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WINGbusiness Heft 04 2022

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Philipp Miklautsch, Manuel Woschank

CO2-Reduktion in der Industrielogistik: Ein forschender Blick in die Praxis

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ie Reduktion von TreibhausgaDieser Artikel zeigt auf, welche sen ist momentan weltweit in Maßnahmen zur Reduktion von aller Munde. Sei es bei der Produk- Emissionen existieren, warum die retion von Investitions- oder Konsum- alen Emissionen im Transportbereich gütern, der Mobilität des Einzelnen, kaum sinken, und was dagegen getan oder dem Transport von Waren – in werden könnte. allen Bereichen werden von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an- Frage 1: Welche Möglichkeiten exisspruchsvolle Ziele zur Dekarbonisie- tieren? rung angestrebt. In diesem Zusammenhang untersucht die Wissenschaft Im ersten Schritt stellen wir einige seit Jahrzehnten die Ursachen und Maßnahmen und Strategien zur Emismöglichen Auswirkungen des Klima- sionsreduktion vor. Diese können anwandels, sowie Möglichkeiten, diesen hand der weit verbreiteten „Avoidzu verhindern. Sieht man sich aller- Shift-Improve“ Methode klassifiziert dings aktuelle Zahlen an, wird spezi- werden, welche vorschlägt, dass zuell im Transportbereich eine gewisse erst Maßnahmen zur Vermeidung der „Machtlosigkeit“ der Wissenschaft ersichtlich. Während die Anzahl an Publikationen zu den Keywords „Transport“ und „Decarbonization“ in den letzten Jahren exponentiell wächst, bleiben die realen, weltweiten Emissionen der Transportbranche weitestgehend konstant Abbildung 1. Publikationen und Emissionen (Abbildung 1).

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benötigten Transportleistung gesetzt werden. Danach sollten Transporte auf emissionsärmere Transportmodi verlagert und, zu guter Letzt, Maßnahmen zur Verbesserung der Emissionsintensität eingeführt werden. Maßnahmen zum Vermeiden von Güterverkehren liegen oft außerhalb der Verantwortung der Logistik. In der nachfolgenden Tabelle 1 haben wir eine Übersicht von Maßnahmen aufgelistet, die aus wissenschaftlicher Sicht klar der Logistik zugeordnet werden. Dazu zählen in erster Linie die Bündelung und das möglichst späte Verpacken von Gütern. Harris et al. 2018 hinterfragen zum Beispiel das Konzept, dass italienischer Wein bereits in Italien in Flaschen abgefüllt wird und modellieren eine Lieferkette, in der Wein in Tanks transportiert und erst in Großbritannien abgefüllt wird. Dies reduziert Transportleistung, -emissionen und -kosten pro Flasche um rund 39 %. Wird der Umstieg auf konsolidierte Ladungen mit einer Maßnahme aus der nächsten Kategorie, dem Verlagern auf die Schiene, kombiniert, reduzieren sich die Emissionen

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