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WA L D V I E RT EL

P. B. B. — 11Z038861 M — 1040 WIEN

ERSCHEINT ALS BEZAHLTE KOOPERATION MIT DER DESTINATION WALDVIERTEL GMBH.

BIORAMA.EU

COOLE GEGEND Wo es auch nach heißen Tagen nachts noch angenehm abkühlt. Wandern mit Hund: Wo Hunde willkommen sind. Safran, Mohn und Karpfen: Kulinarische Wiederentdeckungen aus der Region. Auf Handwerks Spuren: Besuch beim Tischler, Spengler und in der Fischledermanufaktur.

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T U G S U A R U T A N N O V D N U IT E H D N U S E G R Ü F WOHLBEFINDEN.

In der Xundheitswelt stärken Sie Ihre Gesundheit! In den Gesundheitsbetrieben Moorheilbad Harbach, Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs und Lebens.Resort Ottenschlag behandeln unsere kompetenten Mitarbeiter Beschwerden im Bewegungsapparat, nach (sport-) orthopädischen Operationen, im Herz-Kreislauf-System, im Stoffwechselbereich, als auch Störungen der psychosozialen Gesundheit und helfen Ihnen bei der Verbesserung des Lebensstils. Xunder Genuss, Bewegungsfreude in der ruhigen Waldviertler Landschaft und Entspannung in der herzlichen Atmosphäre aller 7 Xundheitswelt-Betriebe wirken von Natur aus gut für unser gemeinsames Ziel: mehr Gesundheit und Wohlbefinden für Sie!

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E DITO R IA L

B IO R A M A WAL D V I E RT E L

Waldviertel Donau

Deutschland

Bregenz

Salzburg

Linz

Innsbruck

Tschechien Nieder österreich

Wien

St. Pölten

Graz

Slowakei

Eisenstadt

Ungarn

Klagenfurt

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WO WIR GERNE SIND: OBEN

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enn man sich wo wohlfühlt, hinterfragt man das selten. Warum auch sollten wir beispielsweise hinterfragen, weshalb es viele aus unserer biorama-Redaktion so häufig ins Waldviertel verschlägt? Die wunderbare Landschaft, das gute Essen, ein ansprechendes Kulturprogramm – klar. Aber machen wir uns nichts vor: All das gäbe es auch andernorts. Diese Regionalausgabe, die in Kooperation mit Waldviertel Tourismus erscheint, gab uns die Gelegenheit, unserer Hingezogenheit zum nördlichsten Teil Österreichs an der tschechischen Grenze auf den Grund zu gehen. Nun, die Gründe sind mannigfaltig. Interessante Artikel übers Waldviertel gingen uns wahrscheinlich auch für ein monatliches Magazin nicht aus. In seiner Coverstory widmet sich Thomas Stollenwerk einem vielleicht banalen, aber umso überzeugenderen Argument für eine Auszeit »oben« – nämlich dem Umstand, dass es sich beim Waldviertel um eine »coole Gegend« handelt, in der es in Sommernächten auch dann noch angenehm abkühlt, wenn die Hitze andernorts unerträglich brütet. Anregende Lektüre, einen langen Sommer und Abkühlung im Waldviertel wünscht

FÜR IMMER DEIN Handwerk widersetzt sich schnelllebigen Moden – ob Vollholzmöbel, Sonnenuhrunikat, Fischlederetui oder Schmuck aus Granit. Sarah Wetzlmayr und Maximilian Lottmann auf Recherchetour.

»Foamnudl« 32

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WALDVIERTLERISCH

WANDERN MIT HUND

Auf Besuch bei Mundartdichterin Isolde Kerndl. Außerdem: ein kurzes Dialekt-ABC.

Wo vierbeinige Begleiter gern gesehen sind. Was dabei – neben Leine und Leckerli – wichtig ist.

BILDER MICHAE L MI CKL, WAL DVIE RTEL TO URIS MUS /ROBE RT HERBST, MAXI MI LIAN LOTTMA NN

INHALT Thomas Weber Herausgeber weber@biorama.eu Diese Regionalausgabe von biorama ist eine entgeltliche Kooperation mit der Destination Waldviertel GmbH.

04 Blick ins Land 10 Meine Region 12

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IMPRESSUM HERAUSGEBER Thomas Weber CHEFREDAKTEURIN Irina Zelewitz AUTORINNEN Thomas Stollenwerk, Sarah Wetzlmayr GESTALTUNG Michael Mickl, Lisa Weishäupl LEKTORAT Manuel Fronhofer COVERBILD Michael Mickl DRUCK Druckerei Janetschek GmbH, Brunfeldstraße 2, 3860 Heidenreichstein PRODUKTION & MEDIENINHABERIN Biorama GmbH, Wohllebengasse 16 / 6, 1040 Wien GESCHÄFTSFÜHRUNG Martin Mühl KONTAKT Biorama GmbH, Wohllebengasse 16 / 6, 1040 Wien; www.biorama.eu, redaktion@ biorama.eu BANKVERBINDUNG Biorama GmbH, Bank Austria, IBAN AT44 12000 10005177968, BIC BKAUATWW ABONNEMENT siehe Website: www.biorama.eu ERSCHEINUNGSWEISE 6 Ausgaben pro Jahr plus Sonder- und Regionalausgaben ERSCHEINUNGSORT Wien.

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Coole Gegend Wo es im Sommer des Nachts noch angenehm abkühlt Thomas Sautner Der Schriftsteller über sein Wandern zwischen den Welten

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Wandern mit Hund Unterwegs mit Bello

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Genussreise Wir besuchen SchmankerlproduzentInnen

26 Marktplatz Ausgewählte Köstlichkeiten

28 Ur-Roggen Schlägler Roggen als Basis für urtümliches Brot 30 Land-Lofts Urlaub im SONNENTORKräutergarten 31

Erlesenes Buchtipps

32 Isolde Kerndl Waldviertlerisch für Zuagroaste 34 Für immer dein Zu Besuch beim Tischler, Schlosser, Goldschmied und in der Fischledermanufaktur 38 Kreuzworträtsel

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WO SICH SAGEN SPEISEN Kein anderer Ort zeigt uns derart offensichtlich, woher der Ruf des Waldviertels als Ort der Mythen und Sagen rührt wie der Naturpark Blockheide Gmünd-Eibenstein. Und am schönsten offenbart sich diese archaische, auch heute noch kleinstrukturierte Kulturlandschaft mit ihren dominanten Wackelsteinen aus Granit inmitten von Mischwäldern, Äckern und artenreichen Trockenrasen im Herbst oder an hellen Wintertagen, wenn es frisch geschneit hat. Das Schutzhaus und die 30 Meter hohe

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Aussichtswarte sind dann (von Anfang November bis Anfang April) zwar gesperrt. Dafür sind die Aussichten nicht schlecht, im ganzjährig frei zugänglichen Naturpark sonst keiner Menschenseele zu begegnen. Und wer sich Zeit lässt und auch der Fantasie freien Lauf, erahnt beim Spazierengehen oder Schneeschuhwandern, wie der gigantische Teufelsbrotlaib, der Christophstein oder der Pilzstein zu ihren Namen kamen. waldviertel.at/naturparke

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AM ROTEN MEER sonders günstig für den Mohn«, weiß Robert Schneider, Ackerbauberater von Bio Austria. »Das raue Klima ermöglicht eine besondere Qualität.« Im Juli, zur Zeit der Mohnblüte, verwandeln sich manche Gegenden des Waldviertels regelrecht in ein »rotes Meer«. Auskosten kann man seine »Früchte« allerdings das ganze Jahr über – und nicht nur im »Mohndorf« Armschlag, wo der Schlafmohn zelebriert wird wie nirgendwo sonst. Denn die Vielfalt der MohnSpeisen und -Rezepte ist groß: Sie reicht vom Karpfen in Mohnpanier über süß-saure Mohnnudeln oder süße Strudel bis zum absoluten Klassiker, dem Mohnzelten. Zubereitet aus Mehl, Erdäpfeln und Graumohn ist er gewissermaßen die Essenz des Waldviertels. waldviertel.at/mohn

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Schon seit Beginn seiner Sesshaftwerdung baut der Mensch Mohn an. Fettreich, nahrhaft und wohlschmeckend lassen sich dessen gemahlene Samen vielseitig verarbeiten. Doch sogar im nördlichen Niederösterreich, wo der Mohnanbau eine lange Tradition hat, viele althergebrachte Rezepte den Mohn regelrecht zelebrieren und der Waldvierter Graumohn um 1900 sogar international an der Londoner Börse gehandelt wurde, war der Mohn vielerorts beinahe in Vergessenheit geraten. Erst in den 1980er Jahren besannen sich rund um den Verein Waldland Bäuerinnen und Bauern auf der Suche nach Alternativen zum Getreideanbau erneut dieser uralten Kulturpflanze. Heute ist der Mohn landschaftlich, touristisch und vor allem kulinarisch nicht mehr wegzudenken aus dem Waldviertel. »Hier ist es klimatisch be-

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BEWÄHRTE WEHRBURG Dass Burgen imposant sind, entspricht ihrer Bestimmung. Die Burg Rappottenstein ist allerdings nicht nur besonders imposant, sondern vor allem auch bewährt. Kein einziges Mal konnte sie erobert werden, fiel sie in einer Belagerung. Weder die schwedischen Truppen im Dreißigjährigen Krieg noch die Einfälle aus Böhmen in der Zeit davor waren stark genug. Deshalb zählt die um 1150 von Rapoto von Kuenring zum Schutz seiner Ländereien erbaute Festung zu den am besten erhaltenen Burgen Österreichs – und auch darüber hinaus. Im Waldviertel fungieren die 18 Ruinen und Burgen, 27 Schlösser sowie 3 Stifte auch nach Jahrhunderten noch

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als Horte der Kultur. Vielerorts finden darin das ganze Jahr über Festivals, Ausstellungen und Konzerte statt. Architekturgeschichtlich haben sie alle einiges zu bieten; die mittelalterliche Burg Rappottenstein neben romanischen und gotischen Bauelementen unter anderem ein Renaissance-Brauhaus mit von Sgraffitos umrahmten Fenstern. Seit 1664 ist die Burg Rappottenstein im Besitz der Grafen Abensperg-Traun – auch aus dem TV bekannt; etwa aus der Mittelalter-Realityshow »Die Burg – Prominent im Kettenhemd« von Pro Sieben oder dem Historienschinken »Die Wanderhure«. Auch das konnte der Festung nichts anhaben. waldviertel.at/kultur

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MEINE REGION:

DAS WALDVIERTEL 1

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Doris Knecht

Zeno Stanek

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FIEDELSTEIN

Nicht weit von Hörmanns bei Litschau, wo Zeno Stanek wohnt, ragt der sogenannte Fiedelstein aus dem Waldboden. »Einer Sage nach, soll dort« weiß der Regisseur und Leiter d,es Schrammel.Klang.Festivals, »der Teufel so großartig gefiedelt haben, dass er so manche Seele anlocken konnte. Lang ist er dort gesessen, denn man kann die Stelle im Stein sehr gut erkennen. Auch heute noch, so berichten manche Wanderer, kann man von Zeit zu Zeit Geigenspiel vernehmen …« waldviertel.at/natur

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RUINE SCHAUENSTEIN

»Ich weiß nichts über die Geschichte der Ruine«, gesteht Doris Knecht, »aber ich bin wahnsinnig gerne oben und überblicke die Gegend.« Der Blick über den sich durch die pure Landschaft schlängelnden Kamp sei das Gekeuche hinauf zur Ruine jedenfalls wert. Auch gegen den geplanten Kraftwerksbau engagiert sich die Kolumnistin in der Gruppe »Lebendiger Kamp«. In ihrem aktuellen Roman »weg«, erschienen im Rowohlt Verlag, kommt der Kamp – »mein Lieblingsfluss« – zu Ehren. Tipp: »Im Wegscheidhof in Wegscheid am Kamp den Schlüssel zur Ruine holen, dann den Kamp entlang gehen. Das sind genau fünf Kilometer bis hinauf zur Turmspitze.« waldviertel.at/ruinen

Matthias Schickhofer

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MITTLERES KAMPTAL

»Das Waldviertel ist eine besonders malerische Kulturlandschaft mit vielen versteckten Naturplätzen«, weiß der Fotograf und Autor Matthias Schickhofer. »Hier aufgewachsen, bin ich der Gegend auf ewig verfallen. Am liebsten treib ich mich im Kamptal herum: einerseits am Oberlauf, wo der Kamp – über den Bärentrail erreichbar – in einsamen Waldtälern über Granitblöcke rauscht. Und andererseits im wilden mittleren Kamptal, wo sogar noch urwaldartige Mischwälder wachsen.« waldviertel.at/natur

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BILDER STEINIG ES. NE T/FLORIA N RO BE RT, S ABINE HAU SWI RTH, MAR KTGE MEIN D E PÖ LLA, RO SA KNECHT, WALDVIERTEL TOURISMUS/STUDIO KERSCHBAUM, MATTHIAS SCHICKHOFER

UNTERWEGS MIT WEITBLICK

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© Nationalpark Thayatal M.Graf

Der Nationalpark Thayatal garantiert gemeinsam mit dem tschechischen Národní park Podyjí den Schutz einer der schönsten, romantischsten

und artenreichsten Tallandschaften. Fluss und Wald haben diesen beeindruckenden „Green Canyon“ geschaffen.

in unserem Veranstaltungsprogramm www.np-thyatal.at.

Nationalpark Thayatal 2082 Hardegg T: 02949/7005 www.np-thayatal.at

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Tschechien NP Thayatal

Slowakei

Wien Ungarn

© Waldviertel Tourismus, Studio Kerschbaum

BILDER STEINIG ES. NE T/FLORIA N RO BE RT, S ABINE HAU SWI RTH, MAR KTGE MEIN D E PÖ LLA, RO SA KNECHT, WALDVIERTEL TOURISMUS/STUDIO KERSCHBAUM, MATTHIAS SCHICKHOFER

Nationalpark Thayatal

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COOLE GEGEND Angenehm frisch ist’s im Waldviertel. Vor allem im Hochsommer lockt das Menschen, die der Großstadthitze entfliehen wollen.

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Refugium der Ruhe: Österreichs kleinster Nationalpark, der Nationalpark Thayatal, liegt an einer Klimagrenze. Vom Osten her trifft das trockene pannonische auf das im Waldviertel dominante feuchte atlantische Klima. Entlang der Thaya fühlen sich deshalb nicht nur viele seltene Tiere und Pflanzen besonders wohl, sondern auch der Mensch. Beim Besuch wird um besondere Rücksicht auf die Natur ersucht. waldviertel.at/nationalpark-thayatal

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itzetage und Tropennächte kommen gerade in Großstädten immer häufiger vor. Und so wird das Waldviertel während der Sommermonate zum Rückzugsort derer, die urbaner Hitze entfliehen und endlich wieder erholsamen Schlaf finden wollen. Der Sommer 2018 war, laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (zamg), der viertheißeste in der österreichischen Messgeschichte. Er reihte sich damit hinter den Sommern der Jahre 2003, 2015 und 2017 ein. Die Sommer 2012 und 2013 liegen im langjährigen Ranking auf den Plätzen sieben und neun. Und das heißt: Sechs der zehn heißesten Sommer fielen in ein Zeitfenster von nur 15 Jahren. Der Sommer 2018 sorgte für 42 Hitzetage in der Wiener Innenstadt. Der Mittelwert für die Jahre 1981 bis 2010 liegt bei gerade einmal der Hälfte. Und auch nachts blieb es im Stadtzentrum oft unangenehm warm. Ganze 46 Tropennächte registrierte die zamg 2018. So werden Nächte bezeichnet, in denen die Tiefsttemperatur nicht unter 20 Grad Celsius sinkt. Im Waldviertel blieben die Nächte deutlich kühler. Keine einzige Tropennacht wurde gemessen, berichtet Alexander Orlik von der zamg: »An allen Stationen im Waldviertel sank die Lufttemperatur unter 20 Grad.« Die zunehmende Hitze in dicht bebauten Stadtvierteln geht nicht einfach an der Stadtbevölkerung vorbei. Hohe Umgebungstemperaturen, insbesondere in Verbindung mit hoher Luftfeuchte, sind mit deutlichen Gesundheitsrisiken verbunden. Besonders anfällig dafür sind ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Herz-Kreislauf- und psychischen Erkrankungen sowie Personen mit eingeschränkter Mobilität«, heißt es von Seiten der ages (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit).

DER HITZE ENTFLIEHEN Das Waldviertel mit seinen kühlen Wäldern und Gewässern sorgt schon seit langer Zeit für die dringend nötige Abkühlung hitzegeplagter Stadtmenschen. Sommerfrische nannte man es, wenn Gutbetuchte früher aus der sommerlichen Großstadt ausschwärmten, um ihre Land-

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häuser in alpinen Lagen oder entlang der Ufer ruraler Seen für einige Wochen zu ihrem Lebensmittelpunkt und Feriendomizil zu machen. Wer zum Beispiel während der Sommermonate in Wien bleibt, ist manchmal überrascht, wie viele Menschen sich den Luxus eines wochenlangen Standortwechsels offenbar noch immer leisten können. Wenn der Hochsommer Einzug hält, wirkt die Stadt an manchen Tagen so, als wären ganze Straßenzüge zur Sommerfrische ausgerückt, um ihren Platz den ächzenden Tourimassen zu überlassen, die es für eine gute Idee halten, eine Metropole bei Temperaturen jenseits der 30 Grad zu erkunden. Wie wohltuend ist es dagegen, einen Nachmittag in den Wäldern des Kamptals zu verbringen, die Füße im Flusswasser. Wie tiefenentspannend wirkt dagegen ein Sprung in den Herrensee oder in den Puschacher Teich. Welch wunderbare Kühlung stellt sich ein angesichts der tosenden Ysperklamm, umgeben vom

beruhigenden Rauschen des Lohnbachfalls oder entlang der vielen kleinen Wasserfälle am Höllfall-Wanderweg. Ganz klar: Wer es sich leisten kann, der innerstädtischen Hitze zu entfliehen, tut gut daran, es auch zu tun. Denn Stadtmenschen können Abkühlung in heißen Sommern sehr gut gebrauchen. Und so lässt man sich im Waldviertel einiges einfallen, um Menschen von den Vorzügen der Region zu überzeugen. Dabei steht die Natur im Mittelpunkt – denn davon gibt es im »Viertel Ober dem Manhartsberg«, wie man früher zum Waldviertel sagte, viel. Und man kann ihr als BesucherIn sehr nah kommen.

HEILSAME, KÜHLE WALDLUFT Erholung im Wald zu suchen und sie dort auch zu finden, liegt im Trend, nicht nur während des Hochsommers, wenn Großstadtmenschen unter der zwischen den Ge-

Zwischen Bruderndorf und Stierberg (Gemeinde Langschlag) finden sich zahlreiche Kraftorte, denen besondere Wirkung nachgesagt wird. Auch ganz ohne esoterische Schlagseite lässt sich deren besondere Ruhe auskosten. Die Kühle des Waldes wirkt jedenfalls beflügelnd.

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»Hohe Umgebungstemperaturen, insbesondere in Verbindung mit hoher Luftfeuchte, sind mit deutlichen Gesundheitsrisiken verbunden.«

FLUSSBADEN IM KAMP Ob am Kleinen Kamp, am Großen Kamp, am Purzelkamp bei Zwettl, in Gars am Kamp oder kurz bevor der Fluss nach 153 Kilometern in die Donau mündet: Gebadet wird im Kamp seit das Waldviertel besiedelt ist. Eine absolute Attraktion im Kamptal allerdings ist seit über 100 Jahren das Kampbad in Plank mit seinem auffälligen, rotweiß gestrichenen Badehaus. Zwar wird für den Erhalt des Naturbads um Spenden gebeten, doch das Strandbad ist auch heute noch ganzjährig frei zugänglich. Verrechnet wird lediglich der Verleih von Sonnenschirmen. Auch Hunde sind – angeleint – willkommen. waldviertel.at/badevergnuegen

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– ages, Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit

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BADEBUCHT AM STAUSEE An alle drei Stauseen des Kamp locken Naturbuchten und selbst an den Hundstagen noch erfrischende Wassertemperaturen. Dennoch findet sich hier Ruhe – weder der Ottensteiner, noch der Dobra oder der kleinere Thurnberger Stausee sind überlaufen. Einsame Badebuchten lassen sich nicht nur zu Fuß, sondern auch mit dem Kanu, dem geliehenen Tret- oder Elektroboot aufspüren. Alle drei Seen sind bekannt für ihren Fischreichtum. Der Stausee Dobra wird außerdem für Süßwassertauchgänge geschätzt. waldviertel.at/natur-stauseen

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Brücke in die Vergangenheit: Die Kremstalweg-Brücke führt zur Gudenushöhle, wo vor 70.000 Jahren die Neandertaler hausten und in den Wäldern ringsum Mammuts, Höhlenbären und Wollnashörner jagten.

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bäuden gestauten Hitze leiden, sondern ganzjährig. Das Waldviertel vermarktet seine Wälder deshalb bewusst als Erholungs- und Regenerationsraum. Die staubarme und sauerstoffreiche Waldluft wirke sich positiv auf Blutdruck, Puls und Herzfrequenz aus, heißt es, und obendrein trage der Wald zum Abbau von Stresshormonen bei. Eine Reihe von Hotelbetrieben schafft im Waldviertel ganz bewusst Angebote, die Touristisches mit Prävention, Kur und Rehabilitation verbinden. Neben dem Kurhotel Leonardo, dem Vivea Gesundheitshotel Bad Traunstein, Kloster Pernegg und den drei großen Xundheitswelt-Betrieben (Moorheilbad Harbach, HerzKreislauf-Zentrum Groß Gerungs, Lebens.Resort Ottenschlag) sind das etwa das Gesundheitshotel Klosterberg in Langschlag, das Kurhotel Moorbad Bad Großpertholz oder das exklusiv für Frauen geöffnete Gesundheitsresort »la pura« in Gars am Kamp. Diese komfortablen Gesundheitsbetriebe profitieren von der gewachsenen Nachfrage nach Erholung unter kompetenter, medizinischer Begleitung inmitten einer vergleichsweise ursprünglichen Natur. Im passenden Angebot, um diese Nachfrage zu bedienen, auch ganzjährig, besteht eine besondere, regionale Qualität des Waldviertels. Denn mit seinem milden Reizklima, den bekömmlichen Temperatur- und Luftdruckschwankungen kräftigt und stärkt ein Aufenthalt in der Gegend den Organismus und die Immunabwehr.

BILDER WALDVI ERTE L TOU RISMUS /STUDIO KE RSCHBAUM, ÖKO KRE ISLAU F. AT

EINE BESONDERE QUALITÄT Doch die Qualität der Region lässt sich auch ganz einfach und unabhängig von modernen Gesundheitsresorts nutzen. Denn für eine erfolgreiche »Hitzeflucht« aus der Stadt ins kühle Waldviertel reicht häufig auch ein Sprung ins erfrischende Nass eines der vielen Naturbadegewässer der Region oder ihrer Stauseen. Davon gibt es so viele, dass die wärmegebeutelten Einwohner von Innenstadtbezirken theoretisch wohl fast alle gleichzeitig zum Plantschen anreisen könnten – auch wenn davon aus praktischen Gründen abzuraten ist. Wer sich an einem Sommertag im Wasser verausgabt hat und danach bei angenehm kühler Waldluft durchschlafen kann, der wird das Waldviertel zu schätzen lernen. Als coole Gegend. waldviertel.at/abkuehlung

RUNDUM XUND Weil es im Moorheilbad Harbach um mehr geht als um Gesundheit und Wellness, wollte man dort schon in den 1990er Jahren nicht hinnehmen, dass die Bauernhöfe der Gegend einfach aufgegeben werden (müssen). Gemeinsam entwickelte man einen ganzheitlichen Öko-Kreislauf, ein umfassendes Regionalkonzept für BioLandwirtschaft. Seit unter der Marke Xundheitswelt auch das Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs sowie das Lebens.Ressort Ottenschlag und einige Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe der Region auftreten, werden diese alle mit hochwertigen Bio-Produkten aus dem Ökologischen Kreislauf Moorbad Harbach versorgt. In diesem Ansatz verstärken und bedingen einander ökologische Landwirtschaft, gesunde Produkte, gesunde Menschen und eine gesunde Natur – und schaffen neben einer gepflegten Landschaft, einem besseren Einkommen und regionaler Verarbeitung auch eine heilende Umgebung. Die wiederum bringt Gäste von überall her. oeko-kreislauf.at

Erholung im Wald zu suchen und sie dort auch zu finden, liegt im Trend, nicht nur während des Hochsommers, wenn Großstadtmenschen unter der zwischen den Gebäuden gestauten Hitze leiden. Biorama 062WV_012-025_Story.indd 17

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»ES GIBT KEINE HEXEN« Mit »Großmutters Haus« ist Thomas Sautner ein feinsinniger Roman über zwei besondere Frauenfiguren gelungen. Also starring: das Waldviertel INTERVIEW Thomas Weber

BIORAMA: Die Lektüre deiner Romane vermittelt einem den Eindruck, das Waldviertel wäre eine wilde, irgendwie aus der Zeit gefallene Region, in der Frauen leben – etwa die Protagonistin in deinem neuen Roman »Großmutters Haus« –, die alles über das richtige Leben wissen und verwirrten jungen Städtern helfen wollen, Halt und Orientierung im Leben zu finden. THOMAS SAUTNER: Zum einen ist das Waldviertel, was es ist, es kümmert sich um nichts, macht sich nicht wichtig, biedert sich nicht an, hält nichts auf Moden. Das mag ich so am Waldviertel – seine Gelassenheit. Hoffentlich strahlt sie immer mehr ab auf mich. Zum anderen die Frauen: Dass sie in meinen Romanen so gut wegkommen, liegt wohl an meiner Hochachtung für sie. Frauen sind wie eine höhere Spezies, faszinierender und fremder als alles andere auf diesem Planeten. Ein Wunder, dem ich nachträume. Ich werde einfach nicht schlau aus den Frauen, und wenn ich ein wenig schlauer werde, dann dank Frauen.

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Dein neues Buch »Großmutters Haus« führt uns auch ins »Tal der Dichter«, ich dachte beim Lesen an die Blockheide nahe Gmünd im Waldviertel. Gibt’s für das »Tal der Dichter« eine reale Vorlage oder ist das deiner Fantasie entsprungen? Bei derlei Fragen bin ich immer unsicher, was die ehrliche Antwort ist. Ich weiß einfach nicht, woher die Idee kam. Vielleicht kam sie aus realem äußerem Erleben, etwa den Granit-Restlingen meiner Heimat. Vielleicht kam sie aber auch aus realem innerem Erleben, ich habe keine Ahnung. Du gibst auch literarische Schreibseminare. Warum? Weil Schreiben die eigenen Grenzen erweitert. Niemand muss darauf verzichten.

Thomas Sautner Der Autor lebt in Wien und im Waldviertel. Seine gleichermaßen klugen wie einfühlsamen Naturbeschreibungen suchen im 21. Jahrhundert ihresgleichen. Zuletzt erschien der Roman »Großmutters Haus« (Picus Verlag, Wien). thomas-sautner.at

Das Waldviertel zieht sich durch Sautners Werk. Manchmal auch explizit wie in »Waldviertel steinweich« (2013)

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Du schreibst unesoterisch auch über Mystisches, auch über Esoterik. Kannst du mit der Figur der Hexe etwas anfangen? Nein, es gibt keine Hexen, nur Leute, die Frauen zu Hexen machen. Das hat im alten Griechenland begonnen und die katholische Kirche hat das Thema in niederträchtiger, pervertierter Art auf die Spitze getrieben. Meist waren es Männer und Männerzirkel, die Frauen als Hexen bezeichneten, wenn sie ihnen über den Kopf zu wachsen drohten, ihnen emotional und intellektuell überlegen waren. Auch bei der Krystina-Oma in »Großmutters Haus« oder bei der Heldin in »Die Älteste« haben wir es mit zeitlos modernen, selbstbewussten

Frauen zu tun. Mit Frauen, die sozial sind, doch auch eigensinnig. Die weich sind, aber auch hart sein können, wenn es sein muss. Es sind Frauen, die das Leben zu leben wissen, die sich nehmen, was ihnen gut tut, ohne zuvor jemanden um Erlaubnis zu bitten, doch auch ohne jemandem damit zu schaden.

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ÜBER STOCK UND WACKELSTEIN In vierbeiniger Begleitung kommen auch viele Zweibeiner leichter in Schwung. Das gilt nicht nur für die wöchentliche Laufrunde, sondern auch für ausgedehnte Wanderungen. TEXT Sarah Wetzlmayr

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enn sich nach einer langen, auf Schotter- und Waldwegen zurückgelegten Strecke plötzlich ein Bächlein auftut, strafft sich die Hundeleine meist sehr schnell. Mit beiden Vorderpfoten im kühlen Nass wird erst mal der Wasserhaushalt aufgefüllt, dann der Bach und seine Umgebung erkundet. Kleine Bäche, wie den gerade beschriebenen, gibt es im Waldviertel fast genauso viele wie Wanderrouten, die sich auch in vierbeiniger Begleitung gut zurücklegen lassen. Mit seinen vielen schattigen Wegen, gemütlichen Rastplätzen, kühlen Seen und kleinen Bächen bietet das Waldviertel allen Wanderbegeisterten sehr viel Abwechslung. Aber auch die zahlreichen Moorlandschaften, durch die es sich an einigen Stellen gut waten lässt, wecken die Neugier der Vierbeiner.

SCHATTEN, WASSER, ABENTEUER Wird der Hund an der Leine geführt, sind dem Erkundungsdrang des Vierbeiners fast keine Grenzen gesetzt. Am besten eignet sich ein Brustgeschirr und eine lan-

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FOTOS Maximilian Lottmann

ge Laufleine. Neben der Leine gehören aber auch kleine Plastiksäcke zum Aufsammeln des Hundekots zur Grundausstattung. Bei längeren Touren sollte außerdem auf ausreichend Trinkwasser für Mensch und Hund nicht vergessen werden. Besonders praktisch sind Trinkgefäße mit integriertem Napf. Geht es um die Planung der Wanderroute, sind schattige Waldwege eher zu bevorzugen als langgezogene, sonnige Feldwege, denn Hunde legen in der Regel deutlich längere Strecken zurück als ihre zweibeinigen BegleiterInnen und sollten sich beim Wanderausflug nicht überanstrengen. Darüber hinaus ist ein guter Grundgehorsam essenziell und vor allem bei der Begegnung mit anderen Wandernden eine wichtige Voraussetzung. Darüber ob der eigene Hund für eine ausgedehnte Wanderung geeignet ist, entscheiden eher Gemüt und Gesundheit des Hundes als seine Rasse. In ihren Büchern über das Wandern mit Hund, weist auch Franziska Rößler, Wanderleiterin für Hundewanderungen, immer wieder darauf hin, dass nahezu alle gesunden Hunde für Wanderausflüge geeignet

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sind. »Jedoch ist zu beachten, dass Bergwanderungen mit längeren, steilen An- und Abstiegen für Hunde mit Gelenk- oder Herz-Kreislauf-Problemen eher ungeeignet sind. Auch wenn sich Ihr Hund noch im Wachstum befindet, sollten Sie ihn nicht zu längeren Bergtouren mitnehmen.«

NORD UND SÜD UND MITTENDRIN

Nichts spricht gegen ausgiebige Wanderungen. Hunde im Wachstum sollten allerdings noch keine Bergtouren machen.

Im Waldviertel, insbesondere in den Naturparks Geras, Blockheide Gmünd-Eibenstein und Nordwald, gibt es auch für Hunde viel zu entdecken. Ein echter Wackelstein kann erklommen und das frische Bachwasser als Durstlöscher genützt werden. Außerdem finden sich auf den weichen Waldböden meist ausreichend Zapfen, um zwischendurch auch immer wieder den Spieltrieb des Hundes zu befriedigen. Zu den besonders hundefreundlichen Wegen zählt auch der Zwettler Bierweg, der sich mit einem Besuch im hundefreundlichen Hotel Schwarz Alm gut verbinden lässt. Direkt im Herzen des Waldviertels führt dieser Weg durch grüne Wälder, beschauliche Kulturlandschaft und an idyllischen Flussläufen vorbei. Im südlichen Waldviertel zieht der bekannte Bachwiesenweg rund um Pöggstall alle Wasserratten unter den Hunden und HundebesitzerInnen ins Waldviertel. Etwas rauer, aber nicht weniger abwechslungsreich, geht es im nördlichen Waldviertel zu. Hier hat sich der Ritterweg zur Ruine Kollmitz bei allen HundefreundInnen schnell einen Namen gemacht. Wasserscheu sollten die Hunde und ihre BesitzerInnen aber auch auf dieser Route nicht sein, schließlich gilt es den Kaumbach zu überqueren. Wer sich nicht zwischen Norden und Süden entscheiden kann, ist vermutlich mittendrin am besten aufgehoben: Der Bärenwald Arbesbach bietet eine große Auswahl an Touren unterschiedlicher Längen. Die dichten, urtümlichen Wälder lassen es nicht zu, dass sich die Hektik des Alltags ihren Weg in den Bärenwald bahnt und sorgt für entspannende und schattige Wandererlebnisse. waldviertel.at/urlaub-mit-hund-wandern

Kleine Bäche üben auf fast alle Hunde eine nahezu magische Anziehungskraft aus.

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Kamptaler Spitzenweine zu Ab-Hof-Preisen* * und das ganzjährig täglich von 10 bis 18 Uhr

Ursin Haus Vinothek & Tourismusservice GmbH A-3550 Langenlois, Kamptalstraße 3, T: +43 2734 2000-0 E-Mail: info@ursinhaus.at, www.ursinhaus.at Biorama 062WV_012-025_Story.indd 21 UH_Ins_Biorama_167x240.indd 1

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se piide eum pa atat.

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GENUSS TO GO

LITSCHAU

Unterwegs durchs heimliche Genusszentrum Österreichs – mit Tipps zum Einkaufen und Einkehren

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er wissen will wie Lebensmittel schmecken können, muss ins Waldviertel fahren«, sagt Johann Reisinger ohne zu zögern. Und dabei ist der Haubenkoch wohlgemerkt kein Waldviertler, sondern stolzer Steirer WEITRA und stammt aus dem steirischen Vulkanland, das selbst für herausragende Erzeugnisse bekannt ist. Seit Jahrzehnten schon zieht es den hyperaktiven Hans aber regelmäßig ins Waldviertel – zum Einkaufen, zum Freundetreffen, zum Genießen. Angefangen hat alles vor 22 Jahren mit der Arche Noah. Der Verein mit Sitz in Schiltern ist GROß GERUNGS »das Archiv für Samensorten, Pflanzenraritäten, eine Plattform, eine Institution« Hierher stammt die Inspiration für die bei Connaisseuren längst legendären Schönbrunner Seminare zur Erhaltung traditioneller Gemüsesorten, die Reisinger mit Wolfgang Palme ins Leben rief. Hier nahm jene Bewegung ihren Anfang, die dafür verantwortlich ist, dass heute selbst in Supermärkten wieder Paradeiser, Paprika und Erdäpfel in alten Sorten angeboten werden. Und von hier aus lernte Hans Reisinger das Waldviertel zuerst schätzen und dann lieben. »Weil Weil die Menschen hier Qualitätsfanatiker sind, die Lebensmittel mit einzigartigem, tollem Geschmack hervorbringen. Während anderswo die Massenproduktion mit ihrem Fokus auf Überfluss das Besondere besiegt hat, hat es im Waldviertel überlebt.« Das as stellt Genussreisende vor eine angenehme Herausforderung: Egal in welchem Winkel des Waldviertels man beginnen möchte, hier oben findet man überall ganz besondere Produkte. Zwei spezielle Genuss-Einkaufsreisen hat biorama auf den folgenden Seiten zusammengestellt. Freilich: ohne hne jeden Anspruch auf Vollständigkeit.

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1

HEIDENREICHSTEIN

3

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WAIDHOFEN/THAYA

GROß-SIEGHARTS

GMÜND

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ALLENTSTEIG

ZWETTL

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ARBESBACH

8

OTTENSCHLAG

SPITZ

PÖGGSTALL

MELK YBBS/DONAU

Johann Reisinger, Haubenkoch Er schwärmt vom Waldviertel, predigt auch seinen Kochschülern das maximale Minimum und findet nirgendwo so viele perfekte Lebensmittel wie hier.

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TEXT Thomas Weber

3 ZIMMERMANNS TEIGWAREN 85 verschiedene Nudelsorten vom »Pasta-Kaiser 2019« – mit größer werdendem Bio-Anteil sowie veganem Sortiment. Jüngst prämiert: die Bio-Dinkelspiralen. zimmermanns-teigwaren.at

RAABS/THAYA

GERAS

Oß-SIEGHARTS

STEIG HORN

Von der Ähre bis zum Brot – Mario Hölzl verarbeitet hofeigenes Getreide, lässt Sauerteig auf traditionelle Art ruhen und ist auch als Konditor kreativ. bio-baeckerei.at

EGGENBURG

5 FAIR HUNT

Frisches Wildbret, Wildwürste, geräucherte Schinken aus nachhaltiger Jagd, bleifrei erlegt von den Brüdern Erich und Kurt Hofer. Online-Order möglich. fairhunt.net

GFÖHL

LANGENLOIS

6 DESTILLERIE ROGNER KREMS

SPITZ

GENUSS TO GO: »ROUTE A« 1 TEICHWIRTSCHAFT FAMILIE KAINZ Frisch oder geräuchert – jeden Freitag (9 bis 14 Uhr) Karpfen zu Ab-Hof-Preisen. Gefüttert wird nur mit Getreide aus der Region. waldviertelfisch.at

2 PETER’S LAND

Feinstes Ketchup, Chutneys, eingekochte Salate und Peter Paffraths ausgezeichnete Karpfenbratwurst. petersland.at

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Rum ab Hof, aber auch Whisky, Gin, Liköre und verschiedenste Edelbrände – zu verkosten im Raum neben der Brennerei. destillerie-rogner.at

7 MARKTMÜHLE

Sonntag und Montag bleibt der Hofladen in Grafenschlag zu. An allen anderen Tagen: filetierte Forellen, Saiblinge und Lachsforellen, frisch, geräuchert, als Aufstrich, Terrine oder Sulz. marktmuehle.at

8 WALDVIERTLER MOHNHOF GRESSL

Alles vom Mohn – Öle, Pesto, Brände, Liköre, Seifen, Cremes und sogar ein eigenes Mohnmuseum bietet der Einödhof der Familie Greßl in Ottenschlag. mohnhof.at

BILDER JOHANNRE ISI NG ER.AT, ISTO CK. COM/ALE X RATHS, PETER S LAND KE TCHUP, Z I MME RMA NNS TEIGWAREN, BIOBÄCKEREI HÖLZL, KURT HOFER, DESTILLERIE ROGNER, MARKTMÜHLE, WALDVIERTLER M OHNHOF

4 BIOBÄCKEREI HÖLZL RETZ

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GENUSS TO GO: »ROUTE B« LITSCHAU

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HELDENREICHSTEIN

RAABS/THAYA

WAIDHOFEN/THAYA

GERAS

2

SENF

GROß-SIEGHARTS

GMÜND HOPFERL – DAS STADTWIRTSHAUS

RETZ

WALDSCHENKE SCHREIBER

KAMINSTUBE ZLABINGER

ALLENTSTEIG

4 5

WIRTSHAUS IM DEMUTSGRABEN

ZWETTL

3

HORN

EGGENBURG

6

WIRTSHAUS HIRSCH delikatESSEN

GFÖHL

7

ARBESBACH

8

GASTHOF GUTMANN

LANGENLOIS

OTTENSCHLAG

KREMS

SPITZ

PÖGGSTALL

LANDHOTEL YSPERTAL

ZUM GOLDENEN LÖWEN IN MARIA TAFERL

MELK

YBBS/DONAU

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Genussmensch durch und durch, ist Biobauer Hans Ackerl ein fantastischer Wodka gelungen: pure organic – in den Sorten Potato, Malt und Apple. norderd.at

2 HARASLEBEN BIO-SENF Die besondere Empfehlung von Haubenkoch Reisinger: »grandioser Senf – in sieben bis acht Sorten, saisonal teilweise wechselnd«. Zu kaufen im Biohofladen

3 BIO SCHOBER In seiner exquisiten Wurstmanufaktur verwöhnt Biofleischer Roman Schober kulinarisch – und hilft, alte Rassen, wie das Blondvieh, zu erhalten. bio-schober.at

4 ÖKOKREIS Gleich neben Schloss Ottenstein betreibt der Verein Ökokreis seinen Bio-Laden, verkauft neben Kräutern auch Gemüse und Obst. oekokreis.org

5 WALDLAND Die visionäre Genossenschaft vermarktet Waldviertler Spezialitäten, Mohn, Fischdelikatessen, sogar Naturkosmetik und betreibt ein eigenes Leinenhaus. waldlandshop.at

6

ARCHE NOAH Seltenes Saatgut bleibt hier verfügbar, rare Kulturpflanzen werden vermehrt, verkauft und getauscht. Was für ein Schaugarten! arche-noah.at

7 URSIN HAUS Kamptaler Gebietsvinothek mit 300+ Weinen und Edelbränden von 57 Winzern zu Ab-Hof-Preisen. ursinhaus.at

8 DESTILLERIE WEIDENAUER

In der »Frucht- und Getreidewerkstatt« entstehen exquisite Whiskys und Brände. 2019 gab’s dafür bereits sieben Goldmedaillen und ein »Goldenes Stamperl« für den Waldstaudenroggen-Whisky. weidenauer.at

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ZWISCHENDURCH EINKEHREN > Wirtshaus Hirsch: »delikatESSEN« – das ist hier

keine leere Versprechung: ausschließlich regionale Zutaten, gekocht wird ganz ohne Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker. Zwettler Straße 28, 3920 Groß Gerungs

> Waldschenke Schreiber: Doris Schreiber, der

wahrscheinlich bekanntesten Karpfenwirtin im Waldviertel, kommen ausschließlich Bio-Karpfen auf den Teller. Uriges Lokal, mitten im Wald. Kurzschwarza 37, 3944 Pürbach

> Hopferl – das Stadtwirtshaus: Bei Monika und

Josef Hag wird das Gmünder Stadtbier ausgeschenkt. Dazu gibt es regionale Küche wie Waldviertler Knödel, Mohngerichte und Karpfen. Stadtplatz 24, 3950 Gmünd

> Zum Goldenen Löwen: Wirtshauskultur heißt hier ganz besonders auch: Bierkultur. Verkostungen, eigene Degustationsmenüs – dazu wird täglich frisch regional gekocht. Gästezimmer und eine Pilgerherberge gibt’s auch. 3672 Maria Tafel 6

> Wirtshaus im Demutsgraben: Die Hubers sind

bekannt für ihre Knödel, traditionelle, regionale Küche, Wild aus eigenem Revier, alles etwas tirolerisch angehaucht. Niederstrahlbach 36, 3910 Zwettl

> Landhotel Yspertal: Allerfeinste Bioküche gibt’s in diesem 100% bio-zertifizierten Landhotel, allergrößtenteils auch regional – und den SlowFood-Standards entsprechend. Ysper 1, 3683 Yspertal

> Kaminstube: Deftige wie leichte Wirtshausküche mitten im »Knödelland«, direkt gegenüber dem Renaissanceschloss, durch das die Wirtin bei Voranmeldung gern höchstpersönlich führt. Gut sortierte Vinothek. Waidhofner Straße 3, 3900 Schwarzenau

> Gasthaus Gutmann: 2018 der Top-Aufsteiger

der Niederösterreichischen Wirtshauskultur getragen vom jugendlichen Elan von Klaus und Alice Gutmann. Unerwartete Spezialität des Hauses: Pralinen Heiligensteinstraße 32, 3561 Zöbing Weitere Lokale unter: waldviertel.at/gastronomie

BILDE R ANJA GRUNDBÖ CK, CHRISTA MAG ERL-HARAS LEBE N, LE FOO DINK, WALD VIERTEL TOURIS MUS/STUDIO KERSCHBAUM, WALDLAND, WALDVIERTEL TOURISMUS/STUDIO KERSCHBAUM, WALDVIERTELTOURISM US/STUDIO K ERSCH BAUM , WERN ER K RUG

1 NØRDERD

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M A R KTP L ATZ

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KOSTBAR Delikates aus dem Genussviertel Niederösterreichs, das auch aus der Ferne bestellt werden kann – zum Beispiel über waldviertel.myproduct.at TEXT Thomas Weber

WALDVIERTLER SAFRAN Safran macht nicht nur den BackeBacke-Kuchen gelb, sondern gibt auch Reis ein abgerundetes Aroma – und wird seit 2011 wieder im Waldviertel kultiviert. 130 dieser besonderen Krokusblüten braucht es für ein Gramm Safran, das Horstinghurst aus Gars am Kamp in Gläsern zu ein und fünf Gramm versendet.

BRENNER’S BESTES BIO-WALDSTAUDENKORN NATUR Ursprünglich auf Lichtungen angebaut, wird dieses besonders geschmackvolle und bis zu drei Meter hohe Getreide erstmals um 1400 im Waldviertel nachgewiesen. 600 Jahre später feiert es – auch als »Johannisroggen« – ein kulinarisches Comeback: beim Selberbacken von Sauerteigbrot oder Kuchen.

NEPER BIO-HEIDELBEER LIKÖR Eine leichte Getreidenote, jedenfalls Nuss und Marzipan meint man bei diesem Likör herauszuschmecken. Und das, obwohl der Grundalkohol aus Bio-Roggen ganze 14 Mal destilliert wird, bevor der Muttersaft der gepressten Heidelbeeren, Wasser und Zucker hinzukommen. Das Ergebnis – ein verführerisch–süffiger Beerenlikör – ergänzt das Angebot der jungen Bio-Destillerie Reif aus Großreichenbach bei Schweiggers.

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BILDER DESTILLE RIE REI F, NEU WIRTHO F, HOR STING HU RST, BRENNERS BESTES

NEUWIRTH-HOF HONIG Im Fokus des bewusst überschaubaren Biohofs von Elfriede und Gottfried Neuwirth stehen zwar Schafe und Ziegen. Überaus fleißig sind aber auch die Bienen der beiden, deren Honig ist selbst in kristallisierter Form noch betörend-süß. Die vom Weißdorn geprägte Landschaft, aus der er stammt, ist übrigens auch in Othmar Schmiderers Filmdoku »Die Tage wie das Jahr« zu sehen.

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BROT

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DIE SONNE AUS ERDEN

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chon seit 111 Jahren wird der Schlägler Roggen auf Stift Schlägl gezüchtet. Damit handelt es sich bei diesem Ur-Roggen um die älteste im Zuchtbuch eingetragene Roggensorte Österreichs. Und obwohl das Hoheitsgebiet des Stifts im tiefsten Mühlviertel liegt und auch der Name des urtümlichen Getreides dorthin verweist, war es naheliegend, dass dieses bald schon auch im Waldviertel angebaut wurde. Denn beide Regionen gleichen sich in vielerlei Hinsicht; auch was die behutsame Bewirtschaftung des Bodens angeht und dessen Kargheit, aus dem der »Schlägler« das Beste herausholt. Da wie dort besinnt man sich heute wieder der Urwüchsigkeit dieser alten Sorte. Seit kurzem ist sie sortenrein sogar im Supermarkt verfügbar: in Form des »Sonnen-Ura« von Ja! Natürlich, das die Brotspezialität gemeinsam mit der Bäckerfamilie Ströck entwickelt hat

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und via Billa und Merkur vertreibt. »Das Wiederbeleben von Altbewährtem und die Bewahrung in Vergessenheit geratener Sorten ist uns ein großes Anliegen«, erklärt Martina Hörmer, Geschäftsführerin von Ja! Natürlich: »Mit diesem ganz besonderen Brot feiern wir die vor 111 Jahren begonnene Tradition des Schlägler Ur-Roggens mit seinem intensiven Geschmack.«

»EIN BROT WIE FRÜHER HALT« Der Sauerteig, auch Ura genannt, hält das Brot länger frisch. Backhefe braucht es gar keine. Mit seiner ungewöhnlich knusprigen Kruste, die beim langsamen Backen aufgeht wie eine Sonne, ergibt sich ein besonderer Kontrast zum saftigen Brotinnenleben. Für den Bäcker interessant: Auf Sauerteigbasis – also fermentiert – wird das Brot »sehr schmackhaft, hält lang und bleibt

BILDER MARIAN INHO US E AGE NT UR, BE RNHARD ANGE RER

Winterhart und wohlschmeckend: Der Ur-Roggen aus Schlägl – ursprünglich ein Mühlviertler – feiert im Waldviertel seine Renaissance. Und Ja! Natürlich feiert und veredelt ihn sortenrein zum »Sonnen-Ura«.

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Mühlviertel

Waldviertel

BILDER MARIAN INHO US E AGE NT UR, BE RNHARD ANGE RER

Ursprünglich ein Mühlviertler, längst aber auch ein Wahlwaldviertler: der Schlägler Roggen. Trotz seiner niedrigen Fallzahl eignet er sich vorzüglich für Brot auf Sauerteigbasis. Zwar bringt die alte Sorte wenig Ertrag. Mit ihren langen Halmen ist sie aber ideal für behutsamen Biolandbau.

lange saftig«, wie David Keplinger, Mitarbeiter am Biokompetenzzentrum Schlägl, schwärmt. Nachsatz: »ein Brot wie früher halt.« Besonders für den Bioanbau ist der Schlägler Roggen bestens geeignet. Er ist langstrohig – das heißt, dass die Frucht auf bis zu zwei Meter hohen Halmen reift –, unterdrückt deshalb Unkraut und liefert Betrieben, die auch Vieh halten, viel Stroh als Einstreu. Zudem ist er besonders winterhart und kommt trotz kurzer Vegetationszeit rasch zur Reife. Auch der Geschmack des Waldviertels, wo der Bio-Roggen für Ja! Natürlich gedeiht, lässt sich damit nach Hause holen. »Der Ur-Roggen wächst nicht nur in die Höhe« weiß Pierre Reboul, Entwicklungsbäcker bei Ströck, »er schlägt auch sehr tiefe Wurzeln. Das gibt ihm seinen ganz besonderen Geschmack, davon bin ich überzeugt.«

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Außen knusprig, innen saftig und rötlich-braun: Das »Sonnen-Ura« von Ja! Natürlich wurde gemeinsam mit der Bäckerfamilie Ströck entwickelt. Es bleibt lange frisch und saftig – und ist von unvergleichlichem Geschmack.

In Kooperation mit

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TIN Y H O U SE

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AUSZEIT BEI ANNA APFELMINZE Im Kräutergarten lässt es sich gut entspannen: in den beiden Sprögnitzer Land-Lofts von SONNENTOR sogar ganz ohne Gartenarbeit.

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lan gibt’s zwar, sonst stört aber höchstens Bienen- und Hummelsummen die Ruhe im Kräutergarten. Hier in Sprögnitz, der Heimat seines kleinen Bio-Imperiums, hat Sonnentor-Gründer Johannes Gutmann nicht erst zum dreißigsten Firmenjubiläum ein kleines Paradies geschaffen. Zum Dreißiger hat sich »der Hannes«, längst wichtigster Arbeitgeber im Ort, 2018 dennoch etwas Besonderes einfallen lassen: zwei Land-Lofts, die nichts an Komfort missen lassen, aber dennoch perfekt ins Firmenuniversum unter der strahlenden Sonne passen.

GANZ SCHÖN GEMÜTLICH Hintaus gewissermaßen, unweit des Frei-Hofs mit seinem üppigen Permakultur-Garten und nur zwei Gehminuten vom Bio-Wirtshaus Leibspeis gelegen, ruhen die beiden mobilen Öko-Quartiere, die Gutmann gemein-

sam mit dem Wiener Start-up Wohnwagon entwickelt hat. Mit ihren 31 Quadratmetern bewusst klein gehalten, entsprechen die auf den Namen »Anna Apfelminze« und »Hans Hagebutte« getauften Herbergen zwar den Standards der Tiny-House-Bewegung, bieten aber genügend Platz für jeweils bis zu vier Erwachsene oder eine fünfköpfige Familie mit Kindern. Trotz vollwertiger Küche, Dusche und einem durchaus geräumigen Wohn- und Schlafbereich fallen vor allem die Materialien auf: Schafwolle, Vollholzmöbel – alles regional und nachhaltig; vor allem aber: gemütlich. Und weil hier oben im Waldviertel die Nächte selbst im Hochsommer kühl und klar sind, gibt es neben einem Wärmepuffspeicher auch einen Holzofen. Die Natur und ihr intensives Auskosten steht ganz und gar im Mittelpunkt. Kein Wunder, dass man hier mitunter vergisst, nach dem wlan-Passwort zu fragen.

Essen 3910 Sprögnitz 15; Aktuelle Öffnungszeiten unter sonnentor.com/leibspeis

Besuchen und erleben Betriebsführungen und Seminare sowie Shop

Termine 15. August: Kräuterfest 21. und 22. Dezember: Adventmarkt

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Klein und komfortabel, praktisch auch beim Check-in mittels Zugangscode. Gebucht wird unter sonnentor.com/land-loft. Auf Wunsch wird ein Frühstück an die Tür geliefert.

BILDER SO NNE NTO R/MA NFRED HO RVATH, SO NNE NTOR

Bio-Gasthaus Leibspeis‘

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B U CH TIP P S

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UNTERWEGS

Empfehlenswertes für Rucksack und Wandertasche oder zur Vorbereitung auf den nächsten Waldviertelurlaub

BILDER SO NNE NTO R/MA NFRED HO RVATH, SO NNE NTOR

LEBENSWEG TOURENTAGEBUCH 7.300 Höhenmeter sind nicht nichts. Aufgeteilt auf 14 Etappen und über 260 Kilometer sind die täglich durchschnittlich etwas mehr als 500 Höhenmeter des »Lebenswegs« im südlichen Waldviertel zwar locker zu bewältigen. Wo Weitwanderwege aber generell eine intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Dasein bieten, ist der von Dieter Juster zusammengestellte »Lebensweg« sogar existenziell. Führt er doch – vorbei an 22 Gemeinden und u. a. in die romantische Ysperklamm – durch alle Lebensetappen des Menschen. Zur Vorbereitung und als Lektüre für unterwegs ist dieses besondere »TourenTAGEbuch« erschienen. Ein Wanderführer, der Impulse gibt und zeigt, dass jede Phase des Lebens – und eben auch jede der 14 Etappen – ihren besonderen Reiz hat.

MOUNTAINBIKEN IM WALDVIERTEL

STRUDL & STERZ

»Über Stock und Stein« ist das Motto dieser Mountainbike-Karte, aufgelegt im Maßstab 1:50.000 von Waldviertel Tourismus. Dank 80 Mountainbikestrecken mit gewaltigen 2.000 Kilometern wird einem in der Region sicher nicht langweilig. Die beliebteste Strecke umfasst die drei Etappen der Alpentour Austria, besser bekannt unter dem Namen »Granittrail«. Auch hier gibt es mehr als nur Stock und Stein: sanfte Hügelketten, Gewässer und Moore, weitläufige Wälder und fjordartige Seen.

Das Kochbuch »Strudl & Sterz« besticht mit regionalen, bodenständigen aber dennoch pfiffigen und raffinierten Rezepten. Gisela Toth stellte diese einzigartige Sammlung alter, handschriftlich aufgezeichneter Rezepte zusammen. Bei ihren Recherchen stieß sie auf so manche kulinarische Raritäten, die bisher nur mündlich weitergegeben wurden. Toth kochte diese Speisen nach, verfeinerte sie und schrieb die Rezepte nieder. Somit enthält »Strudl & Sterz« außergewöhnliche Waldviertler Gerichte, die fast in Vergessenheit geraten wären, jetzt aber zum Nachkochen einladen.

Alle genannten Publikationen und weitere sind über waldviertel.myproduct.at zu beziehen.

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WA L DVIE R TL E R ISCH M IT ISO L DE KERND L

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»WER INS WALDVIERTEL KOMMT, MUSS SCHAUEN LERNEN« Wenn eine lebenslustige Frau wie Isolde Kerndl davon spricht, dass Sprache lebendig ist, bestehen daran garantiert keine Zweifel mehr. Bei einem Besuch in ihrem Haus in Langschlag, hat sie uns aber noch sehr viel mehr über das Waldviertlerische verraten.

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er ins Waldviertel kommt, muss schauen lernen. Wer das nicht kann oder zuerst üben muss, der wird die Schönheit dieser Landschaft nur sehr schwer erkennen und höchstens so etwas sagen wie: ›Hohe Berge habt ihr hier aber keine‹«, erklärt Isolde Kerndl, während sie auf dem Herd den Zustand ihres Geselchten überprüft. Auch die heute fast achtzigjährige Mundart-Dichterin musste erst mal schauen lernen, als sie vor mehr als fünfzig Jahren aus Wien und Neulengbach ins Waldviertel gezogen ist. »Ich bin also selber eine Zuagroaste, habe hier geheiratet und meine fünf Kinder hier bekommen. Damals bin ich gemeinsam mit einer Freundin, die zuvor mit mir in Wien studiert hat, heraufgekommen

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und habe gleich gewusst, dass ich hier bleiben möchte.« Als »Zuagroaste« musste Isolde Kerndl aber nicht nur schauen, sondern auch zuhören lernen, denn das Waldviertlerische steckt voller geschichtsträchtiger Geheimnisse, von denen die junge Dichterin und Lehrerin sofort fasziniert war. So stammt ein Großteil des Waldviertler Mundartvokabulars ursprünglich aus dem Tschechischen. Das von der Dichterin ganz beiläufig erwähnte Wort »nopfatzn« zum Beispiel. »Wenn der Opa beim Zeitunglesen einschläft, verwendet man dieses außerhalb des Waldviertels völlig unbekannte Wort«, lacht sie. Teilweise sind diese aus dem Tschechischen entliehenen Wörter noch Teil der Alltagssprache. Aber sie werden längst nicht mehr so oft eingesetzt wie früher. Einige Be-

BILD PRE SSE FOTOL AC KI NGE R/HE LMUT LACKING ER

TEXT Sarah Wetzlmayr

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griffe sind überhaupt schon ausgestorben. Das liegt jedoch einfach in der Natur der Sprache, die, wie die Dichterin mehrmals betont, kein Museum ist: »Sprache ist lebendig. Wer eigentlich aus dem Waldviertel weggezogen ist, aber immer wieder hierher zurückkommt, bringt natürlich nicht nur neue Ideen, sondern auch neue Begriffe mit und sorgt so dafür, dass sie sich mit den alten Ausdrücken vermischen. Ich beobachte das auch bei meinen eigenen Kindern.« Immer wieder wird Isolde Kerndl in die umliegenden Schulen eingeladen, um dem Nachwuchs etwas über die Mundart zu erzählen, und bemerkt, dass der mit jedem Besuch ein bisschen weniger versteht. »Ich versuche ihnen gleichzeitig aber auch zu erklären, dass das ganz normal ist, weil sich Sprache ununterbrochen verändert.«

SPRACHBILDER MIT GANZ BESONDEREM RAHMEN Geschrieben hat Isolde Kerndl schon während ihrer Zeit in Wien. Damals noch in schöner Schriftsprache, wie sie betont. Das änderte sich jedoch nach ihrem Umzug ins Waldviertel sehr schnell – zu groß war die Faszination,

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Isolde Kerndls

ABC DES WALDVIERTLERISCHEN Ausgewählte Begriffe:

ånbritscht

ein junges Mädchen schwärmt für einen jungen Mann

bogatzn zittern

Bschoapackl

Mitgabe von Speisen bei Festen (zum Beispiel Hochzeiten)

damdirn hungern

BILD PRE SSE FOTOL AC KI NGE R/HE LMUT LACKING ER

»Mit der Zeit habe ich gelernt, wie schön es sein kann, wenn sich die Sonnenstrahlen ihren Weg durch den dichten Nadelwald bahnen.« – Isolde Kerndl die von der Sprache, den Menschen und ihrer Landschaft ausging. Obwohl sie die dunklen Waldviertler Wälder zu Beginn häufig als sehr beklemmend empfunden hat: »Ich war ja den hellen Wienerwald gewöhnt und der Wald in dieser Region ist wirklich sehr dunkel, weil es fast nur Nadelwald gibt. Mit der Zeit habe ich aber gelernt, wie schön es sein kann, wenn sich die Sonnenstrahlen ihren Weg durch den dichten Nadelwald bahnen.« Auch um zu schreiben und nachzudenken, geht Isolde Kerndl gern in den Wald. Ihr umfangreiches Werk, das in dem von ihr erwähnten Waldstück, aber auch an vielen anderen Orten ringsum entstanden ist, umfasst Gedichte und Kurzgeschichten in Waldviertler Mundart. Immer wieder arbeitete sie dafür mit bildenden Künstlern wie den beiden Malern Johannes Fessl und Karl Moser zusammen. In ihren Texten verdichten sich Wahrheit, Humor und Sprache zu ebenso einfachen wie eindringlichen Gesellschaftsbildern und Charakterstudien. Für ihr einzigartiges Gesamtwerk wurde ihr im Herbst 2018 der Würdigungspreis des Landes Niederösterreich verliehen.

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Dodamandl Vogelscheuche

Döllenk

ungeschickter Mensch (»Potschochta«)

Foamnudl Schaumrolle

Häblin Kröte

Hotdo

Trutsche (dumme, unsympathische Frau)

Leasch

die männliche Variante einer »Hotdo«

meametn

lange auf etwas herumkauen

nopfatzn

kurz einschlafen

weribari

endlich weitertun (zum Bespiel in »Jetzt werd owa weribari«)

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H A N DW E R K FÜ R DIE EWIG KE IT

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Das umfangreiche Holzlager ist die Basis der Vollholztischlerei Lechner in Gföhl.

TEXT Sarah Wetzlmayr

FÜR IMMER DEIN BILDER MAXI MILIAN LOT TMANN

Vollholztische, Sonnenuhren, Taschen aus Fischleder und Ketten mit Granit-Anhängern – im Waldviertel werden Gegenstände ohne Verfallsdatum und Sollbruchstelle produziert.

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Das mit Zirbenspänen gefüllte Kissen »Waldtraud« finanzierte Roman Lechner einst eine Amerikareise.

Roman Lechner lässt nur qualitativ hochwertige Wachse und Öle an sein Holz.

BILDER MAXI MILIAN LOT TMANN

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enn der Gföhler Tischler Roman Lechner von dem alten Plattenspieler erzählt, den er sich kürzlich in Wien gekauft hat, geht es ihm nicht nur darum, mit welch großer Perfektion das Gerät die Platte bewegt, sondern um sehr viel mehr. Mit jeder seiner Beschreibungen nimmt er nämlich auch darauf Bezug, wie sich die Welt momentan dreht und in welch falsche Richtungen wir uns gerade auf ihr bewegen. Schon als Teenager hat Lechner in der väterlichen Tischlerei mitgearbeitet, dann aber doch das Gymnasium beendet, um schließlich in Salzburg Holztechnik und Holzwirtschaft zu studieren. Nach dem Studium verbrachte er einige Zeit damit, Luxusyachten einzurichten, ein halbes Jahr arbeitete er für eine große Möbelhauskette. Dort hat er vor allem gelernt, worauf es ihm in seiner Arbeit nicht ankommt: »Wir befinden uns momentan in einer Spirale, in der wir nur noch von Schrott und Produkten mit möglichst kurzen Ablaufdaten umgeben sind. Das betrifft nicht nur die Herstellung von Möbeln, sondern auch die Automobilindustrie oder eben die Produktion von Plattenspielern. Ich weiß aber, dass

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es in jedem Bereich möglich ist, Dinge zu kaufen, die ein Leben lang halten. Ich muss es nur tun.« Als er kurz darauf erwähnt, dass es in Zukunft keine Antiquitäten mehr geben wird, spricht er ebenfalls nicht nur von seiner eigenen Branche, sondern bezieht sich auch auf viele andere Bereiche. »Wenn es Betriebe wie unseren nicht gäbe, wäre nichts mehr zeitlos, also nichts mehr für die Ewigkeit gemacht. Deshalb steht auf unserem Lieferwagen auch ›Wir bauen die Antiquitäten von morgen‹. Diese Aussage stimmt mit jedem Jahr mehr.« Kaum etwas symbolisiert diese Einstellung besser als das beeindruckende Holzlager, das sich hinter seiner Werkstatt befindet. »Hochrisikokapital, aber gleichzeitig auch die Basis meiner ganzen Arbeit«, fügt er hinzu und lacht. Bislang konnte ihn noch kein Unternehmensberater davon überzeugen, dass er sich damit auf dem Holzweg befindet. Außerdem beweist ihm die Qualität der von ihm und seinem Team geschaffenen Stücke jeden Tag das Gegenteil: Dadurch, dass das Holz auf diese Weise gelagert und nicht in der Trockenkammer getrocknet wird, verliert es die Spannung noch bevor es verarbeitet wird und

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H A N DWE R K F Ü R DIE EWIG KE IT

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das fertige Möbel verzieht sich nicht. Außerdem bleiben alle Inhaltsstoffe im Holz. Kästen, Betten, Tische, Stühle und ganze Küchen entstehen in Gföhl auf diese Weise. Damit sich Roman Lechners Welt auch in Zukunft so weiterdreht, wie er sich das vorstellt, kommen auch keine Pressspanplatten und Lacke in seine Werkstatt. »Schon mein Vater hat damit begonnen, das Holz zu ölen und zu wachsen, damals allerdings eher aus gesundheitlichen Gründen. Die Werkstatt befand sich im Keller des Wohnhauses und er wollte uns nicht vergiften.«

Auch der gelernte Schlosser Johann Jindra hat das Handwerk von seinem Vater gelernt. Bereits in fünfter Generation führt er die in der kleinen Gemeinde Weiten gelegene Schlosserei, in der man sich dafür entschieden hat, sehr viel öfter als viele andere auf die Sonnenseiten des Lebens zu schauen. »Mein Vater hat damals damit begonnen, Sonnenuhren zu bauen, nachdem er sich auf einem Flohmarkt ein altes Buch darüber gekauft hat. Eigentlich wollte er es einfach nur schnell ausprobieren, schlussendlich hat es aber mehr als acht Jahre lang gedauert, bis er wusste, worauf es dabei ankommt«, erklärt Jindra. Mittlerweile machen die Sonnenuhren 50 Prozent des in der Schlosserei erwirtschafteten Umsatzes aus. Obwohl in der Schlosserei auch sehr viele andere Dinge geschmiedet werden, sorgen die Sonnenuhren als Aushängeschild des Familienbetriebes dafür, dass es die Produkte aus dem Hause Jindra sogar bis nach Kapstadt schaffen. Charakterlich lässt sich Jindras Kundschaft dafür ganz gut eingrenzen: »Unsere Kundschaft hat ein sonniges Gemüt. Grantige Leute kommen gar nicht erst zu uns.«

gendynamik entwickelt«, ergänzt Schuh. Mittlerweile hat es das Litschauer Fischleder bis in die ganze Welt geschafft.

AUF DEN SPUREN DER NANAI

EIN STÜCK WALDVIERTEL

Wer auf der Suche nach dem UngewöhnAber auch ein Besuch in der Schmucklichen im Waldviertel unterwegs ist, der werkstatt von Reinhart Kartusch in Weitwird aber auch im Norden nicht entra lädt dazu ein, ein Stück Waldviertel in Ringe, Ketten, Uhren – in täuscht. In der Gemeinde Litschau verardie Welt hinauszutragen. Vor rund zwölf der Schmuckwerkstatt von beitet der gebürtige Wiener Rudolf Schuh Jahren begann der gelernte Goldschmied Reinhart Kartusch dreht sich die Haut von Lachsen, Karpfen, SaiblinSchmuck aus Waldviertler und Mühlviertalles um den Granit. gen und Welsen zu feinsten Lederwaren. ler Granit herzustellen. »Wir haben da»Ich hatte das Glück, während meiner mals nach einem speziellen Produkt geZeit in Wien auf einen Angehörigen der Nanai zu trefsucht und sind dann eigentlich auf die einfachste Lösung fen, der große Freude daran hatte, diese alte Tradition gekommen. Das Schleifen der Granitsteine habe ich mir des sibirischen Urvolks wiederzubeleben.« Insgesamt selbst beigebracht.« So unterschiedlich all die handgeferarbeiteten die beiden eineinhalb Jahre daran, ein umtigten Stücke auch sein mögen, eines haben sie gemeinweltschonendes Verfahren zur Verarbeitung zu entwisam: An ihnen haftet das Urteil »lebenslänglich«. Und das ckeln. »Danach hat das Ganze einfach eine gewisse Eiim allerbesten Sinne.

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BILDER MAXI MI LIAN LO TTMANN, PI CAS A, WALDVIER TEL TO URIS MUS/ROBERT HE RBST

HANDWERK FÜR SONNIGE GEMÜTER

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In der Schlosserei Jindra kommt man zur Gänze ohne Fertigteile aus.

Im Waldviertel hat Rudolf Schuh eine alte, russische Tradition wiederbelebt.

Betriebe BILDER MAXI MI LIAN LO TTMANN, PI CAS A, WALDVIER TEL TO URISMUS/ROBE RT HERBST

Die VOLLHOLZTISCHLEREI LECHNER wird von Roman Lechner betrieben und liegt in der Gemeinde Gföhl. In Weiten können JOHANN JINDRAS SONNENUHREN nicht nur gekauft, sondern im eigens geschaffenen Schaugarten auch bestaunt werden. Unter dem Namen YUPITAZE stellt Rudolf Schuh in der Gemeinde Litschau Produkte aus Fischleder her. Die Manufaktur kann auch besichtigt werden. Am wunderschönen Rathausplatz in Weitra bietet GOLDSCHMIED REINHART KARTUSCH handgefertigte Stücke aus Granit an. Außerdem laden 18 unterschiedliche Handwerksbetriebe zu Kursen und Workshops ein: waldviertel-handwerk.at Granit aus der Gegend wird vom Goldschmied zu formschönen Unikaten geschliffen.

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