Donnerstag, 23. Juli 2015
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PP 5600 Lenzburg 1, Nummer 30/31, 116. Jahrgang Amtliches Publikationsorgan für den Bezirk Lenzburg und angrenzenden Gemeinden
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Wo bleibt der Strom? Wasserverbund
Zu heiss oder nicht?
Ein neues Kleinwasserkraftwerk in Lenzburg hätte seit Mai Strom produzieren sollen. Im Moment hapert es noch an der Steuerung.
Die Temperaturen klettern seit Anfang Juli oft über die 30-Grad-Marke. Der LBA hat nachgefragt, ob das bei der Bevölkerung ankommt.
Birrwil steht mit der Wasserversorgung noch auf eigenen Füssen. Die Wassernetze Birrwil und Beinwil am See sollen verbunden werden.
Sie, Herr Landvogt . . . Eine Frau wird in flagranti beim Stehlen erwischt und an den Pranger gestellt. «Die Burg im Festfieber» entführt Schlossbesucher mit solchen Szenen ins 15. Jahrhundert. Der LBA war bei den Proben dabei. Melanie Solloso
E
ine Magd im braunen Leinenkleid und weisser Haube erklimmt die steilen Stufen Richtung Schloss Lenzburg, in der Armbeuge ein Korb. Immer wieder macht sie Pausen im wohlgesuchten Schatten, ermüdet durch die Hitze, die die Luft über den Steintreppen zum Flimmern bringt. Vor dem Schlosstor bleibt die Magd stehen, dreht sich um, und just hält wieder das 21. Jahrhundert Einzug: Sie trägt eine dunkle Sonnenbrille. «Der Gesundheit zuliebe», begründet sie den Stilbruch. Beatrice Aeberli aus Lenzburg hat sich am Montag, zusammen mit 30 anderen Freiwilligen, in der Lenzburg eingefunden, um für «Die Burg im Festfieber» vom 24. bis am 26. Juli zu proben. Dann nämlich wird das Schloss Lenzburg wiederbelebt, gerade so, als wäre die Zeit am Ende des 15. Jahrhunderts stehen geblieben, als der Landvogt das Schloss für den hohen Besuch der Berner Amtsherren herrichtete. Es wird Bauern geben, die Lebensmittel in die Burg bringen, Mägde, die das Mahl zubereiten, Knechte werden beim Renovieren des Saustalls zur Hand gehen und die Adelsfamilie wird sich im Schlossgarten die Zeit vertreiben. Pro Tag sind jeweils zwischen 45 und 55 Freiwillige im Einsatz, nur 5 davon sind professionelle Schauspieler. Auch Mitarbeiter von Museum Aargau sind mit von der Partie. «Das Echo auf unsere Anfrage war gross», freut sich Thomas Frey, Kurator von Museum Aargau. «Viele wollten mitmachen.» Auch der Direktor von Museum Aargau, Jörn Wagenbach, übernimmt einen Part. Er verkörpert zur Abwechslung jemanden, der in der Hierarchie deutlich tiefer steht als im tatsächli-
Stilecht soll es sein: Proben im Schlosshof für «Die Burg im Festfieber». chen Leben, nämlich einen Knecht. Damit einher geht natürlich auch, dass ihm seine Arbeitskollegen Anweisungen geben dürfen. «Ich bin gespannt auf die neue Gruppendynamik, die sich daraus ergibt», sagt Wagenbach. Die Rolle hat er selbst ausgewählt. Am Montagnachmittag war auch er dabei und übte zusammen mit anderen Statisten den Schauspieleinsatz. Dabei standen nicht nur Rollenspiele auf dem Programm; es galt auch, einige Fragen zu klären wie: Was steht auf dem Menüplan? Oder: Wo wird der Pranger stehen? Und: Wie geht man mit Standeshöheren überhaupt um? Anreden wie «Sie» gab es damals nämlich noch nicht, stattdessen benutzte man «Euch». «Sie, Herr Landvogt wäre also fehl am Platz. Drehbuch mit 30 Rollen Damit das ganze Schauspiel stilecht daherkommt, haben zwei angehende Historiker jeder Figur im Schloss eine Rolle auf den Leib geschrieben. Beatrice Aeberli beispielsweise heisst Elisabeth und arbeitet als Hilfsmagd in der Küche, ihre Schwester ist eines der Waschweiber und hat ein Techtelmechtel mit einem Winzer. Vor den üblen Folgen solchen Tuns will Elisabeth ihre Schwester schützen und fordert das Publi-
kum auf, ihr dabei zu helfen. Die Besucher von Schloss Lenzburg können an den Burgfesttagen eintauchen in eine vergangene Zeit und aktiv mithelfen, den Burgalltag nachzuspielen. Handanlegen ist beispielsweise gefragt beim Saustallrenovieren, beim Abschreiben in der Schreibstube oder beim Wäschewaschen. In der Küche darf man von den Süssspeisen kosten. Auf ein stilechtes Treiben auf dem Schloss legen die Organisatoren zwar wert, drücken aber beim Essen für die Besucher ein Auge zu. «Gerstenbrei ist nicht jedermanns Sache», erklärt Frey. «Bratwürste sind da schon eher gefragt.» Am Ende vom Probetag wissen die Statisten auch, was sie für die Adelsfamilie kochen werden: Forelle steht auf dem Menüplan. Freitag, 24., bis Sonntag, 26. Juli, 10—17 Uhr, Schloss Lenzburg.
IN EIGENER SACHE Der Lenzburger Bezirks-Anzeiger, Der Lindenberg/Der Seetaler legen eine kurze Sommerpause ein. Am Donnerstag, 30. Juli, erscheint keine Ausgabe. Nächstes Erscheinungsdatum: 6. August. Wir danken für das Verständnis. Verlag und Redaktion
Salzkorn Saure Gurken Still ruht die Stadt im Sommerschlaf. Nach den turbulenten Tagen und Nächten in der Jugendfestwoche herrscht tote Hose. Wäre da nicht der «Generationenwechsel» bei den Sprücheklopfern, der auch noch post Heiner Halder festum für Gesprächsstoff sorgt und damit den Medien die «Saure-Gurken-Zeit» überbrücken hilft. Zuerst der böswillige Zensurverdacht den Ortsbürgern gegenüber, dann die – für Eingeweihte nicht überraschende – Enthüllungsstory, dass die Zensur nicht von den frechen Verseschmieden, sondern von angeblich beleidigten Betroffenen ausgeht. Eigentlich wäre das Jugendfest zur Integration aller Bevölkerungskreise gedacht und geeignet. Aber nur, wenn die Toleranz als Basis dient. Etwas mehr Gelassenheit und Humor wäre beiden Seiten zu wünschen! Der allgemeine Exodus Richtung Süden in den Schulferien scheint sich klimabedingt dieses Jahr in Grenzen zu halten. Jedenfalls lässt sich die Sonne unter Palmen auch in der Rathausgasse geniessen und schattige Terrassen sind gesuchte Destinationen, soweit das Gastgewerbe nicht auch Ferien macht. Sogar die Bar im Untergrund der Altstadt, welche bisher 365 Nächte im Jahr offen stand, ist «bis auf Weiteres» geschlossen. Die zahlreichen heimatlosen Stammgäste hoffen, dass dieser Sommerschlaf nicht zum Dauerzustand wird. Auch Ladenlokale lassen die Rollläden runter, einige von ihnen bleiben grad ganz geschlossen. Das eröffnet wenigstens der Damenbekleidungsbranche die Chance, als Lückenfüller das Angebot im Städtchen auszuweiten. Dass auch im baufälligen «Törli» eine solche Boutique Einzug hält, ist trotz der adrett bekleideten Schaufensterpuppe hinter den blinden Fenstern allerdings kaum zu vermuten. Es dürfte sich dabei wie die hitzigen Spruch-Nachwehen auch um eine Reminiszenz an das Jugendfest handeln. Heiner Halder, Lenzburg
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