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Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 24 280 I AZ 8910 Affoltern a. A.

aus dem bezirk affoltern I Nr. 26 I 169. Jahrgang I Donnerstag, 2. April 2015

Dicke Post

In neuem Glanz

Neue ZVV-Fahrpläne: Bevölkerung mit etlichen Eingaben und Petitionen. > Seite 3

Bergwerk Riedhof, Aeugstertal: Frisch renovierter Gottertstollen ist am 4. April offen. > Seite 5

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Vielfalt Das Programm 2015 im Affoltemer Kellertheater LaMarotte verspricht Höhepunkte. > Seite 7

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Kunst und Passion Osterausstellung mit Werken des verstorbenen George Gessler im Kloster Gnadenthal. > Seite 10

Ostern – ein Weg der Verwandlung hier und jetzt Ostern will uns Wege aus dem ewigen Gejammer und dem Pessimismus zeigen wir uns oft selber oder andere eingegraben haben, für immer zu verlassen. Hans Wallhof schreibt in diesem Sinne Folgendes: «Immer wieder müssen wir aufstehen, auferstehen, um unseren Weg aus dem Dunkel ins Licht zu finden, aus Rätseln des Leidens in die Lösung eines grösseren Sinns, aus Versagen und Schuldgefühlen in die Befreiung eines Verzeihens, aus Tränen der Schwermut in die Freude der Erlösung, aus Sprachlosigkeit in den Trost der Worte, aus der Ungeduld des eigenen Herzens in die Offenheit der anderen, aus Verzagtheit der Vergangenheit in die Zuversicht der Zukunft.»

................................................... von pedro guerrero*

N

ur ein kleines Samenkorn ... das war der Titel einer Geschichte, die die Kinder in einer Sonntagsfeier hörten. Die Samenkörner werden vom Wind durch die Luft gewirbelt, und auf dieser «Reise» erleben die Samenkörner verschiedene Schicksale, z. B. fällt eines davon ins Meer, eines fällt in den heissen Sand der Wüste, ein anderes auf einen schneebedeckten Berggipfel, und das kleinste Samenkorn fällt auf eine Wiese, wo es zu einer riesengrossen, schönen Blume heranwächst, die von vielen bewundert wird. So naiv und doch so tief wie diese Erzählung in unseren Ohren klingen mag, so ist auch nicht selten unser Leben mit seinen Höhen und Tiefen. Wie viele Träume und Pläne liessen sich in unserem Leben einfach nicht realisieren, kurz gesagt, sind im KeiPedro Guerrero. me erstickt oder vom Wind weggeblasen worden, z. B. gingen wir mit grosser Freude und Hoffnung eine Beziehung ein, doch unsere Liebe und Erwartungen wurden nicht erfüllt, am Arbeitsplatz wird man vor lauter Neid und Egoismus gemobbt. In der Schule wird die Leistung nicht richtig bewertet. Eine Krankheit nimmt uns plötzlich den Boden unter den Füssen, oder der Verlust eines lieben Menschen stürzt uns in tiefe Trauer. Es gibt viele Situationen im Leben, in denen wir weder ein noch aus wissen. Auch in der Wirtschaft lassen sich die Wirkungen spüren, wenn man sich nur an Produktion und Konsum orientiert. In Angst und Orientierungslosigkeit fragen sich viele mit Recht: «Wohin steuert das Schiff der Menschheit?» Oder mit den Worten der Kindergeschichte ausgedrückt: «Wohin treibt der Wind die kleinen Samenkörner?» Keine Frage, in Situationen der Unsicherheit und Veränderung breiten sich Angst und Hoffnungslosigkeit aus, die durch die Massenmedien natürlich verstärkt werden, da diese sich oft nur auf das Negative konzentrieren. ...............................................................

Mein täglicher Weg heisst: Auferstehung oder: wenn die Verwandlung und das Leben das letzte Wort haben ............................................................... Am Ostermorgen geschah Ähnliches, denn das Herz der Frauen war

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«Stark wie der Tod ist die Liebe» (Hohelied 8) oder die endgültige Freiheit ............................................................... Aber was wird im Tod aus uns? Als ich meiner dreijährigen Tochter Aisha die Geschichte vom kleinen Samenkorn erzählte, fragte sie mich: «Papa, deine Schwester ist auch in der Erde begraben, wird sie sich auch in eine Blume verwandeln?» Ich antwortete: «Ja, sie ist schon eine schöne Blume geworden.» Was das Herz eines Kindes, ohne viele Überlegungen zu machen, denkt, war auch die Überzeugung der alten Ägypter, sie glaubten, die menschliche Seele sei wie ein goldener Vogel, der im Moment des Sterbens seine Flügel ausbreitet und seine endgültige Freiheit gewinnt, zurück in seiner Heimat unter den Sternen. Was für eine grosse Hoffnung und ein schönes Versprechen wartet doch auf uns alle!

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Bereit für 1. Ernstfall Rekrutentag für 32 Ämtler Feuerwehrleute in Hedingen. > Seite 11

Bonstetter Lärmstreit vor Gericht Immer mehr Menschen leben im Säuliamt miteinander. Wenn ihre Interessen auseinanderklaffen, kommt es manchmal zu Rechtsstreiten, wie beispielsweise bei der Schluck-Bar in Bonstetten. Es ist ein warmer Mittwochabend im Sommer und der ganze Freundeskreis hat sich im Garten versammelt, um gemeinsam das Halbfinalspiel der Champions-League zu schauen. In der 90. Minute fällt der Ausgleich für das von den Zuschauern unterstützte Team. Sie jubeln, fallen sich um den Hals – fiebern und feiern bis zum entscheidenden Schuss des Penaltyschiessens. Ein Nachbar muss am nächsten Morgen früh aufstehen und beginnt sich bereits um zehn Uhr zu ärgern – kurz vor Mitternacht kocht er, und an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Gerade in der Nachbarschaft von Gastrobetrieben sind solche Szenen keine Seltenheit. Im Fall der SchluckBar in Bonstetten wird ein Lärmstreit jetzt vor Gericht ausgefochten. (sals) ................................................... > Bericht auf Seite 9 anzeigen

* Pedro Guerrero ist Theologe/Gemeindeleiter der katholischen Pfarrei St. Josef und St. Antonius, Affoltern.

Ostern Ostererfahrung: das Negative hat nicht das letzte Wort – Befreiung und neues Leben wird uns geschenkt. (Bild zvg.) auch von Dunkelheit, Trauer und Hoffnungslosigkeit umhüllt. Weil derjenige, der die Hoffnung und die Freude des Lebens verkündigte und vor allem lebte, tot war. Ein schwerer Stein schien alles zu erdrücken. Doch diese Frauen erlebten etwas Erstaunliches: Am Grab des Todes zeigten sich die Hoffnung und das Licht. Das bedeutet, am Ostermorgen lautet die Botschaft für alle, die an ihre Grenzen stossen: «Gib nicht auf. Es geht doch weiter, egal was du gerade durchmachst, denn die Ungerechtigkeit, die Lüge und das Böse haben nicht das letzte Wort, sondern das Samenkorn des Lebens, das unter der Erde liegt und das

Licht der Hoffnung sucht.» Eines steht fest, Schicksalsschläge und Krisen jeglicher Art wollen uns herausfordern, sie wollen uns Wege zeigen, die uns in neue Menschen verwandeln können. Aus dieser Perspektive kann der tägliche Karfreitag/Kreuzweg, den jeder von uns auf verschiedene Art gehen muss, zu Ostern werden, und der österliche Geist wird uns berühren, wenn wir uns auf das Geheimnis der Verwandlung einlassen. Trotz allem, hier und jetzt. Ostern will uns Wege aus dem ewigen Gejammer und dem Pessimismus zeigen und uns in die Freude des Lebens führen. Auferstehung bedeutet: Die Gräber, in die

der Schnitter Tod ist über die Felder gegangen und hat sich das Leben geholt und das Leben ist in den Boden gefallen und vergeht und schlägt Wurzeln und treibt Blüten und trägt Blätter und bringt Frucht und bleibt jetzt und in Ewigkeit. A. Schwarz: «Eigentlich ist Ostern ganz anders.» Verlag Herder

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