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Donnerstag, 10. März 2016

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Ewige Ruhe im Wald

Bald wohnlicher?

Immer mehr Menschen möchten ausserhalb eines Friedhofes zur letzten Ruhe gebettet werden. Im Waldreservat «Himmlische Eichen» ist dies möglich.

Das Dorf Schafisheim leidet unter dem Lärm der Kantonsstrassen. Geplante Massnahmen sollen die Anwohner besser vor Lärm schützen.

«Das Schreiben hat in mir geschlummert» www.ruegel-seengen.ch

Nach einem Schlüsselerlebnis hat die 44-jährige Beata Kalo aus Seengen zum ersten Mal zur Feder gegriffen, seither sprudeln die Worte aufs Papier. Anfang Februar ist ihr erstes Buch erschienen.

Frauenparkplatz

Melanie Solloso

E

s ist Samstagmorgen, eine Mittvierzigerin mit auffällig kurzen, braunen Haaren sitzt im Café der Bäckerei Studler in Seengen. Der Kugelschreiber in ihrer Hand gleitet über das Papier, das vor ihr liegt. Geschirr klappert, Menschen plaudern. Die Tasse Kaffee neben der Frau ist längst kalt geworden. «Wenn ich schreibe, vergesse ich alles um mich herum», sagt Beata Kalo, frischgebackene Buchautorin aus Seengen. Am 27. Februar stellte sie ihr erstes Buch namens «Die Stunde der Entlarvung» in der Alten Schmitte der Öffentlichkeit vor. Innerhalb von fünf Monaten hat Kalo die 270 Seiten starke Geschichte auf Papier gebracht. Und das nicht etwa hauptberuflich; die ausgebildete Kinderbetreuerin schrieb ausschliesslich in ihrer Freizeit. Dass sie einmal Bücher schreiben wird, hätte sich Beata Kalo als Jugendliche nie erträumt. Ihre Berufung zum Schreiben entdeckte sie erst vor zwei Jahren und nach Umwegen. Zuerst schlug sie den Weg in den Verkauf ein und war viele Jahre Verkaufsberaterin. Dass sie zuerst diesen anderen Weg eingeschlagen habe, sei schon ein bisschen schade, aber müsse wohl so sein, meint sie pragmatisch. Trotzdem möchte sie «die lehrreiche Zeit» nicht missen. Familie, Liebe und Alltagsroutine Als Kind ungarischer Einwanderer kam Beata Kalo mit neun Jahren in die Schweiz. Am Anfang war ihr alles fremd, auch die Sprache. Doch schon da machte sich ihr Faible für Sprachen bemerkbar. «Deutsch lernte ich sehr rasch.» Das Alemannische sei einfacher als ihre Muttersprache, auch die Grammatik. Heute ist sie in der deutschen wie auch in der ungarischen Sprache zu Hause und stolze Doppelbürgerin. Die

Salzkorn

Beata Kalo, die frischgebackene Buchautorin aus Seengen, frisch am Werk. (MS) ungarischen Wurzeln prägen die 44-Jährige, die sich selbst als fröhlich, aufgeschlossen und gesellig beschreibt. Diese Eigenschaften öffnen ihr die Augen für ihre Mitmenschen. «Menschen sind für mich Inspiration.» Sie erschliessen Kalo die Themen für Buchstoff: Familie, Liebe und Alltagsroutine sind die Dinge, die sie gerne aufgreift. «Schliesslich gibt es auch im wirklichen Leben nicht jeden Tag ein Highlight», begründet sie. Und sie verrät grad auch noch die richtigen Zutaten für ein gutes Buch: «Spannung, ein bisschen Humor, Erotik und natürlich eine Prise Drama dürfen nicht fehlen.»

«Menschen sind für mich Inspiration.» Beata Kalo, Buchautorin Beata Kalo hat das Glück, dass sie sich um genannte Inhalte nicht bemühen muss. Am 8. Mai 2014 begann sie zu schreiben, aber auch zu malen, just nachdem sie sich die schulterlangen Haare raspelkurz geschnitten hatte. Von der Haarpracht befreit, kam die Inspiration, und die sprudelt seither unaufhörlich. Dinge wie «Schreib-

stau» sind ihr fremd. «Das Schreiben hat in mir geschlummert und jahrelang gereift», erklärt sie und veranschaulicht: «Die Wörter kommen wie von selbst, als würde ich einen Text abschreiben.» Ihr erstes Buch hat Kalo nicht geplant, sondern einfach drauflosgeschrieben. Mit der Zeit wusste sie, wie es endet, mehr nicht. So liess sie sich genügend Spielraum für Spontanität. «Am liebsten lasse ich die Worte einfach fliessen.» Ein Buchprojekt mit fixer Seitenzahl oder vorgegebenem Inhalt kann sie sich deshalb nicht vorstellen. «Dafür bin ich zu freiheitsliebend», sie verwirft die Hände in entgegengesetzte Richtungen. In Seengen die Berufung gefunden Mitten im Gewühl kann Kalo schreiben. Aber am liebsten auf dem Sofa und von Hand, aber auch im Freien, am See. – «Wasser inspiriert mich», sie lächelt, ihre graublauen Augen leuchten. Gerade deshalb fühle sie sich in Seengen so wohl. Vor vier Jahren ist sie hierher gezogen. Und hier hat sie ihre Berufung gefunden. Heute steht für sie fest: Schreiben soll an erster Stelle stehen. Sie möchte ihre Berufung zu ihrem Hauptberuf machen. Die Themen für die nächsten acht Bücher seien bereits gesetzt, sagt sie. Für die Zukunft vorgenommen hat sie sich aber ganze 30 Buchprojekte.

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Ein Anruf lohnt sich!

In einzelnen Parkhäusern gibt es die gute Einrichtung der Frauenparkplätze. Den Einwand meines Sohnes: «Die sind sicher besonders breit», habe ich bei der Diskussion absichtlich ignoBeatrice Strässle riert. Frauen und Einparken, da stehen wir doch mittlerweile drüber. Nicht die Breite ist das Gute, sondern die Tatsache, dass sie nah am Ausgang liegen und meist noch von aussen her einsehbar sind. Also ein Minimum an Sicherheit bieten. Ich staunte kürzlich, wie viele Frauen des Abends im Ausgang sind, weit und breit kein freies Plätzchen mehr, auch kein schmales. Und siehe da, ist da nicht ein Mann, der sich federnden Schrittes seinem Gefährt nähert? – Wohlgemerkt auf einem Frauenparkplatz. Das kann nicht sein, und als Person, die an das Gute im Menschen glaubt, muss ich annehmen, dass sich dieses Wesen als Mann verkleidet hat oder auf dem Weg zum Frausein ist. Chapeau, dass er sich auf diese Weise outet. Mit diesen Aussagen trat ich prompt ins familiäre Fettnäpfchen, mein Sohn plädierte nun lauthals für die Gleichbehandlung beider Geschlechter, führte die Wehrpflicht ins verbale Gefecht und ärgerte sich über die Damen, welche bei Grossandrang der öffentlichen WC-Anlagen diejenigen der Männer aufsuchen. Wenn nicht der feine Znacht vor dem Erkalten mit Messer und Gabel hätte gerettet werden müssen, wäre die Diskussion ins Uferlose abgedriftet. Natürlich war ich über diese Meinungsäusserung etwas konsterniert. Ob wohl meine unermüdlichen Sensibilisierungsversuche für die Frauenanliegen nichts gefruchtet haben? Im Gegenteil – «meine Männer» wissen halt einfach, wo der Knopf gedrückt werden muss, um mich in Rage zu bringen. Und sie amüsieren sich jedes Mal köstlich darüber. Ihnen seis gegönnt. Beatrice Strässle, Redaktionsleiterin beatrice.straessle@azmedien.ch

Aktuell: Frische Bärlauchwürstli


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