006 2016

Page 1

Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 24 678 I AZ 8910 Affoltern a. A.

aus dem bezirk affoltern I Nr. 6 I 169. Jahrgang I Freitag, 22. Januar 2016

Grosszügig

Einheizen

Gemeinderat Affoltern kontert Kritik von Vereinen, die zu wenig Unterstützung beklagen. > Seite 3

Ein Apéro zur Feuertaufe des Wärmeverbunds Rifferswil AG. > Seite 5

-

Keine Verwahrung Es bleibt bei 18 Jahren Gefängnis für den Bonstetter Kindermörder Gustav G. > Seite 5

-

Innovativ Fünf «Elektro-Säuli» eroberten Rang 4 bei der First®-Lego®-League. > Seite 9

Mehr Bussen für Temposünder und Falschparkierer Die Kommunalpolizei Affoltern hat 2015 eine neue Strategie umgesetzt In der Bevölkerung werden immer wieder Rufe nach mehr Polizeikontrollen laut. Die Kommunalpolizei Affoltern war 2015 vermehrt präsent und steigerte den Bussenertrag um 30 Prozent. ................................................... von salomon schneider Geschäfte wollen, dass nur die eigene Kundschaft auf den oft teuer gemieteten Parkplätzen steht, Eltern wünschen sichere Schulwege für ihre Kinder und Anwohner freuen sich über ruhige Quartiere. Dies sind nur einige der Begehren, die an Gemeindeverwaltungen, Gemeinderäte, Werkdienstmitarbeitende und Polizei herangetragen werden. Sie alle führen zu mehr Polizeipräsenz in den Gemeinden und schlussendlich mehr Bussen.

Rigoros durchgegriffen «Aufgrund des Zentrumscharakters von Affoltern ist dort die Parkiersituation viel weniger entspannt als in den Dörfern. Gewerbebetriebe und Bevölkerung wünschen sich deshalb eine gewisse Ordnung», erklärt Martin Ott, der Kommandant der Kommunalpolizei Affoltern. Die Kommunalpolizei hat deshalb auf dem Gemeindegebiet

Die neue Strategie der Kommunalpolizei Affoltern beinhaltet mehr Patrouillen zu Fuss. Dabei wird Präsenz markiert, Kontakt zur Bevölkerung gepflegt und die eine oder andere Ordnungsbusse verteilt. (Bild Salomon Schneider)

-

«Kurschatten» Willy Hugs «Alte Geschichten aus dem Säuliamt»: Kurpark der Kneippanstalt Arche. > Seite 11

Mit Podestplatz im Weltcup für die WM qualifiziert Die 15-jährige Janine Hunsperger von den Bogenschützen Stallikon holte sich beim Indoor-Weltcup in Nîmes Silber bei den Damen U21. Ohne grosse Erwartungen war Bogenschützin Janine Hunsperger vergangene Woche zum Weltcup nach Nîmes gereist. Mit einem Total von 568 Punkten stand sie nach zwei Wettkampftagen auf Janine Hunsperdem 4. Zwischen- ger. (Bild zvg.) rang – und damit in der Finalrunde. Im Achtel- und Viertelfinal vermochte sie den imposanten Punkteschnitt von 142 zu halten, im Halbfinale legte sie mit dem neuen Schweizer Rekordwert von 144 sogar noch einen Gang zu. Erst im Final wurde der Druck für die 15-Jährige zu gross. Verdienter Lohn: Weltcup-Silber und Qualifikation für die WM. (tst.) ................................................... > Bericht auf Seite 25 anzeigen

von Affoltern beispielsweise bei Parkierung im Parkverbot, auf Trottoirs oder bei nicht Anbringen der Parkscheibe 2015 viel rigoroser durchgegriffen als noch 2014. Sie hat in der Stadt Affoltern – Zwillikon ist ausgenommen – allein für diese drei Übertretungen Bussen im Wert von 24 000 Franken geschrieben, 14 840 Franken mehr als noch im Jahr 2014.

Bonstetter Bevölkerung befürwortet Austritt Diese Praxis stösst bei den Gebüssten natürlich nicht immer auf Gegenliebe (siehe «Anzeiger» vom 19. Januar 2016). Bonstetten ist auf das Jahr 2015 sogar aus dem Kommunalpolizeiverbund Affoltern ausgetreten. Seither nimmt in der Unterämtler Gemeinde

wieder die Kantonspolizei Zürich die kommunalpolizeilichen Aufgaben wahr – wie in allen Bezirksgemeinden ausserhalb des Verbundes. Momentan sind Affoltern am Albis, Obfelden, Hedingen, Mettmenstetten und Hausen der Kommunalpolizei Affoltern angeschlossen. ................................................... > Weiterer Bericht auf Seite 5

Hilfsbereitschaft, aber auch Ängste Die ersten Flüchtlinge sind in Bonstetten eingetroffen Am Dienstag und Mittwoch sind die ersten Flüchtlinge in Bonstetten eingetroffen. Ihr temporäres Zuhause ist die Militärunterkunft, wo sie vom Sozialdienst und von der Heilsarmee betreut werden. Hilfsbereitschaft ist vorhanden, aber auch Ängste. ................................................... von werner schneiter Am Dienstag trafen elf Flüchtlinge aus Afghanistan und vier aus Sri Lanka im Unteramt ein, am Mittwoch folgten 15 aus Syrien und noch drei aus Afghanistan. Und am 26. Januar treffen 11 weitere Personen aus Afghanistan ein. Etwa zur gleichen Zeit werden je zwei Flüchtlinge aus Eritrea und Albanien im Bezirk in Wohnungen platziert. «Es sind alles Familienangehörige in Gruppen», sagt Gemeindeschreiber Primus Kaiser, der das Amt des Gemeindeschreibers vor wenigen Tagen an Daniel Nehmer abgegeben hat und sich nun unter anderem mit den Flüchtlingen beschäftigt.

Trotz schwieriger Umstände das Lachen nicht verlernt. Primus Kaiser mit Flüchtlingskindern in der Bonstetter Militärunterkunft. (Bild Werner Schneiter) Für die Betreuung, für Fragen und Informationen ist in erster Linie der Sozialdienst des Bezirks Affoltern zuständig. Tagsüber leisten auch Angehörige der Heilsarmee Unterstützung. Auf einen Aufruf hin haben sich zahlreiche im Asylbewerberstatus gemel-

det, die schon seit einiger Zeit in der Schweiz sind und sich für Übesetzungen zur Verfügung stellen und Integrationsarbeit leisten wollen. Auch die Bevölkerung aus der Umgebung nimmt regen Anteil und will den Flüchtlingen zum Beispiel mit

Deutschunterricht oder beim Einkaufen das Leben erleichtern. Geplant sind Beschäftigungsprogramme der reformierten Kirche. Und zudem haben Ortsvereine Trainings angeboten. «Hilfsbereitschaft ist in Bonstetten vorhanden, aber nach den schlimmen Ereignissen in Deutschland natürlich auch Ängste. Bei uns dürfte das kein Problem sein, denn es sind ja Familien, die zu uns kommen», sagt Primus Kaiser. Regelmässige Informationen, nächtliche Patrouillen des Sicherheitsdienstes und der Kantonspolizei sollen in Bonstetten das Sicherheitsgefühl stärken. Alle, die in der Militärunterkunft einquartiert sind, haben einen Ausweis mit ihrem Konterfei erhalten. «Damit wollen wir verhindern, dass fremde Personen in die Unterkunft kommen», so Primus Kaiser. Ziel ist es nun, für diese Flüchtlinge in den Gemeinden im Bezirk Affoltern Wohnraum zu finden – nach wie vor keine einfache Aufgabe. «Da Bonstetten derzeit quasi eine Anlage für den ganzen Bezirk bietet, sind nun die übrigen Gemeinden gefordert», fügt Kaiser bei.

500 03 9 771661 391004


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Issuu converts static files into: digital portfolios, online yearbooks, online catalogs, digital photo albums and more. Sign up and create your flipbook.
006 2016 by AZ-Anzeiger - Issuu