Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 24 280 I AZ 8910 Affoltern a. A.
aus dem bezirk affoltern I Nr. 1 I 169. Jahrgang I Dienstag, 6. Januar 2015
Hufschmied
Mit Humor
Beat und Roman Steudler geben Einblick in ihr traditionsreiches Handwerk. > Seite 5
In Ottenbach wird der Neujahrsapéro sehr geschätzt. > Seite 6
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Auswandern Die GGA widmet ihr Neujahrsblatt dem «Auswandern aus dem Knonauer Amt». > Seite 7
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Gut besucht Neujahrs-Apéro in Wettswil: «Es guets Nöis» bei Gerstensuppe und Wienerli. > Seite 7
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Reintegration Wichtiger Zukunftsschritt für die «Alternative» – Interview mit Stephan Germundson. > Seite 8
kommentar
Sesselkleberei oder notwendig? von werner schneiter
S
o ganz überraschend kommt die Ankündigung nicht, dass er sich für eine siebte Legislaturperiode zur Verfügung stellt: Toni Bortoluzzi ist ein animal politique, einer, der lustvoll und mit Herzblut politisiert. Er sitzt gerne im Parlament. Gegner, auch parteiinterne, werden ihm Sesselkleberei vorwerfen, ihn als einen bezeichnen, der selbst im Alter von 68 Jahren nicht loslassen kann – und der nachdrängenden jüngeren Generation vor der Sonne steht. Auf solche Stimmen muss er sich im bevorstehenden Nominationsverfahren gefasst machen, sollte er die erforderliche Zweidrittelmehrheit im SVP-Kantonalvorstand erhalten – kein leichtes Unterfangen. Es gibt aber auch Stimmen, die seine weitere Präsenz im Parlament begrüssen. Denn innerhalb der SVP ist Bortoluzzi allein auf weiter Flur, wenn es um sozial- und gesundheitspolitische Fragen geht. In diesem Bereich gilt er als erfahren und dossierfest; schliesslich hat er die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) auch schon präsidiert und mit der damaligen Bundesrätin Ruth Dreifuss zusammenarbeiten müssen; er gehört der SGK heute noch an. Die SVP hat es verpasst, hier eine Nachfolge aufzubauen; es sind Banker und Juristen, die nach vorne drängen. Hauptantriebfeder Bortoluzzzis für eine weitere Kandidatur ist das Megaprojekt «Altersvorsorge 2020», welches National- und Ständerat in den nächsten Jahren beschäftigen wird. Möglicherweise kommt ein weiterer Grund dazu, über den hier spekuliert werden kann: Toni Bortoluzzi will es parteiintern jenen zeigen, die ihn bei der von ihm vehement vertretenen Management-Care-Vorlage im Regen stehen liessen – und entgegen seinem Willen ein Nein der SVP herbeigeführt haben. Das sind in erster Linie Christoph Mörgeli und Gregor Rutz. Ihretwegen hat Bortoluzzi damals auch betont, er werde nicht vorzeitig zurücktreten und zumindest die jetzige Legislatur voll absolvieren. Man darf gespannt sein.
Nationalrat Toni Bortoluzzi zu einer weiteren Kandidatur bereit Schafft er im Kantonalvorstand die Zweidrittelmehrheit? Guter Platz für Martin Haab «Wenn man mich will, so trete ich nochmals an», sagt Nationalrat Toni Bortoluzzi, der seit 1991 im Nationalrat sitzt. Sozialpolitische Themen, die in den nächsten zwei, drei Jahren anstehen, reizen ihn, eine 7. Legislaturperiode anzustreben. Voraussetzung für einen Listenplatz ist allerdings eine Zweidrittelmehrheit im Kantonalvorstand. ................................................... von werner schneiter Seinen Wunsch, nochmals für den Nationalrat zu kandidieren, hat Toni Bortoluzzi der Parteileitung per Brief mitgeteilt. Sein erneutes Interesse begründet er gegenüber dem «Anzeiger» insbesondere mit den sozialpolitischen Fragen, mit denen sich das Parlament in der nächsten Legislatur beschäftigen wird. Und das ist in erster Linie das Mammutprojekt «Altersvorsorge 2020», mit dem sich die eidgenössischen Räte in den nächsten zwei bis drei Jahren auseinandersetzen werden. Hier will der Bundesrat jährlich neun bis zehn Milliarden Franken auf-
wenden, um die Leistungen der Altersvorsorge zu erhalten – einhergehend auch mit einer Korrektur des Rentenalters. Das ist das politische Feld, auf dem sich Toni Bortoluzzi zu Hause fühlt. Ziel sei eine ausgewogene Vorlage. Er trete dafür ein, die Sicherung der Altersvorsorge je zur Hälfte mit Mehreinnahmen und und strukturellen Änderungen zu realisieren. Keiner in seiner Fraktion kennt bei gesundheits- und sozialpolitischen Fragen die Dossiers so gut wie Bortoluzzi. Für ihn ist auch das ein Grund, auf der politischen Bühne zu verbleiben. «Auch einige Verbände – unter anderen der schweizerische Arbeitgeberverband – haben mich ermuntert, nochmals anzutreten», sagt Toni Bortoluzzi.
«Schwer, die Zweidrittelmehrheit zu erreichen» Ob er in der Legislaturperiode 2015 bis 2019 unter der Bundeshauskuppel noch mitreden darf, ist keineswegs sicher. Wer – wie Bortoluzzi – über 65jährig ist oder dem Parlament während 16 Jahren angehört, benötigt im Kantonalvorstand eine Zweidrittelmehrheit – ein vor vier Jahren gefasster Beschluss, der zwar wieder rück-
Toni Bortoluzzi.
Martin Haab. (Archivbilder)
gängig gemacht wurde, aber nun für die anstehenden Wahlen im Oktober 2015 gilt. «Es wird für die Betroffenen schwer, diese Zweidrittelmehrheit zu erreichen. In der Partei gibt es viele Stimmen, die sagen: Jetzt müssen Jüngere ran», sagt Kantonsrat Martin Haab, der dem Kantonalvorstand angehört. Betroffen sind die Nationalräte Hans Fehr, Max Binder und Toni Bortoluzzi. Fehr will es ebenfalls nochmals wissen, Binder wohl eher nicht.
cher Bauernverband hat den Mettmenstetter SVP-Kantonsrat Martin Haab zu seinem Spitzenkandidaten gekürt. Dieser Entscheid wird auch im Nationalrats-Nominationsverfahren eine wichtige Rolle spielen. Denn der Bauernvertreter erhält auf der SVP-Liste in der Regel einen sehr aussichtsreichen Platz mit reellen Wahlchancen. Haab wurde also Ernst Schibli, Landwirt aus Otelfingen, vorgezogen. Dieser wurde bei den letzten Wahlen nicht mehr gewählt, ist aber nach dem Ausscheiden von Christoph Blocher ins Parlament nachgerutscht. Offenbar will Schibli das Risiko einer Kandidatur nochmals auf sich nehmen. – Kommentar in der 1. Spalte.
Martin Haab – Spitzenkandidat des Zürcher Bauernverbandes Mindestens so spannend wird es auf einer anderen Etage der SVP. Der Zür-
anzeigen
Geburtstagsfeier im Schneegestöber 60 Jahre Luftseilbahn Adliswil–Felsenegg (LAF)
Kunst mit der Kettensäge: Cla Coray gibt seiner Eisskulptur die Konturen. (Bild Thomas Stöckli) Eine einzige Luftseilbahn gibt es im Kanton Zürich – und die Bergstation liegt auf Ämtler Boden. Zur Jubiläumsfeier 60 Jahre LAF kam nebst ZVVDirektor Franz Kagerbauer, dem Adlis-
wiler Stadtpräsidenten Harald Huber und diversen anderen Gästen deshalb auch der Stalliker Gemeindepräsident Werner Michel auf die Felsenegg. Im Schneegestöber konnten sie alle dort
mitverfolgen, wie der Bildhauer Cla Coray aus einem Eisblock eine Skulptur herausformte. (tst.) ................................................... > Bericht auf Seite 3
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