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BÄRN!MAGAZIN Die schönsten Seiten der Hauptstadt

2 / 2020

ZÄME GEITS! SUMMER! – DR CHARME VO BÄRN

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JPEHTERZUTNTERLADEN UND AP N E R E I T I F O PR , N E N N A C S E QR - C OD

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E D I T O R I A L & I N H A LT

INHALT C O V E R Jolanda Schwendimann (s. S. 28) ZÄME GEITS!

Foto Remo Eisner

EDITORIAL Zäme geits! Am 27. Mai gab der Bundesrat weitreichende Lockerungen bekannt, zu diesem Zeitpunkt ging das BÄRN! Magazin – mit seiner Produktionszeit von 5 Wochen – bereits fertig in die Druckvorstufe. Es war herausfordernd, die Inhalte just während des Lockdowns zu definieren. Toleranz, Akzeptanz und Füreinanderdasein sind zeitlose Themen. Und dass wir Bernerinnen und Berner zusammenhalten können, das haben wir bewiesen. Auch deshalb heisst das Schwerpunktthema dieser Ausgabe «Zäme geits!». Noch mehr als sonst stellen wir die Menschen in Bern in den Mittelpunkt. Menschen, die sich engagieren, Menschen, die etwas bewirken, Menschen, die etwas wagen, und Menschen, die unsere Stadt zu dem machen, was sie ist – lebens- und liebenswert. Sommer in Bern – nie war es so wichtig wie jetzt, das Leben in vollen Zügen zu geniessen. Sei es in der «bebadbaren» Aare, in den Berner Restaurants und Kulturinstitutioenn, beim Flanieren über den Märit, beim Lädele oder beim Chillen in den Parks. «Lokal und regional» sollte mehr denn je die Devise heissen. Das gilt im übrigen auch für das BÄRN! Magazin: Wir freuen uns in dieser schwierigen Zeit über all jene, die ein Abonnement bestellen oder uns für ihre Werbung berücksichtigen – kein anderes Berner Medium bietet dieselbe Summe an Vorteilen . Ich wünsche Ihnen einen zauberhaften Sommer mit vielen kleinen, ganz grossen Momenten. Michèle Freiburghaus Verlegerin, Redaktionsleiterin

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Plädoyer für ein Lächeln Berncity Interview mit Anton Gäumann Pinto Entsorgen? Von wegen! Gemeinsam für mehr Gesundheit Miteinander statt nebeneinander Tier

SOMMER IN BERN 20 22 24 26

Das kleine Glück Natur braucht Stadt Blumen mit Migrationshintergrund Summerferie? Lieber in Bärn!

GESELLSCHAFT 28 29 30

Joli – Geschichtenmalerin AEK Bank Uf u dervo: Chrigu Huber

LEBENSART 32 33 34 36 38 40 41 42 43 45

BERNcity Ding vom Jahr: Foodoo Ding vom Jahr: Wyttenbach Schreinerei Ding vom Jahr: You aare beautiful In einem Rutsch durchs Shoppyland Wechseljahre beim Mann Im Notfall rund um die Uhr da BONDE-Bikes Bärner Rundschou Die Bay Terrasse ist wieder offen

K U LT U R & E V E N T S

Das nächste BÄRN! Magazin erscheint Anfang September 2020. Informationen: www.baernverlag.com

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Summermix Buch: Liebe Aare

DIVERSES

Besuchen Sie unseren Blog mit täglich «Nöiem & Gfröitem» aus Bern:

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Kopernikus: Ds Meer! BÄRN! intern / Verlosungen

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Z Ä M E G E I T S | P L Ä D OY E R F Ü R E I N L Ä C H E L N

Plädoyer für ein Lächeln HOFFNUNG VERBREITEN IN SCHWIERIGEN ZEITEN Plötzlich war alles anders – und wer weiss schon, was in drei Wochen sein wird. Sicher ist nur, dass gegenseitige Unterstützung und Hoffnung gerade in schwierigen Zeiten besser sind als Hass und Resignation. In gebührender Distanz zusammenstehen und nach Berner Art einander ein Lächeln schenken, das ist jetzt angesagt.

Solidaritätswelle rollt an

Im Februar 2020 entstand der Artikel «Müssiggängig durch Bern» für die Märzausgabe des BÄRN! Magazins. Der Text beschrieb eine unbeschwerte Gedankenreise durch unsere schöne Stadt. «Bei Sonnenschein draussen an einem Bistrotischli sitzen und bei Espresso, Bier oder einem guten Wein den neuesten Berner Tratsch austauschen.» Thema des Magazins war «Dr Charme von Bärn». Nun, Corona war im Februar noch nicht ganz in Bern angekommen, und der publizierte Text hatte sich kurz darauf schneller erledigt, als einem lieb war …

Corona löst eine grosse Solidaritätswelle aus. Schülerinnen und Studenten bieten älteren Mitmenschen an, für sie einzukaufen. In zahlreichen Crowdfunding-Aktionen wird Geld gesammelt für Menschen, Organisationen und Betriebe, die bei der Verteilung der Hilfsgelder durch die Maschen fallen.

Unwirkliches Szenario Die vorliegenden Zeilen entstanden kurz vor Auffahrt. Zu lesen sein werden sie im Juni. Rückblende. Kaum jemand konnte sich Anfang Jahr ein solches Szenario vorstellen. Gespenstig wurde es in der leeren Stadt, nachdem der Bundesrat am 16. März 2020 die ausserordentliche Lage ausgerufen hatte. Oder sehr frei nach Hermann Hesse: «Seltsam, in der Stadt zu wandern! Einsam ist jeder Platz und Stein. Kein Mensch sieht den andern. Jeder geht allein.»

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Die einen Menschen sind von einem Moment auf den anderen zum Nichtstun verurteilt. Die anderen brechen in Spitälern und anderen systemrelevanten Bereichen unter der Belastung fast zusammen. Etwas ist allen gemeinsam. Die Sorge um ihre gesundheitliche und wirtschaftliche Zukunft. Doch nach dem ersten Schock setzt eine wundersame Entwicklung ein.

Musiker zaubern mit spontanen Trottoirkonzerten ein Lächeln in sorgenvolle Gesichter. Nachbarschaftshilfen sorgen dafür, dass Risikopatienten in ihren Wohnungen nicht vereinsamen. Restaurants bieten Hauslieferdienste mit musikalischer Begleitung an. Regelmässiges Telefonieren mit seinen Lieben hat Hochkonjunktur; viele entdecken dabei das Videochatten. Homeoffice wird zum Standard, trotz zuvor jahrelangen Bedenken vieler Unternehmen. Grosse Solidaritätsbekundungen erfahren auch die tatsächlich «systemrelevanten» Berufe, nämlich jene des Gesundheitswesens; bleibt zu hoffen, dass dies auch beim künftigen Lohnsystem Wirkung zeigen wird. Und: Viele kreative Köpfe entwickeln neue Geschäftsideen, die unsere Zukunft hoffentlich nachhaltig prägen werden.


Z Ä M E G E I T S | P L Ä D OY E R F Ü R E I N L Ä C H E L N

«Bern wird aus dem Stillstand herausfinden, um wieder das zu sein, für das wir unsere Stadt lieben.»

Corona demaskiert

Zusammenstehen und ein Lächeln schenken

Corona zeigt allerdings auch eine andere Seite. Eine Gesellschaft, die zwischen Solidarität und Gehässigkeit schwankt, zwischen Behutsamkeit und Ungeduld. Gräben haben sich neu oder weiter geöffnet. Gräben zwischen Stadt und Land, zwischen Jung und Alt, zwischen Weltanschauungen, zwischen Arm und Reich.

Etwas bleibt zu hoffen. Dass wir nach Corona nicht einfach zum Alltag zurückkehren, als wäre nichts geschehen. Erinnern wir uns an die Solidaritätswelle im Frühjahr. Stehen wir zusammen – mit gebührendem physischem Abstand. Packen wir die Chance. Schauen wir nach vorne. Seien wir kreativ. Nehmen wir aus dieser Zeit etwas mit, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nur Kleinigkeiten sind. Zum Beispiel die Erkenntnis, dass ein Lächeln wertvoller ist als Schenkelklopfen. Dass menschliche Nähe nicht selbstverständlich ist, dass Lebensfreude nicht nur an Partys zum Ausdruck kommt und dass es gerade in Bern unzählige lauschige Plätzchen gibt, die wir in diesem Frühling vielleicht neu entdeckt haben. Halten wir zwischendurch mal inne. Seien wir wieder achtsam mit unseren Mitmenschen, und geniessen wir auch die kleinen, scheinbar unbedeutenden Momente. Oder, um mit Konstantin Wecker zu sprechen, dessen Konzert in Bern leider auch verschoben werden musste: «Jeder Augenblick ist ewig, wenn du ihn zu nehmen weisst.»

Auf der Politbühne, in den Sozialen Medien und anderswo machen sich Menschen gegenseitig lautstark Vorwürfe, werden Schuldige gesucht und die wirrsten Theorien verbreitet. Corona demaskiert – ob mit oder ohne Maske. Corona entlarvt, deckt auf, spitzt zu, provoziert, zeigt neue Seiten von Menschen und Organisationen. Positive und negative Seiten. Seiten, die erstaunen oder erschüttern – je nach Perspektive. Wechselbad der Gefühle Auffahrt 2020. Das Gefühlsspektrum ist breit – von Unsicherheit bis Sorglosigkeit. Zwar haben die meisten Unternehmen, Restaurants und Geschäfte den Betrieb wieder aufgenommen. Auch Kultur- und Sportanlässe werden wieder möglich sein – irgendwie und irgendwann. Doch viele Menschen und Unternehmen bangen um ihre Existenz. Sie gilt es zu unterstützen, indem wir lokal einkaufen und Berner Kulturanlässe besuchen. Bern wird aus dem Stillstand hinausfinden, um wieder das zu sein, wofür wir unsere Stadt so lieben. «Ein Ort zum Sein, ein Ort der Musse», wie es im eingangs erwähnten Artikel der Märzausgabe des BÄRN! Magazins hiess.

PS: Und wenn Corona dazu führt, dass Händewaschen auch ohne Pandemie wieder selbstverständlich ist, dann haben wir doch schon einiges erreicht ... Text Ronny Kummer, Kommunikationsberater, Texter und Musiker www.ronnykummer.ch Fotos Remo Eisner, www.remo-eisner.ch

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ZÄME GEITS | BERNCITY

Zäme geits – jetzt erst recht! Text Sven Gubler, Interview Michèle Freiburghaus Foto: zvg

Seit dem 11. Mai sind die Geschäfte und Restaurants wieder geöffnet. Ein grosses Stück Normalität ist damit in un-

scheint unabdingbar, sei es durch den Erlass von Mieten oder andere Unterstützungsleistungen wie die Kurzarbeit.

seren Alltag zurückgekehrt. Endlich dürfen wir wieder «lädele», einen Cappuccino im Lieblingscafé trinken gehen oder den Arbeitstag bei einem Feierabendbier mit unseren Arbeitskolleginnen und -kollegen ausklingen lassen.

Und doch fühlt sich (noch) nicht alles an wie zuvor. Wir müssen vor den Eingängen warten, wenn bereits zu viele im Inneren sind. Wir dürfen nur zu viert an einem Tisch in der Beiz sitzen. Und wir können dem Ladenpersonal beim Bezahlen nur durch eine Plexiglasscheibe «Grüessech» sagen. Diese spezielle Situation ist noch immer gewöhnungsbedürftig und verunsichert uns als Kundinnen und Kunden. Auch die Gewerbebetriebe sind verunsichert und stehen, trotz den Lockerungen der Corona-Massnahmen, weiterhin vor sehr grossen Herausforderungen. Für sie wird es mit den aktuellen Auflagen schwierig bis unmöglich sein, Umsätze wie zu Zeiten vor der Pandemie zu erreichen. Eine weitere Hilfestellung durch den Staat 6

Nachhaltig lokal einkaufen Um das Überleben zahlreicher «Lädeli», Geschäfte und Gastrobetriebe zu sichern, sind nicht zuletzt aber Sie alle gefragt, liebe Bernerinnen und Berner. Während des Lockdown haben Sie Solidarität bewiesen: Sie haben einander Ihre Hilfe angeboten, haben den lokalen Geschäften mit einem Gutscheinkauf unter die Arme gegriffen und die Lieferdienste der Berner Restaurants berücksichtigt. Das soll jetzt nicht aufhören – das Berner Gewerbe ist weiterhin auf Ihre Unterstützung angewiesen. Nur so erhalten wir den einzigartigen Branchenmix der Berner Altstadt, sichern viele Arbeitsplätze und bringen den Motor der Wirtschaft wieder zum Laufen. Daher bitten wir Sie, liebe Bernerinnen und Berner: Zeigen Sie sich weiterhin solidarisch. Kaufen Sie bewusst und konsequent lokal ein, nutzen Sie das vielseitige Gastronomie- und Shoppingangebot Berns. Und zwar nicht nur jetzt, sondern auch in den nächsten Monaten und in den kommenden Jahren. Das ist unsere einzige Chance, gestärkt aus dieser Krise gehen zu können und das einzigartige Berner Lebensgefühl aufrechtzuerhalten.


ZÄME GEITS

| BERNCITY

«Kaufen Sie bewusst und konsequent lokal ein, nutzen Sie das vielseitige Gastronomie- und Shoppingangebot Berns.»

Interview mit Sven Gubler, Direktor BERNcity BERNcity ist die Organisation für eine «lebendige und vielfältige Berner Innenstadt». Kann man in diesen Zeiten von «lebendig» sprechen? Es begann am 11. Mai wieder langsam zu leben, aber es ist sicher nicht die gewohnte «Berner Lebendigkeit». Die Gesundheit steht im Vordergrund, und da gehören Social Distancing und Hygienevorschriften aktuell noch dazu. In turbulenten Zeiten ist die Unterstützung über eine gut vernetzte und engagierte Organisation besonders hilfreich. Ein kurzer Slogan für potenzielle Mitglieder? «Zäme vernetzt, zäme starch» sagt wohl viel über unsere Organisation aus. Ich denke, wir konnten, dank unserer guten Vernetzung und in Kenntnis der Bedürfnisse, jederzeit unterstützen. Sei es bei den Anforderungen an die Kurzarbeit oder an Notkredite, mit der Plattform «Bärnhiuft» oder jetzt mit den Informationen zu Schutzkonzepten und Schutzmaterialien. Während des Lockdown wart ihr Mitinitianten der Solidaritätsplattform «Bärnhiuft». Was hat die Aktion bewirkt? Wir konnten über 190 000 Franken an Gutscheinen direkt vermitteln, was den Unternehmerinnen und Unternehmern eine gewisse Unterstützung in Sachen Liquidität gab. Noch viel mehr aber zählt, dass wohl jeder Gutscheinkauf auch ein Zeichen der Kundinnen und Kunden war, wie sehr sie ein bestimmtes Unternehmen mögen und dass sie daran glauben, seine Produkte oder Dienstleistungen wieder beziehen zu können. Was wird sich in den nächsten Monaten für das Berner Gewerbe ändern? Es wird eine sehr grosse Herausforderung werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen mit den neuen Vorgaben das gewohnte Tagesgeschäft erledigen, was sicherlich eine gewisse Einarbeitungszeit benötigt. Die Motivation der Konsumentinnen und Konsumenten ist zurzeit nicht sehr gross, was Spontankäufe beim «Lädele» anbelangt. Diese und noch viele weitere Herausforderungen führen dazu, dass es sicherlich noch eine lange Zeit braucht, bis man wieder auf das Umsatzniveau der Vor-Covid-Zeit kommen wird. Demgegenüber wird sich die Kostensituation viel schneller wieder auf das Niveau der Vor-Covid-Zeit einspielen (z.B. punkto Miete, Kurzarbeit), und dies wird die Unternehmerinnen und Unternehmer enorm fordern, weshalb sie auf die Solidarität der Kundinnen und Kunden angewiesen sind. Dieses Dilemmas muss sich auch die Politik bewusst sein, und sie soll den Unternehmerinnen und Unternehmern weitere Unterstützung zusichern.

harte Zeit auf uns zukommen. Wir wissen heute nicht, wie sich die Gesellschaft mit dem Virus arrangiert, und wir wissen nicht, wie lange es noch dauert, bis ein Medikament oder ein Impfstoff verfügbar ist. Auch kann niemand wissen, wie die weitere Entwicklung des Virus ist, ob wir beispielsweise noch mit weiteren Wellen rechnen müssen. Es gilt nun, so gut es geht, die bestehenden Möglichkeiten zu nutzen, innovativ zu bleiben und – wie erwähnt – auf die Solidarität der Kundinnen und Kunden zu hoffen. Ein Appell an die Berner Bevölkerung? Kauft man jetzt eine BERNcity-Geschenkcard, unterstützt man über 200 Berner Geschäfte, Gastronomiebetriebe sowie viele Kultur- und Sportinstitutionen usw. und zeigt damit Solidarität mit dem lokalen Gewerbe. Und dies am besten jetzt, da es jetzt am nötigsten ist. Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten der Geschenkcard ist einzigartig.

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Die Berner Innenstadtorganisation für eine lebendige und vielfältige Berner Innenstadt. Informationen, auch zur BERNcityGeschenkcard: www.berncity.ch

LÄDELE. LÄDELE. Mir fröie üs uf öich.

Mir fröie üs uf öich.

Wie sehen die Zukunftsperspektiven deiner Meinung nach aus? Ich bin grundsätzlich immer positiv gestimmt, aber es wird eine sehr

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ZÄME GEITS | INTERVIEW ANTON GÄUMANN

«Zäme geits» passt gut zur Migros I N T E R V I E W M I T A N TO N G Ä U M A N N , G E S C H Ä F T S L E I T E R M I G R O S A A R E Für die Migros ist Anton Gäumann (59) seit 30 Jahren tätig. Er begann seine Laufbahn 1986 als Product Manager Unterhaltungselektronik/Foto in der damaligen Migros Bern. Von 2005 bis 2014 war er als Chef der Neue Brünnen AG und Gesamtprojektleiter des Shopping- und Erlebniscenters Westside für die Leitung des grössten Investitionsprojekts der Migros Aare der letzten 15 Jahre verantwortlich. Gäumann leitete anschliessend den Direktionsbereich Einkaufscenter und Immobilien. Seit 2016 ist er, als Nachfolger von Beat Zahnd, Geschäftsleiter der Migros Aare. Interview Michèle Freiburghaus, Foto Remo Eisner

Wie bist du aufgewachsen? Meine Eltern führten eine Käserei mit Milchhandlung in Steffisburg. Natürlich wurde ich schon als Jugendlicher eingespannt, um mitzuarbeiten, das hat mich bestimmt geprägt. Du hast ursprünglich eine Lehre als Detailhandelsfachmann gemacht, dich anschliessend gezielt weitergebildet und bist heute Chef von rund 12 000 Mitarbeitenden. Du hast dein Handwerk also von der Pike auf gelernt. Welche Vorteile bringt dieser Einstieg? Diese Erfahrung ist enorm hilfreich, denn ich weiss dadurch, was es heisst, im Detailhandel an vorderster Front zu stehen. Ich kenne die ganzen Strukturen von Grund auf – was doch viel zum Verständnis für alle Abläufe beiträgt. Du musstest 2019 einige unpopuläre Entscheidungen treffen. Wie gehst du persönlich jeweils damit um? Es müssen bei einem Unternehmen immer wieder Entscheidungen getroffen werden, die schmerzhaft sein können. Einschneidende Vorkommnisse wie die Fusion Aargau Solothurn und Bern, als etliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz nach Schönbühl verlegen mussten. In solchen Momenten ist Transparenz enorm wichtig, man muss den Leuten anschaulich erklären, weshalb ein solcher Schritt nötig ist, damit sie die Gründe nachvollziehen können. Man muss sich in einer solchen Situation bewusst sein, was sie für die Betroffenen bedeutet, soziale Verantwortung übernehmen, aber auch mit sich selbst im Reinen sein. Schlaflose Nächte hatte ich in meiner Karriere selten, ich kann mich nur an eine erinnern, nach dem Deckeneinsturz im Bernaqua. 2018 gab die Migros Aare ihre Pläne bekannt, die Filiale an der Marktgasse für 75 Millionen Franken umzubauen. 2019 dann die Mitteilung, dass das Projekt vorläufig aufs Eis gelegt werde. Gibt es hierzu Neues zu berichten? Mit der Migros Marktgasse haben wir verschiedene Phasen durchlebt. In der Coronazeit kam eine weitere Komponente dazu. Wir werden nach Corona die ganze Situation in der Stadt Bern erneut prüfen und versuchen, dieses Projekt so aufzusetzen, dass es zukunftsfähig ist und bleibt. Die Mitarbeitenden in den Supermärkten haben in der Coronakrise Grosses geleistet und sich auch erheblichen Risiken ausgesetzt. Wurde das vom Unternehmen in irgendeiner Form honoriert? Wir sind uns sehr wohl bewusst, was die Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter leisten. Nicht nur die Leute an der Front machten und machen tagtäglich einen Superjob, zu erwähnen sind auch all die Menschen im Hintergrund. Sie alle sorgen dafür, dass die Waren für unsere Kundinnen und Kunden unter den erschwerten Bedingungen rechtzeitig verfügbar sind. Wir werden diesen Einsatz bestimmt entsprechend honorieren, momentan ist aber noch nicht definiert, in welcher Form. Corona wird uns leider noch länger beschäftigen. Welche Herausforderungen galt es während dieser Zeit zu bewältigen? Die hauptsächliche Aufgabe bestand darin, die Verkaufsbereitschaft trotz abgesperrten Sortimenten, Eingangskontrolle usw. zu jeder Zeit sicherzustellen. Ausserdem galt es, dem Personal an der Front den Schutz und mit einer tragfähigen Organisation im Hintergrund die Sicherheit zu geben, dass es nicht allein gelassen wird. Stichwort «Zäme geits» – was fällt dir dazu ein? Dieses Motto passt sehr gut zur Migros, denn immer wenn es darauf ankommt, sind ein grosser Zusammenhalt und eine beachtliche Solidarität spürbar. In den Coronawochen sassen beispielsweise Leute aus den Fachmärkten und Clubschulen an den Supermarktkassen oder Gastronomieangestellte haben geholfen, Regale aufzufüllen. Hier zeigt es sich, dass wir gemeinsam auch schwierige Situationen meistern können. Was würdest du als deine grössten Stärken, was als deine grössten Schwächen bezeichnen? Ich bin belastbar und entscheidungsfreudig, trotzdem sensibel, nehme manchmal Dinge zu persönlich – was auch als Schwäche definiert werden könnte. Du giltst als führungsstark – hinter vorgehaltener Hand wird sogar von einem autoritären Führungsstil gemunkelt. Was sagst du selbst dazu? Das ist immer eine Interpretationsfrage. In der Unternehmensführung müssen immer wieder unpopuläre Entscheidungen getroffen werden, um vorwärtszukommen. Ich bin ein direkter Mensch, der keine Umschweife macht und von seinen Leuten viel fordert, was manche eventuell als autoritär bezeichnen könnten.

Fortsetzung Seite 10

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ZÄME GEITS | ANTON GÄUMANN

Fortsetzung von Seite 9

Berns und der näheren Umgebung – bis hin zum Besuch einer Käseproduktionsstätte.

Wie entspannst du dich am besten? Primär indem ich gut schlafe. Was meine Aktivitäten anbelangt, leider alles zu wenig: ein bisschen joggen, ein bisschen das Rudergerät traktieren. Ausserdem amte ich als Basecamp-Manager, Koch, Sherpa und Driver für meine Frau, die klettert. Während sie auf einer Klettertour ist, mache ich jeweils gerne eine Wanderung.

Hast du Lieblingsrestaurants in Bern? In Bern gibt es so viele Möglichkeiten, wo man es sich in schönster Umgebung gut gehen lassen kann, was ich sehr geniesse. Ich mag beispielsweise das Restaurant Büner sehr – Julio Da Silva ist ein toller Gastgeber, bei ihm fühle ich mich rundum wohl.

Wie stark ist dein Bezug zu Bern, und was magst du an unserer Stadt und ihren Menschen am liebsten? Bern ist seit 20 Jahren meine Heimat – der für mich wohl schönste Ort ist der Egelsee. Auch, weil er so nah und der perfekte Ort für eine Joggingrunde ist. Welche deiner Eigenschaften würdest du als typisch bernerisch bezeichnen? Natürlich mein Berndeutsch, das von Zürcher Geschäftspartnern manchmal schlicht nicht verstanden wird (lacht). Von anderen Klischees halte ich nicht viel. Bist du ein Aareschwimmer? Ja, oft und gerne. Ich war bereits Aareschwimmer, bevor ich nach Bern gekommen bin. In Thun, dort, wo früher das Tea-Room Luxor war und wo jetzt gesurft wird. Welchen Ort in Bern zeigst du auswärtigen Besuchenden? Ich finde den Blick vom Rosengarten auf die Stadt Bern einfach fantastisch. Ein Must für die indischen Austauschstudenten, die wir jedes Jahr beherbergen und die in der Kanzlei meiner Frau tätig sind. Wir zeigen ihnen aber auch alle anderen Sehenswürdigkeiten

Kochst du auch selbst? Wenn ich nicht kochen würde, gäbe es zu Hause kaum jemals etwas zu essen (lacht schallend). Meine Frau findet, da ich in der Migros arbeite, könne ich auch einkaufen und kochen.

Welche neuen Herausforderungen stehen zurzeit an? Ich denke, das werden in etwa dieselben bleiben wie bis jetzt. Wir befinden uns mit der Migros bereits in einem herausfordernden Markt –, der Onlineverkauf, die Digitalisierung, unsere Mitbewerber – hinzu kommen jetzt die ganzen Coronaeinflüsse. Es ist darum wichtig, dass wir die kurzfristigen Aufgaben nicht aus den Augen verlieren, beispielsweise die, unseren tagtäglichen Versorgungsauftrag sicherzustellen. Andererseits gilt es aber, unsere Zukunftsstrategien, Strukturen und Prozesse unter den jetzigen Gegebenheiten neu zu überprüfen und zu überdenken. Ich bin der festen Überzeugung, dass «nach Corona» nichts mehr sein wird, wie es vorher war. Wenn dir eine gute Fee einen Wunsch erfüllen würde – welcher wäre es? Ich würde mir wünschen, dass die Migros-Gemeinschaft gestärkt und zukunftsfähig aus dieser Coronakrise hervorgeht.

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ZÄME GEITS | PINTO

Professionelle Zivilcourage in Bern Seit 2005 sind die Mitarbeitenden der städtischen Interventionstruppe Pinto in Berns Innenstadt unterwegs. Sie schlichten bei Konflikten und bieten Hilfe für Menschen auf der Gasse an. Nach dem Beginn des Lockdowns stieg auch die Arbeit für Pinto sprunghaft an. Text Luca Hubschmied Durch die Einschränkungen im öffentlichen Leben waren viele Wochen lang hauptsächlich Menschen auf den Gassen der Sandsteinstadt anzutreffen, die dort ihren Lebensmittelpunkt haben. In diesem Raum leisten unterschiedliche Organisationen Soziale Arbeit, am auffälligsten für das naive Auge des Beobachters dürften die Zweierteams mit roter Weste und der Aufschrift «Pinto» sein. Prävention, Intervention und Toleranz verbergen sich hinter dem Akronym. Elf Personen sind für die mobile Interventionstruppe der Stadt Bern unterwegs, ihren Arbeitsalltag verbringen sie vorwiegend auf der Strasse, mindestens 60 Prozent der Zeit, so steht es im Konzept. Sie schlichten bei Konflikten, vermitteln bei Ruhestörungen, bieten Hilfe und Beratung für Menschen auf der Gasse und sprechen Fehlverhalten im öffentlichen Raum an. Die Verschärfung der Lage für Armutsbetroffene und Abhängige, wie sie viele gassennahe Organisationen seit Beginn der Coronakrise feststellen, beobachtet auch Pinto: «Wir haben seit dem 3. März massiv mehr zu tun», erklärt Silvio Flückiger am Telefon. Er ist seit 15 Jahren bei Pinto tätig und leitet das Projekt seit 2007. Mit Beginn des Lockdowns hat sich der Arbeitsalltag für Pinto stark verändert; erste Aufenthaltsräume und Angebote Freiwilliger mussten schliessen, dafür verlängerte das von Pinto betriebene Obdachlosencafé «Punkt 6» seine Öffnungszeiten. Weil zudem die Drogenanlaufstelle an der Hodlerstrasse den Innenhof schliessen musste und damit der Platz für Aufenthalt und Deal wegfiel, übernahm es Pinto, den dortigen Nebenhof sieben Tage die Woche zu führen. Die Stadt hat zusätzliche Einzelzimmer organisiert, um Obdachlosen in Zeiten von #stayhome eine Gelegenheit zur Selbst-

isolation anzubieten. Insgesamt 29 Zimmer stehen in Bümpliz und im Rossfeld zur Verfügung, für die Zuweisung der Klienten ist Pinto zuständig. Die Einführung der mobilen Interventionstruppe im Jahr 2005 stiess nicht überall auf Zustimmung. Die unterschiedlichen Aufgaben, die Pinto unter einem Hut vereint, führten besonders in den ersten Jahren zu kritischen Vorstössen im Stadtrat. Es allen recht zu machen, sei aber ohnehin nie das Ziel gewesen, sagt Silvio Flückiger und fährt fort: «Unsere Arbeit lässt sich als professionalisierte Zivilcourage zusammenfassen.» In einem Haltungspapier der Schweizerischen Fachgruppe Gassenarbeit wird, ohne Pinto namentlich zu nennen, der Konflikt deutlicher. Die Abgabe von ordnungspolitischen Aufgaben an nicht polizeiliche Organisationen möge vielleicht berechtigt sein, heisst es dort, doch dies solle nicht unter dem Deckmantel der Sozialen Arbeit geschehen. Darauf angesprochen, entgegnet Flückiger: Sozialarbeit leistet sehr vereinfacht zwei Aufgaben: fördern und fordern. Jeder Soziarbeiter oder Sozialpädagoge, der in einer Institution, auf einem Sozialdienst oder in einem Wohnprojekt arbeitet, tut exakt dies. Bei Pinto ist es dasselbe, nur setzen wir nicht eine Hausordnung durch oder machen auf Abmachungen aufmerksam, wir weisen auf die Regeln im öffentlichen Raum hin. Wir leisten also durchaus Soziale Arbeit.

Pinto ist eine mobile Interventionsgruppe, die sich im öffentlichen Raum der Stadt Bern für eine konfliktfreie Koexistenz aller Bevölkerungsgruppen einsetzt. Journal B ist eine unabhängige, seit fünf Jahren existierende Onlinezeitung aus Bern. Sie finanziert sich durch Mitglieder. www.journal-b.ch

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Entsorgen? Von wegen! Text Cornelia Berger, Fotos Adrian Moser

Bisher musste ausgediente Arbeitskleidung von Energie Wasser Bern entsorgt werden. Dies vor allem deshalb, weil die Kleidungsstücke ein Firmenlogo tragen und somit zweckendfremdet und beispielsweise für Zutritte in Häuser missbraucht werden könnten. Privates Weiterverwenden oder Spenden war deshalb ausgeschlossen. Trotzdem ist es Energie Wasser Bern gelungen, den Stoffkreislauf zu schliessen und aus alten Arbeitskleidern neue Produkte zu fertigen, die ökologische, ökonomische und soziale Anforderungen bestens erfüllen.

Die ausgemusterten Arbeitskleider sind zwar nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck zu gebrauchen, aber trotzdem zu schade für die Tonne. Wie also könnte diese Kleidung weiterhin sinnvoll genutzt werden? Für Christof Scherrer (Nachhaltigkeitsmanagement) und André Häfliger (Supply Chain Management, beide Energie Wasser Bern) war der Gedanke an «upcycling» naheliegend. Der Begriff stammt aus dem Englischen und setzt sich zusammen aus up, «nach oben» und recycling, «Wiederverwertung». Es handelt sich dabei um einen Umwandelungsprozess, bei dem aus Abfallprodukten oder scheinbar nutzlosen Materialien neuwertige Produkte gefertigt werden. Dieses Vorgehen unterstützt das ökologische Ziel von Energie Wasser Bern, so wenig Abfall wie möglich zu produzieren und ressourcenschonende Vorgehensweisen zu wählen.

Terra Vecchia Mit der in Gümligen ansässigen Upcycling Manufaktur der Stiftung Terra Vecchia war schnell ein fähiger Partner für die Umsetzung der Idee gefunden. Die 1973 gegründete Stiftung unterstützt seit fast 50 Jahren Menschen darin, eine grösstmögliche persönliche Autonomie zu erreichen, indem sie unter anderem Arbeitsplätze für Menschen bietet, die im Rahmen der beruflichen Integration oder eines geschützten Arbeitsplatzes auf Begleitung und Unterstützung angewiesen sind. Bildhintergrund: die Initianten des Projektes, André Häfliger (links) und Christof Scherrer

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«Aus alt mach neu» lautet das Motto des Upcycling-Ateliers. Die Flexibilität von Terra Vecchia sowie kurze Transportwege brachten das Projekt gegen Ende des letzten Jahres ins Rollen, es entstanden


ZÄME GEITS | EWB

erste Ideen für Artikel. Nähversuche und Materialtests zeigten bald, dass sich die ausgedienten Arbeitskleider des Energieversorgers bestens als Basis für originelle Produkte eignen. So entstehen heute aus Teilen von ausgedienten Jacken, Hosen oder Fleecepullovern Taschen, Etuis, Kissen und Alltagsgegenstände. Jedes der fertigen Produkte ist ein Unikat, es gibt kein Teil ein zweites Mal. Schliesslich waren die dafür verwendeten Materialien zuvor im Einsatz und zeigen entsprechende Gebrauchsspuren. Auch die Auflage ist beschränkt, je nach vorhandenem Altmaterial. Das ganze Team der Upcycling Manufaktur beteiligt sich am Entwurf von neuen Produkten, wodurch viele Vorschläge und Ideen in die Produktegestaltung einfliessen. Sobald das Schnittmuster fertig ist, wird jeder Arbeitsschritt dokumentiert und fotografiert. Bewährt sich ein Prototyp, können die Mitarbeitenden anschliessend direkt selbstständig mit der Fertigung beginnen.

Die Stiftung bietet den Mitarbeitenden der Manufaktur die Möglichkeit und Chance, das Mit- und Nebeneinander zu üben und sich für eine gewisse Zeit auf die Berufswelt vorzubereiten, um so zukünftig für den Arbeitsmarkt gerüstet zu sein.

Neue Projekte In der Upcycling Manufaktur wird nicht nur alter Arbeitskleidung, sondern auch anderen Materialien wie ausgedienten Gleitschirmen oder PVC-Blachen neues Leben eingehaucht. Die Möglichkeiten für Upcycling sind nahezu unbeschränkt. Deshalb möchte Energie Wasser Bern diesen Gedanken weiterverfolgen und sieht grosses Potenzial für weitere spannende Projekte zusammen mit Terra Vecchia – schliesslich gibt es aus verschiedenen Bereichen des Energieversorgers interessante Reststoffe, beispielsweise ausgediente Gas- und Wasserrohre. Denn längst gehört Material, das für seinen ursprünglichen Zweck ausgedient haben mag, nicht mehr einfach in den Abfall.

ewb.ch Energie Wasser Bern verlost exklusiv im BÄRN! Magazin verschiedene Unikate aus der Terra Vecchia Upcycling Manufaktur – siehe Seite 50.

Taschen für Energie Wasser Bern Nadja und Joëlle arbeiten heute an Taschen für Energie Wasser Bern. Ihr Arbeitstag in der Upcycling Manufaktur beginnt um 7.45 Uhr. Beim morgendlichen Meeting mit allen Anwesenden werden Aufgaben verteilt und Zuständigkeiten geregelt. Anschliessend stellen die beiden Frauen das erforderliche Material zusammen. Für eine fertige Tasche benötigen sie zwei Regenjacken und ein bis zwei Westen oder Hosen.

Thomas Zürcher, Product Manager Energie Wasser Bern

Erst werden die Nähte aufgetrennt und dann aus dem Rücken der ausgedienten Jacken die Aussenteile für die Tasche zugeschnitten. Die Innentasche wird aus den Westen und Hosen gefertigt. Nach diesen Vorbereitungsarbeiten rattern dann auch schon die Nähmaschinen in der kleinen Produktionsstätte. Abhängig von Material und Produkt wird auf einer Haushalt-, einer Overlock- oder einer Industrienähmaschine gearbeitet. Der Aufwand für die Fertigung aus gebrauchten Materialien ist natürlich grösser, als wenn neue Stoffe verwendet würden. Die ausgediente Arbeitskleidung muss gewaschen, sortiert und überprüft werden, was viel Zeit in Anspruch nimmt. Eine Umhängetasche mit Innentasche kann gut vier bis fünf Tage Arbeit bedeuten. Etuis werden in rund drei und Kissenbezüge aus Faserpelzjacken in vier bis fünf Stunden gefertigt.

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ZÄME GEITS | BERNER GESUNDHEIT

Gemeinsam für mehr Gesundheit

Text Michel Wyss, Fotos Carmelo Agovino, agovino.net

Die Angebote und Dienstleistungen der Stiftung Berner Gesundheit fördern die Gesundheit, stärken die Lebenskompetenzen und steigern die Lebensqualität nachhaltig. Die Kernaufgaben der Stiftung sind Gesundheitsförderung und Prävention, Sexualpädagogik sowie Suchtberatung und -therapie im Kanton Bern. Die Angebote berücksich-

Viele Faktoren und Entscheidungen beeinflussen unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Mit ihren Angeboten zu Gesundheitsförderung und Prävention bestärkt Berner Gesundheit Menschen darin, gesund zu bleiben sowie problematisches Verhalten frühzeitig zu erkennen und zu handeln. Sie berät, begleitet, schult und informiert Erziehungsberechtigte und Fachpersonen in Institutionen im Frühbereich, aus Schulen, Heimen, Lehrbetrieben, Gemeinden und Vereinen.

tigen die individuellen Bedürfnisse und Ressourcen der Menschen, die sie in Anspruch nehmen, und werden

Angebote

gemeinsam entwickelt. Sie stehen allen Menschen offen,

Die Angebote werden individuell entwickelt und auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasst. Folgende Themen stehen im Vordergrund:

unabhängig von ihrer Herkunft, dem sozialen Umfeld oder der persönlichen wirtschaftlichen Lage.

Wissen, was einem guttut und wie man gesund bleibt Die Eltern sind besorgt: Seraina wird seit dem Wechsel in eine neue Klasse ständig von einer Klassenkameradin gemobbt und gequält. Der Abwart der Schule X hat mit Sprayereien und Sachbeschädigungen zu kämpfen. Leiterin Sarah G. fragt sich, ob und wie sie digitale Medien sinnvoll in ihrer Kita einsetzen kann. Hamida F. ist mit ihrer Familie erst seit Kurzem in der Schweiz und macht sich Sorgen wegen des Cannabiskonsums ihres Sohnes.

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Alkohol Cannabis und andere illegale Drogen Depression/Suizid digitale Medien Diversität Gewalt/Mobbing Glücksspiel Klassenklima Lebenskompetenzen psychische Gesundheit Sexualität/Liebe Stress Tabak


ZÄME GEITS | BERNER GESUNDHEIT

«Gesundheit wird von den Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt, dort, wo sie spielen, arbeiten und lieben.»

Fragen zu Liebe, Freundschaft und Sexualität Wenn es um Themen wie Sexualität und Identität geht, wollen Kinder und Jugendliche schon früh mehr wissen: «Woher kommen Babys?», «Was passiert beim Sex?», «Warum ist jemand schwul?» Berner Gesundheit unterstützt Jugendliche, Eltern, Schulen, Heime, Tagesschulen und Kitas dabei, sich mit diesen und weiteren Fragen auseinanderzusetzen. Sie schult, berät und informiert in Form von Gruppen- und Einzelgesprächen, Coachings für Fachpersonen, Elternkursen oder Informationsveranstaltungen. Eine Sucht hat immer eine Geschichte: Diese kann auch gut enden Wenn Adrian G. morgens aufwacht, greift er als Erstes zur Zigarette. Nadia F. trinkt jeden Abend ein paar Gläser Rotwein zum Entspannen. Die Eltern von Tim machen sich Sorgen, weil er ständig Videogames zockt und chattet. Andrea F. hat Anfang Monat schon wieder kein Geld mehr auf dem Konto, weil sie unbedingt noch eine teure Handtasche kaufen «musste». Sucht hat viele Gesichter – sie kann sich durch den Konsum von Alkohol, Tabak und weiteren psychoaktiven Substanzen wie Cannabis oder Kokain entwickeln. Auch ein bestimmtes Verhalten kann in eine Abhängigkeit mit gesundheitlichen Folgen münden. Man spricht hier von Verhaltenssüchten. Die Stiftung Berner Gesundheit hilft Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Alter, die ihr Suchtverhalten aktiv angehen möchten. Sie coacht

auch Personen aus dem Umfeld – sei es aus der Familie, dem Freundeskreis oder Verantwortliche in Betrieben und Institutionen. Das Angebot umfasst Einzelberatungen, Familien- und Paargespräche sowie Gruppenprogramme. Beratungen sind auch am Telefon oder online möglich. Die Angebote in der Suchtberatung und -therapie sind in der Regel kostenlos; die Fachpersonen unterstehen der Schweigepflicht.

STIFTUNG BERNER GESUNDHEIT

Brauchen Sie Unterstützung? Haben Sie Fragen? Die Stiftung Berner Gesundheit arbeitet im Auftrag des Kantons Bern. Sie ist mit vier Regionalzentren – eins davon in der Stadt Bern – sowie mehreren Beratungsstandorten im ganzen Kanton vertreten. Sie orientiert sich an hohen Qualitätsstandards und ist QuaThe-DA-zertifiziert (Qualität Therapie Drogen Alkohol). Bei Bedarf stellen wir bei allen Angeboten interkulturelle Übersetzung. Berner Gesundheit Regionalzentrum Bern, Eigerstrasse 80, 3007 Bern Telefon 0800 070 070 (gratis) bern@beges.ch / www.bernergesundheit.ch

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ZÄME GEITS | HAUS DER RELIGIONEN

Miteinander statt nebeneinander Text Anne Hampel, Foto zvg

Ein weltweit einzigartiger Ort der Begegnung verschiedener religiöser Gemeinschaften und der Öffentlichkeit wurde mit dem Haus der Religionen – Dialog der Kulturen realisiert. Seit 2014 bietet das Haus am Europaplatz Hindus, Muslimen, Christen, Aleviten und Buddhisten eigene würdevolle Räumlichkeiten für ihre Zeremonien. Juden, Bahá’í und Sikhs beteiligen sich inhaltlich am Programm.

Voneinander und miteinander lernen Ein Ort des Dialogs, der Integration, der Kultur und der Bildung soll das Haus sein – ein partizipatives Labor des Zusammenarbeitens und der Entwicklung. «Wir möchten Vorbild für das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Religionen sein und üben dies im Alltag. Durch die tägliche Zusammenarbeit sind wir am Puls aktueller Fragen, welche die Menschen verschiedener Religionen und Kulturen in unserer Gesellschaft beschäftigen», sagt David Leutwyler, ehemaliger Geschäftsführer des Hauses. Dergâh, Kirche, Moschee, Tempel und Buddhistisches Zentrum sind verbunden durch einen offenen Bereich des Dialogs, der sich zwischen den Gebetsräumen der einzelnen Religionen befindet und einen neutralen Gesprächsraum bietet. Der Dialogbereich mit dem Restaurant ist somit das Herzstück des Hauses.

Es ist ein Dienstagmorgen, 9 Uhr. Im Haus riecht es köstlich nach gedünsteten Gewürzen. Hindupriester Sasikumar Tharmalingam bereitet gemeinsam mit dem Küchenteam das ayurvedische Mittagessen vor. Etwa um diese Zeit kommt Rabbiner Michael Kohn von der jüdischen Gemeinde vorbei, um den Herd einzuschalten – ein Ritual, mit dem er den Kochprozess nach jüdischen Ernährungsvorschriften überwacht. Im Frühjahr 2018 haben die beiden Geistlichen gemeinsam ein Konzept erarbeitet, wie das Restaurant Vanakam im Haus der Religionen – Dialog der Kulturen als erstes Restaurant in Bern koscheres Essen anbieten kann.

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Seit der Eröffnung im Jahr 2014 entwickelt sich der bereits bestehende interkulturelle und interreligiöse Dialog weiter, der Respekt, Toleranz und Akzeptanz auf allen Seiten voraussetzt. Diverse Integrations- und Kulturprogramme sowie Führungen durch das Haus ermöglichen es der breiten Bevölkerung, Teil des Friedensprojektes zu werden. Hier finden Ausstellungen, Vorträge und Diskussionsrunden, Lesungen und Filmabende statt. Neben dem ayurvedischen Mittagstisch gibt es Kaffee und Kuchen, ein Abendbistro sowie einen internationalen Brunch am Samstag. Im Elterncafé spielen Kinder verschiedenster Herkunft, im Atelier wird kreativ gearbeitet, in Seminarräumen werden Workshops und Kurse zu Bildungs- und Gesundheitsthemen angeboten.


So·li·da·ri·tät Das Zusammengehörigkeitsgefühl und das Eintreten füreinander.

Gassenarbeit Bern Aufsuchende und stationäre Sozialarbeit für Menschen aus dem Lebensraum Gasse. www.gassenarbeit-bern.ch Spenden: Kirchliche Gassenarbeit Bern Speichergasse 8, 3011 Bern Postkonto 30-30602-2 (Vermerk Verein)

Toleranz, Anerkennung und Gleichberechtigung Das Haus ist als Verein organisiert, finanziert aus Mitgliederbeiträgen und Spenden, Beiträgen der öffentlichen Hand, von Stiftungen und anderen Geldgebern. Neben dem Engagement der Mitarbeitenden ist der unermüdliche Einsatz freiwilliger Helfer/innen ein wichtiger Aspekt bei der Bewältigung des mitunter auch turbulenten Alltags im Haus. In einer Studie hat die Berner Fachhochschule unter anderem die Motive untersucht, weshalb sich aktive Menschen und ganze Religionsgemeinschaften auf dieses Projekt Haus der Religionen eingelassen haben. Dabei wurden zwei Motive immer wieder genannt: Anerkennung und Gleichberechtigung. Zum Beispiel für Religionsgemeinschaften, die in ihren Heimatländern nicht toleriert und hier gleichberechtigt behandelt werden, oder Religionsgemeinschaften, die sich im schweizerischen Kontext reformieren und trotzdem Anerkennung erfahren. Gleichberechtigung aber auch für Migrantinnen und Migranten, die in der Öffentlichkeit selten gehört werden, im Haus der Religionen aber auf Augenhöhe mit anderen Religionsvertretern, mit Kulturschaffenden oder Politikern ins Gespräch kommen.

Sleeper und Gassenküche Bern Notschlafstelle und Gassenküche www.sleeper.ch Spenden: Notschlafstelle und Gassenküche Neubrückstrasse 19, 3012 Bern Postkonto 30-335257-8 Stiftung gegen Gewalt an Frauen und Kindern Bern Frauenhäuser, Präventions- und Informationsarbeit www.stiftung-gegen-gewalt.ch Spenden: Berner Kantonalbank, 3001 Bern Konto 30-106-9 | Clearing-Nr. 790 IBAN CH04 0079 0016 8752 3110 8

Ziel ist also mehr als nur das friedliche Nebeneinander: Als Labor des Zusammenlebens sind alle Interessierten – auch Menschen, die sich selbst nicht religiös verorten – eingeladen, über die Grenzen von Religionen, Sprachen und Kulturen hinweg miteinander ins Gespräch zu kommen und vor allem im Gespräch zu bleiben.

Die Hotline hilft rund um die Uhr bei Gewalt in der Familie. Ein Projekt der drei Frauenhäuser des Kantons Bern.

HAUS DER RELIGIONEN Aktuelle Informationen zum Haus der Religionen – Dialog der Kulturen finden Sie unter www.haus-der-religionen.ch.

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ZÄME GEITS | GEMEINSAM FÜR TIERE IN DER WILDNIS

Der Mensch und das Zootier: gemeinsam für Tiere in der Wildnis Text und Foto Kaiserschnurrbarttamarin Doris Slezak, Foto Wölfe Prof. Dr. med. vet. Bernd Schildger

Zoos sind für Menschen da. Der moderne Zoo lässt den Menschen wilde Tiere naturnah erleben, in Zeiten der Entfremdung vom Tier. Je besser der Zoo als Tierhalter ist, desto beeindruckender ist das Tiererlebnis für die Gäste, und das dient schliessendlich den Tieren in der Wildnis. Ein Zoo sorgt für seine Tiere, und je besser er das macht, desto nachhaltiger ist das Tiererlebnis für die Gäste. Dazu gehört neben richtigem Futter, adäquatem Lebensraum und einer guten Gesundheit, dass Tiere ihr natürliches Verhalten so gut wie möglich ausleben können. Einen Bären in einem kleinen Gehege zu sehen, gelangweilt, weil seine tägliche Hauptbeschäftigung, die Futtersuche, in wenigen Minuten abgehandelt ist, und daher sterotypiert, ist kein positives Erlebnis. Der betrachtende Mensch empfindet Mitleid mit dem Tier und Wut gegenüber dem Zoo. Wird sich dieser Mensch durch dieses Erlebnis mehr für Tiere in der Wildnis einsetzen? Eher nicht, sondern er wird möglicherweise ein Anti-Zoo-Aktivist. Erlebt aber ein Mensch einen Bären in einer guten Anlage, die einen Ausschnitt seines Lebensraumes darstellt, und sieht er Bären, der den Hang, zum Beispiel den Aarehang im BärenPark, kraftvoll und behände hinaufgaloppieren, wird ihn dieses Erlebnis mit einem weitgehend wilden Tier nachhaltig beeindrucken. Auch im Zoo kann ein Tier würdevoll leben, wenn es sich so natürlich wie möglich fortbewegen und sein Verhaltensrepertoire weitestgehend ausleben kann. Dafür arbeitet ein guter Zoo tagtäglich, und er sorgt auch mit Verhaltensanreicherungen dafür. Eine Variante davon beispielsweise die Gemeinschaftshaltungen. Im Dählhölzli leben Wolf und Bär zusammen. Diese Gemeinschaftshaltung hat das Verhalten von Bär und Wolf verändert, bereichert und die handaufgezogenen ussurischen Bären ein Stück weit wilder werden lassen. Waren sie am Anfang verängstigt vor den Wölfen, haben sie den natürlichen Umgang mit anderen Grossraubtieren, die ihnen in der Natur durchaus begegnen könnten, wieder

erlernt. Die Wölfe haben hingegen ihre Jungen in Anwesenheit von Bären aufgezogen und somit ein weiteres natürliches Verhalten ausleben können. Eine weitere Verhaltensanreicherung für die Zootiere sind die Zoogäste. Welcher Berner Tierparkgast kennt nicht die Situation, vor der Anlage der Totenkopfaffen, der Urwaldlodge im Vivarium, zu sitzen, den herumtollenden Affen zuzuschauen, während man sein Pausenbrötli verdrückt, und gleichzeitig das Gefühl zu haben, genau beobachtet zu werden? Bei den Fischen, wie Pacu, Gabelbart oder Augenfleckkammbarsch, oder in der Amazonasanlage, tun wir uns schwerer damit, einzuschätzen, ob die Anwesenheit der Gäste für sie eine Anreicherung ist oder ob es ihnen schnurzegal ist. Zu entfernt ist der Fisch vom Menschen, als dass dieser das gemächliche Hin- und Herschwimmen und das gelegentliche, für uns ausdruckslose Anstarren der Fische zu interpretieren vermag. Wie wichtig die Menschen im Tierpark für die Tiere sind, konnte man während des Lockdown infolge der Coronapandemie gut beobachten. Ohne die Besucher im Zoo ist einigen Tierarten schlichtweg «langweilig» gewesen – aus menschlicher Sicht. Allen voran den verschiedenen Affenarten oder den Seehunden. Aber auch die Fische benahmen sich anders: Sie starrten die Mitarbeitenden des Tierparks an, schwammen den Vorübergehenden nach und schienen Unterhaltung zu suchen. Ist es gerechtfertigt, Tiere in Gefangenschaft zu halten, um Menschen ein besonderes Erlebnis zu ermöglichen? Es ist eine Frage der Qualität des Tiererlebnisses. Ist ein emotionales Erlebnis mit einem weitgehend wilden Tier mit allen Sinnen möglich, macht es den Zoobesucher zu einem besseren Menschen und veranlasst ihn vielleicht, eine Petition zum Schutz von Wildtieren zu unterzeichnen oder sich anders für Naturschutz einzusetzen – für die Tiere in der Wildnis und ihrem Lebensraum. Denn die Begegnung mit einem wilden Tier – auch wenn es ein Zootier ist – bringt ihm die Tiere in der Wildnis emotional und nachhaltig nahe. Je besser der Zoo, desto würdevoller die Zootiere – zum Wohl der wilden Tiere. www.tierpark-bern.ch 19


S U M M E R D S B Ä R N | D S C H LY N E G L Ü C K

Summer ds Barn

Ds chlyne Gluck

Dieser Sommer wird nicht wie andere: Grossevents und Festivals sind gecancelt, Badis nur unter Auflagen geöffnet, und in den Bars ist auch nicht dieselbe Stimmung wie sonst. Klar, die Aare wird «bebadbar» sein, wie Daniel Koch so schön sagte, somit bleibt uns wenigstens unser grösstes Highlight erhalten. Aber es gibt auch die anderen schönen Momente, die des «kleinen Glücks». Was ist es, was den Sommer in Bern im Kleinen sonst noch ausmacht? Wir haben bekanntere und weniger bekannte Bernerinnen und Berner gefragt.

Alec von Graffenried: von Sonnenauf- bis -untergang «Glücksmomente in Bern erlebe ich täglich! Vom Sonnenaufgang von der Kornhausbrücke aus bis zum Sonnenuntergang vom Muristalden aus. Die Stimmung am Samstag auf dem Münstergassmärit. Das Geräusch der Kiesel in der Aare. Die Begeisterung über eine Tanzaufführung in der Vidmar. Die Freude auf die Glace der Berner Gelaterien. Oder die Begegnungen mit Menschen in der ganzen Stadt. Zurzeit leider ohne Händedruck und nur auf Distanz.» Foto: Remo Eisner

Raphael Bühler: Kino im Kocher «Vor einigen Jahren sprach mich eine Gruppe von Jungen mit der Idee an, im Kocherpark ein Open-Air-Kino zu starten. Gedanklich verband ich den Park mit negativen Schlagzeilen. Ich war skeptisch, liess mich aber aus Neugierde auf die Diskussion ein. Dadurch entstand ein neuer Fixpunkt in Bern, der einen wunderschönen Park wiederbelebt und den Bernerinnen und Berner ein Gratisvergnügen ermöglicht. Heute bin ich begeistert, dass die Idee Wirklichkeit wurde.»

Silvia Müller: kühler Schatten unter den Linden «Am Mittag bin ich im kühlen Schatten unter den Linden im ‹Ringgi im Park› und am Abend geniesse ich kleine Ferien à la française vor dem Zimmermania in der Brunngasse. An den Samstagen im Juli und August findet man mich in den Berner Museen, nicht nur weil der Eintritt dann gratis ist, sondern weil es so viele Ausstellungen gibt, die ich einfach nicht verpassen will.» Foto: Monika Flückiger

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S U M M E R D S B Ä R N | D S C H LY N E G L Ü C K

Karin Hofmann: Menschlichkeit «Meine persönlichen Glücksmomente verstecken sich in der Menschlichkeit, die wir einander im Alltag schenken: ein Lächeln, eine Geste, eine nette Tat. Es braucht so wenig zum Glücklichsein.» Foto Remo: Eisner

Christa Markwalder: Singen in der Altstadt «Ich hoffe, dass wir dieses Jahr wieder mal ein altes und schönes Sommerabenderlebnis der vergangenen Jahre wiederholen können: Eine kleine musikalisch inspirierte Gruppe sitzt an einem langen Tisch in der unteren Berner Altstadt und singt bis tief in die Nacht hinein ManiMatter-Lieder begleitet von Tinu Schneider an der Gitarre.» #Fraktionszwang #Gastrosommer

Grosi Grossenbacher: Blick auf «mis Bärn» «Hund sei Dank komme ich fast täglich in der Nähe von Ferenberg zu meinem Glücksmoment. Dabei nehme ich mir jedes einzelne Mal ein paar Sekunden Zeit und geniesse den Ausblick auf die Berner Alpen, das Worbletal und ‹mis Bärn› – kostenlos und trotzdem unbezahlbar!» Foto Remo Eisner

Noè Jeanne Freiburghaus: Berner Märit «Wenn ich am Samstagmorgen das Fenster öffne und das Treiben des Märits die Gasse erfüllt. Wenn ich später auf diese so sinnliche Art und Weise meine Lebensmittel kaufen kann. Wenn ich dabei Sorten oder Farben von Gemüse entdecke, von denen ich gar nicht ahnte, dass es sie gibt. Wenn ich unter den Lauben unserer beschaulichen Stadt immer wieder zufällig Menschen über den Weg laufe, die ich gernhabe. Wenn ich nach Hause gehe und auf Balkonien ein Festmahl aus Berner Produkten geniesse. Das sind meine Glücksmomente.» Foto: Remo Eisner

Erwin Rieser: Apéro im Garten «Da der Esel nicht mehr zum Berg kommen kann, kommt halt der Berg (meine liebste Freundin) zum Esel. Mein Sommerhighlight ist es, wenn wir zusammen unter dem Kastanienbaum ein Glas Wein geniessen.»

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S O M M E R I N B E R N | N AT U R B R A U C H T S TA D T

Natur braucht Stadt Die Lebensräume von Tieren und Pflanzen kommen zunehmend unter Druck. Daher ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität einsetzen. Das von Stadtgrün Bern und dem Botanischen Garten für 2020 geplante Themenjahr «Natur braucht Stadt» mit Aktionen und Tipps für Interessierte musste aufgrund der Coronakrise um ein Jahr verschoben werden. Das Thema ist aber trotzdem auch heuer aktuell – Hilfe gibts online. Text Bettina Bürki, Stadtgrün Bern, Fotos zvg

Das Insektensterben und der Rückgang der Singvögel schrecken viele Menschen auf. Besorgte Bernerinnen und Berner rufen an oder erkundigen sich bei Fachleuten von Stadtgrün Bern, ob sie etwas tun können, um diese Tendenz aufzuhalten. Mittlerweile ist klar: Seit Jahren schreitet der Biodiversitätsverlust nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit rasant fort, viele Arten gehen für immer verloren. Für die langfristige Förderung der Biodiversität ist es tatsächlich wesentlich, dass sich möglichst viele Menschen engagieren. Dafür ist ein eigener Garten zwar hilfreich, aber nicht nötig. Auf jedem Fenstersims, Balkon, auf jeder Aussenfläche, ob auf dem Boden, an Wänden oder auf dem Dach, können Massnahmen zur Förderung der Artenvielfalt getroffen werden. Alle können zur Erhaltung der Biodiversität etwas beisteuern.

Wertvoller Lebensraum Stadt Städte haben sehr wohl eine wichtige Bedeutung als Lebensraum für einheimische Pflanzen und Tiere. Und die Städterinnen und Städter tragen somit Verantwortung für die Erhaltung der Biodiversität. Ein Blick in die schweizerischen Flora- und Fauna-Datenbanken, die das Vorkommen der Organismen in der Schweiz dokumentieren, zeigt, dass 67 Prozent der Tierarten und 45 Prozent der einheimischen Wildpflanzen im Siedlungsgebiet vorkommen.

Vielfalt bedroht Auch in den Städten steht die Vielfalt der Pflanzen- und Tierarten und der Lebensräume heute jedoch unter Druck. Die Verdichtung der Siedlungsgebiete ist einer der wichtigsten Faktoren, die zur Abnahme der Biodiversität in den Stadtgebieten führen: So werden zum Beispiel wertvolle Lebensräume überbaut oder sogenannte Wanderkorridore unterbrochen – das sind Wege, auf denen bestimmte Tierarten von einem Lebensraum zum anderen gelangen. In den letzten Jahrzehnten wurden zudem immer mehr Flächen asphaltiert. Aussenräume in Wohn- und Gewerbegebieten sind naturfern statt naturnah gestaltet. Die Lebensräume für Tiere und Pflanzen wurden deshalb kleiner; teilweise sind sie weiter voneinander entfernt oder ganz verschwunden. Der Austausch der Arten zwischen den Lebensräumen wird dadurch schwieriger bis unmöglich, was schlussendlich zu einer Abnahme der Biodiversität führt.

Einsatz in der Stadt Bern Die Stadt Bern setzt sich seit Jahren dafür ein, diesen bedenklichen Trend aufzuhalten: Ein einzigartiges Baumschutzreglement schützt Bäume ab einer bestimmten Grösse auch auf Privatgrund. Dort, wo es möglich ist, schafft Stadtgrün Bern in den öffentlichen Grünräumen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere und pflegt diese fachgerecht: Neue Wildhecken, neue Teiche, Blumenwiesen oder «wildes» Strassenbegleitgrün sind Beispiele dafür. Wir merken oft bereits nach kurzer Zeit, dass diese Massnahmen sich positiv auswirken. In der Siedlung Fröschmatt, deren Aussenanlagen naturnah und mit dem Ziel einer Vernetzung von Biotopen in der Umgebung gestaltet wurden, konnten wir nach 1½ Jahren bereits mehr als 75 Tierarten zählen. Nach 4½ Jahren waren es bereits über 120 Arten (z.B. Kleiner Schillerfalter, Hausrotschwanz, Mauereidechse). Doch die Anstrengung der städtischen Stellen und die öffentlichen Grünräume reichen nicht aus, daher ist das Engagement jedes und jeder Einzelnen nötig. Wenn Sie sich für die Natur in Bern einsetzen möchten, bietet Ihnen Stadtgrün Bern ab dem nächsten Frühling mit dem verschobenen Themenjahr «Natur braucht Stadt» eine Vielzahl an Hilfestellungen. Doch Sie können Sie bereits heute etwas tun. Gute Beispiele für naturnahe Lebensräume lassen sich im ganzen Stadtgebiet entdecken: In der Winterhalde im Berner Westen wurden beispielsweise neue Teiche angelegt. Auf den drei Stadtberner Friedhöfen gibt es Hecken, Wiesen und zahlreiche Kleinstrukturen. Und wie wäre es, auf dem nächsten Spaziergang einfach im Wohnumfeld Ausschau nach inspirierenden Beispielen zu halten? Wie Sie Ihre Ideen dann umsetzen, bleibt Ihrer Kreativität überlassen und hängt davon ab, welche Pflanzen und Tiere Sie fördern möchten. Wir wünschen Ihnen viel Freude dabei. Sie möchten selbst etwas tun? Mehr Infos unter anderem auf diesen Seiten: Naturthemen der Stadt Bern: www.bern.ch/natur. Projekt Mission B von SRF: www.missionb.ch www.naturdehei.ch 23


SOMMER IN BERN | BERN UND DIE GERANIEN

Blumen mit Migrationshintergrund Bern und die Geranien

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Sie sind der Inbegriff von heiler Welt, Postkartenidyll par excellence. Meist leuchtend rot gehören sie zum vertrauten Bild von behäbigen Emmentaler Bauernhäusern – mit fachgerecht gestapelter Scheiterbeige sowie gezöpfeltem Miststock davor –, ebenso wie sie von Fenstersimsen der Berner Altstadthäuser grüssen. Welch Schweizers Herz erwärmt sich nicht ob solchen Heimatbildern? Doch wie so oft: Der Schein trügt – auch im Falle dieser Pflanze. Ihre Wurzeln finden sich nicht hierzulande. Das Gewächs stammt vom Kap des Schwarzen Kontinents. Die robuste, genügsame Wildpflanze diente den südafrikanischen Ureinwohnern als Medizinalpflanze. Still blühte sie vor sich hin, bis 1652 in einem von der niederländischen Ostindien-Kompanie zur Versorgung ihrer Schiffsmannschaften auf dem Weg nach Indien angelegten Garten ihr leuchtendes Rot erstmals Europäern in die Augen stach …

Geschichte Es war der deutsche Schiffsarzt und Botaniker Paul Hermann in Diensten der holländischen Handelsgesellschaft, der die Pflanze 1680 nach Europa, genauer nach Amsterdam, brachte. Das robuste Gewächs überstand die Seefahrt problemlos. Und da sie leicht zu vermehren ist, pflanzte man im botanischen Garten der Stadt Leiden einige Stecklinge. Die leuchtend rote Blütenpracht gefiel auf Anhieb. Nur blieb sie vorerst, da sie exotischen Ursprungs war, aus Kostengründen dem Adel und ein paar botanisch Studierten vorbehalten. Auch das Berner Universalgenie Albrecht von Haller soll zu seiner Göttinger Zeit im Garten der Universität siebzehn verschiedene Sorten aus Holland gezogen haben. Der Weg nach Bern war folglich vorbestimmt … Allerdings war es zuerst einmal in Zürich, dass die Pflanze vom Kap der Guten Hoffnung, via Holland kommend, in der Schweiz Fuss fasste. Nämlich im Lustgarten des illustren Zürcher Anatomen Johann von Muralt. Aber schliesslich landete schon seinerzeit bekanntlich alles früher oder später mal in Bern.

Zu Berner Turm- und Drangzeiten Aufgrund anderer historischer Quellen lässt sich mutmassen, dass man in Bern schon sehr früh um die rote Blume vom Kap Bescheid wusste. Standen doch seinerzeit zahlreiche Berner Söldner in holländischen Diensten und waren verschiedentlich unterwegs auf der Ostindien-Route. Zwischendurch zu Hause traf man sich jeweils mit

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SOMMER IN BERN | BERN UND DIE GERANIEN

«Es git nüt Schöners uf dr Loube als ds Granium, das chasch mer gloube.»

seinesgleichen im sogenannten «Holländerturm», einem Teil der ehemaligen Stadtbefestigung, um gemütlich ein Prischen Tabak zu schmauchen und Erinnerungen auszutauschen. Mag gut sein, dass dabei auch das eine oder andere Mal die schmucke Blume des Schwarzen Kontinents Erwähnung fand …

Unter falschem Namen eingebürgert Die Botaniker verliehen der blühfreudigen Pflanze vom Kap den Namen Pelargonium. Dem Volksmund indessen erschien die Bezeichnung dubios, und er nannte die Blume kurzerhand «Geranium», obwohl die Fachwelt unter dieser Bezeichnung jene Pflanzenart versteht, die praktisch überall gedeiht und die wir in der Umgangssprache «Storchenschnabel» nennen. Und so blüht der Neophyt hierzulande weiterhin munter unter einem Pseudonym. Was ja weiter auch keinen Affront darstellt. Eines sei indessen angesichts der ländlichen Postkartenidylle hier klargestellt: Die Pelargonie war hierzulande von allem Anfang eine städtische Pflanze. Sie schmückte zuerst Fenstersimse, Balkone und Gärtchen in der Berner Innenstadt, bevor irgendwelche Stecklinge, sei es geschenkt oder verkauft, in der Folge auch auf Bauernhöfe und Chalets im Emmental oder im Berner Oberland gelangten.

«Es git nüt Schöners uf dr Loube» In Bern allerdings erwiesen sich die Neophyten bald als invasiv und begannen sich in der Altstadt im Laufe des 19. Jahrhunderts quasi flächendeckend zu verbreiten. Die Popularität der Geranien stieg und stieg. So sehr, dass der 1887 gegründete Verschönerungsverein der Stadt Bern noch vor der Jahrhundertwende eine Prämierung geraniengeschmückter Fenster in der Altstadt ausschrieb.

zu normalen Zeiten noch heute ihren fixen Platz im alljährlichen Veranstaltungskalender hat. Am 18. Mai 1983 stand dann in grossen Lettern im Stadtanzeiger: «Üser Fahrgescht sy nid dumm, / schleipfe kener Granium, / d Blueme nämlech, wo si wei / bringe mer ne gratis hei.» Inserent waren die Städtischen Verkehrsbetriebe Bern. Ob wohl der Pelargonienschmuck mitverantwortlich war, dass Bern noch im selben Jahr zum Weltkulturerbe erhoben wurde? Jedenfalls wurde die Stadt 1984 unter dem Titel «Entente florale» zur «schönsten Blumenstadt Europas» gewählt. Und mittlerweile nennt sich Bern selbst stolz «Geranium City».

Man kann sie lieben oder hassen Die Zeiten haben sich geändert. Zwar blühen die Geranien noch Jahr für Jahr en masse auf dem Bundesplatz. Und die Grossverteiler füllen ihre Verkaufsregale schon lange vor den Eisheiligen mit den Neophyten vom Kap der Guten Hoffnung. In der Berner Altstadt selbst allerdings scheint die Tendenz eher rückläufig zu sein, bevorzugen heutzutage die Bewohner doch in vermehrtem Masse wieder andere Blumen und Pflanzen auf den Fenstersimsen und Balkonen. Denn Geranien polarisieren. Erwecken sie in den einen Gefühle trauter Heimat, so sind sie für andere wiederum schlichtweg der Inbegriff von Spiesserblumen. Im Zeitalter der postmodernen Ironie und des Urban Gardenings sind sie jedoch kaum wegzudenken. Die Sorten tragen verkaufsfördernde Namen wie «Out of Africa», «Mrs. Pollock», «Pink Gay Baby», «Atomic Snowflake», «Shocking Violet» und andere mehr. Vielleicht ist auch mal eine «Vieille Ville de Berne» dabei. Ich wünschte mir das sehr …

1913 publizierte der Verein zudem eine Broschüre «Der Blumenschmuck der Fenster und Balkone» mit illustrierten Anregungen und Anleitungen zum fachgerechten Umgang mit der eingeführten Blume. 25 Jahre später marschierten dann rund 2500 Berner Blumenmädchen, zum Teil verkleidet als Geranien, fröhlich im Umzug «Bern in Blumen» mit und sangen dabei: «Es git nüt Schöners uf dr Loube als ds Granium, das chasch mer gloube.» Die definitive Einbürgerung der einstigen Migrantin aus Südafrika war damit geschafft.

Bunter Blumenschmuck frei Haus Am 22. Mai 1957, am Mittwoch nach den Eisheiligen, fand zum allerersten Mal der «Bärner Graniummärit» statt, eine Veranstaltung, die

Text von Hansruedi Matscher, Werber, Sprach- und Kulturtäter, gebürtiger Zürcher und seit 40 Jahren ein Berner Original

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SOMMER IN BERN | BERN WELCOME

Summerferie? Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Für richtiges Ferienfeeling, Erholung und Instagram-würdige Erlebnisse braucht nämlich niemand weit weg zu fahren. In Bern gibt es viel zu erleben und zu entdecken – Ferienstimmung garantiert! Wir liefern Inspiration für die Sommerferien in der Bundesstadt. 1. Tröime Die wichtigsten Voraussetzungen für erholsame Ferien: abschalten und richtig lange ausschlafen! Zwischen herrlich frisch riechenden Bettlaken in einem schönen Hotel träumen wir gleich doppelt so süss und vergessen dabei, dass wir ja gar nicht so weit weg sind von zu Hause. Denn auch in der Heimatstadt ist eine Auswärtsübernachtung ein echtes Erlebnis. Ob luxuriös in einem der beiden 5-Sterne-Häuser, stylish in einem Boutique-Hotel oder ganz gemütlich in einer charismatischen Herberge – für jedes Budget ist etwas dabei. Bern.com/uebernachten

2. Gänggele Wie es sich für richtige Ferien gehört, darf ein kleines Mitbringsel natürlich nicht fehlen, um zurück im Alltag in Sommererinnerungen zu schwelgen. Wer jetzt an kitschige Kühlschrankmagnete oder an unpraktische Schlüsselanhänger denkt – weit gefehlt! In den Lädeli und Ateliers unter den Lauben warten wahre Schätze darauf, gefunden zu werden. Zum Beispiel ein nach Aare duftendes Parfüm von «art of scent» oder ein schickes Notizbuch von der Papeterie «feines». Bern.com/shoppingperlen

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3. Gschoue Wer beim Wort «Museum» verstaubte Ausstellungsstücke vor Augen und die mahnenden Worte der Eltern («nichts anfassen!») in den Ohren hat, sollte sich beim Besuch eines Berner Museums vom Gegenteil überzeugen lassen. In einigen Ausstellungen der Institutionen ist Mitmachen und Ausprobieren nämlich nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. Die Berner Museen lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen, um die «gwungrige» Besucherinnen und Besucher zu begeistern – ob faszinierende Sonderausstellungen, spannende Führungen oder interaktive Veranstaltungen, es kommen alle auf ihre Kosten. Bern.com/museums-tipps

4. Schnouse Süsse Abkühlung gefällig? Die Auswahl an verschiedenen Glacesorten in den Berner Gelaterias kann problemlos mit denen der traditionellen Eisdielen Italiens mithalten. Himbeeringwer, Fior di Latte oder der Klassiker Stracciatella – wie sollen wir uns da entscheiden können, bei all diesen eiskalten Köstlichkeiten hinter den Glacevitrinen? Schleckmäuler probieren am besten jeden Tag eine neue Sorte und entscheiden erst am Ende des Sommers, welche die allerbeste war. Bern.com/glace

5. Stuune Von weit oben betrachtet erscheinen uns die Sorgen des Alltags manchmal ganz klein. Wer also in den Ferien mal einen Perspektivenwechsel braucht, sollte den Aufstieg wagen; er lohnt sich garantiert! Rund um Bern gibts eine Vielzahl an Aussichtspunkten in luftiger Höhe zu entdecken – mal liegt uns das Mittelland zu Füssen, mal das eindrückliche Panorama der grünen «Höger» des Emmentals und mal die wilde Landschaft des Gantrischgebiets. Bern.com/aussichten


SOMMER IN BERN | BERN WELCOME

6. Eis ga zieh Sie sind die Sommerliebe der Bernerinnen und Berner: die vielen Pop-up-Bars in der Bundesstadt. Nirgendwo sonst schmeckt ein kühles Bier oder ein fruchtiger Drink so gut wie unter wehenden Wimpeln und auf bunten Bistrostühlen. Da Bern als Bierhauptstadt bekannt ist, bietet sich hier gleich die perfekte Gelegenheit, um in der Fülle an lokalen Craft Beers den nächsten Bierfavoriten zu entdecken. Und wer weiss – vielleicht ergibt sich aus einem Flirt an der improvisierten Bar ja sogar noch eine neue Sommerliebe? Bern.com/sommerliebe

7 Umetrole Die Rasselbande will beschäftigt werden und es regnet in Strömen? Kein Problem. In und um Bern gibt es drinnen viel zu erleben, sodass die freien Tage auch bei «Hudelwetter» zu einem wahren Abenteuer werden. Mit einem Ausflug in den botanischen Garten, in die Trampolinhalle oder in eines der vielen kinderfreundlichen Museen sind unvergessliche Ferienerinnerungen garantiert. Übrigens: Bei gutem Wetter toben sich die Kleinen natürlich am liebsten auf der Rutsche, dem «Ritigampfi» und im Sandkasten aus – die Berner Spielplätze erfüllen die kühnsten Kinderträume und begeistern auch Erwachsene. Bern.com/schlechtwettertipps, Bern.com/spielplatz

8. Schnabuliere Auch in den Ferien haben wir hin und wieder Lust darauf, unsere grauen Zellen etwas anzustrengen – dabei darf aber der Genuss nicht zu kurz kommen. Die perfekte Kombination aus beidem ist der FoodTrail, den es in Bern, Burgdorf und im Naturpark Gantrisch gibt. Raten, «schnouse» und entdecken lautet die Devise: Auf der kulinarischen Schnitzeljagd führen Rätsel und Hinweise von einem Posten zum nächsten, dazwischen werden immer wieder lokale Leckereien degustiert, spannende Fakten und Hintergründe gibts dazu. Perfekt für einen unterhaltsamen Nachmittag mit Freunden oder der Familie. Bern.com/foodtrail

Küche, mediterrane Spezialitäten oder trendiger Streetfood – in Sachen Kulinarik hat Bern so einiges zu bieten. Bern.com/genuss

11. La tribe Das Rauschen des Wassers in unseren Ohren, den bunten Schwimmsack unter dem Arm, kombiniert mit dem unbeschreiblichen schwerelosen Gefühl des Sich-treiben-Lassens … Wer braucht schon das Meer, wenn es die blaugrüne Aare gibt? Ein erfrischender «Aareschwumm» gehört zu einem Berner Sommer wie der Hahn zum Zytglogge. Aber keine Angst, auch wasserscheue Landratten kommen am Berner Lieblingsfluss auf ihre Kosten – ein kühles Feierabendbier am Ufer, ein edles Dinner mit Aussicht aufs Wasser oder auch mal ein Balanceakt auf der Slackline im Eichholz … Die Liste an Aktivitäten im Trockenen ist ebenfalls lang. Bern.com/aare

12. Schlemme Raclette im Sommer? In unserem südlichen Nachbarkanton Wallis das Normalste der Welt. Wir lassen uns inspirieren und geniessen den feinen geschmolzenen Käse unter freiem Himmel: Der RacletteGenussspaziergang ist genau das Richtige für entdeckungsfreudige «Foodies». Das Prinzip ist einfach: Den gefüllten Rucksack im Restaurant Lötschberg abholen, und auf gehts. Der Spaziergang führt durch Parkanlagen, am Ufer der Aare entlang oder durch den Dählhölzliwald. Am neuen, ganz persönlichen Lieblingsplatz wird der Rucksack ausgepackt. Die Rechaud-Kerzen werden angezündet, und der Racletteplausch kann beginnen. Bern.com/raclette

9. Velöle Jede Bernerin und jeder Berner weiss: Das Glück dieser Erde liegt nicht immer auf dem Rücken der Pferde – sondern auf dem Velosattel! Der geliebte «Göppu» ist nicht nur das praktischste Fortbewegungsmittel im Alltag, er ist auch das ideale Gefährt, um die altbekannte Umgebung in den Ferien mal ganz neu zu entdecken. Wer schon jedes verwinkelte Quartiersträsschen kennt, sollte unbedingt mal etwas Landluft schnuppern. Bereits zehn Velominuten vom Stadtzentrum entfernt warten malerische Dörfer, grasende Kühe und der Panoramablick auf die Alpen … dazu der Fahrtwind in den Haaren, und der erholsame Ausflug ins Grüne ist perfekt! Bern.com/velorouten

Erlebnis Gantrisch, Foto Raphael Zahnd

10. Tafle Mmmh, in den Ferien lieben wir es ganz besonders, die lokalen Spezialitäten zu probieren. Was für ein Glück, dass Bern die Stadt für Genussmenschen ist – das grosse kulinarische Angebot lässt jedes Feinschmeckerherz höherschlagen, versprochen! Wir empfehlen, die ideale Sommerfigur auf nächstes Jahr zu verschieben und sich einmal quer durch die Stadt zu schlemmen. Traditionelle Schweizer

BERN WELCOME

Bern.com

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GESELLSCHAFT | COVER BÄRN! 2/20 JOLANDA SCHWENDIMANN

Joli

Geschichtenmalerin «Meine Seele bebt. Ich pendle zwischen himmelhochjauchzend und bodenlos leer, bin sensibel und launisch. Darum entstehen auch diese skurrilen Bildwelten voller grotesker Menschlein, allerlei Getier und allem, was mir sonst noch so aus dem Pinsel springt.» Wann ich damit angefangen habe? Wahrscheinlich, als ich auf die Welt kam. Mein Werk ist mein Ich.

Über 35 Ausstellungen in 26 Jahren Schaffen. Die heute in Biberist (SO) wohnhafte Jolanda Schwendimann ist eine erfolgreiche Künstlerin. Nun macht sie mit einer eigenen Galerie, dem GALSEUM, mit einem völlig neuen Ausstellungskonzept, der Zeit angepasst, auf sich aufmerksam. Das Cover des vorliegenden BÄRN! Magazins wurde von ihr kreiert. Zeitgleich läuft jetzt auch ihre aktuelle Ausstellung. Alle Infos zur Künstlerin und zu ihrer Ausstellung unter www.jolandaschwendimann.ch

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GESELLSCHAFT | KUNDENBEITRAG AEK BANK 1826

Team Bern Zytglogge v.l.n.r.: Michael Vonlanthen, Jan Senn, Ursula Linder, Marco Pulfer

Nachhaltige Vermögensverwaltungsmandate Die Vermögensverwaltung der AEK Bank bietet breit diversifizierte Anlagelösungen. Zusätzlich zu den bestehenden fünf Anlagestrategien werden neu zwei Strategien mit Fokus «Nachhaltigkeit» angeboten. Ab einer Erstinvestition von CHF 50 000.00 stehen den Kunden, je nach persönlichem Risikoprofil, zwei nachhaltige und fünf klassische Anlagemandate zur Verfügung. Gemeinsam mit den Kunden erstellen die Anlagespezialisten der AEK Bank ein persönliches Anlegerprofil. Daraus leitet sich eine passende Anlagestrategie ab, die entscheidend ist für die Auswahl und für die Gewichtung der jeweiligen Anlageklassen. Ein Blick auf den Leistungsausweis der Vermögensverwaltung der AEK Bank zeigt, dass sie in den letzten zehn Jahren sehr solide Durchschnittsrenditen erwirtschaftet hat.

Anlagestrategie Konservativ Ausgewogen Dynamisch Wachstum Aktien Schweiz

Aktienquote

Ø 10 Jahre (31.12.2019)

30 % 50 % 75 % 90 % 100 %

1,83 % 2,84 % 3,70 % 4,66 % 8,14 %

Zwei neue, nachhaltige Anlagelösungen In diesem Frühling wurden die beiden Strategien «Ausgewogen nachhaltig» sowie «Wachstum nachhaltig» lanciert, um die von der AEK Bank gelebten Werte den Kunden auch in Anlagethemen anbieten zu können. Den Fokus setzt die AEK Vermögensverwaltung

dabei auf internationale Wertpapiere, welche die ESG-Richtlinien (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) wann immer möglich berücksichtigen. Mit nachhaltigen Investitionen können Sie, mit vergleichbaren Renditen gegenüber konventionellen Anlagen, einen positiven Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft nehmen. Vereinbaren Sie einen Termin mit unseren Anlagespezialisten. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme: info@aekbank.ch, Telefon 031 328 30 00

A E K A N L A G E P U B L I K AT I O N E N Drei AEK Anlagepublikationen stehen im Online-Abo unter www.aekbank.ch/anlagepublikationen zur Verfügung: – AEK Börsen-Newsletter: tägliche Ausgabe mit News aus den Aktien-, Devisen- und Rohstoffmärkten – AEK Anlagebarometer: monatliche Ausgabe über konjunk- turelle Themen, Wirtschaft und Entwicklungen an den Märkten – AEK Anlagen aktuell: monatliche Ausgabe mit Neuigkeiten aus dem AEK Anlagekomitee inkl. Kurzübersicht über die aktuelle Anlagepositionierung

AEK BANK 1826 Niederlassung Bern Zytglogge Kornhausplatz 6 3011 Bern 031 328 30 00 www.aekbank.ch 29


GESELLSCHAFT | NEUE SERIE: UF U DERVO

«YB gibts hier nicht – das vermisse ich» Interview Michèle Freiburghaus; Fotos zvg

Chrigu Huber kannte man in der Berner Szene als Tontechniker bei Live Sound, und seine Frau Chessy Weaver war Sängerin bei der Berner Band Phon Roll. Bereits vor längerer Zeit hatten die beiden beschlossen, zusammen mit ihrem Mops Bobby in die USA auszuwandern. Nachdem die Entscheidung für eine Gegend gefallen war, fanden sie rasch ihr Traumhaus und wagten 2017 schliesslich den Schritt über den grossen Teich. Das Anwesen liegt ca. 1½ Stunden nördlich von New York, in der Nähe des Hudson River. Das Städtchen Stanfordville gehört zum Dutchess County mit dem Hauptort Poughkeepsie.

Chrigu, Chessy stammt ursprünglich aus New York und ist dort «hippiemässig» aufgewachsen, wie Sam Mumenthaler einst schrieb. War sie die treibende Kraft für die Auswanderung? Ja, die ursprüngliche Idee stammt von Chessy, ich war sofort mit an Bord. Zu Beginn hatten wir diverse Ideen, wo in den USA wir hinziehen sollten; zur Diskussion stand auch, an einen klimatisch wärmeren Ort zu ziehen. Nach einem zweiwöchigen Road Trip durch Kalifornien merkten wir aber, dass uns dieser Staat zu weit weg war. Rasch wurde uns dadurch bewusst, dass wir doch am liebsten an der Ostküste leben wollen, da dort Chessy ihre Wurzeln hat. Auch ihre gesamte Verwandtschaft lebt dort. Als dann die Gegend feststand, machte sich Chessy an die Haussuche und wurde innert kurzer Zeit fündig. Was bewog euch zu diesem Schritt? Nachdem Chessys Mutter gestorben war, war es meiner Frau einerseits ein Anliegen, in die Nähe ihrer Familie, der Schwester Antonia und ihrer Cousins zu ziehen. Die Mutter hatte den beiden Töchtern ein Haus in den Hamptons vererbt. Dies war der eine Grund, nach Amerika auszuwandern. Für mich war es ein guter Zeitpunkt, nach 50 Jahren mal etwas Neues zu erleben. Ein zusätzlicher Grund war sicher auch, dass wir gerne ein eigenes Haus mit Umschwung haben wollten und das in den USA einfacher ist als in der Schweiz.

Chessy und Chrigu mit Bobby vor ihrem Haus in Stanfordville; den Link für mehr Fotos vom Anwesen finden Sie auf www.baernblog.com.

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GESELLSCHAFT | UF U DERVO

Fiel es dir nicht schwer, von Bern – und damit auch von deinen Töchtern – Abschied zu nehmen? Nein, mir fiel der Abschied nicht sonderlich schwer. Sicher, man lässt die Familie zurück, aber New York ist ja in der heutigen Zeit gut erreichbar. Dank dem Internet ist auch der Kontakt zur Schweiz mit meiner Familie und meinen Freunden kein Problem. Es war ja das erste Mal, dass wir zusammen auswanderten, so überwog die Freude, mit etwas Neuem zu starten, die Abschiedstrauer. Was vermisst du – ausser deinen Töchtern – von Bern? Meine Töchter vermisse ich am meisten … sonst vermisse ich Bern lustigerweise viel weniger als Chessy, sie hat ziemliches Heimweh nach ihrer ehemaligen Wahlheimat und nach ihren vielen Freunden. Aber klar, auch ich werde manchmal melancholisch, wenn ich im Internet Neuigkeiten aus Bern sehe – und YB gibts halt hier nicht, das vermisse ich natürlich. Sonst? Die Berner Musik kann ich bestens übers Internet verfolgen, mit meinen Schweizer Freunden bin ich noch immer im Kontakt, und die einen oder andern waren schon hier und haben uns besucht. Zudem fliege ich ja auch immer mal wieder in die Schweiz. Wovon lebt ihr in den USA? Ich habe mich vom Musikbusiness-Menschen zum Schulbusfahrer gewandelt. Es war für mich nach all den Jahren irgendwie auch Zeit, etwas Neues zu wagen. Der Fahrerjob gefällt mir sehr gut, es macht Spass, mit den Kids unterwegs zu sein. Chessy hat sich selbstständig gemacht und ist nun eine Property-Managerin: Hier in der Gegend gibt es viele Weekendhäuser, die zum Teil auch als Bed and Breakfast vermietet werden. Chessy übernimmt alle Aufgaben für die Besitzer; es gilt, das Haus in Schwung zu halten, für neue Gäste vorzubereiten, kleinere Reparaturen zu erledigen, Termine mit lokalen Handwerkern zu organisieren usw.

Chrigu ist Schulbusfahrer.

konfrontiert. Familien werden unter Quarantäne gestellt, da jemand positiv getestet wurde, Angehörige, Bekannte oder Freunde von Arbeitskollegen sind am Virus gestorben. Das Ausliefern der Essen wird immer wichtiger, desto länger das Ganze dauert. Die Leute sind uns auch sehr dankbar, dass wir das machen und dass die Schule diesen Service anbietet. Viele haben wegen des Lockdowns ihre Arbeit ganz oder teilweise verloren. Es ist eine wichtige Sache, und ich mache das sehr gerne. Im Staat New York haben wir das Glück, dass die Pandemie von unseren lokalen Politikern (Gouverneur Andrew Cuomo, New York State und Mayor Bill di Blasio, NYC) sehr gut gemanagt wird. Man hat wirklich das Gefühl, dass sie es ernst nehmen und sich um ihre Einwohner im Staat New York kümmern. Für uns ist das so wichtig, weil die amerikanische Staatspolitik, wie sie von ausserhalb des Landes wahrgenommen wird, nicht diesen Anschein macht.

Wie lief es mit der Integration? Ich würde sagen, das ist ein laufender Prozess. Je länger wir hier sind, desto mehr Leute lernen wir kennen. Ich habe durch meinen Job sehr viel Kontakt zur lokalen Bevölkerung, zu den Kindern, den Eltern, Lehrern, Busfahrerkollegen usw. Für Chessy war es ja ein Heimkommen, trotzdem findet sie immer wieder, ich sei mittlerweile mehr Amerikaner als sie. Sie hat ja auch länger in der Schweiz gelebt als je in Amerika. Zu Zeiten des Lockdowns hast du mit dem Schulbus Essen verteilt (siehe Youtube, COVID-19-Schulbusfahrer in NY: Statt Kinder fahren sie Essen) – wie war diese Erfahrung für dich? Wir sind noch immer mitten im Lockdown (Anmerkung d. Redaktion: das Interview erfolgte am 5. Mai). Wenn es gut läuft, haben wir erste Lockerungen Mitte bis Ende Mai. Die Schulen im Staat New York nehmen den Betrieb frühestens auf Beginn des neuen Schuljahres – Anfang September – wieder auf. Ich werde also noch eine ganze Weile Essen ausliefern. Bei uns in Upstate ist die Situation während des Lockdowns viel erträglicher als in der Stadt. Dennoch bin ich mit meinem Job fast täglich mit den schlimmen Seiten dieser Pandemie

Da wir hier oben aber sowieso relativ weit auseinander wohnen, ist das Social Distancing nicht wirklich schwer einzuhalten, und wir haben genügend Platz, um uns im Freien zu bewegen, ohne gleich auf Menschenmassen zu treffen. Wir finden, dass wir für uns einen guten Ort gefunden haben, auch für diese wirren Zeiten.

Links: Youtube-Video: «COVID-19-Schulbusfahrer in NY: Statt Kinder fahren sie Essen» Fotos: «Unser Heim in Stanfordville» siehe www.baernblog.com Neue Serie: Uf u dervo In lockerer Folge werden wir im BÄRN! Magazin ausgewanderte Bernerinnenund Berner vorstellen. Sie kennen jemanden? Schreiben Sie uns eine Mail an mail@baernbox.ch.

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GSCHĂ„NKCHARTE. Die Geschenkkarte kann einfach online unter berncity.ch bestellt werden. Wir freuen uns auf euch.

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LEBENSART

| DS DING VOM JAHR

2 . P L AT Z F O O D O O

Ding vom Jahr – 2. Platz: Foodoo 30 ausgewählte «Berner Dinge» wurden 2019 vom BÄRN! Verlag der Öffentlichkeit zur Abstimmung präsentiert (siehe www.baernblog.com – Bärn Verlag – Ding vom Jahr). In dieser Ausgabe stellen wir die drei Bestplatzierten vor. Auf dem 2. Platz landete Foodoo, die vom Antifoodwastepapst Mirko Buri initiierte Produktelinie aus gerettetem Gemüse.

Auf die inneren Werte kommts an Der Kampf gegen Food Waste kann so lecker sein: Foodoo stellt natürliche und innovative Produkte aus gerettetem Gemüse her. Das ist Gemüse, das es infolge optischer Abweichungen nicht in die Regale des Grosshandels geschafft hat – aber geschmacklich dennoch erste Klasse ist. Dank Foodoo landen die krummen Rüebli und zu klein geratenen Kartoffeln nicht im Abfall, sondern in schmackhaften Saucen, Bouillons und Mayos. Mit jedem verkauften Produkt wird ein finanzieller Beitrag für Projekte zur Bekämpfung von Food Waste geleistet, was das Umdenken in der Gesellschaft gegenüber Lebensmitteln fördern soll. Lecker und gut fürs Karma.

SuperMayo aus Süsskartoffel Diese drei Mayos stossen zur Foodoo-Familie: Zusätzlich zur Gemüsebouillon und zu den drei Saucen Panjabi, Senf und Cocktail heissen wir die neue SuperMayo willkommen. Die gibts in den Geschmacksrichtungen Original, Chnobli und Curry. Wieso super, fragst du dich? Weil sie zu 48% aus Süsskartoffeln besteht, einem wahren Superfood. Diese enthält viele Vitamine und Ballaststoffe, schützt das Herz, mobilisiert die Abwehrkräfte und lindert sogar Stresssymptome. Und das Beste: Durch die Verarbeitung von geretteten Süsskartoffeln aus dem Seeland unterstützt Foodoo regionale Bauern und setzt sich gegen Food Waste ein.

F O O D O O W E LT

Entdecke jetzt die Welt von Foodoo, und bestell dir deine SuperMayo, Bouillon oder Sauce bequem nach Hause: www.foodoo.world. Erhältlich auch im Restaurant «Mein Küchenchef», Landorfstrasse 7, Köniz

«Äusserlichkeiten sind uns egal, es sind die inneren Werte, auf die es ankommt!» Mirko Buri

(Foto Remo Eisner)

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LEBENSART

| DING VOM JAHR SCHREINEREI WYTTENBACH

Showroom im Altenberg, direkt an der Aare

Ding vom Jahr – 1. Platz: WyttenbachSchreinerei Die Berner Schreinerei vereint echtes Schweizer Handwerk aus einheimischen Hölzern mit viel Liebe zum Detail und pflegt eine verantwortungsbewusste Einstellung gegenüber Mensch und Umwelt. Die Wyttenbach Möbel und Inneneinrichtungen, in einem zeitlosen und passenden Design, werden mit viel Geschick zu robusten und praktischen Möbel geschreinert. Die Produktion ist traditionell und ökologisch. Anreizende Einzelstücke aus furniertem Edel- und Maserholz, Einbauschränke nach Altbauweise oder matt lackierte MDFMöbel in verschiedenen Farben bereichern die breite Angebotspalette.

Ueli Wyttenbach

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Peter Tanner

Das Team Das Team ist «klein und fein» und weist zum Teil langjährige Erfahrung auf. Dies zeigt sich immer wieder im Know-how von Ueli Wyttenbach, wenn es darum geht, individuelle und nicht alltägliche Lösungen für Kundenanfragen zu finden. Der routinierte Umgang mit Massivholz und das handwerkliche Geschick von Christian Mathys plus die zeichnerischen und kreativen Qualifikationen von Peter Tanner, dipl. Innenausbaugestalter, tragen dazu bei, stets frische und neue Ideen zu entfalten. Mit der eigens erstellten Website und via Social Media bereichern sie auch digital den Möbelmarkt. Ein ausgebildeter Möbelschreiner und ein Lernender im 3. Lehrjahr sorgen zudem für junges Blut im Team. Mit der Gründung der Wyttenbach Schreinerei AG mit Ueli Wyttenbach, Christian Mathys und Peter Tanner ist die Nachfolgeregelung gewährleistet.

Christian Mathys


LEBENSART

| D I N G V O M J A H R 1. P L AT Z

Wyttenbach Massivholz – ein Stück Natur fürs Leben «Holz ist ein lebendiges Stück Natur, das Geschichten zu erzählen vermag. Ein respektvoller Umgang mit seinen Ressourcen steht ihm zu», sagt Ueli Wyttenbach, Wohnberater und Möbelschreiner Mit Leidenschaft und grosser Begeisterung verarbeitet die Wyttenbach Schreinerei unter dem eigenen Label «wyttenbach massivholz» seit knapp 40 Jahren einheimische Hölzer zu edlen Möbeln. Dabei ist regionales und Schweizer Holz für das Team ein «Muss»! Gelegentlich ist sogar bekannt, wo ein Baum gewachsen ist. Dank einem schonenden Trocknen des Holzes in der eigenen Trocknungsanlage, der grossen Erfahrung mit Massivholz und einer ausgefeilten Verleimtechnik profitieren die Kunden von einer hervorragenden Qualität.

Vom Baum zum Möbel

Einbauschrank nach Altbauweise

Bärner Brättli

Showroom, in der Werkstatt oder nach Vereinbarung direkt beim Kunden zu Hause statt.

In der Werkstatt im Grauholz auf Moosseedorfer Boden ist ein umfangreiches und beeindruckendes Massivholzlager mit Raritäten (Eibe, Zeder, Trompetenbaum usw.) vorhanden. Ist für einen Holzliebhaber nichts Passendes da, besorgt die Schreinerei auch kurzfristig die edlen Bretter bei einem ihrer Vertrauenssäger.

Die Wyttenbach Schreinerei ist mit ihrem Showroom, den eigenen Designmöbeln und einer schlichten Stuhllinie aus Massivholz einzigartig.

Showroom an attraktiver Lage

Dank traditionellen und qualitativ hochstehenden Arbeiten wurde die Wyttenbach Schreinerei zum offiziellen Händler der ältesten Stuhl- und Tischmanufaktur der Schweiz «horgenglarus» gekürt. Die beliebten Stühle von horgenglarus erweitern das Stuhlangebot der Wyttenbach Schreinerei.

Wer kennt ihn nicht, den Showroom mit den wunderschön präsentierten Möbeln und Accessoires direkt am Aarequai in Bern? Vielen Spaziergängern ist der Name Wyttenbach daher bekannt. Unter «wyttenbach massivholz» werden die verschiedensten Projekte und Möbel mit eigenem Brand im Showroom im Altenberg und auch in der Raumvitrine an der Aarbergergasse in Bern ausgestellt. Ob Tische, Stühle, Möbel, Betten oder das bekannte «Bärner Brättli», vieles kann im Showroom an der Aare jeden Samstag von 13 bis 17 Uhr bestaunt, betastet, gerochen und natürlich ausprobiert und gekauft werden. Eine persönliche Beratung findet auf Wunsch im

Website Das umfangreiche Sortiment an Massivholzmöbeln, Projekte von Innenausbauten sowie Designmöbel und Küchen sind auf der Website wyttenbach-schreinerei.ch ins beste Licht gerückt. Es lohnt sich, darin rumzustöbern, zu bestaunen und sich für ein eigenes Unikat zu begeistern.

Neuer Tisch «Tria» mit horgenglarus Stühlen

WYTTENBACH SCHREINEREI BERN

Showroom Altenbergstrasse 57, Bern Showcase Aarbergergasse 33, Bern Werkstatt Forstweg 22a, Moosseedorf Telefon 031 332 30 41 Besuchen Sie uns auf Facebook und Instagram. mail@wyttenbach-schreinerei.ch www. wyttenbach-schreinerei.ch

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LEBENSART

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D I N G VO M JA H R 3 . P L AT Z

schön & guet Ding vom Jahr: – 3. Platz

N A C H H A LT I G E F E U E R S C H A L E N Suchen Sie einen Grill oder eine Feuerschale für lauschige Sommerabende? Die Metallwerkstatt des Drahtesels im Liebefeld schenkt alten Boilern ein neues Leben und verarbeitet sie zu Feuerschalen und Grillöfen. Der Drahtesel ist ein soziales Unternehmen im Bereich der beruflichen Integration mit verschiedenen Arbeitsbereichen. Die Metallwerkstatt fertigt übrigens auch Objekte auf Bestellung und Mass. www.drahtesel.ch

Das You-Aare-Beautiful-Badetuch ist inspiriert durch die unverwechselbare Flussschleife der Aare – die schöne Berner Aareschloufe und den belebenden Aareschwumm. Das Badetuch ist ein schönes Geschenk für alle Aarebegeisterten, und damit ist es ein idealer Begleiter für ihren Sommerurlaub, die Badi, den Aareschwumm und das Aareböötle. Gleichzeitig ist das Badetuch auch ein schönes Kompliment an jemanden, der Sie begeistert. Das Aarebadetuch ist erhältlich in zwei Farbkombinationen: • •

Aaregrün und Moosgrün Lila und Beige

Grösse des Badetuchs: 180×100 cm Material: 100% Baumwolle Das Badetuch ist erhältlich im Onlineshop: www.hkcorner.ch Eine Abholung nach Vereinbarung (Mobil 079 460 70 24 oder E-Mail info@hkcorner.ch) in Bern am Helvetiaplatz ist ebenfalls möglich.

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S C H WA R Z E E D I T I O N Das junge Berner Start-up «Swiss Wood Maps» fertigt dreidimensionale Bilder aus Holz. Jede Karte ist einzigartig, weil jedes Bild individuell von Hand gefertigt wird. Bereits sind verschiedene Städte und Gewässer – auch die Aaare – erhältlich. Neu lanciert wurde die Black Edition in verschiedenen Grössen und mit unterschiedlichen Rahmen. www.swisswoodmaps.com


LEBENSART | SCHÖN & GUET

STYLISCH IN DEN SOMMER Kultlabel Ancient Greek Sandals vereint traditionelle Handwerkskunst mit modernem Design. So entstehen hochwertige Sandalen mit historischem Charme, die durch ihre raffinierten Details überzeugen. In Bern erhältlich bei Ciolina, Marktgasse 51

DIE AARE IST BEBADBAR Daniel Koch vom BAG liess an einer Pressekonferenz den legendären Satz verlauten: «Die Aare wird bebadbar sein.» Ein hörbares Aufatmen ging durch die Bundesstadt. Der Berner Sommer 2020 ist gerettet, und eine Idee war geboren: das T-Shirt für die neue Aaresaison. Falls dieses Liebhaberprojekt einen Gewinn erwirtschaftet, geht er an die Notschlafstelle und Gassenküche «Sleeper». Erhältlich online: www.bebadbar.ch

A A R EG R Ü N I S T T R E N D Pantone kürt alljährlich die Trendfarben des Jahres. Mit dabei ist diesen Sommer – schön eingemittet – die schönste Farbe überhaupt: das Smaragdgrün der Aare. Kleider und Accessoires in diesen Farben gibt es in allen Berner Geschäften.

DURCH DIE ROSA BRILLE Im Sommer darf die Sonnenbrille auf keiner Berner Nase fehlen. Und wenn mal die Sonne nicht scheint, setzen wir einfach die rosa Brille auf. Die Andy Wolf-Brillen werden im französischen Jura handgemacht – mit Gläsern wie ein Fotofilter ... und ja, das Rosa auf dem Brillenrand ist von Hand aufgemalt. Zum Beispiel in der Brillerei in der Matte: www.brillerei.ch

NIE OHNE MEINEN AARESACK! Aareschwumm ohne Bag oder Rucksack – undenkbar! Besonders schön finden wir die Kollektion des Berner Siebdruckateliers Raw Art. Kreiert von Berner Designer/innen, handbedruckt im Atelier in Bern, bietet das Atelier einen bunten Mix aus Aarebags und Aarerucksäcken. Der klassische Aarebag zum Schwimmen im Fluss hat nur einen Bändel, der Aarerucksack hingegen ist grösser und bequemer und eignet sich daher auch für längere Strecken zu Fuss oder auf dem Velo. www.aarebags.be

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In einem Rutsch durchs Shoppyland DIE GROSSE RUTSCHBAHN ALS NEUE ATTRAKTION

Das Einkaufszentrum Shoppyland in Schönbühl bietet eine neue und aufregende Attraktion, um in Sekundenschnelle vom 3. Stock ins Erdgeschoss zu gelangen: eine grosse Rutschbahn. Seit dem 12. März 2020 sorgt die über 30 Meter lange Rutsche bei kleinen und grossen Kunden für beste Unterhaltung.

Rund 30 Meter lang, knapp 12 Meter hoch und 10 Tonnen schwer ist die imposante Rutschbahn, die sich seit Kurzem mitten durch die Mall des Shoppyland schlängelt. Mit ihr gelangen Kinder und Erwachsene in Windeseile vom 3. OG ins EG. Eine Wendeltreppe ermöglicht zudem den raschen Wiederaufstieg in den 3. Stock für die nächste flotte Rutschpartie. Und wer es gerne noch ein wenig rasanter möchte, benutzt einfach eine der bereitgestellten Rutschmatten. Übrigens: Laut dem Hersteller lassen sich auf der Rutschbahn im Shoppyland Geschwindigkeiten zwischen 15 und 20 Kilometer pro Stunde erreichen.

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Ein Meilenstein des Rutschbahnbaus Für die Planung und den Bau der Rutschbahn im Shoppyland wurde der renommierte Rutsch- und Rodelbahnbauer Wiegand aus Deutschland ins Boot geholt. Die findigen Spezialisten aus dem Bundesland Hessen realisierten trotz relativ engen räumlichen Verhältnissen eine der längsten Rutschbahnen in einem Schweizer Einkaufszentrum. Ein so grosses und komplexes Bauwerk lässt sich nicht von heute auf morgen erschaffen: Von der ersten Designstudie bis zur finalen Konstruktionszeichnung verging rund ein halbes Jahr Planungszeit. Weitere zehn Wochen nahm die Fertigung der grossformatigen Elemente in Anspruch. Danach wurde die Rutschbahn während circa dreier Wochen im Einkaufszentrum zusammengefügt und umfassend getestet. Insgesamt haben die Rutschbahnprofis zehn Tonnen Stahl und Edelstahl verbaut. Im Vergleich zu ähnlichen Bauten bietet die Shoppyland-Rutsche zwei Pluspunkte: Zum einen können die wagemutigen Rutscherinnen und Rutscher in der geschlossenen Röhre dank einer transparenten Abdeckung aus Polycarbonat während der ganzen Fahrt ungehindert nach draussen schauen. Zum anderen sorgen Illuminationen in Grün, Rot, Gelb und Blau für ein einzigartiges Erlebnis während der Fahrt. Diese Effekte sind auch für die Zuschauer in der Mall zu sehen.


LEBENSART | SHOPPYLAND

Aus einer Bieridee wird spassige Realität Ausgeheckt wurde die Idee im Büro von Karl Gorsatt, dem Leiter Einkaufscenter Shoppyland. Er und sein Team ärgern sich gelegentlich über die Wartezeit bei den Liften, die vom Teambüro im 3. Stock ins Erdgeschoss führen. Rahel Wälti, Leiterin Marketing Westside, machte schliesslich einmal im Scherz den Vorschlag, einfach eine Rutschbahn zu bauen. Da die Idee im Team viel Anklang fand und im Shoppyland immer wieder an Massnahmen für einen familienfreundlichen Einkauf getüftelt wird, wurde nun zur Freude aller Beteiligten aus der vermeintlichen Bieridee Realität.

Rutschbahn ist eine beliebte Attraktion Bereits am 12. März 2020, dem Eröffnungstag der Rutschbahn, zeigte sich, dass die Rutsche bei allen Altersgruppen prima ankommt. Besonders Kinder und Jugendliche stellten sich in Scharen an, um das Tempoabenteuer im Shoppyland zu erleben. Doch auch viele Erwachsene genossen und geniessen die neue Attraktion im Einkaufszentrum Shoppyland. Übrigens: Auch der Centerleiter Karl Gorsatt benutzt die Rutschbahn regelmässig – und das nicht nur, weil er seine vielen Termine pünktlich wahrnehmen will.

SHOPPYLAND SCHÖNBÜHL Industriestrasse 10, 3321 Schönbühl Telefon 058 565 87 00 info@shoppyland.ch www.shoppyland.ch Besuchen Sie uns auch auf Facebook und Instagram.

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LEBENSART

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GESUNDHEIT KUNDENBEITRAG

Wechseljahre beim Mann? Wird das Testosteron weniger, können unangenehme Beschwerden auftauchen, die für Männer zur echten Herausforderung werden. Wenn Männer auf die Lebensmitte zugehen, kommen auf den Körper grosse Veränderungen zu. Die sexuelle Lust nimmt ab, die Muskelmasse bildet sich zurück, die Knochendichte wird kleiner, und das Bauchfett kann zunehmen. Verantwortlich dafür ist die vorhandene Menge an Testosteron, dem männlichen Sexualhormon. Dieses nimmt ab, was Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit und Gewichtszunahme – trotz unverändertem Lebensstil – zur Folge haben kann. Auch der seelische Bereich kann betroffen sein. Sich zu konzentrieren, fällt schwerer, die Nervosität nimmt zu, und manche betroffenen Männer fallen regelrecht in ein Tief.

Schleichend und ohne Midlife-Crisis Bereits ab 30 Jahren produziert der Körper jedes Jahr weniger Testosteron. «Dank dem langsamen Absinken des Hormons kann sich der männliche Körper besser anpassen, die Anzeichen der Wechseljahre fallen weniger abrupt aus», erklärt Stephan Hummel, Apotheker und Betriebsleiter der Bahnhof Apotheke Bern. Bei den Frauen ist das anders: «Bei ihnen treten die Beschwerden meist in heftigen Schüben auf. Grund dafür ist die Art und Weise, wie sich der weibliche Hormonspiegel senkt, bei Frauen geht der Östrogenspiegel schubweise zurück», sagt der Apotheker. In den gleichen Lebensabschnitt wie die Wechseljahre fällt die MidlifeCrisis. Die Phase der Unzufriedenheit und oftmals der Sinnsuche

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betrifft viele Männer, auch jene, die nicht unter den Wechseljahren leiden. Aus medizinischer Sicht ist die Midlife-Crisis nicht einfach zu beschreiben – im Gegensatz zu den Wechseljahren, ihre Ursache steht in Verbindung mit den hormonellen Veränderungen.

Die Symptome behandeln Für betroffene Männer gibt es breitgefächerte Behandlungsmöglichkeiten. Die Therapie hängt dabei stark von den Beschwerden ab. Wer von einer eingeschränkten Sexualfunktion betroffen ist, kann diese mit potenzsteigernden Mitteln angehen, hierbei ist ein stetiger Austausch mit dem Arzt sehr wichtig. Liegt tatsächlich ein Hormonmangel vor, kann der behandelnde Arzt eine entsprechende Therapie in Erwägung ziehen. Stephan Hummel: «Ausserdem können pflanzliche Mittel bei Schlafstörungen lindernd wirken. Zum Beispiel helfen Präparate mit Hopfen oder Baldrian beim Einschlafen, ebenso wie ein Melissentee.» Ein natürlicher Weg, die Produktion von Testosteron anzukurbeln, ist Sport. Viel Bewegung und eine gesunde Ernährung können helfen, mit Müdigkeit und Gewichtszunahme besser zurechtzukommen.

BAHNHOF APOTHEKE

Galeriegeschoss Bahnhof Bern Offen an 365 Tagen im Jahr von 6.30 bis 22.00 Uhr


LEBENSART 

| GESUNDHEIT KUNDENBEITRAG

Im Notfall rund um die Uhr da Beim Kochen zu Hause plötzlich in den Finger geschnitten? Eine falsche Bewegung gemacht, und plötzlich schmerzt der Rücken? Jeder kennt diese Unfälle. Sie passieren immer zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Hirslanden Notfallstationen der Klinik Beau-Site, des Salem-Spitals und der Klinik Permanence sind 24 Stunden geöffnet.

Knochenbrüchen, aber auch mit Magen-Darm-Beschwerden inklusive Viszeralchirurgie, den vollumfänglichen Krankheitsbildern der Inneren Medizin sowie im Salem-Spital auch zusätzlich die Krankheitsbilder der Urologie. Neu ist die moderne frührehabilitative Komplexbehandlung geriatrischer Patienten. Das Salem-Spital verfügt über sieben Notfallkojen. Die Klinik Permanence im Westen von Bern betreibt deren acht.

Viele kennen folgende Situation: Zu Hause im Treppenhaus tritt man mit dem Fuss falsch auf dem Treppenabsatz auf. Es schmerzt, und der kühlende Eisbeutel im Gefrierschrank wird helfen. Einige Stunden später ist der Fuss angeschwollen, und man möchte einen Arzt aufzusuchen. Abends ist es schwierig, den eigenen Hausarzt zu erreichen. In solchen Situationen stehen den Bernerinnen und Bernern die Notfallstationen der Hirslanden Kliniken Beau-Site, Salem-Spital und der Klinik Permanence offen. Die drei Kliniken bieten in jedem Fall professionelle und schnelle Hilfe.

Spezialisiert auf Bauch- und Herznotfälle ist das Ärzte- und Pflegeteam der Klinik Beau-Site. Insbesondere bei akuten Bauch-, Thorax- und Herznotfällen stellt das Team eine rasche, kompetente und individuelle Behandlung rund um die Uhr sicher. Die Notfallstation der Klinik Beau-Site verfügt über vier Notfallkojen und eine zwölfplätzige moderne Intensivpflegestation.

Doch darf ich in Zeiten von COVID-19 noch ins Spital? Prof. Dr. med. Christoph F. Dietrich, Leiter des Departementes für Allgemeine Innere Medizin der Berner Hirslanden Kliniken, erklärt: «Ein Notfall bleibt ein Notfall: Es ist wichtig, dass Patienten bei medizinischen Problemen einen Arzt oder ein Spital aufsuchen. Sie müssen keine Angst vor dem Gang zum Arzt oder in die Notfallstation haben, das Risiko einer Ansteckung ist nicht grösser als anderswo. Dies unter anderem, weil wir uns äusserst genau an die Hygienerichtlinien halten.»

In allen Notfallstationen werden erwachsene Patienten aller Versicherungsklassen rasch und kompetent behandelt. Die Kliniken sind nicht auf Notfälle mit Kindern spezialisiert.

Notfall – was nun? Notfälle treten plötzlich und unerwartet auf. Sie kommen ungelegen und erfordern rasches und richtiges Handeln. Prof. Christoph F. Dietrich rät: «Es ist wichtig, Ruhe zu bewahren und sich zunächst einen Überblick über das Geschehene zu verschaffen. In dringenden Fällen kann es sogar sinnvoll sein, die Notfall-Telefonnummer 144 anzurufen, wo Spezialisten weiterhelfen.»

Wie läuft ein Besuch in einer Notfallstation ab? «Die Aufnahme eines Patienten in einer Notfallstation erfolgt nach standardisierten Richtlinien», erklärt Prof. Christoph F. Dietrich. Man kommt in die Notfallstation, und es wird zuerst geklärt, in welche Kategorie Notfall man eingestuft wird: Je instabiler der Gesundheitszustand des Patienten ist, desto früher wird er logischerweise behandelt. Grundsätzlich gilt, dass jeder so rasch wie möglich behandelt wird.

ADRESSEN HIRSLANDEN KLINIKEN

SALEM-SPITAL, Schänzlistrasse 39, Bern 24-h-Notfallnummer 031 335 35 35

Welche Klinik für welche Notfälle?

KLINIK PERMANENCE, Bümplizstrasse 83, Bern 24-h-Notfallnummer 031 990 41 11

Die Notfallstationen des Salem-Spitals und der Klinik Permanence betreuen insbesondere Patienten mit Sportverletzungen, Stürzen,

KLINIK BEAU-SITE, Schänzlihalde 11, Bern 24-h-Notfallnummer 031 335 30 30 41


LEBENSART | M O B I L I TÄT KUNDENBEITRAG

BOND E-Bikes itz in Bärn und Umgäbig Wer möchte nicht schon lange einmal wie James Bond unterwegs sein? Der Name des Schweizer E-Bike-SharingPioniers (ehemals smide) hat zwar nichts mit 007 zu tun, sondern ist eine Abkürzung für «Bike on demand». Die Anzahl der E-Bikes in der Stadt Bern wurde in den letzten Wochen auf fast 200 E-Bikes erhöht. Dies ermöglicht die Erschliessung der umliegenden Gemeinden, und dank der Partnerschaft mit der BLS gibt es einen kleinen BOND MobilityHub in Köniz.

BOND bietet die schnellste und bequemste Alternative, um im urbanen Raum von A nach B zu kommen. Via App können die hochwertigen E-Bikes gemietet und frei innerhalb des Betriebsgebietes abgestellt werden. Damit unterscheidet sich BOND von anderen Bike-Sharing-Systemen, denn die Fahrzeuge sind nicht an einen fixen Standort gebunden. Man fährt einfach dorthin, wo man möchte. Zusätzlich ermöglichen die E-Bikes von BOND eine Tretunterstützung bis 45 km/h. Mit BOND leistest du auch noch einen kleinen Beitrag für die Umwelt.

terung des Perimeters gegeben. Die Erweiterung wurde durch die enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden und der BLS als Kooperationspartner möglich. Am Bahnhof Köniz können Kun-den von einem Rabatt auf ihre nächste Fahrt profitieren, wenn sie ihr E-Bike nach der Fahrt am BOND Mobility-Hub (Ladestation) der BLS anschliessen.

Wie funktionierts? Bevor die erste BOND Fahrt losgeht, muss die App heruntergeladen und die einmalige Registrierung gemacht werden. Via App wird das nächstgelegene E-Bike geortet und für max. zehn Minuten gratis reserviert. Beim E-Bike angekommen, wird der zur Verfügung gestellte Helm (liegt im Gepäckträgerkorb) aufgesetzt und der Sattel auf die richtige Höhe eingestellt. Mithilfe der App wird das E-Bike entsperrt. Der Elektromotor unterstützt das Fahren, sobald in die Pedale getreten wird. Die hügelige Berner Topografie wird so zum Kinderspiel. Beim Zielort angekommen, kann das E-Bike frei innerhalb des Betriebsgebietes abgestellt werden. Danach werden die Fahrtkosten über die Kreditkarte abgezogen. Die ersten fünf Kilometer sind für alle Neukunden gratis – probiere geit über studiere!

Vergrösserung Bikeflotte und Einsatzgebiet in Bern Nach dem Lockdown hat BOND seine Flotte in Bern auf fast 200 E-Bikes aufgestockt. Nebst Köniz haben auch die angrenzenden Gemeinden Bolligen und Muri-Gümligen grünes Licht für die Erwei-

BOND E-BIKES

www.bond.info

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LEBENSART CULINARIUM | BÄRNER RUNDSCHOU

Bärner Rundschou Unter anderen neu eröffnet in Bern Le Vivant: Die Gastgeber Beat Blum und Yannick Wigley möchten, dass sich jeder Gast wie zu Hause fühlt. Die Atmosphäre soll locker und freundschaftlich sein, eben «vivant». Es geht ihnen darum, Freude am Essen, am Trinken und am Beisammensein zu haben. Schnörkellos, nachhaltig und lokal ist das Angebot: eine Flasche Wein zu Käse und Trockenfleisch, einen herzhaften Teller Geschmortes oder verschiedene Gerichte zum Teilen. www.levivant.ch Werkhof: Ganz nach dem Motto «Schweiz auf dem Teller, Schweiz im Glas» verarbeitet das kleine, familiäre Team ausschliesslich Pflanzen, die in der Schweiz wachsen, und Tiere, die in der Schweiz leben. Die vollumfängliche Verwertung («vom Schwanz bis zur Nase» und «von der Wurzel bis zum Blatt») steht an oberster Stelle. www.restaurantwerkhof.ch

Berns Terrassenrestaurants Seit einigen Jahren schiessen die Pop-up-Bars wie Pilze aus dem Boden. Zeit, wieder einmal den alteingesessenen Berner Wirtinnen und Wirten ein Kränzlein zu winden. Sie alle hatten und haben eine schwere Zeit und sahen sich gezwungen, einen grossen Teil ihrer Plätze zu unserem Schutz aufzugeben und neue Konzepte zu entwickeln. Im Sommer möchten wir uns alle im Freien verwöhnen lassen. Um nur an einige Beispiele all der traumhaften Berner Terrassenrestaurants zu erinnern: der Rosengarten (Bild) mit dem schönsten Blick auf Bern, die Cinématte oder die Casa Nova mit ihrem Aareanstoss, das idyllische Grottino, der üppige Garten im Giardino im Kursaal, das lebendige Klösterli Weincafe, die neu gestaltete Terrasse des Bay, der lauschige Garten im Obstberg oder – ganz urban mitten in der Stadt – all die schönen Beizli in der Münstergasse.

Essbare Blütenblätter Berns Gelatistationen Die «Bärner Meitschi» haben sich durch die Gelaterias von Bern geschleckt. Wo es die besten Glaces gibt und welche ihre Lieblingssorten sind, verraten sie auf einem Blogpost: www.baerner-meitschi.ch/gelaterias-bern

Die Philosophie von «Bärli und Schwänli»: zusammen etwas zu schaffen, ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen, die Liebe zur Natur, ein hohes Qualitätsbewusstsein, Traditionen mit Moderne zu verbinden, Wertschätzung und viel Herzblut für das, was man tut. So entstehen wunderbare Produkte beispielsweise der «Schweizer Blütenzauber», der Joghurts, Salaten, Desserts oder Drinks den optischen Kick gibt. Zum Shop: www.baerliundschwaenli.ch

Stets das Neuste aus der Berner Gastroszene: www.baernblog.com 43


Edle Schokolade – in der Altstadt Aus erlesenen Zutaten in traditioneller Handarbeit mit viel Leidenschaft hergestellt. Zum Beispiel die «Bärner Momente» mit Zutaten rund um Bern. Bärenstark und voller Finessen – so zeigen sich die Charaktere dieser einmaligen Pralinen. Cioccolateria Casa Nobile · Rathausgasse 45, Bern www.casa-nobile.ch

Us Bärn für Bärn BÄRN! Magazin Langlebig, mehrfach genutzt, optimal verteilt Infos: www.baernverlag.com

BÄRN! Blog Stets aktuelle Blog und Infoseite www.baernblog.com

MALOU geniesserei – das neue Genusslokal in der Länggasse An der Neufeldstrasse 32 sorgt Malou Schwarz mit Eveline Lüthi als Köchin für freudiges Essen und Trinken. In Zusammenarbeit mit Produzenten, Lieferanten und Gastköchen sind Degustationen, Märkte, Tavolatas und kulinarische Genusserlebnisse geplant. Für Privat- oder Firmenanlässe ist die «geniesserei» auch exklusiv zu haben. Unregelmässige Öffnungszeiten – unkonventionelles Angebot. Weitere Infos und Programm: www.malou-konzepte.ch facebook.com/malougeniesserei instagram.com/malou_konzepte

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C U L I N A R I U M | K U N D E N B E I T R A G B AY

Die Bay Terrasse ist wieder offen Sie versteckt sich am Aarehang neben dem Kunstmuseum. Mitten im Grün, 4 Minuten vom Bahnhof Bern. Noch ein Geheimtipp. Schon zwei Jahre ist es her, seit die Bonbec-Betreiber Christina und Maurice Bridel das Restaurant Bay eröffnet haben. Das Konzept der Modern Brasserie ist schnörkellos und zeitgemäss. Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten, und das Lokal gewann den ersten Platz in der Kategorie «Trend 2019» des «Best of Swiss Gastro Award». Der Guide Bleu erwähnt das innovative Lokal in «Les Sympas», und der Gault&Millau listet es in der Kategorie «POP» für jene Betriebe, die mit Lifestyle statt Punkten begeistern. Beim ersten Besuch findet man den Eingang zum Restaurant nicht sofort. Er verbirgt sich in einer Privatstrasse zum Hintereingang des Kunstmuseums. Sobald man das Lokal betritt, wird klar: Hier ist nichts zufällig. Die Einrichtung ist hochwertig, die Musik unterstreicht die entspannt angeregte Stimmung. Die Aussicht auf den Aarehang ist aussergewöhnlich, und über eine Treppe gelangt man in das untere Geschoss. Eine offene Küche erlaubt Blicke ins Geschehen hinter den Kulissen. Die Terrasse im Grünen ist einzigartig in der Stadt und noch ein Geheimtipp. «Die moderne Brasserieküche steht für eine ursprüngliche und lebendige Gastronomie», sagt Christina Bridel. «Was uns antreibt, ist die Liebe zum authentischen Essen und Trinken, das glücklich macht. » Oder wie ein Bewerter auf TripAdvisor kürzlich titelte: «Unaufgeregt mit Stil». Unaufgeregt sind auch die Preise – ein Hauptgang bewegt sich zwischen 36 und 42 Franken. Dabei achtet Küchenchef Martin Strehle streng auf Herkunft und Qualität der Produkte. Er arbeitet mit dem lokalen Gemüsebauern Johner aus Kerzers, der Fischerfamilie Christinat vom Murtensee und der Metzgerei Simperl aus Ostermundigen zusammen. «Wir kochen mit echter Freude am Handwerk und suchen den ursprünglichen Geschmack mit dem modernen Twist – Soul Food heisst das heute.»

R E S T A U R A N T B AY

Hodlerstrasse 16b 3011 Bern, Telefon 031 311 16 66 www.restaurantbay.ch 45


K U LT U R & E V E N T S | C A R T E B L A N C H E

Carte blanche

F Ü R D I E B E R N E R K U LT U R

Die Kulturszene hat es während des Lockdowns besonders hart getroffen. Und zwar sowohl Künstler/innen und Musiker/innen als auch die Kulturinstitutionen. Erst jetzt, Ende der Produktionszeit des BÄRN! Magazin, wurde entschieden, dass ab 6. Juni Anlässe mit bis zu 300 Personen unter Auflagen wieder stattfinden dürfen. Als Support haben wir einer Auswahl von Berner Institutionen eine Carte blanche gegeben – für einen kleinen Beitrag auf dieser Seite.

LA CAPPELLA | PHÖNIX AUS DER ASCHE «Wenn wir dürfen, dann spielen wir auch, Ehrensache!» sagt La Cappella. Mit «Phönix» belebt das frisch gestrichene Berner Kleintheater nach drei Monaten Stillstand die Bühne neu. Der Berner Autor und Kabarettist Christoph Simon (Bild) feiert im Juni an vier «Phönix»-Abenden das Ende des Lockdown und empfängt illustre Gäste wie Frölein da Capo, Uta Köbernick, Stefanie Grob, Bänz Friedli, Sunil Mann und Patrick Karpiczenko. www.la-cappella.ch

MAHOGANY HALL | ANLEITUNG ZUM GLÜCK Deine persönliche Challenge: 1. Schau dir das Programm der Mahogany Hall an. 2. Pick dir ein Konzert heraus, bei dem du weder die Band noch den Stil wirklich kennst. 3. Lade deine besten Freunde ein, sich auf dieses Unbekannte einzulassen. 4. Geh erwartungsfrei ans Konzert, und entdecke, wie dir echte Livemusik in der stimmigen Atmosphäre der Mahogany Hall Glücksmomente be-schert! Bis bald also! www.mahogany.ch

M F K | S C H W E I N E H U N D E U N D S P I E LV E R D E R B E R Hemmungen haben gerade wieder Hochkonjunktur. Mit den wiedergewonnenen Freiheiten kommt auch ein gewisses Unbehagen – wie viel Nähe ist okay? Passend dazu hat das Museum für Kommunikation seine erfolgreiche Ausstellung über Hemmungen bis am 2. August verlängert. Wer wagt das Abenteuer und stellt sich seinen Hemmungen? www.mfk.ch/schweinehunde-und-spielverderber-hemmungen

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K U LT U R & E V E N T S | C A R T E B L A N C H E

S C H L A C H T H A U S T H E AT E R Die Stücke, die im international anerkannten Schlachthaus Theater Bern gespielt werden, sind dringlich, aktuell, sexy, provokant, laut, sensibel, persönlich, gesellschaftskritisch, politisch, minimalistisch bis multimedial – eben alles, was die Themen unserer Zeit bieten! Das Publikum «von 0 bis 99» kann sich in manchen Formaten aktiv einbringen und findet in der freundschaftlichen Atmosphäre des Hauses auch Platz für Diskussionen. www.schlachthaus.ch​

B I E R H Ü B E L I | G U S TA V S B I E R G A R T E N Seit dem 26. Mai ist Gustavs Biergarten im Bierhübeli neu gestaltet wieder offen. Gustav ist ein ziemlich umgänglicher Typ, der das gute Leben liebt und es gern mit netten Leuten teilt. Du kannst mit ihm stundenlang über Musik reden. Oder mit ihm das Biersortiment erkunden. Gutem Essen ist er auch nie abgeneigt. www.gustavsbiergarten.ch

T H E AT E R M AT T E | E R S TA U F F Ü H R U N G

H EITERE FA H NE | H E I T E R E D A C H S C H A D E N

Das Theater Matte startet die kommende Spielzeit mit einer Schweizer Erstaufführung: «Die Maria und der Mohammed» von Folke Braband. Ein Stück über die Angst vor dem Fremden und darüber, wie wir sie überwinden können. Eine Geschichte, die Mut macht und für Respekt und Menschlichkeit plädiert. Denn: «Die einzige wahre Religion ist, ein anständiger Mensch zu sein.» Wir freuen uns auf unser Publikum! 5. bis 27. 9. 2020, www.theatermatte.ch

Die Heitere Fahne ist ein inklusiver Kulturort mit Beiz in Wabern. Hier kannst du fein essen, Theater schauen, Konzerte hören, Feste feiern und die grosse Liebe oder den Sinn des Lebens suchen. Wir wollen die «leere» Zeit nutzen und sanieren unser Saaldach! Das Crowdfunding mit tollen «Goodies» läuft noch. Infos unter www.dieheiterefahne.ch

W EITER E TIPP S | B I E R F E S T I VA L U N D M E H R Gute Neuigkeiten für alle Berner Bierliebhaber/innen: Obwohl das Craft-Beer-Festival dieses Jahr nicht im geplanten Rahmen stattfinden kann, wird man, pünktlich zum Festivaltag, mit Berner Bierspezialitäten versorgt. Ausserdem wird man am 20. Juni virtuell mit den teilnehmenden Kleinbrauereien verbunden. Infos: www.zapf.beer Stets das Aktuellste aus der Berner Kulturszene finden Sie laufend auf der aktuellen Website des BÄRN! MAGAZIN unter www.baernblog.com

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BUCH | LIEBE AARE

Wo 33 Milliarden Stangen Bier die Aare hinunterfliessen 

Text: Stefanie Christ, Illustration Sabine Clardon

Aare – wie Badetücher, Poster oder Aaresäckli. Aber in den Buchhandlungen wurde ich nicht fündig, kein unterhaltsames Buch, das die Aare in ihrer Gesamtheit erfasst. Also schritten wir zur Tat. Wir, das sind die Grafikerin Sabine Glardon und ich, die Autorin Stefanie Christ. Später kam noch die Texterin Maria Künzli mit an Bord. Viele Jahre hatten wir zusammen für die «Berner Zeitung» gearbeitet. Sabine Glardon setzte etliche unserer Artikel in tolle Infografiken um. Umso schöner, dass wir nun, nach unserer Zeit bei der Zeitung, ein gemeinsames Buchprojekt realisieren konnten.

Von Kalksteinen und Wandermuscheln Dem Buch ging eine umfangreiche Recherche voraus. Etliche Datensätze entstanden, und immer wieder überraschten uns die Resultate selbst. Ich staune beispielsweise immer noch über die Wassermenge, die der Fluss transportiert. Durchschnittlich fliessen jeden Tag zehn Milliarden Liter Wasser unter dem Altenbergsteg in Bern hindurch. Das entspricht 33 Milliarden Stangen Bier.

Wie viel Wasser fliesst täglich unter dem Altenbergsteg hindurch? Aus was für Steinen setzt sich Aaregeröll zusammen? Und was sind bitte schön «Faanatiker»? Das grafische Buch «Liebe Aare» erklärt den «schönsten Fluss der Welt» in zahlreichen Infografiken. Dieses wunderbare Grün! Diese wohltuende Frische! Das Rumpeln des Gerölls, wenn man den Kopf unter Wasser hält! Die einmalige Kulisse! – Wer ihnen zuhört, weiss, es ist um sie geschehen. Sie schwärmen von der Aare wie Teenager von angesagten Popstars. Bestimmt kennen Sie «Faanatiker/innen», einen der zehn Aaretypen, die wir in unserem Buch «Liebe Aare» beschreiben. Bestimmt erkennen auch Sie sich im einen oder anderen davon wieder. Denn fast alle Menschen, die in Flussnähe leben oder aufgewachsen sind, haben eine Haltung gegenüber der Aare. Auf viele übt der Fluss eine besondere Faszination aus, für andere ist er gerade im Sommer Lebensmittelpunkt, und wieder andere nutzen ihn beruflich – und manche fürchten ihn sogar. Nicht ganz unbegründet, wie «Liebe Aare» zeigt.

Wir haben herausgefunden, was für das berühmte Klickern und Klackern verantwortlich ist, das all jene beschreiben, die beim Aareschwumm den Kopf unter Wasser halten: Das Geräusch entsteht, wenn weiches Gestein aneinanderreibt und zermahlen wird. Darum setzt sich Aaregeröll hauptsächlich aus harten Gesteinen zusammen. Zu rund 50 Prozent handelt es sich um dunkelgrauen Kalkstein. Auch in die Flora und Fauna in und an der Aare liefert das Buch zahlreiche Einblicke. So haben sich zum Beispiel an diversen Aarestellen Wandermuscheln ausgebreitet. Sie stammen aus dem Schwarzen Meer, heften sich gerne an Boote und verteilen sich so auf fremde Gewässer. Sie verdrängen heimische Muscheln, dienen aber Wasservögeln als Nahrung. Sie sehen – man muss in der Aare nicht immer gleich nass werden. Auch AN der Aare ist es schön. Und unterhaltsam. Da treffen Hündeler auf Gynäkologen und Urlauber auf Gerichtspräsidenten. Deshalb ab an die Aare oder, wie Endo Anaconda von Stiller Has singt: «Gang doch chli der Aare naa / lue wie d’Velöle velöle mit ihrne Velo / der schöne grüene Aare naa.»

LIEBE AARE

«Liebe Aare. Ein grafisches Fanbuch über den schönsten Fluss der

Von der Geschenkidee zum Buch Die Idee zum grafischen Fanbuch über die Aare entstand, als ich auf der Suche war nach einem Geschenk für einen Bekannten, einen wahren «Faanatiker». Es gibt zwar viele wundervolle Produkte zur

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Welt» von Stefanie Christ, Sabine Glardon, Maria Künzli. Weber Verlag, 60 Seiten, ISBN 978-3-03818-263-4 Wir verlosen drei Bücher, siehe Seite 50.


FÜR DIE CHURZE | KOPERNIKUS

Ds Meer!

Gschicht Lorenz Pauli, Zeichnig Daniel Müller

Wasser isch wichtig … i mym Wasserschäli. Aber meh Wasser isch zvil Wasser. D Frou Bill isch ir Badwanne gläge. Die macht das freiwillig. I gloub, i sött ihre mal biibringe, wie dass me sech richtig putzt. D Frou Bill chönnt vo ihrem Kater no so vil lehre. D Frou Bill isch also ir Badwanne gläge u het es Heftli aagluegt. So Wärbig für Reise. Si het gsüfzget: «Ds Meer! Das hani scho lang nümme gseh. Kater, da bisch o chli du tschuld.» I bi usse ar Wanne ghocket u bi usgwiche, wo si mi mit der nasse Hand het wölle strychle. Für was söll ds Meer guet sy? Das isch ja no meh Wasser als ire Badwanne! Guet: Chli Meer mues me wahrschiinlech ertrage, we me wott Fisch ässe. Aber süsch chönnt me vo mir uus däm ganze Meer der Stöpsel usezieh u ds Wasser eifach ablah. Das het itz d Frou Bill mitem Badwasser o ändlech gmacht. Wo si troche isch gsi, isch si ggange. Auso d Frou Bill. Nid d Badwanne. Ds Heftli isch geng no bir Badwanne gläge. I ha mi aagschliche, bi drufgumpet u has mit de Chralle i Fätze grisse. Tschüss, Meer. Ir lääre Badwanne hani us de Fätze Fötzeli grupft. Us de Fötzeli hani Konfetti gmacht u uf de Konfetti bini dür d Badwanne gschlittlet. Deheime öppis mache isch doch eifach super. Aber de bini nachdänklech worde: Cha d Frou Bill würklech wäge mir nid ads Meer? Bini würklech tschuld? I finges ja scho besser, we si hie bi mir blybt. Aber vilech cha si mii ja mitnäh ads Meer. I müesst mi eifach vorhär a das vile Wasser gwane. Also guet: I probiere mal, ob i mi mitem Wasser chönnt aafründe. I ha bir Badwanne ds Wasser aagla. Das isch nid schwär gsi. Zack! Hebel ufe. Nächär bini ufe Stöpsel ghocket. O ganz eifach. Scho gli hani es nasses Füdli gha. Komisch … Nid schön... Schlimm... Ganz, ganz schlimm … I bi ufgstande. Bi aber muetig im Wasser blybe sta. Bis my Buuch isch nass worde. Das isch zvil gsi. I ha mi gschüttlet, bi aber wägem Schüttle usgrütscht u – PFLATSCH – ganz nass gsi. Logisch, dass i mi ufem Bett vor Frou Bill bi ga tröchne. Dert hets Sunne gha. U woni bi erwachet, hani z Gfüeu gha, da syg öppis nid so guet. Es het komisch plätscheret. D Bitze vom Ferieproschpäkt hei der Überlouf vo der Badwanne verstopft. Ds Wasser isch übere Badwannerand a Bode use gloffe. Heldehaft bini über d Wanne ggumpet für ds Wasser abzstelle, ha aber nid der richtig Hebel verwütscht u itz het d Dusche afa bruuse. Uf mii abe! Das het mi so erchlüpft. I bi dervo wie ne Rageete, ha

derby der Duscheschluuch abegrisse u d Bruuse isch näbe der Wanne a Bode gheit. Dert het si wyter vor sech häre grägnet. So fescht, dass i eifach usem Badzimmer ha use müesse. Irgend einisch isches o am heldehafte Kater Kopernikus z vil. I ha mi uf ds Sofa grettet u mi troche gschläcket. Hie ufem Sofa bini sicher gsi vorem Wasser. Das het sech ja sowieso nume langsam im Wohnzimmer usbreitet, u der Teppich het rächt vil möge ufsuge. U der under Teil vom Sofa isch us Holz. Das cha sicher schwümme. Die Sicherheit u das Plätschere sy so beruhigend gsi, dass i mi ha zäme gröllelet. Irgendeinisch isch d Wohnigstüre ufgange. Ds Wasser isch i Bewegig cho u isch ids Stägehuus use gschwappt. D Frou Bill isch heicho. Hinger ihre d Nachbarin vo unde dranne. Bi ihre heigs vo der Dili tropfet, het si vorwurfsvoll gseit. Die het gloub o nid gärn Wasser, fasch wien ig. Aber o d Frou Bill het ke Fröid gha. Eigentlech het si doch ads Meer wölle. Aber we ds Meer zu ihre chunnt, isches o wider nid rächt. Immer bin ig tschuld.

Dr Lorenz Pauli isch Chindergärtner, Chinderbuechoutor, Verleger und Verzeuer. www.mupf.ch Dr Daniel Müller zeichnet regumässig für verschiedeni Zytschrifte und Buechverläg wie z.B. d Globibüecher. www.illumueller.ch


B Ä R N ! I NT E R N | V E R LO S U N G E N

Verlosungen B Ä R N ! 2 / 2 0

BÄRN!VERLAG

Teilnahme unter www.baernblog.com

BÄRN!MAGAZIN

R E C YC L I N G TA S C H E N

Erscheint 4× jährlich im «BÄRN! Verlag». Der Verlag steht in Kooperation mit der Stadt Bern, mit Bern Tourismus, BERNcity, Idée BERN sowie mit dem Tier- und Bärenpark, der EWB und anderen Berner Insititutionen.

Diverse Produkte der ewb gewinnen Energie Wasser Bern verlost exklusiv im BÄRN! Magazin verschiedene Unikate aus der Upcycling Manufaktur der StiftungTerra Vecchia (siehe Beitrag S. 12). 3 Schultertaschen, 2 Etuis für Schreib- oder Kleinmaterial, 3 Laptoptaschen mit Reissverschluss.

WOOD MAP BLACK EDITION 1 Bild gewinnen Du wohnst urban und willst Leben in deinen Raum bringen? Die Black Edition von «Swiss Wood Maps» verbindet Design, Natur und Urbanität. Die Maps sind aus Holz, die Verpackung zu 100% recyclierbar. Wir verlosen ein Format A3 im Wert von CHF 279.–.

Die nächste Ausgabe erscheint Anfang September 2020. Infos für Werbepartner unter www.baernverlag.com. Abonnement

Das BÄRN! Magazin 4× jährlich in einem Couvert persönlich adressiert in Ihrem Briefkasten? 30 Franken und Ihre Adresse in ein Couvert und an den Verlag schicken oder per E-Banking mit entsprechendem Vermerk. Bankdaten unter www.baernverlag.com

BÄRN!BLOG Vo Bärn für Bärn: www.baernblog.com

SOZIALE NETZWERKE BÄRN! Forum – die aktuelle Facebook-Seite für alle Bernerinnen und Berner Facebook-Seite Verlag BÄRN! Magazin Instagram BÄRN! Magazin & baernblog

LIEBE AARE 3 Bücher zu gewinnen Die Aare ist Kult. Die grafische Publikation «Liebe Aare» will diesem Kultstatus gerecht werden und den Fluss in all seinen Facetten thematisieren – vom Berner Oberland bis zur Mündung in den Rhein. Siehe Beitrag Seite 48.

BERNCITY GESCHENKCARD Im Wert von CHF 100.– Nach Herzenslust einkaufen gehen, sich im Restaurant verwöhnen lassen oder wieder einmal dem Kulturgenuss frönen? Die BERNcity Geschenkcard ist in über 200 Geschäften, Restaurants, Kulturinstitutionen usw. Berns einsetzbar. BERNcity spendiert 100 Franken.

Die Herbstausgabe des BÄRN! Magazin erscheint am 3. September. Infos: www.baernverlag.com Bis dahin stets aktuell: www.baernblog.com

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Twitter BÄRN! Magazin

IMPRESSUM AUSGABE 2/20 BÄRN! Verlag Bellevuestrasse 133 · 3095 Spiegel bei Bern Telefon 031 972 07 07 mail@baernbox.ch · www.baernverlag.com Leitung Verlag/Redaktion

Michèle Freiburghaus

Druckvorstufe Druck Vertrieb Gestaltung

Lithouse Stämpfli AG, Bern gedruckt auf FSC-Papier Direct Mail Company, Bern BÄRN! Verlag

Fotos

Remo Eisner, Bernd Schildger, Adrian Moder, Carmelo Agovino, Doris Slezak

Cover

Jolanda Schwendimann

Illustration

Daniel Müller, Sabine Clardonen

Beiträge

Lorenz Pauli, Doris Slezak Ronny Kummer, Hans-Ruedi Matscher, Cornelia Berger, Luca Hubschmied Michel Wyss, Bettina Bürki, Anne Hampel, Michèle Freiburghaus


BÄRN! INTERN | DR CHARME VO BÄRN!

DR CHARME VO BÄRN! BÄRN!FOTO

Fotowettbewerb 2020

2020 starten wir nun zum dritten Mal unseren Fotowettbewerb. Drei Gewinner/innen werden von einer Fachjury gewählt, plus weitere 17 Bestplatzierte, deren Fotos vergrössert und am Event im September zugunsten eines guten Zwecks verkauft werden. Thema: «Dr Charme vo Bärn» Fotografieren sie ihre Liebste / ihren Liebsten, ein Kind, Menschen oder Hunde auf der Strasse, den Bären im Bärenpark usw., Momentaufnahmen oder arrangiert – Hauptsache, es ist lebendig und bewegt sich irgendwo in der Stadt Bern. Teilnahmebedingungen: www.baernblog.com Die Preise 1. Preis: BERNcity-Geschenkcard im Wert von CHF 1000.– 2. Preis: Gutschein von Zumstein im Wert von CHF 500.– 3. Preis: Gutschein von Zumstein im Wert von CHF 300.– Alle drei Gewinnerinnen oder Gewinner erhalten ausserdem einen exklusiven Master-Class-Workshop von Zumstein. ​

Foto unserer Leserin Katharina Wieland Müller

Merci! Patronat

Partner

Schlussevent Aufgrund der unsicheren Situation kann der Schlussevent noch nicht definiert werden.

HÄRZBLUET – BÄRN! Seit 2006 wird das BÄRN! Magazin von einem kleinen Berner Verlag auf eigene Kosten mit Herzblut herausgegeben und durch Werbeeinnahmen finanziert. Die Zeiten sind schwieriger geworden. Ihre Wertschätzung würde uns freuen, darum ... ... wenn Sie auch zukünftig nicht auf die «schönsten Seiten der Hauptstadt» verzichten möchten: – Das BÄRN! kann abonniert* werden – Das BÄRN! ist die perfekte Werbeplattform für Bern, Muri, den Spiegel und die Umgebung * 30 Franken und Ihre Adresse in einem Couvert an den Verlag schicken oder per E-Banking.

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BAHNHOF APOTHEKE

JURA APOTHEKE Breitenrainplatz 36, 3014 Bern, Telefon 031 331 51 51 BREITFELD APOTHEKE Scheibenstrasse 18, 3014 Bern, Telefon 031 348 12 12 LINDEN APOTHEKE Freiburgstrasse 2, 3008 Bern, Telefon 031 388 20 20

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BÄRN! Magazin 2 /2020  

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