Neue Tressenstein-Warte wird gebaut An seinem letzten Arbeitstag, am 22. Mai, lud Bgm. Otto Marl zu einer Pressekonferenz, bei der er die Pläne zum Neubau der Tressenstein-Warte erläuterte. Er will die Warte nicht als “persönliches Denkmal” verstanden wissen, sondern als ein Naherholungsziel, welches Touristen und Einheimische gleichermaßen begeistern wird. “Mein Vater hat mir immer in schönsten Worten von der damaligen Warte erzählt und so dachte ich mir schon als Bub, warum kann man die nicht wieder bauen”, erklärte Otto Marl seine Intention zu diesem Projekt. Schon 2004 - im Vorfeld zur Landesausstellung - wurden derartige Pläne gewälzt. Mit budgetierten Kosten von über 300.000 Euro überstieg man das Budget jedoch beträchtlich. Erst im letzten Jahr wurde die Planung wieder aufgenommen. Eigentlich hätte sich Otto Marl ja gewünscht, die Amtsübergabe an seinen Nachfolger Franz Frosch auf der Tressensteinwarte zu zelebrieren, die lange Planung machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Lange Geschichte der Warte Die Idee zu einer Warte fußt auf der Begeisterung, die Kaiserin Sissi bei einem Gipfelsieg am Tressenstein verlautbarte, als sie das Panorama bewunderte. 1907 wurde die erste, 24 Meter hohe, Warte eröffnet. Auch mit Vandalenakten hatte man damals schon zu kämpfen, denn der kupferne Blitzableiter wurde gefunden, bevor er verloren ging...dies mündete dann in einem Blitzschlag, der die Warte 1920 arg in Mitleidenschaft zog. Am 2. August
(V.l. Grundlsees Vizebürgermeister Günther Baumann, Bgm. Otto Marl und Bgm. Herbert Pichler (Altaussee) bei der letzten Besprechung am “Bürgermeisterbankerl”. Im Hintergrund der Standort der neuen Warte, der Tressenstein.
1952 wurde die alte Warte gesprengt und sofort mit dem Neubau einer neuen, nun 16 Meter hohen Warte begonnen, die 1953 ihrer Bestimmung übergeben wurde. Zehn Jahre später folgte die Errichtung der Sendeanlage des ORF. Finanzierung gesichert Die nun geplante, 14 Meter hohe Warte, die vier Stockwerke haben soll, ist laut Marl ausfinanziert: “Ein Drittel wird duch die EU gefördert, ein weiteres Drittel durch die Stadtgemeinde Bad Aussee und das letzte Drittel durch private Sponsoren sowie Unternehmen, wobei
unter anderem die Energie AG zu erwähnen ist” so Marl. In den budgetierten Gesamtkosten von 200.000 Euro ist auch die Sanierung des Weges vom “Hennermannwald” auf den Sattel sowie die Beschilderung der Warte selbst inkludiert. Am obers-ten Stockwerk sollen Tafeln über das Panorama Auskunft geben, auf den Stockwerken darunter werden alle im Ausseerland tätigen Künstler der Geschichte verewigt werden. (Anm.: Ein Plan der Warte wurde in der Alpenpost Nr. 9 vom 2. Mai publiziert). “Von dort oben sieht man fast alle Häuser, in denen die Künstler wirkten. So etwas in diesem
Zusammenhang gibt es dann nur im Ausseerland”, erklärte Marl. Für Bgm. Herbert Pichler aus Altaussee ist die Warte ein willkommenes Ausflugziel. Die Gemeinde wird sich mit Arbeitsleistung einbringen. Auch Grundlsee wird sich mit Arbeitern einbringen. “Es ist historisch belegt, welche Frequenz es am Tressenstein damals gegeben hat. Wir unterstützen das Projekt”, erklärte Vzbgm. Günther Baumann. Mit den Bauarbeiten soll nun zügig begonnen werden, denn schon am 13. Juli soll die Warte im Rahmen einer Feier seiner Bestimmung übergeben werden.
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