Die vorangehenden Kurshefte zum Alten Testament stellen den Weg des Volkes Israel dar – von den Anfängen bis in die Königszeit. Dieses Heft will den weiteren Weg nachzeichnen: die Geschichte der beiden Reiche Israel (im Norden) und Juda (im Süden). Damit ist zunächst die Geschichte der Könige zu betrachten (vgl. die Tabellen in Heft 11, S. 15 und auf der hinteren Umschlagseite). Das 2. Buch der Könige zählt die Herrscher im Nord- und Südreich auf, berichtet freilich oft nur sehr kurz und darüber urteilend, ob ein König den Willen Gottes tat oder nicht. Über die Zeit von Jerobeam II. (787–747 v. Chr.) bis zum Exil erzählen nur 14 Kapitel. Die Zeit von Jerobeam II. bis zur Eroberung Jerusalems (587 v.Chr.) ist im Licht des Alten Testaments freilich nicht allein durch Könige und deren Wirken geprägt, sondern durch jene Gestalten, die im Auftrag Gottes immer wieder in ihre Zeit hineinsprachen: die Propheten. Auf ihnen wird das Gewicht dieses Heftes liegen. Propheten traten schon vor dem 8. Jahrhundert v. Chr. auf: Samuel kann man als Prophet bezeichnen; am Davidshof wirkte Nathan; Elia trat dem König Ahab gegenüber. Im 8. Jahrhundert aber beginnt eine neue Periode: Die Zeit der Schriftpropheten – einzelne Männer, von Gott berufen und beauftragt, Gottes Willen in ihre Zeit hinein anzusagen – oft gegen den Willen der Herrschenden. Ihre Verkündigung wurde aufgeschrieben und in Büchern (Rollen) überliefert (möglicherweise haben die Schriftpropheten auch selbst ihre Verkündigung aufgeschrieben, vgl. Jes 30,8; Jer 36,2; in der Regel gaben die Schriftpropheten ihre Botschaft mündlich weiter). Kennen Sie die Namen der 4 »großen« und der 12 »kleinen« Schriftpropheten? Ihre Bücher finden Sie hier in biblischer Reihenfolge durch Kästchen dargestellt (dazu die Kapitelzahlen). Ergänzen Sie bitte die Namen und beachten Sie die Größenverhältnisse (der Textlänge, nicht der Kapitelzahl).
66 Kapitel 52 Kap. + 5 Kap. Klagelieder 48 Kapitel 12 Kap.
14
4
9
1 4
7
3 3 3 2
14
3
Wir lernen die Propheten in diesem Heft nicht in der biblischen Reihenfolge kennen, denn wir folgen ja dem geschichtlichen Weg und betrachten darum die Propheten in der Reihenfolge ihres Auftretens. Wenn dieses Heft den Bogen von Jerobeam II. (787–740 v. Chr.) bis zur Zerstörung Jerusalems schlagen soll, dann müssen folgende Propheten ins Blickfeld treten (vgl. Tabelle in Heft 11 – hintere Umschlagseite): Amos und Hosea im Norden; im Süden: Jesaja, Micha, Nahum, Zefanja, Jeremia, Habakuk. (Die weiteren Schriftpropheten werden in Heft 14 besprochen.)
Stuttgarter Bibelkurs, Heft 12 Seite 1
Amos In Amos begegnet uns der früheste Schriftprophet. Er stammt aus Juda, wirkte aber im Nordreich Israel – etwa im Jahr 760 v. Chr. In welche Zeit hinein predigte er? Und was hatte er zu sagen, im Auftrag Gottes auszurichten? Sie können die Antworten darauf leicht selbst finden, wenn Sie die angegebenen Stellen lesen. Notieren Sie dann das Wichtigste: In Amos 1,1 erfahren Sie den Beruf des Amos:
_________________________________________
und auch seinen Heimatort: _________________________________________ In Amos 7,14+15 gibt der Prophet selbst Auskunft über sich, seinen Beruf und seine Berufung: _________________________________________ Nach Israel (ins Nordreich also) soll er gehen. Wer regiert dort gerade? (Amos 1,1):
_________________________________________
In 2 Kön 14,23-29 erfahren Sie mehr über ihn, z. B. über die Dauer seiner Regierung:
_________________________________________
und über seine außenpolitischen Erfolge:
_________________________________________
Lesen Sie nun bitte einige Abschnitte aus dem Amosbuch; sie veranschaulichen die sozialen und gesellschaftlichen Umstände, in die hinein der Prophet Gottes Wort zu sagen hat. Notieren Sie die Missstände, die Amos anklagt: Amos 2,7+8:
___________________________________________________________________________
Amos 4,1 und 5,11 f: ___________________________________________________________________________ Amos 8,4-6:
___________________________________________________________________________
Wurde die Botschaft des Propheten aufgenommen? Die Verse 7,10-17 berichten, wie es Amos erging: ___________________________________________________________________________ Jerobeam II. war einer der bedeutendsten Könige des Nordreiches Israel. Er regierte 41 Jahre lang und führte das Land zu einer wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Blüte. Außenpolitisch brachte er Israel nach Jahren der Auseinandersetzung (vor allem mit dem nördlichen Nachbarn Damaskus) wieder zur Ruhe; er baute sein Reich aus und führte es auch innenpolitisch in eine Glanzzeit. Die wirtschaftliche Hochkonjunktur warf freilich auch ihre Schatten: Reiche wurden reicher, Arme ärmer; soziale Unterschiede und Probleme wuchsen. Ausbeutung und Ungerechtigkeit nahmen zu, ebenso geschlechtliche Ausschweifungen, religiöse Gleichgültigkeit und falsche Sicherheit.
•
• Diese Missstände nennt Amos beim Namen. Ausbeutung und Unterdrückung der Armen ist
Handeln gegen Gott, ebenso die Beugung des Rechts (5,7+10; »Tor« = Gerichtsplatz). Der Prophet sieht darin nicht einzelne sittliche Schäden, sondern eine Übertretung der Bundesordnung und damit Kündigung des Bundes mit Gott. Erwählung bewahrt nicht vor dem Gericht (3,2). Amos prangert die falsche Sicherheit an, mit der das Volk fröhlich Gottesdienste feiert und Opfer bringt, die Gott von Bundesbrechern gar nicht will (5,21-27).
• Der Prophet muss das Gericht Gottes ansagen (7,1-9; 8,11-14; 9,1-10). Gut eine Generation nach Amos wurde Samaria zerstört, die Ankündigungen (9,8) gingen in Erfüllung.
Stuttgarter Bibelkurs, Heft 12 Seite 2
• Die Botschaft des Propheten enthält aber nicht nur Gerichtsansage. Durch das ganze Buch zieht sich auch ein Ringen des Propheten um Einsicht und Umkehr des Volkes. Gott lässt durch ihn rufen: »Suchet mich, so werdet ihr leben!« (5,4) – aber Israel hört nicht (4,11). Amos tritt in Fürbitte für sein Volk ein, und zweimal kann er das drohende Gericht abwenden. Doch das Unrecht des Volkes ist zu groß; Gottes Urteil steht fest: »Ich will das Bleilot legen an mein Volk Israel und ihm nichts mehr übersehen!« (7,8).
• Dennoch weist die Botschaft des Amos über Gericht und Untergang hinaus: Gott will »die
zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten« und »die Gefangenschaft meines Volkes wenden« (9,11+14). So blickt schon der älteste Schriftprophet auf das messianische Heil, das in Jesus Christus angebrochen ist. Sie haben jetzt schon einen Überblick über das Buch des Propheten Amos gewonnen. Lesen Sie nun am besten das ganze Buch, auf jeden Fall aber (zusätzlich zu den im Kasten auf S. 2 angegebenen Texten, die Sie ja bereits kennen) noch die Abschnitte 4,1-3+7-13; 5,4-17; 6,1-8; 8,4-14; 9,11-15.
Die Gliederung des Buches Amos lässt sich so skizzieren: 1,1–2,5
Gottes Gericht über die Völker
2,6–6,17 Gottes Gericht auch 8,4-14 über Israel 7–9 7,10-17 9,11-15
Visionen Amazja weist Amos aus Heilswort
Genannt sind Israels Nachbarn in allen Himmelsrichtungen. – gegen soziale Missstände – gegen falschen Gottesdienst – gegen falsche Sicherheit Zwei Plagen kann Amos abwenden. Dritte Vision: Bleilot. Die beiden letzten Visionen gehen in Erfüllung.
Amos wirkte vermutlich nur kurze Zeit als Prophet im Nordreich. In 7,10-17 wird deutlich, dass Amos mit seiner Botschaft auf Widerstand stieß – vor allem von Seiten der Kultpropheten, die an Tempeln und Palästen angestellt waren. Amos wurde von Amazja aus dem Land verwiesen. Empfinden Sie die Kritik des Amos als aktuell? Sind Ihnen Bezüge zu unserer Zeit aufgefallen? Was müsste Amos heute predigen? _______________________________________________________________________________________ _______________________________________________________________________________________ _______________________________________________________________________________________ _______________________________________________________________________________________ _______________________________________________________________________________________ _______________________________________________________________________________________ _______________________________________________________________________________________ _______________________________________________________________________________________ _______________________________________________________________________________________ Stuttgarter Bibelkurs, Heft 12 Seite 3
Hosea Der Prophet Hosea stammt aus dem Nordreich Israel. Er wurde gegen Ende der Regierungszeit des Königs Jerobeam II. zum Propheten berufen – also nicht allzu lange nach Amos. Aber anders als Amos wirkte Hosea über Jahrzehnte hinweg, etwa von 750 bis 723 v. Chr. Ob er die Zerstörung Samarias miterlebt hat, ist nicht sicher. Lesen Sie die im Kasten angegebenen Stellen und notieren Sie bitte wieder das Wichtigste zur Situation und Botschaft des Propheten. Den bedeutenden König Jerobeam II. haben Sie schon durch 2 Kön 14 und durch das Buch Amos kennengelernt. Nach seinem Tod ging die Blütezeit Israels zu Ende. König wurde sein Sohn Sacharja – doch nicht für lange Zeit. Wie viele Könige regierten zwischen 747 und 722 v. Chr. in Israel? (2 Kön 15 und die Tabelle auf der hinteren Umschlagseite in Heft 11 geben Auskunft.) ____________ Und wie viele von ihnen kamen durch einen blutigen Sturz des Vorgängers an die Macht? (vgl. 2 Kön 15,8.10.14.23.25.30) ___________________________________ Diese unruhigen innenpolitischen Verhältnisse spiegeln sich in der Verkündigung des Hosea. Was klagt der Prophet an? In 8,4a+10: ___________________________________________________________________________________ In 7,3-5:
___________________________________________________________________________________
Politisch und sittlich setzte sich der Verfall des Reiches fort. Die Blütezeit wandelte sich in Notzeit, und der Götzendienst nahm zu. Was beklagt Hosea?
In 4,1+2:
____________________________________________________________________________
In 4,17 f und 8,4b-6: ______________________________________________________________________
Das Buch Hosea folgt keiner straffen Gliederung. Worte und Reden des Propheten sind aneinandergereiht, und manche Warnungen und Gerichtsdrohungen kehren an verschiedenen Stellen wieder. Einige Grundlinien des Buches Hosea lassen sich aber gut erkennen:
• Gleich am Anfang (1,2 und dann noch einmal 3,1) bekommt Hosea den Auftrag, eine Hure zu heiraten.
Lesen Sie Hosea 1,2 und 3,1. Wofür wird die Ehe des Propheten zum Abbild? Lesen Sie dann bitte Kap. 1–3 und achten Sie besonders auf die Gerichtsworte 2,15 und 3,2-5, dann auf die Zusage der neuen Verlobung 2,21 f.
• Die Ehe wird zum Abbild der Beziehung zwischen Gott und seinem Volk. Wie die Hure von ihrem
Mann zu anderen Männern läuft und wie zur Zeit Hoseas sich »Tempeldirnen« an heidnischen Altären den Männern hingaben (4,14), so wendet sich Israel zu anderen Göttern. Dabei liebt doch Gott sein Volk, wie ein Mann seine Braut liebt. Er hat seine »Braut« aus der Wüste in das Gelobte Land geholt (2,16 ff; 13,5); doch als das Volk im Land war, vergaß es Gott (13,6): »Ephraim ist eine Hure… und den Herrn kennen sie nicht« (5,3 f).
Stuttgarter Bibelkurs, Heft 12 Seite 4
Lesen Sie nun das ganze Hoseabuch: Kap. 1–3 kennen Sie bereits; jetzt sollten Sie noch folgende Abschnitte genauer betrachten: 4,10-19
Der Götzendienst in Israel
5,8-14
Auch Juda ist abgefallen: Der Bruderkrieg zwischen Juda und Israel (mit Syrien) im Jahr 734 v. Chr. (vgl. 2 Kön 16,5; »Ephraim« steht für das ganze Nordreich)
5,15–6,5
Die (schnelle) Umkehr – und was Gott wirklich erwartet
8
Israel hat den Bund übertreten und dient Götzen
11,8 f
Gottes Liebe zu Israel
14
Mahnung zur Umkehr und Verheißung des kommenden Heils
• Immer wieder verkündet Hosea: Gott liebt Israel! Er wirbt in Liebe um das Volk, er ruft und sorgt
sich um seine »Braut« (vgl. 2,16-18); aber Israel wendet sich ab, hurt an fremden Altären. Darum kommt das Gericht unausweichlich. Doch zuletzt siegt Gottes Liebe über die Hurerei des Volkes, seine Treue über Israels Untreue, sein Heil über des Volkes Unheil: »Wie kann ich dich preisgeben, Ephraim, und dich ausliefern, Israel?… Ich will nicht tun nach meinem grimmigen Zorn« (11,8+9). Wie spricht Hosea von Gott? Es lohnt sich, auf die verschiedenen Bilder und Vorstellungen zu achten. Notieren Sie bitte Stichwörter zu folgenden Stellen:
2,1
2,10
2,21
3,1
6,1
12,6
13,4
13,14
Stuttgarter Bibelkurs, Heft 12 Seite 5
Das Ende des Nordreiches Israel Amos und Hosea traten in Israel auf; alle anderen Schriftpropheten wirkten in Juda (bzw. – nach der Exilszeit – auch in anderen Ländern). Nach den Ereignissen, die Sie durch Amos und Hosea kennengelernt haben, waren die Tage Israels gezählt: Die (z. B. in Hosea 13) angekündigte Katastrophe trat 722 v. Chr. ein. Wie kam es dazu? Die folgenden (unter den Jahreszahlen genannten) Bibelstellen sollten Sie unbedingt durchlesen, um die vier Schritte lebendiger vor Augen zu haben. Suchen Sie bitte alle genannten Länder auf einer Karte. 1 734 v. Chr. 2 Kön 16,5-9 Hosea 5,8 Jesaja 7,1-9
Pekach, der König des (Nord-)Reiches Israel, verbündet sich mit Rezin von Aram (= Syrien, Hauptstadt: Damaskus; nicht verwechseln mit Assyrien!); zusammen greifen sie Juda an, um Juda in ihr antiassyrisches Bündnis zu zwingen (»syrisch-ephraimitischer Bruderkrieg«). König Ahas von Juda ruft daraufhin den assyrischen König Tiglat-Pileser III. um Hilfe an.
2 733–732 v. Chr. 2 Kön 15,29 und 16,9
Tiglat-Pileser III., der Begründer des assyrischen Weltreiches, unternimmt einen Feldzug und erobert Syrien, den ganzen Küstenstreifen bis zur Südgrenze des Philisterlandes, das Ostjordanland und Teile des Reiches Israel (außer dem Bergland von Manasse und Ephraim).
3 724–722 v. Chr. 2 Kön 17,1-6
König Hoschea (Nachfolger Pekachs) lässt sich zur Rebellion gegen Assyrien hinreißen (im Vertrauen auf Ägypten) und verweigert die Tributzahlungen. Daraufhin erobert Salmanassar V., der Nachfolger Tiglat-Pilesers, das ganze Nordreich Israel und – nach dreijähriger Belagerung – auch die Hauptstadt Samaria.
4 722 v. Chr. 2 Kön 17,6+24 und V. 29 ff
Die Assyrer deportieren Teile der Bevölkerung (Oberschicht) in andere Teile ihres Reiches und siedeln in Samaria Bevölkerungsgruppen aus anderen eroberten Gebieten an. So entsteht dort eine Mischbevölkerung, die später von den Juden verachteten Samaritaner.
Jesaja Der Prophet Jesaja wirkte zwischen 736 und etwa 700 v. Chr. in Jerusalem. Man hat ihn den »König der Propheten« genannt. Seine Worte haben Kraft und außerordentliche Tiefe; seine Sprache wirkt wuchtig und klingt zugleich schön. Wohl nicht zufällig steht er, der früheste Schriftprophet Judas, an erster Stelle der Schriftpropheten überhaupt. Wir betrachten hier zunächst nur Jes 1–39; denn die weiteren Kapitel des Jesajabuches gehören in eine spätere Zeit (in die Jahre des Babylonischen Exils nach dem Ende des Reiches Juda). Stuttgarter Bibelkurs, Heft 12 Seite 6
Vermutlich haben Sie schon in Ihrer Kursgruppe zusammengetragen, was Ihnen aus Jes 1–39 bereits bekannt ist (Worte, Kapitel, Situation, Ereignisse); andernfalls sollten Sie sich jetzt dazu Zeit nehmen und notieren, was Ihnen einfällt. Die Jahrzehnte, in denen Jesaja in Jerusalem lebte und als Prophet wirkte, kennen Sie bereits teilweise, Jesaja erlebte ja von Juda aus das Ende des Nordreiches mit, und die politischen Ereignisse spiegeln sich in einigen Abschnitten des Jesajabuches. Versuchen Sie, folgende Fragen zu beantworten. Die nötigen Informationen dazu finden Sie in Jes 1,1; 6,1; 7,3; 8,1 ff; dazu 2 Kön 16–18: 1. Wer regierte, als Jesaja zum Propheten berufen wurde?
______________________________________________________
2. Welche Könige erlebte Jesaja? (vgl. Tabelle in Heft 11 ganz hinten)
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3. Wie lang regierte Usija – und an welcher Krankheit litt er? ______________________________________________________ 4. Wie viel Kinder hatte Jesaja – und wie hießen Sie?
______________________________________________________
Man kann das Wirken Jesajas in Epochen einteilen (nur als Überblicks-Hilfe; die Abschnitte des Jesajabuches entsprechen nicht fortlaufend den Wirkungs-Epochen des Propheten!): 1 vor 734:
Jesaja klagt Ungerechtigkeit, Luxus und Hochmut an und missbilligt die Missachtung des Wortes Gottes.
2 um 734:
Syrisch-ephraimitischer Krieg: Jesaja mahnt König Ahas zum Glauben an Gott; als Ahas ausweicht, kündigt Jesaja ihm den Untergang seines Hauses und die Geburt des »Immanuel« an (Kap. 7).
3 danach:
Zeigt 8,16, dass Jesaja sich eine Zeit lang aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und vor allem seine »Jünger« gelehrt hat?
4 ab ca. 724: In den bewegten politischen Verhältnissen (im Norden erobern die Assyrer gerade Samaria!) tritt Jesaja wieder auf: Er spricht gegen die Fremdvölker und verkündigt Gott als Herrn der Geschichte. 5 713–711
Mehrere Staaten, u. a. Juda, schließen sich gegen Assyrien zusammen und vertrauen auf die andere Großmacht Ägypten. Jesaja (vgl. Kap. 18 und 20) warnt vor einer falschen Bündnispolitik und mahnt, das Vertrauen weder auf die eigene Stärke noch auf eine Großmacht, sondern allein auf Gott zu setzen.
6 ab ca. 705:
Jesaja warnt erneut vor falscher Bündnispolitik gegen Assyrien (wo gerade Sanherib auf den Thron kam); sonst drohe Juda der Untergang. Doch Jesaja verkündet trotz der bedrohlichen Lage, dass »Zion« (Jerusalem) bewahrt wird: Ein »Rest« wird bestehen!
Stuttgarter Bibelkurs, Heft 12 Seite 7