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aus dem bezirk affoltern I Nr. 9 I 169. Jahrgang I Dienstag, 2. Februar 2016
Einheitsgemeinde
Jubiläum
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Wo Bedürftige Essen beziehen können. 10 Jahre «Tischlein deck dich» in Affoltern. > Seite 5
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Direkt ins Spital statt zum Hausarzt – auch in Affoltern Junge Menschen oder Ausländer haben oft keinen Hausarzt Auch das Spital Affoltern behandelt vermehrt Patienten, die von einem Hausarzt versorgt werden könnten. «Das ist für uns allerdings kein bedrängendes Problem», sagt Dr. Matthias Wiens, Chefarzt Chirurgie. ................................................... von werner schneiter Hat das Kind Fieber oder Bauchschmerzen, den «Pfnüsel» oder klagt über Unwohlsein, gehen Eltern oft nicht zum Hausarzt, sondern gleich direkt ins Spital. Gleiches gilt auch für Erwachsene. Solcherlei Fälle haben sich in den vergangenen Jahren stark vermehrt – auch am Spital in Affoltern. Eine stattliche Zahl jener Patienten, die in der Notfallaufnahme behandelt werden, könnten auch den Hausarzt aufsuchen, hält Matthias Wiens fest und nennt auch Gründe. Junge Menschen oder Ausländer haben oft keinen Hausarzt und suchen auch bei sogenannten Bagatellen das Spital auf. Zudem sind Eltern von Kleinkindern ängstlicher geworden. «Das Sicherheitsdenken ist stärker, wenn es um die Gesundheit des Nachwuchses geht», fügt Wiens bei. Der Notfalldienst verzeichnete im vergangenen Jahr über 7000 Konsultationen, Tendenz steigend. Gegen 40 % davon hätten problemlos von einem Hausarzt behandelt werden können – Hausärzte, die ebenfalls einen Notfalldienst unterhalten.
Ruhige und hektische Phasen Doch deswegen gerät der Spitalbetrieb keineswegs aus den Fugen, wie der
Chirurgie-Chefarzt bestätigt. Im Notfallbereich seien sich Mitarbeitende an ruhige und sehr hektische Phasen gewöhnt – und auch daran, dass dort eintretende Patientinnen und Patienten heute weniger die Geduld aufbringen, auch einmal zwei, drei oder vier Stunden warten zu müssen. Abgewiesen wird natürlich niemand, auch nicht bei vermeintlichen Bagatellen: «Klagt jemand nach einem Sturz über Kopfschmerzen, ist eine gründliche Untersuchung notwendig. Erst dann wird klar, ob es sich um eine Banalität handelt, sagt Matthias Wiens und schiebt nach: «Nach einer Behandlung sind wir – je nach Schwere des Falls – dafür besorgt, den Patienten für die Nachsorge möglichst schnell an einen Hausarzt zu verweisen.» Wiens räumt aber auch ein, dass bei vielen Ärzten gerade bei der Behandlung von Kleinkindern auch immer Respekt mitschwingt, etwas falsch zu machen. Hier gibt es aber klare Regeln: Ambulant darf das Spital Kinder jeglichen Alters behandeln, medizinisch – statio-
Matthias Wiens, Chefarzt Chirurgie. (Bild Werner Schneiter) när aber erst ab einem Alter von 16 Jahren. Jüngere müssen hier ins Triemli oder ins Kinderspital. Die Chirurgie darf Kinder stationär aufnehmen und auch verschiedene Operationen durchführen. Schwerere Fälle werden aber ans Kinderspital überwiesen.
Seit 10 Jahren Chefarzt Chirurgie Dr. Matthias Wiens ist seit 20 Jahren am Spital Affoltern tätig. Er begann im Februar 1996 als Ferienvertretung und wurde dann von Martin Christen, dem damaligen ChirurgieChef als Oberarzt eingestellt. Die Anstellung bekam er, nachdem er laut Vorgabe der kantonalen Gesundheitsdirektion, als Deutscher das Schweizer Staatsexamen nachgeholt hatte. Inzwischen ist Matthias Wiens Schweizer Bürger und wurde in Affoltern sozusagen Chefarzt in
Etappen. 2000/01 kehrte er als Oberarzt nochmals ans Limmattalspital zurück und wurde dann 2003 – als Martin Christen in Pension ging – in Affoltern zum Co-Chefarzt berufen. Seit 2006 ist er Chefarzt Chirurgie. «Trotz schwierigem Umfeld arbeite ich mit Freude und Elan am Spital Affoltern – auch, weil ich vom Konzept des Ganzen überzeugt bin und für das Spital eine gute Chance für die Zukunft sehe», sagt Matthias Wiens. (-ter.)
Hausarzt am Spital – Projekt gescheitert Vor ein paar Jahren hat das Spital Affoltern Notfalldienste zusammen mit Hausärzten am Spital abgedeckt. Nach insgesamt rund eineinhalb Jahren wurde dieses Projekt aber beendet – auch wegen der fehlenden Infrastruktur. Dass damals maximal die Hälfte der Hausärzte mitgemacht hat, liegt auch an der Dienstbelastung. «Grössere Spitäler mit einem grösseren Einzugsgebiet als der Bezirk Affoltern haben auch eine grössere Anzahl von Hausärzten; damit ist deren Dienstbelastung bei Notfallprojekten am Spital auch nicht so gross wie in unserer Region», hält Chirurgie-Chefarzt Matthias Wiens fest. Er fügt aber auch bei, dass sogenannte Bagatellfälle, die Ärzte am Spital in Affoltern behandeln, kein bedrängendes Problem darstellen.
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Gewinn erhöht Erfolgreiche Sparcassa 1816 feiert dieses Jahr ihr 200-Jahre-Jubiläum. > Seite 9
Martin Haab: Null Ambitionen auf SVP-Präsidium Der Mettmenstetter Kantonsrat Martin Haab hat «null Ambitionen», SVP-Kantonalpräsident zu werden. «Da sehe ich andere im Vordergrund», sagte er, nachdem er in überregionalen Medien als möglicher Anwärter genannt wurde. Dass der Landwirtschaftsvertreter, der den Nationalratssitz im Herbst nur um wenige Stimmen verpasste, als möglicher Nachfolger von Alfred Heer gesehen wird, ist nur logisch: Haab ist als 2. Vizepräsident Mitglied der Kantonalparteileitung, und er hat auch als Bezirksparteipräsident (2010 bis 2014) Führungsaufgaben wahrgenommen. Zudem sitzt er im Zentralvorstand der SVP Schweiz. Martin Haab ist sich natürlich bewusst, dass das Amt des Kantonalpräsidenten Knochenarbeit bedeutet und man auf dieser Stufe schnell zum «Prügelknaben» werden kann. Er sei an der letzten DV darauf angesprochen und auch ermuntert worden, sich für das Amt zu bewerben, fügt er bei. Nun, «null Ambitionen» ist ja auch noch kein endgültiges Nein ... Immerhin stehen zwei Ämtler im Gespräch für ein kantonales Parteipräsidium. Möglicherweise wird Olivier Hofmann aus Hausen FDP-Präsident («Anzeiger» vom 29. Januar). (-ter.) anzeigen
Überraschende Säuliämtler Sports Awards Am Freitagabend sind an der 9. Säuliämtler Nacht des Sports im Kasino Affoltern erneut die erfolgreichsten und beliebtesten Elite- und Nachwuchssportler des Jahres 2015 gekürt und ausgezeichnet worden. In zwei Kategorien endeten die regionalen Sportlerwahlen mit einer Überraschung: Bei den Männern siegte erstmals ein Kampfsportler: Kickbox-Weltmeister Enver Sljivar aus Affoltern. Bei den Sportgruppen setzten sich nicht das international erfolgreiche Triathlon-Team Koach oder die national erfolgreiche 1. Fussballmannschaft des FC Wettswil-Bonstetten durch, sondern die U12-Mädchenabteilung der Leichtathletik-Vereinigung Albis. Durch den Abend führte OK-Mitglied Franz Liebhart. (map.) ................................................... > Bericht und Interview auf Seite 17
200 05 Finale der Säuliämtler Nacht des Sports mit allen Nominierten und den Gewinnern. (Bild Martin Platter)
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