Kolosser – Einführung
Der Brief an die Gemeinde in Kolossä Einführung
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urch den Philemonbrief sind wir bereits mit dieser Gemeinde vertraut. Kolossä war Provinzhauptstadt und Handelsmetropole in Phrygien, im westlichen Teil Kleinasiens, am Oberlauf des Flusses Lykos. Die Gemeinde in Kolossä wurde nicht von Paulus selbst gegründet. Wir erfahren im Brief, dass die Kolosser ihn noch nie zu Gesicht bekommen hatten. Paulus hat unseres Wissens nie in diesem Gebiet missioniert. Ein persönlicher Mitarbeiter von ihm ist durch diese Gegend gereist und hat dort das Evangelium verkündigt, und zwar ganz im Sinne des Apostels Paulus. Er wird im Brief selbst Epaphras genannt. Paulus konnte sehr wohl delegieren. Er wusste nur zu gut, dass er nicht überall gleichzeitig sein und alles selber machen konnte. Zudem hatte er auch einen ausgezeichneten Blick dafür, wem er Vertrauen schenken und auf wen er sich absolut verlassen konnte. Also schickte er seine Mitarbeiter, von denen er wusste, dass sie ganz in seinem Sinne wirkten, hierhin und dorthin, und der Herr segnete deren Verkündigung, als wäre es Paulus selbst, der die Arbeit verrichtete. Es fällt sofort auf, dass sich dieser Brief sowohl in Inhalt als auch Sprache wesentlich von den bisherigen unterscheidet. Durch die vielen Auseinandersetzungen, von denen wir in den beiden Korintherbriefen, im Galater- und Philipperbrief erfahren, wurde Paulus gezwungen, tiefer über das Geheimnis Christi nachzudenken und weiter in die neutestamentliche Offenbarung „in Christus“ einzudringen. In wenigen Jahren ist er zu einer Reife und Weite der geistlichen Sicht gelangt, die seither von niemandem mehr eingeholt worden ist. Die Bitte im Philipperbrief: „Ihn will ich erkennen und die Kraft Seiner Auferstehung und die Gemeinschaft Seiner Leiden …“ hat sich buchstäblich innerhalb weniger Jahre erfüllt, so dass er nun imstande war, in viel umfassenderer Weise als bisher das Geheimnis Christi zu ergründen und auch schriftlich darzulegen. Wir sehen hier sehr klar den Zusammenhang zwischen dem inneren Ergehen des Apostels und dem Fortschreiten der Offenbarung und seiner geistlichen Sicht! Je mehr Bedrängnis, Not und Anfechtung, desto mehr Offenbarung, mehr Weite des Herzens und Größe des Horizontes! Der Kolosserbrief stellt die Person Christi in den kosmischen Zusammenhang 165
Kolosser – Einführung der Erlösung und bringt die Wirklichkeit der Einheit Christi mit den Seinen in Tod und Auferstehung ins volle Licht des Bewusstseins. Weil sich sowohl Inhalt als auch Diktion in diesem Brief grundlegend geändert haben, verlegen viele Forscher das Entstehungsdatum nach vorne in die Jahre 57 – 59 oder gar 60 und später, was bedeuten würde, dass Paulus ihn während seiner Gefangenschaft in Cäsarea oder gar in Rom verfasst haben müsste. Dies muss nicht notwendigerweise so sein. Paulus war ein Mann, der immer wieder neue Offenbarung von Gott empfing, und dabei empfing er auch neue Ausdrücke und Formulierungen, die dem neuen Offenbarungsinhalt besser entsprachen, unmittelbar vom Geist. So änderte sich mit seiner vertieften Sicht auch seine Sprache, und man braucht in der Einordnung dieses Briefes noch lange nicht auf eine nachapostolische Zeit oder gar auf Paulusschüler auszuweichen. Mit dem Kolosserbrief nähern wir uns innerhalb des Neuen Testamentes dem Höhepunkt der neutestamentlichen Offenbarung von der Gemeinde als dem Instrument des Zeugnisses Gottes. Die äußerste Höhe wird sie im Epheserbrief erreichen, der erkanntermaßen eng mit diesem verbunden ist, wobei noch immer unklar ist, welcher Gemeinde der Epheserbrief wirklich zugedacht war. Näheres dazu werden wir in der Einleitung zum Epheserbrief erläutern. Es ist jedoch naheliegend, dass der eigentliche Adressat die Gemeinde in Laodizea war, denn wir lesen im Kolosserbrief, dass Paulus parallel zu diesem Schreiben auch an die Gemeinde in Laodizea geschrieben habe, und er wünscht, dass die Schwestergemeinden ihre Briefe untereinander austauschen und als auch an sie gerichtet betrachten. Es spricht einiges dafür, dass der hier erwähnte Brief an Laodizea der im Kanon unter dem Namen Epheserbrief vorhandene ist. Paulus war tief beeindruckt von dem Glauben dieser Gemeinde, und von der Liebe, die sie allen Heiligen erwies. Dafür dankt er, und das war auch einer der Gründe, warum er überhaupt zur Feder griff. Die Gemeinde hatte sehr früh das Evangelium vernommen, und seither ist dieser Glaube kontinuierlich gewachsen und hat schon reiche Frucht gebracht. Es war Zeit, dass Paulus persönlich mit dieser Gemeinde in Kontakt trat und ihnen half, ihren Horizont zu erweitern und teilzuhaben an der Vision vom „Geheimnis des Christus“. Durch Epaphras war er bisher über Kolossä auf dem Laufenden gehalten worden. Dieser Bruder war es auch, wie wir bereits gesehen haben, der das Evangelium nach Kolossä gebracht hatte. Er teilt den Geschwistern mit, dass er von dem Tag an, da er von ihrer Bekehrung erfuhr, nicht auf166
Kolosser – Einführung gehört habe für sie zu beten. Wichtigstes Anliegen war ihm dabei stets, dass sie den Willen Gottes vollständig erkennen möchten. Er meinte damit nicht so sehr den Willen Gottes für ihre täglichen Angelegenheiten, sondern den Willen Gottes, den er andernorts „Gottes ewigen Plan“ oder Gottes „Vorsatz“ vor Grundlegung der Welt nannte. Er wünschte für sie, dass sie ein Leben führten, das des Herrn würdig ist und das in jeder Hinsicht Seinen Gefallen fand. Ferner sollten sie Frucht bringen in jeder Art von guten Werken und wachsen in der Erkenntnis Gottes. Hier ist, wie überall bei Paulus, nicht an die intellektuelle Erkenntnis Gottes im Sinne von Wissen über Gott gedacht, sondern an die persönliche Kenntnis Gottes, die wir nur durch unseren Umgang mit Gott selbst erlangen können. Auch bittet Paulus um Kraft, damit sie in allen Gefahren und Auseinandersetzungen Geduld und Ausdauer haben. Dann folgt, ähnlich wie im Brief an die Gemeinde in Philippi, ein Christushymnus, der wiederum der urchristlichen Liturgie entstammte, welcher von Paulus auf diesem Wege an andere Gemeinden weitergegeben wurde. Es handelt sich um ein Danklied, um eine Eucharistie (gr.: Danksagung), und es ist fast mit Sicherheit anzunehmen, dass dieser Hymnus jeweils anlässlich des Herrenmahles gesungen wurde. Die Heiligen danken gemeinsam dafür, dass Gott sie fähig gemacht hat, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind. Hier ist an beides gedacht: An die vollendeten Heiligen, die jetzt schon beim Herrn sind allezeit, aber auch an alle Brüder und Schwestern, die wie sie Christus zum Inhalt ihres Lebens gemacht haben und darum Kinder des Lichts und Kinder des Tages sind, wie Paulus sie im Epheserbrief dann nennen wird. Dann werden die gewaltigen Erlösungstatsachen proklamiert, das, was Gott in Christus für sie getan hat. Danach wird Christus als das Ebenbild Gottes verkündigt, als der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Dies ist eine Erweiterung der Offenbarung: Bisher war Christus wesentlich der Erstgeborene von den Toten. Doch jetzt ist Er der Erstgeborene der ganzen Schöpfung! Der Hymnus zeigt, dass alle Dinge, und zwar die im Himmel und die auf Erden, in Christus und durch Ihn geschaffen wurden: Das Sichtbare wie das Unsichtbare, und alle Hierarchien der unsichtbaren Welt, auch diejenigen, die jetzt noch von Satan okkupiert werden (vgl. Throne, Herrschaften, Mächte und Gewalten, siehe Epheserbrief). Dann wird etwas Ungeheures festgestellt: Alles ist durch Ihn und auf Ihn hin erschaffen worden. Er existierte vor jeder Schöpfung, und alles hat nur durch Ihn überhaupt Bestand. Was für eine Sicht! Was für eine gewal167
Kolosser – Einführung tige Perspektive! Christus ist die Konstituente der Schöpfung. Er ist die Kraft und die Wirklichkeit, welche die Materie hervorbrachte und sie auch in Schach hält. Christus ist die geistliche Wirklichkeit aller Gravitationsmechanismen dieses ganzen Kosmos! Die physikalischen Kräfte, die diese Schöpfung zusammenhalten, sind nur die Außenseite einer ewigen Liebe, einer göttlichen Person, die in die Geschichte eingegangen ist, diese Welt von Sünde und Tod erlöst hat und heute unter dem Namen Christus bekannt ist. Wenn das kein Lobgesang ist! Warum singen wir diesen Hymnus nicht jedes Mal, wenn wir miteinander das Brot brechen? Dann taucht in diesem Hymnus unmittelbar die Gemeinde auf. Als dieser gewaltige Herr, als diese kosmische Person, wie sie oben beschrieben wurde, hat Gott Ihn, wie der Epheserbrief es so wörtlich formulieren wird, als Haupt der Gemeinde gegeben, die sein Leib ist. Hier befindet sich die neutestamentliche Offenbarung auf ihrem Höhepunkt. Gottes Ziel ist es, durch den Tod Seines Sohnes die ganze Schöpfung mit Sich selbst zu versöhnen und diesen Seinen Sohn in ihr Gestalt werden zu lassen. Es besteht kein Zweifel: Der Leib Christi und die Gemeinde sind nicht zwei verschiedene Dinge, unterschiedliche Bilder für bestimmte geistliche Wahrheiten, wie dies meistens dargestellt wird. Sie sind identisch. Der Leib ist die Gemeinde, und die Gemeinde ist der Leib Christi. Die Gemeinde ist demnach die Verkörperung der neuen Schöpfung in Christus. Christus ist ihr Ursprung, denn aus Ihm geht sie hervor, und Er ist dies als der Erstgeborene von den Toten. Die Gemeinde wurzelt in der Auferstehung Christi, sie verkörpert den auferstandenen Christus, nicht den Menschensohn. Sie ist Seine Fülle, und Er ist ihre Fülle. In allem ist Er der Erste und auch der Letzte, der Ursprung und das Ziel! Wenn es hier heißt: Gott wollte mit Seiner ganzen Fülle in Ihm wohnen, dann ist hier nicht bloß Christus als Sohn Gottes gemeint, sondern als der Erstgeborene der Toten, als Haupt des Leibes. Wenn die Gemeinde der Leib Christi ist, dann wohnt die Fülle Gottes ebenso in ihr, denn sie ist die Verkörperung dessen, in dem die ganze Fülle Gottes wohnt. Paulus wird es später im Brief noch ausdrücklich sagen. Warum hat sich Gott diesen eigentümlichen Weg ausgedacht? Auf diesem Wege wollte Er alles mit Sich selbst versöhnen, und dies konnte er eben nur durch Ihn, durch Christus, zustande bringen, weil Er die Schöpfung mit Sich in den Tod und in die Auferstehung hinein nahm. Alles wollte er zu Christus führen und in Christus darstellen, mit Christus vereinen,
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Kolosser – Einführung und die Voraussetzung dazu war der Friede, den Er am Kreuz bewirkt hat durch Sein Blut. Soweit der Text dieses wunderbaren Hymnus. Dann geht Paulus daran, den Kolossern zu zeigen, wie sie Teil dieser Wirklichkeit geworden sind. Gott hat sie durch den Tod Jesu am Kreuz mit Sich versöhnt, indem Christus für ihre Schuld Sühne leistete und das Gericht über ihre Sünde und ihre alte, verdorbene Natur auf Sich nahm. Durch den Glauben an Christus wurden sie aus Gott geboren und empfingen den Heiligen Geist, durch den sie nun heilig, untadelig und schuldlos vor Gott sind, solange sie sich vom Geist bestimmen lassen und im Geist wandeln. Paulus weiß, dass die Wirklichkeit der Gemeinde in Kolossä noch hinter dem herhinkt, was er versucht, den Geschwistern dort beizubringen. Es fehlt ihr noch einiges, bis sie Christus in Seiner ganzen Fülle und Wirklichkeit darzustellen imstande ist, und das, was ihr noch abgeht, lässt sich nicht lehrmäßig ergänzen, sondern muss durch Leiden und Trübsale erlitten werden. Die Leiden Christi, das sind die Leiden, die er um Christi willen erduldet, weil er sich für die Kolosser und andere Gemeinden einsetzt. Durch die Leiden, die er erduldet, wird er immer besser befähigt, sie in Christus aufzubauen und sie in das Geheimnis Christi einzuführen. Wie macht er das? Indem er ihnen das Wort Gottes in seiner Fülle verkündigt. Durch die Leiden wird seine Erkenntnis von Christus immer größer und umfassender, seine Leidenschaft für den Herrn geschürt und mit seinem innersten Kern verwoben, so dass es ihm immer besser gelingt, die Geschwister mitzureißen und für das zu gewinnen, was ihn so überschwänglich beschäftigt und ausfüllt. Dann sagt er explizit, was dieses Geheimnis ist, das reich und herrlich unter den Völkern anwesend ist und wächst: Christus unter euch, die Hoffnung auf Herrlichkeit. Wenn der Apostel das Wort Geheimnis verwendet, dann meint er nicht etwas Mystisches, Undefinierbares, sondern etwas sehr Konkretes und Einzigartiges: Die Inkarnation Christi in Seinem Leib, der Gemeinde! Das griechische Wörtchen en darf hier nicht subjektiv gedeutet werden: Christus in euch, in mir! Natürlich ist das auch wahr und Teil dieses Geheimnisses, aber er wird es gleich noch anders sagen: Christus alles und in allen! Darum ist es besser, man übersetzt Christus unter euch, oder Christus in eurer Mitte. Was Paulus meint, könnten wir, modern ausgedrückt, so formulieren: Christus live in der Gestalt Seiner Gemeinde, Seines Leibes. Durch dieses Instrument wird Gott verherrlicht werden. Durch es wird 169
Kolosser – Einführung Christus und damit die Fülle Gottes leibhaftig zum Ausdruck gebracht, ausgestrahlt, und damit verherrlicht. Durch die Gemeinde soll, so der Epheserbrief, den Fürsten und Gewalten der unsichtbaren Welt die mannigfaltige Weisheit kundgetan werden! Diesen Christus, den Christus unter euch, verkündigte Paulus. Sein ganzes Bemühen ging dahin, jeden einzelnen Gläubigen in der Gemeinschaft mit Christus vollkommen zu machen, oder vollkommen in Christus darzustellen. Vollkommen in Christus! Für dieses Ziel kämpfte er, und zur Erfüllung dieses Zieles wirkte die Kraft Gottes mit großer Macht in ihm. Auch in Kolossä musste sich Paulus mit Gegnern auseinandersetzen. Es handelte sich offensichtlich um Gnostiker, die wie heute etwa die Anthroposophen oder gewisse christlich angehauchte New-Age-Kreise mit Schöpfungsgeheimnissen aufwarteten und behaupteten, in die Mysterien der kosmologischen Evolution eingeweiht zu sein. Mit diesem Brief macht er die Kolosser darauf aufmerksam, dass alle Schätze der Weisheit (sophia) und Erkenntnis (gnosis) in Christus enthalten sind. Außerhalb von Christus gibt es keine Weisheit und keine Erkenntnis, und vor allem keine Geheimnisse und Mysterien. Wenn sie in Ihm, d.h. in Christus, lebten, dann konnte sie niemand durch Überredungskünste täuschen. Paulus ist der vollen Gewissheit, dass sie jeder Versuchung standhalten würden, denn er sah, wie fest und geordnet ihr Glaube an Christus bereits war. Sie sollten nur fest in Ihm bleiben, ihre Wurzeln tief in die Wirklichkeit dieses Christus unter ihnen treiben und am Glauben festhalten, in dem sie unterrichtet worden waren. Ferner sollten sie nicht aufhören, zu danken. Im dritten Kapitel belehrt Paulus die Kolosser über den alten und den neuen Menschen. Es galt, den alten Menschen abzulegen und den neuen anzuziehen. Dazu mussten sie zuerst daran erinnert werden, dass das, was sie nun in Christus sind, nichts mit dieser irdischen Weltwirklichkeit zu tun hatte. Sie waren in Christus auferweckt worden, und darum lebten sie jetzt in der unsichtbaren Wirklichkeit der himmlischen Örter bzw. der himmlischen Bereiche, wo Christus sich jetzt aufhielt zur Rechten Gottes! Die Rechte Gottes war der Ort der Autorität, der absoluten Herrschaft, der Ort der überragenden Macht, der alles unterworfen ist, und zwar sowohl im Himmel, auf Erden als auch unter der Erde (d.h. im Totenreich). Die Kolosser lebten vorderhand ein verborgenes Leben in Christus und verborgen mit Christus in Gott. Nach außen hin waren sie schwach, verwundbar, mangelhaft und wohl auch unscheinbar; sie konnten vor der Welt keinen Staat machen. Inwendig jedoch waren sie mit der ganzen 170
Kolosser – Einführung Wirklichkeit, mit dem Pleroma Gottes erfüllt, waren sie voller Herrlichkeit, Kraft, Majestät und göttlichem Wesen. Was sie jetzt schon durch ihre Stellung in Christus in den himmlischen Bereichen waren, würde dann völlig offenbar werden, wenn Christus in Seiner vollendeten Herrlichkeit erscheinen wird. Darum mussten sie auch unbedingt wissen, dass sie nicht mehr viele verschiedene Einzelpersonen mit ihren Vorzügen und Nachteilen und mit ihren vielen Eigenarten waren. Der neue Mensch, den sie anziehen sollten, war der gemeinschaftliche Christus – Christus alles und in allen. Als Gemeinde sind sie nicht mehr viele Einzelne, sondern nur noch einer: nur noch Christus. Dies ist die Quintessenz dieses ganzen Briefes: Die geistliche Wirklichkeit der Gemeinde ist nichts als Christus alles und in allen. Es ist hier nicht der Ort, diese Wahrheit in ihrer ganzen Tragweite auszuloten. Dieses eine wollen wir festhalten: Nachdem wir mit Christus gekreuzigt und auferweckt wurden, geht es nicht mehr um uns. Dann ist Christus unsere gemeinsame Identität. Alles andere muss gehen. Ausgelebt wird diese Identität durch die Liebe: „Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt euch gegenseitig, und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht.“ Die Gestalt, in der diese Liebe gelebt wird, ist der Leib Christi. Paulus gibt ihnen praktische Hinweise, wie sie dieses Leben im Leib Christi gestalten sollen. Den Schluss des Briefes bildet eine sog. „christliche Hausordnung“, wobei man hier unbedingt darauf hinweisen muss, dass die Ratschläge des Apostels nicht zeitloses Offenbarungsgut darstellen, sondern sich völlig in den Zeitrahmen hineinfügen, in dem die Geschwister damals lebten. Man darf daraus nicht unabänderliche Leitlinien für christliches Verhalten ableiten, denn die Zeiten und Gebräuche ändern sich. Wir leben heute schließlich nicht mehr in einer antiken Gesellschaftsordnung. Der Geist, der Paulus damals geleitet hat, diese Dinge so niederzuschreiben, wird auch uns heute leiten, wie die geistlichen Gesetzmäßigkeiten, die dem Leben im Leibe Christi zugrunde liegen, in der heutigen Gesellschaft praktisch zu leben sind. Wichtig ist, dass derselbe Geist, derselbe Herr, uns leitet. Die Devise lautet: Dient Christus, dem Herrn! Es ist erstaunlich, wie viele Gläubige in Kolossä Paulus persönlich kennt. Dies ist nur verständlich, wenn wir uns daran erinnern, dass Kolos171
Kolosser – Einführung sä im Umkreis von Ephesus liegt und dass viele lebendige Kontakte die beiden Gemeinden verbanden. So lernten verschiedene Kolosser Paulus in Ephesus kennen. Paulus liegt viel daran, dass die Kolosser auch den Brief an Ephesus (bzw. Laodizea) zu sehen bekommen. Man kann sich mit Fug und Recht fragen, ob es statthaft ist, eine Einführung in einen solch kurzen Brief so lang werden zu lassen. Nun, auch wenn der Brief an die Gemeinde in Kolossä äußerlich recht kurz ausgefallen ist, so ist er dies doch nicht seinem Inhalt nach. Wir haben eben erst auf ein paar ganz wenige, grundsätzliche Dinge hingewiesen. Wollten wir wirklich auf den Inhalt dieses Briefes eingehen, würde wohl ein Buch mit mehreren hundert Seiten entstehen. Wir haben uns einzig von dem Anliegen leiten lassen, dass der Leser stets vor Augen haben möge, was Paulus mit seinem Brief wirklich sagen wollte.
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Kolosser 1
Der Brief an die Kolosser
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(Diesen Brief schreibt) Paulus. Durch den Willen Gottes bin ich (zu einem) Apostel von Christus Jesus (eingesetzt worden). Timotheus, der Bruder, (schließt sich dem Inhalt dieses Briefes an). 2 Wir wenden uns damit an die Heiligen in Kolossä, (lauter) glaubwürdige und bewährte Brüder in Christus! (Wir wünschen) euch Gnade und Frieden von Gott, unserem Vater. 3 Jedes Mal, wenn wir für euch beten (der Herr allein weiß, wie oft das geschieht!), danken wir Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus (für euch alle!). 4 Man hat uns nämlich von eurem Glauben an Christus Jesus berichtet, auch von der Liebe, die ihr zu allen Heiligen habt, 5 weil ihr schon jetzt wisst, dass (die vollendete Gottessohnschaft) für euch in den Himmeln aufbewahrt wird und bereitliegt . Von dieser Hoffnung habt ihr schon vor (eurer Bekehrung) durch das Wort der Wahrheit, wie es die frohe Botschaft darstellt und verkörpert, gehört, 6 denn es ist ja (Gott sei Dank) bis zu euch vorgedrungen. Dasselbe geschieht im ganzen Kosmos: (Überall) bringt (das Evangelium reiche) Frucht, es wächst (und nimmt überhand). Genau das ist auch in eurer Mitte der Fall seit dem Tag, an dem ihr in Wahrheit von der Gnade Gottes erfahren und sie auch gleich gründlich kennengelernt habt. 7 Natürlich seid ihr von Epaphras, dem von uns (so) geliebten Mitsklaven, (über alles) unterrichtet worden. Er ist ja ein (solch) treuer (und selbstloser) Diener von Christus, besonders für euch. 8 Er selbst ist es gewesen, der uns über eure (selbstlose) Liebe, (die ihr) im Geist (untereinander und uns gegenüber auslebt), aufgeklärt hat. 9 Dies ist der Grund, warum wir seit dem Tage, an dem wir (dies von euch) erfuhren, nicht aufgehört haben vgl. Röm. 8,23ff gr.: Hoffnung
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Kolosser 1 (und auch jetzt ununterbrochen damit fortfahren), für euch zu beten und persönlich für euch einzustehen, damit ihr Seinen Willen noch gründlicher kennenlernt und mit Weisheit und Einsicht erfüllt werdet, die nur der Geist vermitteln kann. 10 Dann seid ihr fähig, euch so zu verhalten, wie es für den Herrn angemessen und Seiner würdig ist, so dass (ihr Sein) Wohlgefallen erlangt. Dann bringt auch ihr mit jedem guten Werk, (das ihr tut), (reiche) Frucht, und nehmt immer mehr zu in der vollen Erkenntnis Gottes. 11 Ihr werdet dann auch mit der ganzen, dynamischen Kraft (Gottes) ausgerüstet und werdet so immer stärker, entsprechend der Machtvollkommenheit, die Seiner Herrlichkeit eigen ist. Diese (braucht ihr nämlich), um allem mit Gelassenheit und Ausdauer begegnen zu können. 12 Mit (großer) Freude danken wir Gott, dem Vater, dafür, dass Er euch befähigt hat, euch einen Anteil am Erbe der Heiligen im Licht (zu sichern). 13 Er hat euch ja aus der Machtsphäre der Finsternis herausgerettet und euch (zugleich durch den Geist) in die Königsherrschaft Seines Sohnes versetzt, den Er so sehr liebt. 14 In Ihm sind wir freigelassen worden, weil Er das Lösegeld bezahlt hat, auch sind wir unsere Sünden (durch Ihn) losgeworden. (Aber Er ist viel mehr und hat noch viel mehr getan als nur dies; denkt an die Hymne, die wir so oft singen:) 15 Er ist (als der Erhöhte in unserer Mitte) die (sichtbare) Abbildung des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung! 16 Denn in Ihm wurde das Ganze erschaffen, alles, was in den Himmeln, und alles, was auf der Erde existiert, das Sichtbare und das Unsichtbare, ganz gleich, (ob wir an) Thronwesen, Herrschaftsmächte, Oberbefehlshaber oder (irgendwelche andere) Autoritäten (denken) – durch Ihn und für Ihn wurde das ganze (Universum) geschaffen; 17 und Er ist vor allem, und alles wird in Ihm zusammengehalten und besteht durch Ihn! 18 Auch ist Er das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. (Ferner) ist Er der (absolut neue) Anfang (durch Seine Auferstehung), der Erstgeborene 174
Kolosser 1 aus den Toten. In allem sollte Er der Prototyp und die Nummer 1 sein! 19 Dem Pleroma, der ganzen Fülle Gottes, gefiel es, in Ihn einzuziehen und in Ihm zu wohnen. 20 Durch Ihn wurde alles wieder zu Ihm hin versöhnt. Durch Sein Blut, das Er am Kreuz (für uns vergoss), hat Er Frieden geschlossen. Jawohl, durch Ihn (wurde alles versöhnt), alles, was auf der Erde, und alles, was in den Himmeln existiert! 21 Das gilt auch für euch! Auch ihr wart ja einst weit weg in der Fremde. In euren Gedanken seid ihr (Gott) feindlich gesinnt gewesen und habt Dinge getrieben, die (man nur als) böse (bezeichnen kann)! 22 Jetzt aber hat Er (euch) in Seinem Leibe, d.h. in Seinem physischen Körper, durch den Tod (am Kreuz mit Sich selbst und mit Gott) versöhnt, um euch heilig und damit makellos (im Sinne des Opferkultes) und mit einem tadellosen Ruf (im zivilen, bürgerlichen Sinne) vor Sich hinstellen zu können. 23 Nur müsst ihr natürlich im Glauben fest gegründet und sesshaft geworden sein, und ihr dürft euch auf keinen Fall von der Hoffnung abdrängen lassen, die euch das Evangelium (in Aussicht gestellt hat) und von der ihr gehört (und die ihr ja dann auch freudig angenommen) habt. In der ganzen Schöpfung, (so weit) sie (sich) unter dem Himmel (erstreckt), wird sie bereits proklamiert, und ich, Paulus, bin ihr Diener geworden. 24 Jetzt freue ich mich (erst recht) in den Leiden, die ich für euch (durchmachen muss), und stellvertretend (für euch) fülle ich die fehlenden Beträge an Drucksituationen und Nöten, (die um) Christi (willen) für Seinen Leib, der die Gemeinde ist, (durchgestanden werden müssen), in meinem Körper aus. 25 Der göttlichen Haushaltsplanung entsprechend bin ich ein Diener dieser Gemeinde geworden, und von ihr (der göttlichen Haushaltsplanung) wurde mir aufgetragen, bei euch das Wort Gottes zu vollenden. 26 Damit meine ich jenes Geheimnis, das seit den (vorausgegangen) Zeitaltern und seit bzw. heimisch
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Kolosser 1.2 (vielen) Generationen verborgen gewesen ist; doch jetzt ist es Seinen Heiligen geoffenbart worden! 27 Sie wollte Gott davon in Kenntnis setzen, worin der Reichtum an Herrlichkeit, den dieses Geheimnis darstellt, überhaupt besteht. (Hier habt ihr’s:) Es ist Christus, (der Erhöhte, persönlich) in eurer Mitte, die (große) Hoffnung, (aus) der Herrlichkeit (hervorgeht)! 28 Diesen nämlich (den Christus in eurer Mitte!) verkündigen wir hochoffiziell, Ihn legen wir jedermann ans Herz, über Ihn belehren wir jeden in aller (uns zur Verfügung stehenden) Weisheit. Wir haben die Absicht, jeden einzelnen Menschen erwachsen und vollendet in Christus hinzustellen. 29 Um dies zu erreichen, mühe ich mich auch so ab und kämpfe angestrengt aufgrund Seiner Energie, die sich in mir als wirksam erweist und (immer neue) Kraftstöße (freisetzt).
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Nun will ich, dass ihr wisst, wie groß der Kampf ist, den ich für euch, für die (Geschwister in Laodizea und für all diejenigen auszufechten) habe, die mich noch nicht persönlich (kennen) und nicht wissen, wie ich eigentlich aussehe. 2 Dadurch sollen ihre Herzen aufgemuntert und ermutigt werden, sodass wir zusammengeschweißt werden in der Liebe und miteinander (tiefer) in den ganzen Reichtum der umfassenden Gewissheit (hineindringen), welche die Einsicht (in das Geheimnis Gottes in uns hineingelegt hat); das Ziel ist, dass wir das Geheimnis Gottes, Christus, völlig erkennen (und uns aneignen). 3 In Ihm nämlich sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen. 4 Ich sage dies, damit euch niemand mit (schein)logischen Argumenten und beeindruckenden Analogien, die doch nichts als ein endloses Palaver sind, betrügt. 5 Auch wenn ich persönlich abwesend bin, so bin ich doch im Geist mit euch zusammen, und ich freue mich, da ich bei euch eine klare Ordnung feststellen kann, und ebenso auch eine Beständigkeit eures Glaubens im Hinblick auf Christus. gr.: dem Leibe nach
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Kolosser 2 6 Da ihr nun also Christus Jesus, den Herrn, ange-
nommen habt, so verhaltet und benehmt euch auch, wie es (sich für solche gehört, die) in Ihm sind; 7 bildet tiefe Wurzeln (in Ihn hinein), lasst euch in Ihm zu einem Haus aufbauen und im Glauben befestigen, wie man es euch gelehrt hat, indem ihr von Dankbarkeit überfließt. 8 Passt auf, dass es unter euch keinen gibt, (dem es gelingt), euch als Beute (von der Wahrheit) wegzulocken, geschehe dies nun durch Philosophie, oder durch leere Täuschungsmanöver, aus denen die Überlieferung, (auf die) Menschen (so viel Wert legen), (größtenteils besteht) und wie sie auch für die Elemente, aus denen der Kosmos (sich aufbaut), typisch sind. Das alles hat nichts mit Christus zu tun! 9 In Ihm (allein) wohnt nämlich das Pleroma, die ganze Fülle Gottes, und zwar in der Gestalt eines Leibes. 10 So seid ihr in Ihm zur Fülle gelangt , denn Er ist das Haupt jedes Oberbefehlshabers und jedes Inhabers von Autorität. 11 Auch seid ihr in Ihm beschnitten worden, aber nicht mit einer Beschneidung, die von Hand (am männlichen Glied) vorgenommen wird, sondern indem ihr (euren) fleischlichen Körper ausgezogen habt – mit einer Beschneidung also, wie sie in Christus (vollzogen wird): 12 Durch die Taufe, (der ihr euch unterzogen habt), seid ihr mit Ihm zusammen begraben worden, und in Ihm seid ihr auch auferweckt worden durch den Glauben an das (ungeheure) Energiepotential, das Gott zur Verfügung steht und mit dem Er Ihn aus den Toten auferweckt hat. 13 Auch ihr seid (muss ich euch das denn noch sagen?) vorher in den Übertretungen, die ihr im Zustand der Vorhaut eures Fleisches begangen habt, tot gewesen. Aber nun hat er euch mit Ihm zusammen lebendig gemacht und hat euch alle Übertretungen vergeben. 14 Er hat das uns verurteilende Manuskript, in dem all unsere Delikte (lückenlos) verzeichnet waren und das auch alle Paragraphen (des Gesetzes) enthielt, gemeint ist der Leib Christi! d.h. indem ihr Seinen Leib bildet d.h. zusammen mit Ihm
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Kolosser 2 aufgrund derer wir schuldig gesprochen werden, ausradiert und gelöscht. So hat Er dieses Hindernis entfernt, (das in der Mitte zwischen Gott und uns stand), und hat es mit Nägeln ans Kreuz geschlagen. 15 (Zudem) hat Er die Oberbefehlshaber und die Inhaber von Autorität (im unsichtbaren Bereich) entwaffnet, d.h. Er hat sie ausgezogen (und ihnen ihre ganze militärische Ausrüstung weggenommen) und sie dann (erst noch) öffentlich zur Schau gestellt (und damit der Lächerlichkeit preisgegeben), so dass man (heute überall) frei darüber spricht! (Gott) hat sie in Ihm in einer triumphalen Show vorgeführt! 16 So soll niemand mehr über euch zu Gericht sitzen, was eure (Einstellung zu) bestimmten Essgewohnheiten und Trinksitten betrifft oder auch in Bezug auf das Einhalten von (bestimmten) Festzeiten, wie etwa Neumond oder Sabbat. 17 Das alles ist ja nur ein Schatten von dem, was einst kommen sollte, (und dieses ist jetzt gekommen und Wirklichkeit geworden): nämlich der Leib Christi . 18 Niemand (hat das Recht), euch zu disqualifizieren (und euch damit um den Siegespreis zu bringen). Sie wollen (im Grunde nur eines von euch): (dass ihr euch beeindruckt zeigt) von ihrer (gespielten) Demut und von ihrer Frömmigkeit, bei der sie z.B. Engel verehren, (von denen irgend einer behauptet), er habe sie bei seiner Einweihung (in die Tempelmysterien) gesehen. (Wisst ihr, was da vor sich geht?) Ein solcher hat ganz einfach eine aufgeblähte Phantasie, er stellt sich die Dinge in seinem Fleisch einfach so vor. (Sein besonderes Erkennungsmerkmal:) 19 Er weigert sich, sich fest (und ausschließlich) an das Haupt (an Christus allein) zu halten, aus delete! d.h. in Christus im jüdischen Kalender werden die Monate nach dem Mondumlauf eingeteilt, und jeder Neumond wurde festlich begangen. Dies war vom Gesetz so angeordnet d.h. die Gemeinde modern: anlässlich seiner „Geistestaufe“ oder bei besonderen Fasten- und Gebetszeiten
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Kolosser 2.3 dem heraus nämlich der ganze Leib wächst, indem er durch die (verschiedenen) funktionierenden Glieder (mit der lebensnotwendigen Nahrung) versorgt und von festen Verbindungsorganen zu einem (lebendigen) Organismus zusammengefügt wird und so die volle Größe erreicht, die Gott ihm (zugemessen hat). 20 Wenn ihr nun dadurch, dass ihr mit Christus gestorben seid, von den Elementen dieses Kosmos weggekommen seid, (wie ist es denn dazu gekommen), dass ihr euch aufs Neue habt Meinungen aufschwatzen lassen, so als lebtet ihr immer noch (im Einflussbereich) des Kosmos? 21 (So heißt es bei euch wieder:) „Fass das (ja) nicht an, das solltest du nicht essen , lass die Finger davon!“ 22 Dabei ist das alles doch dazu da, dass man davon Gebrauch macht und es verzehrt. Ihr aber befolgt wieder (schön brav) Vorschriften und Lehransichten, die Menschen (sich ausgedacht haben). 23 Es hört sich zwar so an, als handle es sich dabei um ein Wort (von Gott), das Weisheit enthält. (Ich will euch sagen, was das ist:) Es ist eine selbstfabrizierte (und darum eigenwillige) Frömmigkeit. Sie (heucheln) Demut (vor) und behandeln ihren Körper mit schonungsloser Härte (wow, das macht Eindruck!). Es ist überhaupt nichts Ehrenvolles dabei, (im Gegenteil: Es raubt Gott die Ehre!) und befriedigt nur das Fleisch.
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Wenn ihr nun also mit Christus auferweckt worden seid, dann (interessiert euch doch für das und) sucht das, was droben ist, wo sich Christus jetzt befindet, und wo er auf der Rechten Seite von Gott Platz genommen hat. 2 Denkt (ständig und intensiv) über das nach (und sprecht miteinander darüber), was droben ist, statt darü
d.h. die Gemeinde gr.: Gelenke gr.: Bänder, Sehnen gr.: das Wachstum gr.: nicht davon kosten Paulus redet von bestimmten Nahrungsmitteln auf dem Markt
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Kolosser 3 ber, was es auf Erden alles gibt. 3 (Es ist so!), ihr seid gestorben, und das Leben, das ihr (jetzt führt), ist (im Augenblick noch) mit Christus zusammen in Gott verborgen. 4 Sobald aber Christus, als euer (wahres) Leben, sichtbar erscheinen wird, werdet auch ihr mit ihm zusammen sichtbar erscheinen, und zwar in Herrlichkeit! 5 (Um dieses Ziel zu erreichen), müsst ihr nun aber (das, was) eure Glieder auf der Erde (alles treiben), töten: (Dinge wie) sexuelle Zügellosigkeit, schmutzige Gedanken und Worte, leidenschaftliches, affektiertes Benehmen, üble Begehrlichkeit, und die Gier nach Besitz, was nichts anderes als (eine Art von) Götzendienst ist. 6 Wegen all dieser Dinge kommt nämlich der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams! 7 Unter diesen habt auch ihr euch früher einmal bewegt, als euer Leben noch aus diesen Dingen bestand. 8 Jetzt aber müsst ihr das alles weglegen (und euch klar davon distanzieren): Zorn, Unmut (= Ärger!), Schlechtigkeit, abschätziges und gotteslästerliches Reden (z.B. Fluchen), und (sonst irgendwelche) unanständigen Ausdrücke, die eurem Munde entwischen! 9 Lügt einander nicht an. Ihr habt ja den alten Menschen samt seinen (alten) Praktiken ausgezogen 10 und seid (inzwischen) in den neuen geschlüpft, der bis zur vollen Erkenntnis (des Pleroma) immer weiter erneuert wird gemäß der abgebildeten Vorlage von dem, der ihn geschaffen hat (diese Vorlage ist Christus). 11 Und da gibt es keine Hellenen und keine Juden mehr, weder Beschneidung noch Vorhaut, auch keine „(ungebildeten) Barbaren“, Skythen , Sklaven oder Freigelassene mehr. (Das alles ist vorbei). Jetzt gilt nur noch (diese eine Wirklichkeit): Christus ist alles, und (das) in allen! 12 So bekleidet euch denn, als von Gott auserwählte und geliebte Heilige, mit herzlichem Erbarmen, mit Freundlichkeit und Güte, mit Demut, einem ruhigen Wesen und der Fähigkeit, lange durchzuhalten und zu ertra d.h. in Christus Das Wort bezeichnet Menschen, die im griechischen Kulturkreis wohnen stolzes Steppenvolk mit hoher Kunstfertigkeit
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Kolosser 3 gen. 13 Haltet fest zueinander (und regt euch nicht übereinander auf); vergebt einander, falls irgend einer gegen einen anderen Grund zur Klage hat. So wie der Herr euch vergeben hat, so sollt auch ihr (euch untereinander vergeben). 14 Über all diese Charakterzüge aber (zieht) die selbstlose Liebe an; sie ist nämlich das Band, das (eure Einheit garantiert) und euch zur vollen Reife bringt. 15 Und der Friede, der Christus selber (in euch) ist, sei Schiedsrichter in euren Herzen, (wenn die Gedanken und Gefühle sich nicht einig sind). Dazu seid ihr nämlich berufen worden in einem einzigen Leib. Seid auch stets dankbar! 16 Das Wort von Christus soll mit Seinem ganzen Reichtum in eurer Mitte wohnen, indem ihr euch gegenseitig lehrt und euch (die Dinge Gottes) unermüdlich ans Herz legt. Singt Gott dazu auch Psalmen, Hymnen, vom Geist inspirierte Lieder (als Leute, die) in der Gnade (stehen), und seid mit ganzem Herzen dabei! 17 Und was immer ihr auch tut, sei es im Wort oder in Form von praktischer Arbeit, tut alles im Namen von Jesus, dem Herrn, und dankt Gott, dem Vater, durch Ihn. 18 Den Frauen (gebe ich den Rat:) Schickt euch (freiwillig und aus Liebe) in die Verantwortung, die eure Männer für euch haben, denn so gehört es sich im Herrn. 19 Euch Männern jedoch (sage ich:) Liebt eure Frauen auf selbstlose Weise und seid nicht aus Bitterkeit hart gegen sie. 20 Ihr Kinder, hört auf eure Eltern nach allem, (was sie für euch sind und tun). So ist es richtig und entspricht dem, was der Herr von euch will. 21 Die Väter (unter euch bitte ich dringend): Fordert eure Kinder nicht ständig heraus, so dass sie im Zorn reagieren, sonst werden sie missmutig und mürrisch (und schließlich werden sie gleichgültig und apathisch und entwickeln Minderwertigkeitsgefühle, weil sie euch ja doch nichts recht machen können). 22 Ihr Sklaven, gehorcht denen, die in diesem Leben eure Herren sind, in jeder Hinsicht. Zieht d.h. bockig gr.: nach dem Fleisch
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Kolosser 3.4 dabei aber keine Show ab, (um ihnen zu imponieren); ihr dürft nicht den Menschen zu gefallen suchen. (Verrichtet eure Arbeit) vielmehr in der Einfalt des Herzens, und tut alles aus Respekt vor dem Herrn . 23 Was immer ihr auch tut, seid mit ganzer Seele dabei, als (Leute), die für den Herrn arbeiten und nicht für die Menschen. 24 Ihr sollt wissen, dass ihr (für all eure Mühen und Entbehrungen) reichlich vom Herrn entschädigt werdet: (auf euch wartet) eine Erbschaft! Als Sklaven dient ihr ja eigentlich Christus, dem Herrn, (und für Ihn seid ihr gar keine Sklaven, sondern Söhne des Hauses!). 25 Wer Unrecht begeht, den wird das Unrecht einholen, das er getan hat . (Merkt euch:) (Gott) nimmt keine Rücksicht auf die Person. (Ihr könnt euch nicht damit herausreden, dass ihr ja bloß Sklaven seid und ohnehin keine Rechte habt).
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Nun zu euch Herren: Gewährt den Sklaven aus euren eigenen Mitteln das, was gerecht ist, das heißt, was ihnen von Rechts wegen zusteht (und dazu noch alles, was ihr ihnen ohnehin als Brüder im Herrn schuldig seid). Vergesst nicht: Auch ihr habt einen Herrn im Himmel, (dessen Sklaven ihr seid). 2 (Nun richte ich mich wieder an alle:) Bleibt weiter beharrlich im Gebet, seid wach darin, indem ihr nicht aufhört, (für alles) zu danken. 3 Betet zugleich immer auch für uns; ich möchte nämlich, dass Gott uns eine Tür öffnet, um das Wort, das Geheimnis, das Christus darstellt, weiterzusagen. Gerade Seinetwegen sitze ich ja jetzt im Gefängnis! 4 Mein Anliegen ist, dass ich es so darlegen kann, wie es nötig ist, und immer die richtigen Worte finde. 5 Gegen Außenstehende verhaltet euch so, (wie) die Weisheit (Gottes euch anleitet). Macht das Be gemeint ist Christus d.h. er muss dafür bezahlen Paulus bittet die Kolosser, sie möchten um seine Freilassung beten, damit er seinen Dienst wieder aufnehmen und das Geheimnis Christi weiterverbreiten kann d.h. Leute, die nicht zur Gemeinde gehören und keine Christen sind
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Kolosser 4 ste aus eurer Zeit (macht es mit der Zeit so wie auf dem Markt mit dem Geld). 6 Wenn ihr das Wort ergreift, dann soll es jedes Mal und in jeder Hinsicht mit Gnade geschehen, es soll gut gewürzt sein und viel Salz enthalten, und ihr solltet wissen, wie man jedem einzelnen antworten muss. 7 Wie es mir persönlich geht, wird euch Tychikus, der geliebte Bruder, mitteilen, (wenn er bei euch eintrifft). Er ist ein treuer Diener und ein Mitsklave im Herrn. 8 Genau zu diesem Zweck habe ich ihn nämlich zu euch geschickt (und er bringt euch ja auch diesen Brief). Ihr sollt wissen, wie es um uns steht, und (ich will), dass er eure Herzen aufmuntert und euch ermutigt. 9 Onesimus begleitet ihn; auch er ist ein zuverlässiger und geliebter Bruder, (und das ist kein Wunder), er stammt ja von euch! Sie werden euch über alles informieren, was hier vor sich geht. 10 Folgende Brüder lassen euch (herzlich) grüßen: (Da ist zunächst einmal) Aristarch; er ist mein (Gefährte) in der Kriegsgefangenschaft. Dann Markus, der Cousin von Barnabas. Seinetwegen habt ihr ja bereits Aufträge erhalten; wenn er eintrifft, nehmt ihn gastlich auf. 11 Ferner Jeschua , der auch Justus heißt; die beiden letztgenannten stammen aus der Beschneidung . Sie sind meine einzigen Mitarbeiter (aus dem Judentum) im Blick auf die Königsherrschaft Gottes, und beide sind mir zu einem echten Trost geworden. 12 Auch Epaphras lässt euch grüßen, ebenfalls einer von euch, ein (echter) Sklave von Christus Jesus; (von ihm weiß ich), dass er ständig für euch in den Gebeten kämpft. Er möchte, dass ihr vollendet dasteht, ganz erfüllt vom (Wissen um den) ganzen Willen Gottes. 13 Ich trete als Zeuge für ihn auf; Er macht sich viel Mühe um euch, auch um die (Geschwister) in Laodizea und Hierapolis. 14 Schließlich lässt euch auch Lukas grüßen, der geliebte Arzt, und Demas. 15 Grüßt bitte die Brüder in Laodizea von mir, auch gr.: Jesus d.h. sind von Geburt Juden
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Kolosser 4 Nympha und die (ganze) Gemeinde, die (sich ja) in ihrem Hause (versammelt). 16 Wenn der Brief bei euch vorgelesen worden ist, dann sorgt doch dafür, dass er auch in der Gemeinde der Laodizeer vorgelesen wird, und dass auch ihr den von Laodizea zu lesen bekommt. 17 Richtet dem Archippus aus: „Achte darauf, dass du den Dienst, den du im Herrn übernommen hast, (gut) versiehst; fülle ihn ganz aus!“ 18 Die Unterschrift setze ich zum Gruß mit eigener Hand hinzu: Paulus. Vergesst nicht, dass ich im Gefängnis bin! Die Gnade sei mit euch!
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Epheser – Einführung
Der Brief an die Gemeinde in „Ephesus“ Einführung
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ir haben den Ort Ephesus in Anführungszeichen gesetzt, weil dieser Brief 1. den Horizont einer Einzelgemeinde bei weitem überschreitet, und weil 2. der Ortsname bei verschiedenen alten Handschriften einfach fehlt oder durch andere Ortsnamen ersetzt worden ist. Die Forschung ist daher mit seltener Einmütigkeit der Auffassung, dass es sich hier um ein Grundsatzschreiben handelt, das sich an alle bestehenden Gemeinden oder zumindest an alle Gemeinden in Kleinasien richtet, also um eine Art Rundbrief. Und in der Tat unterscheidet sich dieser Brief wesentlich von allen vorhergehenden. Vermutlich ist es das erste eigentliche Lehrschreiben aus der Feder von Paulus, und zwar zu einem Zeitpunkt, wo er sich auf der absoluten Höhe der Offenbarung über das Wesen, den Ursprung und die Berufung der neutestamentlichen Gemeinde befand. Vor allem in den ersten drei Kapiteln redet er nicht über die Gemeinde in ihrer irdischen Erscheinung, er sieht also nicht eine konkrete, örtliche Gemeinde vor sich, sondern sein Augenmerk richtet sich auf die Gemeinde in Gottes ewigem Ratschluss, auf die himmlische Wirklichkeit und pneumatische Realität der Gemeinde, wie sie vor Grundlegung der Welt konzipiert wurde und wie sie alle Zeitalter überspannt und schließlich in die Vollendung geführt wird, in ihre Verherrlichung und in die Verherrlichung und endgültige Verwirklichung Gottes. Er sieht die Gemeinde in ihrer himmlischen Stellung, im Zusammenhang der himmlischen Bereiche (früher: himmlischen Örter), losgelöst von der Geschichte des Falles und der Erlösung, in ihrer unauflöslichen Bindung und Einheit mit Christus als dem himmlischen Menschen und Bräutigam bzw. Ehegemahl. Nirgendwo hat Paulus größer, gewaltiger, umfassender und herrlicher über die Gemeinde nachgedacht und geschrieben als gerade in diesem Brief. Hier erreicht die Offenbarung von der neutestamentlichen Wirklichkeit ihre größte Dichte, ihre äußerste Fülle, ihre höchste Höhe und ihre kühnste Perspektive. Wer vom Kolosserbrief her den Epheserbrief liest, stellt sofort fest, dass diese beiden Schreiben eng miteinander verwandt sind, und dies gilt sowohl für den Inhalt als auch für die Sprache. Paulus benutzt dieselben Ausdrücke, ja manchmal dieselben Formulierungen. Die beiden Briefe müssen im gleichen Zeitraum entstan185
Epheser – Einführung den sein, schätzungsweise etwa um 57 n. Chr., und es ist nicht auszuschließen, dass Epaphras, der ja im Kolosserbrief als Überbringer jenes Briefes in Erscheinung tritt, auch diesen Brief in seinem Gepäck hatte und ihn an Ephesus weiterleitete. Einige nehmen sogar an, der uns bekannte Epheserbrief sei identisch mit dem im Kolosserbrief erwähnten Brief an die Gemeinde in Laodizea, von welchem Paulus wünschte, dass ihn auch die Kolosser lesen sollten. Er war ihm also so wichtig, dass ihn alle Geschwister in der Region zur Kenntnis nehmen und daraus lernen sollten. Es ist höchst erregend, zu beobachten, wie sich von den Korintherbriefen her die innere Entwicklung in der Erkenntnis des Apostels hinsichtlich der Gemeinde entfaltet, wie sie zunimmt, sich verdichtet, wie der Horizont sich weitet und schließlich hier im Epheserbrief alle Zeitalter umfasst und sogar überschreitet. Die Christenheit hat bis heute diesen Brief noch nicht zur Kenntnis genommen. Immer wieder wird der Römerbrief als das wesentlichste Schriftstück der urchristlichen Überlieferung bezeichnet. Wenn es um die Frage der Errettung durch Glauben geht, mag das stimmen. Aber der Epheserbrief überragt selbst den Römerbrief etwa im Verhältnis wie die Riesen des Himalaja die höchsten Schweizerberge. Denn hier steht nicht die Erlösung als solche im Mittelpunkt, sondern die Gemeinde als die Zusammenfassung und als Zielpunkt aller Wege und Gedanken Gottes in Christus! Es ist nicht richtig, wie viele Ausleger dies allzu oberflächlich darstellen, dass sich nur die ersten drei Kapitel mit dem Thema Gemeinde befassen und der Rest sich Fragen des praktischen Verhaltens zuwende. Die hohe Sicht von der Gemeinde durchzieht das ganze Schreiben bis hin zu den Aussagen über den geistlichen Kampf, denn auch jene Aussagen sind nur im Sinne des Apostels verstanden, wenn wir sie auf das Wesen und die Berufung der Gemeinde als Ganze in ihrer ewigen Perspektive beziehen. Wir werden dies etwas später sehen. Jedenfalls kann niemand behaupten, er wisse über neutestamentliches Gemeindeleben Bescheid, dem der Heilige Geist nicht anhand dieses einzigartigen Textes die inneren Augen geöffnet hat für die geistliche Wirklichkeit dessen, was der Apostel einzig und ausschließlich Gemeinde nennt. Viele reden von der Gemeinde, und Gemeindegründung ist heutzutage geradezu ein Hobby für frustrierte und festgefahrene Gemeindeleiter geworden. Aber wer sich so schnell dafür hergibt, neue „Gemeinden“ zu gründen, muss sich an dem messen lassen, was dieser Brief über die Gemeinde offenbart. Dann wird sich sehr schnell herausstellen, dass das, was sie da 186
Epheser – Einführung so leichtfertig Gemeinde nennen, nichts mit dem zu tun hat, wovon Paulus spricht. Was sich der Durchschnittschrist vorstellt, wenn er das Wort Gemeinde verwendet, ist ebenfalls etwas ganz anderes als der Epheserbrief uns unter diesem Namen offenbart. Wir müssen alle traditionellen Gemeindebegriffe beiseite legen, wenn wir überhaupt dazu kommen wollen, Paulus und den Heiligen Geist, der hier durch ihn spricht, zu verstehen. Denn hier wird von Dingen gesprochen, die kein Ohr gehört, kein Auge gesehen und die in keines Menschen Herz gedrungen sind, und die Gott nur denen gezeigt hat, die ihn lieben. Gehen wir kurz das Schreiben durch. Auch dieser Brief beginnt mit einem großangelegten Hymnus, und er setzt das Niveau hoch an. Wir befinden uns in den epouraniois, in den „himmlischen Örtern bzw. Regionen oder Bereichen“. Wie immer wir diesen Begriff übersetzen mögen, es handelt sich um einen Bereich in der unsichtbaren Wirklichkeit des Himmels, also über der Erde, über allem bloß Irdischen und Menschlichen, wo sich zwar die Mächte der Finsternis oder des Luftbereichs noch aufhalten, aber den sie nicht mehr überschreiten können. In diesem Bereich wird die Gemeinde angesiedelt, und wenn wir den ganzen Brief gleich zu Anfang überblicken, sehen wir auch, inwiefern Paulus im 6. Kapitel auf die geistliche Kampfführung zu sprechen kommen muss. Hier, in der unsichtbaren Wirklichkeit, findet der eigentliche Kampf, die eigentliche Auseinandersetzung zwischen Gott und Satan, zwischen Gut und Böse, zwischen Leben und Tod und zwischen Auferstehung und Verderbnis statt, und hier wird auch der Sieg und der Triumph Christi über alle Mächte des Bösen zuerst und mit aller Kraft offenbar. Nun, zunächst einmal lässt Paulus seine Geschwister wissen, dass Gott uns mit allem Segen Seines Geistes gesegnet hat und dass wir uns als Seine Gemeinde in Gemeinschaft mit unserem erhöhten Herrn in diesen himmlischen Bereichen befinden. Die Gemeinde ist also bereits dem Gravitationsfeld der Sünde und des Todes entrissen, entrückt, und sie lebt in enger Gemeinschaft mit ihrem Herrn im Himmel, und das nicht erst in der Zukunft, sondern jetzt, heute, in diesem Augenblick! Und dies war immer von Gott so vorgesehen, es wurde nicht erst im Nachhinein, dank der Erlösung, noch so arrangiert. Vor der Erschaffung der Welt, bevor es uns überhaupt gab, bevor irgend ein Fall hätte stattfinden und eine Erlösung hätte notwendig werden können, wurden wir dazu erwählt, heilig und untadelig vor Gott zu leben. Seine Liebe hat uns im voraus zur Sohnschaft bestimmt, und das bedeutet, dass wir in dieser und 187
Epheser – Einführung allen zukünftigen Schöpfungen die Stellung Christi, des Sohnes Gottes, erlangen sollten. In Kapitel 2 wird Paulus uns sagen, wie Gott dies auch unter den Bedingungen des Falles bewerkstelligt hat. Hier, im 1. Kapitel, sagt er, dass dies seit je Gottes Wille, Gottes Absicht, Gottes ewiger Plan gewesen sei, unabhängig davon, wie sich die Dinge entwickeln würden. Auch gibt er im gleichen Atemzug an, welches Ziel Gott dabei verfolgte: Wir sollten zum Lob Seiner herrlichen Gnade werden. Nun, diese Formulierung ist eine Verkürzung dessen, was Paulus hier im Auge hat. Das Objekt dieses Satzes ist die Herrlichkeit, nicht die Gnade: Die Gemeinde soll einen Lobpreis der Herrlichkeit der Gnade auslösen. Die Gnade ist bloß der Auslöser und Katalysator, der die Herrlichkeit Gottes wieder zum Leuchten gebracht hat, nachdem sie durch die Geschichte der Sünde und der Rebellion Adams zum Erlöschen verurteilt worden war. Das Ziel aller Wege Gottes ist Herrlichkeit! Das ist die Blickrichtung des ganzen Briefes. Und die Gemeinde soll das Gefäß, das Instrument sein, durch das diese Herrlichkeit hervorstrahlen und das den Lobpreis alles Geschaffenen hervorrufen soll. Kurz wird auch das Blut und die dadurch bewirkte Erlösung gestreift, denn der Apostel kann ja nicht von uns reden, ohne unsere Wiederherstellung und Wiedereinsetzung in diesen ewigen Plan Gottes zu erwähnen. Aber dann kehrt er sofort wieder zu der anfangs eingenommenen Position zurück: Paulus preist die Tatsache, dass Gott ihn gewürdigt hat, durch Seine Weisheit Einsicht in das Geheimnis des göttlichen Willens zu gewinnen. Gott hat ihm geoffenbart, dass es Sein fester Entschluss war, in Christus alles zusammenzufassen, zu vereinigen, was im Himmel und auf Erden ist. Er bezeichnet dies als die Fülle der Zeiten. Das heißt: Das ist es, worauf die Zeitalter warten, wofür diese Zeitalter überhaupt da sind. Das ist ihre Bestimmung und ihr Auftrag. Wenn das geschieht, dann haben sie ihre Aufgabe erfüllt, dann sind sie zur Fülle und zur Vollendung gelangt! Paulus redet hier nicht nur von den vergangen Zeitläufen, sondern auch von allen noch kommenden! Dann redet er davon, dass wir die Erben all dieser Dinge sind, die Erben dieser ganzen Fülle, die Erben aller Zeitalter und Ratschlüsse Gottes von vor Grundlegung der Welt bis in die Fülle aller zukünftigen Zeitalter! Und zwar waren wir von Anfang an dazu bestimmt und eingesetzt. Es war also auch schon Adams Bestimmung und Berufung! Wunderbar die Aussage des Apostels, dass alles nach dem Plan dessen geschehe, der alles so verwirklicht, wie Er es in Seinem Willen beschließt. Es gibt da keine Abweichung und letztlich auch keine Zeitverzögerung. 188
Epheser – Einführung Wie können wir wissen, dass das alles wahr ist und auch auf uns zutrifft? Gott hat uns bereits einen Anteil dieses ewigen Erbes geschenkt: Den Geist, den wir aufgrund der Erlösung am Kreuz empfangen haben. Er ist das Siegel dafür, dass wir Gottes Eigentum sind, und auch dies manifestiert bereits Gottes Herrlichkeit, wenn auch noch keineswegs im endgültigen Ausmaß, durch den Lobpreis, den die Gemeinde Gott darbringt und gleichzeitig unter den übrigen Kategorien von Wesen dieser Schöpfung bewirkt. Dass diese Dinge dem natürlichen Sinn verschlossen bleiben, war Paulus stets bewusst. Geistliche Wirklichkeiten werden uns nur durch Offenbarung erschlossen und zugänglich. Darum ist es folgerichtig, dass Paulus, nachdem er das Geheimnis Christi angedeutet hat, ein Gebet anfügt, in welchem er darum bittet, dass Gott den Brüdern und Schwestern Offenbarung schenken möge, damit sie Ihn wirklich erkennen. Er möchte, dass die Augen ihres Herzens erleuchtet werden, damit sie drei Dinge zu verstehen imstande sind: 1. zu welcher Hoffnung sie durch Christus berufen worden sind; 2. welchen Reichtum die Herrlichkeit Seines Erbes den Heiligen schenkt bzw. den Reichtum der Herrlichkeit Seines Erbes in den Heiligen; und 3. wie überragend groß Seine Macht sich an uns, den Gläubigen erweist, und zwar durch das Wirken Seiner Macht und Stärke. Alles, was die Gemeinde ist und besitzt, ist und besitzt sie dadurch, dass Christus von den Toten auferweckt und zum Thron Gottes erhöht worden ist. Gott hat Ihn so zum überragenden Haupt in den himmlischen Bereichen eingesetzt, indem Er Ihm alles zu Füßen legte. In dieser überragenden Stellung hat Er nun Christus der Gemeinde als Haupt gegeben. Und nun folgt die entscheidende Erkenntnis: Die Gemeinde ist Sein Leib! Sie verkörpert Ihn! Er und die Gemeinde bilden einen einzigen, kompakten Organismus. Das Haupt und der Leib sind eine unauflösliche Einheit. Dann geht Paulus noch weiter: Er sagt, die Gemeinde als Leib Christi sei Seine Fülle! Fülle könnte man hier ebenso gut mit Vollgestalt übersetzen. Die Gemeinde ist also, so lautet die Offenbarung Gottes im Epheserbrief, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt, oder, wie die Einheitsübersetzung sinnentsprechend formuliert: der das All ganz und gar beherrscht. Das sind gewaltige Höhen und zugleich ungeheure Tiefen! Niemals wurde Gewaltigeres von der Gemeinde gesagt. Damit wir aber den Epheserbrief wirklich im Sinne von Paulus verstehen, müssen wir die Bemerkung hinzufügen, dass das Neue Testament keinen Unterschied macht zwischen einem allgemeinen Begriff von Gemeinde, die unsichtbar 189
Epheser – Einführung weltweit irgendwie existiert, und der konkreten Gemeinde am Ort. Was er von der Gemeinde sagt, trifft sowohl auf die weltweite Gemeinde als auch auf die örtliche Gemeinde zu. Es gibt für Paulus sowieso nur eine Gemeinde. Sie besteht aus allen Wiedergeborenen einer gegebenen Ortschaft und aus allen Wiedergeborenen aller Zeitalter. Konkret in Erscheinung tritt nur die sichtbare Gemeinde vor Ort. Aber sie ist genau das, was er von der Gemeinde grundsätzlich meint. Wir merken schon, in welches Dilemma wir geraten, wenn wir Paulus ernstnehmen wollen: Eine denominationelle Gruppe von Christen, die sich aufgrund irgendeiner Erkenntnis, einer Lehre, einer kirchlichen Struktur oder von was auch immer versammelt, kann niemals Leib Christi genannt werden. Denn sie umfasst nicht alle Wiedergeborenen und folglich nicht den ganzen Christus. Sie ist nicht Seine Fülle und darum auch nicht Seine Gemeinde. Aber dasselbe trifft auch auf alle Gruppen zu, die sich zwar außerhalb des denominationellen Systems, als sogenannte freie Gruppen versammeln, die aber dennoch irgend einer Lehre, einem Dienst, einer Erfahrung oder einer bestimmten Bewegung verpflichtet sind. Auch sie verkörpern nicht Christus, den ganzen Christus, sondern den Dienst oder die Lehre, aufgrund derer sie sich zu dieser Gruppe zusammengeschlossen haben. Wir können in diesen Tagen des Abfalls diese Gemeinde nur bruchstückhaft, aber dennoch ihrem Wesen nach verkörpern, indem wir uns auf dem Grund der Einheit aller Gläubigen eines gegebenen Ortes, einer gegebenen Stadt versammeln und alle einschließen, die an diesem Ort in Christus sind. Ferner müssen wir alle Dienste einschließen, die Gott je zum Aufbau Seiner Gemeinde gegeben hat und alle Bewegungen, die dazu geführt haben, dass die Geschwister in ihre ursprüngliche Berufung zurückgebracht wurden. Die Gemeinde umfasst den Christus aller Zeitalter, und alles, was je von Christus war, gehört ihr und muss in ihr vorhanden sein. Sie darf sich durch nichts vereinnahmen und gängeln lassen, vor allem nicht von bestimmten Diensten, die sich der Wiederherstellung verschrieben haben. Auch eine Lehre von der Ortsgemeinde kann niemals die Grundlage eines Ausdrucks des Leibes Christi hier auf Erden sein. Es gibt keine solche Lehre. Es gibt kein Gemeindebauprinzip: Ein Ort – eine Gemeinde, obwohl dies wesenhaft exakt der neutestamentlichen Wirklichkeit der Gemeinde entspricht; aber eben nicht als zu befolgendes Prinzip, sondern als faktisch vorhandene Realität. Die Gemeinde ist eine geistliche
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Epheser – Einführung Wirklichkeit. Diese gilt es zum Ausdruck zu bringen. Und diese besteht ausschließlich aus Christus alles und in allen! Im 2. Kapitel nun zeigt Paulus, wie es dazu kommt, dass wir Teil dieser neutestamentlichen Wirklichkeit in Christus sind. Wie die Menschen dieser Welt heute noch, waren auch wir tot in Sünden und Übertretungen. Wir wurden von einem Geist beherrscht, der das Luftreich regiert und sich noch immer durch Ungehorsam bemerkbar macht. Wir waren Sklaven der Begierden unseres Fleisches und taten, was uns unser böser Sinn eingab. Wir waren, wie alle anderen, Kinder des Zornes. Dann aber begegneten wir der Liebe Gottes in der Gestalt des geistesmächtig verkündigten Evangeliums. Wir wurden Christus gehorsam, und durch unseren Glauben an Ihn wurden wir durch Ihn und in Ihm lebendig, mitauferweckt und gleichzeitig mitversetzt in die himmlischen Regionen. Wir bekamen ein vollkommen neues Leben, das Auferstehungsleben Christi. Unser Leben ist noch ein verborgenes Leben, aber es ist realer und mächtiger als dasjenige, das wir von Natur aus mitbekommen haben. Und vor allem ist es ein gemeinschaftliches Leben, das uns sofort mit allen Heiligen verbindet und mit ihnen zu einem Leibe gestaltet. So werden wir zum Gefäß, durch das Gott den kommenden Zeiten den überfließenden Reichtum Seiner Gnade zeigen will. Und wir sind nicht nur irgendein Werk, wir sind Sein poièma, Sein Poem, Sein Gedicht, Sein Kunstwerk! Die zweite Hälfte dieses 2. Kapitels widmet Paulus einer weiteren Erkenntnis, die sich aus dieser Offenbarung bezüglich der Gemeinde unmittelbar ergibt: Die Gemeinde als Verkörperung der neutestamentlichen Wirklichkeit ist etwas vollkommen Neues und Einzigartiges und Unteilbares. Sie besteht aus gekreuzigten Juden und gekreuzigten Heiden, denn Gott hat durch das Kreuz jede Scheidewand zwischen diesen beiden inkompatiblen Größen beseitigt. Im Galater- und Kolosserbrief lesen wir ganz klar, dass es in Christus weder Juden noch Heiden mehr gibt. Alle Unterschiede unter Menschen sind in Christus aufgehoben, beseitigt, liquidiert. Jede erneute Trennung unter Christen, ganz gleich, wie begründet und wie biblisch abgesichert sie sein mag, ist ein grundsätzlicher Widerspruch zum Wesen der Gemeinde und ist darum verwerflich und unverzeihlich. Die Gemeinde umfasst alle, die durch das Blut von Golgatha gewaschen und durch den Heiligen Geist Gottes von Gott geboren worden sind. Und sie gehören alle zusammen. Die Einheit ist ein Muss, sonst handelt es sich nicht um den Leib Christi. Ihr Fundament ist die Offenbarung, die durch die Apostel und Propheten 191
Epheser – Einführung des neutestamentlichen Zeitraums mitgeteilt worden ist. Der Schlussstein ist Christus selbst, aber auch ihr Inhalt und ihre Substanz, denn durch Ihn und in Ihm wird der ganze Bau (es heißt nicht, die vielen unterschiedlichen Gebäude und Strukturen – es ist nur ein einziger Bau!) zusammengehalten und wächst so zu einem heiligen Tempel im Herrn heran. Und wiederum durch Ihn und in Ihm werden wir zu einer Wohnung Gottes im Geist! Der Geist als die Manifestation des Wesens Christi füllt die Gemeinde, den Leib! Dann kommt Paulus im 3. Kapitel auf seinen persönlichen Dienst zu sprechen. Er hat die Gnade Gottes ganz besonders darin erlebt, dass Gott ihm einen Dienst verliehen hat, der ausdrücklich ihnen, den Heidenchristen, zugute kommt. Damit hat auch die Tatsache zu tun, dass er sich im Augenblick einmal mehr im Gefängnis befindet. Dies bringt wiederum einen reichen Strom an Offenbarung und Einsicht in die schon bestehenden Gemeinden hinein, so dass sie imstande sind, immer tiefer in die neutestamentliche Wirklichkeit in Christus einzutauchen. In diesem Zusammenhang spricht er vor allem von dem Geheimnis, das, von allen neutestamentlichen Dienern ausschließlich ihm persönlich geoffenbart und durch seinen Dienst überall verkündigt wird. Er ist nicht durch Nachdenken darauf gestoßen, sondern es wurde ihm durch Offenbarung gezeigt, also durch einen direkten Eingriff Gottes. Es war etwas, das früheren Generationen noch völlig verschlossen war. Sie konnten es auch gar nicht wissen, es bestanden keinerlei Voraussetzungen dafür. Nun, worin besteht dieses Geheimnis? Paulus wurde geoffenbart, dass die Heiden zusammen mit den Gläubigen aus dem Judentum Miterben geworden sind, dass sie in denselben Leib aufgenommen wurden (der gr.: Ausdruck lautet: Mitleib!), und dass sie durch das Evangelium Teilhaber an denselben Verheißungen geworden sind. Es ist einmal mehr das Geheimnis des Leibes Christi, der pneumatischen Gestalt des auferstandenen und erhöhten Christus hier auf Erden! Was haben die Heiden mitgeerbt? Im Römerbrief wird Paulus die Gläubigen als Erben Gottes und Miterben Christi bezeichnen. Sie erben also mit den Gläubigen aus dem Judentum alles, was der Vater in Seiner Souveränität an den Sohn übergeben hat: Die Herrlichkeit, die Autorität, die Kraft und die Herrschaft Gottes über alle Dinge! Was aber bedeutet es, dass die Heiden mit den Christen aus dem jüdischen Lager zusammen den Leib Christi bilden? Dass es in diesem Leib keine Unterschiede und keine Trennungen mehr gibt, ja noch mehr: dass es weder Juden noch Heiden mehr 192
Epheser – Einführung gibt, sondern nur noch einen: Christus alles und in allen! Es ist ein Unsinn, dass man angefangen hat, von messianischen Juden zu reden. Dies widerspricht vollkommen der neutestamentlichen Offenbarung. Es gibt nicht zwei Heilsvölker, zwei verschiedene Ausgestaltungen des Leibes Christi. Alles Jüdische und alles Nichtjüdische wurde gekreuzigt. Der Leib Christi ist die eine, einzige, neue Wirklichkeit, die existiert, nachdem alle Dinge des Fleisches in den Tod Christi gegeben wurden. Es handelt sich um eine neue Schöpfung, die keinerlei Anleihen bei der alten machte, auch nicht beim alten Bund. Und was bedeutet schließlich, dass die Heiden Teilhaber derselben Verheißung geworden seien? Mit der Verheißung ist die Verheißung Abrahams gemeint, der Geist der Sohnschaft und der Erstgeburt. Dieser Geist wurde an Pfingsten „auf alles Fleisch“ ausgegossen, das heißt unterschiedslos auf alle, die an Christus glaubten und sich in Seinen Tod taufen ließen. Die Verheißung Abrahams ist die Fülle des Geistes von Pfingsten! Wie charakterisiert Paulus seinen Dienst im Epheserbrief? Sein Auftrag bestand darin, „den Heiden als Evangelium den unergründlichen Reichtum Christi zu verkündigen und zu enthüllen, wie jenes Geheimnis Wirklichkeit geworden ist, das von Ewigkeit her in Gott, dem Schöpfer des Alls, verborgen war.“ Frucht und Ziel seines Dienstes sollte sein, „dass jetzt die Fürsten und Gewalten des himmlischen Bereichs durch die Gemeinde Kenntnis erhalten sollen von der vielfältigen Weisheit Gottes, nach seinem ewigen Plan, den Er durch Christus Jesus, unseren Herrn, ausgeführt hat.“ Von allem Anfang an trug Gott sich mit diesem Gedanken. Es war nicht etwas, das Gott sich später vornahm, um etwas zu korrigieren, was früher schief gelaufen war. Der Leib Christi aus Juden und Heiden entsprach dem ewigen Plan, nach dem Er auch diese Welt und diesen Kosmos konzipierte, und er war dessen Herzstück und Meisterwerk. Wenn solch hohe Perspektiven auf die Heiligen warteten, lohnte es sich nicht, wegen der Leiden zu verzagen, die der Apostel für seine Schützlinge ertragen musste. Im Gegenteil. Seine Leiden waren ihr Ruhm. Wieder nimmt Paulus zum Gebet Zuflucht, wenn er von so hohen Dingen schreiben muss. Er wusste sehr wohl, wie schnell man solche Dinge intellektuell zur Kenntnis nehmen und es dabei bewendet lassen kann. Wenn nicht ein Werk der Gnade im Inneren des Menschen geschieht, nützen uns solche Erkenntnisse nichts, sondern werden uns vielmehr hinderlich und schließlich zum Gericht, denn es bringt immer Gericht mit sich, wenn man um geistliche Dinge weiß, ohne es sich persönlich angeeignet zu 193
Epheser – Einführung haben und in ihnen zu leben. Darum benötigten die Geschwister ein besonderes Maß an Kraft und Stärke des Geistes. Ihr Glaube und ihr Leben mit Christus musste auf anderen Fundamenten beruhen als auf bloßem äußerem Wissen, auf Lehrsätzen und hochgradig geistigen Erkenntnissen. Christus muss in ihrem Inneren zu der überragenden geistlichen Realität werden, die Er seit Seiner Auferstehung in der unsichtbaren Welt unbestritten ist. Ihr Glaube sollte sie dazu bringen, dass Christus persönlich in ihren Herzen wohnt. Wenn Paulus vom Herzen spricht, dann meint er nicht das Gemüt, den Sitz der Gefühle und Empfindungen, sondern eine Kombination von Seele und Geist, wobei der Geist der beherrschende und alles durchdringende Teil des Herzens ist. Wille und Verstand sind ebenso sehr am Herzen beteiligt wie das Gefühl, und so müssen wir diese Aussage auch verstehen: Christus soll nicht nur gefühlsmäßig in uns wohnen, sondern auch in unserem Willen und in unserem Denken. Der ganze innere Mensch, das, was durch das Werk der Gnade aus Gott geboren worden ist und zum vollen Mannesalter in Christus heranwächst, soll von Christus erfüllt und durchdrungen sein, und alles soll das zum Ausdruck bringen, was Christus ist. Dies führt uns sofort vom individuellen Christenleben weg zum Leben in der Gemeinschaft des Leibes Christi. Wenn Paulus sagt, sie sollten in der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet sein, dann kann er damit nur den Leib, die Gemeinde meinen, denn Liebe kann nur im Beziehungsgeflecht des Organismus des Leibes Christi praktisch gelebt werden. Die Dimensionen, von denen Paulus in diesem Zusammenhang spricht, sind die Dimensionen der Wirklichkeit Christi, wie sie den Leib erfüllt und beherrscht und wie sie alle Erkenntnis übersteigt. So, im Überströmen der Liebe Christi, innerhalb der Gemeinde, werden sie mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt. Alles, was Paulus ab Kapitel 4 schreibt, steht unmittelbar im Zusammenhang und unter dem Eindruck der Offenbarung des besprochenen Geheimnisses. Darum ist es unbedingt notwendig, dass er, bevor er auf praktische Dinge zu sprechen kommt, die Einheit dieses Geheimnisses beschwört. Es gibt einen Leib und einen Geist. Damit ist dieses Geheimnis umrissen. Alles, was nicht diese Einheit zum Ausdruck bringt und von dieser Einheit geprägt und charakterisiert ist, ist nicht die Gestalt dieses Geheimnisses und hat nichts mit Gottes ewigem Plan und darum auch nichts mit Christus zu tun. Alle übrigen genannten Einheiten sind diesen beiden Grundkonstanten jeder Einheit zugeordnet und deren Voraussetzung. Die Klam194
Epheser – Einführung mer, die dieses Geheimnis zusammenfasst und in sich birgt, ist ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist. Die Christenheit täte gut daran, sich auf diese Einheit zu besinnen. Keine Gemeinschaft von Christen, ganz gleich, ob es sich um eine Institution, Konfession, Tradition oder um ungebundene und freie Gruppen außerhalb des denominationellen Systems handelt, kann von sich behaupten, Kirche oder Gemeinde Jesu Christi zu sein. Der Epheserbrief lehrt uns, dass die Gemeinde der Leib Christi ist, und dass dieser Leib eine einzige, unteilbare Wirklichkeit verkörpert; Christus alles und in allen. Dann zeigt Paulus, wie Gott darangegangen ist, dieses Geheimnis zu verwirklichen. Er hat fünf verschiedene Dienstfunktionen eingesetzt, durch die Er die Heiligen instand setzt, das Werk des Dienstes, womit er den Aufbau des Leibes Christi meint, zu vollbringen. Dazu wäre vieles zu sagen. Man kann aus dieser Aufzählung nicht schließen, dass das neutestamentliche Gemeindeleben nur dann vorhanden ist, wenn auch dieser fünffache Dienst vorliegt. Paulus spricht hier von der ewigen Perspektive aus, und er hat alle Zeitalter bis zur Vollendung im Auge. Zu allen Zeiten hat Gott Diener erweckt, die eine oder mehrere solcher Funktionen ausübten, aber nie waren sie alle gleichzeitig beisammen und schon gar nicht an einem einzigen Ort oder in einer einzigen Gemeinde. Wir liegen falsch, wenn wir von der Wiederherstellung dieses fünffachen Dienstes träumen und alle Zeit darauf verwenden, herauszufinden, welcher Bruder wohl welchen Dienst bekommen habe. Der Herr wird immer wieder dafür sorgen, dass es an keinem Dienste mangelt, der imstande ist, die Heiligen dazu auszurüsten, dass sie den Leib aufbauen. Nicht die Dienste bauen den Leib. Der Leib erbaut sich selber, indem jedes Glied mit der Gabe dient, die es vom Herrn empfangen hat. Das Ziel dieser ganzen Entwicklung wird klar umrissen: damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen. Es gilt, unterstützt durch die verschiedenen Dienste des Neuen Bundes, in der Wirklichkeit des Geheimnisses Christi zu leben und zu wachsen, bis Christus alles und in allen ist. Von Ihm, dem Haupt her, wird der ganze Leib fest zusammengefügt und gefestigt in jedem einzelnen Gelenk. Und wie sehen diese Gelenke aus? Es sind die „Darreichungen“ des einen Gliedes zum anderen. Jedes trägt bei mit der Kraft, die ihm zugemessen ist, und so wächst der Leib und wird in Liebe aufgebaut. Der Rest von Kapitel 4 und das ganze 5. Kapitel enthalten praktische Ermahnungen, die das Leben der Christen in der Gemeinde und in der Welt betreffen. 195
Epheser – Einführung Eine Stelle müssen wir noch gesondert erwähnen: Jene, in der Paulus von der Beziehung spricht, in welcher die Gemeinde zu Christus steht. Er nimmt dazu den Vergleich mit der Beziehung von Mann und Frau in der Ehe. Wie der Mann das Haupt der Frau ist, so ist Christus das Haupt der Gemeinde. Die Gemeinde soll sich in allem nach ihrem Haupt richten, genauso wie sich die Frau in der antiken Gesellschaftsordnung in allem nach ihrem Haupt, dem Ehemann, richten musste. Die Männer werden angehalten, ihre Frauen so zu lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt habe: Christus habe sich nämlich für sie hingegeben. Hier erfahren wir die stupende Tatsache, dass der Herr von allem Anfang an, als Er sich aufmachte, nach Golgatha zu gehen, die Gemeinde, nicht das Seelenheil des Einzelnen, im Auge hatte. Für sie hat Er sich hingegeben! Er hat sie im Wasser und durch das Wort rein und heilig gemacht. Im Wasser – das ist die Taufe in den Tod Christi. Durch das Wort – es ist das schöpferische Wort, durch das Gott alles ins Dasein ruft, was noch nicht da ist. Die Gemeinde geht also aus dem Tod Christi und aus dem Weckruf des Wortes Gottes zur Auferstehung und zum Leben hervor. Aber Paulus sagt noch mehr. So wie Gott Eva aus Adam hervorholte, so hat Gott die Gemeinde aus Christus hervorgeholt, denn sie ist Sein Fleisch und Sein Gebein. Zwar finden wir diese Sentenz nicht in allen Handschriften, aber sie gehört inhaltlich hierher, denn sie unterstreicht die Tatsache, dass die Gemeinde ein lebendiger Bestandteil von Christus selbst ist. Christus will eine herrliche Gemeinde. Darum reinigt Er sie auch unablässig, und darum muss sie zuweilen auch durch den Glutofen der Drangsal hindurch. Die Gemeinde ist ein Geist mit Christus, genauso wie jeder Ehemann ein Fleisch ist mit seiner Frau. So muss jede Verunreinigung, jede Beimischung des Fleisches und der ungekreuzigten Natur fortwährend ausgeschieden werden, damit sie immer mehr eine vollkommene Einheit bilden können. Der letzte Schwerpunkt dieses Briefes wird in Kapitel 6 angedeutet. Hier spannt Paulus den Bogen zurück zu dem, was er am Anfang des Briefes angerissen hat: Er stellt die Auseinandersetzung der Gemeinde mit ihren Widersachern in den kosmischen Zusammenhang der himmlischen Bereiche. Wir haben es nicht mit sichtbaren Gegnern zu tun. Die Gemeinde ist eine unsichtbare Größe, sie lebt im Unsichtbaren, im Verborgenen, und sie ist auf übernatürliche Weise ausgestattet und überhaupt geschaffen, um in der unsichtbaren Welt den Sieg Christi über alle Mächte des Bösen zu repräsentieren und zu behalten. Nicht der einzelne Christ steht im Blick196
Epheser – Einführung feld, sondern die Gemeinde. Die ganze Waffenrüstung kann nur der Leib als ganzer, die Gemeinde als ganze, anziehen. Voraussetzung für diesen Kampf und für die Verheißung des Sieges und Triumphes Christi ist ihre Einheit und kompakt zusammengefügte Gestalt. Nur in dem Maße, wie sie Christus verkörpert, kann sie den Mächten der Finsternis standhalten und sich behaupten, denn ihre Waffenrüstung ist Christus selbst. Wir sehen, bis zuletzt hat Paulus den Leib, die Gemeinde, im Auge. Möge der Herr unsere inneren Augen erleuchten, damit wir erkennen, wozu wir in Christus berufen sind, und damit wir uns eines Tages vollständig in dieser gemeinschaftlichen Berufung wiederfinden.
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Epheser 1
Der Brief an die Epheser
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(Hier schreibt) Paulus. Durch den Willen Gottes bin ich ein Apostel von Christus Jesus. (Der Brief geht) an die Heiligen, die in Ephesus wohnen , d.h. (an alle), die (dort) glaubwürdig in Christus Jesus und (ihm) treu ergeben sind. 2 (lch wünsche) euch Gnade, (die beweist, dass Gott Sich über euch freut) und Frieden, (der das Ergebnis davon ist, dass ihr fest mit dem Herrn verknüpft seid und in Ihm ruht) von Gott, unserem Vater, und von Jesus Christus, dem Herrn. 3 (Ich will), dass Gott, der Vater von unserem Herrn Jesus Christus ist, hoch gepriesen wird, hat Er uns doch mit jeder (nur möglichen), im Geist verkörperten Segensfülle überschüttet, (und dies) in Christus, und in den Bereichen der himmlischen (Wirklichkeit) selbst. 4 (Denkt doch nur), wie Er uns in Ihm ausgewählt hat, bevor die Grundlagen dieses Kosmos überhaupt gelegt waren, damit wir vor Ihm heilig und untadelig leben sollten in selbstloser Liebe! 5 Auch hat Er uns im voraus zur Sohnschaft bestimmt durch Jesus Christus, ganz für sich allein. So entsprach es dem freien Ermessen Seines Willens. 6 Er tat dies, um der Herrlichkeit Seiner Gnade, mit der Er uns in dem geliebten (Sohn) so großzügig beschenkt hat, durch Lobpreis (Ausdruck zu verschaffen). 7 In Ihm sind wir ja auch von der Sklaverei (unter der Sünde) freigekauft worden, und zwar durch Sein Blut. Wir wurden (aus dem Gefängnis unserer) Übertretungen entlassen, (indem Er sie uns vergab), (und dies wiederum) gemäß dem (unvorstellbaren) Reichtum Seiner Gnade, 6 die Er reichlich über uns ausgeschüttet hat (in Form von) jeglicher Art von (göttlicher) Weisheit und Einsicht. 9 Er hat uns nämlich das Geheimnis, welches Sein Wille in sich Anm. d. Übers.: In einigen alten Handschriften heißt es: „die in … wohnen“. Dies zeigt, dass der Epheserbrief auch als Rundbrief an verschiedene Gemeinden benutzt wurde gr.: zur Einsetzung als Söhne
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Epheser 1 barg, gezeigt und mitgeteilt, ganz einfach, weil es Ihm so gefiel, und weil Er es in Sich selbst im Voraus so beschlossen hatte; 10 es sollte gemäß der göttlichen Haushaltsplanung zur Ausführung gelangen, wenn der richtige Zeitpunkt dafür gekommen war. (Und dies ist sein Inhalt:) Alles, (was sich Gott je vorgenommen und geschaffen hat), sollte in dem Christus unter ein Haupt zusammengefasst werden, und zwar alles in den himmlischen Bereichen, und alles, was sich auf der Erde befindet – (es sollte) in Ihm (integriert werden). 11 In Ihm wurden wir auch ausgelost , wozu wir ja gemäß dem Vorsatz dessen, der alles so ausführt, wie es im Plan Seines (zur Tat drängenden) Willens (vorgesehen war), im Voraus bestimmt waren. 12 So sollten wir zu einem Lobpreis werden, der Seine Herrlichkeit (zum Ausdruck bringt), wir, (das sind wir Juden,) die wir schon vorher auf Christus gehofft haben. 13 Nun habt auch ihr (aus der Heidenwelt) eure Hoffnung auf Ihn gesetzt und seid jetzt in Ihm, nachdem ihr das Wort der Wahrheit vernommen habt, nämlich die frohe Botschaft von eurer Rettung (und Befreiung). Dieser (Botschaft) habt ihr euch anvertraut und ihr Glauben geschenkt, und darum seid ihr auch gleich mit dem Heiligen Geist, der (uns von Gott) zugesagt und versprochen worden war, als dem Siegel (des Eigentümers) ausgestattet worden. 14 Er ist die erste Teilzahlung von unserer Erbschaft und dient zum (endgültigen) Loskauf des (göttlichen) Eigentums. Der Endzweck von allem ist (wiederum) ein Lobpreis, der Seine Herrlichkeit (zum Ausdruck bringt). 15 Man hat mir berichtet, wie treu und vertrauensvoll ihr an Jesus, dem Herrn, hängt, und welche selbstlose Liebe ihr allen Heiligen gegenüber an den Tag legt. 16 Darum (und aus den oben genannten Gründen) danke ich auch pausenlos für euch. Wann immer ich bete, erwähne ich euch und präge euch tief ins Gedächtnis d.h. in Christus hat Gott das Los gezogen und dadurch wurden wir, weil wir in ihm sind, zu seinem persönlichen Eigentum
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Epheser 1.2 (Gottes) ein. 17 Ich möchte, dass der Gott von Jesus Christus, unserem Herrn, der Vater der Herrlichkeit, euch (noch in weit größerem Maße) den Geist mitteilt, der Weisheit verleiht und Offenbarung bewirkt, die darin besteht, dass ihr Ihn noch viel tiefer kennenlernt. 18 Die Augen eures Herzens sollen hell erleuchtet werden, damit ihr euch bewusst seid, 1. was für eine Hoffnung das ist, zu der ihr berufen und auch eingeladen wurdet, 2. welchen Reichtum an Herrlichkeit Sein Erbanteil unter den Heiligen darstellt, 19 und 3. wie groß Seine Kraft ist, die über alles (vorstellbare) Maß hinausgeht und die Er bei uns, die wir zum Glauben gekommen sind, angesetzt hat und an uns wirksam werden ließ. (Alles geschah) entsprechend der Energie, die sich mit aller Kraft (wie im Sturm oder wie ein Pferd im Galopp) und mit unheimlicher Gewalt, wie nur Er sie hat, äußerte. 20 Es ist dieselbe Energie, die Er auch in Christus freisetzte, als Er Ihn von den Toten auferweckte und Ihn zu seiner Rechten in den himmlischen Bereichen Platz nehmen ließ, 21 hoch über jeder (Art von) Oberbefehl, Machthaber, Kraftentfaltung, Herrschaftsformen, und auch (hoch über) jedem Namen, der genannt werden könnte, und zwar nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch in dem, das im Begriff steht, hereinzubrechen. 22 Alles (ohne Ausnahme) hat er Ihm (Christus) zu Füßen gelegt; er hat Ihn also zum Haupt über alles gemacht und Ihn so der Gemeinde gegeben. 23 Sie ist nämlich Seine Verkörperung, die Vollgestalt von dem, der alles in allen (sogar: in allem) ausfüllt.
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Auch euch (hat er also mit Christus aus den Toten auferweckt); denn eigentlich seid ihr ja vorher tot gewesen, 2 als ihr noch in euren Fehltritten und Sünden lebtet, genauso wie es dieser Kosmos entsprechend dem (gegenwärtigen) Zeitalter haben wollte. Dieser wird nämlich vom Oberbefehlshaber aller Geistmächte im Luftbereich (beherrscht), jenem Geistwesen, das seine ganze Energie jetzt in den Söhnen des Ungehorsams ma201
Epheser 2 nifestiert. 3 Auch wir (alle) bewegten uns früher unter ihnen und richteten uns völlig nach ihren Grundsätzen. Wir ließen uns von den Begierden unseres Körpers treiben und taten schön das, was das Fleisch und die Gedanken von uns wollten. (Ihr seht), wir waren von Natur aus Kinder des Zornes (Gottes) wie alle anderen auch. 4 Nun jedoch hat Gott – Er ist ja so (unermesslich) reich an Erbarmen (und hat es uns gezeigt), indem Er uns mit so viel von Seiner selbstlosen Liebe geliebt hat, 5 als wir aufgrund unserer Fehltritte noch tot waren – uns in Christus, d.h. mit Ihm zusammen, lebendig gemacht (Einschub:) (Vergesst nicht), ihr seid (nur) durch (Seine) Gnade gerettet worden! (Einschub Ende) 6 und hat uns mit (Ihm) auferweckt und uns in Christus Jesus mitversetzt in die himmlischen Bereiche. 7 Seine Absicht (mit all dem) war, in den Zeitaltern, die noch kommen werden, den alles Maß übersteigenden Reichtum Seiner Gnade zu demonstrieren, die Er auf so gemeinnützige Weise auf uns verwendet hat, und (dies alles) in Christus Jesus. 8 lhr seid (wirklich) aus (purer) Gnade gerettet worden, und (nur), weil ihr (an Christus) geglaubt habt. Ihr selbst habt nichts dazu beigetragen; es ist eine (reine) Gabe von Gott. 9 Es kommt auch nicht aus irgendwelchen Unternehmungen (von eurer oder unserer Seite), denn niemand soll sich rühmen können. 10 Wir sind etwas, das Er (ganz allein) gestaltet und geformt hat . Wir wurden in Christus Jesus (extra) geschaffen, um (unsererseits) gute Werke zu vollbringen. Aber auch diese hat Er schon im voraus bereitgestellt; wir brauchen uns nur noch in ihnen zu bewegen (und sie auszuführen). 11 Denkt immer wieder daran, dass ihr einst „die Heidenvölker“ im Fleische gewesen seid. Von denen, die sich „die Beschneidung“ nennen, die doch nur von Hand am Fleisch vorgenommen wird, wurdet ihr (verächtlich) „die Vorhaut“ genannt . 12 Zu jenem Zeitpunkt lebtet gr.: ein Gedicht, ein göttliches Kunstwerk d.h. am männlichen Glied d.h. „die Unbeschnittenen“
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Epheser 2 ihr ohne Christus, das Gemeinwesen und die Lebensform Israels war euch (völlig) fremd. Ihr wart gleichsam „Ausländer“ im Blick auf die Bundesbeziehungen, die (Gott aufgrund von einer handfesten, ja, mit einem Schwur unwiderruflich gemachten,) Zusage (mit seinem Volk eingegangen ist), es gab für euch keine Hoffnung; (im Grunde genommen) wart ihr Atheisten in diesem Kosmos. 13 Doch jetzt, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr damals weitab (von all diesen Dingen euer Dasein gefristet habt), durch das Blut von Christus nahe herangebracht worden. 14 Er selbst ist nämlich unser Friede . Er hat die beiden (so völlig verschiedenen Parteien) zu einer einzigen (neue Wirklichkeit) umgebildet, indem Er die Umfriedung, (die Israel isolierte und die) als Scheidewand (gegenüber allen übrigen Völkern diente, so dass grundsätzlich keine Verbindung möglich war, kurzerhand) beseitigt. Damit hat er auch die Feindschaft, 15 die auf den Vorschriften des Gesetzes beruhte, welche aus lauter Dogmen bestanden, zerstört. Er wollte die zwei in Seiner eigenen Person zu einem einzigen neuen Menschen umschaffen. Auf diese Weise machte er Frieden 16 und versöhnte die beiden in einem Körper (wieder) mit Gott, und zwar durch das Kreuz; denn (genau dort) hat Er die Feindschaft, indem Er sie selber (verkörperte), getötet. 17 Und als Er kam, verkündigte Er die frohe Botschaft, (und die lautete): Frieden für euch, die Fernstehenden, und ebenso auch Frieden für die, die bereits nahe sind. 18 Denn durch Ihn haben wir beide nun Zutritt zum Vater, (und dies) durch den einen Geist, (der in uns beiden wohnt). 19 Darum seid ihr jetzt keine Ausländer und auch keine Ortsfremden mehr; ihr seid vielmehr Mitbürger der Heiligen und Mitbewohner des Hauses Gottes geworden; ja, (noch mehr): 20 Ihr werdet (richtiggehend) mit in das Haus eingebaut, das auf dem Fundament, d.h. der Knoten zwischen den erretteten Juden und Heiden, der die Gemeinschaft und Einheit zwischen beiden verbürgt d.h. zur Glaubensnorm erhobenen Sätzen und Interpretationen des Gesetzes
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Epheser 2.3 (welches) die Apostel und Propheten (gelegt haben), steht und von dem Christus Jesus selbst der Eckstein ist. 21 In ihm nämlich wird das ganze Bauwerk harmonisch zusammengefügt, und so wächst es heran zu einem heiligen Tempel im Herrn. 22 In Ihm lasst doch auch ihr euch zu einer Wohnung Gottes im Geist zusammenbauen!
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Damit (unter euch all diese Dinge Wirklichkeit werden, schreibe) ich, Paulus, (euch diesen Brief). (Ich kann ja leider nicht persönlich zu euch kommen und es euch im Detail auseinandersetzen), da ich, (wie ihr wisst), (gegenwärtig) ein Gefangener von Christus Jesus bin, und zwar wegen euch aus der heidnischen Umwelt. – 2 (Da kommt mir gleich in den Sinn), dass ihr (möglicherweise) noch gar nichts davon gehört habt, dass mir die Verwaltung über die Gnade Gottes für euch auferlegt und anvertraut worden ist. 3 Durch eine (direkte) Offenbarung wurde ich in das Geheimnis eingeweiht, so wie ich es vorhin skizzenhaft beschrieben habe. 4 Ihr könnt diesbezüglich, wenn ihr es (sorgfältig) durchlest (und darüber nachdenkt), feststellen, welches (Maß von) Verständnis ich im Blick auf das Geheimnis von Christus gewonnen habe. 5 In früheren Generationen wurden (diese Dinge) den Menschensöhnen nicht so mitgeteilt, wie sie jetzt seinen heiligen Aposteln und Propheten im Geist geoffenbart worden sind. 6 Dies ist der entscheidende Inhalt (dieses Geheimnisses): 1. Die (Gläubigen aus den) Heidenvölkern sind durch das Evangelium zu Miterben (der Heiligen) geworden; 2. sie sind mit in die Verkörperung Christi aufgenommen worden, und 3. sie haben mit (uns) Anteil an der Zusage (Gottes) in Christus Jesus. 7 Ich bin ein Diener dieses (Geheimnisses) geworden, entsprechend der Gnade, die mir als Gabe von Gott geschenkt worden ist, und entsprechend der Energie (und Wirkung) Seiner (gewaltigen) Kraft. 8 (Stellt euch vor!) Abbruch des Gedankens für alle nichtjüdischen Menschen gemeint ist damit der Geist, den alle empfangen, die an Christus glauben
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Epheser 3 Mir, dem bei weitem geringsten und unwürdigsten unter allen Heiligen wurde diese Gnade geschenkt! Ich sollte den Heidenvölkern den unaufspürbaren und damit unermesslichen Reichtum von Christus als frohe Botschaft verkündigen 9 und (ihnen) allen zur Erleuchtung verhelfen, damit sie erkennen können, worin die Verwaltung des Geheimnisses besteht, welches durch alle vorausgegangenen Zeitalter hindurch in dem Gott, der das ganze Weltall geschaffen hat, verborgen gewesen ist. 10 Jetzt, (während ich dies schreibe), sollen alle Oberbefehlshaber und alle Inhaber irgendwelcher Autorität und Vollzugsgewalt, die zu den himmlischen Bereichen Zutritt haben und sich dort aufhalten, anhand der Gemeinde und durch sie von der äußerst facettenreichen und mannigfaltigen Weisheit Gottes in Kenntnis gesetzt werden. 11 Dies entspricht dem Konzept, wie Gott es sich vor den Zeitaltern in Christus Jesus, unserem Herrn, ausgedacht hat. 12 „In Ihm, (in Christus Jesus also), sind wir darum völlig furchtlos (Gott gegenüber) und können jederzeit zuversichtlich vor Gott erscheinen, weil wir ja an Ihn (an Christus) glauben. 13 Aus diesem Grunde bitte ich stets darum, dass ich unter dem Druck, dem ich auf vielfältige Weise wegen euch und zu euren Gunsten ausgesetzt bin, nicht depressiv werde und aufgebe. (Meine Engpässe) sind eine Ehre für euch. 14 Zu diesem Zweck beuge ich auch (stets) meine Knie vor dem Vater unseres Herrn Jesus Christus. 15 Von Ihm stammt nämlich jede väterliche Beziehung und Hausgemeinschaft, die man sowohl in den (verschiedenen) Himmeln als auch auf Erden als solche bezeichnen kann. 16 Es ist meine intensive Bitte, Er möchte euch zum Geschenk machen, dass ihr dem Reichtum Seiner Herrlichkeit entsprechend durch Seinen Geist mit Kraft ausgerüstet werdet, so dass immer neue (Schübe) göttlicher, gr.: doxa Zwei Dinge drückt dieser Satz aus: 1. seine innere Haltung, die er Gott gegenüber einnimmt; 2. die Tatsache, dass er immer wieder, tagsüber und auch nachts, auf seine Knie geht und alles mit Gott bespricht
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Epheser 3.4 übernatürlicher Machtwirkungen in den inneren Menschen einströmen (und dieser dadurch stark und widerstandsfähig wird). 17 Christus soll, durch den Glauben, eure Herzen völlig in Besitz nehmen und darin wohnen, so dass ihr tiefe Wurzeln in die Liebe hineintreibt und in ihr Halt und Standfestigkeit gewinnt, und ihr fest auf dem Fundament steht, (das durch den Geist in euch gelegt worden ist, nämlich: Christus als das gemeinsame Leben in allen Heiligen). 18 So werdet ihr instand gesetzt, mit allen Heiligen erfassen zu können, welche Breite, Länge, Höhe und Tiefe (dieses göttliche Leben in Christus) hat, 19 und auch zu erkennen, wie die Liebe Christi jedes normale Maß von Erkenntnis bei weitem übersteigt. Das Ziel (aller meiner Gebete) ist, dass ihr immer mehr gefüllt werdet, bis ihr (sowohl inhaltlich wie ausdrucksmäßig) die Vollgestalt Gottes erreicht habt. 20 Dem jedoch, der imstande ist, weit über jedes Maß hinaus auszuführen, was immer wir nur bitten oder uns überhaupt vorstellen können, gemäß der Kraft, die mit (göttlicher) Energie voll auf uns einwirkt, diesem Gott soll alle Herrlichkeit gehören, in der Gemeinde und in Christus Jesus, und dies soll in allen Generationen so sein bis in das Zeitalter aller Zeitalter hinein (wo sowieso Gott alles in allem sein und damit alles in Herrlichkeit bestehen wird). Amen.
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Als ein Gefangener im Herrn fordere ich euch auf, ein Leben zu führen, das der Berufung würdig ist, mit der ihr berufen wurdet. 2 Tut das mit aller Bescheidenheit und Freundlichkeit, seid dabei (nicht kleinlich, sondern) großmütig; lasst euch untereinander lieber vieles gefallen und ertragt euch gegenseitig in selbstloser Liebe. 3 Beeilt euch und seid eifrig bestrebt, die Einheit, die (allein) durch den Geist (gewährleistet) ist, zu bewahren; (wo Risse entstanden sind, da benutzt) das Bindemittel des Friedens. 4 (Ihr müsst eins sein, wenn ihr eure Berufung tatsächlich praktisch verwirklichen wollt), denn es gibt nur einen Leib, (weil es) auch (nur) einen Geist gibt; 206
Epheser 4 so seid ihr auch nur aufgrund einer einzigen Hoffnung, die eure ganze Berufung beinhaltet, berufen worden. 5 Es gibt nur einen Herrn, nur einen einzigen Glauben, nur eine Taufe 6 (und schließlich auch) nur einen Gott, der der (gemeinsame) Vater von (uns) allen ist. (Und vergesst nicht:) Er ist über allem (räumlich), durch alles hindurch (zeitlich), und in allem (wesenhaft, existenziell). 7 (Mit der praktischen Verwirklichung unserer Berufung verhält es sich so:) Jedem einzelnen von uns wurde die Gnade entsprechend dem Maß der Gabe, die Christus (ihm zugeteilt hat), verliehen. 8 Darum heißt es (in der Schrift): Nachdem Er zur Höhe hinaufgestiegen ist, hat Er Kriegsgefangene gemacht und sie mit sich geführt, und dann hat Er den Menschen Gaben ausgeteilt. 9 Hat das „Er ist hinaufgestiegen“ irgend einen Sinn, wenn Er nicht vorher in die Niederungen der Erde (nämlich ins Totenreich) hinabgestiegen ist? (Nein!) (Es ist vielmehr so:) 10 Der, der hinabgestiegen ist, ist genau derselbe, der hoch hinaufgestiegen ist, höher als alle Himmel, um (letztendlich) alles (mit Sich selbst) auszufüllen. 11 So befinden sich unter den Gaben, (die er an die Gemeinde ausgeteilt hat), einige Apostel, einige Propheten, einige, die (auf besondere Weise) die frohe Botschaft verkörpern und ausbreiten, sowie einige Hirten und Lehrer. 12 Sie haben die Aufgabe, die Heiligen soweit instand zu setzen , dass sie fähig sind, (selber) die Arbeit des Dienstes zu verrichten. So soll der Leib Christi wie ein Haus aufgebaut werden (indem jeder seiner Fähigkeit gemäß Hand anlegt und in der Gemeinde dient), (und dies so lange), 13 bis wir (schließlich) alle (gemeinsam) zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangt sind und diese zu unserem festen Besitz geworden ist. (Dies wird dann der Fall sein), wenn wir das erwachsene Mannesalter erreicht haben, das heißt, wenn wir (geistlich) herangereift und alt genug geworden sind (und es uns gelungen d.h. alle materiellen und geistigen Räume dieses Kosmos das griechische Wort ist ein Fachwort der antiken Chirurgie: „ausgerenkte Glieder wieder einrenken“
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Epheser 4 ist), Christus in seiner vollendeten Gestalt zu verkörpern. 14 Wir sollten uns nicht jedes Mal, wenn uns wieder der Wind irgend einer (neu fabrizierten) Lehrmeinung entgegenbläst, wie Unmündige benehmen und uns so kindisch aufführen, (dass es aussieht), als würden wir von (mächtigen) Wogen umhergeworfen und (wie ein führerloses Schiff hilflos auf offener See) umhertreiben. Die Menschen sind nun einmal schlau und hinterhältig; sie erfinden (immer neue Lehren und „Offenbarungen“), und gehen dabei methodisch vor, um andere hinters Licht zu führen (und herumzukriegen). 15 Lasst uns viel lieber in der Wahrheit feststehen und in Liebe in jeder Hinsicht heranwachsen zu Ihm hin . Er selbst, Christus, ist ja das Haupt (des Leibes). 16 Aus Ihm hervor wird der ganze Leib (harmonisch) zusammengefügt, (und er existiert dadurch), dass zusammengetragen wird, was jedes Glied gemäß der (göttlichen Energie, (über die es verfügt, zum Ganzen) beisteuert. In dem Maße nämlich, wie jeder einzelne Teil das Seine beiträgt, hilft er dazu, dass der Leib (als Ganzes) wächst, und auf diese Weise baut er sich selbst (wie bei einem Hause) auf, und dies in Liebe. 17 Folgendes muss ich euch (nun leider auch noch sagen), und ich trete dabei als Zeuge auf im Herrn: Ihr solltet euch nicht mehr so verhalten und euch so aufführen, wie dies die Heidenvölker, (zu denen ihr ja auch gehörtet, immer noch) tun. (Sie wissen es nicht anders), denn ihr (innerer) Sinn gibt ihnen törichte Dinge ein, (die sie dann stumpfsinnig ausführen). 18 Sie tappen mit ihren Gedanken im Dunkeln; das Leben, das Gott schenkt und selber ist, ist ihnen etwas Fremdes, und sie leben weitab davon, weil sie sich in völliger Unwissenheit befinden . Das kommt davon, dass sich ihre Herzen zu Tuffstein verhärtet haben . 19 Sie sind innerlich stumpf geworden und haben aufgegeben; so sind sie der Zügel d.h. zu seiner „vollendeten Gestalt“ d.h. weil sie das Leben Gottes eben noch nicht kennen gelernt haben und nicht wissen, dass Unwissenheit von der Sünde kommt, die in ihnen haust d.h. sie sind unempfänglich geworden für geistliche und göttliche Dinge
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Epheser 4 losigkeit anheimgefallen, (die mit ihnen machen kann, was sie will), so dass sie sich mit unreinen (vor allem erotischen und sexuellen) Dingen beschäftigen und sich (wo immer möglich) an allem gierig bereichern. 20 Was nun euch betrifft, so ist dies nicht die (geeignete) Art und Weise, wie ihr gelernt habt, (dass man) Christus (praktisch ausleben soll) , 21 falls ihr überhaupt von Ihm gehört habt und über Ihn unterrichtet worden seid (und folglich wissen solltet), wie die Wahrheit (sich im Lebenswandel) von Jesus (manifestiert hat). 22 (Ist dies tatsächlich der Fall, wie ich vermute und voraussetze,) dann allerdings müsst ihr, was eure frühere Lebensführung betrifft, den alten Menschen (euer altes Wesen), der sich immer weiter aufreibt und verdirbt, genau (nach dem Drehbuch) der betrügerischen Begierden, (die in seinem Innern toben), ablegen. 23 (Und dies geschieht so:) Durch den Geist muss euer Denkvermögen völlig neugestaltet werden; 24 ihr müsst den neuen Menschen (euer neues Wesen in Christus) wie ein (neues) Kleid anziehen, denn dieser ist so geschaffen worden, wie Gott ihn haben will – nämlich in Gerechtigkeit und Heiligkeit, wie es der Wahrheit entspricht. 25 Aus diesem Grunde müsst ihr die Lüge aufgeben. Jeder soll mit den ihm Nahestehenden so reden, wie es der Wahrheit entspricht, denn wir sind Glieder voneinander. 26 Sollte euch gar der Zorn packen, dann lasst euch nicht zur Sünde hinreißen. (Haltet euch an die gute Regel:) Noch bevor die Sonne untertaucht, soll euer Zorn (der Vergebung) weichen. 27 Überlasst diesbezüglich das Feld nicht dem, der immer neue Verwirrung stiftet . 28 Wer (bisher) gewohnheitsmäßig Dinge hat mitgehen lassen, soll aufhören, zu stehlen. Stattdessen soll er sich anstrengen und sich bemühen, mit seinen eigenen Händen (und auf ehrliche Weise) einen (gewissen) Wohlstand zu erarbeiten, damit er etwas hat, was er dem ab bzw. Perversionen gr.: „ihr habt den Christus nicht so gelernt“ gr.: diabolos
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Epheser 4.5 geben kann, der Not leidet. 29 Jede (Art von) fauler, modriger, von Verwesungsgeruch erfüllter Redeweise soll nicht aus eurem Munde kommen. Im Gegenteil: Wenn ihr etwas sagt, soll es etwas Gutes sein, das diejenigen (in das Haus der Gemeinde) einbaut, die es nötig haben. So gebt ihr (göttliche) Gnade an die weiter, die euch zuhören. 30 Macht (durch euer Verhalten) den Heiligen Geist, (den ihr) von Gott (empfangen habt), nicht traurig; in Ihm seid ihr nämlich versiegelt worden (und somit seid ihr unantastbar) bis zum Tag (eurer endgültigen) Auslösung. 31 Entfernt (aus eurer Mitte) jede Art von Härte, (die nur zu Bitterkeit und Resignation führt), Erregbarkeit und aufreizendem Verhalten, Zornausbrüchen, (unnötigem) Lärmen und Schreien und Äußerungen, die den anderen schaden und sie schlecht machen, samt allem, was (ohnehin) schlecht ist. 32 Seid vielmehr gütig und freundlich zueinander, hegt warme Gefühle füreinander, (und seid empfindsam für das, was im Bruder oder in der Schwester vorgeht), seid großzügig und freigebig gegeneinander und vergebt euch gegenseitig, und zwar genauso wie Gott uns in Christus Gnade geschenkt und uns Vergebung gewährt hat.
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(Ich möchte), dass ihr solche (Menschen) werdet, die (wie richtige Schauspieler) Gott nachahmen und (so echt wie nur möglich) darstellen, wie dies Kinder tun, die (von ihren Eltern) geliebt werden. 2 Führt euer Leben in Liebe (zueinander), so wie Christus ja auch uns geliebt und Sich selbst für uns (ans Kreuz) ausgeliefert hat. Dadurch legte er Sich selbst sowohl als (unblutige) Opfergabe als auch als Schlachtopfer (auf den Altar) (und ließ sich dort) zu einem wohlriechenden Duft für Gott (verbrennen). 3 Sexuelle Zügellosigkeit (und jede Form sexueller Abartigkeit), Unreinigkeit (sowohl in Gedanken wie im Verhalten) und alle Gier nach Besitz sollen unter euch nicht einmal dem Namen nach bekannt sein und besprochen werden; so gehört es sich für Heilige. 4 Ebenso wenig sollen schmutzige Witze und Zoten oder auch 210
Epheser 5 nur dummes, oberflächliches Geschwätz (in geistlichen Fragen) (unter euch zu finden sein), auch nicht jene diplomatische Gewandtheit in gesellschaftlichen Umgangsformen, (wie sie in den Salons üblich sind, wo man unter dem Deckmantel der konventionellen Höflichkeit mit scheinbar harmlosem, lachendem Gesicht dem anderen die schlimmsten Gemeinheiten sagt), überhaupt irgend etwas, das sich nicht schickt, dafür um so mehr Dankbarkeit. 5 Wenn ihr (über diese Dinge) nachgedacht habt, sollte dies euch doch wohl nun klar geworden sein: Jeder, der sich außerhalb der Ehe sexuell betätigt, jeder, der unrein und habgierig ist, was dasselbe ist wie Götzendienst, wird kein Los zugeteilt bekommen und somit nichts erben in der Königsherrschaft von Christus und von Gott. 6 Keiner soll euch mit leeren Worthülsen an der Nase herumführen können. Denn genau um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams. 7 Lasst euch darum nicht mit ihnen ein und beteiligt euch nicht (an ihrem Treiben). 8 (Es stimmt:) Früher wart ihr genauso in der Finsternis; nun aber seid ihr im Herrn ans Licht getreten. Führt euch also auf wie Kinder, die im Licht sind. 9 Die Frucht des Lichts aber, (das steht fest), besteht aus (jeder Art von) Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit. 10 (Ihr solltet imstande sein), ständig zu prüfen und herauszufinden, ob etwas dem Herrn wohlgefällt (oder nicht). 11 Beteiligt euch nicht an (undurchsichtigen und) unfruchtbaren Geschäften, die im Dunkeln geschehen. Lasst (die betreffenden Leute) vielmehr zuschanden werden, indem ihr die Sache aufdeckt, sie überführt und tadelnd zurechtweist. 12 Was diese nämlich ganz im Versteckten so alles treiben, (verschlägt euch die Sprache); man schämt sich, überhaupt davon zu reden. 13 Alles jedoch, was (so von euch) aufgedeckt worden ist, ist durch das Licht (der Offenbarung von Gott) an den Tag gekommen. 14 Denn (es gilt der Grundsatz:) Alles, was durch Offenbarung ans Licht gekommen ist, ist selber Licht. Darum heißt es doch in der Schrift: „Wach auf, du 211
Epheser 5 Schlafmütze, und steh auf von den Toten; dann wird dir Christus (wie die Sonne) aufgehen (und dich in Licht hüllen)“. 15 So passt nun auf und achtet peinlich genau darauf, wie ihr praktisch lebt. (Benehmt euch) nicht wie Naive, die von all diesen Dingen keine Ahnung haben, sondern wie solche, die (durch Offenbarung und durch die Erfahrung) weise geworden sind. 16 Macht das Beste aus der Zeit, die euch zur Verfügung steht (so wie ihr es beim Einkaufen mit dem Geld tut), denn die Tage, (in denen wir leben), sind schlimm. 17 Und genau deshalb dürft ihr nicht unvernünftig sein (und es etwa an Glauben fehlen lassen); versucht vielmehr zu verstehen, was der Wille Gottes ist. 18 Sorgt auch dafür, dass ihr euch nicht mit Wein betrinkt, denn das führt nur zu heilloser Liederlichkeit (zur Betörung der Sinne und zur Verlotterung des Charakters). (Ich weiß euch etwas viel Besseres:) Werdet voll im Geist! 19 Dann plaudert ihr nämlich miteinander, indem ihr dem Herrn Psalmen , Hymnen und vom Geist (inspirierte) Lieder singt und (mit Saiteninstrumenten) dazu spielt, und zwar aus vollem Herzen. 20 Ihr werdet dann nichts anderes mehr tun, als dabei jedes Mal dem Gott und Vater im Namen unseres Herrn Jesus Christus für alles danken. 21 (Ich möchte), dass ihr euch freiwillig gegenseitig unterordnet, und zwar mit dem Respekt, mit dem ihr Christus begegnet. 22 So sollen sich z.B. die Frauen ihren eigenen Männern (gern und aus Liebe) fügen, wie sie dies beim Herrn ja auch tun. 23 Der Mann ist nämlich für die Frau das Haupt, wie Christus selbst das Haupt ist für die Gemeinde: Er hat sie als (ihr) Erretter zu Seinem Leibe gemacht. 24 Wie nun die Gemeinde sich (freiwillig und in Liebe) dem Herrn unterordnet, so sollen sich auch die Frauen in allem ihren Männern gegenüber verhalten. 25 Nun zu euch Männern: Liebt eure Frauen auf selbst von einem Saiteninstrument begleitete Lieder frei intonierte feierliche Tonsätze
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Epheser 5.6 lose Weise, denn genauso hat auch Christus die Gemeinde selbstlos geliebt und Sich selbst für sie (dem Tod) ausgeliefert. 26 Er wollte sie heilig machen, und so reinigte (bzw. säuberte) er sie durch ein Bad im Wasser und vertraute ihr sein Offenbarungswort an. 27 Es war sein Wunsch, dass die Gemeinde herrlich vor ihm erscheinen soll; sie sollte weder einen Schmutzflecken noch eine Runzel noch irgend sonst etwas derartiges aufweisen, vielmehr wollte er, dass sie heilig und tadellos ist. 28 So sind auch die Männer verpflichtet, ihre Frauen so zu lieben, als wären sie ihr eigener Körper. Wer nämlich seine Frau liebt, liebt (im Grunde genommen) auch sich selbst. 29 Noch nie hat jemand seinen Körper (wirklich) gehasst; im Gegenteil: Er füttert ihn groß und hält ihn warm (wie der Vogel die Eier bei der Brutpflege). Genauso macht es Christus mit der Gemeinde; 30 wir sind ja Glieder an seinem Leib. 31 (Da fällt mir noch ein Schriftzitat ein:) „Aus diesem Grunde wird (jeder) junge Mann (früher oder später) Vater und Mutter zurücklassen und sich mit seiner Frau zu einer (festen) Einheit verbinden ; und so werden die zwei zu einem einzigen Körper“. 32 Dies ist (in der Tat) ein großes Geheimnis: Wenn ich dies sage (und aus der Schrift zitiere), dann meine ich nämlich (gar nicht Mann und Frau, sondern) Christus und die Gemeinde. 33 Trotzdem gilt das auch für euch, und zwar für jeden einzelnen: Jeder von euch soll seine eigene Frau (mindestens) so lieben, wie (er) sich selbst (auch liebt). Die Frau ihrerseits soll ihrem Mann mit Respekt begegnen.
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Nun zu euch Kindern: Gehorcht euren Eltern im Herrn (und seid ehrerbietig gegen sie). So handelt ihr richtig. 2 (In der Schrift steht nämlich:) „Halte deinen Vater und deine Mutter in Ehren“; (und ihr müsst wissen), dass dies das erste Gebot ist, dem eine konkrete Zusage beigefügt ist: 3 „Dann wird es dir gut gehen und d.h. durch die Taufe gr.: an ihr festgeleimt werden
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Epheser 6 du wirst auf dieser Erde lange am Leben bleiben“. 4 Und nun zu euch Vätern: Macht nicht den Fehler, dass eure Kinder (durch die Art, wie ihr mit ihnen umgeht), eine zornige (Natur) entwickeln. Kümmert euch vielmehr so um sie, dass eure Erziehung den Herrn zum Inhalt hat und sie Ihn kennenlernen. 5 (Weiter) zu euch Sklaven: Seid denen gehorsam, die dem Fleische nach (eure) Herren sind, (und tut widerspruchslos, was sie sagen), auch wenn ihr sie fürchtet und vor ihnen zittert; (verrichtet euren Dienst) in der Einfalt eures Herzens, als würdet ihr Christus dienen. 6 Zieht dabei keine Show ab und arbeitet nicht nur dann, wenn euch jemand beobachtet, wie diejenigen, die darauf aus sind, den Menschen gefällig zu sein. Nein. Führt stattdessen vielmehr wie (echte) Sklaven von Christus den Willen Gottes aus (mit eurem Dienst) und seid mit ganzer Seele (bei der Sache). 7 Tut euren Sklavendienst mit viel gutem Willen (und setzt euch fleißig ein), denn eigentlich dient ihr dabei ja dem Herrn und nicht Menschen. 8 Ihr müsst nämlich eines wissen: Jeder (von uns) wird je nach dem, was er an Gutem getan hat, dafür vom Herrn belohnt werden, und dies ganz gleich, ob er ein Sklave oder ein freier Mann ist. 9 (Schließlich noch) zu euch Herren: Verhaltet euch genauso (loyal) ihnen gegenüber und gebt es auf, ihnen ständig mit Drohungen (Angst einzuflößen). Ihr sollt wissen, dass sowohl sie als auch ihr ein und denselben Herrn habt, der im Himmel ist, und bei Ihm gibt es so etwas wie Rücksicht auf die Person (oder die soziale Stellung) eines Menschen nicht. 10 Am Schluss nun (noch etwas sehr Wichtiges): Nehmt an Kraft zu im Herrn und in der vollmächtigen Ausübung seiner Herrschaft(srechte). 11 Lasst euch mit der vollständigen Rüstung einkleiden, die Gott (euch) zur Verfügung stellt, so dass ihr fähig seid, den hinterhältigen Operationen des Erzrebellen, der immer nur Verwirrung und Chaos anrichtet , standzuhalten. 12 Denn gr.: diabolos
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Epheser 6 bei dem Nahkampf, in dem wir mitten drin stehen, haben wir es keineswegs mit (physischen Wesen aus) Fleisch und Blut zu tun, (wie es von uns aus gesehen den Anschein haben mag); nein. (Wir stoßen da auf dämonische) Oberbefehlshaber, auf Inhaber von Autorität (in der unsichtbaren Wirklichkeit), auf kosmische Herrschergestalten in der Finsternis (dieses Zeitalters), auf die Geistwesen des (personifizierten) Bösen in den (unteren) himmlischen Bereichen. 13 Ihr habt also allen Grund, die volle Rüstung, die Gott (euch) zur Verfügung stellt, zu ergreifen; nur so seid ihr fähig, an dem Tage, da das Übel euch heimsuchen wird, Widerstand zu leisten und, nachdem ihr sie alle (einen nach dem anderen) überwältigt habt, noch aufrecht stehen zu können. 14 So steht also fest in der Wahrheit, den Gürtel um die Hüften geschnallt und gut eingepackt in den Brustpanzer der Gerechtigkeit. 15 Haltet euch mit unterbundenen Füßen in Bereitschaftsstellung, so dass ihr jederzeit für das Evangelium des Friedens (kämpfen könnt). 16 In allem ergreift (und benutzt) den Langschild, den euch der Glaube vermittelt (und durch den ihr vollkommen geschützt seid). Damit seid ihr imstande, alle glühend gemachten Geschosse, die der Bösartige (gegen euch) abschießt, zu löschen. 17 Nehmt auch den Helm der Errettung zu euch (und habt ihn immer dabei!), ebenso auch den Dolch, den euch der Geist in die Hand gibt, nämlich das lebendige Offenbarungswort Gottes. 18 (Solltet ihr in Bedrängnis und Not geraten), dann betet jederzeit (intensiv) im Geist, indem ihr jede Gebetsform benutzt, und sollte es ein Gebet sein, das aus eurer Verzweiflungslage geboren ist. Bleibt zu diesem Zweck wach (es wäre tödlich, zu schlafen!) und haltet beharrlich Ausschau nach der Ermächtigung durch Gott; (auch dürft ihr nicht aufhören), für alle Heiligen flehentlich im Gebet einzustehen. 19 Tut das auch für mich, damit mir immer wieder das (vollmächtige) Wort (von Gott) gegeben wird, wenn ich meinen Mund öffne. Ich möchte das Geheimnis des Evangeliums mit großer Offenheit und 215
Epheser 6 Freimütigkeit bekannt machen können. 20 Gerade um seinetwillen reise ich ja als Gesandter umher und bin (unablässig) beschäftigt, (obwohl ich gegenwärtig) in Ketten (liege). (Betet trotzdem für mich), damit ich so freimütig darüber reden kann, wie ich zu reden verpflichtet bin. 21 Damit auch ihr wisst, wie es mir geht und was ich so alles anstelle, wird euch Tychikus, ein lieber Bruder und treuer Diener im Herrn, (mündlich) mitteilen. 22 Genau zu diesem Zweck habe ich ihn nämlich (zu euch) geschickt, damit ihr alles über mich erfahrt, und damit er eure Herzen aufmuntern kann. 23 Ich wünsche allen Brüdern Frieden, selbstlose Liebe, mit Glauben, der von Gott kommt und von Jesus Christus, dem Herrn. 24 Die Gnade (Gottes) möge mit allen sein, die Jesus Christus, unseren Herrn ohne Verderblichkeit lieben.
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