sowie die Entwicklung von Prototypen für Häuser in verschiedenen klimatischen Zonen mich weiterhin beschäftigen, wobei ich hoffe, damit langfristig konkret etwas zur

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Vielfalt und Pluralismus Versus GlobalisierunG von Katharina Marchal (Text)

Die Vielfalt der Architekturlandschaft Indiens und dessen pluralistische Kultur stehen im Gegensatz zu den sich international ausbreitenden Globalisierungstendenzen. Rahul Mehrotra (RMA Architects) setzt sich als Architekt, Urbanist, Publizist, Professor und Aktivist für die Wertschätzung, Erhaltung und Weiterentwicklung dieser Kultur ein.

Zentrale der Lakshmi Machine Works (LMW) in Coimbatore, 1997. Kunst am Bau von Rajeev Sethi und Yogesh Rawal.

Rahul Mehrotra schildert in seinem Buch „Architecture in India since 1990“ (Buchtipp Seite 60) die Vielfalt und Komplexität der zeitgenössischen Architektur Indiens. Das Land ist besonders seit der Liberalisierung der Wirtschaft – Anfang 1990 – von gewaltigen wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Umwälzungen geprägt, die sich in der Architektur der expandierenden Städte niederschlagen. Mehrotra zählt zu den Pionieren der modernen indischen Architekturszene. Die Publikation ist sein persönlicher Bericht und zugleich eine strukturierende Darstellung der vielfältigen Stil- und Baurichtungen seines Heimatlandes. Sie illustriert den Glanz und Glamour architektonischer 055

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Innovationen sowie die faszinierenden Widersprüche, die sich zwischen den existierenden disparaten Bau- und Lebensweisen ergeben. Im Buch unterscheidet Mehrotra vier Hauptkategorien der Architekturpraxis, die die heutige Baulandschaft Indiens bestimmen. Die Kategorie Global Practice ist auf das investierte „ungeduldige Kapital“ im liberalisierten Indien zurückzuführen. Die von privaten Firmen und mit internationalen Architekten umgesetzten Shoppingmalls, Flughäfen, Krankenhäusern und Hochhauskomplexe bilden ganze Städte, die nicht der einheimischen Bevölkerung, sondern Expatriates, Touristen und internationalem Publikum dienen. Die parallel dazu verlaufende Entwicklung fasst Mehrotra unter der Kategorie Regional Manifestation zusammen: Einheimische Architekten mit sozialem und Umweltbewusstsein setzen sich mit

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den jeweiligen Regionen Indiens auseinander, um daraus eine neue Architektur zu entwickeln, die mit dem Ort verankert ist und nicht dem „Moloch des globalen Einheitsausdrucks“ folgt. Während der sozialen und wirtschaftlichen Wende setzten einige Architekten das traditionelle Handwerk mit lokalen Materialien fort und entwickelten daraus neue Methoden. Diese Tendenzen, welche Mehrotra als Alternative Practice beschreibt, sind gegenläufig zur globalen Praxis. Innerhalb dieser Kategorie bespricht Mehrotra auch die Rolle des Architekten als Aktivisten für urbane Entwicklungsprojekte. Unter der Kategorie Counter Modernism verweist er auf die Rückbesinnung der indischen Bevölkerung auf ihre traditionellen religiösen Werte. Mehr als in anderen Ländern sind für religiöse Bauten wie Moscheen, Tempel und Kirchen neue Interpretationen und neue Inspirationen gefunden worden. Auf eindrückliche Weise beschreibt Mehrotra, wie ganze Städte während der Festivals Ganesh Chaturthi und Durga Puja umgestaltet werden und wie am grössten religiösen Fest des Hinduismus Kumbh Mela öffentliche Räume entstehen. Als Hoffnungsträger für das aussergewöhnliche Experiment Indiens sieht er die bestehende Vielfalt und den Pluralimus der indischen Kultur sowie deren Verweigerungshaltung gegenüber einem homogenen Nationalkonstrukt. Die Architektur der Resistenz und die pluralistische Baukultur spiegeln die indische Demokratie wider und manifestieren sich innerhalb der aufkommenden globalen Baulandschaft.

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RAHUL MEHROTRA Nach dem Studium der Architektur in Ahmedabad (Indien) absolvierte Rahul Mehrotra die Graduate School of Design in Harvard (GSD). 1990 gründete er sein eigenes Büro in Mumbai: RMA Architects. Seither hat er eine Reihe privater, Firmen- und öffentlicher Bauten für die indische Regierung sowie für nicht staatliche Organisationen und Institutionen umgesetzt. RMA hat aus eigenem Engagement einige Projekte initiiert, um sich für die Stadt Mumbai und ihre Bevölkerung einzusetzen. Als Architekt und Stadtplaner beschäftigt er sich intensiv mit Projekten zur Stadterneuerung und Denkmalpflege. Mehrotras Studien und Veröffentlichungen legen den Schwerpunkt auf die Stadtentwicklung in Indien und speziell in Mumbai. Als Aktivist und in beratender Funktion greift Mehrotra Fragen nach dem Erhalt und der Bewahrung historischer Gebäude in Mumbai auf. Von 1994 bis 2004 war er Geschäftsführender Direktor des Urban Design Research Institute (UDRI), welches das Bewusstsein für die Stadt Mumbai und die Forschung über die Stadt fördert. Er lehrte von 2003 bis 2007 an der University of Michigan, war von 2007 bis 2010 Professor an der School of Architecture and Urban Planning am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Derzeit ist er Professor für Städtebau und Planung sowie Vorsitzender des Städtebaudepartements an der Graduate School of Design in Harvard (GSD). Mehrotra hat mehrere Bücher geschrieben, die sich mit der Architektur und dem Städtebau in Mumbai und Indien auseinandersetzen. Mehrere seiner Entwürfe wurden ausgezeichnet, darunter auch die Zentrale der Lakshmi Machine Works (LMW) in Coimbatore (Indien), 1997.

Restauration und Erhaltung des Chowmahalla Palastes in Hyderabad, 2007.

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Herr rahul mehrotra, in ihrem buch „architecture in india since 1990“ unterscheiden sie vier Kategorien von zeitgenössischer architekturpraxis in indien. Welche dieser Kategorien trifft für ihre arbeit, ihr architekturverständnis zu? Die vier Praxismodelle sind sinnbildlich zu verstehen für die unterschiedlichen Herangehensweisen, die im Kontext mit der Wirtschaftsliberalisierung Indiens seit den 1990er-Jahren auftreten. Selbstverständlich liegen einige der Modelle in der Grauzone zwischen den Kategorien, es gibt eine ganze Reihe an Mischformen. Da ich mich in meiner Arbeit mit einigen dieser Modelle beschäftigt habe, konnte ich diese Kategorien für das Buch so klar verstehen und darstellen. Wir arbeiten auch an Projekten, die, wie ich es oft nenne, „ungeduldiges Kapital“ einbeziehen. Aber wir versuchen so weit wie möglich dem sich daraus entwickelnden Business zu widerstehen und dem Anspruch an die architektonische Form gerecht zu werden. Man kann den Entwurf strategisch einsetzen, um solche Alternativen vorzuschlagen. Die meisten Architekten in Indien fallen in die naheliegende Kategorie des Regionalismus. Unsere Arbeitsweise ist hingegen eine wahre Hybridform, da wir uns mit allen Kategorien beschäftigt haben. Wir gehen sehr

Virchow 16: Das neue Laborgebäude von RMA Architects auf dem NovartisCampus ist bis 2014 fertiggestellt

flexibel mit diesen Modellen um, abhängig von der Art des Projektes und dem Bauherrn oder Kunden. Die Tatsache, dass wir mit sehr unterschiedlichen Bauherren oder Kunden zu tun hatten, führte uns unweigerlich zur Findung vieler verschiedener Lösungswege, die effektiv auf die gestellten Herausforderungen eingehen. Wir arbeiten mit Firmen, der indischen Regierung und mit Nichtregierungsorganisationen zusammen und haben auch selbst Projekte initiiert. Meiner Meinung nach ist das der einzige Weg, kulturspezifisch und gesellschaftsrelevant zu agieren.

sie planen derzeit das laborgebäude Virchow 16 auf dem novartisCampus in basel, in Zusammenarbeit mit blaser butscher architekten aus basel. Wie denken sie über den masterplan des novartis-Campus in basel? ist dies nicht ein besonders ausgeprägt globales Projekt? Der Novartis-Campus ist eine ganz spezielle Situation in Basel. Es ist ein CampusStädtebau mit einer besonderen Schirmherrschaft. In Anbetracht dessen, dass hier ein Reihe internationaler Architekten gebaut haben und bauen werden, ist er einerseits global in der Herangehensweise, andererseits aber auch sehr spezifisch durch den rigorosen Masterplan mit seiner detaillierten städtebaulichen Entwurfsidee. Hinzu kommt, dass Novartis die Kultur eingeführt hat, Teams mit lokalen Architekten zu bilden. Dies verankert die Projekte vor Ort. In diesem Sinne ist der Campus ortsnah, da er auf die Anforderungen und Gesetzgebungen reagiert. Die Sprache vieler Gebäude auf dem Campus ist in

ihrer ästhetischen Empfindung „global“, weil architektonische Ideen aus der ganzen Welt in Basel zu Gast sind. Daraus ergibt sich eine Art architektonisches Archiv, welches innerhalb eines robusten Städteentwurfgerüsts platziert ist. Es ist unser erstes Projekt ausserhalb Indiens, das erste in Europa überhaupt. In Zusammenarbeit mit Blaser Butscher Architekten Basel haben wir das Projekt weiterentwickelt und vor Ort verankert.

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Firmensitz für den Softwareriesen Hewlett Packard in Bangalore, 2006.

Wie beurteilen sie aus ihrer Perspektive die Hauptrichtung in der architektur in europa? sehen sie neben der Globalisierung auch eine entwicklung in richtung regionaler und traditioneller, differenzierter architektur? In der ganzen Welt werden Architektur und die Einstellungen zur Stadt globaler. Alle Betroffenen geben der „Ungeduld“ des Kapitals nach, und ganze Städte werden gebaut, um die Basis für das sanft landende Kapital vorzubereiten! Dubai, Shanghai, Singapur sind die Paradebeispiele für diese globalen Städte, alle mehr oder weniger nach dem gleichen Vorbild. Aber es gibt auch langsame Formen von Kapital, ermöglicht durch Institutionen, Stiftungen, Nichtregierungsorganisationen und Ferien-/Wochenendhäuser sowie durch die Bildung neuer globaler Vororte und Freizeitund Luxuslandschaften. Hier werden regionale Ausdrucksformen nicht nur möglich, sondern sogar ermutigt. Indem 058

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Kapital an verschiedenen Orten bleibt, wird es sicher und dann „geduldig“! Das Ergebnis ist oft masslos, aber führt meistens auch zu guter Architektur. Die Architektur in Europa betrachte ich als reicher, fundierter und rigoroser als in vielen anderen Teilen der Welt. Die europäische Bautradition und Baukultur hat sich aufrechterhalten und wächst auf gesunde Art und Weise weiter. Konzepte der Regierungsteilung – wie sie in der Schweiz praktiziert werden – verankern Architektur und Planung in der Region stärker und fordern den Universalisierungseffekt der Globalisierung heraus. Die Welt könnte in Bezug auf die Kontinuität der europäischen Architekturtraditionen und der unglaublichen Vielfalt von Europa lernen.

sie haben viele bücher über architektur und städtebau in mumbai und indien publiziert und unterstützen das erbe der indischen Kultur. manche nennen sie den inoffiziellen dokumentaristen von mumbai. Verstehen sie sich als botschafter der indischen Kultur? oder wie beschreiben sie ihre aufgabe als architekt und darüber hinaus? Mein Drang, über Mumbai zu schreiben, steht im Zusammenhang mit der Bemühung, die Politik zu ändern. Basierend auf den Erkenntnissen vieler Aufträge und selbst initiierter Projekte entstand eine grosse Anzahl an Büchern über Mumbai. In Zusammenarbeit mit Sharada Dwivedi, einem Freund und Partner, studierten wir unsere Sicht auf die Stadt und deren Probleme und dokumentierten alles, um die Ideen ausbreiten zu können. So entstanden zwölf Bücher und einige Dokumente und Kataloge. Wir waren uns zu dieser Zeit nicht bewusst, welche Implikationen diese Arbeit ha-

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Gebäudeensemble für Magic Bus in Panvel, 2007. Die Organisation bringt Kinder aus Mumbais Slums mit dem Bus auf den Sommercampus ausserhalb der Stadt.

ben könnte. Mit der Zeit wurde daraus ein sehr wertvolles Archivmaterial. Es scheint, wir haben die Betrachtung auf die Stadt damit beeinflusst. Heute begegne ich jungen Menschen, die mir mitteilen, wie sehr die Bücher sie anregten, die Stadt besser zu verstehen und sich mit der Erhaltung oder Verbesserung der Stadt auseinanderzusetzen. Das ist sehr erfreulich. Der Mangel an kohärenten Schriften und Dokumentationen über die jüngste Vergangenheit Indiens führte zur Entstehung meines letzten Buches „Architecture in India since 1990“. Nach zwei

© Rajesh Vora (beide Bilder)

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Wohnheim Hathi Gaon für die Halter von 200 Elefanten, Amber, 2011.

Dekaden Praxis in Indien lege ich hier meine Erfahrungen in Form eines Buches über die Architekturszene dar. Die im Buch abgedeckte Periode ist deckungsgleich mit den zwei Dekaden meiner Praxis: Es sind vor Ort gemachte Erfahrungen und eben nicht eine losgelöste Sicht eines aussenstehenden Kritikers. Darüber hinaus frustrierte mich die engstirnige Sichtweise der westlichen Literatur über die Architektur Indiens. Anscheinend kann der Westen wenig ausserhalb von der Tradition der Moderne und deren Ästhetik nachvollziehen. Die Vertrautheit mit gewissen Bildern lässt eine bestimmte

Vorstellung über die Architektur in Indien fortbestehen. Es gibt jedoch verschiedene Begriffe, solche, die die Pluralität Indiens anerkennen, solche, die von der Vielfalt im architektonischen Ausdruck und von verschiedenen gleichzeitig bestehenden Zeitaltern ausgehen. Ich versuche eine neue Diskussion über die Architektur in Indien zu eröffnen, die umfassender ist und die den Pluralismus anerkennt, da er der gebauten Umwelt innewohnt. Das ist die grösste Darbringung, die Indien der Welt machen kann.

Welche sind ihre wichtigsten Projekte? Das Firmengebäude für LMW (Lakshmi Machine Works) von 1997 war ein sehr wichtiges Projekt, weil es einen unternehmerischen Weg oder Eindruck Indiens darstellte, als unser Globalisierungsprozess begann. Leider liessen uns die Bauherren das Projekt nicht publizieren, deshalb blieb es unbekannt. In den letzten Jahren haben wir viel über eine passende Identität für Arbeitsplätze in Indien nachgedacht. In diesem Zusammenhang entstand der Campus für Hewlett Packard in Bangalore und die neue KMC-Zentrale in Hyderabad. Bei beiden Projekten haben wir globale Programme angewandt, aber versucht durch die Architektur den regionalen Ausdruck zu formulieren. Hingegen haben wir versucht bei manchen lokalen Programmen herauszufinden, wie die Implikationen architektonisch globalisiert werden könnten. Der Campus für Strassenkinder und das Billigwohnungsbauprojekt für Mahouts (Elefantenbetreuer)

sind programmatisch stark regional ausgerichtet. Mit den Entwurfsstrategien haben wir jedoch versucht darzustellen, wie man aus diesen Projekten universal lernen kann, um Probleme mit ähnlicher Beschaffenheit anzugehen. Wir haben uns auch mit der Denkmalpflege auseinandergesetzt sowie einige Projekte für Galerien umgesetzt. Durch unsere Forschungsarbeit zur Erhaltung und Restaurierung historischer Bauten nehmen wir uns der aufkommenden Frage an, wie mit dem historischen Bestand umzugehen ist. In dieser Arbeit müssen wir alte Traditionen und Materialien verwenden und mit vielen verschiedenen Leuten zusammenarbeiten. Vielen dank für das Gespräch.

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Links und infos zum thema indien

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architecture in india since 1990 Rahul Mehrotra, Hatje Cantz, 2012, 312 Seiten, 570 Farbabbildungen, ISBN: 978-3-7757-3245-1, 62.50 Franken. Das Indien des 21. Jahrhunderts ist von gewaltigen wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Umwälzungen geprägt, die sich in der Architektur der expandierenden Städte niederschlagen. Rahul

FaChsteLLen und inFormationspLattFormen

Mehrotra zählt zu den Pionieren der indischen Kunst- und Architekturszene. Die Publikation ist ein

Chandigarh

sameep padora

persönlicher Bericht und zugleich

Die indische Metropole ist nicht

International bekanntes Design- und

eine strukturierende Darstellung

nur wegen ihrer Architektur eine

Architekturstudio Sp+A in Mumbai.

der vielfältigen Stil- und Bau-

Reise wert.

www.sp-arc.net

richtungen seines Heimatlandes. Anhand zahlreicher Beispiele und

www.chandigarhtourism.gov.in

studio mumbai

Bilder illustriert der Architekt und Autor den Glanz und

Fondation Le Corbusier

Bijoy Jain gründete 2006 das

Glamour architektonischer Widersprüche, die sich aus den

In diesem Jahr feiert man den

renommierte Büro in Mumbai.

parallel nebeneinander existierenden disparaten Bau- und

125. Geburtstag des Meisters.

www.studiomumbai.com

Lebensweisen ergeben. So entsteht ein Bild des gegenwärtigen Indien, das nicht nur für Architekten, Designer und

www.fondationlecorbusier.fr

arChiteKtur

Stadtplaner von Interesse ist, sondern ganz allgemein eine

anupama Kundoo

Die indische Architekturszene

grosse Leserschaft anspricht.

Heute lebt und arbeitet die indische

auf einen Blick.

Architektin in Brisbane.

www.indian-architects.com

www.anupamakundoo.com

chandigarh – Living with Le corbusier

CharLes Correa

Bärbel Högner, Jovis Verlag, 2010, 176 Seiten, 150 Farbab-

Das Studio feiert 2012 sein

bildungen, ISBN: 978-3-86859-137-8, 56.50 Franken.

50-jähriges Bestehen. www.charlescorrea.net

Zusammen mit Pierre Jeanneret, Maxwell Fry und Jane Drew reiste

matharoo assoCiates

Le Corbusier 1951 nach Chandi-

Büro des Architekten Gurjit Matharoo.

garh. Er war so fasziniert vom

www.matharooassociates.com

Ort am Fusse des Himalaja, dass er umgehend den bis heute viel

rahuL mehrotra

beachteten Masterplan aufskiz-

RMA Architects, Mumbai und Boston,

zierte. Das Werk der Ethnologin

plant zurzeit ein Gebäude für den

und Fotografin Bärbel Högner zeigt

Novartis-Campus in Basel.

auf eindrückliche Weise, wie die

www.rmaarchitects.com

Bewohner von Chandigarh heute mit diesem Gesamtkunstwerk

raj rewaL

umgehen und leben. Beiträge von

Raj Rewal Associates, Neu-Dehli.

Arthur Rüegg und Arno Lederer

www.rasrewal.org

runden das Buch ab.

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Fotografie: Daniel Sutter, Zürich

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JOANNEUM MUSEUM GRAz Ende 2011 hat das generalsanierte Museum im Joanneumsviertel von Graz, welches im Kern der geschützten Altstadt liegt, wieder seine Tore geöffnet. Die ARGE Nieto Sobejano Arquitectos aus Madrid und eep architekten aus Graz gewannen im Jahre 2006 den europaweiten Architekturwettbewerb mit dem Vorschlag, das neue Besucherzentrum unterirdisch im Hof der Gebäude Neutorgasse und Raubergasse zu situieren. Damit entsteht ein einziger klarer und direkter Eingriff, der in der urbanen Umgebung praktisch verschwindet. Ist das Grazer Stadtzentrum für seine Dachlandschaft berühmt, so entwickelt sich dieses Projekt direkt unter dem Boden. Durch kegelförmige Einschnitte in der Decke des unterir unterirdischen Zubaus gelangt Licht in die Räume, ein grosser zentraler Kegel bildet den Haupteingang. Das Joanneumsviertel wird durch diesen Eingang und neue Treppen- und Liftkerne im Altbestand weitgehend barrierefrei zugänglich. Das Ensemble des Joanneums ist das Resultat dreier verschiedener Gebäude aus verschiedenen Epochen mit unterschiedlichen Nutzungen. Das neue Projekt räumt jedem einzelnen Gebäude seinen Stellenwert ein und löst gleichzeitig die Zugangssituation und neue räumliche Notwendigkeiten einheitlich. Ein neuer mineralischer Belag erstreckt sich über den ganzen Zwischenraum zwischen den Gebäuden und verbirgt in seinem Inneren die neuen Räume. Der neue Platz, der den Zugang zu den künstle Museen zentralisiert, wird gleichzeitig zu einem Ort, der künstlerischen Intervention im öffentlichen Raum Platz bietet, und zum lebendigen Treffpunkt in der Grazer Innenstadt. sg

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#4 20 12

THEMA Das Einfamilienhaus

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In der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Espírito Santo, Vitória, moral sense Paulo can Mendes never da make of the hatthe der Pritzker-Preisträger Rochaain convert Zusammenarbeit mit dem Büro Metro Arquitetos Neubau Cais das Artesvon realisiert. Einerdes picturesque eye.“ den Dieses Statement 1782 150 m langen Brücke ausPfarrers Sichtbeton und ähnlich, umfasst der neue des Kulturenglischen Lehrmeisters komplex ein Theater für 1300 Zuschauer, ein Museum mit 3000 m2 AusPittoresken, William Gilpin, umschreibt vielleicht zum stellungsfläche, einen Platz, eine Bibliothek, ein Auditorium und ein Café. Mal dieliegend, Zersiedelung verstreut in von der In ersten der Enseada do Suá einer langendurch Flachebene, die die Insel gelegene Einzelbauten. Vitória bildet, Landschaft schafft das Projekt Cais das Artes eine öffentliche Promenade entlang des Meeres. Zwischen Bauten wirdeinem die SichtBesuch auf die Berge des Heute würde Gilpindenwohl bei der Penha Convent frei, und es entsteht ein grosszügiger Platz für die öffentliche Schweiz und weiter Teile Europas kehrtum Nutzung. Ausschlaggebend für die Festlegung des Zugangs zum Museum machenzwischen angesichts fortgeschrittenen war die Beziehung Natur undder Konstruktion. Durch kristallklare Verbauung Plattformen ermöglicht die Rampeder dem Landschaften. Besucher, mehrere Punkte der Stadt, der natürlichen Umgebung und des Gebäudeinneren zu betrachten. Der Bau selbst wird zu einer visuellen Referenz in Vitórias Hafen und ist in der Stadt aus mehreren Blickwinkeln sichtbar. Er bildet eine Brücke zwischen urbanem und natürlichem Pol, eine physische und visuelle Verbindung der unterschiedlichen Realitäten der Stadt Vitória. sg

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Seit den 60er-Jahren begann sich das Einfamilienhaus boomartig als neue Wohnform durchzusetzen, die sich an dem Gartenstadtkonzept orientierte und Arbeitsbedie Trennung des Wohn- und Arbeitsbe Pendlerreichs und somit das moderne Pendler vertum zwischen Wohn- und Arbeitsort ver körperte. Der Einfamilienhausboom, der die Schweiz in der zweiten Hälfte der 70erSuJahre erfasste, kann laut der Credit Su isse auf die geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1946 und 1964 zurückgeführt werden. Einem Alter zwischen 30 und 40 Jahren, in dem typischerweise ein Umzug in ein Einfamilienhaus erfolgt. FORUM Dieselben Babyboomer haben in den 90er-Jahren dann als Kapitalanlage das Ferienhaus entdeckt.

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010 kontemplation und Gewohnheit die andere von Sarahpräzision Gatto (Redaktion) und Gerald Brandstätter (Interview) 010-020_Mod_Forum_0112.indd 10 professionelle ästhetik und OblaienGeschmack all der technischen Innovationen und lichttechnischen sinne und künste

Eigenschaften sind immer auch die formalen Parameter ausschlaggebend #4 bei2012 der Beschaffung von Leuchten. Diese haben dank LED www.modulor.ch eine regelrechte technische Revolution und formale Miniaturisierung hinter sich. Wir zeigen Beispiele herausragender Leuchten.

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Der Drang nach Besitz ist noch heute in der reichen Schweiz mit einer aber relativ niedrigen Wohneigentumsquote nachvollziehbar.

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Architektur, Immobilien, Recht

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JOANNEUM MUSEUM GRAz

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Ende 2011 hat das generalsanierte Museum im Joanneumsviertel von Graz, welches im Kern der geschützten Altstadt liegt, wieder seine Tore geöffnet. Die ARGE Nieto Sobejano Arquitectos aus Madrid und eep architekten aus Graz gewannen im Jahre 2006 den europaweiten Architekturwettbewerb mit dem Vorschlag, das neue Besucherzentrum unterirdisch im Hof der Gebäude Neutorgasse und Raubergasse zu situieren. Damit entsteht ein einziger klarer und direkter Eingriff, der in der urbanen Umgebung praktisch verschwindet. Ist das Grazer Stadtzentrum für seine Dachlandschaft berühmt, so entwickelt sich dieses Projekt direkt unter dem Boden. Durch kegelförmige Einschnitte in der Decke des unterirdischen Zubaus gelangt Licht in die Räume, ein grosser zentraler Kegel bildet den Haupteingang. Das Joanneumsviertel wird durch diesen Eingang und neue Treppen- und Liftkerne im Altbestand weitgehend barrierefrei zugänglich. Das Ensemble des Joanneums ist das Resultat dreier verschiedener Gebäude aus verschiedenen Epochen mit unterschiedlichen Nutzungen. Das neue Projekt räumt jedem einzelnen Gebäude seinen Stellenwert ein und löst gleichzeitig die Zugangssituation und neue räumliche Notwendigkeiten einheitlich. Ein neuer mineralischer Belag erstreckt sich über den ganzen Zwischenraum zwischen den Gebäuden und verbirgt in seinem Inneren die neuen Räume. Der neue Platz, der den Zugang zu den Museen zentralisiert, wird gleichzeitig zu einem Ort, der künstlerischen Intervention im öffentlichen Raum Platz bietet, und zum lebendigen Treffpunkt in der Grazer Innenstadt. sg

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1 Die kostenlose App „kooaba Shortcut“ MENDES DA ROCHA herunterladen: www.kooaba.com/shortcut In der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Espírito Santo, Vitória, 2 Schnappschuss einer Modulør-Seite machen. hat der Pritzker-Preisträger Paulo Mendes da Rocha in Zusammenarbeit mit Büro Metro Arquitetos den Neubau Cais das Artes realisiert. Einer 3 Den entsprechenden Artikel andem Freunde 150 m langen Brücke aus Sichtbeton ähnlich, umfasst der neue Kulturein Theater für 1300 Zuschauer, ein Museum mit 3000 m Ausweiterleiten oder für sich selberkomplex speichern. 2

stellungsfläche, einen Platz, eine Bibliothek, ein Auditorium und ein Café. In der Enseada do Suá liegend, einer langen Flachebene, die die Insel von Vitória bildet, schafft das Projekt Cais das Artes eine öffentliche Promenade entlang des Meeres. Zwischen den Bauten wird die Sicht auf die Berge des Penha Convent frei, und es entsteht ein grosszügiger Platz für die öffentliche Nutzung. Ausschlaggebend für die Festlegung des Zugangs zum Museum war die Beziehung zwischen Natur und Konstruktion. Durch kristallklare Plattformen ermöglicht die Rampe dem Besucher, mehrere Punkte der Stadt, der natürlichen Umgebung und des Gebäudeinneren zu betrachten. Der Bau selbst wird zu einer visuellen Referenz in Vitórias Hafen und ist in der Stadt aus mehreren Blickwinkeln sichtbar. Er bildet eine Brücke zwischen urbanem und natürlichem Pol, eine physische und visuelle Verbindung der unterschiedlichen Realitäten der Stadt Vitória. sg

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KOLUMNE Urs Wiederkehr, SIA

Ich bIlde mIch weIter – stets – für alle, dIe nur reden Dieser Slogan der Erwachsenenbildung-Organisation meiner Wohngemeinde Wohlen AG ist mir heute an der Haltestelle der Überlandbahn aufgefallen. Ausgehend von den drei durch Punkte getrennten Teilen sollen im Folgenden einige Herausforderungen bei der Wahl eines umfangreicheren Weiterbildungsangebots kommentiert werden. „Ich bilde mich weiter“ ist heute im Umfeld einer sich laufend ändernden Umgebung, Weiterentwicklung des Fachgebiets und höherer Komplexität der Fragestellungen selbstverständlich. Trotzdem, der Entscheid, welche Weiterbildung der Einzelne in Angriff nehmen soll, setzt eine vertiefte Auseinandersetzung mit der eigenen Situation und den publizierten Angeboten voraus. Das Naheliegende muss nicht auch das Geeignete sein. Ist Spezialist- oder Generalist-Sein die Zukunft oder eine reine Führungsaufgabe? Auch die Perspektiven im gegenwärtigen Arbeitsumfeld beeinflussen die Wahl: Ist ein Stellenwechsel geplant, der Schritt in die Selbstständigkeit, die Übernahme einer neuen Aufgabe oder bleibt bei der beruflichen Situation in mittelbarer Zukunft alles beim Alten, so darf die Wahl einer Weiterbildung nicht losgelöst davon betrachtet werden. „Stets“, der zweite Teil des Slogans, muss gemäss meiner Erfahrung etwas diffe-

renzierter betrachtet werden. Folgt eine intensive Weiterbildung pausenlos auf die vorherige, so stellt sich schon die Frage, ob das reine (Abschluss-)Titel-Sammeln bildungsbezogen nachhaltig ist. Das Konsolidieren und Anwenden der eben abgeschlossenen Weiterbildung ist von höchster Wichtigkeit. Sonst geht dieses Know-how für eine adäquate Anwendung rasch wieder verloren. Es gibt das Gegenargument, dass nach einer ersten Weiterbildung eine zweite direkt anschliessend leichter von sich geht als der ständige Wechsel zwischen Berufsleben und parallelem Lernen. Eventuell erwirbt man so den angestrebten Abschlusstitel schneller, nur geht es auf Kosten der Wissenskonsolidierung. „Für alle, die nur reden“, der letzte Teil des Slogans schliesslich, soll ermutigen, nicht nur davon zu sprechen, sondern die Weiterbildung wirklich in Angriff zu nehmen. Auch wenn der Interessierte top motiviert ist, das Thema sorgfältig evaluiert und auf seine Berufssituation und seine Pläne abgestimmt hat, muss ihn das Umfeld massgeblich unterstützen, sodass aus dem Reden darüber auch Tun werden kann. Je nach Blickwinkel stellen die volkswirtschaftlichen, die betriebswirtschaftlichen oder die persönlichen Aspekte die Stolpersteine dar: Der an Weiterbildung Interessierte ist darauf angewiesen, dass der gegenwärtige Arbeitgeber sein Vorhaben unterstützt. Durch die Weiterbildung wird ein höherer beruflicher Wert erzeugt, wofür der jetzige Betrieb eventuell keine passende Stelle anbieten kann oder will. Das Gelernte

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muss zudem sofort im Praktischen angewendet werden können, sonst geht das erworbene Know-how schnell verloren. Zeichnet sich während der Weiterbildung ab, dass die geförderte Person anschliessend einen Stellenwechsel plant, so kann die betriebliche Unterstützung wegen Missbrauch der Loyalität rasch stoppen oder weil Vorgesetzte einen selber aufgebauten Konkurrenten sehen, der mehr Wissen besitzt und einen selber veranlasst, endlich etwas weiterbildungsmässig zu tun (und nicht nur davon zu reden). Ja, der Wunsch eines Mitarbeiters zur Weiterbildung kann eine Reihe von betrieblichen Folgemassnahmen auslösen. Und der Weiterbildungsinteressierte ist darauf angewiesen, dass sein Arbeitgeber und sein Umfeld ihn bis zum Schluss unterstützen, inklusive der Anbieter der Weiterbildung.

Dr. Urs Wiederkehr ist Bauingenieur und Leiter SIA-Form (Weiterbildung), Präsident der Prüfungskommission der eidg. höheren Fachprüfung LeiterIn in Facility-Management und Mitglied der Schulkommission des Kompetenzzentrums Strickhof. An rund 20 Tagen im Jahr unterrichtet er im Rahmen diverser Weiterbildungsveranstaltungen.

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aRchITEKTUR Parag-Shah-Residenz, Surat, Indien

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aRchITEKTEn Matharoo Associates, Gujarat, Indien www.matharooassociates.com BaUhERRschafT Privat BaUZEIT 2003–2005

Der konsequente Minimalismus von Gurjit Matharoo hat den Bauherrn beeindruckt. Auf der Westseite mit Familieneingang verbinden sich Sichtbeton und burmesisches Teakholz zu einer Einheit.

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IndIan Style oder dIe KunSt deS eInfachen WohnenS

Im Empfangsraum für Gäste bilden Architektur und klassisches Möbeldesign aus Italien und Skandinavien ein inspirierendes Gegenüber.

MaThaROO assOcIaTEs, GUjaRaT, InDIEn

Alles begann mit einem Trauerfall. Parag Shah, Diamantenhändler und Kosmopolit, geht durch das Krematorium der indischen Metropole Surat und ist begeistert von der Baukunst des Architekten Gurjit Matharoo. von Helga Othenin-Girard (Text) und Christian Schaulin (Fotos)

Die filigrane Struktur der Begräbnisstätte aus Vollbeton mit ihrer perfekten Alchemie aus Baustoff, Licht und Umgebung erinnert Shah an die Handschrift von Tadao Ando. „Architektur“, zitiert er den bewunderten Autodidakten aus Japan und stösst dabei mit seinem Zeigefinger gen Himmel, als wollte er die Götter höchstselbst als Zeugen bemühen, „ist zu einem Teil das Ergebnis logischer Überlegungen und entsteht zum anderen mithilfe der Sinne. Es gibt immer einen Punkt, an dem 065

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aRchITEKTUR Islamischer Friedhof, Altach

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Carrara-Marmor und polierter Kaddakappa-Stein aus Nordindien dominieren den formellen Wohnbereich, in dem Gäste und Geschäftspartner empfangen werden.

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kargen Bauten bevorzugt er als Material feinsten Sichtbeton. Es scheint, als habe er die Formensprache von Le Corbusier neu interpretiert, zudem teilt er dessen Aversion gegen Gewohnheiten und Wiederholungen. Das Glück, davon ist auch Matharoo überzeugt, liegt in der Bewegung mit der sich die schöpferische Fähigkeit des Menschen ausdrückt. Im Stadtbild von Surat ist davon erst einmal nichts zu entdecken. Die indische Millionenmetropole, 250 km nördlich von Mumbai gelegen, sieht aus wie nach einem industriellen Inferno. Textilmühlen blasen ihre Abgase in den trüben Himmel, Tausende von rostzerfressenen Vehikeln quälen sich durch die verstopften Strassen, während Teejungen ihre vollen Langgestreckte Flure, Rampen und Treppen Tabletts wie Balletttänzer durch den verbinden die verschiedenen Bereiche des Hauses. Schmutz der Grossstadt balancieren. Trotzdem ist diese Stadt reich, zumindest sind es einige ihrer Bewohner. In diesem Moloch werden 83 Prozent aller Diamanten weltweit geschliffen. Das Geschäft mit Edelsteinen liegt in den Händen weniger Familien, die ihren seit Generationen erworbenen Wohlstand ohne Scheu zeigen. Am Rand des Stadtzentrums, an den Ufern des Flusses Tapti, reihen sich voluminöse weisse Villen aneinander. Marmorne Figurinen schmücken die Hauseingänge, Chauffeure polieren dunkle Limousinen, während bewaffnete Sicherheitskräfte die Strassen im Auge behalten. „So könnte ich nicht leben, das ist einfach nicht mein Stil“, sagt Parag Shah und schüttelt die Vorstellung wie einen Parasiten aus seinem schwarzen Haar. Nein, man kann sich den distinguierten Geschäftsmann wirklich nicht inmitten von dickwangigen Marmorputten vorstellen. Sein Haus ist ein Bekenntnis aus Beton. Es verlangt nach Diskretion und Zurückhaltung. „Wir wollten einen Lebensbereich mitten in der Stadt schaffen, der die Qualität eines Landdomizils hat: Ruhe, Privatsphäre und Abgeschiedenheit“, erzählt seine Ehefrau Meeta und erinnert sich gut an die intensiven Diskussionen mit Gurjit Matharoo und ihrem Mann, als man über die Pläne des Hauses gebeugt so manche Nacht zum Tag werden liess. Der gemeinsame kreative Prozess sei im Übrigen das Einzige, was sie jemals dazu verleiten könne, ein weiteres Haus zu bauen, behauptet die attraktive Modedesignerin und schwärmt davon, wie sehr sie diese Zeit genossen habe. diese beiden Teile kollidieren. Architektur könne ohne diese Das Haus der Shahs verbirgt sich hinter einer 2 m hohen SichtbeKollision nicht entstehen.“ tonmauer, an der die Geräusche der pulsierenden Metropole abDiesen philosophischen Grundstein für das neue Domizil sei- prallen wie Fliegen an einem Fensternetz. Umgeben von einem ner Familie hatte der alerte Geschäftsmann bereits vor langer grünen Pflanzenband aus Bambus, Mandelbäumen, RasenfläZeit gelegt. Jetzt, nach dem Besuch des Krematoriums, war end- chen und einem kleinen Kräutergarten vor der Küche, erscheint lich auch der geeignete Architekt gefunden. Gurjit Matharoos die Betonbox mit ihren unregelmässigen Seitenlinien wie eine Stil zeichnet sich durch konsequenten Minimalismus aus. Der uneinnehmbare Festung. 2650 m2 für ein Experiment in Sim44-Jährige baut dynamisch, hell und feingliedrig. Für seine plizität und Minimalismus, so meint zumindest der Hausherr. 067

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aRchITEKTUR Islamischer Friedhof, Altach

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Gästeeingang mit Bambushain an der Ostseite: Der Portikus besteht aus rotem, reliefartigem Sandstein (Ruby Red aus Rajasthan), die Säulen aus Beton.

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Das Haus verbirgt sich hinter einer Sichtbetonmauer, an der die Geräusche der Stadt abprallen.

Die Verkleidung aus Teakholz diffusiert das Licht, das von aussen in die Bibliothek fällt.

Der Besucher findet nicht auf direktem Weg Einlass, sondern gelangt erst über eine schmale und biegungsreiche Wegführung ins Innere. Den Boden des Portikus bedeckt polierter, schwarzer Kaddakappa-Stein aus den Steinbrüchen Nordindiens. Betonschürzen ragen bis zur Mitte der Säulen hinab, der Wind streicht durch den Bambushain und komponiert dabei eigenwillige Melodien. Roter Sandstein, der berühmte Ruby Red aus Rajasthan, ist mit seiner reliefartigen Struktur Fassade und Schmuck zugleich. Lichtleisten regulieren, je nach Tageszeit, die Helligkeit und verändern die Stimmung des Eingangsbereiches. Eine mächtige Tür aus burmesischem Teakholz gewährt Zutritt zum Inneren des Hauses. „In meiner Arbeit ist Architektur und Struktur eins, die Gebäude entfalten sich, je mehr man sich mit ihnen beschäftigt“, erklärt Gurjit Matharoo, der die Vorstellung, als Architekt auch Psychologe sein zu müssen, weit von sich weist. Allerdings ist der dynamische Sikh (Anhänger dieser indischen Religionsgemeinschaft sind an ihren aufwendig gewickelten Turbanen zu erkennen; Anm. d. Red.) für seine intensiven Recherchen vor Baubeginn bekannt. Er macht sich ein möglichst vollständiges Bild von den Lebensund Arbeitsverhältnissen seiner Kunden. Ihre Religion und die Orte ihrer Kindheit spielen eine wichtige Rolle. „Es gibt Kunden“, erzählt Matharoo aufgeräumt, „die sehr traditionell leben, sogar konservativ, dafür aber trotzdem eine moderne, kompromisslose Architekturlösung wollen.“ Der Sesam öffnet sich. Das Zentrum des Hauses ist – wie in traditionellen indischen Pol-Häusern üblich – der Innenhof, um den die verschiedenen Wohnbereiche auf zwei Ebenen angelegt sind. Marmor dominiert den formellen Wohnquader, in dem Gäste und Geschäftspartner empfangen werden, während die Privaträume und der separate Familieneingang von burmesischem Teakholz in eine warme Atmosphäre getaucht

werden. Langgestreckte Flure verbinden die verschiedenen Bereiche des Hauses, die Ebenen sind durch Rampen, Schrägen und Stufen miteinander verwoben. Für den Innenhof setzte Architekt Gurjit Matharoo bewusst die hitzige Wirkung des roten Sandsteins ein und hebt damit die zentrale Bedeutung des Ortes für das Haus hervor. Die Farbe ist nicht zufällig, ist keine blosse Applikation. Farbe wird zum integralen Bestandteil der baulichen Teilfiguren, sie individualisiert die einzelnen Bereiche des Hauses, ohne sie jedoch voneinander zu trennen. Es geht um Harmonisierung von Mensch, Kosmos und Erde, und dabei ist der zentrale Platz eine wichtige Kommunikationsachse für alle Familienmitglieder. Die Grosseltern spielen hier mit ihren Enkeln und geniessen unbemerkt von den Bewohnern der Nachbarschaft ein Stück vom Himmel. Die räumliche Aufteilung des Innenhofs wird durch verschiedene Zugänge komponiert, deren Seitenlinien an dem mächtigen Frangipani-Baum zusammentreffen. Der Baum ist der Nabel des Hauses und steht für Lebenskraft und Unsterblichkeit. Gleichzeitig hat der Hof eine Funktion als Klimaregler. Der Patio ermöglicht eine indirekte Luft- und Lichtzufuhr, eine unerlässliche Notwendigkeit im heiss-trockenen Klima des nordwestlichen Indien. Die Shahs mögen Möbel von Quadra, Poltrona Frau, Moroso oder Le Corbusier. Indische Möbel seien traditionell sehr pompös, voller Schnitzereien und Verzierungen, wehrt Meeta Shah ab und betont nachdrücklich, dass man eine klare, einfache Umgebung habe gestalten wollen. Dekoration ist der 40-Jährigen ein Gräuel, sie mag es simpel. Doch simpel kommt in der indischen Formensprache nicht vor. Die geraden Linien fanden die Shahs in Europa. Seit Jahren verbindet die Familie ihre jährlichen Geschäftsreisen zur Diamantenbörse in Antwerpen mit ausgedehnten Aufenthalten in Mailand, Paris oder Kopenhagen, immer auf der Suche nach Novitäten und Klassikern 069

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Das Zentrum der Residenz ist wie in traditionellen indischen Häusern der Innenhof, um den die Wohnbereiche auf zwei Ebenen angelegt sind.

aus der europäischen Designgeschichte. Die handverlesenen Möbel für ihr neues Domizil kauften die Shahs in Italien, denn trotz Globalisierung gibt es die Leuchte „PH Artichoke“ von Louis Poulsen oder den „Eames Plastic Armchair“ von Vitra in Indien noch nicht im Einrichtungshaus um die Ecke. „Für meine Familie ist es wichtig, in einem sinnlichen Haus zu wohnen“, erklärt Parag Shah eindringlich und lässt seine Finger über die kühle Marmorwand des Esszimmers

gleiten. „Dem Intellekt gefällt die ausgewogene Geometrie des Gebäudes, das Herz liebt das pure Material, die Nachhaltigkeit der Bauweise zeigt mein Bemühen, etwas zu hinterlassen. Und natürlich gefällt meinem Ego die Einzigartigkeit des Hauses“, fügt er schmunzelnd hinzu. Vor allem aber ist das Haus längst zu einem Zuhause geworden.

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aRchITEKTUR Shiva-Tempel, Wadeshwar, Indien

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aRchITEKTEn Sp+A Architects, Mumbai, Indien www.sp-arc.net BaUhERRschafT Gemeinde Wadeshwar, Indien BaUZEIT 2009–2010

Der Architekt Sameep Padora entwickelte den Shiva-Tempel in seiner Freizeit gemäss dem Prinzip des Shramdaan, bei dem jeder unentgeltlich einen kleineren oder grösseren Beitrag für ein gemeinsames Vorhaben leistet.

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In Fronarbeit und mit minimen Mitteln realisierte der indische Architekt Sameep Padora einen kleinen Shiva-Tempel. Der unscheinbare Bau aus Basaltsteinen eröffnet seine architektonische Raffinesse erst auf den zweiten Blick. von Ben Kron (Text) und Sp+A (Fotos)

Die Besucher betreten erst die natürliche Säulenhalle, folgen dem Pfad unter den Eichen und betreten am Ende den Tempel durch den als Veranda ausgebildeten Eingangsbereich.

Sameep Padora ist ein Mann mit vielen Facetten. So hat der indische Architekt mit dem von ihm gegründeten Mumbaier Studio Sp+A nicht nur verschiedenste bauliche Projekte entworfen und realisiert, vom Hochhaus über ganze Stadtteile bis zu Geschäftsgebäuden oder zuletzt ein Mezzanin für ein Modelabel. Padora befasst sich dazu auch mit Produktedesign, wofür er schon mehrere Preise gewonnen hat, oder mit 1000 Jahre alten buddhistischen Klöster im Himalaja, worüber er eine akribische und ebenfalls preisgekrönte Dokumentation erarbeitet hat. Querdenkerische Ansätze, ungewöhnliche Methoden und spezielle Entwürfe sind deshalb so etwas wie das Markenzeichen des Architekten und seines Büros: „Wir wollen die formalen Traditionen von bestehenden Bautypen und bestehenden Typologien angreifen, indem wir versuchen, den Prozess des Designs oder Bauens anders zu interpretieren.“ In spezieller Weise hat Padora seine Vorstellungen von Architektur und baulichen Prozessen bei einem kleinen Bauwerk umgesetzt, das 2010 in der Stadt Wadeshwar am Ufer des Andhra-Sees, rund 75 km ausserhalb von Mumbai, vollendet wurde: ein Tempel mit einer aussergewöhnlichen Entstehungsgeschichte, welcher Shiva geweiht ist, einer der wichtigsten Gottheiten im Hinduismus. Die Geschichte beginnt damit, dass Sameep Padora jeweils am Wochenende sein Mumbaier Appartement mit einem einfachen Landhaus in der Nähe von Wadeshwar tauscht. Hier wurde er von Einheimischen um eine Spende gebeten, um im Ort einen neuen Shiva-Tempel zu bauen. Der Architekt entschloss sich, statt Geld seine Arbeitskraft zu spenden. Er folgte damit einer alten hinduistischen Tradition, mit deren Hilfe in Indien zahlreiche kommunale Projekte realisiert werden: dem Prinzip des Shramdaan, bei dem jeder einen kleineren oder grösseren 073

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aRchITEKTUR Shivatempel, Wadeshwar

Die Säulenhalle, die sogenannte Mandapa, wird durch die Umgebung gebildet. Die Bäume sind die Wände, der Himmel das Dach.

Beitrag für ein gemeinsames Vorhaben leistet. Padora widmete sich, streng nach dem Gedanken des Shramdaan, nur ausserhalb der normalen Arbeitszeit dem Tempelprojekt, das er in Zusammenarbeit mit Vertretern des Orts und Priestern realisierte. Deshalb dauerte der Bau des kleinen, aus gespendeten Basaltsteinen bestehenden Gebäudes neun Monate. „Typischerweise würde ein solcher Tempel aus einem inneren Schrein bestehen, worin die Götterfigur aufbewahrt wird, und davor einer Säulenhalle, der Mandapa, in welcher die Gläubigen sitzen und beten“, erklärt der Architekt. Doch in diesem Fall musste man das Bauprojekt redimensionieren. So nutzte Padora wegen der sehr beschränkten Geldmittel die Landschaft auf dem kleinen Plateau oberhalb des Andhra-Sees: „Nur der innere Schrein wurde gebaut. Die Mandapa wird vom Plateau mit den grossen

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Der innere Schrein ist ein einfacher, an der Spitze offener Steinturm, durch den ein Strahl aus Tageslicht ins Innere gelangt.

Bäumen gebildet, sodass wir einen Raum haben, bei dem die Bäumen die Wände sind und der Himmel das Dach.“ Der gebaute Tempel ist ein einfacher, sich nach oben verjüngender und an der Spitze offener Steinturm, durch den ein Strahl aus Tageslicht hinunter zu den Götterstatuen im inneren Sanktum gelangt. Seine Form orientiert sich an traditionellen Bauweisen; verzichtet hat man lediglich auf die üblichen Verzierungen. „Wir sparen mit unserem sehr kleinen Budget so die Kosten für Material und zusätzliche Handwerker.“ Die Besucher des Tempels betreten zuerst das Plateau, die natürliche Säulenhalle, und folgen danach einem Pfad, der sich an den Eichen vorbeiwindet. Danach halten sie kurz zwischen zwei Basaltmauern inne, bevor sie sich nach Osten zum Tempel hin wenden und ihn durch den markanten Eingangsbereich betreten. Dieser ist wie eine Veranda gestaltet und bildet

zugleich den einzigen Punkt, an dem der Tempel modern wirkt und verrät, dass es sich um ein neues Gebäude handelt. Der Eingang ist im Übrigen mit Absicht tief gebaut. Sameep Padora: „Das Gebäude ist in erster Linie für die Gottheit gebaut, nicht für die Menschen. Deshalb nimmt es in seinen Dimensionen primär auf diese Funktion Rücksicht.“ Dazu hat der zu tiefe Eingang einen simplen, aber gewollten Effekt: „Besucher sollen sich beim Eintreten bücken, sie betreten einen Tempel.“ Für den auf den ersten Blick simplen Bau wurden Padora und sein Team 2010 auf der Veronafiere mit dem International Award Architecture in Stone ausgezeichnet. Das Werk, so die Jury „verbinde in exemplarischer Weise den anspruchsvollen Prozess der intellektuellen Vereinfachung mit den lokalen handwerklichen Fähigkeiten und den Möglichkeiten und Materialquellen des Geländes“.

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GrundreGeln für den erfolG in baurechtlichen StreitiGkeiten von Dr. Martin Kurer, Hans-Ulrich Kupsch und Walter Maffioletti (Text)

Das Werk „Die Kunst des Krieges“ von Sun Tzu (*544 v. Chr. bis 496 v. Chr.) gilt als das früheste Werk über Strategie und ist auch heute noch eines der bedeutendsten zu diesem Thema. So verwundert es nicht, dass sich die Grundregeln für einen Erfolg in gerichtlichen Streitigkeiten aus Thesen dieses Werkes ableiten lassen. Die Autoren des Beitrages verbinden ihre Erkenntnisse als Prozessanwälte mit den Thesen des chinesischen Generals und Philosophen.

是故勝兵先勝而後求戰, 敗兵先戰而後求勝。 Victorious warriors win first and then go to war, while defeated warriors go to war first and then seek to win.

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Die Anzahl baurechtlicher Zivilstreitigkeiten in der Grundfragen für spätere Streitigkeiten betreffen oft die GrundSchweiz nimmt seit geraumer Zeit zu. Wer als Planer, Bauherr, lagen des Angebotes, insbesondere Leistungsverzeichnisse; Investor oder Unternehmer im Baugewerbe tätig ist, wird diese Umstände, welche die Bauausführung verzögern oder verteuWahrnehmung vermutlich teilen. ern; Weisungen des Bauherrn; Bestellungsänderungen; ErfülBauprozesse sind Faktenschlachten, und aufgrund der Fakten- lung von Anzeige- und Abmahnungspflichten; Planänderungen lastigkeit sind die Gerichtsverfahren oft langwierig und teuer. und Planfehler; Fehler anderer Baubeteiligter; VertragsändeZudem werden sie oft mit ungleichen Spiessen ausgetragen. So rungen; Abnahme; Beanstandungen der Leistung; Verzug. sehen sich Planer häufig übermächtigen Generalunternehmern Als Beweismittel können Fotografien und Aktennotizen über oder Bauherren gegenüber, und auch Bauherren und Unterneh- Beschaffenheit, Umstände oder Vorfälle dienen, die möglichermer oder Generalunternehmer und Subunternehmer kämp- weise einmal Gegenstand des Streites werden. Ersteller und fen oft in verschiedenen Gewichtsklassen. Schliesslich gibt es Erstellungsdatum dieser einseitigen Beweissicherungen sollten keine verlässlichen Bündnisse. Häufig ersichtlich sein, und es sollte sichergesind Bauprozesse Mehrparteienprostellt sein, dass sich diese nicht verfälzesse, bei denen sich eine Vielzahl von schen lassen oder verloren gehen. Klägern oder Beklagten gegenübersteht Viele Vorgänge werden in E-Mails geoder bei denen sich ein Rückgriff einer regelt und damit auch dort beschrieben Partei gegen einen Dritten (der dann und kommentiert. Projektbezogener regelmässig auf dem Weg der StreitgeE-Mail-Wechsel sollte somit unbedingt nossenschaft in den Prozess einbezogespeichert und ausgedruckt werden gen wird) abzeichnet. und ebenso wie andere SchriftenwechGewinn oder Niederlage einer bausel verfügbar bleiben. Wichtig ist in rechtlichen Streitigkeit entscheidet sich diesem Zusammenhang auch, dass For to win one hundred victories in one hundred regelmässig in einem umfangreichen Hilfspersonen, die bei der Vertragsbattles is not the acme of skill. To subdue the Beweisverfahren, denn Tatsachen haerfüllung beigezogen werden, diese enemy without fighting is the acme of skill. ben vor Gericht grundsätzlich nur Dokumentierung (vollständig) an den dann Bedeutung, wenn sie sich beGeschäftsherrn abliefern. Entspreweisen lassen können. Das Schwierige chende Pflichten sind in den Verträgen daran ist, dass die gerichtlichen Auseinandersetzungen häufig mit Dritten aufzunehmen, und die Einhaltung ist zu überwalange nach dem Eintritt der Geschehnisse ausgetragen werden. chen. Wenn Wahrnehmungen Dritter streitentscheidend sein Der Tatsachenbeweis wird dann durch Zeitablauf, Verände- können, so ist es ratsam, diese Personen zur Dokumentierung rung der Bauten oder wegen personeller Wechsel erschwert. der Wahrnehmung anzuhalten, solange noch wechselseitige Es zeigt sich immer wieder, dass diejenige Partei unbeschadet Interessen bestehen und die betreffende Person dazu veranaus einer Streitigkeit hervorgehen kann, welche sich frühzeitig lasst werden kann. Zweckmässig ist auch hier eine datierte und vorbereitet hat. Wie hat sich also eine Partei zu verhalten, da- unterschriebene Notiz. mit sie den Streit bereits gewonnen hat, bevor sie vor Gericht In besonderen Fällen, wenn sich beispielsweise kritische Umgehen muss? stände nach dem Baufortschritt nur noch schwer nachweisen Zuerst sollte frühzeitig analysiert werden, welches die po- lassen, kann es Sinn machen, den Sachverhalt bereits vor tenziellen Haftungs- oder Streitrisiken sind und mit welchen Entstehen eines Streites durch einen sachverständigen Dritten Gegnern man sich möglicherweise auseinandersetzen muss. begutachten und bestätigen zu lassen. Hierbei darf man keineswegs blauäugig sein. Weder eine vor- Organisatorisch ist es sinnvoll, die Projektleiter auf die dergründig funktionierende Projektabwicklung noch ein gutes beschriebenen Massnahmen hin zu schulen und eine klare persönliches Verhältnis und noch nicht einmal eine dauer- Verantwortlichkeit für die umfassende Dokumentierung der hafte (auch zukunftsträchtige) Zusammenarbeit lassen einen Projektabwicklung vorzusehen. späteren Streit ausschliessen, wenn es beispielsweise um den Wer auf diese Weise vorbereitet ist, kann seine Position beim Umfang der Arbeiten, Höhe des Honorars/Werklohnes (insbe- Auftreten von Streitigkeiten unter Umständen so stark und sondere Mehrforderungen), Mängel, Verzug geht. überzeugend dokumentieren, dass der anderen Partei von vornIn einem zweiten Schritt ist zu analysieren, welche Tatsachen herein der Boden für eine Streitführung entzogen wird. Wer streitig werden können und welche Beweismittel bei einer auf einen Streit gut vorbereitet ist, muss ihn somit häufig gar möglichen Auseinandersetzung benötigt werden. Entsprechend nicht führen, was nach Sun Tzu die höchste Kunst ist. sind die Fakten so zu dokumentieren, dass sie in einem spä- Auch eine Partei, die gut vorbereitet ist, sollte aber eine teren Prozess ohne weiteres bewiesen werden können. gerichtliche Auseinandersetzung nur führen, sofern dies

是故百戰百勝, 非善之善者也; 不戰而屈人之兵, 善之善者也。

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wirtschaftlich effizient ist, was einer zuweisen, dass (A) ein Mangel vorliegt sorgfältigen Prozessrisikoanalyse beund dieser (B) innerhalb der Rügefrist darf. Auch diese Erkenntnis ist wiedegerügt wurde. Nehmen wir an, dass rum bereits bei Sun Tzu zu finden: ihm mit einer Wahrscheinlichkeit von Die Kunst ist, Chancen und Risiken 40% gelingen wird, das Gericht vom He who knows when he can fight and when he eines Gerichtsstreites richtig einzuVorliegen eines Mangels zu überzeucannot will be victorious. schätzen. Gestützt auf diese Einschätgen und er nochmals mit einer Wahrzung wird eine Partei, die nach dem scheinlichkeit von 40% erfolgreich der genannten Grundsatz handelt, bestimUmstand der rechtzeitigen Rüge nachmen können, bis zu welchem Ergebnis eine Streitvermeidung weisen kann. Die Wahrscheinlichkeit des gleichzeitigen Nachsinnvoll ist. weises von A und B ist 0,4×0,4= 16%. Hingegen genügt dem Um die Angemessenheit eines Vergleichsergebnisses zu be- Prozessgegner der Gegenbeweis von A oder von B oder auch stimmen, muss die Vergleichssumme mit dem erwarteten von A und B: 0,6×0,6 + 0,6×0,4 + 0,4×0,6 = 84%. Nettogewinn eines gerichtlichen Urteils verglichen werden. Meistens überschätzen die Parteien ihre Chancen. Tun dies Der „erwartete Gewinn“ ist das Ergebnis der Gutheissung der beide Parteien, dann werden sie einen vernünftigen Vergleich gerichtlichen Anträge, abzüglich (also multipliziert mit) der ablehnen. Neben der ehrlichen Einschätzung der eigenen ChanWahrscheinlichkeit der Prozesssieges. „Netto“-Gewinn kenn- cen besteht somit eine zweite Aufgabe darin, die Gegenpartei zeichnet die Notwendigkeit, dass die Kosten, welche anfallen, in ihrer Einschätzung zu erschüttern bzw. zu verunsichern. um ein günstiges Prozessergebnis zu erreichen, berücksichtigt Neben den Massstab des erwarteten Nettogewinnes treten aber werden müssen. natürlich andere Faktoren, die ein rein wirtschaftliches AbwäDie Gerichte bedienen sich dieser gen verfälschen: So spielt zunächst Rechnung häufig, um den Parteien eieinmal die Risikoneigung der Parteien nen Vergleichsvorschlag zu machen. eine Rolle. Daneben ist von BedeuDie daraus resultierenden Zahlen wertung, wie schmerzlich die Prozesskosden von den Parteien oftmals als willten für die Parteien sind. Des Weikürlich empfunden. Dabei ist erstaunteren kann es bilanztechnische oder lich, wie voraussehbar das Ergebnis steuerliche Gründe geben, um einen ist, wenn man eine ehrliche EinschätStreit zu vergleichen oder in die Länge zung der Chancen vornimmt. zu ziehen. Es kann Verantwortlichen Die einfache Wahrscheinlichkeitseiner Partei darum gehen, Fehler zu rechnung kann jedoch noch verfeinert vertuschen. Eine Partei kann daran It is said that if you know your enemies and know werden. Regelmässig gibt es verschieinteressiert sein, einen Streit durch yourself, you will not be imperiled in a hundred dene Voraussetzungen, die nachgewieden Richter entscheiden zu lassen, battles; if you do not know your enemies but do sen werden müssen, damit ein Anweil es ihr dabei um einen Präzedenzknow yourself, you will win one and lose one; if you spruch gutgeheissen wird. Oftmals ist fall geht, oder sie kann aus dem gleido not know your enemies nor yourself, you will be auch nicht nur das Ergebnis der Sachchen Grund auch zu einem Vergleich imperiled in every single battle. verhaltserstellung unsicher, sondern neigen. Der Katalog der möglichen auch der Erfolg der rechtlichen ArguGründe ist lang. Wichtig ist, dass man diese Faktoren mit einbezieht, und mentation nicht mit Sicherheit absehbar. Somit ist eine genauere Bestimmung der Prozesschancen zwar nicht nur analysiert, welche weiteren Kriterien für einen mit einer kumulierten Wahrscheinlichkeitsrechnung zu be- selbst eine Rolle spielen, sondern vor allem auch, was den stimmen. Illustriert werden kann dies durch die Entscheid- Gegner antreibt. Auch dies entspricht Sun Tzu. baumanalyse. Danach ist zu bestimmen, welche Ereignisse für den Ausgang des Prozesses relevant sind, in welcher logischen Dr. iur. Martin Kurer, LL.M., Rechtsanwalt und Partner bei Poledna Reihenfolge sie stehen und mit welcher Wahrscheinlichkeit Boss Kurer AG, Zürich sie eintreten. Daraus ergibt sich ein „Baum“, dessen Äste die verschiedenen Möglichkeiten des gerichtlichen Entscheides Lic. iur. Hans-Ulrich Kupsch, LL.M., Rechtsanwalt und Partner bei Poledna Boss Kurer AG, Zürich darstellen. Die Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Entscheidungsmöglichkeiten eines möglichen Prozessausganges sind Lic. iur. Walter Maffioletti, Rechtsanwalt und Konsulent bei zu kumulieren. Ein einfaches Beispiel: Der Besteller möchte Poledna Boss Kurer AG, Zürich Minderung wegen eines Mangels geltend machen und hat nachwww.pbklaw.ch

知可战与不可战者胜。

彼知己,百戰不殆; 不知彼而知己, 一勝一負;不知彼, 不知己,每戰必殆。

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AKTUELL Walter Jonas

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Fotomontage zum Plan fĂźr eine Intrapolis aus drei Modulen, um 1964.

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AKTUELL Walter Jonas

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walter jonas und die intrapolis

„Die wohnung als ein ort Der sammlung unD selbstfinDung“ von Stefan Howald (Text)

Der Schweizer Maler Walter Jonas (1910–1979) wurde in seiner zweiten Lebenshälfte zu einem bekannten Urbanisten, der eine neue, spektakuläre Hausform, das Trichterhaus, und zugleich das Modell einer neuen Stadt, der Intrapolis, entwarf. Anregungen dazu erhielt er unter anderem auf einer grossen Indienreise.

Pionier der Kunstvermittlung: Der Künstler als Moderator während einer Fernsehsendung in Zürich, 1955.

Walter Jonas traf am 4. Februar 1951 in Bombay (dem heutigen Mumbai) ein. 28 Tage hatte die Fahrt gedauert. Über drei Monate blieb er in Indien, am 10. Mai schiffte er sich in Bombay wieder nach Europa ein. Während seiner Zeit in Indien zeichnete und malte Jonas intensiv, doch er nahm auch Eindrücke auf, die zur späteren Entwicklung als Urbanist führten. Walter Jonas reiste öfter. 1910 in Baden geboren, dort zur Schule gegangen, hatte er seine künstlerische Ausbildung von 1929 bis 1932 in Berlin und danach in Paris absolviert. In Paris verkehrte er in zeitgenössischen Kunstkreisen, stellte auch erstmals seine Bilder aus; einen seiner Bekannten aus jener Zeit besuchte er dann nach dem Zweiten Weltkrieg in Indien. 1935 kehrte Jonas in verdüsterten Zeiten nach Zürich zurück. Dort baute er in seinem Atelier einen Salon auf, in dem sich Kulturschaffende aus verschiedenen Gebieten zum Gedankenaustausch trafen: der Plastiker Zoltan Kemény, der Dramatiker Fritz Hochwälder, der Religionsphilosoph Karl Kerényi, der Musiker Alfred 081

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AKTUELL Walter Jonas

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Modell des Intrahauses zum Studium des Lichteinfalls und der Farbgestaltung, um 1965.

Erstes Modell der Trichterstadt, um 1961.

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Baum, der Anthropologe John Layard, der Lyriker Lajser Ajchenrand. Auch der junge Friedrich Dürrenmatt empfing hier seine ersten Anregungen zum Schreiben. In Malerei und kulturkritischen Texten beschäftigte sich Jonas öfter mit mythologischen Figuren aus verschiedenen Kulturen, etwa mit dem Gilgamesch-Epos. Durch Wissenschaftler wie Kerényi oder Layard drang er weiter in die Thematik ein. IndIen und dIe sozIale Frage Dieses Interesse war auch ein Antrieb seiner Indienreise. Eingeladen wurde er von Alfredo Guthman, der einer reichen deutschjüdisch-argentinischen Juwelierdynastie entstammte und der sich als Abenteurer, Fotograf und Schriftsteller einen Namen machte; so landete er mit einem Einmannboot auf Malekula auf den Neuen Hebriden und fotografierte dort die indigene Steinzeit-Bevölkerung. 1949 entsagte er allen weltlichen Bestrebungen, folgte mit seiner Ehefrau einem Guru nach Indien und mietete in Almora im nepalesisch-indischen Grenzgebiet ein Haus. Hier gab es seit Anfang des 20. Jahrhunderts einen Religionstourismus: Der Zivilisation überdrüssige Westeuropäer oder Amerikaner suchten eine neue Spiritualität. Guthman setzte diese Reihe neben einigen anderen fort. Walter Jonas hat Etliches dieser Szene beobachtet, interessiert, aber letztlich doch distanziert. Zwar hat ihn der Umgang mit dem Tod, später auch durch eigene Krankheiten angestossen, tief beschäftigt; und Spiritualität war für ihn ein wichtiges Thema, aber eine oberflächliche Meditationstechnik oder eine billige Beruhigung in einer letztlich fremden Religion hat ihm nicht genügt. Von der Reise schickte Jonas ausführliche Briefe an seine Frau Rosel, die er mit schönen Pastellzeichnungen illus-

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trierte. Fasziniert zeigte er sich von Landschaft und Kultur. Insbesondere beschäftigte ihn der Widerspruch zwischen der schmutzigen, überfüllten Stadt Bombay und den grandiosen Kultstätten in der Landschaft draussen. Immer wieder beschrieb er historische und zeitgenössische Bauwerke. Interessant waren auch Nachbarn der Guthmans in Almora: das indisch-amerikanische Ehepaar Boshi Sen und Gertrude Emerson Sen. Der indische Biologe Boshi Sen hatte 1924 in Kalkutta ein Institut für Agrarwirtschaft gegründet, das spirituelle Ansätze mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zu verbinden suchte. Gertrude Emerson war als Lehrerin und Journalistin tätig und unternahm 1920 eine Reise rund um die Welt, inklusive Kunstfliegen und Höhlenklettern. 1925 gründete sie die Society of Woman Geographers. 1926 reiste sie nach Nordindien und schrieb ein Buch über das indische Dorfleben, „Voiceless India“, das 1930 mit einem Vorwort von Nobelpreisträger Rabindranath Tagore erschien. In Almora lernte sie Boshi Sen kennen, den sie 1932 heiratete. Boshi Sen verstand seine wissenschaftlichen Forschungen immer auch im Dienst sozialer Bestrebungen zur Verbesserung der lokalen Ernährungssicherheit. Gertrude Emerson Sen schrieb verschiedene Bücher für die indische Regierung, etwa „Cultural Unity of India“ (1956/1961), betonte darin die organische Geschlossenheit des indischen Dorfs und die plurale Einheitlichkeit der indischen Kultur und bekräftigte die soziale Komponente bei Denkern wie Gandhi. BrasIlIen und das TrIchTerhaus Für Jonas wurden solche Anregungen anlässlich einer Brasilienreise 1958 wieder aktuell, als er die wild wuchernden

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Grossstädte Rio de Janeiro und São Paulo mit all ihren Problemen erlebte. Jetzt entstand die Idee einer neuen Art von Wohnen: Trichterhaus und Intrapolis. Mit seinem Interesse stand er in der aktuellen Diskussion um die Krise des städtischen sozialen Wohnungsbaus. Die von Le Corbusier noch vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelten Vorstellungen grosser Überbauungen mit sozialem Anspruch waren zuerst politisch zur Seite geschoben und dann verwässert oder zweckentfremdet worden. Was als Demokratisierung des Wohnungsbaus gedacht war, führte in Frankreich zu ersten Ghettoisierungen und Slumbildungen. In der Schweiz wurde nicht der städtische Kosmos als Problem begriffen, sondern die Stadt zuerst einmal als Übergriff auf die umgebende Landschaft wahrgenommen. Zersiedelung und Zerstörung der Landschaft durch den Autoverkehr standen im Vordergrund. Bislang waren kaum Versuche einer zeitgemässen Raumplanung und Städtebildung unternommen worden. In dieses Vakuum stiess Max Frisch, damals immer noch als Architekt arbeitend. 1955 erschien das Pamphlet „Achtung: die Schweiz“, das er zusammen mit dem Publizisten Markus Kutter und dem Soziologen Lucius Burckhardt verfasst hatte. Die Schrift wandte die Kritik an der Zersiedelung durch die Einfamilienhaussiedlungen in eine modernistische Richtung und mündete in den durchaus ernst gemeinten Vorschlag: „Gründen wir eine neue Stadt.“ Walter Jonas seinerseits sah nur wenig nach Frisch die moderne Stadt mit drei Hauptproblemen konfrontiert: Labyrinthbildung, Vermassung und Wucherung. Auch er wollte eine neue Stadt gründen, in anderer Form freilich. 1961 lancierte er die Idee eines sogenannten Trichterhauses, das zugleich eine kleine autarke Gemeinde bilden sollte. 083

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Der junge Dürrenmatt: Öl auf Leinwand, 60 mal 40 Zentimeter, 1944.

Häuserzeile in Paris: Blick aus dem Atelier, Öl auf Leinwand, 85 mal 100 Zentimeter, 1933.

Um für die „Gesamtheit der Bevölkerung gute Wohnverhältnisse zu schaffen“, den so belastend gewordenen Lärm und den Verkehr einzudämmen, die Sicherheit zu verbessern und den Bewohnern der Stadtwohnungen eine grosszügigere Aussicht zu ermöglichen, brauche es neue städtebauliche Ideen, die zugleich die „primären Grundbedingungen“ – nämlich Wohnen als „Ort des Für-sich-Seins, der Ruhe, der Sicherheit“ – befriedigten. Dazu sei eine Wende zur Introversion nötig, wie er in einer Broschüre erklärte. „Gegenüber der nach aussen gerichteten ‹extrovertierten Auffassung des Wohnens› wird hier eine betont introvertierte Auffassung vorgeschlagen. Ich glaube, dass gerade für den heutigen und noch mehr für den Menschen der Zukunft die Wohnung in steigendem Masse wieder ein Ort der Sammlung und der Selbstfindung sein sollte.“ All diesen Anforderungen entspreche das Trichter- oder Intrahaus. Es hat, wie der erste Name sagt, die Form eines Trichters oder Pilzes. Und wie die Intraversion andeutet, richten sich alle Wohnungen nach innen. Von Beginn an ist das Trichter- oder Intrahaus nicht als Einzelhaus, sondern im Dreierverbund gedacht, um die infrastrukturellen Möglichkeiten der so entstehenden Überbauung zu verbessern. Bautechnisch wird der grössere oberirdische Kegel durch einen kleineren unterirdischen Gegenkegel ergänzt. Darin sollen Garagen und Lagerräume untergebracht werden. Der Sockel des oberirdischen Trichters, etwa ein Drittel der Gesamthöhe, bleibt Läden, Büros und Vergnügungsstätten wie Kinos vorbehalten. Abgeschlossen wird der Sockel durch die runde, bepflanzte Scheibe des Patio als öffentlicher Freilichtraum. Im darauffolgenden Ring sind Schulen und andere öffentliche Einrichtungen untergebracht, und in den oberen Ringen, rund fünf-

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zehn, sind die Wohnungen angeordnet. Der oberste Ring dient als kreisförmige Flaniermeile und ermöglicht via Brücken den Zugang zu den anderen Häusern. Ein Vertikallift führt von den unterirdischen Anlagen bis zum Patio, und ein Schräglift ermöglicht den Zugang zu den Terrassenwohnungen. Bei einem Maximaldurchmesser des Trichters von 200 Metern und einer Höhe von 100 Metern werden rund 700 Wohnungen pro Haus berechnet, das wären 2000 Einwohner pro Haus, also 6000 pro Grundeinheit aus drei Intrahäusern. „Jede aus drei Elementen gebildete Grundeinheit ist soziologisch ein Ganzes, sie entspricht ungefähr einer mittleren Stadt mit allen Einrichtungen: Schulen, Spitälern, Einkaufszentren und Verwaltungen“, erläuterte Jonas. Hinter dieser Vorstellung steckt ein gesellschaftspolitischer, sozialer Ansatz: Wie lebt man vernünftig und angenehm? Für den Maler Jonas spielten aber auch ästhetische Fragen eine Rolle: Wie lebt man schön? Die Form des Trichterhauses hat ja etwas Organisches, verkörpert eine Abkehr vom rechten Winkel. Besonderen Wert legte Jonas zugleich auf die Farbgestaltung der Häuser, die sowohl Orientierungsfunktion haben wie ästhetisch erfreuen soll. Organische Form wie harmonische Farbgebung hatte er einst in Indien mehrfach notiert. Zeitgleich mit diesen Vorstellungen von Jonas entstand die sogenannte spatiale oder Raumarchitektur in Frankreich, Japan und auch Deutschland. Nach ihr sollte die spatiale Stadt in drei Dimensionen gebaut werden. Das hiess nicht einfach, durch Hochhäuser die vertikale Dimension auszunützen, sondern die horizontalen Verbindungen auf den verschiedenen Ebenen zu nutzen. 1965 gründeten sieben Architekten und Publizisten die Groupe international de

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l’architecture prospective (GIAP), die solche postmodernistischen Ideen avant la lettre propagieren sollte. Walter Jonas gehörte zu ihren Mitgründern und amtete als Vizepräsident. GIAP-Mitglieder wie Paul Maymont oder Yona Friedman erprobten zahlreiche Formen, schwimmende Städte, Kubenstädte, Geflechte. Ab 1965 organisierte die GIAP zahlreiche Aktivitäten, Ausstellungen, Seminare, Vorträge, Diskussionen, und so wurde die Intrapolis von Jonas international bekannt. Jonas glaubte fest an die Verwirklichung seiner Idee. Zusammen mit einem Team junger Ingenieure wurden verschiedene Projekte entworfen, durchgerechnet, vorgestellt. Doch es fehlten die erfolgversprechenden Beziehungen innerhalb der Architektur- und Baulobby, zu staatlichen Verwaltungen und privaten Bauherren. Einmal, 1970, schien eine Verwirklichung von drei Trichterhäusern in Deutschland möglich, zusammen mit dem Deutschen Mieterbund. Aber dabei wurden Jonas und seine Mitarbeiter in eine betrügerische Kriminalgeschichte verwickelt. Schliesslich blieben nur Modelle und Gedankenspiele übrig.

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Prunk- und Prestigebauten etwa in der Golfregion verkommen. Anknüpfen lässt sich vielleicht in zweierlei Hinsicht. Zuerst einmal in der kritischen Potenz. Zersiedelung, Agglomerationsbildung, Trennung von Verkehr und Wohnen, soziale Kohäsion durch architektonische Formen – das tönt alles sehr zeitgemäss. Vor allem aber ist am Versuch von Jonas die Haltung aktuell geblieben. In einer ganzheitlichen Blickrichtung werden drei Aspekte zusammengedacht: die städtebauliche Funktion; soziale und psychologische Bedürfnisse; die ästhetisch-emotionale Qualität. In der konkreten Umsetzung mag manches nicht ganz gelungen erscheinen oder zu wenig berücksichtigt worden sein. Aber gerade dadurch wird wiederum die Auseinandersetzung mit solchen Fragen geschärft und werden Verbesserungen angeregt. So bleiben Anspruch und Ansporn der Vision der Intrapolis bestehen.

InTrapolIs und dIe gegenwarT Tatsächlich steht Jonas mit seinem Konzept vor einem Dilemma. Einerseits geht er von den Problemen der gegenwärtigen Städte aus, die er als Dschungel beschreibt. Andererseits schlägt er als Lösung eine neue Stadt vor, die die alte und ihre Probleme dort und so lässt, wo und wie sie halt nun mal ist. Diese Stadtflucht teilt er mit anderen Stadtutopikern wie dem frühen Max Frisch. Entsprechend haftet den konkreten Vorstellungen von Jonas innerhalb eines Trichterhauses gelegentlich etwas Idyllisches an. Bleibt die Intrapolis trotzdem aktuell? Die spektakuläre Form ist längst zu

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ein haus Für Die musik Das Ensemblehaus in Freiburg (De) ist kein Konzerthaus, sondern eine Musikwerkstatt, die auch die Verwaltung beider Klangkörper beherbergt. Die Architektur, die eine Kooperation von Böwer Eith Murken und dem Akustiker Eckhard Kahle ist, spiegelt den Charakter des Gebäudes wider: Mit der Fassade aus anthrazitfarben beschichteten und gebürsteten Dreischichtplatten und der gewölbten Form stellt das Gebäude schon von aussen einen Bezug zur Musik her. Diesen verstärken rhythmisch angeordnete Abdeckleisten sowie die Messingfront im Eingangsbereich. Das Gebäude richtet sich nach Süden aus; die dunkle Lackierung mit Kunststoffanteilen und Aluminiumpartikeln schützt wirksam vor Erhitzung. Das Farbkonzept definiert sich über den Bezug zum Holz; sämtliche Bauelemente nehmen sich in Bezug auf die Fassade stark zurück. Die Lackierung der Gebäudekommunikationsanlage aus der Designlinie „Siedle Steel“ entspricht exakt der Pulverbeschichtung der Türrahmen. Beide fügen sich nahtlos in das Gesamtbild der Fassade, deren Struktur von Licht und Schatten sich mit der Sonne zeigt. Siedle

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jahrhunDert-stamm

leD-strassenFeger

In den Wäldern von Japan konnte die roSer AG in Birsfelden einen einzigartigen Furnierstamm beschaffen. „Tamo Maser“ ist eine Mandschurische Esche mit besonderem Wuchs, auch bekannt als Haselwuchs oder Muscheltextur. Die deutlich sichtbare Maserung führt zu einem natürlichen 3-D-Effekt mit erstaunlicher Tiefenwirkung. Diese entsteht durch die Kombination der wellenförmig gewachsenen Jahrringe und der Ringporigkeit der Esche. Architekten und Designern bieten sich dank den Blattbreiten von 85 cm und mehr schier unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten. Der Stamm mit 1000 m² Furnierfläche kann so bei exklusiven Innenausbauprojekten zum Einsatz kommen. Es handelt sich um einen Objektstamm, der nur komplett verkauft wird.

Die neue rotationssymmetrische LED-Mastleuchte „Becco“ von Focus Lighting stammt aus der Feder der beiden dänischen Designerinnen Susanne Gronlund und Karin Schou Andersen. Der grösste Teil der verschiedenen LED-Komponenten ist in das Design der Leuchte integriert. So ist zum Beispiel der Mast wie der Sockel auch ein Kühlelement. Auch die Leuchtmittel sind nicht sichtbar angebracht. Das indirekte Licht ist blendfrei und wird mithilfe der gewölbten Dachplatte gestreut. Im Schirm, der aus widerstandsfähigem Polycarbonat besteht, wird die Wellenform des Sockels fortgesetzt. Der Schirm ist zudem mit einer Lage Acryl versehen, um gegen die UV-Strahlung gewappnet zu sein. Dachplatte sowie Sockel sind in schwarzem, silbergrauem oder graphitfarbenem Aluminium erhältlich. Die Leuchte passt auf einen Mast mit einem Durchmesser von 60 oder 114 mm und ist mit „Bridgelux RS“-LED ausgerüstet. Ab Frühling 2013 ist „Becco“ auch als LED-Pollerleuchte zu haben. nordlux

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„Wir haben mit Philippe Starck über dieses Projekt gesprochen, weil er uns in den 20 Jahren unserer Kooperation immer wieder dazu inspiriert hat, gewohnte Denk-, Verhaltens- und Designmuster radikal aufzubrechen“, erinnert sich Philippe Grohe. Die neue Kollektion vereint einzigartiges Design mit verantwortlichem Umgang mit Wasser: „Axor Starck Organic“ bringt Design und Technologie, Ökologie und Ökonomie, Herz und Verstand in Harmonie. Das einzigartige, organisch-minimalistische Armaturendesign aus der Feder von Philippe Starck hat skulpturale Kraft und folgt diesem Grundprinzip. hAnSGrohe info@hansgrohe.ch, www.hansgrohe.ch

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Touch Down – für den Zwischenstopp. Schnelldenker, Platzwechsler und Nomaden der Arbeitswelt finden im Touch Down eine ideale Station für temporäre Tätigkeiten und produktive Zwischenstopps. Ob E-Mails schreiben, ein Meeting vorbereiten oder Notizen lesen, der Touch Down ist genau dafür gemacht. LO Mindport von Lista Office LO ist das neue Raummöbelsystem, das offene Arbeitswelten strukturiert. Das sich an jede Situation anpasst. Und das Menschen motiviert. > www.lista-office.com/mindport

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hightech unD traDition

unknackbar

büroDesign

Für die Verschlüsselung von Funksignalen gilt: „Was heute noch sicher ist, kann mogen schon geknackt sein.“ Damit es Unbefugten in Zukunft praktisch unmöglich ist, automatische Garagentore via Funk zu öffnen, stellte hörmAnn auf ein neues Funksystem um. Das standardmässig gelieferte „BiSecur“-Funksystem bedient sich eines Verschlüsselungsverfahrens, das auch im Online-Banking eingesetzt wird. Gemeinsam mit Kryptologie-Spezialisten hat der Garagentorund Antriebshersteller das Verfahren neu entwickelt. „Um den Code nur eines Handsenders zu entschlüsseln, müssten selbst Supercomputer mehrere Tausend Jahre rechnen“, sagt Prof. Dr. Christof Paar vom HorstGörtz-Institut für IT-Sicherheit der Ruhr-Universität Bochum. Weiter meldet eine spezielle Schliessfunktion, ob das Tor auch wirklich geschlossen ist.

Seit 1958 widmet sich Gräub office der Konzeption, Planung und Einrichtung von funktionellen, professionellen Büroräumen. Heute zählt das Unternehmen zu den wichtigsten und erfahrensten Office-Bürohäusern im Raum Zürich. Gräub entwickelt nicht nur Bürokonzepte für anspruchsvolle Kunden, sondern zeigt im Showroom an der Hardturmstrasse 253 in Zürich auf 600 m² die Trends im Büromöbelbereich. Ein echter Hingucker ist die Stuhlfamilie „Button“ des schwedischen Herstellers Gärsnäs. In höchster handwerklicher Tradition gefertigt, strahlt das Modell Zeitlosigkeit aus. Das Gestell ist aus Massivholz, in sechs verschiedenen Holzarten erhältlich, die Bezugsmaterialien aus Stoff oder Leder nach Wahl.

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Elegant, geschmeidig, wild und rar – die „Damascus Limited Edition 2012“ von vicTorinox lässt die Herzen von Messersammlern höher schlagen. Aufbauend auf dem bewährten Schweizer Soldatenmesser, fertigt das Traditionsunternehmen ein einzigartiges Modell, von dem es weltweit nur 5000 Exemplare gibt. Für die ergonomisch geschwungenen Griffschalen wird dunkelbraun gezeichnetes Walnussholz aus der Schweiz verwendet. Die Klinge besteht aus rostfreiem, einzigartig gemustertem Damast-Stahl und kann einhändig bedient werden. Herausgeklappt ist sie, wie auch der Kapselheber mit Schraubendreher- und Abisolierfunktion, zuverlässig gegen ein versehentliches Einklappen gesichert. Der Dosenöffner mit kleinem Schraubendreher hat sich millionenfach bewährt, und die lange, bissige Säge macht selbst mit armdicken Ästen kurzen Prozess. info@victorinox.com www.victorinox.com

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Kontraste der Farben und Materialien, Augenblicke der Harmonie, Eleganz im Stil der Zeit, Spiel ohne Grenzen. Die perfekte Verbindung von Einfachheit und Eleganz prägen den unverwechselbaren Charakter von purino.

einbruchsicher Bis heute verfügten in der Schweiz zweiflügelige Holz-Metall-Fenster über Beschläge, die nur nach den Vorschriften der Beschlägehersteller geprüft und eingebaut werden. Damit konnte die Einhaltung de Einbruchnormen an den gelieferten Fenstern weder nachgewiesen noch garantiert werden. Nun hat „Top-Win“ als Erstes am Institut für Fenstertechnik in Rosenheim (De) die Prüfung für die Widerstandsklasse 2 bestanden. Die Prüfung garantiert maximalen Einbruchschutz. So bietet das Fenster grössere Sicherheit gegen Aufhebeln, Bewegen des Verschlusses und Einschlagen oder Aufschneiden von Scheiben. Zudem ist „Top-Win“ eines der bestdämmenden Fenster auf dem Markt und kann bei hoch gedämmten Gebäuden und Passivhäusern eingesetzt werden. 1A hunkeler

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kirchenpFlege

schön intuitiv

Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Zürich-Wiedikon die Kirche Bühl erbaut. Während seiner mehr als hundertjährigen Geschichte wurde das Gotteshaus mehrmals ausgebaut und musste einige Sanierungen über sich ergehen lassen. Nachdem der Innenraum bereits aufwendig saniert worden war, musste dringend auch beim Aussenbau Hand angelegt werden. Insbesondere das Schieferdach des Kirchenschiffs sollte komplett erneuert werden. Damit verbunden war die Reparatur oder Erneuerung der Spenglerarbeiten. Zusammen mit der Denkmalpflege und dem Dachdecker nahm sich die Zürcher Bauspenglerei Scherrer meTec AG der Aufgabe an. In den sichtbaren Bereichen und dort, wo sich das alte Material noch verwenden liess, wurden farblich angepasste Bleche verwendet. Die markanten First- und Gratbleche von Hauptdach und Pyramidendächern sind aus vorbehandelten Kupferblechen geformt. Sie korrespondieren farblich mit den Schieferziegeln der Dachornamente und akzentuieren die Dachkanten. So entsteht ein einheitliches, am Ursprung orientiertes Gesamtbild. .

Die elegante schwarze Glasscheibe ist flächenbündig in die Aussenwand der Sauna eingelassen. Durch eine kurze Berührung wird sie aktiviert und verwandelt sich in einen farbigen Touch-Screen. Nun geht es wie von selbst, denn die Menüführung der neuen Steuerung „A-12“ ist leicht verständlich und intuitiv. 12 Standardprogramme ab Werk, 6 davon als Finnische Sauna mit hoher Temperatur und niedriger Luftfeuchte sowie 6 im sanften „Biosa“-Modus (ideal für die diversen Therapien wie Aroma und Farbe) bieten für jeden Geschmack etwas. Selbstverständlich lassen sich alle Einstellungen auch individuell vor oder während des Saunagangs anpassen. Wesentliche Neuerungen gegenüber dem Vorgängermodell sind der Eco-Modus und die Fernwahl mittels mobiler Geräte, sodass die Sauna im Ferienhaus bequem von zu Hause aus oder von unterwegs vorgeheizt werden kann. künG SAunA

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OBERFLÄCHEN SCHÜTZEN UND VEREDELN VORORTVERSIEGELUNG FÜR PARKETT

Wasserkocher überflüssig! Die Revolution in der Küche: 100°C kochendes Wasser direkt aus dem Hahn. Schnell, komfortabel, energieeffizient und durch den speziellen Bedienmechanismus absolut kindersicher. Der Quooker-Hahn ist stufenlos höhenverstellbar und integriert sich problemlos in jeder Küche. Die patentierte Hochvakuumisolierung des kompakten Edelstahlreservoirs sorgt für einen hocheffizienten Betrieb (ca. 5 Rappen/ Tag im Stand-By). Der Quooker ermöglicht weit mehr als die Zubereitung heisser Getränke. Es lassen sich auch sofort Nuggis sterilisieren, Tomaten häuten und Spaghetti kochen, sowie viele andere Aufgaben im Hahnumdrehen erledgen. Mehr Informationen finden Sie auf

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SPEZIAL Treppen und Aufzüge

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Die architektur Des auf-unD abstiegs von Melanie Finschi (Redaktion)

Gebäude besitzen nun mal nicht nur ein Stockwerk. Es muss rauf- und runtergekraxelt werden. Ob mondänes Hochhaus, mächtiger Industriebau oder intimes Eigenheim, die Erschliessung spielt in der Architektur eine wichtige Rolle. Treppe und Fahrstuhl müssen in erster Linie ihre Funktion erfüllen, doch schön und repräsentativ müssen sie auch sein.

„Swissstep“-Glastreppen sorgen mit ihrer rahmenlosen Konstruktionsweise dafür, dass das Glas schnörkellos zur Geltung kommt. Sie werden zudem auf Mass aus Verbundssicherheitsglas (VSG) gefertigt und mittels spezieller Befestigungsbuchsen mit der Treppenkonstruktion verbunden. Das durchdachte Konzept überzeugt durch ein Höchstmass an Sicherheit. Denn bei mechanischer Überbelastung durch Schlag oder Stoss bricht zwar die Glasscheibe, die Stabilität des VSG „Swisslamex“ bleibt aber weiterhin bestehen. Für einen optimalen Tritt lässt sich das Glas zusätzlich mit rutschhemmenden Antigliss-Oberflächen ausführen. Glas TRösch

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1 Die neue Designtreppe „Air“ schafft eine perfekte Balance zwischen hochwertigen Materialien und leichten Formen und integriert sich in jeden Raum und zieht die Blicke auf sich. Die direkt an der Wand befestigten Holzstufen garantieren Stabilität, während das Geländer aus massivem Verbundglas eine hohe Lebensdauer und Sicherheit gewährleistet. Die Stufen bestehen aus Eiche und Esche und sind 6 cm dick und mit umweltfreundlichem Klarlack auf Wasserbasis in verschiedenen Farbtönen erhältlich. Die Geländer sind aus Verbundglas-Paneelen. avc desiGn

mail@avc-design.ch www.avc-design.ch

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2 Das Treppenmodell „Civik“ besteht aus Gesenkstahl, der mit schwarzem, weissem oder grauem Kunststoff beschichtet ist. Der Handlauf aus Polyurethan ist ebenso wie die Platte schwarz. Die Platte ist rutschfest und zusätzlich mit Abnutzschutz für die Stufen ausgestattet. Die Treppe von Arké zeichnet sich durch ein universelles Podest aus, das die Montage in Öffnungen jeder Form und Grösse ermöglicht. Die Drehrichtung kann im oder gegen den Uhrzeigersinn gewählt werden. albini & FonTanoT

info@fontanot.it www.fontanot.it 3 Der Aufzughersteller schindleR hat sich mit der Modernisierung von älteren Aufzügen beschäftigt, vor allem mit der Energieeffizienz. Mit einem richtig modernisierten Modell lassen sich bis zu 50 Prozent Strom sparen. Ein wesentlicher Punkt spielt die Beleuchtung, hier setzt der Hersteller auf Energiesparlampen oder LED-Leuchten. „Eine durchschnittliche Kabinenbeleuchtung mit Halogenlampen braucht etwa 200 Watt Strom, eine gleich starke mit LED benötigt noch etwa 30 Watt. Bei Aufzügen, die mehrheitlich stehen, ist eine LichtAbschaltautomatik noch wichtiger als die Wahl des Leuchtmittels. Sonst kann es passieren, dass das Licht mehr als 23 Stunden pro Tag die leere Kabine beleuchtet“, so der Hersteller. info@ch.schindler.com www.schindler.com

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SPEZIAL Treppen und Aufzüge

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4 Gegenüber anderen Treppen hat die Faltwerktreppe einen speziellen sicherheitsrelevanten Aspekt: Im Brandfall können keine Flammen durch die Konstruktion durchschlagen. Edle Hölzer und hochwertige Materialien sorgen bei dieser Treppenlösung für ein angenehmes Ambiente. Die Treppe ist pflegeleicht, kindersicher und trotz graziler Gestaltung äusserst stabil. Die transparenten Geländer lassen den Stufenverlauf zu Geltung kommen. Eine Falttreppe kann aus verschiedenen Hartholzsorten wie Buche, Esche, Eiche oder Ahorn hergestellt werden, die hier abgebildete ist aus Chêne Bourgogne (Eiche mit Ästen), zusätzlich gebürstet und geölt. KelleR TReppen

treppenbau@keller-treppen.ch www.keller-treppen.ch

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5 Die Schweizer Erfindung „Magic“ von as auFzüGe bietet Architekten und Planern neue Möglichkeiten. Der Aufzug benötigt im Schachtkopf mit einer Höhe von 2,4 m weniger Platz und damit keinen Dachaufbau. Weiter ist kein separater Maschinenraum nötig. Der kompakte, frequenzgeregelte Antrieb befindet sich im Schachtkopf zwischen zwei Führungsschienen, die an der Seitenwand parallel zueinander angeordnet sind. Der Antrieb läuft leise und überzeugt durch Leistungsfähigkeit und sparsamen Energieverbrauch. as-wet@lift.ch, www.lift.ch 6 Sind für eine Tiefgaragenrampe die Raumverhältnisse zu eng? Bei knappem Platz bietet GTa soluTions interessante Autoliftkonzepte. Auf einem Minimum an Fläche ist der Autolift die moderne Verbindung zwischen Zufahrt und Tiefgarage. Leise, schnell und sicher. Moderne Autolifte zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer, geringe Geräuschbelastung, tiefen Energieverbrauch, hohe Platzeinsparung und höchste Sicherheit aus. Sie sind überdies eine architektonisch wertvolle Gebäudelösung. GTA Solutions liefert und montiert ans Schachtmass angepasste Autoaufzüge, die alle Schutzbestimmungen erfüllen. info@gtasolutions.ch www.gtasolutions.ch

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Leidenschaft für Design und Technik 4B Fassaden AG ist Marktleader für Fassaden in der Kombination mit Holz-Aluminium Fenstern und Holz-Aluminium- / Aluminium Pfostenriegel Systemen. Die Lösungen sind architektonisch sowie technisch hochwertig und erfüllen höchste ökologische und ökonomische Anforderungen. Sie werden in Verwaltungs- oder Wohngebäuden eingesetzt – sowohl bei Neubauten als auch bei Renovationen. Die im Hause 4B entwickelten Fassadensysteme erfüllen die hohen Standards für Minergie®, MinergieP® oder Minergie-Eco®.

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SPEZIAL Küchen

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Vacuisine – die spitzenküche unter 100 °c Bei Spitzenköchen im In- und Ausland ist das Garen unter Luftausschluss seit längerem eine bevorzugte Kochtechnik. Vacuisine von V-Zug ermöglicht es nun auch in privaten Küchen, Gerichte auf Sterneniveau zuzubereiten.

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Durch das Vakuumieren der Zutaten liegt eine schützende Kunststoffhülle eng um das Gargut. Mit dieser Schutzhülle bleiben natürliche Aromen und die Farbe der im Dampf zubereiteten Lebensmittel optimal erhalten. Schonendes Garen unter Luftausschluss trägt dazu bei, dass gesundheitlich wertvolle Inhaltsstoffe besser erhalten bleiben.

Mit seiner Dampffunktion macht der Combi-Steam das Vakuum-Garen auch zu Hause möglich. Neben Vacuisine zeigt das Gerät von v-zug aber noch weitere Talente. vzug@vzug.ch www.vzug.ch

Vakuumieren Sauberes Einfüllen: Vor dem Füllen stülpt man den Beutelrand zuerst gegen aussen um. So bleibt der Rand sauber und der ganze Beutel hygienisch. Zum Einfüllen von Flüssigkeiten in die Beutel verwendet man mit Vorteil einen Trichter. Flüssigkeiten: Nicht mit allen Haushalts-Vakuumiergeräten lassen sich Flüssigkeiten problemlos vakuumieren. Bei Geräten, die nicht für das Vakuumieren von Flüssigkeiten gebaut sind, nimmt man für das Befüllen des Vakuumierbeutels anstatt Öl einfach ein Stückchen Butter. Um Bouillon, Fond, Saucen, Marinaden oder andere Flüssigkeiten ohne Gefahr für das Gerät vakuumieren zu können, werden diese vorgängig zu Eiswürfeln gefroren. Die gefrorene Flüssigkeit lässt sich anschliessend problemlos vakuumieren und taut während des Garens restlos auf. Flüssigkeiten sollte man immer nur leicht vakuumieren. Gargut: Die Zutaten müssen im Beutel nebeneinander liegen und nicht übereinander, damit alle Zutaten mit gleicher Wärme gegart werden. Öffnen von Beutel mit Flüssigkeiten: Man legt den Beutel in eine Schale, schneidet ihn über zwei Ecken auf und lässt das Gargut samt der Flüssigkeit herausgleiten, indem man den Beutel wegzieht. aromen Zugabe von aromatisierenden Zutaten: Hier gilt, weniger ist mehr. Denn bereits ein einzelnes Lorbeerblatt kann beispielsweise für eine zu intensive Würzung sorgen. Der Grund: Die mit dem Gargut eingeschweissten Kräuter

oder Gewürze durchdringen die Speisen wesentlich wirksamer. Ausserdem entwickeln sich die zugegebenen Würzaromen bis zum Garende viel intensiver als bei herkömmlichen Garmethoden. In der Regel reicht für die Vacuisine-Zubereitung bereits die Hälfte der normalerweise benötigten Menge an würzenden Zutaten. nach dem Garen Für Röstaroma: Wer beim VacuisineGaren auf Röstaromen nicht verzichten möchte, sollte das Fleisch oder den Fisch nach dem Garen kurz in der heissen Pfanne in wenig Öl oder auf dem Grill anrösten. Dabei ist wichtig, dass das Anbraten nur ganz kurz und bei starker Hitze geschieht. Dafür wird in der Profiküche auch gern zum Gasbrenner gegriffen: Zu diesem Zweck wird das im Combi-Steam gegarte Fleisch mit wenig Öl bepinselt und anschliessend z. B. in einer kalten Bratpfanne mit dem Gasbrenner abgeflämmt. Für eine schöne Kruste beim Fleisch: Ein Rinds- oder Kalbsfilet wird nach dem Vacuisine-Garen nochmals mit Marinade bestrichen und dann etwa 2 Minuten in den 180 °C heissen Ofen gestellt. Fleisch vom Grill: Vacuisine lässt sich auch zum Grillieren nutzen. Das Fleisch wird im Beutel gegart und dann nur noch kurz auf den Rost gelegt. So erreicht man den perfekten Garpunkt, und das Fleisch erhält die typische Grillzeichnung. Garen zum Aufbewahren: Möchte man Gegartes länger aufbewahren, sollte man den Beutel nach dem Garen sofort im Eiswasser abschrecken.

Vakuumieren bietet weitere Vorteile Fleisch reifen lassen: Man kann vakuumiertes Fleisch im Kühlschrank lagern (nach Angabe des Metzgers), damit es die optimale Reife erhält. Schnelle Gemüse-Pickles: Das Gemüse wird in Form von Scheiben, Streifen, Würfeln oder Kügelchen zusammen mit kaltem Sud (z.B. Essig, Zucker, Gewürze) vakuumiert. So nimmt es in kürzester Zeit das Aroma auf, ohne dass man es in der Pfanne im heissen Sud erwärmen und lange ziehen lassen muss. Vakuumierbeutel statt Einmachgläser: Ob Gemüse in Marinaden oder Chutneys, vieles kann man vakuumieren und im Beutel optimal aufbewahren. Die Beutel nehmen im Kühlschrank weniger Platz weg als Einmachgläser.

so funktioniert Vacuisine 1. Lebensmittel waschen, rüsten und gegebenenfalls in Form schneiden 2. Vorgängig kurzes Anbraten von Fleisch oder Blanchieren von Gemüse (optional) 3. Gargut in den Vakuumierbeutel geben 4. Nach Belieben mit Aroma gebenden Zutaten würzen: wenig Öl, Bouillon, frische Kräuter, Gewürze usw. 5. Luft absaugen und Beutel verschliessen 6. Versiegelten Beutel im Dampf garen 7. Beutel öffnen und das Gargut servieren www.vzug.ch/lifestyle

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1 OREA setzt auf schlichte Eleganz. So auch mit einem der neusten Modelle „Orea 1“. Die Reduktion der Materialien gepaart mit der formalen Einheit des Designs betont das kühle Alucobond. Tragendes Gestaltungselement der Küche ist die schlanke, abgerundete Formsprache. 6 mm dünnes Material in der Front und den Regalen, ein ebenso schlanker und leichter Tisch sowie abgerundete Griffausschnitte verleihen diesem Modell seinen charakteristischen Ausdruck. Das Innenleben der Küchenschränke lässt sich nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen anpassen und einrichten mithilfe verschiedener Accessoires. Die Materialien reichen hier von Eiche und Linoleum bis hin zu Filz. info@orea-kuechen.ch www.orea-kuechen.ch

4 „Skyline“ ist eine Deckenlifthaube in einem Zusammenspiel aus Technik und Design. Zwei leistungsstarke Lüftermotoren und zwei Umluftfilter erfassen sämtliche Wrasen. In Verbindung mit der patentierten BerbelAbscheidetechnik ist eine dauerhaft gute Funktion garantiert. Ist „Skyline“ nicht in Betrieb, setzt sie Akzente als Lichtobjekt: mit der umlaufenden Kochfeldbeleuchtung und mit der getrennt schaltbaren Effektbeleuchtung für den Raum. Beide Varianten sind mit stromsparenden und langlebigen LEDLeuchten ausgestattet. Die optimale Arbeitshöhe lässt sich bequem per Fernbedienung auf die individuelle Körpergrösse steuern.

2 SIEMATIC punktet mit klaren Flächen dank griffloser Elemente. Die klaren Flächen des Programms „SE 40042“ bieten eine ideale Basis für die kreative Küchenplanung. Das Programm macht aus der Küche zudem mehr als einen Raum zum Kochen. Dank dem Multimatic-System lässt sich der Stauraum optimieren. Die verschieden Module zur Inneneinrichtung der Küchenschränke lassen sich frei nach Wunsch zusammenstellen und wieder auswechseln. So entseht eine individuell ausgestattete Funktionseinheit. info@sm-zuerich.ch www.siematic.de

5 „LiberaMente“ ist die neue Reihe aus dem Hause SCAvOLINI und bedeutet „frei“. Dieses Motto zieht sich durch das Konzept der Italiener. Die Küche soll Teil des Ganzen sein und nicht vom Rest der Wohnung abgegrenzt werden. Der Küchenhersteller geht sogar noch weiter und will sie zum Zentrum der Umgebung machen. Die Oberflächenmaterialien und Ausführungen sind frei wählbar. Von Walnuss bis Eiche, von Matt bis Glänzend. contact@scavolini.com www.scavolini.com

3 Diese Küche stammt aus der Kollektion „Inhouse“ von WARENDORF und ist ein echtes Highlight. Eine in Rost gehaltene Schrankwand verbirgt eine elegante Küche, die erst per Knopfdruck offenbart wird. Der Rostgrad der Wand kann individuell ausgesucht werden. Die Möglichkeit, die Küche hinter der optisch extravaganten und zugleich edlen Schrankwand zu verbergen, schafft einen einzigartigen und individuellen Wohncharakter. Die dahinter verborgene Küche steht ihrer Abdeckung in Sachen Design in nichts nach. So ist zum Beispiel die Rückwand aus Titan. info@warendorf.eu www.warendorf.eu

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kundendienst@wesco.ch www.wesco.ch

6 Dieses neue Küchenmodell von SABAg harmoniert mit dem edlen

Nussbaumparkett. Materialien in warmen Farbtönen unterstreichen den besonderen Charakter und schaffen ein behagliches Raumklima. Die Hochglanzfronten in Elfenbein sorgen zusammen mit der Spotbeleuchtung für dezente Helligkeit, und die eingelassenen Edelstahl-Griffprofile erzeugen mit ihren vertikalen und horizontalen Linien ein stimmiges Bild und sorgen für bündige Fronten. biel-bienne@sabag.ch www.sabag.ch

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7 Der Geschirrspüler „ActiveWater Eco2“ aus dem Hause BOSCh und Siemens Hausgeräte AG Schweiz ist mit dem ressourcenschonenden Trocknungssystem Zeolith® ausgestattet. Das natürliche Silikatmaterial Zeolith® wird in den Geschirrspülern als Wasser- und Wärmespeicher während des Trocknungsprozesses eingesetzt. Die poröse Struktur ermöglicht es dem Silikat während des Trocknungsprozesses enorm viel Feuchtigkeit aufzunehmen und diese in Form von Wärme wieder abzugeben. Die Abwärme wird so zwischengespeichert und der Stromverbrauch drastisch reduziert. Dank dieser Ausstattung hat der Geschirrspüler beim Umweltpreis 2012 der Schweiz eine Topplatzierung erzielt und gilt als Energiesparweltmeister. ch-info.hausgeraete@bshg.ch www.bsh-group.ch

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8 Neben neuen Modellen und Oberflächen zeigt ALLMILMÖ auch im Schrankinnenbereich innovative Ausstattungen. Beim schlichten und eleganten Solitärhochschrank verdecken zwei Drehschiebetüren die Elektrogeräte. Der Hochschrank mit geöffneten Drehschiebetüren dient zur Benutzung der E-Geräte. Mit der Kunststoffausführung Nadir in Weiss gibt es ein weiteres Modell mit strukturierter Oberfläche. Die charakteristische Struktur verleiht der Front ein aussergewöhnliches Erscheinungsbild. Die Kanten sind im Frontdekor angepasst. Es sind verschiedene Lackvarianten lieferbar. info@allmilmoe.de www.allmilmoe.de 9 Ein Meister der aufgeräumten Küche ist BuLThAuP. Die Vollauszugschränke bieten einerseits viel Platz, anderseits neu die unsichtbaren Touch-Beschläge, mit denen sich die Schrank- und Kühlschrankfronten nur durch leichtes Drücken öffnen lassen. So kann eine komplett grifflose, ruhige Fläche gestaltet werden. Hier „b3“ in der Ausführung Eiche weiss. Doch das Modell ist auch in anderen Materialien erhältlich, so zum Beispiel in Edelstahl, Laminat, Massivholz, Furnier, Aluminium oder Lack. info.ch@bulthaup.com www.bulthaup.ch

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10 Die erfrischende Retro-Designfarbe Petrol kommt beim Modell „Largo“ von LEIChT grossflächig bei den Fronten und Wangen der wandgebundenen Unterschränke, bei der Insel und als Arbeitsplatte zum Einsatz. Durch die starke Arbeitsplatte, wirkt die Insel blockartig und die Architektur klar und gegliedert. Die 120 bzw. 180 cm breiten, grifflosen Lifttüren der Oberschränke öffnen und schliessen selbsttätig auf Knopfdruck. Die raumhohen Hochschränke mit durchgehenden Fronten sind mit vertikal in Frontfarbe lackierten Griffmulden ausgestattet. Die stehen wie der Rest der Küche ohne sichtbaren Sockel auf dem Boden auf und wirken dadurch wie Wohnmöbel. info@leicht.de www.leicht.de 11 Im Rahmen der Design-Tour 2012 stellt ALNO dieses Jahr ein neues Designkonzept vor. „Vintucina“ gibt es in zwei Modellen, „Alnosplit“ und „Alnovetrina“. Der Hersteller setzt hier auf eine Kombination aus Glas und Holz. Prägendes Element des neuen Konzepts ist eine Echtholzschindel aus Eiche. Das Wechselspiel aus stark strukturiertem Holz zusammen mit unifarbenen Fronten und Seiten aus edlem Glas ist ein echter Blickfang. Das neue Konzept bietet Gestaltungsfreiheit, so sind zum Beispiel neben Glas weitere Frontvarianten in den Farben Weiss, Kaschmir und Magnolienweiss möglich. mail@alno.de www.alno.ch 12 Das FM-Neumodell „Akzenta“ punktet mit Glasfronten in glänzendem Weiss in Kontrast zu Fichte archaic und einer Glasnischenrückwand. Die edelstahlfarbigen Griffleisten und die Arbeitsplatte in Beton dunkel ziehen die Blicke auf sich und runden dieses Modell ab. Die nicht ganz hohen Schränke unterstützen die Linienführung von „Akzenta“. Mit der umlaufenden Sitzbank, die gleichzeitig viel Stauraum bietet, entsteht eine wohnliche Küchenlandschaft. Die Nischenrückwand aus 6-mm-Floatglas lässt sich durch Digiprints in verschiedenen Ausführungen frei gestalten. EWE service@ewe.at www.ewe.at

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MODULØR Produkte

SPEZIAL Küchen

13 Das innovative Küchenkonzept „Artesio“ geht über die branchentypische Einbauküche hinaus und bietet vielmehr eine ganzheitliche Lösung, bei der Möbeldesign, Wand, Boden und Decke architektonisch miteinander verschmelzen. So entsteht ein ganzheitliches Raumkonzept, bei dem die Themen Haus, Architektur, Wohnen und Küche ineinanderfliessen. Das Konzept hat POggENPOhL gemeinsam mit dem Hamburger Architekten und Designer Hadi Teherani entworfen. info@poggenpohl.com www.poggenpohl.com

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14 Die „Swissline SL“-InselhaubenLinie wurde mit dem IF Product Design Award 2012 ausgezeichnet. Das flache Design der neuen Dunstabzugshaube von ELECTROLuX sowie die Funktionalität, Ergonomie, Verarbeitung und Formgebung haben die Jury überzeugt. Die Modelle der SL-Komfortstufe zeichnen sich durch eine effiziente Randabsaugung und ein leises Gebläse aus. Die Haube mit dem 70 cm tiefen Schirm ist in drei Tiefen erhältlich. Sie garantiert eine optimale Kochfeldabdeckung und damit einen leistungsstarken Abzug. Dabei ist die Haube auffallend flach, die Frontblende ist gerade einmal 4,5 cm hoch. info@electrolux.ch www.electrolux.ch 15 Diese „ExtraSpeed“-Kochfelder sind knapp einen Drittel schneller im Wasserankochen als ein älteres Modell aus demselben Haus. Dies offenbart ein Vergleich von Alt und Neu. Das ist umso erstaunlicher, schien doch das Potenzial der rot glühenden Heizkörper unter Glaskeramik ausgereizt. Bei MIELE erlebt diese Technologie jetzt ein Comeback. Das hohe Tempo der Modelle resultiert aus drei Komponenten: Die „HiLight“-Strahlungsheizkörper verfügen über eine hohe Leistung. Zusätzlich sind sie mit einem effizienteren Temperaturfühler ausgestattet. Herzstück ist aber die intelligente Taktung der Heizkörper. info@miele.ch www.miele.ch

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16 Dieses Design von BRuNNER erfrischt den Kochbereich. Frech und unkonventionell wirkt die Küche mit den Farbkontrasten Grün und Schwarz. Auch mit der Materialwahl wurde gespielt, Schleiflack in Kombination mit Chromnickelstahl und Glas. Als markanten Blickfang zeigt sich der dekorative Dampfabzug wahlweise wie hier abgebildet im Zebra-Look. Das Spülcenter mit farbiger Glasabdeckung kontrastreich eingesetzt ist der Mittelpunkt dieser Küche. info@brunner-kuechen.ch www.brunner-kuechen.ch 17 Die „Centinox“-Spüle aus Edelstahl der FRANKE KÜChENTEChNIK Ag hat beim Red Dot Award: Product Design 2011 klar überzeugt und erhielt ein Qualitätssiegel für hohe Designqualität. „PureSteel CrystalFinish“ entsteht auf der Basis von 8 mm warm gewalztem Edelstahl. Die Oberfläche wird durch Veredlung auf Hochglanz gebracht. Als warm gewalzte Platte ist diese in verschiedenen Stärken zwischen 6 und 12 mm erhältlich. Die neu geschaffene Oberfläche reflektiert das auftretende Licht so, dass die Platte in einem schimmernden Glanz erscheint. Durch die verfeinerte Oberfläche lässt sich die Platte leichter reinigen. ks-info.ch@franke.com www.franke.com 18 Die grifflose Küche steht für minimalistische Formensprache, die sich nahtlos in die Architektur einfügt. Doch sie ist nicht nur ästhetisch, sondern vor allem auch praktisch, so zum Beispiel bei der Reinigung. Das Modell „Aqua“ aus dem Hause PIATTI ist mit vertikalen und horizontalen Griffmulden ausgestattet. Dank dieser Innovation lässt sich der Kühlschrank oder Hochschrank einfach und angenehm auf der ganzen Höhe öffnen. Der Hingucker bei diesem Modell ist das unter dem Spülbecken integrierte Aquarium. piatti-kuechen@afg.ch www.piatti.ch

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SPEZIAL Küchen

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19 Das „Libell“-System von PEKA setzt auf Alu-Tablare. Die grosszügigen Stellflächen und das gradlinige Design ergeben zusammen mit Tragrahmen und Führung eine harmonische Einheit. Geschlossene Böden und Seiten verhindern das Durchfallen des Ladegutes. Die Stellflächen sind bis an den äussersten Rand abgerundet und lassen sich dank der fehlenden Ecken angenehm reinigen. peka@peka-system.ch www.peka-system.ch 20 Diese teilweise auf Stahlfüssen schwebende Küche überzeugt durch ihre Vielseitigkeit und den Grundriss. Das auf dieser Abbildung dominierende Orange wird mit passendem Grau kombiniert. Doch auch ALPNACh legt grossen Wert auf individuelle Kundenwünsche. Bei der Planung können aus einer variantenreichen Palette Materialien, Farben, Armaturen, Geräte und Ausstattungen gewählt werden. info@alpnachkuechen.ch www.alpnachkuechen.ch 19

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21 Im Bereich der Nischenrückwände gehört FORMEX zu den Marktführern. Hier abgebildet ist die neuste Ausführung. Dank der 1,0-mm-HPL-Platte und dem wasserfesten Träger, setzt der homogene Werkstoff bezüglich Formgebung und Gewicht neue Massstäbe. Bis anhin war die Bekantung der 8-mm-Platten für Nutzer mit grossem Aufwand verbunden. Diesen möchte man mit diesem Modell aufheben. Neu bietet der Hersteller die Nischenrückwandplatten in zehn Dekoren querseitig bekantet an. Im Küchenbereich empfiehlt sich das Dekor „Palermo“ im Aluminium-Look. info@formex.ch www.formex.ch 22 Pünktlich zum 60-jährigen Bestehen bringt BAuKNEChT die neue Gerätelinie „Blackline“ heraus. Die Geräte kombinieren Design mit innovativer Technologie. Die verspiegelten Gläser, ursprünglich für die Architektur entwickelt, verstärken den edlen Charakter der Küchengeräte. Die Einbaugeräte sind mit versenkbaren Knöpfen und Edelstahlgriffen versehen. service@bauknecht.ch www.bauknecht.ch

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SPEZIAL Bodenbeläge

MODULØR Produkte

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Bodenschätze von Melanie Finschi (Redaktion)

Jeder Bodenbelag verändert das Ambiente des Raums und sollte mit Bedacht gewählt werden. Ein hochfloriger Teppich, schlichtes Parkett, ein pflegeleichter Spachtelbelag oder doch ein Korkboden im Holzlook – was darf es sein?

Das Feinsteinzeug MaxFine ist bis Format 300 x 150 cm erhältlich. Das Material zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit und seine Flexibilität bei der Einsetzung aus. Diese Kollektion kombiniert dünne Schichtung mit grossem Format und technischer Leistungsfähigkeit. KERAMIKLAND kundendienst@keramikland.ch, www.keramikland.ch

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1 Aurelia ist die jüngste Teppichkreation aus dem Hause TISCA TIARA. Das speziell entwickelte Polmaterial lässt sich in drei verschiedenen Teppichoberflächen einsetzen. Die 17 Lagerfarben ermöglichen Gestaltungsfreiheit. Zudem eröffnet sich die Möglichkeit für Sonderfarben bereits ab kleinen Mengen, und ab 50 m² können eigene Designs realisiert werden. Alle Designs können klassisch mehrfarbig oder Ton in Ton ausgestaltet werden. Mit der Beanspruchungsklasse 32 kann die neue Produktlinie in breitem Umfang eingesetzt werden: vom Gastronomiebereich über Ladengestaltung bis hin zur Heimanwendung. Sorgsam gewebt aus 100 Prozent Marken-Nylon, gewährt Tisca Aurelia Strapazierfähigkeit und Pflegeleichtigkeit. info@tiscatiara.com www.tiscatiara.com

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2 PERGO stellt dieses Jahr ein neues patentiertes Designelement vor – NaturalVariation™. Die neuen Laminatelemente kommen einem Echtholzboden in Optik und Haptik noch näher. Mit dem neuen Produktionsprozess ist es nun möglich, 700 verschiedene Dielen mit geweisstem, natürlich rustikalem Charakter zu fertigen. Damit können Verbraucher ihre Fussböden in einer Vielfalt an Mustervariationen verlegen. info.switzerland@pergo.com www.pergo.com 3 Das schwedische Designunternehmen BOLON hat an der diesjährigen Stockholmer Möbelmesse seine neuste Kreation vorgestellt. „Creat“ ist in Zusammenarbeit mit dem französischen Architekten Jean Nouvel entstanden. Seine Interpretation von Create ist ein interessantes Konzept in Form eines Messestands, der sowohl die Schwerkraft als auch die traditionelle Vorstellung von Bodenbelägen herausfordert. Frische Muster und 3-DEffekte, Farbenvielfalt, lange Lebensdauer, deutlicher textiler Charakter, hervorragende Umweltverträglichkeit vereint Bolon in seinen Produkten. mail@xtender.ch www.bolon.com

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4 BODARTO ist ein echtes Schweizer Produkt. In Richterswil am Zürichsee werden mineralische Wand- und Bodenbeschichtungen aus 99 Prozent natürlichen Rohstoffen in jeder gewünschten Farbe hergestellt. Die Optik des Bodenbelags, der mehrschichtig gespachtelt und nicht gegossen wird, verändert sich je nach Lichteinfall. Allergiefrei, hygienisch, pflegeleicht, atmungsaktiv, fleckenfrei, temperaturfest und reparierbar – Bodarto bietet unbegrenzte Möglichkeiten. info@bodarto.ch www.bodarto.ch

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5 Mit der neuen Trendpark-HochglanzLinie verbindet BAUWERK den Trend Hochglanzoberflächen mit den Qualitäten eines natürlichen, warmen Holzbodens. Die Hochglanzoberfläche ist lasierend, damit die Struktur des Holzes durchschimmert. Begeht man den Trendpark-Hochglanzboden barfuss, fühlt man die Wärme des Holzes, erkennt die Holzstruktur und erlebt die optische Raumerweiterung, die „Hochglanz“ Oberflächen so unwiderstehlich machen. Hier abgebildet die Ausführung Purple Heart aus Esche. info@bauwerk.com www.bauwerk-parkett.com 6 Die neuste Innovation aus dem Hause FORBO sieht auf den ersten Blick aus wie ein Teppich, ist aber vielmehr ein Bodenbelag, der den Komfort eines Teppichbodens mit den Vorzügen eines elastischen Belags verbindet. Die besondere Materialkonstruktion verschafft Flotex dieses markante Profil: Senkrechte Fasern sind in hoher Dichte fest in einem wasserundurchlässigen Rücken verankert. Darum kann selbst eine gründliche Nassreinigung bis an den Faseransatz dem Flor nichts anhaben. Aber Flotex punktete nicht nur in Sachen Pflegeleichtigkeit, sondern erfüllt auch höchste Hygienestandards und eignet sich deshalb besonders für den Einsatz in öffentlichen Gebäuden. info.flooring.ch@forbo.com www.forbo-flooring.ch

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7 Die Fliesen sind von HGC COMMERCIALE in Anlehnung an edlen Kalkstein entworfen worden. Die angenehme, seidige Oberfläche lässt eher auf Naturstein als Keramik schliessen. Und doch handelt es sich um hochentwickeltes Feinsteinzeug mit all seinen Vorzügen: strapazierfähig, fleckenunempfindlich, säureresistent, einfach zu reinigen und damit äusserst pflegeleicht und langlebig. Die spezielle Oberfläche garantiert auch in nassem Zustand einen sicheren Tritt. Salvia ist in den natürlich-warmen Farbtönen Weiss, Grau, Sand, Walnuss und Gold erhältlich. info@hgc.ch www.hgc.ch 8 Dieser mineralische Spachtelbelag ist eine neue Eigenkreation aus dem Hause TEXOLIT. Rustico ist ein Bodenbelagdesign mit einer natürlichen Optik. Der Belag wird fugenlos eingebracht, gespachtelt, geschliffen und versiegelt. So entsteht ein atmungsaktiver Bodenbelag mit einer natürlichen Wolkigkeit und sichtbaren Verarbeitungsspuren. Das Design ist hoch belastbar, verschleiss- und abriebfest, flüssigkeitsdicht und absolut staubfrei. Die spezielle Versiegelung macht ihn zudem wartungsfrei und leicht zu reinigen. info@texolit.ch www.texolit.ch 9 In der Weinlaube der Firma Zweifel Weine in den ehemaligen Pferdeställen der alten Brauerei Uster entstand ein einmaliger Parkettboden: Aus alten Weinfassdauben des Kunden fräste der Parkettspezialist LENZLINGER 50 mm lange Stücke und verlegte diese in einem traditionellen Pflästerungsmuster. Nach der sorgfältigen Vorbereitung des Untergrunds wurden die Stirnholzklötze in heissem Bitumen verlegt. Die Oberfläche wurde anschliessend geschliffen und geölt. Das Lenzlinger Verlegeteam wurde für diese anspruchsvolle und originelle Arbeit im diesjährigen Berufswettbewerb der Interessengemeinschaft der Schweizerischen Parkettindustrie (ISP) mit dem ersten Preis ausgezeichnet. pt@lenzlinger.ch www.lenzlinger.ch

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10 Der Hersteller KNOPP Malerhandwerk ist für seine Wand- und Bodenbeläge Terrazzofino bekannt. Der fugenlose Bodenbelag ist angenehm und entspricht einem hohen Komfort, auch barfuss. Der Boden hat im nebelfeuchten Zustand eine hohe Trittsicherheit. Zudem ist er kratzfest und sehr pflegeleicht. Ein weiterer Vorteil des Produkts: Es kann auf alle harten und formstabilen Untergründe eingebaut werden. Farbtöne sind frei wählbar. info@terrazzofino.ch www.knopp.ch 11 Primär für den gewerblichen Einsatz vorgesehen, aber selbstverständlich auch im Wohnbereich verwendbar, sind die Premium Collection mit einer Nutzschicht von 0,8 mm und die Medium Collection mit einer Nutzschicht von 0,55 mm. Die Light Collection mit einer Nutzschicht von 0,3 mm ist für höchste Beanspruchung im Wohnbereich prädestiniert. PROjECT FLOORS

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info@project-floors.com www.project-floors.com 12 NATURO KORK ist die Innovation gelungen, beliebige Fotosujets oder eigene Kreationen auf Kork zu drucken. Durch die hochmoderne Drucktechnologie wirken zum Beispiel die Ausführungen „KorkWood“ und „KorkStone“ täuschend echt. Hier abgebildet „KorkWood“, der einem Holzboden zum Verwechseln ähnlich sieht. Die möglichen Holzdessins sind fast so vielfältig wie die natürlich vorkommenden Holzarten. So können mit bestem Gewissen täuschend echte Böden aus raren Tropenhölzern oder besonders wertvollen exotischen Gewächsen verlegt werden. info@naturokork.ch www.naturokork.ch 13 Durch den Spezialfüllstoff in der Bodenbeschichtung „StoPox BB T 200“ entsteht eine einzigartige Terrazzo-Optik, verfügbar in zehn verschiedenen Farbtönen. Die geschlossene Oberfläche ist einfach, kostengünstig und zeitsparend zu reinigen und beständig gegen handelsübliche Desinfektionsmittel. Die hohe Kratzbeständigkeit sorgt zusätzlich dafür, dass das Erscheinungsbild lange erhalten bleibt. STOAG

sto.ch@stoeu.com, www.stoag.ch

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Visit Jeld-Wen Schweiz AG

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Die türenmacher

Bei der Kollektion „Wirus“ kann der Kunde aus vielfältigen Ausführungsformen, Türenmodellen und Oberflächen, edlen Designgläsern sowie eleganten Türgriffen auswählen.

Tradition wird bei Jeld-Wen grossgeschrieben. Um 1900 wurde in Klingnau eine Holzwarenfabrik und später in Bremgarten eine Schreinerei sowie eine Zimmerei gegründet. Kellpax entwickelte sich zu einem klingenden Namen in Sachen Innen- und Aussentüren. Heute gehört das Traditionsunternehmen zur Jeld-Wen-Gruppe, die gegründet von der Familie Wendt in Oregon, USA, von einem kleinen Handwerksbetrieb zum weltweiten Branchenleader heranwuchs. Die Liebe zum Naturstoff Holz und zur handwerklichen Arbeit ist seit den Ursprüngen sowohl bei Kellpax in der Schweiz wie auch beim Mutterhaus bis heute erhalten geblieben. Jeld-Wen ist auf dem Globus der grösste Anbieter von

Türen und Fenstern. In Europa befindet sich der Hauptsitz in Dänemark. JeldWen Europe betreibt über 20 Produktionswerke in 12 Ländern, beschäftigt mehr als 6000 Mitarbeiter und vertreibt mehrheitlich Türen. Qualität und Kompetenz Von diesem vielfältigen Angebot und dem immensen Know-how profitiert auch der inländische Markt. Jeld-Wen Schweiz mit Sitz im aargauischen Bremgarten produziert einerseits die Eigenmarke Kellpax und vertreibt andererseits die Türenkollektionen „Wirus“, „Moralt“ und „Dana“. Mit dieser über 100 Jahre alten Vergangenheit im Gepäck steht das Unterneh-

men für Qualität und Kompetenz. Das Werk in Bremgarten mit mehr als 100 qualifizierten Mitarbeitern verfügt über einen modernen Maschinenpark, der im Zusammenspiel mit dem gewachsenen Know-how die Basis für den Erfolg bildet. Ziel ist es, den Markt mit qualitativ hochwertigen Türen zeitnah und termintreu als Komplettanbieter zu bedienen. Der Vertrieb erfolgt über den Holzfachhandel an die Schreiner, die auch ausgefallene Kundenwünsche zu einem attraktiven Preis realisieren können. Das Angebot reicht vom Rohling bis zur Spezialtür. „Wir sind der erste Ansprechpartner für Planer, Architekten und Schreiner“, sagt Jürgen Grobauer, Geschäftsführer Jeld-Wen Schweiz. „Dazu

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Vor mehr als 100 Jahren hat die Geschichte von Kellpax begonnen. Heute gehört das Traditionsunternehmen zu Jeld-Wen und produziert zum Beispiel die Marke „Alupan“ in Bremgarten.

bieten wir mit den weniger Eigenaufwand erfordernden Komplettsystemen unseren Partnern zusätzliche interessante Gechäftsmöglichkeiten in einem wachsenden Markt.“ Vom Bauelement zum möBelstück Die „Alupan“-Haustüren sind ein Begriff. Bei Schreinern und Architekten hat die Orginal-Kellpax-Entwicklung hohe Bekanntheit und Akzeptanz. Jeld-Wen hat das Erfolgsprodukt einem technischen Relaunch unterzogen. Die neue „Alupan Isol“ komplettiert als Lösung für regenund nässegeschützte Nebeneingänge und Bereichsabschlüsse die Schweizer Türenfamilie. Die Werte für Schalldämmung, Brandschutz und Klimaklasse sprechen zusammen mit dem U-Wert für sich. In Anlehnung an die heutigen Einrichtungstrends hat Jeld-Wen ein Sortiment

Vom Rohling bis zur Spezialtür reicht das umfassende Türenangebot von Jeld-Wen. Das Sortiment der Fertigtüren macht die Tür zum Einrichtungsgegenstand.

entwickelt, das für jeden Geschmack die passende Furniertür bereithält. Ob längsfurniert, in querlaufender Optik oder mit filigranen Adern, die Kollektionen „Design“, „Living“ und „Classic“ decken jeden Wohnstil ab. Die Modelle gibt es stumpf einschlagend oder gefälzt, und sie sind auch als raumhohe Elemente erhältlich. Was im Küchen- oder Badbereich bereits Normalität ist, gilt jetzt auch für die Haus- oder Zimmertür. Mit „DANAmotion“ hat Jeld-Wen ein System entwickelt, das ein gedämpftes Öffnen und Schliessen möglich macht. Ein Antippen genügt, und die Tür schliesst sich von selbst. Auch in Zukunft will man den Schweizer Türenmarkt mitgestalten. Zurzeit wird hier im Lande eine Tür mehrheitlich als Bauelement angeschaut. Noch haben rohe, vorgrundierte Modelle den grössten Marktanteil. „In unseren Nachbarlän-

dern sind bereits Fertigtürelemente vorherrschend. Der Bauherr wählt seine Tür samt Zarge aus einem breiten Designangebot wie ein hochwertiges Möbelstück“, führt Werner Sacher, Marketingleiter von Jeld-Wen Schweiz, aus. „Wir wollen die Tür von einem Bauelement zu einem Einrichtungsgegenstand machen.“ rm

Jeld-Wen Door Solutions bietet in der Schweiz das grösste Türangebot an. tueren@jeld-wen.ch www.jeld-wen.ch

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TaLk Christoph Studer

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„Mensch aLs wichTigsTeR eRfOLgsfakTOR“ von Roland Merz (Interview)

Tradition und Erfahrung sind bei der Feyco AG, dessen Ursprung bis ins Jahr 1902 zurückgeht, keine leeren Worte. Nach zwei Weltkriegen und manchen wirtschaftlichen Krisen blickt der Branchenleader in Sachen Holzbeschichtungen gestärkt in die Zukunft. CEO Christoph Studer im Interview.

Tamina-Therme in Bad Ragaz: Die Produkte der Marke Pentol bieten einen professionellen Holzschutz für Täfer und Fenster im Aussenbereich.

2010 fand eine Reorganisation von Feyco Coatings statt. Wie ist das Unternehmen heute aufgestellt? Feyco Coatings präsentiert sich seit 2010 mit einem neuen, modernen Marktauftritt. Um klarer zu kommunizieren, hat das Unternehmen ein neues Gruppenlogo sowie neue, daran angeglichene Produktmarkenlogos für Feyco, Pentol, Wenger und Nobs entwickelt. Durch die Farbcodierung der einzelnen Produktmarken wird der Auftritt strukturiert, die jeweiligen Zielgruppen lassen sich klar zuweisen, sprich verständlich und logisch kommunizieren. Seit 2011 gehört zudem das renommierte Unternehmen Otto Weibel AG zu unserer Gruppe. Die Feyco AG, die Teil des Geschäftsbereiches Beschichtungen (EN Coatings)

der Looser-Gruppe ist, hat letztes Jahr zudem Führung und Vertrieb reorganisiert. Beschaffung, Rechnungswesen, Forschung und Entwicklung, Produktion sowie Marketing sind in St. Margrethen zentralisiert worden. Daneben führt das Unternehmen fünf weitere Verkaufsstellen und Depots entlang der A 1. Von den Verkaufsstellen in Hinwil, Urdorf und Gümligen und den Depots in Crissier und Carouge aus kann Feyco nahe am Schweizer Markt agieren und kurze Lieferzeiten garantieren. In den letzten Jahren sind einige Marken unter dem Dach Feyco Coatings zusammengefügt worden. Welche Strategie fährt das Unternehmen?

Die Zugehörigkeit zur Looser-Gruppe bringt wesentliche Vorteile in Form von Synergien; auch im Aussenhandel. Die Gruppe ist eine international tätige Schweizer Industrieholding mit Sitz in Winterthur und ist mit ihren operativen Gesellschaften in Europa, Asien und Amerika tätig, von deren Vertriebskanälen auch wir profitieren können. Es ist uns gelungen, die vier Unternehmen Wenger, Pentol, Nobs und Otto Weibel innerhalb der Feyco-Gruppe gewinnbringend zusammenzuführen. Die Herausforderung lag darin, nach jedem Zukauf die Produktpalette und den Vertrieb zu restrukturieren und dabei immer die Bedürfnisse des Anwendermarktes vor Augen zu haben. Entstanden sind Profitcenter, die sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und klar definierte Marktsegmente betreuen. Wir haben mit dieser Strategie Synergien gesucht und gefunden. Unnötige Doppelspurigkeiten, sei es in der Beratung, im Service oder in der Verwaltung, haben wir gruppenübergreifend ausgeschaltet. Gleichzeitig werden wichtige Prozesse wie die Beschaffung von Rohmaterialien, Forschung und Entwicklung, Produktion und Marketing, aber auch das Rechnungswesen zentral im Hauptsitz St. Margrethen abgewickelt und kontrolliert. Das Ergebnis: ein schlanker Apparat mit einer kundenorientierten Sortiments- und Vertriebsstruktur. Welches ist der Markt von Feyco Coatings? Wir produzieren Farben und Lacke für die Anwendungsbereiche Holz, Metalle und Kunststoffe. Dabei konzentrieren wir uns klar auf unsere Kernkompetenzen: Industrielacke für Holz und Metalle, anspruchsvolle Lösungen für Schreiner, professioneller Holzschutz für Fenster und Täfer sowie Lacke und Öle für Parkett und Kork. Als Teil der Looser-Gruppe haben wir

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tagtäglich in der F&E ihr Bestes. Zudem bietet unser Unternehmen Ausbildungsplätze für angehende Lacklaboranten und Kaufleute an.

FEYCO AG: Wissen von verschiedenen Anbietern mit nur einem Ansprechpartner.

Zugang zum gesamten Know-how. Und davon profitieren unsere Kunden direkt: Sie erhalten das gesamte Wissen und Können einer ganzen Beschichtungsgruppe, haben aber nur einen einzigen Ansprechpartner. Umwelt und Nachhaltigkeit sind in aller Munde. Wie befasst sich ein Unternehmen wie Feyco Coatings damit? Hauptthema ist in Umweltfragen die Reduktion von VOC-Emissionen. Die Entwicklung UV-härtender und wasserbasierender Lacke wird dabei von den Holzlackherstellern forciert und ist bereits seit den frühen 1980er-Jahren in vollem Gange. Die Feyco-Gruppe zählt in der Schweiz zu den führenden Anbietern hochwertiger ökologischer Holzveredelungsprodukte. Nobs beispielsweise bietet seit 1995 lediglich noch ca. 5 Prozent lösemittelhaltige Parkettsiegellacke an – 95 Prozent waren damals schon wasserverdünnbar. Auch bei industriellen Lackbeschichtern werden heute zum überwiegenden Teil nur noch wasserverdünnbare oder UV-härtende Lacke verarbeitet. Welchen Stellenwert hat die Forschungs- und Entwicklungsabteilung? Diese Abteilung hat bei uns einen sehr hohen Stellenwert. Sie ist u. a. der Schlüssel zum Erfolg. Mit innovativen, sehr hochwertigen Produkten hat sich die Feyco AG einen bleibenden Namen erarbeitet und entwickelt sich stetig weiter. Mehr als 15 qualifizierte Mitarbeiter geben

Qualitätssicherung ist enorm wichtig. Wie stellen Sie diese sicher? Kontrollprozesse werden standardisiert und durch qualifiziertes Personal abgewickelt. Dabei wird eine chargenweise Kontrolle nach Vorgaben der Entwicklungsabteilung oder gemäss Kundenabsprachen durchgeführt. Die Rohstoffe werden einer strengen Eingangskontrolle nach vorgegebenen Spezifikationen unterzogen, und zu guter Letzt werden die Endprodukte, sprich die lackierten Oberflächen, überprüft. Das geschieht in festgelegten Rhythmen durch unsere Anwendungstechniker oder die Qualitätssicherung entweder in Zusammenarbeit mit unseren Kunden oder bei Standardprodukten durch hausinterne Prüfungen. Wie reagieren Sie auf die stetig wechselnden Ansprüche, die der Markt stellt? Durch definierte Innovationsprozesse und ein Innovationsmanagement. Immer mehr auch über ein professionalisiertes Projektmanagement und eine permanente Hinterfragung und Weiterentwicklung der Leistungsansprüche an unsere Mitarbeitenden. Bei uns sind Menschen mit überdurchschnittlicher Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der wichtigste Erfolgsfaktor. Dabei führen wir zielorientiert und bieten die Chance einer beruflichen als auch persönlichen Weiterentwicklung. Feyco stellt industrielle Lacksysteme mit hoher Wertschöpfung her. Was bedeutet Wertschöpfung? Im Allgemeinen bedeutet Wertschöpfung für uns Mehrwert für unsere Kunden, aber auch für uns als produzierendes Unternehmen, wobei wir uns vor allem auf straffe Prozesse konzentrieren, um möglichst viel Output an unsere Kunden weitergeben zu können. Im unternehmerischen Sinn kann also Wertschöpfung als die Schaffung von Wert für den Kunden in Form eines Produktes oder einer Dienstleistung interpretiert werden.

Die Produktmarke Pentol gilt als Inbegriff für professionellen Holzschutz im Aussenbereich. Was beinhaltet Holzschutz überhaupt? Was ist nötig, um eine Holzfassade richtig zu schützen? Holzschutz beinhaltet im Wesentlichen vorbeugende Holzschutzmittel für Rund-, Schnitt- und Bauholz, bekämpfende Holzschutzmittel gegen Hausbock und Hausschwamm, Schutz- und Dekorativbeschichtungen für Holzfenster und Holzschalungen sowie Naturöllasuren für innen und aussen. Um eine Holzfassade richtig zu schützen, bedarf es einer grossen Erfahrung, stetiger Forschung und Entwicklung, einer engen Zusammenarbeit mit Kunden, Architekten und Bauplanern bei der Optimierung der pro Projekt geeigneten Holzwahl. Bei der praktischen Oberflächenbeschichtung ist zudem eine professionelle Zusammenarbeit mit Bauplanern gefragt. Wie sieht die Zukunft des Unternehmens aus? Durch geschaffene und erreichte Synergien werden wir auf neue Marktanforderungen schneller reagieren können. KeyFaktoren sind dabei einerseits die gelebte Kontinuität und Tradition, auf der anderen Seite werden wir uns aber auch fit für die immer schneller eintretenden Marktveränderungen machen und unsere Prozesse, Produkte und Anforderungen an unsere Mitarbeitenden laufend anpassen.

Christoph Studer ist Geschäftsführer der Feyco AG in St. Margrethen. info@feyco-coatings.ch www.feyco-coatings.com

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TICKER

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Den Teppich ausgerollT Nach Stuttgart, Köln, Hamburg, Berlin und Frankfurt reiste die Roadshow "Carpets, Cars & Architecture" nach Zürich. Ein herrlich sommerlicher Abend lockte die geladenen Gäste in den neuen Showroom am Utoquai. Daniel Butz, Geschäftsführer der Object Carpet GmbH, begrüsste die Gäste und gab einen Einblick in die Geschichte von Automobil, Fotokunst und Teppichboden. Das Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart ermöglichte Object Carpet, die Silberpfeile aus den heiligen Hallen für ein einzigartiges Shooting in die Gaukler-Fotostudios zu transportieren. Hier wurden die Raritäten auf ausgewählten Dessins der neuen Teppichkollektion "Facts & Visions" abgelichtet und in virtuellen Architekturwelten fotokünstlerisch inszeniert. Entstanden ist der neue Object-Carpet-Fotokunstkalender 2012. Die zwölf Motive des Kalenders, grossformatig auf Aluminium-Dibond-Platten gedruckt, standen auch bei der Showroom-Eröffnung in Zürich im Mittelpunkt. Der optische Eindruck wurde durch ein haptisches Erlebnis der Teppichböden erweitert. Der interessante Vortrag von Professor Kas Oosterhuis aus Rotterdam, der mit Witz und Charme seine vielfältigen Architekturprojekte vorstellte, rundete das Programm ab. Der neue Showroom von Object Carpet befindet sich an zentraler Lage in Zürich am Utoquai 55. Ein Besuch lohnt sich. www.carpet-concept.de

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kiNDliche FaNtasieN Für eiNe Bessere ZukuNFt Der rücksichtslose Umgang mit der Umwelt und mit Rohstoffen sind auch für Kinder und Jugendliche ein Thema: Sie wachsen in einer Welt auf, deren Reserven an fossilen Energieträgern sich langsam dem Ende zu neigen. Innovative Lösungen sind gefragt, damit der enorme Bedarf an Energie auch in Zukunft gedeckt werden kann. Der Wettbewerb "Mein Minergie-Traumhaus" bietet die ideale Möglichkeit, das Thema auf kreative Art anzugehen. Mitmachen können Kinder zwischen 6 und 16 Jahren. Einsendeschluss ist der 15. Dezember 2012. www.minergie-traumhaus.ch

Dietiker aM DesigNers' saturDay Das Büro voN MorgeN

Das Prinzip einer molekularen Struktur diente als Ausgangslage für das neue Produkt von Dietiker sowie für den Auftritt am Designers' Saturday in Langenthal vom 3. bis 4. November. Das Konzept „ERY“ spielt mit räumlichen Durchdringungen und verbindet

Büroeinrichter Bene eröffnete seine neuen Räumlichkeiten

Innenräume mit der Umgebung von Gebäuden. Die Leichtigkeit und Materialkombina-

im Richti-Areal in Wallisellen, dem neuen Kreativviertel

tionen ermöglichen einen innovativen, spielerischen Umgang mit Möblierungsszenarien.

im Raum Zürich. Die Lage passt bestens zu den innova-

Die skulpturale Inszenierung spiegelt diese Idee wider und kreiert Räume für Begeg-

tiven Bürowelten von Bene. In dem grosszügigen, 400 m2

nungen, um den Bezug von Architektur und Sitzgelegenheiten im Freien herzustellen,

grossen Loft zeigt das Unternehmen mit seinem "Living

und zeigt das Potenzial einer wachsenden Struktur mit additiven Elementen. An der

Office"-Konzept, wie zukunftsorientierte Bürolösungen

Preview vom Freitag, den 2. November, können Sie in direkten Kontakt mit dem Designer

funktionieren: "Smart Working" im Spannungsfeld zwischen

Andreas Saxer und den Verantwortlichen von Dietiker treten. Auch für das leibliche Wohl

konzentriertem Arbeiten in "Me-Places" und offener Kommu-

ist am Stand in der Produktionshalle von Hector Egger Holzbau gesorgt.

nikation in "We-Places".

www.dietiker.com, www.designerssaturday.ch

www.bene.com

NatursteiN-Mekka Vor fünf Jahren wurde die Schweizer Filiale der spanischen Cosentino Group, führend in der Produktion von Quarz- und Naturstein-oberflächen, in Schmerikon SG am Obersee eröffnet. Rechtzeitig zum Jubiläum konnte die neue 1500 m2 grosse Halle für Natursteine eingeweiht werden. www.cosentinogroup.net

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LITERATUR

Karl Hugo Schmölz – Köln Während der Jahre des Wiederaufbaus schuf Karl Hugo Schmölz im Auftrag von Architekten und Bauherren eine eindrucksvolle fotografische Dokumentation der Entwicklung von Architektur und Design jener Zeit. Seine technisch perfekten Architekturbilder belegen einen zeitgenössischen Stilwillen, der sich buchstäblich aus dem Trümmermeer des zerstörten Köln erhob. Die formal strengen Innen- und Aussenaufnahmen hat er bei Tag mit einer riesigen Plattenkamera aufgenommen. Bei Nacht zeigt der Fotograf aus einem nüchternen Blickwinkel die Schönheit der umgesetzten technischen Leistungen von funktionaler Architektur. Dennoch fehlt es seinen Bildern nie an wohltemperierter Bildatmosphäre. Denn für seine spezielle Beleuchtungstechnik, bei der er wie ein Lichtmeister auf der Bühne Lichter ohne erkennbare Lichtquelle setzt, war er über die deutsche Grenze bekannt. mf Karl Hugo Schmölz – Köln: Architekturfotografien der fünfziger Jahre, Text von Ulf Erdmann Ziegler und Thomas Linden, Schirmer/Mosel Verlag, 2012, 176 Seiten, 127 Duotone-Tafeln, deutsch, ISBN 978-3-8296-0539-7, 70.90 Franken

MODULØR Service

Sublime Blättert man diesen Bildband über japanische Architektur und japanisches Design durch, fällt eines gleich ins Auge: Bunt geht es nicht zu. Viele der Bauten sind in schlichtem Weiss gehalten und geben sich nach aussen hin äusserst zurückhaltend – auch was ihre Dimensionierung angeht. Zum Teil stehen in den Städten nur winzige Parzellen zur Verfügung. Doch auch wenn die Baukörper manchmal mehr einem Möbelstück als einer Architektur gleichen, wirken sie dennoch erstaunlich geräumig. Einerseits der japanischen Tradition verpflichtet und sich doch an zeitgemässer Gestaltung orientierend, liegt das Geheimnis einfach oft im Weglassen. So entstehen trotz kleiner Volumina äusserst spannende Raumstrukturen. Ähnlich ist es beim Produktdesign. Schlicht und reduziert kommt es daher, einfach typisch japanisch. mf Sublime, New Design and Architecture from Japan, Gestalten-Verlag, Berlin 2011, 287 Seiten, zahlreiche Farbfotos, englisch, ISBN 978-3-89955-372-7, 62.50 Franken

2012 07

And Now the Ensemble!!! Miroslav Šik hat die Schweiz an der diesjährigen Biennale in Venedig vertreten. Am 27. August 2012 wurde seine Ausstellung «And Now the Ensemble!» (und jetzt das Ensemble!) im Schweizer Pavillon eröffnet. Seine Botschaft geht an Berufskollegen, Bauherren und Behörden. Er fordert, dass Bauten zu einem Teil ihrer Umgebung werden, und dies soll schon bei der Planung berücksichtigt werden. Hier gehört nicht nur die Natur dazu, sondern vor allem die Menschen, die die Bauten am Schluss bewohnen und die Städte und Dörfer beleben. Im Hauptsaal des Pavillons präsentierte Šik ein visuelles Manifest in Form eines 360-Grad-Panoramabildes. Dieses wird in Fotoemulsionstechnik direkt auf die Wände übertragen. Šik hat für dieses Projekt mit den Architekturbüros Knapkiewicz und Fickert aus Zürich sowie Miller und Maranta aus Basel zusammengearbeitet. Fotos dazu findet man auch auf den Klappseiten im Buch. mf Miroslav Šik, prohelvetica: And now the Ensemble, Lars Müller Publishers, 2012, 72 Seiten, 16,5 × 24 cm, 3 Klappseiten 3 Abbildungen, englisch, ISBN 978-3-03778-311-5, 28 Franken. 14,5 × 21 cm, deutsch, ISBN 978-3-7861-2662-1, 40.90 Franken

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Zukunft Raum geben.

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18. Herbstseminar 2012: Wege zur Energiewende Neue Dimensionen im energieeffizienten Bauen Donnerstag, 8. November 2012, 8.30 bis 16.45 Uhr, BERNEXPO CONGRESS, Bern Es referieren: Barbara Egger-Jenzer, Regierungsrätin Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern, Bern Dr. Walter Steinmann, Direktor Bundesamt für Energie BFE, Bern Dr. Jörg Beckmann, Direktor Mobilitätsakademie, Bern Prof. Dr. Lucas Bretschger, CER-ETH – Center of Economic Research, ETH Zürich, Zürich Prof. Dr. Benno Bucher, IET Institut für Energietechnik, Hochschule für Technik, Rapperswil Bob Gysin, CEO, Bob Gysin + Partner BGP Architekten, Zürich Prof. Dr.-Ing. Gerd Hauser, Ordinarius für Bauphysik TUM, Leiter Fraunhofer-Institut für Bauphysik, Stuttgart DE Dr. Patrick Hofer-Noser, Präsident Cleantech Switzerland, Schaffhausen, Head of Renewable Energy Systems, Meyer Burger Technology AG, Gwatt (Thun) Olivier Meile, Bundesamt für Energie BFE, Bern Markus Mosimann, Autor, Neue Holzforum AG, Bern Ruedi Noser, Nationalrat, Inhaber Noser Gruppe, Zürich Dr. Peter Richner, Stellvertretender Direktor Empa, Dübendorf Prof. Alexander Wokaun, Paul Scherrer Institut, Villigen

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MODULØR Service

TERMINE

2012 07

la Chaux-de-Fonds le coRbusieR et la PhotogRaPhie

winteRthuR amaR kanwaR

winteRthuR dukta – holz in FoRm

Der Filmemacher durchleuchtet

Die Ausstellung gibt Einblick in die

Bad Ragaz bad RagaRtz

Die Rolle der Fotografie im architekto-

Ursachen und Wirkungen und wie

Entwicklungsgeschichte von Dukta

nischen Werk von Le Corbusier.

diese ins Alltagsleben und in seine

und zeigt historische und aktuelle

80 Künstlerinnen und Künstler aus

www.chaux-de-fonds.ch/musees/mba

kulturellen Formen übersetzt

Beispiele zu verschiedenen Formge-

aller Welt haben den sozialen Raum im

bis 13.1.13

werden.

bungsverfahren.

www.fotomuseum.ch

www.gewerbemuseum.ch

bis 18.11.12

18.11.12 bis 20.5.13

AUssTELLUNgEN

Kurort für ein halbes Jahr in eine Zone www.badragartz.ch

münChen deR aRchitekt

bis 4.11.12

Die historische Entwicklung und die

besonderer Begegnungen verwandelt.

vielen Veränderungen des Berufsbildes

Basel edgaR degas

vom Baumeister zum Künstler und vom

Neben Van Gogh, Cézanne und

ausführlich dargestellt.

MüNchEN deR aRchitekt – geschichte und gegenwaRt eines beRuFsstandes

Gauguin gilt Degas als einer der

www.architekturmuseum.de

27.9.12. bis 3.2.13

wichtigsten Wegbereiter der

bis 3.2.13

Konstrukteur zum Organisator werden

modernen Kunst. Eine der raren www.fondationbeyeler.ch

st. gallen PiPilotti Rist

bis 27.1.13

Sie ist eine der bekanntesten Künstle-

Ausstellungen über sein Spätwerk.

rinnen der Schweiz. Die Ausstellung

BeRlin schinkel – geschichte und Poesie

„Blutbetriebene Kameras und quellende

Karl Friedrich Schinkel ist wohl einer

Räume des Kunstmuseums St. Gallen.

der bedeutendsten Architekten des

www.kunstmuseumsg.ch bis 26.11.12

Räume“ entstand in enger Zusammenarbeit mit Pipilotti Rist eigens für die

19. Jahrhunderts. Das KupferschmidExponate seines Schaffens.

weil am Rhein PoP aRt design

www.schinkel-in-berlin.de

Die Pop Art gilt als einflussreichste

bis 6.1.13

Kunstströmung der Nachkriegszeit:

kabinett in Berlin zeigt rund 300

eine spektakuläre Werkauswahl. Zu

Obwohl Bauen zu den ältesten Tätigkeiten des Menschen gehört und

dessau maRcel bReueR: design und aRchitektuR

den Künstlern, die in der Ausstellung

die Architektur als Mutter der Künste gilt, sind die Arbeit des Architekten

vertreten sind, zählen Andy Warhol,

und die historische Entwicklung des Berufsstandes nur wenigen genauer

Robert Rauschenberg, Roy Lichten-

bekannt. In einer grossen Ausstellung werden jetzt die vielen Facetten

Die Stiftung Bauhaus Dessau zeigt in

stein und Jasper Johns. Die Design-

des Architektenberufs erstmals umfassend dargestellt: Die Entwicklung

Kooperation mit dem Vitra-Design-

objekte stammen unter anderem von

vom Baumeister zum Künstler und vom Fürstendiener zum Organisator

Museum eine Retrospektive, in der

Charles Eames, Superstudio, Achille

wird dabei ebenso thematisiert wie das unterschiedliche Verständnis

die zwei Seiten des Designers und

Castiglioni und Ettore Sottsass.

von Aufgabe und Stellung des Architekten in verschiedenen Ländern,

Architekten Marcel Breuer erstmals

www.design-museum.de bis 3.3.13

Kulturkreisen und Jahrhunderten.

gleichberechtigt beleuchtet werden.

Anhand von Skulpturen, Gemälden, Zeichnungen, Fotos, Modellen

wien suche nach Yu

und Filmen entsteht ein ebenso vielfältiges wie spannendes Bild des

In den Jahren 2008 bis 2011 trug der

und der griechischen und römischen Antike über das Mittelalter und die

Köln landscaPe and aRchitectuRe

österreichische Fotograf Wolfgang

Renaissance bis zur Gegenwart. Sie illustrieren und erklären nicht nur

Thaler in Zusammenarbeit mit den

die Geschichte und Bedeutung des Berufs, sondern auch das Verhältnis

Architekturhistorikern Maroje Mrduljaš

des Architekten zum Bauherrn, die Umsetzung von Ideen, die bildliche

Gabrielle Ammann zeigt ausgewählte

und Vladimir Kuli eine umfangreiche

Selbstdarstellung sowie die Beziehung des Architekten zu Musik, Theater

Arbeiten der Fotografin Hélène Binet

Dokumentation der jugoslawischen

und Film. Hinzu kommen Themen wie die Darstellung des Baumeisters in

aus den letzten acht Jahren. Binet

Architektur zwischen 1948 und 1990

Sagen und Mythen, der Architekt als Theoretiker oder „Global Player“, die

wurde in Sorengo, Tessin, Schweiz,

zusammen. Die Fotoausstellung mit

Werkzeuge zur Materialisierung von Ideen sowie Ausblicke zur Zukunft

geboren, studierte Fotografie in Rom

dem Titel „Suche nach YU“ ist jetzt im

des Architekten.

und lebt und arbeitet heute in London.

Architekturzentrum Wien zu sehen.

www.ammann-gallery.com

www.azw.at

bis 2.11.12

25.10. bis 12.11.12

www.bauhaus-dessau.de bis 31.10.12

Berufsstandes. Die Beispiele der Ausstellung reichen vom alten Ägypten

www.pinakothek.de

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zug PÉTer NÁDas

langenthal DesiGNers‘ saTurDay

Provokation für Architekten dar, die

Das Kunsthaus Zug widmet dem

zürich soNDerPräseNTaTioN GiacomeTTi

Unter dem Motto „Design Is a

um Austausch und Diskussion mit der

bedeutenden ungarischen Schriftstel-

Das Kunsthaus Zürich zeigt die Werke

Statement“ findet dieses Jahr die

Gesellschaft anzustossen.

ler und Fotografen Péter Nádas (geb.

der Brüder Giovanni und Alberto Giaco-

14. Edition des Designers‘ Saturday

www.labiennale.org, bis 25.11.12

1942) eine umfassende und von ihm

metti. In den grosszügigen Räumen des

statt. Der Anlass ist internationaler

selbst konzipierte Ausstellung.

Müllerbaus sind bedeutende Werken-

Treffpunkt für Design. Die Präsenta-

www.kunsthauszug.ch, bis 25.11.12

sembles aus dem Kontext der berühm-

tionen von zahlreichen international

Winterthur DesiGNGuT

viel mehr Kooperationen bilden sollten,

ten Bergeller Künstlerfamilie zu sehen.

bekannten Firmen werden von Cartes

Ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit

zürich wohNorT camPus

www.kunsthaus.ch, bis 17.2.13

Blanches nationaler sowie internatio-

liegt die Ausstellung Designgut. Die

naler Kunst- und Design-Hochschulen

Aussteller sind Schweizer Design-

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens

begleitet.

schaffende oder Plattformen aus

www.designerssaturday.ch

den Bereichen Mode, Accessoires,

2.11.12 Fachpublikum, 3.11. / 4.11.12

Schmuck, Keramik und Möbeldesign.

widmet sich die Ausstellung an der

zürich Pièces à coNvicTioN. voN Der PeriPherie zur sTaDT

ETH Zürich dem studentischen Woh-

Eine Ausstellung von Archizoom –

jungen Designern eine attraktive

nen rund um den Campus Höngger-

EPFL in Zusammenarbeit mit dem

München bau 2013

berg der ETH Zürich und den Campus

Büro des Richtplans Lausanne-West

Auf 180.000 m² Hallenfläche prä-

mit anderen Gestaltern.

Irchel der Universität Zürich. Neben be-

(SDOL) und dem Institut gta.

sentieren über 2000 Aussteller ihre

www.designgut.ch, 2. bis 4.11.12

reits bestehenden Bauten werden die

www.gta.arch.ethz.ch

Materialien, Technologien, Systeme.

aktuellen Neubauprojekte vorgestellt.

7.12.12 bis 17.1.13

Die BAU ist, die Weltleitmesse für

der Stiftung für Studentisches Wohnen Zürich und deren regen Bautätigkeit

DESIGNGUT bietet etablierten sowie Verkaufsplattform und den Austausch

www.ausstellungen.gta.arch.ethz.ch

Architektur, Materialien, Systeme.

bis 8.11.12

www.bau-muenchen.de 14. bis 19.1.2013

zürich GöhNer wohNeN

veranstaltungen

Während der Hochkonjunktur in den

vorfabrizierte Wohnungen in den

Bern 11. schweizer (haus)bau- uND eNerGie-messe

Agglomerationen von Zürich und

zürich DesiGN + DesiGN saloN für viNTaGe-möbel Rund 20 internationale Aussteller,

Stuttgart archiTecT@worK

Galeristen und Vintage-Spezialisten

Exklusive Messe für Architekten, In-

Kunsthauses ihre besten Design-

nenarchitekten, Ingenieure und andere

Stücke. Gezeigt und verkauft werden

Auftraggeber mit dem Schwerpunkt

Klassiker aus den 20er- bis zu den

400 Hersteller stellen Produkte,

„Ton und Architektur“.

80er-Jahren.

Genf. Die Präsentation bietet einen

Innovationen und Dienstleistungen

www.architektatwork.eu, 7./8.11.12

Ziel von Design+Design ist es, gutes

umfassenden Zugang zum Phänomen

für Bauvorhaben oder für Gebäudesa-

der Siedlungen und bezieht auch den

nierungen vor. Das Angebot wird von

geschichtlichen und gesellschaftlichen

1960er- und 1970er-Jahren schuf die Ernst Göhner AG rund 9000

präsentieren im Vorlesungssaal des

Design und das dahintersteckende Wissen einem interessierten Publikum

Energieeffizienz und erneuerbaren

venedig archiTeKTurbieNNale

Kontext der Entstehungsjahre mit ein.

Energien geprägt.

Von David Chipperfield kuratiert,

und erlebbar zu machen.

www.ausstellungen.gta.arch.ethz.ch

www.hausbaumesse.ch

steht sie unter dem Motto „Common

www.designunddesign.com

bis 8.11.12

8. bis 11.11.12

Ground“. Die Ausstellung stellt eine

24. bis 25.11.12

in unterschiedlicher Form zugänglich

sia-Kurse zürich effizient und erfolgreich bei sitzungen und besprechungen Für Baufachleute sind Besprechungen und Sitzungen unerlässlich, um Entscheidungen zu treffen und Informationen auszutauschen. Oft lässt die Qualität dieser Meetings jedoch zu wünschen übrig. Optimieren Sie durch diesen kurzweiligen und praxisorientierten Workshop Ihre Techniken und Methoden, um Ihre Sitzungen und Besprechungen effizient zu gestalten. Lernen Sie die wichtigsten Regeln für die Vorbereitung, Durchführung sowie für das erfolgreiche Moderieren von Meetings kennen. www.sia.ch/form, 30.10.12 zürich strategisches projektManageMent Die systematische, übergeordnete Projektsteuerung trägt massgebend zum Projekterfolg bei. Es ist wichtig, den Überblick über sämtliche Projekte zu wahren, frühzeitig kritische Projekte zu erkennen und alle Projekte nach den gleichen Kriterien zu beurteilen.

Ein weiterer Schwerpunkt dieses Kurses ist die Vermittlung vom Grundwissen über unterschiedlich wirksame Methoden, die uns bei der Projektführung zur Verfügung stehen. Es geht darum, die eigene Arbeitsmethode zu verbessern, um die Effizienz zu steigern und Fehler zu minimieren. Eine klare Haltung und ein Konzept mit richtig eingesetzten Instrumenten bringen Sicherheit sowohl auf Unternehmensebene wie in der Projektabwicklung. www.sia.ch/form, 9. – 10.11.12 Biel nachhaltigkeit von projekten beurteilen Die Planung und Realisation von grossen Projekten erfordert das richtige Gleichgewicht zwischen vielen ganz unterschiedlichen Aspekten. Eine Nachhaltigkeitsbeurteilung ermöglicht: Gesamtsicht zu kriegen, Auswirkungen zu erfahren, Chancen und Gefahren zu erkennen sowie solide Entscheidungsgrundlagen bereitzustellen. Lernen Sie bestehende Instrumente kennen, beherrschen Sie die Methodik, und wenden Sie diese fachmännisch an. www.sia.ch/form, 15.–16.11.12

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gesehen

MODULØR Service

2012 07

Praemium Imperiale 2012: In Nordskandinavien steigt die Sonne ab Anfang November nicht mehr über den Horizont und erscheint erst Mitte Januar wieder. Während dieser Zeit reicht die Tageslichtspanne nur von halb zehn Uhr morgens bis halb zwei Uhr nachmittags. Vor diesem Hintergrund wirken Henning Larsens Gebäude wie Tageslichtspeicher. Lichtdurchlässigkeit bis weit in den Innenraum, räumliche Offenheit und die minutiös kalkulierte Interaktion zwischen natürlichem und künstlichem Licht prägen die Entwürfe des dänischen Architekten. In diesem Jahr hat die Japan Art Association den Kulturaward Praemium Imperiale, der vergleichbar mit dem Nobelpreis in den Wissenschaften ist, in der Sparte Architektur an Henning Larsen verliehen. Der 87-jährige Architekt reiht sich in die prominente Liste von Siegern wie Tadao Ando, Zaha Hadid, Frank Gehry, Toyo Ito, Herzog & de Meuron, Peter Zumthor und Oscar Niemeyer ein. www.praemiumimperiale.org, www.henninglarsen.com

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IMPRESSUM / VORSCHAU

MODULØR Service

IMPRESSUM

VORSCHAU

Modulør 5. Jahrgang www.modulor.ch

MODULØR #8 2012

Herausgeberin Boll Verlag AG Stationsstrasse 49, Postfach 129, 8902 Urdorf Tel. 044 735 80 00, Fax 044 735 80 01 info@bollverlag.ch, www.bollverlag.ch

LAnDSCHAftSARCHItEktUR

2012 07

Redaktion, redaktion@modulor.ch Anzeigen, anzeigen@modulor.ch Abonnemente, abo@modulor.ch Geschäftsführer Thomas Walliser, thomas.walliser@bollverlag.ch Chefredakteur Roland Merz, roland.merz@modulor.ch Autoren in dieser Ausgabe Ingrid Bille, Melanie Finschi, Bärbel Högner, Stefan Howald, Ben Kron, Hans-Ulrich Kupsch, Martin Kurer, Walter Maffioletti, Katharina Marchal, Helga Othenin-Girard, Urs Wiederkehr Art Direction Moritz Ulrich, moritz.ulrich@modulor.ch Fotografie Bärbel Högner, Christian Schaulin Lektorat Rita Frommenwiler, Josefine Gamma Leiterin Admin./Assist. CEO Sarah Preissel, sarah.preissel@bollverlag.ch Kundenberatung Lorenza Balzarini, lorenza.balzarini@modulor.ch Marcel Gasche, marcel.gasche@modulor.ch Für Italien: Claudia Micheloni, claudia.micheloni@modulor.ch Gestaltungskonzept Small Stories, www.small-stories.net Druck AVD Goldach, Sulzstrasse 10, 9403 Goldach Tel. 071 844 94 44, Fax 071 844 95 55 Preise Jahresabonnement (8 Ausgaben) 89 Franken (Ausland zzgl. Portokosten) Einzelheft 14 Franken

eRscheint aM 12. DezeMbeR 2012

ISSN 1662-7741 Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit Zustimmung der Redaktion und mit Quellenangabe gestattet. Namentlich oder mit Initialen gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Bilder und Datenträger aller Art übernimmt der Verlag keine Haftung.

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