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BÄRN!MAGAZIN Die schönsten Seiten der Hauptstadt

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HOUPTSACH BÄRN!

FOTO MUSIG MÄRIT DINNE & DUSSE 10 JAHRE BÄRENPARK BERN 1


G A T L L A M DE ? N E H E I L F T N E ER S S E B H IC S E I S N OLE H L E Z T H! I C K A N F E N V I R E D NE N E L E I P S , BEI UNS

ROULETTE, BLACK JACK, POKER & SLOTMACHINES 2

Ab 18 Jahren. Ausweispflicht


E D I T O R I A L & I N H A LT

INHALT C O V E R : Remo Eisner HOUPTSACH BÄRN! 4

Fotografiert ir Bärner Altstadt vom Remo Eisner

EDITORIAL

BÄRN!Verlag intern

Dinne & dusse 6 Stiftsgarten 8 Wie genossenschaftlich baut Bern 9 WOhnenbern 10 Die Oase mitten in der Länggasse 12 Ein unauffälliges Bijou 14 Freiwillige Abfallhelden 15 Berner Unternehmer GESELLSCHAFT

U immer wieder: HOUPTSACH BÄRN! «Dr Summer isch verbii, es isch e heisse Summer gsii, u es isch viu passiert ...» (Züri West) – Momente wie am Gurtenfestival, als 20 000 Leute während der Konzerte unserer Lokalhelden glückselig strahlend einen riesigen Chor bildeten oder als die Aare die 23-Grad-Marke knackte, sind Geschichte. Aber sie sind unvergesslich. Vielleicht beschert uns der September noch Sonnentage und den einen oder anderen Aareschwumm. Wollen wir es hoffen.

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Interview mit Reto Nause Randsportarten: Unterwasserhockey Bern und seine Bären Zonta Club Bern leolea Berner Fachstelle für Gleichstellung Bern Welcome

«Ig ha dr schönscht Job vor Wäut» – als unabhängige Verlegerin, die seit 2006 für Bern das BÄRN!Magazin und www.baernblog.com in Eigenregie realisiert und finanziert, erlebte und erlebe ich durchaus Turbulenzenn– aber vor allem sehr viel Gfröits. An dieser Stelle wieder einmal ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden und vor allem an meine Werbepartner/innen – nur dank ihren Auftritten ist die Herausgabe des Berner Magazins überhaupt möglich.

LEBENSART Shopping 28 BERNcity-Geschäfte 30 Ein flackerndes Lächeln im Nebel 33 K76 für nachhaltige Mode Wohnen 34 Möbelhalle Bern 35 Farbwerk Herren 36 Schön & Guet Gesundheit 38 Bahnhof 39 Hirslanden Culinarium 40 Las Vegas grüsst die Alpenstube 41 Bärner Rundschou 42 Foodsave-Bankett

Ich wünsche Ihnen einen zauberhaften, bunten, ereignisreichen Berner Herbst.

DIVERSES

Michèle Freiburghaus Verlegerin, Redaktionsleiterin

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Das nächste BÄRN!Magazin erscheint am 26. November 2019.

K U LT U R & E V E N T S

Besuchen Sie unseren Blog mit täglich «Nöiem & Gfröitem us Bärn».

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«Bärn isch d Houptsach» – das gilt nicht nur für das BÄRN!Magazin und baernblog.com, sondern auch für die vielen Highlights in der herbstlichen Berner Agenda. Angefangen beim «Race for Life» am 8. September über das Jubiläum des BärenPark bis zu unserem eigenen Event am 12. September: Alles wird hier «100% Bärn» sein: Die Fotosujets, die Musiker/innen und der Märit. Infos dazu finden Sie auf den Seiten 48/49. Diesen Event können wir nur dank der Hilfe der ewb, von BERNcity und Foto Video Zumstein realisieren. Merci viumau!

BÄRN!BL G

www.baernblog.com

Kopernikus: Ds Paradiis Verlosungen

Race for Life Musikfestival Bern «Rauschen» Herbschtmix BÄRN! Foto Musig Märit

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Rückblick: Weisch wie AAREBÖÖTLE? Trotz sommerlich heissen Temperaturen fanden sich zahlreiche Lernwillige zum Kurs «Weisch wie Aareböötle» ein. Die Rettungssanitäter/innen Thomas und Tamara verstanden es, der aufgestellten Truppe nützliches Wissen mit einer Prise Humor gekonnt zu vermitteln. Der anschliessende Apéro – offeriert vom Restaurant Dampfzentrale – zog sich dann ganz schön in die Länge ...

Beim BÄRN!Magazin und beim BÄRN!Blog ist zu 100% Bärn drin. Für Bernerinnen und Berner, die Bern genauso lieben wie wir. 2019 mit besonderen Angeboten, Führungen und Wettbewerben aus Bern für Bern.

Making of: COVERSHOOTING

Sieben Musikerinnen und Musiker und der Fotograf Remo Eisner – auch ein Morgenmuffel – pünktlich Samstagmorgen um 10 Uhr beim Covershooting. Lustig wars.

# BÄRN!Verlag www.baernblog.com: Täglich das Neuste aus Bern mit Blogbeiträgen und ausgewählten Kultur- & Eventtipps von Berner/innen für Bern. BÄRN!Forum Gruppe auf Facebook baernblog auf Instagram BÄRN!Verlag auf Twitter 4


VERLAG BÄRN! INTERN

Ds BÄRN!DING 2019

1. Preis: Simon Schwab

Gesucht wurde das Berner Ding des Jahres 2019. Ob Design, Handwerk oder ein Lebensmittel – Hauptsache, es stammt aus Bern oder der Agglo. Von zahlreichen Einsendungen wurden 30 zum Voten präsentiert. Mit weitem Abstand auf Platz 1 gewählt wurde das «Bärner Brättli» der Schreinerei Wyttenbach, auf Platz 2 die Foodoo-Bouillon und auf Platz 3 das «You Aare beautiful»-Badetuch. Acht Nominierte nehmen am HAUPTSACH BÄRN!-Märit anlässlich des Events vom 12. September teil (siehe Seiten 48 und 49). Alle 30 unter www.baernblog.com

Uf de Spure vom BÄRNER ROCK Vol. 2 Auf vielseitige Nachfrage wiederholen wir die speziellen Stadtspaziergänge mit Sam Mumenthaler, letztes Mal waren alle vier Führungen ausgebucht. Sam kennt die Geschichten des Berner Rock wie kein Zweiter. Wobei er das mit dem «Rock» nicht allzu eng sieht und auch einen Abstecher zu den Chansons von Mani Matter und in die Frühzeit des Jazz wagt, als die Giele und Modi noch zum Swing der Big Bands tanzten. Viele der Clubs und Treffpunkte, die den Berner Rock mitgeprägt haben, sind zwar längst wieder verschwunden. Auch diesmal wird die Tour vom famosen Skinny Jim Tennessee musikalisch begleitet, der schon als Teenager unter den Lauben Strassenmusik machte. Wer also gern durchs Leben rockt und rollt, sollte sich unbedingt den 12. Oktober (13 oder 15 Uhr) fett in der Agenda markieren und schon mal das gute Schuhwerk aus dem Keller holen. Aber keine Angst: Bis zur Venus von Bümpliz werden wir nicht ausschweifen. Und auch der schönen grünen Aare nach werden wir – leider – nicht flanieren. Wir rocken und rollen in der Innenstadt. Mehr Infos und Anmeldung: www.baernblog.com.

BÄRN!FOTO | MUSIG | MÄRIT Der Fotowettbewerb 2019 mit dem Thema «Houptsach Bärn!» ist abgeschlossen. 20 Bilder werden anlässlich des Events am 12. September 2019 im Flusskraftwerk Matte präsentiert. Dazu werden Berner Musik und ein Berner Märit geboten. Details siehe Seiten 48 und 49.

Vorschau: BÄRN!KRIMI Nachdem die literarische Version von Stattland über 20 Jahre erfolgreich gespielt wurde, wendet sich der Verein nun realen Kriminalfällen in Bern zu und lanciert einen Krimirundgang: In den trüben und dunklen Tagen der Vorwinterzeit verfolgen Sie die Spur des Verbrechens. Als Team entscheiden Sie, wie es weitergeht. Sie nehmen die Fährte auf, analysieren Fakten, treffen Entscheidungen und erforschen die dunklen Seiten der Protagonist/innen. Ihre Ermittlungen überzeugen durch Neugierde und Entschlossenheit und bringen Motiv und Tathergang ans Licht. Ab 15. Oktober werden auf www.baernblog.com erste tatrelevante Hinweise verraten. Nutzen Sie diesen Vorsprung zur Lösung des Falls! Es werden ausserdem 3× 2 Tickets für die Premiere am 2. November 2019 um 14 Uhr verlost. Geschichte und Verlosung: www.baernblog.com Weitere Informationen: www.stattland.ch/rundgange/krimi

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DINNE & DUSSE | STIFTSGARTEN

Vielfalt in malerischer Kulisse: der Berner Stiftsgarten Der Weg zum Stiftsgarten führt vom Berner Münster die steilen Treppen der Altstadt hinab, vorbei an engen Gassen und blühenden Gärten. Hier liegt er etwas versteckt hinter hohen Sandsteinmauern mitten im UNESCO-Weltkulturerbe der historischen Badgasse. Mit seinem üppigen Grün ist er ein Raum für biologischen Anbau mitten in der Stadt, mit viel Platz für natürliche Vielfalt und einem besonderen Schwerpunkt auf Inklusion der Menschen mit Flüchtlingshintergrund. Text: Tina Köhler, Fotos: Remo Eisner

Von der Vision zur Umsetzung Seit 2013 widmet sich Angela Losert, die Initiantin und Geschäftsleiterin des Stiftsgartens, nun schon dem Projekt. Das 22 Are grosse Gelände war über vier Generationen in Familienbesitz und blieb anschliessend für drei Jahre ungenutzt. Um das verwilderte Areal wieder bepflanzen zu können, brauchte es zunächst jede Menge tatkräftige Hände und ehrenamtliche Helfer/innen. Schritt für Schritt wurde im Herbst 2013 mit der Wiederinstandsetzung begonnen, 2017 schliesslich waren die wichtigsten umfangreichen Sanie-rungsarbeiten abgeschlossen. Das Ergebnis kann sich in jeglicher Hinsicht sehen lassen. Die Weinreben und üppig wachsenden Kräuter an den hohen, Wärme abstrahlenden Mauern erinnern an diesen heissen Tagen eher an sizilianisches Flair. Dolce Vita mitten in Bern! Die einmalige Perspektive mit der belebten Kirchenfeldbrücke aus der Ferne und dem grossen Turm des Berner Münsters über den hohen Altstadtmauern konnten hier schon viele beim gemeinschaftlichen Gärtnern ausgiebig geniessen. Seit 2018 ist der Garten vollständig bepflanzt und auf den Anbau von Beerenfrüchten aller Arten spezialisiert. Hier gibt es eine Üppigkeit, die von A wie Aprikose bis Z wie Zucchini reicht – denn auch viele Gemüsearten gehören ihrer botanischen Zugehörigkeit nach zu den Beeren. Die Arbeit im Stiftsgarten geschieht nach den Grundsätzen eines biologischen und naturnahen Anbau, mit dem zusätzlichen Schwerpunkt auf der Erhaltung und Vermehrung alter Kulturpflanzensorten.

Integration für Menschen mit Flüchtlingshintergrund Neues gibt es hier stets zu lernen, wenn sich Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen zur ehrenamtlichen Mithilfe im Stiftsgarten begegnen. Dank der Zusammenarbeit mit dem Projekt «Chancen» der Abteilung für transkulturelle Psychiatrie der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) können hier Menschen mit Flüchtlingshintergrund auf freiwilliger Basis regelmässig gärtnern. Neben Pflanzennamen, richtigen Erntezeitpunkten und Verarbeitungsmöglichkeiten, an denen Angela Losert mit ihrem grossen Wissensschatz alle Interessierten teilhaben lässt, werden ganz nebenbei Begrüssungen und Gemüsenamen auf Hocharabisch, Namensbedeutungen aus Afghanistan oder Lieder aus Eritrea aus-

getauscht. Viele Geschichten und Schicksale begegnen sich hier auf Augenhöhe beim gemeinsamen Tun.

Bildung und Kultur im Stiftsgarten Da der Stiftsgarten als GmbH zugleich darauf ausgerichtet ist, eigens produzierte Lebensmittel innerhalb einer regionalen, nachhaltigen Wertschöpfungskette zu vermarkten, wird hier natürlich auch viel geerntet und verarbeitet. So nehmen vor allem in der zweiten Jahreshälfte Freiwillige regelmässig an gemeinsamen Verarbeitungstagen teil, die unter der Leitung der stellvertretenden Geschäftsführerin Annekathrin Jezler stattfinden. Lernen in und mit der Natur – das wird im Stiftsgarten auf vielfältige Weise realisiert. Zum Beispiel mit Führungen, Kursen oder themenbezogenen Mitmachaktionen. Ebenso kann der Garten für kulturelle Veranstaltungen und Feierlichkeiten gemietet werden.

Paradiese brauchen viel Pflege! Der Garten ist die Umsetzung von Angelas Version eines «kleinen Paradieses», doch auch in Paradiesen gibt es jede Menge Arbeit und weitere Pläne, die es zu verwirklichen gilt. So ist noch für dieses Jahr der Bau eines Mehrzweckgebäudes inklusive Küche geplant, damit zukünftig die Ernte auch direkt vor Ort verarbeitet werden kann. Das Gebäude wird auch Schulklassen oder Privaten für Kurse, kulturelle Veranstaltungen oder andere Anlässe zur Verfügung stehen. Diese Verknüpfung von unmittelbarer Naturerfahrung und Bildungsarbeit ist für alle Teilnehmenden ein besonderes Erlebnis und sichert zudem langfristig die Erhaltung und Pflege des Stiftsgartens. Im September starten Geschäftsleitung und Förderverein deshalb gemeinsam ein Crowdfunding für das geplante Gebäude über die Plattform Lokalhelden und freuen sich schon jetzt über viele Fans und Unterstützer, damit diese Stadtoase auch zukünftig erblüht. Mehr Infos unter anderem zum Verkauf der Produkte, zu Vermietungen, Führungen und Bildungsveranstaltungen, zu Kursen, Mitmachaktionen, ehrenamtlicher Tätigkeit usw. unter www.stiftsgarten.ch Kulturelle Veranstaltungen unter anderem mit dem Buchladen Einfach Lesen (www.einfachlesen.ch) und Slow Food Bern (www.slowfoodbern.ch) 7


HOUPTSACH BÄRN! | DINNE & DUSSE H O U P T S A C H B Ä R N ! | S P O R T S TA D T

Wie genossenschaftlich baut Bern? Text und Foto: Luca Hubschmied, Journal B

Die Stadt Bern kämpft mit steigenden Mietpreisen und knappem Wohnraum. Auch der genossenschaftliche Wohnungsbau fristet ein Schattendasein. Neue Überbauungen wie auf dem Warmbächliareal könnten aber ein Zeichen sein, dass die Wohnbaupolitik langsam in Bewegung kommt.

Noch ist das Areal der alten Kehrichtverbrennung Warmbächli eine staubige Brache. Doch bereits für den Oktober kündigte der Verein Warmbächlibrache, der hier auf der «lieblichsten Steinwüste der Stadt» die Zwischennutzung organisiert, das grosse Abschlussfest an. Danach soll Realität werden, was schon seit Jahren vorgespurt ist. Wo bis 2012 die Kamine der Verbrennungsanlage in den Himmel ragten, entsteht eine neue Siedlung, ja quasi ein neues Quartier. «Holliger» lautet der Name der Überbauung, in der rund 330 Wohnungen entstehen werden. Bemerkenswert daran: Alle Wohnungen werden von Wohnbaugenossenschaften gebaut. In der Stadt Zürich gehört etwa ein Viertel aller Wohnungen gemeinnützigen Wohnbauträgern wie Wohnbaugenossenschaften (WBG). In Bern trifft das nur auf jede zehnte Wohnung zu.

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«Wohnbaugenossenschaften sind der bewährte Weg für mehr bezahlbaren Wohnraum, da statt Profitorientierung sogenannte Kostenmieten gelten, die mittelfristig 15–20 Prozent günstiger sind als konventionelle Mietverhältnisse», sagt Natalie Imboden, Generalsekretärin des Mieterinnen- und Mieterverbands Schweiz. Zürich habe den gemeinnützigen Wohnungsbau bereits früh gefördert, so Imboden. In Bern stehe er erst seit etwa zehn Jahren breiter abgestützt auf der politischen Agenda.

Gefragt: preisgünstiger Wohnraum Im Mai 2014 nahmen die Berner Stimmberechtigten mit einer wuchtigen Mehrheit von 72 Prozent die städtische Wohninitiative an. Die Initiative forderte, dass bei Um- und Neueinzonungen mindestens ein Drittel der Wohnnutzung für preisgünstigen Wohnraum zur Verfügung stehen muss. Diese Wohnungen sollen dauerhaft in Kostenmiete vermietet oder an einen gemeinnützigen Bauträger abgegeben werden. Umgesetzt wurde dieser Wunsch nach mehr bezahlbarem Wohnraum bis heute nicht. Der Hauseigentümerverband (HEV) Bern und Umgebung befürchtete eine Einschränkung der Wirtschaftsfreiheit und reichte eine Beschwerde bei der kantonalen Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion ein. Diese wies die Einsprache ab, ebenso das Verwaltungsgericht. Aktuell ist die Beschwerde beim Bundesgericht hängig.


DINNE & DUSSE | WOHNE

WOhnenbern Bereits zwei Jahre vor der Wohninitiative entschied das Berner Stimmvolk, dass auf der Überbauung des Warmbächliareals mindestens die Hälfte des Wohnungsbaus von gemeinnützigen Wohnbauträgern durchgeführt werden soll. Dieser Anteil hat sich schliesslich verdoppelt, auf dem weitläufigen Areal im Westen Berns werden nun alle der geplanten 330 Wohnungen von insgesamt sechs verschiedenen Wohnbaugenossenschaften erstellt. Die jüngste davon ist die WBG Warmbächli. Sie wurde eigens gegründet, um in der neuen Siedlung das Haus an der Güterstrasse 8 umzubauen. «Wir haben uns Ende 2012 zum ersten Mal getroffen, als sich die Möglichkeit eröffnete, auf dem Warmbächliareal gemeinschaftlichen Wohnraum zu realisieren», erklärt Ilja Fanghänel von der WBG Warmbächli. «Wir legen Wert auf viel geteilten Gemeinschaftsraum und wenig Privatraum, auch aus einer ökologischen Überlegung heraus. Zudem arbeiten wir sehr partizipativ und sind offen für alle Interessierten. Unser Vorstand hat sich aus der losen Gruppe gebildet, die wir am Anfang waren.»

Der Umbau und die Vermietung Der Umbau des Hauses durch die WBG Warmbächli soll im Sommer 2021 abgeschlossen sein. Welche rund 200 Personen dann in diese Wohnungen einziehen dürfen, ist noch unklar. In einer ersten Phase werden die Wohnungen innerhalb der Genossenschaft ausgeschrieben. «Zu diesem Zweck haben wir ein Vermietungsreglement, das gewisse Kriterien für die Vergabe festlegt», erläutert Ilja Fanghänel, «etwa das Engagement für die Genossenschaft oder die Altersdurchmischung.» Zudem stehe schon fest, dass einige Wohnungen an soziale Institutionen vermietet werden.

Ein Novum Für die neuere Wohnbaupolitik der Stadt Bern ist das Warmbächliareal ein Novum. Dass ein solch grosses Gebiet ausschliesslich von Wohnbaugenossenschaften bebaut wird, könnte ein Zeichen sein, dass der gemeinnützige Wohnungsbau in Bern langsam aus dem Dornröschenschlaf erwacht.

WOhnenbern – ein gemeinnütziger Verein, der Menschen, die in Bern von Obdachlosigkeit bedroht sind, Wohnraum und professionelle Wohnbegleitung anbietet und sie in ihrer aktiven Teilhabe und Inklusion in der Gesellschaftunterstützt. Das Angebot von WOhnenbern richtet sich an volljährige Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen oder bedroht sind – unabhängig von ihrer persönlichen und aktuellen Lebenslage oder ihren gesundheitlichen Einschränkungen. Betreutes, teilbetreutes, begleitetes Wohnen, Wohnverwaltung, externe Wohnbegleitung und -beratung sind die Angebote des Vereins. Als Mieterin unterhält WOhnenbern rund 100 Wohnungen und 60 Zimmer in vier Liegenschaften auf dem Gebiet der Stadt Bern. Bei der Vergabe der Liegenschaften steht die optimale Durchmischung von Mietenden mit und ohne Bedarf an Wohnbegleitung und die Vernetzung mit der Nachbarschaft und mit Organisationen im Quartier im Mittelpunkt. Um die Wohnungsnot vor allem für Armutsbetroffene und -gefährdete konstruktiv anzugehen, hat WOhnenbern zusammen mit dem Hauseigentümerverband das Projekt «Optimo» entwickelt, das Solidarhaftung für die Mietverhältnisse der Bewohnerinnen und Bewohner übernimmt. Restaurant44 Mit dem restaurant44, an der Scheibenstrasse 44, betreibt WOhnenbern seit 2017 einen Begegnungsort, der ohne Konsumzwang zum Verweilen, Essen und Trinken einlädt. Das Restaurant ist offen für alle und ermöglicht es Kundinnen und Kunden von WOhnenbern, am sozialen Leben teilzunehmen. Verschiedene niederschwellige Möglichkeiten zur Beschäftigung und Freizeitgestaltung stehen den Gästen nebst dem Austausch mit Mitarbeitenden und anderen Gästen zur Verfügung. Menschen mit kleinem Budget können für fünf Franken ein warmes Gericht beziehen. Finanziert werden die «Solimenus» durch einen Fünfliber von zahlenden Gästen oder durch Spenden. Diese Kombination von gutem Essen und sozialer Betätigung in der unmittelbaren Umgebung ist einzigartig. www.wohnenbern.ch zentrum44@wohnenbern.ch, Telefon 031 332 97 97 Für Spenden «Solimenus»: IBAN CH77 0900 0000 8715 1019 8

Auch auf dem Viererfeld, einem weiteren grossen Bauprojekt in der Stadt, ist mindestens die Hälfte der Wohnfläche für den gemeinnützigen Wohnungsbau reserviert. Längere Version ab sofort auf www.journal-b.ch

Journal B ist eine unabhängige Online-Zeitung aus Bern. Sie finanziert sich durch Mitglieder. www.journal-b.ch 9


HOUPTSACH BÄRN! | DINNE & DUSSE

Die Oase mitten in der Länggasse Text: Michèle Freiburghaus, Fotos: Remo Eisner

Als Peter Schuler 2005 das schmucke Häuschen in der Längggasse bezog, war auf dem 1000-m²-Bitz nichts als ein Parkplatz und «viu Gjät». Damals zog er mit seinem – mittlerweile verstorbenen – Grosi zusammen, damit er ein bisschen auf sie achtgeben konnte. Der 56-Jährige residiert im ersten Stock eines Glasereibetriebes, die unkonventionelle Einrichtung der Wohnung erzählt von den vielen Reisen und vom exotischen Geschmack ihres Bewohners. Mit viel Liebe zum Detail legte Pesche («I bi schliesslech e Bärner [ ... ]») einen üppigen Garten inklusive Biotop an. Der Unterhalt dieser Oase im Herzen der Länggasse – von der ganz nebenbei auch alle Anwohnenden profitieren – ist anspruchsvoll: Täglich zwei Stunden Giessen und «Umegrümschele» sind an warmen Tagen angesagt. Glücklicherweise hat Pesche Schuler einen grossen Freundeskreis, den er jeweils zu «Jät-Party» einlädt. Zum Dank gibts Wein, Wurst, und wer mag, darf anschliessend sein Häckerli behalten. 10


DINNE & DUSSE | WOHNE

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Ein unauffälliges Bijou Von aussen wirkt das Haus an der Wasserwerkgasse 15 eher unscheinbar. Vielleicht fällt einem noch das «Känzeli», der grosszügige Vorplatz direkt am Flussufer, auf. Hinter den beiden mächtigen Flügeltüren verbirgt sich jedoch ein waschechtes Berner Bijou: das Mattenkraftwerk. Ein Gebäude mit Geschichte. Flusskraftwerk Matte 1891

K R A F T W E R K M AT T E

Wie der Name schon erahnen lässt, steht das Mattenkraftwerk mitten im wunderbaren Mattenquartier. Das sogenannte schwarze Quartier von Bern liegt auf einer Halbinsel direkt am Flussufer der Aare. Dank dieser kommt dem Stadtteil von jeher eine wichtige Bedeutung zu. Die Aareschwelle in der Matte wurde schon im 13. Jahrhundert erbaut, um die unermüdlich fliessende Kraft des Wassers für Sägereien, Mühlen und andere Gewerbe zu nutzen. Wasserräder gaben die mechanische Kraft direkt über Transmissionswellen an die verschiedenen Betriebe ab. Als Werner von Siemens 1867 die Dynamomaschine erfand, zeichnete sich der Beginn eines neuen Zeitalters ab. So nahm am 10. August 1891 an der Wasserwerkgasse in der Matte das erste «Elektricitäts- und Wasserkraftwerk» der Stadt Bern offiziell seinen Betrieb auf. Damit gehörte Bern zu den ersten Schweizer Städten mit Stromversorgung. Das Datum der Inbetriebnahme gilt offiziell als Gründungstag des Elektrizitätswerks der Stadt Bern (heute Energie Wasser Bern, ewb).

Es werde Licht! Elektrischer Strom wurde damals vorwiegend für Beleuchtungszwecke erzeugt. Die Inbetriebnahme des Wasserkraftwerks in der Matte fiel mit der 700-Jahr-Feier der Stadt Bern zusammen. Anlässlich dieser Feierlichkeiten wurden die Strassen und Plätze zwischen Zytglogge und Hirschengraben erstmals mit elektrischen Kohlebogenlampen beleuchtet. Die Berner Bevölkerung begeisterte sich schnell für die neue Energieform und forderte immer mehr elektrisches Licht. Folglich wurde bis 1894 auch die untere Stadt elektrisch beleuchtet. Auch in der Industrie sowie mit der Umstellung der städtischen Strassenbahnen von Pressluft- auf elektrischen

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Betrieb stieg der Strombedarf weiter rapide an. Allein 1901 wurde ein Mehrverbrauch von 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Als Folge dessen stand bald der Bau von zusätzlichen Produktionsanlagen zur Diskussion. Die Deckung der abendlichen Lichtspitzen erforderte die Installation von zwei Gasmotoren in der Umformerstation Monbijou. 1904 wurde auf dem Marzili-Inseli ausserdem eine kohlebefeuerte Dampfturbinenanlage erstellt und schon vier Jahre später erweitert. Trotzdem konnten die eigenen Produktionsanlagen nach der Eingemeindung von Bümpliz der wachsenden Nachfrage nicht lange gerecht werden, sodass sich das Elektrizitätswerk nach geeigneten Lösungen umsehen musste. Die Stadt Bern beteiligte sich deshalb 1930 als Aktionärin an der 1925 gegründeten Kraftwerke Oberhasli AG (KWO).

Kochen mit Strom Ab 1945 verursachten aufkommende Wärme- und Kochapparaturen eine ausgeprägte Belastungsspitze, die Hausfrauen begannen, mit Elektrizität zu kochen. Am Hauptsitz an der Monbijoustrasse betrieb das Elektrizitätswerk eine Showküche, in der Hausfrauen lernten, auf elektrischen Herdplatten zu kochen. Verbunden mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegsjahre, stieg die Nachfrage nach Strom weiter stark an. Der Bedarf nahm derart zu, dass das Elektrizitätswerk Bern abermals neue Produktions- und Beteiligungsmöglichkeiten suchen musste. Mit dem Ausbau der KWO und Beteiligungen an weiteren Kraftwerken baute man die zur Verfügung stehende Leistung fortlaufend aus.

Einzigartige Location für Anlässe Aber auch das Mattenkraftwerk stand über die Jahre nicht still. 1985 wurde nach 30 Monaten Bauzeit ein neues unterirdisches Kraftwerk in Betrieb genommen, das die beiden bestehenden Zentralen ersetzte. Heute produziert das Kraftwerk Matte jährlich 7000 MWh «naturemadestar»-zertifizierten Ökostrom und versorgt damit 1556 Berner Haushalte. Steht man auf dem Känzeli vor dem Gebäude, kann es durchaus sein, dass einen das Summen der darunter rotierenden Turbinen in den Füssen kitzelt. Im ehemaligen Maschinenraum an der Wasserwerkgasse 15 wurden zwei Generatoren entfernt, der dritte Generator wurde als Museumsstück belassen. Der schmucke, 125 m2 grosse Raum bietet Platz für bis zu 70 Personen und kann für Veranstaltungen gemietet werden. Infos: www.ewb.ch/matte.

Energie Wasser Bern unterstützt den Anlass «BÄRN!Foto Musig Märit» vom BÄRN!Verlag, der am 12. September im Flusskraftwerk Matte stattfindet. Ausstellung der 20 bestplatzierten Fotos, Verkauf zugunsten von Sleeper und der Gassenküche. Musikprogramm von Berner Bands. Mehr Infos Seiten 48 und 49.

www.ewb.ch Flusskraftwerk Matte 2019

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HOUPTSACHBÄRN! | DINNE & DUSSE TRASH HEROS

Freiwillige Abfallhelden – auch in Bern Die Trash-Hero-Mission ist es, einfach ausgedrückt, Gemeinschaften zusammenzubringen, um aufzuräumen und Abfall zu reduzieren. Seit geraumer Zeit gibt es auch in Bern eine Gruppe von freiwilligen Abfallhelden, die sich regelmässig trifft, um unsere Stadt vom Müll zu befreien. Text: Michèle Freiburghaus, Fotos: zvg Trash Hero ist eine globale Bewegung von Freiwilligen, die von Trash Hero World geführt, unterstützt und geleitet wird. Das Herzstück ist ein wachsendes Netzwerk von lokalen Organisationen, den sogenannten «Chapters». Derzeit erstreckt sich das Netzwerk auf zwölf Länder auf der ganzen Welt: Indonesien, Thailand, Malaysia, Myanmar, Laos, Singapur, Tschechische Republik, Rumänien, Serbien, Australien, USA und die Schweiz. Bis Juni 2019 wurden mehr als 230 000 Freiwillige mobilisiert, um 1164 Tonnen Müll in elf Ländern weltweit zu sammeln. Das Ziel der Organisation ist es aber nicht nur, Abfall einzusammeln, sondern auch, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, welche Konsequenzen der achtlose Umgang mit Ressourcen und entsprechend mit Abfall hat. Ausserdem engagieren sich die Freiwilligen in der Weiterbildung und Sensibilisierung von Kindern und Erwachsenen und unterstützen langfristige Programme, die der Gesellschaft helfen, die Abfallprobleme zu reduzieren.

Unterstützung lokaler Unternehmen kommen bei diesen Aktionen Menschen zusammen, um Müll zu sammeln. Zeit und Ort werden jeweils vom örtlichen Trash Hero Chapter festgelegt und auf Facebook und der Website publiziert. Den Freiwilligen entstehen dabei keine Kosten, und sie müssen sich nicht anmelden, nach dem Clean-up wird die geleistete Arbeit bei einem wohlverdienten Drink in einer Berner Bar gefeiert. Der eingesammelte Müll wird nach dem Clean-up sortiert, korrekt entsorgt und der Restmüll von den lokalen Behörden abgeholt.

World Clean-up Day

Trash Hero Bern

Den World Clean-up Day gibt es bereits seit elf Jahren, dieses Jahr findet er am 21. September statt. Millionen von Freiwilligen in über 150 Ländern kommen an diesem Tag zusammen, um «die Welt in einem Tag aufzuräumen». «Wir von Trash Hero Bern wollen die Chance nutzen, die Menschen in Bern für die lokalen Herausforderungen bezüglich Abfall und Wegwerfmentalität sensibilisieren. Wir wollen den Leuten aufzeigen, dass es wichtig ist, den Müll korrekt zu entsorgen, zu recyclen oder gar nicht erst zu produzieren, denn nur so können wir auch nachhaltig eine Veränderung erzielen. Unser Motto heisst schliesslich «we clean – we educate – we change», entsprechend ist es nur logisch, dass wir bei diesem Event mitmachen. Ziel muss es sein, dass es uns irgendeinmal nicht mehr braucht!», meinen Michel und Fabio, die Initiatoren von Trash Hero Bern. Mehr Infos: Facebook, Veranstaltung World Clean-up Day 2019 in Bern.

Trash Hero Switzerland koordiniert die Aktivitäten in der Schweiz zusammen mit weiteren nicht staatlichen Organisationen. Trash Hero Bern führt Reinigungsaktionen (Clean-ups) durch. Mit der

www.trashhero.org/de www.facebook.com/TrashHeroBern, bern@trashhero.org

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G E S E L L S C H A F T | R A P H A E L R E B E R , / I M PA C T H U B

Raphael Reber. Foto: Rob Lewis

Gründungsteam von Impact Hub Bern. Foto: Victor Wanderley

Berner Unternehmer von Forbes geehrt Das Forbes Magazine bezeichnet sich als das bekannteste Wirtschaftsmagazin der Welt. Kürzlich kürte es den Unternehmer Raphael Reber zu einem der 30 spannendsten Schweizer im Alter von unter 30 Jahren.

Sein Bachelor-Studium an der Universität Bern (Business Administration and Business Law) dauerte fünf Jahre, weil er mitten drin eine Stelle mit Führungsaufgaben in Pakistan übernahm.

Impact Hub Bern Text: Dave Hertig

Für den Stadtberner Raphael Reber kam die erfreuliche Nachricht seiner Ernennung unerwartet. «Ich staune und freue mich darüber, dass meine Aktivitäten das Interesse dieser internationalen Publikation wecken», sagt der 27-jährige. Klaus Fiala ist der Chefredaktor von Forbes Deutschland, Österreich und der Schweiz und begründete die Wahl so: «Seit 2012 listet Forbes im Rahmen der Wahl ‹30 Under 30› Menschen aus, die trotz oder gerade wegen ihres jungen Alters Aussergewöhnliches erreicht haben. Sie denken unternehmerisch und träumen gross. Mit seinem Unternehmen Zeilenwerk und dem Engagement beim Impact Hub Bern erfüllt Raphael Reber als einer der 2019 ausgezeichneten ‹Under 30’s› der Schweiz genau das. Er ist Unternehmer, Community-Builder und Innovator – und findet sich in unserer Liste zu Recht unter seinesgleichen wieder.»

Der Geschäftsmann Raphael gründete sein erstes Business im Alter von 14 Jahren. Er produzierte Promo-CDs für aufstrebende Musiker/innen und verdiente als Gymnasiast zu den besten Zeiten 4000 Franken im Monat. «Ich war schon damals eher der Unternehmer und weniger der Schüler», sagt er dazu. Er wollte die Schule schmeissen und ist heute froh, dass er sich von seinem Umfeld davon abbringen liess.

Raphael Reber ist Vater einer neugeborenen Tochter sowie Mitgründer und Teilzeit-CEO des Digitalstudios Zeilenwerk in Bern, das Projekte im Mobile- und Web-Umfeld realisiert. Ausserdem war er Mitbegründer vom Impact Hub Bern – dem lokalen Ableger des weltweiten Ideenlabors rund um das Thema Social Entrepreneurship. «Unser Mitgründer und damaliger kreativer Kopf Räphu ist ein Sinnbild unserer weltweiten Community von Innovatorinnen und Querdenkern – wir freuen uns, dass Forbes sein Potenzial erkannt hat», sagt Frederike Asael, Co-Founder des Impact Hubs Bern, zur Wahl von Raphael Reber. Der Impact Hub Bern – eine Community von Pionieren, Kreativen, motivierten Unternehmer/innen und Intrapreneurs – bietet Programme, Start-up-Inkubatoren, Workshops, Events nicht nur für die Community, sondern auch für alle, die sich für wertebasiertes, nachhaltiges Unternehmertum begeistern lassen. So ist beispielsweise «Aare Ventures» eine neue Investoren-Community für Seedund Early-Stage-Funding aus Bern. Investoren werden mit interessanten Start-ups verbunden. Darüber hinaus wird diesen Investoren die Möglichkeit geboten, sich untereinander auszutauschen und voneinander zu profitieren. Ausserdem vermietet das Unternehmen Sitzungszimmer und bietet Coworking Tagespässe an.

Mehr Infos zu den Angeboten: www.bern.impacthub.net www.zeilenwerk.ch 15


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GESELLSCHAFT | RETO NAUSE

«Ich habe eine Aufgabe zu erfüllen» I N T E R V I E W M I T R E TO N A U S E Reto Nause (48) ist Historiker und Politologe, Mitglied der CVP, seit 2009 Gemeinderat der Stadt Bern und Direktor für Sicherheit, Umwelt und Energie. Er ist Vater zweier Söhne und lebt in Bern. Im Interviewformat «Hautnah» möchte das BÄRN!Magazin etwas mehr über den Menschen Reto Nause erfahren. Interview: Michèle Freiburghaus, Foto: Remo Eisner

Was hat dich dazu bewogen, Politiker zu werden und welchen Beruf könntest du dir alternativ vorstellen? Politik durchdringt unseren Alltag von früh bis spät: Ob wir gute oder schlechte ÖV-Verbindungen haben, ist ein politischer Entscheid. Ebenso gilt dies für die Qualität unserer Schulen, für Ladenöffnungszeiten, die Höhe der Steuern usw. Ich finde es schön, wenn man den Alltag entlang der eigenen Wertvorstellungen mitbeeinflussen kann: Das ist Politik, und die betrifft alle! Früher hätte ich mir vorstellen können, Reiseleiter zu werden, Delegierter des Roten Kreuzes in Krisengebieten oder Betreiber einer Strandbar auf den Seychellen … Du bist Mitglied der CVP – warum diese Partei und woran glaubst du? Solidarität und Eigenverantwortung müssen sich die Waage halten – das ist der Kern christdemokratischer Politik. Das Europa der Nachkriegszeit wurde entlang dieser Vorstellungen zu einem wirtschaftlich prosperierenden Kontinent aufgebaut. Ausserdem müssen wir unserem Planeten Sorge tragen: Der Umweltartikel in der Bundesverfassung geht auf die CVP zurück. Irgendeine übergeordnete Instanz steht auch über uns Menschen und hält dieses Universum zusammen. Im kleinen Zeitfenster, in dem wir auf dieser Erde sind, sollten wir das mit ein wenig Ehrfurcht erkennen. Bei welchen Themen bist du als Bürgerlicher grün/rot? Ich will mehr Sicherheit, eine liberale Wirtschaft, mehr Innovation und intelligente Lenkungsabgaben zum Schutz der Umwelt. Das ist «orange» CVP. Das Porträtbild von Remo Eisner zeigt eher den Sänger einer Rockabilly-Band als einen Politiker – wie viel Rebell steckt noch in Reto Nause? Wer sich in Bern für ein Formel E-Rennen, Schulnoten, tiefere Steuern und längere Ladenöffnungszeiten engagiert, ist ein Rebell! Ich liebe es, gegen die «Mainstream-Birkenstockromantik» anzutreten! Man sieht dich auch an Rockkonzerten – welchen Musikstil magst du besonders?

Rammstein war das kulturelle Highlight des Jahres 2019! Die Foo Fighters ein Jahr zuvor und der Auftritt von AC/DC im Stade de Suisse werden unvergesslich bleiben! Ich liebe die harten – unsubventionierten – Töne. Auf dem Heimweg von einem solchen Konzert wolltest du offenbar privat die Reitschule besuchen und wurdest weggewiesen. Wie beurteilst du im Nachhinein deine Aktion? In unserer Stadt sollten sich alle überall und zu jeder Zeit aufhalten können – das ist ein Stück Lebensqualität. Das gilt auch für mich. Ich würde wieder auf den Vorplatz gehen, um einen Augenschein zu nehmen. Du bist klar für den Erhalt der Reitschule als Kulturzentrum, aber ... Mit ihrer heutigen Organisation hat die Reitschule keine Zukunft: Basisdemokratie bedeutet dort, dass alle einverstanden sein müssen. Ein paar wenige Gewaltextremisten können deshalb alles torpedieren und die Mehrheit in Geiselhaft nehmen. Deal, Körperverletzungen, Raube und Übergriffe auf Frauen nehmen zu. Man muss die Reitschule schliessen und mit einer echt demokratisch organisierten Trägerschaft neu eröffnen. Das bestehende Experiment ist an seinen Gewaltexzessen selbst gescheitert. An der Meisterfeier wurden Beamte der Polizei spitalreif geschlagen. Ganz grundsätzlich nimmt die Gewaltbereitschaft – nicht nur gegen die Sicherheits-, sondern auch gegen Rettungsdienste und Feuerwehr zu. Wie erklärst du dir diese Entwicklung? Die Strafen bei Gewalt und Drohung gegen Beamte und bei Landfriedensbruch fallen in der Regel milde bis sehr milde aus. Sie haben keine abschreckende Wirkung. Wie sich bei Festnahmen zeigte, ist der harte Kern der gewaltextremistischen Szene in Bern ab 14 Jahre jung, stammt nicht aus einer sozial unterprivilegierten Schicht und umfasst nur ca. 40 Personen. Warum kriegt man deiner Meinung nach diese relativ kleine Gruppe einfach nicht in den Griff?

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Polizei und Nachrichtendienst dürfen gegen gewaltextremistische Gruppen nicht präventiv vorgehen. So will es das Bundesgesetz. Dieses Instrument wäre aber nötig, um die Vorbereitungen der strafbaren Handlungen zu dokumentieren, die Strukturen nachzuweisen und die schuldigen Personen härter ins Recht zu fassen.

Früher habe ich ab und zu Konzerte im Dachstock der Reitschule besucht. Heute wäre der Entspannungswert einer solchen Unternehmung gleich null. Schade!

Steinewerfer kann die Polizei heute nur in flagranti festnehmen oder mit mühsamen Videobeweisen zu überführen versuchen. Trifft der Stein nicht, behandeln das die Gerichte nach meinem Verständnis viel zu sehr als Kavaliersdelikt. Der Gewaltextremismus hat aber in der Schweiz Formen angenommen, die beängstigend sind: Wir reden von lebensgefährlichen Attacken, von fliegenden Eisenstangen, Blendversuchen mit Laserpointern, Brandanschlägen. Vor dieser neuen Intensität der Gewalt verschliesst man im Bundeshaus noch die Augen.

Den Kontakt mit den Menschen! Die könnten teilweise unterschiedlicher nicht sein! Und was immer vergessen geht: Auch der Tierpark ist in meiner Direktion!

Wie nahe geht es dir, dass du für viele, vor allem junge Leute, der personifizierte Feind bist?

Warum machst du genau diesen Job, und was magst du daran besonders?

Auf welche Errungenschaften in der Umwelt- und Energiepolitik während deiner Amtszeit bist du stolz? Wir konnten in den letzten zehn Jahren den CO2-Ausstoss im Gebäudebereich und bei Heizungen um 28% reduzieren. Das verdanken wir einer Energierichtplanung, die schweizweit führend ist. Du bist Präsident der Tierparkkommission – welches Tier im Dählhölzli fasziniert dich und warum?

Ich habe eine Aufgabe zu erfüllen. Die Mehrheit ist da dankbar. Als Sicherheitsdirektor musst du oft Härte zeigen, an Events und beim Feierabendbier zeigst du dich aber nahbar und charismatisch. Fühlst du dich missverstanden? Missverstanden fühle ich mich da eigentlich nicht. Man kann nicht immer «Everybody's Darling» sein. Wir haben in meiner Amtszeit die Aussenbestuhlungsflächen vermutlich verdoppelt, Pop-upBars möglich gemacht und Veranstaltungen bewilligt, die vor 15 Jahren wohl keine Chance gehabt hätten. Das braucht aber gegenseitiges Vertrauen und Macherinnen und Macher, die sich auch an Auflagen halten.

Ich habe eine Patenschaft für ein Wildschwein ... Die finde ich drollig. Aber natürlich haben es mir auch die Bären angetan! Der Tierpark ist aber auch als Ganzes ein Stück Lebensqualität für Bern. Eigentlich bist du Aargauer, deine Mutter aber war Bernerin, was sich auch am Dialekt zeigt. Wie verbunden bist du mit Bern, und welche Orte in Bern sind dir die liebsten? Mein Lieblingsplatz ist der Steinhölzli-Park: Der Wald lädt zum «Versteckis» ein, der Spielplatz lässt Kinderaugen leuchten, und im Bistro kann man einen Apéro trinken – eine kleine Oase! Eine gute Fee gewährt dir drei Wünsche ...

Gibt es Unternehmungen, die du, aufgrund deiner Position nicht machen kannst, und wenn ja, welche?

... dass es meinen Kindern und meinem Umfeld gut geht!

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Fotos: Beat Strathmann

Serie «Randsportarten»: Unterwasserhockey Am 13. September startet die Eishockey National League des SCB mit einem Heimspiel gegen Rapperswil Jona Lakers. Mit Informationen dazu werden Interessierte in allen Berner Medien bestens versorgt. Wir legen unser Augenmerk deshalb auf weniger populäre oder gar exotische Sportarten. Wussten Sie beispielsweise, dass es auch eine Hockeyart gibt, die unter Wasser gespielt wird? Unterwasserhockey (auch Octopush genannt) ist eine Mannschaftssportart, bei der mit Schnorchel, Maske und Flossen ausgerüstete Spieler pro Mannschaft versuchen, am Grund eines Schwimmbeckens einen Bleipuck mithilfe eines Schlägers ins gegnerische Tor zu bringen. Pro Mannschaft sind beim Unterwasserhockey sechs Spielende im Wasser zugelassen. Zu sechst das gesamte Spielfeld unter Kontrolle zu halten, ist ganz schön herausfordernd und braucht viel taktisches Geschick. Gespielt wird über die Breite eines 50 Meter-Beckens. Der Puck kann bis zu fünf Meter weit geschossen werden, was das Spiel schnell und spannend macht. Die Spielenden sind ausser mit dem erwähnten Equipment mit einem schmalen Stick und einem schützenden Handschuh ausgestattet. Der Puck darf nur mit diesem Stick, einem kleinen und speziell geformten Stock, bewegt werden. Daher gibt es viele technische Tricks, die ein elegantes Spiel ermöglichen.

Unterwasserhockey Club Bern Der Unterwasserhockey Club Bern agiert im Worber Wislepark. Wir unterhielten uns mit der Präsidentin, Johanna Boldt. Wie kommen Sie zu diesem in Südafrika zwar relativ populären, aber in der Schweiz noch exotischen Sport? Unterwasserhockey war auch mir damals unbekannt. Während eines Tauchkurses des universitären Unterwassersportklubs wurde Unterwasserhockey (UWH), SCUBA-Orienteering und Speer-Fishing angeboten. Beim Unterwasserhockey wird meine Liebe zu Wasser, Schwimmen, Tauchen und Teamgeist unter einen Hut gebracht. Ab 2017 biete ich UWH in Bern an.

Offenbar wird der Sport mit gemischten Mannschaften gespielt? Ja, auf Klubniveau wird oft in gemischten Mannschaften trainiert und gespielt. Das funktioniert, weil es kein Kontaktsport ist. In den Ländern, in denen Unterwasserhockey bereits länger populär ist, zum Bespiel in Frankreich, Australien, Südafrika, Kanada und Grossbritannien, gibt es separate Mannschaften schon auf Klubniveau. National- und Weltmeisterschaften haben nur getrennte Kategorien. Welche Voraussetzungen muss eine Spielerin oder ein Spieler mitbringen? Es reicht, wenn man sich gerne im und unter dem Wasser bewegt. Wer Teamgeist besitzt und seine Mitspieler gerne unterstützt, der bringt alles mit, was es braucht. Was macht den Sport attraktiv? UHW ist kurzweilig, und man ist im dreidimensionalen Raum aktiv. Die Lernkurve wird relativ schnell bewältigt. Der Sport eignet sich für jeden und umfasst Kondition, Flexibilität, Kraft, Schnelligkeit und fördert die Herz-Lungen-Fitness. Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus? Eine gute Frage. Für mich sind Kinder und Jugendliche die wichtigste Altersgruppe. Sie sind unsere Hoffnung, zukünftig an den zweijährlichen Weltmeisterschaften teilzunehmen. Es ist schwierig, in Bern Nachwuchs für Unterwassersportarten wie UW-Hockey, UW-Rugby, Apnoe oder Flossenschwimmen zu finden. Das grösste Hindernis ist es jedoch, geeignete Schwimmbäder und Trainingszeiten für diesen tollen Sport zu finden. Wie steht es mit Kontaktspiel, wie es beim Eishockey vorkommt? Im Unterschied zum verletzungsreichen Eishockey ist UWH kein Kontaktsport! Die Regeln sind sehr streng. Sie werden von zwei bis drei Schiedsrichtern im Wasser und einem ausserhalb des Wassers kontrolliert. Dennoch spielt man sehr nah nebeneinander und kann Körperkontakt nicht immer vermeiden.

Das ganze Interview: www.baernblog.com Mehr Informationen: www.uwh.ch

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G E S E L L S C H A F T | 1 0 J A H R E B Ä R E N PA R K

Geschichte des BärenPark in Bildern: (v.o.l.n.u.r.): Bärenplatz 1606, Bärentaufe, Spatenstich BärenPark, der letzte Bärengrabenbär Pedro, Eröffnungsfeier, Finns Krankenlager, Ursina und Berna, die Jungtiere mit Björk, Finn und Björk wieder beisammen, Finn, der Liebling, BärenPark 2019

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Bern und seine Bären – «mir hei Sorg zu ihne» Mit Fug und Recht lässt sich sagen: Bern ist das Schweizer Zentrum der Bären in Menschenobhut und das seit knapp 600 Jahren. Seit Gründung der Stadt ist der Bär in Siegel und Wappen allgegenwärtig. Text: Doris Slezak, Fotos zvg Geschichte Die erste Bärenhaltung in Bern ist anhand von Stadtrechnungen aus dem Jahr 1441 überliefert. Ein Bärengraben wurde erstmals 1513 erwähnt, er befand sich auf dem heutigen Bärenplatz vor dem Käfigturm. Als die Söldner am 24. Juli 1513 siegreich aus der Schlacht von Novarra zurückkehrten, führten sie einen Bären mit, der im ersten Bärengraben sein Zuhause fand. Bern hatte seinen Bären. Und er blieb bis heute. Zwar wurden die Berner Bären im Jahr 1798 mit dem Einmarsch der Franzosen nach Paris entführt, doch der Bär kehrte nach zwölf bärenlosen Jahren wieder nach Bern zurück. Immer wieder musste er weichen und in einen neuen Graben umziehen – die Stadt wuchs, und man benötigte «mehr Platz für mehr Menschen». Ein zweiter Bärengraben entstand 1771 vor dem Golattenmattgass-Tor. Ungefähr 50 Jahre später folgte dann der dritte vor dem Aarbergertor. Eisenbahn und Brücke wurden gebaut und der vierte Graben dann 1857 am Ende der Nydeggbrücke errichtet. Bern ohne Bären? Das gab es – bis auf kurze Phasen – nicht. Die Bernerinnen und Berner nahmen regen Anteil an den Bären im Bärengraben. Öffentliche Bärentaufen sowie die jährliche Präsentation der Jungbären galten als besondere Highlights. In der freien Natur kommen Jungtiere erstmals im Frühjahr aus der Winterhöhle, in Bern wurden sie jeweils am Ostersonntag der Berner Bevölkerung vorgestellt, ein Volksfest. Bern hatte seine Bären auch zum Fressen gern. In den Zeiten, als bis zu 24 Bären unter beengten Bedingungen im Bärengraben lebten, wurden überzählige Tiere getötet und von der Politikelite in rustikalen Beizen als Bärenpfeffer oder Bärenschinken verspeist. Erst Mitte der 1980er-Jahre untersagte die Berner Stadtregierung den Handel mit Bärenfleisch. Und weil es ein Bern ohne Bären nicht gab, fand in der Berner Bevölkerung allmählich ein Umdenken statt. So wurde der Bärengraben von 1994 bis 1996 umgebaut. Da den Bernerinnen und Bernern das Wohlergehen ihrer «Mutzen» am Herzen liegt verlangten sie «mehr Platz für unsere Bären». In einem jahrelangen Prozess wurde darauf der neue BärenPark entworfen, geplant, redimensioniert und schliesslich am 14. Januar 2008 mit dem feierlichen Spatenstich begonnen und 2009 fertiggestellt. Im Herbst 2009 konnten mit Finn und Björk die ersten Bären einziehen. Dies leider ohne den letzten Bärengraben-Bären Pedro, der kurz vor Fertigstellung von seinem Leiden erlöst werden musste. Am 22. Oktober 2009 fand die feierliche Eröffnung durch alt Stadtpräsident Alexander Tschäppät statt, ein neues Bärenzeitalter brach in Bern an.

Zehn turbulente Jahre Die nächsten zehn Jahre BärenPark waren begeisternd, turbulent, erhebend, traurig, beglückend, lehrreich – alles, was die Berner Bevölkerung von ihren Bären erwartet. Auf die erfreuliche Eröff-

nung folgte der Schock. Ganz Bern zitterte im November 2009 um Finn, den ein gezielter Schuss taf, nachdem ein geistig verwirrter Mann in den Bärenpark gesprungen war. Finn griff ihn an, um sein Revier zu verteidigen. Hier zeigte sich auch das Dilemma der bedingungslosen Liebe der Bernerinnen und Berner zu Bären: Während Finn viel mediale Aufmerksamkeit und kiloweise Honig bekam, war jene für den glücklicherweise nicht lebensgefährlich verletzten Mann wesentlich geringer. Doch alles kam gut. Finn und der Mann genasen, Bern war wieder zufrieden. Die Geburt der beiden Jungbären Ursina und Berna versetzte die Bernerinnen und Berner 2010 in einen Rausch. Die Angst, die jungen einschläfern zu müssen, da kein Platz gefunden werden konnte, versetzte 2011 alle in Aufruhr. Fieberhaft suchte ganz Bern nach einem Platz für die Jungbären. Hoffnung und Enttäuschung wechselten einander in kurzer Zeit ab. Die Lösung war dann eine einfache, denn bei guten Bedingungen leben Bären durchaus auch in grösseren Gruppen. In einem ersten Schritt wurden Finn und Björk wiedervereint, die Zusammenführung mit ihren Töchtern gelang ebenfalls. Der betrübliche Nebenaspekt war das zukünftige Ausbleiben von Jungbären, da Finn zuvor sterilisiert werden musste. Doch je erwachsener die beiden Töchter wurden, desto mehr «Zoff» gab es unter den Weibchen. Glücklicherweise konnte inzwischen aber für eines der Bärenweibchen ein wunderbarer Platz im bulgarischen Zoo Dobric gefunden werden. Berna wanderte 2013 aus. In jüngster Zeit gelang, sechs Jahre nach der Eröffnung, ein weiterer Meilenstein im BärenPark: Der Bau eines frei schwebenden Panoramaliftes ermöglichte den hindernisfreien Zugang zum Aareweg. Und weil der Tierpark Bern gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlug, wurde während der Bauzeit – und der, zum Wohle der Bären, 6-monatigen Sommerfrische im Juraparc in Vallorbe – die gesamte Anlage bärenmässig aufgemotzt. 500 neue Büsche und Bäume hatten genügend Zeit, ihre Wurzeln zu schlagen und den zurückkehrenden Bären zu trotzen. Zwei grosse Kletterbäume aus Totholz wurden verankert, eine Liegeplattform angebracht, zahlreiche Totholzbündel und eine Flachwasserzone installiert. Der BärenPark ist heute noch grüner, strukturierter, naturnaher, schlicht besser für Bär und Bern.

Z E H N J A H R E B Ä R E N PA R K B E R N Am 19. und 20. Oktober 2019 «tanzt der Bär»: Der BärenPark in Bern feiert sein 10-Jahres-Jubiläum. Mittendrin: die Mutzen Björk, Finn und Ursina, Bernerinnen und Berner sowie Gäste aus dem In- und Ausland. Nach dem offiziellen Festakt mit Vertretern aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft warten ein bunter Street-Food-Markt, Handwerkskunst rund um den Bären und ein musikalisches Programm – angeführt von der Berner Allstar-Band – auf die Besucherinnen und Besucher. Die Feierlichkeiten zum Jubiläum werden am Sonntag, 20. Oktober 2019, im Kultur Casino mit einem Bärensymposium abgerundet.

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Frauenpower aus der Bundeshauptstadt 10 0 JA H R E Z O N TA

ZONTA ist ein weltweites Netzwerk berufstätiger Frauen. Seit 100 Jahren unterstützen und fördern die Mitglieder Frauen auf der ganzen Welt, engagieren sich für deren Rechte und arbeiten sowohl bei Projekten auf lokaler Ebene als auch bei Programmen von UNICEF und UNO aktiv mit. 29 000 Mitglieder in 63 Ländern leisten finanzielle, persönliche und ideelle Hilfe, um das Leben von benachteiligten Frauen und Mädchen zu verbessern. Der ZONTA CLUB BERN besteht aktuell aus 29 Aktivmitgliedern unterschiedlichster Altersklassen und ist viel mehr als nur ein Netzwerk. An den monatlichen Clubabenden mit interessanten Vorträgen und gemeinsamen Nachtessen tauschen wir uns über aktuelle Themen aus. In diversen Komitees gestalten wir das attraktive Clubprogramm, organisieren Fundraising-Aktivitäten und evaluieren unterstützungswürdige regionale Projekte. Das internationale Netzwerk ist besonders spürbar, wenn wir an überregionalen und internationalen Anlässen und Meetings teilnehmen. Immer wieder entstehen neue Freundschaften, und langjährige werden gepflegt. Am 18. Oktober 2019 laden die Zonta Clubs Schweiz und Liechtenstein zur 100-Jahr-Feier von Zonta International ein. An der Podiumsdiskussion «Empowering WoMen» diskutieren unter anderen alt Bundesrätin Doris Leuthard. Weitere Informationen dazu unter www.zonta.ch/de/100

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Möchtest auch du dich für Frauenanliegen engagieren, als Clubmitglied Projektaktivitäten umsetzen und ein attraktives Clubleben mitgestalten? Möchtest du mehr erfahren über die Mitgliedschaft bei Zonta? Wir freuen uns über deine Kontaktaufnahme und laden dich gerne als Gast an einen unserer Clubabende ein. Wir freuen uns auf dich! Engagements frac – Informations- und Beratungszentrum für Frauen Biel und Region Bern (2018–1019) Frauen forschen für Frauen – Brustkrebsforschung Bern (2010–2017) Präsenz am Frauenstreik Zonta says no to violence against women – Strassenaktion gegen Kinder- und Zwangsehe, Ending Child Marriage in 12 Countries (Zonta International – UNICEF) Let us lern Madagascar (Zonta International – UNICEF, integrierte Ausbildung für heranwachsende Mädchen) Eid bi Eid (Hand in Hand) – Unterstützung syrischer Flüchtlingsfrauen (Zonta International – UN Women)

Z O N TA C L U B B E R N bern.zonta.ch / zonta.org Nina Nyffenegger – ninany@bluewin.ch Facebook und Instagram


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«Es ist ein fröhliches Gewusel» leolea ist eine moderne, kundenorientierte und innovative Organisation rund um die familienergänzende Kinderbetreuung. Das Ziel ist es, überzeugende und individuelle Lösungen für Familien, Gemeinwesen und Unternehmen zu entwickeln. Eine Tagesmutter von leolea Tageseltern erzählt aus dem Alltag als Betreuungsperson.

Wie sind Sie Tagesmutter geworden? Als mein erstes Kind geboren wurde, habe ich meine Arbeitsstelle gekündigt. Dann, als mein Sohn sechs Monate alt war, hatte ich wieder Lust zu arbeiten. Darum meldete ich mich bei einem Tageselternverein. Das ist mittlerweile zehn Jahre her. Wie lange kann so ein Betreuungstag werden? Aktuell betreue ich sechs Tageskinder zwischen 4 Monaten und 7½ Jahren. Zusammen mit meinen eigenen beiden sind an einem Tag maximal fünf Kinder anwesend. So ein Tag kann um 7 Uhr früh starten und bis 19 Uhr dauern. Es ist also ein strenger Alltag, man weiss am Abend, was man gemacht hat (lacht). Und warum macht man es? Weil man andere dabei unterstützen kann, die zurück in den Berufsalltag wollen. Und weil es eine enorme Bereicherung für alle Beteiligten ist, für die Tageseltern, die betreuten Kinder und die eigenen Kinder. Es ist eine grosse Freude, die Kinder in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien zu begleiten, und der Alltag mit ihnen gibt einem viel zurück. Ein grosser Vorteil dieser Arbeit ist auch, dass ich meine Arbeitsabläufe selbst gestalten und gleichzeitig für meine eigenen Kinder da sein kann. Sie sind angestellt bei der Organisation leolea. Wie wichtig ist diese Anbindung? Ich würde niemandem empfehlen, privat Kinder zu betreuen. Es erscheint mir äusserst wichtig, dass man Menschen mit Fachwissen

im Hintergrund hat, die Verträge und Finanzielles regeln, die Weiterbildungen anbieten und sich einschalten, falls es einmal Probleme mit den Eltern geben sollte. Profitieren Sie vom Weiterbildungsanbot? Ja. Zu Beginn des Anstellungsverhältnisses müssen zudem alle eine Grundausbildung sowie Nothelferkurse absolvieren. Letztere müssen mindestens alle drei Jahre wiederholt beziehungsweise aufgefrischt werden.

Lebens- und Lernräume für Kinder leolea schafft für Kinder familienergänzende Lebens- und Lernräume, die ihren Bedürfnissen gerecht werden und ihr Potenzial entfalten helfen. Das Wohlbefinden jedes einzelnen Kindes und der Respekt vor seiner Individualität bestimmen unsere Arbeit. Das Angebot umfasst Kindertagesstätten, Tagesschulen, Tageseltern, Nannys, Kindergärten und Beratungsleistungen. Sie möchten Betreuungsperson werden? Interessieren Sie sich dafür, ein oder mehrere Kinder während mindestens eines Jahres in Ihrem Haushalt (mit oder ohne eigene Kinder) zu betreuen? Als Betreuungsperson in Tagesfamilien sind Sie bei leolea angestellt und versichert und profitieren von einem erfahrenen Netzwerk sowie einem breiten Weiterbildungsangebot. Melden Sie sich bei uns!

LEOLEA Tel. 031 311 77 16 · tageseltern@leolea.ch und www.tageselternbern.ch

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«Der Frauenstreik setzte ein starkes Zeichen» I N T E R V I E W M I T B A R B A R A K R AT T I G E R , F A C H S T E L L E G L E I C H S T E L L U N G , B E R N Die Stadt Bern setzt sich für die rechtliche und tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern ein, aber auch von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transmenschen, intergeschlechtlichen und queeren Menschen (LGBTIQ). Die Fachstelle unterstützt Bevölkerung, Wirtschaft und Behörden darin, das in Verfassung und Gesetzen verankerte Grundrecht zu verwirklichen – in der Stadt Bern und in der Stadtverwaltung. Barbara Krattiger leitet die Fachstelle seit nahezu zehn Jahren. Interview: Michèle Freiburghaus, Fotos: Remo Eisner

Frau Krattiger, mit dem Frauenstreik am 14. Juni setzten 70 000 Menschen in Bern ein starkes Zeichen. Wie sollte es jetzt Ihrer Meinung nach weitergehen? Ja, ein starkes Zeichen – in Bern und in der ganzen Schweiz, wo schätzungsweise eine halbe Million Menschen in zahlreichen kreativen Aktionen ihre Forderungen kundgetan haben. Darunter waren viele junge Frauen, aber auch Männer, Grossmütter, Bäuerinnen, Migrantinnen und auffallend viele junge Eltern. Und der Frauenstreik wird wohl noch einige Zeit nachwirken. Das war auch nach dem ersten Frauenstreik 1991 der Fall: Die Proteste gegen die Nichtwahl von Christiane Brunner 1993 und die anschliessende Wahl von Ruth Dreifuss in den Bundesrat – sie war damals übrigens Berner Stadträtin – waren eine Folge dieser breiten Mobilisierung. Auch jetzt zeigten sich erste kleine Erfolge bereits wenige Tage nach dem Streik: Der Ständerat sagte Ja zu weichen Quoten für Verwaltungsräte und Geschäftsleitungen der grössten Unternehmen sowie zu einem 14-tägigen Vaterschaftsurlaub. Beides hätte vor dem 14. Juni keine Chance gehabt. Forderungen wie Lohngleichheit, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, weniger Gewalt an Frauen sind nicht neu, werden aber wieder lauter.

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Was kann die Fachstelle Gleichstellung dabei bewirken? Die Fachstelle setzt sich beispielsweise für familienfreundliche Arbeitsbedingungen in der Verwaltung ein. Mütter und Väter können nach der Geburt eines Kindes ihr Pensum reduzieren. Dasselbe gilt für Mitarbeitende, die Angehörige pflegen. Väter und CoEltern haben zudem Anrecht auf vier Wochen Vaterschaftsurlaub. Die Fachstelle bietet auch Beratung für die Bevölkerung an: Einzelpersonen erhalten Auskünfte bei Diskriminierungen am Arbeitsplatz. Unternehmen erfahren, wie sie flexibler auf unterschiedliche Lebensentwürfe eingehen können und damit attraktiver für Fachkräfte werden. Die Fachstelle ist auch zuständig für Lohngleichheitsanalysen bei Unternehmen, die von der Stadt Aufträge erhalten. Damit will der Gemeinderat sicherstellen, dass mit Steuergeldern nur faire Löhne unterstützt werden. Dabei arbeitet die Fachstelle eng mit anderen Verwaltungsstellen zusammen. Was kann die Gesellschaft zur Verbesserung der Situation von den Frauen selbst erwarten? Nun, Frauen SIND ja die Hälfte der Gesellschaft. Für eine Veränderung braucht es aber alle: Männer und Frauen, Wirtschaft und Politik. Und es braucht Rahmenbedingungen, die echte Wahlmöglichkeiten zulassen. Bei der Bildung haben Frauen enorm auf-


GESELLSCHAFT | FACHSTELLE GLEICHSTELLUNG

«Für eine Veränderung braucht es alle: Männer und Frauen, Wirtschaft und Politik.»

geholt. Sie landen aber immer noch häufiger in schlechter bezahlten Berufen und leisten mehr unbezahlte Arbeit. Damit haben sie ein höheres Armutsrisiko im Falle einer Scheidung oder im Alter. Was halten Sie von fixen Quoten? Quoten ergeben dort Sinn, wo sich auf freiwilliger Basis nichts oder zu wenig bewegt. In der Stadtverwaltung setzen wir in Kaderpositionen eine Geschlechterquote von 35 Prozent um. Auch in städtischen Kommissionen halten wir Quoten ein. Das führt zu vielfältigeren und kompetenteren Teams und Gremien und bildet die Zusammensetzung der Stadtbevölkerung besser ab. Eigentlich haben wir ja heute vielerorts eine ungeschriebene Männerquote, sonst sässen in bestimmten Gremien schon lange mehr Frauen! Mir kommt in diesem Zusammenhang immer Ruth Dreifuss in den Sinn. Sie sagte einst, sie sei als Quotenfrau in den Bundesrat gewählt worden. Deswegen habe sie ihren Job aber nicht schlechter gemacht als ihre Kollegen. Ihre Fachstelle setzt sich nicht nur für Frauen ein, sondern auch für LGBTIQ-Menschen. Wie gross ist hier der Anteil Aufwand der Fachstelle, und was sind hier Ihre Leistungen? Lassen Sie mich ergänzen: Wir setzen uns für die Gleichstellung von Frauen UND Männern ein: Der Anspruch auf Pensenreduktion bei der Geburt eines Kindes oder bei der Übernahme von Pflegeaufgaben gilt für alle Mitarbeitenden. Von Stellenausschreibungen 80 bis 100 Prozent profitieren Männer ebenso wie Frauen. Mit vier

Wochen Vaterschaftsurlaub ist die Stadt gerade für werdende Väter oder Co-Eltern eine attraktive Arbeitgeberin. Aber zurück zum Thema LGBTIQ. Die Gleichstellung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, intergeschlechtlichen und weiteren queeren Menschen ist ein neuer Auftrag des Stadtrats und erklärtes Legislaturziel der Regierung. Der Schwerpunkt ist im Aufbau, erste Kooperationen, Projekte und Angebote sind bereits am Laufen. Die Leistungen sind dieselben wie diejenigen für die Gleichstellung von Frauen und Männern: Information und Beratung, Schulungen, Projekte und Öffentlichkeitsarbeit innerhalb der Stadtverwaltung sowie für die Berner Stadtbevölkerung. Für nächstes Jahr planen wir beispielsweise einen Aktionsmonat zum Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt für Jugendliche. Setzen Sie sich auch für die gleichgeschlechtliche Ehe ein und wenn ja, wie? Wir haben nicht direkt damit zu tun. Die «Ehe für alle» ist eine hängige Initiative auf Bundesebene. Der Gemeinderat hat sich jedoch in der Vernehmlassung für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ausgesprochen. Mit diesem Schritt wäre die Schweiz in guter Gesellschaft: Heute können gleichgeschlechtliche Paare in fast allen westeuropäischen und skandinavischen Ländern heiraten. Ich bin zuversichtlich, dass dieser Schritt auch in der Schweiz mehrheitsfähig ist.

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Willkommen in

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Berner Brauereispaziergang Sieben lokale (Mikro-)Brauereien besuchen und dabei in die Berner Braukultur eintauchen: Auf dem ersten Berner Brauereispaziergang am 26. Oktober 2019 dreht sich alles um lokales Bier. Der Berner Brauereispaziergang stiess auf grosses Interesse: Die 520 Plätze waren innert kürzester Zeit vergeben. Wer den Vorverkauf verpasst hat, aber trotzdem unbedingt dabei sein möchte, versucht sein Glück auf den Social-Media-Kanälen von #ilovebern – dort werden im Herbst die letzten Plätze verlost. Bern.com/brauereispaziergang Facebook.com/bernswitzerland / Instagram.com/ilove_bern

Stadtführungen im Herbst Auf dem Altstadtbummel geschichtliche Hintergründe und erstaunliche Fakten über die Berner Wahrzeichen erfahren, auf der Zytglogge-Führung jahrhundertealte Mechanik bestaunen, bei «Gespenstisches Bern» mittelalterlichen Gruselgeschichten lauschen oder bei «Bern der Nase nach» die Stadt von ihrer duftenden Seite entdecken – die Berner Stadtführungen sind so vielseitig wie die Stadt selbst. Dabei erfahren auch Einheimische bisher Unbekanntes über ihre Lieblingsstadt! Alle Stadtführungen auf Bern.com/stadtfuehrungen

Foodtrail Bern Raten, «Schnouse» und Entdecken: Auf der kulinarischen Schnitzeljagd die Stadt erkunden, Berner Spezialitäten probieren und dabei Spannendes rund um die Bundesstadt erfahren. Der Streifzug durch das kulinarische Bern ist genau das Richtige für entdeckungsfreudige «Foodies»: Auf dem unterhaltsamen, lehrreichen und vor allem genussvollen Foodtrail sind Spass und Gaumenfreuden garantiert! Mehr Informationen auf Bern.com/foodtrail

Rendez-vous Bundesplatz 2019

50 Jahre Mondlandung Sonderausstellungen in Berner Museen, ein grosses Wissenschaftsfestival und eine neue BERNcity-Geschenkkarte in passendem Design – das 50-Jahr-Jubiläum der Mondlandung ist in Bern in aller Munde. Und das bleibt noch eine Weile so: Auch bei der diesjährigen Ausgabe des «Rendez-vous Bundesplatz» vom 19. Oktober bis 23. November 2019 dreht sich alles um den historischen Moment, als Neil Armstrong und Edwin «Buzz» Aldrin ihre Füsse auf den Mond setzten. «Bern auf dem Mond» bis 6.10.19 im Bernischen Historischen Museum «Clair de lune» bis 20.10.19 im Kunstmuseum Bern www.museenbern.ch BERNcity Geschenkcard im Monddesign: www.berncity.ch Rendez-vous Bundesplatz: 19.10.–23.11.19 (ohne 20.10.19) www.rendezvousbundesplatz.ch

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| BERN WELCOME

Denise O’Gorman, Stadtführerin Bern Welcome

Mit Geschichten durch die Altstadt Sie begleitet ihre Gäste auf Spanisch und Englisch durch die Berner Altstadt, erklärt ihnen unser Regierungssystem und den Zytglogge und zeigt ihnen, dass Bern mehr zu bieten hat als Bären, Brücken und Brunnen: Denise O’Gorman, Stadtführerin mit schweizerisch-peruanischen Wurzeln und verliebt in die Bundesstadt.

«Dort habe ich schon viele Küchentücher und vieles mehr gekauft.» Auch ihr Keramikmesser von Messer Klötzli möchte sie nicht wieder hergeben und verweist dabei auch auf die aussergewöhnliche Präsentation des Traditionsgeschäfts.

Treffpunkt Café Einstein an der Kramgasse 49. Hier hält sich Denise O’Gorman am liebsten auf. Es sei einfach «cozy», meint die vielsprachige Stadtführerin mit schweizerisch-peruanischen Wurzeln. «Ich schätze das informelle Konzept im Café Einstein, diese Lockerheit mit den Sofas im Erdgeschoss und der Wohnzimmeratmosphäre in der Bel Étage. Vor allem aber liebe ich den hausgemachten Eistee.» In ihrer früheren Tätigkeit habe sie hier auch Events organisiert. Heute sei die zentrale Lage in der Altstadt eine ideale «Homebase» für ihre Stadtführungen.

Ebenfalls zu Denise O’Gormans Lieblingen zählt das Heimatwerk, ihr Tipp für Schweizer Handwerk aller Art. Und jungen Südkoreanerinnen habe sie auch schon Olmo, Berns ersten Punkladen, empfohlen. Denn schliesslich soll auch ausserhalb der Bundesstadt klar werden, dass Bern deutlich mehr zu bieten hat als «nur» Bären, Brücken und Brunnen …

Ins Schwärmen gerät sie, wenn sie vom Tischkulturladen Iljos Cucina spricht. «Hier finde ich unter anderem die unterschiedlichsten und ausgefallensten Espressotassen, die ich gerne als individuelle Mitbringsel verschenke.»

Alle Stadtführungen auf Bern.com/stadtfuehrungen Tipps von Denise O’Gorman auf Seite 28

Individualtouristinnen, Kongressteilnehmer und Aussenminister Neben dem UNESCO-Altstadtbummel und der Zytglogge-Führung bietet Bern Welcome auch Themenführungen an. Die Stadtführungen werden vorwiegend von europäischen Touristen gebucht, mit einem bedeutenden Anteil an Schweizer Gästen. Weil Denise O’Gorman ausschliesslich auf spanisch- und englischsprachigen Touren zum Einsatz kommt, begleitet sie auch viele aussereuropäische Gäste durch Bern – Individualtouristinnen, Kongressbesucher, Teilnehmende an Klassenfahrten und viele andere mehr. «Ich liebe Menschen und erzähle ihnen gerne Geschichten», sagt die Wahlbernerin, die seit 2013 als Stadtführerin im Einsatz steht, «und Geschichten gibt es in Bern mehr als genug.» Manchmal wird gar eine Führung selbst zu einer Geschichte. So begleitete Denise O’Gorman Anfang Juni 2019 den US-Aussenminister Mike Pompeo und sein Gefolge durch die Berner Altstadt und erklärte der Delegation das Figurenspiel des Zytglogge.

Und was empfiehlt Denise O’Gorman selbst? Auf die Frage, welche Lädeli und Boutiquen sie persönlich ihren Freunden und Bekannten empfehlen würde, verrät sie eine Auswahl ihrer Lieblingsorte. So schätzt die Stadtführerin die Leinenweberei Bern für die hohe Qualität ihrer preiswerten Produkte. 27


LEBENSART | BERNCITY

Denise O’Gormans Tipps Heimatwerk Bern Im Heimatwerk ist Schweizer Kunsthandwerk Trumpf. Wer auf der Suche nach einem langlebigen Geschenk für das Göttikind, zum Geburtstag der Mutter oder als Mitbringsel für die Nachbarn ist, wird hier fündig. Die Produkte werden mit viel Liebe, meist in Kleinbetrieben oder Ateliers, hergestellt und stammen aus den verschiedensten Regionen des Landes. Das Heimatwerk steht für kreatives Handwerk, natürliche Stoffe, umweltfreundliche Produktion und Schweizer Qualität. Kramgasse 61, www.kramgasse.ch

Leinenweberei Bern Das traditionsreiche Fachgeschäft am Bubenbergplatz bietet eine umfassende Auswahl an Heimtextilien von höchster Qualität. Eigenkreationen des Familienunternehmens gehören genauso zum Angebot wie Produkte namhafter nationaler und internationaler Marken. Ob Bett-, Frottier- und Küchenwäsche oder eine spezifische Kreation nach individuellen Vorstellungen – in der Leinenweberei Bern werden textile Träume wahr. Bubenbergplatz 7, www.lwbern.ch

Klötzli Messerschmiede

Iljos Cucina

Seit bald 175 Jahren widmet sich die Familie Klötzli dem Handwerk des Messerschmiedens. Ihr beliebter Laden an der Rathausgasse wird bereits in der sechsten Generation geführt. Gewusst, dass die Klötzli Messerschmiede über die grösste Auswahl an Messern und Scheren der Schweiz verfügt? Neben dem fachmännischen Schleifservice reicht das Angebot von Schweizer Sackmessern über Küchen-, Klapp-, Taschen-, Outdoor- und Freizeitmessern bis zu Schwertern und Taschenwerkzeugen aller Art. Rathausgasse 84, www.klotzli.com

Iljos Cucina, so heisst der Berner Laden für Tischkultur und mehr. Marokkanische Teegläser machen Lust auf frischen Minztee, unkonventionelle Ausstechformen sorgen für abwechslungsreiches «Güetzele», und die filigranen Zuckerrosen machen der Kirsche auf der Torte Konkurrenz. Das vielfältige Sortiment bietet jedoch weit mehr als Küchenutensilien und Gebrauchsgegenstände – es sind (Liebhaber-) Stücke, die ein bisschen Farbe in den Alltag (und in die Küche) bringen. Münstergasse 45 / Kramgasse 51, www.iljos-cucina.ch

Olmo Seit über 40 Jahren kennt man den kultigen Kleider- und Schuhladen in Bern. Olmo war Berns erster Punkladen und ist heute eine sichere Adresse für Junge und Junggebliebene. Die Marken reichen von A wie Adidas über F wie Freitag bis zu V wie Vans. Streetwear von Olmo gibts übrigens nicht nur an der Zeughausgasse, sondern auch bei Olmo Splendid in der von Werdt-Passage, bei G-Star am Theaterplatz und im Olmo Outlet im Breitenrain. Zeughausgasse 20 / Zeughausgasse 14, www.olmo.ch

Alle diese Geschäfte sind, wie über 200 andere auch, Annnahmestellen der Geschenkcard von

Eifach Bärn schänke Infos: www.berncity.ch/geschenkcard

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Bild: Dorothee Schumacher

bei Herbstmode und Accessoires 2019 AGL | BURBERRY | BRUNELLO CUCINELLI | BOGNER | COMME DES GARÇONS | DOLCE&GABBANA DRIES VAN NOTEN | DSQUARED2 | ETRO | FABIANA FILIPPI | GOLDEN GOOSE | LIS LAREIDA | LONGCHAMP | MONCLER OFF-WHITE | DOROTHEE SCHUMACHER | STELLA McCARTNEY | STONE ISLAND | VALENTINO | u. v. a. m. 29 CIOLINA AG Marktgasse 51 3011 Bern Telefon 031 328 64 64 mode@ciolina.ch www.ciolina.ch


Ein flackerndes Lächeln im Nebel KÜRBISWOCHEN IM SHOPPYLAND SCHÖNBÜHL

Wenn der Herbst die sanften Hügel und Ebenen rund um Bern in dichte morgendliche Nebelschwaden hüllt, fällt nicht nur das Durchblicken, sondern auch das Aufstehen wieder etwas schwerer. An einem bestimmten Fleck nahe der Stadt Bern fühlt sich der Nebel ganz besonders wohl: vor der Grauholz-Anhöhe in Moosseedorf und Schönbühl. Hier lässt er sich oftmals sogar bis zum Abend nieder oder verweilt gar für ein paar Tage über dem malerischen Moossee, während jenseits des Grauholz-Hügelzugs die Sonne munter scheint. Um ihm seine Schwermut zu nehmen, peppt das Shoppyland Schönbühl das dunstige Herbstkleid mit auffallenden bunten Punkten auf: mit Kürbissen und flackernden Kürbislaternen.

T ext: Sarah Bielser

30 Sorten zum Bestaunen Während der Kürbiswochen – von Montag, 14. Oktober, bis Samstag, 2. November 2019 – schmückt sich das Shoppyland mit einem breiten orangen Grinsen und lädt alle dazu ein, die Vielfalt der Kürbiswelt zu entdecken. Die gross gewachsenen Feldfrüchte sind zwar insbesondere durch ihre Verarbeitung zur gruselig-freundlichen Kürbislaterne bekannt geworden. Doch die verschiedenen Sorten nehmen alle möglichen Formen und Farben an. Vom leuchtend orangen Hokkaidokürbis über den aromatischen Muskatkürbis bis hin zur ulkig geformten Bischofsmütze – keine der robusten Früchte sieht aus wie die andere. Aber einer kennt sie alle: Landwirt Peter Oppliger aus dem emmentalischen Oberburg. Er zeigt während der Kürbiswochen im Shoppyland Schönbühl im Erdgeschoss über 30 verschiedene Sorten, die er auf seinem Betrieb kultiviert und erntet. Bauer Oppliger ist vor Ort und gibt gerne Auskunft über die verschiedenen Kürbisse, ihren Anbau und ihre Verwendung. Er verrät auch kleine Geheimnisse, wie die Tatsache, dass der Kürbis eigentlich botanisch gesehen eine Beere ist.

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LEBENSART | SHOPPYLAND KUNDENBEITRAG

Kürbisse zum Kaufen und Geniessen Natürlich gibts die frisch geernteten und betörend bunten Schönheiten auch zum Mitnehmen. Beim Kürbisverkauf im Einkaufscenter können sich alle die grössten, schmackhaftesten und dekorativsten Kürbisse für die Zubereitung oder Verschönerung zu Hause selbst aussuchen. Die Gastronomiebetriebe im Shoppyland bieten feine Stärkungen an, in denen die Zutat Kürbis eine Hauptrolle spielt. Die Center-Besucher können überraschende Produkte wie Kosmetika mit Kürbiskernöl testen, und Spezialitäten wie Kürbiskerndip oder Kürbiskonfitüre werden zum Verkauf angeboten.

31. Oktober – Halloween – Gratiskürbisse Am 31. Oktober ist Halloween, und auch hierzulande schmücken an diesem Abend nach alter irischer Tradition Kürbislaternen mit leuchtenden Gesichtern die Hauseingänge, während die Kinder – nach amerikanischem Vorbild – verkleidet durch die Strassen ziehen und an jeder Tür nach Süssigkeiten fragen. Zur Vorbereitung auf die schaurigste aller Nächte können Kinder mit geschickten Händen beim Kürbisschnitzen am Mittwochnachmittag ihre eigene Kürbislaterne gestalten. Jedes Kind erhält einen Gratiskürbis, Werkzeug zum Bearbeiten und jede Menge Gestaltungsideen für das Schnitzen frecher Fratzen und freundlicher Fantasiegesichter. So sparen sich die Eltern die orangen Hände, das Schlachtfeld auf dem Küchentisch und das Besorgen von Kürbissen sowie geeignetem Schnitzwerkzeug. Und wenn am 31. Oktober im ganzen Raum Bern grinsende Kürbisse vor den Haustüren leuchten, hält das bestimmt nicht nur die bösen Geister, sondern auch den Nebel fern.

Infos über diesen und weitere Shoppyland-Events shoppyland.ch facebook.com/shoppyland instagram.com/shoppyland #shoppyland Kürbisschnitzen für Kinder Jeweils am Mittwochnachmittag findet in der Mall im Shoppyland das Kürbisschnitzen für Kinder statt. Ein Kürbis pro Kind ist gratis, die kleinen Schnitzkünstler werden von erfahrenen Personen betreut, und praktisches Werkzeug zum Aushöhlen und Schnitzen stellt das Shoppyland zur Verfügung. Mehr Infos: www.shoppyland.ch Mittwoch, 16. Oktober 2019 Mittwoch, 23. Oktober 2019 Mittwoch, 30. Oktober 2019 jeweils von 14bis 17 Uhr

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Alles, ausser gewöhnlich. Das «Backstage» im Herzen von Zermatt ist das Hotel für Menschen, die Design und das Aussergewöhnliche lieben. Das Hotel trägt die Handschrift von Heinz Julen – und jedes Einrichtungsstück wird in seinem Atelier in Zermatt von Hand gefertigt. Die sechs Cube-Lofts sind Liebhaberstücke, die hippen Deluxe- und StandART-Doppelzimmer sind Kreationen aus kontemporärer Architektur und Kunst. Im Wellness- und Spabereich vereinigen sich Körper, Geist, Kunst, Musik und Natur.

Backstage Hotel Vernissage Hofmattstrasse 4 | 3920 Zermatt Telefon 027 966 69 70 | info@backstagehotel.ch www.backstagehotel.ch

P O R T R ÄT F O T O G R A F I E R E M O E I S N E R

WANDELBAR Bewerbungsfotos, Business- oder Privatportraits, Reportagen, Editorial, Architektur, Aerials.

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remo eisner photographie Fotograf SBF Stauffacherstrasse 17a | 3014 Bern Telefon 078 635 22 99 www.remo-eisner.ch remos@gmx.net


LEBENSART | KUNDENPORTRAIT BOUTIQUE K76

K76 – Boutique für nachhaltige Mode Zuoberst an der Kramgasse beim Zytglogge hat im Frühjahr eine neue Modeboutique mit schicker, zeitloser Mode eröffnet. K76 liegt die faire Mode am Herzen. Die Produkte stammen aus europäischer, meist italienischer Produktion und werden entsprechend hergestellt nach den strengen europäischen Richtlinien für die Textilproduktion. Der Fokus richtet sich denn auch auf natürliche Materialien wie Kaschmir, Baumwolle, Leinen und Seide. Weg von Fast Fashion – hin zu Slow Fashion Slow Fashion steht für nachhaltige und bewusste Mode – der Wandel zu mehr Verantwortung und Respekt für Mensch und Umwelt und ein verändertes Bewusstsein gegenüber dem Produkt, dessen Ursprung sowie dem eigenen Konsumverhalten. Slow Fashion bedeutet eine umweltschonende Herstellung und Auswahl der Rohstoffe und steht für eine nachhaltige Produktion und hochwertige Verarbeitung und für fairen Handel. K76 arbeitet hauptsächlich mit kleineren Familienbetrieben mit langjähriger Erfahrung in der Textilproduktion zusammen. Der rege Kontakt zu diesen garantiert die geforderten Qualitätsstandards und gleichzeitig eine zuverlässige Überwachung der Herstellungskette. K76 beabsichtigt, das Sortiment stetig auszubauen, und ist immer auf der Suche nach neuen, interessanten Geschichten. So konnte vor Kurzem der Vertrieb des Schweizer Labes KleinBasel übernommen werden. KleinBasel ist ein Trendlabel der Basler Designerin Tanja Klein. Die Taschen, Gürtel und Portemonnaies werden ausschliesslich in der Schweiz produziert und erst noch zu einem erstaunlich interessanten Preis. Die jüngste Neuheit im Sortiment von K76 sind die Raumdüfte von LOCHERBER, einem feinen Familienbetrieb aus Mailand. Die Düfte basieren ausnahmslos auf natürlichen Essenzen, alle aus der Region Norditalien stammend. Dadurch erreichen die verschiedenen Duftnoten eine bisher unerreichte Harmonie und Eleganz.

K76 FASHION BOUTIQUE

Kramgasse 76 · beim Zytglogge · 3011 Bern Telefon 031 376 00 76 33


LEBENSART | WOHNEN KUNDENBEITRAG MÖBELHALLE

Für jeden Wohnwunsch und jedes Budget das passende Angebot DIE MÖBELHALLE BERN

Schmucke Auslagen für ebensolche Möbel: Wer hin und wieder den Nordring entlanggeht oder -fährt, wird die Möbelhalle Bern kennen. Von jeher fest im Quartier verankert – übernächstes Jahr wird die Möbelhalle bereits 50 – ist das Geschäft seit gut vier Jahren im hellen Ecklokal am Römerweg 1 beheimatet.

nommen haben. Dabei setzen sie immer häufiger auf regionale Produzenten, zu denen unter anderem Roviva (Wangen an der Aare), Baltensweiler (Luzern), Vifian (Schwarzenburg), Willisau (Willisau), Girsberger (Bützberg), Horst (Steinen) und MAB (Muotathal) gehören. So bieten sie namhafte Schweizer Qualität, die im Sinne einer grossen Vielfalt durch Möbel aus internationalen Häusern wie Brühl, Sitting Vision und Bert Plantagie ergänzt wird. Im Zusammenspiel entstehen immer wieder neue Wohnwelten, und auch wer bloss das Bestehende um ein Lieblingsstück reicher machen möchte, wird fündig. Eine Bandbreite, die sich bis ins Schlafzimmer zieht. Als Roviva-Partner und Bettenfachgeschäft bietet die Möbelhalle auch hier einen überzeugenden Rundumservice. «Duvets für jeglichen Wärmebe-darf, Matratzen in unterschiedlichsten Grössen und Härtegraden, Bettgestelle von puristisch bis opulent – es gibt kaum einen Schlafwunsch, den wir nicht erfüllen können.»

Die Geschäftsführer Markus Ellenberger und Raphael Hänzi

An der Philosophie hat sich durch den Umzug nichts geändert: Für jeden Wohnwunsch und jedes Budget das passende Angebot, das soll die Kundschaft hier finden. «Ob im Wohn-, Ess- oder Schlafzimmer, wir überraschen unsere Kundinnen und Kunden immer wieder mit neuen Ideen und Entdeckungen sowohl im Berner Showroom als auch in unserem Onlineshop», so die beiden Geschäftsführer Markus Ellenberger und Raphael Hänzi, die das Geschäft Anfang 2013 von ihrem ehemaligen Vorgesetzten über-

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Wer ob all den Möglichkeiten bereits Einrichtungspläne schmiedet: Jeweils Ende Oktober wird am Römerweg zum grossen Möbelhalle-Wochenende geladen und neben jeder Menge Wohninspiration überdies Süsses aus der Apfelgold-Stube gereicht. Heuer vom 25. bis 27. Oktober 2019. Wir freuen uns auf Sie.

MÖBELHALLE BERN Römerweg 1 · 3013 Bern · Telefon 031 330 18 00 www.moebelhallebern.ch


LEBENSART

| WOHNEN KUNDENBEITRAG FARBWERK HERREN

Fotos: zvg

Mut zur Farbe Viele Menschen zeigen sich zurückhaltend, wenn es um die Wandfarbe geht. Die Wände weiss zu belassen, ist schliesslich am einfachsten. Experte André Herren erklärt, warum sich ein farbiger Anstrich lohnt. André Herren, viele Bauherren scheuen sich davor, die Wände farbig zu streichen, weshalb? Sie können sich die Wirkung des neuen Raumes mit den Farben nicht vorstellen. Vielfach denken Kunden bei farbigen Wänden an kräftige Farbtöne in Rot, Grün, Gelb oder Blau. Die Vorstellung von einem bunten Haus schreckt ab. Dabei arbeitet man bei der Farbgestaltung meist mit feinen Nuancen und setzt kräftige Farbtöne höchstens als Akzent ein.

töne, auch eher dunklere Farben. Der Trend geht in die Richtung, sich zurückzuziehen, sich zu erholen und ruhige Räume zu schaffen. Eine Spezialität von uns ist das Gestalten mit Tapeten, die sich für besondere Akzente eignen. Welchen Tipp möchten Sie Bauherren mit auf den Weg geben? Leben Sie Farbe. Ein auf die eigenen Bedürfnisse gestalteter Wohnraum bringt viel Lebensfreude und positive Energie. Haben Sie Mut zur Farbe, und probieren Sie einfach mal aus. Farbe kann schliesslich jederzeit überstrichen werden.

Warum lohnt sich ein Farbtupfer an den Wänden? Mit Farbe kann relativ einfach viel bewirkt und verändert werden. Farbe hat Einfluss auf die Stimmung von Menschen und Tiere, die sich im Raum bewegen. Sie kann beruhigend wirken und Gemütlichkeit ausstrahlen oder anregend sein und positive Energie versprühen. Wie erstellt man ein Farbkonzept richtig? Wir versuchen, zuerst den Wohn- und Einrichtungsstil der Kunden zu erfahren, weil dieser die mögliche Farbgestaltung beeinflusst. Schwere Möbel, Massivholz und Kunstobjekte kommen vor Wandfarben in kräftigen Farben besser zur Geltung. Zu einem schlichten Einrichtungsstil mit wenigen und hellen Möbeln passen Pastelltöne gut. Welche Farben liegen im Trend? In Bezug auf die Qualität ganz klar natürliche, umweltfreundliche Farben. Im Bereich der Farbtöne eher die ruhigen, stumpfen Farb-

FARBWERK HERREN

Telefon 031 721 30 97, farbe@farbwerkag.ch www.farbwerkag.ch

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LEBENSART!

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SCHÖN & GUET

schön & guet

US BÄRN ODER ONLINE

G E N I A L E I D E E : H O M E KO M P O ST E R WormUp entwickelt praktische Wurmkompostierungssysteme für daheim. Mithilfe von Würmern kann der Bioabfall geruchlos, gleich da, wo er anfällt, zu einem nährstoffreichen Dünger umgewandelt werden. Mit dem eleganten WormUp_HOME aus atmungsaktivem Ton kann in der Wohnung, im Keller, im Gang oder draussen bequem kompostiert werden. Seit diesem Jahr ist auch der WormUp_SCALE erhältlich: Ein Konzept für mehr stoffliche Autarkie. SCALE ist modular anpassbar für grosse Mengen Abfälle und kann auch als Hochbeet(-Landschaft) genutzt werden. Das Produkt ist zu 100% in der Schweiz hergestellt. Mehr auf www.wormup.ch

E I FAC H B Ä R N S C H Ä N K E ! Die BERNcity Geschenkcard ist Kino-, Restaurant-, YB- und Spezialgeschäft-Gutschein in einem. Der dazugehörige Geschenkcard-Guide führt Sie in Altbewährtes und bisher Unbekanntes der Berner Innenstadt. Lassen Sie sich inspirieren, und überraschen Sie Ihre Liebsten mit der praktischen BERNcity Geschenkcard – jetzt neu mit dem Mondsujet – mit über 200 Annahmestellen. Mehr Infos: www.berncity.ch/geschenkcard

SCHÖNER RÜHREN Für noch mehr Spass am Kochen: Die witzigen Kochlöffel von Tim Foxall sind europäischem Holz sind in sechs Arbeitsgängen komplett handgemacht. In Bern erhältlich bei cmx switzerland, Rathausgasse 46.

B Ä R N ! D I N G VO M JA H R Beim Publikumsvoting zu unserem BÄRN!DING vom Jahr wurde mit grossem Abstand das «Bärner Brättli» der Schreinerei Wyttenbach auf den 1. Platz gewählt. Jedes ist ein – in traditioneller Handarbeit hergestelltes – Unikat. Verwendet wird dabei Schweizer Holz, oft sogar aus den Wäldern von Bern. Im Showroom, Altenbergstasse 57 (Samstag, 13–17 Uhr), finden sich auch andere Wohnaccessoires aus Holz. www.wyttenbach-schreinerei.ch Alle 30 Nominierten: www.baernblog.com

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LEBENSART | SCHÖN & GUET

PA S S I O N U N D G E S C H M A C K

GOLDENE ZEITEN Der ZIP von Stefi Talmann gilt in all seinen Variationen seit 40 Jahren als Beispiel für die innovative Handschrift der Designerin. Ihre überraschende Idee: Statt den Reissverschluss als funktionsgebendes Element zu verbergen, setzt sie ihn ins Zentrum ihres Designs und kreiert dadurch einen unverkennbaren Klassiker – den ZIP. Zum Anlass des Jubiläums hat die Designerin eine «Gold Edition» entworfen. www.stefitalmann.ch

Bei jeder Schuhkreation von AGL (Attilio Giusti Leombruni) stehen Weichheit und Sorgfalt im Mittelpunkt, Handwerk kombiniert mit Haute Couture und das seit mehr als 50 Jahren, mittlerweile in der dritten Generation. Die Giusti-Schwestern lieben es, jeder AGL-Kollektion ihren femininen Touch zu verleihen. Exklusiv erhältlich bei Ciolina, Marktgasse 51, Bern

ES WERDE LICHT! Besonders in der dunkleren Jahreszeit macht die richtige Lichtgestaltung das Wohnen erst gemütlich. Für diejenigen, die es nicht 0815 mögen, die besondere Akzente setzen und mit ihren Lampen auch noch Spass haben möchten, stellen wir hier zwei Modelle vor. Links: Mit der Mouse Lamp von Seletti geht einem buchstäblich ein Licht auf. Und der sympathische kleine Roboter «Lampster» erhellt Arbeitsplätze und die Gemüter. Beide sind erhältlich bei Chat Noir an der Marktgasse 38 in Bern. www.chat-noir.ch

T E R R A V E C C H I A – G L AS R E C YC L I N G «GlasArt» verwandelt Alt- und Neuglas in attraktive und ökologisch hochwertige Gebrauchsgegenstände wie Trinkgläser, Vasen und Windlichter. In den Arbeitsprozess sind Menschen einbezogen, die im Rahmen der beruflichen Integration oder eines geschützten Arbeitsplatzes auf Begleitung angewiesen sind. Mehr Infos und Shop: www.terra-vecchia.ch

EDLE RAUMDÜFTE

BERN FÜR KINDER Vielfältige Anregungen für Aktivitäten in und um Bern – unzählige Entdeckungen und Neugierde sind garantiert. Der Ideenpool mit über 400 sorgfältig recherchierten Einträgen ist ein einzigartiger Begleiter für Streifzüge aller Art. Erschienen im Stämpfli Verlag, erhältlich zum Beispiel im Le Petit Chat Noir, Theaterplatz 4 in Bern.

Edle Duftkerzen, feine Raumparfums und andere Raumduftsysteme schaffen eine Wohlfühlatmosphäre. Locherber Milano hat eine Reihe von speziellen, ausgewählten Essenzen und Duftstoffen zu exquisiten Raumdüften verarbeitet: Venetiae, Cashmere und Rhubarbe Royale. K76 Fashion Boutique, Kramgasse 76 beim Zytglogge, Bern

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LEBENSART

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GESUNDHEIT KUNDENBEITRAG

Immer diese Tage ... Rund die Hälfte der Bevölkerung menstruiert im Durchschnitt während 35 Jahren einmal monatlich. Trotzdem ist die Periode noch immer tabuisiert. Auch innerhalb der Kulturen zeigen sich Unterschiede. Die Diskussion über ökologische Lebensweisen tangiert auch dieses Thema.

gebildet. Das Menstruationsblut ist also nicht nur Blut, wie es in den Adern fliesst. Pro Periode verlieren die Frauen rund 50 ml «Blut». «Auch hier zeigt sich die Individualität deutlich. Das Blut kann sowohl einen hellen Ton haben als auch sehr dunkel austreten», meint die Apothekerin.

Menstruationstasse als innovative Alternative Für die einen gehört es zum Alltag, anderen graut es jeden Monat davor: Obwohl quasi alle Frauen davon betroffen sind, erlebt jede ihre Periode auf eine andere Art. Das beginnt bereits bei den Tagen vor den Tagen: Während dieser Zeit überwiegen in den meisten Fällen die psychischen Beschwerden. Frau ist näher am Wasser, reagiert meist gereizter – erlebt ein regelrechtes Gefühlschaos. An den Tagen der Menstruation selbst leiden viele unter starken Unterleibsschmerzen, Wassereinlagerungen in Extremitäten, Abgeschlagenheit und verändertem Appetit. «Praktisch jede Frau hat in ihrem Leben einmal Menstruationsbeschwerden. Da diese sehr persönlich und vielseitig sind, gibt es kein ‹Allerweltsmittel›», meint Caroline Berset, Apothekerin in der Bahnhof Apotheke Bern. Gegen die Beschwerden davor haben sich pflanzliche Mittel aus Mönchspfeffer oder Passionsblume bewährt. Den krampfartigen Schmerzen wirken Betroffene oft mit Schmerzmitteln entgegen.

Ohne Mens kein Mensch Die Menstruation gehört zum Organismus der Frau. Würden die Frauen nicht menstruieren, wäre die Fortpflanzung nicht gewährleistet. Denn: Im Verlaufe des weiblichen Zyklus reift bei der geburtsfähigen Frau in einem der Eierstöcke eine Eizelle heran, die zur Befruchtung bereitgestellt wird. Kommt es nicht zur Befruchtung mit einem Spermium und somit zu einer Schwangerschaft, wird die Gebärmutterschleimhaut abgestossen und eine neue 38

Das Thema geniesst nicht die Aufmerksamkeit, die ihm grundsätzlich zusteht. Je nach Kultur werden Frauen während ihrer Tage von der Gemeinschaft ausgeschlossen. In manchen Ländern fehlt der freie, erschwingliche Zugang zu Hygieneartikeln. Caroline Berset: «Es ist enorm wichtig, dass jede Frau, die für sie passenden Hygieneartikel verwenden kann. Wir bieten seit einiger Zeit Menstruationstassen an, sie finden vor allem bei jüngeren Frauen grossen Anklang.» Die Tassen haben neben ökologischen auch gesundheitliche Vorteile. «Das Blut wird nicht aufgesogen, sondern gesammelt, so bleiben die Schleimhäute geschmeidig, und die Scheide trocknet nicht aus. Das Milieu im Intimbereich bleibt ausgewogen, und das Risiko für Infektionen wird gesenkt», erklärt Caroline Berset. Auch auf Reisen hat sich die Menstruationstasse bewährt: Das Gepäck für Hygiene- und Pflegeprodukte verringert sich. Und auch wenn sich die Tage abrupt ankündigen: Mit der Menstruationstasse als Begleiterin im Handgepäck ist frau immer ausgerüstet.

BAHNHOF APOTHEKE

Galeriegeschoss Bahnhof Bern Offen an 365 Tagen im Jahr von 6.30 bis 22.00 Uhr


LEBENSART

| FRAUENTHEMEN KUNDENBEITRAG

Stillen – die natürlichste Sache der Welt Jede Frau kann und darf in der Schweiz selbst entscheiden, ob sie ihr Baby stillen möchte oder nicht. Dieser Entscheid entsteht meist nach Abwägen der Vor- und Nachteile des Stillens sowie der individuellen Lebenssituation von Frau und Kind. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, dass weltweit alle Säuglinge sechs Monate ausschliesslich und anschliessend auch nach Einführung der Beikost bis zum Alter von zwei Jahren und länger gestillt werden. Die Stilldauer ist jedoch von verschiedenen Einflüssen abhängig. In seltenen Fällen soll aus medizinischen Gründen aber auch bewusst nicht gestillt werden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Mutter während des Stillens auf die Einnahme von starken Medikamenten angewiesen ist.

Praktisch und immer dabei Stillen bietet für die Frauen und die Kinder viele Vorteile. Nebst verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen für das Stillpaar hat die Mutter die Nahrung für ihr Baby ständig mit dabei. Die Muttermilch weist immer die richtige Temperatur und Zusammensetzung auf und passt sich dem jeweiligen Alter des Babys automatisch an. Zubereitungsfehler sind beim Stillen ausgeschlossen, und auch Probleme mit verunreinigtem Wasser können nicht auftreten. Zudem kann Muttermilch abgepumpt und eingefroren werden.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen Oft tauchen während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit Fragen oder Unsicherheiten auf zur Milchmenge, zu wunden oder schmerzenden Brustwarzen, zum Abstillen oder zu vielem mehr auf. Bei allen auftretenden Unsicherheiten sowie Schwierigkeiten haben Betroffene die Möglichkeit, sich von Fachpersonen, zum Beispiel den Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC des Hirslanden Salem-Spitals, Unterstützung zu holen. Die Kosten für drei Beratungen werden von der Krankenkasse (Grundversicherung) übernommen.

H I R S L A N D E N S A L E M - S P I TA L

Schänzlistrasse 39, 3013 Bern T +41 31 337 60 00 www.hirslanden.ch/salem Die Weltstillwoche, die unter anderem von der UNICEF (United Nation Children´s Fund) und der WHO (Weltgesundheitsorganisation) organisiert wird, findet dieses Jahr vom 14. bis 21. September 2019 statt. Ziel der Kampagne ist es, Bevölkerung und Fachpersonen für die Belange des Stillens zu sensibilisieren.

Herausforderungen beim Stillen Neben all diesen Vorteilen gibt es aber auch einige Herausforderungen zu meistern. Die Mutter ist die alleinige Nahrungsquelle und kann das Baby nie länger mit dem Partner oder einer anderen Betreuungsperson alleine lassen. Sofern das Baby auch die Flasche nimmt, kann hier das Abpumpen der Muttermilch helfen. Der Partner kann sich durch das alleinige Stillen vielleicht ausgeschlossen fühlen. Dieser kann das Stillpaar jedoch anderweitig unterstützen, was wiederum zum Vorteil des Stillerfolgs führen kann. Milcheinschuss, Milchstau oder wunde Brustwarzen können ausserdem unangenehm oder temporär schmerzhaft sein.

Die individuelle Lebenssituation Dass das Stillen nicht für alle Mütter und Kinder ganz so einfach ist, bestätigt auch Ursula SturzeneggerMosimann, Stillberaterin am Hirslanden Salem-Spital: «Jede Mutter und jedes Kind ist individuell. Manchmal funktioniert das Stillen besser, manchmal weniger gut. Und oft kommt es nicht so, wie man es geplant hat. Stillen ist eine wunderbare und natürliche Sache für Mutter und Baby. Funktioniert es nicht oder lässt es die Situation nicht zu, soll sich aber keine Mutter schlecht fühlen müssen oder verrückt machen lassen. In der Stillberatung können individuelle Möglichkeiten gesucht werden, auch ein Teilstillen ist zum Beispiel möglich.»

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LEBENSART | KUNDENBEITRAG K U LT U R & E V E N T S | D A S T I E R I N M I R

Las Vegas grüsst die Alpenstube Der Eventkalender des Grand Casino Bern ist prall gefüllt. Sowohl Fans der Glücksspielmetropole Las Vegas als auch Heimwehromantiker kommen voll auf ihre Kosten. Las Vegas – die berühmteste Casinometropole – zieht Fans aus aller Welt in ihren Bann. Hier leuchtet und funkelt es, Shows der Superlative gibts an allen Ecken und Enden. In die faszinierende Glitzerwelt eintauchen können am 19. September auch jene, die keinen Langstreckenflug in die USA buchen wollen: Im Grand Casino Kursaal Bern steigt die dritte Ausgabe von «One Night in Vegas» mit abendfüllendem Entertainment, Shows und – wie es sich für die «Sin City» gehört – einem grossen Glücksspielangebot. Der verblüffende Elvis-Imitator Tommy King performt die grössten Hits des Herzensbrechers und entführt die Gäste in das alte Las Vegas der 50-er- und 60-er-Jahre. Natürlich darf auch ein üppiges All-American-Dinner nicht fehlen. Dabei wird das Vorurteil widerlegt, amerikanisches Essen bestehe hauptsächlich aus Fast Food! Im Paketpreis inbegriffen sind ebenfalls der Eintritt ins Casino, ein Begrüssungsgetränk an der Bar sowie ein Spielguthaben.

Von der Wüste direkt auf die Alp Etwas rustikaler und genauso unterhaltsam gestaltet sich die beliebte Swiss Chalet Night am Donnerstag, 31. Oktober. Statt BlingBling gibts hier Bodenständiges made in Switzerland, vom Showprogramm über die Kulinarik bis zum Dekor. Ein Jodlerchor stimmt einheimische Klänge an, verstärkt durch Casino-CEO Ludwig Nehls, der ebenfalls gekonnt mitjuchzt. Beim grossen Schlemmen haben Gäste die Wahl aus einer Vielzahl traditioneller Schweizer Köstlichkeiten. Spielspass, Unterhaltung und Nervenkitzel gibt es beim anschliessenden Glücksspiel – dank den langen Casinoöffnungszeiten bis zum Alpenglühen.

GRAND CASINO BERN

One Night in Vegas Donnerstag, 19. September 2019 Package für CHF 99.– (inkl. CHF 30.– Spielguthaben) Tickets und Infos: www.grandcasino-bern.ch/vegas

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Swiss Chalet Night Donnerstag, 31. Oktober 2019 Package für CHF 99.– (inkl. CHF 30.– Spielguthaben) und das Leben geniessen


CULINARIUM | BÄRNER RUNDSCHOU

Bärner Rundschou Crazy Daisy Kitchen Bar Das «Crazy Daisy» im Grand Casino Bern bietet als Kitchen Bar eine kleine, aber feine Karte an Speisen und Getränken ganz à la «The Roaring Twenties». Nicht nur die Kleidung des Personals ist den 1920erJahren entnommen, sondern auch die Speisen und Cocktails entsprechen ganz dem Gusto von damals. Events wie Cocktail-Mixing-Nights sollen künftig das Angebot abrunden. Das Grand Casino Kursaal Bern möchten einzigartige Angebote und Erlebnisse schaffen – auch neben dem Spielbetrieb. www.crazy-daisy.ch

Nasch – anders als andere Wer bei Nasch eine Apéro-Box oder ein -Catering bestellt, erhält kein 0815-Plättli, sondern ein kulinarisches Stillleben in seiner ganzen Fülle – erst noch auf nachhaltige Art und Weise. Alles zur abwechslungsreichen Alternative (auch Brunch/Brunch-Box) von Naëmi Scheidegger hier: nasch-catering.ch

Hawaiianische Poké Bowls im kramer

Edle Schokolade – in der Altstadt

Das «Restaurant - Bar - Lounge kramer» der aarestadtgastro GmbH von Martin Hebeisen und Paul Jurt wurde an der Kramgasse 12 bereits im Juni eröffnet. Angeboten werden frische und gesunde Speisen wie die hawaiianische «Poké Bowl» in verschiedenen Variationen, ausserdem Flammkuchen, Bagel oder Salate. www.kramer-bern.ch

Aus erlesenen Zutaten in traditioneller Handarbeit mit viel Leidenschaft hergestellt. Wie zum Beispiel das «Mutze-Fueter» mit seinen überraschenden Zutaten. Cioccolateria Casa Nobile · Rathausgasse 45, Bern www.casa-nobile.ch

Foto: Yasmina Heni

Neue Pop-ups In Bern blühen und gedeihen die Pop-up-Bars und-Restaurants: Der stadtbekannte, rollende Barista Telemaco Cesari hat sein Caffèmobil «Emma & Paul» parkiert und übt mit der Cafébar an der Effingerstrasse 6a die Sesshaftigkeit. www.caffemobil.ch Hoch hinauf geht es noch bis am 22. September auf dem Dach des ehemaligen Swisscom-Towers an der Ostermundigenstrasse 93 in Bern. Die «Kadabra Rooftop-Bar» will «Tel Aviv Lifestyle» zelebrieren und bietet ein Mittagsmenü, abends einen Viergänger und bei den Lounges werden Kleinigkeiten serviert. Reservationen: www.kadabratower.ch

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C U L I N A R I U M | F O O D SAV E - B A N K E T T

Foodsave-Bankett E R N T E D A N K A U F D E M B A H N H O F P L AT Z B E R N CHRISTOPH HERREN

Entdecke ein neues Körpergefühl

Funkerstrasse 23 3013 Bern Tel. 031 331 20 00

45 Tonnen Nahrungsmittel werfen die privaten Berner Haushalte pro Tag im Durchschnitt weg. Über die ganze Nahrungsmittelkette in der Bundesstadt werden täglich gar 120 Tonnen Lebensmittel verschwendet. Das Foodsave-Bankett vom Freitag, 20. September, zeigt, dass es anders geht.

www.hotyogachristophherren.ch

In der Heiliggeistkirche wird geschnetzelt, im Hotel Schweizerhof bereiten Spitzenköchinnen und Spitzenköche Köstlichkeiten zu, dann nehmen Hunderte von Gästen Platz an der langen, eleganten Speisetafel auf dem Bahnhofplatz Bern. Um die 1500 Passantinnen und Passanten geniessen ein Menü aus einwandfreien Lebensmitteln, die aufgrund optischer Normen (zu gross, klein oder krumm …) sonst weggeworfen würden. Über 30 Berner Organisationen sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Was die Berner Kirchen vor vier Jahren erstmals als besonderes Erntedankfest organisierten, ist mittlerweile zu einem bunten Festival gegen die Lebensmittelverschwendung geworden. Das Thema Food Waste bewegt Bern

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Programm Foodsave-Bankett Freitag, 20. September, Bahnhofplatz, Bern • • • • • •

Ab 8 Uhr Foodsave-Märit mit Lebensmitteln, die nicht der Norm entsprechen 15 Uhr Bankett aufbauen, dekorieren, Apéro vorbereiten 17.30 Uhr Apéro und Musik 18.00 Uhr Buffet – es hat genug für alle 20.30 Uhr Erntedank mit Musik in der Kirche 21 Uhr Abholen des restlichen Essens und Abbau

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17.–19. September: diverse Berner Restaurants und Hotels mit Foodsave-Menü Samstag, 21. September: www.kulinata.ch, Bahnhofplatz und Innenhof GenerationenHaus

Getränke werden verkauft, Kollekte zur Deckung der Unkosten. Mehr Infos: www.foodsave-bern.ch

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05.08.2019 10:28:52


FÜR DI CHURZE | KOPERNIKUS

Ds Paradiis

E Gschicht vom Lorenz Pauli mit ere Zeichnig vom Daniel Müller

«Die Spatze, die Spatze!» I bi uf ds Chemi ghocket u ha ddänkt: «Die Spatze, die Spatze!» Der Reihe nah: Dinne isches schön, aber dusse isches o schön. I ha mal wider än Usflug uf ds Dach gmacht. Das isch chli nä Chlätterei, aber es git dert halt es paar gheimi Plätz, wo mir gfalle. Der eint, wo mer gfallt, isch die Dachterrasse, wo öpper mängisch grilliert u nid merkt, wenn es Fischfilet fählt. Än andere Lieblingsort isch ds Chemi, wo nümme bbruucht wird. Ke Rouch, sunnäwarmä Stei u e super Ussicht. U wenn i obe uf ds Chemi hocke, gsehni uus wien es Dänkmal: ds Dänkmal vom eimalige Kater Kopernikus. Wältbekannt und grandios! Uf däm Chemi obe bini iigschlaafe. Zipp! Hets plötzlech gmacht, u ne Spatz het mir es Haar usgrupft. Autsch. Das isch doch würklech z vil! Spatze sölle Angscht ha vor Chatze! Alls andere isch eifach e Frächheit. Das hani de o gseit. U nächär hani wyterpfuuset. Zipp! Scho wider! U dasmal es Schnurrbarthaar! Autsch! Ufeme Sims wyter äne sy es paar Spatze ghocket u hei tschäderet. Aha! Das sy also Muetprobe gsi. Us der Längwyli use, wahrschiinlech. Der nächscht Spatz isch cho u isch mir diräkt vor d Nase gfloge. U de het er mi id Nase pickt! Das isch z vil, z vil, z vil! Aber bevor i nä mit minä Chraue verwütscht ha, isch er scho wider wägg gsi. Achtung: Der nächscht: Dä isch e grosse Boge gfloge u isch mer nächär diräkt i Äcke ghocket. Dert häre, woni weder mit de Pfote no mit de Zähn härechume. I ha ne Momänt bbrucht, bis i nä ha abgschüttlet gha. U itz isch der letscht Spatz cho. I bi scho so hässig gsi, dass i gar nümme gwartet ha, was dä wott mache. I bi uf ne losggumpet, hätt ne fasch verwütscht, u de hets e wildi Verfolgigsjagd ggä bis zur Dachterrasse übere. Dert ischer umeghüpft, u won i ne ha probiert z packe, isch er i die Muusefalle ineghüpft, wo dert steit. Das isch so ne Chefigfalle. Der Spatz het a däm Nüssli, wo drinne isch gsi, pickt u Tägg! isch d Falle zuegschnappt. Der Spatz het mi fräch aagluegt: «Ätsch! Du chasch mir gar nüt mache. I bi dinne, du bisch dusse. Voilà! I ha nämlech mit den andere Spatze gwettet, dass i lenger vor dyre Nase cha umeturne als sii. Voilà! Mit

dyne grosse Pfoote chunnsch nie zwüsche dene Gitterstäb düre. Ätsch!» Da het dä fräch, schlau Spatz rächt gha. Aber de hani die Sach nomal gnauer überleit: «U wie chunnsch du Lappi überhoupt mal wider us dere Falle use? Die isch zue. Der Einzig, wo der chönnt d Falle uftue, bin ig. Du bisch dinne, i bi dusse. Voilà und ätsch.» So wyt het der Spatz nid überleit gha. Er isch ganz still worde. Di andere Spatze hei o nid im Sinn gha z hälffe. Die hei gwüsst, dass mir no ne offni Rächnig hei. Der Spatz i der Falle het plötzlech ganz chly u vertschuderet usgseh. Das sötti itz vilech nid verzelle. Aber: I ha no gar nie so ne Spatz vo naachem aagluegt gha. Ehrlech gseit: Die sy no härzig. U dä Lappi i der Falle mit syne Chnopfouge u de nid ganz fertig ddänkte Ideeä het mer afa gfalle. I ha nüt gseit. Aber i ha mit der Pfoote süüferli uf dä Bügel ttrückt, wo macht, dass d Falle wider ufgeit. Der Spatz het mi schreeg aagluegt. U de ischer useghüpft u dervogfloge. Ds Tschädere vo de andere Spatze het ufghört. Der eint isch nomal zu mir cho, u het mir mys Schnurrbarthaar zrüggbbracht. Ke Ahnig, was i dermit söll. U de sy si dervogfloge. U i bi zrügg uf ds Chemi ufeghocket. So als Dänkmal vom grandios fridleche Kater Kopernikus. Als Dänkmal hesch Zyt zum Dänke. U i ha ddänkt: «Die Spatze! Die Spatze!»

Dr Lorenz Pauli isch Chindergärtner, Chinderbuechoutor, Verleger und Verzeuer. www.mupf.ch Dr Daniel Müller zeichnet regumässig für verschideni Zytschrifte und Buechverläg wie d Globibüecher. www.illumueller.ch

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K U LT U R & E V E N T S | R A C E F O R L I F E

Ein Velorennen für das Leben R A C E F O R L I F E , 8 . S E P T E M B E R 2 0 19

Das Race for Life, der Benefiz-Velomarathon und das Konzert zugunsten von Krebsbetroffenen, ist ein fixer Punkt auf der herbstlichen Berner Eventagenda. Neben dem Rennen, der Solidarität und dem Konzert geht es am 8. September auf dem Bundesplatz auch darum, dass die Betroffenen und Be­teiligten ­offen über den Krebs und die damit verbundenen Sorgen sprechen können. Auf und neben dem Velo gemeinsam im Kampf gegen den Krebs unterwegs sind der Veranstalter Markus Aerni und Prof. Dr. Daniel Aebersold, Direktionsvorsitzender des Tumorzentrums am Inselspital, das gemeinsam mit acht Krebsorganisationen der Schweiz am Race for Life präsent ist. «Diese Chance sollten die Bernerinnen und Berner nutzen und sich informieren kommen. So viel Knowhow und Beratung an einem Ort ist einmalig», so Markus Aerni. «Am Rennen findet der Austausch mit anderen Betroffenen und deren Angehörigen genauso statt wie mit den restlichen Besucherinnen und Besuchern. Das gemeinsame Erlebnis stärkt und verbindet. Die Erfahrung der acht ersten Rennen hat klar gezeigt, dass von den Gesprächen alle einen enormen Mehrwert haben.»

Neu dieses Jahr ist auch der nur einen Kilometer lange City-Parcours. Wenn die letzten Velofahrerinnen und -fahrer gestartet und auf der Strecke sind, fängt hier die Show erst richtig an. Und das noch bevor die musikalischen Gäste die Bühne rocken. Bei diesen kurzen Runden um den Bundesplatz kommt es nicht nur auf Muskelkraft, sondern auch auf Kreativität an. Ob auf einem besonders schmucken Velo, auf einem Fünfer-Tandem oder im Aufsehen erregenden Kostüm. Der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. Hauptsache, es fägt! Allerdings: Strassentauglich müssen die Fahrzeuge schon sein – insbesondere sind funktionierende Bremsen ein Muss. Um es noch ein bisschen spannender zu machen, gewinnt der oder die Kreativste einen Preis.

Das Solidaritätsfest Am Fest auf dem Bundesplatz gibt es auch für die kleinen und grösseren Kids viele Attraktionen wie Zeichnen mit dem legendären Ted Scapa, Street Racket für sportlichen Spass, Velorennen auf dem Pumptrack und vieles mehr. Ab 15 Uhr rocken wieder hochkarätige Namen wie Tuwan, Müslüm und Florian Ast auf der Bühne auf dem Bundesplatz.

Was ist neu 2019? Das Race for Life 2019 hat ein Gesicht: Lerna hat das Lynch-Syndrom, einen Gendefekt, der Krebs begünstigt. Gezeichnet von diversen Tumoren ist Lerna zu schwach, um selbst Fahrrad zu fahren. In ihrem Namen steigt deshalb ein VIP-Team aufs Velo. Unter anderen fahren für Lerna die Musiker Philipp Fankhauser, Marc Amacher und Florian Ast, das Model Melanie Alexander und die Ex-Miss Melanie Winiger.

Lerna ist das Gesicht des Race for Life 2019.

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RACE FOR LIFE, 8. SEPTEMBER

Ein ausführliches Interview mit Markus Aerni und Prof. Dr. Daniel Aebersold, Direktionsvorsitzender des Tumorzentrums am Inselspital Gruppe, und alle zusätzlichen Informationen zum Anlass finden Sie unter www.raceforlife.ch

Markus Aerni (links) und Prof. Dr. Daniel Aebersold. Foto: Alexandra Schürch


K U LT U R & E V E N T S | M U S I K F E S T I V A L B E R N

Vom Rauschen der Aare und der Sinne M U S I K F E S T I V A L B E R N , 11. – 1 5 . 9 . 2 0 19 Text: Elke Lohmann, Fotos: zvg

Mit einem dichten Programm mit alter, neuer und experimenteller Musik, Installationen und Performances widmet sich das Musikfestival Bern 2019 dem Thema «Rauschen». Vom 11. bis 15. September wird jenem Geräusch der Hof gemacht, das uns nahezu überall umgibt – meist unbewusst, manchmal auch unerwünscht: Vom Rauschen der Aare und des Windes in den Bäumen über raunende Stimmen aus vergangenen Zeiten und das Rauschen in der elektronischen Musik bis hin zum Sinnes-, Liebes- und Kaufrausch – sie alle haben ihren Platz in diesem (be)rauschenden Programm. Das Kuratorium des Musikfestivals Bern scheint bei der Entwicklung des Programms 2019 einem «Schaffensrausch» erlegen zu sein. Die Bandbreite der mehr als 30 Veranstaltungen ist weit und reicht von alter bis zu zeitgenössischer, von improvisierter, experimenteller bis zu elektronischer Musik. Auszüge aus dem Programm: Zwei wegweisende Kompositionen des venezianischen Komponisten Luigi Nono werden im Berner Münster gezeigt. Sozusagen als «Rauscher in Residence» ist der Berner Klangkünstler Zimoun am Festival engagiert: In der Dampfzentrale errichtet er ein sich ständig wandelndes Klangfeld. Zur Eröffnung des Festivals macht sich der Berner Künstler und Musiker Strotter Inst. am wohl grössten Rauschmacher Berns zu schaffen – der Aareschwelle. Gleich darauf rauschen 111 Velofahrer/innen am Publikum vorbei. Auf den Hörspaziergängen «Bern rauscht» (die übrigens auch abseits des Festivals durchgeführt werden) erlebt man mit Klangkünstler/innen die rauschende Innenstadt. Klar, zeitgenössische Musik ist für viele Ohren ungewohnt. Das umfassende Vermittlungsangebot des Musikfestivals Bern eröffnet deshalb Zugänge und macht neugierig auf Unerhörtes. Und als Trägerin des Labels «Kultur inklusiv» setzt sich das Festival für eine ganzheitliche und längerfristige Teilnahme von Menschen mit und ohne Behinderung am Kulturleben ein.

M U S I K F E ST I VA L B E R N « R AU S C H E N »

11.–15. September 2019 Programm: www.musikfestivalbern.ch

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K U LT U R & E V E N T S | H E R B S T S M I X

Herbstmix

K U LT U R

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EVENTS | TIPPS

LISA CHRIST | GUSTAV BIERHÜBELI Lisa Christ tritt seit 2007 regelmässig an Poetry-Slams im gesamten deutschsprachigen Raum auf. Nun gibts ein «Best of» mit PoetrySlam, Spoken Word und Kabarett, verpackt in einem intimen Showcase von 50 Minuten auf der Kleinbühne. 21. September, Gustav im Bierhübeli, www. bierhuebeli.ch

LAMPEDAME | KULTURHOF KÖNIZ

K U LT U R P R O G R A M M C A S I N O B E R N

Eine magische Bühne, ein suspektes Künstlertrio, vier Freiwillige, ein bahnbrechender Trip: «Lampedame» nimmt mit auf eine humorvoll-poetische Reise ins helle Licht und in die tiefe Dunkelheit der Träume! Das Ensemble von Stradini Theater verbindet Bewegungstheater, Musik und Videoanimation zu einem kunstvollen Werk. 18. September | Kulturhof Schloss Köniz | www.kulturhof.ch

Das Programm der ersten Konzertsaison (bis Dezember 2019) im neu eröffneten Casino Bern klingt vielversprechend. Wir haben zwei Anlässe herausgepickt: 13. September: NACHT DER LIEDER – Die Nacht der Lieder verspricht einen Abend voller Musikkabarett. Der Berner Christoph Simon führt dabei in seiner verschrobenen Art durch den Abend, Esther Hasler haut virtuos in die Tasten, Mischa Wyss bedichtet den Spielort, Blues Max bringt dem Publikum den Zürcher Blues näher, Reimwunder Sven Garrecht und Geschichtenjäger Reto Zeller runden das Programm ab. Ein Fest für Kleinkunstliebhaber – am Schweizer Kleinkunst-Tag. 26. September: SATIRE FRAKTION – Ein Gipfeltreffen der Politsatire. In Bern wird Politik gemacht – hier wird sie satirisch kommentiert. Am Puls des politischen Geschehens werden die Themen der laufenden Session und die aktuellen Diskussionen in der Parteienlandschaft aufgegriffen. Humorvoll, intelligent und brandaktuell. Die Show findet jeweils während der ordentlichen Session des Parlaments statt. Mit Lisa Catena als Gastgeberin, Matto Kämpf, Rebekka Lindauer, dem Kammermusikensemble sowie einem kabarettistischen und einem politischen Gast. Programm und Infos: www.casinobern.ch

STEFAN W. MÜLLER UND BAND HOMMAGE HANERY AMMAN Der Span-Pianist Stefan W. Müller und seine Band ehren mit ihrer Hommage die Musik des verstorbenen Pianisten Hanery Amman. Mit teils Originalmusikern aus der Hanery Amman Band wie Cäsar Kaiser am Schlagzeug und Jean-Pierre Berchier an Bass und Zweitstimme sowie Chrigu Dietz, der den Gesangs- und Gitarrenpart übernimmt. Die Musik lässt die Herzen mit Titeln von «Tristessa» über «Rosmarie» uvm. höherschlagen und lädt zum Mitsingen ein. 21. September | Mahogany Hall | www.mahogany.ch

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K L E I N K U N S T- VA R I É T É Die «Nacht der Kleinkünste» bringt Künstlerinnen und Künstler der Kleinkunst zusammen auf die Bühne, das Variété bietet einen Querschnitt durch alle Facetten. Traditionell stehen junge Talente und gestandene Profis gemeinsam auf der Bühne und garantieren für ein abwechslungsreiches und kontrastreiches Programm. Ob schräge Lieder, intellektuelle Texte, tiefgründige Komik oder atemberaubende Artistik, bei dieser Show ist alles möglich. 20. September | La Cappella | www.la-cappella.ch


K U LT U R & E V E N T S | H E R B S T M I X

10 Jahre Theater Matte

T. R E X – K E N N E N W I R U N S ? Das Naturhistorische Museum Bern zeigt ab 14. September unter anderem 15 Nachbildungen von Dinosauriern, 12 davon animiert. Entwickelt wurde die Ausstellung, die auch die Schweizer Saurierwelt beleuchtet, ursprünglich vom Natural History Museum, London. Ab 14. September, www.nmbe.ch Foto: Lisa Schäublin

GASKESSEL

Zufall, Schicksal, Fügung – die Entstehung des Theaters Matte hört sich wie ein kleines Wunder von Bern an: Im Sommer 2009 wird in einer Bar im Berner Mattequartier darüber gesprochen, was mit dem Saal im Berchtoldhaus geschehen soll, dessen Nutzung die Kirchgemeinde Nydegg nach rund 70 Jahren aufgeben will. Zufälligerweise befinden sich Livia Anne Richard und Markus Maria Enggist am Nebentisch und wittern spontan ihre Chance. Fünf Minuten später stehen die beiden am Ort der Diskussionen und wissen sofort, was sie wollen: ein kleines TheaterBijou in einmaliger Lage direkt an der Aare. Ohne noch lange zu überlegen, schlagen sie zu und mieten per 1. März 2010 das Objekt ihrer Träume. Sie gründen zusammen mit Annemarie Morgenegg, Hank Shizzoe und Fredi Stettler den Verein Theater Matte Bern und kommen so zum eigenen Theater. Am 22. Oktober 2010 war es so weit und die Türen der in neuem Charme erstrahlenden Räume öffneten sich zum ersten Mal. Das Theater Matte war eröffnet. Seither werden jährlich vier bis fünf Theaterstücke gezeigt. Immer in Mundart, nie leer, immer mit Herz, Verstand und der nötigen Portion Humor.

13. September: BORN THIS WAY – mit Jamira Estrada, Kasi Kajal und Dragqueen-Show mit Klit-Mi. Gender, Mann, Frau – was auch immer, einfach Mensch. Ob queer, homo, hetero oder was auch immer – es gibt Nächte, da spielt alles keine Rolle mehr, es zählen nur die Musik und der Moment. 28. September: BE FOCUS – Flohmarkt, Tattoo, Kunst, Food und Drinks. Ein Tag im Zeichen lokaler Kunst und Nachhaltigkeit. Sei es tätowiert auf dem eigenen Körper oder aufgetragen auf der Leinwand. Eine Plattform für all jene, die ihre Künste der Öffentlichkeit zugänglich machen möchten. Mit Flohmi und Koffermarkt ab 14 Uhr. www.gaskessel.ch

Leitung Theater Matte, Markus Maria Enggist und Corinne Thalmann Foto: Lea Moser

N I C H T V E R PA S S E N

Im Sommer 2014 übernahm Marianne Tschirren den «Stuhl» von Hank Shizzoe und leitet seither den Spielbetrieb. 2016 gab Livia Anne Richard die künstlerische Leitung des Theaters an Corinne Thalmann ab, verblieb aber im Vorstand und fungiert als Beraterin im künstlerischen Bereich. Im selben Jahr übernahm Markus Maria Enggist das Präsidium des Vorstandes und hat nun die Gesamtleitung des Theaters Matte inne.

HOUPTSACHBÄRN! | FOTO MUSIG MÄRIT | 12. September

10 J A H R E T H E AT E R M AT T E – D A S F E S T

Ausstellung Fotowettbewerb und Berner Musik in der Matte Mehr Infos Seiten 48/49 und unter www.baernblog. com

Samstag, 7. September 2019, ab 15 Uhr

KULINATA | FEST DER SINNE | 21. September

Potpourri aus Spoken Word, Musik, Humor, Jodel, Klassik und Kabarett mit zahlreichen Berner Künstlerinnen und Künstlern.

Hören. Sehen. Riechen. Schmecken. Fühlen. Die zweite Ausgabe verspricht ein Erlebnis für alle Sinne. Alle Infos: www.kulinata.ch

Programm: theatermatte.ch

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K U LT U R & E V E N T S

Foto: Remo Eisner

BÄRN! FOTO | MUSIG | MÄRIT 12. Septämber 2019, 18 bis 22 Uhr Känzeli, Flusskraftwärk ewb, Matte Das BÄRN!Magazin, www.baernblog.com und Energie Wasser Bern ewb präsentieren: «HOUPTSACHBÄRN! FOTO MUSIG MÄRIT». Die Konzerte sind kostenlos, die Fotos der Ausstellung können (und sollten) zugunsten der Notschlafstelle und Gassenküche gekauft werden.

FOTO Ausstellung der 20 erstplatzierten Fotos des Fotowettbewerbs «HOUPTSACH BÄRN!». Die aufgezogenen Bilder können vor Ort zum Preis von CHF 50.– gekauft werden, der gesamte Erlös geht an die Notschlafstelle und Gassenküche. Ab 13. September Verkauf auch auf www.baernblog.com

MUSIG Auch das Musikprogramm ist zu 100 Prozent HOUPTSACH BÄRN!. Zwar sind die Musikstile international – von Blues über Pop zu Rock ‘n‘ Roll und Chansons. Die Musikerinnen und Musiker (siehe Seite rechts) sind aber alle waschechte Bernerinnen und Berner. Musikprogramm ab 18.30 Uhr.

MÄRIT, BAR & FOODTRUCK Berner Märit mit den zwölf bestplatzierten des Publikumsrankings BÄRN!DING vom Jahr 2019 (siehe auch alle Nominierten unter www.baernblog.com). Märit ab 18 Uhr.

BÄRN!Magazin · www.baernblog.com

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Die Bar des Restaurants Cinématte und der Foodtruck «Tängi-Curry» sorgen ab 18 Uhr für Speis und Trank.


K U LT U R & E V E N T S | B Ä R N ! F O T O

DI UFTRÄTENDE MUSIKER/INNE

HOUSI WITTLIN

RES MARGOT

Am 12. September hat Skinny zudem einen «Very Special Guest», nämlich das Berner Rock-Urgestein Housi Wittlin, der seine bekanntesten Songs zum Besten geben wird.

Zum Auftakt des Anlasses spielt der bekannte Mätteler Res Margot auf dem Alphorn. Für einmal ohne seine Frau Ruth, mit der er an Konzerten und Galas auftritt und in der Matte den «KlangKiosk» betreibt.

SEREJ Früher galt Serej als harter Rapper, nun sitzt er am Flügel und spielt seine eigenen Kreationen, die einen an Mani Matter erinnern und trotzdem sehr eigenständig klingen. Singen konnte er schon immer. War er doch bei Wurzel 5 (wer kennt ihn nicht, den YB-Einlaufsong «Hie») zusammen mit seinem Bruder Diens für die eingängigen Refrains zuständig. Letztes Jahr erschien «I hane Idee gha», sein erstes Album als Chansonnier, Geschichten aus dem Leben gegriffen, die einen durchaus selbst betreffen und unter die Haut gehen.

TRALLAMAMMA

Foto: Roswitha Strothenke

Trallamamma ist das erfrischende Berner Trio mit Tanja von Erlach, Gesang (Cry Baby, Küffer & Friends), Tinu Diem, Gitarre und Gesang (Blues for Your Pocket, Polo Hofer), und Luc Balmer, Violine und Kontrabass (Taco, Holle). Durch das langjährige musikalische Schaffen der drei Musiker ergibt sich ein spannender Mix aus den Bereichen Blues, Country, Jazz, Pop und Rock. Zusammengefasst nennt sich dieser Stil «Americana». Ruhige Interpretationen wechseln sich ab mit fetzigen Nummern mit Witz und einer Prise Schalk und garantieren ein bezauberndes Musikerlebnis. www.trallamamma.ch

SKINNY JIM TENNESSEE TRIO Das Berner Trio Skinny Jim Tennessee hat sich klar dem Rock ’n’ Roll verschrieben. Skinny Jim an Gitarre und Gesang vermag mit virtuosem Spiel und seiner Stimme das Publikum auf eine Zeitreise zu nehmen. Mit seinem V-8 Slapbass-Sound bringt Tommy «The Ace» Spade die Wände zum Beben, während Dan «The Danalyzer» Revealed als Wirbelsäule der Band am Schlagzeug den Zug am Rollen hält.

Foto: Baldy Minder

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FÜHRUNG BERNER ROCK 2× 2 Tickets zu gewinnen Sam Mumenthaler, der die Geschichten des Berner Rock kennt wie kein Zweiter, lädt ein auf eine exklusive Führung (siehe Seite 5). Wer gern durchs Leben rockt und rollt, sollte sich den Termin fett in der Agenda markieren. Gewinnen Sie einmal 2 Tickets für Sie und Ihre Begleitung!

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BÄRN!VERLAG BÄRN!MAGAZIN Erscheint 4× jährlich im «BÄRN!Verlag». Der Verlag steht in Kooperation mit der Stadt Bern, mit Bern Tourismus, BERNcity, Idée BERN sowie mit dem Tier- und Bärenpark, der EWB und anderen Berner Institutionen. Die nächste Ausgabe 2019 erscheint am 26. November. Infos für Werbepartner unter www.baernverlag.com. Abonnement

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Bis dahin stets aktuell aus Bern: www.baernblog.com Illustration: Dominic Beyeler

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I M P R E S S U M AU S G A B E 3 / 19 BÄRN!Verlag Bellevuestrasse 133 · 3095 Spiegel bei Bern Telefon 031 972 07 07 mail@baernbox.ch · www.baernverlag.com Leitung Verlag/Redaktion

Michèle Freiburghaus

Druckvorstufe

Lithouse

Druck

Stämpfli AG, Bern gedruckt auf FSC-Papier

Vertrieb

Direct Mail Company, Bern

Gestaltung BÄRN!Verlag Fotos

Remo Eisner, Lea Moser, Alexandra Schürch

Illustrationen

Daniel Müller, Dominic Beyeler

Beiträge

Lorenz Pauli, Luca Hubschmied, Tina Köhler, Cornelia Berger, Ronny Kummer, Sarah Bielser, Elke Lohmann, Doris Slezak, Michèle Freiburghaus


S I B KÜR N E H C O W Y P P O H S T I M s i b r e b o t k 14. O 9 1 0 2 r e b m e 2. Nov

14.10.-2.11.2019

Grosse Kürbis-Ausstellung Kürbis-Verkauf (über 20 Tonnen Kürbisse und über 30 verschiedene Sorten), Kürbisse, Kürbis-Sekt und Kürbis-Handcrème vom Bauernhof der Familie Oppliger im EG vor den Glasliften

Mittwoch, 16.10.2019 14.00 – 17.00

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Mittwoch, 23.10.2019 14.00 – 17.00

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