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P RO G R A M M M AG A Z I N S E P T. 1 9   –   J A N . 2 0


Klänge, die bewegen Ob das sanfte Summen eines Elektromotors, der tiefe Ton eines 12-Zylinders oder das Crescendo im Konzertsaal – Klänge sind Schlüssel zu unseren Emotionen. www.amag.ch

Mit Leidenschaft. Für Sie.


E D I TO R I A L

E D I TO R I A L

L E N A - C AT H A R I N A S C H N E I D E R Liebe Konzertbesucherinnen, liebe Konzertbesucher Wir freuen uns sehr, Sie zu unserer neuen Konzertsaison 2019/20 begrüssen zu dürfen und mit dieser Ausgabe des Opus Ihre Neugier und Ihr Interesse für die kommenden Konzertprojekte des Zürcher Kammerorchesters zu wecken. Der Umwelt zuliebe erscheint unsere Opusreihe von nun an nur noch halb- statt vierteljährlich, angefüllt mit Texten, Interviews und Berichten rund um das Schaffen und Wirken unseres Orchesters. In den kommenden Monaten erwarten Sie abwechslungsreiche Konzertprogramme mit unserem Music Director Daniel Hope, der Ihnen gleich zur Saison­ eröffnung ausgewählte Perlen der Streicherliteratur von Mozart bis Tschaikowsky präsentieren wird. Einen weiteren Konzertabend im Dezember widmet er Beethovens einzigem Violinkonzert, bevor er im Januar des neuen Jahres mit der Cellolegende Lynn Harrell und Nachwuchsstar Maxim Lando unter anderem Beethovens Tripelkonzert op. 56 zum Klingen bringen wird.

Hauptpartner Hauptpartner

Wir schätzen uns ausserdem glücklich, dass unser Ehrendirigent Sir Roger Norrington unsere Musiker auf eine musikalische Reise durch Joseph Haydns Londoner Schaffensphase einlädt und mit ihnen die Sinfonien Nr. 95 und 98 in der Tonhalle Maag interpretiert. Voller Vorfreude sind wir auch auf die Konzerte mit unseren langjährigen musikalischen Freunden Maurice Steger, Vesselina Kasarova, Richard Galliano und dem Zürcher Konzertchor. Auch für die kleinen Konzertbesucher haben wir schliesslich wieder einen bunten Strauss an Familienkonzerten in unserem ZKO-Haus zusammengestellt. Wir freuen uns auf viele Begegnungen mit Ihnen! Herzlich

Ihre Lena-Catharina Schneider Head of Artistic Administration and Planning

Innovationspartner Innovationspartner

Subventionsgeber Gönner Subventionsgeber und und Gönner

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Music Director / Violine Daniel Hope 1. Violine Willi Zimmermann, Konzertmeister Donat Nussbaumer, Stv. Konzertmeister Jana Karsko | Inès Morin   Kio Seiler  | Tanja Sonc 2. Violine Daria Zappa Matesic, Stimmführung Silviya Savova-Hartkamp, Stv. Stimmführung Anna Tchinaeva, Stv. Stimmführung Philipp Wollheim 1. / 2. Violine Arlette Meier-Hock Viola Ryszard Groblewski, Stimmführung Frauke Tometten Molino, Stv. Stimmführung Janka Szomor-Mekis | Pierre Tissonnier Violoncello Nicola Mosca, Stimmführung Anna Tyka Nyffenegger, Stv. Stimmführung Silvia Rohner Geiser Kontrabass Seon-Deok Baik, Stimmführung Hayk Khachatryan, Stv. Stimmführung Ivo Schmid, Stv. Stimmführung Flöte Stéphane Réty Oboe Marc Lachat  |  Roman Schmid

DA S Z Ü R C H E R K A M M E RO R C H E S T E R S A I S O N 2 019 – 2 02 0 1945 durch Edmond de Stoutz gegründet, zählt das Zürcher Kammerorchester heute zu den führenden Klangkörpern seiner Art. Unter der Leitung von Edmond de Stoutz und später von Howard Griffiths und Muhai Tang erlangte das Ensemble internationale Anerkennung. In der Ära mit dem weltweit angesehenen Principal Conductor Sir Roger Norrington, von 2011 bis 2015, konnte das Zürcher Kammerorchester seine hervorragende Reputation nachhaltig festigen. Seit der Saison 2016/17 leitet Music Director Daniel Hope das Orchester. Regelmässige Einladungen zu internationalen Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Rheingau Musik Festival, dem Gstaad Menuhin Festival oder dem Lucerne Festival, Gastspiele in bedeutenden Musikzentren, Konzerttourneen durch europäische Länder, Amerika, Asien und Südafrika sowie zahlreiche, von der Fachpresse gefeierte Tonträger belegen das weltweite Renommee des Zürcher Kammerorchesters. Das Repertoire ist breit gefächert und reicht von Barock über Klassik und Romantik bis zur Gegenwart. Bemerkenswert ist zudem die Zusammenarbeit mit Musikern aus anderen Bereichen wie Jazz, Volksmusik und populäre Unterhaltung. Die Nuggi-, Krabbel-, Purzel-, ABC- und Kinderkonzerte, die Vermittlungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie die Förderung junger Instrumentalisten sind dem Zürcher Kammerorchester ebenso wichtig wie die kontinuierliche Zusammenarbeit mit weltweit gefeierten Solisten.

Horn Thomas Müller | Martin Ackermann Cembalo Naoki Kitaya

www.zko.ch

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I N H A LT

I N H A LT S V E R Z E I C H N I S

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Konzertübersicht Alle ZKO-Konzerte auf einen Blick

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Wulche, Wind und Wätter Andrew Bond singt für die Kleinen

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Fokus Mit Richard Galliano und Vesselina Kasarova ins neue Jahr

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Kammermusik@ZKO Lieblingswerke von Silviya Savova-Hartkamp und Roman Schmid

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Saisoneröffnung Daniel Hope und das ZKO entdecken musikalische Idole

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Familienkonzerte Grosse Töne für die Kleinen

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Maurice Steger Die Nacht in der Musik

ZKO Porträt Im Gespräch mit Thomas Entzeroth

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Sir Roger Norrington Mr. Haydns grosse Reise

ZKO Inside Sommer-Rückblick

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Daniel Hope Wie Beethoven zum Star wurde

ZKO Freunde Rückenwind fürs ZKO

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Weihnachtskonzert Internationale Traditionen mit dem Zürcher Konzertchor

Kolumne von Daniel Hope Unser Beethoven

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Vorschau / Impressum

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Lynn Harrell, Maxim Lando und Daniel Hope Drei Freunde und eine Komponistenlegende

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KO N Z E RT Ü B E R S I C H T

A L L E Z KO - KO N Z E RT E AUF EINEN BLICK SEPTEMBER 19

O K TO B E R 1 9

DEZEMBER 19

KAMMERMUSIK@ZKO So, 22. September 2019 11.00 Uhr, ZKO-Haus

SAISONERÖFFNUNG Di, 22. Oktober 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag

PURZEL-KONZERT So, 1. Dezember 2019 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus

Tanja Sonc Violine Silviya Savova-Hartkamp Violine Ribal Molaeb Viola Anna Tyka Nyffenegger Violoncello Werke von Bach, Schostakowitsch, Beethoven und Piazzolla

Daniel Hope Music Director Zürcher Kammerorchester Werke von Mozart, Mendelssohn, Rutter und Tschaikowsky

Jolanda Steiner Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Elias und das Christkind SIR ROGER NORRINGTON Sa, 7. Dezember 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag

NUGGI-KONZERT So, 22. September 2019 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Tanja Sonc Violine Silviya Savova-Hartkamp Violine Ribal Molaeb Viola Anna Tyka Nyffenegger Violoncello Werke von Bach, Schostakowitsch, Beethoven und Piazzolla KRABBEL-KONZERT So, 29. September 2019 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Wo ist Mami?

Sir Roger Norrington Ehrendirigent Zürcher Kammerorchester Werke von Haydn DANIEL HOPE Di, 10. Dezember 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag MAURICE STEGER Di, 29. Oktober 2019 19.30 Uhr, Tonhalle Maag Maurice Steger Blockflöte und Leitung Zürcher Kammerorchester Werke von Vivaldi, Hosokawa, Heberle und weiteren

N OV E M B E R 1 9 ABC-KONZERT So, 3. November 2019 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Jolanda Steiner Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Der kleine Muck

Daniel Hope Music Director Zürcher Kammerorchester Werke von Beethoven WEIHNACHTSKONZERT Do, 19. und Fr, 20. Dezember 2019 19.30 Uhr, Fraumünster André Fischer Leitung Eva Oltiványi Sopran Sonia Prina Alt Sascha Litschi Bass Zürcher Konzertchor Zürcher Kammerorchester Werke von Poulenc, Britten, Händel und weiteren


TICKETS ZKO BERATUNG UND VERKAUF Seefeldstrasse 305, 8008 Zürich tickets@zko.ch, Tel. 044 552 59 00 SILVESTERKONZERT Di, 31. Dezember 2019 17.00 Uhr, KKL Luzern Vesselina Kasarova Mezzosopran Richard Galliano Bandoneon und Akkordeon Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Werke von Piazzolla, Rossini, Tosti und weiteren

LYNN HARRELL, MAXIM LANDO UND DANIEL HOPE Di, 14. Januar 2020 19.30 Uhr, Tonhalle Maag Daniel Hope Music Director Lynn Harrell Violoncello Maxim Lando Klavier Zürcher Kammerorchester Werke von Beethoven KAMMERMUSIK@ZKO So, 19. Januar 2020 11.00 Uhr, ZKO-Haus

JANUAR 20 NEUJAHRSKONZERT Mi, 1. Januar 2020 17.00 Uhr, Tonhalle Maag Vesselina Kasarova Mezzosopran Richard Galliano Bandoneon und Akkordeon Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Werke von Piazzolla, Rossini, Tosti und weiteren

ÖFFNUNGSZEITEN Mo – Fr 11.00 bis 17.00 Uhr durchgehend BILLETTKASSE TONHALLE MAAG Zahnradstrasse 22, 8005 Zürich Tel. 044 206 34 34 VORVERKAUFSSTELLE TONHALLE MAAG AM PARADEPLATZ Schalterhalle Credit Suisse Paradeplatz 8, 8001 Zürich

Roman Schmid Oboe Thomas Müller Horn Jana Karsko Violine Kio Seiler Violine Natalia Mosca Alexandrova Viola Nicola Mosca Violoncello Werke von Mozart und Beethoven

SCHAUSPIELHAUS PFAUEN (für Konzerte im Schauspielhaus) Rämistrasse 34, 8001 Zürich Tel. 044 258 77 77

NUGGI-KONZERT So, 19. Januar 2020 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus

STARTICKET www.starticket.ch

MUSIK HUG Limmatquai 28 – 30, 8001 Zürich

Roman Schmid Oboe Thomas Müller Horn Jana Karsko Violine Kio Seiler Violine Natalia Mosca Alexandrova Viola Nicola Mosca Violoncello Werke von Mozart und Beethoven ZKO IM PFAUEN: KINDERKONZERT So, 26. Januar 2020 11.00 Uhr, Schauspielhaus Pfauen Andrew Bond Gesang und Erzählung Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Wulche, Wind und Wätter

A P P « Z KO P E R F E C T M AT C H » J E T Z T D OW N L OA D E N .

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WEIT REISEN UND BEI SICH A N KO M M E N Der Akkordeonspieler Richard Galliano, die Mezzosopranistin Vesselina Kasarova und das ZĂźrcher Kammerorchester Ăźberschreiten die Grenzen des Jahres, der Zeit, des Raumes und der Musik.


FOKUS

Jeder Jahreswechsel ist immer auch eine Grenzüberschreitung: Das Vergangene wird nochmals reflektiert, dann aber das Neue in Angriff genommen. Auch das Silvester- und Neujahrskonzert mit dem Zürcher Kammerorchester, dem Akkordeonspieler Richard Galliano und der Mezzosopranistin Vesselina Kasarova übersegelt dieses Jahr ganz unterschiedliche Grenzen: Meridiane der Welt von Südamerika bis Frankreich und weiter nach Italien. Von der grossen Oper bis zum argentinischen Tango und dem neapolitanischen Volkslied werden Musikstücke aus unterschiedlichen Genres zu einem stimmungsvollen Ganzen zusammengetragen.

«Die Musik und das Leben von Richard Galliano sind ein Sinnbild für Grenz­ü berschreitungen.» Ein Sinnbild für Grenzüberschreitungen sind die Musik und das Leben von Richard Galliano. Schon als Junge war das Akkordeon sein ständiger Begleiter. Zunächst nahm sein Vater den Sohn in Le Cannet bei Cannes unter seine Fittiche. Mit 14 Jahren begann dann Richards Emanzipation: Systematisch hörte er sich Jazzplatten an und erweiterte seine Klangzone in Richtung USA, indem er die grossen Standards auf seinem Instrument nachspielte. Mit 33 Jahren, Galliano war längst ein bekannter Virtuose, bekam er eine Einladung seines grossen Idols: Die südamerikanische Tangolegende ­Astor ­Piazzolla bat ihn, die erste Solostimme seines ­«Sommernachtstraums» zu übernehmen. Die beiden freundeten sich an, und der Altmeister riet G ­ alliano, seinen amerikanischen Stil abzulegen und sich stattdessen auf die französische Schule zu konzentrieren, mit der er aufgewachsen war. «Schaffe einen ‹­ Musette Neuve›-­Stil, wie ich den Tango Nuevo erfunden habe», soll Piazzolla dem jungen Kollegen geraten haben – und Galliano zögerte nicht. Heute sind seine Kompositionen wie «Tango Pour Claude», «Laurita» oder «Spleen» Klassiker im Akkordeon-Repertoire. Ausserdem ist Galliano ein begeisterter Interpret klassischer Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Antonio Vivaldi, Maurice Ravel oder Erik Satie. Und natürlich ist er auch seinem grossen Mentor Astor Piazzolla und dessen Werk stets treu geblieben.

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FOKUS

Galliano ist mit Instrumentalisten wie Jan Garbarek, Michel Petrucciani oder Chet Baker und mit grossen Stimmen wie Juliette Gréco oder Charles Aznavour aufgetreten. Bei den Zürcher Konzerten zum Jahreswechsel trifft er nun auf Vesselina Kasarova. Auch sie

«Ein Schwerpunkt des Abends sind die lebensfrohen, mit leidenschaftlicher Verve angefüllten Lieder Italiens.»

fand bereits als Kind in ihrer bulgarischen Heimat zur Musik: erster Klavierunterricht mit vier Jahren, mit 19 Jahren, kurz bevor sie ihren Klavierabschluss

verstanden werden, die von Komponisten wie Stefano

machte, der erste Gesangsunterricht. Mit 24 Jahren

Donaudy geprägt wurde. Donaudy hat jene Arien ge-

fing sie am Zürcher Opernhaus an, zunächst mit klei-

schrieben, mit denen unter anderem Enrico C ­ aruso

neren Rollen, bis sie zum Weltstar wurde und sich

oder Beniamino Gigli bekannt wurden, und ist in die-

in Zollikon niederliess. Vesselina Kasarova gehört

ser Gala mit «O del mio amato ben» zu hören. Eng

wohl zu den grössten Publikumslieblingen des Zür-

befreundet mit Enrico Caruso war auch Francesco

cher Opernhauses. Nun singen, spielen und tanzen

Paolo Tosti, selbst ein begnadeter Sänger, der zum

diese unterschiedlichen Musiker gemeinsam vom

Urvater der neapolitanischen Volkslieder wurde. Als

alten in das neue Jahr.

Erfinder von «O sole mio» gilt Eduardo Di Capua, von dem in den Galas zum Jahreswechsel der Klas-

Ein Schwerpunkt des Abends sind die lebensfrohen,

siker «Vieni sul mar» zu hören sein wird.

mit leidenschaftlicher Verve angefüllten Lieder Italiens. Die Rossini-Werke im Mittelteil des Programmes

Dass jede Grenze auch Grenzüberschreiter braucht,

könnten als Vorlage zu dieser pulsierenden Musik

machen Biografien wie jene von Juan D’Arienzo deutlich. Er kam als Sohn italienischer Einwanderer in Buenos Aires zur Welt, war nach seinem Musikstudium zunächst als Geiger tätig und machte sich daran, den klassischen argentinischen Tango zu revolutionieren. Zusammen mit Richard Gallianos französischen Umdeutungen bildet dieser Tango in all seinen Spielarten einen weiteren Schwerpunkt der pulsierenden Konzertabende. Ebenso früh wie bei Galliano begann die Leidenschaft Astor Piazzollas für den Tango (es erklingen insgesamt vier Werke von ihm). Als Kind bekam er ein Bandoneon von seinem Vater geschenkt. Auch Piazzolla wurde zu einem Grenzüberschreiter, als er zum Studium nach Paris, zu Nadia Boulanger, ging. Ebenso wie Piazzolla den jungen Richard Galliano später auf dessen eigene, französische Wurzeln zurückwarf, tat es Boulanger mit ihm: «Du Idiot!», soll sie ihrem Schüler entgegengerufen haben, der im Unterricht gern im klassischen Stil von Ravel und Strawinsky komponiert hatte, um Eindruck zu schinden, und nun zufällig einen Tango am Klavier spielte: «Merkst du nicht, dass dies der echte Piazzolla ist, und nicht der andere?» Vielleicht ist genau das die Botschaft dieses Konzerts zum Jahreswechsel: Egal, welche Grenzen wir überschreiten, die Grenzen der Zeit, des Raumes oder der Musik – am Ende geht es zuweilen nur darum, bei sich selbst anzukommen.  ab


S I LV E S T E R - / N E U J A H R S KO N Z E RT D i , 3 1 . D e z e m b e r 2 0 1 9 , 1 7 . 0 0 U h r, K K L L u z e r n M i , 1 . J a n u a r 2 0 2 0 , 1 7 . 0 0 U h r, To n h a l l e M a a g

Vesselina Kasarova Mezzosopran Richard Galliano Bandoneon und Akkordeon Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester

Jacques Offenbach (1819 – 1880) Barcarolle aus «Hoffmanns Erzählungen»

4 min

Stefano Donaudy (1879 – 1925) O del mio amato ben

5 min

Astor Piazzolla (1921 – 1992) Oblivion

4 min

Richard Galliano (* 1950) La Valse à Margaux

4 min

Juan D’Arienzo (1900 – 1976) La Cumparsita

4 min

Traditionell Vokaliza

4 min

Richard Galliano Aria

3 min

Astor Piazzolla Otono Porteno

6 min

Pause

KO N Z E RT E N D E ca. 19.00 Uhr ABO Mi, 1. Jan. 2020 (Tonhalle Maag) Kleines Abo TICKETPREISE Di, 31. Dez. 2019 (KKL Luzern) CHF 125 / 115 / 95 / 65 / 45 Ticketverkauf über das KKL Luzern Mi, 1. Jan. 2020 (Tonhalle Maag) CHF 120 / 110 / 100 / 55

Medienpartner Neujahrskonzert

20 min

Gioachino Rossini (1792 – 1868) La Danza

3 min

Gioachino Rossini Canzonetta spagnuola

4 min

Astor Piazzolla Libertango

7 min

Richard Galliano Allegro Energico aus «Opale Concerto»

7 min

Astor Piazzolla Melodía en La Menor

5 min

Eduardo Di Capua (1865 – 1917) Vieni sul mar

3 min

Francesco Paolo Tosti (1846 – 1916) Marechiare

3 min


HOMMAGE AN MUSIKALISCHE VORBILDER Wenn Komponisten Denkmäler setzen: Daniel Hope und das ZKO eröffnen die neue Saison mit Werken, die durch grosse Idole inspiriert wurden und schliesslich selbst in die Geschichte eingingen. Die neue Reihe «Hope and Friends» eröffnet die Spielzeit 2019/20 des ZKO. Und es ist logisch, dass der Geiger Daniel Hope zunächst einmal mit seinen wohl besten Freunden in Zürich auftreten wird: den Musikerinnen und Musikern des Zürcher Kammerorchesters. «Den Weg, den wir in den letzten drei Jahren zusammen gegangen sind, war ein einziges grossartiges Abenteuer», sagt Hope, «ein gemeinsames Zuhören, Suchen, Spielen – wir haben unterschiedliche Konzertformen und -formate ausprobiert und uns immer wieder gefragt, wie man bekannte Musik in neuen Kontexten hören kann.» Für das erste gemeinsame Konzert der Saison haben Hope und das ZKO nun ein Repertoire ausgesucht, in dem es vor allen Dingen um grosse musikalische Vorbilder geht. Ein Name, der seinen langen Schatten über dieses Konzert wirft, ist Johann Sebastian Bach. Kaum ein anderer Komponist hat so viele Komponisten­

generationen bis heute inspiriert wie er. Seine musik­ historische Strahlkraft wirkte sowohl auf Wolfgang ­Amadeus Mozart als auch auf Felix Mendelssohn. In Wien erlebte Mozart, wie Baron Gottfried van Swieten als österreichischer Botschafter aus Berlin zurückkehrte. Im Gepäck hatte er die Musik vom Hofe Friedrichs des Grossen, die in Österreich zu einer Modeerscheinung werden sollte. Besonders die Werke der Bach-Brüder Carl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann hatten es dem Baron angetan, der seine Noten gern mit Mozart teilte. Die beiden Komponisten haben die typische Berliner Tradition begründet, ein Adagio mit einer Fuge zu verbinden. Mozart variierte diesen preussischen Stil mit den Mitteln seiner eigenen Kreativität. Dabei griff er auf eine eigene Klavierfuge zurück und mischte im Adagio die Bachsche Form mit seiner individuellen, fast tollkühnen, modernen Inspiration.


SAISONERÖFFNUNG

Für Felix Mendelssohn war Johann Sebastian Bach schon als Kind ein Idol. Er hörte Bachs d-Moll-Konzerte und verliebte sich in diese Tonart, in der er auch sein Violinkonzert mit nur 13 Jahren komponierte. Doch nicht nur Bach inspirierte den jungen Mendelssohn, sondern auch sein Geigenlehrer Eduard Reitz. Er war eine tragende Säule der legendären «Sonntagsmusiken» im Hause der Familie Mendelssohn in Berlin, die übrigens an jener Stelle stattfanden, wo heute das Haus des Bundesrates steht. Reitz galt als einer der wichtigsten Violinvirtuosen seiner Zeit, bis er mit nur 29 Jahren verstarb. Mendelssohn setzte seinem Lehrer mit dem frühen Violinkonzert ein Denkmal.

«Rutter jongliert genauso mit barocken und klassischen Elementen wie mit dem Jazz.» Der 1945 in London geborene Komponist John Rutter schaut ebenfalls gern zurück in der Musikgeschichte und greift gleichzeitig jene Klänge aus unserer Zeit heraus, die ihn begeistern. Mit seiner postmodernen Methode jongliert er genauso mit barocken und klas-

sischen Elementen wie mit dem Jazz. Rutter, der unter anderem die Cambridge Singers gegründet hat und einer der wichtigsten Chor- und Kirchenmusiker Englands ist, hat für Daniel Hopes CD-Aufnahme «Spheres» bereits Gabriel Faurés «Cantique de Jean Racine» arrangiert. Nun erklingt seine Suite für Streich­orchester, in deren Zentrum die Spurensuche des Komponisten in der britischen Volksmusik steht. Den Abschluss des Eröffnungskonzerts macht ein weiterer Rückblick in die Musikgeschichte. Als Piotr Iljitsch Tschaikowsky von seinem Verleger Jürgensohn eine Gesamtausgabe der Werke Mozarts zu Weihnachten geschenkt bekam, bedankte er sich mit den Worten: «Ich hätte mir kein schöneres Geschenk wünschen können, denn Mozart ist mein Gott.» Und so ist sehr viel von Mozarts Ideen auch in Tschai­ kowskys Streicherserenade zu hören, die er in einem seiner glücklichsten Jahre, 1880, nach einem Landaufenthalt in der Ukraine komponierte, ebenso wie sein 2. Klavierkonzert und das «Capriccio Italien». Die Serenade, die nicht nur durch die Musik ­Mozarts, sondern auch durch volksmusikalische Elemente inspiriert ist, lässt eine unendliche Lebensfreude ­hören – und ist eine weitere Hommage an ein musikalisches Vorbild und die Klänge der Heimat.  ab

SAISONERÖFFNUNG D i , 2 2 . O k t o b e r 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, To n h a l l e M a a g Daniel Hope Music Director Zürcher Kammerorchester

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) Adagio und Fuge c-Moll KV 546 Felix Mendelssohn (1809 – 1847) Violinkonzert d-Moll Allegro  |  Andante  |  Allegro

KO N Z E RT E N D E ca. 21.30 Uhr A B O / KO N Z E RT R E I H E Grosses Abo / Hope and Friends TICKETPREISE CHF 105 / 95 / 82 / 40

8 min

22 min

John Rutter (* 1945) 12 min Suite für Streichorchester, basierend auf britischen Volksmelodien A-Roving  |  I Have a Bonnet Trimmed With Blue  |  O Waly Waly  |  Dashing Away Pause

20 min

Piotr Iljitsch Tschaikowsky (1840 – 1893) Streicherserenade C-Dur op. 48 Pezzo in forma di Sonatina  | Walzer  |  Élégie  |  Finale (Tema Russo)

28 min

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NACHTGEDANKEN ZUR GEISTERSTUNDE Vom Schlummer bis zum Tanz – der Flötist Maurice Steger und das ZKO erkunden in ihrem Konzert die vielen Facetten des Abends. Ein Gespräch über die Nacht in der Musik. Maurice Steger, das Thema Ihres Konzerts mit dem ZKO ist die Nacht. Wie verbringen Sie eigentlich selbst die Abende? Um ehrlich zu sein, habe ich gestern wieder bis drei Uhr in der Nacht gearbeitet. Es ist wohl so, dass ich eher eine Eule bin, aber inzwischen geniesse ich es auch, etwas früher schlafen zu gehen. Ich habe entdeckt, dass der Schlaf alles andere als Zeitverschwendung ist, sondern ein hervorragender Zustand sein kann. In Ihren Programmen suchen Sie gerne nach verblüffenden Verbindungen, nun begegnen wir ganz unterschiedlichen Nachtstimmungen … Das Thema scheint auf den ersten Blick abgegriffen zu sein. Aber bei genauem Hinschauen merkt man, dass es das gar nicht ist. Die Nacht beinhaltet so viele verschiedene Facetten und Affekte: Zustände von Aufgekratztheit, von Unheimlichkeit, von Woh­ ligkeit oder von entspannter Freude. Hat sich der Blick der Komponisten auf die Nacht in der Musikgeschichte gewandelt?

Ich glaube schon. Da ist zum einen das Barock. Für mich gehört Vivaldis Konzert «La notte» zum Tiefsten und Erhabensten, was wir von ihm kennen. Die Vielfalt, mit der er der Nacht in den sieben Sätzen begegnet, ist unglaublich: Wir hören Geister, Stürme, das Einschlafen und den Schlaf an sich. Aber auch in der «Kleinen Nachtmusik» von Mozart geht es ziemlich beschwingt zu. Erst später, mit der Romantik, kam ein besänftigendes Element hinzu: die Nacht als willkommene Dunkelheit oder als Raum für den erkennenden Schlummer. Vielleicht könnte man vereinfachend sagen, dass die barocken Nächte wesentlich heller und aufgekratzter waren als die Nächte der Romantik. Auf dem Programm steht auch die Komposition «Singing Garden» von Toshio Hosokawa – was hat es damit auf sich? Hosokawa ist einer der wichtigsten japanischen Komponisten und er schuf «Singing Garden» als Dialoggedanken zum Vivaldi-Konzert. Das Stück spielt mit der Stille, enthält Variationen über den Gedanken des Schlafes und spiegelt Vivaldis Panoptikum in unserer Zeit.


MAURICE STEGER

Wie fügt sich der Komponist und Flötist Anton Heberle ins Programm? Von Heberle spielen wir sein bekanntes Konzert für Blockflöte und Orchester. Es erklingt meist in G-Dur, ich werde es aber mit einer As-Blockflöte spielen, wodurch die Tonart Es-Dur entsteht. Das bringt die gedeckte Stimmung dieser Musik viel besser zum Vorschein. Plötzlich klingt dieses Werk, das zuweilen gar an Volksmusik erinnert, ganz gedämpft und wie mit einem Schleier ummantelt. Ein Effekt, der Heberles Konzert ebenfalls zu einem Nachtstück werden lässt. Bleiben schliesslich die Goldberg-­ Variationen von Johann Sebastian Bach … … die ja für sich selbst sprechen. Für mich sind sie ein Ausdruck musikalischer Schlaflosigkeit, die wir hier in der Fassung für Streichorchester darstellen.

Sie kommen nicht nur als Flötenvirtuose, sondern auch als Dirigent nach Zürich. Verändert das den Blick auf ein Orchester wie das ZKO? Man erlebt ein Ensemble schon anders, je nachdem, in welcher Rolle man auftritt. Als Solist ist das ­Orchester eher ein Dialogpartner, mit dem man im Duett spielt. Als Dirigent geht es auch darum, ­zusammen mit dem Orchester eine gemeinsame Sprache zu entwickeln. Ich glaube, dass ein Orchester anders spielt, wenn man es sowohl als Dirigent als auch als Solist begleitet – es sind dann ganz andere Energien zu spüren. Und natürlich freue ich mich besonders, gemeinsam mit dem ZKO zu ­arbeiten, weil wir uns schon so lange kennen und ich die Professionalität, Flexibilität und Neugier dieses Orchesters einfach liebe.  ab

MAURICE STEGER D i , 2 9 . O k t o b e r 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, To n h a l l e M a a g Maurice Steger Blockflöte und Leitung Zürcher Kammerorchester

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) Serenade G-Dur KV 525 «Eine kleine Nachtmusik» Allegro  |  Romance: Andante  |  Menuetto: Allegretto – Trio  |  Rondo: Allegro Antonio Vivaldi (1678 – 1741) Concerto für Blockflöte, Streicher und B.c. g-Moll RV 439 «La notte» Largo  |  Fantasmi: Presto  |  Largo  |  Presto  |  Il sonno: Largo  |  Allegro Toshio Hosokawa (* 1955) Singing Garden Nachspiel. Nacht – Schlaf Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) Ricercar à 6 aus «Musikalisches Opfer» BWV 1079 Pause

KO N Z E RT E N D E ca. 22.00 Uhr A B O / KO N Z E RT R E I H E Grosses Abo / Mostly Baroque TICKETPREISE CHF 105 / 95 / 82 / 40

Anton Heberle (* um 1780, nachgewiesen zwischen 1806 und 1816) Concerto für Blockflöte und Orchester Es-Dur Allegro Moderato  |  Romance  | Tempo di Minuetto Johann Sebastian Bach Goldberg-Variationen BWV 988, Fassung für Streichorchester von Dmitry Sitkovetsky

20 min

9 min

10 min

8 min

20 min

18 min

50 min

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MIT PAUKEN UND TROMPETEN Sir Roger Norrington und das Zürcher Kammerorchester begleiten Joseph Haydn auf seiner Reise nach London.

Nachdem Joseph Haydns bisheriger Dienstherr Fürst Nikolaus I. Esterházy de Galantha in Wien gestorben war und die Schlosskapelle aufgelöst wurde, suchte der Komponist einen neuen Markt für seine Kunst: 1790 schloss Haydn daher einen Vertrag mit dem Konzertunternehmer Johann Peter Salomon in London – für zunächst sechs Sinfonien. «Meine anckunft verursachte grosses aufsehen», schrieb Haydn nach Hause, «durch die ganze stadt (…) wurd ich in allen zeitungen herumgetragen: jederman ist begierig mich zu kennen.» Sir Roger Norrington und das Zürcher Kammerorchester nehmen uns nun mit auf diese legendäre Reise, auf der Haydn zunächst sein noch in Österreich komponiertes D-Dur-Quartett vorstellte. Das englische Publikum war begeistert von der jubelnden Melodie der ersten Geige und gab dem Stück den Spitznamen «Die Lerche», weil man in Haydns

Noten den Ruf des Vogels erkannt hatte. Haydn stellte sich in London als Meister der Unterhaltung vor, setzte auf fast schon derbe Bauernmusik im Menuett, liess im Adagio Naturidylle hören und sorgte im letzten Satz für einen lebendigen, gut gelaunten «Rauswerfer». Die beiden Sinfonien auf dem Programm des Abends zeigen den Kontrast von Haydns London-Reise. Sinfonie Nr. 95 schien bewusst für ein Publikum komponiert worden zu sein, das Haydn allerdings unterschätzte: Es ist die kürzeste seiner Londoner Sinfonien, die einzige überhaupt, die in einer Moll-Tonart steht. Haydn selbst fand sie «sehr delicat», beim Publikum aber fiel das Stück durch. Offensichtlich fühlte es sich unterfordert. Ganz anders bei der Sinfonie Nr. 98, in der Haydn auf grosse Effekte setzte. Es ist die erste Sinfonie,


S I R RO G E R N O R R I N G TO N

in der er Pauken und Trompeten verwendete. Die langsame Einleitung verknüpft die Themen miteinander, der expressive zweite Satz lehnt sich an Mozart an, und der lange Schlusssatz begeistert mit einem effektvollen Finale. Das Londoner Premieren­ publikum forderte die Wiederholung der beiden Ecksätze, und die Sinfonie festigte Haydns Ruhm in England.

«Sir Roger Norrington liebt es, mit den Augen und den Ohren aus unserer Zeit zurückzuschauen, um in der Vergangenheit Neues zu finden.» Für Sir Roger Norrington, den einstigen Chefdirigenten des Zürcher Kammerorchesters, sind derartige Programme immer auch eine Art ­archäologische Expedition. Der Dirigent liebt es, mit den Augen und den Ohren aus unserer Zeit zurückzuschauen, um in der Vergangenheit Neues zu finden. «Unsere Zeit ist sehr von Emotionen gesteuert, und das Wissen spielt nicht mehr unbedingt immer eine Rolle. Wir sprechen ja nicht umsonst von einer postfaktischen Gegenwart», sagt Sir Roger. Für ihn ist Musik ein Mittel, sich

diesem Trend entgegenzustellen: «Wir sind, weil es der Job des Musikers voraussetzt, in einer Aufführung stets Teil des Jetzt – gleichzeitig greifen wir auf das Wissen der Vergangenheit zurück.» Genau das werden Sir Roger und das ZKO nun auch wieder unternehmen. Sie werden ihr Wissen um die Vergangenheit in den Werken Haydns reflektieren. Dabei geht es natürlich auch um aktuelle Fragen nach der Wirkung von Musik auf ihr Publikum und darum, wie man Emotionen und historisches Wissen miteinander verbindet. Sir Roger Norrington verwendet dafür gern das Bild der zwei Zirkuspferde: «Im Zirkus gibt es diese Akrobaten, die stehend auf zwei Pferden reiten. Sie machen einen Spagat zwischen dem weissen und dem schwarzen Pferd. Diese beiden Pferde kennen wir auch in der Musik. Das eine trägt den Namen ‹Fakten›. Es ist darauf ausgerichtet, die Regeln einzuhalten, bei Rot an einer Ampel stehen zu bleiben, nicht zu schnell und nicht zu langsam zu galoppieren. Das andere Pferd trägt den Namen ‹Emotion›, es will Grenzen brechen, ihm geht es darum, die Leute zu begeistern, es reitet am liebsten ohne Zügel. Die eigentliche Kunst besteht nun darin, dass wir als Musiker beide Pferde in Einklang bringen, denn nur so verhindern wir, hinzufallen. Mit anderen Worten: Eine gelungene Interpretation jongliert für mich immer zwischen Fakten und Emotionen.»  ab

S I R RO G E R N O R R I N G TO N S a , 7 . D e z e m b e r 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, To n h a l l e M a a g Sir Roger Norrington Ehrendirigent Zürcher Kammerorchester

KO N Z E RT E N D E ca. 21.30 Uhr ABO Grosses Abo TICKETPREISE CHF 105 / 95 / 82 / 40

Joseph Haydn (1732 – 1809) Sinfonie Nr. 95 c-Moll Hob. I:95 Allegro moderato  |  Andante cantabile  |  Menuetto  |  Finale: Vivace

21 min

Joseph Haydn 18 min Streichquartett D-Dur op. 64 Nr. 5 Hob. III:63 «Die Lerche» Allegro moderato  |  Adagio  |  Menuetto: Allegretto – Trio  |  Finale: Vivace Pause 

20 min

Joseph Haydn  30 min Sinfonie Nr. 98 B-Dur Hob. I:98 Adagio – Allegro  |  Adagio  |  Menuetto: Allegro – Trio  |  Finale: Presto

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RUBRIKZEILE

BEETHOVENS WEG ZUM GROSSEN MEISTER Daniel Hope und das ZKO begleiten Beethoven auf seinem Weg zum Erfolg und stellen jene Werke vor, mit denen er das Publikum für sich gewann.

Dieses Konzert, das Daniel Hope und das ZKO kurz vor dem Start des Beethoven-Jahres 2020 auf die Beine stellen, erkundet den frühen Beethoven, seine erste Sinfonie, seine Prometheus-Ouvertüre und sein erstes (und einziges) Violinkonzert – eine kleine musikalische Akademie, könnte man sagen. So nannten die Wiener jene drei- oder vierstündigen Konzerte, in denen sie ihre Komponistenstars kennenlernten. Eine der legendärsten Akademien fand am 2. April 1800 statt. Es war der grosse Durchbruch des Bonner Musikers in Wien. In diesem Konzert stellte Beethoven seine erste Sinfonie vor, daneben noch das erste Klavierkonzert, ein Septett und – weil all das dem verwöhnten Wiener Publikum nicht reichte – improvisierte er auch noch

am Klavier. Es dauerte nur wenige Tage und Beethoven war in aller Munde. «Das war wahrlich die interessanteste Akademie seit langer Zeit», schrieben die Zeitungen. Besonders die Sinfonie, in der Beethoven die Ideen Mozarts und Haydns in eine neue Zeit überführte, fand den Beifall von Publikum und Presse. Ein Jahr später war Beethoven bereits ein gefeierter Komponist, dem die wichtigsten Kulturschaffenden der Stadt Auftragsarbeiten anboten. Als der Tänzer und Choreograf Salvatore Viganò Musik für sein Ballett «Die Geschöpfe des Prometheus» suchte, kontaktierte er ebenfalls Beethoven. Viganò wollte mit dem Stoff der mythologischen Figur, die den Menschen


DA N I E L H O P E

das Feuer und die Erkenntnis brachte, ein Denkmal für Napoleon setzen. Dessen Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit elektrisierten damals ganz Europa, bis der Feldherr durch seine eigene Kaiserkrönung und seine blutigen Kriege auch in Wien und bei Beethoven in Ungnade fiel.

«Innerhalb eines Jahres war Beethoven ein gefeierter Komponist, dem die wichtigsten Kulturschaffenden Auftragsarbeiten anboten.» Die Ouvertüre zum Ballett «Die Geschöpfe des Prometheus» wird heute oft eigenständig in Konzerten aufgeführt. Gleich zu Beginn ist herauszuhören, dass sich Beethoven des Erfolgs seiner ersten Sinfonie bewusst war. Die Einstiege der beiden Werke sind verblüffend ähnlich. Beide Stücke beginnen mit einem Sekundakkord, mit dem Beethoven das Unaufgelöste an den Anfang stellte, um die Neugier seines Publikums auf das Kommende zu steigern. Das erste Violinkonzert Beethovens stand sechs Jahre später auf dem Programm im Theater an der Wien.

Beethoven hatte sich entwickelt und suchte immer radikalere Formen, ohne dabei die Tradition aufzugeben. Auf der Bühne stand damals der Geiger Franz Clement – und er rückte zunächst auch ins Zentrum der Kritiken: «Der vortreffliche Violinspieler Klement spielte unter anderen vorzüglichen Stücken, auch ein Violinconcert von Beethhofen», hiess es damals in der Zeitung, «das seiner Originalität und mannigfaltigen schönen Stellen wegen mit ausnehmendem Beyfall aufgenommen wurde.» Aber der Rezensent sparte auch nicht mit Kritik: «Ueber Beethhofens Concert ist das Urtheil von Kennern ungetheilt, es gesteht demselben manche Schönheit zu, bekennt aber, dass der Zusammenhang oft ganz zerrissen scheine, und dass die unendlichen Wiederholungen einiger gemeinen Stellen leicht ermüden könnten.» Der Kritiker riet Beethoven, sein Talent in Zukunft doch bitte wieder so schöner Musik wie seiner ersten Sinfonie zu widmen. Erst 1844, also 17 Jahre nach Beethovens Tod, ­wurde das Violinkonzert zu einem internationalen Konzerterfolg. Damals interpretierte es der erst 12-­jährige Geiger Joseph Joachim in London an der Seite von Felix Mendelssohn. Ein Ereignis, nach dem Beethovens Violinkonzert weltweit auf die ­Konzertpläne rückte – von wo es heute nicht mehr wegzudenken ist.  ab

DA N I E L H O P E D i , 1 0 . D e z e m b e r 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, To n h a l l e M a a g Daniel Hope Music Director Zürcher Kammerorchester

KO N Z E RT E N D E ca. 21.30 Uhr

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) 5 min Ouvertüre «Die Geschöpfe des Prometheus» C-Dur op. 43 Adagio – Allegro molto con brio Ludwig van Beethoven  24 min Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21 Allegro molto – Allegro con brio  |  Andante cantabile con moto  |  Menuetto – Allegro molto e vivace  |  Adagio – Allegro molto Pause 

A B O / KO N Z E RT R E I H E Kleines Abo / Hope and Friends TICKETPREISE CHF 105 / 95 / 82 / 40

20 min

Ludwig van Beethoven  41 min Violinkonzert D-Dur op. 61 Allegro ma non troppo  |  Larghetto – attacca subito il Rondo  |  Rondo: Allegro

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«MEHR ALS NUR SINGEN» Gemeinsam mit dem ZKO und den Solisten Eva Oltiványi, Sonia Prina und Sascha Litschi wandert der Zürcher Konzertchor mit seinem Leiter André Fischer durch internationale Weihnachtstraditionen. Bei den Bässen mit dabei ist Christoph Pfister, der dem Chor zugleich als Präsident vorsteht. Wir haben uns mit ihm über die Anfänge des Chors und das aktuelle Konzert unterhalten.

Christoph Pfister, warum hat Edmond de Stoutz den Zürcher Konzertchor 1962 gegründet? Er war zu jener Zeit schon lange Leiter des ZKO und hat festgestellt, dass es für viele Werke, die er aufführen wollte, sinnvoll wäre, einen eigenen Chor zu haben. Seine Idee war es, einen guten Laienchor zu gründen. Also hat er Inserate in Zürich aufgegeben und zu Auditionen eingeladen, bei denen zum Teil sehr streng ausgewählt wurde. In den Gründungsjahren war es Edmond de Stoutz ausserdem wichtig, einen jungen Chor zu haben – deshalb war das Höchstalter der Mitwirkenden damals 40 Jahre. War die Idee eines Laienchors auch, dass er in der Bevölkerung wirken sollte – und dass das ZKO so die Zürcher Bürger besser erreicht? Ich denke schon. Meine Mutter hat zum Beispiel bereits sehr früh im Chor mitgesungen. Und es ist in vielen Familien so wie bei uns, dass die Kinder diese Tradition fortgesetzt haben. Ausserdem ist klar:

Ein Chor mit all seinen Mitgliedern und deren Freunden erzeugt auch ein neues Publikum für ein Orchester.

«Unsere Dirigenten haben immer wieder unsere Leidenschaft geweckt.» Wie haben Sie die vielen Proben erlebt, bei denen Sie dabei waren? Jede Probe mit dem Zürcher Konzertchor war und ist ein Erlebnis. Egal, ob früher mit Edmond de Stoutz oder heute mit André Fischer. Unsere Dirigenten haben immer wieder unsere Leidenschaft geweckt. Für uns Laien ist es grossartig, epochale Werke wie Bachs h-Moll-Messe oder das Verdi-Requiem zu durchdringen. Gerade weil wir keine professionellen Musiker sind, erarbeiten wir solche Werke mit umso grösserer Lust und unendlicher Neugier. Ich glaube wirklich, dass sich jedes einzelne Chormitglied auf den Mittwoch freut, wenn wir Probe haben.


W E I H N A C H T S KO N Z E RT

Wenn Sie zurückblicken – was sind die grossen Momente, welche das ZKO und der Zürcher Konzertchor gemeinsam erlebt haben? Wir hatten viele tolle Aufführungen grosser Werke von Bach oder Haydn. Am stärksten in Erinnerung geblieben sind aber die gemeinsamen Auftritte im Ausland. Früher sind wir regelmässig ins norddeutsche Leer gefahren, Musiker und Sänger gemeinsam in einem Zug. Da entstanden dann auch intensive Freundschaften zwischen den Mitgliedern der Ensembles. Überhaupt geht es bei uns im Chor um viel mehr als nur darum, zu singen. Wir verstehen uns als soziale Gruppe, unternehmen gemeinsame Wanderungen und geniessen die Zeit miteinander.

Dieses Jahr werden der Konzertchor und das ZKO gemeinsam das Weihnachts­ konzert bestreiten … … ja, und ich freue mich sehr, dass André Fischer, der bereits seit 20 Jahren unser Chorleiter ist, diesen Abend dirigieren wird. Er ist auch verantwortlich für das wunderschöne Programm, das uns durch die Weihnachtstraditionen in ganz Europa führt. Und natürlich bin ich auch sehr gespannt auf die Solisten des Abends, auf die Sopranistin Eva Oltiványi, die Altistin Sonia Prina und den Bass Sascha Litschi. Es ist ein Programm, das zeigt, wofür der Zürcher Konzertchor steht: Wir haben Interesse an Musik aus allen Ländern und Zeiten – und teilen diese Freude gerne mit unseren Zuhörern.  ab

W E I H N AC H T S KO N Z E RT D o, 1 9 . D e z e m b e r u n d F r, 2 0 . D e z e m b e r 2 0 1 9 , 1 9 . 3 0 U h r, F r a u m ü n s t e r André Fischer Leitung Eva Oltiványi Sopran Sonia Prina Alt Sascha Litschi Bass Zürcher Konzertchor Zürcher Kammerorchester

KO N Z E RT E N D E ca. 21.00 Uhr

Francis Poulenc (1899 – 1963)  3 min «Hodie Christus natus est», aus: Quatre Motets pour le temps de Noël, FP 152: IV Benjamin Britten (1913 – 1976) A Hymn to the Virgin a-Moll

4 min

Maurice Duruflé (1902 – 1986)  «Ubi caritas» op. 10 Nr. 1 Ubi caritas et amor

2 min

Georg Friedrich Händel (1685 – 1759)  Birthday-Ode for Queen Anne HWV 74

26 min

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) Weihnachtskantate «Ich freue mich in Dir» BWV 133

20 min

TICKETPREISE CHF 90 / 80 / 60 / 35 / 20

Georg Friedrich Händel  19 min Auszüge aus «Der Messias» HWV 56 Uns ist zum Heil ein Kind geboren  |  Hirtenmusik |  Es waren Hirten beisammen auf dem Felde | Und sieh! Der Engel des Herrn trat zu ihnen |  Und der Engel sprach zu ihnen |  Und alsobald war da bei dem Engel |  Ehre sei dir Gott in der Höhe | Sein Joch ist sanft

Die Weihnachtskonzerte werden gefördert von der Lagrev Stiftung.

Traditionell  O du fröhliche F-Dur

KO N Z E RT R E I H E Mostly Baroque

3 min

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E I N K R E AT I V E R S P I E L P L AT Z Daniel Hope, Lynn Harrell und Maxim Lando entdecken mit dem ZKO den experimentierfreudigen Ludwig van Beethoven. Kammermusik ist für Komponisten, was für Maler das Skizzenbuch ist: ein kreativer Spielplatz, um neue Grenzen auszuloten. Gerade vor dem Hintergrund des Beethoven-Jubiläums im Jahr 2020 lohnt sich ein Blick auf die oft radikalen kammermusikalischen Werke des Meisters aus Bonn. Im Gegensatz zu Komponisten wie Mozart, dessen Handschriften wie aus einem Guss wirken, zeigen Beethovens Autografe seine akribische Arbeitsweise: Oft trug er einzelne Motive jahrelang in einem Notizbuch mit sich herum, bis er sie in einem seiner Werke verwendete. Die ursprüngliche Partitur überarbeitete er dann immer wieder, in unterschiedlichen Farben – bis ein Stück irgendwann abgeschlossen schien. Diese Vorgehensweise lässt sich in Beethovens Kompositionen auch hören: Sie haben eine fast physische Kraft und hämmern an den Konventionen der Zeit. Das gilt besonders für Beethovens Grosse Fuge op. 133. Zeitgenossen nannten dieses Werk, das seine Zuhörer schlichtweg überforderte, «chinesisch». In einer Kritik hiess es: «Vielleicht wäre so manches nicht hingeschrieben worden, könnte der Meister seine eigenen Schöpfungen auch hören.» Als Konsequenz

dieser Polemik schrieb Beethoven auf Anfrage seines Verlegers ein zugänglicheres Finale. Im 20. Jahrhundert schenkte man der Grossen Fuge dann endlich mehr Aufmerksamkeit, sodass sich ein Nachsatz des bereits zitierten Kritikers bestätigte: «Vielleicht kommt noch die Zeit, wo das, was uns beym ersten Blicke trüb und verworren erschien, klar und in wohlgefälligen Formen erkannt wird.» Heute lässt sich die vierstimmige Fuge am besten entschlüsseln, wenn man sie in der Bearbeitung für Kammerorchester hört. Dann entfalten sich ­Beethovens Ideen zu fast sinfonischer Grösse, und es lässt sich verfolgen, wie die vier Themen nacheinander vorgestellt und dann in vier Einzelfugen – von hinten nach vorne – durchgeführt werden. Für Daniel Hope ist die Grosse Fuge, die nun vom ZKO gespielt wird, ein Meilenstein auf dem Weg in die sinfonische Moderne des 20. Jahrhunderts.

«Seit seinem Auftritt mit Lang Lang wird Maxim Lando in allen Konzertsälen der Welt gefeiert.»


LY N N H A R R E L L , M A X I M L A N D O U N D DA N I E L H O P E

Nach dieser Eröffnung wird Hope mit ganz besonderen musikalischen Freunden auf Spurensuche in Beethovens Schaffen gehen. Den jungen amerikanischen Pianisten Maxim Lando hat Hope schon von Kind auf gefördert, seither treffen sich ihre Wege regelmässig. Einer der bekanntesten Auftritte des Klavierspielers fand 2017 in der New Yorker Carnegie Hall statt – damals übernahm Lando den Part der linken Klavierhand, die Lang Lang, der neben ihm auf dem Klavierschemel sass, verletzt hatte. Es war ein gemeinsames Konzert mit Chick Corea. Seither wird der Pianist auch als Solist in allen grossen Konzertsälen der Welt gefeiert. Ebenfalls eng verbunden ist Daniel Hope mit dem US-Cellisten Lynn Harrell, der auf einem Stradivari-­ Cello spielt, das einst Jaqueline du Pré gehörte.

«Die Genialität des ‹Geistertrios› liegt im Gegensatz der Schwermut des zweiten Satzes und der gelösten Stimmung des Finalsatzes.»

Dichter E.T.A. Hoffmann schwärmte damals vom romantischen Geist der Musik, den Beethoven in sich trage, «und mit welch hoher Genialität, mit welcher Besonnenheit er damit seine Werke belebt». Den Titel verdankt das Trio dem zweiten Satz, bei dem sich Beethoven-Schüler Carl Czerny an den Auftritt des Geistes am Anfang von Shakespeares Schauspiel «Hamlet» erinnert fühlte. Beethoven selbst stand wohl eher unter dem Einfluss einer Oper zu Shakespeares «Macbeth», über die er in jenen Jahren nachdachte. Die Genialität der Komposition liegt im Gegensatz der abgrundtiefen Schwermut des zweiten Satzes und der gelösten Stimmung des Finalsatzes. Vier Jahre zuvor – Beethoven hatte gerade seine 3. Sinfonie abgeschlossen und arbeitete an der 5. Sinfonie sowie an seiner einzigen Oper «Fidelio» – war der Komponist noch etwas vorsichtiger. Als er sein Tripelkonzert in C-Dur schrieb, hielt er sich weitgehend an den Traditionen fest, setzte das ­Cello aber so prominent in Szene, dass dieses Werk fast an ein Cellokonzert erinnert. Daniel Hope und seine Freunde werden auch dies hören lassen.  ab

Gemeinsam gehen die drei Musiker das «Geistertrio» an, das Beethoven im Sommer 1808 komponiert hat, parallel zu seiner 5. und 6. Sinfonie. Der

LY N N H A R R E L L , M A X I M L A N D O U N D DA N I E L H O P E D i , 1 4 . J a n u a r 2 0 2 0 , 1 9 . 3 0 U h r, To n h a l l e M a a g Daniel Hope Music Director Lynn Harrell Violoncello Maxim Lando Klavier Zürcher Kammerorchester

KO N Z E RT E N D E ca. 21.45 Uhr

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)  16 min Grosse Fuge B-Dur op. 133, arrangiert für Streichorchester Ouvertüre: Allegro – Meno mosso e moderato – Allegro molto e con brio Ludwig van Beethoven  24 min Klaviertrio D-Dur op. 70 Nr. 1 «Geistertrio» Allegro vivace e con brio  |  Largo assai ed espressivo  |  Presto Pause 

A B O / KO N Z E RT R E I H E Grosses Abo / Hope and Friends TICKETPREISE CHF 105 / 95 / 82 / 40

20 min

Ludwig van Beethoven  33 min Konzert C-Dur für Violine, Violoncello, Klavier und Orchester op. 56 «Tripelkonzert» Allegro  |  Largo | Rondo alla polacca

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WIE KLINGT EIGENTLICH DER SONNENSCHEIN? Andrew Bond und das ZKO werden zu Meteorologen. Wenn Andrew Bond Musik macht, erfindet er vollkommen neue Welten aus Tönen. Welten, die kleine und grosse Kinder mit ihren Ohren bestaunen können. Und jemand wie Andrew Bond kann mit Musik sogar über das Wetter bestimmen! Blitz? Donner? Sonnenschein? Alles kein Problem für einen der beliebtesten Kinderliedermacher der

Schweiz: Gemeinsam mit dem Zürcher Kammerorchester lässt es Andrew Bond in seinem Programm «Wulche, Wind und Wätter» prasseln, krachen oder stürmen und bringt danach wieder die Sonne zum Scheinen. Er braucht lediglich die passenden Noten und die richtigen Instrumente – und schon kann er den Himmel dirigieren.


WULCHE, WIND UND WÄTTER

Als Kind wollte Andrew Bond eigentlich Fagott spielen lernen. Aber er wuchs im Kongo auf, und dort gab es keinen passenden Lehrer. Also nahm er kurzerhand die Querflöte seines Vaters in die Hand, suchte einen Lehrer und übte bis zur M ­ atura. Später studierte er Theologie, wurde Lehrer an der Oberstufe und schliesslich selbst Vater. Als Teilzeithausmann sang er viel mit seinen Kindern. Nur fehlten ihm zu gewissen Alltagssituationen die passenden Melodien, wie zum Beispiel beim Backen von Weihnachtsguetzli. Also begann Bond kurzerhand eigene Lieder zu erfinden und zu singen. Die waren so gut, dass seine Fangemeinde schnell wuchs: Neben seinen eigenen Kindern ­haben inzwischen schon über 700 000 Menschen

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s­ eine CDs wie beispielsweise ­«Zimetschtern han i gern» gekauft und gehört. Ein spannendes Projekt für Andrew Bond war sein erstes Konzert mit dem ZKO, das er 2016 gegeben hat. Dafür wurden seine Lieder extra für das Orchester umgeschrieben und mit bekannten Werken von ­Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach oder Leopold M ­ ozart verbunden. Und Bond durfte sogar selbst ein bisschen Querflöte und Klavier mit dem Orchester spielen. Nun steht «Wulche, Wind und Wätter» erneut auf dem Programm des Zürcher Kammerorchesters. Gemeinsam mit Konzertmeister Willi Zimmermann wird Andrew Bond wieder Klangwolken verschieben und uns alle ­Facetten des Wetters hören lassen.  ab

Z KO I M P FAU E N : K I N D E R KO N Z E RT « W U L C H E , W I N D U N D W Ä T T E R » S o, 2 6 . J a n u a r 2 0 2 0 , 1 1 . 0 0 U h r, S c h a u s p i e l h a u s P f a u e n Andrew Bond Gesang und Erzählung Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester

KO N Z E RT E N D E ca. 12.00 Uhr TICKETPREISE Erwachsene CHF 39 / 29 Kinder 5 – 12 Jahre CHF 15 Z KO I M P FA U E N Die Konzertreihe des ZKO in Kooperation mit dem Schauspielhaus Zürich

Blitz und Donner! Regen und Sonnenschein! Wohl kaum ein anderes Thema wurde in der Musik so oft und so eindrücklich beschrieben wie das Wetter. Wenn das Zürcher Kammerorchester spielt und Andrew Bond in der Wetterküche werkelt, dann kann es sogar im Schauspielhaus regnen, stürmen oder schneien.

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RUBRIKZEILE

VON FASCHINGSSCHERZEN BIS MESSERKÄMPFEN Das erste Kammermusikkonzert der Saison 2019/20 verbindet die europäische Klassiktradition mit dem südamerikanischen Tango. Zu Beginn des neuen Jahres stehen dann zwei Bläser im Mittelpunkt. Die ZKO-Musikerinnen und -Musiker in einem kleineren Rahmen und besonders persönlich erleben – dies ermöglicht die Reihe Kammermusik@ZKO. In der Saison 2019/20 gibt es vier solche Konzerte im ZKO-Haus, deren Programme jeweils von den Musikern selbst zusammengestellt werden.

wie Kriegserfahrungen im Sommer 1809 verantwortlich sein. Doch wie Piazzolla in seiner «Suite del Angel» hat auch Beethoven eine Vision der Hoffnung ans Werk­ ende gestellt. Astor Piazzollas «Tango for four» tut schliesslich sein Übriges, um das Publikum mit tänzerischem Schwung in den Sonntagnachmittag zu entlassen.

Für den 22. September 2019 hat sich die Violinistin Silviya Savova-Hartkamp etwas Besonderes ausgedacht: Grosse Komponisten der europäischen Tradition treffen auf die südamerikanische Tangolegende Astor Piazzolla. Eröffnet wird das Konzert mit Piazzollas «Suite del Angel», welche ursprünglich für ein ­Theaterstück von Alberto Rodríguez Muñoz komponiert wurde. Die Bühnenmusik begleitete das Geschehen in einem schäbigen Stadtviertel von Buenos Aires, in dem ein Engel die Seelen der Bewohner reinigt und schliesslich in einem Messerkampf getötet wird. Für die Konzertversion seiner Suite fügte Piazzolla allerdings eine Auferstehung als versöhnliches Ende hinzu. Silviya Savova-Hartkamp und ihre Musikerkollegen spielen das Stück in einer Bearbeitung durch den Pianisten Jacques Ammon und den Cellisten Eckart Runge, welche den Tango mit Bachschen Werken mischten – beides sehr rohe Musik, aber gleichzeitig zärtlich und verletzlich.

Spätestens am 19. Januar 2020 sollte man sich wieder im ZKO-Haus einfinden, denn dann steht Oboist Roman Schmid gemeinsam mit fünf Musikerinnen und Musikern auf der Bühne. Mit den Violinistinnen Kio Seiler und Jana Karsko sowie dem Cellisten N ­ icola Mosca hat er bereits früher diverse Kammermusikprogramme mit barocken Werken bestritten. «Wir teilen eine Leidenschaft für historische Instrumente», sagt Roman Schmid, der Mozarts Oboenquartett in F-Dur auf einer historisch-klassischen Oboe spielen wird. Mozart schöpfte die neuen Klangmöglichkeiten dieses Instruments, das auf die Barockoboe folgte, voll aus. Da er sein Oboenquartett ausserdem für den von ihm hochgeschätzten Oboisten Friedrich Ramm schrieb, sparte er nicht an virtuosen Passagen und experimentierte im dritten Satz gar mit polyrhythmischen Elementen. Hier handelte es sich zweifellos um einen Faschingsscherz Mozarts, der Ramm beim damals üblichen Vom-Blatt-Spielen aus der Bahn werfen sollte. Roman Schmid wird sich davon nicht verunsichern lassen – lehnt sich allerdings danach zurück, wenn seine Streicherkollegen Beethovens Streichquartett in F-Dur vorstellen.

Nach einer Elegie und Polka von Schostakowitsch, die seinen jungen Jahren entstammen, erklingt Beethovens Streichquartett Nr. 11. Für die düstere Stimmung des «Quartetto serioso» sollen eine unerwiderte Liebe so-


K A M M E R M U S I K @ Z KO

Wie das Oboenquartett, so schrieb Mozart auch sein Hornquintett für einen Bläser, der zu seinem engeren Freundeskreis gehörte: den Hornisten Joseph Leutgeb. Mozart komponierte mehrfach für den Bekannten der Familie und liess sich auch hier gelegentliche Scherze,

wie aufmunternde Worte zu einer besonders schweren Stelle, nicht nehmen. Dem Publikum wird bei diesem Werk wohl vor allem die originelle Streicherbesetzung mit zwei Bratschen auffallen, welche die dunklen und weichen Schattierungen des Klangs ausloten.  sp

K A M M E R M U S I K @ Z KO S o, 2 2 . S e p t e m b e r 2 0 1 9 , 1 1 . 0 0 U h r, Z KO - H a u s Tanja Sonc Violine Silviya Savova-Hartkamp Violine Ribal Molaeb Viola Anna Tyka Nyffenegger Violoncello

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) / Astor Piazzolla (1921 – 1992) Suite del Angel, arrangiert von Jacques Ammon und Eckart Runge (Artemis Quartett)

25 min

Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975) Elegie und Polka für Streichquartett op. 36a Elegie. Adagio  |  Polka. Allegretto

7 min

KO N Z E RT E N D E ca. 12.00 Uhr

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) 20 min Streichquartett Nr. 11 f-Moll op. 95 «Quartetto serioso» Allegro con brio | Allegretto, ma non troppo |  Allegro assai vivace, ma serioso |  Larghetto espressivo – Allegretto agitato

TICKETPREISE CHF 40

Astor Piazzolla Tango for four

4 min

K A M M E R M U S I K @ Z KO S o, 1 9 . J a n u a r 2 0 2 0 , 1 1 . 0 0 U h r, Z KO - H a u s Roman Schmid Oboe Thomas Müller Horn Jana Karsko Violine Kio Seiler Violine / Viola Natalia Mosca Alexandrova Viola Nicola Mosca Violoncello KO N Z E RT E N D E ca. 12.00 Uhr TICKETPREISE CHF 40

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) Oboenquartett F-Dur KV 370 Allegro | Adagio | Rondeau. Allegro

15 min

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) Streichquartett F-Dur op. 14 Nr. 1 Allegro moderato | Allegretto | Allegro

14 min

Wolfgang Amadeus Mozart Hornquintett Es-Dur KV 407 (386c) Allegro | Andante | Allegro

16 min

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FA M I L I E N KO N Z E RT E

G RO S S E T Ö N E F Ü R D I E K L E I N E N NUGGI-KONZERT (0 – 1 JAHRE) So, 22. September 2019, 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Tanja Sonc Violine Silviya Savova-Hartkamp Violine Ribal Molaeb Viola Anna Tyka Nyffenegger Violoncello Werke von Bach, Schostakowitsch, Beethoven und Piazzolla KRABBEL-KONZERT (1 – 3 JAHRE) Wo ist Mami? So, 29. September 2019, 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammer­orchesters Das arme Äffchen hat seine Mutter verloren, mitten im Wald! Da ist es schön, dass ihm der nette Schmetterling suchen helfen will. Aber irgendwas geht bei dieser Suche schief: Ständig führt der Schmetterling das Äffchen zu den falschen Tieren. Weiss er etwa nicht, dass Affenmamas genauso aussehen wie ihre Kinder?


F A M I L I E N KO N Z E RT E

ABC-KONZERT (5 – 7 JAHRE) Der kleine Muck So, 3. November 2019, 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Jolanda Steiner Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Der kleine Muck muss ganz alleine in der Welt zurechtkommen. Doch immerhin hat er einen Zauberstock und magische Pantoffeln, welche ihm die Tür zum Palast des Sultans öffnen. Mit seinem Zauberstock findet der kleine Muck ausserdem unzählige Schätze und die magischen Pantoffeln machen ihn zum weltbesten Schnellläufer! Doch dann wird er unschuldig ins Gefängnis gesperrt. Ob es ihm wohl gelingt, den ungerechten Sultan zu überlisten?

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NUGGI-KONZERT (0 – 1 JAHRE) So, 19. Januar 2020, 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Roman Schmid Oboe Thomas Müller Horn Jana Karsko Violine Kio Seiler Violine Natalia Mosca Alexandrova Viola Nicola Mosca Violoncello Werke von Mozart und Beethoven

PURZEL-KONZERT (3 – 5 JAHRE) Elias und das Christkind So, 1. Dezember 2019, 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Jolanda Steiner Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Elias’ Vater besitzt eine Herberge. Weil sein Sohn, der kleine Elias, allen im Weg steht, und niemand Zeit für ihn hat, beschliesst Elias, seinen Freund, den alten Ochsen, zu besuchen. Im Stall findet Elias geheimnisvolles Engelshaar. Was das wohl zu bedeuten hat?

Bringen Sie bei unseren Nuggi-­Konzerten Ihre eigene Yogamatte mit und geniessen Sie die kammer­musikalischen Klänge in entspannter Atmosphäre. Bestellen Sie unsere Kinderbroschüre: Tel. 044 552 59 00


Z KO P O RT R Ä T

T H O M A S E N T Z E ROT H Thomas Entzeroth ist beim Zürcher Kammerorchester der Mann für alles. Als gute Seele des ZKO-Hauses hält er nicht nur das Gebäude in Schuss, sondern sorgt auch für einen reibungslosen Ablauf bei Familienkonzerten und begleitet besondere Momente mit der Kamera. Thomas, als das ZKO 2002 an die Seefeldstrasse zog, hast du dich gleich als Hauswart beworben – wie kam es dazu? Ich wohnte damals bereits im Nachbarhaus und betreute das gesamte umliegende Areal als Hauswart. Als ich hörte, dass das ZKO hier ein Domizil bezieht, fand ich das toll. Ich wusste, dass das Orchester vorher eine 5-Zimmer-Wohnung an der Mühlebachstrasse gemietet hatte – und nun besassen sie plötzlich ein ganzes Gebäude. Da dachte ich mir: Die brauchen sicher jemanden, der fürs Haus schaut – ich mache das. Ich kannte das ZKO ja bereits, seit ich als Kind mit meinen Eltern an den Weihnachtskonzerten war …

Gästen. Das geht so weit, dass es den Leuten auffällt, wenn ich mal andere Turnschuhe anhabe. (lacht)

Mehr als 15 Jahre später kümmerst du dich immer noch um die Räumlichkeiten des Orchesters. Ich bin ein sehr beständiger Mensch. Wenn ich einmal zu etwas «Ja» sage, dann sind das meist Lebensentscheidungen. Und je länger ich fürs ZKO gearbeitet habe, desto mehr Bereiche sind dazugekommen – die Betreuung der Opera Box, der Fremdveranstaltungen und vor allem auch der Familienkonzerte. Letztere beschäftigen mich seit 2009 – so habe ich bereits eine ganze Schar Kinder gross werden sehen. Über all die Jahre knüpft man sehr enge Beziehungen zu den

Da spricht wohl der Fotograf aus dir? Vermutlich, das ist schliesslich auch mein Hauptberuf, dem ich unter anderem in meinem Fotostudio an der Drahtzugstrasse nachgehe. Auch fürs ZKO war ich schon oft als Fotograf unterwegs und wurde vom Dirigenten Mario Venzago einst als «das hörende Auge» bezeichnet. Für mich ein wunderschönes Kompliment. Ich möchte, dass man die Musik aus meinen Bildern hört und dass es dem Betrachter so geht wie mir, wenn ich mich als Fotograf durchs Orchester bewege – dann habe ich nämlich Gänsehaut am ganzen Körper.  sp

Welche Befriedigung ziehst du – neben diesen persönlichen Kontakten – aus deiner Arbeit? Was ich wirklich genial finde, ist, dass ich hier im Haus prägend mitwirken kann. Bei den zwei Umbauten, die wir durchgeführt haben, konnte ich sehr vieles mitentschieden. Wie die Bar im Foyer aussieht, wie die Küche konzipiert ist – die Details müssen einfach stimmen. Funktionalität ist nur das eine, es muss auch schön aussehen!


Der «Druck» macht die Musik.

Druckerei Landquart AG Schulstrasse 19 | 7302 Landquart T 081 300 03 60 | www.drucki.ch


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Z KO I N S I D E

Z KO I N S I D E

SOMMERLICHE HÖCHSTLEISTUNGEN Neben einer CD-Aufnahme hatte das Zürcher Kammerorchester in den vergangenen Monaten viele Auftritte im Ausland – ein Konzertmarathon, könnte man sagen, wobei ein Orchestermitglied diesen Ausdruck wörtlich nahm … Eine Hafenstadt am Schwarzen Meer, ein idyllischer Gutshof im Norden Deutschlands oder eine pulsierende europäische Metropole – was nach einer Auflistung von Reisezielen klingt, stand im Sommer auf dem Tourneeplan des Zürcher Kammerorchesters. Klassik trifft Meeresrauschen Bereits im Juni hiess es das erste Mal Kofferpacken für ein Festival, das in mancherlei Hinsicht aussergewöhnlich ist: Odessa Classics. Der Pianist Alexey Botvinov gründete das Festival im Jahr 2015, als der bewaffnete Konflikt in der Ost­ ukraine entflammte. Er wollte dem Krieg

mit Musik etwas entgegenhalten und lud Weltgrössen der klassischen Musik in die Hafenstadt. Da Künstler aus dem Ausland in der jüngeren Vergangenheit rar waren, kamen die Klassikliebhaber bald in Scharen und sorgen seither mit ihrer besonderen Aufmerksamkeit für eine einzigartige Festivalstimmung, die auch das ZKO bei seinem Besuch spürte. Neben zwei Auftritten im Opernhaus und in der Philharmonie bleibt vor allem das Open-Air-Konzert bei der Potemkinschen Treppe in Erinnerung. Etwa 12 000 Besucherinnen und Besucher sassen auf den 192 Stufen, die vom Hafen nach oben zur Innenstadt führen. Unten, am Fuss der

Treppe, spielten – vor dem Hintergrund des Meeres – das Zürcher Kammerorchester und Music Director Daniel Hope. Ein unvergessliches Spektakel. Lauf, Martin, lauf Ein Bläser aus dem Orchester zeigte in Odessa nicht nur musikalische, sondern auch sportliche Höchstleistungen. Zwei Tage vor Abflug in die Ukraine hatte Hornist Martin Ackermann im Internet mögliche Aktivitäten für seinen freien Tag recherchiert und dabei den Odesser Ultramarathon entdeckt. Zwischen Proben und Auftritten schnallte sich der passionierte Hobbyläufer mal eben sei-


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ne Turnschuhe an die Füsse und rannte los. «Die meisten Teilnehmer sind die halbe Strecke gelaufen, aber ich liebe die Herausforderung», sagt Martin, der die vollen 68 Kilometer in 8 Stunden und 6 Minuten bewältigte. Damit belegte er den 6. Platz von insgesamt 60 Teilnehmern. Applaus und Pferdewiehern Ausdauer ist keine schlechte Eigenschaft für ein Orchestermitglied. Alle Musikerinnen und Musiker bewiesen sie in den folgenden Sommerwochen, in denen nicht nur Konzerte in Zürich, sondern auch weitere Tourneen auf dem Programm standen. Ende Juni gestalteten das Orchester und Daniel Hope in der Kölner Philharmonie ein Programm rund um die «Vier Jahreszeiten», welches mit Standing Ovations gefeiert wurde. «Wie lebendig Hope als Solist mit dem Konzertmeister und den Stimmführern aufspielte, das versprühte Lebenslust», schrieb Olaf Weiden in der «Kölnischen Rundschau».

Weiter ging es Anfang Juli in den hohen Norden Deutschlands zum renommierten Schleswig-Holstein Musik Festival. Mit dem Programm «Bach and Friends» steuerten die Musiker einen vielseitigen und dynamischen Teil zum dortigen Komponistenschwerpunkt bei. Ein besonderes Highlight war dabei das Konzert in Elmshorn, das in einer Reithalle direkt neben den voll besetzten Pferdeställen stattfand. Zwischen den einzelnen Sätzen von Telemann, Albinoni oder Geminiani waren somit nicht nur wohlwollende Äusserungen des Publikums, sondern auch emphatisches Wiehern der Pferde zu vernehmen. Auf dem Gutshof in Wotersen wurde das Orchester backstage von den selbst gebackenen Köstlichkeiten der ehrenamtlichen Festivalhelfer überrascht. Zusammen mit Pianist Sebastian Knauer und Vibraphonspieler Pascal Schumacher konzertierte das ZKO hier mit dem preisgekrönten «ÜberBach»-Programm. Nach der ländlichen Idylle des Nordens begab sich das Orchester zu den Interna-

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tionalen Gluck-Festspielen in Nürnberg. Im August und September folgten das Citadel Music Festival in Berlin, das südtirol festival merano . meran sowie der traditionsreiche Auftritt in der Kirche St. Martin in Zillis. Aufnahme läuft Man möchte vermuten, dass die Spiel­ freude ­des ZKO durch diesen Konzert­ marathon erschöpft gewesen sein muss. Doch allen Befürchtungen zum Trotz begab sich das Orchester im Juli mit grösstem Enthusiasmus in das geschichtsträchtige Teldex-Studio in Berlin, um drei Tage lang Aufnahmen für das neue Album von Daniel Hope zu produzieren, das im Frühjahr 2020 bei der Deutschen Grammophon erscheinen wird. So schnell, wie der Sommer jeweils wieder verfliegt, so bleibt uns also doch ein Stück davon auf CD gebrannt erhalten.  sp/ls


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DA S Z KO I S T B E R Ü H R E N D UND NAHBAR – BESONDERS FÜR DIE FREUNDE Bei keiner anderen Gelegenheit kann man dem Orchester so nahe kommen wie bei einem Probenbesuch. Um dieses besondere Privileg geniessen zu können, ist es den ZKO Freunden ein Anliegen, das Orchester finanziell stärker zu unterstützen.

Am 29. Oktober 2019 beginnt für die Freunde des ZKO die Saison 2019/20 mit dem ersten von insgesamt sechs Generalprobenbesuchen. Die erste der drei Arbeitsproben können Sie am

26. Februar 2020 besuchen. Diese Probenbesuche und die Après-Konzert-Lounges bieten Ihnen auch in der neuen Saison die Chance auf ein Du und Du mit internationalen Klassikstars. Doch bei


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aller Liebe zu den weltbesten Solisten: Das Herz gehört dem ZKO. Dessen Musiker sind dankbar für die Wertschätzung ihrer musikalischen Höhenflüge, das Interesse für ihre Arbeit und die Vergrösserung des ZKO-Freundeskreises. Daraus entsteht ein Beziehungsnetz, in dem es zu wertvollen Begegnungen zwischen Musikbegeisterten kommt. Da wachsen Ideen geradezu organisch, man kennt und hilft sich. Da wird – zugleich im Wortsinn wie im übertragenen Sinn – umgesetzt, was sich das ZKO in der Saison 2019/20 als Motto vorgenommen hat: berührend und nahbar zu sein. Dieses besondere Miteinander hat einen ganz besonderen Wert. Um seinen musikalischen Höhenflug mit gleichbleibender Geschwindigkeit und Inspiration fortsetzen zu können, braucht das ZKO eine Extraladung Sprit – und die Freunde des Zürcher Kammerorchesters möchten die rasante Fahrt natürlich mit ihren Beiträgen unterstützen. Im Vertrauen auf die künstlerischen Ideale und den engagierten Einsatz aller Beteiligten sind die GFZKO und der ZKOV eng verbunden. Denn zu-

sammen mit den öffentlichen Subventionen sorgt die private Unterstützung durch Gönnerinnen und Gönner für die wirtschaftliche Basis der künstlerischen Erfolge. Die Mitglieder können sich gerne auch mit Vorschlägen und Anregungen in die künftige Entwicklung einbringen. Über getroffene Massnahmen und konkrete Ergebnisse werden sie selbstverständlich informiert. So legen die Freunde des Zürcher Kammer­ orchesters auch in der Saison 2019/20 die nötigen Grundlagen, dass sich das Zürcher Kammer­ orchester weiterhin dort frei entfalten kann, wo es uns allen zugutekommt: in der wundervollen Welt der klassischen Musik. Für alle gemeinsamen Bemühungen werden wir dann auch mit den schönsten Momenten belohnt – was wirklich zählt, sind am Ende die Freude am Klang und die Kraft der Musik.  pm

V E R A N S TA LT U N G E N F Ü R Z KO F R E U N D E GENERALPROBE Di, 29. Oktober 2019, 10.00 Uhr, ZKO-Haus

GENERALPROBE Di, 31. Dezember 2019, 13.45 Uhr, KKL Luzern

Maurice Steger Blockflöte und Leitung Zürcher Kammerorchester Werke von Vivaldi, Hosokawa, Heberle und weiteren

Vesselina Kasarova Mezzosopran Richard Galliano Bandoneon und Akkordeon Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Werke von Piazzolla, Rossini, Tosti und weiteren Anmeldeformular bzw. Einzahlungsschein erhalten Sie im November, Unkostenbeitrag CHF 40 pro Person

GENERALPROBE Mi, 18. Dezember 2019, 19.00 Uhr, Fraumünster André Fischer Leitung Eva Oltiványi Sopran Sonia Prina Alt Sascha Litschi Bass Zürcher Konzertchor Zürcher Kammerorchester Werke von Poulenc, Britten, Händel und weiteren

ARBEITSPROBE Mi, 26. Februar 2020 14.00 Uhr bis zur Pause, ZKO-Haus Daniel Hope Music Director Simon Crawford Philipps Klavier Zürcher Kammerorchester Werke von Elgar, Massenet, Chausson und weiteren Probe für Deutschlandtournee

Mitglied werden / Informationen: Sekretariat GFZKO, Gisela Stäheli, Tel. 044 552 59 12, www.gfzko.ch


KO L U M N E VO N DA N I E L H O P E

U N S E R B E E T H OV E N Ist es nicht wahnsinnig, dass die Welt auch 250 Jahre nach der Geburt eines Komponisten noch immer Feuer und Flamme für sein Werk ist? Im Beethoven-Jahr 2020 plant das Fernsehen einen Spielfilm, viele Orchester inszenieren besondere Programme und auch in der Werbung und im alltäglichen Leben ist der Komponist allgegenwärtig. Besonders präsent ist Beethoven naturgemäss in seiner Geburtsstadt Bonn, wo er 2020 mit einer einjährigen Sause gefeiert wird, und zudem in Wien, wo er als Komponist gewirkt hat. Und natürlich sind auch wir als ZKO unter den Gratulanten – und würdigen das Geburtstagskind unter anderem mit drei Abokonzerten.

«Für mich ist Beethoven einer der grössten Komponisten überhaupt.» Tatsächlich geschieht all dies aus gutem Grund – Beethoven ist für mich einer der grössten Komponisten überhaupt. Nicht umsonst erklingt das kleine Klavierstück «Für Elise» noch heute in vielen Telefon-Warteschlangen, und nicht umsonst ist der Schlusschoral der 9. Sinfonie, die «Ode an die Freude», die Hymne Europas.

Wenn wir in den kommenden Monaten und im nächsten Jahr auf Beethoven zurückblicken, werden wir Parallelen zu unserer Gegenwart erkennen: Beethoven erlebte die radikale Neuordnung Europas. Zunächst unterstützte er Napoleon, dann schrieb er Musik für den Wiener Kongress. Beethoven hoffte auf eine Vereinigung des Kontinents im Zeichen der Humanität und feierte diese Menschlichkeit in seiner Musik: in seiner Oper «Fidelio» ebenso wie in seinen grossen Sinfonien oder in seiner Kammermusik. Fast physisch hat sich der Komponist im Laufe der Jahre in die Weltgeschichte eingeschrieben. Seine Musik rüttelt uns noch heute auf, denn sie bekennt sich kompromisslos zu den grossen Sehnsüchten der Menschen nach Frieden, Liebe und Verbundenheit. Es ist gut, dass wir in den nächsten Monaten und im nächsten Jahr so viel Beethoven hören werden. Denn seine Musik erinnert uns daran, wie wichtig es ist, unsere chaotische Welt zu ordnen, gerade dann, wenn sie unsicher erscheint. Wie wichtig es ist, eine Haltung einzunehmen – und zu begreifen, dass der Humanismus und die Liebe zum Menschen die Grundlagen aller Musik und aller Geschichte sein sollten.


Endlich eine Fliege, die jedem Hals steht. Wir wünschen Ihnen einen perfekten Konzertgenuss.

Alles Gute.

AB

17:00 U H GEÖ FFN

ET

R

Bistro k2 Zahnradstrasse 22 8005 Zürich (Direkt bei der Tonhalle MAAG gelegen) Tel: 044 444 26 66 www.k2bistro.ch

Musik für den Gaumen – geniessen Sie Speisen aus regionalen und saisonalen Produkten im industriellen Ambiente des Bistro k2.


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VO R S C H A U F E B RU A R – J U N I

Ü B E R D I E S E KO N Z E RT E E R FA H R E N SIE MEHR IM NÄCHSTEN OPUS F E B RU A R 2 0

MÄRZ 20

KAMMERMUSIK@ZKO MATINÉE FRANÇAISE So, 2. Feb. 2020 11.00 Uhr, ZKO-Haus

PURZEL-KONZERT So, 8. März 2020 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus

Daria Zappa Matesic Violine Inès Morin Violine Stefania Verità Violoncello Emanuele Forni Theorbe Naoki Kitaya Cembalo Werke von Couperin, Chéron, Leclair und Rameau

Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Aufruhr im Gemüsebeet

MARC LACHAT UND DANIEL HOPE Di, 25. Feb. 2020 19.30 Uhr, Tonhalle Maag Marc Lachat Oboe Daniel Hope Music Director Zürcher Kammerorchester Werke von Bach und Grieg

Jolanda Steiner Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Zilly, die Zauberin

APRIL 20 KRABBEL-KONZERT So, 5. April 2020 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Der kleine Igel und das verlorene Entchen

NUGGI-KONZERT MATINÉE FRANÇAISE So, 2. Feb. 2020 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Daria Zappa Matesic Violine Inès Morin Violine Stefania Verità Violoncello Emanuele Forni Theorbe Naoki Kitaya Cembalo Werke von Couperin, Chéron, Leclair und Rameau

ABC-KONZERT So, 29. März 2020 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus

AVI AVITAL Di, 24. März 2020 19.30 Uhr, Tonhalle Maag Avi Avital Mandoline Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Werke von Vivaldi, Bach, Respighi, Tschaikowsky und Verdi

FESTKONZERT 100 JAHRE KAMMERORCHESTER ZÜRICH In memoriam Alexander Schaichet Sa, 25. April 2020 19.30 Uhr, Tonhalle Maag Oliver Schnyder Klavier Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Werke von Mendelssohn, Bach, Haydn und Mozart PURZEL-KONZERT So, 26. April 2020 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Wie Findus zu Pettersson kam


MAI 20 ZKO IM PFAUEN: KINDERKONZERT So, 3. Mai 2020 11.00 Uhr, Schauspielhaus Pfauen Daniel Hope Music Director Zürcher Kammerorchester Vom König, vom Kater und der Fiedel KAMMERMUSIK@ZKO BOHEMIAN QUARTETT So, 10. Mai 2020 11.00 Uhr, ZKO-Haus Gregory Ahss Violine Kio Seiler Violine Janka Szomor-Mekis Viola Anna Tyka Nyffenegger Violoncello Werke von Smetana und Borodin NUGGI-KONZERT BOHEMIAN QUARTETT So, 10. Mai 2020 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Gregory Ahss Violine Kio Seiler Violine Janka Szomor-Mekis Viola Anna Tyka Nyffenegger Violoncello Werke von Smetana und Borodin TAMÁS PÁLFALVI UND JAN LISIECKI Di, 19. Mai 2020 19.30 Uhr, Tonhalle Maag Tamás Pálfalvi Trompete Jan Lisiecki Klavier Willi Zimmermann Konzertmeister Zürcher Kammerorchester Werke von Bach, Schostakowitsch und Beethoven KRABBEL-KONZERT Sa, 23. Mai 2020 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Mama Huhn sucht ihr Ei

PURZEL-KONZERT So, 24. Mai 2020 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Findus und der Hahn im Korb

JUNI 20 ZKO MEETS ZKC Sa, 6. Juni 2020 19.30 Uhr, Tonhalle Maag Zürcher Konzertchor Zürcher Kammerorchester «Die Jahreszeiten» von Joseph Haydn SEBASTIAN KNAUER UND SIR ROGER NORRINGTON Di, 9. Juni 2020 19.30 Uhr, Tonhalle Maag Sebastian Knauer Klavier Sir Roger Norrington Ehrendirigent Zürcher Kammerorchester Werke von Beethoven KRABBEL-KONZERT So, 14. Juni 2020 11 / 14 / 16 Uhr, ZKO-Haus Renata Blum Konzept und Erzählung Musikerinnen und Musiker des Zürcher Kammerorchesters Mama Muh schaukelt SAISONABSCHLUSS Di, 23. Juni 2020 19.30 Uhr, Tonhalle Maag

IMPRESSUM HERAUSGEBER Zürcher Kammerorchester Seefeldstrasse 305, 8008 Zürich Tel. 044 552 59 00 REDAKTION Simone Pflüger (Leitung), Melanie Hadam, Valentina De Marchi, Lena-Catharina Schneider AUTOREN Axel Brüggemann ab, Daniel Hope, Peter Marschel pm, Simone Pflüger sp, Lena-Catharina Schneider ls FOTOGRAFIE Richard Galliano (Cover, S. 8): Vincent Catala, Lena-Catharina Schneider (S. 3): Sandro Diener, Orchesterbild (S. 4): Sandro Diener, Richard Galliano (S. 5): Jean-Baptiste Millot, Maurice Steger (S. 5, 14): Molina Visuals, Sir Roger Norrington (S. 5): Manfred Esser, Daniel Hope (S. 5): Bailey Davidson, Zürcher Konzertchor (S. 5, 20): Sascha Herold, Orchester in Action (S. 6, 12): Sandro Diener, Richard Galliano (S. 7): Ilgin Erarslan Yanmaz,Vesselina Kasarova (S. 10): Marco Borggreve, Sir Roger Norrington/ZKO (S. 16): Chris Christodoulou, Daniel Hope (S. 18): Harald Hoffmann, Daniel Hope (S. 22): Tibor Bozi, Lynn Harrell (S. 22): Andrew Stuart, Maxim Lando (S. 22): Island Photography, Andrew Bond (S. 24): Christoph Kaminski, Roman Schmid (S. 26): Thomas Entzeroth, Silviya Savova-Hartkamp (S. 26): Thomas Entzeroth, Thomas Entzeroth (S. 30): Silvan Hürlimann, Odessa Classics (S. 32): Dmitry Skvortso, Seon-Deok Baik (S. 32): Dmitry Skvortso, Daniel Hope mit Kindern (S. 33): Dmitry Skvortso, Martin Ackermann (S. 33): Odessa Marathon, Aufnahme Berlin (S. 33): Stephan Boehme, Daria Zappa Matesic (S. 33): Lena-Catharina Schneider, Probenbesuch (S. 34): Melanie Hadam, Daniel Hope (S. 36): Nicolas Zonvi, Avi Avital (S. 38): Harald Hoffmann/DG ILLUSTRATION Wo ist Mami? (S. 6, 28): ZKO / Michel Bumann, Fliegender Teppich (S. 28): ZKO / Michel Bumann, Der kleine Muck (S. 29): ZKO / Michel Bumann, Aufruhr im Gemüsebeet (S. 38): Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg GESTALTUNG UND LAYOUT Tschirren Communication GmbH PRODUKTION Druckerei Landquart AG AUFLAGE UND ERSCHEINUNGSWEISE 14 000 Exemplare, zweimal jährlich ERSCHEINUNGSDATUM September 2019

Stéphane Réty Flöte Daniel Hope Music Director Zürcher Kammerorchester Werke von Bach, Williams und Vivaldi

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Profile for Zürcher Kammerorchester

ZKO Opus I Saison 2019/20  

Das Zürcher Kammerorchester startet in eine neue Saison! Lesen Sie im neuen OPUS, in welche musikalische Wunderwelten wir Sie in der ersten...

ZKO Opus I Saison 2019/20  

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