Vorwort Meine Töchter machen das schon lange nicht mehr, aber es gab eine Zeit, in der sie meine tägliche Ankunft regelrecht zelebrierten. Jenna war damals fünf und Andrea drei. Denalyn gab ihnen Bescheid, dass ich bald da sein würde, und die beiden hüpften zum Fenster und drückten sich die Nase und die Hände an der großen Scheibe platt, die gleich neben unserer Haustür eingesetzt war. Ich konnte sie schon sehen, wenn ich in die Einfahrt einbog: Andrea und Jenna – letztere einen Kopf größer als ihre kleine Schwester – schubsten sich vor lauter Vorfreude gegenseitig aus dem Weg. Sobald sie mich sahen, fingen sie an, aufgeregte Quietscher auszustoßen. Wie sie da auf und ab hüpften und in die Hände klatschten, hätte man meinen können, jemand hätte ihnen Kaffeebohnen statt Smarties gegeben. Kein Feldherr, der aus der Schlacht zurückkehrte, kann je einen ähnlich begeisterten Empfang erlebt haben. Wenn ich die Tür aufmachte, hängten sie sich sofort an meine Beine, und in ihrer Freude ließen sie mich fast keinen Schritt weit kommen. Ihr Vater war zu Hause. Es ist schon lange her, dass ich so nach Gott gesucht habe. Es passiert nicht oft, dass ich irgendwo einen Donnerschlag höre und denke: Ist das wohl Gott? Manchmal vergeht ein ganzer Tag oder zwei, ohne dass ich überhaupt einmal zum Himmel aufblicke. Das sollte sich ändern. „Richtet eure Gedanken auf Gottes kommendes Reich und nicht auf das, was diese Welt zu bieten hat.“ (Kol. 3,2) 5
Wie wäre es, wenn Sie regelmäßig aus dem Brunnen der Gnade Gottes schöpfen würden? Trinken Sie, so viel Sie können. Und trinken Sie täglich. Max Lucado
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Gottes Gaben Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum Gott uns eigentlich so viel schenkt? Wir könnten mit sehr viel weniger auskommen. Er hätte die Welt grau, flach und langweilig lassen können – wir würden nichts vermissen. Aber das hat er nicht. Er kleckste Orange in das Morgenrot und malte den Himmel himmelblau. Er lässt die Störche nach Süden ziehn und schuf die Biber zum Staudammbau. Warum gab er Eichhörnchen buschige Schwänze und warum den Zebras Streifen am Bauch? Warum scharrt das Huhn mit den Füßen am Boden (und warum tun wir das manchmal auch)? Warum duften Blumen? Warum bricht sich Licht? Wär es denn möglich, dass Gott einfach täglich das Staunen liebt auf unserm Gesicht? Wenn wir mit unseren Geschenken schon unsere Liebe ausdrücken – wie viel mehr tut er das erst? Wenn schon wir, mit all unseren Unzulänglichkeiten und unserer Gier, gerne anderen etwas schenken – wie viel mehr Freude hat erst Gott, unser vollkommener und heiliger Gott, daran, uns zu beschenken? Ich habe erwählt den Weg der Wahrheit. Psalm 119,30 (Luther 1984) 7
1. Januar
Fertigbaukasten Er hat ihr Herz mit Weisheit erfüllt, zu machen alle Arbeiten. 2. Mose 35,35
Sie sind schon als Fertigbaukasten geboren. Gott hat Ihr gesamtes Leben vor sich gesehen, Ihnen eine Aufgabe zugeteilt und Sie so ausgestattet, dass Sie diese Aufgabe erfüllen können. Sie machen ja etwas ganz Ähnliches, wenn Sie für eine bevorstehende Reise Ihre Koffer packen. Sie überlegen sich, was alles auf Sie zukommen wird, und dann packen Sie ein, was Sie dafür brauchen. Kaltes Wetter? Sie packen eine warme Jacke ein. Geschäftstreffen? Sie nehmen den Laptop mit. Ein Urlaub mit den Enkelkindern? Da werden Sie wohl Turnschuhe und Ohropax brauchen. Gott hat das Gleiche gemacht, als er Sie ins Leben rief. Lars wird mal an Tieren forschen ... dem geb ich eine gehörige Portion Neugier mit. Martina wird einmal eine Privatschule leiten ... die kriegt eine Dosis Organisationsgeschick ab. Björn würde ich gern dazu gebrauchen, Kranken Trost zu spenden ... dem leg ich eine Extraladung Mitgefühl bei. Denalyn wird Max heiraten ... der gebe ich besser doppelt so viel Geduld wie den anderen. Gott hat sich schon etwas dabei gedacht, als er Sie so abpackte, wie er es tat.
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2. Januar
Der Herr ist bei mir. Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23,4
„Du bist bei mir.“ Ja, Herr, du bist im Himmel. Ja, du hältst das ganze Universum in Händen. Ja, du sitzt hoch über den Sternen und bist in den Tiefen zu Hause. Aber ja, ja, und nochmals ja: du bist bei mir. Der Herr ist bei mir. Der Schöpfer ist bei mir. Jahwe ist bei mir. Moses hat es ausgerufen: „Denn wo ist so ein herrliches Volk, dem ein Gott so nahe ist wie uns der Herr, sooft wir ihn anrufen?“ (5. Mose 4,7) Paulus hat es verkündet: „Er ist uns ja so nahe!“ (Apostelgeschichte 17,27) Und David hat es auch herausgefunden: „Du bist bei mir.“ Irgendwo auf der Weide, in der Wüste oder in seinem Palast hat David gemerkt, dass Gott es tatsächlich ernst meinte, als er sagte: „Ich will dich nicht verlassen.“ (1. Mose 28,15)
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3. Januar
Ein Geschwisterpaar Nachdem wir durch den Glauben von unserer Schuld freigesprochen worden sind, steht nun nichts mehr zwischen uns und Gott. Wir haben Frieden mit ihm. Römer 5,1
Stolz und Scham. Man würde die beiden kaum für Geschwister halten. Sie sehen so ganz unterschiedlich aus. Stolz geht mit geschwellter Brust. Scham lässt den Kopf hängen. Stolz prahlt. Scham versteckt sich. Stolz will gesehen werden. Scham will von allen gemieden werden. Aber machen Sie sich nichts vor – die beiden Gefühle haben die gleiche Herkunft. Und beide Gefühle haben die gleichen Auswirkungen. Sie halten Sie von der Gemeinschaft mit Ihrem Vater ab. Der Stolz sagt: „Du bist viel zu gut für ihn.“ Die Scham sagt: „Du bist viel zu schlecht für ihn.“ Stolz treibt Sie davon. Scham hält Sie fern. Wenn Stolz uns zum Fallen bringt, ist es Scham, die uns am Aufstehen hindert.
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4. Januar
Der Urheber des Lebens Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden, und Jesus gab ihn seiner Mutter. Lukas 7,15
Es waren nicht die Trauernden, die ihn zum Anhalten zwangen. Es war nicht die große Menge und nicht einmal der Anblick des Toten auf seiner Bahre. Es war diese Frau – der Ausdruck, der auf ihrem Gesicht lag, und ihre rot geweinten Augen. Er wusste sofort, was da geschah. Hier wurde ihr Sohn davongetragen, ihr einziger Sohn. Und wenn irgendjemand weiß, wie es ist, den einzigen Sohn zu verlieren, dann Gott. Und er tat, was nur er tun konnte. Zu der Mutter sagte er: „Weine nicht!“ Und zu dem Jungen sagte er: „Steh auf!“ Der Tote sprach, der Teufel machte sich aus dem Staub, und die Leute wurden wieder an diese Wahrheit erinnert: Wer den Urheber des Lebens kennt, für den ist der Tod nichts weiter als Satans groß angelegte Täuschung.
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5. Januar
Gott ehrt Arbeit Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu. Prediger 9,19
Der Kalender des Himmels hat sieben Sonntage. Gott heiligt jeden einzelnen von ihnen. Er geht seinen heiligen Geschäften zu jeder Zeit und an jedem Ort nach. Er verwandelt das Gewöhnliche in Ungewöhnliches. Bei ihm werden Spülbecken zu Altären, Cafés zu Klöstern und Acht-StundenArbeitstage zu geistlichen Abenteuern. Arbeitstage? Genau, Arbeitstage. Er hat verfügt, dass Ihre Arbeit etwas Gutes und zutiefst Wertvolles ist. Noch bevor er Adam eine Frau oder ein Kind gab, und lange bevor er ihm Klamotten gab, gab er ihm eine Arbeit. „Gott der Herr setzte den Menschen in den Garten von Eden. Er gab ihm die Aufgabe, den Garten zu bearbeiten und zu beschützen.“ (1. Mose 2,15) Was dieses erste Paar ausmachte, war Unschuld – nicht Faulheit ... Gott hat immer und überall alle, die arbeiten können, zum Arbeiten aufgefordert. Gott ehrt Arbeit. Also ehren Sie nun Gott in Ihrer Arbeit!
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