Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 24 280 I AZ 8910 Affoltern a. A.
aus dem bezirk affoltern I Nr. 3 I 169. Jahrgang I Dienstag, 13. Januar 2015
Nur noch Agentur
Katharina Proch
Abbau auch in Knonau: Nur noch acht Poststellen im Säuliamt. > Seite 3
Die Künstlerin aus Obfelden stellt in der Regionalbibliothek in Affoltern aus. > Seite 7
Kanzleileiter des Gefängnisses Affoltern zu 12 Monaten verurteilt Das Bezirksgericht Affoltern hat den ehemaligen Kanzeleileiter des Gefängnisses Affoltern wegen Veruntreuung und Urkundenfälschung zu 12 Monaten bedingt verurteilt und die Bewährung auf zwei Jahre festgesetzt. Es blieb damit deutlich über dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmass von 9 Monaten. Der 48-jährige Mann hatte im Zeitraum von gut zweieinhalb Jahren Bargeld aus der Kasse entwendet, um privaten Verpflichtungen nachzukommen – insgesamt knapp 48 000 Franken. Und zudem weitere 1660 Franken in bar, die ihm die Ehefrau eines Insassen übergab, um die Bussen ihres Ehemannes zu begleiten, damit dieser aus der Haft entlassen wird. Dass das Bezirksgericht über das Strafmass der Anklage hinausging, begründet es mit der besonderen Verantwortung, die einem Kanzleileiter zukommt. (-ter.)
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Neuer Bischof Kirche Jesu Christi, Bonstetten: Christian Gräub folgt auf Walter Huwiler. > Seite 7
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«Wohl bekomms» Am 24. Januar feiert der Theaterverein Bonstetten Premiere mit seinem neuen Stück. > Seite 8
Letzter Lichterzauber Christbaumverbrennen lockte Knonauer auf den Dorfplatz
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«Poltern!» Rezept von SP-Kantonsrat Moritz Spillmann, damit Kantonsschule Amt nicht vom Tisch ist. > Seite 8
Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bezirk Affoltern Im Bezirk Affoltern hat sich die Arbeitslosenquote innert Monatsfrist um 0,1 auf 2,4 Prozent erhöht. Per Ende Dezember 2014 waren in der Region 686 Personen ohne Arbeit. Im Vergleich mit anderen Regionen eine geringe Quote. Nur der Bezirk Andelfingen hat weniger Arbeitslose (1,7 Prozent). Auf Kantonsebene stieg die Quote in der gleichen Zeitspanne um 0,2 auf 3,5 Prozentpunkte. Für das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit ist die Zunahme saisonal bedingt. Sie enspricht einer üblichen Entwicklung im Bau- und Gastgewerbe in dieser Jahreszeit. (-ter.)
anzeigen
................................................... > Bericht auf Seite 3
2 Titel für Petra Klingler
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Die Bonstetterin Petra Klingler holte sich im Lead- und im Speed-Eisklettern in Saas Fee gleich zwei Schweizer Meistertitel. Sie gewinnt damit auch die Gesamtwertung des Swiss Ice Climbing Cups 2015.
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................................................... > Bericht auf Seite 17
Schlieren geht der Ausverkauf in die letzte Runde. Bis Angebote. Die Reduktionsgutschein-Aktion, bei der Sie für einen Einkauf ab 200 Franken ein Gutschein-
Gemeinsam verfolgen die Knonauer das Flammenspektakel auf dem Stampfiplatz. (Bild Thomas Stöckli)
heft im Wert von 200 Franken erhalten, ist ebenfalls noch ein paar Tage gültig. Der Endspurt hat begon-
Meterhoch züngeln die Flammen in den Nachthimmel, und noch viel weiter trägt der Wind die Funken mit sich fort. Es ist ein faszinierendes Spekta-
kel, wenn in Knonau im Januar jeweils die ausgedienten Christbäume verbrannt werden. Entsprechend fanden auch am vergangenen Freitagabend
rund hundert Personen den Weg auf den Stampfiplatz. (tst.) ................................................... > Impressionen auf Seite 5
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kommentar
Freiheitliches Gedankengut und Zivilcourage ................................................... von salomon schneider
B
eim Mordanschlag von Terroristen auf die Redaktion von «Charlie Hebdo» ging es um viel mehr als um Karikaturen. Thema ist die freiheitliche Gesellschaft, wie sie sich in der westeuropäischen Kultur seit der französischen Revolution in den letzten gut zwei Jahrhunderten ausgebildet hat. Dazu gehört als zentrales Element die Medienfreiheit, die auch das Recht zur Satire einschliesst. Satire darf sich mit allen Themen kritisch auseinandersetzen, darf überspitzen und provozieren.In der Diskussion, in welcher Form wir im «Anzeiger» auf den Terroranschlag eingehen sollen, kamen auch Ängste vor Racheakten zur Sprache. Doch wenn Medien von Publikationen absehen, um keine ideologischen Gefühle zu verletzen oder aus Angst vor Terroranschlägen, untergraben sie direkt unser demokratisches System. Islamismus ist eine Bedrohung nicht nur für die westliche, son-
dern in besonderem Mass auch für die muslimische Welt. Ich schreibe bewusst «Islamismus», da nicht die verschiedenen muslimischen Glaubensströmungen, sondern die radikal-islamistische Ideologie, die eine islamische Weltherrschaft anstrebt, das Problem darstellt.
Es war lange Zeit einfach, für die Freiheit einzustehen In den letzten 50 Jahren war es bei uns in der Schweiz sehr einfach, für die Rede- und Medienfreiheit einzustehen – man ging dabei kein Risiko ein. Seit Anfang der 90er-Jahre hat jedoch eine gesellschaftliche Polarisierung stattgefunden. Dabei waren links- und rechtskonservative Kreise die Vorkämpfer. Sicherheit hat sich dabei als zentrales Argument etabliert, mit dem Ziel, vermeintliche oder reale Gefahren durch Verbote und Regulierungen zu reduzieren. Selbst wenn diese Massnahmen einen Sicherheitsgewinn bringen, was längst nicht immer der Fall ist, sind sie jedes Mal mit einem
massiven Verlust von Freiheit verbunden. Was auch immer der ideologische Hintergrund von Extremisten ist: Sie stärken im Kern mit ihren Aktionen immer auch die extremistische Gegenseite. Im Visier der Mörder von Paris war nicht nur «Charlie Hebdo» und mit dem Magazin die freie Presse. Es war die freiheitliche Gesellschaft überhaupt. Mit im Visier war auch die Mehrheit der in Europa lebenden Muslime, die ihren Glauben als Privatsache betrachtet. Diese ist nun Angriffen ausgesetzt für eine Tat, mit der sie nicht im Geringsten etwas zu tun haben. Der Trend, Muslime und Islamisten gleichzusetzen, hält schon einige Jahre an und wird nach den Morden in Frankreich neuen Vorschub erhalten.
Nicht nur freiheitlich denken, sondern auch freiheitlich handeln Vom Säuliamt bis zu den entferntesten Regionen unserer Erde lässt sich ein gesamtgesellschaftlicher Radikalisierungstrend feststellen. Wenn bei
uns die Gesellschaft spaltende Konflikte und blutige Auseinandersetzungen verhindert werden sollen, braucht es freiheitliches Gedankengut und Zivilcourage. Es braucht Menschen, die dazwischengehen, wenn jemand verprügelt wird, die sich die Autonummer eines Rasers notieren und persönlich bei ihm vorsprechen, anstatt sich allein auf die Polizei zu verlassen, die Menschen nach ihrem Verhalten und nicht nach ihrer Abstammung oder ihrer Religion beurteilen, die grossen Worten auch grosse Taten folgen lassen. Denn nur, wenn die Mehrheit aktiv für die Freiheit des Einzelnen und der Gemeinschaft einsteht, können die Flammen des Radikalismus im Keim erstickt werden. «Charlie Hebdo» wird diese Woche mit einer Auflage von einer Million erscheinen, anstatt, wie üblich, von 60 000. Die Redaktion, unterstützt von anderen französischen Medien, setzt damit ein Zeichen, dass Terrorismus rechtsstaatlich, solidarisch und offensiv bekämpft werden muss.
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