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BÄRN!MAGAZIN Die schönsten Seiten der Hauptstadt

3 / 2020

BÄRN BUNT, BELÄBT U BEWEGT 1


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g a T e i S n e h c Ma . d l o G u z t h c a N d n ehr m d n u n inne Gold gew eptember bis 27. S

Hier passiert’s: Ein Sommer fßr Schatzsucher, Nervenkitzel, chillen an der Bar. Jetzt Erlebnis-Package buchen unter 2 grandcasino-bern.ch


E D I T O R I A L & I N H A LT

INHALT

C O V E R : Lithouse B Ä R N B U N T, B E L Ä B T U B E W E G T

EDITORIAL Es louft für Bärn Und wieder ist der BSC Young Boys Meister geworden, herzliche Gratulation nachträglich! Es läuft für Bern, und in Bern läuft so manches – den unguten Zeiten zum Trotz. Bern ist in Bewegung, Bern ist belebt, und Bern ist so bunt wie der Herbst. Eine kleine Auswahl der ganzen Fülle von Engagement, Innovation und Mut präsentieren wir in dieser Ausgabe. Das vorliegende ist die 60. Ausgabe von BÄRN! Magazin seit 2006. Ein Grund für mich, ein bisschen stolz zu sein – es war und ist nicht immer einfach, als Einfraubetrieb viermal pro Jahr ein Magazin für Bern zu finanzieren und herauszugeben. Dank treuer Partnerinnen und Partner ist das auch in dieser schwierigen Zeit möglich – Merci viumau! Und für mich könnte es keinen schöneren Job geben als den, über die schönste Stadt zu berichten. In dieser Jubiläumsausgabe stelle ich Ihnen meine wichtigsten freien Mitarbeiter vor: den Fotografen Remo Eisner, der mit seinen Bildern wesentlich zum Erscheinungsbild des Magazins beiträgt, und Housi Hausammann von Lithouse, der mich seit 2006 begleitet. Freuen wir uns nach diesem bewegten Sommer auf den Herbst. Ich wünsche Ihnen viele farbige Glücksmomente!

Sportamt: Bern bewegt sich Bern bewegt gegen Rassismus Wandbild «Hie bin eine vo dört, dört bini eine vo hie» Eine starke Community Interview Cordelia Hagi Ein sehr lebendiger Ort in Bern Am buntesten Ort im Dählhölzli

GESELLSCHAFT 18 20 21

Ökologie und Biodiversität in der Region Fechten – ein Sport für alle Symbiose zwischen Mensch und Hund

LEBENSART 22 24 26 29 31 33 36 40 41 43

Grünes Band Bern BERNcity Ab zum Herbststyling! Schön & Guet Hochspezialisierte Bauchchirurgie Unerwünschter Muskelkater Kulinata 2020 Bärenhunger / Foodsave-Bankett Bärner Rundschou Proscht – lieber in Bärn!

K U LT U R & E V E N T S

Michèle Freiburghaus Verlegerin, Redaktionsleiterin

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Das nächste BÄRN! Magazin erscheint am 26. November. Informationen: www.baernverlag.com Besuchen Sie unseren Blog mit täglich «Nöiem u Gfröitem us Bärn»

BÄRN!BL G

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www.baernblog.com

Herbschtmix

DIVERSES 46

Kopernikus: Längwylig

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BÄRN!FOTO-Wettbewerb

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Hans Hausammann Remo Eisner

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BÄRN! intern / Verlosungen

Kopernikus: Längwylig

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B Ä R N B U N T, B E L Ä B T U B E W E G T | S P O R T A M T B E R N

Bern bewegt sich So vielfältig wie die Stadt selbst: Wer sich in Bern bewegen will, muss nicht lange suchen: Die Hauptstadt hat bewegungsfreudigen und sportbegeisterten Menschen viel zu bieten. Welche Rolle dem Sportamt dabei zukommt? Lesen Sie weiter. Text Petra Baumberger, Fotos Peter Eichenberger

«Bern ist eine Sportstadt der Schweiz.» So lautet der erste von insgesamt zehn Leitsätzen des Sportamts der Stadt Bern. Was aber meint das Amt, wenn es von Bern als «Sportstadt» spricht? Dass die Stadt immer wieder Top-Athletinnen und -Athleten wie Mujinga Kambundji oder Markus Ryffel hervorbringt? Dass ihre Spitzenclubs, YB und SCB, eine grosse Fangemeinde um sich scharen? Dass regelmässig internationale Grossevents wie die Tour de France 2016, die Fussball-EM 2008 oder die Eiskunstlauf-EM 2011 in Bern zu Gast sind? «Das sicher auch, aber längstens nicht nur», sagt Christian Bigler, Leiter des Sportamts. «Eine Stadt ist primär dann eine Sportstadt, wenn Sport und Bewegung in der ganzen Stadt sichtbar sind. Und wenn der Zugang dazu für möglichst viele möglichst einfach ist. Zusammen mit den Stadtberner Sportvereinen ist das Sportamt hierbei die treibende Kraft.» Was diese treibende Kraft genau dafür tut, um Sport und Bewegung in der ganzen Stadt sichtbar und einfach zugänglich zu machen, schauen wir uns in diesem Beitrag an. «Bärn Outdoor» Die Stadt Bern ist reich an Möglichkeiten, sich an der frischen Luft zu bewegen: Auf den fünf Bärn-Parcoursstrecken, auf Beachvolley-Feldern, dem Skatepark und dem Outdoor-Skillspark oder im Outdoor-Fitnesspark im Marzili. Dort steht übrigens, ganz wichtig, auch ein Massagegerät bereit. Velo-Freizeitanlagen Velofahren ist Gesundheitsförderung. Die Stadt Bern schreibt Veloförderung deshalb gross und fängt schon bei den Kleinen damit an: Auf ihren Velo-Freizeitanlagen gewinnen Kinder Sicherheit auf dem Zweirad, und Jugendliche entwickeln ihre Fertigkeiten weiter. Und das Beste ist: Die Anlagen sind auch für Kickboardfahrerinnen, Einradfahrer und Trottinetts attraktiv. Sport- und Bewegungsangebote für Kinder … Ob Indoor-Spielplatz, KIDS-Kurse oder offene Turnhallen: Das Sportamt hat für Bärner Meitschi und Giele aller Altersstufen ein passendes Sport- und Bewegungsangebot. So können sie ihre motorischen Fähigkeiten schon von klein auf festigen und verschiedene Bewegungsformen ausprobieren. Dabei entdecken sie, wer weiss, vielleicht sogar ein grosses Talent. … und für Erwachsene Freude an Sport und Bewegung bleibt ein Leben lang wichtig. Darum hat das Sportamt auch ein Erwachsenenangebot. «Sport für

alle» und «Fitness und Spiel für alle» sind, wie es der Name verrät, für alle und die Sportwoche «AKTIV Plus» für Menschen ab 50. Frauen, die beim Schwimmen gerne unter sich sind, sind beim «Berner Frauenbad» richtig. Turnhallen und Sportplätze, 90 Turnhallen, 32 Rasensportplätze, 2 Sporthallen und 4 Leichtathletikanlagen gibt es in der Stadt Bern. Das Sportamt vermietet sie sowie die Hallenbäder und Kunsteisbahnen an die rund 450 Berner Sportvereine für deren Trainings, Meisterschaftsspiele und Turniere. Auch weitere Organisationen und Privatpersonen zeigen zunehmend Interesse daran, eine Anlage zu mieten. Was gar nicht so schwierig klingt, ist in Wahrheit eine komplexe Sache, denn: Die Hallen und Plätze sind zu Spitzenzeiten fast zu 100% ausgelastet. Wie das Reservationsteam des Sportamts es trotzdem immer wieder schafft, fast alle Wünsche zu erfüllen und doch noch eine freie Halle zu finden, bleibt deshalb ein kleines Wunder. Hallen- und Freibäder Wer kennt sie nicht: die drei Hallen- und fünf Freibäder der Stadt Bern? Marzili, Mubeeri und Co. werden vom Sportamt betrieben und unterhalten. Dazu sind je nach Saison bis zu 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. Dank der 50-m-Schwimmhalle im Neufeld gibt es bald mehr Platz im Wasser für alle. Wassersportvereine, Hobbyschwimmerinnen und -schwimmer freuen sich schon jetzt auf die Eröffnung. Das Sportamt übrigens auch. Kunsteisbahnen Bald ist er wieder da, dieser spezielle Moment im Jahr: Die Kunsteisbahnen werden aufgeeist. Die «Schlöflerinnen» und «Schlöfler» schnüren wieder ihre Schlittschuhe, Kinder stossen Bär und Pinguin übers Eis, und die Oldies but Goldies erklingen ab der Jukebox. Dieses Jahr ist es am 2. November so weit. Schauen Sie doch mal vorbei, die 16 Eismeister des Sportamts freuen sich auf Sie.

S P O R TA M T B E R N

Effingerstrasse 21, 3001 Bern Telefon 031 321 64 30 www.sportamt-bern.ch

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Bern bewegt gegen Rassismus Text Luca Hubschmied, Journal B, Fotos Jana Leu www.janaleu.com

An die 4000 Personen demonstrierten Mitte Juni auf dem Bundesplatz gegen Rassismus und Polizeigewalt. Die Bewegung Black Lives Matter hat die Schweiz und auch Bern erreicht, wo sich verschiedene Organisationen mit dem Thema auseinandersetzen.

Rassismus auseinandersetzen. Der Stammtisch trifft sich einmal monatlich, um sich zu vernetzen und Erfahrungen austauschen. Daneben bringt sich die Gruppe in öffentliche Debatten ein und organisiert Veranstaltungen. So zuletzt Anfang Juni auf der Berner Schützenmatte. Unter dem Titel «Arena der Vielen» fand eine Art Gegenstück zur viel kritisierten SRF-Arena statt. Eingeladen dazu hat der Berner Rassismus Stammtisch.

Als die Black-Lives-Matter-Demonstration am 14. Juni durch Bern zog, war an der Kramgasse 12 die an der Fassade prangende Statue der «Zunft zum Mohren» ausnahmsweise eingepackt. Schon vor sechs Jahren war die Repräsentationsfigur der Zunft zum Thema eines Vorstosses im Stadtrat geworden: Die SP-Stadträte Halua Pinto de Magalhães und Fuat Köçer forderten im Mai 2014, anhand der Figur solle geprüft werden, inwiefern rassistische Relikte noch dargestellt werden dürften oder allenfalls entfernt werden müssten. «Wir wollten damals eine Debatte anstossen über solche unhinterfragten Symbole im öffentlichen Raum», erklärt Halua Pinto de Magalhães, «auch wenn solche Diskussionen für mich oft ambivalent sind.» Einerseits eröffne dies Möglichkeiten, über tiefer liegende Themen wie Kolonialgeschichte zu sprechen, andererseits komme es bei identitätsstiftenden Symbolen oft zu Polemik und Abwehrreflexen, die von den Medien stark aufgegriffen würden.

Nach wie vor gebe es viel aufzuarbeiten, gerade auch in Bern, sagt Pinto de Magalhães: «Wir sollten mehr darüber sprechen, was Berns Rolle im Kolonialismus und Frühkapitalismus war. Viele Strukturen, wie etwa die Burgergemeinde, sind ein heute noch existierendes Produkt dieser Zeit.»

Den Stammtisch umdeuten Pinto de Magalhães, der während acht Jahren im Berner Stadtparlament sass, engagiert sich nicht nur auf politischer Ebene gegen Rassismus und Diskriminierung. Anfang 2016 gründete sich der Berner Rassismus Stammtisch aus einer losen Gruppe von Kolleg/ innen, die sich bei der Arbeit oder ihrem politischen Aktivismus mit

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Kontrolliert aufgrund der Hautfarbe Dass ein Begriff wie Racial Profiling heute bekannt ist und diskutiert werden kann, ist unter anderem der Arbeit der «Allianz gegen Racial Profiling» geschuldet. Für grosses öffentliches Interesse sorgte der von der Allianz unterstützte Prozess um Mo Wa Baile, der sich 2015 bei einer Polizeikontrolle weigerte, seinen Ausweis zu zeigen. Er erlebte die Kontrolle als rassistisch motiviert und wehrte sich auf dem Rechtsweg gegen die erhaltene Busse. Der medial begleitete und viel dokumentierte Fall kam bis vors Bundesgericht, und nachdem dieses die Beschwerde abwies, zog Wa Baile sie weiter zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg. Dieser dürfte sich voraussichtlich Ende dieses Jahres damit befassen. «Mir geht es nicht darum, recht zu haben», sagt Wa Baile am Telefon, «aber mein Fall ermöglicht es, die Problematik des Racial Profiling öffentlich bekannt zu machen.» Die Allianz gegen Racial Profiling dokumentiert und unterstützt Gerichtsprozesse wie jenen von Wa


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«In unserer Gesellschaft sind wir alle von Rassismus betroffen.»

Baile. Zudem veröffentlichte die Gruppe eine qualitative Studie zu Erfahrungen mit Racial Profiling in der Schweiz. «Darin zeigt sich, dass mein Erlebnis kein Einzelfall ist», erläutert Wa Baile, «manche schwarze Personen vermeiden Orte wie den Bahnhof als Treffpunkt oder kleiden sich bewusst schick, um nicht ins Visier der Polizei zu geraten.» Sich gegen rassistisch motivierte Polizeikontrollen zu wehren, sei nicht für alle möglich, betont Wa Baile, etwa wenn es sich um Menschen ohne Papiere handle. Und einen Gerichtsprozess anzustrengen brauche viel Zeit, Geld und Energie. Es seien Hürden, die für viele zu gross sind, erklärt der Aktivist: «Wir wollen deshalb mit meinem Fall strategisch Druck aufbauen, denn die Bereitschaft der Polizei, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, ist bisher kaum vorhanden.»

Die weissen Privilegien Auf der Warmbächlibrache sitzt Marianne Naeff in der warmen Julisonne. Seit zwei Jahren ist sie Teil des «Kollektivs Kritisches Weisssein Bern». Die Gruppe trifft sich regelmässig, um sich mit eigenen weissen Privilegien auseinanderzusetzen und ein anti-rassistisches Bewusstsein zu schärfen. Naeff hat das Kollektiv mitgegründet und erinnert sich: «Die Idee entstand, als wir einen Critical Whiteness Workshop von Bla*Sh, einem Netzwerk schwarzer Frauen, besuchten, der sich an weisse Personen richtete. Wir haben sehr viel gelernt und wollten noch andere weisse Menschen zur Selbstreflexion anregen. Bei uns kam die Frage auf: Wie können wir die Energie von BIPoCs [Black, Indigenous, Person of Color] sparen und stattdessen die umfassende Literatur, die bereits existiert, verwenden und uns selbst mit dem Thema auseinandersetzen?» Von

da an begann das Kollektiv, sich in regelmässigen Treffen mit dem eigenen Verhalten zu beschäftigen und Literatur zum Thema zu suchen und zu diskutieren. «In unserer Gesellschaft sind wir alle von Rassismus betroffen,» betont Marianne Naeff, «Rassismus hat uns alle dehumanisiert – einige leiden darunter, andere profitieren davon. Damit das System von Ausbeutung funktioniert, wurden weisse Menschen seit Jahrhunderten gefühllos gemacht, um nicht zu spüren, welche Unterdrückung wir aufrechterhalten. Der erste Schritt sollte daher das Erkennen sein, wie man selbst rassistisch geprägt ist.»

Journal B Die unabhängige Online-Zeitung aus Bern. Sie finanziert sich durch Mitglieder. www.journal-b.ch Infos Stadt Bern Die Stadt Bern versteht die Bekämpfung von Rassismus als wichtigen Teil ihrer Integrationspolitik. Deshalb ist sie seit 2009 Mitglied der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus und setzt eine Reihe von Massnahmen gegen Rassismus und Diskriminierung um. Mehr Infos: www.bern.ch Haben Sie einen rassistischen Vorfall erlebt oder beobachtet? Glauben Sie, rassistisch diskriminiert worden zu sein? Meldungen hier: www.gggfon.ch

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B Ä R N B U N T, B E L Ä B T U B E W E G T | WA N D B I L D W Y L E R G U T

Wandbild Wylergut VO R S C H L Ä G E F Ü R E I N E N U M G A N G M I T D E M K U LT U R E R B E D E R K O LO N I A L Z E I T

Vorgeschlagene Projekte Unter dem Titel «Wylerbet statt Alphabet!» möchte ein Team das Wandbild und neun weitere Orte in einem Stadtrundgang einer postkolonialen Kritik unterziehen. Das Wissensvermittlung wie Aktionen umfassende Angebot richtet sich an Schulen und die Öffentlichkeit. Das Kollektiv Kunst und Krise will in seinem Projekt «N wie Neu» Wechselrahmen vor dem sichtbar bleibenden Wandbild platzieren. Darin wären gemeinsam mit der Schülerschaft erarbeitete Figuren zu sehen, welche «Mehrfachidentitäten zum Ausdruck bringen» – zum Beispiel eine muslimische Gamerin.

Ein grosses Fresko schmückt den Treppenaufgang des Schulhauses im Wylergut seit dessen Eröffnung 1949. 70 Jahre später protestierte dagegen die Gruppe «Berner Rassismus Stammtisch» bei der Stadtverwaltung: «Täglich sehen Kinder unterschiedlicher Hautfarbe diese Klischees. Wie mag das für jene sein, deren eigene Herkunft so in die Nähe von Tieren gerückt wird?» Text Annina Zimmermann, Fachspezialistin Kunst Kultur Stadt Bern Foto Attila Janes

Was zeigt das Wandbild? Die beiden Berner Künstler Eugen Jordi (1894–1983) und Emil Zbinden (1908–1991) malten zu jedem Buchstaben des Alphabets ein Sujet, dessen Name mit dem jeweiligen Laut anfängt. Mitten zwischen Pflanzen, Gegenständen und vielen Tieren sind auch drei nicht weisse Menschen dargestellt. C, N und I verweisen damit auf damals gängige Bezeichnungen, die heute als rassistisch erkannt sind. Auch die Lehrerschaft vor Ort hatte das Problem erkannt und diskutierte es oft mit den Kindern, ohne jedoch eine Lösung zu finden. So schrieb die Kommission für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Bern einen Wettbewerb aus für eine künstlerische Arbeit mit pädagogischem Input, um das fragwürdige Wandbild der in ihrer Zeit sozial engagierten Künstler angemessen zu verorten.

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Ähnlich der Vorschlag von «z.B. Wylergut»: Hier würden die in Schule und Quartier erarbeiteten Inhalte in Wechselrahmen im öffentlichen Raum gezeigt. Derweil würden die umstrittenen Quadrate des historischen Wandbildes je mit einem Spiegel verdeckt, die, unterschiedlich geneigt, ein «dynamisches Bild» ergäben. Das Projekt «Störung im Dorf» will im Schulhaus Gegenbilder zum Alphabet anbringen: Reliefs aus gammelndem Käse und Schokolade, Schweizer Stereotypen inszeniert als Zumutung. Workshops zu «Critical Whiteness» für Schule und Quartier, spontane Aktionen und Tonaufnahmen von Rassismus-Betroffenen ergänzen das Projekt, das nach drei Jahren mit der Übermalung des Bildes enden soll. Am radikalsten fordert ein Team schon im Projekttitel: «Das Wandbild muss weg!» Die Primarschule sei kein geeigneter Ort für die zu führende Debatte. Das Bild sei dem Bernischen Historischen Museum oder einer anderen geeigneten oder noch zu gründenden Institution zu übergeben. Für den Umgang mit den überlieferten Stereotypen der Kolonialzeit seien unterschiedliche legitime und produktive Strategien denkbar, schreibt die interdisziplinäre Wettbewerbsjury. So darf man gespannt sein auf den Entscheid der Fachjury – und darauf, welches der Projekte die Stadt Bern in Rücksprache mit dem ausgewählten Team und den Erben der Künstler umsetzen kann. Die Vorschläge des Wettbewerbs für den Umgang mit dem Wandbild Wylergut wurden am 19. August und noch bis zum 5. September im Kornhausforum Bern öffentlich präsentiert. Die Projekte sind dokumentiert auf: www.bern.ch/wandbild-wylergut.


B Ä R N B U N T, B E L Ä B T U B E W E G T | T U WA N

«Hie bini dä vo dört, dört bini dä vo hie» «Tuwan», das sind die Berner Musiker Michel Piangu und Collins Onoha Uzondu. Sie haben beide afrikanische Väter und Schweizer Mütter und sind in Bern aufgewachsen. «Was isch d Mehrzau vo Heimat?» fragen sie in ihrem neuen Song. Und treffen damit ins Herz der aktuellen Rassismusdebatte. Der groovige Sound hat Hitpotenzial und ist der Vorbote der neuen EP, die im Spätherbst erscheint. Interview Michèle Freiburghaus, Foto Collins Uzondu Ihr sagt nicht, dass ihr heimatlos seid, sondern, dass ihr eben zwei Heimaten habt. Fühlt ihr euch manchmal zerrissen? Wir fühlen uns normalerweise nicht zerrissen. Heimat ist für uns nicht ein Ort, sondern ein Gefühl. Heimat ist der Ort, wo wir uns wohlfühlen. Wenn überhaupt, dann spüren wir diese Zerrissenheit jeweils dann, wenn wir erleben, dass wir halt für die Leute durch unser Aussehen doch anders wirken als die anderen. Beispielsweise durch die Frage «Vo wo chunsch du?» – und den damit verbundenen Anspruch auf eine klare Antwort. Dass wir auch in Afrika «anders» sind, kann dieses zerrissene Gefühl auslösen. Was ist für euch das Beste beider Kulturen? Es gibt nichts, was in der einen Kultur besser ist als in der anderen. Man sollte das auch nicht messen oder zu einem Wettbewerb machen. Denn wir zeigen, dass es möglich ist, mit zwei oder sogar mehreren Kulturen zu leben. Wir sind beide sehr offene Typen und empfinden es als ein Geschenk und eine Bereicherung, mit mehreren Kulturen aufgewachsen zu sein. In welcher Form erlebt ihr Rassismus in Bern? Rassismus in verbaler Form erleben wir eher weniger. Wir erleben ihn vielmehr nonverbal – durch die Körpersprache, durch Gesten und die Mimik.

Wie begegnet ihr diesen Formen der Fremdenfeindlichkeit? Grundsätzlich entspannt und ruhig – es bringt nichts, auf Hass mit Hass zu reagieren. Wir versuchen, freundlich und aufklärend zu bleiben. Das fällt uns natürlich nicht immer leicht, da es uns, je nach Tagesform, mehr aufwühlt als üblich. Trotzdem versuchen wir, es nicht zu nah an uns heranzulassen. Wir beide haben ein so enges Verhältnis, dass wir darüber sprechen, wenn einer von uns etwas erlebt und sich darüber Gedanken macht. Wir wissen, wer wir sind, was wir können und woher wir kommen. Nehmt ihr an den Black-Lives-Matter-Protesten teil? Wir nehmen an diesen BLM-Protesten teil, weil dieses Thema weiterhin die Aufmerksamkeit aller braucht, weil es sonst wieder versandet. Doch wir sind zuversichtlich, dass es Veränderungen gibt und weiterhin geben wird. Wir hoffen, dass diese Proteste irgendwann nicht mehr nötig sind, denn wir sind ja alle aus dem gleichen Holz geschnitzt. Wir alle können uns unsere Herkunft, die Hautfarbe und den Namen nicht aussuchen. Wie stark sind eure Songs von eurem Leben als halbafrikanische Berner inspiriert? Wir lassen uns gerne auch vom Afrikanischen inspirieren – so enthält unser neuer Song «Mehrzau vo Heimat» einige afrikanische Elemente. Aber beim Text haben wir unsere Lebensfragen einfliessen lassen: Muss man sich wirklich erklären? Spielt es eine Rolle, woher man kommt?

Tuwan – die Berner Musiker Michel Piangu und Collins Onoha Uzondu, Single «Was isch d Mehrzau vo Heimat» www.tuwan.ch

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Eine starke Community Text Daniel Frey, Illustration zvg

Auch fast ein halbes Jahrhundert nach der Gründung des Berner Vereins hab queer bern ist das wichtigste Ziel noch nicht erreicht: Noch immer sind LGBTIQ – lesbische, schwule, bisexuelle, trans, intergeschlechtliche oder anders queere Menschen – nicht gleichberechtigt

«Studien zeigen immer wieder, dass Diskriminierung, Stigmatisierung, Vorurteile, Zurückweisung und gesellschaftliche Normen direkten Einfluss auf die Gesundheit von Menschen haben, die sich jenseits der Cis-Heteronorm einordnen», sagt Christoph Janser, der Präsident von hab queer bern. Entsprechend dieser Tatsache hat sich der Verein seine Ziele gesetzt. Dazu gehören die Förderung eines selbstbewussten, offenen Auftretens von LGBTIQ-Menschen in all ihren Lebensbereichen sowie die vollständige Gleichstellung vor dem Gesetz und die Akzeptanz in der Gesellschaft.

Nebst den politischen und gesellschaftlichen Zielen ist für hab queer bern aber auch die Förderung einer gelebten LGBTIQCommunity wichtig. So bieten beispielsweise die «queer eat and meet»-Abende in der Villa Bernau die Möglichkeit, bei einem gemeinsamen Essen mit Gleichgesinnten zu plaudern und sich auszutauschen. «Für viele LGBTIQ-Personen ist gerade der geschützte Rahmen sehr wichtig», erläutert der für die Treffpunkte von hab queer bern verantwortliche Kurt Hofmann.

Vielfalt bedeutet auch Vielfalt der Generationen Vor rund 50 Jahren erwachte in Bern die Schwulenemanzipation und führte zur Gründung von hab queer bern. Heute sind die Schwulen von damals 70 und älter und machen sich Gedanken über das Älterwerden. Und diese Generation wünscht sich Wohnund Pflegeeinrichtungen speziell für queere Menschen. Sie fürchten sich vor Ausgrenzung und Benachteiligung. «Wer sein Leben lang offen gelebt und sich diese Freiheit hart erkämpft hat, will sich im Alter nicht wieder verstecken müssen», ist sich Präsident Christoph Janser sicher. Die letzten September gegründete Arbeitsgruppe «schwul-60plusminus» hat als Eckpunkte ihrer Tätigkeit «Vernetzung», «Anteilnahme», «Unterstützung» und «Geselligkeit» formuliert. Ein erstes Angebot ist der alle 14 Tage stattfindende «Nachmittagstreff», der

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«Die Schweiz belegt den miserablen 23. Rang im europäischen Ranking rund um LGBTIQ-Rechte.»

mehr als ein schwules «Kaffeekränzchen» sein will. «Gerade ältere Schwule suchen häufig einen Ort, wo sie Zugehörigkeit erfahren, Gleichgesinnte kennenlernen, gemeinsam etwas unternehmen und Impulse zur Gestaltung ihrer Freizeit finden», erklärt Christoph Janser.

brauche deshalb immer Organisationen und Leute, die in einem solchen Moment reagieren könnte.

Trichter für alle Themen und Probleme Ein wichtiger Eckpfeiler der Tätigkeiten von hab queer bern ist die Peerberatung. Zum Beratungsteam gehört Roland Weber. «Unsere Beratung funktioniert wie ein Trichter für alle Themen, Anliegen und Probleme innerhalb der queeren Welt», beschreibt er das Beratungsangebot kurz und bündig. Die Berater/innen geben den Ratsuchenden Orientierung, Begleitung, Entlastung, Kontakt oder Informationen. Zudem geben die Berater/innen jüngeren und älteren Menschen persönliche Ratschläge beim Coming-out und geben Unterstützung bei Kontakt- oder Beziehungsproblemen und bei Fragen zur Sexualität. «Wir bieten selbstverständlich auch Beratungen und Informationen für Angehörige oder Freund/innen von schwulen, lesbischen, bisexuellen, trans, intergeschlechtlichen und anders queeren Menschen», unterstreicht Roland Weber.

I N F O R M AT I O N E N Der Begriff LGBTIQ Das Akronym kommt aus dem Englischen und steht für: Lesbian, Gay, Bisexual, Trans, Inter und Queer. Oftmals wird der Begriff um weitere Buchstaben ergänzt. Beispielsweise mit einem A für Asexual. Bei der sexuellen Orientierung geht es darum, zu welchem Geschlecht/welchen Geschlechtern man sich sexuell hingezogen fühlt. Geschlechtsidentität bezeichnet die innere Gewissheit, welches Geschlecht man selbst hat. Die Geschlechtsidentität entscheidet, ob eine Person eine Frau oder ein Mann ist oder sich gar nicht einordnen lässt. Szene Bern

Ranking rund um LGBTIQ-Rechte Im jährlichen Ranking der 49 europäischen Länder erreicht die Schweiz seit Jahren knapp ein Mittelmass. In diesem Jahr landete unser Land auf Platz 23 und somit vor Italien auf dem zweitletzten Platz der westeuropäischen Länder. «In der Schweiz sind nur gerade 36 Prozent der empfohlenen Massnahmen von ILGA Europe zur vollen Gleichstellung und Achtung der Menschenrechte tatsächlich Gesetz», erklärt Hans Peter Hardmeier, der Leiter der Gruppe «Politik und Gesellschaft» von hab queer bern.

hab queer bern hat sich die vollständige Gleichstellung von LGBTIQ-Menschen vor dem Gesetz und in der Gesellschaft auf seine Regenbogenfahne geschrieben. Zudem fördert und unterstützt der Verein ein selbstbewusstes, offenes Auftreten von LGBTIQ-Menschen in all ihren Lebensbereichen. www.habqueerbern.ch bern*lgbt – das queere Webmagazin. www.bern.lgbt GLSBE: Gay and Lesbian Sport Bern – www.glsbe.ch Queersicht: LGBTI Filmfestival Bern – www.queersicht.ch

Obschon viele politische Forderungen – etwa die Öffnung der Zivilehe für gleichgeschlechtliche Paare – nationale Themen sind, ist er überzeugt, dass auch eine regionale Gruppe politisch sichtbar sein sollte. So organisiert die Gruppe regelmässig auch Diskussionspodien zu politischen und gesellschaftlichen Themen. «Heute sind lesbische Stadtpräsidentinnen und schwule Nationalräte selbstverständlich», sagt Vereinspräsident Christoph Janser. Viele Leute denken, dass schlussendlich mit der Öffnung der Ehe alles erreicht und nichts umkehrbar sei. Doch dieses Denken sei ein Fehler: «Gerade etwa in Polen haben populistische Ideen diese Entwicklung innert kürzester Zeit unsanft beendet.» Es

QueerUp Radio: jeden Sonntag von 19 bis 21 Uhr auf Radio RaBe www.queerupradio.ch queer underground movement: das DJ-Kollektiv als Bewegung zur queeren Eroberung aller möglichen und unmöglichen Tanzflächen. UNCUT QUEER MOVIES: der Filmabend im Kino Bern Rex für die LGBTQ-Community. www.bern.lgbt/uncut SCHWUBS Schwule Berner Sänger – www.schwubs.ch

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«Dolce ist mein ganzes Leben» I N T E R V I E W M I T C O R D E L I A H A G I , U N T E R N E H M E R I N U N D PA R A D I E S VO G E L

An Berner Anlässen dominieren – in typisch bernischer Zurückhaltung – bei den Damen wie den Herren gedeckte Farben. Nur eine gross gewachsene Frau sticht jeweils, wohltuend wie ein Paradiesvogel unter Staren, aus der grauen Masse heraus: Cordelia Hagi – die pinke Lady. Interview Michèle Freiburghaus, Foto Remo Eisner

Cordelia, zuerst die Fragen aller Fragen: warum immer Pink? Erstens, weil es meine Kraft- und Energiefarbe ist. Und zweitens: Für mich ist diese Farbe ein Spiel, um Menschen zu provozieren. Nein, natürlich nicht! Aber ich will Menschen dazu inspirieren, dass sie herausfinden, was ihnen selber guttut. Wie viel Zeit kostet dich dein morgendliches Styling? Was denkst du? Viele würden zwischen 2 und 3 Stunden schätzen. Was die allermeisten aber nicht wissen, ist, dass ich früher Inhaberin einer Produktionsfirma war und 15 bis 16 Stunden am Tag gearbeitet habe. Für mein Styling konnte ich maximal etwa 20 Minuten aufwenden. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Ich bin eben pragmatisch. Ist für dich eine radikale Veränderung denkbar – zum Beispiel wenn du älter wirst? Ich bin schon älter :) Deine Philosophie heisst: «Wenn alle Stricke reissen, dann versuche es doch einfach mit Spielen und kreativem Denken.» Lassen sich, deiner Meinung nach, alle Probleme spielerisch lösen? Grundsätzlich ja. Aber betrachten wir es etwas differenzierter: Wahrscheinlich lassen sich Kriege mit und durch Spielen kaum lösen. Alltagskonflikte jedoch schon, seien diese privater oder beruflicher Natur. Ich brauche Spielen vor allem im geschäftlichen Kontext, genauer gesagt Playful Business. Mittlerweile habe ich über zwölf Jahre Erfahrung damit gesammelt und bin überzeugt davon. Spielen bringt lauter positive Eigenschaften mit sich. Um nur einige davon zu nennen: Die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Teams wird verbessert, Hierarchien werden abgebaut und Konkurrenzkämpfe ausgeblendet, das kreative Denken wird gefördert, Menschen haben Spass dabei und sind erst noch produktiver, was Unternehmen langfristig zum Erfolg führt. Hast du nicht manchmal Angst, dich mit all deinen Projekten zu verzetteln? Und wie behält man den Überblick? Nein. Ich habe vor einem Jahr schweren Herzens alles radikalisiert und habe heute nur noch drei grosse Projekte: PINKTANK, Brain2Go und der Verein delia. Den Überblick behalte ich, indem ich ein gutes Team und gute Partner/innen habe, die mich begleiten und die mich immer wieder zum Fokus ermahnen. Für den Verein delia konntest du ein paar sehr prominente Namen gewinnen. Was ist dein Erfolgsgeheimnis? Ich habe Menschen um mich herum, die an meine Vision und Philosophie glauben. Ich denke, meine Authentizität, die Wert-

schätzung des Gegenübers, meine Ehrlichkeit und mein Durchhaltewille sind mein Erfolgsrezept. Eine Vision ist es, die Aareschlaufe mit überdimensionierten Fabelwesen zu bevölkern. Ein Projekt, das etwas in Stocken geraten ist, weil es vielen Bernerinnen und Bernern nicht zusagt ... Nein, dem ist nicht so, weil viele Berner/innen gar nichts von meiner Vision wissen. Ist dir Bern, wie es ist, nicht schön genug, und welches ist dein Lieblingsort? Jeder, der mich kennt, weiss, dass ich sage: Bern ist die schönste Stadt der Welt! Ich finde jedoch, dass der Aare-Perimeter (Dählhölzli bis Botanischer Garten) mehr zu bieten hätte, wenn es eine einheitliche Geschichte in der schönen Natur in Form von Kunst, Bauten, fixen Schiffrestaurants usw. gäbe. Analog zu Städten wie Barcelona (Gaudí), Wien (Hundertwasser) oder Venedig (Burano). Die Begeisterung, die im Sommer an der Aare herrscht, soll aufs ganze Jahr ausgeweitet werden. Platz wäre genug vorhanden. Es soll ein magischer Anziehungspunkt entstehen über den ganzen AarePerimeter hinweg. Schliesslich geht es darum, den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Mein Lieblingsort ist einfach Bern. Kann eine Cordelia Hagi auch einmal einfach dem Dolcefarniente frönen? Wer sagt, dass ich in meinem Job dem Dolcefarniente nicht fröne? Nichts zu tun, kann manchmal anstrengender sein, als zu arbeiten. Dolce ist mein ganzes Leben. Far niente … Nichts ist unmöglich, ich arbeite daran, dass ich auf meine älteren Tage doch noch ab und zu Ferien beziehe. Ich muss jedoch gestehen: Wenn ich am Samstag über unseren wunderbaren Berner Märit schlendere, ist das für mich eines der schönsten Dolcefarniente.

Cordelia Hagi ist Unternehmerin, Playful-Expertin, Buchautorin, Beraterin und Referentin sowie Visionärin und Künstlerin. All ihre Tätigkeiten aufzulisten, würde den Rahmen sprengen, eine Übersicht findet sich auf Cordelias Blog (www.cordelia.pink). Seit 2019 heisst die Dachmarke für die Cordelia-Hagi-Unternehmen «PINKTANK». Der von ihr initiierte Verein delia lancierte das Projekt «Mehr Aare – Aare Meer», das die Aareschlaufe Bern mit Kunst bereichern und zum Bewegen und Begegnen ermuntern will. So wurde im Frühjahr 2020 der «SeptiPlus», ein pink-violetter, aufblasbarer Tintenfisch fürs Aareböötle lanciert. Das Pendant zum Kunstobjekt im Dählhölzli.

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Ein sehr lebendiger Ort in Bern FAMILIENZENTRUM BERN – DAS SCHÖNE MIT DEM NÜTZLICHEN VERBINDEN

Einer der verträumtesten Winkel Berns ist zweifelsohne der kleine dunkelgrüne Egelsee: schnatternde Enten, Frösche, die vom Kiesweg ins Schilf hüpfen, blühende Seerosen … Und grad um die Ecke liegt ein weiterer, weit weniger bekannter Geheimtipp für alle, die das Schöne mit dem Nützlichen verbinden wollen – das Familienzentrum Bern.

Text Sabine Schärrer, Fotos Remo Eisner

Den Spaziergang rund um den See mit den Enkeln im kleinen, aber total kindertauglichen Bistro mit einem feinen Zvieri zu beschliessen, eine dringende Arbeit für die Firma erledigen und dabei die Kleinen gut behütet im Spielzimmer zu wissen oder nach einer Pilatesstunde mit den Kindern den Mittagstisch geniessen, anstatt zu Hause etwas kochen zu müssen – um nur einige dieser schön-nützlichen Kombinationen zu nennen, die das Familienzentrum für viele Besuchende so wertvoll macht.

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Im Eingang schlängelt man sich durch gefühlte 20 Kinderwagen, ein Knirps mit heruntergelassenen Hosen ‹füdelet› zum WC, die Garderobe quillt über von Schuhchen aller Kleinformate . . . «Wir beherrschen das tägliche Chaos», lacht Pia Bomandeke, eine der beiden Betriebsleiterinnen. Sie wartet vor ihrem winzigen Büro, um einer potentiellen Mieterin die Räume des Familienzentrums zu zeigen. Das ist ziemlich schnell erledigt, denn nebst dem erwähnten Bistro, wo auch der Mittagstisch stattfindet, gibt es einen offen verbundenen Spielraum, eine gut eingerichtete grosszügige Küche, einen Kurs- und Spielraum im Untergeschoss und dann natürlich den wunderbaren Garten! «Der ist viel wert und entschädigt für die sonst eher nicht allzu grosszügig bemessenen Innenräume», erläutert die zweite Betriebsleiterin, Theres Tschanz, die unterdessen auch dazugestossen ist. Ich möchte für einen Vereinsabend den Garten mieten und interessiere mich deshalb besonders für den Aussenraum und dessen Ausstattung. Wir weichen einigen waghalsigen BobbycarPilotinnen und -Piloten aus und lassen uns dann an einem schattigen Tisch im Garten bei einem feinen Kaffee nieder, um die Mietkonditionen zu besprechen. Was hat es denn mit diesem lebendigen – in diesem Jahr den 30. Geburtstag feiernden – Ort eigentlich auf sich?


B Ä R N B U N T, B E L Ä B T U B E W E G T | F A M I L I E N Z E N T R U M B E R N

Frauenpower gefragt Gegründet wurde das heutige Familienzentrum als basisdemokratisches Selbsthilfeprojekt von Frauen für Frauen und deren Kinder. Diese Kultur hat ein gutes Stück weit überlebt, ist das FZ doch – inklusive Vorstandsebene – auch heute noch ein «FrauenpowerLaden», der viel darauf hält, zum Beispiel Arbeitsplätze mit kleinen Pensen zu bieten, wo die Kinder mitbetreut werden können. Im Lauf der Zeit hat sich das FZ aber zu einem vielseitigen, für alle offenen Treffpunkt entwickelt. Mit einem Familien-Café/Bistro samt Mittagstisch, mit Kursangeboten für Eltern und Kinder, Angebo-ten im Bereich Erziehung, Gesundheit, Bewegung, einer Spielgruppe, Kindercoiffeuse usw. Besonders erwähnenswert sind zudem die flexible Kinderbetreuung, die auch kurzfristig oder im Notfall unkompliziert einsatzbereit ist, und die Funktion als Primano-Kontaktstelle für den Gesundheitsdienst der Stadt.

Kultur von Diversity und Veränderung Das bunte Spektrum an Mitarbeitenden, die von den verschiedenen Arbeitsformen inklusive Hütedienst profitieren, und der unkomplizierte Zugang für alle ohne kulturelle, soziale oder Altersbarrieren belegen, dass das Familienzentrum einen echten Beitrag zu «Diversity» leistet. Die Hauptzielgruppe, Familien mit kleinen Kindern, steht natürlich im Vordergrund, aber es soll bewusst auch ein Ort sein, wo sich ganz verschiedene Lebensrealitäten spiegeln … Die Gesellschaft verändert sich, und das Familienzentrum versucht, sich laufend den Bedürfnissen anzupassen. So wird zum Beispiel der Treff ab nächstem Jahr auch mobil, mit einem Elterncafé unterwegs sein. Einige gute Ideen scheitern vorläufig noch am kleinen Portemonnaie und an ständiger Platznot. Brötchenbacken mit dem, was man hat, heisst die Devise, und trotz allem auch in Zukunft: das Schöne mit dem Nützlichen verbinden!

FAMILIENZENTRUM BERN Muristrasse 27, 3006 Bern, Telefon 031 351 51 41 www.familienzentrumbern.ch Angebot Kurse, Mittagstisch, Spielgruppe Zwärgeträff, Kultur und Znacht, Beratung, Bistro, Spielzimmer und Kinderbetreuung, offene Krabbelgruppe, Börse, Coiffeuse, Raumvermietung 15


B E W E G T, B E L Ä B T U F A R B E F R O H | D E R B U N T E S T E O R T

Am buntesten Ort im Dählhölzli

Korallenriffe gehören zu den buntesten Ökosystemen auf der Erde. Lange Zeit waren sich die Experten uneinig, ob die Farben der Korallenfische der Tarnung im farbigen Korallenriff dienen oder der Werbung und Warnung. Aber wie so oft in der Natur gibt es kein Entweder-oder, es trifft wahrscheinlich beides zu – und das oft gleichzeitig.

Text und Fotos Doris Slezak

Haben Sie sich schon einmal vor das Korallenriffaquarium im Dählhölzli des Tierparkvereins Bern gestellt, die vielen bunten Fische, wie den Clownfisch, den Achillesdoktorfisch oder den Juwelenfahnenbarsch, bewundert und sich gefragt, warum die Korallenfische eigentlich so bunt sind? Ist es denn nicht kontraproduktiv, als kleiner Fisch so auffallend gefärbt zu sein, sodass er von seinen Fressfeinden sofort entdeckt und verschlungen wird? Nun, dann probieren Sie es einmal aus: Positionieren Sie sich zwei, drei Meter vor dem Korallenriff im Dählhölzli, stellen Sie sich vor, dass Sie ein Raubfisch mit Lust auf ein köstliches Fischfilet, sind und kneifen Sie die Augen zusammen. Da die meisten Fische von Natur aus kurzsichtig sind, können Sie nur bis zu einem Meter entfernte Objekte scharf sehen. Sie werden feststellen, dass die farbigen Fische vor dem bunten Hintergrund des Riffs zu einem flirrenden

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Ganzen verschwimmen. Einen einzelnen Fisch auszumachen und zu fangen, scheint schier unmöglich. Diese Art der Tarnung heisst Somatolyse und bedeutet das Verschmelzen eines Lebewesens mit seiner natürlichen Umgebung. Das Tier wird durch Anpassung an die Struktur und Färbung der Umgebung gewissermassen unsichtbar und ist für den Räuber nicht zu sehen. Zudem sind die farbigen Korallenfische im Meer auch wegen der schrittweisen Absorption des Lichtspektrums unter Wasser gar nicht mehr so bunt. Das langwellige rote Licht wird am schnellsten absorbiert, das gelbe geht etwas tiefer, während das blaue Licht am tiefsten in das Wasser dringt. Viele Korallenfische tragen die wärmeren Farben Rot und Gelb, reflektieren somit nur wenig von der gefilterten Lichtstrahlung und erscheinen dadurch unauffällig dunkel. Sind Fische zudem auffällig gemustert – beispielsweise mit blauen Punkten auf rotem Grund – wie der Leopardenjunker, so wirkt das Rot in einiger Tiefe bräunlich und die blaue Punktzeichnung löst die Körperumrisse auf. So ist der Fisch in seiner blauen Umgebung kaum mehr zu erkennen. Die Verwendung von Komplementärfarben wie Blau und Gelb bietet einen weiteren Vorzug: Sie verschmelzen aus der Entfernung zu Grau. Ein blau-gelb-schwarz gefärbter Paletten-Doktorfisch (alias Dori aus dem Film «Findet Nemo») wirkt daher aus der Ferne grauschwarz und sticht trotz seiner Farbigkeit nicht hervor. Im Flachwasserbereich eines Korallenriffs herrscht hingegen reichlich Sonnenlicht, und das Lichtspektrum ist noch ziemlich vollstän-


B Ä R N B U N T, B E L Ä B T U B E W E G T | D E R B U N T E S T E O R T

dig vorhanden – inklusive der kurzwelligen UV-Strahlung. Diese Lichtverhältnisse ermöglichen nun wiederum die Kommunikation durch Farben. Die Augen der Korallenfische, ihrer Räuber und ihrer Beute sind an die speziellen Unterwasserbedingungen angepasst. Die Rotwahrnehmung ist bei einigen Fischen im Lauf der Evolution verloren gegangen, daher kann sie rotsichtigen Fischen als eine Art Geheimkommunikation dienen: Was sich diese Fische in Rot auf den Körper zeichnen, ist für andere Fische unsichtbar. So können sie während der Paarungszeit in leuchtendem Rot die Liebeserklärung am Körper tragen – ohne befürchten zu müssen, von räuberischen Fischen entdeckt und gefressen zu werden. Die Farbsichtigkeit tagaktiver Korallenfische ist in manchen Spektralbereichen sogar feiner und vielfältiger als die menschliche. Wie erwähnt, haben manche Korallenfische zwar die Fähigkeit eingebüsst, Rot zu sehen, doch dafür haben sie die Blauwahrnehmung verfeinert und mitunter sogar in den ultravioletten Bereich ausgedehnt. Forschungsergebnissen zufolge haben rund die Hälfte der Korallenfische die Fähigkeit, UV-Licht wahrzunehmen. Riffbarsche beispielsweise, wie der Banggai Kardinalbarsch, tauschen sich über ultraviolette Signale aus, aber ihre Räuber können die Zeichen nicht sehen. Die Entfernung unter Wasser spielt eine weitere Rolle in der Kommunikation: Kurze Wellenlängen des Lichts werden besser gestreut als lange, UV-Licht mit seinen extrem kurzen Wellenlängen hat daher nur eine kurze Reichweite, bevor das Signal sich zerstreut. Der Austausch über UV-Signale eignet sich also besonders für kurze Distanzen, beispielsweise beim Werben um das andere Geschlecht, wobei Fische aus der Entfernung nicht «lauschen» können. Sie können sich das Farbsehen der Korallenfische nicht vorstellen? Hier vielleicht eine Annäherung daran: Besuchen Sie das Vivarium im Dählhölzli am Abend, kurz bevor der Tierpark seine Tore schliesst oder an einem Abendanlass. Wenn die künstliche Dämmerung über dem Korallenriff hereinbricht und es zu einer diffusen, blaugetönten Masse verschwimmt, leuchten vereinzelt Korallen oder Punkte oder Steifen auf Fischen intensiv auf, vergleichbar mit dem weissen T-Shirt in einer Disko. So ähnlich nimmt ein Fisch seine Umgebung inklusive UV-Strahlung war.

Bildlegenden von oben nach unten Sicht vom Raubfisch aufs Riff – ein flirrendes Farblabyrinth Eine Liebeserklärung in Rot? Die Liebeserklärung ist fast nicht mehr zu erkennen. Das Riff in der Tiefe – hier sind die Rot- und Gelbtöne fast vollständig absorbiert.

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G E S E L L S C H A F T | Ö KO LO G I E U N D B I O D I V E R S I T Ä T

Ökologie und Biodiversität in der Region

Ökologie und Biodiversität in der Region

Mit dem «Ökofonds Naturemade» engagiert sich Energie Wasser Bern für die Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Lebensräumen in der Region. Pro verkaufte Kilowattstunde Strom aus naturemade-star-produzierter Wasserkraft Mit dem «Ökofonds Naturemade» engagiert sich Energie Wasser Bern für die Vielfalt an Pflanzen, Tieren und überweist der Energieversorger einen Rappen in den Fonds. Dieses Geld kommt direkt der Natur zugute.

Lebensräumen in der Region. Pro verkaufte Kilowattstunde Strom aus naturemade-star-produzierter Wasserkraft überweist der Energieversorger einen Rappen in den Fonds. Dieses Geld kommt direkt derNatur zugute. InInZusammenarbeit Zusammenarbeitmit mitverschiedenen verschiedenenPartnerorganisationen Partnerorganisationenfinanziert finanziertder derFonds Fondsökologische ökologische Aufwertungen Aufwertungen und schafft neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Die Grafik zeigt eine Auswahl an Projekten von 2016 bis 2019, teilweise oder und schafft neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Die Grafik zeigt eine Auswahl an Projekten von 2016 bisganz durch den 2019, teilweise oder ganz durch den Ökofonds naturemade Energie Wasser Bern Ökofonds naturemade Energie Wasser Bern finanziert. ewb.ÖKO.Strom entsteht ausfinanziert. zertifizierter Wasserkraft und Solarenergie

und erfüllt höchste Umweltstandards. Durch eine bewusste Produktwahl kann somit jeder aktiv zu Lebensraumaufwertungen in ewb.ÖKO.Strom entsteht aus zertifizierter Wasserkraft und Solarenergie und erfüllt höchste Umweltstandards. der Region beitragen. Durch eine bewusste Produktwahl kann somit jeder aktiv zu Lebensraum aufwertungen in der Region beitragen.

Fotos diese Seite: Jan Ryser, Pro Natura Bern

Auenlandschaft Bibere Ferenbalm, BE Die ehemals intensiv bewirtschaftete Ackerfläche in der Grösse von vier Fussballfeldern an der Bibere in Ferenbalm wurde renaturiert und zum Leben erweckt. Der angrenzende Bach wurde zur Aue hin geöffnet, wodurch die Wiese vernässt und zu einem Feuchtgebiet wird. Hunderte neu gepflanzte Weiden laden den Biber zum Knabbern ein. Durch die Massnahmen ist ein Lebensraum für den Nager, aber auch für viele Vogelarten, Amphibien, Reptilien und Insekten entstanden. Zusätzlich wurde das alte Stauwehr in der Bibere durch einen Beckenpass mit vielen Totholzelementen ersetzt. So können Fische und andere aquatische Lebewesen wieder ungehindert flussaufund -abwärts wandern.

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Kreuzkrötenförderung Zollikofen, BE Die Kreuzkröte gilt als stark gefährdet und verzeichnete in den letzten Jahrzehnten den grössten Rückgang aller Amphibienarten in der Schweiz. Deshalb ist es wichtig, neue Lebensräume für die Tiere zu schaffen und zu unterhalten. In Zollikofen gibt es eine der wenigen verbleibenden Schwerpunktregionen mit der grössten Population im Kanton Bern. Die Chancen stehen gut, dass sich die Kreuzkröte dort durch neu geschaffene, warme Flachgewässer und offene Uferzonen mit lockeren, sandigen Böden und ausreichend Versteckmöglichkeiten weiter ausbreitet.

Revitalisierung Fliessgewässer: Wiederherstellung der natürlichen Funktionen eines verbauten oberirdischen Gewässers

Studien, Erfolgs- und Wirkungskontrollen: Überprüfung und Dokumentation von Aufwertungsmassnahmen, Machbarkeitsstudien

Revitalisierung Landlebensräume und Stillgewässer: Wiederherstellung der naturnahen Lebensräume für die Ökosysteme

Neophytenbekämpfung: Massnahmen gegen invasive Pflanzen zur Erhaltung der Biodiversität


ZÄME GEITS | EWB GESELLSCHAFT | KUNDENBEITRAG EWB

Auenrevitalisierung am Doubs Saint-Ursanne, JU

Gelbbauchunkenförderung Etzelkofen, BE Erfolgskontrolle Geschieberückgabe Aare Engehalbinsel Bern, BE Auenrevitalisierung am Doubs Saint-Ursanne, JU

Gelbbauchunkenförderung Etzelkofen, BE

Revitalisierung Pontareuse Boudry, NE

Strukturierung Gäbelbach Bern, BE

Erfolgskontrolle Geschieberückgabe Aare Engehalbinsel Bern, BE

Strukturierung Gäbelbach Bern, BE

Revitalisierung Pontareuse Boudry, NE

Flussaufweitung an der Sense Wünnewil, FR, und Neuenegg, BE

Weiher Hundschüpfe Lauperswil, BE

Weiher Hundschüpfe Lauperswil, BE

Förderung gefährdeter Amphibienan der Sense artenFlussaufweitung am Stägewald FR, und Neuenegg, BE Köniz,Wünnewil, BE

Feuchtbiotop Rütiwäldli Ittigen, BE

Feuchtbiotop Rütiwäldli Machbarkeitsstudie Ittigen, BE

Revitalisierung Aare Engehalbinsel Bern, BE

Förderung gefährdeter Amphibienarten am Stägewald (in Planung) Köniz, BE

Machbarkeitsstudie Revitalisierung Aare Engehalbinsel BE Thalgut-Chesselau Aufweitung Bern, Aare,

Knöterichbekämfpung Aareufer Altenberg Bern, BE

Wichtrach, BE

Knöterichbekämfpung Aareufer Altenberg Bern, BE

Aufweitung Aare, Thalgut-Chesselau Wichtrach, BE

Uferstrukturierung Aare Löchligut Bern, BE Uferstrukturierung Aare Löchligut Das rechte Aareufer im Löchligut der Stadt Bern, das 2018 infolge des Wintersturms «Burglind» Bern, BE

verstärkter Erosion ausgesetzt war, wurde über eine Strecke von 130 m saniert. Gefährdet waren

Das rechte Aareufer im Löchligut der Stadt Bern, welches 2018 infolge des Wintersturms «Burglind» der Uferwanderweg, die angrenzenden Familiengärten sowie das Fundament des ufernahen Hochverstärkter Erosion ausgesetzt war, wurde über eine Strecke von 130 m saniert. Gefährdet waren spannungsleitungsmastes. Totholzstrukturen, Kies, Blocksteine und diverse neu gepflanzte Baumder Uferwanderweg, die angrenzenden Familiengärten sowie das Fundament des ufernahen Hocharten bildenTotholzstrukturen, eine in der Schweiz neuartigeund biogene Ufersicherung, die den Abschnitt nun vor spannungsleitungsmastes. Kies, Blocksteine diverse neu gepflanzte Baumarten bilden eine in der Schweiz neuartige biogene denDas Abschnitt nun vor Totholz wurde im Umkreis von weiteren Erosionen und vor demUfersicherung, Einstürzen welche schützt. verwendete weiteren Erosionen und vor dem Einstürzen schützt. Das verwendete Totholz wurde im Umkreis von 15 km um die Baustelle in den Wäldern beschafft. Die neu gewonnenen Strukturen schützen nicht 15 km um die Baustelle in den Wäldern beschafft. Die neu gewonnenen Strukturen schützen nicht nur den Uferweg, bilden im Wasser wertvolle Lebensräume nur den Uferweg, sondern bilden imsondern Wasser wertvolle Lebensräume und Schutzräume für Fische.und Schutzräume für Fische.

Energie Wasser Bern Energie Wasser Bern | ewb.ch/oekofonds ewb.ch/oekofonds Energie Wasser Bern oekofonds.naturemade@ewb.ch

ewb.ch/oekofonds oekofonds.naturemade@ewb.ch

| oekofonds.naturemade@ewb.ch 19


GESELLSCHAFT | FECHTCLUB BERN

Fechten – ein Sport für alle

S E R I E R A N D S P O RTA RT E N

Text: Berner Generationenhaus

Mit rund 150 Mitgliedern zählt der Fechtclub Bern (FCB) zu den grössten Schweizer Fechtclubs. Fechterinnen und Fechter jeden Alters trainieren hier für nationale und internationale Wettkämpfe – und aus Freude am Sport. Die Jüngsten sind gerade einmal acht Jahre alt, die Ältesten über 70. Und zum Anfangen ist es nie zu spät. Fechten fördert die Koordination, die Beweglichkeit, die Konzentration sowie die Fairness und den Teamgeist. Beim Fechten lernen Kinder und Jugendliche, für ihre Ziele zu kämpfen, mit Anstand und Respekt vor dem Gegner zu gewinnen – und mit Würde zu verlieren. Ältere hält das Fechten fit, körperlich und geistig. Auch wer spät anfängt, kann es noch weit bringen: Fechten ist eine der wenigen Sportarten, die auch für Veteraninnen und Veteranen bis über 70 Jahre nationale und internationale Turniere ausrichten. Motivierend für «Rookies» jeden Alters ist, dass sie schon nach kurzer Einführung selbstständig auf der Piste stehen und Gefechte ausführen können. Der Erfolg ist natürlich abhängig vom persönlichen (Trainings-) Einsatz.

Die Jungen fördern, sportlich und menschlich Der Sport steht im Mittelpunkt – doch beim Training geht es um mehr: «Wir wollen eine Fechtschule schaffen, welche die Jungen nicht nur auf der Planche fördert und formt, sondern auch menschlich», sagt der ehemalige Spitzenfechter und mehrfache Olympia-Teilnehmer Silvio Fernandez, seit 2018 Juniorentrainer und Chef Leistungssport beim FCB. «Oft sind junge Fechterinnen und Fechter auch in der Schule und im Studium sehr erfolgreich. Marcel Fischer zum Beispiel holte Olympia-Gold und machte im gleichen Jahr seinen Doktor in Medizin. Das ist also durchaus kompatibel.» Derzeit sind unter anderem Jonathan Fuhrimann und die Geschwister Favre vom FCB hoff-

nungsvolle Schweizer Talente, und auch die erfolgreiche Fünfkämpferin Anna Jurt trainiert beim FCB.

«Es soll für alle etwas dabei sein» Ebenfalls kompatibel sind beim FCB Spitzen- und Breitensport. «Es sollen alle nach ihren Möglichkeiten trainieren können», betont Lars Frauchiger, Präsident des FCB. «Es ist toll für den Club, wenn die Turnierfechter erfolgreich sind. Es stärkt aber auch das Zusammengehörigkeitsgefühl, wenn einer der ‹Anciens› an einem Mittwoch mit einem Sechzehnjährigen die Klingen kreuzt. Das gibt den richtigen Mix. Es kann auch jeder an allen Trainings mitmachen, ungeachtet des Niveaus. Es soll für alle etwas dabei sein.»

Laufend Einsteigerkurse und Schnuppertrainings Herz und Seele des Clubs ist seit 30 Jahren Maître Gabriel Nielaba. Als ehemaliger Cheftrainer des Rollstuhlfechtens in Deutschland trainiert er den Rollstuhlfechter Fred De Oliveira, der sich auf die Teilnahme an den Paralympics in Tokio vorbereitet. Daniel Giger, ehemaliger Weltranglisten-Erster, und Nicolas Giger vervollständigen gemeinsam mit Silvio Fernandez das Trainerteam. Der Fechtclub Bern bietet nebst dem Juniorentraining regelmässig Einsteigerkurse für Erwachsene jeden Alters an. Schnuppertrainings sind nach Absprache möglich. Kindern und Jugendlichen stellt der FCB während längerer Zeit die gesamte Ausrüstung kostenlos zur Verfügung.

FECHTCLUB BERN

Gewerbestrasse 36, 3012 Bern, Telefon 031 301 69 58 info@fechteninbern.ch

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GESELLSCHAFT | HUNDETRAINING

Symbiose zwischen Hund und Mensch Interview Michèle Freiburghaus, Foto Barbara Hess, www.pictura.ch

Joel Müller von «Faszination Hund» ist ein Trainer der besonderen Art, denn er fördert die Kommunikation zwischen Tier und Mensch, indem er die Hunde ganzheitlich trainiert, aber – vor allem – die Halterinnen und Halter coacht. Bei Faszination Hund erfolgen das Training und die Verhaltensberatung nach den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen – zu Hause oder unterwegs. Angeboten werden zudem verschiedene Workshops und Seminare über verschiedene Themen des Hundelebens. Was fasziniert dich an Hunden? Die einzigartige Symbiose, die Hunde mit uns Menschen eingehen. Hunde haben sich extrem gut an das Zusammenleben mit Menschen angepasst und sind generell sehr lernfähig. Gibt es den untrainierbaren Hund (respektive den/die Halter/in)? Es gibt Hunde, die aufgrund mangelnder Reize in wichtigen Phasen langsamer lernen als andere. Solange dies im Lernprozess berücksichtigt wird, findet trotzdem ein Lernfortschritt statt. Gerade Hunde aus zweiter Hand fordern von Hundehaltenden ein hohes Mass an Geduld und Empathie. Den Hundehaltenden aufzuzeigen, welcher Rahmen für den Hund zur jeweiligen Entwicklung passt, gestaltet sich meist anspruchsvoller, als den Hund zu trainieren. Wir Hundehalterinnen nennen einen Hund mit Macken «schwierig», du «verhaltenskreativ» – warum? Hunde machen, was für sie Sinn ergibt, auch wenn dies oft abergläubisches Verhalten ist und für uns Menschen unlogisch wirkt. Weil unerwünschtes Hundeverhalten sehr herausfordern werden kann, bringe ich gerne ein wenig Humor in die Situation. So gelingt es leichter, die Verhaltenskreativität des Hundes in andere, erwünschte Bahnen zu lenken. Was deine von anderen Hundeschulen unterscheidet, ist, dass du auch eine Ausbildung zum Verhaltenscoach für Menschen abgeschlossen hast. Was hat dich dazu bewogen? Hinter jedem Verhalten stecken ein Bedürfnis und eine Emotion. Dies ist bei Hund und Mensch gleich. Um auf die Bedürfnisse der Menschen besser eingehen zu können, habe ich die Coachingausbildung absolviert. Ausserdem habe ich gerade einen Bachelor in Angewandter Psychologie abgeschlossen. Ich sehe meine Rolle als eine Art Mediator zwischen Mensch und Hund, sodass sich beide Arten gegenseitig besser verstehen. Mein Anliegen ist es, jedes MenschHund-Team dort abzuholen, wo es gerade ist, und es von dort aus zu begleiten. Du begleitest die Leute auch auf Spaziergängen. Was ist der Vorteil gegenüber dem Training auf einem Hundeplatz? Es gibt viele Hunde, die gelernt haben, auf dem Hundeplatz prima zu gehorchen. Den meisten Herausforderungen begegnen Hunde und

ihre Menschen jedoch auf dem täglichen Spaziergang. In unserer schnelllebigen Zeit ist es mir wichtig, dass Hundehaltende einen entspannten und verbundenen Alltag mit ihrem Hund erleben dürfen. Dies erfordert jedoch das Engagement des Hundehaltenden. Gerade zu Beginn bedeutet das wöchentliche Coachings und tägliches Integrieren des Gelernten. Deine Seminare zu Tellington-TTouch® sind gut gebucht. In Kürze: Was bringt diese Methode? Die Methode fördert körperliches, psychisches und emotionales Gleichgewicht und bietet etwas für Hunde jeden Alters. Diese Form der Körperarbeit kombiniert mit Führarbeit reduziert Stress und Angst im Körper und verbessert das Körpergefühl. Gerade bei Angst vor Gewittern und Knallerei kann durch Tellington TTouch ® schnell Unterstützung geleistet werden.

FA S Z I N AT I O N H U N D

Joël Müller Verhaltenscoaching für Mensch und Hund www.faszination-hund.ch Telefon 079 521 00 05

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LEBENSART | GRÜNES BAND

Das Grüne Band Bern UNTERWEGS AUF DER RADWANDERROUTE 888

Die Route ist mit «Veloland Schweiz»-Wegweisern und der Nummer 888 ausgeschildert.

Die inszenierte E-Bike-Route verbindet auf 59 Kilometern die Gemeinden rund um die Velostadt Bern. Mitten in der Natur – und doch in unmittelbarer Stadtnähe – ist das Grüne Band die perfekte Erlebnisroute, um die lokale Vielseitigkeit genussvoll auf zwei Rädern zu entdecken. Wir zeigen, was Sie auf der Strecke erwartet.

Abwechslung ist auf dem Grünen Band garantiert.

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Die Radwanderroute 888 – Grünes Band ist weit mehr als «nur» eine Veloroute: Das Entdecken der lokalen Besonderheiten steht im Zentrum. Unterwegs lohnt es sich, regelmässig einen Zwischenstopp einzulegen, die Aussicht zu geniessen, einen Baum genauer anzusehen oder die Libellen bei einem Teich zu beobachten.


LEBENSART | GRÜNES BAND

Erlebnisorte An markierten Erlebnisorten erfahren Sie Wissenswertes, Witziges und Überraschendes zu den Themen Natur und Landwirtschaft. Beispielsweise lesen Sie auf den grünen Tafeln, wieso Biber fast ausgerottet wurden, warum das Wasser der Belper Giessen unverwechselbar klar ist oder wie der Weiler «Chäs und Brot» zu seinem Namen kam. An diesen Standorten laden ausserdem «Baumstamm-Bänkli» zum Verweilen ein – und dank abgebildeter Strecken-Information wissen Sie Bescheid über die nächsten Highlights entlang der Route.

Anhalten und die Naturschauplätze rund um Bern entdecken.

Mehr zum Thema und zur Route gibts unter Bern.com/radwandern. In den Hofläden entlang der Strecke gibts frisches Obst – lokaler gehts kaum. . ZOLLIKOFEN

Individuelle Routen INFORAMA ZOLLIKOFEN

HERRENSCHWANDENHÖHE

Auf dem Grünen Band wählen Sie den Startpunkt, die Fahrtrichtung und die Dauer Ihres Ausflugs individuell. Einfach den «Veloland Schweiz»-Wegweisern (Route 888) folgen, soweit die Batterie Ihres E-Bikes oder Ihre eigene reicht. N

FLUGBRUNNEN WOHLENSEE DEISSWIL ZOLLIKOFEN

2 KM (ROUTE 59 KM) Wenn sich unterwegs der Hunger meldet: In zahlreichen charmanten Hof- und Dorfläden finden Sie alle Zutaten für ein feines ERLEBNISORT Picknick oder einen Brätlistopp – und für einen Schwatz mit den «Lädeli»-Besitzern ist bestimmt ebenfalls Zeit. Wer Lust BAHNHOF auf ein Menü aus lokalen Zutaten oder auf ein hausgemachtes Dessert hat, lässt es sich in einem der Restaurants entlang der Strecke gut gehen.

BERN RIEDBACH INFORAMA ZOLLIKOFEN

HERRENSCHWANDENHÖHE GÜMLIGEN

NIEDERWANGEN

CHÄS UND BROT

ALLMENDINGEN

KÖNIZ WOHLENSEE KÖNIZTAL KEHRSATZ BELPER GIESSEN

N

2 KM

Absteigen und Pause machen ist somit nicht nur erlaubt, es wäre sogar schade, dies nicht zu tun. Klingt nach einem erlebnisreichen und genussvollen Ausflug? Genau das ist Radwandern auf dem Grünen Band!

RUBIGEN

BERN

(ROUTE 59 KM) RIEDBACH ERLEBNISORT BAHNHOF

CHÄS UND BROT

GÜM

NIEDERWANGEN KÖNIZ AAR

KÖNIZTAL

E

KEHRSATZ

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BEL GIE


MIR SÄGE MERCI.


LEBENSART | BERNCITY

Lieber in Bärn – genial lokal! U N T E R S T Ü T Z E N S I E D I E E I N Z I G A R T I G E V I E L F A LT D E R B E R N E R I N N E N S TA D T

Es ist unsere gemeinsame Leidenschaft für die wundervolle Berner Innenstadt, die uns Bernerinnen und Berner verbindet. Speziell in diesen besonderen Zeiten bereitet uns unser Bärn Freude und vermittelt Zuversicht. Spannende und kreative Konzepte und der schier unerschöpfliche Ideenreichtum der lokalen Unternehmerinnen und Unternehmer begeistern immer wieder aufs Neue.

. E L E D Ä L

Von den Geschäften über die Kultur bis zum Sport – sie alle danken Bern für die Treue und Berücksichtigung. Denn nur so kann das einzigartige Erlebnis- und Genussangebot weiter existieren! «Lieber in Bärn» ist nicht nur Slogan, sondern ein Lebensgefühl.

Durch jedes Erlebnis unterstützen Sie Bärn Mit dem Kauf einer BERNcity Geschenkcard zeigen Sie Ihre Verbundenheit mit den Menschen hinter den Unternehmen. Und: Die BERNcity Geschenkcard macht mit Sicherheit Freude, denn sie kann in über 200 Annahmestellen eingelöst werden – eine einzigartige und vielfältige Palette an Spezialgeschäften, Warenhäusern, Kulturbetrieben, Kinos sowie der Gastronomie und des Sports. Damit trifft man immer ins Schwarze! Schenken Sie Freude – für eine attraktive und lebendige Berner Innenstadt!

Schenken Sie Freude und zeigen Sie Ihre Unterstützung – mit einer BERNcity Geschenkcard! Annahmestellen: berncity.ch/annahmestellen Bestellungen online: berncity.ch oder in einer der Verkaufsstellen: berncity.ch/verkaufsstellen Verlosung 5× 100-Franken-Geschenkcard auf Seite 50

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Der Mode-Herbst findet statt – mit Sicherheit NEUE LOOKS, FRISCHE TRENDS UND ANDERE ATTRAKTIONEN

Eine der schönsten Seiten des Herbstes ist die Mode. Auch im besonderen Jahr 2020 stellt das Westside die neusten Trends dieser Jahreszeit ins Zentrum und schafft ein Einkaufserlebnis, in dem sich Fashionbegeisterte mit Sicherheit inspirieren lassen können.

Herbstzeit ist traditionell Modezeit. Für alle, die jetzt modische Inspiration suchen, hat das Westside viel zu bieten. Ob Fashion oder Beauty, Styling oder Accessoires – das Shopping- und Erlebniscenter in Bern-Brünnen steht vom 14. September bis zum 10. Oktober ganz im Zeichen der Mode. Wenn die Sinne angesprochen werden, gehören die schönen und die genussvollen Dinge einfach zusammen. Das Westside bietet dazu seinen Kundinnen und Kunden nicht nur die Möglichkeit zur individuellen Gestaltung, sondern auch den nötigen Raum für ein bedenkenloses Einkaufserlebnis für alle.

Rein in den Fashion-Herbst Die Verantwortlichen haben sich für den Fashionherbst 2020 einiges einfallen lassen: Verteilt über das ganze Center werden auf lichtbespielten Säulen in luftiger und weitläufiger Atmosphäre die Saison-Must-haves zahlreicher Geschäfte präsentiert. In den Läden selbst kommen die Besucherinnen und Besucher in den Genuss einer wie gewohnt persönlichen und kompetenten Beratung in einer sicheren Umgebung. Mein Vergnügen, meine Schönheit, meine Unterhaltung, meine Gesundheit, mein Westside. 26


LEBENSART | WESTSIDE KUNDENBEITRAG

Rein ins Um- und Upstyling Zahlreiche Geschäfte wie Bayard, Esprit oder PKZ gewähren vom 21. bis zum 26. September attraktive Rabatte. Details dazu sind in den Bonheften mit insgesamt 33 interessanten Vergünstigungen zu finden, die an verschiedenen Orten im Center aufliegen. Ein besonderes Highlight ist die Chance, ein individuelles und professionelles Um- und Upstyling im Wert von 1000 Franken zu gewinnen. Ob Coiffeur, Make-up, Shopping oder Wellness – auf drei glückliche Gewinnerinnen oder Gewinner wartet ein rundum verschönerndes Erlebnis. Mitmachen beim Wettbewerb geht ganz unkompliziert: einfach den QR-Code scannen, der an verschiedenen Stationen im Westside abgebildet ist.

Rein ins entspannte Savoir-vivre Genauso wie die Schnäppchenjagd gehört auch das Savoir-vivre zu einem richtigen Modeherbst. Deshalb laden grosszügig gestaltete Verweiloasen mit ausreichend Abstand dazu ein, eine verdiente Pause einzulegen, den anderen aus der Ferne beim Flanieren zuzuschauen und sich von neuen Looks inspirieren zu lassen. Damit auch Mütter und Väter entspannen können, werden Kinder im Alter von drei Monaten bis acht Jahren für drei Franken pro Stunde im Kinderland kompetent betreut. Sicherheit und Einkaufserlebnis stehen dabei im Einklang. Für die kleinen Besucherinnen und Besucher genauso wie für die grossen Modebegeisterten. Im Westside können alle darauf vertrauen, dass ihr Wohl jederzeit im Zentrum der Bemühungen steht und grossgeschrieben wird.

REIN INS WESTSIDE Das Westside ist das moderne Shopping- und Erlebniscenter in Bern-Brünnen. Zu entdecken gibt es 55 Shops, 14 Restaurants, ein Multiplex-Kino mit 11 Sälen, ein Erlebnisbad mit Fitness und Wellness sowie ein Hotel. Mit seinem vielseitigen Angebot entstehen nicht nur schöne Erlebnisse, sondern auch Emotionen, die Menschen mit dem Westside verbinden.

Website: westside.ch Instagram: @westsidebern #westsidebern 27


exklusiv in Bern bei

Purer Luxus, Style, Tradition – shu uemura Art of Hair kreiert einzigartige professionelle Pflege für atemberaubend schönes Haar. Aerni Bern empfiehlt die bis zur Perfektion komponierten Haarpflege- und Stylingprodukte – abgestimmt auf die Individualität eines jeden Haartyps.

Aerni Haar Kleid Bar Spa | Aarbergergasse 60 | 3011 Bern | Telefon 031 311 24 68 | www.aernibern.ch

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schön & guet

LEBENSART | SCHÖN & GUET

FEINSTES KASCHMIR Frenckenberger steht für rebellische Designs, perfekte Schnitte und feinste Cashmerequalitäten. Hinter dem Schweizer Brand stehen Nathalie Schönenberger und Terry-Ann Frencken. In Bern erhältlich bei Ciolina, Marktgasse 51.

LUXUS FÜRS HAAR Diese vielseitig einsetzbare Haarcreme nährt und macht grobes, dickes Haar weich. Sie bringt den Feuchtigkeitsgehalt des trockenen Haares wieder ins Gleichgewicht. Ausserdem bietet sie Feuchtigkeitsresistenz, Geschmeidigkeit und Kräuselungskontrolle und sowohl Hitzeschutz als auch UV-Schutz. In Bern exklusiv bei Aerni, Aarbergergasse 60, www.aernibern.ch

GYMELER GESCHÄFTEN Fünf bis sieben Schüler/innen des Gymnasiums Kirchenfeld gründen jeweils eine reale Miniunternehmung und betreiben sie während eines Schuljahres weitgehend selbstständig. Sie lernen, sich am Markt zu behaupten, sich durch die Teilnahme an Ausstellungen, Handelsmessen und Wettbewerben zu präsentieren und mit den Medien zusammenzuarbeiten. Jedes Jahr entstehen so kreative Produkte und Lebensmittel wie 2020 beispielsweise die «Bärner Seifä», eine virentötende Bärenseife, die «Gäbig»-Portemonnaies oder «Hempaper», ein WC-Papier aus Hanf. Infos und Webseiten: gymkirchenfeld.ch/unterricht/wirtschaftsprojekte/yes

BERNER HANDWERK Das kleine Familienatelier Blaser Design aus Bern fertigt in liebevoller Handarbeit Kunsthandwerk aus Schweizer Naturprodukten. So beispielsweise Spielsachen aus einheimischem, robustem Buchenholz, die mit Naturöl behandelt werden. So sind sie auch für Babys und Kleinkinder geeignet, da keine chemischen Stoffe bei der Verarbeitung verwendet werden. Onlineshop und Informationen unter www.blaser-design-bern.ch

WERKE AUS GLAS Hinter dem Label Glaslabor steht eine kleine, feine Glaswerkstatt im Zentrum Berns. Dort entwickelt Rahel Koller seit 2015 Glaslaborprodukte – jedes einzelne Stück in sorgfältiger Handarbeit und mit viel Liebe zum Detail hergestellt. In den Radixgläsern lassen sich Blumenzwiebeln und Gemüseknollen anziehen und dadurch das Wachstum der Pflanze und deren Wurzelwerk beobachten. Die reduzierte Formensprache der Vase kontrastiert mit dem organischen Wuchs der Pflanze und bringt so deren Schönheit zur Geltung. www.glaslabor.ch

PRAKTISCH BEIM WANDERN

Umweltfreundliche Anzündhilfe aus natürlichen, brennbaren Materialien. Klein, leicht und kompakt findet sie in jedem Rucksack Platz. Zu bestellen beim Schweizer Onlineshop für kreatives Design: www.fideadesign.com

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OESOPHAGUS, VENTRICULUS, HEPAR, PANCREAS UND REKTUM WISSEN SIE EIGENTLICH, WAS ALLES IN IHNEN STECKT? IHRE SPEZIALISTEN FÜR BAUCHCHIRURGIE

Erfahren Sie mehr über die Bauchorgane und medizinische Möglichkeiten unter:

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klinikbeausite.ch/viszeralchirurgie


LEBENSART

| GESUNDHEIT KUNDENBEITRAG

Hochspezialisierte Bauchchirurgie an der Hirslanden Klinik Beau-Site Die Viszeralchirurgen der Hirslanden Klinik Beau-Site sind im grössten nicht universitären Zentrum im Mittelland tätig und konzentrieren sich auf hochspezialisierte Medizin im Bauchraum. Nebst dem Inselspital ist dies die einzige Klinik im Kanton Bern, welche die Voraussetzungen für entsprechende Leistungsaufträge im Bereich der Bauchchirurgie erfüllt. Hochspezialisierte Medizin bezeichnet chirurgische Eingriffe, die selten und äusserst komplex sind sowie einen hohen personellen und technischen Aufwand voraussetzen. Gerade bei Operationen im Bauchraum sind sorgfältige Abklärungen und ein erfahrenes Team von grösster Bedeutung.

Ein renommiertes Team garantiert höchste Qualität

Gastroenterologen, aber auch mit Ärzten aus anderen Fachrichtungen zusammen, um eine ganzheitliche Behandlung zu gewährleisten. Diplomierte Ernährungsberater und Physiotherapeuten beraten Patienten vor und nach einem operativen Eingriff. Dieses ganzheitliche Betreuungskonzept hat zum Ziel, dass allfälliges Verbesserungspotenzial schon vor der Operation erfasst werden kann und mögliche Komplikationen nach hochspezialisierten Eingriffen vermieden werden können. Ergänzt wird das Angebot durch eine moderne, zwölfplätzige, SGIzertifizierte Intensivpflegestation, in der Patienten direkt nach schweren Eingriffen betreut werden können. Nicht zuletzt sorgt auch ein ausgedehntes Hotellerieangebot dafür, dass Patientinnen und Patienten sich vom Check-in bis zur Entlassung rundum gut versorgt fühlen.

Die Viszeralchirurgie der Klinik Beau-Site, der auch das grösste Schweizer Referenzzentrum für Übergewichtschirurgie angegliedert ist, konzentriert sich auf solch komplexe Operationen im Bauchraum. Renommierte Fachärzte mit hochspezialisierten medizinischen Kompetenzen, moderne Technologie sowie eine individuelle und persönliche Betreuung ermöglichen eine Medizin und Pflege von messbar hoher Qualität. In der Klinik Beau-Site werden Patientinnen und Patienten aller Versicherungsklassen – von allgemein über halbprivat bis zu privat – behandelt.

Behandlungsgebiete der hochspezialisierten Bauchchirurgie:

Vorreiter in modernen Operationstechniken

Die komplexe bariatrische Chirurgie bezeichnet operative Eingriffe zur Behandlung von krankhaftem Übergewicht am Magen (Ventriculus).

Die Klinik Beau-Site investiert stetig in die Fort- und Weiterbildung ihrer Belegschaft sowie in den Wissensaustausch und die Technologieentwicklung. Als eine der ersten Deutschschweizer Kliniken führte sie daher zum Beispiel bereits vor 20 Jahren laparoskopische Eingriffe (sog. Schlüssellochchirurgie) durch – unter anderem auch in der Bauchchirurgie. Die Viszeralchirurgen an der Klinik Beau-Site verfügen infolgedessen über sehr hohe Erfahrungswerte in diesem Bereich und das Zentrum über entsprechend hohe Fallzahlen.

Ganzheitliche Betreuung vermeidet Komplikationen Interdisziplinarität wird an der Klinik Beau-Site grossgeschrieben. Das hochspezialisierte Viszeralchirurgenteam arbeitet stets eng mit

Die Oesophagusresektion ist ein Verfahren zur Rekonstruktion der Speisepassage nach Entfernung der Speiseröhre, z.B. infolge von Krebs.

Die Heparresektion ist die teilweise Entfernung der Leber. Da diese die einzigartige Fähigkeit hat, sich zu regenerieren, kann es hier zu einer Nachbildung von Lebergewebe kommen. Die Pancreasresektion bezeichnet die (Teil-)Entfernung der Bauchspeicheldrüse (Pancreas), wie sie bei Krebs oder chronischen Entzündungen nötig werden kann. Die tiefe Rektumresektion bezeichnet eine (Teil-)Entfernung des Dickdarms. klinikbeausite.ch/viszeralchirurgie

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LEBENSART

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GESUNDHEIT KUNDENBEITRAG

Unerwünschter Muskelkater Nach einer langen Wanderung oder dem neuen Training: Muskelkater haben die meisten schon erlebt. Wie entsteht er überhaupt, und wie vergeht er schnellst möglich? Wenn Muskeln schmerzen und kraftlos, verhärtet und berührungsempfindlich sind, nach hoher Belastung oder ungewohnten Bewegungsabläufen, handelt es sich um die typischen Symptome eines Muskelkaters. Früher war man der Meinung, dass sich Muskelkater durch zu viel Milchsäure im Muskel entwickelt. Heute weiss man: Muskelkater ist das Resultat von verletzten Strukturen und Mikrotraumatisierungen innerhalb der Muskelfasern. Die unangenehmen Schmerzen treten jeweils etwa 24 Stunden nach einer Überbeanspruchung der Muskulatur auf. In den meisten Fällen verschwindet der Muskelkater nach einigen Tagen von allein wieder, da Muskelzellen glücklicherweise die Fähigkeit haben, sich vollumfänglich zu regenerieren. Oft ist der Muskelkater auch nicht so schlimm, wie er sich anfühlt.

Bedeutet mehr Schmerz mehr Muskeln? «Der Schmerz von heute ist nicht die Kraft von morgen», erklärt Stephan Hummel, Apotheker und Betriebsleiter der Bahnhof Apotheke in Bern. Dank Training kommt es zu einer Vergrösserung des quergestreiften Muskels als Folge von Dickenwachstum der Muskelfasern. Muskelkater ist das Signal des Körpers, dass erst einmal Regeneration angesagt ist. Menschen reagieren jedoch unterschiedlich auf intensives Training. «Wer nicht auf den eigenen Körper hört, riskiert folgenschwere Verletzungen wie Muskelfaserrisse», sagt der Apotheker.

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Richtig vorbeugen, passend regenerieren Das Risiko eines Muskelkaters kann minimiert werden: Neue Übungen startet man bestenfalls mit weniger Intensität, damit sich der Muskel langsam an neue Bewegungsabläufe gewöhnen kann. Vor allem bei Sportanfängern lässt sich Muskelkater kaum verhindern. Bei regelmässigem Training gewinnen die Muskeln an Kraft, werden belastbarer, und die Regenerationszeiten werden kürzer. Neben einer guten Aufwärmung vor dem Sport ist auch eine ausgewogene Ernährung wichtig, um Muskelkater vorzubeugen. Stephan Hummel: «Durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann der Körper zusätzlich unterstützt werden.» Zum Regenerieren lohnt es sich, die schmerzenden Muskeln mit leichter Bewegung und Wärme zu lockern. Auch ein warmes Bad mit Zusätzen, das die Muskeldurchblutung steigert, kann helfen. Die Bahnhof Apotheke verfügt über ein breites Sortiment an Sportsalben sowie Sportfluids, die den Regenerationsprozess der Muskulatur unterstützen und Schmerzen lindern können.

BAHNHOF APOTHEKE

Galeriegeschoss Bahnhof Bern Offen an 365 Tagen im Jahr von 6.30 bis 22.00 Uhr


BEREITS BEREITS FÜRFÜR

A B C D E F G

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LEBENSART

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MOBIL KUNDENBEITRAG

100% elektrisch: Der neue Opel Corsa-e Er kann alles, was man von einem modernen Kleinwagen erwartet – und er kann es leise und emissionsfrei. Der Opel Corsa-e, das perfekte Stadtauto. Hier trifft Fahrspass auf Umweltbewusstsein. Der Elektromotor mit einer Leistung von 100 kW (136 PS) sorgt für ein zügiges Vorwärtskommen in der Stadt. Die 50-kWh-Batterie liefert Energie für bis zu 337 Kilometer und kann in nur 30 Minuten wieder zu 80 % aufgeladen werden. Die optisch ansprechende Form und die guten Platzverhältnisse werden mit neuster Technologie und Assistenzsystemen ergänzt. So bieten beispielsweise die 180°-Rückfahrkamera oder der Frontkollisionswarner mit automatischer Gefahrenbremsung und Fussgängererkennung optimale Sicherheit im dichten Stadtverkehr. Fazit: Der neue elektrische Opel ist einfach «corsartig». Finden Sie heraus, wie gut der Corsa-e zu Ihrem Leben passt. Wir haben die Antworten. Jetzt im BELWAG-Betrieb in Ihrer Nähe. BELWAG AG BERN www.belwag.ch

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LEBENSART |

CASINO

Goldene Zeiten im Grand Casino Bern Im Grand Casino Bern werden werden die derTag Tag und die Nacht zu Gold: MitMit abwechslungsreichen Erlebnis-Packages ist zu Gold: abwechslungsreichen Erlebnis-Packages ein Spätsommer voller Genuss und Nervenkitzel garanisteinSpätsommervollerGenussundNerven tiert.

Das Grand Casino Bern ist zurück und richtet nicht nur mit der grossen, sondern gleich mit der goldenen Kelle an. Glänzende ErlebnisPackages sorgen für Spielfreude und kulinarische Hochgenüsse gleichermassen. Wie wäre es zum Beispiel mit dem «Golden Pig»Package für 89 Franken? Neben einem feinen 3-Gang-Menü sind ein Eintritt ins Casino, ein Spielguthaben von 30 Franken und ein Welcome Drink* in der Crazy Daisy Kitchen Bar inbegriffen. Gediegen geht es beim «Golden Surf & Turf»-Package zu und her: Für 149 Franken geniessen Connaisseure besonders exquisite Speisen – vom Rindscarpaccio über den «Surf & Turf»-Hauptgang bis hin zum vergoldeten Schokoladendessert. Auch hier gehören der Eintritt ins Casino mit Welcome Drink* sowie ein Spielguthaben von 50 Franken dazu. Wer einem saftigen Burger oder dem geselligen Anstossen mit Freunden den Vorzug gibt, für den sind die Burger- und Apéro-Packages genau das Richtige.

Bingo! Gewinnen ist Gold

Jetzt Erlebnis-Package buchen Die Erlebnis-Packages können online unter grandcasino-bern.ch oder telefonisch via 031 339 55 55 gebucht werden. Die Angebote sind bis zum 27. September verfügbar. Reservationen gelten als verbindlich.

Golden Slot Challenge und Bingo Bei der Golden Slot Challenge wird im Turniermodus das beliebte «Book of Ra – Temple of Gold» gespielt. Alle Infos zur Anmeldung und Teilnahmebedingungen: grandcasino-bern.ch Beim Bingo im Grand Casino Bern können alle Gäste nach Lust und Laune mitmachen – kostenlos und ohne Voranmeldung (Platzzahl begrenzt). Als Moderator und Glücksfee führt Mathias Schenk, Frontmann der Bieler Rockband «Death by Chocolate», humorvoll durch den Abend. Weitere Infos gibt es hier: grandcasino-bern.ch.

* exkl. Spirituosen und spirituosenhaltige Getränke

Mit seiner Wiedereröffnung nach dem Lockdown hat das Grand Casino Bern wieder ein grosses Angebot an Spielautomaten, Black Jack, Roulette, Ultimate Texas Hold‘em, Diceball und Punto Banco in petto. Zudem findet bis am 27. September jeweils sonntags die Golden Slot Challenge statt. Der Hauptpreis hat es in sich: Mit etwas Glück gibt es 50 Prozent des Preispools, mindestens aber 1000 Franken in Gold zu gewinnen. Viel Spass und Abwechslung steht bis am 24. September jeweils donnerstags im Crazy Daisy auf dem Programm: Es wird Bingo gespielt! Auch beim wohl geselligsten Glückspielklassiker lassen die goldenen Zeiten grüssen: Als Hauptpreis gibt es Goldrush-Menüs und Goldvreneli zu gewinnen. Ob für den grossen Nervenkitzel, exzellente Gastronomie oder beste Events – auf ins Grand Casino Bern!

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KULINATA Was esse ich heute? – Stellen Sie sich manchmal die gleiche Frage? An der dritten Ausgabe der KULINATA präsentieren über 50 Organisationen knackig frische und genussvolle Antworten. Immer nachhaltig, regional und fair.

Text Rafaela Schmid, Foto diese Seite Pascale Amez

Das Angebot an Speisen und Lebensmitteln in der Stadt Bern ist gross und vielfältig: Wochenmärkte, Quartierläden, gemütliche Cafés, Schnellimbisse oder das Restaurant um die Ecke. Diese Vielfalt macht Freude, aber sie stellt uns auch vor viele Fragen. Wir machen uns nämlich täglich Gedanken und fällen unzählige Entscheidungen rund ums Essen. Wo kaufe ich ein? Was koche ich heute? Gehe ich auswärts essen? Welches Gemüse hat Saison?

Unsere Ernährung prägt Umwelt und Wirtschaft Unsere Ernährung hat nicht nur einen Einfluss auf unsere Gesundheit, sondern auch auf die Umwelt und das Klima. «Was wir heute essen und trinken, prägt unsere Umwelt und Wirtschaft von morgen», so Adrian Stiefel, Leiter des Amts für Umweltschutz der Stadt Bern. Diese Zusammenhänge werden zunehmend wahrgenommen, und immer mehr Menschen wünschen sich eine entsprechende Auswahl. In Bern ist das Angebot schon gross, und es wächst weiter. Bern hat viel zu bieten für eine nachhaltige und gesunde Esskultur.

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12.–18.9.2020 Die KULINATA 2020 Die regionalen Initiativen, Angebote und Organisationen sind Teil der KULINATA, des Festivals für nachhaltige Ernährung in und um Bern. Seit der ersten Ausgabe 2018 bekommt die Berner Bevölkerung an diesem Anlass die Gelegenheit, eine Vielfalt von Akteurinnen und Akteuren, die sich in und um Bern für eine nachhaltige Ernährung engagieren, kennenzulernen und ihre Produkte zu entdecken und zu kosten. Gemeinsam mit ihren Partnern und Veranstalterinnen setzt sich die KULINATA für eine vielfältige, solidarische und nachhaltige Ernährungswirtschaft in und um Bern ein, die auf spielerische und anregende Weise Lust auf mehr macht. Gerade während des Corona-Lockdowns hat die regionale Ernährungswirtschaft nochmals an Bedeutung gewonnen. Um die lokalen Kleinproduzenten, Restaurantbetreiberinnen, Lädelibesitzer und Kleinbäuerinnen in dieser herausfordernden Zeit zu unterstützen, wurde über die Social-Media-Kanäle die Kampagne #itzerschrächt ins Leben gerufen und auf kulinata.ch ein Online-Verzeichnis für nachhaltige Angebote während des Lockdowns – und darüber hinaus – aufgeschaltet. Die KULINATA geht in diesem Jahr in die dritte Runde. Über 50 Bauernbetriebe, Produzentinnen, Läden, Restaurants und Organisationen sind dieses Jahr dabei und bieten von Samstag, 12. September, bis Freitag, 18. September, ein buntes Festivalprogramm. Die Festivalwoche startet am Samstag, 12. September, mit einem feierlichen Amuse-Bouche, dem Eröffnungsfest. An diesem Tag verwandelt sich der Waisenhausplatz in eine kulinarische Oase, die zum Entdecken, Ausprobieren, Mitmachen und Geniessen einlädt. Während der Woche können die Besucherinnen und Besucher an über 30 Veranstaltungen an ganz verschiedenen Orten in und um Bern gesunde, faire und klimafreundliche Ideen für eine genussvolle und nachhaltige Ernährung entdecken.


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Und falls Sie noch keine Antwort auf die Frage «Was esse ich heute?» gefunden haben, wird in Kooperation mit www.lunchidee.ch auf dem Waisenhausplatz im KULINATA-Foodtruck täglich ein frisches Menü kreiert.

Programm und Veranstalterinnen Das detaillierte Programm, alle Teilnehmer/innen sowie allfällige Programmanpassungen aufgrund der Corona-Situation sind online unter www.kulinata.ch zu finden. Die Situation betreffend COVID-19 wird aufmerksam verfolgt, und entsprechende Schutzkonzepte werden definiert und umgesetzt.

K U L I N ATA 2 0 2 0 Samstag, 12. September, bis Freitag, 18. September 2020 Waisenhausplatz Bern und diverse Orte in und um Bern www.kulinata.ch Die KULINATA bietet regionalen Bauernbetrieben, Lebensmittelproduzenten, Betreiberinnen von kleinen Läden und Restaurants eine Plattform, um neue Ideen und Angebote rund um eine nachhaltige Ernährung bekannter zu machen. Die Initiative wurde 2017 vom Amt für Umweltschutz der Stadt Bern ins Leben gerufen. An den ersten beiden Ausgaben der KULINATA 2018 und 2019 haben über 90 Organisationen in und um Bern teilgenommen.

ben die Lösung zum Problem! Mit der Devise «Teller statt Tonne» schlossen wir, eine Gruppe von Studierenden, uns im Jahr 2014 zusammen und entwickelten die Idee von öffentlichen Kühlschränken in der ganzen Schweiz – ein simples und unkompliziertes Konzept, um Lebensmittel vor dem Abfall zu bewahren. Damit setzen wir uns einerseits für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln in Privathaushalten ein, andererseits für mehr soziale Interaktion in der Nachbarschaft. Und so funktionierts: Die Kühlschränke sind für jede und jeden rund um die Uhr zugänglich. Es gibt keine Beschränkungen wie Passwörter oder Schlösser. Die folgenden Lebensmittel sind im Kühlschrank erlaubt: Obst und Gemüse, Brot. Ausserdem verschlossene Produkte, die höchstens das Mindesthaltbarkeitsdatum, nicht aber das Verbrauchsdatum erreicht haben. Nicht erlaubt sind Fleisch oder Fisch, Alkohol sowie bereits geöffnete oder verarbeitete (z.B. gekochte) Produkte. Kühlschrankgottis und -göttis aus dem Quartier übernehmen die Betreuung und hygienische Pflege der Kühlschränke und kontrollieren regelmässig die Inhalte. Parallel dazu investieren wir kräftig in die Sensibilisierungsarbeit zum Thema Food Waste, beispielsweise bei Veranstaltungen wie der KULINATA oder über die sozialen Netzwerke. Unterstützt wird der gemeinnützige Verein Madame Frigo durch Engagement Migros, den Förderfonds der Migros-Gruppe, und durch viele grossartige Helferinnen und Helfer, die das Projekt mit ihrem Freiwilligeneinsatz erst möglich machen. Mehr Informationen: www.madamefrigo.ch

Herausgepickt: Vier Berner Veranstalterinnen und Veranstalter stellen sich selbst vor.

Madame Frigo Jeden Tag werfen Schweizerinnen und Schweizer im Durchschnitt 252 Gramm geniessbare Lebensmittel in den Müll, das entspricht fast einer ganzen Mahlzeit! Jährlich gehen in der Schweiz so zwei Millionen Tonnen Nahrung verloren. Privathaushalte sind für fast ein Drittel des gesamten Food Waste in der Schweiz verantwortlich. «Bestimmt kennst du diese Situation: Dein Kühlschrank ist gut gefüllt, du isst aber spontan bei Freunden oder bestellst eine Pizza beim Kurier. Da kann ein Apfel schon mal braune Stellen bekommen, und dein Joghurt läuft ab. Auch kurz vor den Ferien weisst du meist nicht, wohin mit deinen Resten. Das Essen landet schliesslich im Abfall. Schade ... bestimmt hätte jemand eine Verwendung für deine Einkäufe gehabt. Doch wie tauscht man überhaupt Lebensmittel aus? Wir ha-

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gmüesgarte

Food for souls

Salate, Suppen und Smoothies – oder frisches Gemüse und Früchte: All dies gibt es im gmüesgarte mitten in Bern. Und das ist noch nicht alles: Mit dem gmüesgarte leisten wir einen Beitrag gegen Food Waste. Denn alle Lebensmittel in unserem Angebot sind nicht normiert, sondern einfach chrumm und früsch.

Neugierig, bunt durchmischt, mal gross, mal klein, offen, interessiert an Alternativen zum Status quo, langsamachtsam im Umgang mit den Pflanzen – unsere Gruppe ist so lebendig wie unser Garten. Jede/r kann bei uns mitmachen. Ein grüner Daumen ist nicht vonnöten, aber Lust, neue Menschen zu treffen, und ein Interesse am Garten.

«Lebensmittelverschwendung ist eine Realität, aber unnötig. Jährlich fallen in der Schweiz 2,6 Millionen Tonnen Food Waste an, rund 10 Prozent davon in der Landwirtschaft. 90% der Verluste in der Lebensmittelproduktion wären vermeidbar. Wenn Lebensmittel nicht gegessen werden, gehen zudem Ressourcen verloren: Um Gemüse und Früchte zu produzieren, benötigt es unter anderem Wasser, Boden, Treibstoff und Geld. CO2-Ausstösse belasten das Klima zusätzlich. Die Lebensmittelverluste in der Landwirtschaft fallen an, weil produzierte Lebensmittel nicht dem entsprechen, was von ihnen punkto Aussehen erwartet wird. Wenn ein Rüebli nicht gerade, der Apfel nicht makellos ist, lässt sich dieses Gemüse oder diese Frucht kaum oder nur schlecht verkaufen.

«2016 haben wir die Möglichkeit, die sich durch die Stilllegung des Zieglerspitals ergab, beim Schopf gepackt und konnten der Stadt Bern eine Zusage für eine die Nutzung des Bodens auf dem Areal und unsere Food-for-Souls-Idee abgewinnen. Als Gartenintegrationsprojekt wollten wir Menschen mit Fluchthintergrund über die Arbeit im Garten einen unverfänglichen Erstkontakt mit den Menschen hier ermöglichen. Diese Idee des Integrierens, Teilens und des achtsamen Umgangs mit der Erde stammt aus den Prinzipien der Permakultur, an denen wir uns von Beginn weg orientiert haben. Unser Projekt hat verschiedene Phasen durchlaufen. Nach dem Zuspruch der Stadt, die grosse Wiese an der Kirchstrasse bebauen zu dürfen, stand erst einmal der Kompost und Bodenaufbau im Fokus.

Dagegen wollten wir etwas tun, mit dem gmüesgarte schliessen wir nun die Lücke: Wir kaufen bei unseren Partnerlandwirten ein, was bei ihnen übrig bleibt, und bieten es im Kellerlokal an der Marktgasse, in einem Abo oder bei Caterings an. Dabei spielt es uns keine Rolle, wie etwas aussieht – im Gegenteil: Kartoffeln in Herzform, zusammengewachsene Peperoni oder Auberginen mit Nase; was gibt es Schöneres! Aus den Lebensmitteln produzieren wir auch Salate, Suppen und Smoothies fürs Take-away. Mit dem gmüesgarte leisten alle Beteiligten – Landwirt/innen sowie Kundinnen und Kunden – einen Beitrag gegen die Verschwendung von Lebensmitteln, und damit engagieren sich alle für eine nachhaltigere Ernährung in der Stadt Bern. An unserem Stand an der KULINATA wird es ein Quiz geben, das Jung und Alt begeistern wird. Natürlich stehen wir auch bereit für Fragen und Diskussionen rund um das Thema Lebensmittelverschwendung und nachhaltige Ernährung. Im Rahmen des Food-Save-Banketts vom 18. September werden wir einen Marktstand organisieren mit Produkten von unseren verschiedenen Partnerlandwirtinnen und -landwirten. Vorbeikommen lohnt sich auf jeden Fall! www.gmüesgarte.ch

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Gesunde und nahrhafte Nahrungsmittel benötigen einen lebendigen und vielfältigen Boden. Im ehemaligen Gewächshaus haben wir vielfältige Samen und Setzlinge gezogen, um sie dann in den Frühbeeten und in der Wiese zu pflanzen und gedeihen zu lassen. Inzwischen richten wir den Fokus nicht mehr auf die Integration im ursprünglichen Sinn, sondern auf das Gärtnern nach Permakulturprinzipien, das Schaffen einer Community und den Austausch und


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das Ausprobieren von Alternativen im Anbau, die Nahrungsmittelproduktion und auf erfinderisch-saisonale Gerichte. Im Moment ist vieles am Entstehen – auf dem Boden des ehemaligen Zieglerspitals und in unserem Projekt. Es kommen mehr Anfragen von Menschen, die das aufbauende Gärtnern nach Permakultur-Grundsätzen lernen wollen. Wir arbeiten zusammen mit der alternativen Schule Unico, mit andern Gartenprojekten in der Stadt, mit Vivaconterra und erhalten Biokompost von der Heiteren Fahne. Künftig möchten wir uns noch mehr im Quartier integrieren und noch mehr lokal ansässige Menschen motivieren, bei uns mitzugärtnern. Und natürlich auch alle anderen! Wer Interesse hat, regelmässig bei uns im Garten mitzuwirken und frisches, knackiges Gemüse, Beeren, Kräuter und essbare Pflanzen bei sich auf dem Teller zu geniessen, schreibt am besten an: kontakt@foodforsouls.ch.»

Datenbank zu erhalten und die Benutzerfreundlichkeit der Plattform weiter auszubauen. Dabei sind die Kompetenzen des Teams vielseitig. Neben Dimitri als Koch und Pascal als studiertem Ernährungsberater ist auch viel Know-how in Informatik und Design vorhanden, um die teils komplexen Ideen jederzeit in eine bedürfnisgerechte Plattform umwandeln zu können. Dabei ist im Herbst 2020 ein grösseres Update geplant.

www.foodforsouls.ch

cookpool.ch Das Berner Start-up cookpool.ch setzt sich dafür ein, dass gesundes Kochen einfacher wird – und zwar für alle. Dazu hat es eine unabhängige und authentische Rezeptplattform aufgebaut, die zu gesünderen und nachhaltigeren Essgewohnheiten inspiriert. «Als Dimitri Schüttel cookpool.ch gründete, wusste er, wie schwierig es sein würde, ein solches Projekt auf die Beine zu stellen, denn die Grundlage dafür war seine Diplomarbeit. Der gelernte Diätkoch, der nach seinem Abschluss an der Hotelfachschule in Thun bereits mehrere Hotellerie- und Gastronomie-Betriebe leitete, liess sich jedoch nicht davon abbringen, seine Idee umzusetzen. Er lancierte eine 100-tägige Crowdfunding-Kampagne, um das Projekt ins Rollen zu bringen. Dabei bestärkte die erfolgreiche Finanzierung ihn in seinem Vorhaben. Dank cookpool kann man ab sofort seine Rezepte und Lieblingsgerichte ganz einfach an einem Ort ablegen und jederzeit wieder abrufen. Dabei spielt es mit dem kommenden Update keine Rolle, ob es sich um Kochbücher, handschriftliche Notizen oder Rezepte verschiedener Online-Plattformen handelt. «Heutige Rezepte dienen mehrheitlich dem Zweck, die Konsumenten zugunsten des Detailhändlers zu beeinflussen. So ist es für uns nicht entscheidend, ob du ein Migros-, Coop- oder Aldi-Kind bist. Uns liegt am Herzen, wie ausgewogen du dich ernährst, wie du deinen Einkauf planst und wie du zu hochwertigen Informationen rund ums Thema Ernährung kommst», hält Dimitri Schüttel fest. Das inzwischen siebenköpfige Team arbeitet daran, die hohe Qualität der

Als integraler Bestandteil der Unternehmens sehen die Teilhaber die Mission, die Besucher zu neuen Rezepten zu inspirieren und dabei hilfreiche Werkzeuge zur Verfügung zu stellen. So können sich die Besucher spielerisch in eine ausgewogene Ernährung einleben, ohne ihre Gewohnheiten stark verändern zu müssen. Dabei reichen die Werkzeuge von einem Wochenplan mit Menüvorschlägen über eine einfache Einkaufsliste bis hin zum NutriScore und Optimalem Teller, die dem Besucher aufzeigen, ob das Gericht ausgewogen zusammengestellt ist. So konnte bereits das Interesse von nationalen Organisationen und regionalen Veranstaltern gewonnen werden. cookpool freut sich sehr, bei der KULINATA mit an Bord zu sein. Die Rezepte des Foodfestivals wird man auf cookpool.ch alle wiederfinden. www.cookpool.ch

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LEBENSART | CULINARIUM BÄRENHUNGER

Essen und Trinken sind die Basis für ein gutes Leben und eine bessere Zukunft. Der Verein Bärenhunger setzt sich deshalb für eine genussvolle, innovative und nachhaltige Ernährung in der Stadt und Region Bern ein. Bärenhunger lockt den Bären aus seinem Graben und macht Bern zur Foodstadt! Mensch, Tier und Umwelt werden dabei ganzheitlich berücksichtigt. «Bern hat mit seinen umliegenden Regionen wie Seeland, Emmental oder Gürbetal viel zu bieten, und es gibt viele kreative und innovative Produzenten. Wir wollen Plattformen schaffen, um dieses wertvolle Potenzial noch stärker zu nutzen. Dazu vernetzen wir die richtigen Personen miteinander», sagt Bärenhunger-Geschäftsführer Caspar Lundsgaard-Hansen. Um in Bern etwas zu bewegen, vereint Bärenhunger hungrige Bernerinnen und Berner aus Produktion, Handel, Gastronomie, Politik, Verwaltung, Bildung und Forschung. Bärenhunger schafft so ein einzigartiges Ökosystem, das sich gegenseitig positiv befruchtet. «Wir glauben, dass, wenn man Menschen mit einem gemeinsamen Fokus zusammenbringt und ihr unterschiedliches Wissen und ihre Kompetenzen verbindet, etwas Grosses entstehen kann. Zusammen mit unserer Community können wir in Bern viel bewegen und nachhaltig etwas verändern», sagt Lundsgaard-Hansen. Die gemeinsamen Werte der Community sind in einem Manifest festgehalten. Die Community trifft sich einmal im Monat zum ungezwungenen Austausch. Interessierte dürfen sich gerne dazugesellen. Viele Ideen entstehen beim Austausch innerhalb der Community. Der Verein arbeitet aber auch mit Organisationen und Unternehmen, die einen Beitrag an eine genussvolle, innovative und nachhaltige Food-Stadt Bern leisten möchten. «Unternehmen fehlt oft die passende Idee oder das entsprechende Know-how. Dank unserem breiten Netzwerk verschiedener Akteure können wir ihnen die richtigen Personen vermitteln und sie vernetzten. Wir unterstützen Unternehmen von der gemeinsamen Ideenfindung über Workshopmoderation bis zur Umsetzung», so Lundsgaard-Hansen.

BÄRENHUNGER

www.baerenhunger.ch

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Food-Save-Bankett Erntedank auf dem Bahnhofplatz Bern – alle sind eingeladen! Jährlich werfen Bernerinnen und Berner Lebensmittel im Wert von 88 Millionen Schweizer Franken weg. Die offene Kirche Bern setzt ein Zeichen gegen diese Verschwendung. Gemeinsam mit Spitzenköchinnen und -köchen werden Köstlichkeiten aus der Food-Save-Küche aufgetischt. Es wird zur langen, eleganten Speisetafel auf dem Bahnhofplatz Bern geladen. Geboten werden ausserdem gute Begegnungen und ein lustvoller Austausch zum achtsamen Umgang mit unserer Nahrung, kreative Alternativen zum Food Waste. Ab 8 Uhr 15 Uhr 17.30 Uhr 18 Uhr 20.30 Uhr 21 Uhr

Bahnhofplatz: Food-Save-Märit mit Lebensmitteln, die nicht der Norm entsprechen Bankett aufbauen, dekorieren, Apéro vorbereiten Apéro und Musik Buffet – es hat genug für alle Erntedank mit Musik in der Kirche Abholen des restlichen Essens und Abbau

F O O D - SAV E - B A N K E T T Das Food-Save-Bankett bildet den Abschluss der KULINATA 2020. Falls das Programm coronabedingt kurzfristig angepasst werden muss, wird über die Webseite und über Facebook informiert. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich (für Gruppen und Schulklassen erwünscht: info@foodsave¬bern.ch). Getränke werden verkauft, Kollekte zur Deckung der Unkosten.

www.offene-kirche.ch


LEBENSART CULINARIUM | BÄRNER RUNDSCHOU

Bärner Rundschou Fisch vom Hof Fisch vom Hof ist das neue Label für Fische, die auf Schweizer Bauernhöfen gezüchtet werden. Kleine Karpfen wachsen im Quellwasser des Bauernhofs auf – ein nachhaltiges Konzept mit Vorteilen für den Konsumenten, den Gastronomen, den Landwirt und den Fisch. Kleinkarpfen leben in ihrer natürlichen Umgebung im Schwarm in Quellwasser vom Hof. Während Forellen oder Lachs mit Fischmehl aus Beifang der Hochseefischerei gefüttert werden müssen, können Karpfen als Allesfresser vollständig pflanzlich ernährt werden. Auch der «Abfall» geht zurück in den Kreislauf: Fischkot und Futterreste landen über die Gülle als Dünger wieder auf der Anbaufläche. Der Verein Fisch vom Hof nimmt an der KULINATA teil. www.fisch-vom-hof.ch

Foodoo-Tomatensauce Spaghetti, Penne, Fusilli, sie liebt sie alle: Die neue Foodoo-Tomatensauce ergibt mit jeder Pasta einen perfekten Match. Die verwendeten Berner Tomaten sind zu reif für den Handel, aber ideal für diese Tomatensauce. Die Tomaten werden schonend gegrillt, damit erhält die Sauce einen unvergleichlich rustikalen Tomatengeschmack. www.foodoo.world

Hallo, ich bins, Rüedu! Ich freue mich, mich dir vorzustellen. Kurz vorneweg: Mich gibts seit Juli 2020. Und zwar bin ich dein Quartierladen für lokale, regionale und vor allem saisonale Lebensmittel. Ich habe mich im Wyleregg in einem Container eingerichtet – mein erster Standort, denn mich wird es künftig an mehreren Orten in und um Bern geben. Bei mir kannst du frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Käse, Joghurt, Brot und Co. zu Marktpreisen und von ausgewählten Produzenten holen – mit Selfcheckout. www.ruedu.ch

Rösterei Kaffee und Bar Seit dem 3. August 2020 kann röstfrischer Blaser-Kaffee auch an der Gurtengasse 6 (ehemals Art Café) genossen und eingekauft werden. Mit dem zentralen Standort werden Kaffeeliebhaberinnen und -liebhaber angesprochen, die eine perfekte Kaffeezubereitung in einem speziellen Ambiente schätzen. Ausserdem bieten die Baristas den Kaffee auch als Take-away an. www.roesterei.be

Lorraine Edition Der Klassiker, der Lorraine-Likör, ist in erster Linie ein erfrischendes Genussgetränk mit saftigen Zitrusfrüchten, gefolgt von dezenten und gleichzeitig aufregenden Wodkaaromen. Die Hanfnote folgt ganz am Schluss und hält sich diskret im Gaumenbereich auf. Ausser bietet die Lorraine Edition einen Lorraine-Schnaps und ganz neu auch einen Berner Aperol: Loriña. www.lorraine-edition.com

Neueröffnungen, Produkte und Geschäfte aus Bern – stets das Neuste aus der Berner Gastroszene: www.baernblog.com

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Edle Schokolade – in der Altstadt Aus erlesenen Zutaten in traditioneller Handarbeit mit viel Leidenschaft hergestellt. Wie zum Beispiel die «Bärner Momente» mit Zutaten rund um Bern. Bärenstark und voller Finessen – so zeigen sich die Charaktere dieser einmaligen Pralinen. Cioccolateria Casa Nobile · Rathausgasse 45, Bern www.casa-nobile.ch

Us Bärn für Bärn BÄRN! Magazin Langlebig, mehrfach genutzt, optimal verteilt Infos: www.baernverlag.com

BÄRN! Blog Stets aktuelle Blog und Infoseite www.baernblog.com

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C U L I N A R I U M | P R O S C H T. L I E B E R I N B Ä R N .

Dass in Berner Gewölbekellern und Hinterhöfen oder auf städtischen Balkonen fleissig gebraut wird, ist längst kein Geheimnis mehr – Bern gilt als die Bierhauptstadt der Schweiz. Über 185 Brauereien und Mikrobrauereien sind im Kanton registriert. Die Vielfalt der lokalen Kreationen aus Hopfen und Malz können Durstige auf ganz verschiedene Arten entdecken. Hier eine Übersicht.

«Probiere»: Berner Biertour Wieso schmeckt ein Bier aus der Flasche anders als aus dem Glas? Was ist der Unterschied zwischen ober- und untergärig? Und wie entsteht ein Sauerbier? Das alles erfahren die Teilnehmenden, wenn sie mit dem Biersommelier durch die Berner Bierkultur wandeln. An vier Standorten degustieren sie 14 verschiedene Biersorten. Alle Daten der Führung: Bern.com/biertour

«Tüftle»: Brauen auf dem Schloss Burgdorf Beim Bierbrau-Workshop auf dem Zähringerschloss gehts auf eine Reise in die Vergangenheit. Unter Anleitung des Braumeisters stellen die Teilnehmenden ihr eigenes Bier her – über dem offenen Feuer, fast wie die Mönche im Mittelalter. Dazu gibts spannende Fakten rund um das Kultgetränk und viele Verkostungsmöglichkeiten. Plätze reservieren: Bern.com/brauen-schloss

«Aastosse»: Berner Bierlokale Hinter so mancher unscheinbaren Eingangstür versteckt sich ein kultiges Bierlokal: zum Beispiel das «Au Trappiste» in der Rathausgasse, wo Craft-Beer-Liebhaber die Qual der Wahl aus über 100 Sorten haben. Oder die «Zoo Bar» in der Lorraine, die ihr Bier-Angebot sorgfältig aussucht und immer wieder etwas Neues auf die Getränkekarte setzt. «Fübi»-Lokal finden: Bern.com/bierlokale

«Gwungere»: Brauen im Museum Bier und Kommunikation gehören zusammen wie Hopfen und Malz. Deshalb ist es kein Zufall, dass Alex Chevalley von der Berner Brauerei BrauKunst seine Brauutensilien vor dem Museum für Kommunikation auspackt und zum Bierbrauen einlädt. Während das Gebräu vor sich hinköchelt, gehts auf einen themenbezogenen Rundgang durch das Museum. Alle Informationen: Bern.com/brauen

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K U LT U R & E V E N T S | H E R B S C H T M I X

Herbschtmix

K U LT U R U N D E V E N T S

KURSAAL | ANGSTFREI KONGRESS Der Angstfrei Kongress ist eine zweitägige Publikumsvortragsreihe zum Thema Angst. Ziel des Kongresses ist nicht nur die fachliche Wissensvermittlung der Topspeaker, sondern auch der Nutzen der Teilnehmer/innen, das Wissen an sich selbst anwenden zu können. Veranstalter des Kongresses ist der bekannte Berner Hypnoseexperte Gabriel Palacios. 26./27.9., Kursaal Bern, www.angstfrei-kongress.ch

BIERHÜBELI | MICH GERBER Nur mit Bass und Live-Sampling-Looping-System ausgerüstet lässt Mich Gerber ganze Klangwelten entstehen. Er nutzt die gesamte Range an Tönen, die dieses Instrument zu bieten hat, und arbeitet sich langsam von groovigen Baselines über gestrichene Melodien zu vielschichtigen Harmonien hin. Mit Tanzpeformance Zora Vipera und Andi Pupato (perc.). 8. Oktober, Bierhübeli Bern www.bierhuebeli.ch

LA CAPPELLA

| BÄNZ FRIEDLI

Er stellt sich einfach hin und erzählt. Darin besteht im Grunde schon sein ganzes Kabarett. Aber wie Bänz Friedli das tut! Er sinniert und philosophiert, imitiert Slangs und Dialekte, er beobachtet und parodiert, ist bald nachdenklich, bald saukomisch. In der Cappella gastiert er mit seinem neuen Programm «Was würde Elvis sagen?». 26. September, La Cappella, www.la-cappella.ch Foto Vera Hartmann

GASKESSEL | BE FOCUS BE Focus im Gaskessel, das ist Flohmarkt, Tattoo, Kunst, OpenMic, Drinks & Food. Der Tag steht im Zeichen von Nachhaltigkeit und lokaler Kunst – tätowiert auf dem eigenen Körper oder aufgetragen auf der Leinwand. Der «Chessu» bietet eine Plattform für alle, die ihre Künste der Öffentlichkeit zugänglich machen möchten. Ausserdem gibt es einen Flohmi und Koffermarkt (Anmeldungen: jugendarbeit@ gaskessel.ch), und auf lyrische Höhenflüge darf man bei der OpenMic-Session gespannt sein. Während sich MCs das Mikrofon reichen, werden an den Open-Tables die neusten Eigenproduktionen präsentiert. 19. September, Gaskessel Bern, www. gaskessel.ch

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K U LT U R & E V E N T S | H E R B S C H T M I X

D A M P F Z E N T R A L E | C A M E R ATA B E R N

K U LT U R M U S E U M | D E R K Ä F E R

Die Camerata Bern serviert am Wochenende vom 25./26. September in der Dampfzentrale zum zweiten Mal zur Saisoneröffnung unter dem Titel «Cocktail Opus 2» einen berauschenden Mix an musikalischen Delikatessen. Nebst dem Abendkonzert «Ti amo mia vita» werden auch ein Nachtkonzert, «Cinema musicale», und ein Brunchkonzert, «Butterbrot und Champagner», geboten. www.cameratabern.ch

Im Berndeutschen gibt es den Ausdruck «Ig ha dr Chäfer». Dieser steht für Krankheiten aller Art und derzeit für das weltweit grassierende Coronavirus. Das kleine Kulturmuseum hat den Käfer und gibt Gas mit Vernissagen, Exkursionen, aufgespiessten, lebendigen und essbaren Exemplaren, Sounds, Videos, Filmen, Vorträgen und Lesungen. Ein blauer VW Käfer 1500 Automatic aus dem Jahr 1969 steht im Mittelpunkt der Ausstellung. Er nimmt die Besucherinnen und Besucher mit in die weite Ferne, die unberührte Natur, in die Freiheit und hin zu deren politischen und virologischen Grenzen. www.kulturmuseum.ch

MÜHLE HUNZIKEN | KLEINKUNST

KORNH AUSF ORUM | S W I S S P R E S S P H O T O

Foto Patricia von Ah

Die Ausstellung im Stadtsaal ist die erste Station von Swiss Press Photo 20 in der Schweiz. Was dieser Überblick der besten Schweizer Fotos dokumentiert, ist das Jahr vor der Corona-Krise. Auch wenn die Bilder eine Welt zeigen, die spinnt und liebt, die grausam ist und staunen lässt, es ist ein Stück Normalität im Vergleich zu den jetzigen Zeiten. Ab 9.9., www.kornhausforum.ch

Gleich sechs Einzelkünstler und Formationen treffen sich am 20. September in der Mühle Hunziken zum 2. Rubiger Kleinkunstsonntag und erhalten eine Carte blanche – jeder kriegt für 15 Minuten freie Bühne: Dülü Dubach, die Compagnia mutabile, Markus Schönholzer, Marzel and the Brocheck, Pasta del Amore und Pedro Lenz. www.muehlehunziken.ch

W EITER E TIPP S Das Rendez-vous Bundesplatz findet 2020 vom 16. Oktober bis zum 21. November statt. Das Parlamentsgebäude wird zu einem Schiff, dessen Ähnlichkeit mit der Arche Noah keineswegs zufällig ist – ein Schiff der Rettung, ein Schiff der Hoffnung, das im Sturm der Elemente, welche die Welt zerstören, nicht untergeht. «Planet Hope» setzt die Segel und gleitet hinaus in das Abenteuer Erde. www.rendezvousbundesplatz.ch Stets das Aktuellste aus der Berner Kulturszene finden Sie laufend auf der aktuellen Webseite des BÄRN! MAGAZINS unter www.baernblog.com

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FÜR DIE CHURZE | KOPERNIKUS

Längwylig

Gschicht Lorenz Pauli, Zeichnige Daniel Müller

«Mir isches längwylig», het der Whisky gseit. Das hani no nie erläbt: Em coole Kater Whisky isches längwylig! I ha überleit. «Mir chönnte ja zäme … äh …, zäme …, mir chönnte ja zäme alles längwylig finde.» Der Whisky isch ufggumpet. «So ne gueti Idee, Kopernikus! Du bisch eifach scho der bescht Kater vor Wält.»

So sy mer de los, u hei alles längwylig gfunde: Dä Maa, wo e lääre Chinderwage het übere Platz gstoosse. Das Heftli, wo sech ufem Bänkli sälber dürebletteret het, wägem Luft. Der Laschtwage, wo hindertsi i das Velo ine parkiert het. Ds Bierbüchsli, wo über d Stäge ab gheit isch: Pfsch! Blubb! Glugg! Zusch! Tschaboing! Fasch hätte mer die Frou intressant gfunde, wo mitem Absatz im Metallgitter isch blybe stecke. Aber de hei mir der Chopf gschüttlet: «Längwylig!» Nächär hei mir zäme es längwyligs Tram zum längwylige Bahnhof gno. Öpper het is mit eme Schinkesändwitsch wölle fuettere. «Weisch», het der Whisky gseit, «Schinke isch nid guet für üüs. Z salzig. U vo Frömde sött me nüüt aanäh.» I ha ne fasch nid verstande, wüu er ds Muul eso voll het gha. Aber i ha gnickt, dass mir der Schinke nume so um d Nase gschletzt isch.

ret. «Pass uuf!» het der Whisky grüeft. Aber es git Wichtigers, als ufzpasse. Laggierti Fingernegel zum Bischpil. Ändlech bini dobe gsi. Ufem Arm vom Adrian vo Buebebärg bini bis zur Hand füre gchräsmet… u bi enttüscht gsi. Nume Tubedräck. Ke Nagellagg. I ha wölle umcheere, aber das isch irgendwie nid ggange. I ha nes Gnuusch mit de Pfoote übercho. U zudäm hani itz gmerkt, wie höch obe dass i bi. Dunde sy geng meh Lüt gstande u hei Fotos gmacht. So vil, dass ds Tram nümme isch dürecho. U ds Polizeiouto nächär o fasch nid. U d Füürwehr het schliesslech o müesse d Sirene aalah. Der Füürwehrmaa, wo mi de abegholt het, het de Lüt erchläärt, d Füürwehr chömi eigetlech nid, für Chatze z pflücke. Aber dä Moudi hie syg es Sicherheitsrisiko füre ganz Vercheer gsi. Der Whisky und ig sy de heizue. So ne längwylige Tag isch öppis Schöns.

Ah ja: Am nächschte Tag isch es Bild vo mir ir Zytig gsi. U der Adrian vo Buebebärg hets dank mir o id Zytig gschafft. Vilech wird dä o mal so berüemt wien ig.

Dr Lorenz Pauli isch Chindergärtner, Chinderbuechoutor, Verleger und Verzeuer. www.mupf.ch Dr Daniel Müller zeichnet regumässig für verschiedeni Zytschrifte und Buechverläg wie z.B. d Globibüecher. www.illumueller.ch

De sy mer wyter. Bis zum Dänkmal. Der Whisky hets kennt. Er het gseit: «Darf i vorstelle: Der Adrian vo Buebebärg.» I ha zersch ufegluegt u gnickt, u de hani der Whisky sträng aagluegt: «Itz söttsch ihm no säge, wär ig bi!» Der Whisky het der Chopf gschüttlet. «Dii kenne alli.» I ha wider zum Dänkmal ufegluegt u ha vom Whisky wölle wüsse: «Werum het dä d Hand so komisch vor sich usgstreckt?» Der Whisky hets nid gwüsst. Aber mir isches i Sinn cho: «D Frou Bill macht das albe oo, we si sech d Fingernegel früsch laggiert het. De luegt si se o so aa. Dä het garantiert laggierti Fingernegel.» «Das gseht me vo hie uus nid. Aber i gloubes eigetlech nid. Dä het ja e Rüschtig anne, wie ne Ritter. Da passe doch keni laggierte Fingernegel derzue …» Mängisch wottis gnau wüsse. I bi mit Aalouf los, bi der Sockel vom Dänkmal ufe gschpuelet, bi ggumpet, balanciert u gchlätte-

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BÄRN! INTERN | DER CHARME VO BÄRN!

BÄRN!FOTO – DR CHARME VO BÄRN! Fotowettbewerb 2020 BÄRN!Magazin und BÄRN!Blog Die dei Hauptgewinner/innen des BÄRN!FOTO-Wettbewerbs plus sieben weitere Bestplatzierte wurden von der Fachjury gewählt. Diese Fotos werden vergrössert, aufgezogen und können nun zugunsten der Gassenküche Bern auf www.baernblog.com bestellt werden.

Besondere Zeiten erfordern spezielle Konzepte, deshalb werden dieses Jahr nur zehn Bilder auf BÄRN!BLOG publiziert. Bilder und Infos ab sofort unter www.baernblog.com. Die Gewinner/innen 1. Preis: BERNcity Geschenkcard im Wert von CHF 1000.– Lucas Juliá-Waldow 2. Preis: Gutschein von Zumstein im Wert von CHF 500.– Dominique Zwygart

1. Preis / Lucas Juliá-Waldow «Während des Lockdowns einfach den Moment geniessen.»

3. Preis: Gutschein von Zumstein im Wert von CHF 300.– Brigitte Aeberhard-Baur Alle drei Gewinnerinnen oder Gewinner erhalten ausserdem einen exklusiven Masterclass-Workshop von Zumstein. Herzliche Gratulation!

MERCI VIUMAU!

2. Preis / Dominique Zwygart «Hannah ist eine unbeschreiblich warmherzige und lustige, aber gleichzeitig sehr fokussierte Frau.»

Patronat

Partner

3. Preis / Brigitte Aeberhard-Baur «Dr Charme vo Bärn mit einem ein bisschen anderen Bild.»

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BÄRN! INTERN | 60 MAL BÄRN! MAGAZIN

60-mal BÄRN! Magazin – unentbehrliche Freischaffende Text und Bild Michèle Freiburghaus

Auch nach der Pensionierung arbeitest du weiter – warum? In erster Linie, weil mir meine Arbeit nach wie vor Freude bereitet und ich sie heute sozusagen als Hobby betrachten kann. Mich mit technischen Problemstellungen auseinanderzusetzen, hält meinen Kopf frisch und lässt mich weiterhin lernen. Es ist mir wichtig, auch die grauen Zellen nicht einrosten zu lassen. Ich gebe allerdings zu, dass ich mein Arbeitspensum in den letzten Jahren stetig etwas reduziert habe. Zudem habe ich eine Partnerin, die selbst noch im Arbeitsprozess steckt ... Was stört dich an der heutigen Arbeitswelt? Stören ist vielleicht nicht das richtige Wort. Ich stelle aber fest, dass sich die Bedürfnisse meiner Kunden in den letzten Jahren verändert haben. Mit den heutigen Programmen kann sich jede und jeder selbst in der Gestaltung von Druckprodukten versuchen. Das tun viele mit grossem Einsatz von Zeit und Mühe, natürlich aus Kostengründen. Nicht selten aber scheitert ein solches Projekt dann in der Umsetzung, weil dieses oder jenes bei der Weiterverarbeitung einfach nicht funktionieren will. Statt – wie früher – für die ganze Vorbereitung herangezogen zu werden, komme ich heute oft erst ins Spiel, wenn «repariert» werden muss. Kein Mensch würde dir dein Alter (72) geben – dein Jungbrunnen? Danke für die Blumen. Ich glaube, ich habe Glück und gute Gene auf den Lebensweg bekommen, und dafür bin ich sehr dankbar. Sicher hilft es auch, dass ich regelmässig Sport treibe und meistens recht vernünftig lebe.

Aus Bern für Bern: Der Verlag BÄRN! ist ein Einfraubetrieb, der seit 2006 bis heute auf eigene Rechnung genau 60 Ausgaben herausgegeben hat. Ohne die auf dieser Doppelseite vorgestellten freien Mitarbeiter wäre das BÄRN! Magazin nicht, was es ist. Hans Housi Hausammann von Lithouse begleitet mich seit der ersten Ausgabe mit der Bildbearbeitung, Korrekturen ausführen und Druckvorstufe. Das aktuelle Cover wurde von ihm ausgestaltet. Housi, welchen Beruf hast du ursprünglich erlernt? Nachdem ich in der Landwirtschaft nicht wirklich glücklich geworden bin, habe ich bereits als junger Mann ins Grafische gewechselt. Auf dem zweiten Bildungsweg habe ich Schriftsetzer gelernt. Ich habe im Bleisatz begonnen, später hat die Filmmontage das Blei abgelöst. 10 Jahre bin ich in derselben Firma geblieben. Wie alt warst du, als das digitale Zeitalter anbrach, und fiel es dir nicht schwer, umzusatteln? Nein, ganz im Gegenteil! Es war genau der richtige Moment. Die ersten Schritte der Digitalisierung begannen Anfang der 80er-Jahre. Ich hatte die Gelegenheit, von der ersten Stunde an dabei zu sein. Es war eine spannende Zeit, alles war neu, und es gab eine Menge zu lernen. Ich konnte zum Beispiel von meinem Arbeitgeber aus als einer der Ersten eine Macintosh-Ausbildung besuchen. Das war dann während einiger Jahre ein wesentliches Element meiner beruflichen Tätigkeit. In den frühen 90er-Jahren habe ich mich dann selbstständig gemacht und voll auf digitale Druckvorstufe gesetzt.

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Deine Interessen, neben dem Velofahren? Das aktuelle Zeitgeschehen interessiert mich, ich halte mich gerne mit verschiedenen Medien auf dem Laufenden. Freundschaften wollen gepflegt sein, gern auch bei einem guten Essen und einem schönen Glas Wein oder beim Kaffee. Ich gehe gern und oft, aber selektiv, ins Kino, vorzugsweise in der kälteren Jahreszeit. Ein spannendes Buch zu lesen, macht mir Freude. Und manchmal hänge ich auch gern einfach meinen Gedanken nach. Welches sind deine liebsten Orte in Bern? Zum Beispiel die Trails am Gurten, Ulmizberg sowie Schwarzkopf und Bantiger! Dein Lieblingsrestaurant in Bern? Da bin ich nicht so festgefahren, meine Präferenzen ändern immer mal wieder. Zurzeit gehe ich ganz gern ins Ringgipärkli. Ein Zitat, das dein Lebensmotto sein könnte? Wer rastet, der rostet! Du hättest drei Wünsche frei, welche wären es, und welche persönlichen Ziele hast du für die Zukunft? Eigentlich ist mein Leben gut, es soll sich gar nicht grundlegend verändern. Midas lehrt uns, wohin unverschämte Wünsche führen. Was ich mir und allen anderen allerdings wünsche, ist auch in Zukunft eine gute geistige, seelische und körperliche Gesundheit. LITHOUSE HANS HAUSAMMANN

www.lithouse.ch


GESELLSCHAFT | 40 JAHRE REMO EISNER

40 Jahre Fotografie Remo Eisner Interview Michèle Freiburghaus, Foto zvg

Dein bisher schönstes Erlebnis in all diesen Jahren? Das ist schwer zu sagen – ich hatte sehr viele tolle Erlebnisse. Ein schönes, aber zugleich auch sehr trauriges hatte ich diesen Frühling: Ich durfte Erika Hess (Ex-Skirennfahrerin) und ihren Mann Jacques Raymond porträtieren. Selten habe ich ein Paar gesehen, das so viel Glück und Liebe ausstrahlt. Ein paar Wochen nach dem Shooting ist Jacques an COVID-19 gestorben. Ich war der Letzte, der Bilder von den beiden machen durfte. Ein Erlebnis der anderen Art war ein Shooting für Daimler. Mit einem Super Puma wurde ein neues Mercedes-Cabriolet von Italien aus ins Montblanc-Massiv geflogen. Aus einem zweiten Helikopter war es meine Aufgabe, stimmungsvolle Bilder zu gestalten. Du bist sehr vielseitig – hast du eine besondere Vorliebe für einen Bereich? Ich arbeite gerne mit Menschen. Dazu gehören vor allem Porträtaufnahmen. Viele Leute lassen sich nicht gerne fotografieren. Ich versuche dann, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sie sich vor der Kamera entspannen können. Wenn ich danach jeweils höre: «Ich habe noch nie so ein schönes Bild von mir gesehen!», habe ich meinen Job gut gemacht. Bei mir soll jeder zufrieden, mit einem Lächeln auf dem Gesicht und einem tollen Bild das Atelier verlassen.

Der freie Fotograf Remo Eisner feiert 2020 sein 40-Jahr-Jubiläum. Der Allrounder hat im Breitsch ein Studio, porträtiert Menschen privat oder für den Businessbereich, fotografiert Architektur und Reportagen für Unternehmen und verschiedene Magazine. Seit Jahren trägt der sympathische Berner mit seinen exzellenten Bildern auch entscheidend zum Erscheinungsbild des BÄRN! Magazins bei. Grund genug für uns, Remo eine Seite zu widmen und ihm ein paar Fragen zu stellen. Du feierst dieses Jahr dein 40-Jahr-Jubiläum als Fotograf – herzliche Gratulation! Was fasziniert dich an diesem Beruf? Er öffnet mir Türen, die sonst geschlossen blieben. Ich kann mit meiner kreativen Arbeit Menschen bei der Umsetzung ihrer Ziele helfen und sie im Idealfall damit einen Schritt nach vorne bringen. Auch nach 40 Jahren bin ich hungrig darauf, gute Bilder zu machen. Ich darf mich wirklich glücklich schätzen! Welches sind beim Fotografieren die Vorteile von langjähriger Erfahrung? Die Erfahrung hilft dabei in herausfordernden Situationen – wie etwa Zeitdruck – ruhig zu bleiben. Gewisse CEO und Künstler haben manchmal nur fünf Minuten Zeit, dann muss das Bild im Kasten sein. Oder wenn die Vorstellung der Kunden von der Realität abweicht. Dann gilt es, kreativ zu sein und innert kürzester Zeit eine möglichst optimale Lösung anzubieten.

Stichwort Business – was spricht dafür, einen Profi zu engagieren? Das Businessporträt zum Beispiel, sei es für eine Bewerbung, eine Firmenwebsite oder soziale Netzwerke wie LinkedIn oder Xing ist die Visitenkarte einer Person oder eines Unternehmens. Unbewusst entscheidet der Mensch oft in einem Bruchteil einer Sekunde, ob ihm ein Mensch sympathisch ist oder nicht, ob er Kompetenz ausstrahlt und Vertrauen erweckt. Ein Profi schafft es, das Beste aus einer Persönlichkeit herauszuholen und darzustellen. Zudem kann sich der Kunde auf höchste Zuverlässigkeit und Präzision bis zum Ende des Auftrages verlassen. Für verschiedene Magazine fotografierst du oft Promis. Einige Highlights – und wer war dir bisher am sympathischsten? Ich mag das Wort Promi an sich nicht, und in der Schweiz zählt man schnell zu den Promis. Ich fotografiere Menschen, egal welcher Herkunft und was sie im Leben machen. Aber klar, mein Beruf öffnet mir Türen und ermöglicht Begegnungen, die sonst nicht möglich wären. Bisher habe ich durchwegs positive Erfahrungen gemacht. Ein Highlight aber war sicher das Shooting mit Sylvester Stallone. Alle haben coronabedingt zu kämpfen. Wie sieht es bei dir aus? Auch bei mir ging die Auftragslage im März auf null zurück. Dieser Ausfall ging bei mir zum Glück nicht ans Eingemachte, ich habe die Zeit sogar genossen, es fühlte sich an wie lange Ferien. Und ich hatte endlich die Zeit, mein Atelier aufzuräumen. Dabei kamen viele Erinnerungen aus meiner 40-jährigen Zeit als Fotograf zum Vorschein.

REMO EISNER PHOTOGRAPHIE

Telefon 078 635 22 99 www.remo-eisner.ch

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B Ä R N ! I NT E R N | V E R LO S U N G E N / I M P R E S S U M

Verlosungen B Ä R N ! 3 / 2 0

BÄRN!VERLAG

Teilnahme unter www.baernblog.com

BÄRN!MAGAZIN

B E R N C I T Y- G E S C H E N K C A R D 5 im Wert von CHF 100.– Nach Herzenslust einkaufen gehen, sich im Restaurant verwöhnen lassen oder wieder einmal dem Kulturgenuss frönen? Die BERNcity Geschenkcard ist in über 200 Geschäften, Restaurants, Kulturinstitutionen usw. einsetzbar. BERNcity spendiert 5-mal 100 Franken.

SEPTIPLUS-FAHRT À CHF 150.– bis 5 Personen Mit einer Fahrt mit dem SeptiPlus der Künstlerin Cordelia Hagi wird man Teil des grössten lebendigen Kunstwerks auf der Aare. Sieben Tentakel, die eine Umarmung und ein Lachen schenken. Wer nicht warten mag – hier reservieren: www.aare-erlebnis.ch.

Erscheint 4× jährlich im unabhängigen Verlag BÄRN!. Der Verlag steht in Kooperation mit der Stadt Bern, mit Bern Tourismus, BERNcity sowie dem Tier- und Bärenpark, der EWB und anderen Berner Institutionen. Die nächste Ausgabe erscheint am 26. November 2020. Infos für Werbepartner unter www.baernverlag.com. Abonnement

Das BÄRN! Magazin 4× jährlich in einem Couvert persönlich adressiert in Ihrem Briefkasten? 30 Franken und Ihre Adresse in ein Couvert und an den Verlag schicken oder per E-Banking mit entsprechendem Vermerk. Bankdaten unter www.baernverlag.com.

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SOZIALE NETZWERKE BÄRN! Forum – die aktuelle Facebook-Seite für alle Bernerinnen und Berner Facebook-Seite Verlag BÄRN! Magazin Instagram BÄRN! Magazin & baernblog

FOTOSHOOTING Mit Remo Eisner Eine der Spezialitäten des Berner Fotografen Remo Eisner ist es, Menschen gekonnt in Szene zu setzen und deren verschiedene Facetten, ob Business oder privat, ins richtige Licht zu rücken. Gewinnen Sie ein Shooting im Breitsch.

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US BÄRN FÜR BÄRN! Die Weihnachtsausgabe des BÄRN! Magazins erscheint am 26. November.

Druckvorstufe Druck Vertrieb Gestaltung

Michèle Freiburghaus Lithouse Stämpfli AG, Bern gedruckt auf FSC-Papier Direct Mail Company, Bern BÄRN! Verlag

Fotos Remo Eisner, Jana Leu Peter Eichenberger, Attila Janes Doris Slezak, Barbara Hess, Pascale Amez

Infos und Abos: www.baernverlag.com

Cover 123Foto/Lithouse

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Illustration

Daniel Müller

Beiträge

Lorenz Pauli, Doris Slezak Petra Baumberger, Luca Hubschmied Annina Zimmermann, Daniel Frey Sabine Schärrer, Rafaela Schmid Michèle Freiburghaus

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Profile for BÄRN! Magazin

BÄRN! 3 /2020  

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