umbauen+renovieren 05/2025

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Neue Räume entstehen im Kopf.

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Neue Räume entstehen im Kopf.

Die eine: Nicht nur den Claim vom umbauen+renovieren haben wir verändert. Vielleicht haben Sie das bemerkt. Nicht alles ist neu, aber vieles!

Die andere: Wurde auch Zeit! Nach 10 Jahren dezentem, eigentlich sogar (zu!) zurückhaltendem Auftreten …

Die eine: Und wer sagt denn, dass man sich im «hohen» Alter von 40 Jahren (PS: nächstes Jahr feiert das umbauen+renovieren Jubiläum) nicht neu erfinden darf?

Die andere: Genau. Schliesslich hat sich auch die Architekturlandschaft in dieser Zeit stark verändert. DIE Chance, Terra incognita zu erforschen, den Mörtel neu zu mischen, Baulücken zu schliessen.

Die eine: Wir sind aber dieselben geblieben – kurz­ und weitsichtig, laut und leise, ruhig Blut und Wirbelwind.

Die andere: Und wir interessieren uns immer noch für die gleichen Themen, verleihen dem Ganzen aber etwas mehr Schärfe, beziehen Position.

Die eine: Und so abwechslungsreich wie die Umbauaufgaben sind, wird auch unser Inhalt sein.

Die eine und die andere: Versprochen.

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Zum Einstieg

10 Unterwegs. Das Kino, Haus der Träume.

12 Mélange. Von Geschichten erzählenden Textilien über Schall absorbierende Leuchten bis zu kreativer Forschung.

22 Porträt. Die Architekt:innen Lucia Rocchelli und Fabian Bisig denken mit den Händen.

Projekte

26 Weniger ist mehr. Ein kleines Haus aus den 1920er-Jahren erfährt von Stefanie Girsberger grosse Wertschätzung.

36 Ein Haus erzählt Geschichte. Jaeger Koechlin führen ein mittelalterliches Wohnhaus stilvoll in die Gegenwart.

66 Aufstocken, ohne aus der Reihe zu tanzen. Ein Reihenendhaus wächst dank Diethelm & Spillmann über sich hinaus.

92 Weitergelebtes Original. Ein besonderer Rückzugsort im Tessin wird von Enrico Sassi und Benjamin Weiss behutsam ins Heute überführt.

Ausblick

20 Open House. Hereinspaziert in über 100 Gebäude in Zürich, die sonst für die Öffentlichkeit verschlossen bleiben!

86 Europäische Tage des Denkmals. Kultur tanken, Fragen stellen, mitarbeiten, diskutieren – einzigartige Orte in der Schweiz heissen Interessierte willkommen.

88 Messe-Agenda. Ausblick auf vier Baumessen, die uns in den nächsten Monaten auf den neusten Stand bringen.

Bodenbeläge und Materialien

46 Eine breite Palette. Terrazzo, Vinyl, Holz, Marmor – eine Auswahl an Bodenbelägen.

54 Gesund, ökologisch, durchdacht. Über den Austausch alter Bodenbeläge.

56 Der Stille zum Zweck. Zu laut, zu leise, zu viel Hall? Lösungen für die Raumakustik.

64 Von Pulver und Holz. Neue Möglichkeiten dank Pulverbeschichtung von Holz.

Fenster und Fassaden

74 Das Aushängeschild. Materialien für die Fassade von traditionell bis innovativ.

78 Synthese. Zwei alte Steinhäuser werden an- und umgebaut.

80 Baustoffe aus der Natur. Ein Gespräch mit Thomas Bühler, Inhaber der Haga AG.

82 Mehr als nur Flächen aus Glas. Heutige Fenster sind wahre Hightechprodukte.

98 Impressum 91 Wettbewerb 97 Adressen 98 Vorschau

FOTOS: TOM BISIG, KANTONALE DENKMALPFLEGE

BASEL-STADT; CRÉATION BAUMANN; ROGER FREI; SCHÖNBUCH; NIELS OLE SØRENSEN (NBK); STUDIO BISIG ROCCHELLI / BÜNDNER HEIMATSCHUTZ

Pluspunkt Die Doppelhaushälfte liegt in einer Quartiererhaltungszone mit einund zweigeschossigen Häusern und qualitätvollen Aussenräumen.

Weniger ist mehr

Die Architektin Stefanie Girsberger und die Bauherrin teilten von Beginn an ihre Wertschätzung für das kleine

Winterthurer Haus. In den 1920er-Jahren mit sparsamstem Einsatz von Ressourcen erstellt, verfügt die Doppelhaushälfte über grosszügig wirkende Räumlichkeiten, die heute noch überzeugen.

TEXT: RAYA HAURI FOTOS: LUKAS MURER

REDAKTION: BRITTA LIMPER

Es war das ehemalige Wohnhaus der Grosseltern gewesen – Räume voller Geschichte und Erinnerungen, vertrauter Lichtstimmungen und bekannter Ausblicke. Nun konnte die Enkelin mit ihrer Familie dieses Zuhause übernehmen. Statt eines radikalen Umbaus entschied sie sich gemeinsam mit der Architektin Stefanie Girsberger von Studio Girsberger für eine behutsame Sanierung, die den ursprünglichen Charakter des Hauses wieder stärken sollte. Denn in den 1960er­Jahren war dem damaligen Zeitgeist folgend einiges modernisiert und verändert worden: Neue Bodenbeläge, Einbauten und eine Küche hatten Einzug gehalten, konnten sich jedoch nie so recht mit der bescheidenen bauzeitlichen Materialisierung und der fast ländlich wirkenden Atmosphäre vermengen. Im Zuge der Arbeiten wurden diese hinzugefügten Schichten entfernt und wo nötig mit Elementen ersetzt, die sich am

Geist der Bauzeit orientierten. Ganz im Sinne von «weniger ist mehr» gewannen die Räume dadurch wieder Ruhe und Klarheit.

Bewährter Grundriss

Das Haus liegt in direkter Nachbarschaft zur bekannten Siedlung Jonas­Furrer­Strasse im Winterthurer Vogelsangquartier. Diese in den 1920er­Jahren entstandene Wohnsiedlung war eine Reaktion auf die damals drängende Wohnungsnot. Mit ihrer geschwungenen Wegführung und den grosszügigen Grünräumen verstand sie sich als Gegenentwurf zum dichten, rechtwinkligen Strassenraster älterer Stadtteile. Die hier realisierte kleinmassstäbliche Bebauungsstruktur spiegelt die damalige Sehnsucht nach einer naturnahen, gesunden Wohnweise mit der Möglichkeit zur teilweisen Selbstversorgung im eigenen Gemüsegarten. Idyllische Reihenund Doppelhäuser mit ziegelgedeckten Dä­

Das Haus Zur Eych am Mühlenberg in Basel blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Mit ihrem behutsamen Umbau machen Jaeger Koechlin die Spuren vergangener Epochen sichtbar und führen das mittelalterliche Gebäude stilvoll in die Gegenwart.

Ein Haus erzählt Geschichte

1901-1 Uetlibergstrasse 298d

Räffelstrasse 11

Diethelm & Spillmann CH 8045 Zürich Dipl. Architekten FH BSA SIA

Auf stocken ohne aus der Reihe zu tanzen

Axonometrie 1:100

1 Raumgewinn

Unter dem aufgeklappten Dach sind ein zusätzliches Vollgeschoss und ein Dachgeschoss entstanden.

2 Adlerhorst Zuoberst befindet sich der intimste Raum. Der Himmel scheint dort näher als alles andere.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg erbaute Einfamilienhäuser weisen oft eine knapp bemessene Wohnfläche und wenig Stauraum auf. Ein Reihenhäuschen in der Stadt Zürich zeigt beispielhaft, wie eine Aufstockung nicht bloss mehr Raum schaffen, sondern das Haus um eine zweite Welt bereichern kann, die im bewussten Kontrast zum Bestand steht.

Reiheneinfamilienhäuser stellen eine besondere Bautypologie dar. Oft sind sie im Besitz verschiedener Parteien, doch architektonisch bilden sie eine Einheit – jedenfalls zum Zeitpunkt der Erstellung. Stehen später Veränderungen an, wird diese Gleichförmigkeit plötzlich infrage gestellt. Denn oft erlauben revidierte Baugesetze eine höhere Ausnützung oder neue Gebäudeformen. Die an der Planung Beteiligten müssen dann entscheiden, ob sie den Alleingang wählen oder ob das betroffene Objekt weiterhin eine Einheit mit seinen Nachbarn rechter und linker Hand bilden soll.

TEXT: DANIELA MEYER FOTOS: ROGER FREI REDAKTION: BRITTA LIMPER

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