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Februar 2021 DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

BETRIEBSTECHNIK INSTANDHALTUNG

IIoT-Pilotprojekt bei Salzgitter Flachstahl: Die Instandhaltung profitiert. Seite 12

Kleines Tool gegen den lautlosen Killer von Maschinen und Anlagen. Seite 19 Henkel implementierte das AR-Tool Vuforia Chalk zur Unterstützung in der Corona-Pandemie. Dies ermöglicht Remote Assistance in Echtzeit - und das weltweit. Bild: Gerd Altmann auf Pixabay

TOP NEWS Branchenindikator Instandhaltung IH-Dienstleister in der Krise - innerbetriebliche im Aufwind Seite 02 Retrofit am Reinigungsfahrzeug SEW-Eurodrive setzt Elektromotor am Fahrzeug instand Seite 11 Elastische Bodenbeläge reinigen Das richtige Verfahren erhöht die Lebensdauer Seite 15 Werkzeuglos sicher arretieren Kleine Komponenten mit großem Mehrwert: Arretierbolzen Seite 30

THEMEN Nachrichten

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Antriebs- & Steuerungstechnik

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Arbeitssicherheit

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Condition Monitoring 17 Mess- & Überwachungstechnik

Warum Henkel jetzt auf AR setzt Henkel nutzt nun eine Augmented-Reality-Lösung, um auch während der Corona-Pandemie den Austausch zwischen Mitarbeitern zu ermöglichen. Das digitale Remote Assistance Tool wurde bereits in mehr als 30 Werken für Wasch- und Reinigungsmittel weltweit implementiert. Besonders die Instandhaltung profitiert von der Lösung, die viele Reisen unnötig macht. Als im März des vergangenen Jahres die Unternehmen vor den Herausforderungen der Corona-Pandemie standen, musste auch Henkel schnell reagieren. In kürzester Zeit wurden weltweit umfassende Sicherheits- und Hygienekonzepte für die Standorte umgesetzt, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten und die Produktion aufrechtzuerhalten. Durch die Corona-Krise waren auch Geschäftsreisen und physische Besprechungen in den Produktionen nur bedingt möglich. Um den Austausch der Mitarbeiter weiterhin zu gewährleisten, hat Henkel deshalb die Remote-AssistanceLösung Vuforia Chalk von PTC in mehr als 30 Werken seines Unternehmensbereichs Laundry & Home Care implementiert. Hintergrund: Henkel und PTC arbeiten bereits seit einigen Jahren zusammen, um die Digitalisierung in der Produktion weltweit voranzubringen. Mit Augmented-RealityApplikationen will der Konzern weitere digitale Lösungen in der Produktion implementieren. Zum Einsatz kommt bei Henkel die Augmented Reality Software

Drucklufttechnik

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Energie-Effizienz

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Facility Management

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Fertigungstechnik

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Industrieservice

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Management & Technologie

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Reinigung

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Wartungs- & Werkstattbedarf

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Zulieferteile

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NEUE KRAFT FÜR IHRE MASCHINEN

Messen & Events

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Impressum

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· Herstellerunabhängig · Neuwertige Instandsetzung und Überholung Ihrer Generatoren – auch vor Ort · Neuer Antrieb für Ihre AC/DC-Elektromotoren

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ISSN 1864-4554 info@b-und-i.de

Abo-Service: b-und-i@vertriebsunion.de

Augmented Reality ist eine visuelle, interaktive Methode zur Präsentation digitaler Informationen in einem realen Kontext. Sie vernetzt Mitarbeiter und verbessert die Geschäftsergebnisse. AR bietet im industriellen Umfeld eine einfache Möglichkeit zur Erstellung und Bereitstellung von Arbeitsanweisungen, indem digitale Inhalte in realen Arbeitsumgebungen abgebildet werden. Bild: PTC

Vuforia Chalk. Das digitale Remote Assistance Tool wurde implementiert, um die digitale Kollaboration und Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern, Fachexperten und Dienstleistern zu fördern. Davon profitiert nicht nur, aber eben besonders auch die Instandhaltung: Bei technischen Fragen zu den Produktionslinien oder zur Instandhaltung von Maschinen kann ein Produktionsmitarbeiter mit einem beliebigen mobilen Endgerät einen externen oder internen Fachexperten direkt per Videoübertragung kontaktieren. Durch die schnelle Demonstration auf dem Screen des Endgeräts und die direkte Zuschaltung des Experten können Fragen direkt diskutiert und effizient Lösungen gefunden werden. Das spart Zeit, Reisekosten und ebnet den Weg für eine neue Art der virtuellen Zusammenarbeit. Wichtig hierbei: Das Remote Assistent Tool ist innerhalb von weniger als 30 Minuten auf allen Endgeräten installiert. Zudem erfolgt die Bedingung intuitiv wie bei einem Smartphone, betont der Hersteller. Weiter auf Seite 07

24/7 Störungshotline +49 911 9552-150

Mehr zum Thema unter bit.ly/247instabmr

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NACHRICHTEN

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Mehr Sensibilität, bitte! Die Pandemie hat massive Auswirkungen: Homeschooling und Homeoffice belasten die Familien oftmals über Gebühr. Viele sind in Kurzarbeit und müssen mit Gehaltseinbußen zurechtkommen. Manche trifft es noch härter: Künstler, Ladengeschäftsinhaber oder Soloselbstständige müssen um ihre wirtschaftliche Existenz bangen. So manche Branche - ich denke hier exemplarisch an die

Messebauer, die Gastronomen oder die Tourismusbranche - ist seit Monaten im Krisenmodus und hat mit drastischen Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Im vergangenen Jahr ist aufgrund der Corona-Einschränkungen z.B. die Nachfrage in der Luftfahrt um etwa zwei Drittel eingebrochen mit entsprechenden Auswirkungen für die Fluggesellschaften, die Flughafenbetreiber und viele andere mehr.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Corona-Impfungen nicht so schnell verfügbar sind, wie man sich das wünscht und das Ganze geht einher mit der Angst vor noch gefährlicheren Virusmutationen. Angesichts dieser Lage ist man froh über gute Nachrichten, zum Beispiel vom VDMA Bayern. „Der Auftragseingang im bayerischen Maschinen- und Anlagenbau lag im Dezember unverändert zum Vorjahreswert”, ist in einer Presse-

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mitteilung vom 4. Februar zu lesen. Das bedeutet: Der Dezember 2020 war so gut wie der von 2019 - vor Corona. Deutschlandweit spricht der VDMA sogar von einem Auftragsplus von real 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch wenn für das Gesamtjahr ein Rückgang zu bilanzieren ist, sollte man nicht, so wie der VDMA Bayern, von einem „Jahresabschluss ohne Schwung” sprechen das trifft es nicht. Volker Zwick

Instandhaltungsdienstleister in der Krise - innerbetriebliche im Aufwind Branchenindikator Instandhaltung für das vierte Quartal 2020 zeigt deutlichen Aufschwung bei den innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen Einmal pro Quartal erheben das FIR und das FVI im „Branchenindikator Instandhaltung“ aktuelle Daten zur konjunkturellen Entwicklung der Instandhaltungsbranche. Die Ergebnisse für das vierte Quartal 2020 liegen nun vor - und sind in mehrfacher Hinsicht interessant. Denn der Branchenindex erlebt bei den innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen zum ersten Mal seit fünf Quartalen einen beträchtlichen Aufschwung - knapp 15 Punkte geht es hier nach oben. Bei den industriellen Instandhaltungsdienstleistern hingegen sieht es ganz anders aus; hier geht der Index auf Talfahrt. In der neuen Auswertung steigt der Branchenindex für die innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen von minus 17,8 Punkten auf minus 3,6 Punkte. Das ist der höchste Wert seit 2019 und setzt dem Abwärtstrend der letzten fünf Quartale ein Ende. Trotz des Lockdowns ist hier eine deutlich positivere Grundstimmung zu erkennen - und diese zeigt sich auch in den Prognosen zur weiteren Entwicklung. Diese sind beispielsweise in Bezug auf die zukünftige Budgetierung oder die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen weniger pessimistisch als noch im Vorquartal. Ganz im Gegensatz dazu sinkt der Index bei den industriellen

Dienstleistern deutlich und zwar auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebungen. Der Wert fällt von 22 auf 12 Punkte. Hinzu kommt, dass die aktuelle Lage der befragten Unternehmen in allen Bereichen wesentlich schlechter bewertet wird als im Vorquartal. So verzeichnen die industriellen Instandhaltungsdienstleister bei den aktuellen Aufträgen die stärksten Einbußen seit Langem. Nur noch 20 Prozent der Befragten bewerten die aktuelle Auftragslage mit gut, 10 Prozent bezeichnen sie als schlecht. 70 Prozent sprechen von einer gleichbleibenden Auftragslage. Doch es gibt auch Licht am Ende des Tunnels: Für das kommende Quartal rechnet der Großteil der

Befragten aus dem Bereich der Industriedienstleister mit einer gleichbleibenden (48 Prozent) oder günstigeren (33 Prozent) Auftragslage. Und dies wirkt sich auch auf die Lage der Beschäftigten aus: Für das kommende Quartal erwarten immerhin 86 Prozent steigende bzw. gleichbleibende Beschäftigungszahlen. Die Auswertung des Sonderteils „Nutzung von IT-Systemen in und für die Instandhaltung“ kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass die industriellen Instandhaltungsdienstleister bereits größtenteils mit Datenanalyse-Systemen arbeiten. Im Gegensatz hierzu ist die Nutzung dieser Systeme bei den innerbetrieb-

Druckfrisch: Das B&I Magazin 2021 Neues Jahresmagazin jetzt bestell- und online abrufbar Das B&I Jahresmagazin ist als Ergänzung zu den sechs Printausgaben der B&I im Zeitungsformat und als Ergänzung zum werktäglichen Newsletter konzipiert. „Wir greifen darin die spannendsten Themen des Jahres noch einmal auf, verdeutlichen anhand von interessanten Anwenderberichten, welche Lösungen namhafte Unternehmen für die Herausforderungen der Branche gefunden haben, lassen Forscher zu Wort kommen und machen in fundierten Fachberichten das abstrakte Thema der Digitalisierung (be-)greifbar - eine spannende Lektüre also”, ist Volker Zwick, Chefredakteur der B&I und des B&I Jahresmagazins, überzeugt. Das B&I Magazin ist auch ein Kompendium des vergangenen Jahres, denn mithilfe der QR-Codes ist ein Zugriff auf jede der sechs Printausgaben, die im Jahr 2020 erschienen sind, möglich. Doch das Jahresmagazin blickt nicht nur zurück, sondern auch nach vorn: Zahlreiche Experten gehen in ihren Beiträgen auf die Herausforderungen der Branche ein. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Dr. Andreas Weber, Andreas Dankl, Markus Ahorner, den Rechtsanwalt Fritz-Klaus Langem, Falk Pagel und Dr.-Ing. Dietmar Kestner für ihre Unterstützung. Im Jahresmagazin findet sich außerdem ein Veranstaltungskalender für das Jahr 2021, wobei die Einträge hier natürlich mit einer gewissen Vorsicht zu genießen

sind - Corona kann der einen oder anderen Veranstaltung immer noch einen Strich durch die Rechnung machen. Wenn es zu Ausfällen und Verschiebungen kommen sollte,

erfahren Leser der B&I das übrigens zeitnah im Newsletter, aber auch in den Printausgaben. Apropos Newsletter: Der tagesaktuelle Branchennewsletter, den es bereits seit mehr als zehn Jahren gibt, informiert werktäglich die Branche und ist in dieser Form im Bereich der Instandhaltung einzigartig. Tipp: Die ersten 200 neuen Newsletterabonnenten, die sich bis März 2021 einschreiben und eine E-Mail mit ihrer Adresse an online@b-und-i.de senden, bekommen zur Begrüßung das B&I Magazin kostenlos zugesandt. Abgerundet wird das B&I Magazin durch ein Instandhaltungsglossar, das von A wie Asset Management bis Z wie Zustandsüberwachung die wichtigsten Fachtermini kurz und verständlich erläutert. www.b-und-i.de

Bild: FVI

lichen Instandhaltungsabteilungen jedoch nicht sehr weit verbreitet. Hinsichtlich des Einsatzes von ERP-Systemen geben bei den industriellen Instandhaltungsdienstleistern 18 Prozent und bei den innerbetrieblichen Instandhaltungsabteilungen immerhin 28 Prozent an, ein solches System nicht zu nutzen. Aktuell läuft die neue Umfrage für das erste Quartal 2021, diesmal mit dem

Sonderthema „Total Productive Maintenance“. Entscheidungsträger aus der Instandhaltung und industrieller Dienstleistung sind zur Teilnahme eingeladen. Die Beantwortung dauert rund fünf Minuten und trägt dazu bei, ein aussagekräftiges Stimmungsbild für die Instandhaltungsbranche zu erhalten. www.ih-indikator.de http://ergebnis.ih-indikator.de

SKF Gruppe: Wechsel an der Spitze Der Vorstand der SKF Gruppe hat Rickard Gustafson zum neuen Präsidenten und CEO von SKF AB berufen. Er folgt auf Alrik Danielson und wird in der ersten Hälfte des Jahres zu SKF wechseln. Der 56-Jährige ist derzeit Präsident und CEO der schwedischen SAS Group, einer Airline aus Skandinavien. Bevor Gustafson vor zehn Jahren zu SAS kam, war er CEO der Versicherungsgesellschaft Codan/ Trygg Hansa und hatte davor verschiedene Positionen bei General Electric inne. Gustafson besitzt einen Master of Science mit

Rickard Gustafson wird der neue Präsident und CEO der SKF Gruppe. Bild: SKF

Schwerpunkt Industrieökonomie vom Institute of Technology der Universität Linköping in Schweden. www.skf.com

Führungswechsel bei ZwickRoell zum April 21 Bereits Anfang dieses Jahres ist Klaus Cierocki (54), der bisher den Unternehmensbereich Engine Systems beim Automobilzulieferer Schaeffler leitete, in die ZwickRoell Gruppe eingetreten. Zum 1. April 2021 folgt er Dr. Jan Stefan Roell (66) als CEO des Prüfmaschinenherstellers nach. Dr. Roell wechselt dann in den Aufsichtsrat. www.zwickroell.com

Der neue CEO: Klaus Cierocki. Bild: ZwickRoell


»WENN WIR ES RICHTIG MACHEN, WIRD SICH UNSER GANZES LEBEN DURCH DIGITALISIERUNG VERBESSERN.« Frank Thelen, Start-Up-Investor und Digitalisierungs-Vordenker, bekannt aus »Die Höhle der Löwen«

10X DNA – DAS MINDSET DER ZUKUNFT. Eine Keynote von Frank Thelen 01.07.2021, 13:00 Uhr, Prime Channel

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Februar 2021

BASF: Dienstleister sorgt für Punktlandung Bedeutung des Engineering für prozesstechnische Elektro- und Automatisierungstechnik Prozesstechnische Anlagen sind oft riesig und komplex, da viele Anlagenteile verknüpft sind. Deshalb sind in der Regel die Planung und der Bau einer neuen Anlage weniger aufwendig, als eine Bestandsanlage an veränderte Anforderungen anzupassen. Und doch werden genau solche Umbauarbeiten immer wieder nötig - so auch bei BASF Schwarzheide. Hier stand 2019/2020 ein großer Umbau an. Trotz vielfältiger Herausforderungen - und der Einschränkung durch die Corona-Pandemie und mit den Folgen - gingen die neuen bzw. umgebauten Produktionsreaktoren pünktlich zum geplanten Termin wieder in Betrieb - nicht zuletzt, weil das Engineering und die Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber, Planern und Monteuren vorbildlich klappte. Mit dem Neubau einer Toluylendiisocyanat-Anlage (TDI) in Ludwigshafen entschied BASF, die Produktion für diesen Werkstoff im Werk in Schwarzheide in der Region Lausitz einzustellen und Teile der dortigen TDI-Anlage stillzulegen. Nicht nur deshalb stand letzten Sommer ein Teil des Lausitzer Werks für knapp zehn Wochen still, sondern auch um verschiedene Um- und Neubauten zu realisieren. Weil die TDI-Anlage mit der Infrastruktur des Werkes und weiteren Herstellungsketten verzahnt ist, galt es neben der Stilllegung und dem Rückbau von Anlagenteilen auch größere Umbauarbeiten am Standort durchzuführen. Zur Realisierung dieses komplexen Projektes arbeitete die BASF eng mit verschiedenen externen Planungs- und Montageunternehmen zusammen. Mit dem Enginee-

ring der Automatisierungstechnik wurde der auf Prozessautomatisierung spezialisierte, herstellerunabhängige Systemintegrator Rösberg Engineering beauftragt. Die Automatisierungsexperten übernahmen das Engineering von Dokumentations- und Montageunterlagen für die Elektro- und Automatisierungstechnik. Zudem optimierten sie die Funktionspläne für die Programmierung, erstellten Ex-i-Nachweise, Stromlaufpläne sowie das Detail- und BASICEngineering. Christian Pöschke arbeitet als Head of Engineering Service Schwarzheide bei Rösberg und übernahm die Projektleitung. Er verdeutlicht: „Wir haben unter anderem zahlreiche Vor-Ort-Aufnahmen gemacht, um uns einen Überblick über den aktuellen Stand der Anlagen zu verschaffen. Auch der

Das PLT-CAE-System Prodok NG Moderne verfahrenstechnische Anlagen können nur dann effektiv betrieben werden, wenn die Daten aus der Planungsphase auch für Betrieb, Instandhaltung und Modernisierung verfügbar sind. Anlagenrealität (as-built) und Dokumentation müssen verlässlich übereinstimmen. Nur wenn alle Daten konsistent sind, lassen sich kostspielige Neueingaben und unnötiger Engineering-Aufwand vermeiden. Genau hier setzt das PLT-CAE-System Prodok NG nach Angaben der Entwickler aus dem Haus Rösberg an: Es sorgt für einen integrierten Planungsprozess nach einheitlichen Regeln. Weil alle Daten in einem System gewonnen und ausgetauscht werden, gibt es keinen Ärger mehr mit lästigen Datenübertragungsfehlern. Die Funktionen umfassen Basis-

planung, Detailplanung, Funktionsplanung, Elektrotechnik, Verfahrenstechnik im Bereich R+I, Ausführungsplanung und Montageplanung bei der Neuplanung, der Änderungs- und Ergänzungsplanung sowie der Betriebsbetreuung. Dabei wird der komplette Lebenszyklus einer Anlage unterstützt. Mit seiner durchgängigen und konsistenten Dokumentation sorgt Prodok NG laut Entwickler dafür, dass sich zu jeder Zeit die Anlagenrealität in der Dokumentation widerspiegelt. Qualitätsund Effizienzsteigerung und eine erhebliche Zeit- und Kostenersparnis seien die Folge. Investitionssicherheit ergebe sich durch die weite Verbreitung des Systems in der verfahrenstechnischen Industrie und aus dem Einsatz moderner Softwaretechnologie.

Dokumentationsabgleich mit dem As-built-Zustand der Anlage war äußerst wichtig, um den vorliegenden Anlagenstand zu kennen und davon ausgehend zu planen.“ Traten Unklarheiten auf, wurden diese mit dem Auftraggeber geklärt.„Aber auch in die andere Richtung war gute Kommunikation gefragt, damit die Montageabläufe möglichst reibungslos und ohne Verzug realisiert werden konnten“, ergänzt Pöschke. Vorteilhaft für das Projekt war, dass die BASF bereits seit vielen Jahren mit den Automatisierungsexperten zusammenarbeitet und diese neben der eigenen örtlichen Niederlassung auch mit einem eigenen Büro auf dem Werksgelände vertreten sind. Nicht nur durch die Bereitstellung des CAE-Engineeringtools Prodok NG (siehe Kasten) für die BASF, sondern auch durch die jahrelange positive Zusammenarbeit mit den verschiedenen BASF-Standorten kennt Rösberg die verschiedenen Standards sowie Anforderungen genau. Die Planung dieses Großprojektes begann hinsichtlich der Automatisierungstechnik Anfang des Jahres 2019. Einige Zahlen verdeutlichen den Umfang dieser Aufgabe: Über 50 Apparate wurden an neuer Stelle platziert, mehr als 1.000 Geräte aus der Prozessleittechnik (PLT) verbunden und über 300 Rohrleitungen verlegt. Allein diese schiere Menge war also schon eine Herausforderung. Weil die verschiedenen Teilprojekte von Abbau, Umbau und Neubau aber miteinander verknüpft waren, entstand zudem eine immense Komplexität, die es zu jedem Zeitpunkt des Projektes zu überblicken galt - gerade auch dann, wenn spontan Probleme auftauchten und kurzfristig umgeplant werden musste. Denn schon kleine Änderungen hatten Einfluss auf zahlreiche

Der Lausitzer Produktionsstandort gehört zur BASF-Gruppe. Teile der Produktion im Werk standen im Sommer 2020 für zehn Wochen still. In dieser Zeit wurden umfangreiche Rück-, Um- und Neubauarbeiten durchgeführt. Bild: BASF Schwarzheide GmbH, Fotograf Kai Abresch

andere Bereiche und konnten so die Planung durcheinanderbringen. Aufgrund der vielen parallellaufenden, aber miteinander verzahnten Projekte war der Koordinations- und Kommunikationsaufwand entsprechend riesig. Eine weitere, wesentliche Herausforderung des Projektes zeigen diese Zahlen aber nicht. Pöschke erläutert:„An vielen Stellen musste der Ist-Dokumentationsstand mit der Anlagenrealität überprüft werden. Ehe wir also mit der Planung und auch der Klärung

Bild: Rösberg

starten konnten, welche Anlagenteile noch benötigt und welche abgebaut werden, musste die Dokumentation detailliert überprüft werden.“ Schließlich galt es vor dem Abbau zuverlässig zu entflechten, welche Teile des TDI-Anlagenkomplexes auch künftig noch benötigt würden. Und dann war der Zeitrahmen von zehn Wochen für den Umbau ebenfalls nicht üppig. Hinzu kam, dass die aktive Phase des Umbaus direkt in die CoronaHochphase des Frühjahrs 2020 fiel und so vor Ort auf der Baustelle die entsprechenden Vorgaben be-

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achtet werden mussten. „Tatsächlich war für unsere Planungen das Corona-Thema nicht so sehr von Belang wie bei ausführenden Gewerken“, erinnert sich Pöschke. „Spannend war jedoch, dass wir je nach Phase des Projektes für unseren Bereich zwischen drei und zehn Mitarbeiter benötigten. Hier war also große Flexibilität gefragt und unser vor einigen Jahren eingeführtes Konzept, unsere Mitarbeiter aus den verschiedenen deutschen Standorten je nach Bedarf hinzuziehen zu können, hat

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sich hier wieder einmal bewährt“, so Pöschke weiter. Die Erfahrung beim Umbau zeigte wieder einmal, wie wichtig eine korrekte Anlagendokumentation ist. Das betrifft Umbauarbeiten ebenso wie den zuverlässigen Betrieb. Grundsätzlich gilt ein Projekt in der Prozessindustrie daher erst als abgeschlossen, wenn die As-builtDokumentation der Anlage an den Auftraggeber übergeben wurde. Hier war es für die Automatisierungsexperten von Vorteil,dass die BASF in Schwarzheide mit dem PLT-CAE-System Prodok NG zur Dokumentation arbeitet. Das System hat Rösberg selbst entwickelt und seine Erfahrungen im Zusammenhang mit Projektplanungen in der Prozesstechnik einfließen lassen. Pöschke resümiert: „Da das Tool durchgängig in der Planung und Umsetzung genutzt wird, ist kein nennenswerter zusätzlicher Dokumentationsaufwand nach Abschluss des Projektes nötig. Alle Pläne, verbauten Komponenten und notwendigen Dokumente werden im Erstellungsprozess in Prodok NG erfasst und stehen dann nach Projektabschluss sofort zur Verfügung. So kommt man schneller zur endgültigen Fertigstellung.“ www.roesberg.com www.basf-schwarzheide.de


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Februar 2021

Reinigung sensibler elektrischer Anlagen 3N Solutions setzt zur Anlagenreinigung eine selbst entwickelte Gastechnologie ein Die Experten von 3N Solutions kümmern sich seit elf Jahren als Dienstleister um eine professionelle Reinigung sensibler elektrischer Anlagen. Hierbei setzten sie auf eine besondere Gastechnologie, eine Technologie, die laut Anbieter zu den effektivsten und minimalinvasivsten industriellen Reinigungsmethoden gehört. Zum Einsatz kommt sie in unterschiedlichsten Branchen. Hauptelement des Reinigungsmediums von 3N Solutions ist ein individuell aufbereitetes Gasgemisch, welches in Form eines Nebels mittels spezieller Düsen auf die zu reinigenden Bauteile aufgebracht wird. Die Zusammensetzung und der Arbeitsdruck - zum Einsatz kommen nicht mehr als 0,5 bar bis maximal 1,5 bar - werden durch ein Steuermodul genau auf die zu reinigende Verschmutzung sowie auf die Art und Empfindlichkeit der zu reinigenden Bauteile angepasst. Im Vergleich zu anderen Reinigungsmethoden hat diese Technologie laut Anbieter unter anderem den Vorteil, an Stellen zu gelangen, die beispielsweise für eine Reinigungschemie, Druckluft sowie Bürsten und Reiniger unzugänglich sind. Möglich wird dies durch die eigene Thermodynamik

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Technologie für die Instandsetzung und bestenfalls den Erhalt elektrischer Bauteile. Die Reinigungslösung eignet sich nach Angaben des Anbieters für eine rückstandslose Entfernung

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von Ruß auf elektrischen Baugruppen, Strukturen und Räumen. Auf diese Weise lassen sich bis zu 100 Quadratmeter in acht Stunden reinigen. www.3n-solutions.de

Kraftwerkswartung von Profis Wisag ist jetzt für Energy from Waste Saarbrücken aktiv Die Anlagen der Energy from Waste Saarbrücken (EEW) am Standort Hürth werden seit letztem Jahr von der Wisag Industrie Service Gruppe gewartet. Ferner unterstützt der Dienstleister die EEW im Bereich der Produktion und im Facility Management. des Gasgemisches: Kommt das Gasgemisch mit dem atmosphärischen Druck in Kontakt, vergrößert es sein Volumen um mehrere Hundert Mal, gelangt unter den Schmutz und löst ihn so effektiv und schonend ab. Selbst die widerstandsfähigsten und gefährlichsten Verunreinigungen sollen so problemlos entfernt werden und das, ohne in die Struktur der elektrischen Komponenten einzugreifen. Durch den gezielten Einsatz dieser Gastech-

Links vorher, rechts nachher. Es handelt sich um eine trockene Reinigungsmethode, die ohne den Einsatz flüssiger Chemikalien an elektrischen Anlagen auskommt. Bilder: 3N Solutions

nologie lassen sich laut den Experten von 3N Solutions Anlagen bis zu viermal schneller reinigen als mit herkömmlichen Methoden - so werden Ausfallzeiten minimiert und Produktionszeit maximiert. Das Gasgemisch ist zudem vollkommen trocken und verursacht keine Feuchtigkeit. Daher kann es bei verschiedensten Verschmutzungsarten auch unter Spannung bis 1 KV eingesetzt werden. Es reagiert weder physikalisch noch chemisch mit den zu reinigenden Teilen und hat keine abrasiven Eigenschaften. Zudem ist es vorteilhaft, dass das Gasgemisch ungiftig, geruchlos, nicht brennbar und aseptisch ist und somit auch in sensiblen Produktionsbereichen, also beispielsweise in der Lebensmittelproduktion oder der Medizintechnik eingesetzt werden kann. Es ist, wie die Experten betonten, sicher für empfindliche elektronische Komponenten und Personen, die direkt damit in Kontakt kommen. Ein spezielles Anwendungsgebiet der 3N Solutions Gastechnologie ist die Reinigung nach einem Brand. Denn in diesem Fall sind drei Faktoren von größter Bedeutung: Schnelligkeit und Professionalität in der Umsetzung sowie der Einsatz der bestmöglichen

Das Ersatzbrennstoffkraftwerk der EEW, in dem das Team der Wisag zum Einsatz kommt, befindet sich im Chemiepark Knapsack in Hürth. „Der mehrjährige Vertrag umfasst die Betreuung aller dort vorhandenen Maschinen und Anlagen“, verdeutlicht Christoph Ewald, Niederlassungsleiter der WISAG Produktionsservice in Köln. Gemeinsam mit dem Kunden wurden die technischen Anforderungen und Qualifikationen des Auftrags ermittelt und daraus ein passgenaues Team zusammengestellt. „Dieser Auftrag zeigt, dass wir dank unserer breiten Leistungs- und Mitarbeiterstrukturen in der Lage sind, auch auf tiefer gehende technische Forderungen einzugehen“, so Sebastian Bernsen, Vertriebsleitung Region Nordwest der Wisag Produktionsservice. Für eine reibungslose Umsetzung hat sich der Dienstleister auf dem Werksgelände eine eigene Werkstatt eingerichtet. Außerdem kann er dort auf zahlreiche Montagefahrzeuge zurückgreifen. „In Hochphasen, beispielsweise zu festgelegten Revisionsterminen, können wir unsere Mannschaft flexibel einteilen. Bei Bedarf haben wir die Möglichkeit, die Anzahl der Mitarbeiter zu verdoppeln“, ergänzt Ewald und betont: „So stellen wir sicher, dass alle Auf-

gaben zuverlässig innerhalb der geforderten Zeit bearbeitet werden - und zwar ohne dass für den Kunden Mehraufwand entsteht.“ Darüber hinaus wurden dem Industriedienstleister zwischenzeitlich weitere Dienstleistungen aufgetragen, wie etwa die technische Reinigung von Produktionsanlagen oder die Produktionsunterstützung. Zusatzaufträge im Facility-Bereich wie der Umbau von Trafoanlagen oder Bodenbeschichtungen führt der Dienstleister ebenfalls durch. www.wisag.de

Seit Kurzem werden die Anlagen der Energy from Waste Saarbrücken GmbH im Chemiepark Knapsack in Hürth von der Wisag Industrie Service Gruppe gewartet. Bild: Wisag


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MANAGEMENT & TECHNOLOGIE

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Herstellerneutrales Retrofit von Strahlanlagen Produktivität, Verfügbarkeit, Qualität und Energieverbrauch kosteneffizient optimieren Bestehende Strahlanlagen können aktuelle Anforderungen häufig nicht mehr erfüllen. Defizite gibt es häufig beim Durchsatz, beim Oberflächenergebnis, beim Wartungsaufwand oder beim Energiebedarf - oft genug in der Kombination mehrerer oder aller dieser Faktoren. Dennoch ist eine Neuanlage nicht immer zwangsläufig erforderlich. Als kostengünstige Alternative bietet beispielsweise Rösler Oberflächentechnik unter der Marke Tuneup eine herstellerunabhängige Modernisierung von Strahlanlagen an. Hierbei handelt es sich um eine Systemlösung für unterschiedlichste Retrofit-Aufgaben. Einige Beispiele zeigen, was möglich ist. Die Auflistung der Gründe, die zu einem Ersatz älterer Strahlanlagen führen, ist lang: Sie reicht von hohen Betriebs-, Energie- und Wartungskosten über häufige Stillstandzeiten und eine nicht mehr ausreichende Kapazität bis zu einem unzureichenden Bearbeitungsergebnis oder auch Änderungen bei den zu bearbeitenden Werkstücken. Am einfachsten ist es, Anlagen in einem solchen Fall komplett zu ersetzen. Verbunden damit sind aber erhebliche Investitionen, weshalb gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten kostengünstigere Alternativen gefragt sind. Eine solche Lösung ist das Retrofit bestehender Anlagen. „Ein Technik-Upgrade ist natürlich kein Patentrezept für alle Fälle. Durch den Austausch und die Veränderung von Komponenten sowie Systemerweiterungen bietet es aber ein großes Potenzial, auch Strahlanlagen, die zehn Jahre und älter sind, bedarfsgerecht und kosteneffizient auf den aktuellen Stand zu bringen“, berichtet Manfred Kohmann, der als technischer Projektleiter erster Ansprechpartner für das Retrofit bei Tuneup ist. Diese Marke der Rösler Oberflächentechnik GmbH hat sich auf die herstellerunabhängige Modernisierung von Strahlanlagen spezialisiert.

Verbindliche Amortisationsberechnung Ausgangspunkt bei einer Anlagenmodernisierung sind die individuellen Anforderungen des Anlagenbetreibers. Die RetrofitSpezialisten erstellen daher zunächst eine genaue Zustandsanalyse der bestehenden Strahl-

Die nachträgliche Ausstattung bestehender Strahlanlagen mit einer automatischen Strahlmittelnachdosierung hält die Qualität des Strahlmittels konstant.

anlage, unabhängig vom Fabrikat. Zeigt diese, dass das gewünschte Modernisierungsergebnis umsetzbar ist, wird gemeinsam mit dem Engineering, der Konstruktion und Qualitätssicherung sowie den Fachabteilungen ein maßgeschneidertes Retrofit-Konzept ausgearbeitet.

Produktivität und Energieverbrauch … „Parallel dazu erstellen wir, basierend auf den spezifischen Daten und Zahlen, die uns der Anlagenbetreiber zur Verfügung stellt, eine verbindliche Amortisationsberechnung“, ergänzt Michael Motschenbacher, Teamleiter bei Tuneup. „Zahlreiche Projekte der letzten Jahre zeigen, dass der Return on Investment (ROI) beispielsweise bei einem Turbinentausch aufgrund der erzielten Kosteneinsparungen bereits nach

Durch ihr Y-förmiges Wurfschaufeldesign bieten Gamma-Turbinen einen Mehrwert: So lassen sich aufgrund der energieeffizienten Strahlmittelabgabe Vorteile in Bezug auf die Produktivität sowie Energieeinsparungen von bis zu 25 Prozent erzielen. Wichtig für Instandhalter: Die beidseitige Nutzung der Wurfschaufeln sorgt außerdem für längere Standzeiten.

12 bis 15 Monaten erreicht wird“, ergänzt er. Ein wesentliches Kriterium für diesen schnellen ROI ist das Portfolio an Strahlturbinen dieses Anbieters. Es reicht von Ein- und Zweischeibenturbinenrädern bis zu Hochleistungsturbinen in Gamma-Technologie. Darüber hinaus können die Turbinenkomponenten in unterschiedlichen Werkstoffen wie beispielsweise Guss, Werkzeugstahl und Hartmetall sowie Kombinationen aus diesen Materialien ausgeführt werden. Die Variantenvielfalt ermöglicht eine Turbinenmodernisierung, die individuell auf die Anwendung und die Anforderungen hinsichtlich Produktivität, Betriebs- und Energiekosten sowie Wartungsintensität abgestimmt ist. „Aufgrund der Kosten- und Produktivitätsvorteile entscheiden sich Kunden aber am häufigsten für Turbinen in Gamma-Technologie“, merkt Michael Motschenbacher an.

… durch Turbinentausch optimieren Die Turbinen in Gamma-Technologie punkten vor allem durch die Wurfschaufeln in patentiertem Y-Design mit berechnetem Krümmungswinkel. Dadurch werden eine extrem hohe Abwurfgeschwindigkeit sowie ein hochpräziser Strahlmittelabwurf und damit ein optimierter Wirkungsgrad erzielt. Die daraus resultierende Erhöhung der Strahlleistung ermöglicht signifikant verringerte Bearbeitungszeiten. „Sie führten in der Praxis schon dazu, dass Unternehmen eine komplette Schicht einsparen, bestehende Kapazitätslimits mit entsprechenden Reserven aufheben und die Strahlqualität deutlich verbessern konnten“, berichtet Manfred Kohmann. Ein weiteres Plus der Turbinen mit Y-förmigen Wurfschaufeln ist laut Anbieter die energieeffizientere Strahlmittelabgabe: Es lassen sich dadurch bis zu 25 Prozent Energie einsparen. „Das Einsparpotenzial macht eine Turbinenmodernisierung unter anderem auch für neuere Strahlanlagen interessant, um eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001 zu verlängern oder zu erreichen“, so Motschenbacher. Die Anlagenmodernisierung kann gegebenenfalls durch Energieeffizienz-Förderprogramme unterstützt werden. Darüber hinaus ermöglicht das spezielle Wurfschaufeldesign, dass die Schaufeln beidseitig ge-

Enthält das Strahlmittel einen hohen Sandanteil, führt dies zu einem signifikant höheren und kostspieligen Verschleiß an den Turbinen und weiteren Komponenten. In diesen Fällen punktet ein Magnetseparator, der den Sandanteil reduziert.

nutzt werden können. Dies führt im Vergleich zu einer herkömmlichen Turbine bereits zu einer doppelten Lebenszeit der Wurfschaufeln. Durch die Auswahl des idealen Verschleißmaterials lässt sich die Standzeit sogar auf das bis zu 16-Fache steigern. Die Anlagenverfügbarkeit lässt sich laut Anbieter so spürbar erhöhen und die Wartungskosten senken.

Verbesserungen im Detail Um die Technik in der Praxis zu testen, bietet Tuneup die Möglichkeit, Turbinen in die zu modernisierende Strahlanlage kostenneutral und unverbindlich für einen festgelegten Zeitraum einzubauen. Für die vielfältigen Aufgabenstellungen bei der Anlagenmodernisierung steht außerdem ein breites Spektrum an weiteren Systemlösungen zur Verfügung. „Geht es beispielsweise darum, ein konstantes Strahlergebnis zu gewährleisten, kann dies häufig durch die Integration einer automatischen Strahlmittelnachdosierung erreicht werden“, weiß Kohmann. Bei Strahlanwendungen kommt es verfahrensbedingt zu einem gewissen Verschleiß. Signifikant höher ist dieser, wenn - wie in Gießereien - das Strahlmittel einen hohen Anteil an Kernsand enthält. Um die Lebens-/Nutzungsdauer der Turbinen- und Anlagenverschleißteile in solch einem Fall deutlich zu verlängern, lässt sich die Strahlanlage beispielsweise nachträglich mit einem Magnetseparator ausstatten. Er verringert den Sandanteil auf bis zu 0,01 Prozent. Als Alternative für die entsprechend der 42. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) seit 2017 verpflichtend vorgeschriebenen, regelmäßigen und teilweise aufwendigen Prüfungen und Labortests auf Legionellenbefall in Nassfiltern steht ein automa-

tisches Dosiersystem mit einem speziell entwickelten Additiv zur Verfügung. „Die als Stand-alone-Lösung ausgeführte Nachrüsteinheit hält den pH-Wert im Nassfilter konstant auf einem hohen basischen Niveau, das eine Legionellenbildung zuverlässig verhindert. Der Wert wird außerdem ständig automatisch protokolliert“, beschreibt Manfred Kohmann. Zu den Anlagenbereichen, die durch ein Retrofit angepasst werden können, zählen auch die Fördertechnik und der Werkstücktransport. „Der Betreiber einer fabrikatsfremden Muldenbandstrahlanlage hatte das Problem, dass sich Werkstücke immer wieder zwischen den Stegen des Stahlgliederbands verklemmten und dadurch erheblicher Ausschuss entstand. Diese Aufgabe haben wir durch das Neudesign des Gliederbands erfolgreich gelöst“, erinnert sich Manfred Kohmann. Die dargestellten Beispiele sollen verdeutlichen, dass die Modernisierung einer bestehenden Anlage häufig die kosteneffizientere Alternative zum Neukauf einer Strahlanlage ist. Strahlanlagen werden aufgrund der aktuellen Situation häufig nur eingeschränkt betrieben. Dies ist ein guter Zeitpunkt, sich über die Möglichkeiten einer Modernisierung zu informieren, wie die Experten von Rösler betonen. www.rosler.com

Anpassungen bei der Fördertechnik und für den Werkstücktransport verringern den Ausschuss. Bilder: Rösler Oberflächentechnik


Februar 2021

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Artificial Intelligence vs. Human Intelligence Wer macht das Rennen und wie sehen die Herausforderungen in der Instandhaltung aus? Falk Pagel ist Co-Founder und Geschäftsführer der IAS Mexis GmbH und cySmart GmbH sowie Dozent für Schwachstellenanalysen an der DHBW Mannheim. Er beleuchtet die Herausforderungen in der Instandhaltung, die durch die COVID-19-Situation sogar beschleunigt werden. Eine globale Pandemie befördert Produktionsanlagen in den Schlafmodus oder gar in den Lockdown, und Mitarbeiter ins Homeoffice oder in Kurzarbeit. Ein Ende der Krise und die wirtschaftlichen Folgen sind nicht absehbar. Aber das ist auch gleichzeitig eine Chance, denn Kostenminimierung ohne Effektivitätsverluste ist das Gebot der Stunde - und wird es auch bleiben. Was bedeutet das für die Zukunft der Instandhaltung? Artificial Intelligence scheint allgemein das Allheilmittel zu sein. Für die Instandhaltung darf dieser Zaubertrank auch gerne angereichert sein mit IoT. Plug-and-play-Sensoren liefern wichtige Daten aus dem Anlagenpark und künstliche Intelligenz sorgt dafür, dass zunehmend digitalisierte Instandhaltungsabteilungen durch kostenfokussierte Asset-Management-Strategien ihren Beitrag zur Kostenreduktion leisten.

Wird der Elektriker oder Schlosser in ... Klar ist, dass Instandhaltungsmaßnahmen im Prinzip durch weniger qualifizierte Mitarbeiter kostengünstig und „narrensicher“ per Augmented Reality und durch Video-on-Demand-Anleitungen durchgeführt werden können. Künstliche Intelligenz hat in allen Bereichen unseres Lebens Einzug gehalten und wird unseres Erachtens nicht zu bremsen sein. Allerdings muss man in der Instandhaltung auch dem Umstand gerecht werden, dass man nicht nur Symptome behandelt, sondern auch Ursachen eliminiert. Und hier kommt der Faktor Mensch ins Spiel: die Fähigkeit, über den Tellerrand hinausschauen zu können. Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass man am besten noch während der Pandemie das notwendige Knowhow der „alten Hasen“ digitalisiert und dann auch das Know-how

B&I Magazin 2021 Dieser Fachbeitrag von Falk Pagel stammt aus dem neuen B&I Magazin 2021, das vor Kurzem erschienen ist. Dieses Jahresmagazin ist als Ergänzung zu den sechs Printausgaben pro Jahr der B&I Industrie-Zeitung und zu dem werktäglichen B&I-Newsletter konzipiert. Mehr über das neue Magazin lesen Sie auf der Seite 2 dieser Ausgabe oder online unter: www.b-und-i.de

„Technologischen Vorsprung muss man als Chance sehen, nicht als Risiko“, betont Falk Pagel. Der Mensch ist dabei „Brain“ und nicht „Actor“. Bild: IAS Mexis

der zukünftigen „Smart-ServiceIngenieure“ für die Zukunft derart auf- und ausbaut, dass neue,

... der Instandhaltung obsolet? vollautomatisierte und standardisierte Instandhaltungsprozesse möglich werden. Eine klare Antwort auf die provokative Frage in der Überschrift lautet aus unserer Sicht: beide. Nur gemeinsam können Erfolge erzielt werden, die sich in der Steigerung des OEE zeigen.

Smart Maintenance funktioniert in der Zukunft nur im Zusammenspiel von Menschen und Maschinen, von Artificial Intelligence und Human Intelligence. Künstliche Intelligenz kann dem Menschen die Zeit geben, die er braucht, um sich ständig zu verbessern. Das setzt mehr Zeit frei für Neues. Auch wir nutzen Erfahrungen, um uns ständig zu verbessern. Im DIVA-Expertensystem liegt das Wissen von über 40 Jahren „menschlicher“ Erfahrung zu Bauteilverhalten unter verschiedenen Einsatzbedingungen, das sich durch Algorithmen und KI ständig anpasst und optimiert. Der Aufbau eines bis auf Bauteilebene perfekt angelegten Stammdatenmanagements ist mit unserem Expertensystem innerhalb kürzester Zeit umsetzbar. Weitere Algorithmen übernehmen zukünftig proaktiv die Erstellung und Optimierung von qualifikations- und kostenoptimalen Inspektions- und Wartungsplänen. Das setzt Zeit frei für Neues. Das bedeutet kürzere Projektund Implementierungszeiten, hohe und sichere Anlagenverfügbarkeiten, einen steigenden OEE, schnellere Amortisation und Proof of Concept. Mit anderen Worten: Smart Maintenance. Falk Pagel, Geschäftsführer der IAS Mexis GmbH, www.ias-instandhaltungssoftware.de

Fortsetzung von Seite 1 Henkel nutzt die digitale Lösung sowohl für den Austausch zwischen Mitarbeitern in der Produktion und aus dem Homeoffice als auch für den Austausch mit Zulieferern und Kunden. Damit bietet Vuforia Chalk eine Möglichkeit effizient zusammenzuarbeiten, ohne sich physisch zu begegnen. Durch die zuvor installierte digitale Infrastruktur bei Henkel („Digital Backbone“), waren mobile Endgeräte in den Fabriken bereits ausgerollt und eine Implementierung des Tools konnte schnell erfolgen. „Für uns ist der Austausch zwischen den Mitarbeitenden unerlässlich. Vuforia Chalk hat uns ermöglicht, die virtuelle Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitenden in den Produktionen und aus dem Home Office zu fördern“, erklärt Stefan Göris, Process Consulting Manufacturing Digital Business, Henkel. Er ergänzt: „Trotz der momentanen Situation müssen wir auf keine Expertise ver-

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zichten und können den Wissensaustausch weiter vorantreiben. Das Tool wird bereits von verschiedenen Kollegen genutzt und hat sich insbesondere in den Hochphasen des Lockdowns bewährt.“ Jaume Carreras, Projektmanager, der die digitale Transformation in der Laundry & Home Care Produktion in Montornès del Valles, Spanien, verantwortet, fasst zusammen: „Mit der Vuforia Chalk App haben wir in Zeiten von Grenzschließungen und Reisebeschränkungen eine effiziente Alternative zu physischen Treffen in den Werken gefunden. Einerseits können wir intern die Expertise von Mitarbeitenden von verschiedenen Standorten einholen, andererseits können wir aber auch externe Dienstleister unkompliziert kontaktieren. Der direkte Austausch und das unmittelbare Feedback durch das AR-Tool ermöglichen es uns, virtuell effizient zusammenzuarbeiten.“ www.henkel.de www.ptc.com/de

Bild: PTC

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Insellösungen sorgen für hohe Kosten Keine Digitalisierung ohne Vernetzung von Daten, Prozessen und Systemen Für Fertigungsunternehmen ist es heute geradezu überlebenswichtig, zu jedem Zeitpunkt einen transparenten Überblick über die komplette Produktion zu haben und stets in Echtzeit zu wissen, wann produziert eine Maschine und wann produziert sie nicht. „Die damit einhergehenden erfolgversprechenden Digitalisierungsprojekte sind dabei oft zu groß, zu komplex, zu langwierig und damit auch sehr teuer konzeptioniert“, sagt Markus Müller, Vertriebsleiter Schmid Engineering GmbH. Und nicht wenige dieser Projekte seien zum Scheitern verurteilt. „Viele Unternehmen bauen sich Insellösungen, weil sie nicht das große Ganze im Blick haben“, so Müller. Das hat zur Folge, dass Investitionen mehrfach getätigt werden müssen und die Kosten unverhältnismäßig steigen. „Deshalb: groß denken und klein anfangen“, rät Markus Müller. Wichtig sei, bei Beginn des Digitalisierungsprojekts auf eine skalierbare Lösung zu setzen, damit diese mit dem Projekt auch mitwachsen könne. Fixiert man sich jetzt nur auf eine Schnittstelle, lässt sich diese Lösung nicht auf alle Bereiche, Anlagen und Systeme ausrollen. Das wiederum würde bedeuten, dass man alle Überlegungen und Anstrengungen, wie man die Daten verteilt und vernetzt, auch mehrfach machen müsste. „Es reicht also nicht aus, sich einen OPC-UA-Server anzuschaffen und dann zu hoffen, dass man damit alle Anforderungen abdecken kann“, betont Müller. Dennoch sei es für Produktionsunternehmen sehr schnell und zudem kostengünstig möglich, erste Schritte in Richtung einer Digitalisierung der Fertigung zu gehen.

Nicht nur Maschinen vernetzen ... Die Grundlage für die Digitalisierung der Produktion sind immer die Maschinendaten. Heutzutage verfügen die meisten Anlagensteuerungen schon über eine entsprechende LAN-Schnittstelle. Die Heidenhain-Steuerung iTNC530 etwa hat bereits standardmäßig eine LAN-Schnittstelle. Auch Anlagensteuerungen, die 10 oder 15 Jahre alt sind, bieten meistens schon die Grundlagen für eine digitale Vernetzung. So genügt hier oft - angefangen vom einfachen Maschinen-Monitoring bis hin zur voll vernetzten Produktion mit hundertprozentiger Traceability und Echtzeitprozessdaten - nur eine einzige IT- und Automatisierungslösung, wie etwa der Dataserver vom Systemhaus Schmid Engineering. Mit dem Dataserver können Unternehmen ihre Maschinen anbinden, ihre Geschäftsprozesse verbinden und sich immer die aktuellen Kennzahlen in der Produktion berechnen lassen. „Wir vernetzen nicht nur Maschinen, sondern auch komplette Systeme“, sagt Müller. So startet etwa beim Auslösen einer Brandmeldeanlage der Dataserver den Ausdruck einer Anwesenheitsliste aus dem HRSystem. Und für den nicht selten

Markus Müller, Vertriebsleiter Schmid Engineering, rät: „Groß denken und klein anfangen.” Der Experte empfiehlt außerdem bei Digitalisierungsprojekten auf eine skalierbare Lösung zu setzen, damit diese mit dem Projekt auch mitwachsen könne. Bild: Schmid Engineering

auftretenden Fall eines Maschinenstillstands werden die Instandhalter umgehend per E-Mail informiert.

... sondern komplette Systeme Weitere Anwendungsfälle sind einmal der Verpackungsprozess, bei dem die Softwarelösung prüft, ob alle Teile eingelegt wurden, und einmal fahrerlose Transportsysteme. So fordert der Dataserver unverzüglich ein neues fahrerloses Transportsystem an, sobald etwa der Pufferspeicher voll ist.

Weg von Insellösungen Der Dataserver führt also immer Daten und Informationen aus verschiedensten Quellen zusammen. Für die Endanwendungen reduziert sich die Zahl externer Kommunikationsverbindungen und die Zuverlässigkeit erhöht sich, so die Experten des Systemhauses. „Die Nutzung von Netzwerk-, Geräte- und Systemressourcen wird schmal gehalten, Unterbrechungen und Medienbrüche im Datenfluss werden minimiert“, erläutert Markus Müller. Eine einzige, leicht zu verwaltende und frei skalierbare Plattform bündelt also die gesamte Kommunikation in der Automation. Auch der VDMA verweist in einem Papier auf diesen wichtigen

Umstand bei der Digitalisierung der Produktion hin:„Das Potenzial der Digitalisierung zur Steigerung der Effizienz betrifft bei Weitem nicht nur die Produktion von Anlagen und Maschinen, sondern schließt alle Geschäftsprozesse eines Unternehmens ein. Bereits heute kommen in den Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus zahlreiche Lösungen zum Einsatz, die genau diese Zielrichtung verfolgen. Die große

Ganzheitlicher Datenaustausch Herausforderung ist somit nicht mehr die Digitalisierung einzelner Geschäftsprozesse, sondern die Vernetzung der Daten und Prozesse im eigenen Unternehmen und an der Schnittstelle zu Kunden und Lieferanten. Erst durch den Wechsel von Insellösungen hin zu einem ganzheitlichen Datenaustausch können Medienbrüche und Doppelerfassungen vermieden und das volle Potenzial der Digitalisierung gehoben werden.” Dem kann Markus Müller nur zustimmen, „weil eine reine Maschinendatenerfassung (MDE) nicht ausreicht, wenn es im Rahmen eines Digitalisierungsprojekts darum gehen soll, nicht nur einzelne Produktionsanlagen zu verbinden, sondern ganze Leitsysteme zu vernetzen - wie dies beispielsweise auch mit dem Dataserver möglich ist.“ www.schmid-engineering.com

Digitalisierung der Instandhaltung in der Tankstellen- und Flughafenversorgung Transtank aus Gelsenkirchen betreibt Tanklager zur Tankstellenund Flughafenversorgung sowie für den Umschlag von chemischen Produkten. Einwandfrei funktionierende und sichere Anlagen sind hier ein Muss - das setzt deren zuverlässige, schnelle und kosteneffiziente Wartung und Instandhaltung voraus. Letzteres aber, so berichten Jörg Steinborn, Terminal Manager, und Sebastian Beier, SAP EAM Implementation-Manager am Standort in Gelsenkirchen, war bei Transtank lange Zeit eher zeitintensiv als kosteneffizient: „Für die Instandhaltung hatten wir eine Stand-alone-Lösung im Einsatz, die ihre Kernaufgabe erfüllt hatte. Unser Ziel war es aber, die vorhandenen Systembrüche und Ineffizienzen auszuschalten. Deshalb suchten wir nach einer EAM-Lösung, die sowohl in unsere operativen als auch in unsere Finance-Prozesse integriert ist. Zudem sollten über automatisierte Reportings sämtliche Instandhaltungs- und Projekt-KPI tagesaktuell abrufbar sein.“ Die Verantwortlichen bei Transtank wurden schnell auf all4cloud aufmerksam, denn das Unternehmen aus der Metropolregion Rhein-Neckar entwickelt Funktionserweiterungen für die Cloud ERP-Suite der SAP und hat sich dabei auf die Implementierung von branchenspezifischen Anwendungen in eine integrierte Systemlandschaft spezialisiert. Für die Bedürfnisse von Transtank bot all4cloud ein eigens entwickeltes Add-on für SAP Business ByDesign an. „Dieses kombiniert die klassischen Funktionen einer Instandhaltungssoftware mit denen für die Waren- und Lagerwirtschaft - ohne dabei die Benutzeroberfläche verlassen

zu müssen“, erklärt Steinborn. Sobald die Anforderungen klar waren, wurde das Projekt von Transtank an all4cloud übergeben. Zunächst war die Integration aller Arbeitsabläufe das erklärte Ziel. Dazu wurden circa 40.000 technische Plätze kategorisiert und jegliches instandhaltungsrelevantes Equipment mit Barcode-Labels und Geodaten versehen. Von dieser intensiven Vorarbeit profitieren die User heute immens. Neben der Reactive Maintenance lag der Fokus aber auch auf Vorkehrungen für einen proaktiven Ansatz. Maßnahmen wie Wartungen oder Inspektionen mussten deutlich effektiver in Bezug auf Integration der Beschaffungsprozesse werden. Dazu wurden sämtliche Aktivitäten in die cloudbasierten ERP-Prozesse eingebunden. Während des Projektes entstand der Wunsch nach einer mobilen App zur Erfassung von technischen Störungen. Auf Basis der SAP Cloud Plattform hat all4cloud eine Service-App entwickelt, mit der Störungen am Equipment innerhalb kürzester Zeit mit dem Smartphone dokumentiert und so notwendige Schritte zur Fehlerbehebung eingeleitet werden. Jörg Steinborn und Sebastian Beier blicken auf einen erfolgreichen Implementierungsprozess zurück. „Wir sind jetzt seit drei Monaten im produktiven Einsatz. Bisher wurden unsere Erwartungen an all4cloud und ihre EAM-Lösung vollends erfüllt.“ Auch für die Zukunft zeigen sich beide optimistisch. „Jetzt haben wir die perfekte Grundlage geschaffen, unsere Wartungen und Instandhaltungen auf höchstem Level zu betreiben.“ https://all4cloudgroup.com/ www.transtank.de

Seit September 2020 arbeitet Transtank mit einer vollständig integrierten Enterprise-AssetManagementlösung in einer Public Cloud. Schon nach wenigen Wochen lohnte sich der Umstieg für das Unternehmen: Die neue, in das ERP-System implementierte Software optimiert nämlich sämtliche Wartungs-, Instandhaltungs- und Beschaffungsprozesse. Bild: BP


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mobileX AG Version 9.0 der Field Service Management-Suite der mobileX AG

Die mobileX AG präsentiert die Version 9.0 ihrer Field Service Management-Suite. Das Release bietet viele Neuerungen, vor allem im Bereich der mobilen Lösungen sowie in der Einsatzplanung.

mobileX-CrossForms: dynamische Formulare Für die App mobileX-CrossMIP gibt es nun mit mobileX-CrossForms ein neues Modul für die Erstellung und Nutzung dynamischer Formulare für Checklisten und Protokolle. Zu den Highlights gehören ferner ein GPS-Tracking, eine Änderungsverfolgung für technische Objekte und Materialbewegungen im SAP sowie eine Unterstützung der Single-Sign-on-Technologie. Zu den Details: Das Release 9 bietet nun mit mobileX-CrossForms

Die mobileX AG hat die HSM GmbH & Co. KG als neuen Kunden für mobileX-CrossMIP, die Service-App für Techniker, sowie für mobileX-Dispatch, das Tool zur digitalen Einsatzplanung, gewonnen. HSM entwickelt, produziert und vertreibt Produkte und Anlagen zum Pressen von Wertstoffen und Schreddern von Papier und elektronischen Datenträgern.

dynamische Formulare für die App mobileX-CrossMIP unter iOS, Android und Windows. Damit können Anwender sowohl statische als auch dynamische Formulare, z.B. für Checklisten selbst erstellen und verteilen. Außerdem besteht nun ein vollständiger Zugriff auf alle Daten am mobilen Client, die für Prüfungen, Vorbelegungen von Feldern oder Auswahllisten oder für ein dynamisches Verhalten des Formulars je nach Kontext genutzt werden können. Die Formulare sind darüber hinaus vollständig lokalisierbar, um sie für die Verwendung in unterschiedlichen Ländern und Märkten anzupassen. Die ausgefüllten Formulare können strukturiert als Datensätze und optional auch als PDF-Dokument (z.B. als Prüf-, Abnahmeoder Wartungsprotokoll) ins Backend übertragen werden.

Mit der Einführung der Lösungen möchte das Unternehmen seine weltweiten Serviceprozesse optimieren, die Stützpunkte vernetzen, die Mitarbeiter in der Anwendung unterstützen und die Kundenzufriedenheit steigern. Mit der Service-App sollen nicht nur HSM-Techniker, sondern auch Subdienstleister arbeiten, um Aufträge zu erhalten, zu bearbeiten und zurückzumelden.

Um Disponenten eine schnelle und effiziente Einplanung von akuten Vorgängen zu erleichtern, können Techniker ab dem Release 9.0 die GPS-Ortung aktivieren und somit eine Live-Aktualisierung ihres Standortes erlauben.

Mehr Transparenz für die Disposition Die Aktivierung des GPS-Trackings und der aktuelle Standort des Technikers werden dem Disponenten an der Ressource in mobileX-Dispatch angezeigt. Die Ortung läuft dabei batterieschonend im Hintergrund der Techniker-App. Das GPS-Tracking ist ein optionales Feature, das nur mit Zustimmung des Technikers genutzt werden kann und ist aktuell für iOS und Android verfügbar.

Neben Kerberos können Anwender zukünftig auch OAuth2 oder OpenID Connect für ihre einmalige Authentifizierung der mobileX-Lösungen nutzen.

Zeitersparnis und Sicherheit ... Für mobileX-MIP for Field Service sowie für mobileX-CrossMIP und mobileX-Dispatch ist der Single Sign-on mit Azure AD möglich.

... mit Single Sign-on Des Weiteren kann eine Zweioder auch Multifaktor-Authentisierung über Identity Provider angeboten werden, um die Sicherheit für Anwender noch weiter zu erhöhen.

Konfigurierbare Zeitrückmeldungen

Änderungsverfolgung für technische Objekte

In der App können Techniker ab dem Release 9.0 auch ihre gefahrenen Kilometer und Fahrtzeiten einfach zurückmelden. Textbausteine und eine erweitere Konfiguration für Zeitrückmeldungen ermöglichen eine flexible Anpassung an individuelle Anforderungen von Unternehmen für die Zeiterfassung von Technikern.

Um Änderungen an technischen Objekten (technische Plätze und Equipments) sowie an Lagerbestandsänderungen effizient und zeitnah an die mobilen Clients zu verteilen, stehen diese für das mobileX-SAP-AddOn mit dem Release 9.0 zur Verfügung. Für die Konfiguration der Änderungsverfolgung gibt es über das Standard-SAP-Customizing zahlreiche Filtermöglichkeiten, um z.B. nur Ausschnitte einer technischen Platzstruktur zu verfolgen. Lagerbestandsänderungen wie Ab- oder Zubuchungen aus einer Bestellung werden jetzt zeitnah ermittelt und dem Techniker über Push-Notifications mitgeteilt. So ist der Bestand jederzeit aktuell nutzbar.

Unterstützung von Google Maps Über die generische Kartenintegration lassen sich Standorte von Aufträgen anzeigen und interaktiv mit Filtern und Suchfunktion nutzen. Als Karten-Provider wird jetzt auch Google Maps unterstützt.

mobileX AG Grillparzerstr. 10 81675 München Tel.: +49 (0) 89/54 24 33 -100 Fax: +49 (0) 89/54 24 33 -550 info@mobilexag.de www.mobilexag.de Alle Vorteile auf einen Blick Der mobile Zugriff auf Kundenhistorie, Objektdaten und die Materiallogistik verringert die Anzahl der Rückfragen und Zweitanfahrten. Dies steigert die Produktivität. Eine effizientere Behebung von Störungen, höhere Termintreue und Auskunftssicherheit steigern die Servicequalität und erhöhen damit die Kundenzufriedenheit. Die Validierung von Texten bei der Dateneingabe vor Ort sowie die Vermeidung von Medienbrüchen verbessert die Qualität von Serviceberichten, Rückmeldungen und Formularen. Die nahtlose Integration der digitalen Auftragsabwicklung trägt zu einer abteilungsübergreifenden Optimierung des Serviceprozesses bei. Durch eine mobile Lösung zur Auftragsabwicklung werden die erfassten Daten direkt in das ERP-System übertragen. Dies reduziert Fakturazyklen auf wenige Tage. Aus all diesen Vorteilen ergeben sich für Unternehmen Einsparpotenziale von bis zu 20 Prozent.

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Ohne Bodeneingriff, dafür aber mit U-Turn Wie Linde-Stapler die Vormontage seiner neuen Staplergeneration abwickelt Vor rund einem Jahr stellte Linde Material Handling (MH) die neue Generation seiner verbrennungsmotorischen Gegengewichtstapler vor. Diese Hydrostaten im Traglastbereich von 2 bis 3,5 Tonnen punkten laut Hersteller nicht nur hinsichtlich Verfügbarkeit, Effizienz, Nachhaltigkeit und Sicherheit, sondern sind zudem voll vernetzt. Verbunden mit der Entwicklung dieser neuen Staplergeneration investierte Linde im Aschaffenburger Werk 2 unter anderem in neue Lösungen für die Großbaugruppenvormontage von Rahmen und Fahrerschutzdach, die jeweils als Variantenfließlinien (Mixed-ModeI-Assembly-Lines) konzipiert sind. Verantwortlich für Planung, Projektierung und Beschaffung solcher Vormontagelinien ist bei Linde Material Handling der Bereich Industrial Engineering. Abteilungsleiter Jan Scherthan erklärt: „Hier werden zum Beispiel Blechteile und Aggregate am Rahmen montiert. Anschließend wird diese Rahmen-Baugruppe zur Hauptlinie transportiert, wo sie mit anderen Elementen zum fertigen Fahrzeug verheiratet wird.“ Ein wesentlicher Bestandteil der Vormontagebereiche ist das jeweilige Transportsystem. Hierfür hatte Linde MH zunächst mehrere Anbieter in der Auswahl. Grundsätzlich legten die Verantwortlichen großen Wert auf eine robuste Technik, wie sie ein Schleppkettenförderer mit sich bringt. Er sollte in der Lage sein, die relativ schweren Komponenten in langsamer Geschwindigkeit von bis zu 0,3 Metern pro Minute kontinuierlich zu fördern. Eine weitere wichtige Vorgabe: Die Transportanlage darf keine Bodeneinbauten erfordern, da der Aufstellungsort unterkellert ist. Andererseits sollte die Podesthöhe so niedrig wie möglich ausfallen.

gegenkommt.“ Damit ist nämlich das Auf- und Absteigen eines Werkers auf die Arbeitsebene praktisch barrierefrei möglich. Ebenso können Kommissionierund Materialwagen ohne Hebetechnik hochgeschoben werden. Durch die niedrige Bauhöhe sind außerdem die Regale für die Materialbereitstellung außerhalb der Arbeitsebene optimal nutzbar. Für die Vormontage seiner neuen Staplergeneration entschied sich Linde Material Handling für das Zugketten-Transportsystem TS-Z von Knoll, wobei zahlreiche Sonderentwicklungen realisiert wurden. Bild: Linde

„Im Vergleich stellte sich heraus, dass die von Knoll angebotene Lösung auf Basis des ZugkettenTransportsystems TS-Z am besten zu unseren konkreten Anforderungen für dieses Projekt passt“, erläutert Scherthan. Der für die Vorserienplanung der neuen Staplergeneration zuständige Projektleiter Rocco A. Inglese ist von der nun eingesetzten Lösung von Knoll überzeugt: „Uns wurde zugesagt, dass das TS-Z am Ende eine Aufbauhöhe kleiner als 60 Millimeter aufweist. Eine Benchmark für derartige Systeme, die uns sehr ent-

Für eine neue Staplergeneration, die bei Linde im Aschaffenburger Werk 2 gebaut wird, entwickelte Knoll zwei Vormontagelinien - für den Rahmen und das Fahrerschutzdach. Bilder: Knoll

Natürlich kurventauglich Des Weiteren sah das von Linde MH geplante Layout eine U-Form bzw. O-Form der Transportstrecke vor, um kurze Rückführungswege für die Montagewagen zu ermöglichen. Danny Zinßler, zuständiger Projektmanager bei Knoll, erklärt: „Bisher hatten wir unser TS-Z nur als gerade Variante mit Drehumsetzern angeboten. Anlässlich dieses Auftrags entwickelten wir eine sogenannte Quattro-Lenkung für unsere Wagen, die damit Kurvenstrecken problemlos bewältigen können.“ Überhaupt galt den Montagewagen ein besonderes Augenmerk: Denn der Aufbau sollte individuell auf die jeweiligen Anforderungen der Rahmen- und Dachmontage hin entwickelt werden. Dabei war zu beachten, dass der Werker von allen Seiten

Jan Scherthan und Rocco A. Inglese, beide Linde Material Handling, begleiteten die Planung und Einführung der Vormontagelinien Rahmen und Fahrerschutzdach. Knoll - vertreten durch Projektmanager Danny Zinßler - lieferte das Transportsystem. Projektleiter Inglese betont: „Durch eine enge Zusammenarbeit konnten wir mit Knoll eine auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Anlage konzipieren und realisieren. Ein Highlight ist die tatsächlich unter sechs Zentim eter liegende Bauhöhe, die quasi für Barrierefreiheit sorgt und es uns zusätzlich ermöglicht, die Materialbereitstellung optimal zu gestalten.“

Zugriff auf das Produkt und die Möglichkeit hat, an definierten Stellen aufzusteigen - unter Beachtung aller ergonomischer Aspekte. Auch diverse Lastaufnahmevorrichtungen, Schnittstellen zu Kommissionierwagen etc. sollten vorhanden sein. Mit im Pflichtenheft stand der modulare Aufbau des Transportsystems. „Das ist die Voraussetzung für eine langfristige, flexible Nutzung. Dabei geht es uns momentan weniger um eine anstehende Erweiterung der Anlage. Vielmehr werden die beiden Linien in absehbarer Zeit in eine andere Halle umziehen, wobei die Modularität wichtige Vorteile verspricht“, erklärt Inglese. Nach konzeptionellen Workshops und Vorgesprächen bezüglich der speziellen Anforderungen erhielt Knoll den Zuschlag - nicht zum ersten Mal. Schon in den vergangenen Jahren vertraute Linde MH bei Projekten in anderen

Mittels Stoppereinheit kann der Wagen gesteuert vom Vortrieb der Kette getrennt bzw. wiedereingekoppelt werden. Zusätzlich ist eine Positionsfixierung möglich.

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Werken diesem Lieferanten. Im Oktober 2018 wurde der Vertrag für die Rahmenlinie und im Januar 2019 für die Fahrerschutzdachlinie unterzeichnet. Jeweils acht Monate später erfolgte die Übergabe, und im Januar 2020 „pünktlich zum ‚Start of Production‘ unserer neuen Staplermodellgeneration konnte die Endabnahme des Gesamtsystems erfolgen“, erklärt Scherthan zufrieden. Inzwischen haben die Vormontagelinien ihren Betrieb aufgenommen. Die Rahmenlinie besteht insgesamt aus acht Stationsbereichen. Ein jeder umfasst einen Abschnitt von fünf Metern, die in etwa neun Minuten zurückgelegt werden. Der Ablauf startet mit dem Aufsetzen des Rahmens inklusive Antriebsachse auf den Montagewagen. Daraufhin wird der Rahmen sukzessive mit diversen Einzelteilen und Vormontagegruppen ausgestattet. Verschiedentlich sind für die Handhabung spezieller Werkzeuge Kräne im Einsatz. Diese sind den strengen Vorschriften entsprechend über Sicherheitseinrichtungen mit der Anlage verriegelt. Am Ende der Stationen wird der Rahmen auf ein Transportgestell gepackt und zur Montagehauptlinie befördert. Der Ablauf in der Fahrerschutzdachlinie ist vom Grundsatz her ähnlich. Jedoch sind hier elf Stationsbereiche vorhanden, an denen das Staplerdach mit Einzelteilen und Baugruppen komplettiert wird. Der Werker nutzt dafür eine definierte Arbeitsfläche auf dem etwas größer ausgeführten Montagewagen. www.knoll-mb.de

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Für die Montagewagen entwickelte Knoll eine sogenannte Quattro-Lenkung, die Kurvenfahrten ermöglicht.


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Retrofit am mobilen Reinigungsfahrzeug In Schwaben montiert, in Baden repariert: SEW-Eurodrive setzt Reinigungsfahrzeug instand Bio-, Restmüll- und Wertstofftonnen stinken nach der Leerung wortwörtlich oftmals zum Himmel. Hier schafft die Biotonnenreinigung Schulze mithilfe von mobilen Fahrzeugen effektive Abhilfe. Nach dem Ausfall eines Motors an der Hebeeinrichtung an einem ebendieser Fahrzeuge wurde der Motor durch einen neuen IE3-Antrieb ersetzt. Ein Retrofitprojekt, das SEW-Eurodrive innerhalb nur eines Werktages umsetzte. Saubere Mülltonnen sind wichtig, denn jeder kennt das Problem von strengen Gerüchen und unangenehm riechenden Schwaden, die über den Müllplätzen schweben. Dabei ist der Geruch nur ein Problem: Gerade in der warmen Jahreszeit sind Mülltonnen und Müllcontainer auch eine bevorzugte Wohnstätte für Ungeziefer, Bakterien und Schimmelpilze jeglicher Art. Die Firma BRW Tonnen- und Containerreinigung Schulze aus Waiblingen bei Stuttgart offeriert eine komfortable Lösung für dieses Problem, nämlich die schnelle und günstige Reinigung vor Ort. Konkret bietet das Dienstleistungsunternehmen im Rems-Murr-Kreis sowie in Remseck am Neckar eine professionelle Mülltonnen- und Containerreinigung an - und zwar mithilfe einer mobilen Reinigungslösung, die dafür sorgt, dass Mülltonnen und Container hygienisch sauber werden. Ein Reinigungsvorgang dauert dabei etwa 35 Sekunden pro Tonne. Die Kosten belaufen sich auf 12 Euro für große und 4,20 Euro für kleine Tonnen.

Austausch des Motors im Competence Center Derzeit hat das Unternehmen vier Reinigungsfahrzeuge im Einsatz und bedient damit knapp 4.000 Kunden im Großraum Stuttgart. Die Firma möchte weiter wachsen. Sie bietet ihre Dienstleistung auf Anfrage auch in anderen Ortschaften an und ist deshalb aktuell auch auf der Suche nach weiterem Personal. Die vier Fahrzeuge für die Tonnenreinigung sind jedenfalls in der nordöstlichen Region um Stuttgart unterwegs. Vor allem Besitzer von Einfamilienhäusern nutzen den Service des Unternehmens. Aber auch zwei Großkunden in der Innenstadt freuen

Die Mülltonnenreinigung BRW sagt Bakterien, Verunreinigungen und dem Ungeziefer den Kampf an. Bilder: SEW-Eurodrive

sich über saubere Tonnen. Im Winter 2019/20 funktionierte dann plötzlich die Hebeeinrichtung, die die Tonnen in das Fahrzeug befördert, an einem der Fahrzeuge nicht mehr. Schnell war klar, dass hier sowohl der Service Elektronik als auch der Service Mechanik Hand anlegen mussten. Katharina Schulze, Geschäftsführerin von BWR, entschied sich für die Reparatur im Service Competence Center von SEWEurodrive in Graben-Neudorf, denn der defekte Antrieb befand sich ja schließlich in einem fahrbereiten Reinigungsfahrzeug. Deshalb war dies die kostengünstigere Lösung im Unterschied zu zwei Teams, die von Graben-Neudorf normalerweise nach Waiblingen zu diesem Serviceeinsatz aufgebrochen wären. Üblicherweise werden aber Retrofitprojekte vor Ort beim Kunden durchgeführt; nur in seltenen Fällen sind die Anlagen so mobil, dass das Retrofit direkt im Service Competence Center erfolgen kann. In diesem Fall aber schon und so fuhren also Frau Schulze und einer ihrer Mitarbeiter an einem frühen Februarmorgen 2020 in

Richtung Nordwesten und lieferten das Reinigungsfahrzeug in der SEW-Werkstatt ab. Dort überzeugte sie sich persönlich vom korrekten und schnellen Tausch des Motors. Der Austausch war auch notwendig, da der bislang eingesetzte Motor vom Typ DV mit Umrichter Movimot aus dem Jahr 2009 nach mehr als zehn Betriebsjahren vollen Einsatzes den Anforderungen nicht mehr gewachsen war und seinen Dienst verweigerte. Immerhin war dieser, anders als bei fest verbauten Motoren, aber auch besonderen Belastungen, beispielsweise dem Auf- und Abfahren von Bordsteinen ausgesetzt. Zudem war die Umgebung weder sauber noch trocken. Letztendlich wurde der Motor durch einen neuen vom Typ DRN.. in Energieeffizienzklasse 3 ersetzt.

Mithilfe einer mobilen Reinigungslösung ist eine schnelle und professionelle Mülltonnen- und Containerreinigung möglich. Sie sorgt dafür, dass Mülltonnen und Container hygienisch sauber werden. Der Motor vom Typ DV aus dem Jahr 2009 hatte in dem Reinigungsfahrzeug allerdings mehr als zehn Betriebsjahre auf dem Buckel und musste unlängst ausgetauscht werden.

Seitdem läuft der Motor zur vollen Zufriedenheit des Betreibers. Für BRW war die regionale Nähe des Service Competence Centers Graben von Vorteil. Doch es ist nicht nur die räumliche Nähe zum Kunden: Bei SEW-Eurodrive ist der Service Bestandteil der Firmenphilosophie, betont das Unternehmen. Katharina Schulze jedenfalls ist mit

der Reparatur sehr zufrieden. „Unser Ausflug von der schwäbischen in die badische Provinz hat sich gelohnt. Die Techniker haben einen hervorragenden Job gemacht. Für uns war es wichtig, dass das Fahrzeug so kurz wie möglich aus dem Verkehr gezogen wurde“, betont sie. www.biotonnenreinigung.de www.sew-eurodrive.de/ reparatur/

Retrofitprojekt innerhalb eines Tages Hierbei arbeiteten die SEWServicebereiche Elektronik und Mechanik Seite an Seite: Der alte Motor wurde abgeklemmt und ausgebaut, anschließend der neue Motor samt Ritzel eingebaut und wieder angeschlossen sowie mit dem Umrichter verbunden und in Betrieb genommen. Bei dieser Gelegenheit führten die Servicemitarbeiter gleich noch eine Wartung der kompletten Hebevorrichtung durch. Am Nachmittag übernahm Katharina Schulze in der Werkstatt ihr Fahrzeug mit überholter Hebeeinrichtung und fuhr zurück nach Waiblingen, wo bereits am nächsten Tag wieder Biotonnen gereinigt werden konnten.

Der Ausbau des defekten Motors erfolgte im Service Competence Center von SEW-Eurodrive in Graben-Neudorf.

VORTEIL: NORMTEIL Den Reparatur-Service bietet SEW-Eurodrive in verschiedenen Ausprägungen an, wie zum Beispiel die Not-Reparatur, die Funktions-Reparatur oder die Neuwert-Reparatur mit 24 Monaten Mängelhaftung auf den Gesamtantrieb. Dies gilt auch für Produkte anderer Hersteller. Und wenn es besonders schnell gehen muss, gibt es laut Anbieter die Möglichkeit für einen Eilauftrag oder den Vor-OrtService. Im Rahmen des Reparatur-Service sind zudem Modifikationen und Anpassungen möglich, falls die Antriebstechnik veränderten Anlagengegebenheiten ausgesetzt ist.

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Digitalisierung im Brownfield IIoT-Pilotprojekt bei der Salzgitter Flachstahl GmbH: Instandhaltung profitiert Bei Salzgitter Flachstahl hält jetzt das Industrial Internet of Things (IIoT) Einzug - und zwar in die Kontibeize 2. Diese reinigt bis zu 1,8 Kilometer lange Stahlbänder mit chemischer Verfahrenstechnik von ihrer produktionsbedingten Zunderschicht. In einem kontinuierlichen Prozess werden dabei die Coils abgewickelt, gerichtet, durch vier warme Salzsäurebäder befördert, gereinigt und wiederaufgewickelt. Das gebeizte Warmband geht anschließend direkt zum Kunden oder wird zur Weiterverarbeitung in die Folgeanlagen transportiert, z.B. in die Tandemstraße. In der vor rund elf Jahren in Betrieb gegangenen verfahrenstechnischen Anlage erheben zahlreiche Messinstrumente verschiedenste Parameter aus dem Prozess. Fast alle Messgeräte für die Messgrößen Durchfluss, Temperatur, Leitfähigkeit, Analyse und Druck stammen von Endress+Hauser. Die 104 Messstellen in der rund 250 Meter langen Anlage sind teils schwer zugänglich, sodass die Instandhaltungstechniker nur mit Aufwand auf sie zugreifen können. Seit dem Produktionsstart der Anlage werden alle Abläufe stetig optimiert. Ein vielversprechendes Pilotprojekt in Sachen IIoT und Industrie 4.0 läuft seit vier Jahren in Zusammenarbeit mit dem genannten Anbieter von Messgeräten, Dienstleistungen und Lösungen für die industrielle Verfahrenstechnik. Das IIoT-Ökosystem Netilion generiert einen detaillierten Überblick über die in der Anlage verbaute Messtechnik und hilft dabei, weitere Predictive-MaintenanceStrategien zu implementieren. Ist das Projekt erfolgreich, wollen weitere Unternehmensteile nachziehen. Mit dem Industrie 4.0-Programm Netilion lassen sich die Wartung und Verwaltung von Anlagen in wenigen Schritten optimieren. Der„digitale Werkzeugkasten“ umfasst die vier Onlinedienste Analytics, Predict, Health und Library sowie eine Scanner-App. Besonders spannend für die Nutzer: Die Anzahl und Funktionalität der Anwendungen lässt sich nach den individuellen Anforderungen stetig erweitern. Dank standardisierter Schnittstellen kann Netilion selbst in Tools und Systeme von Drittanbietern integriert werden. Die Salzgitter Flachstahl GmbH nutzt derzeit die Lösungspakete zum Anlagenüberblick und arbeitet perspektivisch an der Implementierung von Strategien zur vorausschauenden Wartung. Einen umfassenden Überblick über alle installierten Messgeräte

verschafft Netilion Analytics. Bisher war in der Kontibeize 2 ein hoher manueller Aufwand nötig, um einen Überblick über den Zustand der Feldgeräte zu generieren. Hinzu kam die manuelle Dokumentation der installierten Feldgeräte.

Digitaler Werkzeugkasten ... In der Kontibeize 2 erfasst Netilion Analytics nun alle 104 Messtechnikteilnehmer im Profibus PA-Netz vollautomatisch in circa einer Stunde. Hierzu wurden ein Edge Device SGC500 und das Fieldgate SFG500 im Anlagennetzwerk installiert und der Prozess gestartet. Netilion Analytics speicherte dann digitale Abbilder aller verbauten Messstellen in der Netilion Cloud ab und reicherte diese um weitere Informationen aus der inzwischen über 40 Millionen Gerätedatensätze umfassenden Datenbank von Endress+Hauser an. Ein Aha-Erlebnis hatte der Projektleiter bei Salzgitter Flachstahl GmbH, als er Analytics beim Start in der Kontibeize 2 selbstständig aktivierte: „Da waren zum Teil Profibus-Teilnehmer dran, die ich gar nicht mehr im Kopf hatte. In Einzelfällen haben wir auch Fehler bei der internen Benennung von Messgeräten festgestellt und den Fehler sofort beheben können.“ Praktische Dashboards in Netilion Analytics erleichtern die schnelle Auswertung der installierten Feldgerätebasis. Das erlaubt eine nie da gewesene Transparenz. Entscheidungen können zukünftig aufgrund valider Daten schneller und sicherer getroffen werden. Sogar Informationen über die Verfügbarkeit von Ersatzgeräten sind ersichtlich: Bei einem älteren Messgerät, das Endress+Hauser zwischenzeitlich durch ein neueres Modell im Angebotsportfolio ersetzt hat, wird das geeignete Nachfolgeprodukt empfohlen. Auch das Lösungspaket Netilion Predict zur vorausschauenden

Im Schulterschluss mit Endress+Hauser hat die Salzgitter Flachstahl GmbH mit der Einführung von Netilion eine vielversprechende IIoT-Agenda aufgestellt. Die Übersicht über die installierte Basis kann sowohl über stationäre Rechner als auch über mobile Geräte abgerufen werden.

Wartung soll den Mitarbeitern der Kontibeize 2 in Zukunft viel Arbeit abnehmen. Die Nutzung dieses Lösungspakets ist mittelfristig für den operativen Einsatz geplant, denn bislang warten sie die Messtechnik vorbeugend, d.h. nach festen zeitlichen Intervallen. Die Instandhaltung erfolgt reaktiv nach Bedarf bei einem auftretenden Defekt. Der neue Onlinedienst Netilion Predict macht Schluss mit reaktiver Wartung und ungeplanten Stillständen. Er ermöglicht eine bedarfsgerechte Wartung und Prüfung der Feldgeräte zum passenden Zeitpunkt. Mit Netilion ist es auch möglich, die Heartbeat Verifikation automatisch zu starten und zu dokumentieren. Heartbeat Technology sichert die Prozesskonformität,

Das IIoT-Ökosystem Netilion liefert eine schnelle Übersicht über die in der Anlage verbauten Messgeräte. Die Mitarbeiter der Kontibeize 2 entwickeln derzeit die Cloudlösung gemeinsam mit Endress+Hauser nach den eigenen Anforderungen weiter. Wenn sich die Lösung dann bewährt hat und sich das Potenzial der Anwendungen zeigt, lässt sich das Konzept ohne großen Aufwand auf weitere Werke der Salzgitter AG übertragen.

den Wartungseinsatz in der Industrie 4.0. Es verwendet die digitalen Daten aus den Messgeräten, um deren „Gesundheitszustand” mithilfe von NAMUR NE 107-konformen Symbolen verständlich zu visualisieren. So lässt sich mit Health erkennen, ob ein Messgerät gewartet oder gar ausgetauscht werden muss. Hierzu erscheint nicht bloß ein

Dokumente wie etwa Kalibrierberichte direkt in der Cloud bei den digitalen Abbildern der jeweiligen Messgeräte abzulegen. Die Zeiten, in denen man Dokumente suchen und manuell ablegen musste, sind dank Netilion Library also vorbei. Wenn Library zudem mit dem Tablet PC Field Xpert kombiniert wird, vereinfacht sich nicht nur die Dokumentation der Instandhaltung, sondern auch die Wartungsaktivitäten selbst.

... für vorausschauende Wartung

Mit dem Fieldgate SFG500 und dem Edge Device SGC500 (v.l.n.r.) gelingt der vollautomatische Scan des Profibus-Netzwerks. Bilder: Endress+Hauser

Heartbeat Verifikation prüft die Sensorik ohne Prozessunterbrechung. Die Verifizierung lässt sich auf verschiedene Arten durchführen. Mit dem Field Tablet Field Xpert kann z.B. via WLAN eine HeartbeatVerifikation ausgelöst und die Prüfergebnisse im Netilion Library Account ablegt werden. Eine Auswertung dieser Ergebnisse erlaubt es, den nächsten Prüf- und Kalibriertermin festzustellen. Die gewonnenen Erkenntnisse können über eine standardisierte Schnittstelle an ein beliebiges Wartungstool übertragen werden. Die Integration der Endress+Hauser Sensoren und Apps in dem Onlinedienst SAP AIN stellt eine durchgehende Lösung für den SAPWorkflow dar. Das Lösungspaket zur Anlagenüberwachung - mit dem integralen Bestandteil Netilion Health - nutzt Salzgitter Flachstahl ebenfalls im Rahmen des Pilotprojekts. Der Projektleiter hat die Möglichkeit, neue Funktionen zu testen, dem Entwicklerteam von Endress+Hauser Feedback zu geben und eigene Wünsche zu platzieren. Health interpretiert automatisch die Gerätediagnoseinformationen - und vereinfacht damit deutlich

Fehlercode, sondern eine Fehlerbeschreibung in Klartext sowie verständliche Anweisungen zur Behebung des Fehlers. Der Gesundheitszustand lässt sich vor allem bei Messgeräten mit Heartbeat Technology in einem höheren Detailgrad ermitteln. Aus diesem Grund wurden an kritischen Messstellen bereits ältere Messgeräte durch solche mit der Technologie ersetzt bzw. ist dies für die Zukunft geplant. Zusätzlich im Netilion-Portfolio enthalten ist das cloudbasierte Dokumentenmanagementsystem Library. Das System zum mobilen Asset Management ermöglicht es,

Netilion lässt sich ohne größere Eingriffe in die Anlagenarchitektur in bestehende Anlagen integrieren, wenn z.B. Geräte mit HART, Profibus DP oder PA, Ethernet IP, Modbus TCP oder künftig auch Profinet eingebaut sind. Bei der Salzgitter Flachstahl GmbH wurde das Edge Device, welches zur Herstellung der Konnektivität zwischen IT und OT dient, über zwei Systemkomponenten in das Profibus PA-Netzwerk integriert. „Wir haben schon beim Projektieren der Anlage festgelegt, dass wir die komplette Messtechnik mit dem Profibus PA vernetzen wollen, weil wir hierdurch die Messtechnik instandhaltungstechnisch besser analysieren können“, erklärt der Projektleiter bei Salzgitter Flachstahl. Autoren: Florian Kraftschik und Peter Dietrich, beide Endress+Hauser Jan-Marten Claus, Betriebsingenieur Kaltbreitbandwalzwerk, Salzgitter Flachstahl www.de.endress.com

Die in der Kontibeize 2 der Salzgitter Flachstahl GmbH verarbeiteten Coils sind bis zu 1,8 Kilometer lang und bis zu 32 Tonnen schwer.


Februar 2021

DRUCKLUFT TECHNIK

Schaumkanone mit 80 Meter Reichweite Elektrokompressor von Atlas Copco liefert die Druckluft für Hightech-Löschanlagen Microcafs stellt Druckluftschaumanlagen her. Mit diesen können auch hochviskose Löschmittel verarbeitet und mit hohen Durchflussraten gefördert werden. Dabei sind diese Druckluftschäume nicht nur sehr umweltfreundlich, sondern sie erzielen außerdem höhere Reichweiten als herkömmliche Wasser-Schaum-Systeme. Ein Elektrokompressor E-Air 900T von Atlas Copco spielt hierbei eine tragende Rolle, denn er verleiht dem Wasser-Schaum-Gemisch den richtigen Schub. Nur deshalb erreicht die Schaumkanone auch eine Reichweite von bis zu 80 Metern. Der bayerische Mittelständler Microcafs hat sich seit 20 Jahren in der Branche einen Namen gemacht: mit druckluftbetriebenen Kompaktgeräten, mit einfach zu bedienenden und leistungsstarken Fahrzeuganlagen, mit Druckzumischanlagen sowie mit stationären Lösungen für Industrieanwendungen, die große Durchflüsse von Druckluftschaum benötigen. Das Alleinstellungsmerkmal sind aber Schaumlöschanlagen, die mit einer speziellen Technologie bei den Durchflusswerten ein ganz neues Niveau für das Löschen von Industriebränden erreichen. Ein Kunde des Unternehmens ist Für mobile Löschanlagen, wie sie etwa von Werkfeuerwehren auf großen Raffineriegeländen beispielsweise ein großer Energiebenötigt werden, ist die Ortsunabhängigkeit wichtig. In diesen Fällen wird die Anlage um einen versorger in China, der seine GroßAtlas-Copco-Generator des Typs QAS 325 ergänzt (rechts auf dem Auflieger). Er erzeugt im Einsatzfall den für den Kompressor benötigten Strom. Bilder: Microcafs transformatoren mit Öl kühlt. „Um genau zu sein, mit über 60 Tonnen um 20 Prozent höhere Reichweiten Öl pro Trafo“, umreißt Karl Perr, Ge- Schaum, sondern mit einem Druckluftschaum“, verdeutlicht als herkömmliche Wasser-Schaumschäftsführer der Microcafs PBK Perr. Der habe gegenüber reinem Systeme. Dazu trägt ein ElektroGmbH im bayerischen OberWasser und konventionellem kompressor E-Air 900T von Atlas hausen, die Dimensionen - und Schaum mehrere Vorteile, unter Copco bei, der in die Anlagen indas Risiko:„Die Betriebstemperatur anderem einen wesentlich hötegriert ist. Er wurde dafür ausin den Trafos liegt bei 80 bis 90 heren Wirkungsgrad. gelegt, qualitativ hochwertige Luft Grad Celsius. Wenn da eine Wand zu erzeugen. Dafür ist er mit eingeaufreißt, das Öl ausfließt und „Löschen ist ja vor allem ein Kühlprozess“, führt der Geschäftsführer bautem Nachkühler und Wasserbrennt, ist das gesamte Umspannaus und erläutert: „Mit Wasser abscheider ausgestattet und kann werk in Gefahr.“ erreicht man einen Wirkungsgrad optional eine nachgeschaltete FilSolch ein Brand müsste so schnell von 10 Prozent, mit normalem terung erhalten, um die Luftquawie möglich gelöscht werden, und Schaum 30 Prozent. Mit dem lität weiter zu verbessern. Microcafs ist nach eigener Aussage momentan weltweit der Einzige, Druckluftschaum aber kommen „Früher wurde die Schaumblase wir durch eine starke Steigerung durch Hinzuziehen von Umgeder die Technologie in dieser der Verdampfungsrate auf über 90 bungsluft erst an der Spitze der Größenordnung zur Verfügung Prozent.“ Damit lassen sich auch Düse erzeugt“, so Perr. Das Prostellt, um für derartige Katasogenannte kritische Brände löblem: Die Luft kann dreckig sein strophen ausreichend große Menschen, ebenso wie Brände großer oder, wegen der Brandrauchgen Druckluftschaum in der nöLithium-Ionen-Batterien, wie sie umgebung, auch zu Problemen in tigen kurzen Zeit auszubringen. auf Schiffen für den Antrieb der Schaumbildung führen. „Unser größtes System fördert rund genutzt werden. Die Löschanlage „Mit unseren Druckluftschaumanla32.000 Liter Schaumgemisch pro ist mittlerweile Basis für eine Begen erreichen wir dagegen eine Minute“, erklärt der Diplom-Intriebserlaubnis von Schiffen bis zu viel bessere Schaumqualität, weil genieur. Etwa 6.500 Liter davon sei einer Batterieleistung von 1,5 das Schaum-Wasser-Gemisch mit Wasser versetztes SchaumMegawatt (MW). schon in unserer Anlage mithilfe mittel, der Rest Druckluft - und Der zweite Vorteil: Der Druckluftvon Druckluft erzeugt und an das genau das ist der Clou daran. „Wir schaum erzielt durch die Druckluft Ausbringungsorgan gefördert löschen nicht mit einem normalen Die Druckluftschaumanlagen dieses Herstellers setzen dem Schaum-Wasser-Gemisch noch Druckluft hinzu. Das führt zu einer besseren Schaumqualität - und die in der Druckluft gespeicherte Energie verleiht dem Gemisch zusätzlichen Schub.

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wird“, führt der Spezialist aus. Zudem werde dabei die in der Druckluft gespeicherte Energie freigesetzt. Sie verleihe dem Gemisch zusätzlichen Schub, der zu einer größeren Reichweite der Schaumkanone führt. Karl Perr betont:„Wir gehören zu den Ersten, die die neuen, hochviskosen Löschmittel verarbeiten können.“ Keine Selbstverständlichkeit, denn die modernen, umweltfreundlicheren Schaummittel stellen die Löschtechnik vor hohe technologische Herausforderungen.

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Während herkömmliche Schäume sich in der Vergangenheit wie Wasser verarbeiten ließen, seien die neuen, zu 100 Prozent umweltverträglichen Mittel zäh wie Honig. „Die hohe Viskosität führt zu einem ganz anderen Mischverhalten und erfordert eine neue Anlagentechnik“, ergänzt er. Sprich: Weil die neuen Schaummittel dickflüssiger sind, ist mehr Aufwand nötig, um die hohen Durchflussraten für die gewünschte Löschwirksamkeit zu erzielen. Weiter auf Seite 14


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DRUCKLUFT TECHNIK

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Brauerei senkt Energiekosten um 25 Prozent ... ... durch den Einsatz von Kompressoren mit Permanentmagnetmotoren ohne Getriebe Das Einbecker Brauhaus wurde im 14. Jahrhundert gegründet, wobei die älteste noch vorhandene Rechnung über den Verkauf von Einbecker Bier aus dem Jahr 1378 stammt. Unlängst hat diese Brauerei, die zu den ältesten der Welt gehört, ihre Druckluftstation auf die UltimaTechnologie von Compair aufgerüstet. Dadurch konnte die Brauerei die Energiekosten der Station um bis zu 25 Prozent senken - entsprechend schnell rechnet sich diese Investition. Während die Geschichte der Brauerei also historisch sehr weit zurückgeht, investiert das Unternehmen heute fortlaufend in neue Technologien. Unlängst wurde in diesem Zusammenhang das Druckluftsystem erneuert - und das aus gutem Grund, denn das vorhandene System war bereits über 20 Jahre alt. Es bestand aus vier ölfreien Kompressoren mit fester Drehzahl. Christoph Benseler, technischer Leiter des Einbecker Brauhauses, erklärt: „In Anbetracht der hohen Qualitätsanforderungen an unsere Produkte können wir hinsichtlich der Luftqualität und Reinheit absolut keine Kompromisse eingehen.“ Doch diese hohen Qualitätsanforderungen waren nicht die einzige Herausforderung: Aufgrund der eingeschränkten Platzverhältnisse am Standort benötigte das Einbecker Brauhaus außerdem eine besonders kompakte neue Lösung - diese sollte auch noch besonders energieeffiziert sein. „Das Brauen ist ein energieintensiver Prozess. Wir benötigten eine Druckluftlösung mit verbesserter betrieblicher Effizienz, die zur Reduzierung unserer Energiekosten beitragen sollte und sich außerdem unter den eingeschränkten Platzverhältnissen an unserem Standort installieren ließ“, ergänzt der technische Leiter. Letztendlich entschieden sich die Verantwortlichen der Brauerei für zwei neue 110-kW-Ultima-Kompressoren von Compair. Diese ölfrei arbeitende Baureihe punktet unter anderem mit ihrer Energieeffizienz. Dr. David Bruchof, Produktmanager EMEA für industrielle Kompressoren bei

Aufgrund der Bockbiertradition zählt die Brauerei zu den bekanntesten und renommiertesten Brauereien. Bild: Einbecker Brauhaus

Compair, erläutert, warum dies so ist. „Die Ultima-Baureihe verfügt über zwei Permanentmagnetmotoren mit hohem Wirkungsgrad, die ein Getriebe überflüssig machen. Diese drehzahlgeregelten Motoren können bis zu 22.000 U/min gefahren werden und bieten einen höheren Wirkungsgrad als IE4-Motoren.“ Herkömmliche Kompressormodelle verfügen zudem über ein Getriebe, das Reibung verursacht und zu Effizienzverlusten führt sowie viel Öl zur Schmierung der Zahnräder benötigt. „Der Motor des Ultima hingegen treibt die Verdichterstufe direkt an, sodass kein Getriebe benötigt wird, wobei die Drehzahlen der einzelnen Verdichterstufen permanent überwacht und kontinuierlich angepasst werden. Dies gewährleistet jederzeit einen maximalen Wirkungsgrad und optimale Druckverhältnisse“, verdeutlicht der Produktspezialist Dr. Bruchhof. Ultima wird standardmäßig im

Ohne Druckluft läuft in einer Brauerei nichts - das gilt auch für das Einbecker Brauhaus. Hier kommt die Druckluft im Produktionsprozess beim Brauen und in der Flaschenabfüllung der berühmten Bock- und untergärigen Spezialbiere zum Einsatz. Die neuen Maschinen benötigen dabei eine um 37 Prozent kleinere Stellfläche als herkömmliche zweistufige Kompressoren. Bilder: Compair

Leistungsbereich 75 kW bis 160 kW angeboten, wobei jede Einheit innerhalb dieses Kilowattbereiches voll aufrüstbar ist. Das bedeutet, wenn der Druckluftbedarf steigt, kann der Kunde auf Grundlage der erhöhten Kapazität die Leistung aufstocken. Dank der hohen Effizienz wurden, anstelle der zuvor installierten vier Kompressoren, lediglich zwei Ultima-Einheiten benötigt, um den Energiebedarf des Einbecker Brauhauses zu decken. Dies stellte sicher, dass der Standort weniger Kompressoren verwalten muss und das Brauhaus die sich daraus ergebenden Kostensenkungen realisieren konnte. Die kompakte Größe der UltimaKompressoren war ein weiterer wichtiger Aspekt für das Einbecker Brauhaus. Die Maschinen benötigen eine um 37 Prozent kleinere Stellfläche als herkömmliche zweistufige Kompressoren. Die beiden neuen Kompressoren ließen sich somit problemlos in den vorhandenen Anlagenräumen installieren. Während herkömmliche Modelle

Christoph Benseler, technischer Leiter des Einbecker Brauhauses, ist mehr als zufrieden: „Die Ultima Kompressoren bieten uns die beste technische Lösung in Verbindung mit den niedrigsten Lebenszykluskosten. Die neuen Kompressoren liefern zuverlässig hochwertige Druckluft für unsere Produktionsprozesse und werden unsere Stromkosten um bis zu 25 Prozent senken.“

noch immer Öl zum Schmieren und Kühlen der Motoren und Verdichterstufen eines Systems einsetzen, verwendet die Ultima zum Kühlen dieser Komponenten einen geschlossenen Wasserkreislauf. Dies ermöglicht eine bessere Wärmeübertragung sowie eine höhere Kühlungseffizienz. Die interne Kühlung sorgt ferner dafür, dass Kompressoren dicht nebeneinander aufgestellt werden können und so der Platzverbrauch weiterhin optimiert wird. Die Möglichkeit zur Wärmerückgewinnung der Ultima will das Brauhaus in der Zukunft verstärkt

nutzen. Üblicherweise werden über 90 Prozent der Energie, die für den Betrieb eines Kompressors benötigt werden, in Wärme umgewandelt. Mit Ultima lässt sich diese Energie nahezu vollständig zurückgewinnen und zur Erzeugung von bis zu 85 Grad Celsius heißem Wasser nutzen. Durch die Wasserkühlung werden die Komponenten weniger belastet, was wiederum die Wahrscheinlichkeit von Wartungsproblemen während der Lebensdauer des Kompressors und Wartungskosten reduziert. www.compair.de

Fortsetzung von Seite 13 neuen E-Air 900T. Der mobile ElekMicrocafs erfüllt diese Anfortrokompressor wird von einem derungen mit selbst entwickelten 160-kW-Motor angetrieben. Löschanlagen, die aus vergleichsEr liefert Druckluft von 7 bis 10 bar weise wenigen wichtigen Kombei einem Volumenstrom von bis ponenten bestehen: zu 25 Kubikmetern in der Minute Schaumpumpen („Exzenterund ist damit eine energieschneckenpumpen“), effiziente und kompakte AlterMischventile, native zu dieselgetriebenen KomDüsen oder Werfer zum Auspressoren. bringen des Wasser-Schaum-GeMit der Einheit, die um bis zu 50 mischs, Prozent kleiner und bis zu 30 ProKompressor zent leichter ist als die meisten verund gegebenenfalls ein gleichbaren Kompressoren, kann Generator. die Schaumkanone den Schaum „Die Schaumpumpen sind unsere 80 Meter weit schießen. eigene Entwicklung und schon die halbe Miete für unsere spezielle Weltweiter Support Lösung“, betont Perr. Wo herkömmliche Kolbenpumpen mit den höher viskosen Medien an ihre Grenzen kämen, seien die Exzen- „Der chinesische Energieversorger terschneckenpumpen für die Dohat ja an Strom keinen Mangel und sierung hervorragend geeignet. installiert unsere Löschsysteme „Bei den Mischventilen wiederum jeweils als stationäre Lösung“, erkommt es darauf an, verlustfrei zu klärt der Geschäftsführer und vermischen. Auch das gelingt uns betont: „Da ist ein kompakter Elekmit einer eigenen Konstruktion, trokompressor natürlich die bevorauf die wir sogar ein Patent haben.“ zugte Variante.“ Die Düse wiederum kaufe er als Für mobile Löschanlagen, wie sie Standardprodukt zu. etwa von Werkfeuerwehren auf Bleibt als weitere wichtige und großen Raffineriegeländen begroße Komponente für die Drucknötigt werden, ist dagegen die luftschaumanlagen der KomOrtsunabhängigkeit wichtig. In pressor. Er erzeugt die Druckluft, diesen Fällen wird die Anlage noch mit der das Schaummittel geum einen Generator des Typs QAS mischt wird, um über eine Lanze 325 ergänzt, der im Einsatzfall den als Löschschaum ausgeschossen für den Kompressor benötigten werden zu können. Strom erzeugen kann. Hier hat die Firma vor Kurzem in Alternativ kommt ein dieseleinem Pilotprojekt erstmals einen betriebener Kompressor des elektrischen Kompressor von Atlas gleichen Herstellers zum Einsatz. Copco eingesetzt, und zwar den Vor allem wegen der robusten,

langlebigen Konstruktion des Elektrokompressors und des weltweiten Service von Atlas Copco wählte Perr diese Maschinen und diesen Anbieter aus: „Wir sind ein recht kleines Team, und wenn unser Kunde in Asien auf Support angewiesen ist, muss dieser vom Hersteller und mit Originalteilen übernommen werden können. Das macht sehr viel aus.“ Deshalb arbeitet das Unternehmen seit vielen Jahren mit Atlas Copco zusammen. Man habe schon zahlreiche Anlagen in entlegene Gegenden dieser Welt ausgeliefert und dabei festgestellt, dass die Kompressoren und Generatoren auch unter widrigen Umständen zuverlässig ihren Dienst verrichten. „Der Support war immer prima, die Leute kennen sich hervorragend aus und haben uns schon oft sehr guten Input gegeben, etwa bezüglich der Integration der Maschinen in unsere eigenen Anlagen. Und die Qualität stimmt auch.“ Wenn alles gut läuft, werden die Bayern in den nächsten Jahren Dutzende ihrer Anlagen nach China liefern. Und dabei soll die aktuell fertiggestellte Pilotanlage nicht das Ende der Fahnenstange sein. Derzeit testet Microcafs die technologischen und ökonomischen Grenzen aus, um in zwei bis drei Jahren eine nochmals doppelt so große Löschanlage auf den Markt bringen zu können. www.atlascopco.de www.microcafs.com


REINIGUNG

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Elastische Bodenbeläge effizient reinigen Das richtige Verfahren erhöht die Lebensdauer von Linoleum & Co. Die Reinigung und die Pflege von elastischen Bodenbelägen sind neben der Ästhetik darauf ausgelegt, diese Beläge möglichst lange haltbar zu machen. Oft wird dabei allerdings über das Ziel hinausgeschossen, denn chemische Nassgrundreinigung und eine vollflächige Neubeschichtung sind nicht immer notwendig. Als Alternativen bieten sich oft Pflegefilmsanierung und TopStripping an, um Linoleum- oder PVC-/Vinyl-Böden in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Bei Elastomer hingegen ist eine Beschichtung oft gar nicht erforderlich. Was die verschiedenen Verfahren bewirken, welche Materialien welche Schwächen haben und wieso eine Büroklammer bei der Bodenpflege eine wichtige Rolle spielen kann, erklärt nachfolgender Fachbeitrag.

Zustand beurteilen das Verfahren Um die richtige Methode zur Reinigung eines Bodenbelags zu wählen, ist es wichtig, zunächst eine Bestandsaufnahme zu machen. Denn lediglich bei einem Boden, dessen Beschichtung massiv beschädigt und bis auf den Grund angegriffen ist, macht eine chemische Nassgrundreinigung Sinn. Dabei werden alle Beschichtungen restlos entfernt und komplett erneuert. Gibt es punktuell Nutzungsspuren wie beispielsweise Laufstraßen, ist hingegen eine Pflegefilm-Sanierung die richtige Methode. Hat ein Belag mehrere Pflegefilmschichten, die nicht bis auf den Grund beschädigt sind, lässt sich mit Top-Stripping arbeiten. Elastomer-Böden werden am besten über eine Wischpflege im Cleaner-Verfahren gepflegt (siehe Kasten auf Seite 16: Wann macht eine Beschichtung Sinn?). Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen - nämlich einen geschlossenen Pflegefilm sowie ein einheitliches Erscheinungsbild ohne Schmutzeinlagerungen bis auf den Grund - gilt es zudem, den Belag zu kennen und die dazu passenden Produkte einzusetzen. Darüber gibt die Reinigungs- und Pflegeanleitung bzw. -anweisung des Bodenbelagherstellers Auskunft, die bei Verfügbarkeit zurate gezogen werden sollte. Ist dies nicht möglich, bietet zur Unterscheidung von PVC/Vinyl, Elastomer und Linoleum der Büroklammer-Test eine schnelle Hilfe: Dazu erhitzt man eine aufgebogene Büroklammer für etwa fünf Sekunden mit einem Feu-

Zur Unterscheidung von PVC/Vinyl, Elastomer und Linoleum eignet sich dieser BüroklammerTest an einer unauffälligen Stelle.

notwendigen Konzentration dosiert. Danach trägt man die Reinigungsflotte abschnittsweise maschinell oder mit einem Breitwischgerät auf und lässt sie circa zehn Minuten einwirken. In dieser Zeit wird der Belag mit einer Scheuersaugmaschine bearbeitet - bei der langsam laufenden Einscheibentechnik (150 180 Umdrehungen pro Minute) in gleichmäßigen, überlappenden Kreisen, bei der Walzentechnik über Kreuz. Wichtig ist, dass der Grundreiniger während der Anwendung nicht antrocknet. Randbereiche und schwer zugängliche Stellen sind mit dem Handpad zu bearbeiten.

erzeug und drückt die Spitze dann für etwa drei Sekunden an einer unauffälligen Stelle in den Boden. Bei PVC oder Vinyl reicht das Loch fast bis auf den Belaggrund. An der Lochstelle entsteht ein harter Wulst und beim Herausziehen der Metallspitze ein dünner Faden. Ist der Boden aus Linoleum, sind Verbrennungsspuren bzw. Verkohlungen zu sehen, die Einstichstelle bleibt glatt, und es tritt ein intensiver Linoleumgeruch auf. Handelt es sich um Elastomerbeläge, so dringt die Klammer kaum ein, es entsteht eine Lochstelle ohne Wulst und es riecht nach verbranntem Gummi.

Die chemische Nassgrundreinigung Mit der chemischen Nassgrundreinigung lassen sich alte, verschlissene Pflegefilme inklusive darin enthaltener Verschmutzungen entfernen. Werden Maschinen mit Walzentechnik eingesetzt, sind auch strukturierte und unebene Böden leicht zu bearbeiten. Zu Beginn wird der zum Boden passende Grundreiniger - bei Linoleum mit einem pH-Wert von maximal 9,5, bei PVC mit einem pH-Wert von >10 - in der

Ein typischer Sporthallenboden vor und nach der Grundreinigung und Neubeschichtung.

Wer vor der Grundreinigung elastischer Bodenbeläge Belagsart und Zustand beurteilt, gelangt durch Einsatz der passenden Methode effizient ans Ziel. Denn jedes Verfahren hat seine Berechtigung, wenn es richtig eingesetzt wird. Bilder: Kärcher

60 bis 90 Minuten kann die nächste Schicht aufgebracht werden, die vollständige Aushärtung ist nach etwa 24 Stunden erreicht.

Die trockene Pflegefilm-Sanierung Deutlich weniger Aufwand steckt in der Pflegefilm-Sanierung, und doch bringt sie überall dort das gewünschte Ergebnis, wo lediglich partiell abgenutzte oder ver-

schlissene Pflegefilme instand gesetzt werden müssen. Intakte Bereiche bleiben somit erhalten und die Räumlichkeiten müssen nicht komplett leer geräumt werden. Nachdem man lose und haftende Verschmutzungen entfernt hat, wird die betroffene Stelle zunächst mit einer schweren, leistungsstarken Einscheibenmaschine inklusive Absaugaggregat und SPP-Pad (Surface Preparation Pad) angeschliffen. Weiter auf Seite 16

Praxistipps für eine reibungslose chemische Nassgrundreinigung Alle Anweisungen aus der Reinigungs- und Pflegeanleitung des Bodenbelagsherstellers sind zu beachten. Außerdem sollte die Fußbodenheizung zwischen 24 und 48 Stunden vor Arbeitsbeginn ausgeschaltet werden. Um die Arbeitsschritte gut zu

strukturieren, hilft eine Skizze des Raums. Sämtliches Mobiliar sollte entfernt oder, falls nicht möglich, gut geschützt werden. Angrenzende Flächen sollten abgeklebt werden und lose wie haftende Verschmutzungen beseitigt sein.

Bei der trockenen Pflegefilm-Sanierung wird die betroffene Stelle mit einer schweren, leistungsstarken Einscheibenmaschine inklusive Absaugaggregat und SPP-Pad (Surface Preparation Pad) bearbeitet.

Um zu kontrollieren, ob die Beschichtung vollständig abgelöst ist, kann man an einer Stelle einen Gummiabzieher oder die Saugdüse eines Nass-Trockensaugers verwenden. Ist der Belag matter und es sind keine Glanzinseln mehr zu sehen, wurde der Pflegefilm erfolgreich entfernt. Im Anschluss daran lässt sich die komplette Schmutzflotte mit einem Nass-Trockensauger oder einer Scheuersaugmaschine aufsaugen. Wurde mit klarem Wasser gespült, ist je nach Belag eine vorgeschriebene Trocknungszeit einzuhalten - bei Linoleum zumindest 24 bis 48 Stunden. Abschließend wird der Boden mit mindestens zwei bis drei Schichten Pflegefilm versehen, um ihn zu schützen und die spätere Unterhaltsreinigung zu erleichtern. Das Beschichtungsmittel wird vor Gebrauch gut geschüttelt und in Pfützen auf dem gereinigten, getrockneten Belag aufgelegt. Das Verteilen erfolgt danach mit einem Breitwischgerät möglichst gleichmäßig und sorgfältig. Nach

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REINIGUNG

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Perfekt geschweißt, da perfekt gereinigt In der Silofahrzeugproduktion von Feldbinder kommen spezielle Sauger zum Einsatz Los ging es 1975, als Otto Feldbinder und Jan-Dirk Beckmann ein Unternehmen zur Fertigung von Siloaufbauten gründeten. Seit 2018 führt die zweite Generation die Geschäfte der Feldbinder Spezialfahrzeugwerke GmbH und die beiden Firmengründer sind nach 43 Jahren offiziell in den Ruhestand gegangen. Beim Silo- und Tankfahrzeughersteller gehören die Verarbeitung und vor allem das Schweißen von Aluminiumblechen zu Druckbehältern zur produktionstechnischen Kernkompetenz. Beim Vor- und Nachbereiten der Blechtafeln und Siloböden kommen hier Sauger des Herstellers Ruwac in Ex-Ausführung zum Einsatz. Sie sorgen für die notwendige Sauberkeit in der Fertigung und schaffen so die Grundlage für perfekte Schweißprozesse. Die Auflieger oder Anhänger von vielen Silo- und Tankfahrzeugen werden von der Feldbinder Spezialfahrzeug GmbH mit Hauptsitz in Winsen an der Luhe gefertigt. Das Unternehmen produziert mit rund 750 Mitarbeitern kundenspezifische Fahrzeuge. Mit ihnen lassen sich die unterschiedlichsten Flüssigkeiten sowie pulver- oder granulatförmige Stoffe transportieren. Zum Einsatz kommt hier vor allem der Leichtbauwerkstoff Aluminium, da er ein sehr gutes Verhältnis von Druckbehälter-Eigengewicht und Nutzlast ermöglicht. Nur wo es technisch erforderlich ist, zum Beispiel für Fahrzeuge, die Lebensmittel und Chemikalien transportieren, werden die Behälter auch aus Edelstahl gefertigt. Wichtig ist hierbei eine besonders saubere Produktion, denn sie ist die Grundlage für perfekte Schweißprozesse. Die saubere Produktion startet mit Aluminium-Tafelblechen, die zu zylinderförmigen Grundkörpern verschweißt und mit den Siloböden zum Druckbehälter komplettiert werden. Das Schweißen ist also ein Kernprozess bei der Silofahrzeugproduktion, der wiederum gut vorbereitete Kontaktflächen voraussetzt. Deshalb werden die Siloböden mit einem Durchmesser von typischerweise 2.550 Millimetern vor der Verbindung mit dem Grundkörper sorgfältig vorgeschliffen und gereinigt. Für diese Aufgabe nutzen die Mitarbeiter eine Putzmaschine mit einem stationären Werkzeug, an dem die Siloböden - eingespannt auf einem Drehteller - vorbeigeführt, gereinigt und vorgeschliffen werden. Damit sich dabei der aufgewirbelte Staub

Feldbinder verarbeitet vor allem Alubleche zu Silo- und Tankfahrzeugen. Bilder: Ruwac

Der Siloboden muss vor dem Schweißen gereinigt und vorgeschliffen werden. Für die Absaugung des Schleifstaubs ist ein spezieller Sauger nötig.

nicht direkt wieder auf der Oberfläche absetzt, ist ein kompakter Sauger an der Maschine angeschlossen, der die Partikel direkt beim Schleifen absaugt. Damit wird zweierlei erreicht: Die Kontaktfläche bleibt sauber, das verbessert den Schweißprozess, und die Arbeitsumgebung wird nicht mit Metallpartikeln belastet. Das wiederum hat - Faktor drei Auswirkungen auf die Betriebssicherheit, denn Aluminiumstäube sind in Verbindung mit Luftsauerstoff explosionsfähig. Aus diesem Grund kommen in der gesamten Feldbinder-Produktion ausschließlich Sauger des Herstellers Ruwac in StaubEx-Ausführung zum Einsatz. Insgesamt sind es rund 30 Stück. Einer dieser Sauger wird bei der Nachbearbeitung der Schweißnähte eingesetzt, mit denen die Blechtafeln für den Grundkörper verbunden werden. Nach dem Schweißen übernimmt ein handgeführtes mobiles Schleifgerät das Glätten der Schweißnaht. Auch hier soll kein Staub aufgewirbelt und in der Halle verteilt werden. Deshalb haben die Werker in

Bei der Nachbearbeitung der geschweißten Aluminiumbleche kommt eine mobile Eigenentwicklung von Feldbinder zum Einsatz - und zwar mit integrierter Absaugung. Basis ist ein Sauger in ExAusführung von Ruwac.

Eigenarbeit eine Absaugung konstruiert: Eine Halterung in un-

Fortsetzung von Seite 15 Wurden verbliebene Schleifspuren durch staubbindendes Wischen entfernt, kann die Beschichtung in ein bis zwei Schichten überlappend auf die angeschliffene Stelle aufgetragen werden. Wichtig dabei ist, das Produkt zu verwenden, das bereits auf dem Belag vorhanden ist. Nach einer Trocknungszeit von ein bis zwei Stunden kann man die Ansatzstellen mit der Ein-

Wann macht eine Beschichtung Sinn? Reagiert ein Belag empfindlich auf mechanische Belastung wie Linoleum, ein natürlicher Werkstoff -, ist im Extremfall ein sichtbarer Abrieb die Folge. PVC hingegen hat kein Problem mit Abrasivität, aber es wandern schnell Stoffe ein und sogenannte Einbrenner zum Beispiel durch Schuhsohlenabrieb sorgen für optisch unschöne Spuren. In beiden Fällen kann eine Beschichtung den Bodenbelag vor unerwünschten Nutzungsspuren schützen. Im Gegensatz dazu ist Elastomer sehr robust und braucht häufig keinen Schutz durch einen zusätzlichen Pflegefilm. Um diesem Belag dennoch einen schönen Glanz zu verleihen, kann eine Wischpflege mit einem Spray-Cleaner aufgebracht werden. Danach wird der Boden mit einer HighSpeed-Maschine, einem Polierautomaten oder einer Walzenschrubbmaschine mit weißen, weichen Bürsten bzw. gelben Padwalzen auspoliert.

mittelbarer Nähe des Schleifwerkzeugs nimmt den Saugschlauch des mobilen Ruwac-Saugers auf, sodass abgetragenes Material direkt an der Entstehungsstelle aufgenommen wird. Laut Hersteller sind die Sauger nicht nur vielseitig und funktional, sondern auch zuverlässig und haben eine lange Lebensdauer. Peter Kuhlmann, Ruwac-Verkaufs-

berater im Raum Hamburg, betont diesbezüglich: „Von den gut 30 Saugern, die hier im Werk stehen, mussten wir noch nie ein Gerät auswechseln, weil es defekt war. Wenn es zu einer Neuanschaffung kommt, dann nur, weil sich die Produktionsanforderungen geändert haben oder weil das Unternehmen expandiert.“ www.ruwac.de

scheibenmaschine und einem blauen Pad egalisieren. Sind alle betroffenen Stellen saniert, kann die Gesamtfläche z.B. mit einem roten oder beigen Scheibenpad von Kärcher poliert werden, um einen einheitlichen Glanz zu erreichen.

bleibt geschlossen, sodass der Belag kein Wasser aufsaugt. Zum Einsatz kommen Einscheiben- oder Scheuersaugmaschinen sowie SPP-Pads - idealerweise mit einem Orbitalscheibenkopf, der oszillierende Bewegungen ermöglicht. Damit lassen sich unter Zugabe von klarem Wasser oberflächliche Verschleißspuren im Pflegefilm sehr schnell und wirkungsvoll abschleifen. Das Wasser bindet den Schleifstaub, der von der Scheuersaugmaschine sofort wieder aufgenommen wird. Nur schwer zugängliche Stellen müssen mit einem Handpad oder einer kleinen Handscheuermaschine bearbeitet werden. Ist die Beschichtung einheitlich mattiert und ohne Schmutzeinlagerungen, kann man direkt den neuen Pflegefilm auftragen. Um Haftungsprobleme zu vermeiden, ist bei jeder Sanierung das gleiche Beschichtungsprodukt zu verwenden. www.karcher.de

Das Top-Stripping Mit dem Top-Stripping ist eine vollflächige Sanierung der Beschichtung von Bodenbelägen möglich, ohne eine chemische Nassgrundreinigung durchführen zu müssen. Voraussetzung dafür ist ein geschlossener Pflegefilm von vier bis fünf Schichten, der nirgendwo Lücken bis auf den Grund aufweist. In diesem Fall punktet TopStripping als schnelles, rationelles Verfahren, das bei Linoleum zusätzlich durch deutlich kürzere Trocknungszeiten besticht. Der Hintergrund: Der Pflegefilm

Mit der chemischen Nassgrundreinigung lassen sich alte, verschlissene Pflegefilme inklusive darin enthaltener Verschmutzungen entfernen. Werden Maschinen mit Walzentechnik eingesetzt, sind auch strukturierte und unebene Böden leicht zu bearbeiten.


Februar Sonderteil Condition Monitoring

2021 DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Ohne smarte Sensorik keine Industrie 4.0: Intelligente Sensoren verarbeiten die Daten vor und komprimieren sie. Seite 20

Die auf dem Schnittbildverfahren basierende Technologie ist für die Öl- und Prozessindustrie von Bedeutung, kann aber auch in anderen Branchen eingesetzt werden. Bild: Rocsole

Tomografie: Jetzt auch in der Industrie nutzen Die Tomografie, also das Schnittbildverfahren, wird bereits seit einigen Jahrzehnten im Gesundheitswesen genutzt. Doch lässt sich diese Technik nicht auch für ganz andere Bereiche nutzen? Diese Frage beschäftigte die Experten des in Kuopio (Finnland) ansässigen Unternehmens Rocsole. Sie entwickelten gemeinsam mit der Universität Ostfinnland eine industrielle Kontrolltechnologie, die auf dem Schnittbildverfahren basiert. Dieses System eignet sich beispielsweise, um die Emulsion sowie die Ablagerungen in Rohrleitungen und Separatoren zu überwachen. Auf der Grundlage der bildgebenden Daten, die das System liefert, ist es nun möglich, den Reinigungsbedarf von Rohrsystemen im Voraus zu bestimmen und damit den Reinigungsprozess zu optimieren und unnötige Produktionsunterbrechungen zu minimieren. „Mithilfe dieser Technologie wird der Schmutz, der sich an einem Sensor angesammelt hat, tomografisch abgebildet, wodurch Produktions- und Wartungsprozesse optimiert und zu erwartende Störungen antizipiert werden können“, erklärt der Geschäftsführer von Rocsole Oy, Mika Tienhaara, der die Technologie entwickelt hat und nun vermarktet. www.rocsole.com Wolff Publishing www.b-und-i.de

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Im Filament-Druck gefertigt warnen jetzt Bauteile vor Überlast und melden ihren Wartungsbedarf. Das Besondere: Die Sensorik wird erstmalig direkt ins Bauteil hineingedruckt. Bild: Igus

3D-gedruckte Teile mit Sensorik Igus druckt jetzt die Sensorik direkt in ein additiv gefertigtes Bauteil. Möglich macht dies der Multimaterialdruck. Tom Krause, Leiter Additive Fertigung bei Igus, erklärt: „So wird vorausschauende Wartung auch für Sonderteile kostensparend möglich.“ Das bedeutet: Weit vor dem Ausfall meldet das intelligente 3D-gedruckte Bauteil bereits, dass ein Austausch bevorsteht. Bereits seit dem Jahr 2016 produziert Igus intelligente Verschleißteile in Energieketten, Gleitlagern sowie Linearführungen. Dabei wurden beispielsweise Gleitlager hergestellt und die Intelligenz in einem zweiten Verarbeitungsschritt eingebracht. Allerdings ist die Produktion derartiger Sonderteile bei geringen Stückzahlen aufwendig und teuer, da die nachgelagerten Arbeitsschritte sehr spezifisch auf das jeweilige Bauteil ausgelegt sind. Die Entwickler von Igus suchten nach einer Lösung. Mit einem neuen Verfahren sind sie nun in der Lage, in nur einem einzelnen Arbeitsschritt derartige intelligente Verschleißteile herzustellen. Das bedeutet: Es sind keine weiteren Verarbeitungsschritte notwendig. Entsprechend schnell und preiswert ist damit die Herstellung dieser Sonderverschleißteile.

Die Sensorschicht wird in diesem Verfahren direkt an den zu belastenden Stellen des Bauteils aufgetragen. Auf Basis des Multimaterialdrucks entstehen so verschleißfeste Bauteile mit integrierten Sensoren. Die Komponenten werden aus den Filamenten Iglidur I150 oder Iglidur I180 und einem elektrisch leitfähigen 3D-DruckMaterial hergestellt, welches sich gut mit dem Tribofilament verbindet. Aktuell sind zwei Einsatzgebiete möglich: Befindet sich das elektrisch leitfähige Material zwischen den verschleißbeanspruchten Schichten, kann es vor Überlastung warnen. Denn ändert sich die Belastung, so verändert sich auch der elektrische Widerstand. Die Maschine kann angehalten werden und weitere Schäden lassen sich verhindern. Ist die Leiterbahn hingegen in der Gleitfläche eingebracht, ist der Ver-

schleiß über die Widerstandsänderung messbar. Predictive Maintenance, also eine vorausschauende Wartung, wird auf diese Weise bei dem 3D-Druck-Bauteil möglich. Praktisch bedeutet dies, dass die schmierund wartungsfreie Tribo-Komponente den Austausch anzeigt - und zwar rechtzeitig. Anlagenstillstände werden dadurch im Vorfeld vermieden und die Instandhaltung planbar. Werden die 3D-gedruckten Komponenten zudem im Vorserienstadium eingesetzt, geben die erhobenen Verschleiß- oder Belastungsdaten schon im Vorfeld zusätzlich Auskunft über die Lebensdauer der einzelnen Komponente oder der geplanten Anwendung in der Serie. Anpassungen und Optimierungen im Entwicklungsprozess sind dadurch leichter möglich. www.igus.de

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CONDITION MONITORING

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Februar 2021

Datenlogger entdeckt defekte Sensoren Fehlerursachensuche an Dreischneider mit MSR165 Beschleunigungs-Datenlogger Bei der Produktentwicklung eines neuen Sammelhefters für Zeitschriften stellte die Firma Müller Martini, ein weltweit agierendes Unternehmen im Bereich der Druckweiterverarbeitungsmaschinen, den Ausfall von Sensoren fest. Der Ursache kam man mit kleinen Datenloggern auf die Spur. Bei den fehlerhaft gewordenen Bauteilen im Dreischneider für den neuen Sammelhefter handelte es sich um Kantensensoren. Diese detektieren unmittelbar vor dem Schnitt die Position der Produkte. Sie hatten bislang störungsfrei gearbeitet, waren nun aber während der Erprobungsphase bei Kunden

ausgefallen. Die Analyse der defekten Sensoren zeigte mechanische Schäden im Sensorelement. Als Ursache für die Schäden wurden Erschütterungen vermutet. Da aber für diese Problematik bei den sehr dynamischen Bewegungsabläufen in der Maschine viele verschiedene Ursachen in

Frage kamen, wurden Wege gesucht, um die vorhandenen Schwingungen am Sensor aufzuzeichnen. Ziel der Messungen war es, möglichst präzise die möglichen Quellen der Störungen zu ermitteln, um anschließend die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Zudem sollten die umgesetzten Maßnahmen rasch auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Fehler erkennen und beseitigen

Der Mini-Datenlogger MSR165 kann dank seiner kompakten Bauform überall an Maschinen befestigt werden. Er zeichnet Schocks und Vibrationen aller Art präzise auf.

Nach kurzer Internetrecherche, der Onlinekonfiguration auf der Website des Seuzacher Technologieunternehmens MSR Electronics und einem Telefongespräch mit dem dortigen Berater wurde letztendlich der Miniatur-Datenlogger der Serie MSR165 als passendes Messgerät gefunden.

Die Sensoren im Dreischneider hatten bislang störungsfrei gearbeitet, waren nun aber während der Erprobungsphase bei Kunden ausgefallen. Die Analyse zeigte mechanische Schäden im Sensorelement. Doch was war der Grund dafür? Bilder: MSR

Der MSR165-Datenlogger für Schock und Vibration ist in der Lage, bis zu fünf Jahre lang 1.600 Messungen pro Sekunde durchzuführen. Sein Sensorik-Kernelement ist ein hochauflösendes 3Achsen-Digital-Accelerometer. Er eignet sich für Vibrationsmessungen und Schocküberwachungen, beispielsweise für Transportüberwachungen, Fehlerdiagnosen und Belastungstests.

automatischen Reporterstellung. In diesem Einsatzbeispiel wurde der Datenlogger mit doppelseitigem Klebband am betroffenen Sensor der neuen Maschine aufgeklebt. Im Betrieb wurden in der x-Achse dann Beschleunigungen bis 218 g gemessen. Bei Vergleichsmessungen mit dem Datenlogger an der alten Maschine zeigten die Ergebnisse nur etwa 35 g Beschleunigung.

Die Ursache für den Ausfall der Sensoren an der neuen Maschine hätte ohne die Datenlogger nicht innerhalb eines Arbeitstages gefunden werden können.

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Schocküberwachungen sind mit dem MSR165 bis ±15 g bzw. bis ±200 g möglich. Außerdem werden 32 Messwerte bereits vor dem Ereignis aufgezeichnet. Die Speicherkapazität des Loggers von über zwei Millionen Messwerten reicht laut Hersteller zur Aufzeichnung von über 10.000 Stößen aus - wenn nötig, auch über sehr lange Zeiträume hinweg. Mithilfe einer MicroSD-Karte lässt sich die Kapazität sogar auf über 1 Milliarde Messwerte erhöhen. Sämtliche Daten können via USB oder MicroSD-Karte schnell auf einen Rechner übertragen werden. Im Lieferumfang des MSR165 enthalten ist eine PC-Software zur Konfiguration und Auswertung der Daten sowie die MSR ShockViewer Software. Die Auswerte-Software dient der erweiterten Analyse und der grafische Darstellung der im SchockModus erfassten Daten sowie der

Es war bereits nach einem Tag offensichtlich, weshalb die Sensoren an der neuen Maschine beschädigt wurden. Durch Ausschalten einzelner Teilsysteme konnte in der Folge festgestellt werden, dass die massiven Beschleunigungen von den pneumatischen Anschlägen verursacht werden. Diese Anschläge wurden dann detaillierter analysiert und alle Unterschiede aufgelistet. Letztendlich zeigte sich, dass die Schlauchlänge zwischen dem Ventil und dem Anschlag den Unterschied ausmachte, denn mit der gleichen Schlauchlänge wie bei der alten Maschine liegen die Beschleunigungen jetzt wieder in vergleichbarer Größenordnung. Parallel dazu optimierte der Sensorhersteller den Sensor für die immer noch vorhandenen, relativ hohen Beschleunigungen. Seither ist kein Sensor mehr ausgefallen. www.msr.ch

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Februar 2021

Lautloser Killer von Maschinen und Anlagen Fundamentprüfung bei der Neuinstallation von rotierenden Maschinen ist unabdingbar Gerrit Mohr ist Country Manager Germany bei der Easy-Laser GmbH. Im Interview erklärt der Spezialist des Unternehmens, das laserbasierte Mess- und Ausrichtungssysteme herstellt und vertreibt, warum es so wichtig ist, Maschinen und Anlagen einfach und zuverlässig auszurichten - gerade bei einer Neuinstallation. Gerrit Mohr spricht dabei aus Erfahrung, denn er kennt die Folgeprobleme, mit denen Instandhalter über die gesamte Laufzeit zu kämpfen haben, wenn hier nicht akkurat gearbeitet wurde. Herr Mohr, die Firma Easy-Laser bietet unter anderem Produkte zum Ausrichten von Maschinen, Riemen und Wellen sowie zur geometrischen Ausrichtung an. Nun kommen Sie mit der digitalen Präzisions-Wasserwaage XT290 als einem Produkt auf den Markt. Was ist der Grund dafür? Das Ausrichten von Maschinen und Anlagen wirkt sich auf deren Lebenszeit und die Total Cost of Ownership (TCO) aus. Der Verschleiß der Lager und Dichtungen wird beispielsweise reduziert, dadurch auch die Kosten für Reparaturen und Ersatzteile. Und gut ausgerichtete Anlagen reduzieren deutlich den Energieverbrauch einen der größten Kostenblöcke während der gesamten Betriebszeit. Dennoch ist das Ausrichten immer erst der zweite Schritt. Wie meinen Sie das? Los geht es ja bereits dann, wenn Maschinen und Anlagen neu aufgestellt werden. Hierbei ist entscheidend, die Ebenheit und Planheit der Fundamente zu prüfen und zu dokumentieren, was nicht immer umgesetzt wird. Durch eine Nivellierung von Maschinen auf 0,1 mm/m wird eine korrekte Funktion bei den allermeisten Maschinen und Anlagen sichergestellt, wobei manche sogar noch genauer nivelliert werden müssen. Und genau dafür bieten wir nun die digitale Präzisions-Wasserwaage XT290 als perfekte Ergänzung für unsere laserbasierten Ausrichtungssysteme an. Mithilfe dieser Präzisions-Wasserwaage lässt sich z.B. überprüfen, ob ein Fundament die Ebenheit aufweist, die für das Aufstellen von Maschinen oder Anlagen notwendig ist. Ist diese Ebenheit nicht gegeben, hat das Folgen für alle rotierenden Anlagen. Wir sprechen in diesem Zusammenhang gerne vom lautlosen Killer für die Maschinen und Anlagen. So werden beispielsweise Spannungen in die Gehäuse induziert, was wiederum Folgen hat für die zuverlässige Funktion der Lager und Kupplungen. Manchmal können Verrohrungen nicht spannungsfrei angeflanscht

„Bei der Neuinstallation von rotierenden Maschinen und Anlagen sind Planheit und Ebenheit die zwei wichtigsten und entscheidenden Faktoren“, so Gerrit Mohr. Der Country Manager Germany bei der Easy-Laser GmbH führt weiter aus: „Wir empfehlen dringend, immer das Fundament zu prüfen und zwar nicht nur, weil die Hersteller von Maschinen und Anlagen die Planheit und Ebenheit häufig spezifizieren, sondern auch, weil korrekt installierte Assets eine längere Lebensdauer haben - und das bei geringeren TCO-Kosten. Ist hingegen diese Planheit nicht gegeben, sprechen wir in diesem Zusammenhang gerne vom lautlosen Killer für Maschinen und Anlagen.“ Bilder: Easy-Laser

werden oder man hat mit einer Kippfußproblematik zu kämpfen. Das gilt es bei Neuinstallationen auszuschließen und genau hierfür ist die digitale Präzisions-Wasserwaage gedacht. Was zeichnet dieses Gerät aus? Diese akkubetriebenen digitalen Präzisions-Wasserwaagen, die von einem Lithiumionenakku mit der notwendigen Energie für bis zu 20 Stunden Dauerbetrieb versorgt werden, sind äußerst nützliche Messwerkzeuge beim Aufstellen und Ausrichten fast aller Arten von Maschinen, zum Beispiel zur Nivellierung von Maschinenfundamenten, Walzen, Tischen usw. Dabei sorgt der präzisionsgeschliffene Sockel aus gehärtetem Stahl für die notwendige Genauigkeit. Das Gerät erreicht hier eine Genauigkeit von ± 0,02 mm/m bei ± 1 Prozent Abweichung. Die Empfindlichkeit der Präzisionswaage liegt bei 0,001 mm/m. Zudem zeichnet sich das Gerät durch einen breiten Messbereich, eine schnelle Stabilisierung und ein leicht abzulesendes TFT-Farbdisplay mit Grafiken aus.

Zwei Befestigungsbohrungen ermöglichen bei der 548 Gramm schweren digitalen Präzisions-Wasserwaage XT290 eigene Anpassungen und Halterungen. Das gemäß IP66/67 wasserund staubdichte Gerät bietet ein helles Farbdisplay.

Wie erfolgt die Bedienung? Die ist eigentlich selbsterklärend, aber besonders einfach geht es, wenn das Gerät über Bluetooth mit unserer Wi-Fi-fähigen Anzeigeeinheit XT11, die wir für unsere Wellenausrichtgeräte anbieten, oder mit einem Smartphone beziehungsweise Tablet verbunden wird. Hierfür bieten wir die kostenlose XT-Ausrichtungsapp für iOS- und Androidgeräte an. Das bedeutet: Man kann die Wasserwaage irgendwo hinstellen und die Werte über die App woanders ablesen. Das macht so manche Anwendungen deutlich sicherer. So kann man das Gerät z.B. innerhalb des Schutzzauns ablegen und die Messung von außerhalb verfolgen. Welche Funktionen und Möglichkeiten bietet die App? Über die App lassen sich Livewerte ablesen und verfolgen, beispielsweise während bestimmte Einstellungen vorgenommen werden. Sie können mithilfe der App aber auch einen Messbericht beziehungsweise einen Prüfbericht mit Bildern erstellen und diesen als PDF- oder Excel-Datei mit anderen teilen. Dabei kann das PDF sogar elektronisch und datenschutzgrundverordnungskonform unterzeichnet werden. Mit der App ist es ferner möglich, während einer voreingestellten Zeit und in einer festlegten Frequenz Werte aufzuzeichnen. Es können auf diese Weise also auch dynamische Messungen vorgenommen werden. Außerdem lassen sich in der App bis zu vier Einheiten - also z.B. digitale Präzisions-Wasserwaagen oder andere Messgeräte - gleichzeitig verarbeiten und anzeigen. Bereits mit zwei Präzisions-Wasserwaagen - eine für die X- und eine für die Y-Achse - ist es möglich, die Planheit und Ebenheit eines Fundaments zu messen. Herr Mohr, lassen Sie mich an dieser Stelle auch noch einmal auf das Schulungsangebot von Easy-Laser zu sprechen kommen. Wie läuft das derzeit ab? Theoretische Schulungen in Seminarräumen bieten wir nicht an. Unsere Schulungen sind immer gekennzeichnet von einem hohen Praxisanteil. Sie finden daher meist bei unserem Kunden vor Ort statt. So können wir sicherstellen, dass die Teilnehmer unsere Messtechnik an den Maschinen und Anlagen einsetzen, an denen sie im Alltag arbeiten. Die genauen Inhalte richten sich nach den Wünschen unserer Kunden. Durch den Einsatz unseres Simulators kann man das Training auch mal in einen Seminarraum

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verlegen und dort alle Funktionen der Systeme ausprobieren. Generell sind Schulungen derzeit nur sehr eingeschränkt möglich. In der aktuellen Situation achten wir daher auf einen kleinen Teilnehmerkreis und natürlich auf die Einhaltung der aktuell geltenden Maßnahmen und Regeln. Easy-Laser ist ja wieder auf der maintenance in Dortmund als Aussteller vertreten. Können Sie unseren Lesern bereits heute verraten, was es auf dem Messe-

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stand zu sehen geben wird? Zu viel möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten. Klar ist, dass wir unsere digitale PräzisionsWasserwaage XT290 zeigen werden, aber wir werden dort auch unser neues Update, das wir für die XT-Systeme haben, vorstellen. Dieses punktet nicht nur mit neuen und erweiterten Funktionen, sondern kann als App auch auf iOS- und Androidgeräten genutzt werden. Ihre Leser dürfen gespannt sein. www.easylaser.com

Sieht alles, denkt mit. Die neue Wärmebildkamera testo 883 – die effiziente Verstärkung für Instandhalter. • Automatische Bildverwaltung und Messstellen-Zuordnung: Zeit sparen. • Messorte importieren, Ergebnisse exportieren: Hocheffizient arbeiten. • Auflösung von 320 x 240 Pixel und manueller Fokus: Schwachstellen erkennen.

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Ohne smarte Sensorik keine Industrie 4.0

Alle Inertialsensoren von ASC erfassen physikalische Größen (Beschleunigung und Winkelgeschwindigkeit) hochgenau und analog. Sie unterscheiden sich auf den ersten Blick lediglich in der Signalausgabe. Im Gegensatz zu den konventionellen Ausführungen „können“ die neuen smarten Sensoren laut Hersteller allerdings weit mehr als die reine Datenerfassung, denn durch Intelligenz im Sensor wird auch die komplette Signalverarbeitung und Zustandsbewertung der jeweiligen Applikation durchgeführt. Bild: ASC

Intelligente Sensoren verarbeiten und komprimieren immense Datenmengen Ob vorausschauende Wartung oder selbstlernende Maschinen - Smart-Factory-Anwendungen lassen sich nur mit intelligenten Sensoren realisieren, in denen die immensen Datenmengen bereits vorverarbeitet und komprimiert werden. Was dabei heute schon möglich ist und wie sich dies z.B. auf die Instandhaltung auswirkt, zeigt ASC mit den neuen smarten Inertialsensoren. In den vergangenen Jahren hat eine rasante technische Entwicklung im Maschinenbau und in der Automatisierungstechnik stattgefunden. Exemplarisch sei nur auf die „Cobots“ hingewiesen, also

Roboter, die ohne Schutzkäfig Seite an Seite mit Menschen arbeiten. Hochempfindliche Sensoren erfassen dabei jede Bewegung im Arbeitsbereich des Roboters und verhindern so eine Kollision mit

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den Kollegen aus Fleisch und Blut. Dank künstlicher Intelligenz sind die kompakten Roboter zudem immer leichter zu programmieren und trainieren sich sogar selbstständig neue Bewegungsabläufe an. Sensoren bilden darüber hinaus die Basis einer neuen Maschinengeneration, die sich quasi selbst überwacht und dem Bedienpersonal meldet, wenn einzelne Komponenten ausgetauscht werden sollten. Predictive Maintenance (vorausschauende Wartung) wird diese intelligente Technologie genannt, die unter anderem auch im Schienenverkehr Verwendung findet. Hier messen Sensoren in der „kontinuierlichen Zustandsüberwachung“ sowohl die vertikale Beschleunigung an den Radsatzlagern der Züge als auch die Beschleunigung im Inneren der Wagenkästen. Sie überwachen auf diese Weise vor allem die Längshöhe des Oberbaus, der sich aus Schienen, Schwellen und Schotter zusammensetzt. Liegen hier Fehler in der Gleisgeometrie vor, müssen sofort Instandhaltungsmaßnahmen ergriffen werden. Mittels selbstlernender Algorithmen erfolgt zudem die Prognose zur weiteren Entwicklung der Gleislageabweichungen. Mit ihrer Hilfe lässt sich der Zeitpunkt bestimmen, ab dem ein definierter Schwellwert erreicht wird und Instandhaltungsbedarf besteht. Der Erfolg ist signifikant von der Qualität der Sensorik abhängig, da sie maßgeblich zur Genauigkeit der Prognose und somit zur Wirtschaftlichkeit und Betriebsqualität beiträgt. ASC bietet für diesen Anwendungsbereich nach eigenen Angaben ein breites Spektrum an hochgenauen Inertialsensoren zur Messung von Beschleunigung und Winkelgeschwindigkeit an.

Intelligente Datenverarbeitung Ein weiteres Beispiel für die enorme Bedeutung von Sensoren in der Fertigungs- und Automatisierungstechnik ist der Digitale Zwilling. Dieser Begriff bezeichnet ein Konzept, bei dem Produkte sowie Maschinen und ihre Komponenten anhand digitaler Werkzeuge im Cyberspace modelliert werden. So können Konstrukteure komplette Anlagen und Systeme in einer virtuellen 3D-Umgebung erstellen, simulieren und testen. Maschinen- und Anlagenbauer sparen so die Erstellung teurer Prototypen und verkürzen ihre Planungszeiten. Sensoren kommt bei der Erschaffung Digitaler Zwillinge eine Schlüsselrolle zu:

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Sie erfassen eine Vielzahl relevanter Daten in der realen Welt, aus denen dann die virtuelle Maschine modelliert und auch funktional simuliert wird. Alle genannten Anwendungen haben eines gemeinsam: Sie sind nur mit smarter Sensorik realisierbar. Smarte Sensoren unterscheiden sich von herkömmlichen Ausführungen vor allem durch ihre Fähigkeit, Daten eigenständig zu verarbeiten. Sensoren erzeugen schließlich ungeheure Datenmengen, deren Auswertung für intelligente Applikationen nötig ist. Da für die Verarbeitung der Daten meist die Übertragungskapazität zwischen Sensorik und Datenerfassung bzw. -auswertung den Flaschenhals darstellt, kann diese ohne eine vorherige Aufbereitung auf dem Sensor kaum gehandhabt werden. Der Sensorik-Spezialist ASC hat deshalb speziell für sogenannte Industrie-4.0-Applikationen eine Reihe smarter Sensoren entwickelt. Sie übernehmen nicht nur das Pre-Processing der Messdaten wie A/D-Wandlung und Filterung, sondern können die vorverarbeiteten Daten dank der integrierten Rechentechnik auch aus- und bewerten. Eine aufwendige externe Datenerfassung und Verarbeitung entfallen damit. Eine weitere Besonderheit der smarten Sensoren ist die Art der Signalausgabe: Während herkömmliche Sensoren eine große Menge an Rohdaten an Peripheriegeräte senden, übermitteln smarte Sensoren oftmals nur noch eine Statusinformation. Im Falle von Predictive-Maintenance-Applikationen wäre das z.B. die Meldung, dass eine Maschinenkomponente bald getauscht werden sollte.

Deutliche Effizienzsteigerung Smarte Sensoren können ihre Signale zudem drahtlos übertragen, sodass eine kostspielige und zeitintensive Verkabelung nicht nötig ist. Gerade bei komplexeren Prüfstandsanwendungen mit einer Vielzahl von Freiheitsgraden und parallelen Messungen wird dadurch eine deutliche Reduzierung der notwendigen Peripherie erzielt. Die Sensoren lassen sich darüber hinaus leicht in Netzwerke oder Clouds integrieren. „Anwender

können auf diese Weise ihren Engineering-, Zeit- und Kostenaufwand stark reduzieren“, berichtet Dipl.-Ing. Markus Nowack von ASC.

Große Bandbreite an Messwerten Neben den smarten Sensoren hat ASC auch hochgenaue analoge und digitale Sensoren im Produktportfolio. Sie eignen sich für anspruchsvolle Test- und Messanwendungen ebenso wie für den regelmäßigen Einsatz in rauen (industriellen) Umgebungen. Analoge Sensoren ermöglichen es dem Anwender, das komplette Spektrum der Messwerte mithilfe einer Datenerfassung und entsprechender Software weiterzuverarbeiten. „Diese Sensoren eignen sich besonders für Kunden, die ihr eigenes Know-how in die Datenverarbeitung einfließen lassen möchten“, erklärt Nowack. Analoge Sensoren liefern hier eine größere Bandbreite an Informationen als Sensoren mit digitalem Ausgangssignal.

Hohe Übertragungsleistung Digitale Sensoren kommen unter anderem dann zum Einsatz, wenn Daten über weite Entfernungen übertragen werden sollen. Diese Sensoren verfügen über eine integrierte A/D-Wandlung, mit der eine erste Datenreduktion mittels Filterung erzielt wird. Sie liefern also weniger Messwerte als analoge Sensoren, aber auch mehr als ein reines Statussignal, wie es bei smarten Sensoren der Fall ist. Bei digitalen Sensoren können aufgrund ihrer integrierten Datenreduktion wesentlich kompaktere externe Datenerfassungssysteme eingesetzt werden als bei analogen Sensoren. Sie sind daher oft in Anwendungen zu finden, bei denen verhältnismäßig wenig Bauraum zur Verfügung steht - wie z.B. an Prüfständen. Hier reduziert sich der Platzbedarf durch die Verwendung von digitalen Sensoren deutlich. Dank der digitalen Schnittstelle ist zudem der Aufwand für die Systemintegration wesentlich geringer als bei analogen Sensoren. www.asc-sensors.de


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Vorausschauend und proaktiv Experten erklären, wie eine Lagerinspektion per Ultraschall funktioniert Mechanische Bewegung erzeugt ein breites Geräuschspektrum. Einer der Hauptgründe für diese Geräuschemissionen von mechanischen Systemen ist die Reibung. Mit Ultraschall-Messinstrumenten lässt sich ebendiese nachweisen - und zwar auch wenn diese Emissionen in einem Bereich auftreten, der für das menschliche Gehör nicht zu erfassen ist. Die Überwachung der Ultraschallpegel von Lagern hat sich als Frühwarnsystem für Lagerausfall bereits vielfach bewährt und durchgesetzt. Folgende Werte sind als Warnstufen für einen Lagerausfall ermittelt und eingeführt worden: Bei einem Anstieg des Ultraschalllevels um 8 dB ist von einem Vorausfallstadium oder Schmiermittelmangel auszugehen. Bei einem 12 dB Anstieg ist die früheste Phase des Lagerausfallstadiums erreicht; ab 16 dB Anstieg treten fortgeschrittene Ermüdungsdefekte auf. Bei einem Anstieg von 35 bis 50 dB ist schließlich mit einem katastrophalen Lagerausfall zu rechnen. Das zeigt, dass bereits kleinste Änderungen in Amplitude und Soundqualität von Bedeutung sind. Die von einem System emit-

Impressum BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG B&I Die Industrie-Zeitung ISSN: 1864-4554 19. Jahrgang Erscheinungsweise 6 x jährlich Herausgeber und Gesamtanzeigenleitung: Wolff Publishing Andreas Wolff e.K. Lothringer Str. 32 58091 Hagen Postfach 5105 58101 Hagen Tel.: +49 (0) 2331.910 8660 Fax: + 49 (0) 2331.910 8668 www.b-und-i.de / info@b-und-i.de Auflage und Verbreitung sind ivw-geprüft. Chefredaktion: Volker Zwick (V. i. S. d. P.) Meierhofstr. 19, 86473 Ziemetshausen Tel. +49 (0) 8284.929-90 Fax: +49 (0) 8284.929-91 redaktion@b-und-i.de Lektorat: Dr. Gotlind Blechschmidt, Augsburg Abonnement und Bezugspreise Einzelausgabe 13,00 Euro (zzgl. Versand) Jahresabonnement Inland 45,00 Euro inkl. 7 Prozent MwSt., Europa 54,00 Euro, Übersee 65,00 Euro (Luftpost auf Anfrage) Probe-Abo: abo@b-und-i.de Studenten erhalten einen Rabatt von 50 Prozent bei Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung. Abonnements für die Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG werden für ein Jahr abgeschlossen und sind mit einer Frist von 6 Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres schriftlich kündbar. Eine Abonnement-Bestellung kann innerhalb einer Frist von 14 Tagen widerrufen werden.

tierten Ultraschallwellen lassen sich mit einem entsprechenden Messgerät, wie zum Beispiel dem Ultraprobe von UE Systems, messen und nachverfolgen, indem ein enger hochfrequenter Bereich isoliert betrachtet wird. Dabei werden für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbare Ultraschallgeräusche überlagert und so hörbar gemacht. Der Geräuschpegel kann über den Kopfhörer abgehört werden. Parallel können aber die Änderungen des Ultraschalllevels auch am Anzeigedisplay verfolgt und für Trendanalysen, Vergleichstests und Auswertung der Messung verwendet werden.

Methoden der Untersuchung Insgesamt gibt es drei verschiedene Methoden für die Ultraschallüberprüfung von Lagern: Der Vergleichstest: Zwei oder mehrere Lager des gleichen Typs werden miteinander verglichen. Analysiert werden dabei die Unterschiede im Ultraschallpegel. Das geht einfach und schnell. Die Dokumentation der Veränderungen: Hier handelt es sich um eine Trendanalyse. Dabei werden historische Messwerte der Ultraschallemissionen ein und desselben Lagers mithilfe der DMS-Software verglichen. So lassen sich längerfristige Trends und Entwicklungen erkennen. Der analytische Ansatz: Dieser setzt auf die Verwendung der UE Spectralyser Software, in der eine Möglichkeit zur Berech-

nung des Lagerschadens (Bearing Fault Calculator) integriert ist. Werden die Lagerveränderungen für die Trendanalyse dokumentiert, so lassen sich über die DMS-Software Alarmwerte für die verschiedenen Messpunkte einstellen: Baseline-Wert durch Vergleichstest ermitteln Alarmwert 1 = Warnstufe für Schmiermittelmangel Alarmwert 2 = Warnstufe für früheste Phase des Lagerausfallstadiums Die DMS-Software von UE Systems bietet laut Entwickler außerdem zahlreiche Funktionen zum schnellen und einfachen Erstellen eines Prüfreports, nachdem die Daten einer Prüfroute vom Messgerät Ultraprobe heruntergeladen wurden.

Übrigens: In etwa 60 bis 80 Prozent der Fälle ist der Ausfall eines Lagers auf eine falsche Schmierung zurückzuführen. Um dies zu verhindern, sollte für jedes Lager zunächst ein Baseline-Wert für das optimal geschmierte und einwandfrei funktionierende Lager ermittelt werden. Anschließend sollte das Lager regelmäßig überprüft werden. Dabei gilt es, auf den Anstieg des Ultraschalllevels achten. Wird ein Anstieg des Ultraschalllevels von 8 dB im Vergleich zum Baseline-Wert registriert und die Signalqualität bleibt unverändert, so liegt Schmiermittelmangel vor. Das bedeutet: Schmiermittel zuführen

Vertrieb Vertriebsunion Meynen GmbH & Co. KG Postfach 1153 . 65331 Eltville Tel. +49 (0) 6123.9238-251 Fax: +49 (0) 6123.9238-252 E-Mail: b-und-i@vertriebsunion.de

Der Unterschied zwischen vor und nach der Schmierung ist auf dem Display des Messgeräts deutlich zu erkennen.

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Bankverbindung Deutsche Bank Hagen, BLZ 450 700 24 Konto 688 9000 USt-IdNr. DE189086853 Erscheinungsort: Hagen Erfüllungs- und Zahlungsort: Hagen Gerichtsstand: Hagen

und zwar bis der Ultraschalllevel wieder auf den Baseline-Wert sinkt. Clever: Dank der Ringschelle oder dem Gürtelholster bleiben beim Einsatz dieses einfach zu

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Die vorausschauende und proaktive Inspektion von rotierendem Equipment und Maschinen mithilfe von Ultraschall bietet viele Vorteile. Unter anderem lassen sich damit Produktionsausfälle verhindern, indem man Lagerausfällen vorbeugt und Schmierprobleme vermeidet.

Viel hilft viel? Nicht immer, denn auch eine Überschmierung kann das Lager schädigen. Das Messgerät Ultraprobe hilft unter anderem dabei, eine solche zu erkennen.

Werden die Messergebnisse der Ultraschalluntersuchung für die Spektralanalyse verwendet, so lassen sich die Warnstufen sowohlam Graphen der FFT-Spektralanalyse und an der ZeitserienAnalyse erkennen. Bilder: UE Systems


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Februar 2021

ABB setzt auf Condition-Based Maintenance Wie einzelne Roboter und -flotten vom zustandsorientierten Wartungsservice profitieren Der neue Service Condition-Based Maintenance (CBM) von ABB bietet Roboteranwendern die Möglichkeit, auf Basis von Echtzeitbetriebsdaten einen präventiven Wartungsplan für einzelne Roboter oder Roboterflotten zu erstellen. Das Ziel ist es unter anderem, damit die Produktivität zu steigern und Ausfallzeiten zu minimieren. Bisher war es schwierig festzustellen, ob entscheidende Bauteile wie Getriebe verschlissen sind oder ausgetauscht werden müssen. Erst der eigentliche Ausfall machte das Problem offensichtlich. Anwender hatten daher vielfach unnötige Sicherheitsbestände angelegt oder konnten das Ersatzteil aufgrund mangelnder Verfügbarkeit kurzfristig nicht beschaffen. Produktionsstillstände waren die Folge. Mit dem neuen CBM-Servicetool erhalten Kunden laut Anbieter ABB nun alle notwendigen Informationen, um einen vorausschauenden Wartungsplan zu erstellen, und so ihre Roboter in einem guten Betriebszustand zu halten sowie ihre Leistung zu maximieren. Das Monitoring erlaubt es, die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Ausfalls zu minimieren sowie die sogenannten MTBF-Spanne (engl. „Mean Time Between

Failure“ = mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen) zu optimieren und die Betriebslebensdauer der Roboter zu verlängern. Um dies zu ermöglichen, greift CBM auf Echtzeitdaten während des Roboterbetriebs zurück. Dies umfasst Daten über die Auslastung, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Verschleiß des Getriebes.

Weltweiter Vergleich ... Die Variablen werden dann mit denen anderer Roboter in der weltweiten ABB-Datenbank abgeglichen, um die Wahrscheinlichkeit und den Zeitrahmen eines möglichen Fehlers oder Ausfalls zu berechnen. Auf diese Weise lassen sich potenzielle Probleme identifizieren, welche die Leistung beeinträchtigen.

Das CBM-Tool - konzipiert für Kunden mit großen Roboterflotten - empfiehlt anschließend, ob entsprechende Maßnahmen zur Abhilfe wie Reparatur oder Austausch der betroffenen Teile erforderlich sind. Durch die Identifizierung, welche Teile wahrscheinlich ausfallen werden und wann, lassen sich die Ersatzteile rechtzeitig beschaffen, ohne eine große Lagerhaltung betreiben zu müssen. So können Anwender ihre Budgets besser planen und sicherstellen, dass Ressourcen verfügbar sind, um die eventuell anfallenden Arbeiten durchführen zu können. „Unser zustandsbasierter Wartungsservice bietet eine bessere Planungssicherheit, wenn es um Wartungen und Reparaturen geht. So holen Kunden das Maximum aus ihren installierten Robotern heraus. Zudem können sie ihre Pro-

Um die vorbeugend zu ergreifenden Maßnahmen schnell abschätzen zu können, erstellt das Tool eine Auswertung zu jedem Roboter. Diese enthält die Seriennummer, eine Übersichtstabelle, die Datenanalyse, individuelle Wartungsempfehlungen und die Anlagenbewertung. Anhand dieser Daten können Anwender einen geeigneten Wartungsplan entwerfen, wobei bei Bedarf auch die Experten von ABB zur Verfügung stehen. Bild: ABB

duktionseffizienz optimieren, indem sie unerwartete Ausfallzeiten aufgrund von Fehlern oder

... sorgt für Sicherheit Verzögerungen bei der Beschaffung von Ersatzteilen vermeiden“, betont Antti Matinlauri, Leiter Produktmanagement bei ABB Robotics.

Er führt dann noch weiter aus: „Anwender erkennen schnell, welche Roboter ein erhöhtes Risiko für den Ausfall bestimmter Komponenten aufweisen - zum Beispiel, wenn sie im Vergleich zu anderen in einer Produktionslinie übermäßig ausgelastet sind oder wenn schwere Nutzlasten dazu führen, dass der Roboter außerhalb seiner empfohlenen Parameter arbeitet.“ www.abb.com


ARBEITSSICHERHEIT

Februar 2021

Luftreiniger senken das Infektionsrisiko weiter Stoßlüftungen sind wichtig, zusätzlich sollte aber die virulente Luft gefiltert werden Stoßlüften ist in der Corona-Pandemie das Mittel der Wahl. Das gilt insbesondere für Schulen, Universitäten und andere öffentliche Gebäude und Einrichtungen. Dies bestätigen wissenschaftliche Analysen: So haben unlängst Wissenschaftler der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) die Luft in einem Klassenzimmer auf freigesetzte Aerosole untersucht. Die Stoßlüftung senkte deren Konzentration um bis zu 99,8 Prozent. Die von den Wissenschaftlern eingesetzten mobilen Luftfiltergeräte alleine schafften 90 Prozent. Die Untersuchungen zeigen: Luftreinigungsgeräte können und sollen das Stoßlüften nicht ersetzen, sondern ergänzen. Dass regelmäßiges Lüften die Infektionsgefahr deutlich verringert, ist eine gesicherte Erkenntnis. Jedoch treten dabei auch Verwirbelungen in der belasteten Luft auf, welche sich mit der Frischluft vermischt und weiter in den Raum getragen wird. Eine zu-

sätzliche Sicherheit zum Schutz der Gesundheit ist deshalb das Absaugen und Filtern der verbrauchten Luft zwischen dem Stoßlüften. In diesem Zusammenhang sind vor allem die neuartigen Luftreinigungsgeräte mit Hochleistungsfiltern und zusätzlichen CO2-Sensoren von Bedeutung. Denn nach dem Stoßlüften steigt die verbrauchte Luft durch die

Warum die Einweisung zwingend notwendig ist Das Arbeitsschutzgesetz schreibt in Paragraph 12 vor, dass Arbeitgeber ihre Beschäftigten ausreichend und angemessen über Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu unterweisen haben. Für die Bedienung von Maschinen bedeutet das, dass Mitarbeiter über die Handhabung und spezielle Risiken informiert sein müssen. Was Arbeitgeber bei der technischen Einweisung ihrer Mitarbeiter beachten sollten und welche Versicherung bei Bedienungsfehlern und unsachgemäßer Handhabung zahlt, zeigt die Expertin Christina Müller von der Nürnberger Versicherung auf. Zunächst einmal liefert die Betriebsanleitung sämtliche Anweisungen und Warnhinweise. Diese Herstellerinformationen und das betriebseigene Wissen aus den notwendigen, regelmäßig stattfindenden Gefährdungsbeurteilungen muss der Arbeitgeber an die Mitarbeiter weitergeben - bevor diese mit der Maschine arbeiten. „Außerdem ist er in der Pflicht, geeignete Maßnahmen zur Prävention zu ergreifen“, ergänzt Müller. In kleineren Firmen führt der Arbeitgeber Einweisungen meist selbst durch. Stellvertretend können diese auch von fachlich geeigneten Personen übernommen werden. Grundsätzlich gilt: Der sicherheitstechnische Zustand und die Funktionsfähigkeit der Maschinen müssen regelmäßig geprüft werden. „Der Arbeitgeber sollte dabei beispielsweise auf intakte Elektrokabel, dichte Hydraulikleitungen und unbeschädigte Sicherheitseinrichtungen wie den Notausschalter achten“, erläutert die Expertin. Außerdem muss beim Einsatz bestimmter Maschinen für jeden Mitarbeiter eine vollständige Schutzausrüstung vorhanden sein. Eine Einweisung wird meist mündlich abgehalten. „Dabei empfiehlt es sich, den Mitarbeitern neben der theoretischen Anleitung die Funktionen der Maschine in der Praxis zu demonstrieren“, rät Müller. So informiert der Arbeitgeber über die Bedienung der Maschinen und

erklärt ihre Reinigung und Wartung. Wichtig ist außerdem, dass die Mitarbeiter die Handhabung der Sicherheitseinrichtungen, etwa der Schlüsseltransfersysteme oder Zweihandschaltungen, beherrschen. „Bei Maschinen, die Sachoder Personenschäden verursachen können, muss ein ungewolltes Einschalten während einer Wartung oder Reparatur unbedingt vermieden werden“, betont Müller. Gegebenenfalls muss vor den Arbeiten ein Gefahrenbereich abgesperrt werden. Der Hinweis auf Unfall- und Gesundheitsgefahren am konkreten Arbeitsplatz gehört ebenso zur Einweisung wie das Erklären von Warnhinweisen. Zudem ist eine Aufklärung über mögliche Gefahren, die mit der Verwendung von Arbeitsstoffen einhergehen, und über das Verhalten im Notfall notwendig. Nicht zu vergessen sind Anweisungen, wie die Mitarbeiter Maschinen und Arbeitsplatz hinterlassen sollen. Regelmäßig durchgeführte Einweisungen können die Fehlerquote reduzieren, doch menschliches Fehlverhalten ist auch dann nicht ausgeschlossen. „Damit der Betrieb bei Schäden durch Bedienungsfehler und unsachgemäße Handhabung nicht auf den Reparaturkosten sitzen bleibt, empfiehlt sich der Abschluss einer Maschinenversicherung“, so Müller. Eine solche Police kommt für die Reparaturkosten auf oder erstattet bei einem Totalschaden je nach Tarif den Maschinenzeit- oder Neuwert - und das nicht nur bei Bedienungsfehlern oder unsachgemäßer Handhabung. Die Versicherung leistet auch bei technischen Defekten an Schutzund Sicherheitseinrichtungen sowie bei Schäden, die durch Kurzschlüsse, Konstruktionsfehler, Überspannung und Überhitzung entstehen. Zudem sind Defekte durch äußere Einwirkung, z.B. Frost, Vereisung, Sturm, Flüssigkeiten oder Sabotage, mit abgedeckt. www.nuernberger.de/ gewerbe/technik

anwesenden Personen wieder schnell an. Ein hochwirksamer Luftreiniger mit HEPA-Filter verlängert die Zeit zwischen dem Stoßlüften und trägt dazu bei, dass die Infektionsübertragung über die Raumluft erheblich reduziert wird. Denn die Raumluft wird zunehmend mit der Atemluft gemischt. LK Metall hat zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie den mobilen Luftreiniger LRA-S auf den Markt gebracht. Besonders geeignet ist das Gerät laut Hersteller als zusätzliche Maßnahme zu den Hygienekonzepten in Schulen, Behörden, Gemeinden, Handwerksbetrieben, Hotels, Restaurants, Büro- und Konferenzräumen sowie in Arztpraxen und Fitnessstudios. Das Filtersystem funktioniert in drei Stufen, inklusive HEPA-Filter. Es entfernt laut Hersteller zu

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99,995 Prozent die Viren, Bakterien und Keime aus der Luft. Das Gerät setzt hierbei auf ein dreifaches Filtersystem. Zunächst wird die Luft nach dem Ansaugen von Schwebstoffen durch einen Feinpartikelfilter der Filterklasse ePM1 gefiltert. Dann neutralisiert ein Aktivkohlefilter die Gerüche in der Luft. Schließlich reinigt ein Mikropartikelfilter der Filterklasse H14, auch HEPAFilter genannt, die Luft zu 99,995 Prozent von Viren, Bakterien und Keimen. Der Luftreiniger saugt dabei die zum Boden sinkenden Partikel mit der Raumluft von einem Ventilator an. Nach dem Filtern wird diese in den oberen Bereich des Raumes zurückgeführt. Nach Herstellerangaben ist der Luftfilter leise im Betrieb und dank der eingesetzten IE5-Motoren auch energieeffizient. Das Gerät verfügt zudem über einen CO2-Sensor, der automatisch den Betriebsmodus steuert. Der Luftreiniger LRA-S ist ausgelegt für einen 60 Quadratmeter großen Raum und filtert pro Stunde fünf Mal die komplette Raumluft. Bei größeren Räumen ist der Einsatz mehrerer Geräte zu empfehlen. www.thm.de www.lk-metall.de

Der mobile Luftreiniger LRA-S mit HEPA-Filter entfernt laut Hersteller zu 99,995 Prozent die Viren, Bakterien und Keime aus der Luft. Er ist dafür mit einem dreifachen Filtersystem und einem CO2-Sensor ausgestattet und erfüllt unter anderem die Anforderungen bezüglich der staatlichen Förderungseignung für Schulen. Bild: LK Metall

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FA C I L I T Y M A N A G E M E N T

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So geht es in Richtung „Construction 4.0“ Zugriff auf jegliche Projektinformationen - im Büro und auf der Baustelle Die Baubranche verändert sich - Stichwort Building Information Modeling (BIM). Architekten sehen in diesem Zusammenhang zunehmend von technischen Zeichnungen ab und setzen stattdessen lieber auf digitale, vernetzte 3D-Modelle, die nicht nur für die Planung, sondern auch für die Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden und anderen Bauwerken genutzt werden. Diese Technologien dürfen aber nicht nur in den Büros, sondern müssen auch auf den Baustellen zur Verfügung stehen. Skanska nutzt deshalb genau hierfür nun mobile Lösungen. Skanska, ein Unternehmen, das in der Bau- und Immobilienentwicklungsbranche aktiv ist, verfolgt bereits seit einigen Jahren den Plan, die Transformation in Richtung Construction 4.0 einzuleiten. Als erster Schritt wurden dazu intelligente Arbeitstools eingeführt und alle operativen Aktivitäten digitalisiert. Aus diesem Grund setzt das Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit Panasonic. Die Tablets dieses Herstellers eignen sich nämlich sowohl für die Verwendung im Büro als auch für den Außeneinsatz. In der Folge konnte das Unternehmen die Menge an papierbasierten Unterlagen reduzieren, den Informationsfluss bündeln, organisieren und - was am allerwichtigsten war - die Vorteile des integrierten Ansatzes bei der Projektumsetzung ausschöpfen, darunter die von Skanska verwendete BIM-Methode. Hintergrund: Bei der digitalen Projektverwaltung mit BIM sollen alle Teilnehmer eines Projekts vom Konstrukteur und Ingenieur bis hin zu Subunternehmern und Investor - vollen Zugang zu allen Projektinformationen erhalten. Das gilt beispielsweise für das Raummodell und jegliche Informationen zu Material, Kosten und Arbeitsplänen. Dies steigert den effizienten Austausch verschiedenster Daten, wodurch nicht nur der Bau beschleunigt, sondern auch seine Koordination erleichtert wird. Obwohl die BIM-Technologie in der Planungsabteilung von Skanska seit einigen Jahren Standard ist, wird sie erst seit Kurzem vermehrt auf den Baustellen eingesetzt. Die Mitarbeiter besaßen nämlich in der Vergan-

Neben visualisierten Scans von Tachymetern und Laserscannern können auch Mess- und Konstruktionsinformationen wie 3D-Modelle von Leica-Messinstrumenten in allen Größen angezeigt werden. Damit lassen sich Daten im Außeneinsatz einfach, intuitiv und schnell erheben und modellieren. Bilder: Panasonic

genheit kein mobiles Gerät für den digitalen Datenzugriff, das nicht nur Wind und Wetter, sondern auch Stürzen, Stößen oder Staub trotzen konnte. Deshalb wurden bei Skanska einhundert besonders robuste Toughbook G1 Tablets eingeführt. Die Geräte wurden dabei speziell auf die Anforderungen des Unternehmens zugeschnitten und mit spezifischen Anwendungen ausgestattet, beispielsweise für die elektronische Dokumentationsverwaltung und die BIM-Software. Damit ist es den Technikern auf den Baustellen nun möglich, auf aktuelle Projektinformationen zuzugreifen und diese zu bearbeiten. Die Tablets dienen ihnen nun als Tool für die Arbeit und Kommunikation mit Kollegen im Büro wie auf der Baustelle. Das verstärkte Gehäuse der Tablets war einer der Hauptgründe für die Entscheidung für die Geräte von Panasonic. Das FullRuggedized-Tablet erfüllt laut Hersteller damit alle Anforderungen, die auf Baustellen gestellt werden. So ist das Gehäuse beispielsweise mit einer rutschsicheren Oberfläche ausgestattet und zudem wasser- und staubdicht. Dank seiner Stoßfestigkeit widersteht das Tablet auch Stürzen aus bis zu 180 Zentimeter Höhe. Das Modell ist zudem hitzebeständig, trotzt Regen sowie Schnee und lässt sich laut Hersteller auch mit dicken Arbeitshandschuhen noch gut bedienen. Im Außeneinsatz bewährt sich die gute Lesbarkeit, denn das 10,1Zoll-Display bietet eine Leuchtdichte von bis zu 800 cd/m2. Das Display eignet sich aufgrund der hohen Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixel außerdem für die Anzeige von technischen Zeichnungen, Plänen und Diagrammen. Das Gerät verfügt über Windows 10 Pro und einen Intel Core i5-Prozessor. Damit ist das Arbeiten in einer Microsoft-Umgebung, aber auch die Nutzung spezieller Anwendungen möglich. Das Tablet könnte von seiner Leistung her auch einen Desktop-PC ersetzen. „Die größten Herausforderungen für unser Unternehmen waren der Zugang zu Konstruktionsinformationen und die Umstellung von papierbasierter auf elektronische Dokumentation. Wir sahen uns auf dem Markt nach einer Lösung um, die ein effizientes Gerät für die Arbeit auf einer Baustelle umfasst. Bei Panasonic wurden wir fündig, vor allem da sich die Lösung vollständig an unsere Anforderungen anpassen ließ. So konnten wir den Informationsfluss bündeln und damit auch die Arbeit auf der

Baustelle erleichtern“, berichtet Aleksander Szerner, Manager of Digitalization and Smart Equipment Technology bei Skanska S.A. und President of BIM der Polish Construction Association. Die Einführung der PanasonicGeräte bei Skanska dauerte drei Monate. Die Toughbook-G1Geräte werden beispielsweise von mobilen Angestellten verwendet, die zwischen Büro und Baustelle hin- und herwechseln, wie Ingenieuren, Site-Managern und Vorarbeitern. Gleichzeitig wurden 50 Leica CS35-Modelle - das Leica CS35Tablet basiert auf dem Tough-

Die Kombination der Leica-Software mit dem großen Touchscreen des Panasonic Tablets ermöglicht eine schnelle und bequeme Datenverarbeitung.

book G1 und ist mit der Leica Captivate-Software ausgestattet für Vermessungstechniker auf der Baustelle bereitgestellt. Das Leica CS35-Tablet visualisiert und sammelt Daten von Messinstrumenten auf Baustellen, einschließlich Multistation und

Tachymeter. Die Lösung bietet Zugang zu großen Materialmengen und auch Möglichkeiten, um diese zu verwalten. Zudem lassen sich damit auch realistische 3DModelle darstellen. https://business.panasonic.de/ mobile-it-solutions/

Fernwärme integriert Strom und Wärme Studie zeigt, wie sich CO2-Emissionen und Energiekosten deutlich reduzieren lassen Eine Ende 2019 publizierte Studie der Universität Aalborg (Dänemark) kam bereits im zweiten Zwischenbericht im Jahr 2013 zu dem Schluss, dass die EU-Klimaziele im Wärmesektor erreicht werden können, sofern der Fernwärmeanteil an der Wärmeversorgung innerhalb der EU bis 2050 von derzeit 12 auf 50 Prozent gesteigert würde. Die Aalborger Studie, die von Danfoss unterstützt wurde und auf den Ergebnissen der EU-geförderten Forschungsprojektreihe Heat Roadmap Europe (HRE) basiert, untersucht nun, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Soll der angestrebte Fernwärmeanteil bis 2050 erreicht werden, müssen der Studie zufolge EUweit 21.500 neue Fernwärmesysteme errichtet werden, 16.500 davon bereits bis 2035. Mindestens ebenso wichtig wie diese Quantifizierung sind die Hinweise der Studie zu Details der technologischen Umsetzung. Denn mit dem Umstieg auf Fernwärme sind hohe Kosten verbunden, die durch Nutzung bestehender Möglichkeiten der Fernwärmesystemoptimierung und verbraucherseitigen Heizungssanierung kompensiert werden können. Schlüssel zu einer Fernwärmewende, die für Energieversorger und Verbraucher wirtschaftlich tragfähig bleibt, ist deshalb der Einsatz neuer Systemlösungen und Komponenten, begleitet von gezielten Anreizen zur Sanierung. Fünf Aspekte sind dabei entscheidend: Die bestmögliche Ausschöpfung aller vorhandenen Energiequellen würde durch Einbindung der Fernwärme in intelligente integrierte Energiesysteme erreicht. Die benötigte Primärenergie würde im Vergleich zu herkömmlichen Szenarien um 13 Prozent sinken; die jährlichen Energiekosten ließen sich deutschlandweit um 18 Milliarden Euro, EU-weit um 70 Milliarden Euro reduzieren. Für die Kommunen böte sich zudem die Chance, ganze Städte konsequent zu dekarbonisieren und gleichzeitig den

kommunalen Versorgungsunternehmen neue Absatzchancen zu erschließen. Durch Niedrigtemperaturnetze mit Vorlauftemperaturen von 50 Grad Celsius (statt bisher 70 bis 120 Grad Celsius) ließen sich jährlich etwa 120 TWh Primärenergie einsparen. Dies entspricht dem Primärenergieaufwand der heutigen Fernwärmeversorgung in Deutschland und Dänemark zusammen. Die Energiekosten würden jährlich um bis zu 6 Milliarden Euro sinken. Zusätzlich würde die Integration weiterer klimafreundlicher Energiequellen wie Abwärme und Geothermie möglich. Wird eine angemessene Balance zwischen Energiesparanreizen und Investitionen in eine CO2-arme Energieversorgung

Danfoss, aktiv auf dem Gebiet der Wärmetechnik, fordert die Politik und die Energiewirtschaft dazu auf, das Klimaschutzpotenzial der Fernwärme auszuschöpfen. Bild: Willi Heidelbach auf Pixabay

gefunden, lässt sich der Raumwärmebedarf um 30 Prozent senken und eine kostenoptimierte Treibhausgasreduktion erreichen. Ein Übergang zu streng bedarfsorientierten Fernwärmesystemen mit automatischer Steuerung würde erhebliche Einsparungen möglich machen. Eine intelligente Steuerung von Druck, Temperatur und Durchfluss minimiert in solchen Netzen Wärmeverluste und optimiert insgesamt den Netzbetrieb. Über ehrgeizige Zielvorgaben, die Gewährleistung gleicher Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer und die Bereitstellung von Fördergeldern muss die Politik die Rahmenbedingungen für den Umbau der Wärmeversorgung setzen. So sollten zum Beispiel im Zusammenhang mit der Zahlung von Abwrackprämien für Ölheizungen keine Potenziale in puncto Fernwärmeausbau verschenkt werden - zumindest nicht in den Ballungsgebieten. Zudem sollten auch weiterhin umfassende Forschungsdaten zur Wärmenutzung gesammelt und als Basis von Konzepten für eine systematische Treibhausgasreduktion genutzt werden. Weitere Informationen sowie die komplette Fernwärmestudie der Universität Aalborg stehen online zum Abruf bereit. www.danfoss.de/ fernwaermestudie


Februar Sonderteil Energie-Effizienz

2021 DIE INDUSTRIE-ZEITUNG

Neue Motoren für Lüftungsanlagen kommen mit der halben Leistung aus und sind - wichtig bei Dachmontage - deutlich leichter. Seite 26

Die LED-Leuchte ist reparabel, recycelbar und im wirtschaftlichen „Light as a Service“ (LaaS)Modell, also als Mietlösung ohne eigene Investition erhältlich. Bild: Deutsche Lichtmiete

LED-Panel der 3. Generation Eine neue LED-Leuchte wurde von der Deutschen Lichtmiete in Zusammenarbeit mit ihrem Kooperationspartner Nichia entwickelt. Sie ersetzt die 2. Generation der LEDPanel. Die neue Variante erweitert das Anwendungsspektrum in Innenräumen deutlich, betonen die Experten der Deutschen Lichtmiete und verdeutlichen auch, warum dies so ist. Mit nur 26 Millimetern ist die LEDLeuchte laut Hersteller das derzeit flacheste hintergrundbeleuchtete Panel am Markt. Für weiteren Designspielraum sorgt die neue modulare Bauweise: Sie ermöglicht aufgrund des Alusteckrahmens verschiedene Formate. Auch kundenspezifische Vorgaben können so erfüllt werden. Das LED-Panel ist mit schwarzem oder weißem Rahmen verfügbar, in einer Standardvariante für Rasterdecken sowie als Aufputzvariante für Decke und Wand. Ein silberner Rahmen ist auf Anfrage erhältlich. Wie das Vorgängermodell setzt auch das neue LEDPanel auf ein schlankes Designkonzept mit maximierter Leuchtfläche, realisiert über die BacklitTechnologie. Durch die spezielle Platine wird das Licht mit einem Abstrahlwinkel von 180 Grad gestreut und innerhalb einer kurzen Strecke homogen verteilt. Auch das Thermomanagement wird dadurch optimiert. Insgesamt sollen sich so laut Hersteller die Lebensdauer und Leistung signifikant erhöhen. www.lichtmiete.de Wolff Publishing www.b-und-i.de

ISSN 1864-4554 info@b-und-i.de

Abo-Service: b-und-i@vertriebsunion.de

Im Forschungsprojekt „TransWind“ analysiert die Deutsche Windguard als einer von neun Partnern Nachnutzungspotenziale für Windkraftanlagen. Bild: Hans Linde auf Pixabay

Was kommt, wenn das Ende naht? Wie soll es mit alten Windkraftanlagen weitergehen? Sind ein Weiterbetrieb, ein Retrofit oder ein Repowering sinnvoll? Kommt es zu einer Stilllegung oder einem Weiterverkauf? Diesen Fragen geht das Forschungsprojekt „TransWind“ nach. An Bedeutung gewinnt dabei auch die deutliche Verlängerung der WEA-Lebensdauer durch eine Methodik zur Lastrekonstruktion. Die Deutsche Windguard engagiert sich in dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Forschungsprojekt„TransWind“. Darin analysieren neun Projektpartner unter Leitung des Institutes für Statik und Dynamik (ISD) der Leibnitz Universität Hannover transdisziplinär das Lebensdauerende von Windenergieanlagen in Deutschland. Ziel ist es, Aussagen über Nachnutzungspotenziale von Windenergieanlagen abzuleiten, entsprechende Strategien zu entwickeln und den Akteuren fundierte Entscheidungsgrundlagen und -hilfestellungen für die zukünftige Ausrichtung der Windenergie in Deutschland an die Hand zu geben. Wie nötig dies ist, verdeutlichen Zahlen: Bis zum Jahr 2030 fallen mehr als 16.500 Windenergieanlagen an Land mit einer Gesamtleistung von rund 23 Gigawatt aus der För-

derung nach dem Erneuerbare-EnergienGesetz (EEG). Allein für dieses Jahr stehen die Eigentümer von etwa 5.000 Windenergieanlagen vor der von technischen und wirtschaftlichen Aspekten gleichermaßen geprägten Entscheidung über ihre Anlagen. Erschwerend kommt hinzu, dass es ein deutliches Ungleichgewicht zwischen hohem Rückbau alter und geringem Zubau neuer Anlagen gibt. Dies erschwert das Erreichen der Energieziele. Deshalb stellt sich die Frage, wie es mit Anlagen weitergehen soll, wenn diese aus der EEG-Förderung fallen. Ist ein Weiterbetrieb sinnvoll oder ein Retrofit beziehungsweise ein Repowering? Kommt es doch zu einer Stilllegung oder einem Weiterverkauf? Diesen Fragen geht „TransWind“ nach. Für die verschiedenen Möglichkeiten der Nachnutzung übernimmt die Deutsche

Windguard hier unter anderem die Modellierung der fixen und variablen Betriebskosten, Investitionen und Rückbaukosten für die Wirtschaftlichkeitsanalyse. Hier bringen die Experten ihre Erfahrung im Bereich der Kostendatenerhebung und -analyse ein. Parallel dazu bereichern sie die Forschungsarbeit im Rahmen der Bewertung möglicher Nachnutzungsstrategien. „Mit unserem fundierten Know-how auf dem Gebiet der technischen und standortspezifischen Evaluierung von Lebensdauerabschätzungen leisten wir unseren Beitrag zur Entwicklung eines Bewertungsmodells auf dem neuesten Stand der Technik“, ist Niels Erdmann, der Geschäftsführer der Deutschen Windguard Offshore GmbH und Leiter Technical Due Diligence der Windguard-Gruppe, überzeugt. Weiter auf Seite 26


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ENERGIE-EFFIZIENZ

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Energieeffizienz der Lüftungsanlage optimiert Modernisierung macht sich in weniger als zehn Monaten bezahlt Bevor Trinkwasser aus tiefen Erdschichten komfortabel in Flaschen verpackt als Mineralwasser in unseren Haushalten landen kann, ist einiger Aufwand nötig. Dabei geht es nicht nur um das Fördern, Kontrollieren und Aufbereiten des Wassers - auch die Abfüllung ist ein ganz spezieller Prozess, für den eine besonders reine Umgebung unverzichtbar ist. Für das gewünschte Raumklima sorgen bei einem Abfüllbetrieb in Nordhessen mittlerweile besonders energieeffiziente Motorenpakete von Yaskawa. Sie haben sich dort bereits nach weniger als einem Jahr amortisiert. Mehr als 150 Liter Mineralwasser konsumiert jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr. Rund 200 Betriebe sorgen bundesweit dafür, dass der Durst gestillt wird und füllen das Wasser in die unterschiedlichsten Flaschen ab, die dann im Handel zu finden sind. Einer dieser Betriebe befindet sich in Nordhessen. Hier werden neben diversen Mineralwässern auch karbonisierte Softdrinks hergestellt und abgefüllt. Im Werk erfolgt, je nach Produktwunsch des Kunden, das Zusetzen von Kohlensäure, Aromen oder Konzentraten. Anschließend werden die fertigen Produkte abgefüllt - in diesem Fall ausschließlich PET-Flaschen, die ebenfalls selbst produziert werden. Die Herstellung der Flaschen erDer neue Antrieb ist deutlich kleiner und folgt in zwei Schritten. So werden leichter als der alte. An der Wand wurde der zunächst sogenannte „Preforms“ kompakte Frequenzumrichter montiert. hergestellt - recht dickwandige, man sich in all den Jahren wenig kleine Rohlinge, die man einfach Gedanken um die Anlagen und platzsparend transportieren machte. kann. Erst unmittelbar vor der Abfüllung entstehen daraus die Flaschen, die wir aus dem SuperZertifizierung gab den markt kennen. Ausschlag In der Blashalle werden die Preforms erwärmt, ähnlich wie man Anders wurde das erst, als im Zuge es von Glasbläsern kennt, auf die des EEG die Zertifizierung nach gewünschte Form und Größe geDIN EN ISO 50001 angestrebt bracht und dann sofort vollautowurde. matisiert über Lufttransportbänder in die angrenzende Abfüllhalle „Unser EEG-Team nahm alle Prozesse genau unter die Lupe“, begebracht. Hygiene ist hier oberstes richtet Michael Mutschmann, dem Gebot, schließlich soll ausschließals Leiter Elektrotechnik sofort die lich das flüssige Produkt in der Lüftungsanlagen in den Sinn Flasche landen und kein Staub. kamen. „Hier waren zehn Jahre alUm die Raumluft besonders rein te 18,5 kW Motoren mit Riemenzu halten, herrscht in der Halle darum stets ein leichter Überdruck, antrieb installiert, die nicht frequenzgeregelt rund um die Uhr sodass durch offene Türen oder ohne Pause liefen. Da kommt Entwärmungsklappen nur Luft schon einiges an Energie zuherausströmen, aber niemals unsammen.“ Mutschmann kannte kontrolliert einströmen kann. das Unternehmen und die LöAuf dem Dach der rund 25.000 sungen von Yaskawa schon länger Kubikmeter umfassenden Halle und stieß deshalb bei seiner Suche wurden darum bereits im Jahr nach energiesparenden Alter2007 beim Neubau der Blashalle nativen auf die IE4-MotorenLüfter platziert, die Luft über Filter pakete des Herstellers. kontrolliert in die Halle einbringen und so den Überdruck erzeugen. „Das waren genau die Produkte, die wir hier für eine Modernisierung Das lief von Anfang an gut, sodass

Noch erfolgt die Steuerung der Lüftungsanlage manuell über Potenziometer. Links davon einer der Filterbälge, über die die saubere Luft in die Halle einströmt.

brauchten“, so der Elektrofachmann. So wurde zunächst als Test ein alter IE2-Antrieb gegen das Paket, das neben dem Antrieb auch den passenden Frequenzumrichter beinhaltet, ausgetauscht. Alle anderen Komponenten der Lüftungsanlage konnten erhalten bleiben, sodass das Investitionsvolumen und der Installationsaufwand überschaubar waren.

Modernisierung einfach und schnell „Wir konnten für die Umrüstung natürlich nicht die Produktion stoppen und hatten nur ein ganz kleines Zeitfenster für den Umbau. Da muss alles stimmen“, erinnert sich Michael Mutschmann an die besonderen Herausforderungen dieses Modernisierungsprojekts. Dabei kam ihm die Philosophie der Konfiguration bei Yaskawa sehr entgegen: „Hier sind die unterschiedlichen Applikationen mit ihren Standardparametern schon hinterlegt. Man wählt einfach aus, welche man nutzen möchte und alles andere wird automatisch eingestellt. Nach fünf Minuten waren wir damit fertig“, verdeutlicht Mutschmann. Nach diesen positiven Erfahrungen wurden auch die anderen Lüftungsanlagen mit neuen YaskawaMotorenpaketen versehen. Ihre Steuerung erfolgt derzeit manuell über Potenziometer.

Fortsetzung von Seite 25 Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein besonderes Monitoringsystem, nämlich das SHM.Tower von Wölfel. In einem Gutachterverfahren hat die Windguard Certification GmbH nämlich kürzlich nachgewiesen, dass dieses System durch die Aufzeichnung von Schwingungsprofilen die tatsächlich auftretenden und über den Turmquerschnitt verteilten Ermüdungslasten auf einfache Weise und mit einer hohen Genauigkeit erfassen kann. Das bedeutet: Mit dieser Methodik kann der Lebensdauerverbrauch einer Windenergieanlage (WEA) exakt ermittelt werden, betonen die Experten. Damit eignet sich das System sehr gut für den Einsatz im Rahmen von Weiterbetriebsgutachten. „Nachdem gezeigt werden konnte, dass die mit SHM.Tower aufgezeichneten Schwingungsprofile sehr gut die für eine Ermüdung relevante Systemdynamik abbilden, ergeben sich tatsächlich wertvolle Möglichkeiten zur Beurteilung der Weiterbetriebsfähig-

Aus diesen Preforms entstehen in der Blashalle die PET-Flaschen. Bilder: Yaskawa

„Wir testen derzeit noch, wie sich die Lüftung in den unterschiedlichen Jahreszeiten verhält und im Zusammenspiel mit den Abluftklappen funktioniert“, erklärt der Elektroprofi, der nicht ausschließt, auch hier eine automatische Regelung nachzurüsten. Die Gesamtleistung aller vier neuen Motoren beträgt jetzt nur noch 45 kW, während die alte Lösung noch 87 kW aufgenommen hatte. Und auch das Gewicht der Antriebe hat sich halbiert. „Gerade bei der Montage auf dem Dach

freut man sich über jedes Kilogramm“, ergänzt Mutschmann. Seit einigen Monaten laufen nun alle vier Lüftungsanlagen, die in der Blashalle für Überdruck sorgen, mit den neuen IE4-YaskawaPaketen anstelle der alten Asynchronantriebe. „Bei unserem Strompreis kommen wir auf einen ROI von 9,7 Monaten. Das ist so überzeugend, dass wir wohl weitere Anlagen auch an unseren anderen Standorten entsprechend modernisieren werden“, so Mutschmann. www.yaskawa.eu.com

Die Dachfläche zeigt die riesigen Dimensionen des Abfüllbetriebes.

keit bei modernen WEA“, erläutert Frank Weise, Geschäftsführer der Windguard Certification GmbH. Er ergänzt: „Zum einen können die aus Schwingungen abgeleiteten DELs zur Validierung und Optimierung des dynamischen Berechnungsmodells herangezogen werden, um damit konservative Sicherheitsfaktoren abzuschmelzen. Zum anderen kann durch die gemessene Lastverteilung im Turmquerschnitt die ermittelte Schädigung von Fundament und Turm reduziert werden. Daraus ergibt sich real eine deutliche Verlängerung des Lebensdauerhorizontes ohne Einbußen an Prognosesicherheit. Das haben wir im Gutachterverfahren nachgewiesen.“ Hintergrund: SHM.Tower erfasst die Schwingungsbeanspruchung über einen integrierten Sensor. Durch den permanenten Abgleich der aktuellen RMS-Werte mit den geltenden Normen können zusätzlich zur Berechnung des Lebensdauerverbrauchs Turbineneinstellungen und Betriebsweise kontinuierlich und proaktiv opti-

miert werden, so die Experten von Wölfel. Außerdem werden eine übermäßige Beanspruchung und Schäden frühzeitig identifiziert, sodass Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Das System wurde bereits 2019 von der Windguard Certification GmbH als Structural Health Monitoringsystem zertifiziert. „Die besten Ergebnisse erzielen wir natürlich, wenn SHM.Tower von Beginn an eingesetzt wird, denn dann werden der Betriebszustand und die verbrauchte Lebensdauer über alle Nutzungsphasen hinweg exakt erfasst“, betont Manuel Eckstein, Leiter Vibration and Monitoring Technologies bei Wölfel. Aber auch wenn das System als Retrofit nachgerüstet wird, liefert es im Vergleich zu den herkömmlichen Methoden signifikant verbesserte Lebensdauerbewertungen. „In diesem Fall ermöglichen Extrapolationen die Beurteilung über die gesamte Betriebsdauer hinweg”, ergänzt Eckstein. www.windguard.de www.woelfel.de


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ANTRIEBS- & STEUERUNGSTECHNIK

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Spezielle Fette und Dichtung punkten hier Wälzlager für Servomotoren haben ganz besondere Anforderungen Servoantriebe sind eine herausfordernde Anwendung für Wälzlager. Ihr typisches Bewegungsprofil mit häufigem Start-, Stopp- und Reversierbetrieb sowie sehr geringen, von der Sensorik veranlassten Korrekturbewegungen beanspruchen die Lager stark. NSK bietet deshalb Rillenkugellager an, die eben genau an dieses Anforderungsprofil angepasst sind. Zu den Merkmalen dieser Lager gehören besondere Fette und eine hochwirksame, reibungsarme Abdichtung. Der häufige Reversierbetrieb und die Mikrovibrationen der Servoantriebe können dazu führen, dass der Schmierfilm zwischen Wälzkörper und Lauffläche stärker verdrängt wird, als dies bei einem konventionellen Elektromotorlager der Fall ist. Die mögliche Folge sind lokale Reibstellen auf den Laufbahnen. Diese Reibstellen resultieren aus der Mikroreibung bei einem unzureichenden Schmierfilm, d.h. aus dem Metall-Metall-Kontakt von

Kugel und Laufbahn. Um dies zu verhindern, hat NSK für diese Anforderungen ein spezielles Fett mit der Bezeichnung EA7 entwickelt, das sich im Vergleich zu konventionellen Fetten unter anderem durch verbesserte Schmiereigenschaften bei Mikrovibrationen auszeichnet. Außerdem trägt das Fett dazu bei, dass die Lager mit niedrigem Reibmoment und entsprechend minimaler Verlustleistung arbeiten. In der Praxis führt der Einsatz von

Bosch Rexroth: „Connected Hydraulics“ Produktivität ist für Maschinenhersteller und Anwender das Maß aller Dinge. Die vernetzte Hydraulik leistet einen wichtigen Beitrag dazu. Sie verknüpft die physikalischen Vorteile der Fluidtechnologie über den gesamten Lebenszyklus mit den Möglichkeiten der Digitalisierung und der Vernetzung im Internet der Dinge. Immer weniger Konstrukteure wollen Hydrauliksysteme komplett selbst konstruieren, sondern Funktionen durch einbaufertige Plug-and-Produce-Module abbilden. Bosch Rexroth bietet hier mit der neuen Aggregate-Generation Cytrobox drehzahlvariable Pumpenantriebe oder einbaufertige Linearantriebe mit dezentralem Fluidkreislauf - sozusagen Hydraulik to go: aussuchen, bestellen und in Betrieb nehmen. Online-Tools für die Auswahl und Konfiguration von Hydraulikkomponenten und komplexe Baugruppen unterstützen die Konstrukteure dabei. Durch die Verlagerung von bislang hydromechanisch ausgeführten Bewegungen in die Software können sie darüber hinaus mit identischer Hardware verschiedene Bewegungsaufgaben lösen. Software-Tools kommen auch bei der Inbetriebnahme zum Einsatz: Ventile mit digitaler Intelligenz identifizieren sich über eine MultiEthernet-Schnittstelle oder IOLink automatisch selbst. SoftwareAssistenten und Wizards für die Erstparametrierung führen auch weniger erfahrene Techniker logisch durch die Inbetriebnahme und schlagen passende Reglerparameter vor. Das vermeidet Fehleingaben und beschleunigt die Inbetriebnahme. In einem nächsten Schritt stellen Regelventile die offene Schnittstelle Bluetooth bereit. Via App können Anwender mit ihrem Smartphone dann direkt auf Komponenten zugreifen, Parameter ändern und die Hydraulik an ihre jeweilige Aufgabe anpassen. Im täglichen Betrieb erfassen

Lagern mit EA7 in Servo-Anwendungen zu einer längeren Lagerlebensdauer und einer Verdopplung der Serviceintervalle, verspricht der Hersteller. Ein anderer Faktor, der die Lebensdauer von Servomotoren erhöht, ist die Sauberkeit im Betrieb. Wenn ein Fett über die Laufzeit Partikel (zum Beispiel aus Metall oder Schwefel) abgibt und diese in die Umgebung des Lagers gelangen, kann der Encoder verschmutzen. Das hat langfristig zur Folge, dass die Position nicht mehr exakt erfasst werden kann. Eine weitere Folge eines aus Wälzlagern austretenden Schmierstoffs kann Schlupf beim Abbremsen sein. Das führt ebenfalls zu einer ungenauen Positionierung. Abhilfe schafft hier ein weiteres von NSK für Servo-Anwendungen entwickeltes Fett mit der Bezeichnung LGU. Im Vergleich zu Lithiumseifenfett emittiert es laut

Die beiden speziellen Hochleistungsfette sind als Option für die RillenkugellagerBaureihen verfügbar, die mit Blick auf den Einsatz in Servoantrieben entwickelt wurden. Bild: NSK

Hersteller rund 90 Prozent weniger Schwefel- und Metallpartikel und leistet somit einen Beitrag zu dauerhafter Sauberkeit der Lagerumgebung. Dadurch sollen sich die Serviceintervalle um den Faktor 1,5 verlängern. Damit hat der Anwender, der Servomotoren konstruiert oder einsetzt, die Wahl: Eines der beiden Fette steigert die Lebensdauer der Lager bei Mikrobewegungen, die typisch sind für Servoantriebe. Das andere Fett minimiert die Emission von Partikeln in die Umgebungskonstruktion und erhält damit dauerhaft die Positioniergenauigkeit. Ein weiteres Konstruktionsmerkmal dieser Lager ist die reibungsar-

me DW-Dichtung, die - Stichwort Sauberkeit - laut Hersteller eine sehr gute Dichtwirkung mit geringem Reibmoment verbindet. Hier haben die Konstrukteure nach eigener Aussage eine sehr gute Lösung für den Zielkonflikt zwischen wirksamer Abdichtung und energieeffizientem Lagerbetrieb gefunden. Das Programm der Wälzlager für Servomotoren wird in einem neuen Katalog „Wälzlager für Elektromotoren“ beschrieben. Diese Broschüre kann bei NSK angefordert oder von der Homepage im PDFFormat heruntergeladen werden. www.nsk-literature.com/de/ industrial-motor-bearings www.nskeurope.de

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„Vernetzbare Hydraulik ist eine zukunftssichere Technologie mit Mehrwert für Maschinenhersteller und Endanwender“, davon ist Dr. Steffen Haack, Geschäftsleitung Business Unit Industrial Hydraulics bei Bosch Rexroth, überzeugt. Bild: Bosch Rexroth

vernetzte Hydraulikprodukte und -systeme kontinuierlich Betriebsdaten. Diese können auf dem Gerät (z.B. bei Proportionalventilen) mit einer einfachen Lebensdauererwartung (Grün-Gelb-RotLogik) angezeigt werden. Die Betriebsdaten können aber auch dezentral verarbeitet und die Ergebnisse an übergeordnete Systeme versendet werden. AnalyseAlgorithmen leiten daraus Optimierungspotenziale für Prozessverbesserungen und höhere Produktivität ab. Diese Daten sind auch der Schlüssel für minimale Stillstandzeiten, weil auf jahrzehntelange Anwendungserfahrung basierende Algorithmen Verschleiß erkennen, bevor dieser zu einem Ausfall führt. „So bereitet die Softwarelösung Cytroconnect die Betriebsdaten von Hydraulikaggregaten dezentral auf. Instandhalter rufen per Smartphone diese Informationen unabhängig von ihrem Standort innerhalb oder außerhalb der Fabrik - ab. Sie können viele Fehlermeldungen per Onlinezugriff lösen oder eine automatische Ersatzteilbestellung auslösen“, betont Dr. Steffen Haack, Geschäftsleitung Business Unit Industrial Hydraulics bei Bosch Rexroth. www.boschrexroth.de

Services für Industriegetriebe in gewohnter SEW-EURODRIVE-Qualität Maximale Verfügbarkeit, Produktivität und eine hohe Lebensdauer Ihres Industriegetriebes: Sichergestellt mit unserer Zustandserfassung per Ölanalyse und Endoskopie. Falls es doch mal nötig wird, bieten wir mit unserer Neuwert-Reparatur (inkl. 24-monatiger Mängelhaftung auf den Gesamtantrieb sowie auf Industriegetriebe anderer Hersteller) und unseren Modernisierungsmaßnahmen effiziente Services entlang des Produktlebenszyklus an.

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Vollautomatisch und individuell schmieren Schaeffler erweitert sein Schmierstoffgeber-Portfolio um zwei neue Modelle Es gibt in der Concept-Reihe nun zwei weitere automatische Schmierstoffgeber. Neben den bisherigen Schmierstoffgebern Concept2 mit zwei und Concept8 mit acht Schmierleitungsauslässe bietet Schaeffler nun auch die Schmierstoffgeber Concept1 und Concept4 an. Bei den neuen Schmierstoffgebermodellen bleibt Schaeffler seiner Nomenklatur treu. So ist das Modell Concept1 für die automatisierte Nachschmierung von einer einzigen Schmierstelle geeignet. Das Modell Concept4 hingegen versorgt bis zu vier Schmierstellen autark mit Schmierstoff. Neu ist, dass der Schmierstoffgeber Concept1 selbst bzw. die

Das Modell Concept1 ist mit 60 Kubikzentimetern und 125 Kubikzentimetern Schmierstoff erhältlich. Ein dreimaliges Wiederbefüllen ist möglich. Bilder: Schaeffler

Wechselkartusche des 4er-Modells mit wenigen Handgriffen insgesamt wiederbefüllbar sind und das bis zu drei Mal und sogar mit Fetten außerhalb der herstellereigenen Arcanol-Reihe. Das reduziert Abfall, schont die Umwelt und spart Instandhaltungskosten. Dank einfacher Installation und Anwendung eignet sich nach Herstellerangaben das 1er-Modell vor allem als Einstieg in die automatische Nachschmierung. Es ist in den Größen 60 Kubikzentimeter und 125 Kubikzentimeter erhältlich und wird über eine elektrochemische Reaktion via Gas-Trockenzelle angetrieben. Eine externe Stromversorgung ist damit nicht nötig. Dieses Modell ist für den Einsatz in verschiedensten Bereichen wie beispielsweise Elektromotoren, Pumpen oder Förderbändern geeignet. Seine kompakte Abmessung ermöglicht dabei, wie der Hersteller betont, die

Montage an nahezu jeder Schmierstelle. Außerdem ist der Concept1 für den Betrieb in explosionsgeschützten Bereichen (ATEX) zertifiziert. Das Modell Concept4 eignet sich für Minimalmengenschmierung von nur 0,15 Kubikzentimetern pro Ansteuerimpuls.

Häufig wird bei der manuellen Schmierung zu spät und mit zu viel Schmierstoff gefettet. Eine automatische Versorgung mit Schmierstoff - hier zum Beispiel mithilfe des neuen Concept4 - vermeidet eine Über- oder Unterschmierung, ist dabei zeitsparend und verlängert die Lagerlebensdauer.

Schwingung und Temperatur überwachen Neues Set zur permanenten Schwingungs- und Temperaturzustandsüberwachung Probleme bei Industriemaschinen, die eine sofortige Wartung erfordern, lassen sich oftmals schon weit vor einem Maschinenstillstand beispielsweise an geringfügigen Schwingungs- oder Temperaturveränderungen erkennen. Deshalb ist eine kombinierte externe Schwingungs- und Temperatursensorlösung eine effektive Möglichkeit für die Zustandsüberwachung von Maschinen und Anlagen. Wie so ein Set aussehen kann, zeigen die Experten von Flir. Die Schwingungserkennung hilft nicht nur, frühzeitig Problem zu erkennen und Wartungsüberraschungen zu vermeiden, sondern sorgt auch dafür, dass das Personal seinen Wartungsplan priorisieren und optimieren kann, um die Effizienz zu maximieren und Ausfallzeiten zu reduzieren. Herkömmliche kabelgebundene Vibrationsüberwachungssysteme können jedoch hohe Kosten verursachen und erfordern unter Umständen eine umständliche Installation. Das neue SV87-KIT ist nach Angaben des Herstellers Flir hingegen mit einem UVP deutlich unter 1.000 Euro preisgünstig, lässt sich einfach konfigurieren und auf jeder Oberfläche im Bereich eines WLAN-Netzwerks installieren. Mithilfe dieses Sets kann das Wartungspersonal Schwingungs- und Temperatur-

Überwachen lässt sich der Zustand der überwachten Maschinen oder Anlagen von einem beliebigen Ort aus und zwar über ein Mobilgerät oder am PC. Automatische Warnungen und E-Mails informieren, sobald Unregelmäßigkeiten festgestellt werden.

änderungen in Echtzeit sowie im zeitlichen Verlauf nachverfolgen. Auf diese Weise lassen sich Einblicke gewinnen, mit denen sich potenziell schwerwiegende Probleme vorhersagen lassen - und zwar lange bevor diese einen Ausfall verursachen. Das Set, das ab sofort erhältlich ist, enthält vier externe SV87 Schwingungs- und Temperatur-

Die Sensoren werden über einen 3,6-V-Lithium-Akku mit Energie versorgt. Der Hersteller spricht von einer Akkulaufzeit von bis zu 4 Jahren. Bilder: Flir

sensoren sowie einen kabellosen GW65 Gateway zur dauerhaften Überwachung der Schwingungsund Temperaturdaten von betriebskritischen Anlagen. Zudem lässt es sich mit zusätzlichen externen SV87 Sensoren oder GW65 Gateways erweitern. Die Daten lassen sich über ein WLAN-Netzwerk auf ein Tablet, ein Smartphone oder einen Computer übermitteln. Hier kann der Benutzer Trends erkennen. Bei Überschreiten eines festgelegten Grenzwerts lassen sich Alarmmeldungen über eine App oder per E-Mail ausgeben. Diese Grenzwerte können dabei entweder manuell für kundenspezifische Anwendungen oder basierend auf gängigen ISONormen festgelegt werden. www.flir.de/SV87-KIT

Durch eine automatische Schmierung lassen sich Instandhaltungsaufwand und -kosten im Vergleich zu manueller Schmierung um bis zu 30 Prozent senken.

Dieser Schmierstoffgeber wurde laut Hersteller bewusst ohne integrierten Timer für die Schmierstoffspende und ohne Display mit Bedientasten konstruiert. Dadurch soll das Gerät besonders robust sein. Das 4er-Modell wird übrigens ausschließlich über eine externe Steuerung geregelt. Es richtet sich damit exklusiv an Kunden mit vorhandener SPS-Infrastruktur. Anders als das Einstiegsmodell verfügt der Concept4 ebenso wie die Modelle Concept2 und Concept8 über spezielle Schmierstoffkartuschen. Die Kartuschen-

größe umfasst bei der neuen 4erVariante standardmäßig 400 Kubikzentimeter. Das Gerät verfügt außerdem über vier Schmierleitungsauslässe. Der Schmierstoffgeber kann mit 70 bar einen besonders hohen Förderdruck aufbauen. So gelangt Schmierstoff durch lange Leitungen auch an schwer zugängliche Schmierstellen, wie sie beispielsweise in Elektromotoren, Lüftern, Pumpen, Getrieben, Kompressoren und Werkzeugmaschinen zu finden sind. www.schaeffler.de/ schmierstoffgeber

Neuer, chemisch aktiver Rostlöser von OKS Hartnäckige Verrostungen an Schrauben, Zahnrädern, Spannschlössern, Spindeln oder Stehbolzen haben schon so manchen Instandhalter zur Verzweiflung gebracht - insbesondere wenn diese nicht ersetzt werden können oder sich an schwer zugänglichen Stellen befinden. Um solchen Problemen Herr zu werden, sind in erster Linie Lösungen gefragt, die wirken und den Rost zuverlässig lösen. Die Schnelligkeit steht hier erst an zweiter Stelle. Der neue aktive Rostlöser OKS 661 kann laut Hersteller vielseitig genutzt werden; beispielsweise zum Lösen von festsitzenden Bremsscheiben bei der Fahrzeugreparatur oder zum Lösen und Entrosten von Zahnrädern bei frei bewitterten offenen Getrieben, von Spannschlössern im Brückenbau oder von festgerosteten Spindelantrieben in Stauwehranlagen. Darüber hinaus können damit metallische Oberflächen von Flugrost, Rostflecken, Verkrustungen und Ölrückständen gereinigt werden. Neben einer hohen Wirksamkeit spielen auch ökologische und arbeitsschutzrelevante Aspekte

beim Einsatz von derartigen Produkten im Wartungsbereich eine wichtige Rolle. Der neue, chemisch aktive Rostlöser OKS 661 ist deshalb frei von Benzin und Mineralölen und kann, wie der Hersteller betont, daher sowohl im Außen- als auch im Innenbereich unbedenklich eingesetzt werden. „Überall dort, wo metallische Komponenten Witterungseinflüssen oder anderen korrodierenden Einflüssen ausgesetzt sind, kann es zu starken Verrostungen der Metallflächen und Schrauben kommen“, erklärt Markus Breitenbach, Marketingleiter von OKS. Er führt weiter aus: „Das zerstörungsfreie Lösen dieser Verrostungen stellt bei Reparatur-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten regelmäßig eine massive Herausforderung dar. Durch die langsame Verdampfungsrate unseres neuen, chemisch aktiven Rostlösers erreichen wir eine längere Einwirkungszeit, sodass selbst hartnäckige Verrostungen zuverlässig aufgelöst werden, z.B. um die Gängigkeit von Schraubverbindungen wiederherzustellen.“ www.oks-germany.com

Das Produkt verdampft langsam und wirkt deshalb länger ein - ideal für besonders hartnäckige Verrostungen. Bild: OKS


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Steigleiter - normenkonform, mit Sicherheit 3D-Steigleiter-Konfigurator ermöglicht die Konfiguration mit wenigen Mausklicks Sicherheitsvorschriften können beispielsweise die kurzfristige Nachrüstung einer Notleiter oder eines Fluchtausstiegs zwingend erforderlich machen, zum Beispiel als Notausstieg an einem Gebäude oder als Steigleiter auf einer Baustelle beziehungsweise an einer Industrieanlage. Ein neuer Steigleiter-Konfigurator von Hymer-Leichtmetallbau, der unter anderem mit einem 3DKonfigurator ausgestattet ist, sorgt nicht nur, aber auch in diesen Fällen für schnelle Abhilfe.

button die konfigurierte Leiter geordert werden und ist spätestens nach vier Tagen beim Kunden auf der Baustelle oder in der Industrieanlage. „Wir liefern die konfigurierten Leitern innerhalb von vier Tagen an unsere Kunden, oft schon früher“, versichert der Vertriebsleiter.

AL

chung oder der Aufbau an der Fassade geklärt. Der Kunde kommt trotzdem schneller zu seiner Steigleiter, als wenn alles von Grund auf neu konstruiert werden muss. Bei Bedarf erhält er mit dem Angebot eine DAT-Datei mit Zeichnung und Stückliste. https://konfigurator.hymer-alu.de

Die geplante Steigleiter lässt sich in jede Richtung drehen und für den Detailblick heranzoomen.

4.100 Newtonmeter handlich verpackt Neuer kompakter Schrauber punktet (nicht nur) mit hohem Drehmoment Das neue Hochmomentschraubermodell RTP 4100C ist eine Weiterentwicklung des RTP 4100, den Atlas Copco Tools im Jahr 2015 auf den Markt brachte. Die weiterentwickelte, neue Generation dieses pneumatischen Schraubers eignet sich z.B. für Vor- und Montagearbeiten an Windenergieanlagen, für den Einsatz im Maschinenbau oder für Verschraubungen im Bahnbereich. Der RTP 4100C ist ein vibrationsarmes Druckluftschraubwerkzeug von Atlas Copco Tools, das mit Drehmomenten bis zu 4.100 Newtonmetern aufwarten kann. Durch sein schlagfreies, ausschließlich drehendes Anzugsverfahren eignet sich der Schrauber nach Entwicklerangaben z.B. für ein gewindeschonendes Arbeiten im Windenergieanlagen- und Maschinenbau sowie für Verschraubungen im Eisenbahnbereich. Dabei deckt das Gerät Gewindeverbindungen von etwa M35 bis M45 ab. Im Vergleich zum Vorgänger punktet das neue Modell mit kleineren Abmessungen und einem geringeren Gewicht. Dieses verbessert die Bedienerergonomie und das Handling. So beträgt der kleinste Mittenabstand des RTP 4100C einschließlich der mitgelieferten Drehmomentstütze gerade einmal 47 Millimeter, wodurch das Gerät eng beieinanderliegende Schrauben und Muttern auf engstem Raum

OPTI M

Nachdem der bisher eingesetzte Konfigurator unter Adobe Flash nicht mehr lauffähig und auch nicht mehr zeitgemäß war, musste Ersatz her. „Wir haben auf Hochtouren an unserem neuen Onlinekonfigurator entwickelt, der in Sachen Schnelligkeit, Funktionalität und Bedienfreundlichkeit auch einiges mehr zu bieten hat“, betont Markus Nowak. Der Leiter Vertrieb Steigtechnik bei Hymer-Leichtmetallbau aus Wangen im Allgäu war unmittelbar in die Neuentwicklung eingeb unden.

Ein weiterer Vorteil des 3D-Tools: selbst wenn man beim Konfigurieren feststellt, dass doch eine kundenspezifische Lösung notwendig ist, hat man bereits die Basis dafür. Schnell ist dann mit dem Vertriebsinnendienst die Abwei-

Mithilfe des Konfigurators ist mit wenigen Mausklicks die gewünschte Steigleiter konfiguriert. Bilder: Hymer-Leichtmetallbau

T.

Klickt ein Industrieanlagenplaner oder Plant-Manager auf das Menü „Steigleitern - Zugang zu Maschinen und Maschinenanlagen“, wird ihm eine Basisvariante in 3D angezeigt sowie ein Auswahlmenü für die flexible Konfiguration. Nun stehen diverse Auswahloptionen zur Verfügung - von der Befestigung über die Plattformen, den Einstieg und den Rückenschutzkorb sowie den Ausstieg bis hin zur Auswahl der Einzelkomponenten wie Ausstiegstritte oder Durchgangssperren. Je nach Auswahl passt sich das 3D-Modell in real-time an. Außerdem kann es frei im Raum in alle Richtungen bewegt und herangezoomt werden. Wird beispielsweise die Steighöhe geändert, ist das unmittelbar in der 3D-Abbildung zu sehen, und zwar jeweils mit den aktuellen Bemaßungen. Automatisch ermittelt der Konfigurator, wie viele Leiterzüge für die gewählte Steighöhe erforderlich sind. Beim Anklicken beispielsweise einer Fassadenplatte für Wandhaken verändert sich in der 3DDarstellung der Abstand zur Wand. Durch das Heranzoomen und freies Drehen der 3D-Steigleiter sind solche Details gut sichtbar. „Unser 3D-Konfigurator zeigt die Steigleiter mit sämtlichen Details, sodass der Benutzer eine reale Vorstellung vom späteren Einbau auf seiner Baustelle oder in seiner Industrieanlage bekommt“, betont Markus Nowak, der Leiter Vertrieb Steigtechnik bei HymerLeichtmetallbau. Ist die Steigleiter konfiguriert, wird automatisch im Hintergrund ein Angebot erstellt: Sämtliche Auswahlparameter und Bemaßungen sind nochmals auf einen Blick nachvollziehbar. Gleichzeitig wird der Nettopreis ermittelt und das Angebot lässt sich speichern. Anschließend kann mit dem Bestell-

Kundenspezifische Lösungen

. LÄ U F

Steigleitern in 3D

Der Konfigurator bildet einen Großteil aller möglichen Steigleitervarianten bereits im Standard ab - trotzdem gibt es natürlich immer auch Sonderwünsche.

Durch sein schlankeres Getriebe ermöglicht das noch kompakter gewordene Hochmomentschraubermodell RTP 4100C den Zugang zu engen Schraubstellen, die sonst kaum zu erreichen sind. Außerdem punktet das Gerät mit einem universellen 1-Zoll-Vierkantabtrieb. Bild: Atlas Copco Tools

lösen oder anziehen kann. Gerade wenn es eng wird, kann der Schrauber mit einer weiteren Besonderheit punkten, der sogenannten Swivelling-Funktion, bei der Motor und Getriebe frei drehbar sind. Hierdurch wird das Werkzeug wendiger und lässt sich einfacher auf der Verschraubung posi-

A LL E S

Startet man die Online-Anwendung, kann man zwischen vier Steigleitervarianten auswählen: für bauliche Anlagen, für Maschinen und maschinelle Anlagen sowie für Bestandteile von Leitern für Industrieanlagen und Notleitern der Feuerwehr und Fluchtwege. Ob die konfigurierte Leiter der geforderten Norm entspricht, darüber muss sich der Anwender aber keine Gedanken machen im Konfigurator sind nämlich sämtliche Komponenten nach den entsprechenden DINNormen hinterlegt.

tionieren. Das erleichtert gerade unter beengten Platzverhältnissen die Montage und der Bediener kann die für ihn bequemste Arbeitshaltung einnehmen. Zudem gewährleistet ein „Dual Safety Trigger“ genannter Startmechanismus, dass im Betrieb beide Hände am Werkzeug sind, um sie von potenziellen Gefahrenbereichen oder Quetschstellen fernzuhalten. Der RTP-Hochmomentschrauber wird unter anderem in einem Set angeboten und zwar im sogenannten „Produktivitäts-Kit“ mit durchflussoptimierter Druckluftwartungseinheit, Schlauch, Kupplungen und Momentenstütze aus Stahl. Das gewünschte Drehmoment des RTP wird über den Luftdruck eingestellt, was mit dem im Kit enthaltenen Druckregler und Manometer laut Hersteller besonders einfach und zuverlässig funktioniert. www.atlascopco.com

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Werkzeuglos sicher arretieren Kleine Komponenten mit großem Mehrwert: Die Evolution der Arretierbolzen Normelemente und Bedienteile wie Klemmhebel, Griffe, Schnellspanner, Kugelsperrbolzen und federnde Druckstücke sind in der Regel eher unauffällige Komponenten. Sie sind aber unabdingbare Bestandteile jeder automatisierten Anlage, jedes Roboters und jeder Maschine und tragen zu einer optimalen Funktionalität bei. Wie viel Know-how in solchen Komponenten stecken kann, zeigt exemplarisch die Evolution der unterschiedlichen Arretierbolzen, die der Herstellers Kipp im Angebot hat - darunter auch ein Arretierbolzen mit integriertem Sensor. Das Programm dieses Herstellers umfasst nach eigenen Angaben derzeit 45.000 Teile und wird ständig um weitere Lösungen ergänzt.„Neue Produkte entwickeln wir komplett im Haus. Dank der hohen Fertigungstiefe und der lückenlosen Qualitätssicherung entstehen dabei hochwertige Komponenten“, betont Kai-Patrick Dahlhaus, Leiter Entwicklung bei Kipp. Ein gutes Beispiel dafür sind die Arretierbolzen, die in rund 1.300 Ausführungen in unterschiedlichen Größen, Formen, Betätigungsarten, Präzisionsstufen und Materialien bei diesem Hersteller erhältlich sind. Zudem werden auf Anfrage sogar Sonderausführungen realisiert. „Trotz der Bandbreite an bereits verfügbaren Produkten gibt es in diesem Bereich nach wie vor Potenzial für Innovationen“, erklärt Dahlhaus und führt aus: „Da der Maschinenbau sich ständig weiterentwickelt, ändern sich auch die Anforderungen bei der Positionierung und Fixierung von Bauteilen.“ Ganz grundsätzlich kommen Arretierbolzen überall dort zum Einsatz, wo schnelles Lösen, Verstellen und Arretieren von Komponenten gefragt ist. Zum Beispiel in Schwenk- oder Drehvorrichtungen sowie bei der Anschlagpositionierung. Es handelt sich um genormte Rasteinheiten, mit deren Hilfe sich Maschinenelemente nach Ausfahren des Bolzens in eine neue Position bringen und anschließend wieder zuverlässig fixieren lassen. Neben der leichten Handhabung sind vor allem die Langlebigkeit und Qualität der Bauteile von Bedeutung: Wichtig sind ein exakter Lauf und eine sichere Rastung in der Endlage - unabhängig davon, ob der Bolzen in das vorhandene Gewinde eingeschraubt oder als glatte Ausführung angeschweißt wird. So haben auch stärkste Querkräfte während der Anwendung keine Chance und eine andere Arretierstellung kann erst nach handbetätigtem Ausfahren des

„Mit unseren Entwicklungen im Bereich Spanntechnik, Normelemente und Bedienteile setzen wir Maßstäbe im Markt“, ist Kai-Patrick Dahlhaus, Leiter Entwicklung bei Kipp, überzeugt. Er ergänzt: „In unserem Werk entstehen Lösungen, die entscheidend zur Effizienzsteigerung in Produktionsanlagen auf der ganzen Welt beitragen.“ Bilder: Kipp

Bolzens eingenommen werden. Ein Arretierbolzen besteht immer aus folgenden Komponenten: Hülse, Griff, Arretierstift und Feder. Standardwerkstoffe sind Stahl und Edelstahl, bei den Griffen ist auch Kunststoff möglich. „Grundsätzlich gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Bauformen“, erläutert Dahlhaus. „Dazu zählen Modelle mit und ohne Bund, Gewindesicherung bzw. Kontermutter, kurze und lange Ausführungen sowie verschiedene Griffvarianten.“ Die hohe Varianz gewährleistet, dass die Komponenten unterschiedlichste Anforderungen erfüllen können. Weil es sich um standardisierte Bauteile handelt, sind sie zudem jederzeit untereinander austauschbar. Für Anwendungen, bei denen der Arretierstift im eingefahrenen Zustand zeitweise verharren soll, eignen sich Modelle mit Rastnut. Dafür zieht man den Bolzen und dreht ihn um 90 Grad. In dieser Position sitzt er auf dem Sechskant auf, bis er durch erneute Drehung wieder zurückfährt. Das hat Vorteile, wenn Gehäuse mit mehreren Arretierbolzen fixiert sind, die sich manuell von einer Person gar nicht gleichzeitig erreichen lassen.

Diese Arretierbolzen mit Anlaufschräge erlauben eine Arretierung, ohne den Griff ziehen zu müssen.

Der Bediener kann bequem einen Bolzen nach dem anderen lösen, ohne alle Griffe in ausgefahrenem Zustand festhalten zu müssen. „Die Schienenführung einer Spritzgussmaschine gehört beispielsweise zu den Anwendungsbeispielen“, erklärt Dahlhaus. „Hier fixieren die Komponenten den Schienenwagen. In gelöstem Zustand rastet der Bolzen im wahrsten Sinne des Wortes auf der Nut und der Wagen kann sich bewegen.“ Bei einer Wandstärke von 1 bis 5 Millimetern eignen sich Arretierbolzen auch für dünnwandige Teile. Beispiele hierfür sind Blechgehäuse von Schaltschränken oder Maschinenabdeckungen. Außerdem hat der Hersteller auch Premium- bzw. Präzisions-Arretierbolzen im Programm: Sie unterliegen engeren Fertigungstoleranzen als der Standard, sodass der Bolzen exakter positioniert werden kann. Wichtig

Arretierbolzen kommen dort zum Einsatz, wo ein schnelles Lösen, Verstellen und Arretieren von Komponenten notwendig ist.

Anlaufschräge am Bolzen, die verdrehgesichert ausgeführt ist, erlaubt eine selbsttätige Ausrückung des Bolzens durch einseitige Querkräfte. Der Verdrehwinkel ist im Raster von 60 Grad einstellbar und die Entriegelung erfolgt wie gewöhnlich durch Ziehen des Griffs. Drittens wurde ein pneumatischer Arretierbolzen in das Programm aufgenommen, welcher die Automatisierung des Vorgangs ermöglicht: Der Bolzen wird durch Anlegen von Druckluft betätigt, die Rückstellung erfolgt nach Trennung der Luftzufuhr durch eine Druckfeder. Anwendung findet das Modell beispielsweise in getakteten Fertigungsanlagen oder Montageeinrichtungen sowie bei

Clever: Über einen Bowdenzug können Anwender mit diesem Arretierbolzen aus der Ferne Maschinenteile positionieren und feststellen.

ist das in allen Situationen, in denen eine gute Wiederholgenauigkeit benötigt wird. Diese Produkte zeichnen sich durch einen exakten Lauf in der Führung und eine sichere Rastung in der Endlage aus. Bei Kipp sind sie in konischer und zylindrischer Ausführung aus Stahl oder Edelstahl erhältlich. Alle Bolzen verfügen über einen Thermoplast-Pilzgriff.

Sicher verriegeln auch mit Druckluft Im Jahr 2019 erweiterte das Unternehmen sein ArretierbolzenSortiment dann um drei zusätzliche Typen: erstens ein Modell mit Verriegelung, das eine einfache Handhabung verspricht. Durch Betätigen des Druckknopfs erfolgt die Verriegelung; ein roter Entriegelungsknopf ermöglicht das praktische Lösen und Verändern der Arretierstellung. Zweitens präsentierte Kipp Arretierbolzen mit Anlaufschräge. Die

sicherheitsrelevanten Anwendungen - ohne manuelles Entriegeln.

Bedienung aus der Ferne Für ähnliche Szenarien ist der Arretierbolzen mit Fernbetätigung konzipiert, der erst vor Kurzem auf den Markt kam. Dieses Modell eignet sich nach Herstellerangaben für unzugäng-

liche Bauräume, in denen das Handling erschwert oder eine sichere bzw. ergonomische Bedienung mit Distanz erforderlich ist. Aus der Ferne können Anwender damit Maschinenteile positionieren und feststellen. Die Kopplung mit der Bedienerseite erfolgt hierbei über einen Bowdenzug, dessen Länge zwischen 1.000 und 5.000 Millimetern variiert. Um die Passgenauigkeit zu gewährleisten, lässt sich der Seilzug bei der Montage entsprechend kürzen.

Integrierter Sensor Neu ist außerdem ein Arretierbolzen mit einem integrierten Sensor, der den Betätigungszustand erfasst. Das Signal wird im Pilzgriff verarbeitet und drahtlos an die Maschinensteuerung oder an ein mobiles Endgerät übertragen. Zur Anbindung an die Steuerung wird das passende Gateway angeboten. Die Energieversorgung erfolgt über eine austauschbare Knopfzelle. „Der Anwender fragt zentral ab, ob der Bolzen gezogen ist oder nicht“, erklärt Dahlhaus und fährt fort: „Das ist bei sicherheitsrelevanten Bauteilen von besonderer Bedeutung.“ Über eine Maschinensteuerung lässt sich z.B. festlegen, dass der Bearbeitungszyklus erst dann beginnt, wenn alle Bolzen an der richtigen Stelle sind. Das Modell mit Zustandssensor gehört zur Produktlinie Feature grip, deren Besonderheit im Verbau integrierter elektromechanischer und sensorischer Elemente liegt. Sie geben Rückmeldung zu bestimmten Parametern oder Zuständen und gewähren damit Prozesssicherheit, die im Maschinenbau immer wichtiger wird. www.kippwerk.de

Normelemente können innovativ sein, wie die Arretierbolzen dieses Herstellers zeigen.


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Was man über technische Federn wissen sollte Klein, unscheinbar, aber von großer Bedeutung und immenser Vielfalt Was bedeutet der Begriff „technische Federn“? Welche Metallfederarten sind damit gemeint? Für welche Kraftzustände und Anwendungen werden sie verwendet? Diese Fragen klären die Experten von Gutekunst Federn, einem Hersteller von technischen Federn aus Runddraht, und Gutekunst Formfedern, einem Hersteller von technischen Federn aus Flachmaterial. Dabei gehen die Experten auch auf weitere Eigenschaften von technischen Federn ein. Ganz grundsätzlich bezeichnet der Begriff technische Federn alle Metallfedern, die in technischen Anwendungen eingesetzt werden. Ihre besondere Eigenschaft ist ihre reversible Formänderung bei Belastung. Ermöglicht wird dies durch die spezielle Formgebung und den verwendeten Federwerkstoff. Die Grundtechnik aller technischen Federn beruht also auf ihrem Vermögen, potenzielle Energie zu speichern und diese kontrolliert in kinetische Energie umzuwandeln und umgekehrt. Nachfolgend ein paar Beispiele, für welche Kraftzustände häufig technische Federn eingesetzt werden: Rückstellkraft: Die Federkraft wird hierbei als Gegenkraft eingesetzt, um die bewegte Masse in die vorherige Ruhelage zurückzuführen. Diese Rückstellkraft ist die häufigste Anwendung von technischen Federn. Sie wird von Formfedern, Flachfedern, Druckfedern, Zugfedern und Schenkelfedern in gleichem Maße bereitgestellt. Haftkraft: In kraftschlüssigen Verbindungen stellen Sicherungs- und Federscheiben Druck- und Haftkräfte bereit, die einer ungewollten Lockerung, zumeist von Schrauben und Muttern, entgegenwirken. Ausgleichskraft: Bei Form-, Maß- oder Positionsänderungen anderer Bauteile werden technische Federn oft verwendet, um einen Ausgleich zu schaffen oder die elektrische Verbindung aufrechtzuerhalten. Hierfür eignen sich je nach Aufgabe Formfedern, Flachfedern, Kontaktfedern, Druck- oder Schenkelfedern. Gewichtskraft: Die Feder wird zur gleichmäßigen Lastverteilung zwischen Körpern genutzt. Ein Beispiel, das jeder kennt, ist die Federkernmatratze, die

diese Gewichtskraft mit speziellen konischen Druckfedern bereitstellt. Antriebskraft: Durch die Vorspannung einer technischen Feder wird Energie gespeichert, die dann bei Entspannung freigesetzt wird und bewegliche Geräte antreibt. Mit Spiralfedern werden beispielsweise mechanische Uhren angetrieben oder flexible Hundeleinen eingerollt. Schwingungsund Dämpfungskraft: Mit der Aufnahme von kinetischer Energie durch eintreffende Kräfte oder Stöße verformt sich die technische Feder. Beim Ausschwingen der Masse wird diese kinetische Energie wieder in potenzielle Energie umgewandelt. So sorgen beispielsweise Blattfedern für eine sichere Ladung vor einwirkenden Kräften und Stößen.

Federentwicklung Das Ziel bei der Neuentwicklung einer technischen Feder ist es, für die gegebene Anwendung eine Feder zu finden, die unter Berücksichtigung aller Umstände perfekt passt. Funktion, Form und Abmessungen müssen dabei so gewählt werden, dass die technische Feder die geforderte Federarbeit optimal erfüllt. Dabei spielen verschiedene Faktoren in der Federentwicklung eine wichtige Rolle - etwa, welche Aufgabe die technische Feder erfüllen muss, welche Federbewegung gewünscht ist, wie groß der vorhandene Bauraum ist und welche Anschlussbauteile vorliegen. Dazu kommen Eigenschaften und Besonderheiten aus der Gesamtkonstruktion und aus den Einsatzbedingungen. So sind oft Korrosionsbeständigkeit, elektrische Leitfähigkeit oder eine möglichst wirtschaftliche Ferti-

gung zu berücksichtigen beziehungsweise Grundlage der Federnkonstruktion. Allgemein gilt es, für technische Federn folgende Anforderungen zur Federentwicklung zusammenzuführen: Aufgabe und Funktion: Wofür wird die technische Feder eingesetzt (Medizintechnik, Lebensmitteltechnik, Elektrotechnik etc.) und welche Funktionen - wie Kraftzustand, Kraftentfaltung (Federkennlinie) und eventuelle Zusatzfunktion (elektrisch leitend, unmagnetisch, isolierend, säurebeständig etc.) - werden benötigt? Einbausituation und Einbauraum: Wie erfolgt die Krafteinleitung (Druck-, Zug-, Torsionsoder Biegespannung) und welcher Einbauraum steht hierzu zur Verfügung? Federnart und Federform: Welche Federnart ist für die Aufgabe geeignet und mit welcher Federnform kann dies im vorhandenen Einbauraum realisiert werden? Benötigte Kräfte und Federwege: Welche Federkräfte werden bei bestimmten Federwegen oder -längen benötigt? Einsatztemperatur und Umgebung: Bei welcher Einsatztemperatur und in welcher Umge-

Flachfedern, Formfedern und Blattfedern nach Zeichnung, CAD-Daten oder für bestimmte Anwendungen liefert Gutekunst Formfedern.

bung (Luft, Salzwasser, Motoröl etc.) wird die technische Feder eingesetzt? Belastungsart und Lebensdauer: Welche Belastungsart liegt vor (statische konstante Belastung oder dynamische Belastung mit veränderlichen Beanspruchungen und Hubspannungen)? Für welche Gesamtlebensdauer soll die technische Feder angefertigt werden? Damit sind die Grundlagen für technische Federn gelegt, doch die Thematik ist deutlich komplexer. Das zeigt sich schon daran, dass allein Gutekunst Federn - das Unternehmen mit Hauptsitz in Pfalzgrafenweiler in BadenWürttemberg und fünf weiteren Niederlassungen in Deutschland und Frankreich ist auf die Entwicklung und Fertigung von

Technische Federn werden in nahezu allen Branchen eingesetzt, beispielsweise im Maschinenbau, in der Elektro- und Medizintechnik, der Lebensmittelbranche, der Luft- und Raumfahrt. Sie erfüllen vielfältige Aufgaben. Technische Federn wie Formfedern, Flachfedern, Flachformfedern, Kontaktfedern, Druckfedern, Zugfedern und Spiralfedern werden dabei als Speicherelemente, Messelemente, Schwingungselemente, Ruheelemente und Lagerelemente verwendet. Bilder: Gutekunst

ENERGIEWENDE MIT H2-TECHNOLOGIE KLINGER®-Dichtungen sind dabei Die Federkennlinie - hier diverse Kennlinien im Überblick - visualisiert die Belastung der Feder im Verhältnis zum Weg. Dabei gilt: Je steiler die Kennlinie, desto geringer ist bei einer gleichen Belastung die Verformung. Bei einer linearen Federkennlinie sind die Belastung und die Verformung zueinander proportional. Das bedeutet: Aus der doppelten Federkraft folgt auch der doppelte Federweg.

Druckfedern, Zugfedern, Schenkelfedern sowie Befestigungsteilen und Drahtbiegeteilen aus Federstahldraht spezialisiert - ein Lagerprogramm mit 12.603 Federbaugrößen betreibt. Zudem fertigt das Unternehmen nach eigenen Angaben jede gewünschte individuelle Metallfeder bis 12 Millimeter Drahtstärke in Kleinmengen und Großserien. Gefertigt werden beispielsweise individuelle Formfedern, Flachfedern, Blattfedern, Kontaktfedern, Stanzteile, Stanzliegeteile, Laserteile, Federklammern und Rechteckfedern. Das Programm zur Federnberechnung WinFSB und der CADDatengenerator runden das Angebot des Federnherstellers ab. www.federnshop.com www.gutekunst-federn.de www.formfedern.com

Germany

KLINGER GmbH Rich.-Klinger-Straße 37 D-65510 Idstein T + 49 61 26 4016 - 0 F + 49 61 26 4016 - 11 mail @ klinger.de

www.klinger.de


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MESSEN & EVENTS

www.b-und-i.de

TecTalk: Energieeffizienz in vernetzten Gebäuden Mit dem TecTalk möchte Danfoss ein neues Livestreamingformat zu aktuellen Themen der Gebäudetechnik etablieren. Das neue Format ist als digitales Forum für Planer und Systemintegratoren sowie Ingenieure und Gebäudeverwalter konzipiert. Es soll Raum für sachliche Information und den persönlichen Austausch zwischen Spezialisten aller Fachrichtungen des Gebäudesektors bieten.

Die Auftaktveranstaltung am 23. Februar 2021 richtet den Fokus auf Energieeffizienz in vernetzten Gebäuden. Die Veranstaltung gliedert sich in zwei Teile und stellt zunächst die Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HLK) in den Mittelpunkt. Thematischer Schwerpunkt der zweiten Veranstaltungshälfte sind übergeordnete Fragen der Gebäudeleittechnik. www.danfoss.com

Intec und Z finden jetzt digital statt

Neues Messeformat: automatica sprint

Das Messe-Duo aus Intec und Z wird aufgrund der Pandemielage und den verbundenen Einschränkungen vom 2. bis 4. März 2021 unter dem Motto „Intec und Z connect“ in diesem Jahr ausschließlich digital stattfinden. Herzstücke werden eine Produktshow der Aussteller in Form eines virtuellen Showrooms, ein Onlinekongress und eine digitale Networkingplattform sein. Die nächste Intec und Z als Präsenzveranstaltung finden dann vom 7. bis 10. März 2023 statt. www.intec-messe.de www.zuliefermesse.de www.leipziger-messe.de

Während die reguläre automatica erst wieder 2022 stattfindet, feiert die automatica sprint vom 22. bis 24. Juni 2021 auf dem Münchner Messegelände Premiere. Mit klarem Fokus auf Kundendialog und Maschinen zum Anfassen ist das Event eine zeitgemäße Antwort auf die aktuelle Situation. Dabei ist sie eine der ersten Chancen für die Community, sich wieder persönlich zu treffen. Rahmenbedingungen wie feste Standgrößen, ein einheitlicher Standbau, zentrales Catering und vereinfachte Prozesse reduzieren den Messevorlauf für Aussteller. www.automatica-munich.com

Logimat erst wieder im März 2022 Eigentlich hätte vom 22. bis 24. Juni 2021 in Stuttgart die Logimat, die internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement stattfinden sollen. Nun hat der Veranstalter bekannt gegeben, dass die Messe verschoben wird. Der Veranstalter, die Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH, hat entschieden, die Messe auf den 8. bis 10. März 2022 zu verlegen. Der Veranstalter arbeitet derzeit nach eigenen Angaben an einem digitalen Konzept, damit sich Besucher und Aussteller auch in diesem Jahr noch virtuell treffen können. „Ein Ende der Reisebeschränkungen, so wie sie heute bestehen, ist aufgrund der Impfsituation und der Mutationen nicht absehbar. Wir müssen darauf rechtzeitig reagieren. Unsere Aussteller brauchen Planungssicherheit, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben ist“, erklärt Michael Ruchty, Messeleiter der Logimat. Er ergänzt: „Ob die Präsenzveranstaltung im Juni in vollem Umfang stattfinden könnte, ist aus heutiger Sicht unklar.” www.logimat-messe.de

Februar 2021

maintenance Dortmund soll im Mai stattfinden Die eigentlich für Februar geplante Instandhaltungsfachmesse maintenance Dortmund wurde noch im Dezember des vergangenen Jahres aufgrund der aktuellen Corona-Lage verschoben. Als neuen Termin für Deutschlands Leitmesse der industriellen Instandhaltung hat die Messeleitung des Veranstalters easyfairs nun den 19. und 20. Mai 2021 festgelegt. Die Pumps & Valves, die zeitgleich mit der Instandhaltungsfachmesse stattfinden soll, wurde ebenfalls auf den neuen Termin im Mai verlegt.

Ob dieser Termin zu halten sein wird, muss sich zeigen - auch wenn die Messeleitung unter dem Slogan „The safest place to meet” ein entsprechendes Schutz- und Hygienekonzept vorgelegt hat. Das Konzept fußt laut Veranstalter auf den für Messen erlassenen Hygiene- und Infektionsstandards der CoronaSchVO für NRW. Dass Fachmessen auch in diesen Zeiten abgehalten werden können, zeigt beispielsweise die all about automation, die Ende September 2020 erfolgreich in Chemnitz stattgefunden hat. www.maintenance-dortmund.de

Ob die maintenance Dortmund im Mai stattfinden kann, lässt sich derzeit nicht seriös beantworten. So wie im vergangenen Jahr wird es aber sicherlich nicht sein. Bild: B&I

B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 1 (Februar 2021)  

BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Die branchenübergreifende Zeitung für Produktions- und Produktivitätsverantwortliche in der Industrie. Mit...

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