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Akademie Musiktheater heute DAS MAGA ZIN DER B E R LI N E R PH I LH AR M ON I K E R

NG U B R E BEW BIS 18 0 2 L PRI A . 30 —

Nr. 01— 2 018

MUSIC WAS MY FIRST LOVE Was die Jugend musikalisch bewegt

Stipendium 2018 – 2020 für Talente aus den Sparten: Bühnen- und Kostümbild, Dirigieren, Dramaturgie, Komposition, Kulturmanagement, Libretto /Text und Regie www.deutsche-bank-stiftung.de € 7,00 (D)

Nr. 01— 2 018

MYTHOS STRADIVARI

OSTERFESTSPIELE BADEN-BADEN

LEBENDIGE VERGANGENHEIT

Die teuersten Instrumente der Welt

Simon Rattle und Wagners »Parsifal«

Der Fotograf Christian Tagliavini


VORSPIEL — EDITORIAL

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»128« heißt dieses Magazin der Berliner Philharmoniker, abgeleitet von der Anzahl der Mitglieder des Orchesters (wenn es voll besetzt ist). Mit diesem Namen und dem Seitenumfang des Hefts wollen wir betonen, woraus die Besonderheit dieses Kollektivs erwächst: aus den ganz individuellen Qualitäten jedes einzelnen Musikers, jeder einzelnen Musikerin, die schließlich im Spiel einen einzigartigen Ensemblegeist prägen.


12 8 — A U S G A B E N R . 01. 2 018

Liebe Musikfreunde, Anfang Februar kam die gute Nachricht aus Brüssel: Junge Musikerinnen und Musiker aus allen Ländern der EU können auch weiterhin gemeinsam im Europäischen Jugendorchester spielen. Nach 40 Jahren sollte die Finanzierung dieser Institution 2016 eingestellt werden. Nicht zuletzt die Berliner Philharmoniker und Sir Simon Rattle haben sich für ihre Rettung eingesetzt – als europäisches Symbol, aber auch wegen ihrer besonderen Bedeutung für den musikalischen Nachwuchs. Die Jugend und die Musik – das war schon immer eine besonders intensive Beziehung. In unserem Schwerpunkt »Music Was My First Love« gehen wir der Frage nach, was speziell die Jugend heute musikalisch bewegt, und zwar in beiderlei Sinn: wie sie sich von der Musik anregen lässt, und wie sie selbst aktiv das Musikleben verändert. Aber natürlich fehlt auch nicht der Blick zurück in vergangene Jahrhunderte. Im Ressort Berliner Philharmoniker dreht sich wie immer alles um die Konzerte des Orchesters in seinem Haus und – der Frühling naht! – bei den Osterfestspielen Baden-Baden. Simon Rattle wird zum letzten Mal als Chefdirigent dabei sein und u. a. Richard Wagners »Parsifal« in einer Neuinszenierung von Dieter Dorn dirigieren. Wir beleuchten die sehr besondere Aufführungsgeschichte dieses Opus ultimum und geben einen Überblick über das abwechslungsreiche Festivalprogramm – zu dem übrigens auch einige aufstrebende junge Musiker beitragen. Im Feuilleton schließlich stellen wir Ihnen den Fotografen Christian Tagliavini vor, der in seinen faszinierenden Bildern die Malerei vergangener Epochen ganz neu belebt. Die Parallelen zur Musik sind nicht zu übersehen – und so hat sich der philharmonische Geiger Alessandro Cappone mit Tagliavini über die Auseinandersetzung mit klassischen Kunstwerken, deren Neuinterpretation und über den Perfektionsanspruch in der eigenen künstlerischen Arbeit unterhalten. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre Ihres »128« – und viele unvergessliche Konzerte mit den Berliner Philharmonikern.

Herzlich, Ihre Andrea Zietzschmann

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V O R S P I E L — I N H A LT

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INH A LT 16

Thema: »Music Was My First Love« Ein Schwerpunkt zur Jugend und der Musik

Osterfestspiele Simon Rattle mit »Parsifal« in Baden-Baden

82

98

Daniel Harding Der Dirigent im Gespräch

Christian Tagliavini Klassische Kunst, neu belebt

Fotos: shutterstock (Geige); Julian Hargreaves (Harding); Thomas Straub (Festspielhaus); Christian Tagliavini (Portrait)

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12 8 — A U S G A B E N R . 01. 2 018

TH E MA: M U S I C WA S M Y F I R S T LOVE

16

Von der Kunst leben – geht das? Junge Musiker suchen die Nischen im etablierten Kulturbetrieb. Vo n A n j a D i l k

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B E R LI N E R PH I LHAR MON I KE R

60

»Dirigieren ist nicht immer das, was man erwartet« Daniel Harding im Gespräch Vo n E m i l S u n d s t r ö m

68

»Da kommt keine Droge ’ran« Jugendorchester spielen mit Enthusiasmus und vollem Einsatz.

»Wir brauchen nicht noch mehr Lärm« Paavo Järvi: Dirigent der leisen und seltenen Töne

Vo n S a r a h B r o c k m a n n

Vo n Vo l k e r Ta r n o w

»Music Was My First Love« Ob Jugendliche musizieren, hängt auch von den Eltern ab.

Kein Buch mit sieben Siegeln Zur Wiederentdeckung von Franz Schmidt

30

72

Vo n K a t h a r i n a F l e i s c h e r

Vo n O l a f W i l h e l m e r

This Is A Party Song, It Makes The Party Going On Die Glosse

Ein Klang, der süchtig macht Mythos Stradivari: die teuersten Instrumente der Welt

40

78

Vo n S t e p h a n B a r t e l s

Vo n S u s a n n e S t ä h r

Mit und ohne Eierschalen Was erzählen uns Frühwerke über ihre Komponisten und deren Zeit?

Zeit zu fühlen David Lang komponiert Gegenwart.

42

Vo n Vo l k e r H a g e d o r n

50

Games, live in concert Computerspielemusik ist zu einem eigenen Genre geworden. Vo n J a n B o j a r y n

56

Lieblingsjugendmusik CD-Empfehlungen unserer Autoren

88

5

90

Eine Oper und keine Robert Schumann und das Musikdrama Vo n W o l f g a n g S t ä h r

94

Mein Instrument als Lebenspartner Diesmal mit Gábor Tarkövi

FE U I LLETON

98

Lebendige Vergangenheit Der Fotograf Christian Tagliavini interpretiert alte Kunst ganz neu. Vo n N a t a l i e S c h w a r z

108

Big Jazz Eine kleine Geschichte der Big Band Vo n O l i v e r H o c h k e p p e l

114

Fragen zur Musikliebhaberei Diesmal an Anton Michel

Vo n S u s a n n e Z i e s e

82

Lauter letzte Male Wagners »Parsifal« und seine sehr besondere Aufführungsgeschichte Vo n H o l g e r N o l t z e

86

»Zum Raum wird hier die Zeit« Die Osterfestspiele Baden-Baden Vo n N i c o l e R e s t l e

VOR S PI E L

03 06 08 12

Vorwort Text & Bild Nachrichten Zahlenspiel

NACH S PI E L

116 122 127 128

Bücher und CDs Konzertkalender Cartoon Impressum


VORSPIEL — TE XT & BILD

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ANJA DILK

S T E FA N H Ö D E R AT H

STEPHAN BARTELS

Anja Dilk studierte Geschichte, Politik und Literaturwissenschaft in Bonn, Aix-en-Provence und Berlin und absolvierte nach dem MagisterAbschluss eine Redakteursausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München. Nach einigen Jahren als Redakteurin bei der »taz« und der »ZEIT« arbeitete sie als Ressortleiterin und Reporterin bei der New-Economy-Wochenzeitung »Net-Business« in Hamburg und baute später das Berliner Büro des Online-Magazins »changeX« auf. Heute arbeitet sie als freie Autorin und Redakteurin u. a. für »enorm«, ein Magazin für nachhaltige Ökonomie, die »taz«, »ZEIT Wissen«, »Spiegel online« und die »Süddeutsche Zeitung«. Ihre Themenschwerpunkte reichen von Bildung, neuer Arbeitswelt und nachhaltiger Ökonomie bis zu gesellschaftlichem Wandel und S.16 Digitalisierung. " 

Der gebürtige Dortmunder Stefan Höderath ist freischaffender Fotograf. Zum Studium der Visuellen Kommunikation und freien Kunst zog es ihn nach Berlin und New York, wo er u. a. bei Brian Eno und Reiner Leist studierte. Seinen Meisterschüler machte er bei Prof. Joachim Sauter an der UdK in Berlin, wo er bis heute lebt und arbeitet. Neben freien künstlerischen Arbeiten, die sich mit dem Sichtbarmachen der Dinge im Spannungsfeld unserer digitalisierten Gesellschaft auseinandersetzen, arbeitet er kommerziell für Kunden wie Sony, Google oder die Deutsche Grammophon. Auch für die Berliner Philharmoniker und das Magazin »128« hat S.32 er schon gearbeitet. " 

Stephan Bartels, geboren 1967 in Hamburg, hat erfolglos auf Lehramt studiert, Nachtschichten bei der Post gemacht und im Mittelfeld diverser Bezirksligavereine brilliert; mit 25 wurde er überraschend Vater. Kurz: Sein Leben glitt ziellos dahin. Erst 1996 holte ihn die Henri-NannenSchule von der Straße und machte ihn zum Journalisten. 1998 landete er zufällig bei der »Brigitte«, zunächst als Redakteur, seit 2000 als freier Autor für Musik, Krimis und Fußball. Nebenbei schreibt er auch für andere Zeitschriften Porträts, Reisegeschichten, Psychothemen und was gerade so anliegt. 2008 erschien sein Sachbuch »Der KiloKiller«, 2011 folgte »Männergefühle – Eine Enthüllung« (gemeinsam mit Till Raether). 2014 wurde er mit »Dicke Freunde« zum Romanautor. Das neue Buch »Vatertage« erscheint am 10. April bei Heyne. Bartels lebt in S.40 Hamburg. " 

Fotos: pirvat (Dilk); ; Bernd Jaworek (Höderath); Severin Wohlleben (Bartels); privat (Bojaryn); Rat für kulturelle Bildung (Noltze); Thomas Spikermann (Tagliavini)

TEXT & BILD


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JAN BOJARYN

H O L G E R N O LT Z E

C H R I S T I A N TA G L I AV I N I

Jan Bojaryn, geboren 1979, hat das Internet in den späten Neunzigerjahren entdeckt. Nach Ausflügen ins Webdesign und einem Studium der Sprachwissenschaft hat er beschlossen, online über das wichtigste Medium unserer Gegenwart zu schreiben: über Videospiele, interaktive, multimediale, digitale Kunstwerke. Seit 15 Jahren verfolgt er als freier Journalist ungeduldig das langsam wachsende öffentliche Interesse. Über Spiele hat er u. a. für die »Süddeutsche Zeitung«, »Intro«, das Goethe-Institut und das Redaktionsnetzwerk Deutschland geschrieben. In Reportagen und Ratgeber-Artikeln beschäftigt er sich mit Netzkultur, Heimelektronik, Technik und Gesellschaft. Er lebt in Dresden-Neustadt.

Holger Noltze ist Professor für Musik und Medien an der TU Dortmund und leitet dort den Studiengang Musikjournalismus. Geboren 1960 in Essen, ist er als Kritiker für Zeitungen und Rundfunkanstalten tätig. Er war Redakteur und Moderator verschiedener Kulturprogramme im WDR-Radio; im WDR-Fernsehen war er von 2001 bis 2015 Gastgeber der Gesprächsrunde »West. art Talk«. 2000 bis 2005 war er Ressortleiter für Aktuelle Kultur beim Deutschlandfunk. 2010 erschien »Die Leichtigkeitslüge. Über Medien und Komplexität«. 2013 wurde sein Buch »Liebestod. Wagner, Verdi, Wir.« bei der Kritikerumfrage der Zeitschrift »Opernwelt« zum »Buch des Jahres« gewählt. Holger Noltze war zwischen 2013 und 2017 Sprecher des Rats für Kulturelle Bildung und 2015 Mitbegründer der Online-Plattform S.82 »takt1« für klassische Musik. " 

Christian Tagliavini, geboren 1971, wuchs in Italien und der Schweiz auf. Sein künstlerischer Werdegang als Grafikdesigner prägte sein komplexes Verständnis für die Fotokunst, eigens Werke zu erfinden und zu produzieren. Er designt und baut sämtliche Bildinhalte selbst – von den pompösen Kleidern bis zum aufwendigen Interieur. Mit diesem Alleinstellungsmerkmal in der Fotokunst versteht er sich als »photographic craftsman«. Im Frühling widmet ihm das Museum Fotografiska in Stockholm eine große Retrospektive. Ein umfassendes Fotobuch erscheint im teNeues Verlag. Die Arbeiten von Christian Tagliavini befinden sich in namhaften öffentlichen und privaten Sammlungen. Christian Tagliavini wird weltweit exklusiv von der Galerie CAMERA S.98 WORK in Berlin vertreten. " 

S.50 " 


VORSPIEL — NACHRICHTEN

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PHILH A R MONISCHE NACHR ICHTEN Neu im Orchester

VERPFLICHTENDE BEGABUNG: HELENA MADOK A BERG »Es brauchte es eine Weile, bis diese Nachricht richtig bei mir angekommen war«, strahlt Helena Madoka Berg, die seit 2016 zur Gruppe der Ersten Violinen gehört – und im Herbst 2017 erfuhr, dass sie nun ordentliches Mitglied der Berliner Philharmoniker ist. Die gebürtige Berlinerin stammt aus einer Musikerfamilie, beide Eltern sind Geiger. Da lag das Instrument für sie nahe. An eine professionelle Laufbahn dachte sie zunächst nicht. 2001 gewann sie den Jakob-Stainer-Violinwettbewerb, und die Juroren, zu denen auch Igor Oistrach gehörte, meinten: »Eine Begabung ist auch eine Verpflichtung.« Diese Worte brannten sich in ihr ein, und sie beschloss, Geigerin zu werden.

Luis Esnola, Violine

Nach dem Studium am Julius-SternInstitut der Universität der Künste Berlin bei Tomasz Tomaszewski, an der Juilliard School in New York bei Robert Mann und an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« bei Antje Weithaas, erhielt sie ein Stipendium an der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker. Sie bekam dadurch die Gelegenheit, in dem Orchester mitzuspielen und sich von der ungeheuren Energie und Spielfreude der Musiker anstecken zu lassen. Ihre erste Stelle führte sie zu den Münchner Philharmonikern, 2013 wechselte sie zu den Berliner Philharmonikern in die Gruppe der Zweiten Geigen – und bestand die Probezeit nicht. Doch nach wie vor war es ihr Traum, Teil dieses Orchesters zu sein. Ermutigt von Orchesterkollegen bewarb sie sich wenige Monate später erneut um eine Stelle, dieses Mal in den Ersten Geigen. »Ich hatte

ja nichts zu verlieren.« Sie bewies, dass sie sich weiterentwickelt hatte: »Als Tuttigeiger muss man sich normalerweise sehr zurücknehmen. Bei den Philharmonikern darf und soll sich jeder auch als Individuum entfalten. Für mich galt es auszuloten, wie weit ich selbst gehen kann, ohne die Gruppendynamik zu stören. Das war für mich ein wichtiger Erfahrungsprozess.«

MUSIK ALISCH NOCH E IN MAL G E WACHSE N: LU IS E S NAOL A »Ich freue mich riesig und bin sehr erleichtert, dass ich die Probezeit bestanden habe. Jetzt habe ich die Gewissheit: Ich kann bleiben!«, lacht Luis Esnaola. Der gebürtige Spanier, der seit 2016 in der Gruppe der Ers" ten Violinen spielt, ist nun

Fotos: Sebastian Hänel

Helena Madoka Berg, Violine


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VORSPIEL — NACHRICHTEN

ordentliches Mitglied der Berliner Philharmoniker. Auf die zurückliegende Probezeit blickt er dankbar zurück. Er empfand sie als eine Phase, in der er lernen und sich viel von den Kollegen hinsichtlich Phrasierung und Klanggestaltung ablauschen konnte. Er sei, so Esnaola, in dieser Zeit noch einmal musikalisch gewachsen. Als besondere Highlights sind ihm sein erster Orchesterdienst, bei dem er unter der Leitung von Sir Simon Rattle Gustav Mahlers Siebte Symphonie spielte, und die Aufführung der Sechsten Symphonie von Peter Tschaikowsky unter Kirill Petrenko in Erinnerung geblieben. Seine musikliebenden Eltern weckten in ihm die Begeisterung für die Violine. Bereits im Alter von zwölf Jahren wusste Luis Esnaola, dass er das Geigenspiel zum Beruf machen wollte. Er studierte bei den Großen seiner Zunft: bei Donald Weilerstein am New England Conservatory sowie bei Antje Weithaas an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler«, wo er 2012 mit einem Master in Musik abschloss. Während seines Studiums erhielt er ein Stipendium an der Karajan-Akademie, an der er von Christophe Horak unterrichtet wurde. »Die Zeit an der Akademie war fantastisch«, schwärmt der Geiger. »Ich sammelte erste Orchestererfahrung, außerdem habe ich den Arbeitsrhythmus eines Orchesters kennengelernt.« Seine erste Anstellung bekam Luis Esnaola als Stimmführer der Zweiten Geigen beim TonhalleOrchester Zürich. Dort vervollkommnete er seine Fertigkeiten im Orchesterspiel und vertiefte seine Repertoirekenntnisse. Eine gute Vorbereitung für die Stelle bei den Berliner Philharmonikern. Was den jungen Musiker an der philharmonischen Geigengruppe besonders fasziniert? »Die Streicher zeigen sehr viel Eigeninitiative und gehen trotzdem im Gesamtklang auf. Das ist eine tolle Kombination.«

Václav Vonášek, Kontrafagott

K L ANG AUFBAU VON UNTE N: VÁ C L A V V O N Á Š E K Die Nachricht, dass ihn die Berliner Philharmoniker in ihre Gemeinschaft aufgenommen haben, erreichte Václav Vonášek noch vor Ablauf der offiziellen Probezeit. Kurz vor der entscheidenden Abstimmung beeindruckte er die Orchesterkollegen mit seinem burlesken Kontrafagottsolo in Maurice Ravels »Ma Mère l’Oye«. »Ich hatte Glück«, lächelt der Tscheche. »Während der Probezeit standen all jene Werke auf dem Programm, in denen großartige Solostellen für mein Instrument vorkommen und ich mein ganzes Können zeigen durfte.« Als Václav Vonášek im März 2016 die Kontrafagottstelle bei den Philharmonikern antrat, war er bereits ein erfahrener Orchestermusiker, hatte fast zehn Jahre als zweiter Fagottist und Kontrafagottist in der Tschechischen Philharmonie Prag hinter sich und beherrschte souverän das Repertoire für sein Instrument. Doch bei den Berlinern gestaltete sich dann vieles anders: »Hier habe ich gesehen, dass Kollegen die Tuttistellen genauso wichtig nehmen wie die Soli. Sie spielen diese genauso schön, exakt und artikuliert. Das ist für den Gesamtklang enorm wichtig.«

Hinzu kommt die besondere Atmosphäre des scharounschen Konzertsaals, die ihn immer wieder inspiriert. Der Kontrafagottist versteht sich als Bindeglied zwischen der Holzbläsergruppe und den Kontrabässen, mit denen er das klangliche Fundament des Orchesters bildet: »Wir bauen den Klang von unten her auf.« Eine Aufgabe, die ihn sehr beglückt. Václav Vonášek spielte zunächst Klarinette, ehe man ihm nach der bestandenen Aufnahmeprüfung am Konservatorium in Pilsen nahelegte, Fagott zu lernen. »Ich zögerte keine Sekunde und war sofort einverstanden, weil mich die Form des Instruments und sein Klang begeisterten.« Später setzte er seine Ausbildung an der Akademie der musischen Künste in Prag sowie am Royal College of Music in London fort. In der englischen Hauptstadt lernte er auch seine Frau, eine tschechische Geigerin, kennen. Jetzt, wo er weiß, dass er bei den Philharmonikern bleiben wird, ist sein wichtigstes Ziel, sie und seine Kinder nach Berlin nachkommen zu lassen. NR

Foto: Sebastian Hänel

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Hyatt ® and Grand Hyatt ® names, designs and related marks are trademarks of Hyatt International Corporation. ©2018 Hyatt International Corporation. All rights reserved.

RAFFINIERT ZUCKERFREI IM VOX Das Vox Restaurant verbindet den 20. Geburtstag mit guten Vorsätzen und verzichtet vollends auf den Einsatz von raffiniertem Zucker, der konsequent durch natürliche Ersatzstoffe ersetzt wird. Kommen Sie ebenfalls in den Genuss von mindestens einem komplett zuckerfreien Gericht auf der Karte. Erleben Sie den unvergleichlichen Vox Küchenstil, der für regionale und saisonale Produkte steht, die durch globale Einflüsse verfeinert werden, sowie authentisches Sushi. Alle Speisen werden in der offenen Showküche für Sie vorbereitet. Sonntag bis Donnerstag 18.00 bis 23.00 Uhr Freitag und Samstag 18.00 bis 24.00 Uhr M AR L E N E - D I ET RICH- PLATZ 2 , 1 078 5 BE RLIN VOX- R ESTAU R ANT.D E +49 3 0 2 5 5 3 17 72


VORSPIEL — Z AHLENSPIEL

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ZA HLENSPIEL Wie hält es die Jugend von heute mit der Musik?

Dass die Musik für viele junge Menschen eine besondere Bedeutung hat, ist wahrlich keine Überraschung. Interessant wird es aber, wenn man sich im Detail ansieht, wie, was und wo Jugendliche musizieren – und welche Rolle dabei der soziale Hintergrund der Eltern spielt. Genau das hat nun eine Studie der Bertelsmann Stiftung getan, basierend auf einem für dieses Thema ungewöhnlich umfangreichen Datensatz: Exakt 6256 Jugendliche im Alter von 17 Jahren wurden durch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung zwischen

2001 und 2015 regelmäßig zu ihren musikalischen Aktivitäten befragt. Andreas Lehmann-Wermser von der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und Valerie KruppSchleußner von der Hochschule für Musik Mainz haben diese Informationen ausgewertet und dabei einige bedenkenswerte Zusammenhänge offengelegt. Die wichtigsten davon haben wir in diesem »Zahlenspiel« grafisch aufbereitet. Mehr dazu finden Sie im Artikel auf Seite 30.

Musikgenres, in denen Jugendliche hauptsächlich Musik machen

20,3% machen überwiegend Volks-/Unterhaltungsmusik.

52,6

Musikalische Aktivitäten der Jugendlichen

%

97,3

%

aller befragten Jugendlichen geben an, dass sie täglich oder zumindest jede Woche Musik hören.

24,4%

geben an, dass sie aktiv musizieren, also singen oder ein Instrument spielen.

27,3%

machen in ihrer Freizeit täglich oder mindestens einmal die Woche Musik.

der musikalisch aktiven Jugendlichen spielen hauptsächlich Rock, Pop, Hip-Hop, Techno, Rap und Funk.

27,1%

der Jugendlichen spielen vorwiegend Klassik.


12 8 — A U S G A B E N R . 01. 2 018

13

Sozialer und institutioneller Kontext

22,4%

aller Befragten haben in der Schule zu irgendeinem Zeitpunkt in einem Musikensemble mitgespielt.

46,5

%

machen überwiegend allein oder mit einer Lehrkraft zusammen Musik.

21,6

%

spielen in einer Band oder Musikgruppe.

20,8%

16,2%

40,7

der Kinder von Eltern mit dem niedrigsten ISEI* sind musikalisch aktiv.

16,9% der musikalisch aktiven Jugendlichen geben an, dass sie bezahlten Musikunterricht erhalten (haben).

Einkommen und Berufstatus der Eltern

spielen in einem Orchester, oder singen in einem Chor.

33,3

%

der Kinder von Eltern mit dem höchsten ISEI* erhalten bezahlten Musikunterricht.

%

der Kinder von Eltern mit dem höchsten ISEI* sind musikalisch aktiv.

8,2% der Kinder von Eltern mit dem niedrigsten ISEI* erhalten bezahlten Musikunterricht.

* ISEI (International Socio-Economic Index of Occupational Status, sozioökonomischer Index des beruflichen Status)

Besuchte Schulform der Jugendlichen

Jugendliche, die einen gymnasialen Abschluss anstreben oder bereits erworben haben:

35

%

sind musikalisch aktiv.

27%

erhalten bezahlten Musikunterricht.

Jugendliche, die nicht gymnasiale Schulformen besuchen oder besucht haben:

17,8% 33%

sind musikalisch aktiv.

15,6%

sind oder waren in einem Schulchor oder -orchester aktiv.

sind oder waren in einem Schulchor oder -orchester aktiv.

9,7% erhalten bezahlten Musikunterricht.

Quelle: www.bertelsmann-stiftung.de/jugendstudie-musik


Foto: Achim Reissner

Die Junge Deutsche Philharmonie


THEMA: M USIC WA S MY F IRS T LOVE

16

42

Von der Kunst leben – geht das?

Mit und ohne Eierschalen

J u n g e M u s i ke r s u c h e n d i e N i s c h e n a b s e i t s d e s e t a b l i e r te n Ku l tu r b e t r i e b s .

Wa s e r z ä h l e n u n s F r ü hwe r ke ü b e r i h r e Ko m p o n i s te n?

24

50

»Da kommt keine Droge ’ran«

Games, live in concert

J u g e n d o r c h e s te r s p i e l e n m i t E nth u s i a s m u s u n d vo l l e m E i n s at z .

C o m p u te r s p i e l e m u s i k i s t zu e i n e m e i g e n e n G e n r e g ewo r d e n .

30

56

»Music Was My First Love«

LieblingsJugendmusik

Ob Jugendliche m u s i zi e r e n , h ä n g t a u c h vo n i h r e n E l te r n a b .

CD-Empfehlungen u n s e r e r A u to r e n

40

This Is A Party Song … We r e r zi e h t e i g e n t l i c h we n , we n n e s u m M u s i k g e h t ?


12 8 — A U S G A B E N R . 01. 2 018

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VON DER KUNST LEBEN – GEHT DAS? Es ist eng auf dem Arbeitsmarkt für junge Musiker. Umso kreativer suchen viele die Nischen abseits des etablierten Kulturbetriebs – und finden dort ein offenes Publikum. Vo n A n j a D i l k I l l u s t r at i o n e n vo n P a s c a l H e i l e r

D I E D E C K E N H O H E N F R I E S E des Pergamonmu-

seums sind in buntes Licht getaucht. Blaue Sternenteppiche ziehen über Wände und Säulen, die steinernen Grabwächter schimmern drohend in dunklem Rot. Es ist tiefe Nacht und Hochbetrieb im alten Museum. Staunend wandeln die Besucher durch die Säle und Gänge, recken die Hälse, spitzen die Ohren. Fröhlicher Flötenlauf von links, sonores Kontrabassbrummen von rechts. Pop wechselt mit Klassik, mit Jazz, mit Elektro. Die Instrumentalisten führen die Gäste auf eine Promenade durch Musik und Licht und Geschichte und Spiel, lenken den Zug durchs Tor von Milet, hinauf bis zum Altar des Pergamon. »Unglaublich«, raunt eine Besucherin. Schnitt. Das Video ist zu Ende, die Zuschauer im Berliner Pierre-Boulez-Saal halten die Luft an. Gleich werden die Gewinner des ersten D-bü-Wettbewerbs bekanntgegeben, eine Auszeichnung für innovative Konzertformate von Studierenden der Deutschen Musikhochschulen. Jurychef Martin Tröndle tritt ans Mikrofon: »Herzlichen Glückwunsch, Stegreif.Chamber!« Das Ensemble von der Musikhochschule Leipzig macht mit seiner außergewöhnlichen Klangreise durchs Pergamonmuseum das Rennen. Strahlend nimmt Juri de Marco die Urkunde entgegen. Für den 24-jährigen Hornisten ist dieser Preis ein weiterer Schritt nach vorn – auf einen Musikmarkt, den er sich selbst schaffen will. Indem er irritierende, berührende Erlebnisse erzeugt, neue Blickwinkel, neue

Settings wagt, um Musik zu erfahren. Denn der Gründer des Stegreif.Chamber weiß: Ein innovativer Zugang zu Musik ist nicht nur für ihn Antrieb für die künstlerische Arbeit, sondern interessiert auch viele Menschen da draußen. »Und wahrscheinlich werden sie bereit sein, dafür zu bezahlen«. Für Juri de Marco heißt das: Dann hat er eine Chance, beruflich als Musiker zu bestehen. M U S I K T R Ä U M E U N D M A R K T R E A L I TÄT

Es ist eng auf dem Arbeitsmarkt für Musiker. Rund 2000 Absolventen verlassen jedes Jahr die 24 deutschen Musikhochschulen: erstklassig ausgebildet, doch mit schwindenden Chancen, einmal von ihrer Kunst leben zu können. Seit Jahren werden die Planstellen der öffentlich finanzierten Orchester abgebaut, allein im Osten der Republik wurden von 1992 bis heute 38 Prozent der Stellen gestrichen. Im Bundesdurchschnitt verzeichnete das Deutsche Musikinformationszentrum ein Minus von 20 Prozent. Zwar gibt es in Deutschland nach wie vor so viele Opernhäuser und Symphonieorchester wie sonst nirgends auf der Welt. Doch längst erhöht die Globalisierung den Druck. Spitzenmusiker aus allen Ecken der Welt drängen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Immerhin, auch für deutsche Musiker tun sich Chancen auf dem internationalen Markt auf, vor allem in AsiLesen Sie weiter in en. Allein in China werden derzeit 60 neue Opernhäuser gebaut. Und wer sich jenseits fester Stellen im Kulturbeder aktuellen trieb orientiert, hat heute mehr Möglichkeiten, "

Ausgabe Nr. 01/2018


T H E M A : M US I C WA S M Y F I RS T LOV E — J U G E N D O R C H ES T E R

»DA KOMMT KEINE DROGE ’RAN« Sie wollen gemeinsam musizieren, und zwar so richtig: In den Jugendorchestern spielen sich die Profis von morgen Stück für Stück nach oben – mit Enthusiasmus, Elan und vollem Einsatz im Risiko. Vo n S a r a h B r o c k m a n n

DA S L I E S T S I C H doch wie ein Auszug aus den Leitlinien der DFB-Jugendarbeit: »Neben harmonischer Persönlichkeitsentwicklung und breiter, lebensnaher Allgemeinbildung ist das Hauptanliegen des Gymnasiums die umfassende Förderung der Schülerinnen und Schüler bei hohem Leistungsanspruch.« Tatsächlich aber stammt dieses Mission Statement aus dem Informationsblatt des Musikgymnasiums Schloss Belvedere, dem Hochbegabtenzentrum der Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar. Deutschland ist eben nicht nur in der Fußballnachwuchsarbeit, sondern auch in der Förderung der musikalischen Profis von morgen sehr gut aufgestellt. Und diese Förderung beginnt schon vergleichsweise früh, nicht nur in den rund zwei Dutzend Spezialgymnasien wie dem in Weimar, sondern auch in den zahlreichen ganz unterschiedlichen Jugendorchestern. »Jeder musikinteressierte junge Mensch kann in Deutschland ein Orchester seines Niveaus finden und sich dann Stück für Stück nach oben arbeiten», sagt Sönke Lentz, der Projektleiter des wohl gefragtesten aller jungen Ensembles, dem Bundesjugendorchester (BJO). Während die meisten nationalen Jugendorchester anderer Staaten erst für Studenten offenstehen, beginnt man in Deutschland schon eine Altersstufe früher. Im Bundesjugendorchester, 1969 gegründet und von der Projektgesellschaft des Deutschen Musikrates getragen, können bereits 14- bis 19-Jährige mitspielen.

FA S T W I E B E I D E N PRO F I S

Voraussetzung ist natürlich ein bestandenes Probespiel. »Das ist ein bisschen wie bei den Profis, nur weniger umfangreich«, erzählt Lentz. »Es werden zwei Stücke aus verschiedenen Epochen verlangt, außerdem eine Orchesterstelle, an der dann auch ein wenig geprobt wird. So kann man schon testen, ob den Jugendlichen das genaue Lesen und Umsetzen liegt oder nicht. Es ist nämlich etwas anderes, die Stücke, die man vielleicht schon einmal bei ›Jugend musiziert‹ gespielt hat, noch einmal abzuliefern, oder ob man etwas spielt, was im Orchester tatsächlich Realität ist.« Einmal aufgenommen, treffen sich die Jugendlichen dreimal im Jahr zu sogenannten Arbeitsphasen. Dort werden die Programme erarbeitet, die anschließend auf Tour zur Aufführung kommen. Und dafür nehmen die jungen Musiker einiges in Kauf. »Die meisten BJOler gehen ja noch zur Schule, es gibt nur einen kleinen Prozentsatz an Jungstudenten. In der Regel werden sie für die Zeit mit dem Orchester freigestellt. Das bedeutet aber auch: viele Wiederholungen, viel Nachschreiben, Lernen auf Busfahrten«, erzählt Lentz. »Es gibt auch ein paar ›Verrückte‹, die im April zu einer Arbeitsphase kommen, auf Tournee fahren, an einem freien Tag schnell Lesen Sie weiterDie in ihr Abitur schreiben und dann gleich wiederkommen. Verbundenheit mit dem Bundesjugendorchester ist einder aktuellen fach unglaublich hoch.« "

Ausgabe Nr. 01/2018

Foto: © Tom Wassenberg

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Das Bundesjugendorchester in KĂśln


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T H E M A : M US I C WA S M Y F I RS T LOV E — J U G E N DS T U D I E

Natürlich sollen alle Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit zum Musizieren haben. Doch das ist stark vom Sozialstatus der Eltern abhängig. Vo n K at h a r i n a F l e i s c h e r F o to s vo n S te f a n H ö d e r at h (S e i te 32– 37)


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W I E S I E H T E S eigentlich genau aus mit der Jugend

von heute und der Musik? All die jungen Menschen, die man im öffentlichen Raum beinahe ausschließlich mit weißen Ohrstöpseln oder fetten Kopfhörern antrifft: Ist Musik für sie nur noch ein immer und überall greifbares Konsumgut, ein billig (oder gar gratis) verfügbares Mittel zum distinktiven Ausdruck des Lifestyles, ein Klangteppich für langweilige U-Bahn-Fahrten? Oder sind sie auch selbst musikalisch aktiv? Lernen sie Instrumente, spielen sie in Ensembles, singen oder rappen sie? Diesen Fragen widmete die Bertelsmann Stiftung jüngst zwei umfangreiche Studien – und erweiterte sie um einen interessanten, bislang aber wenig beachteten Aspekt: den sozialen Hintergrund in den Familien. Welchen Einfluss haben Faktoren wie Einkommen, Ausbildung und Herkunft der Eltern auf die musikalischen Entfaltungsmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen? Die gute Nachricht vorab: »Music Was My First Love«, der alte Song von John Miles, gilt noch immer, natürlich macht die Jugend noch selbst Musik – allen kulturpessimistischen Unkenrufen zum Trotz sogar seit 2001 stetig zunehmend. Doch im Detail liefern die beiden Studien »Ergebnisse, die Anlass zum Nachdenken geben«, wie es die Projektleiterin Ute Welscher von der Bertelsmann Stiftung ausdrückt. Die wichtigsten Ergebnisse finden Sie im »Zahlenspiel« auf Seite 12 grafisch dargestellt. Basis für die erste Studie unter dem Titel »Jugend und Musik« war eine regelmäßige Befragung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, an der seit 2001 mehr als 6200 Jugendliche im Alter von 17 Jahren teilnahmen. Valerie Krupp-Schleußner (Universität Mainz), Andreas Lehmann-Wermser (Musikhochschule Hannover) und Frederike Esche (Universität Hamburg) haben die Daten ausgewertet – und dabei wurde schnell klar, dass die musikalische Aktivität der Jugendlichen stark vom sozialen Hintergrund abhängt. Dieser Zusammenhang wird durch den »sozioökonomischen Index des beruflichen Status« (ISEI) abgebildet. »Je höher der ISEI eines Haushalts ist, desto eher musizieren die Jugendlichen nicht nur, sondern üben ihre musikalischen Aktivitäten auch langfristiger und in eher formalen Kontexten aus«, lautet ein Fazit der Studie. Auch der Bildungshintergrund der Eltern bestimme maßgeblich die Wahrscheinlichkeit, als Jugendlicher musikalisch aktiv zu sein. Ebenso wird der erfreuliche Trend, dass die Teilnahme von Jugendlichen an musikalischen Aktivitäten zwischen 2001 und 2015 stetig zugenommen hat, unter sozialen Gesichtspunkten relativiert: Auch hier sind Jugendliche aus den unteren ISEI-Gruppen unterrepräsentiert. »Da muss die Politik einfach ran und die Bildung gleichberechtigt fördern – nicht, dass einer mehr und einer weniger bekommt«, sagt Valerie KruppSchleußner. Die Studienautoren fordern unter anderem, die Antragsverfahren auf finanzielle Unterstützung für

Musikunterricht unter die Lupe zu nehmen. Denn deren hoher bürokratischer Aufwand – bedingt auch durch Personalmangel an den Musikschulen – führe oft zu einer Stigmatisierung der Antragsteller oder mache die Angebote unattraktiv – wenn Berechtigte überhaupt von diesen Angeboten erfahren. Eine mögliche Lösung sehen die Studienautoren in der Stärkung des Ganztagsschulprinzips. »Man sollte Musikunterricht – auch den Instrumentalunterricht – in den Schulalltag integrieren«, sagt Ute Welscher von der Bertelsmann Stiftung. »Es wäre doch toll, wenn ein Kind vormittags nach der Deutschstunde innerhalb des Schulgebäudes zum Cellounterricht gehen könnte.« In einer zweiten Studie, die Anfang des Jahres unter dem Titel »Familie und Musik« veröffentlicht wurde, finden sich weitere Argumente für eine stärkere Integration des musikalischen Angebots in den Ganztagsschulen. Sie basiert auf Daten, die das Institut für Demoskopie Allensbach im vergangenen Jahr bundesweit in mehr als 650 Haushalten erhob. Hier allerdings wurde nicht mit den Jugendlichen, sondern mit den Eltern gesprochen.

Die Jugend musiziert seit 2001 immer mehr. Doch diese gute Nachricht wird relativiert. Die Ergebnisse zeigen, dass musikalische Aktivitäten nicht allein durch Einkommen und Bildungsstatus der Eltern bestimmt werden, sondern ebenso von der elterlichen Unterstützung durch Fahrdienste und Lernbegleitung abhängen. »Aber nicht alle Eltern können diese Unterstützung leisten«, sagt Ute Welscher. »Kooperationen von Ganztagsschulen und Musikschulen sollten so gefördert werden, dass entsprechende Angebote wahrgenommen werden können – Angebote, die das Interesse wecken, das Üben unterstützen, die vor Ort stattfinden, keinen Fahrdienst benötigen und auch für einkommensschwächere Familien bezahlbar sind.« Dennoch ist den Studienautoren klar, dass Maßnahmen wie die Ganztagsschule und der Abbau bürokratischer Hürden allein nicht ausreichen, um den Zugang zu Musik zu erleichtern: »Schulen stehen vor vielen Herausforderungen. Und wir wissen, dass Musik zur Bewältigung der schulischen Entwicklungsaufgaben beitragen kann«, sagt Ute Welscher. »Die Bildungspolitik schöpft dieses Potenzial noch nicht aus. Unsere Studienergebnisse sollen darauf aufmerksam machen.«ª<

Weitere Informationen unter: www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/musikalische-bildung

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AURELIA L ABUDDA , 19 Lebt in Berlin-Steglitz und studiert Geige an der UdK

»Bei meiner Studienwahl habe ich zwischen Musik und Medizin geschwankt – und am Ende auf mein Herz gehört«, sagt Aurelia Labudda, und ihr Herz schlägt schon immer für die Musik. Ihre Mutter ist Schulmusikerin, zudem hat die Musik in Aurelias zweitem Heimatland Polen traditionell einen hohen Stellenwert. »Dort gibt es viele Schulen mit musikalischem Schwerpunkt, in denen zum Beispiel die Musikgeschichte oder die Notenkunde

von klein auf gelehrt werden. Da steht dann auch Druck dahinter, sich wirklich mit Musik zu beschäftigen.« Jetzt studiert Aurelia Geige an der UdK Berlin im künstlerischpädagogischen Studiengang. »Ich sehe meine Zukunft im Orchester und möchte daher bald in den künstlerischen Studiengang wechseln.« Der pädagogische Aspekt macht ihr aber auch viel Spaß. Im Studiengang lernt sie, wie sie andere vom Musikunterricht begeistern kann,

so, wie es einst ihr kürzlich verstorbener Geigenlehrer tat. Er trug maßgeblich zu ihrem Werdegang bei: »Zur Geige kam ich über den Gesang. Als ich so ungefähr fünf war, sang ich in einem Gottesdienst einmal lautstark mit. Danach kam ein älterer Herr zu uns und sagte, ich hätte doch so schön gesungen, und er wäre Geigenlehrer und würde mich gerne unterrichten.«


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MORIT Z RICHTER , 11 Lebt in Berlin-Moabit und singt im Staats- und Domchor

Eigentlich wollte Moritz Richter gar nicht singen. Eigentlich war das eine Idee des Vaters, ihn und seine Brüder Luzius und Julian beim Staats- und Domchor anzumelden. Aber dann hat es »auf einmal Spaß gemacht«. Seit fünf Jahren also singt Moritz nun Musik von der Renaissance bis in die Gegenwart, außerdem spielt er Klavier, er »wollte einfach mal ein Instrument ausprobieren«. Singen übt er nie, das »klappt einfach so«. Beim Klavier aber ist das etwas

anderes, da gibt es alle halbe Jahre Vorspiele, bei denen Moritz im Vergleich zum Vorsingen viel nervöser ist. Beim Singen fühle er sich »einfach sicher«, besonders wenn der Staats- und Domchor in der Berliner Philharmonie auftritt. An vier Nachmittagen in der Woche ist Moritz musikalisch in Proben oder im Klavierunterricht beschäftigt. Seine Mutter Kathrin RichterWissmann singt selbst oft bei den großen Education-Projekten der

Berliner Philharmonie mit. Sie unterstützt das Engagement ihres Sohnes, begleitet ihn zu den Proben. »Das Tolle an Musik ist ja, dass es, anders als beim Tennis oder Fußball, keine Verlierer gibt«, sagt sie. Am Ende gibt es dann ein schönes Konzert, und Moritz ist wieder einmal froh, es geschafft zu haben.

Lesen Sie weiter in der aktuellen Ausgabe Nr. 01/2018


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DI E GLO S S E

THIS IS A PARTY SONG, IT MAKES THE PARTY GOING ON Wer erzieht eigentlich wen, wenn es um Musik geht? Unser Autor macht im Umgang mit Kindern eine gewisse Wechselseitigkeit aus. Und stellt erleichtert fest: DJ BoBo ist heilbar. Vo n S te p h a n B a r te l s

S CHON KLAR, man hat irgendwie immer Angst um sei-

ne Kinder. Aber damals, am Anfang dieses Jahrtausends, da war mein Sohn … warten Sie mal eben … ja, vielleicht acht, neun Jahre alt. Und ich in nackter Panik. Ich war damals wie heute Journalist und schrieb, auch damals wie heute, zumeist über Kultur im Allgemeinen und Musik im Besonderen. In jener Zeit wurden Journalisten noch ziemlich inflationär mit Konzerteinladungen zugeschüttet, und weil ich ein paar Tage zuvor einen Schweizer, ausgebildeten Bäcker und, sagen wir mal: so eine Art Musiker, namens René Baumann interviewt hatte, lud mich die Plattenfirma samt Familie zu dessen Konzert in Hamburg ein. Ich fand den Typen im Gespräch ganz nett, er stand auch in dem Ruf, eine gute Show abzuziehen, und obwohl es mich vor seiner Musik gruselte, dachte ich also: Warum nicht? Gehen wir halt mal zu DJ BoBo.

Es war das erste Konzert meines Sohnes. Er war haltlos begeistert. Und ich komplett entsetzt, als er Rolf Zuckowski in seinem tragbaren CD -Player durch DJ BoBo ersetzte und noch wochenlang danach »This is a party song, it makes the party going on« deklamierend durch die Gegend tanzte, ohne zu verstehen, was er da sang. Ich litt unter der diffusen Angst, dass diese starke kindliche Prägung meinen Sohn für sein ganzes Leben versauen würde. Kennt man doch aus der Verhaltensbiologie: Kleine Enten oder so halten das, was sie als erstes nach dem Schlüpfen wahrnehmen, für ihren legitimen Erziehungsberechtigten. Und eine Kindheit, eine Jugend mit Eurotrashdancepop – ist das schon Vernachlässigung der Aufsichtspflicht? Wirkt es sich negativ auf etwaige Sorgerechtsverhandlungen aus? Was hatte ich nur getan!


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Eine Kindheit, eine Jugend mit Eurotrashdancepop – ist das schon Vernachlässigung der Aufsichtspflicht?

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich von diesem Trip wieder runterkam. Denn irgendwann fiel mir ein, dass meine erste selbstgekaufte Platte der Soundtrack von »Grease« war und mein erstes Konzert Chris de Burgh. Echt jetzt. Chris de Burgh. Ein Jahr später war ich 15, als ich bei einem Freund »How Soon Is Now« von The Smiths hörte – das hat mein Leben verändert. Bis heute glaubt meine Mutter, sie hätte mich erzogen. Sorry, Mama: Morrissey und Billy Bragg, Paul Weller und Lloyd Cole haben mich auf das Erwachsenenleben deutlich besser vorbereitet als du. Aber ich kann und will auch nicht in Abrede stellen, dass Eltern Einfluss auf die musikalische Entwicklung ihrer Kinder haben. Die Plattensammlung meiner Mutter ist wahrscheinlich maßgeblich mit dafür verantwortlich, dass ich ein Beatles-Junge bin und mit den Rolling Stones nie etwas anfangen konnte. Und nachdem sich mein Sohn irgendwann erfolgreich von DJ BoBo abgenabelt hatte – letztlich war auch diese Phase nur ein Übergang, die ihn von seinen Kinder-CDs sanft in die große weite Welt des Pop geleitet hat –, knöpfte er sich erst einmal mein Zeug vor: Nirvana, The Jam, Wir sind Helden. Ach, ich war selig: Das Kind war auf dem richtigen Weg. Sorgen um seine seelische Gesundheit machte ich mir erst wieder, als ich, er mag so was um die 18 gewesen sein, irgendwann mal früher als gedacht nach Hause kam und er Besuch von einer Schulfreundin hatte. Der Geräuscheteppich, der unter seiner Zimmertür hervorquoll, war eindeutig, nun ja, 18 halt, da schwimmt man ja in Testosteron. Aber der Soundtrack dazu war »Love Will Tear Us Apart« von Joy Division, so ziemlich das deprimierendste tolle Lied, das meine Vinyl-Sammlung zu bieten hatte, gesungen von einem, der sich nicht lange nach der Aufnahme umbrachte. War das schwarzer Humor? Liebe im 21. Jahrhundert? Ich war ratlos. Mein Sohn ist jetzt 24, und er macht inzwischen in so ziemlich jeder Hinsicht sein eigenes Ding, auch

musikalisch. Und ich durfte feststellen, dass davon auch ich profitiere. Als er für ein Austauschjahr in England war, hat er mich mit Unmengen von YouTube-Links zu großartigen Bands versorgt, die mir sonst nie begegnet wären. Dass er jetzt auch auf so Elektrokram steht … na ja, ich bin nicht umsonst eine Generation weiter. Und überhaupt hat er Besseres zu tun, als seinen 50-jährigen Vater auf dem Laufenden zu halten. Den Job hat er abgetreten. Ich bin nicht mehr mit seiner Mutter zusammen, dafür habe ich ein zweites Mal geheiratet. Und wohne jetzt mit zwei – wie sagt man so schön – Beutekindern zusammen, die meine Frau mitgebracht hat und die gerade so an der Schwelle zum Teenagertum stehen. Das ist oft sehr lustig, aber wer schon mal den Haushalt mit einem zwölfjährigen Mädchen geteilt hat, der weiß, dass der Begriff »Herausforderung« immer wieder neu definiert werden kann. Jedenfalls sind auch sie und ihr Bruder mit seinen elf Jahren über die Kinderkramphase hinweg, aber noch nicht so weit, um sich meinem Indiezeug aus dem vergangenen Jahrtausend zu öffnen. Überhaupt habe ich, obwohl ich mit dem Schreiben über Musik mein Geld verdiene, »voll keine Ahnung« und bin »total retro«. Zu sagen habe ich schon gar nichts, und deshalb lief im letzten Sommer auf dem Weg nach Italien in Dauerschleife Bruno Mars im CD-Spieler unseres altersschwachen Toyotas. Anfangs schüttelte ich den Kopf über diesen chartgetriebenen Massenpopmist, wie ich ihn nur still für mich nannte, weil man Kindern ihre Vorlieben ja nicht madig machen soll, wie mich meine Frau des Öfteren ermahnt. Aber so knapp hinter Hannover wippte ich dann automatisch mit. Und in den Kasseler Bergen war ich angefixt. Was für ein Groove! Sensationelle Hooks! Und wie interessant: Da mussten also echt zwei sehr Minderjährige kommen, damit ich mich im hohen Alter doch noch dem Mainstream öffne. Ich werde ihnen zum Dank demnächst mal DJ BoBo vorspielen. <

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MIT UND OHNE EIERSCHALEN Was erzählen uns Frühwerke und Erstlinge über ihre Komponisten und deren Zeit? Ein Früh-Stück mit Musik von J. S. Bach bis Rebecca Saunders Vo n Vo l ke r H a g e d o r n

IN ERSTEN WERKEN ist oft eine Unmittelbarkeit, die

so nie wieder erreicht wird, epigonaler Eierschalen ungeachtet. Wie stark sie wirken können, das erlebte man zum Beispiel, als beim Festival Lockenhaus vor einigen Jahren auf ein Klaviertrio des 24-jährigen Beethoven die Suite für Klarinette und Streichquartett folgte, die Ferruccio Busoni komponierte, als er vierzehn Jahre alt war. Was der Klarinettist Reto Bieri und vier Streicher da spielten, stellte Beethoven in den Schatten, den er sonst oft selbst wirft. Busoni hatte auf seine Weise mehr zu sagen, Trauriges, Eigenwilliges, in den Stilmitteln bequem auf dem generellen Stand des Kompositionsjahres 1880, vor allem aber ganz bei sich, authentisch, ohne das Hindernis eines noch nicht beherrschten Handwerks. Selten mündet frühes Hochniveau ins Mittelmaß. Doch umgekehrt gehören Komponisten, deren Anfängen man die Mühe mit dem Material anhört, die nicht wie aus dem Ei gepellt daherkommen und allenfalls im Rückblick vielversprechend wirken, später oft zu den Innovativen – wobei der Anspruch der Fortschrittlichkeit nicht für jede Epoche und jede Ästhetik angemessen ist. So etwas stellt sich heraus, wenn man ein paar Früh-Stücke quer durch die Zeiten erkundet mit den Fragen: Wo kommt das her? Wie viel vom Späteren hören wir da schon, und was vom

Frühen wurde später ausgebaut oder ging verloren? Was trennt und was verbindet Frühes von Bach bis Saunders? Dass zum Beispiel Ferruccio Busoni in seiner Suite der Klarinette so wunderbar geschmeidige, melancholische Linien schreiben konnte, lag auch an seinem Vater, einem korsischen Klarinettisten, der wie die Mutter, eine österreichische Pianistin, so schlecht verdiente, dass ihr Sohn mit eingespannt wurde. Mit sieben Jahren begann er seine Podiumskarriere als Pianist. Später sagte er: »Ich hatte keine Kindheit.« Vielleicht hören wir in der Suite des Knaben auch etwas, das er nicht leben konnte – wobei »Kindheit« vor 150 Jahren anderes bedeutete als heute. » I C H H AT T E K E I N E K I N D H E I T«

Vollends anders war es bei Johann Sebastian Bach, in dessen Zeit ein Satz wie »Ich hatte keine Kindheit« undenkbar war. Knaben wurden früh in die Berufe ihrer Väter eingeführt – und Ambrosius Bach war Chef der Eisenacher Stadtmusik. Als Johann Sebastian, mit neun Jahren elternlos, zu seinem großen Bruder nach Ohrdruf Lesenfort. SieMit weiter in zog, setzte der die Ausbildung auf hohem Niveau etwa dreizehn Jahren kopiert er die Choralfantasie »Nun der aktuellen freut euch, lieben Christen gmein« von Dietrich BuxteNr."01/2018 hude so, wie es nur einer kann, der dieseAusgabe Musik

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Ausschnitt aus »Final Fantasy XV«


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GAMES, LIVE IN CONCERT Wer in den Achtzigern jung war oder Kinder hatte, wird die Klänge von Computerspielen nie mehr aus dem Kopf bekommen. Kein Wunder, dass sich daraus ein eigenes Genre entwickelt hat. Vo n J a n B o j a r y n

V I D E O S P I E L E sind ein junges Medium, aber ein

schnelles. Heutige Spiele sehen aus und klingen wie Kinofilme. Dagegen erinnern die Anfänge an digitale Höhlenmalereien. In »Space Invaders« von 1978 ruckelten Aliens als grob gerasterte Grafikkacheln über den Röhrenbildschirm. Der Klang machte das Erlebnis: ein trockenes Klopfen der Bassnoten in Endlosschleife, dazu das Fiepen der Laserschüsse. Sanken die UFOs herab, dann beschleunigte sich das Klopfen – und damit fast unweigerlich auch der Pulsschlag der Spieler. So lieferte »Space Invaders« schon vor vierzig Jahren die Blaupause dafür, was gute Spielemusik auszeichnet: Sie ist interaktiv, beeinflusst die Spieler und wird von diesen beeinflusst. Die engen technischen Grenzen von einst – grobe Bildauflösung, langsames Rechentempo und minimaler Speicherplatz –, sie sind längst gesprengt. Das gilt natürlich auch für den Sound. Frühe Chips konnten nur wenige Töne von sich geben, und als irgendwann mehrere Klangspuren gleichzeitig abspielbar waren, galt das schon als Sensation. Fortschritt war vor allem etwas Technisches – aber er hatte früh auch eine musikalische Komponente: Von Anfang an zog das Feld Innovatoren wie den »SpaceInvaders«-Designer Tomohiro Nishikado an – oder wie Koji Kondo. Der Sounddesigner beim Spielehersteller Nintendo komponierte 1985 den legendären "


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Calypso für den Jump’n’Run-Helden »Super Mario«. Wer damals selbst jung war oder Kinder im gameboyfähigen Alter hatte, wird dieses Thema wohl zeit seines Lebens nicht aus den Ohren bekommen. Und es lebt weiter, neu interpretiert in unzähligen Nintendo-Spielen, in denen es noch immer unbändige Bewegungsfreude verbreitet. VOM COMPUTE R IN D E N KON Z E R TSA AL

So ist es nicht verwunderlich, dass gute Spielemusik bald ihren Weg aus den Spielen herausfand. Schon früh gab es Tonträger mit originalen Soundtracks und sogar Liveaufführungen. Gerade in Japan besaß das Medium Videospiel schnell die gesellschaftliche Akzeptanz, um ganze Konzertsäle zu füllen. Vor allem ein Name ist eng mit der Geschichte der orchestralen Spielemusik-Aufführung verbunden: »Final Fantasy«, eine japanische Rollenspielserie, gestartet vor rund dreißig Jahren. Sie läuft immer noch, hat 14 Fortsetzungen und unzählige Spin-off-Titel hervorgebracht. »Final Fantasy« liegt fernab von dem kurzlebigen Endorphinrausch eines Actionspiels: Jede der wendungsreichen »Fantasy«-Geschichten steht an der Schwelle zur Langatmigkeit. Große Gefühle werden

Thomas Böcker; »Final Fantasy« mit dem London Symphony Orchestra im Barbican

In Japan hatten Games früh die gesellschaftliche Akzeptanz, um ganze Konzertsäle zu füllen. über Spielzeiten von fünfzig und mehr Stunden ausgebreitet. Und die Musik dazu gehörte schon früh zu den ambitioniertesten Bausteinen dieser epischen Erzählungen. Über viele Episoden hinweg schuf vor allem der Komponist Nobuo Uematsu Themen für jedes melodramatische Ereignis, jeden Nebencharakter. Als die ersten orchestralen Spielemusik-Konzerte 1991 in Japan aufgeführt wurden, galt das in Deutschland noch als Kuriosität. Thomas Böcker las darüber in der Fachpresse. Der Musikproduzent hatte schon als Jugendlicher einen in der DDR heiß begehrten C64


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besessen und sich für elektronische Musik begeistert. Der Brückenschlag von seinem Hobby zur Klassik faszinierte ihn. Und da niemand solche Konzerte außerhalb Japans zur Aufführung brachte, fühlte er sich irgendwann selbst dafür zuständig: »Wenn’s keiner macht, dann muss ich das tun«, habe er sich gedacht. Böcker eröffnete 2003 mit dem »First Symphonic Game Music Concert« im Leipziger Gewandhaus die Spielemesse Games Convention: Das erste orchestrale Spielemusikkonzert außerhalb Japans war ausverkauft, ebenso die Folgekonzerte in den kommenden Jahren. Seitdem hat Böcker Spielekonzerte mit dem London Symphony Orchestra, der San Francisco Symphony, dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra und vielen anderen organisiert. Über 100.000 Besucher haben weltweit seine Konzerte gesehen – obwohl er große Arenen meidet, denn er setzt auf klassische Akustik: »Ich will, dass das Publikum sieht, wie der natürliche Klang entsteht.«

Fotos: © Square Enix (S. 50); Philippe Ramakers (Thomas Böcker); London Symphony Orchestra, Eckehard Stier, Barbican Centre, London (Final Fantasy)

M U LT I M E D I A M I T O R C H E S T E R

Diese pädagogische Sichtweise ist keinesfalls weit verbreitet. Unter den vielen aktuellen Spielekonzerten dominieren multimediale Aufführungen mit begleitendem Video. Bei Aufführungen der »Distant Worlds: Music from Final Fantasy«-Tour starren die Zuhörer vor allem auf eine Großleinwand, klein darunter leitet der Grammy-prämierte Dirigent Arnie Roth das Orchester. Der starke Bezug auf die Spiele hat natürlich seine Berechtigung, schließlich wurde die Musik als Teil eines multimedialen Kunstwerks komponiert, das Bild gehört dazu. Es muss auch nicht jede Inszenierung gleich zum Spektakel ausufern. Die Komponistin Jessica Curry etwa hat den Soundtrack ihres melancholischen Spazierspiels »Dear Esther« sehr nah am Original aufgeführt: Das langsame Game lief in Echtzeit auf der Leinwand, die Erzählung wurde von einem Schauspieler vorgetragen, die Musik auf einem Flügel und Streichinstrumenten gespielt. Das leise Konzerterlebnis war ein großer Erfolg, mit dem Curry sogar auf Tournee ging. Einen kompletten Soundtrack aufzuführen, ist für die meisten Spiele aber schon deswegen gar nicht möglich, weil sie schlicht zu lang sind. Thomas Böcker verfolgt eine andere Strategie: Nicht nur für seine »Final Symphony«-Konzerte lässt er neue Kompositionen aus alten Themen arrangieren. »Als Tondichtung im Stil von Richard Strauss« könne man sich das vorstellen, erklärt er und schränkt lächelnd ein: »Vereinfacht gesagt«. Böcker will nicht nur Spielemusik in das Repertoire renommierter Orchester hieven. Er will auch das besondere Publikum ansprechen, also Spielefans, viele davon Jugendliche und junge Erwachsene, die das erste Mal ein Konzerthaus betreten. Er will erreichen, dass sie wiederkommen. Und er hofft, dass Spielemusik eines Tages ein ganz normaler Baustein eines Klassikkonzertes sein

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kann – dass ein Stück von Nobuo Uematsu dann ohne Irritationen neben Strauss, Sibelius oder Prokofjew gespielt werden kann. Dafür braucht Böcker »ein Publikum, das Neuem gegenüber offen ist. Das sind Klassikhörer nicht automatisch«, gibt er zu. »Aber es sind immer mehr«, sagt er mit Blick auf den wachsenden Erfolg von Filmmusikkonzerten. EIN SPIEL IST KEIN FILM

Natürlich sind Spielesoundtracks etwas anderes als Filmsoundtracks. Der erfolgreiche Komponist Jesper Kyd arbeitet für beide Medien, er hat den Vergleich: »Eine bestimmte Atmosphäre kann in einem Spiel viel länger aufrechterhalten werden als in einem Film. Dort kommt es durchaus vor, dass etwa eine einzige Actionszene viele verschiedene Stimmungen und Tempi durchläuft. In einem Spielesoundtrack ist es dagegen nicht ungewöhnlich, sie für zwei Minuten durchzuhalten – und auch dementsprechend genauer zu erkunden.« Lesen Sie weiter in Einen weiteren wesentlichen Unterschied benennt der aktuellen Chris Remo, der in seinem kleinen Studio Campo Santo in San Francisco als Gamedesigner undAusgabe KomponistNr."01/2018

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Foto: Heribert Schindler


BERLINER PHILHARMONIKER

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»Dirigieren ist nicht immer das, was man erwartet« Daniel Harding im Gespräch

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»Wir brauchen nicht noch mehr Lärm« P a avo J ä r v i , D i r i g e n t d e r f e i n e n u n d s e l te n e n Tö n e

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Kein Buch mit sieben Siegeln D i e W i e d e r e n td e c k u n g d e s Ko m p o n i s te n F r a n z S c h m i d t

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Ein Klang, der süchtig macht M y t h o s S t r a d i va r i: d i e te u e r s te n I n s t r u m e n te d e r We l t

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Lauter letzte Male Wa g n e r s » P a r s i f a l « u n d s e i n e A u f f ü h r u n g s g e s c h i c h te

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»Zum Raum wird hier die Zeit« D i e O s te r f e s t s p i e l e B a d e n - B a d e n 2018

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Zeit zu fühlen D av i d L a n g ko m p o n i e r t G e g e nwa r t

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Eine Oper und keine Rober t Schumann und d a s M u s i kd r a m a

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Mein Instrument als Lebenspartner D i e s m a l m i t G á b o r Ta r köv i u n d s e i n e r Tr o m p e te


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»DIRIGIEREN IST NICHT IMMER DAS, WAS MAN ERWARTET« Daniel Harding im Gespräch über Dirigententypen, Orchester als soziales Wunder, Fußballtrainer, Springreiter und den Unterschied zwischen Airbus und Boeing Vo n E m i l S u n d s t r ö m

S TO C K H O L M S TÖ H N T. Schneegestöber verschleiert die Sicht, ein eisiger Wind pfeift vom Norrström herüber, in Richtung auf das Riksdagshuset, gleich gegenüber der Königlichen Oper. Von dort aus sind es gottlob nur noch wenige Fußminuten zum Grand Hôtel, Daniel Hardings Residenz, wenn er mit dem Schwedischen Rundfunk-Symphonieorchester, dessen Chefdirigent er seit elf Jahren ist, ein Programm einstudiert. Viel Zeit hat er nicht zwischen Proben, Besprechungen und dem Abflug am nächsten Tag – mit dem eigenen Flugzeug! Aber Harding ist so, wie wir die Briten auch nach ihrem Brexit lieben: zugewandt, selbstironisch, gewitzt, humorvoll. Selbst ein Zeitungsausschnitt, auf dem man das Siegtor von Manchester City im Stadtduell gegen Hardings geliebtes Manchester United sieht, bringt ihn nur für Sekunden aus der Fassung. "

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BERLINER PHILHARMONIKER — DANIEL HARDING

128: Daniel, so traurig es klingt, aber es ist die Wahrheit: Nach diesem verlorenen Match liegt Manchester United elf Punkte hinter dem Rivalen. Daniel Harding: Na ja, da kann man nichts machen. Es ist ein Zeichen der Schwäche. Aber das ist nicht mehr so wichtig für mich. Es ist nur Fußball. Früher hätte mich eine solche Niederlage wahnsinnig deprimiert. Heute verfolge ich die Spiele zwar, aber nicht mehr mit der gleichen Passion. Gut möglich, dass England und Deutschland bei der WM in Russland im Viertelfinale aufeinander treffen. Was tun Sie, wenn Sie an diesem Tag dirigieren müssen? Zunächst: In meinem Herzen gibt es einen Platz für diesen Sport, aber dieses Herz schlägt eindeutig für Manchester United und nicht für England. Mein wahres Interesse gilt dem Vereinsfußball, jenen Mannschaften, die jede Woche auf höchstem Niveau spielen. Und das sind genau diejenigen, die man mit Orchestern vergleichen kann, mehr als Nationalmannschaften. Aber natürlich werde ich, wenn ein Konzert ansteht, in der Pause den Spielstand checken. Ich erinnere mich noch an die Europameisterschaft 1996, das Finale Deutschland gegen Tschechien. An diesem Tag spielten die Berliner Philharmoniker in der Waldbühne unter Claudio Abbado, der Solist war Bryn Terfel. Er gab damals die Ergebnisse auf der Bühne per Handzeichen durch. Vereinfacht gefragt: Gibt es Ähnlichkeiten zwischen einem Trainer und einem Dirigenten? Ja. Anders als der Regisseur im Theater, der nicht mehr da ist, wenn es losgeht, sind Trainer und Dirigent dann noch auf dem Platz. Machen können sie aber letztlich auch nichts. Wie bitte? Nun ja, der Trainer schießt nicht die Tore. Und der Dirigent erzeugt nicht den Klang. Aber er kreiert den Klang. Das ist die große Frage. Nehmen wir die Berliner Philharmoniker. Die wissen, was sie zu spielen haben – und natürlich auch, auf wen sie zu hören haben. Wir sprechen über ein Orchester, das perfekt im Zusammenspiel ist. Die brauchen eigentlich keinen Trainer, der ihnen erklärt, wie es geht. Was macht dann der Dirigent? Das kann man sehr leicht beantworten – oder eben gar nicht. Sagen wir es so: Wenn die Menschen fragen, ob ein solches Spitzenorchester ohne Dirigenten spielen kann, ist die Antwort klar: Ja, natürlich kann es das. Aber das ist nicht die Frage. Darum geht es für einen Dirigenten nicht. Worum geht es dann? Die Herausforderung für einen Dirigenten besteht darin, den feinen Unterschied zu bewirken, einer Interpretation eine Richtung, eine Gestalt zu geben, die nur diese eine

Person zu geben imstande ist. Die Frage, warum es ein Unterschied ist, mit diesem oder jenem Dirigenten zu spielen, lässt sich ganz einfach beantworten: Weil es anders ist. Der Unterschied besteht in den Dingen, zu denen ein Orchester ohne Dirigent nicht fähig ist: Identität, Form, Wirkung. Ein großer Dirigent ist jemand, der die Integrität, Architektur und Gestalt eines Musikstückes aufrechterhalten kann und eine Vision davon hat, was erlaubt ist, welcher Raum für die Individualität der einzelnen Musiker gegeben ist: der lebendige Atem innerhalb des Ganzen. Wer als Dirigent zu strikt ist, verringert die Möglichkeiten der Gruppe; wer zu nachlässig ist, opfert die Kohärenz der Form. Geben Sie ein positives Beispiel, bitte. Claudio Abbado. Wir beide wissen, dass es diese Diskussionen über seinen Probenstil gab. Er sagte sehr wenig. Ich habe ihn über Jahre bei der Arbeit beobachtet, und immer versuchte ich, hinter sein Geheimnis zu kommen. Was macht er da? Ich denke, er wollte sehen, was passiert, wenn er seine Hände ruhen lässt: Kann ich die Kontrolle stoppen? Im Konzert war es dann so, dass alles wie natürlich floss. Herbert von Karajan hingegen verstand Dirigieren als eine Art, Pferde zu reiten. Aber Sie können ein Pferd nicht zum Springen erziehen. Das Pferd springt selber. Sie können ihm nur einen bestimmten Rhythmus, eine Bewegung vermitteln, damit es natürlich springen kann. Wenn Sie selber springen wollen, klappt es nicht. Abbado machte es anders. Er versicherte sich, dass das Feuer der Leidenschaft im Konzert brennen würde. Was es ja dann auch tat. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht, oder? Nein. Ich weiß aus Erfahrung, dass es diese Momente gibt, wo Dirigent und Orchester zu einer Einheit verschmelzen. Das sind die magischen Momente. Die anderen Momente gibt es aber auch: wenn es funktioniert, mehr aber nicht. Der Unterschied kann riesig sein. Und jeder spürt das. In gewissem Sinne ist ein Orchester heute ja schon an sich ein Anachronismus. Denn der Weg, den die Gesellschaft geht, ist ein anderer. Es dominiert das Verlangen danach, sich selbst auszudrücken … … und um jeden Preis authentisch zu sein. Ja. Das Ich muss verkünden, woran es glaubt; es muss wissen, dass seine Meinung wichtig ist, zu jedem und allem. Aber natürlich ist nicht jede Meinung deckungsgleich mit dem Wissen desjenigen, der sie vertritt. Und in einer Welt, die den Hang, immer egoistischer zu sein, nach Kräften fördert, ist der notwendige Glaube an eine Gruppe, durch den ein Orchester überhaupt erst funktioniert, absolut ungewöhnlich – aber deswegen umso schöner. Wenn all diese Individuen mit ihren speziellen Talenten und Gedanken sagen: Wir nutzen sie für die Gruppe, das gemeinsame Erlebnis – dann ist das, gesellschaftlich gesehen, fast schon eine Sensation. Und wenn sie darüber hinaus noch sagen: Wir


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Daniel Harding als Assistent von Claudio Abbabo (um 1995)

»Claudio Abbado sagte bei den Proben sehr wenig. Ich denke, er wollte sehen, was passiert, wenn er seine Hände ruhen lässt.«

geben das alles vertrauensvoll in die Hände dieses einzelnen Menschen, der vor uns steht, weil wir glauben, dass wir ihm vertrauen können, weil wir glauben, dass er Besonderes im Sinn führt – dann geschieht ein soziales Wunder. Das würde aber bedeuten, dass sich Elias Canetti geirrt hat: Der Dirigent wäre nicht länger Herrscher der Welt während der Zeit, die er dort vorne steht. Daran glaube ich ohnehin nicht. Ich dirigiere jetzt seit 25 Jahren. Seitdem hat sich vieles verändert. Aber als einen »Herrscher der Welt« habe ich mich nie gesehen.

Fotos: Julian Hargreaves (S. 60), Andrea Zietzschmann (oben)

Abbado nannte Sie immerhin »mein kleines Genie«. (lacht) Ich bin sicher, dass er das nie gesagt hat. Gut. Dann haben wir es auch nicht gehört. Wissen Sie, niemand von uns weiß, wie es ist, jemand anderer zu sein. Ich weiß nur, dass es einen Unterschied macht, vor welchem Orchester ich stehe. Und eines kann ich Ihnen versichern: Es ist nicht immer das, was man erwartet. Nehmen wir das Schwedische Rundfunk-Symphonieorchester. Ich bin seit elf Jahren Chef dieses Orchesters. Und es ist vermutlich die engste, natürlichste, positivste und unkomplizierteste Beziehung meiner gesamten LesenLaufbahn. Sie weiter in Die Musiker vertrauen mir, egal was ich mit ihnen mache.

der aktuellen

Das ist ein ziemlich großes Kompliment. Ausgabe Nr. 01/2018 Ja. Letztlich aber ist es das Ergebnis einer lange "


»WIR BRAUCHEN NICHT NOCH MEHR LÄRM« Paavo Järvi, Dirigent der feinen und seltenen Töne Vo n Vo l ke r Ta r n ow


Foto: © Kaupo Kikkas

PÄ R N U , E I N O S T S E E BA D mit breiten Alleen und russischen Holzvillen. Paavo Järvi hat schöne Erinnerungen an »Estlands Sommerhauptstadt«, und die Gegenwart nimmt sich – auch dank des von ihm und seinem Vater 2010 gegründeten Musikfestivals Pärnu – ebenfalls recht erfreulich aus. Die Zeit ist hier keineswegs, wie es im journalistischen Oberflächenjargon gern heißt, stehengeblieben, aber das Vergangene durchdringt noch immer sichtbar das Gegenwärtige, sichtbar und vor allem hörbar. Denn Pärnu ist genau wie die Hauptstadt Tallinn auch ein Lokalsymbol der estnischen, ja der gesamten baltischen und darüber hinaus nordeuropäischen Musik: Was hier geschrieben und aufgeführt wird, repräsentiert eine Moderne, die nicht aus dem Traditionsbruch erwächst, dem methodischen Gedächtnisverlust, sondern aus einer originellen Verbindung von Erinnerung und Vision. Das kleine Estland brachte im 20. Jahrhundert mit Eduard Tubin und Arvo Pärt zwei große Gestalten hervor; ihr Lehrer Heino Eller gilt als Pionier der nationalen Orchestermusik; Eino Tamberg und Lepo Sumera führten diese Tradition fort; neben Pärt genießen heute Jaan Rääts und Erkki-Sven Tüür die größte Anerkennung unter den lebenden Komponisten des Landes; der im vergangenen Jahr verstorbene Veljo Tormis schrieb faszinierende, idiomatische Chormusik wie weltweit kaum ein zweiter zeitgenössischer Tonsetzer.

Im Westen sind diese Namen überwiegend Schall und Rauch. Sie wären es vollständig, hätten sich nicht drei Generationen einheimischer Dirigenten, von Eri Klas bis Anu Tali, der estnischen Musik auch im Ausland leidenschaftlich und beharrlich angenommen. Am hellsten erstrahlt der Name Järvi, und das nicht allein auf CD-Hüllen. Stammvater Neeme umgibt seit Jahrzehnten eine geradezu legendäre

»Es liegt etwas Unergründliches in der Stille – gerade heutzutage.« Aura. Sie verdankt sich fulminanter Musikalität und enzyklopädischer Vielseitigkeit. Seine 500 Scheiben umfassende Diskografie ist eine Fundgrube verkannter Meisterwerke, und dieses Schattenrepertoire fördert er nach wie vor auch im Konzert – welcher Gastdirigent außer Neeme Järvi dürfte es wagen, bei den Berliner Philharmonikern solche Exoten wie Franz Berwald, Wilhelm Stenhammar,Lesen Sergej Tanejew Sie weiter in oder Franz Schmidt aufs Programm zu setzen? der aktuellen Vielleicht sein Sohn Paavo Järvi? Schon in seinen ersten beiden Konzerten mit diesem Orchester im Jahr 2000Nr."01/2018 Ausgabe


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B E R L I N E R P H I L H A R M O N I K E R â&#x20AC;&#x201D; L E B E N S PA R T N E R


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MEIN INSTRUMENT A LS LEBENSPA RTNER Diesmal mit Gábor Tarkövi

Fotos: Annette Hauschild

und seiner Trompete

M E I N E B E G E G N U N G mit der Trompete war unvermeidlich: Auch mein Bruder und mein Vater waren Trompeter, und mein Großvater konnte als Musiklehrer fast jedes Instrument spielen. Mein Vater leitete eine Hochzeitskapelle bei uns in Ungarn in einem Dorf, in dem bis heute auch deutschstämmige Menschen leben, die sogenannten Donauschwaben. Die ersten Töne habe ich im Beisein meines Vaters gespielt, ich kann mich aber nicht wirklich daran erinnern. Das Instrument war erst mal gar nicht so wichtig, ich wollte einfach mit meinem Bruder und meinem Vater Musik machen – und es stellte sich eben heraus, dass ich auf der Trompete das größte Talent hatte. Die Trompete benötigt einen optimalen Luftstrom, um zu funktionieren – so wie ein Segelboot den optimalen Wind braucht, um zu fahren. Die Luft, die ich auspuste, lässt meine Lippen vibrieren, und das Mundstück verstärkt die Vibration in das Instrument. Wenn man die Lippen ohne Mundstück flattern lässt, klingt das wie tausend Fliegen, die umherschwirren. Je nachdem, in welcher Qualität die Lippen vibrieren, kommt der Ton heraus – schön oder nicht schön. Es fühlt sich gesund an, auf dem Instrument zu spielen, tief einzuatmen und sehr kontrolliert die eigene Luft in das Instrument zu blasen. Schon als Kind hatte ich eine gute Beziehung zu meinem Instrument. Mit fünfzehn Jahren aber wuchs ich plötzlich in kurzer Zeit sehr viel, und da wurde die Beziehung etwas schwierig. Denn durch mein Wachstum änderte sich das Volumen meiner Lunge, die Lippen änderten ihre Form. Ich musste also mit einer anderen Technik an die Sache

gehen, und es hat Jahre gedauert, bis die Trompete und ich uns wieder gut verstanden haben. Ich übe gerne wenig – also muss ich sehr regelmäßig üben: Das Instrument einmal länger liegen zu lassen, ergäbe überhaupt keinen Sinn, denn wenn ich auch nur drei Tage lang nicht spiele, klingt es wie eine Gießkanne, und ich muss danach doppelt so viel an der Beziehung arbeiten. Es ist wie im Leben, ohne Pflege wird das Verhältnis zueinander schlecht. Dabei geht es viel um Kondition: Für ein gutes Spiel braucht man gut aufgebaute Muskeln, die flexibel und auch stark sind. Das Training beansprucht also viel Zeit. Meine Frau, die Cellistin ist, versteht das sehr gut. Trotzdem hatte sie manchmal das Gefühl, dass für mich in manchen Momenten die Trompete an erster Stelle steht. Jeden Morgen spiele ich mich mit einfachen Melodien und Tonleitern ein, dabei trinke ich meist grünen Tee. Als Trompeter besitzt man mehrere Instrumente. Man hat meist eine B-, eine C-, eine Es-, eine Piccolo-Trompete und ein Flügelhorn. Jedes dieser Instrumente hat einen ganz eigenen Charakter und einen eigenen Klang. Mir bleibt die schöne Aufgabe, den jeweiligen Charakter optimal herauszuholen. Die Trompete kann sehr zart oder sehr hart klingen, manchmal sogar wie eine E-Gitarre. Es gibt kein Gefühl, das man auf ihr nicht ausdrücken könnte, sie passt also zu jeder Lebens- und Stimmungslage. Deshalb bin ich mit der Wahl meines Partners sehr glücklich. < Aufgezeichnet von Katharina Fleischer

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»La Moglie dell’Orefice« (2017)


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LEBENDIGE VERGANGENHEIT Der Fotograf Christian Tagliavini und der Geiger Alessandro Cappone im Gespräch über ihre künstlerische Arbeit mit der Geschichte und das ewige Streben nach Perfektion. Vo n N at a l i e S c hwa r z F o to s vo n C h r i s t i a n Ta g l i av i n i

Fotos: © Christian Tagliavini / Courtesy of CAMERA WORK (S. 98–106)

F Ü R K L A S S I S C H E M U S I K E R wie den philharmonischen Geiger Alessandro Cappone ist es eine Selbstverständlichkeit: Mit ihrem Spiel erwecken sie große Kunstwerke der Vergangenheit für uns zum Leben, interpretieren sie neu, holen sie in unsere Gegenwart. In der bildenden Kunst hingegen sprechen die Werke für sich, bedürfen keines Interpreten. Den Schweizer Fotografen Christian Tagliavini aber könnte man auch als einen Interpreten bezeichnen: Für seine großformatigen Bilder lässt er sich nicht nur von kunsthistorischen Epochen wie der Renaissance inspirieren, sondern überträgt deren Bildsprache mit faszinierender Unmittelbarkeit ins Hier und Jetzt. In diesem Sinne ein sehr musikalischer Ansatz.

128: Herr Tagliavini, Ihre aktuelle Fotoserie trägt den Titel »1406«. Was hat Sie besonders an diesem Jahr interessiert? Christian Tagliavini: Meine Arbeit ist für mich eine Art Zeitmaschine. Für die aktuelle Serie begann die Reise im Jahr 1406, dem Geburtsjahr des Malers Filippo Lippi. Herr Cappone, als Orchestermusiker machen auch Sie die Kunst vergangener Epochen lebendig. Wie wichtig ist es für Sie, sich mit den historischen Hintergründen der Werke auseinanderzusetzen? Alessandro Cappone: Während des Studiums konzentriert man sich nur darauf, das Instrument so perfekt wie möglich zu spielen. Musikgeschichte gehört zwar zur Ausbildung, aber erst mit zunehmender Erfahrung begreift man, dass für die Interpretation eines Stücks viel mehr nötig ist, als man aus den Noten lesen kann: In welcher Zeit hat der Komponist gelebt und in welcher Umgebung? Was für ein Leben hat er geführt? Das alles " führt zu einem besseren Verständnis der Werke.

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»La Mercante di Drappi« (2017)


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»Sequele« (2017)


F E U I L L E T O N – C H R I S T I A N TA G L I AV I N I

»Ich werde oft gefragt, wie ich die Fotos bearbeite, und gebe immer die gleiche Antwort: so gut wie gar nicht.«

Christian Tagliavini (oben) und Alessandro Cappone

Herr Tagliavini, Sie bereiten Ihre Bilder akribisch vor, bauen die Kulissen selbst und entwerfen die Kostüme. Warum ist es so wichtig für Sie, alles selbst zu machen? Tagliavini: Ganz einfach: Weil es mir Spaß macht. Ich arbeite gern mit meinen Händen. Außerdem kann ich so die höchstmögliche Kontrolle über meine Arbeiten behalten. Ich baue alle Kulissen und Requisiten, aber ich kann nicht nähen. Deshalb entwerfe ich zwar die Kleider, lasse sie aber von Schneidern in Italien nähen. Cappone: Das Handwerk ist ja auch für uns Musiker die Grundlage aller Arbeit. Bevor man in ein solches Orchester aufgenommen wird, muss man sein Handwerk sehr, sehr gut erlernt haben. Und dann muss man sich mit täglichem Üben fit halten. Das ist wie das Training bei Sportlern. Zum Leidwesen meiner Familie und meiner Nachbarn habe ich meistens morgens um halb neun die Geige in der Hand: Tonleitern, Dreiklänge, lange Töne. Aber mir macht es Spaß, mich auf dem Instrument fit zu fühlen. Wie sind Sie beide zu ihren Berufen gekommen? Tagliavini: Ich habe zunächst lange als Grafiker gearbeitet. In diesem Beruf erfüllt man Kundenwünsche, die selten mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmen. Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich frei arbeiten möchte. Die Fotografie habe ich nicht gesucht – sie hat mich gefunden. Und da ich künstlerisch und nicht

kommerziell fotografiere, bietet sie mir die größtmögliche Freiheit, meine Ideen auszudrücken. Jedes Bild ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich mache das, was mir gefällt, so gut ich kann, zwinge es aber niemandem auf. Und entweder gefallen diese Bilder dem Betrachter oder eben nicht – basta. Mir ist bewusst, dass diese Haltung ziemlich autoritär ist. Cappone: Mein Vater war von 1957 bis 1984 Solobratscher der Berliner Philharmoniker. Ich wollte schon als Kind Geige lernen, aber ohne kontinuierlichen Unterricht habe ich bald aufgegeben. Mit elf Jahren dann hörte ich das Debüt von Pinchas Zuckermann bei den Berliner Philharmonikern – und damit war für mich klar, dass ich eigentlich nur Geige spielen möchte. Alles andere wurde für mich unvorstellbar. Fasziniert Sie beide die Vergangenheit stärker als die Gegenwart? Tagliavini: In der Gegenwart habe ich bisher kein Thema gefunden, das mich gleichermaßen inspiriert hätte wie die historischen Vorlagen. Ich wurde in der Schweiz geboren und habe dann längere Zeit in Italien, in Parma, gelebt. Dort war es für mich normal, viel Zeit in in Lesen Sie weiter Museen zu verbringen. So bin ich mit den Gemälden der der aktuellen Renaissance aufgewachsen, ganz natürlich, als würde ich dazugehören. " Ausgabe Nr. 01/2018

Fotos: Sebastian Hänel (Cappone); © CAMERA WORK (Tagliavini)

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»Donna Clotilde« (2010)


FEUILLETON â&#x20AC;&#x201D; MUSIKLIEBHABEREI

FR AGEN ZUR MUSIKLIEBHABEREI

Diesmal an den Koch Anton Michels

Foto: Marco Hartz

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Anton Michel wurde 1992 in Frankfurt am Main als einer von drei Söhnen einer englischen Mutter und eines deutschen Vaters geboren. Mit zehn Jahren zog er nach London, wo er 2010 sein Abitur an der Deutschen Schule London absolvierte. Durch ein Praktikum im Berliner Rutz Restaurant bei Marco Müller in die Küchenwelt eingeführt, begann er seine Ausbildung zum Koch im Restaurant VAU bei Kolja Kleeberg. 2013, nach erfolgreicher Abschlussprüfung, arbeitete er im zweifach besternten Restaurant Tim Raue in Berlin. Im September 2014 folgte dann das Pop-Up-Restaurant ANTON KOCHT am Winterfeldtplatz in Berlin-Schöneberg, das mit moderner Interpretation von traditionellen Berliner Gerichten Erfolge feierte, bevor es im Dezember 2014 wieder schloss. Nach einer kurzen Kreativpause und Weiterbildung zum Sommelier eröffnete er im Januar 2017 sein jetziges Restaurant Richwater & Mitchell in BerlinMoabit, in dem er die britische Küche in neuem Glanz erstrahlen lässt. Anton Michel gastiert auch regelmäßig als Koch bei Winzerabenden des Berliner Weinhändlers Weinmichel.

Was hören Sie zurzeit, Herr Michel? Ich habe den großen Luxus, dass meine Freundin momentan regelmäßig mit ihrem Quartett bei uns im Wohnzimmer probt. Da darf ich zwar nicht bestimmen, was gespielt wird, aber dafür ist es umso schöner, wenn ich zuhören darf. Haben Sie Hörrituale? Wenn ich die Zeit finde, widme ich mich gerne einer Schallplatte. In unserer schnelllebigen Zeit, in der einzelne Songs einen hohen Stellenwert bekommen haben, empfinde ich besonderen Genuss dabei, einer kompletten Aufnahme die Aufmerksamkeit zu schenken, die ihr gebührt. Die Schallplatte ist das perfekte Medium dafür, da sie ein vor- oder zurückspringen beinahe unmöglich macht. Dirigieren Sie manchmal heimlich vor der Stereoanlage mit? Sehr zum Amüsement meiner Familie ist es mir nicht peinlich, und deshalb muss ich es auch nicht heimlich machen. Wohin ziehen Sie sich zurück, wenn Sie Stille suchen? Völlige Stille macht mich wahnsinnig. Ich genieße die ständige Geräuschkulisse der Großstadt. Hat Berlin in Ihrem Kopf so etwas wie einen eigenen Soundtrack? So wie jeder Ort ist Berlin von einem ganz eigenen Klang geprägt. Dieser schwebt für mich atmosphärisch und melodisch zu gleichen Teilen über der Stadt, unbeeindruckt und gleichzeitig getrieben vom Beat der lauten, hektischen Geräusche des Alltags. Können Sie sich an Ihre erste Begegnung mit klassischer Musik erinnern? Da muss ich vier oder fünf Jahre alt gewesen sein: als ich beim Sonntagsfrühstück bei meiner Großmutter in Frankfurt mit meinen zwei Brüdern zu Vivaldis »Frühling« aus den »Vier Jahreszeiten« durchs Wohnzimmer gehüpft bin. Gab es ein Konzerterlebnis, das Sie besonders bewegt hat? Das letzte, was mich sehr bewegt hat, war

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Mark Padmores englischer Liederabend in der Philharmonie. Ich hatte den Liederzyklus »On Wenlock Edge« von Ralph Vaughan Williams zuvor noch nie gehört und war nach dem Konzert nachhaltig beeindruckt! Singen Sie oder spielen Sie ein Instrument? Ich habe während meiner Schulzeit mit Begeisterung Klarinette gespielt, das volle Spektrum von Jazz bis Klassik. Heute bleibt mir leider nur noch zum Singen unter der Dusche Zeit. Als Chefkoch dirigieren Sie eine ganze Küchenbrigade durch den Abend. Wenn Sie im Konzert Mimik und Gestik von Dirigenten beobachten, können Sie daraus Anregungen für Ihre eigene Arbeit gewinnen? Ich finde die totale Konzentration der Dirigenten und Musiker im Konzert sehr beeindruckend – eine ähnliche Konzentration ist auch in der Küche notwendig. Welche Musik lassen Sie in Ihrem Restaurant spielen? In unserem Restaurant läuft im Gastraum zeitgenössische Musik von sehr talentierten jungen Musikern aus England wie Archy Marshall alias King Krule, The xx oder Sampha. In der Küche hören wir während der Vorbereitungszeiten querbeet alles von experimentellem ProgRock und Punk über Ambient Pop und Indie bis zu minimalistischem Techno. Sobald die Gäste eintreffen, herrscht allerdings Ruhe und Konzentration. Gibt es Musik, die Sie überhaupt nicht ertragen? Ich versuche, aufgeschlossen für neue Klänge zu bleiben. Bei durchproduziertem Hochglanz-Pop muss ich allerdings den Sender wechseln, da für mich kein künstlerisches Ideal mehr zu erkennen ist. Wenn Sie sich entscheiden müssten: Mozart oder Beethoven? Beethzart?œ<


NACHSPIEL — BÜCHER UND CDS

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W IEDER ENTDECKT Ein literarisches Werk und eine klassische Aufnahme, neu empfohlen. Diesmal von Stefan Dohr

Buch

Richard Wagner’s »The Ring of the Nibelung« Roy Thomas und Gil Kane Graphic Novel 200 Seiten DC Comics, New York, 1991

Meine ersten Berufsjahre waren geprägt von einer großen Zahl an Opern, die ich in Frankfurt vom Blatt spielen durfte; Proben sind in den Niederungen des Repertoiresystems an deutschen Opernhäusern ja eher die Ausnahme. »Aida«, »Der Freischütz«, »Fidelio«, »La Bohème«, »Tosca«, »Il turco in Italia«, »Les Troyens«, »Der fliegende Holländer«, »Die Zauberflöte«, um nur einige der Opern zu nennen, bei denen mir die Kollegen hilfreich zur Seite standen und versuchten, mir die wichtigsten Einsätze zu geben oder, im Bedarfsfall, einfach nur noch die Noten umblätterten. Eine große Zahl an Proben hingegen gab es unter anderem für die Neueinstudierung des »Rings des Nibelungen« unter Michael Gielen in der Inszenierung von Ruth Berghaus. Später kamen Bayreuth, Köln, Salzburg, Aix-en-Provence hinzu: viele Stationen, an denen ich bei Aufführungen des »Ring«-Zyklus dabei sein durfte. Allerdings leider meistens mit dem gravierenden Nachteil einer zumindest eingeschränkten Sicht aus dem Orchestergraben, wenn nicht gar dem totalen Ausfall eines

Blicks auf die Bühne durch die Herzlosigkeit des Komponisten bei der Gestaltung des Orchestergrabens in Bayreuth: klanglich durch die Abstufung und das Raumvolumen phänomenal, bezüglich der Sichtbarkeit von Bühnenbild und Geschehen für die Orchestermusiker aber ein Desaster. Der Besuch der Klavierhauptproben schuf zwar meistens etwas Abhilfe, allerdings fehlte einem dann über Stunden der Klangrausch, der diese Werke überhaupt durchhaltefähig macht. Deswegen hier meine Buchempfehlung für ein etwas anderes Buch zum »Ring«: eine »Graphic Novel« oder, zu gut deutsch: ein Comic! Nicht nur zum Mitlesen beim ersten Durchhören einer Aufnahme des »Rings«, sondern auch als Einführung für junge Menschen, um die Geschichte trotz des wagnerschen Texts verstehen zu können. Mit satten Bildern der Geschichte chronologisch folgend, schaffen es Gil Kane und Roy Thomas, die Fantasiewelt Richard Wagners auf einfache Weise zugänglich zu machen. Weitere Opern liegen als Graphic Novel vor.


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Stefan Dohr stammt aus Münster. Nach dem Studium in Essen und Köln war er Solohornist im Frankfurter Opernhaus- und Museumsorchester, beim Bayreuther Festspielorchester, im Orchestre Philharmonique de Nice und beim DSO Berlin. Seit 1993 ist er Solohornist der Berliner Philharmoniker. Darüber hinaus tritt er als Solist und Kammermusiker auf. Neben dem klassischen und romantischen Hornrepertoire gilt sein Interesse auch zeitgenössischen Werken. So brachte er ihm gewidmete Hornkonzerte u. a. von Toshio Hosokawa (2011) und Wolfgang Rihm (2014) zur Uraufführung. Dohr ist Mitglied des Ensembles Wien-Berlin sowie der Hornisten der Berliner Philharmoniker. Foto: Sebastian Hänel

CD

Wolfgang Amadeus Mozart Hornkonzerte Dennis Brain, Philharmonia Orchestra, Herbert von Karajan Warner Classics / EMI Teunis van der Zwart, Freiburger Barockorchester, Petra Müllejans Harmonia Mundi

Eine unendliche Anzahl von Aufnahmen der Hornkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart macht eine Wahl schwer. Diese Konzerte sind für uns Hornisten ja eigentlich von der ersten Begegnung mit dem Instrument an präsent und verfolgen uns positiv ein Leben lang. Ich möchte hier gleich zwei Aufnahmen vorstellen, die mich in sehr verschiedenen Abschnitten meines Hornistenlebens fasziniert und beeindruckt haben. Die erste Aufnahme entstand mit dem legendären, leider viel zu früh bei einem Autounfall ums Leben gekommenen Hornisten Dennis Brain. Sein Hornspiel zeichnet sich durch eine unglaubliche Leichtigkeit und Virtuosität in Kombination mit einer sehr natürlichen Phrasierung aus, ohne jemals die Wärme im Ton zu verlieren. Mit einem genialen Partner, Herbert von Karajan, am Pult des flexibel aufspielenden Philharmonia Orchestra wird diese Aufnahme zu einem zwar historischen, aber zeitlosen Vergnügen. In der zweiten Aufnahme widmet sich der niederländische Hornist Teunis van der Zwart den Mozarts Hornkonzerten Nr. 1 und Nr. 4.

Begleitet wird er vom Freiburger Barockorchester unter der Leitung der Konzertmeisterin Petra Müllejans. Dieser, allein schon der Wahl des historischen Naturhorns geschuldeten ganz anderen Aufnahme gilt nicht nur instrumental, sondern auch aufführungstechnisch und musikalisch meine Hochachtung. Da das benutzte Naturhorn ohne Ventile auskommen muss, kommt hier die sogenannte Stopftechnik zur Anwendung, bei der mit der rechten Hand im Schalltrichter die Länge der Luftsäule des Horns bei Bedarf verkürzt und dadurch die Töne erzeugt werden, die nicht auf der Naturtonreihe des Instruments liegen. Daraus resultiert eine Ungleichheit im Klang, die Mozart aber durchaus bewusst war und die er auch für einige etwas bösartig humoristische Effekte ausnutzte, um Joseph Leitgeb, seinen Freund und Dauerbittsteller für weitere Hornkonzerte, zu verspotten. Der Komponist »widmete« Leitgeb das Konzert mit den Worten: »Wolfgang Amadé Mozart hat sich über den Leitgeb Esel, Ochs, und Narr erbarmt zu Wien den 27. May 1783.«


NACHSPIEL — BÜCHER UND CDS

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NEU ERSCHIENEN Buch

Not, List und Lust Schostakowitsch in seinem Jahrhundert Bernd Feuchtner 278 Seiten, 8 Abbildungen Wolke Verlag, Hofheim, 2017 ISBN 978-3-95593-077-6 24,- Euro

Wir sind eine Entdeckergemeinschaft Aufzeichnungen zur Entstehung des Concentus Musicus Nikolaus Harnoncourt 204 Seiten, 325 Abbildungen Residenz Verlag, Salzburg / Wien, 2017 ISBN 978-3-7017-3428-3 24,- Euro

In seinem ersten SchostakowitschBuch von 1986 hat Bernd Feuchtner beschrieben, wie der Komponist unter dem Druck des Stalinismus seine Musik mit einem System verborgener »Botschaften« versah. Nun betrachtet der Publizist Schostakowitsch im Spiegel der ihn umgebenden historischen Ereignisse, was die oft widersprüchlichen Aussagen des Komponisten (der offiziell die Erfolge des Sozialismus lobte, obwohl er mitunter massivem Druck ausgesetzt war) in neuem Licht erscheinen lässt. Feuchtner beleuchtet zudem die Beziehungen Schostakowitschs zu Zeitgenossen wie Britten, Hindemith, Prokofjew, Strawinsky, Eisler und nicht zuletzt zu Adorno als damals führendem Denker der westlichen Avantgarde, der wenig für die Musik

des Russen übrig hatte. Auch die Einflüsse von Mahler auf Schostakowitsch arbeitet Feuchtner in einem eigenen Kapitel heraus – bereits Iwan Sollertinski gab in seinem 1932 erschienenen und bald verbotenen Mahler-Buch detaillierte Einblicke über Schostakowitschs MahlerRezeption, der den letzten Satz des »Lieds von der Erde« erklärtermaßen für das Genialste hielt, was je in der Musik geschaffen worden war. Ausgewählte Werkgruppen wie die Streichquartette und Filmmusiken werden gesondert betrachtet. Eine subjektive Sicht auf das Zweite Cellokonzert bietet das letzte Kapitel »Der große Zampano«, das als Drehbuch zu einen imaginären »Puppenund Tanzfilm« Schostakowitschs Musik kommentiert. HH

Seit 1991 verband Nikolaus Harnoncourt eine enge künstlerische Partnerschaft mit den Berliner Philharmonikern. Unvergessen etwa sein Schubert-Zyklus (2003 bis 2006) oder sein letzter Auftritt am Pult des Orchesters (2011) mit einem reinen Beethoven-Programm. Einen weiten Weg hatte Harnoncourt bis dahin zurückgelegt und einen gewaltigen musikalischen Kosmos (von Mittelalter und Renaissance bis zu Gershwin und Bartók) durchschritten. In diesem Buch, herausgegeben von Alice Harnoncourt, seiner Partnerin im Leben wie in der Kunst, schildert er in einem langen, bisher unveröffentlichten Essay die ersten 30 Jahre des Concentus Musicus, der Stammformation des Musikers: von den Anfängen im Wien der 1950er- Jahre, als er und einige Gleichgesinnte eher

experimentell die Spielweisen vergangener Musikepochen auf Instrumenten der Zeit zu erkunden suchten, bis in die 1980er-Jahre und Harnoncourts Styriarte-Festival in Graz. Die Lektüre macht deutlich, welche maßgebliche Bedeutung das Ensemble und sein Leiter für die Etablierung der historischen Aufführungspraxis hatten. Erinnert sei beispielsweise an die großen Bach-Projekte oder an die Produktionen der Monteverdi- und Mozart-Opern. Das liest sich nicht nur höchst informativ, sondern auch ausgesprochen kurzweilig. Die abschließenden rund 50 Seiten enthalten eine Reihe weiterer Harnoncourt-Texte zu unterschiedlichen aufführungspraktischen Aspekten. Besonders empfohlen sei die bitterböse Glosse »Matthäuspassion in Wien unter Karl Richter« aus dem Jahr 1969. GF


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Mozart Leben und Musik im Zeitalter der Aufklärung Laurenz Lütteken 296 Seiten, 12 Abbildungen, 7 Notenbeispiele Verlag C. H. Beck, München, 2017 ISBN: 978-3-40671171-8 26,95 Euro

111 Werke der klassischen Musik, die man kennen muss Oliver Buslau 237 Seiten, zahlreiche Abbildungen Emons Verlag, Köln, 2017 ISBN: 978-3-7408-0236-3 16,95 Euro

Laurenz Lütteken, seit 2001 Ordinarius für Musikwissenschaft an der Universität Zürich, lässt in seinem neuen Mozart-Buch die allbekannten, auf die Werkanalyse ausgerichteten Fragestellungen der Mozart-Forschung beiseite. Auch will er nicht noch einmal Mozarts Leben nacherzählen. Stattdessen betrachtet er Komponist und Werk innerhalb eines anschaulichen und konkreten Panoramas der Aufklärungszeit und ihrer Alltagswirklichkeit. Unter Berücksichtigung aussagekräftiger Handlungszusammenhänge versucht Lütteken, »bestimmte, besonders auffällige und signifikante Charakteristika von Mozarts Existenz in einen engen Zusammenhang mit Verständnismustern zu bringen, wie sie das 18. Jahrhundert bereithielt«. Diese Charakteristika, zu denen anfangs die ausführlich dargestellte frühe Reisetätigkeit des Komponisten zählt, werden übersichtlich

Die 111-Themenreihe des Emons Verlags ist eigentlich etwas für Reiselustige: 111 Orte, die man beispielsweise in Singapur, Chicago, Wuppertal oder im Wendland gesehen haben muss. Der Musikwissenschaftler und Autor Oliver Buslau gibt mit diesem Band einen Leitfaden für all jene Musikfans heraus, die die 111 wichtigsten Kompositionen der klassischen Musik kennenlernen möchten, angefangen vom gregorianischen Choral bis zum Flohwalzer, der als »Zugabe« besprochen wird. Natürlich werden die »Schlager« der Klassik vorgestellt: u. a. Vivaldis »Vier Jahreszeiten«, Mozarts »Kleine Nachtmusik«, Beethovens Neunte, Mendelssohns »Italienische« oder Ravels »Boléro«. Aber auch weniger bekannte Werke wie Madrigale von Gesualdo, die »Soirées musicales« von Clara Schumann oder Henryk Góreckis »Symphonie der Klagelieder« gehören in die Liste der ausgewählten Kompositionen. Góreckis

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in sieben Kapitel gegliedert: Mozarts ästhetische Voraussetzungen, die Zeit als Bediensteter des Erzbischofs von Salzburg, die Wiener Jahre als freier und unabhängiger Virtuosenkomponist, seine Haltung in der Öffentlichkeit, seine geistigen Horizonte, seine Einkommensverhältnisse, die Rezeption der Werke. Lütteken zeigt dabei, wie die einzigartige lebensweltliche Verbindung von praktischer, geografischer, sozialer und ästhetischer Erfahrung zur »Rekonstruktion einer mentalen Landkarte« genutzt werden kann. Und so gelingt es, mit zahlreichen Mosaiksteinchen das tradierte Komponistenbild aufzubrechen und fern aller biografischer Spekulationen neue Schlaglichter auf Mozarts Leben und Werk zu werfen. HH

Symphonie stürmte 1993 die PopCharts und stellte vorübergehend Madonna und Michael Jackson in den Schatten. Immer wieder macht der Autor deutlich, wie sehr die populäre Musik in der Klassik wurzelt: Pachelbels berühmter Kanon D-Dur lieferte die Akkordvorlage für mehrere Pop-Hits, die Eurovisions- und UEFA-Champions-League-Hymnen basieren auf barocken Stücken von Charpentier und Händel. Der Leser erfährt, dass sich der Tristan-Akkord ganz leicht auf der Gitarre greifen lässt und dass der Sony-Konzern auf Anraten Herbert von Karajans den Spieldauer-Standard einer CD nach der Länge von Beethovens Neunter festgelegt hat. Eine unterhaltsame Sie weiter in Lektüre – nicht Lesen nur für Einsteiger, NR sondern auch für Kenner. der aktuellen

Ausgabe Nr. 01/2018


N ACHS P I EL — KO N Z ER T K A L EN D ER

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KONZERTE

d e r S t i f tu n g B e r l i n e r P h i l h a r m o n i ke r

März – April – Mai

DO 01.03. 20 U H R FR 02 .03. 20 U H R SA 03.03. 19 U H R

Philharmonie Berliner Philharmoniker Daniel Harding Gerald Finley

Dirigent Bassbariton

Schubert Lieder (Orchestrierungen von Reger, Berlioz und Brahms) »Wo bin ich?« – »O könnt‘ ich, Allgewaltiger« aus Lazarus, oder: Die Feier der Auferstehung Strauss Eine Alpensinfonie

FR 16.03. 20 U H R

SA 07.04 . 20 U H R

Philharmonie

Kammermusiksaal

Jazz at Berlin Philharmonic NDR Bigband Jörg Achim Keller Rolf Kühn sowie weitere Solisten

Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker, Gesangssolisten badenwürttembergischer Musikhochschulen Simon Rössler Dirigent

Leitung Klarinette

Akademie V – Musiktheater Mozart La finta giardiniera KV 196 – konzertante Aufführung

Swing, Swing, Swing – A Tribute to Benny Goodman Kuratiert von Siggi Loch

D I 10.04 . 20 U H R

Philharmonie

D I 20.03. 20 U H R

Philharmonie SO 04 .03. 11 U H R

Philharmonie Waseda Symphony Orchestra Tokyo Masahiko Tanaka Dirigent Nicolai Ouvertüre zur Oper Die lustigen Weiber von Windsor Strauss Sinfonia domestica Tschaikowsky Romeo und Julia, FantasieOuvertüre nach Shakespeare Ishii Mono-Prism D I 06.03. 20 U H R

Philharmonie Maurizio Pollini

Klavier

Werke von Schumann und Chopin

Junge Deutsche Philharmonie David Afkham Steven Isserlis

Dirigent Violoncello

Messiaen Les Offrandes oubliées Dutilleux Tout un monde lointain ... Berlioz Symphonie fantastique

Bundesjugendorchester Orchestre Français des Jeunes Thomas Neuhoff Dirigent Daniel Spaw Ko-Dirigent Solisten und Chöre Britten War Requiem D I 10.04 . 20 U H R

Kammermusiksaal

D I 03.04 . 20 U H R

Kammermusiksaal − Ausstellungsfoyer Der philharmonische Diskurs Stefan Mickisch

Klavier

Der Parsifal in 60 Minuten – Stefan Mickisch spielt und erläutert Wagners Oper Parsifal M I 04 .04 20 U H R

Yuja Wang Andreas Ottensamer Daishin Kashimoto

Klavier Klarinette Violine

Brahms Intermezzi Strawinsky Die Geschichte vom Soldaten Ligeti Études pour piano Bartók Kontraste

Kammermusiksaal FR 09.03. 20 U H R

Mark Padmore Tenor Ryan Wigglesworth Klavier Allison Cook Mezzosopran Mitglieder des Vocalconsort Berlin

Kammermusiksaal Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker Marc Minkowski

Dirigent

Akademie IV − Zu Gast bei Esterházy Schubert Symphonie Nr. 1 D-Dur D 82 Haydn Trompetenkonzert Es-Dur Hob. VIIe:1 Mozart Symphonie Nr. 33 B-Dur KV 319 MO 12 .03. 20 U H R

Kammermusiksaal Ferdinand von Schirach Lesung Mitglieder der Berliner Philharmoniker Jörg Thadeusz Moderation Plädoyer

Schumann Liederkreis op. 39 Wigglesworth Echo and Narcissus Janáček Tagebuch eines Verschollenen FR 06.04 . 17 U H R SO 08 .04 . 17 U H R

DO 12 .04 . 20 U H R FR 13.04 . 20 U H R SA 14 .04 . 19 U H R

Philharmonie Berliner Philharmoniker Kirill Petrenko Yuja Wang

Dukas La Péri, Poème dansé Prokofjew Klavierkonzert Nr. 3 C-Dur Schmidt Symphonie Nr. 4 C-Dur

Philharmonie Berliner Philharmoniker Sir Simon Rattle Dirigent Stuart Skelton Tenor (Parsifal) Nina Stemme Sopran (Kundry) weitere Solisten, Rundfunkchor Berlin Wagner Parsifal – konzertante Aufführung

Dirigent Klavier

SO 15.04 . 20 U H R

Kammermusiksaal Philharmonia Quartett Streichquartette von Mozart, Schostakowitsch und Debussy


12 8 — A U S G A B E N R . 01. 2 018

D I 17.04 . 20 U H R

Leitung Blockflöte Violine Cimbalom Violine

Dirigent Sopran Sopran Tenor Bass

Mozart Symphonie Nr. 32 G-Dur KV 318, Rezitativ und Arie »Misero! O sogno« – »Aura, che intorno spiri« KV 431, Arie »Per questa bella mano« KV 612, Messe c-Moll KV 427 SO 22 .04 . 11 U H R

Philharmonie Orgel

Kit Armstrong – Das Berliner Orgeldebüt Elgar Orgelsonate G-Dur op. 28 Mozart Fantasie und Fuge C-Dur KV 394 Liszt Fantasie und Fuge über den Choral »Ad nos, ad salutarem undam« M I 25.04 . 20 U H R DO 26.04 . 20 U H R FR 27.04 . 20 U H R

Philharmonie Dirigent Klarinette

Adès Three Studies from Couperin Mozart Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 Debussy Images pour orchestre

Berliner Philharmoniker Tugan Sokhiev Yefim Bronfman

Philharmonie Dirigent Violine

Sibelius Nächtlicher Ritt und Sonnenaufgang, Violinkonzert d-Moll Schostakowitsch Symphonie Nr. 6 h-Moll

Dirigent Klavier

Prokofjew Symphonie Nr. 1 D-Dur »Symphonie classique« Beethoven Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll Mussorgsky/Ravel Bilder einer Ausstellung SO 13.05. 11 U H R

Philharmonie Nathan Laube Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker Raphael Haeger

Orgel

Dirigent

Werke von Brahms, Koetsier, Mendelssohn, Alain, Guillou, Tomasi und Hindemith

Werke und Arrangements von Werken von Bach, Vivaldi, Mozart, Piazzolla u. a. FR 25.05. 20 U H R

Kammermusiksaal Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker Matthias Pintscher Leandra Brehm

Philharmonie Berliner Philharmoniker Sir Simon Rattle Dirigent Sally Matthews Sopran (Peri) Mark Padmore Tenor (Erzähler) Anna Prohaska Sopran (Jungfrau) Christian Gerhaher Bariton (Gazna) Rundfunkchor Berlin Schumann Das Paradies und die Peri

Dirigent Klarinette

Akademie VI – Akademie modern Werke von Lachenmann, Henze und Pintscher SA 26.05. 19 U H R

Philharmonie Berliner Philharmoniker Sir Simon Rattle

Dirigent

Abrahamsen Three Pieces for Orchestra – Auftragswerk der Stiftung Berliner Philharmoniker – Uraufführung Bruckner Symphonie Nr. 9 d-Moll mit der nach den Manuskripten vervollständigten Aufführungsfassung des 4. Satzes von Samale-Phillips-Cohrs-Mazzuca SO 27.05. 20 U H R

Philharmonie Berliner Philharmoniker Sir Simon Rattle

DO 17.05. 20 U H R FR 18 .05. 20 U H R SA 19.05. 19 U H R

Dirigent

Widmann Neues Werk im Auftrag der Stiftung Berliner Philharmoniker – Uraufführung Lutosławski Symphonie Nr. 3 Brahms Symphonie Nr. 1 c-Moll MO 28 .05. 20 U H R

Kammermusiksaal Martin Helmchen Radek Baborák Brahms Ensemble

Klavier Horn

Haas Hornsonate F-Dur op. 29 Brahms Horntrio Es-Dur op. 40 Schumann Klavierquintett Es-Dur op. 44

SA 19.05. 15 U H R

Philharmonie Vokalhelden Simon Halsey Jasmina Hadziahmetovic

SA 05.05. 19 U H R SO 06.05. 20 U H R

Berliner Philharmoniker Paavo Järvi Janine Jansen

Wilhelm Furtwängler in den Fängen der Nazis

Philharmonie

Philharmonie

Berliner Philharmoniker Alan Gilbert Wenzel Fuchs

Philharmonische Stradivari-Solisten Berlin

Der philharmonische Salon Max Hopp Sprecher Scharoun Ensemble Berlin Cordelia Höfer Klavier Götz Teutsch Programmgestaltung

DO 10.05. 20 U H R FR 11.05. 20 U H R SA 12 .05. 19 U H R

DO 19.04 . 20 U H R FR 20.04 . 20 U H R SA 21.04 . 19 U H R

Kit Armstrong

Kammermusiksaal

Kammermusiksaal

Werke von Telemann, Jiránek, J. G. Graun, Vivaldi, F. Benda u. a.

Berliner Philharmoniker Daniel Harding Lucy Crowe Genia Kühmeier Andrew Staples Georg Zeppenfeld Schwedischer Rundfunkchor

D I 22 .05. 20 U H R

SO 06.05. 16 U H R SO 13.05. 16 U H R

Kammermusiksaal Il Suonar Parlante Vittorio Ghielmi Dorothee Oberlinger Alessandro Tampieri Marcel Comendant Stano Paluch

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Leitung Regie

Lang The public domain – Ein Stück für 1000 Stimmen MO 21.05. 12 U H R

Philharmonie und Kammermusiksaal Tag der offenen Tür Proben, Konzerte, Workshops, EducationVeranstaltungen, Führungen, Gesprächsforen und vieles mehr Eintritt frei

D I 29.05. 20 U H R

Philharmonie Jazz at Berlin Philharmonic Michael Wollny Trio Norwegian Wind Ensemble Geir Lysne Gäste: Heinz Sauer Émile Parisien Vincent Peirani »Michael Wollny 40« – Das Geburtstagskonzert Kuratiert von Siggi Loch

Leitung Saxofon Saxofon Akkordeon


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Osterfestspiele Baden-Baden

SA 24 .03. 16 U H R FR 30.03. 16 U H R MO 02 .04 . 16 U H R

Festspielhaus Baden-Baden Berliner Philharmoniker Sir Simon Rattle Dirigent Dieter Dorn Regie Stephen Gould Tenor (Parsifal) Ruxandra Donose Mezzosopran (Kundry) Franz-Josef Selig Bassbariton (Gurnemanz) Evgeny Nikitin Bassbariton (Klingsor) Gerald Finley Bassbariton (Amfortas) sowie weitere Solisten Philharmonia Chor Wien Wagner Parsifal SO 25.03. 14 U H R M I 28 .03. 18 U H R SO 01.04 . 14 U H R

Theater Baden-Baden Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker Gesangssolisten badenwürttembergischer Musikhochschulen Simon Rössler Dirigent Schauspieler des Theaters Baden-Baden Stipendiaten der »Akademie Musiktheater heute« der Deutsche Bank Stiftung Regie, Bühnenbild, Kostüme und Licht Mozart La finta giardiniera (in deutscher Sprache) SO 25.03. 14 U H R

Ev. Stadtkirche am Augustaplatz Truike van der Poel Mezzosopran Janne Saksala Kontrabass Wieland Welzel Schlagzeug und Pauke Egor Egorkin Flöte Meisterkonzert I – Mystische Erkenntnis Perruchon Cinq Danses dogoriennes Gubaidulina Galgenlieder à 5 – 14 Stücke für Mezzosopran, Flöte, Bajan, Schlagzeug und Kontrabass

SO 25.03. 18 U H R

MO 26.03. 18 U H R

Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden

Berliner Philharmoniker Sir Simon Rattle Elīna Garanca

Dirigent Mezzosopran

Strauss Don Juan Berg Sieben frühe Lieder Ravel Shéhérazade, Drei Lieder nach Gedichten von Tristan Klingsor Strawinsky Petruschka (1947) MO 26.03. 11 U H R

Museum Frieder Burda Holm Birkholz Manfred Preis

Violine und Klangschale Bassklarinette

Meisterkonzert II – Zum Raum wird hier die Zeit Birkholz Sonnenuntergang, Sternengeflüster, Sonnenaufgang

Schubert/Reger Prometheus D 674 An die Musik D 547 Schubert/Berlioz Erlkönig D 328 Schubert/Brahms Memnon D 541 An Schwager Kronos D 369 Schubert »Wo bin ich?« – »O könnt‘ ich, Allgewaltiger« aus Lazarus, oder: Die Feier der Auferstehung D 689 Strauss Eine Alpensinfonie op. 64 D I 27.03. 11 U H R

Rachel Schmidt Raimar Orlovsky Julia Gartemann Christoph Igelbrink Hendrik Heilmann

Theater Baden-Baden Gesangssolisten badenwürttembergischer Musikhochschulen Mitglieder der Berliner Philharmoniker Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker Stanley Dodds Leitung Kinderoper Ritter Parceval Musik von Henrik Albrecht nach Motiven von Richard Wagner Für Kinder ab 6 Jahren MO 26.03. 14 U H R

Museum Frieder Burda

Meisterkonzert III – Klangart Berlin Cage Ryoanji

Dirigent Bassbariton

Casino Baden-Baden, Florentinersaal

MO 26.03. 14 U H R DO 29.03. 11 U H R SA 31.03. 14 U H R

KlangArt Berlin Elisabeth Rapp

Berliner Philharmoniker Daniel Harding Gerald Finley

Gesang

Violine Violine Viola Violoncello Klavier

Meisterkonzert IV Schubert Impromptu As-Dur D 899 Nr. 4 Quartettsatz c-Moll D 703 Schumann Klavierquintett Es-Dur op. 44 D I 27.03. 14 U H R

Kurhaus Baden-Baden, Runder Saal Cornelia Gartemann Alexander Bader Özgür Aydin

Violine Klarinette Klavier

Meisterkonzert V – Europa in den 1930er-Jahren Chatschaturjan Trio für Klarinette, Violine und Klavier Berg Adagio aus dem Kammerkonzert in der Bearbeitung des Komponisten für Violine, Klarinette und Klavier Milhaud Suite für Violine, Klarinette und Klavier Bartók Kontraste


N ACHS P I EL — KO N Z ER T K A L EN D ER

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D I 27.03. 18 U H R

DO 29.03. 18 U H R

SA 31.03. 18 U H R

Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden

Musikfest – Der holzgeschnitzte Prinz Mitglieder der Berliner Philharmoniker Bundesjugendorchester Sir Simon Rattle Dirigent Berliner Barock Solisten Daishin Kashimoto Violine Noah Bendix-Balgley Violine Daniel Stabrawa Violine Bläser der Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker Iván Fischer Dirigent Vilde Frang Violine Mari Eriksmoen Sopran Ingeborg Gillebo Mezzosopran Damen des Philharmonia Chors Wien

Berliner Philharmoniker Sir Simon Rattle Krystian Zimerman

Dirigent Klavier

Bernstein Symphonie Nr. 2 »The Age of Anxiety« für Klavier und Orchester Beethoven Symphonie Nr. 7 A-Dur M I 28 .03. 14 U H R

Kirche St. Bernhard, Baden-Baden Concerto Melante auf historischen Instrumenten Raimar Orlovsky Violine und Leitung Saskia Fikentscher Blockflöte und Oboe Kerstin Fahr Blockflöte Ulrich Wolff Viola da Gamba Kristin von der Goltz Violoncello Heidi Gröger Viola da Gamba Martin Heinze Violone Léon Berben Cembalo und Orgel Meisterkonzert VI – Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit Bach »Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit« (Actus tragicus), Kantate BWV 106 Telemann Quartett a-Moll TWV 43:a3 »Du aber Daniel, gehe hin«, Kantate TWV 4:17 M I 28 .03. 21 U H R

Casino Baden-Baden, Florentinersaal Bolero Berlin Bolero Berlin »Opera«

Vivaldi Konzert für zwei Violinen und zwei Violoncelli G-Dur RV 575 Konzert für drei Violinen A-Dur RV 552 »per eco in lontano« Offenbach Offenbach in der Unterwelt »Offenbachiade« (Suite für Bläsernonett arrangiert und zusammengestellt von Andreas N. Tarkmann) Bartók Der holzgeschnitzte Prinz, Ballettmusik Sz 60 FR 30.03. 11 U H R

Kurhaus Baden-Baden, Weinbrennersaal Scharoun Ensemble Berlin Meisterkonzert IX – Zeitliche Distanzen Dufay »Nuper rosarum flores« (Bearbeitung für Instrumentalensemble) Dalbavie Tactus Yun Distanzen Davies A Sad Paven for these Distracted Tymes Bach/Dalbavie Contrapunctus XIX (Fuga a 3 soggetti) aus Die Kunst der Fuge

DO 29.03. 11 U H R

Spitalkirche

SA 31.03. 11 U H R

Kurhaus Baden-Baden, Runder Saal

Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker Mozart Fantasie für Orgelwalze f-Moll KV 608 Hindemith Kleine Kammermusik op. 24 Nr. 2 Schubert Streichquartett Nr. 14 d-Moll D 810 »Der Tod und das Mädchen« DO 29.03. 14 U H R

Bürgerhaus Neuer Markt, Großer Saal Andreas Ottensamer Daishin Kashimoto Knut Weber Markus Groh

Klarinette Violine Violoncello Klavier

Meisterkonzert VIII – Quartett für das Ende der Zeit Messiaen Quatuor pour la fin du temps

Noah Bendix-Balgley Máté Szűcs Bruno Delepelaire Matthew McDonald Yannick Rafalimanana

Violine Viola Violoncello Kontrabass Klavier

Meisterkonzert X – Schubert und Turnage Schubert Klavierquintett A-Dur D 667 »Forellenquintett« Turnage Auftragswerk des Prussia Love Festival SA 31.03. 14 UHR

Dorint Hotel Baden-Baden, Malersaal Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker Beethoven Sextett Es-Dur op. 81b Septett Es-Dur op. 20

Bartók Ungarische Bauernlieder für Orchester Sz 100 Violinkonzert Nr. 1 Sz 36 Mendelssohn Bühnenmusik zu Ein Sommernachtstraum op. 61 (Auswahl, zu einer Suite zusammengestellt von Iván Fischer) SO 01.04 . 14 U H R

Brenners Park-Hotel, Orangerie Kotowa Machida Olaf Maninger Cordelia Höfer Götz Teutsch

Violine Violoncello Klavier Programmgestaltung

Meisterkonzert XI – Der philharmonische Salon »Zeitlose Harmonie« – Der späte Liszt und Richard Wagner SO 01.04 . 18 U H R

Festspielhaus Baden-Baden Berliner Philharmoniker Sir Simon Rattle Krystian Zimerman

Dirigent Klavier

Bernstein Symphonie Nr. 2 »The Age of Anxiety« für Klavier und Orchester Beethoven Symphonie Nr. 3 Es-Dur »Eroica« MO 02 .04 . 11 U H R

Casino Baden-Baden, Florentinersaal Cornelia Gartemann Christoph von der Nahmer Julia Gartemann Martin Menking Paul Rivinius

Violine Violine Viola Violoncello Klavier

Meisterkonzert XII – Die Erschaffung der Welt Milhaud La Création du monde, Fassung für Klavier und Streichquartett Franck Klavierquintett f-Moll


12 8 â&#x20AC;&#x201D; A U S G A B E N R . 01. 2 018

DER SCHLUSSSTR ICH vo n P a s c a l H e i l e r

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NACHSPIEL — IMPRESSUM

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IMPR ESSUM

c hs te D ie nä int am rsche e e b 8 Ausg a n i 2 01 05 . Ju

128 – Das Magazin der Berliner Philharmoniker wird herausgegeben von der Berliner Philharmonie gGmbH für die Stiftung Berliner Philharmoniker Herbert-von-Karajan-Straße 1, D–10785 Berlin Telefon: +49 (0)30 254 88-0, Fax: +49 (0)30 254 88 323 E-Mail: magazin128@berliner-philharmoniker.de Internet: www.berliner-philharmoniker.de

Herausgeberin

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Erscheinungsweise Druckauflage

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Harald Hodeige (HH), Nicole Restle (NR), Stephan Kock Arnt Cobbers (AC) Natalie Schwarz, Mária Géczi, Anne Schkutek Alexandra Sauer, Hendrikje Scholl, Joppe Berlin: Rüdiger Joppe, Annette Gräf Joppe Berlin: Rüdiger Joppe, Frances Franzke Berliner Philharmonie gGmbH Herbert-von-Karajan-Str. 1, D –10785 Berlin

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Gerhard Forck (GF)

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Ausgabe März 2018  
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