Jamie Lash A Kiss a Day Leseprobe 36 Tag: gibt meine Narde ihren Duft Hohelied 1,12 Was tut die Braut an der Tafel des Königs? Zuerst empfängt sie; danach gibt sie. Was können wir denn einem König geben, der schon alles hat? Unsere Liebe, unser Leben, unser ganzes Selbst. Aber bevor wir Gott lieben können, müssen wir zu der Erkenntnis seiner Liebe für uns kommen. Die Schrift macht es uns klar: „Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat“ (1. Johannes 4,19). Wenn du eine tiefe Offenbarung über Gottes Liebe zu dir empfangen hast, wird Folgendes in deiner Seele nach oben quellen: Freude, Dankbarkeit, Ehrfurcht und Staunen und der Wunsch nach einer erwidernden Liebe. Je mehr dir von Yeshua vergeben worden ist, umso mehr wirst du ihn lieben. Schulammit ist erstaunt darüber, dass so ein großer König ausgerechnet sie liebt. Wir sollten ebenfalls darüber erstaunt sein, aber nicht so erstaunt, dass wir zurückweichen vor dem Einen, der uns – obwohl er alle unsere Fehler kennt – am allermeisten liebt! Als ich begriff, wie tief die Liebe Jesu (1976 nannte ich ihn Jesus) zu mir ist, schrieb ich ein Lied mit dem Titel: „O How I Love The Way You Love Me.“ Dies ist der Text von diesem Chorus: Oh, wie sehr liebe ich es, wie Du mich liebst. Oh, wie sehr liebe ich es, wie Du Dich um mich kümmerst. Oh, wie sehr liebe ich es, dass Du jeden Tag zu mir kommst. Oh, wie liebe ich es, wie Du liebst!
Ich saß an der Königstafel, als ich dieses Lied schrieb, doch zugleich saß ich an meinem Klavier. Ich war allein mit Gott. Niemand sonst war im Haus. Ich war eine Weile still vor ihm gewesen und hatte über sein Wort meditiert, über seine Liebe zu mir nachgedacht und erkannt, dass ich sie nicht verdiene. Ich fühlte mich zu dieser Zeit meines Lebens mit allen Marias aus der Bibel verbunden und liebte es, zu den Füßen des Herrn zu sitzen und seinen Worten zuzuhören. Ich wollte das tun, was Maria, die Schwester von Lazarus, tat, als der König bei ihm zu Tische lag. Wir lesen in Johannes 12,3, dass sie ein Pfund kostbaren Nardenöls (eine aromatische Pflanze, aus der man Parfüm gewinnt) nahm, die Füße Yeshuas salbte und sie mit ihrem Haar trocknete. Das Haus war erfüllt von dem Duft des Öls. Ich drückte meinem König meine Liebe aus, indem ich ihm ein Lied schrieb. Marias Liebestat war sicherlich großzügiger als meine. Ein Pfund Nardenöl kostete 300 Dinare, beinahe ein Jahresgehalt. Diese aufopfernde Liebestat von Maria machte Judas Iskariot äußerst zornig (siehe Johannes 12,4-6). Bräutliche Liebe wird häufig den Judasgeist erzürnen. Wenn du Yeshua verschwenderisch liebst, wirst du wahrscheinlich kritisiert werden. Liebe einfach weiter! Beuge dich vor deinem König. Deine Herzenseinstellung sollte die der demütigen Anbetung sein. Sei bereit, das Alabastergefäß mit dem kostbaren Salböl zu zerbrechen, so wie es eine andere Maria in Markus 14,3 tat. Diese Maria zerbrach den Behälter und goss das kostbare Salböl über das Haupt des Messias. Das Alabastergefäß unseres „Ich“ muss zerbrochen werden, damit ein süßer Duft herausströmen kann. Wir müssen an den Punkt kommen, wo wir unsere eigene Bedeutungslosigkeit und Unwürdigkeit erkennen. Wir müssen erkennen: Ohne ihn können wir nichts tun. Aber mit ihm sind wir eine ganz besondere neue Schöpfung! Das ist die Gnade Gottes! Wir wollen heute zusammen beten: O Gott! Gieß Deine Gnade über mir aus, damit ich fähig werde, Dir mein Leben vollständig hinzugeben. Ich wünsche mir, dass ich „nein“ sagen kann zu Stolz, Selbstmitleid, Arroganz, Egoismus und jedem anderen Übel, das mich davon abhält, Dich in Demut und Liebe anzubeten. In Yeshuas Namen, Amen.
41 Tag: zwei Tauben sind deine Augen Hohelied 1,15
Das hebräische Wort für Taube ist Yonah. Es kommt vom selben Wortstamm wie das Wort yayin, der Wein. Obwohl es auf den ersten Blick keine offensichtliche Verbindung zwischen Tauben und Wein gibt, finden wir in der Heiligen Schrift eine klare Wechselbeziehung. Beide, die Taube und der Wein, werden als ein Symbol für den Heiligen Geist benutzt. Der Wein ist der „neue Wein“ von Gottes Ruach, wie wir ihn in den Schriften des Neuen Bundes finden. Die Taube als ein Symbol des Heiligen Geistes finden wir im Tenach und in der Brit Ha Dasha. Der Geist Gottes ist der Geist des Friedens. Die erste Erwähnung dieses Geistes finden wir im biblischen Schöpfungsbericht, wo der Geist Gottes über der Wasseroberfläche schwebte – wie eine Taube. Der gleiche Geist schwebt über jeder neuen Schöpfung, die übernatürlich in das Reich Gottes hineingeboren wird. Er schwebt auch über jeder „Brautseele“ und bereitet Gottes Volk darauf vor, dem himmlischen Bräutigam Yeshua zu begegnen. Jeder, der zur Braut gehört, hat durch die Erneuerung und die geistliche Wiedergeburt im Messias ebenfalls diesen taubengleichen Geist in sich. Wie entdeckt Gott die Gegenwart seines Geistes in seiner Braut? Durch ihre Augen! Es gibt eine alte rabbinische Lehre, die besagt, dass die Augen ein Hinweis auf den Charakter sind. Eine Braut mit wunderschönen Augen besitzt eine wunderschöne Persönlichkeit. Die Braut des Messias ist wunderschön, denn sie widerspiegelt die Schönheit des Liebhabers ihrer Seele. Seine Schönheit wurde durch den Heiligen Geist auf ihre Seele übertragen. Je mehr sich die Braut des Messias dem Geist Gottes hingibt, desto mehr wird seine Schönheit in ihr gesehen werden. Dies geschieht, wenn die Augen der Braut wie die Augen der Taube werden. Wie sehen nun genau die Augen der Taube aus? Zuallererst sind sie das herausragendste Merkmal des Vogels. Sie sind groß und rund. Ich werde nie jenen Geburtstag vergessen, an dem ich den Herrn bat, mir eine Taube zu schicken, damit ich ihre munteren Augen aus der Nähe sehen könne. Meine Eltern waren aus New York zu Besuch angereist. Mein Vater glaubte nicht an all meine „geistlichen Aktivitäten“. Ich erzählte ihm, dass ich darauf warte, dass eine Taube eintreffe. Er gab einige Kommentare diesbezüglich ab – bis eine wunderschöne Taube in unseren Hof flog und sich auf einen Olivenbaum setzte, wo sie fast den gesamten Nachmittag zubrachte. Obwohl ich mich ihr einige Male näherte, blieb sie einfach still sitzen und sah mich an. Ich sagte mehrmals zu meinem Vater: „Schau dir diese Augen an, Daddy!“ Er schüttelte nur seinen Kopf! Tauben haben kein peripheres Sehvermögen. Sie können nur ganz geradeaus schauen. Sie können sich nur auf eine Sache auf einmal konzentrieren. Wir müssen ebenso ausgerichtet sein. Die Schrift sagt uns in Hebräer 12,1-2, dass die Braut des Messias jedes Hindernis zur Seite räumen muss, jede Ablenkung, jeden Blick auf Seitenstraßen, und dass sie mit Ausdauer laufen muss, immer zu Yeshua, dem Messias aufschauend, dem Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Mit anderen Worten: Wir müssen unsere Augen auf ihn richten! Er ist der Leuchtturm, der uns den Weg im Sturm weisen wird. Er ist der Gewinn am Ende des Rennens. Er ist das Ziel, die höchste Markierung, das Tor. Jesus allein. Tauben bleiben ein Leben lang beieinander. Sie sind bekannt für ihre Treue und Sanftmut. Daher kommt auch der Ausdruck „Turteltäubchen“. Die Braut des Messias muss diese sanfte, treue Natur einer Taube haben. Während wir auf die Wiederkunft des Messias warten, müssen wir treu sein. Unsere Augen dürfen nur auf den Geliebten ausgerichtet sein. Die Versuchung, die Augen umherwandern zu lassen, ist sehr groß. Die Welt bietet verführerische Schmuckstücke. Der Markt bombardiert uns mit Versuchung von allen Seiten. Mach keine Kompromisse! Sei Yeshua treu! Sei vorsichtig mit dem, was du deinen Augen bietest! Widerstehe dem Teufel! Schau auf die andere Seite, wenn Materialismus, Habsucht, Lust, Stolz und eigener Vorteil versuchen, dich zu verlocken! Bitte den Herrn, dir „Tauben“-Augen zu geben! Mit dieser Bitte wirst du sein Herz berühren. Er sehnt sich nach Treue in seinem Volk. Diese Frucht des Geistes, diese taubengleiche Eigenschaft, ist ein wesentlicher Bestandteil des Schmuckes der endzeitlichen Braut. Der Herr hat sich seinem Volk in Treue verlobt (Hosea 2,20). Wäre es nicht wundervoll, wenn wir unser Leben so leben, dass er eines Tages zu uns sagen kann: „Groß ist deine Treue!“ Wir wollen danach streben, unseren König zu erfreuen!