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BÄRN!MAGAZIN Mir schwärme für Bärn!

1 / 2021

BERN – DER KREISLAUF DES LEBENS INTERVIEW MIT DER KANTONSÄRZTIN 1


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E D I T O R I A L & I N H A LT

INHALT C O V E R : Illustration Kaspar Allenbach (s. S. 29)

KREISLAUF DES LEBENS

Foto: Remo Eisner

EDITORIAL Der Kreislauf des Lebens «es zottelt / ein wölklein / heiter / noch weiter / ins blau / und weiss doch genau / was ihm droht / denn das blau / ist sein tod.»* In Zeiten der Pandemie werden wir, öfter als uns lieb ist, mit der Zerbrechlichkeit des Lebens konfrontiert. Der Tod ist ein Tabuthema, das wir in dieser Ausgabe aufgreifen möchten. Denn er ist das Schick­ sal, das wir alle teilen; Steve Jobs bezeichnete ihn als «Katalysator des Wandels». Mit dem Vergehen schliesst sich der Lebenskreis, der mit unserer Geburt beginnt und in ein erfülltes Leben mündet. «Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden» – auch wenn wir bis zur Drucklegung dieses BÄRN! Magazins noch nicht wissen, ob im März ein bisschen mehr möglich sein wird, mehr Kultur, mehr Restaurantbesuche, mehr Lädele, ist dieses Zitat von Mark Twain doch Grund genug, um – besonders jetzt, im Frühling – einige Kostbarkeiten des Lebens auszuleuchten. 14 Jahre lang habe ich das BÄRN! Magazin als Verlegerin publiziert. Nun halten Sie die erste Ausgabe in den Händen, die der Werd & Weber Verlag herausgegeben hat. Ich freue mich über diesen neuen, gemeinsamen Weg, denn diese Übernahme bedeutet für das Magazin eine «Stärkung des Kreislaufs» und für mich, dass ich weiterhin voller Leidenschaft für Sie über unsere liebste Stadt und ihre Menschen berichten kann. Michèle Freiburghaus Redaktionsleiterin

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Impressionen aus der Geburtenabteilung Der Kreislauf im Tierpark Bauernhof Elfenau Zehendermätteli im Glück Berner Charta Beratungsstelle Leben und Sterben Allani Kinderhospiz Die Wasserurnen-Macherin Der Bestatter

GESELLSCHAFT 20 22 26 29

Abfallentsorgung und Energiegewinnung Interview Kantonsärztin Neue Centerleitung im Shoppyland Kaspar Allenbach

LEBENSART 30 32 35

BERNcity: Nachhaltig – Lieber in Bern Schön & Gut Warum Firmenfotos vom Profi?

Gesundheit 36 Kurkuma – das indische Gold 37 Den Brustkrebs besiegen Culinarium 39 Bärner Rundschou 40 Bernn – die heimliche Schoggihauptstadt 43 Schokoladenträume aus Bern

K U LT U R & E V E N T S

*Kurt Marti (1921 - 2017), der Berner Pfarrer, Schriftsteller und Lyriker wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden.

44 Schlachthaus Theater 46 Frühlingsmix

Das nächste BÄRN! Magazin erscheint anfangs Juni 2020. Informationen: www.baernmagazin.ch

DIVERSES

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49 Für di Churze: Bärner Bäre 50 Verlosungen 51 BÄRN!FOTO

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KREISLAUF DES LEBENS | GEBURT

Wo alles beginnt

Fotos Remo Eisner, Text Michèle Freiburghaus

F O T O I M P R E S S I O N E N A U S D E R G E B U R T E N A B T E I L U N G D E S S A L E M - S P I TA L S

1219 Babies kamen 2020 in der Geburtenabteilung des Berner Salem-Spitals zur Welt, das ist Rekord und rund 15 % mehr als in den Vorjahren. Annette Kunz, stellvertretende Leiterin der Geburtenabteilung: «Dieser Zuwachs ist aber noch nicht auf Corona zurückzuführen – die «Lockdown-Kinder» kommen erst jetzt allmählich.» Dabei ist jede einzelne Geburt ein berührendes Erlebnis für die gelernte Hebamme: «Es ist immer wieder ein schöner Moment mitzuerleben, wie sich die Eltern nach der Geburtsarbeit über dieses Wunder, ihr eigenes Kind freuen.» Die Geburtsabläufe sind seit Jahrhunderten gleich geblieben, sie sind durch eine bessere Überwachung einfach sicherer geworden. Natürlich hätten sich die Frauen gegenüber früher, als sie nach der Feldarbeit ein Kind gebaren und sich Ärzten und Hebammen überliessen, gewandelt. Die heutigen Frauen sind vorbereiteter, informierter, selbstbewusster und haben klare Vorstellungen davon, was sie sich für die Geburt wünschen. Nur gerade 34 % bekommen ihre Kinder im Salem-Spital per Kaiserschnitt. Frau Kunz bedauert

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lediglich, dass Videoaufnahmen und Fotos plus das sofortige Teilen per Mobiltelefon im Gebärsaal mittlerweile viel Raum einnehmen: «Ich persönlich finde es ein bisschen schade, dass die Eltern diesen kostbaren Moment nicht erst mal für sich geniessen.» Inwiefern hat Corona das Kinderkriegen gewandelt? «Bei der Geburt ist es eher eine unangenehme Begleiterscheinung», meint Annette Kunz «die Männer müssen immer eine Maske tragen und die Frauen solange, wie sie es ertragen.» Im Wochenbett hingegen seien die Einschränkungen viel grösser. Dadurch, dass kein Besuch mehr kommen darf, selbst die Geschwisterkinder nicht. Viele Wöchnerinnen bedauern diesen Umstand, andere sind ganz froh, weil sie sich so ganz auf ihren Neuankömmling konzentrieren können. Das Salem-Spital und die Geburtenabteilung mit ihren rund 50 Angestellten stellt den Eltern gegen ein Upgrade ein gemütliches Familienzimmer zur Verfügung, in dem die Männer und im Normalfall auch die Geschwister mit übernachten können. Ein Angebot, das sehr geschätzt und auch rege genutzt wird.


KREISLAUF DES LEBENS | GEBURT

Bildlegenden von oben links nach unten rechts: Rund 50 Hebammen, Pflegefachfrauen und Stillberaterinnen arbeiten in der Geburtenabteilung des Hirslanden Salem-Spitals Annette Kunz, stellvertretende Leiterin der Geburtsabteilung Im Familienzimmer können die Väter und Geschwister mit übernachten Dario ist 1,5 Tage alt und wog bei der Geburt 2,5 Kilo.

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KREISLAUF DES LEBENS | KREISLAUF IM DÄHLHÖLZLI

Der Kreislauf des Lebens im Dählhölzli

Text und Fotos Dr. Doris Slezak, Leiterin Kommunikation, Tierpark Bern

«Jöööööö!», «Oh wie süesssss!» oder «So schnusig!» – solche und ähnliche Ausrufe der Begeisterung hört man, wenn ein putziges Jungtier im Dählhölzli das Licht der Welt erblickt. Ist es ein Seehundjunges mit grossen, schwarzen Kulleraugen oder gar ein Äffchen, dann kennen die Begeisterungsrufe keine Grenzen mehr. Jungtiere live im Zoo zu erleben, gehört für die Zoogäste mit zu den schönsten Momenten eines Besuchs. Eine freudvolle Erfahrung in einer heilen Welt. Doch wo ein Anfang ist, dort ist auch ein Ende. Aber über den Tod im Zoo wird sehr oft lieber geschwiegen. Wer im Dezember 2020 das Glück hatte – als wir für eine Woche öffnen durften –, das Dählhölzli zu besuchen, konnte den jüngsten Nachwuchs der Zwergseidenaffen-Bande erleben – bereits die vierte Zwillingsgeburt. Der schwarze Olivenbaum in der Anlage, dessen Baumsäften man nachsagt, ein Aphrodisiakum zu sein, tut offenbar seine Wirkung. Bei den Zwergseidenäffchen werden die Jungtiere in den ersten Wochen nach der Geburt vom Vater getragen. Fest an sein Fell geklammert, sind sie in allen Lagen stets auf seinem Rücken. Nur zum Säugen übernimmt die Mutter die Jungtiere. Die Evolution hat über lange Zeit für die Optimierung des Nachwuchses gesorgt. Zum einen werden die Kräfte der Mutter für die Ernährung der Jungen geschont. Sie kann sich ungestört den Bauch vollschlagen und Milch «en masse» produzieren, während der Nachwuchs beim Vater ist. Einen anderen Grund für die väterliche Schlepperei kann man mit etwas Glück ab und zu beobachten. Wenn der Papa nämlich die Jungen trägt, kann er die Mutter schon sehr bald nach der Geburt wieder decken und so für den nächsten Nachwuchs sorgen. Nicht lange nach der Geburt ist das Weibchen meist wieder trächtig. Haben Sie schon einmal die Jungtiere der Diamantklapperschlange oder der Greifschwanzlanzenotter gesehen? «Baby­ face-Schlangen» werden sie vom Tierpfleger liebevoll genannt. Bei den frisch geschlüpften Jungtieren der Giftschlangen treten die Giftdrüsen am Kopfende viel deutlicher hervor. Dies scheint optisch zu bekräftigen, dass der Biss junger Giftschlangen um einiges gefährlicher ist als derjenige ihrer Elterntiere. Grund ist die Giftkonzentration, die bei Jungschlangen höher ist als bei den Adulttieren. Jungtiere mit Schuppen haben grundsätzlich aber meist nicht diesen «Jööö-Effekt» wie ihre Kollegen mit Fell und einem niedlichen Aussehen.

Bildlegenden: Foto oben: Jungtiere Zwergseidenaffen, November 2020 Foto unten: Deutliche Giftdrüsen am Kopfende bei den frisch geschlüpften Greifschwanzlanzenottern

Nicht nur für die Zoogäste sind Jungtiere ein erfüllendes und schönes Erlebnis. Viel wichtiger ist der Nachwuchs für die Tiere selbst und für deren Wohlbefinden. Neben den weitläufigen Anlagen, die einen Ausschnitt ihres Lebensraumes darstellen – entsprechend dem Motto «Mehr Platz für weniger Tiere» – sind die Balz, der Deckakt, die Geburt sowie die Aufzucht von Jungtieren essenziell für das Wohl unserer Tiere. Stellen sie doch wichtige Bestandteile eines artgerechten Lebenszyklus eines jeden Tieres dar. Keine künstliche Verhaltensanreicherung, welche die Tierpflegenden den Tieren bieten, kann das fehlende Austragen und Aufziehen von Jungtieren ersetzen. Gibt es Jungtiere, ist das Tierpark-Management gefordert. Alle Nachzuchten des Tierparks Bern sollen gut und in artgemässer Haltung platziert werden. Zudem sind Nachzuchten bei einer Reihe von Tieren zum Erhalt der Art erwünscht, ja sie sind gar Teil eines Arterhaltungsprogramms. Im besten Falle können diese sogar ausgewildert werden, wie so manches, im Dählhölzli geborene Wisentjungtier. Auch die Bestandserhaltung der sogenannten Zoopopulation einer Tierart bedingt Nachwuchs, sodass Zoos und Tierparks weltweit Tiere austauschen und für Blutauffrischungen ihrer Tierarten sorgen können. Aber eine Platzierungsbemühung kann auch misslingen, zumindest für einen Teil des Nachwuchses. «Dann wird die tier­ gerechte Tötung oder Schlachtung der Würde des Wildtieres besser gerecht als das unwürdige Leben in irgendeinem Loch», sagt Tierparkdirektor Bernd Schildger. Ein Beispiel: Für einen Teil des Wildschwein-Nachwuchses wird ein Platz gefunden, die anderen Jungtiere werden im Herbst geschlachtet und den Fleischfressern verfüttert. Mit diesem Umstand bekunden viele Menschen Mühe, denn der Tod wird gerne ausgeklammert. Werden wir mit dem Tod konfrontiert, wie beispielsweise bei der Schlachtung und Verfütterung von gesunden Wildtieren an Beutegreifer, anstelle von Fleisch aus der Massentierhaltung, reagieren wir Menschen ablehnend. Der Tod gehört aber ebenso zum Zoo wie die Geburt und die Jungtiere. Die Chance, auch den Tod im Zoo emotional zu erleben, wie die entzückenden Jungtiere, sollten wir uns nicht nehmen lassen.

Im Tierpark Bern leben rund 220 Tierarten hauptsächlich mitnordisch-europäischen Herkunft nach dem Motto «Mehr Platz für weniger Tiere». Auf der Webseite des Tierparks werden Geburten von Jungtieren laufend aktualisiert. www.tierpark-bern.ch 7


KREISLAUF DES LEBENS | BAUERNHOF ELFENAU

Der Stadbauernhof Elfenau

Text Andreas Wyss, IG Elfenau, Fotos Remo Eisner

Nirgends erlebt man den Kreislauf des Lebens so unmittelbar wie auf einem Bauernhof. Die Stadt Bern besitzt mit dem Landwirtschaftsbetrieb in der Elfenau einen Ort, der schon heute mit viel Leben erfüllt ist und sich in dieser Hinsicht noch weiterentwickeln soll.

Die Geschichte der Elfenau Nach ihrer unglücklichen Ehe mit dem Sohn der russischen Zarin floh die Grossfürstin Anna Feodorowna vor 200 Jahren nach Bern, wo sie sich in die Landschaft – und später auch in ihren Oberhofmeister Rudolf Abraham von Schiferli – verliebte. Im kühlen Aarenebel glaubte sie, tanzende Elfen zu sehen, was der

Elfenau zu ihrem Namen verhalf. Sie liess sich einen englischen Park mit Landwirtschaftsbetrieb und Herrschaftshäusern anlegen, diese gehören heute zum «Tafelsilber» der Liegenschaftsverwaltung der Stadt Bern.

Es wird geplant… In den 1930er -Jahren hat sich die Stadtgärtnerei, heute Stadtgrün Bern, in der Elfenau mit Werkstätten, Büros und einer modernen Treibhausanlage etabliert. Die gesamte Betriebsanlage, zu der heute auch das Parkcafé, Kinderspielplätze, das grüne Klassenzimmer, Naschgarten und der ProSpecieRara-Garten gehören, sollte neu geplant werden. Anfänglich verlief die Diskussion um die Zukunft der Elfenau alles andere als harmonisch: Die Stadt wollte in den 80er-Jahren durch die Überbauung der Manuelmatte ihre Finanzlöcher stopfen, was heftige Proteste in der Bevölkerung auslöste. Dies war die Geburtsstunde der IG Elfenau, welche sich fortan als Hüterin des «Elfenau-Erbes» für die Bewahrung der Lebensqualität, den Erhalt der gesamten Grünflächen und insbesondere des Bauerhofes einsetzte. Die IG brachte auch die Vision eines Stadtbauernhofes in die Diskussion ein, die schliesslich in das Planungsprogramm der Stadt aufgenommen wurde.

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KREISLAUF DES LEBENS | BAUERNHOF ELFENAU

«Nachhaltige Landwirtschaft, Naturwerte, pädagogische Angebote,   geschützte Arbeits- und Ausbildungsplätze – alles soll Platz haben.»

Ein Stadtbauernhof soll es werden! Die IG Elfenau hat in enger Zusammenarbeit mit der Quartierkommission QUAV4 ein Betriebskonzept für einen Stadtbauernhof Elfenau entworfen, das im Gemeinderat auf grosse Zustimmung gestossen ist: Nachhaltige Landwirtschaft, Naturwerte, pädagogische Angebote, geschützte Arbeits- und Ausbildungsplätze, sollen darin Platz haben. Einer breiten Öffentlichkeit verpflichtet, wird sich der Stadtbauernhof auch um die Park- und Naturpflege, die Parkgastronomie und direkte Produktevermarktung in einem Hofladen kümmern. Da der Pachtvertrag mit der Bauernfamilie Weber in wenigen Jahren ausläuft, besteht die Chance, diese Vision zu realisieren, so wie es in den Städten Basel, Zürich, Biel und Lausanne gelungen ist.

füttern und die Geissen auf die Weide zu bringen – und wie sie sich auf die Geburt der Zicklein freuen! Im LernOrt erhalten Schulkinder in besonderen Lebenslagen während ihres Timeouts durch den Umgang mit Tieren neue Lebens- und Lernfreude. In der Hostet entsteht als grünes Quartiernetzwerk eine Permakultur. Die Hostetgruppe ist voll dem Biolandbau und der Förderung der Biodiversität verpflichtet. Sie experimentiert erfolgreich mit dem Anbau von allerlei Gemüse. Gleichzeitig pflegt sie die alten Hochstammbäume und ernten und verarbeiten das Obst. Die Interessengemeinschaft freut sich, dass die Chance besteht, den Bauernhof weiter zu beleben und ihn zu einem Ort der Begegnung, der Information und Ausbildung zu machen, und dankt der Familie Weber und dem Gemeinderat, dass sie dieses Leuchtturmprojekt unterstützen.

Die ersten Schritte in eine hoffnungsvolle Zukunft Schon heute ist der Hof mit Leben erfüllt: Da sind die Kinder der Waldkita Murifeld und die Kinder des LernOrts mit grossem Eifer damit beschäftigt, bei den beiden Eseln zu misten, die Hühner zu

Die Interessengemeinschaft Elfenau vertritt seit 1999 die Bevölkerung des Elfenauquartiers und der angrenzenden Quartiere und Gemeinden gegenüber Behörden und andern Interessen­organisationen.

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Zehendermätteli im Glück GÄRTNEREI GASTRONOMIE & KULTUR – LEBENSFREUE PUR AUF DER ENGEHALBINSEL

Eine wahre Oase und ein schönes Beispiel für das pralle

Leben ist das Zehendermätteli mit dem beliebten Restaurant und der Gärtnerei. Dieses Jahr wird die ganze idyllische Anlage von einem neuen Team übernommen. Anna und Simon Tauber vom Wagen zum Glück leiten zusammen mit Marcel Geissbühler neu den gesamten Betrieb und haben so Einiges vor.

Text Michèle Freiburghaus, Foto Team Remo Eisner

Das Areal des Zehendermätteli befindet sich auf der Engehalbinsel in Bern in einer der schönsten Schleifen der Aare. Ein Naturparadies nahe der Stadt mit vier Hektaren Land, einer Gärtnerei und einem beliebten Restaurant. Die Restaurant-Geschichte im Zehendermätteli ist über 200 Jahre alt: 1814 eröffnete in der AareSchlaufe eine erste Gastwirtschaft. Erstmals bewohnt war der Ort bereits ab 1656 als Sommersitz des Berner Holzwerkmeisters gewesen. Die Amtsinhaber Emanuel und Ludwig Emanuel Zehender gaben dem Ort am Anfang des 19. Jahrhunderts dann seinen heutigen Namen.

Frischer Wind Zuletzt führten Regula und Adrian Hofer, die während rund 30 Jahren vor Ort tätig waren, den Betrieb. Die Sommersaison 2020 war auf ihren eigenen Wunsch die letzte. Das Ehepaar Hofer zieht sich aus Altersgründen aus dem aktiven Geschäft zurück, deshalb schrieb die Besitzerin, die Burgergemeinde Bern, den Betrieb aus.

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K R E I S L A U F D E S L E B E N S | Z E H E N D E R M ÄT T E L I I I M G L Ü C K

«Wir kreieren ein eigenes Ökosystem aus Gastronomie, Landwirtschaft, Sozialem und Kultur.»

Das Konzept von Anna und Simon Tauber zusammen mit Marcel Geissbühler setzte sich in einem mehrstufigen Auswahlverfahren mit über 19 Bewerberinnen und Bewerbern durch. Taubers betrieben bisher den «Wagen zum Glück» in Worblaufen, der seit 2018 an der Arastrasse stationiert war. Ab 2021 heisst es nun «Zehendermätteli im Glück».

Trank und Kulturveranstaltungen zu verwöhnen. Man möchte als Unternehmen auch soziale Verantwortung übernehmen. Im Zehndermätteli soll in die Inklusion von Menschen mit Fluchthintergrund und anderen Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt investiert werden. Als Teil einer Gemeinschaft können sie Wertschätzung erfahren und an Selbstwertgefühl gewinnen. Mit diesem Engagement möchten die «Zehendianer» soziale Ausgrenzung und Parallelgesellschaften entgegenwirken.

Kreislauflandwirtschaft Dem Team vom Zehendermätteli sind Nachhaltigkeit und Solidarität wichtig. Das Land soll nach dem Prinzip der Kreislauflandwirtschaft gestaltet werden, um die Biodiversität zu fördern. Der zentrale Gedanke der Kreislauflandwirtschaft ist es, durch Nutzung biologischerRessourcen und mit einem Konzept, das dem natürlichen Ökosystem nachempfunden ist, unabhängige, widerstandsfähige und gerecht verteilte Lebensräume zu schaffen. Durch Ansiedlung der unterschiedlichen Pflanzen und Tiere soll die natürliche Artenvielfalt und dieSchädlingsresistenz gefördert werden. Die Entdeckung der neu gestalteten Gartenanlage mit einem essbaren Waldgarten wird für die Besucherinnen und Besucher wird ein sinnliches und lehrreiches Erlebnis sein. Das produzierte Gemüse, die Beeren, das Obst und selbst die Blumen werden im Gastrobetrieb eingesetzt.

Dank eines partizipativen Systems werden ausserdem die Interessen und Ressourcen der Nachbarschaft wo immer möglich miteinbezogen. Interessierte können Teil der Zehendermätteli-Community werden und aktiv vor Ort mitwirken.

Zuerst das Provisorium Gestartet wird der Zehendermätteli-Gastronomiebetrieb am 1. April. Das Provisorium wird vorerst mit einer «Feuerküche im Garten», einem schönen Zirkuszelt und natürlich mit dem legendären Wagen zum Glück bestechen. Denn das Haus wird saniert und die Bauarbeiten werden erst im September abgeschlossen sein. Danach folgt das grosse Eröffnungsfest.

www.zehendermaetteli-imglueck.ch

Die Gastronomie Im Zehendermätteli soll in der wärmeren Jahreszeit vorerst auch der gastronomietaugliche Zirkuswagen zum Einsatz kommen. Geplant ist ein Gastrobetrieb mit saisonaler Küche unter der Leitung von Benjamin Jann wobei auf regionale sowie fair und biologisch produzierte Zutaten geachtet wird – unter anderem aus der eigenen Gärtnerei.

Kultur und mehr Künftig sind im Zehendermätteli monatlich kulturelle Anlässe geplant. Der Fährbetrieb nach Bremgarten bleibt erhalten. Um den Zugangsverkehr zu limitieren, planen die neuen Betreiber*innen, bei grösseren Anlässen einen Shuttlebetrieb nach Worblaufen einzurichten. Die bisherige Anzahl der Parkplätze bleibt erhalten. Simon Tauber ist begeistert und erzählt: «Wir schaffen eine Oase des Lebens. Wir kreieren ein eigenes Ökosystem aus Gastronomie, Landwirtschaft, Sozialem und Kultur.» Eine solche Oase zu schaffen, bedeutet für die neue Zehendi-Crew nicht nur, eine nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben und die Restaurantgäste mit Speis, 11


K R E I S L A U F D E S L E B E N S | B E R N E R C H A R TA

Foto Remo Eisner

Füreinander da sein Im November 2020 wurde die Berner Charta für ein gemeinsam getragenes Lebensende lanciert. Ziel der Charta ist es, Themen wie Trauer, Tod und Sterben zu enttabuisieren und eine Kultur des Füreinanderdaseins zu etablieren. Nach den Kriterien der «Compassionate Cities» soll dazu, unter dem Motto «Bärn treit», ein Netzwerk mit Akteuren verschiedener Lebensbereiche aufgebaut werden, um Betroffene und Angehörige am Lebensende zu unterstützen.

Krankheiten und das Lebensende – wir alle sind früher oder später davon tangiert, ob als Hinterbliebene oder selber Betroffene. In dieser schweren Zeit ist professionelle und gesellschaftliche Unterstützung besonders wichtig. Zwar ist die Versorgung in medizinischer Hinsicht in der Schweiz weitgehend sichergestellt, bei Themen wie Stigmatisierung, Ausgrenzung, Einsamkeit, Arbeitsplatzverlust, finanzielle Notlagen oder bei psychischen Problemen wie Angstzustände, Depressionen bis hin zu Suizidgedanken, fühlen sich Betroffene oft allein gelassen. Nur eine Kultur des Füreinander-Da-Seins kann hier Abhilfe schaffen.

Text Michèle Freiburghaus, Interview Peter Brand

Unter der Schirmherrschaft des Stadtpräsidiums hat sich die Stadt Bern mit der im November 2020 lancierten «Berner Charta» zum Ziel gesetzt, eine Basis zu schaffen, um Betroffene und deren Angehörige in der letzten Phase des Lebens und darüber hinaus zu unterstützen. Bern gehört damit zu einer Reihe von weltweiten Städten, die sich nach den Kriterien von «Compassionate City» (fürsorgliche Städte) engagieren. Eine Vernetzung aller Lebensbereiche, sei es unter Bekannten und Nachbarn, am Arbeitsplatz, in der Kultur, der Schule, bezüglich Religion und Spiritualität, sowie im Gesundheitswesen wird angestrebt, um die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema zu fördern. Auf der Webseite der Stadt Bern sind entsprechende Angebote wie Veranstaltungen, Adressen von Beratungsstellen und Netzwerken oder Entlastungsangebote publiziert. Unter den umfangreichen Informationen finden sich beispielsweise auch Empfehlungen bezüglich Nachbarschaftshilfe oder Hilfestellung für betroffenes Lehrpersonal.

Interview mit Evelyn Hunziker, Leiterin Kompetenzzentrum Alter Bern engagiert sich für ein Lebensende in Würde. Was hat es damit genau auf sich? Nachgefragt bei Evelyn Hunziker, Leiterin Kompetenzzentrum Alter der Stadt Bern.

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K R E I S L A U F D E S L E B E N S | B E R N E R C H A R TA

Evelyn Hunziker, Leiterin Kompetenzzentrum Alter. Foto Peter Brand

«Wenn eines im Leben sicher ist, dann ist es unser eigener Tod.» Frau Hunziker, die Stadt thematisiert mit ihrem Engagement ein Tabuthema. Warum tut sie das? Wir alle haben die Tendenz, das Lebensende zu verdrängen. Wenn jedoch eines im Leben sicher ist, ist dies unser eigener Tod. Wenn wir uns bewusst damit auseinandersetzen, hilft uns dies, das Leben bewusster anzugehen, wichtige letzte Dinge rechtzeitig zu regeln und vor allem auch, anderen in dieser schwierigen Situation beizustehen. Was genau soll sich für die Menschen am Ende ihres Lebens verändern? In der Öffentlichkeit wird im Zusammenhang mit dem Lebensende meist nur über die medizinische Versorgung, also über Palliative Care, gesprochen. Diese ist in der Schweiz jedoch weitgehend sichergestellt. Es geht uns um die Lebenszeit, die Sterbende nicht mit geschulten Fachleuten, sondern mit Familie, Bekannten, Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen oder alleine vor dem Fernseher verbringen. In dieser Zeit, die gemäss Studien 95 Prozent beträgt, sollen die Betroffenen und ihre Angehörigen mit ihren Bedürfnissen und Gefühlen nicht alleine sein, sondern durch das nähere und weitere Umfeld unterstützt werden. Wir wollen füreinander da sein. Diese Kultur möchte die Arbeitsgruppe «Bärn treit» fördern. Mit welchen Mitteln soll dieses Ziel erreicht werden? Mit der Berner Charta wurde der Grundstein gelegt für ein Engagement in verschiedenen Lebensbereichen. Diese Charta muss nun mit konkreten Inhalten gefüllt werden. Es geht uns nicht um das Verordnen von bestimmten Massnahmen. Vielmehr sollen Enga-

gements in wichtigen Lebensbereichen angestossen und Menschen miteinander vernetzt werden. Welche Lebensbereiche sind das beispielsweise? Und: Was können diese konkret zu einer besseren Situation beitragen? Bei den Lebensbereichen handelt es sich um den Arbeitsplatz, die Schule, das private Umfeld und das Gesundheitswesen. Unterstützend wirken die Bereiche Kultur und Religiosität / Spiritualität. Wenn sich beispielsweise die Mitarbeitenden sicherer im Umgang mit einem Arbeitskollegen im Endstadium von Krebs fühlen, werden sie den Kontakt mit ihm intensiver pflegen. Oder wenn die Nachbarin nicht die Begegnung mit der Mutter eines todkranken Kindes meidet, da ihr die Worte fehlen und sie nur mit Floskeln ihre Ohnmacht vertuschen kann, wird sie diese auch eher im Alltag unterstützen. Die angestrebten Verbesserungen lassen sich nur gemeinsam erreichen. Mit welchen Partnern geht die Stadt es an? Die Stadt will und kann in dieser Frage nicht alleine aktiv sein. «Bärn treit» ist deshalb ein Zusammenschluss des Palliativzentrums des Inselspitals, des Vereins Palliative Bern, der Landeskirchen, der Berner Fachhochschule für Soziale Arbeit, einer Trauerbegleiterin sowie des Kompetenzzentrums Alters. Wir hoffen, dass mit der Lancierung nun weitere Organisationen, Institutionen, Firmen und Personen mitmachen. Nur so kann eine tragende Kultur in der Stadt Bern entstehen. Mehr zur Berner Charta: www.baerntreit.ch 13


K R E I S L A U F D E S L E B E N S | B E R AT U N G S S T E L L E L E B E N U N D S T E R B E N

«Sterben verändert die Perspektive auf das Leben» Text und Fotos zvg

In unserer Gesellschaft wird der Tod gerne verdrängt – selbst in Zeiten von Corona. In den Medien erscheint der Tod oft nur als abstrakte Zahl einer Statistik. Die Beratungsstelle «Leben und Sterben» will die Gesellschaft einladen, dem Thema Tod bewusst zu begegnen, weil in der Auseinandersetzung mit dem Tod viel Unwichtiges relativiert und Wesentliches sichtbar wird.

alle Fragen und Nöte rund ums Thema Sterben und Tod, unabhängig von Religionszugehörigkeit und sozialem Status. Sie bietet nicht nur Raum für Sinn- und Glaubensfragen, sondern auch für Probleme, die sich rund um Themen wie Suizid, assistierter Suizid, Abtreibung und Unfalltod ergeben können. Fachpersonen, Bildungseinrichtungen und Kirchgemeinden unterstützt sie bei der Planung und der Durchführen von Anlässen wie thematischen Workshops und Unterrichtslektionen.

Die Beratungsstelle «Leben und Sterben», als Angebot der Reformierten Kirchen Bern-JuraSolothurn unter der Leitung von Dorothea Isa Murri, unterstützt Menschen dabei, am Lebensende Perspektiven zu finden und engagiert sich für eine positive Sterbekultur. Dorothea Murri ist überzeugt: «Zum guten Umgang mit dem Sterben gehört auch die Frage: Wie gestalte ich mein Leben und die Zeitspanne bis zu meinem Lebensende sinnvoll und erfüllt?»

Die Beratungsstelle ist für drei Jahre von Refbejuso finanziert, ist aber, um längerfristig bestehen zu können, auf weitere finanzielle Träger, auf Spenden und Schenkungen angewiesen.

Spätestens dann, wenn der eigene Tod naht oder ein geliebter Mensch stirbt, muss man sich zwangsläufig damit auseinandersetzen, dass das Leben endlich ist. Der Überforderung, die sich in einer solchen Situation einstellen kann, will die Beratung «Leben und Sterben» entgegenwirken und Menschen, die sich mit dem Lebensende auseinandersetzen, zur Seite stehen. Sie ist offen für 14

www.beratunglebenundsterben.ch, Telefon 078 408 25 07

Weitere Beratungsstellen www.suizidprävention.ch www.143.ch – die dargebotene Hand (Telefon 143) www.nebelmeer.net – Selbsthilfegruppe für Jugendliche in Bern, die einen Elternteil durch Suizid verloren haben. www.seelsorge.net – Seelsorge im Netz (Telefon 767) www.baerntreit.ch www.promentesana.ch – beantwortet psychosoziale und rechtliche Themen www.berner-buendnis-depression.ch


KREISLAUF DES LEBENS | ALLANI KINDERHOSPIZ

Ein Ort für kranke Kinder

Text Raffael Hirt, Illustration Casalini Werbeagentur AG

Bis heute hat die Schweiz kein einziges Kinderhospiz. Der Verein allani will in Bern einen solchen Ort schaffen. Dabei geht es nicht nur ums Sterben, sondern um die Lebensqualität, Entlastung und Begleitung kranker Kinder und ihrer Familien. Ein Kind erkrankt an einer lebensbedrohlichen Krankheit – für die Eltern die schlimmstmögliche Vorstellung. Mutter und Vater sind gezwungen, innert kürzester Zeit zu BehandlungsmanagerInnen zu werden. Arzt- und Spitaltermine füllen die Agenda. Die Zeit für sich selbst und allfällige Geschwister des kranken Kindes kommt zu kurz. Der Stress steht im Gegensatz zu toter Zeit im Wartezimmer und Fahrten zu Behandlungsterminen. Spital und Spitex ergänzen, nicht ersetzen Die Schweiz hat heute kein Kinderhospiz, das Familien in dieser schweren Zeit unterstützen könnte. Der Verein allani will in Bern einen solchen Ort schaffen. Das erste Kinderhospiz der Schweiz soll Spitäler oder die Kinder-Spitex nicht ersetzen, sondern ergänzen. «Im Akutspital geht immer alles so schnell», sagt Simone Keller. Sie engagiert sich im Vorstand des Vereins und arbeitet als Fachfrau Intensivpflege und Palliative Care im Kinderspital Bern. Das allani Kinderhospiz Bern solle kranken Kindern und ihren Familien mehr Zeit geben – für einander, um das Leben mit schönen Momenten zu füllen, aber auch fürs Sterben und den Abschied. «Menschlichkeit und Zeit sollen im Zentrum unseres Hospizes stehen», sagt Vereinsspräsidentin Susanne Peter. Das Entlastungsangebot ermöglicht betroffenen Familien eine Pause vom strengen Alltag zu Hause, bietet einen Übergang nach einem Spitalaufenthalt oder macht einen Spitaleintritt gar nicht erst nötig. Eng damit verbunden ist die Pflege-Kita. Kranke Kinder werden tageweise im Hospiz betreut, damit ihre Eltern weiter ihrem Beruf nachgehen können. Und schliesslich soll das erste Kinderhospiz der Schweiz ein Ort sein, an dem kranke Kinder ihre letzte Lebensphase verbringen können. Das Hospiz soll Platz für sechs bis acht Kinder und ihre Familien bieten. Familien da unterstützen, wo sie es brauchen Im Kinderhospiz Bern arbeiten Fachkräfte, die spezifisch in pädiatrischer Palliative Care ausgebildet sind. Die Mitarbeitenden des Kinderhospiz unterstützen Familien medizinisch, pflegerisch, therapeutisch und administrativ. «Unsere Fachfrauen und -männer sollen die kranken Kinder und ihre Familien da unterstützen, wo sie es gerade brauchen», sagt Susanne Peter. Egal, ob dies eine medizinische Absprache mit dem behandelnden Spital, eine Koordination von Therapieterminen oder eine Abklärung mit Kranken- oder Sozialversicherungen ist. Im Sommer 2020 fand der Verein allani im Westen Berns ein passendes Haus für das erste Kinderhospiz der Schweiz. Der Verein sucht nun nach Spenderinnen und Spendern, um den Kauf und Umbau des Hauses und das erste Betriebsjahr des Hospizes zu finanzieren. «Wir brauchen dafür rund elf Millionen Franken», sagt Präsidentin Peter. Der Verein sei auf gutem Weg, die nötigen Mittel zu sichern. Läuft alles nach Plan, öffnet das erste Kinderhospiz der Schweiz 2022 seine Türen.

Spenden: Alternative Bank Schweiz, IBAN: CH54 0839 0034 7222 1000 8 allani Kinderhospiz Bern, 3020 Bern www.allani.ch 15


KREISLAUF DES LEBENS | DIE URNEN-MACHERIN

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KREISLAUF DES LEBENS | DIE WASSERURNEN-MACHERIN

Die Wasserurnen-Macherin Text Michèle Freiburghaus, Portrait und Bild unten links Christine Strub, rechts Splint Leist

Die Bernerin Nathalie Heid erschafft in ihrem Atelier an der Muesmattstrasse 41 Urnen, die sich im Wasser allmählich auflösen. Jede Urne ist ein Unikat von harmonischer Schlichtheit – Behälter und Befreier gleichermassen – für die letzte Reise der Verstorbenen. «Als ich 2009 für die Wasserbeisetzung eines guten Freundes eine Urne herstellen durfte, entstand die Idee für die erste auflösbare Wasserurne», berichtet Nathalie Held. «Besonders wichtig war es mir, dass diese Zeremonie im Einklang mit der Natur und dem Gewässerschutz stattfindet.» Die 42-Jährige ist diplomierte Keramikerin und hat in Bern vor 11 Jahren ein Atelier mit Geschäftslokal eröffnet.

Die Wasserurnen Die Wasserurnen begleiten den Trauerprozess und die Zeit des Loslassens. Die aus verschiedenen ungebrannten keramischen Massen hergestellten Urnen lösen sich in ein bis zwei Stunden im Wasser oder in der Erde auf. Asche und Urne werden so in den natürlichen Kreislauf zurückgegeben, die Trauernden können sich während des Trauerrituals verabschieden. «Wasserurne» – diesen Namen trägt seither auch ihr Unternehmen, der Begriff hat sich seither schweizweit für auflösbare Urnen etabliert. Trauerrituale mit Wasserurnen entsprechen einem Bedürfnis unserer Zeit, deshalb werden auf dem Markt jetzt auch industriell gefertigte, günstigere Varianten angeboten. Für Nathalie Heid aber käme eine industrialisierte Herstellung nicht in Frage: «Menschen, die sich für meine Urnen entscheiden, mögen das Handwerkliche und Individuelle.» Der Bezug zu Ort und Symbolik ist ihren Kundinnen und Kunden wichtig. Manchmal entstehen die Urnen deshalb mit Erde aus der Region des Verstorbenen, aus dem eigenen Garten oder mit Lehm aus der Aare. «Und immer investiere ich viel Hingabe und Zeit, das beseelt meine Urnen», so die Handwerkerin.

Einen Produktekatalog gibt es nicht bei Nathalie Heid: «Ich schätze es, die Freiheit zu behalten, bezüglich Formensprache kreativ bleiben zu können und meine Ideen immer weiterzuentwickeln. Aus einem wechselnden Sortiment kann jeweils diejenige Wasserurne ausgesucht werden, die als passend empfunden wird.» Nicht selten wird auch die eigene Urne bereits gekauft und dient dabei, sich vorsorglich dem Thema der eigenen Endlichkeit zu widmen, denn die letzte Reise will geplant sein. Das kann auch den Hinterbliebenen helfen.

Viel Anerkennung Dieses in der Keramik einzigartige Geschäftsmodell hat Nathalie Heid durch Wettbewerbs- und Ausstellungsbeteiligungen viel Anerkennung beschert. Sie gewann sowohl einige Preise als auch einen Förderbeitrag der Berner Designstiftung und konnte an internationalen Ausstellungen teilnehmen. «Ich bin es auch nach 11 Jahren noch kein bisschen leid, über heutige Bestattungsrituale nachzudenken und Urnen zu entwickeln.», hält Nathalie Heid fest. «Die Produktion von Urnen als Geschäftsmodell setzt eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Tabuthema Tod und mit den Menschen voraus. Schon oft verstarb jemand genau dann in der Palliativ-Abteilung, wenn ich die Urne fertig hatte. Dies sind für mich wie auch für die Auftraggebenden berührende Momente.» Schwierig ist es auch, für Produkte und Dienstleistungen rund um den Tod zu werben. Einzig die Mund-zu-Mund-Propaganda und ihre Ausstellungsbeteiligungen dienen dazu, ihr Angebot bekannt zu machen. Doch Nathalie Heid ist zuversichtlich und sich ihres weiteren Erfolgs zu Recht sicher, denn selbstauflösende Urnen sind ökologisch und Kremationen und spezielle Trauerrituale nehmen im Vergleich zu Erdbestattungen zu. Nathalie Heids Urnen sind von kraftvoller wie harmonischer Schlichtheit – Behälter und Befreier in einem – und bieten der verstorbenen Person eine letzte, schöne Reise.

www.wasserurne.ch

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Gyan Härri, ausgebildeter Bestatter mit eidgenössischem Fachausweis, SBFI

«Oft nehmen wir die Rolle des Seelsorgers ein» I N T E R V I E W M I T G YA N H Ä R R I , B E S T A T T E R

Interview Michèle Freiburghaus, Fotos Remo Eisner

Warum wird man Bestatter? Und wie ist es, täglich mit dem Tod zu tun zu haben? Das BÄRN! Magazin hat den Bestatter Gyan Härri von Aurora Bestattungen getroffen. In einem offenen Gespräch gibt er Einblicke in seinen Berufsalltag.

Warum entscheidet man sich für den Beruf des Bestatters? Als mich Kurt Nägeli, der Gründer von aurora Bestattungen anfragte, ob ich bei ihm einsteigen möchte, bin ich ihm zugegebenermassen nicht sofort um den Hals gefallen. Meine Neugierde war aber gross genug, um das Angebot zu prüfen. Heute würde ich keinen anderen Beruf mehr ausüben wollen. Ich schätze vor allem die Begegnungen mit den Menschen, die in dieser Situation nahbarer und ehrlich sind. Häufig sind diese natürlich emotional aufgewühlt und begegnen uns mit erstaunlich grosser Offenheit und Authentizität. Was macht das mit Ihnen, wenn sie täglich mit dem Tod zu tun haben? Emotional ist es tatsächlich ein herausfordernder Beruf. Auch mir passiert es schon mal, dass ich Augenwasser habe, wenn mir eine Familie eine berührende Geschichte vom Verstorbenen erzählt. Genauso lachen wir aber auch oft zusammen. Wenn ich meine Gefühle zulasse und durchlebe, statt eine Barriere aufzubauen, belasten sie mich nicht; sie kommen und sie können wieder gehen – ich nenne es «durchlässig sein». Traurig zu sein ist die anerkannte Emotion für Trauernde. Aber wie steht es mit Schuldgefühlen und -Zuweisungen, mit Wut oder gar mit Humor? Auch all das soll als Bestandteil des Trauerprozesses Platz haben. Gibt es auch Momente, in denen Sie es kaum schaffen? Ich schätze Herausforderungen, jede Grenzerfahrung und -überschreitung hat mich letztlich wachsen lassen und hat meinen

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K R E I S L A U F D E S L E B E N S | D E R B E S TAT T E R

Horizont erweitert. An meine Grenzen brachte mich einmal ein Todesfall aus einer Familie mit einer Missbrauchsgeschichte, die zur Trennung der ganzen Familie geführt hat. Das Ganze hat sich im Verborgenen abgespielt und wurde nie offen ausgesprochen. Ich fand es heraus, weil ich die Grabrede halten sollte – es wurde eine echte Herausforderung. In diesem Moment habe ich mir ernsthaft überlegt, ob ich dafür der Richtige bin und ob ich dieser Situation gerecht werde. Ich habe auch darüber nachgedacht, eine Fachperson hinzuzuziehen. Intensive Gespräche mit den Hinterbliebenen und deren Vertrauen liessen mich schliesslich die Situation meistern, was letztlich auch zu einem beginnenden Heilungsprozess der Familie führte. Woher nehmen Sie die Kraft für Ihren Beruf? Aus der Dankbarkeit, die ich erfahren darf. Und auch meine Familie und unser Team geben mir einen unschätzbaren Rückhalt.

Ihr Slogan ist «Das andere Bestattungsunternehmen» – was ist bei ihnen anders? Wir nehmen die Leute ernst, auch bei der Umsetzung von speziellen Wünschen. Und wir sind auch bereit, aussergewöhnliche Wege zu gehen. Wir urteilen nicht, wichtig ist nur, dass sich die trauernde Person angenommen fühlt. Warum ist Bestattungsvorsorge wichtig? Es gibt gute Gründe für eine Bestattungsvorsorge, es sprechen aber auch welche dagegen. Gründe für eine Vorsorge sind beispielsweise, dass es erleichternd sein kann, wenn alles nach Wunsch geplant und möglicherweise sogar schon bezahlt ist. Den Angehörigen nimmt man damit möglicherweise die Sorge ab, etwas falsch zu machen. Für diesen Fall finden Interessierte auf unserer Webseite ein Formular, auf dem sie ihre diesbezüglichen Wünsche formulieren können. Man kann es aber auch den Angehörigen überlassen, einen Abschied zu planen, der für sie stimmig ist.

Wo liegen Ihre Grenzen in Bezug auf aussergewöhnliche Bestattungswünsche? Mir bereitet kaum etwas Mühe, ich freue mich, wenn ich spezielle Wünsche umsetzen kann. Es sind das Gesetz und die Regeln von Institutionen oder die persönlichen Grenzen der Hinterbliebenen, die einschränken. Mir ist es aber wichtig, achtsam mit der Umwelt und den Mitmenschen umzugehen und beispielsweise keine Aschenbeisetzung in die Aare zu machen, wenn gleichzeitig die Badegäste am Schwimmen sind. Hat sich der Umgang mit dem Tod gewandelt? Ja, mit Corona hat es sich mit den sich laufend ändernden Einschränkungen in eine neue Richtung entwickelt. Diese führen beispielsweise zu Anpassungen von Trauerritualen, was für Angehörige oft nicht einfach hinzunehmen ist. Im Weiteren ist ein Wandel zu beobachten, weil sich viele Menschen nicht mehr an der Kirche orientieren und deshalb nach eigenen, kreativen Lösungen suchen – oft kommt uns dabei die Rolle des «Seelsorgers» zu.

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031 332 44 44 Bern-Mittelland 032 325 44 44 Biel-Seeland 033 223 44 44 Thun-Oberland www.aurora-bestattungen.ch

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GESELLSCHAFT | KUNDENBEITRAG EWB

Zwischen Abfallentsorgung und Energiegewinnung Text Cornelia Berger, Fotos ewb

Khüder, Abfall, Kehricht – alles, was wir im blauen Sack entsorgen und aus dem Haus schaffen wollen. Pro Kopf entsteht jährlich gut 700 Kilogramm Haushaltkehricht. Die Hälfte davon wird über Sammelstellen rezykliert. Was passiert mit dem restlichen Müll, wenn der Khüdersack den Berner Haushalt verlassen hat? Einsammeln und verbrennen Frühmorgens beginnen die Fachkräfte von Entsorgung + Recycling Stadt Bern ihre Sammeltouren durch die Strassen von Bern. Ist der Kehrichtwagen voll, geht’s zum Entleeren in die Energiezentrale Forsthaus. Dort nimmt Energie Wasser Bern den Haushaltkehricht von mehr als 200 000 Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt Bern und 20 Agglomerationsgemeinden entgegen. Bei durchschnittlich 130 Fahrzeugen pro Tag herrscht reger Dauerbetrieb. Alle eintreffenden Fahrzeuge werden zuerst beim Waaghaus gewogen. Nachdem sie den Abfall an einem der sechs Tore in den Kehrichtbunker gekippt haben, werden sie bei der Ausfahrt erneut gewogen, um so die angelieferte Menge zu berechnen. An Spitzentagen nimmt die Energiezentrale bis zu 800 Tonnen

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Kehricht entgegen. Ziel der Anlage ist es, Abfall nicht nur möglichst umweltschonend zu beseitigen, sondern so effizient wie möglich zu verwerten. Für einen optimalen Verbrennungsprozess mischt ein Kranführer den Kehricht im Bunker mit dem Greifarm eines Krans, bevor er damit den Kehrichtofen füttert. Das rund 1000° C heisse Feuer im Verbrennungsofen brennt während 24 Stunden an 7 Tagen. Der Greifer des Krans holt sich nachts und an den Wochenenden vollautomatisch im Lagerbereich, bestehend aus zwei grossen Silos, Nachschub und kippt diesen in den Ofen. Manuelle Vorbereitungsarbeiten durch den Kranführer gewährleisten, dass dem Ofen auch im Automatikbetrieb Kehricht mit einem möglichst homogenen Heizwert zugeführt wird.

Aber wie entsteht denn nun aus Abfall Energie? Im Mantel rund um den Feuerraum verlaufen Wasserleitungen. Durch die Hitze entsteht in den Rohren 400 °C heisser Wasserdampf, welcher mit einem Druck von 40 bar auf eine Dampfturbine geführt wird, die durch Antrieb eines Generators Strom erzeugt. Je nach Bedarf und Jahreszeit wird aus der Turbine Dampf für das Fernwärmenetz entnommen. Über ein verzweigtes, speziell isoliertes Leitungsnetz gelangt das heisse Wasser zu den Verbrauchern.


GESELLSCHAFT | EWB

Fernwärme wird zum Heizen, zur Warmwasseraufbereitung und als Prozesswärme oder Dampf in der Industrie verwendet. Auch zur Erzeugung von Kälte, beispielsweise zum Klimatisieren, kann Fernwärme dienen. Zu den Abnehmern gehören unter anderem das Bundeshaus, das Inselspital, die Universität und der Hauptbahnhof von Bern. Das abgekühlte Wasser fliesst über ein zweites Rohrsystem zurück in die Energiezentrale, wo es erneut erhitzt wird. So schliesst sich der Kreislauf.

17 Stunden staubsaugen mit 35 Liter Abfall Gemäss anerkannten Ökobilanz-Standards gelten Strom und Fernwärme, die aus Haushalt- und Industriekehricht produziert werden, als erneuerbare Energien. Mit dem Kehricht verwertet die Energiezentrale Forsthaus einen hochwertigen Energieträger aus der Region und produziert daraus lokal Energie für die Region. Ein voller 35-Liter-Kehrichtsack enthält die potenzielle Energie von ungefähr 17 Kilowattstunden. Damit lässt sich ein Zimmer einen Tag lang heizen oder 17 Stunden lang staubsaugen. Allein aus der jährlich verwerteten Abfallmenge von rund 140 000 Tonnen werden in der Energiezentrale Forsthaus 75 Gigawattstunden Strom und 140 Gigawattstunden Wärmeenergie erzeugt. Dies entspricht dem Strom- und Wärmebedarf von über 15 000 Haushalten.

Mehr klimafreundliche Energie für Bern Bisher konnte man Fernwärme hauptsächlich in der Innenstadt, im Mattenhofquartier und in der vorderen Länggasse beziehen. Dank technischen Optimierungen kann die Energiezentrale Forsthaus künftig aber noch mehr Fernwärme produzieren, weshalb Energie Wasser Bern seit Anfang 2020 am Ausbau des Versorgungsnetzes arbeitet. In Bethlehem werden Leitungen durch die Stöckacker-, Feller- und Looslistrasse sowie durch den Untermattweg und einige Verteilleitungen in die Quartiere gebaut. Ausserdem wird die hintere Länggasse an die Fernwärmeversorgung angeschlossen. Im Rahmen dieses Ausbaus entstehen eine unterirdische Verteilzentrale unter der Wendeschlaufe der Trolleybuslinie Nr. 20, die Fernwärmeleitungen durch die Bremgarten-, Länggasssowie durch die Hochfeldstrasse und die nachgelagerten Verteilungen. Der Ausbau im Westen von Bern erfolgt etappenweise in den Quartieren Holligen, Kleefeld und Bümpliz. Das Grossprojekt dauert voraussichtlich bis 2035.

ewb.ch/energiezentrale ausbau-fernwaerme.be

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GESELLSCHAFT | INTERVIEW DR. LINDA NARTEY STUBER

«Meine Familie gibt mir Kraft» I N T E R V I E W M I T D R . M E D . L I N D A N A R T EY, K A N TO N S Ä R Z T I N

Seit zwei Jahren ist Dr. med. Linda Nartey als Kantonsärztin bei der Gesundheits- und Integrationsdirektion des Kantons Bern. Sie promovierte in Medizin an der Universität Bern, erlangte den FMH-Titel in Prävention und Gesundheitswesen und einen Master of Science in Epidemiology der London School of Hygiene and Tropical Medicine. Im Mai 2017 schloss sie das Nachdiplomstudium Management im Gesundheitswesen an der Universität Bern ab. Corona rückte Linda Nartey in den Mittelpunkt, ihre bisherigen Tätigkeiten haben sie bestens auf die gegenwärtige Lage vorbereitet: sie arbeitete unter anderem im Institut des vormaligen Corona-Taskforce-Leiters Matthias Egger an der Uni Bern und in der Abteilung übertragbare Krankheiten des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Interview Michèle Freiburghaus, Foto: Remo Eisner

Frau Dr. Nartey, Sie sind in Bern geboren und Sie haben auch hier studiert. Was gefällt Ihnen an Bern am besten? Bern ist eine kleine, eher ruhige Stadt. Trotzdem bietet sie ein kulturelles und gesellschaftliches Leben, viel Nähe zur Natur und alle Ecken der Schweiz sind von hier aus gut erreichbar. Bern ist einfach ein guter Ort, um mit einer Familie zu leben. Früher beschäftigte sich ihr Amt vor allem mit Zeckenplagen oder Masernimpfungen, mit dem Norovirus und ähnlichem, 2020 gab es nur ein Thema: Corona. Wird das nicht öde mit der Zeit? Die Aufgaben gehen in- und ausserhalb der Pandemie weit über das Thema übertragbare Erkrankungen hinaus und bieten ein vielfältiges und herausforderndes Arbeitsfeld. In der Pandemie dreht sich zwar alles um die eine übertragbare Erkrankung und deren Bekämpfung und Bewältigung. Doch die Herausforderungen, die sich hier stellen und die breit gefächerte Zusammenarbeit – ohne die nichts zu bewerkstelligen wäre – sind alles andere als öde. Ausserdem können die anderen Anforderungen nicht einfach unerledigt bleiben. Es gibt leider nur sehr wenige Aufgaben, die wir während der Pandemie verzögern oder zurückstellen können. Jetzt beantworten Sie auch Fragen rund um die Impfungen – was denken Sie, bis wann die gesamte impfwillige Bevölkerung geimpft sein wird? Das Ziel ist, bis Mitte 2021 50% der Bevölkerung geimpft zu haben. Daran hat sich nichts geändert, darauf ist alles ausgerichtet. Es ist aber eine grosse Herausforderung, denn die Rahmenbedingungen ändern sich immer wieder. So muss beispielsweise mit den verfügbaren Impfsstoffmengen immer wieder neu disponiert werden. Ihr Team ist jetzt mit 30 Personen doppelt so gross wie vor der Pandemie. Welche zusätzlichen Aufgaben ergeben sich damit für Sie? Die neuen Aufgaben müssen definiert und dokumentiert werden, damit die neuen Teammitglieder gut eingearbeitet werden können und die Arbeitslast schnell verteilt werden kann. Die «Pandemie-

Mitarbeitenden» sind befristet angestellt, das heisst viel administrativen Aufwand, um die Verträge alle paar Monate zu verlängern. Ein grösseres Team ergibt mehr koordinativen Aufwand. Es macht aber auch Spass, mit den vielen jungen und sehr motivierten Fachpersonen zu arbeiten. Ein dynamisches, interessantes Arbeitsfeld. Telefonieren Sie auch selber noch mit Covid-Erkrankten? Ich habe zwar sehr häufig direkten Kontakt mit Menschen, meist aber mit Fachpersonen, Behörden und Medien. Es ist eher selten geworden, dass ich mit erkrankten Personen telefoniere. Direkten E-Mail-Austausch mit betroffenen Personen habe ich aber noch recht häufig. 2020 waren 7-Tage-Wochen ohne Ferien und einem dürftigen Privatleben Normalität. Sie hielten fest, dass Sie nicht noch ein solches Jahr durchhalten würden. Wie sieht das heute aus? Bis jetzt hat sich noch nichts geändert. Aber es geht mir gut. Woraus schöpfen Sie in dieser stressigen Zeit ihre Kraft? Wenn man das, was man macht, gerne macht, ist es nicht nur eine Belastung, sondern gibt zum Glück auch Energie. Aber es liegt auf der Hand, bei 7-Tage Wochen, sehr langen Arbeitszeiten und kaum freien Tagen, kann ich im besten Fall noch dafür sorgen, dass ich einigermassen genug schlafe und genügend Bewegung habe. Bis letzten Herbst hatte ich keine Stellvertreterin, also niemanden, der mir Aufgaben hätte abnehmen können. Hätte ich keine Familie, die mich unterstützt, weiss ich nicht, ob ich das gesund geschafft hätte. Achtsamkeits- und Dankbarkeits- Meditationen geben mir positive Energie. Und jeden Morgen gönne ich mir einen achtsam zubereiteten Cappuccino (ich habe vor eine paar Jahren eine Coffee Barista Ausbildung gemacht).

Fortsetzung Seite 24 23


GESELLSCHAFT | INTERVIEW DR. LINDA NARTEY STUBER

«Dieses Jahr werde ich mir den Aareschwumm nicht entgehen lassen.»

Fortsetzung von Seite 23

Ihre erwachsenen Kinder mussten meist auf Sie verzichten – wie gingen diese damit um? Sie brauchen einen ja nicht mehr so häufig und sind auch ganz froh, wenn man sie nicht «begluckt». Wir haben insgesamt ein stabiles und behütetes Umfeld, weswegen sie sich durch meine Arbeit nicht beeinträchtigt gefühlt haben. Es ist die Pandemie an und für sich, die auch meine Kinder nicht unberührt lässt. Wir bürden den Jungen viel auf, nicht nur kurzfristig mit den Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie, sondern auch langfristig mit den gesellschaftlichen Veränderungen und vor allem mit der grossen finanziellen Belastung. Zu Ihrer Lebensqualität trägt im Sommer auch der Aareschwumm bei. Denken Sie, dass Sie 2021 öfter als 2020 wieder dazu kommen werden?

Welches ist zu normalen Zeiten ihr Lieblingsrestaurant in Bern? Ich bin häufig am Mittag im Volver, an Sommernachmittagen im Zehendermätteli, laue Sommerabende verbringe ich gerne im Restaurant Dampfzentrale. Ich schätze einen gepflegten «High Tea» im Länggasstee oder das Tibits, treffe mich im mille sens mit lieben Freunden und im Blauen Engel mit einer Freundin zum Geburtstag. Abwechselnd alle Restaurants, die gute, vielfältige vegetarische Küche bieten. Das Okra für Indisch, der Löscher wenn wir im Quartier bleiben, das Entrecôte Fédérale wenn wir das Entrecôte für die Kinder nicht selber kochen. Ins toi et moi gehe ich gerne mit Vorbeireisenden. Was würden Sie in Bern ändern, wenn Sie die Macht dazu hätten? Wir würden Bern schnell fit für die Zukunft machen und zu einer führenden, innovativen klimafreundlichen Stadt entwickeln. Sie sollte aber trotzdem überschaubar bleiben und Solidarität zwischen den Generationen und den Kulturen leben. Alles, damit auch meine Enkelkinder wie meine Kinder und viele Generationen danach glücklich und gesund in Bern aufwachsen und leben können.

Ja, ich darf es nicht zulassen, mir das nochmal entgehen zu lassen. Es liegt also an mir.

Hätten Sie drei Wünsche frei, welche wären es?

Letztes Jahr wurden Sie abends in Bern verfolgt und rassistisch beschimpft, ein Video davon zirkulierte in den sozialen Medien. Gehören solche Vorkommnisse seit jeher zu ihrem Leben und wie gehen Sie damit um?

Pandemie sofort und definitiv vorbei. Drei Monate Auszeit mit mildem Klima, Natur und Kultur. Zeit für Freunde und wieder Nähe leben, Tango, Salsa, Aare-Baden, Freiheit. Alles eigentlich nur ein Wunsch …

Es kommt leider auch ausserhalb der Pandemie vor, dass Menschen ihrer Unzufriedenheit, ihrer anderen Meinung in völlig inakzeptabler Weise Ausdruck geben. Das habe ich so wie in diesem Job noch nie so intensiv erleben müssen. Aber während der Pandemie treffen die Anfeindungen ja viele exponierte Personen, man könnte sagen eine Pandemie in der Pandemie. Ihre Meinung zu Corona-Skeptikern, Impfgegnern, Massnahmenverweigerern und Verschwörungstheoretikern? Unterschiedliche Meinungen, Sichtweisen und Einschätzungen gehören zu unserer Gesellschaft und müssen Platz haben, aber sie dürfen nicht zu einer Gefährdung der öffentlichen Gesundheit werden. Das Kantonsarztamt wurde dem Gesundheitsamt untergeordnet. Welche Konsequenzen hat das für Sie persönlich?

D A S K A N TO N S A R Z TA M T

Das Kantonsarztamt versteht sich als Fachinstanz für öffentliche Gesundheit im Kanton Bern. Es bearbeitet alle Geschäfte, die ihm die Gesetzgebung zuweist oder deren Natur seine Mitwirkung als Fachinstanz erfordert. Die kantonsärztlichen Aufgaben können verallgemeinert zusammengefasst werden in hoheitliche Aufgaben (Vollzug der eidgenössischen und kantonalen Gesetzgebung), in solche der öffentlichen Gesundheit (Gesundheitsförderung, Prävention, Bekämpfung) sowie in beratende (Regierung, Direktionen/ Departemente, Ämter, Parlament und Parlamentskommissionen).

Das weiss ich noch nicht. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

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GESELLSCHAFT | KUNDENBEITRAG

Herzlich Willkommen Arvid Schneller! NEUE CENTERLEITUNG IM SHOPPYLAND SCHÖNBÜHL

Arvid Schneller, bisheriger Centerleiter Thun Süd mit den zwei Einkaufscentern Zentrum Oberland und Panorama-Center leitet das Shoppyland Schönbühl seit dem 1. Januar 2021 zusätzlich als Centerleiter. Arvid Schneller (46) konnte in seinen mehr als 21 Jahren Berufspraxis im internationalen Handel Erfahrung in Vertrieb und Marketing sammeln. Die Kunden und der Standort Shoppyland sind ihm durch eine seiner früheren Tätigkeiten als Leiter des OBI Bau- und Heimwerkermarktes Schönbühl gut bekannt und in schöner Erinnerung geblieben.

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Interview Marketing Shoppyland, Foto Diana Streit


GESELLSCHAFT | NEUE CENTERLEITUNG IM SHOPPYLAND

«Ich freue mich sehr, ins Shoppyland mit seiner tollen Kundschaft und den vielen Geschäften zurückzukehren und die Erfolgsgeschichte zukünftig mitgestalten zu dürfen. Bis bald in unserem Shoppyland Schönbühl!»

Wie würden Sie sich als Persönlichkeit beschreiben? Diese Frage könnte Ihnen wahrscheinlich meine Partnerin besser beantworten. Sie würde da wohl Folgendes sagen: «Arvid arbeitet sehr gewissenhaft, verantwortungsvoll und ist sehr zielstrebig in seinem Leben. Er verfügt über ein gutes Einfühlungsvermögen, ist jedoch in einigen Situationen recht ungeduldig, was im privaten Bereich manchmal anstrengend sein kann.» Was sind Ihre besonderen Stärken, was Ihre Schwächen? Bei dieser Frage kommt mir einer meiner früheren Vorgesetzten in den Sinn, der zu sagen pflegte: «Schneller ist Programm.» Es ist wohl eine meiner Stärken, wie auch meine Schwäche, dass ich oft sehr schnell unterwegs bin. Themen gehe ich immer sehr schnell an. Ich schenke meinem Umfeld schnell Vertrauen, aber weiss auch, selber meine Fähigkeiten zu schätzen. Ich verfüge über fundiertes Wissen und grosse Erfahrung im Detailhandel, welche mir sicherlich in meiner neuen Funktion helfen werden. Zudem bin ich offen für Neues. Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch und berede viele Dinge gerne bei einem Kaffee. Was ich in der Arbeitswelt nicht bin, drückt oftmals im Privaten durch. Zeitweise bin ich da etwas unordentlich. Meine Steuererklärung schiebe ich bis zum letzten Tag hinaus.  Was sind Ihre Hobbies? Mein grösstes Hobby ist, möglichst viel Zeit mit meiner Partnerin zu verbringen. Wir sind gerne auf dem Thunersee, gehen in die Berge, reisen gerne, aber geniessen auch die Zeit zu Hause und sind eifrige Fussballfans (jedoch von 2 verschiedenen Mannschaften). Seit nunmehr zehn Jahren sind Sie in verschiedenen Funktionen für die Migros Aare tätig. Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit besonders? Dass man die Möglichkeit hat, in unserer Unternehmensorganisation verschiedene Tätigkeiten auszuüben. Man kann sich nach seinen Stärken einbringen und dies wird von unserem Unternehmen auch wertgeschätzt. Speziell in meinem Tagesgeschäft gefällt mir die Vielfältigkeit der Aufgaben als Centerleiter. Ich pflege den Kontakt zu Kunden und Geschäftspartnern, betreibe Marketing, Mietmanagement und nehme Einfluss auf die zukünftige Gestaltung / Darstellung des Einkaufscenters. Wobei hier natürlich auch die Verknüpfung mit der digitalen Welt eine grosse Rolle spielt und einen immer grösseren Stellenwert einnimmt. Worauf haben Sie sich bei Ihrer neuen Aufgabe als Centerleiter Shoppyland am meisten gefreut? Bis Ende des letzten Jahres war ich für das Zentrum Oberland und Panorama-Center zuständig mit rund 50 Mietpartnern – das Shoppy hat rund 80 Mieter und ermöglicht mir daher Einblicke in weitere Branchen und Unternehmen, welche in Thun nicht vertreten sind und für mich daher zusätzliche Erkenntnisse und auch Herausforderungen bringen werden. Das Shoppyland ist der Treffpunkt vieler Familien, von Jung und Alt, es ist einfach ein grossartiges Einkaufscenter, mit vielen tollen Geschäften und Freizeitmöglichkeiten. Es ist das grösste Shoppingcenter in der Region Bern und natürlich ist es mir eine Freude und Ehre, dieses zu leiten und in Zukunft an seiner erfolgreichen Geschichte mitschreiben zu dürfen. Mein erklärtes Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Mietpartnern, Kolleginnen und Kollegen weiterhin unsere Kundschaft zu begeistern und ihnen ein wunderbares Einkaufserlebnis bieten zu können.

Was sind vor allem in der momentanen Situation die besonderen Herausforderungen? Eine der Herausforderung hat natürlich letztes Jahr mit dem Beginn der Pandemie und dem Lockdown begonnen. Das hat den Fokus stark beeinflusst und zum Teil verlagert. Es ist noch grössere Flexibilität und situatives Handeln gefragt. Ein Beispiel hierfür sind die Marketingaktivitäten: Vor der Corona Pandemie wurden grosse Ressourcen in diese Aktivitäten investiert, damit der Kundschaft ein abwechslungsreiches und attraktives Einkaufserlebnis mit vielen tollen Angeboten geboten werden konnte. Nach dem Lockdown im März 2020 hatte sich dies komplett verändert. Wir haben den Fokus auf die Sicherheit und die Hygienemassnahmen für unsere Kunden, Mitarbeitenden und Partner gesetzt. Die Herausforderung für die Zukunft wird wohl sein, wie die «neue» Normalität aussieht und dahingehend werden wir unsere Aktivitäten ausrichten. Wie sehen Sie das Shoppyland der Zukunft? Vielleicht mal einen kurzen Einblick, was uns so täglich oder auch für die Zukunft beschäftigt: Eine der zentralen und wichtigsten Aufgaben als Centerleiter und Centermanagement ist die Sicherstellung des persönlichen Kundenkontaktes. Wir sind die Ansprechpartner für die Anliegen unserer Kunden und stellen das «Gesicht» des Einkaufscenters dar. Der Kunde und der für ihn damit verbundene Nutzen, in ein Einkaufszentrum zu gehen, stehen hierbei im Zentrum. Das heisst, den Bedarf auf unser Kundenumfeld abstimmen, Erlebniseffekte bieten, das Wohlbefinden sicherstellen und für unsere Kunden gezielte Mehrwerte schaffen. Dies erreichen wir einerseits durch verschiedene Marketingaktivitäten, aber auch durch eine gute Betreuung unserer Mieter, mit welchen wir Verkaufsaktivitäten koordinieren und diese gezielt auf die Kundenbedürfnisse abstimmen können. Natürlich spielt auch die Digitalisierung eine grosse Rolle. Da steht für uns die Frage im Vordergrund, was ist der konkrete Bedarf, wie und wo ist dies mit dem Einkaufscenter verknüpfbar. Die Einkaufscenter befinden sich heute mehr denn je in einem stetigen Veränderungsprozess. Wir als Centermanagement sind hier stark gefordert und müssen uns entsprechend positiv und nutzenorientiert auf dem Markt positionieren. Ein weiteres spannendes und wichtiges Thema ist die Verknüpfung von Einkauf und Freizeitaktivitäten sowie das Thema Health Center, welches in den letzten Jahren immer mehr für unsere Kunden an Wichtigkeit gewonnen hat. Zusätzlich möchten wir immer mehr digitale Themen mit unserem Einkaufscenter verbinden, z.B. Virtual Reality, Collect Lounges usw. Das sind Bereiche, welche unseren Kunden zusätzliche Nutzen für ein besonderes Einkaufserlebnis schaffen werden. Die Nähe zum Kunden und seinen Bedürfnissen steht bei all diesen spannenden Herausforderung zentral im Mittelpunkt. Für die Shoppingcenter der Zukunft ist nicht nur die Lage relevant, sie müssen auch mit der lokalen Community in Interaktion treten.

www.shoppyland.ch

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G E S E L L S C H A F T | K A S PA R A L L E N B A C H

Kaspar Allenbach Grafikdesign Text Noè Jeanne Freiburghaus, Foto Caspar Martig

Seine Berner Poster sind bestens bekannt – nun hat der Artworker und Grafikdesigner Kaspar Allenabach das Cover des BÄRN! Magazins, einen wunderschönen Berner Lebensbaum, gestaltet. Wir Berner*innen kennen zumindest die Klassiker: Die Aareschwumm- oder das Fyrabe-Poster von Kaspar Allenbach. Der Artworker und Grafikdesigner bringt DolcefarnienteSpirit direkt aus der entspanntesten Hauptstadt der Welt aufs Papier. «Alle meine Arbeiten sollen ein Lebensgefühl visualisieren und dabei ist es für mich zentral, die hiesige Gemütlichkeit zu kultivieren.» Die meiste Zeit verbringt er entweder treibend in der Aare oder innerhalb des Flussbogens in der Altstadt, Kafi oder Bier trinkend in einem Beizli oder zeichnend in einem Pärkli. Zwischen Arbeit und Zuhause pendelt er seit Jahren zu Fuss am Ufer hin und her: «Ak-

tuell haben viele den Aare-Rundgang zum Spaderle für sich entdeckt. Auch ich entdecke auf dieser Stecke immer wieder neu die schönsten Seiten Berns.» Rumlaufende Menschen, rumstehende Häuser, rumhängende Poster, rumsecklende Vycher – vieles inspiriert seine kreative Schaffenskraft. «Beim Sujet des BÄRN! Magazin Titelbildes dachte ich an den Bäregrabe und meine Verwurzelung in Bern», sagt Kaspar Allenbach. Der Berner Lebensbaum ist ab sofort als hochwertiger Siebdruck erhältlich. www.kaspar-allenbach.ch/shop

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Nachhaltig – Lieber in Bärn Um die Ecke statt im World Wide Web einkaufen: auch hier findet ein Kreislauf statt und Nachhaltigkeit ist ein grosses Thema. Je mehr Menschen lokale Geschäfte berücksichtigen, desto grösser bleibt die Ladenvielfalt, desto spannender ist der Laubenbummel. Ein Plädoyer für das lokale Kömerle.

Text Karin Hänzi, Fotos zvg

Die guten Seiten der Lockdown-Phasen, man kann sie wirklich an einer Hand abzählen. Wenn aber die geschlossenen Ladentüren eines gezeigt haben, dann, dass die Solidarität der Kundschaft gegenüber dem lokalen Gewerbe in einer Ausnahmesituation riesig ist. Von aufmunternden Worten und Gesten über grosszügige Onlineund Gutscheinbestellungen bis hin zu Solidaritätsaktionen – alles war und ist dabei.

Jetzt so wichtig wie nie zuvor Diesen Fokus auf Lokales und Nachhaltiges und die Bereitschaft, sich um Alternativen zu grossen, unpersönlichen Anbietern zu bemühen, gilt es jetzt wie nie beizubehalten. Suchen wir doch stattdessen um die Ecke nach dem Gewünschten. Denn genau dieses solidarische Einkaufsverhalten hat in den vergangenen zwölf Monaten manch einem Kleinbetrieb das Geschäft gerettet. Sobald der Lockdown Geschichte ist, sind die Ladenbesitzer*innen wie nie darauf angewiesen, dass Sie Ihre Einkäufe wieder an der Ladentheke abwickeln. Darum – sit doch so guet – bitte vor allem dann nicht im Onlinemodus verharren, wenn sich die Ladentüren wieder öffnen dürfen. 30


LEBENSART | KUNDENBEITRAG BERNCITY

Kreativität und Nachhaltigkeit gross geschrieben An passenden Adressen mangelt es nicht. Vor allem die untere Altstadt ist ein fruchtbarer Boden für Kreatives und Nachhaltiges. STOOR an der Rathausgasse beispielsweise gehörte zu den ersten Berner Kleiderläden mit konsequent nachhaltig ausgerichtetem Sortiment und zeigt, wie urban und zeitgemäss diese Mode sein kann. Schräg vis-à-vis wartet der Weltladen Bern mit verschiedensten Produkten aus fairem Handel und ökologischer Produktion auf, etwas weiter Gasse aufwärts verkauft der einLaden Handgemachtes aus geschützten Werkstätten. In der Brunngasse wiederum werden die Kundinnen bei rytz in zeitloses und nachhaltiges Design aus der Schweiz und Europa gekleidet, eine Ladentür weiter stellt edition eckraum der schnelllebigen Zeit Papierpreziosen fürs Slow Office entgegen und lädt zum Innehalten mit Stift und Papier.

BERNcity Geschenkcard Die BERNcity Geschenkcard ist perfekt für alle, die einen Passepartout verschenken wollen: Ob Kino, Restaurant, Warenhaus, Spezialgeschäft oder Kulturbetrieb, die Geschenkcard kann an über 200 Berner Adressen eingelöst werden, bietet also freie Wahl und ist damit garantiert ein Treffer. Ein nachhaltiger dazu: Erstens wird damit etwas gekauft, was wirklich gewollt ist, zweitens lässt sich die Karte wieder und wieder aufladen. Mehr Informationen auf www.berncity.ch

In der Münstergasse macht Palette unverpacktes Einkaufen zum Kinderspiel, während Ooonyva teils inhouse gefertigte Kleinserien und Einzelstücke anbietet. Kulta, ebenfalls an der Münstergasse beheimatet, und Bazaar58 an der Gerechtigkeitsgasse schliesslich sind zwei wunderbare Beispiele zum Thema «Kreislauf des Lebens». Barbara Mohr hat ihre Goldschmiede von ihrem Vater übernommen und auch der Bazaar58 startete mit der Weiterführung des elterlichen Betriebes. Im einstigen Knopfladen von Dewa Lobsangs Mutter – die heute tageweise bei ihrer Tochter hinter der Ladentheke steht. So geit das, ds Bärn. Das Beste daran ist: Diese Aufzählung ist bei weitem nicht vollständig. In diesem Sinne – frohes Schnöigge und Gänggele.

ADRESSEN

STOOR, Rathausgasse 53 Weltladen, Rathausgasse 52 einLaden, Rathausgasse 70 rytz, Brunngasse 54 edition eckraum, Brunngasse 56 Palette, Münstergasse 18 Ooonyva, Münstergasse 35 Kulta, Münstergasse 42 Bazaar58, Gerechtigkeitsgasse 58

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LEBENSART

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SCHÖN & GUET

schön & guet

TIPPS US BÄRN!

MODE IM KREISLAUF Rework formt die textile Kette in einen Kreislauf um. Die Kollektionen werden umweltschonend aus Secondhandkleidern hergestellt, die auseinandergeschnitten und neu zusammengenäht werden. Bei Taschen und Kleidern werden so die Geheimnisse der Vergangenheit auf natürliche Weise zum Rockstar-Effekt, der einzigartig und nicht kopierbar ist. Jedes Stück ist ein Einzelstück. Rework Bern Breitenrain, Moserstrasse 44 oder online www.rework.ch Teil bietet mit einem offenen Kleiderschrank in Bern eine Alter­ native zum heutigen Kleiderkonsum. Im Abonnement wird Zugang zu einer grossen Auswahl an Alltagskleidung gewährt. Ausleihen und selbst bestimmen, wie lange das Kleidungsstück Freude machen soll. Teil, Galeriegeschoss Bubenbergplatz 10, Bern www.teil.style

SINNLICH SCHÖN Die Berner Designerin Corinne Hofmann von Ceha Ceha macht berührend schönen Schmuck. Die Halskette «Pura Vida» beispielsweise wurde zu Ehren der SommersonnenWende 2019 kreiert. Sie ist schlicht und ergreifend mit ihren feinen Kügelchen und ihrem sinnlichen Muschel-Anhänger, von zwei Chalzedon-Perlen eingefasst. www.cehaceha.ch

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NIMM EINS, GIB EINS «Nimm eins, bring eins!» – das ist die Idee hinter dem Projekt der Kornhausbibliotheken Bern und von Stadtgrün Bern. Offene Bücherschränke in Parkanlagen – kostenlos und ohne Mitgliederausweis. Bis Oktober in insgesamt neun Anlagen.

T I P P VO N LO C A L H E R O B E R N Es gibt Läden, die gehören zu Bern wie die Brunnen, Lauben oder die Aare. Hierzu gehören defintiv auch das Drachenäscht in der Rathausgasse. Seit 35 Jahren gibt’s dort die grösste Auswahl an Spielen für Gross und Klein. Mehr Anregungen: www.local-hero.ch

BLÜTEZEIT Genau das Richtige für den Frühling: die blumige, kleine Valentino Garavani «Atelier Bag Rose Edition». Eine Crossbody-Bag aus Nappaleder mit applizierten Blütenblättern aus Leder, die eine dreidimensionale Rose formen. Erhältlich bei Ciolina, Marktgasse 51, Bern.


LEBENSART | AUTO /PR-BEITRAG

Das Autojahr 2021

EXTRAKLASSE Dieser Chronograph ist eine Klasse für sich. Certina hat die Erfahrung aus über 130 Jahren Schweizer Uhrmacherkunst in einen einzigartigen Zeitmesser einfliessen lassen. Er präsentiert sich ultraklassisch und höchst innovativ zugleich. Das Design der eleganten DS Chronograph Automatic geht auf ein Modell von Ende der 1940er Jahre zurück. In ihrem Inneren schlägt jedoch eine hochmoderne Silizium-Spiralfeder – eine Premiere bei Certina, die keine würdigere Gestalt hätte annehmen können.

Nach dem turbulenten Jahr 2020, das auch an der Autobranche und den geplanten Neuerscheinungen nicht spurlos vorbeigegangen ist, verspricht 2021 ein Auto-Jahr zu werden, was vor allem an den Entwicklungen in der Elektromobilität liegt. Der Lexus UX300e – die Neulancierung aus einer Berner Garage.

Zigerli+Iff AG, Spitalgasse 14, Bern, www.zigerli-iff.ch

LIEBLINGSORT In Zusammenarbeit mit Schweizer Kunstschaffenden bietet die Druckerei Uldry eine grosse Auswahl von Motiven zu verschiedenen Themen und in verschiedenen Stilrichtungen an. Dieses Sujet ist von Delia Hauerter, sie hielt einen ihrer Lieblingsorte in Bern, die Untertorbrücke fest. Erhältlich ist das Plakat bei Chat noir in Bern oder im Onlineshop www.uldry.ch/artforyou.

N A C H H A LT I G Jeweils Gruppen von fünf bis sieben Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Kirchenfeld gründen jedes Jahr ein reales Miniunternehmen und betreiben dies während eines Schuljahres weitgehend selbständig. Dabei entstehen höchst kreative Produktideen wie der EcoPlop – der selbstdesignte, innovative Gewürzstreueraufsatz. Er lässt sich auf jede beliebige, mit Gewürzen gefüllte Glasflasche aufsetzen. Erhältlich unter www.ecoplop.ch. Eine Übersicht aller Miniunternehmen finden Sie unter www.bit.ly/33tzmro

LEXUS UX300e Wenn Sie auf «Start» drücken und das sorgfältig gefertigte Lenkrad ergreifen, wird der einzigartige Charakter des ersten Lexus EV (Elektrofahrzeug) deutlich. Auf den Strassen unterwegs, werden Sie sich rasch an der schnellen, linearen Beschleunigung und dem sicheren Kurvenfahren erfreuen. Der UX300e besitzt den markanten urbanen Look aller UX-Modelle und wird von einem fortschrittlichen Elektromotor angetrieben, der 150 kW (204 DIN PS) und 300 Nm nahezu unmittelbares Drehmoment liefert. Mit einer Reichweite von mehr als 300 km zwischen den Ladevorgängen profitiert der Lithium-Ionen-Akku des UX300e direkt von der Erfahrung von Lexus – seit 2004 wurden über 1,6 Millionen elektrische Hybridfahrzeuge gebaut. Das Fahrzeug ist ausserdem mit dem neuesten Lexus Sicherheitssystem ausgestattet. Die Liebe zum Detail zeigt sich überall, vom Design, der handgeschliffenen Lackierung über die Reinraummontage von Elektromotoren und dem 13-LautsprecherAudiosystem für konzertanten Sound bis hin zu den Ledersitzen.

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LEBENSART | FOTOGRAFIE

Warum lohnen sich Firmenfotos vom Profi? Remo Eisner ist ein professioneller Fotograf mit eigenem Studio im Berner Breitenrain. Neben seiner Arbeit für veschiedene Schweizer Magazine, unter anderem für das BÄRN! Magazin, gehören die Porträtfotografie fürs Business und für Private ebenso zu seinen Spezialitäten wie auch Fotos für Firmen. Warum es wichtig ist, dass ein Unternehmen für seinen Auftritt auf gute Bilder setzt, erklärt uns der Profi.

Die Firmen-Webseite und die gedruckten Werbemittel sind die Visitenkarte eines Unternehmens. Oftmals wird dabei an falscher Stelle, nämlich den Fotos gespart. Mit schlechten, verwackelten und unterbelichteten Handyfotos bringen sich Unternehmen um Chancen. Denn rund 80 % aller Informationen nehmen wir über

das Auge wahr – Bilder sind deshalb mächtige Werkzeuge. Es gilt, durch authentische und sympathische Einblicke in den Arbeitsalltag Vertrauen und Nähe zu schaffen. Jedes Business ist einzigartig, daher sollten es auch die Bilder sein. Bilder von Foto-Agenturen bieten zwar eine beachtliche Auswahl, doch selten Exklusivrechte und sie sind unpersönlich. Potenzielle Kundschaft möchte wissen, wofür ein Unternehmen steht. Hochwertige Fotos beeinflussen das Image, kommunizieren die Firmenphilosophie und unterstreichen die Qualität der Produkte oder Dienstleistungen. Wer einen Online-Auftritt betreibt und Produkte oder Dienstleistungen bewerben will, der kommt deshalb an guten, professionellen Fotos nicht vorbei.

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LEBENSART

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GESUNDHEIT KUNDENBEITRAG

Kurkuma – das indische Gold Kurkuma ist innerhalb der chinesischen Medizin schon lange fester Bestandteil. In Europa hatte das «indische Gold» zuerst Platz im Gewürzschrank, bevor es Einzug in die Naturheilkunde fand. Heute kommt es ebenfalls als Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Leber-Gallenfunktion zum Einsatz. Ursprünglich stammt Kurkuma aus dem südostasiatischen Raum. Seit über 4000 Jahren werden die Wurzeln von Kurkuma als Heilpflanze und Gewürz geschätzt. In Indien galt sie gar als Allheilmittel und wurde auch als «indisches Gold» bezeichnet. Ihr Einsatzgebiet ist nach wie vor so vielseitig, dass sie aus der Heilkunde kaum wegzudenken ist. Mit zahlreichen anderen Gewürzen brachten Händler die Kurkuma früh nach Europa. Hier wurde sie anfänglich in der Küche genutzt. Ihre anregende Wirkung und ihr Aroma bilden die Grundlage für Geschmack und Farbe verschiedener Currymischungen, wo die Wurzel neben Pfeffer, Kreuzkümmel, Koriander und weiteren Gewürzen eingesetzt wird. Kurkuma ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie des Ingwers. Auch äusserlich ähnelt sie ihm, aber sobald die Wurzel aufgeschnitten wird, ist der Unterschied klar: «Die Kurkumawurzel ist stark gelb gefärbt und riecht besonders würzig – das ist einzigartig in der Pflanzenwelt, denn normalerweise sind Wurzeln fast farbund geruchlos», sagt Stephan Hummel, Apotheker und Betriebsleiter der Bahnhof Apotheke Bern.

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Für die Leber und Galle Kurkuma unterstützt den Leberstoffwechsel und alle von ihm abhängigen Prozesse. «Der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit», heisst es. Der Apotheker ergänzt: «Viele Menschen sind nicht leistungsfähig und auch nicht vital, wenn ihre Leber geschwächt ist.» In den heutigen Nahrungsmitteln sind kaum mehr Bitterstoffe vorhanden, sie wurden mehr und mehr weggezüchtet. Es ist daher sinnvoll, die Leber mit der täglichen Ernährung in ihrer Funktion zu unterstützen. «Mit Gewürzen werden grundsätzlich zwei Effekte erzielt: Die Speisen erhalten einen charakteristischen Geschmack und durch die Gewürze werden die Verdauungssäfte angeregt. Folglich kann die zugeführte Nahrung leichter aufgeschlossen und die Abbauprodukte besser ausgeschieden werden. Der gesamte Stoffwechsel wird unterstützt», meint Stephan Hummel. Auch der zeitlich begrenzte Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln kann sich lohnen, in der Bahnhof Apotheke sind Präparate mit hochwertigem Kurkuma erhältlich.

BAHNHOF APOTHEKE

Galeriegeschoss Bahnhof Bern Offen an 365 Tagen im Jahr von 6.30 bis 22.00 Uhr


LEBENSART

Den Brustkrebs besiegen Brustkrebs ist mit jährlich 6250 Neuerkrankungen die häufigste Krebsart bei Frauen. Eine Diagnose, die Angst und Unsicherheit auslöst: Betroffene Patientinnen und ihr Umfeld werden aus dem Alltag gerissen und müssen sich mit einer bedrohlichen Krankheit auseinandersetzen.

| GESUNDHEIT KUNDENBEITRAG

DANK INTERDISZIPLINÄRER TEAMS

rurgen lösen mittels Onkoplastik den Tumor sicher und vollständig heraus, ohne dass es zu einer Brustentfernung kommt. Die natürliche Brustform bleibt so grösstenteils erhalten. Ist eine brusterhaltende Therapie nicht möglich, besteht die Möglichkeit, einen Brustaufbau mit Eigengewebe oder mit Implantaten zu realisieren.

Unterstützung durch Breast Care Nurse «Die Diagnose war ein Schock», erzählt eine Patientin. «In meinem Kopf drehte sich alles nur noch um den Brustkrebs: Was passiert nun? Muss die Brust entfernt werden? Werde ich jemals wieder einen Badeanzug tragen?»

Interdisziplinäre Zusammenarbeit und enge Betreuung

«Glücklicherweise konnte bei mir der Tumor vollständig entfernt werden. Dank einer brusterhaltenden Therapie kann ich auch künftig im Sommer meinen Badeanzug tragen. Neben meiner behandelnden Ärztin war auch immer eine Breast Care Nurse an meiner Seite und hat mich emotional und fachlich unterstützt», erzählt die Patientin. Die Nachsorge wird noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

«Meine Ärztin hat mich stets sehr eng begleitet und umfassend informiert. Die einzelnen Schritte haben wir gemeinsam geplant und auf meine Fragen und Ängste wurde eingegangen», so die Betroffene. Patientinnen mit Brustkrebs werden im Hirslanden Brustzentrum Bern Biel durch ein erfahrenes Team betreut. Am Tumorboard, einem interdisziplinären Gremium mit Expertinnen und Experten verschiedenster Fachrichtungen, werden die Fälle besprochen und die Behandlungsmöglichkeiten, abhängig vom Krankheitsstadium sowie Grösse und Ausbreitung des Tumors, diskutiert. Dr. med. Patrizia Sager, Leiterin des Brustzentrums Bern Biel ist stolz: «Mit ausgebildeten Brustchirurginnen und -chirurgen, versierten Plastikern, qualifizierten Fachärztinnen und Fachärzten für Radiologie, Radioonkologie, Onkologie sowie Psychoonkologie und mit speziell ausgebildeten Breast Care Nurses betreuen wir die Patientinnen während ihres gesamten Krankheitsweges. Dabei ist eine enge Zusammenarbeit zum Wohle der Patientin sehr wichtig.»

Hirslanden Brustzentrum Bern Biel - Standort Bern Haus Blumenberg, Eingang West, Schänzlistrasse 33, Bern Telefon 031 337 89 70, brustzentrum.bern@hirslanden.ch Hirslanden Brustzentrum Bern Biel - Standort Biel Hirslanden Klinik Linde, Blumenrain 105, Biel Telefon 032 366 42 60, brustzentrum.biel@hirslanden.ch www.deinebrust.ch

Häufig kann der Brustkrebs erfolgreich bekämpft werden und eine brusterhaltende Therapie ist möglich. Brustchirurginnen und -chi­

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CULINARIUM

| BERNER RUNDSCHAU

Bärner Rundschou Süsse Schockoträume Schokoladeliebhaberinnen und -liebhaber finden im Casa Nobile-Laden an der Rathausgasse 45 in Bern die Erfüllung ihrer süssen Träume. Es finden sich neben Pralinen- und TruffesKollektionen, Tafelschokoladen, speziellen Fest- und Feiertags-Sortimenten – wie zu Ostern – auch immer wieder besondere Kreationen der artisti del cioccolato mit Bezug zur Stadt Bern. Alles aus erlesenen Ingredienzen von Hand gemacht. Onlineshop: www.shop.casa-nobile.ch

Bestellen und geniessen! Sind die Berner Restaurants und Bars im März wieder geöffnet? Falls ja – hingehen und schlemmen! Wenn nein – bestellen und geniessen! Wir haben einige Lieferdienste herausgepickt – alle gibts auch noch nach dem Lockdown. Die Plattform www.localhero.ch listet übrigens bereits seit der Schliessung im März eine Fülle von Berner Hauslieferdiensten auf. Schnellerteller ist der Lieferservice des Velokuriers Bern. Angeschlossen sind ausgewählte Berner Restaurants von asiatisch, äthiopisch, orientalisch, mediterran, vegan bis zu Burgern. Frisch zubereitet und rasch schnell geliefert. www.schnellerteller.ch

Foodathome ist der Lieferdienst für pflanzenbasierte Lebensmittel, alkoholische wie nonalkoholische Getränke und Alltagsprodukte. Von frischen Gemüsen über fixfertige Gerichte, beispielsweise von Outlawz, bis zu Hochprozentigem aus Berner Brennereien. www.foodathome.ch

Neues aus Berner Bierbrauereien Der Braumeister vom Alten Tramdepot ist immer wieder für eine Überraschung gut. Der neuste Coup für Coronamüde: «F*ck Corona», ein rotes und malziges Pandemiebier und die «Schluckimpfung», ein kräftiges Bockbier. www.altestramdepot.ch Das beliebte Berner Bier Schuum können Durstige jetzt auch unter www.bern.magictomato bestellen. Weitere Verkaufsstellen hier: www.schuum.ch/wo Die Brauerei Felsenau hat zur Feier von «50 Jahre Frauenstimm- und -wahlrecht» das bekannte «Bärner Müntschi» als «Bärner-Meitschi»-Spezialedition lanciert. www.felsenau.ch

Nasch, die Cateringfirma von Naëmi Scheidegger, liefert von Donnerstag bis Samstag wunderschöne Apéro- und Picknickboxen nach dem Motto «Das Auge isst mit». Am Sonntag gibt es reichhaltige Brunchboxen. Alles auf Vorbestellung. www.nasch-catering.ch Das Landhaus Liebefeld war eines der ersten Restaurants, das bereits im ersten Lockdown einen Heimlieferservie anbot. Aus der attraktiven Speise- und Weinkarte bestellen und Tisch schön decken genügt. Das Team liefert alles auf feinsten Porzellantellern, die später wieder abgeholt werden. www.landhaus-liebefeld.ch

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C U L I N A R I U M | B E R N S C H O G G I - H A U P T S TA D T

Bern – die geheime Schoggi-Hauptstadt der Welt Die Lindt-Fassade und Unitobler sind die zwei augenfälligsten Zeugen für Bern als geheime Schoggi-Kapitale der Welt. Schon das Ancien Régime liebte den Kakao, fast alle grossen Schweizer Schoggi-Marken haben einen Bernbezug und der zartschmelzende Genuss wäre nie so fein ohne Berner Innovationen. Text Karl Johannes Rechsteiner

Ein gewissenhafter Schreiber der Republik Bern nahm einst eine Inventarliste des Bernburgers Franz Ludwig Lerber in ein grosses Register auf. Im Nachlass des verstorbenen Venners wurden unter anderem «fünff Chocolat-Taßen und Sous-Couppes» notiert. Diese Notiz aus dem Jahr 1720 ist eine der wenigen frühen SchokoSchriftstücke in Bern. Es waren wohl Tassen und Unterteller aus Porzellan, die der Berner Patrizier ausschliesslich für den Kakaogenuss besass. Das Getränk gehörte so schon vor 300 Jahren zum Alltag der Oberschicht, und war doch selten, wie die kleinen Kakao-Importmengen vermuten lassen. Italienische Hausierer brachten im 17. Jahrhundert den Kakao nach Bern. Oft schon quasi als «convenient food» in Form von Kakaowürsten – ein Stück davon im heissen Wasser-Milch-Gemisch ergab einen kräftigen Trank. 1735 wurde frischer «Venetianischer Chocolat das Pfund um 32 Batzen» in Bern angeboten. Und «bey Frau Speciererin Berchtold» war niederländische Schokolade mit und ohne Vanille zu haben, wie das Bernische Avis-Blättlein berichtete.

Es begann mit bitterer Kakaomedizin Um 1705 wurde in Basel in der «Georgica Helvetica Curiosa» das erste Schweizer Schokoladen-Rezept publiziert. Für den heutigen Geschmack vermittelt diese gewürzte Kakaosuppe allerdings den Eindruck einer bitteren Medizin – es war mehr ein Aufbaupräparat für schwächliche Damen und Kinder als ein Genussmittel. Ein paar Jahrzehnte später wurde in Bern eine Rezeptur «Manière de faire chocolat» dokumentiert – die aufwändige Ur-Schoggi direkt ab Kakaobohne mundet auch 2021 vorzüglich. Nach und nach löste die lokale Produktion die Wanderkrämer ab – Tessiner Cioccolattieri wie Caudi, Delmonico und Guidice aus dem Bleniotal liessen sich in Bern nieder. Mit Maestrani besteht ein Betrieb dieser Tradition bis heute in der Ostschweiz. Die Mechanisierung ging weiter. Trinkschokolade wurde allmählich durch Essschokolade abgelöst. Die Tafelproduktion begann. Der süsse Genuss wurde zum Statussymbol.

Von Lindt und Tobler bis heute

Wie alles begann: Tobler Plakat von 1867, zvg Mondelez Schweiz

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Inzwischen blieb Bern ein Treffpunkt vielfältiger Schoggi-Jobs. Suchard lernte in einer Berner Confiserie das Handwerk. In der Matte erfand Lindt das Conchier-Verfahren, das den Schmelz in die Tafeln zaubert – er verkaufte seine Berner Bude nach Zürich, was für ein Skandal! Die Milchschokolade trat den Siegeszug an dank Daniel Peter im ehemaligen Welschberner Kakao-Hotspot Vevey und den Pionieren der Berner Alpenmilchgesellschaft in Stalden oder der vom Berner Wilhelm Kaiser gegründeten Chocolat Villars mit Kuh-Logo. In der Schoggi-Werbung traf der Alpenmythos auf koloniale Bilder exotischer Welten.


C U L I N A R I U M | B E R N S C H O G G I - H A U P T S TA D T

Früher Beleg für Choco-Geschirr im Inventar des Berner Venners Franz Ludwig Lerber 1720

Maestrani betrieb im Nordquartier einen Ableger. Camille Bloch startete mit «Chocolats & Bonbons fins» an der Belpstrasse. Der Appenzeller Confiseur Jean Tobler liess sich in der Muesmatt in der Länggasse nieder. Auch das clevere Marketing seines Sohnes Theodor machte die Schweiz endgültig zum Schokoladenland. Diese Geschichte dauert bis heute: Unglaubliche Mengen von Zucker und Milchpulver werden in Brünnen verarbeitet, um jeden Tag als Wagenladungen voller Toblerone des amerikanischen Lebensmittelkonzerns Mondelez in die ganze Welt zu reisen. Neben der süssen Industrie blieb Bern eine Stadt der Confiserien mit alteingesessenen wie Beeler, Tschirren, Glatz oder Eichenberger – nicht mehr Schokoladenstuben mit Kakaogetränken prägen die Gassen, aber immer noch werden Pralinen oder Osterhasen von Hand geschöpft. Neue Schokoladenmanufakturen setzen in einer Zeit, in der es die grossen Schokoladen-Firmen nicht schaffen, Kakao ohne Kinderarbeit zu ernten, auf Nachhaltigkeit. Im Wyler engagiert sich Choba Choba auch im Tafelgeschäft auf Fairen Handel. Die Kakao-

1920, der Berner Bär kommt auf die Packung, zvg Mondelez Schweiz

Das ehemalige Lindt-Gebäude in der Matte, Foto K.J. Rechsteiner

Produzenten in Peru sind am Erfolg beteiligt und ihre eleganten bunten Tafeln bereichern sogar Coop-Verkaufsregale. Die Casa Nobile Schokoladenmanufaktur und deren Gründer Willi Schmutz und Martin Schwarz legen ebenfalls grössten Wert auf Nachhaltigkeit und Schweizer Produkte. Die reine Heumilch aus dem Unesco-Biosphärenreservat Entlebuch und Kakaobohnen aus fairem Anbau direkt von Bauern-Kooperativen wird hochqualitative Schokolade zu handgemachten Kreationen verarbeitet. Vom Choco Guide wurde die Casa Nobile als «Bester Chocolatier» der Schweiz ausgezeichnet.

Karl Johannes Rechsteiner erzählt auf www.baernblog.com zum Berner Choco-Leben von der vielfältigen süssen Kulturgeschichte. Der Kommunikationsberater und Kulturschaffende kreiert auch «schoggierende Erlebnisse» etwa an Events, wenn nicht gerade Pandemie herrscht. In seinem kleinen Chocoladen in Signau produziert er zudem Spezialitäten wie die Chocolami, die Berner Ur-Schoggi oder das Znüni-Zie, die er jeweils samstags vor Ort verkauft.

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CULINARIUM | SCHOKOLADENTRÄUME KUNDENPORTRAIT

Schokoladenträume aus Bern Vom Choco Guide wurde die Casa Nobile als «Bester Chocolatier» der Schweiz ausgezeichnet. Nun widmen sich die «Artisti del Cioccolato» auch aussergewöhnlichen Gelato-Kreationen. Vor dem Glacé-Sommer kommt aber noch der Osterhase

In Bätterkinden hat 2002 alles begonnen. Seitdem verzückt die Manufaktur Casa Nobile Gross und Klein mit ihren handgemachten Kompositionen aus Schokolade. Kunden aus der Region und aus Bern verlassen die Filiale in der Rathausgasse mit einem Lächeln im Gesicht. Der Online-Shop erfreut sich grosser Beliebtheit bei Privatund Firmenkunden aus der ganzen Schweiz, die hier exklusive Pralinen, Truffes, Pavés, Caramello oder Tartufi bestellen. Die beiden Gründer und Inhaber des Casa Nobile, Willi Schmutz und Martin Schwarz, setzen bei ihren Zutaten seit jeher auf Nachhaltigkeit und Schweizer Produkte. Die reine Heumilch in der exklusiven Couverture, mit der die Schokoladenkreationen erschaffen werden, stammt von Kühen aus dem UNESCO Biosphärenreservat Entlebuch. Diese glücklichen Milchkühe geniessen während der Sommermonate eine Vielfalt von verschiedenen, saftigen Gräsern und Kräutern, im Winter als Heu, ohne jegliche Zusätze oder Silo-Ergänzungsnahrung. Die verwendeten Kakaobohnen werden unter kontrolliert fairen Bedingungen und in langfristiger Zusammenarbeit direkt bei den Bauern und Kooperativen eingekauft und werden als Edelkakao von höchster Qualität zu der exzellenten Schokolade verarbeitet.

Zu Ostern soll auch dieses Jahr wieder für jeden etwas Einzigartiges dabei sein – über zwanzig Hasen-Kreationen und verschiedene Ostereier. Dennoch bietet die Auswahl nicht nur die ganz exklusiven und bis zu einem halben Meter grossen Schokoladen-Kreationen, auch kleine feine Aufmerksamkeiten sind im Angebot, die gerne auch von Firmen als Ostergeschenke für Kunden und Mitarbeitende bestellt werden. Die Osterhasen-Modelle sind sogar personalisierbar, beispielsweise mit dem Namen der oder des Beschenkten. Auch kann man gerade in Zeiten fehlender persönlicher Nähe mit dem Glücksei – und einem Gutschein für den Casa Nobile Onlineshop darin – eine Aufmerksamkeit verschicken, die viel Freude macht. Zuletzt gibt es für den Fussballfan selbstverständlich auch wieder den YB-Hasen, klassisch in Gelb und Schwarz gehalten. Ist Ostern erst mal vorbei, ist der wahrscheinlich selten so sehnsüchtig erwartete Sommer nicht mehr weit – und bald schon die Glacésaison eröffnet. Dieses Jahr werden die «Artisti del Cioccolato» unter Beweis stellen, dass sie ebenso gute «Artisti del Gelato» sind – mit derselben Leidenschaft und Liebe zum Süssen, die alle ihre Kreationen bisher prägen. Denn die Suche nach dem vollkommenen Geschmack ist eine unendliche, hält die Neugier und den Pioniergeist wach und führt immer wieder zu einem neuen Genuss der vorzüglichen und gleichzeitig überraschenden Art aus dem Casa Nobile. Wir freuen uns schon drauf.

CASA NOBILE Rathausgasse 45, Bern, Telefon 031 311 05 38 Onlineshop: www.casa-nobile.ch.

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«Show me a good time», Foto Dorothea Tuch

Spielen ins Leere LIVESTREAM AUS DEM SCHLACHTHAUS THEATER

Die Theaterhäuser mussten ab Mitte Dezember für das Publikum schliessen. Die Frage, wie Darbietung per Livestream funktionieren kann, stellte sich auch das Schlachthaus Theater. Dessen Leiterin Maike Lex begegnet der Vorführung im digitalen Raum mit Pragmatismus.

Maike Lex, Leiterin, verlässt das Schlachthaus Theater per Ende Spielzeit 2021/22. Foto Yoshiko Kusano

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Text Luca Hubschmied, Journal B

Es sei Neuland, das man jetzt betrete, schrieb das Schlachthaus Theater Mitte Dezember. Neuland, das heisst in diesem Fall eine ungewohnte Form der Öffentlichkeit. Die Aufführungen von «Submarie 8» wurden im Dezember von der Bühne des Schlachthaus Theaters zum Publikum in die heimische Stube gestreamt. Was während des ersten Shutdowns 2020 schon verschiedentlich ausprobiert wurde, hat nun auch das an der Rathausgasse ansässige Theaterhaus erreicht. Eine Umstellung, die allen Beteiligten viel abverlangt. «Die letzten Tage war ich damit beschäftigt, Gespräche mit den Ensembles zu führen. Diese drehten sich um die Frage, ob sie bereit seien, ihre Vorstellungen zu streamen», sagt die Leiterin des Schlachthaus Theaters, Maike Lex, Ende Januar. Die Gespräche seien gut verlaufen, berichtet die Theaterleiterin weiter. Die Stücke «Die Zufügung» und «Streuner» lassen sich auf das Wagnis Streaming ein. Das Stück «Show me a good time» von Gob Squad war ohnehin als Stream geplant. In den Diskussionen seien aber bei allen Beteiligten auch immer wieder Bedenken aufgetaucht. «Ein grosses Problem ist die fehlende Resonanz», sagt Maike Lex, „die verlorene Unmittelbarkeit mit dem Publikum. Die Angst, ins Leere hinein zu spielen ist eine der Hauptsorgen.» Und


K U LT U R & E V E N T S | S P I E L E N I N S L E E R E

für viele Theatergruppen stellten sich auch energetische Probleme: «Kurz vor einer bevorstehenden Premiere durch die Schliessung der Theaterhäuser ausgebremst zu werden, ist schwierig.»

Theater ohne Publikum Theater ohne physische Anwesenheit des Publikums. Dagegen wehrten sich das Schlachthaus und die Dampfzentrale noch im Oktober letzten Jahres. Im Gespräch erläutert Maike Lex die Entscheidung, das Theater nun doch digital zugänglich zu machen: «Die ausfallenden Vorstellungen machten uns grosse Sorgen. Alle anstehenden Projekte nach hinten zu verschieben, würde zu einer Art Kollateralschaden führen. Wenn ich mit einer Gruppe eine Aufführung im kommenden Herbst verabredet habe, lässt sich das nicht so einfach eineinhalb Jahr nach hinten schieben.» Die Folge wäre, dass ein bis zwei Jahre lang nichts Neues mehr produziert würde. Eine kleine Chance sieht sie in der aktuellen Situation: «Wir haben die Möglichkeit, unser Publikum zu erweitern. Das habe ich in den letzten Tagen selbst erlebt, als es mir plötzlich möglich war, Premieren in München und Bochum zu besuchen, ohne meinen Standort wechseln zu müssen. Gleichzeitig können Produktionen in Bern so doch stattfinden. Es macht auch Freude, das Produzierte zeigen zu können und es ist schön, die Reaktionen des Publikums zu erhalten, die kommen nun eben auch digital.» Doch, und das wird Maike Lex nicht müde zu betonen: «Das Streaming ist eine Überbrückung. Nicht zu vergleichen mit der wirklichen Anwesenheit der Gemeinschaft im Theatersaal.» Dass das letzte Jahr nicht ohne Abnützungserscheinungen vorbeizog, ist leicht nachvollziehbar. Für viele Kulturbetriebe war die Unsicherheit eine grosse Belastung, hinzu kamen Unsicherheiten bei der konkreten Umsetzung der Massnahmen oder schlicht Existenzängste. Auch das Schlachthaus Theater spürte die Anstrengung: «Die letzten Monate waren für uns als Team sehr belastend. Durch die neue Möglichkeit des Streamens fühlt sich die Situation aber ausnahmsweise gerade stabil an.»

«Die Zufügung»», Foto Guillaume Muset

Die Zukunftsaussichten Und schliesslich gibt es Zukunftsaussichten, die neue Perspektiven eröffnen. So meint Maike Lex mit einer hörbaren Zuversicht: «Unsere grosse Hoffnung ist es, im April das Festival ‹Schlachthaus Theater im Quartier› durchführen zu können.» Dieses fiel 2020 komplett aus, nun soll es nachgeholt und erweitert werden. «Diese Stücke im Freien wären auch mit Publikumsbegrenzung gut durchführbar», zeigt sich Lex vorfreudig, «und dieses Projekt liegt uns sehr am Herzen. Wir wollen mit dem Theater raus zu den Menschen, in diesem Fall ins Tscharnergut.» Von der digitalen Übertragung in den geteilten öffentlichen Raum. Es wäre eine weitere Wendung, diesmal offenbar eine wünschenswerte.

S C H L A C H T H A U S T H E AT E R

Text Luca Hubschmied, Journal B Journal B ist eine unabhängige Online-Zeitung aus Bern. Sie finanziert sich durch Mitglieder. www.journal-b.ch

genutzt wird.

Am 25. Juni 1981 beschloss der Stadtrat von Bern, das Alte Schlachthaus für kulturelle Zwecke zu renovieren. Von Ende 1982 bis zum 30. Juni 1984 war das Stadttheater Bern während der Renovationsphase Dauermieter, bevor vom 1. Juli 1984 bis zum 1. November 1997 das «Alte Schlachthaus» für kulturelle und andere Veranstaltungen gemietet werden konnte. Dank dem Engagement der freien Berner Theaterszene wurde aus dem Vermietbetrieb ein unter künstlerisch-administrativer Leitung stehendes Theater, das seit 1997 von einem Verein geführt und als Gastspielbetreib für die freie Theaterszene

www.schlachthaus.ch 45


K U LT U R & E V E N T S | F R Ü H L I N G S M I X

Frühlingsmix

H E R A U S G E P I C K T K U LT U R & M U S I K

Wir mussten lange auf die Kultur verzichten. Uns fehlten die Reize, das Kreative, das Lachen, die Alltagsfluchten. Ob unsere Kulturund Konzerthäuser im März wieder öffnen dürfen, steht zur Zeit des Drucks des Magazins noch in den Sternen. Wir sind aber voller Hoffnung und Zuversicht und haben für Sie einige Highlights aus dem reich befrachteten Angebot des Berner Kulturlebens herausgepickt. Die vollständigen Programme finden Sie auf den Webseiten der jeweiligen Veranstaltenden, stets aktuell auf baernblog.com und in der Tagespresse. Nie war es so wichtig wie jetzt: Unterstützen Sie die Berner Kultur, wo Sie nur können!

T H E AT E R A M K Ä F I G T U R M Copy Paste, das erste Bühnenprogramm des preisgekrönten ComedyDuos «Die Zwillinge», zeigt alle Facetten des Zwillinglebens, auch solche, die man gar nicht wissen möchte. Rasant, wortgewandt und mitunter rabenschwarz. Schlichtweg zum doppelt Totlachen! www.takbern.ch

50 Jahre Frauenstimmrecht – Infos und Übersicht aller Angebote in Bern: Bern.com/frauenstimmrecht

BIERHÜBELI BERN 24. März | Mike Bader – der Musiker und ehemalige Berner Radiomoderator bringt neues Chaos auf die Wohnzimmer-Bühne. Er amüsiert nicht nur mit Stand-Up-Comedy, sondern auch mit aberwitzigen Berner Mundartsongs an Klavier und Loopgerät. An diesem Abend werden Flaschengeister verscheucht und Blumenkohl wird hochgepriesen.

JA Ë L – N E U E S A L B U M Mit «Sinfonia» erschien am 1.1.2021 das neuste Werk der ehemaligen Lunik-Sängerin Jaël. Es ist ein Album mit sinfonisch orchestrierten Perlen, die in den letzten 20 Jahren ihres Bühnendaseins entstanden sind, dabei drei bislang unveröffentlichte Kompositionen. Die Albumtaufe mitt Orchester findet am11.11.2021 im Casino Bern statt. Am 15. April gibts Jaël im Trio unplugged im Kulturhof Schloss Köniz.

10. April | Mario Batkovic – Der Künstler offenbart dem Publikum die klangliche Vielfalt des Akkordeons - ohne Effekte oder Loops - durch eine wechselseitige symbiotische Beziehung zwischen Mensch und Instrument. Herausfordernd, hypnotisch und grandios. Derzeit nimmt er sein neues Album auf, welches 2021 erscheinen wird.

www.kulturhof.ch

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www.bierhuebeli.ch


K U LT U R & E V E N T S | F R Ü H L I N G S M I X

LA CAPPELLA

CASINO BERN 22. März | Patricia Kopatchinskaja und die Camerata Bern präsentieren eine Adaption des Grammy-gekrönten Programms «Death and the Maiden»: Werke vom Mittelalter bis in die Moderne kontrastieren und umflechten Schuberts berühmtestes Quartett.

28. März | Gunkl So und anders - eine abendfüllende Abschweifung. Der Philosoph unter den Kabarettisten und «Experte für eh alles» ist derzeit mit seinem 13. Soloprogramm unterwegs: Gunkls neues Stück dreht sich um den Umgang mit Nachrichten – und um das Denken an sich.

25. März | Kit Armstrong begann mit 5 Jahren zu komponieren, mit acht gab er sein erstes Konzert, mit neun schrieb er sich als Student an der Utah State University ein. Am 8. Symphoniekonzert spielt der Pianist mit dem Berner Symphonieorchester unter der Leitung von Dirigent Mario Venzago. www.casinobern.ch

MAHOGANY HALL 1. April | Ueli Schmezers MatterLive Kein Aprilscherz, sondern schwungvoller Sound im Frühjahr nach dem Corona-Winter. Die unsterblichen Chansons von Mani Matter, frisch interpretiert von einer famosen und überaus lebendigen Live-Band: Andi Pupato, Nick Perrin, Michel Poffet und Sänger und Entertainer Ueli Schmezer. www.la-cappella.ch

K U N S T- U N D K U LT U R H A U S V I S AV I S

22. März | Infunkted – Frisch und knackig, so präsentieren sich die Mannen und Frauen der Berner Combo. Der Sound des Sextetts ist vom Funk infiziert, allerdings wird diesem eine kräftige Prise Rock, Soul und Jazz beigemischt. Infunkted will sich nicht auf einen Stil festlegen, eines wird aber schnell klar: was da herauskommt, groovt und macht Spass! 20 März | Feet Peals CD-Taufe – die Feet Peals haben sich einem Stil verschrieben, den man als «Folk festif» oder auch «Pop tzigane» bezeichnen kann. Leichtfüssige und authentisch gespielten Chansons vermögen aufzuheitern und mitzureissen. www.mahogany.ch

1. April | Stand-up Bern Comedy Die Comedy-Koalition der Extraklasse blitzt und blinkt mit schlauen Sprüchen, schlagfertigen Pointen, munterer Poesie und allerlei Alliterationen. Die Mixed-Show bietet für alle etwas. Ein runder Abend, bei dem einmal mehr deutlich wird, dass Auftritte auf kleinen Bühnen die grösste Wirkung haben. www.kultur-visavis.ch

Stets aktuelle Kultur- und Eventtipps finden Sie auf www.baernblog.com

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DIVERSES | FÜR DIE CHURZE

Däiche u säge isch zwöierlei Gschicht u Illustratione vor Elsbeth Boss

E dicke, zottige Peuz, rundi Ohre, e Stummuschwanz, Tatze mit chratzige Chraue u gwunderegi Chnopfouge. Weisch du wär das isch? Däich doch chli nache … Nume es Bärebirebitzli! – Däichwou! Das sy Bärner Bäre vom Bärepark ar Aare unger der Nydeggbrügg, u vom Däuhöuzli. Bravo, gwüsst! Mängisch weis me äbe meh, aus me meint dass me wüssi. Me mues eifach nume nachedäiche. U weisch, däiche cha jedes Modi u jede Giu. Däiche choschtet nüüt, tuet nid weh, u macht ersch no ke Lärme. Oder hesch du öppe scho einisch öpper ghöre däiche? Du fragsch warum me im Hirni, auso z oberscht obe im Chopf, däicht. Warum ächt? Was, du hesch ke Ahnig! Isch doch Bubi eifach: De cha das, wo du dobe ddäicht hesch, dunger bim Muu use! Das isch wi bimne Outomat wo me ds Gäut obe iche schoppet u de d Waar ungeruse gheit. Du meinsch Gedanke heige kes Gwicht u chönne gar nid vom Hirni i ds Muu achegheie. Da chönntsch di trumpiere. Säg einisch öpperem, wo du nid magsch schmöcke u wo du süsch nume däichsch si syg e Chue, säg dere einisch lut u dütlech: «Bisch e Chue!». Chasch de luege, ob Gedanke wo aus Wörter zum Muu uschöme Gwicht hei oder nid. Ob di Chue eifach so ir Luft verpufft oder ob si zrugg schlaht. U das chönnt de weh tue. Me cha drum o mit Wörter dryschla! Däiche u säge isch äbe zwöierlei!

Weisch wi gäbig we me chönnt ghöre, was zum Byschpiu d Chindergärtnere oder d Lehrere oder der Lehrer däicht? Die hei bestimmt d Antwort uf d Frag, wo si grad steue, scho im Chopf. Du chönntsch d Hang ufstrecke u hättsch rächt. Jedi Antwort wär richtig. Ömu im mündleche Ungerricht, wiu du ja geng wüsstisch, weli Antwort uf ene Frag dene scho im Chopf umetrohlet. U weisch wi ds Mami würd stuune, we du bim Kömerle würdsch säge, du wüssisch scho, dass es itz grad lieber Ravioli würd choufe statt so schuderhaft gsunde, grüene Röselichöli. U du wüssisch o, dass si itz grad lieber nid es Mami vomne vorwitzige Goof, sondern e Bäremueter wär, wiu Bäreching nämlech uf ds Wort fougi. Du dörftsch eifach nid verrate, dass du Gedanke chasch ghöre. Weisch wi hennegeil! U wiu äbe niemer ghört was me däicht, we me däicht, blybt das, wo me däicht normalerwys es Gheimnis. Däiche u säge isch äbe zwöierlei! Ds Bäremeitischi het däicht – u niemer hets ghört, wiu däiche ja ke Radou macht, nid räblet u nid pouderet – es wünschi sich es härzigs, chlyns, liebs Bärli zum Spile u Bärebääbele. Mängisch hiuft wünsche! Ömu we me ganz, ganz fescht wünscht, das heisst ganz, ganz, ganz fescht a das däicht, wo me sich wünscht. Plötzlech hets am Bode e Baue u nes chlyns Bäremaneli, u nes Himugüegeli, u Tütschi, u sogar e Nüggu. Ds Bäremeitschi het ds Bärebebeli gärfelet, het ihm rosaroti Söckli a di chaute Bäretäupli aagleit u mit eme rosarote Lätschli ds verstrublete Bärehaar zwüsche de Bäreöhrli zum ne Schwänzli zämebbunge. U de het ds Bäremeitschi für ds Bärebebeli es Fingervärsli erfunge u derzue der Duume, de der Zeigfinger, der Mittufinger, der Ringfinger, u no der chlyn Finger – auso naadinaa geng e Finger meh – i d Luft gstreckt, zletscht mit aune Finger zablet u gseit: Das isch der Secklibär Das isch der Tschaupibär Das isch der Gumpibär Das isch der Pföselibär Das isch der Düüsselibär Die zottle zäme zum Bärnerbär Derzue hets ds Bärebebe buttelet, u das het i d Häng gchlatschet u mit de farbige Chräueli am Armbändeli u em Chlütterli der Takt gchlütterlet u gjuchzet u gjohlet u gügelet. U de hets am Duume gsüggelet u isch ygschlaafe. Vo was hets ächt tröimt, was meinsch? Verzeu!

Elsbeth Boss ist eine Berner Geschichten-, Kinder- und Kochbuchautorin. Die Illustrationen stammen aus dem Buch «Bärner Bäre», erhältlich im Werd & Weber Verlag, www.weberverlag.ch

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B Ä R N ! I NT E R N | V E R LO S U N G E N

Verlosungen B Ä R N ! 1 / 2 1 Teilnahme unter www.baernblog.com

P L A K AT L E B E N S B A U M 3 hochwertige Siebdrucke Der Berner Grafiker und Illustrator gestaltete das Titelbild dieser BÄRN!-Ausgabe. Der wunderschöne Lebensbaum mit den Berner Bären ist jetzt bei ihm im Onlineshop (kaspar-allenbach.ch/shop) auch als hochwertiger Siebdruck erhältlich. Gewinnen Sie eines der drei Exemplare.

BÄRN!MAGAZIN Das BÄRN! Magazin erscheint 4x jährlich und steht in Kooperation mit der Stadt Bern, mit Bern Tourismus, BERNcity sowie dem Tier- und Bärenpark, der ewb und anderen Berner Insititutionen. Die nächste Ausgabe 2021 erscheint anfangs Juni. Infos für Werbepartner unter www.baernmagazin.ch Abonnement

Das BÄRN! Magazin 4x jährlich für 30 Franken in einem Couvert persönlich adressiert in Ihrem Briefkasten? Infos unter: www.baernmagazin.ch.

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B AY, M O D E R N B R A S S E R I E 1 Diner für 2 mit Weinbegleitung Die moderne Brasserie mit historischer Eventlocation steht für unaufgeregt anspruchsvolle, echte, lebendige Gastronomie und Essen und Trinken, das glücklich macht. Das Bay offeriert ein Abendessen mit drei Gängen sowie Weinbegleitung, Mineral und Kaffee für zwei Personen.

IMPRESSUM AUSGABE 1/21 Verlag / Administration Werd & Weber Verlag AG Gwattstrasse 144, 3645 Thun mail@weberverlag.ch, Telefon 033 336 55 55 Redaktion Leitung Michèle Freiburghaus Bellevuestrasse 133, 3095 Spiegel bei Bern post@baernmagazin.ch, Telefon 031 972 07 07 www.baernmagazin.ch

WERD & WEBER VERLAG AG 3x 50 Franken Gutschein

Druck

AVD Goldach gedruckt auf FSC-Papier

Vertrieb

Direct Mail Company, Bern

Fotos

Remo Eisner, Doris Slezak, Dorothea Tuch, Guillaume Muset, Daniel Schifferli, Stephan Henking, Christine Strub, Splint Leist

Illustrationen

Kaspar Allenbach, Elsbeth Boss

Die nächste BÄRN!-Ausgabe erscheint am 2. Juni

Beiträge

Michèle Freiburghaus, Doris Slezak, Luca Hubschmied, Andreas Wyss, Karl Johannes Rechsteiner, Peter Brand, Raffael Hirt, Cornelia Berger, Noè Jeanne Freiburghaus, Karin Hänzi

Bis dahin stets aktuell: www.baernblog.com

Korrektorat:

Anja Rüdin

Wählen Sie eines der hochwertigen Bücher – verfasst von Schweizer Autor*innen – aus den Themenfeldern Belletristik, Krimi, Kindergeschichten, Freizeit, Genuss, Wandern, Natur und Mundart oder Lebensrückblicke von herausragenden Schweizer Persönlichkeiten. Der Werd & Weber Verlag offeriert drei Gutscheine à 50 Franken. Einlösbar im Webshop weberverlag.ch

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Pfütze, Foto Daniel Schifferli

BÄRN!FOTO

Wasserspiel Bundesplatz, Foto Stephan Henking

Wettbewerb 2021

2021 starten wir die 4. Ausgabe des BÄRN!FOTO-Wettbwerbs. Drei Gewinner*innen werden von einer Fachjury gewählt, plus weitere sieben Bestplatzierte, deren Fotos vergrössert und am Event im September zu Gunsten eines guten Zwecks verkauft werden.

Merci viumau!

Thema: «panta rhei – alles fliesst» Fotografieren Sie in Bern Bilder mit Wasser in jeder Erscheinungsform: Pfützen, Egelsee, Aare, Regen, Schnee, Brunnen, Kraftwerke, Bäche etc. mit oder ohne Menschen/Tiere, Details oder Landschaft. Mit der Einsendung der Bilder erklären Sie sich automatisch einverstanden mit der honorarfreien Publikation im BÄRN! MAGAZIN und dem BÄRN! BLOG.

Die Preise 1. Preis: BERNcity-Geschenkcard im Wert von CHF 1000.2. Preis: Gutschein von Zumstein im Wert von CHF 500.3. Preis: Gutschein von Zumstein im Wert von CHF 300.-

Patronat

Partner

Alle drei Gewinner*innen erhalten ausserdem einen exklusiven Master-Class Workshop von Zumstein.

​ Teilnahmeschluss: 15. Juli 2021 Maximal 3 Bilder pro Person Einsenden an: post@baernmagazin.ch, Stichwort BÄRN!FOTO Teilnahmebedigungen: www.baernblog.com 51


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Offen 365 Tage von 6.30 bis 22.00 Uhr BAHNHOF APOTHEKE IM GALERIEGESCHOSS Im Hauptbahnhof, 3011 Bern, Im Telefon 031 329 25Bern 25 Hauptbahnhof, 3011 52

Telefon 031 329 25 25

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