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Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 24 280 I AZ 8910 Affoltern a. A.

aus dem bezirk affoltern I Nr. 52 I 169. Jahrgang I Freitag, 3. Juli 2015

Gefahr für Früchte

Baustellen im Visier

Kirschessigfliege: Bis jetzt gab es im Bezirk Affoltern nur wenige Schäden. > Seite 3

Bei Einbrüchen in drei Gemeinden wurden Maschinen gestohlen. > Seite 3

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Fast 150 Jahre An der Primarschule Affoltern wurden sechs langjährige Lehrkräfte verabschiedet. > Seite 7

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Wendung zum Glück Anne Rüffer las in in Hedingen aus ihrem Buch «Fräulein Franzen besucht das Glück». > Seite 8

Schon die Kelten haben Aeugst als Wohnort gewählt Beim Bau einer Wasserleitung wurden Keramikscherben und Werkzeug entdeckt Sein Arbeitgeber ist der Kanton Zug, doch auch in der Freizeit hält Grabungstechniker Johannes Weiss die Augen offen. So stiess er vor einigen Tagen in seiner Wohngemeinde Aeugst auf Fundstücke aus der Eisenzeit. ................................................... von thomas stöckli Die Scherben von handgeformter Keramik, die Johannes Weiss im abhumusierten Bereich für die neue Wasserleitung in Hänikon, Aeugst, entdeckt hat, hätten allein für eine Datierung kaum gereicht. Direkt am Rand des Grabens lag allerdings auch ein eiserner Tüllenmeissel. So konnte der Grabungstechniker den Fund der Eisenzeit zuordnen – also vor rund 2100 bis 2800 Jahren. Eisenfunde aus jener Zeit sind rar. Weshalb wurde das so wertvolle Metall in Aeugst zurückgelassen? Eine mögliche Erklärung liefert ein Keramikstück mit dem Abdruck von Rutengeflecht. Zu jener Zeit wurden die Hütten mit Lehm abgedichtet. Eine Erklärung für den gebrannten Lehm könnte somit sein, dass die Hütte einem Feuer zum Opfer fiel. Aller-

dings sei auch denkbar, dass das Stück in einem Ofen verbaut war, so Weiss.

Neun archäologische Fundstellen Eines zeigt das Keramikstück mit dem Geflecht-Abdruck mit Gewissheit: an dieser Stelle befand sich ein keltischer Siedlungsplatz. «Das kann ein Gehöft oder ein Weiler gewesen sein», erklärt Finder Johannes Weiss, der ganz in der Nähe wohnt. Die Kelten dürften auf dem fruchtbaren Land primär Ackerbau betrieben haben. Die Zone, in der Fundstücke zum Vorschein kamen, war immerhin 70 Meter lang. Das deutet auf mehrere Gebäude hin. Historische Funde sind in Aeugst übrigens keine Seltenheit, so hat Johannes Weiss bereits an acht anderen Stellen Überbleibsel aus längst vergangenen Zeiten entdeckt, unter anderem einen keltischen Armring aus Glas sowie diverse Funde aus römischer Zeit. Die Römer haben auch an der jüngsten Fundstelle ihre Spuren hinterlassen. Eine Schicht über den keltischen Funden lag das knapp fingernagelgrosse Stück einer «Terra sigillata» – ein typisch römisches Tafelgeschirr, wie es in Südfrankreich hergestellt wurde. «Das war das erste wasserdichte Geschirr», so Weiss.

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Am Alpen Grand Prix Die Volksmusikanten mit der Ämtler Fanbasis haben sich qualifiziert. > Seite 8

S-Bahn: Fahrgastzahlen steigen auch im Knonauer Amt Die Tagesfrequenzen auf der Ämtler S-Bahn-Linie sind auch im vergangenen Jahr gestiegen: So wurden an der Stadtgrenze von Zürich pro Werktag 20 190 Fahrgäste gezählt. Ein Jahr zuvor lag die Tagesfrequenz bei 19 750 Personen, im Jahr 2007 bei 17 179. Laut dem soeben erschienenen Geschäftsbericht des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) haben im vergangenen Jahr 620 Millionen Fahrgäste den öffentlichen Verkehr im Verbundgebiet benutzt – acht Millionen mehr als im Jahr zuvor. Der ZVV weist ein konstantes Wachstum auf: 1,2 Prozent – gleichviel wie 2013. Die Zürcher SBahn, die dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert, verbuchte 181 Millionen Fahrgäste. Das entspricht einer Zunahme von 3,5 Prozent. Bei den Regionalbussen ist die Entwicklung etwas abgeflacht; sie weisen ein Plus von einem Prozent auf. Im Weiteren ist das Defizit des ZVV mit 340,2 Mio. Franken so klein wie seit fünf Jahren nicht mehr. Weniger Aufwand hat dazu beigetragen. (pd./-ter.)

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Grabungstechniker Johannes Weiss zeigt den eisernen Tüllenmeissel (links) und das Keramikstück mit dem Abdruck von Rutengeflecht, die er im mittlerweile zugeschütteten Graben in Hänikon, Aeugst, entdeckt hat. (Bild Thomas Stöckli) «Was ich gerne finden würde, ist den Siedlungsplatz der Römer», verrät Johannes Weiss. Diverse Spuren deuten darauf hin, dass er im Bereich der heutigen Kirche liegen könnte. «Wenn

Sie schwitzen nicht in der Badi Ältere Menschen reagieren bei der che gilt die Grundregel: Viel und aus- lich ausschliesslich für Tee, Saft oder momentan herrschenden Hitzewelle giebig trinken und obwohl ein kühles Mineralwasser. (mm) empfindlicher und für eine ganze Bier bei über 30 Grad besonders gut ................................................... Reihe von Berufen bedeuten die jetzi- schmeckt, gilt diese Direktive natür- > Bericht auf Seite 9 gen Temperaturen eine zusätzliche Erschwernis. Der Arbeitsplatz auf dem Dach, in einer Backstube oder einer chemischen Reinigung wird bei der gegenwärtigen Wetterperiode zu einer veritablen Sauna. Auch Dachdecker auf den glühenden Dächern kommen ganz schön ins Schwitzen und Strassenbauer fühlen sich beim Belagseinbau wie in einem Glutofen. Ganze Schulklassen sehnen sich nach den früher üblichen Hitzeferien und flüchten ins Schwimmbad oder in kühle Wälder. Nicht nur Die Dachdecker Stefan Moser und Michael Moll arbeiten lieber an der prallen Sonne als im Regen. für Hitzeempfindli- (Bild Martin Mullis)

in der Nähe der Kirche gebaut wird, gehe ich sicher schauen», so der Grabungstechniker. ................................................... > Bericht auf Seite 5

Jonenbach in Affoltern dank Rückhaltebecken «gezähmt» Das Hochwasserrückhaltebecken am Jonenbach beim Eingang zum Jonental und am Ortsrand von Affoltern hat sich bei den zum Teil heftigen Regenfällen in diesem Frühjahr einmal mehr bewährt. Dabei wurde das Becken wie schon bei mehreren kleineren sowie dem kritischen Hochwasser von 2007 nicht einmal gross gefordert. Beim bisher stärksten Ereignis 2007 wurde das Becken zwar in relativ kurzer Zeit, aber selbst da lediglich zu zwei Dritteln der maximalen Stauhöhe gefüllt. Das damals erreichte Volumen des kurzzeitig zurückgehaltenen Wassers von 156 000 Kubikmetern entsprach nicht einmal der Hälfte des gesamten Rückhaltevolumens von 392 000 Kubikmetern und die Abflussspitze konnte von 24 auf 14 Kubikmeter pro Sekunde gedämpft und dosiert an den Bach weitergeleitet werden. «Aus Erfahrungen von früheren Hochwasserereignissen kann gesagt werden, dass dank des Beckens in Affoltern Schäden in Millionenhöhe vermieden werden konnten», resümiert die Zürcher Baudirektion dazu. Der Jonenbach ist damit sehr gut gezähmt worden.

................................................... > Bericht auf Seite 6

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