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P.P.A 6002 Luzern, Post CH AG – Nr. 12, Jahrgang 24

Dienstag, 24. März 2020

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Unabhängige Wochenzeitung für die Region Zug

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Erwin Bestgen Der Baarer setzte sich für einen breiteren Veloweg ein.

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Wald

Biodiversität wird auf 1560 Hektaren gefördert Der Kanton hat ein Wald-Biodiversitätskonzept erarbeitet. Darin sind Ziele und Massnahmen festgelegt. Alina Rütti

Martin Ziegler, Leiter Amt für Wald und Wild, zeigt auf einen Ameisenhaufen im Wald am Walchwilerberg. Bild: Franz Lustenberger

«Die Biodiversität im Wald zu schützen, ist ein politischer Auftrag, den wir ernst nehmen.» Dies betont Regierungsrat Andreas Hostettler als verantwortlicher Vorsteher der Direktion des Innern zum Konzept Wald-Biodiversität des Kantons Zug. Das heisst: Auf

1560 Hektaren Wald, die als «Waldnaturschutzgebiet» oder als «besonderer Lebensraum» ausgeschieden sind, legt das kantonale Amt für Wald und Wild ein besonderes Augenmerk. Beispielsweise kann in einem Stück Wald ganz auf die Nutzung oder Pflege verzichtet werden. Oder ein Stück Wald kann ganz zielgerichtet gepflegt werden wie im Hansenbörter am Walchwilerberg. Der Wald wurde ganz bewusst ausgelichtet. Zusammen mit dem mergelreichen Boden, der bei Regen viel Wasser aufnimmt und ebenso schnell wieder aus-

trocknet, ist so ein Waldgebiet von gegen 30 Hektaren entstanden, das seltenen Arten einen optimalen Standort für ihr Gedeihen bietet, wie dem Gelbringfalter.» Ein paar Dutzend dieser Falter mit einer Flügelspannweite von maximal 55 Millimetern sind oben am Walchwilerberg heimisch geworden.

Zunehmende Nutzung ist auch ein Problem Martin Ziegler und sein Team im Amt für Wald und Wild legen den Fokus auf das Vorkommen seltener Arten

und den Schutz besonders bedrohter Arten. «Wir wollen einen strukturreichen und vielfältigen Wald.» Grosse Herausforderungen sieht Martin Ziegler im Vordringen von invasiven Neophyten, also im Vordringen von gebietsfremden Pflanzen, die sich stark ausbreiten. Um diese zu bekämpfen, sei man auf die Zusammenarbeit mit den Forstdiensten angewiesen. Aber auch der Klimawandel und die stetig zunehmende Nutzung des Waldes durch Erholungsuchende und Sportler bereiteten ihm Sorgen. Seite 3

Öffentlicher Verkehr

Serie

Wie die SBB und Postauto fahren auch die Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) ihren Fahrplan herunter. Der neue Fahrplan der ZVB wird ab dem 30. März in Kraft treten. Zudem wird die Schifffahrtssaison nicht wie geplant Mitte April eröffnet werden. «Aufgrund der aktuellen Situation haben wir entschieden, den geplanten Saisonstart der regulären Kursfahrten auf beiden Zuger Seen bis auf weiteres zu verschieben», erklärt die ZVB-Mediensprecherin Karin Fröhlich. ar Seite 5

Zurzeit ist das Zuhausebleiben oberstes Credo. Aber man kann ja schon mal Ideen sammeln für Ausflüge im Kanton Zug, wenn die Corona-Krise überstanden ist. Dann bietet sich der nördliche Teil der Gemeinde Cham nämlich zu einer Entdeckungstour formlich an. Denn das Gebiet rund um den Bibersee, Oberwil, die Kiesgrube und Niederwil sind geschichtlich und archäologisch spannend: Fast alle Epochen der letzten 12 000 Jahre haben dort auf engem Raum ihre Spuren hinterlassen. Die Entdeckungstour stammt aus dem Buch «Ausflug in die Vergangenheit – Archäologische Streifzüge durch den Kanton Zug». Darin sind 18 Touren zu finden. Die vielen Bilder im Buch veranschaulichen zudem, welche archäologischen Schätze schon wo gefunden wurden. ar Seite 9

Auf den Spuren von 12 000 Jahren

ZVB reduzieren ihren Fahrplan

Nachbarschaftshilfe

Gemeinden ziehen an einem Strick Die elf Einwohnergemeinden des Kantons Zug setzen wegen der Corona-Krise auf eine koordinierte Nachbarschaftshilfe. «Besonders ältere Menschen, die alleine leben, können jetzt verunsichert sein und fragen sich, wie sie ganz normale Botengänge anpacken sollen. Insofern spielt die Nachbarschaftshilfe in den Gemeinden jetzt eine besonders wichtige Rolle», erklärt Thomas Bonati von der Geschäftsstelle der Konferenz der Sozialvorsteherinnen und Sozialvorsteher der zugerischen Gemeinden (Sovoko). Deshalb haben Personen, die auf Hilfe angewiesen sind, eine zentrale Anlaufstelle erhalten, welche im Gemeinwesenzentrum in Cham eingerichtet wurde. ar Seite 7

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Wildbienen bestäuben Wild- und Nutzpflanzen und spielen somit eine zentrale Rolle beim Erhalt der Biodiversität. Der Zuger Kevin Keiser trägt mit seinem Unternehmen Wildbiene + Partner dazu bei, dass sich die Wildbienen auch in der Kolinstadt wieder heimischer fühlen. Die Stadt Zug lanciert dazu – zusammen mit dem ETH-Studenten – eine Aktion. ar

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Redaktion: «Zuger Presse», Baarerstrasse 27, 6300 Zug, Telefon 041 725 44 11, redaktion-zugerpresse@chmedia.ch, www.zugerpresse.ch; Inserate: Telefon 041 725 44 56, inserate-zugerpresse@chmedia.ch; Abodienst/Vertrieb: 058 200 55 55, kkczeitschriften@chmedia.ch


2 Stimme meines Glaubens

FORUM

Zuger Presse · Zugerbieter · Dienstag, 24. März 2020 · Nr. 12

Unser Anliegen

Rischer Gastronomen wissen sich zu helfen

Urs Steiner, katholischer Pfarrer, Pfarrei Gut Hirt Zug

Arthur Huber, Vizepräsident Kantonaler Seniorenverband Zug

«Schauen wir auf das Positive»

Bitte bleiben Sie zu Hause!

W

ir sind Macher in einer Leistungsgesellschaft, gewohnt, mit unserem Wissen, unseren technischen und finanziellen Ressourcen praktisch jede Situation zu bewältigen. Und dann kommt ein archaischer Virus und verurteilt uns zum Nichtstun. Wir sind verunsichert und verängstigt; enorme Herausforderungen kommen auf uns zu. Bei allem, was die Pandemie auslöst, dürfen wir das Vertrauen und die Hoffnung nicht verlieren. Statt nur die negativen Folgen zu sehen, schauen wir doch auf das Positive: In China ist der Himmel wieder blau, in Venedig das Wasser wieder klar, ein neues Gemeinschaftsgefühl ist am Wachsen, Kinder haben wieder mehr von ihren Eltern – ein neues Miteinander kann entstehen, alte Werte kommen vielleicht wieder zum Tragen. Erstaunliche Nachbarschaftshilfen sind am Entstehen; Kreativität und Ideen werden gefördert. Unsere Erde kann wieder aufatmen. Die verordnete Entschleunigung – haben wir uns erst einmal daran gewöhnt – kann uns wieder Musse geben, uns mit Gott, mit unserem Glauben und unseren Nächsten auseinanderzusetzen. Ein altirischer Segenswunsch begleite Sie in dieser herausfordernden Zeit: «Der Herr sei vor dir, der Herr sei neben dir, der Herr sei hinter dir, der Herr sei unter dir, der Herr sei in dir, der Herr sei um dich herum, der Herr sei über dir, um dich zu segnen.»

IMPRESSUM

Zuger Presse – Unabhängige Wochenzeitung für die Region Zug, 24. Jahrgang Baarerstrasse 27, 6300 Zug, 041 725 44 11 redaktion-zugerpresse@chmedia.ch, www.zugerpresse.ch HERAUSGEBERIN CH Regionalmedien AG, Beteiligungen der CH Media AG auf www.chmedia.ch REDAKTION Chefredaktor: Florian Hofer (fh) Redaktion: Alina Rütti (ar), Claudia Schneider (csc) Freie Mitarbeit: Daniel Frischherz (df, Fotos) Franz Lustenberger (fra), Damian Hess (dah), Hansruedi Hürlimann (hh), Martin Mühlebach (mü), Lukas Schärer (lus), Peter Theiler (th), Pressedienst (pd) VERLAG ZUG Abo-Dienst/Vertrieb/Zustellstopp: Tel. 058 200 55 55 kkczeitschriften@chmedia.ch INSERATE 041 725 44 56, inserate-zugerpresse@chmedia.ch DRUCK DZZ Druckzentrum Zürich AG. Die Zuger Presse (inklusive Zugerbieter) erscheint dienstags in einer Auflage von 55 477 Exemplaren (Wemf-beglaubigt) und ist die auflagenstärkste Wochenzeitung im Kanton Zug. Inserate, Bilder und Berichte sind urheberrechtlich geschützt. EINE PUBLIKATION VON

D Bild: pd

Weil auch Restaurants in der Gemeinde Risch dichtmachen mussten, sind die Geschäftsführer verschiedener Restaurants nun mit Take-away und Lieferservice unterwegs. Daniel Mätzener («Zur Linde») und

Erich Werder («Rosengarten») arbeiten nun zusammen an einem Stand. Ausserdem kann in den Restaurants Engel, Miros Pizzakurier, Dragon Schatz, Camaro, Mamma Mia Esscube Essen abgeholt werden. ar

Zuger Chornacht

Junge Talente sind die Zukunft Die zweite Runde der Zuger Chornacht findet 2021 statt. Dazu sind alle Chöre aufgerufen, sich für den Anlass anzumelden. Die Zuger Chornacht hat 2018 einen fulminanten Start hingelegt, an den sich nicht nur die Organisatoren und teilnehmenden Chöre, sondern auch das begeisterte Publikum sehr gern zurückerinnern. Die Mitgliedschöre haben entschieden, dass es weitere Chornächte geben soll,

die nächste am 11. September 2021. In diesen Tagen erhalten viele Chöre im Kanton Zug die Einladung zur Bewerbung für die Teilnahme. Für den Versand der Einladungen greift der Verein Zuger Chornacht auf bestehende Adresslisten zurück. Im Wissen, dass damit womöglich nicht alle Gesangsformationen in Zug erreicht werden, sind Interessierte herzlich eingeladen, selbst die Initiative zu ergreifen und sich über die Website direkt zu bewerben. Willkommen sind Gesangsformationen aller Alters-

stufen und Genres. Ziel der Chornacht ist es, die Vielfalt der Zuger Chorszene abzubilden. Dazu werden auf verschiedenen Bühnen in der Zuger Altstadt Programmplätze für bis zu drei Auftritte à 20 Minuten pro Chor zur Verfügung gestellt. Licht und technische Ausstattung sichern allen Gruppen gute Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Auftritt. Das Programm ist grundsätzlich frei wählbar – die Chöre können sich entweder entsprechend ihres Profils präsentieren oder das Publikum mit etwas

Neuem überraschen. In diesem Jahr werden Kinder- und Jugendchöre besonders umworben – junge Talente sind die Zukunft für die Erhaltung des Chorgesangs. Ausserdem werden die Chöre eingeladen, sich anlässlich der Chornacht zu Kooperationen zusammenzufinden, die für neue, überraschende Klangerlebnisse sorgen. Myrtha Schuler für die Zuger Chornacht Weitere Informationen und Anmeldung unter www.zugerchornacht.ch

SVP Cham

Brigitte Wenzin Widmer ist die neue Präsidentin einem grossen Applaus für ein weiteres Jahr bestätigt. Erfreut zeigte sich der Vorstand über die Tatsache, dass der Mitgliederbestand auch 2019 leicht angewachsen ist. Dies sei nicht selbstverständlich bei der heutigen immer mehr feststellbaren Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Entwicklung der Politik in der Schweiz.

Präsident Hans Jörg Villiger zeigte in seinem Jahresrückblick 2019 auf, an wie vielen Fronten die SVP Cham aktiv war. Zudem wurde an der Generalversammlung ein neues Präsidium gewählt. Sei dies beispielsweise bei der erfolgreichen Realisierung der Motion für eine Buslinienverlängerung bis zum Bahnhof Knonau oder der 50-Prozent-Reduktion der Konzessionsgebühren auf Strom und Wasser. Der Präsident bedankte sich im Namen der Partei bei den Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern sowie Kommissionsmitgliedern für ihren grossen Einsatz. Nach fünf Jahren als Co-Präsident und Präsident der SVP Cham erklärte Hans Jörg Villiger seinen Rücktritt. Das hohe berufliche und familiäre Engagement lasse ihm nicht die Zeit für die opti-

Brigitte Röllin, zuständig für Finanzen und Administration der SVP Cham (von links); Kantonsrätin und neue Präsidentin Brigitte Wenzin Widmer und Vizepräsident Marc Plüss. Bild: pd male Ausübung der Funktion als Präsident. Gemeinderat Rolf Ineichen bedankte sich für den Einsatz und die grosse geleistete Arbeit. Besonders erfreut zeigte sich der Gemeinderat darüber, dass Hans Jörg Villiger im Vorstand verbleibt und dort die Aufgabe als Bindeglied zur regionalen Wirtschaft übernimmt. Einstimmig und mit grossem Applaus wurde Kan-

tonsrätin Brigitte Wenzin Widmer zur neuen Präsidentin gewählt. Damit steht in der bald 30-jährigen Geschichte der SVP Cham zum zweiten Mal eine Frau an der Spitze der Ortspartei. Als verantwortliche für Finanzen und Administration wurde neu Brigitte Röllin in den Vorstand gewählt. Alle übrigen Vorstandsmitglieder sowie Revisoren wurden mit

Aufruf zur positiven und konstruktiven Lösungssuche Unter Traktandum Varia zeigte Gemeinderat Rolf Ineichen erneut eindrücklich auf, in was für einem Entwicklungsprozess sich die Gemeinde Cham befindet und vor welchen aktuellen Herausforderungen die Gemeinde Cham steht. Er ermutigte alle Anwesenden, diese positiv anzugehen und sich konstruktiv an deren Lösungssuche zu beteiligen. Rolf Ineichen, Gemeinderat und Vorstandsmitglied SVP Cham

er Kantonale Seniorenverband Zug appelliert an die Zuger Bevölkerung, die vom Bundesrat und den kantonalen Behörden publizierten Verhaltensregeln bedingungslos einzuhalten. Der Aufruf des Bundesrats ist unmissverständlich: Bleiben Sie zu Hause, insbesondere wenn Sie alt oder krank sind. Es sei denn, Sie müssen zur Arbeit gehen und können nicht von zu Hause aus arbeiten; es sei denn, Sie müssen zum Arzt oder zur Apotheke gehen; es sei denn, Sie müssen Lebensmittel einkaufen oder jemandem helfen. Es ist für uns alle selbstverständlich, die Distanzund Hygieneempfehlungen des Bundesrats konsequent einzuhalten. Die Empfehlung, zu Hause zu bleiben, stellt für viele von uns eine Herausforderung dar. Droht doch manchen eine Vereinsamung und damit oft verbunden psychische Beschwerden. Der Kantonale Seniorenverband empfiehlt, dass man sich gelegentlich in die freie Natur, auch mit Personen des gleichen Haushalts, begibt. Begegnen Sie anderen Personen freundlich, aber halten Sie Distanz. Rufen Sie täglich Ihnen bekannte Personen an. Erkundigen Sie sich über ihr Befinden. Bieten Sie Hilfe an. Nutzen Sie die digitalen Möglichkeiten. Mailen und skypen Sie mit Ihren Enkeln, Ihrer Familie und Ihrem Freundeskreis, richten Sie WhatsappChatforen ein. Auf der Website von Pro Senectute Schweiz enthält man weitere nützliche Tipps, mit der momentanen Situation umzugehen.

Was ist Ihr Anliegen? Falls Ihr Verein oder Ihre Organisation ein bestimmtes (unpolitisches) Anliegen hat, so haben Sie auf 1250 Zeichen inkl. Leerschlägen Platz dafür dies unseren Lesern zu erzählen. Senden Sie uns zum Text noch ein Foto ( JPG-Datei, 1 MB) des Autors mit: redaktion-zugerpresse@chmedia.ch

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Am 31. März erscheinen wieder die

Gemeindenachrichten Unterägeri


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THEMA DER WOCHE

Zuger Presse · Zugerbieter · Dienstag, 24. März 2020 · Nr. 12

Walchwil

«Naturschutz heisst nicht, nichts zu machen» gelreichen Boden, der bei Regen viel Wasser aufnimmt und ebenso schnell wieder austrocknet, ist so ein Waldgebiet von gegen 30 Hektaren entstanden, das seltenen Arten einen optimalen Standort für ihr Gedeihen bietet.

Seltene und bedrohte Pflanzen- und Tierarten brauchen zum Überleben spezifische Lebensräume. Einer dieser befindet sich im Stöckwald an den Hängen des Walchwilerbergs.

dem «Urwald» verwechselt werden. Martin Ziegler: «Naturschutz heisst nicht, nichts zu machen.» So werden einzelne Bäume ganz gezielt «geringelt»; das heisst, dass ein mehrere Zentimeter breiter Ring der Rinde entfernt wird. Der Baum stirbt ab. «Dieses Totholz schafft wieder neue Lebensräume etwa für Spechte», erklärt Martin Ziegler. Und in den feuchten Gebieten findet auch die Gelbbauchunke einen geeigneten Lebensraum. Das Fazit nach zwei Stunden Marsch im steilen Gelände: Ein lichter Wald ist artenreicher und somit aus ökologischer Sicht viel wertvoller als ein dunkler Tannenwald.

Vor zwei Jahren erstmals wieder nachgewiesen Seine Augen glänzen. Der Biologe Goran Dusej, der als Inhaber eines Büros für faunistische Felduntersuchungen auch für den Kanton Zug arbeitet, gerät ins Schwärmen, wenn er vom Gelbringfalter erzählt. Ein paar Dutzend dieser Falter mit einer Flügelspannweite von maximal 55 Millimetern sind oben am Walchwilerberg heimisch geworden. Die besonnten Lichtungen sind Rendez-vous-Plätze für diese Falter; die Weibchen legen die Eier einzeln an Grashalmen ab, die Raupen finden die richtigen Gräser für ihre Entwicklung. Goran Dusej: «Hier sind die Voraussetzungen gegeben, dass die Population des Gelbringfalters weiter expandieren kann.» Und die Umweltorganisation Pro Natura hält auf ihrer Website zum Gelbringfalter kurz und bündig fest: «Die Schweiz hat für das Überleben dieser Art eine grosse Verantwortung.» Im «Hansenbörter» fühlen sich aber nicht nur Tierar-

Franz Lustenberger

840 Meter über Meer, der Rufibach im Blick, ein lichter Wald – dort oben wollen Amtsleiter Martin Ziegler, die Verantwortlichen der Korporation Walchwil und ein Biologe die Besonderheiten des Waldnaturschutzgebietes Hansenbör-

«Unsere Mitarbeitenden stehen mit Herzblut dahinter.» Seppi Roth, Forstchef

ter aufzeigen. Es ist kein dunkler Tannenwald, im Gegenteil: Der Wald wurde ganz gezielt ausgelichtet. Martin Ziegler, Leiter des Amtes für Wald und Wild, formuliert es so: «Licht ist wichtig für die Biodiversität.» Zusammen mit dem mer-

Der Leiter des Amtes für Wald und Wild, Martin Ziegler (links), hat einen Gemeinen Seidelbast in der Hand, und Revierförster Vitus Hürlimann hält 20 verschiedene Hölzer und Sträucher in den Händen. Bild: Franz Lustenberger

ten wohl; im Gebiet wachsen auch Pflanzen, welche das Amt für Wald und Wild besonders im Fokus hat. Vitus Hürliman, Revierförster der Korporation Walchwil, geht ein paar Schritte und zeigt auf einen Wacholderstrauch.Wacholder gehört auch zu den sogenannten Schirmarten, die besondere Ansprüche an ihre Lebensräume stellen: «Wir leisten diesen Einsatz für

die Biodiversität in unseren Wäldern sehr gerne.» Forstchef Seppi Roth ergänzt: «Unsere Mitarbeitenden stehen mit Herzblut dahinter.»

Enge Zusammenarbeit mit den Waldeigentümern Waldnaturschutzgebiete sind grössere, zusammenhängende Lebensräume von mehreren Hektaren. 26 solcher Ge-

biete mit einer Gesamtfläche von gut 1300 Hektaren gibt es im Kanton. Sie sind die «eigentlichen Kerngebiete für die Biodiversität», wie es im Konzept des Kantons vom März 2020 heisst. Die Auswahl solcher Gebiete erfolgt in Zusammenarbeit mit den Waldeigentümern und dem örtlichen Forstdienst. Solche Waldnaturschutzgebiete dürfen nicht mit

Zahlen und Fakten Von den schätzungsweise 75 000 Tier-, Pilz- und Pflanzenarten der Schweiz sind fast die Hälfte – also 32 000 Arten – auf den Wald als Lebensraum angewiesen. 28 Prozent der Fläche des Kantons Zug sind bewaldet, total 6371 Hektaren. Ein Viertel davon hat eine besondere Naturschutzfunktion. Kanton und Bund entrichten derzeit rund 600 000 Franken pro Jahr an die Zuger Waldeigentümer für Fördermassnahmen zugunsten der Biodiversität. fra

Tag des Waldes

Die Wald-Biodiversität geniesst beim Kanton eine sehr hohe Priorität drohter Arten. «Wir wollen einen strukturreichen und vielfältigen Wald.» Kleinste Nischen – wie ein Tümpel oder ein dichtes Gestrüpp – bilden die Basis für den Erhalt von seltenen Arten. So sind etwa Vögel auf solches Dickicht angewiesen, um ihre Brut vor Raubtieren zu schützen. Oder Hasen können sich vor Raubvögeln verstecken. Biodiversität beginne im Kleinen. Grosse Herausforderungen sieht Martin Ziegler im Vordringen von invasiven Neophyten, also im Vordringen von gebietsfremden Pflanzen, die sich stark ausbreiten. Um diese zu bekämpfen, sei man auf die Zusammenarbeit mit den Forstdiensten angewiesen. Aber auch der Klimawandel

ausgeschieden sind, legt das kantonale Amt für Wald und Wild ein besonderes Augenmerk. Beispielsweise kann in einem Stück Wald ganz auf die Nutzung oder Pflege verzichtet werden. Oder ein Stück Wald kann ganz zielgerichtet gepflegt werden wie im «Hansenbörter» (siehe Hauptartikel), wo ein lichter Wald mit offenen Strukturen und fliessenden Übergängen zum angrenzenden Wiesland die Biodiversität wesentlich fördert.

Just auf den internationalen Tag des Waldes am 21. März hat der Kanton Zug das Konzept Wald-Biodiversität erarbeitet. Darin werden klare Ziele und Massnahmen festgelegt. «Die Biodiversität im Wald zu schützen, ist ein politischer Auftrag, den wir ernst nehmen» – dies betont Regierungsrat Andreas Hostettler als verantwortlicher Vorsteher der Direktion des Innern in der Medienmitteilung zum Konzept. Das heisst konkret: Auf 1560 Hektaren Wald, die als «Waldnaturschutzgebiet» oder als «besonderer Lebensraum»

Die Priorität liegt auf den «Schirmarten» Martin Ziegler und sein Team im Amt für Wald und Wild legen den Fokus auf das Vorkommen seltener Arten und den Schutz besonders be-

und die stetig zunehmende Nutzung des Waldes durch Erholungsuchende und Sportler bereiteten ihm Sorgen.

Auerhühner: Stabile Population auf dem Rossberg Wann ist Naturschutz erfolgreich? Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Und doch betont Martin Ziegler auch diesen Aspekt. Dazu braucht es Daten zum Bestand und zur Entwicklung von Organismen oder zur Qualität der Lebensräume. Er verweist etwa auf die Vogelwarte Sempach, welche in mehreren Kantonen ein ausgeklügeltes Auerhuhn-Monitoring betreibt. Regelmässig wird nach Kot und Federn des Auerhuhns gesucht. Aufgrund von molekulargenetischen Analy-

Zum Auerhahn führt die Vogelwarte Sempach in mehreren Kantonen ein Monitoring durch. Dabei werden Kot und Federn gesucht. Bild: Rolf Nussbaumer

Im Waldnaturschutzgebiet Hansenbörter in Walchwil findet der Gelbringfalter einen idealen Standort.

sen lässt sich der Bestand an Auerhühnern schätzen. Für den ganzen Rossberg lässt sich

demnach über Jahre eine stabile Kleinpopulation nachweisen. Franz Lustenberger

Bild: Goran Dusej

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REGION

Zuger Presse · Zugerbieter · Dienstag, 24. März 2020 · Nr. 12

Coronavirus

Ausreichend Testkapazitäten vorhanden Der Kanton Zug hält daran fest, dass sich Personen mit Covid-19-Symptomen in den Arztpraxen auf eine Ansteckung testen können. Gesunde Personen werden nach wie vor nicht getestet. Der Kanton Zug stützt die Strategie des Bundesamts für Gesundheit (BAG) nach wie vor: Gesunde Personen ohne Symptome sollten sich nicht testen lassen. Gleichzeitig ist ein erhöhter Bedarf nach Tests bei Menschen mit Symptomen absehbar. Dieser Bedarf wird durch einen Ausbau der Kapazitäten abgedeckt. Grundsätzlich können nach wie vor alle Arztpraxen im Kanton Zug die Covid-19Tests durchführen. Aufgrund der gut ausgebauten Grund-

versorgung im Kantonsgebiet sind somit ausreichend Kapazitäten vorhanden, um die notwendigen Tests durchzuführen. Damit eine zu starke Belastung der Arztpraxen verhindert werden kann, werden gewisse Ärztinnen und Ärzte ihre Testkapazitäten ausbauen und nötigenfalls mögliche Covid-19-Infizierte von anderen Arztpraxen übernehmen. Die Durchführung der Tests läuft in allen Arztpraxen im Rahmen eines ordentlichen Behandlungstermins ab. Personen, welche Symptome (Husten, Atembeschwerden, mit oder ohne Fieber) aufzeigen und sich testen lassen möchten, müssen sich telefonisch erst anmelden und den Versicherungsausweis beim Termin mitbringen.

Verzicht auf Tests bei Personen ohne Symptome Flächendeckende Tests für Personen, die keine Symptome

des Coronavirus aufweisen, sind nach wie vor nicht angebracht. Zum einen sollten Kontakte zu anderen Personen vermieden werden – dazu ge-

«Bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause!» Martin Pfister, Regierungsrat und Gesundheitsdirektor Kanton Zug hören auch Anreisen und Aufenthalte in Arztpraxen. Gesunde Personen gehen also durch das Aufsuchen einer Arztpraxis lediglich ein erhöhtes Ansteckungsrisiko ein. Zum anderen bietet ein einmaliges negatives Testresultat keine andauernde Sicherheit, da lediglich eine Momentaufnahme getätigt wird. Zudem gilt es auch, dem Material Sorge zu tragen: «Die vorhandenen

Testmaterialien sollten für die Fälle zur Verfügung stehen, wo sie auch wirklich notwendig sind», betont Gesundheitsdirektor Martin Pfister.

Besuchsverbot auf soziale Einrichtungen ausgedehnt Auch bei besonders gefährdeten Personen wird von präventiven Tests dringend abgeraten. Diese Gruppe umfasst zum einen ältere Menschen über 65 Jahre, zum anderen Personen mit bestimmten Vorerkrankungen. «Wir rufen diesen besonders gefährdeten Teil unsere Bevölkerung erneut mit Nachdruck auf: Bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause», macht Pfister deutlich. Insbesondere sollten persönliche Kontakte ausserhalb des eigenen Haushalts auf ein Minimum eingeschränkt werden. «Mir ist bewusst, dass diese Situation nicht einfach ist und deutliche Einschränkungen im Alltag nötig sind. Aber nur

Zum Gedenken Todesfälle Menzingen 13. März Anne Marie (Schwester Jovita) Keller, geboren am 10. März 1936, wohnhaft gewesen an der Seminarstrasse 11. Die Urnenbeisetzung hat bereits stattgefunden. 13. März Menzingen Susanne Zürcher-Elsener, geboren am 20. Januar 1966, wohnhaft gewesen im Unterschwand. Die Trauerfeier und die Bestattung finden im engsten Familienkreis statt. 18. März Oberägeri Josefina (genannt Rosmarie) Iten-Wyss, geboren am 27. Februar 1937, wohnhaft gewesen am Müsliweg 12b. Die Urnenbeisetzung findet im engsten Familienkreis statt. 16. März Oberägeri Marianne Bigler, geboren am 24. März 1932, wohnhaft gewesen Im Ländli. Der Trauergottesdienst und die Bestattung haben bereits stattgefunden. 14. März Risch Josef Hürlimann, geboren am 30. Januar 1931, wohnhaft gewesen in Rotkreuz, mit Aufenthalt im Zentrum für aktives Alter Frohsinn, Oberarth SZ. Die Beisetzung findet zu einem späteren Zeitpunkt statt. 13. März Steinhausen Silvia Bunschi-Fiechter, geboren am 4. September 1967, wohnhaft gewesen an der Zugerstrasse 47. Die Urnenbeisetzung hat bereits stattgefunden. 11. März Zug Josef Huber, geboren am 30. Januar 1935, wohnhaft gewesen an der Baarerstrasse 19. Die Urnenbeisetzung findet im Familienkreis statt. 14. März Zug Röby Müller, geboren am 22. Dezember 1936, wohnhaft gewesen im Frauensteinmatt 1. Die Urnenbeisetzung sowie der Trauergottesdienst finden im engsten Familienkreis statt.

durch ein gemeinsames Vorgehen können wir die Ausbreitung des Virus verlangsamen», betont Pfister. Die sozialen Kontakte mit Bekannten und Verwandten sollten in der aktuellen Phase per Telefon oder Internet wahrgenommen werden. Um diese vulnerablen Gruppen zu schützen, ist das Besuchsverbot im Kanton Zug auf die sozialen Einrichtungen ausgedehnt worden, worunter etwa Heime oder Wohngruppen für Menschen mit Behinderungen gehören. Bereits vorher in Kraft gesetzt wurde dieses bei Spitälern sowie Alters- und Pflegeheimen. Von diesem Verbot ausgenommen sind Kinderheime und Internate, sofern diese nicht vulnerable Personen beherbergen.

Weitere infizierte Personen im Kanton Zug Im Kanton Zug hat sich die Zahl der Coronavirus-Infi-

Infos Der Kanton informiert auf www.zg.ch/corona laufend über die aktuelle Situation im Kanton Zug. Hotline der Gesundheitsbehörden des Kantons Zug: 041 728 49 00, oder corona@zg.ch Betriebszeiten: 8 bis 17 Uhr. Infoline Coronavirus des Bundesamts für Gesundheit: 058 463 00 00 (täglich, 24 Stunden) ar

zierten in der Zwischenzeit auf 48 Personen erhöht (Stand: 20. März), wovon eine Person im Zuger Kantonsspital in Baar stationär behandelt wird. Fünf Infizierte sind in der Zwischenzeit vollständig genesen. ar


GEMEINDEN

Zuger Presse · Zugerbieter · Dienstag, 24. März 2020 · Nr. 12

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Projekt

100 Wildbienenhäuschen für die Stadt Zug Wildbienen bestäuben Wild- und Nutzpflanzen und spielen somit eine zentrale Rolle beim Erhalt der Biodiversität. Die Stadt Zug lanciert dazu zusammen mit einem Studenten eine Aktion. «In der Schweiz gibt es rund 600 Wildbienenarten, die für die Bestäubung unserer Pflanzen sehr wichtig sind. Ihre Lebensräume und ihre Nahrung werden durch die Zersiedelung und die Intensivierung der Landwirtschaft immer

«Ich freue mich, dass das Projekt nach fast drei Jahren Vorbereitungszeit durchgeführt werden kann.»

Durch Kevin Keisers Projekt sollen Wildbienen in der Stadt Zug bessere Lebensbedingungen erhalten.

knapper», sagt Katja Lehmann, Projektleiterin Natur und Lebensraum der Stadt Zug, in

einer Mitteilung. Im Rahmen eines Sensibilisierungsprojekts haben Stadtzuger und Stadtzugerinnen nun die Möglichkeit, zum Preis von 50 Franken eines von 100 «Bee Homes» zu beziehen. Im Preis inbegriffen sind das Wildbie-

Verwaltung

Dienstleistungen nur auf Aufmeldung

Öffentlicher Verkehr

Doku Zug

Start der Schifffahrtssaison wird verschoben

Lesestoff wird nach Hause geschickt

Hünenberg: Dienstleistungen der Gemeinde werden nur noch nach vorgängiger Anmeldung angeboten. Vieles kann über die Onlinedienste auf www. huenenberg.ch erledigt werden. Die Stadt Zug bleibt zu den gewohnten Öffnungszeiten normal erreichbar, und die Schalter der Stadtverwaltung bleiben geöffnet. Jedoch arbeiten viele Mitarbeitende im Home-Office und sind telefonisch erreichbar. Viele Dienstleistungen können über den Onlineschalter in Anspruch genommen werden (www.stadtzug.ch). Risch: Die Schalter sind geschlossen. Die Kontaktaufnahme kann per Telefon oder E-Mail erfolgen. Weiter besteht die Möglichkeit, bei dringenden und wichtigen Anliegen einen persönlichen Termin zu vereinbaren. Die Herausgabe von SBB-Tageskarten ist bis 19.April eingestellt. Bereits gekaufte und nicht verwendete Tageskarten werden gegen Rückerstattung des Preises zurückgenommen. Dazu können die Karten unter Angabe einer Bank- oder Postverbindung per Post an die Gemeinde Risch, Stabstelle Präsidiales, Zentrum Dorfmatt, 6343 Rotkreuz, geschickt werden. Reservierte Billette werden storniert. Bei Todesfällen erfolgen die Abklärungen und Vorkehrungen per Telefon. Cham: Dienstleistungen der Verwaltung erfolgen nur noch nach Anmeldung. Zahlreiche Dienste sind zudem auf digitalem Weg über die Onlinedienste auf www.cham.ch möglich. Der Betrieb der Ökihöfe und die Kehrichtabfuhr gehören zur Grundversorgung und laufen in den Zuger Gemeinden auch mit den bundesrätlichen Verordnungen normal weiter. ar

Die SBB und Postauto haben ihre Fahrpläne schon reduziert. Die ZVB arbeiten aktuell daran. Die Zugerbergbahn steht schon still. Auch die Schiffe werden später auslaufen.

Von den Massnahmen des Bundes ist auch das Dokumentationszentrum in Zug doku-zug.ch betroffen und bleibt mindestens bis und mit Sonntag, 5. April, geschlossen. Die Fernleihe von Büchern ist aber möglich. Die bis maximal drei Medien können per Post zugestellt werden. Ein E-Mail an info@doku-zug.ch mit vollständigen Adressangaben reicht für die Bestellung. Für die Beratung ist das DokuZug-Team unter 041 726 81 81 erreichbar. Auftragsrecherchen werden bis zu zwei Stunden Zeitaufwand kostenlos durchgeführt. Ab der dritten Stunde gilt der übliche Tarif für Auftragsrecherchen von 120 Franken pro Stunde. Die Resultate erhalten die Kunden per E-Mail. Kontakt für Auftragsrecherchen: 041 726 81 81 oder per E-Mail info@doku-zug.ch. ar

Kevin Keiser, Gründer Wildbiene + Partner

Die nationalen Fahrplananpassungen wurden seit vergangenem Donnerstag stufenweise umgesetzt, wobei in einem ersten Schritt insbesondere der Fern- und der Regionalverkehr auf der Schiene reduziert wurden. Die Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) orientieren sich an den neuen Ankunfts- und Abfahrtszeiten und erstellen für die Region Zug einen reduzierten Fahrplan. Ziel sei es, auch weiterhin möglichst viele Anschlüsse garantieren zu können. Der neue Fahrplan der ZVB wird voraussichtlich am 25. März präsentiert und ab dem 30. März in Kraft treten. Bis dahin gilt der bestehende Fahrplan. «Eine Ausnahme sind die Nachtbusse, die bereits schweizweit eingestellt wurden», sagt Karin Fröhlich, ZVB-Mediensprecherin, in einer Mitteilung.

Ab wann die Schiffe auf den Zuger Seen fahren, ist offen «Aufgrund der aktuellen Situation haben die Schifffahrt für den Zugersee wie auch die Ägerisee-Schifffahrt entschieden, den auf Mitte April geplanten Saisonstart der regulären Kursfahrten auf beiden Zuger Seen bis auf weiteres zu verschieben», sagt Karin Fröhlich weiter. Zudem werden vorab bis 19. April sämtliche Sonder- und

nenhäuschen, eine Startpopulation von 25 friedlichen Mauerbienen, ein «Bee Snack» und ein Pflegeticket für die Wildbienenpflege. Anmeldungen können bis zum 31. März unter www.wildbienen-für-zug.ch eingereicht werden. Die An-

zahl Teilnehmender beschränkt sich auf 100 Stadtzuger Haushalte. «Um die Pflanzenvielfalt weiter zu bereichern und seinen Garten oder seinen Balkon bienenfreundlicher zu machen, führt die Stadt Zug auch

Bild: pd

dieses Jahr wieder eine kostenlose Wildstaudenaktion durch», so Lehmann weiter.

chen, sogenannte Bee Homes, in geschützten Werkstätten aus Schweizer Produktion her. Diese werden zusammen mit einer Startpopulation der Rostroten Mauerbiene von März bis Mai versendet. In den Bienenhäuschen vermehren sich die Mauerbienen – vorausgesetzt, sie fühlen sich wohl. Zudem nisten sich im Häuschen auch bis zu einem Dutzend andere Wildbienenarten ein. Dafür müssen im Umkreis von 300 Metern um das Häuschen genügend Blüten, optimalerweise von heimischen Sträuchern, zur Verfügung stehen. Zur Ergänzung vertreibt die Firma auch den Bee Snack Diversity, in dem sechs verschiedene einheimische Wildpflanzensetzlinge in Bioqualität vorhanden sind. Hinter dem Projekt Lehmann steht der Zuger Kevin Keiser. «2017 las ich in der Zeitung, dass die Wildbienen in Zug gefördert werden sollten, und startete dieses Projekt in jenem Sommer. Ich freue mich, dass das Wildbienenprojekt nach nun fast drei Jahren Vorbereitungs- und Planungszeit durchgeführt werden kann», so der 21-Jährige. Mittlerweile ist er Student im vierten Semester der Agrarwissenschaften an der ETH Zürich. ar

Bienenhäuschen stammen aus geschützten Werkstätten Wildbiene + Partner stellt recycelbare Wildbienenhäus-

Eigentlich hätte die Schifffahrtssaison auf dem Zuger- und dem Ägerisee Mitte April losgehen sollen. Der Saisonstart ist bis auf weiteres verschoben. Bild: pd Extrafahrten abgesagt. Dazu gehören auch Veranstaltungen privater Natur wie etwa Hochzeiten. Die beiden Schifffahrtsgesellschaften stehen mit den betroffenen Kunden in Kontakt. Mit dieser Massnahme setzen die Schifffahrtsgesellschaften die Vorgaben des Bundes um. Philipp Hofmann, Geschäftsführer beider Gesellschaften, begründet: «Gerade bei der älteren Generation sind die Fahrten auf unseren wunderbaren Zuger Seen sehr beliebt. Wir hoffen auf eine baldige Beruhigung der Situation, die Gesundheit unserer Gäste geht vor.» Dabei habe die Vorsaison auf dem Zugersee hervorragend

begonnen. Die ersten Sonderfahrten waren bestens gebucht.

Zugerberg: Bahnersatz für die Wohnbevölkerung Derweil steht die Zugerbergbahn seit vergangenem Mittwoch bis auf weiteres still. Die minimale Grunderschliessung für die ständige Wohnbevölkerung auf dem Zugerberg erfolge mit einem reduzierten Bahnersatz mit Bus, heisst es in der Mitteilung. Die Zugerbergbahn erfülle im Rahmen des Tarifverbundes Zug die ÖV-Grunderschliessung des Zugerbergs. Die Fahrten sind als Transportdienstleitung für

die Bevölkerung des Zugerbergs gedacht. Die fahrplanmässigen Abfahrten sind wie folgt: Schönegg: 7.26, 11.26, 13.26 und 16.26 Uhr. Zugerberg: 7.56, 11.56, 13.56 und 16.56 Uhr. Der touristische Verkehr auf den Zugerberg wird hingegen komplett eingestellt. Der Biketrail weist den Status Orange auf. Dies bedeutet, dass ab sofort auf den Biketransport verzichtet wird. Eingestellt wird auch der Ticketverkauf an den Schaltern der Zugerbergbahn. Fahrkarten können an den Billettautomaten bei der Tal- und der Bergstation gelöst werden. Alina Rütti

Bibliothek Zug

Fernleihen sind nicht möglich Die Bibliothek Zug und die Studienbibliothek Zug sind bis und mit 30. April geschlossen. Veranstaltungen und Dachraumreservationen sind bis am 30. April abgesagt. Die Leihfristen aller Medien werden verlängert. Während der Schliesszeit und eine Woche darüber hinaus fallen keine Mahngebühren an. Für Medienrückgaben können die Rückgabeboxen im Innenhof der Bibliothek genutzt werden. Reservationen von Medien und Fernleihbestellungen sind während der Schliesstage nicht möglich. Bestehende Reservationen bleiben erhalten. ar


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GEMEINDEN

Zuger Presse · Zugerbieter · Dienstag, 24. März 2020 · Nr. 12

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Hünenberg

Rekrutierungserfolg: Neu stehen 99 Personen im Dienst der Feuerwehr Ein eher ruhiges Einsatzjahr liegt hinter der Feuerwehr Hünenberg. Bei einer Alarmierung rückt nun ein neues Löschfahrzeug mit aus. Die Feuerwehr Hünenberg wurde im vergangenen Jahr 21 Mal aufgeboten. «Die Zahl der Alarmaufgebote liegt unter dem langjährigen Durchschnitt», sagt Adjutant Daniel Grab in einer Mitteilung. Die Hünenberger Feuerwehrleute rückten unter anderem wegen der eingeklemmten Hand eines Kindes, einem brennenden Abfallcontainer, zwei Grillbränden, sieben Einsätzen bei Unwettern, zwei brennenden Abfalleimern und einem Mikrowellenbrand aus. Ausserdem wurde sie zweimal gerufen, weil Jauche in Gewässer ge-

langt war und zwei Fahrzeuge Öl verloren hatten. Auch im Einsatz war die Feuerwehr nach einer Explosion, bei welcher ein Arbeiter während Schweissarbeiten an einem Ölfass erheblich verletzt wurde. Ausserdem sorgten die Hünenberger für die Pikettstellung am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest im August in Zug. Bei den Einsätzen waren auch neue Feuerwehrleute dabei. «Mit zehn neuen Kameraden waren die Bemühungen zur Erhaltung des Bestandes mehr als erfüllt. Die Feuerwehr Hünenberg zählt nun 99 Mitglieder», freut sich Grab.

Feierliche Einweihung ist auf Ende Mai geplant Seit Dezember 2019 ist zudem ein neues Tanklöschfahrzeug im Einsatz. Es erfülle die gestellten Anforderungen ideal und verfüge gegenüber

Hauptmann Patrick Studer ist seit 20 Jahren bei der Feuerwehr Hünenberg. dem Vorgänger über zahlreiche Verbesserungen. So werden über 50 Prozent mehr Löschwasser im Tank mitgeführt und auch die Anzahl der Zubringerleitungen auf der Heckbobine wurde um 50 Prozent erhöht. Die feierliche Einweihung ist für Pfingst-

sonntag, 31. Mai, geplant. Am Jahresrapport Ende Februar wurden neu in den Reihen der Soldaten Rebekka Baum und Raphael Schilter aufgenommen. Mit dem geschenkten Grad des Gefreiten wurden Shana Bütler, Anita Suter, Oliver Oswald, Michael Schmid

Das neue Tanklöschfahrzeug ist seit Dezember 2019 im Einsatz. und Patrick Schöpfer überrascht. Den Unteroffizierskurs erfolgreich absolviert hat Pascal Richenberger; er wurde somit zum Korporal befördert. Die Wachtmeister-Patten durften dieses Jahr Rima Fontana und Caren Wittkemper entge-

Bilder: pd

gennehmen.Ausserdem wurde Tobias Riedi zum Leutnant befördert. Für ihre 20 Jahre Dienst wurden Hauptmann Patrick Studer, Oberleutnant Othmar Amstutz und Korporal Urs Hürlimann und Leutnant Michael Werder geehrt. ar

Corona-Auswirkungen

Gemeinden koordinieren Nachbarschaftshilfe Einander helfen ist in dieser Zeit noch wichtiger geworden. Von Cham aus wird nun die Nachbarschaftshilfe für alle Zuger Gemeinden organisiert. Die verhängten Massnahmen des Bundes haben einen grossen Einfluss auf das gesellschaftliche Leben – auch in den Zuger Gemeinden. Um die Bevölkerung möglichst vor einer Ansteckung zu schützen, sollen Menschen, insbesondere die definierten Risikogruppen, möglichst zu Hause bleiben. Die elf Einwohnergemeinden des Kantons Zug setzen deshalb auf Nachbarschaftshilfe und möchten diese koordiniert und tatkräftig wirken lassen. «Besonders ältere Menschen,

die alleine leben, können jetzt verunsichert sein und fragen sich, wie sie ganz normale Botengänge anpacken sollen. Insofern spielt die Nachbarschaftshilfe in den Gemeinden jetzt eine besonders wichtige Rolle», erklärt Thomas Bonati von der Geschäftsstelle der Konferenz der Sozialvorstehe-

«Helfen kann ganz einfach sein.» Thomas Bonati, Geschäftsstelle Sovoko rinnen und Sozialvorsteher der zugerischen Gemeinden (Sovoko). Deshalb haben Personen, die auf Hilfe angewiesen sind, eine zentrale Anlaufstelle erhalten. Im Gegenzug könnten gesunde Menschen, die nicht

zur Risikogruppe gehören, unter gebotener Vorsicht viel dazu beitragen, dass sich keine Panik breitmacht und Isolation oder Hilflosigkeit vor allem unter der älteren Bevölkerung vermieden wird. «Helfen kann ganz einfach sein», so Bonati, «Beispielsweise können Einkäufe mitgebracht, Medikamente aus der Apotheke ausgeliefert, im Haushalt unterstützt oder auch einfach nur ein Telefongespräch angeboten werden.»

Viele Organisationen sind beteiligt Um die benötigten Hilfeleistungen, aber auch das freiwillige Engagement zu bündeln, wurde im Gemeinwesenzentrum Cham an der Hünenbergerstrasse 3 eine zentrale Koordinationsstelle für das ganze Kan-

tonsgebiet aufgebaut. Die Mitarbeitenden der Jugend- und Gemeinwesenarbeit Cham haben dabei den operativen Betrieb übernommen. Abgestützt ist die Koordinationsstelle für Nachbarschaftshilfe jedoch durch die Mitwirkung aller Zuger Gemeinden, Kiss Cham und Zug, der Nachbarschaftshilfe Ägerital, Benevol sowie Pro Senectute.Weitere Organisationen und Institutionen werden dazu stossen. Dank einer spezifischen Software können Daten erfasst und passende Hilfeleistende und -suchende zusammengeführt werden. Neben der zentralen Anlaufstelle in Cham wird zudem darauf geachtet, dass pro Gemeinde eine sogenannte Schlüsselperson definiert ist, die dank des Gemeindebezugs noch näher an den Menschen dran ist. ar

Was und für wen Wer soll sich melden? Bei der zentralen Koordinationsstelle können sich alle melden, die auf Hilfe angewiesen sind. Ebenso können sich alle melden, die helfen möchten. Dabei ist wichtig, dass sich nur Personen melden, die nicht zur Risikogruppe gehören. Es ist auch möglich, dass sich Schülerinnen und Schüler ab der Oberstufe melden. Dafür ist jedoch die Einwilligung der Erziehungsberechtigten nötig. Welche Art Hilfe wird vermittelt? Einkaufen, Medikamente ausliefern, Unterstützung

Veloroute

Im Februar 2019 berichtete unsere Zeitung über das Engagement des Velomechanikers. Erwin Bestgen hatte die Behörden mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass der Abschnitt der kantonalen Veloroute vom Ende der Sonnackerstrasse bis zur Lorze zu schmal sei. «Wenn sich Velofahrer, Kinderwagenschiebende, Rollstuhlfahrer oder Spaziergänger mit Rollator auf diesem Abschnitt kreuzten, wurde es gefährlich eng – zumal es rechts und links des Weges kaum Ausweichmöglichkeiten gab», blickt Bestgen zurück. Das zuständige kantonale Tiefbauamt sah damals jedoch keinen Handlungsbedarf, weil es auf der Route «wenig Verkehr» gebe. Als die Sonnackerstrasse ab Dezember 2018 sa-

Wo melden? Die zentrale Koordinationsstelle im Gemeinwesenzentrum Cham ist grundsätzlich von Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr unter 041 723 89 60 erreichbar. Über den Link www.cham.ch/nachbarschaftshilfe gelangt man zudem zum Kontaktformular. Informationen finden sich auch auf den Websites des Kantons und der anderen Gemeinden. ar

Zug

Manchmal kann man mit Hartnäckigkeit etwas bewirken Der Baarer Velomechaniker Erwin Bestgen monierte bei den Behörden, dass der Rad- und Fussgängerweg bei Sonnacker zu eng sei.

im Alltag, Handreichung im Haushalt, Unterstützung in der Freizeitgestaltung, befristetes Kinderhüten oder einfach zur Kontaktpflege.

niert wurde, nahm Erwin Bestgen erneut Kontakt mit dem kantonalen Amt für Raum und Verkehr auf. Denn für die Erdverlegung einer Meteorleitung wurde der Maschendrahtzaun entlang des Wegs vollständig abgebaut. «Dies war die Gelegenheit, auch gleich das Problem der Wegbreite zu lösen», versuchte der Baarer die Behörden zu überzeugen. Diesmal mit Erfolg.

Ausbau der kantonalen Radstrecke in Baar Wie die kantonale Baudirektion mitteilt, wird «die vorhandene Netzlücke auf der kantonalen Radstrecke zwischen dem Lorzenuferweg und der Sonnackerstrasse geschlossen». Die dazu notwendigen Arbeiten der Baudirektion haben am Montag, 23. März, begonnen und dauern zirka drei Wochen. Das Teilstück hat eine Länge von zirka 120 Metern und erfüllt mit einer Breite von zirka 2 Metern nicht den minimalen Ausbaustandard. «Deshalb soll

Erwin Bestgen (links) bedankt sich bei Florian Weber dafür, dass sich die Baudirektion des Kantons Zug zum Ausbau der kantonalen Radstrecke zwischen Lorze und Sonnackerstrasse entschlossen hat. Bild: Charly Keiser diese Netzlücke innerhalb der kantonalen Radroute geschlossen werden», so Baudirektor Florian Weber. Der Ausbau

sieht vor, den bestehenden Fuss- und Radweg auf der ganzen Länge auf 3 Meter zu verbreitern, die horizontale und

vertikale Linienführung anzupassen, das Quer- und Längsgefälle zu verbessern sowie alle weiteren relevanten Sicherheitslücken, wie Signalisation und Markierung, zu beheben. Die Umleitung für Radfahrerinnen und Radfahrer, Fussgängerinnen und Fussgänger erfolgt während der ganzen Bauzeit in beiden Richtungen über die Strecke Schmidhof– Lorzenuferweg – entlang der Waldmannhalle–Sonnackerstrasse–Pilatusstrasse. Die Umleitungsroute ist entsprechend signalisiert. Da die Durchführung der Bauarbeiten witterungsabhängig ist, können Verschiebungen nicht ausgeschlossen werden. Baudirektor Florian Weber liess es sich nicht nehmen, dem Initianten für diese Verbesserung vor Ort zu zeigen, wie die Arbeiten umgesetzt werden. Erwin Bestgen zeigte sich hoch erfreut: «Schön, dass dieses Anliegen doch noch ernst genommen und eine gute Lösung gefunden wurde.» Claudia Schneider

Stadtrat richtet einen Fonds ein Der Stadtrat wird dem Grossen Gemeinderat die Bildung eines substanziellen Fonds aus der Verwendung des Ertragsüberschusses 2019 unterbreiten, abgestimmt auf wirtschaftliche Unterstützung durch Bund und Kantone. «Damit möchte der Stadtrat vor allem Organisationen in den Bereichen Kultur und Sport mit einem Beitrag unterstützen und die negativen finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise mindern», kommentiert der städtische Finanzvorsteher André Wicki die Massnahme. Sie soll zum Beispiel kulturellen Organisationen mit Leistungsvereinbarungen zu Gute kommen, aber auch den Erlass von Gebühren bei der Benützung des öffentlichen Grundes umfassen, wenn Anlässe nur teilweise durchgeführt werden konnten oder abgesagt werden mussten. Letztlich wird der Grosse Gemeinderat über den Fonds, dessen Alimentierung und die Unterstützungskriterien entscheiden. ar


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SCHAUFENSTER

Corona-Krise

Bundesrat verhängt keine Ausgangssperre

Der Bundesrat verstärkt die Massnahmen zum Abstand halten. Das hat er am vergangnen Freitag beschlossen.

Velo-Oase-Inhaber Erwin Bestgen hat seine Werkstatt für Reparaturen offen. Sobald er auch den Laden wieder öffnen darf, werden die Lager-Velos mit einem 50-Prozent-Schluss-Rabatt verkauft. Bild: pd

Velo-Oase

Werkstatt ist geöffnet

N

ach 26 spannenden Jahren wird Erwin Bestgen die Velo-Oase an der Inwilerstrasse 18 in Baar schliessen. Leider hat er für sein Velogeschäft keinen Nachfolger gefunden. Sobald der Bundesrat die Öffnung des Ladens wieder erlaubt, wird das Warenlager an Velos, Anhängern, Zubehör und Ersatzteilen mit 50 Prozent Schluss-Rabatt verkauft. Die Velo-Werkstatt ist jedoch geöffnet. Daher nimmt Erwin Bestgen Reparaturaufträge von Alltagsvelos (ohne E-Bikes) noch bis Ende Mai an. Dies zu gewohnter Qualität zu den regulären Materialkosten. Im Juni wird dann die Inneneinrichtung verkauft oder verschenkt. Ab 1. Juni oder früher sucht Erwin Bestgen zudem einen

kleinen beheizten Hobbyoder Werkraum für das Betreiben einer Hobby-Velo-Werkstatt. Der gesuchte Raum muss über einen Wasseranschluss verfügen und idealerweise auch Tageslicht haben. Grösse: ab zirka 20 bis 50 Quadratmeter, für maximal 350 Franken Miete pro Monat. Bei Eignung des Raumes würde er gerne eine offene Velo-Werkstatt einrichten, in der Interessierte (auf Wunsch mit Anleitung) selber an ihren Velos arbeiten können. pd Velo-Oase, Erwin Bestgen, Inwilerstrasse 18 in Baar 041 760 52 25, velo-oase@databaar.ch Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag: 9 bis 12 Uhr und 14 bis 18.30 Uhr. Samstag: 9 bis 12 Uhr und 13.30 bis 16 Uhr. Dienstag ist Ruhetag.

Für Patrick Lenz, Inhaber von Lenz Garten in Baar, ist der Garten ein Heilmittel. Es ist ein Ort der Erfahrung, der Schönheit, der Kultivierung und auch der Arbeit. Bild: pd

Lenz Garten

Plädoyer für den Baum

B

REGION

Zuger Presse · Zugerbieter · Dienstag, 24. März 2020 · Nr. 12

äume zählen zu den beeindruckendsten Lebewesen auf unserem Planeten. Sie dominieren Landschaften und sind zentraler Baustein in unserem Ökosystem. Bäume produzieren Sauerstoff. Unter Lichteinfluss zerlegen sie das Gas in seine Bestandteile und lagern den Kohlenstoff langfristig in Form von organischer Materie ab. Bäume filtern die Luft und sorgen mit ihrem Blattwerk für Schatten. Das Mikroklima unter einem Baum ist viel angenehmer. Eine ausgewachsene Buche verdunstet bis zu 400 Liter Wasser täglich und kühlt dabei das Klima wesentlich. Es gibt also sehr viele Gründe, die für Bäume sprechen. Neben landschaftsästhetischen Gründen sind es vor

allem gesundheitliche, ökologische und nachhaltigkeitsstrategische Argumente. In unserer urbanisierten Gesellschaft haben viele Leute das Gefühl für Bäume verloren, oder erkennen das Wunder und die Bedeutung vom Baum nicht mehr. Die gedankenlose Zerstörung der Bäume findet überall auf der Welt statt. Die Hektik des Alltags lässt uns oft vergessen, wie wertvoll der Aufenthalt in der Natur ist. Gönnen Sie sich erholende Stunden in Ihrem Garten und reduzieren Sie das Stresshormon Cortisol. Pflanzen Sie einen Baum in Ihrem Garten, Ihre Nachkommen werden Ihnen dafür dankbar sein. pd

Ansammlungen von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum sind verboten. Bei Versammlungen von unter fünf Personen ist gegenüber anderen Personen ein Abstand von mindestens zwei Metern einzu-

halten. Die neue Regel hat er eingeführt, weil das «social distancing» in der Bevölkerung noch zu wenig konsequent befolgt werde. Bei Versammlungen von unter fünf Personen ist gegenüber anderen Personen ein Abstand von mindestens zwei Metern einzuhalten. Die Polizei kann bei Nichteinhaltung eine Ordnungsbusse verhängen, welche im Kanton Zug 100 Franken pro Person beträgt. «Der Bundesrat will keine Ausgangssperre», dies sagte

Bundesrat Alain Berset. Es sei nicht die Ausgangssperre, die uns schütze, sondern unser Verhalten. Daher appellierte Berset abermals: «Bitte bleiben Sie zu Hause.»

Auch Baufirmen müssen sich an Regeln halten Um die Schliessung von Baustellen zu verhindern und die Angestellten besser zu schützen, verpflichtet der Bundesrat die Arbeitgeber im Baugewerbe und in der Industrie, die Emp-

fehlungen des Bundes betreffend Hygiene und Abstand einzuhalten. Die Arbeitgeber sollen hierzu die Anzahl der anwesenden Personen auf Baustellen oder in Betrieben limitieren sowie die Organisation anpassen. Sie sind ebenfalls verpflichtet, Menschenansammlungen von mehr als fünf Personen in Pausenräumen zu verhindern. Die Kantone können einzelne Betriebe oder Baustellen bei Nichteinhaltung schliessen. Alina Rütti

Wirtschaftshilfe

Kurzarbeit wird ausgeweitet Über 40 Milliarden Franken für gebeutelte Firmen stellt der Bund zur Verfügung. Auch Lehrlingen und Selbstständigen wird dadurch in der Krise geholfen. Das Zuger Hilfspaket folgt in Kürze. Alina Rütti

Die verhängten Massnahmen des Bundes zur Eindämmung des Coronavirus hat viele Selbstständige und kleine Unternehmen hart getroffen. Während Arbeitnehmende in der Regel durch Lohnfortzahlungen und Sozialversicherungen einigermassen abgesichert sind, verfügen Selbstständigerwerbende und Kleinbetriebe über kein Auffangnetz. Vielen Betroffenen dürfte seit vergangenen Freitag etwas leichter ums Herz sein. Denn der Bundesrat hat ein umfassendes Massnahmenpaket in der Höhe von 32 Milliarden Franken beschlossen. Mit den bereits am 13. März beschlossenen Massnahmen von 10 Milliarden Franken sollen so über 40 Milliarden Franken zur Verfügung stehen. Zum einen bekommen betroffene Unternehmen einfacher Kredite. Beträge bis zu 500 000 Franken können von den Banken sofort ausbezahlt werden. Der Bund verbürgt sich dafür zu 100 Prozent. Ausserdem wird den von der Corona-Krise gebeutelten Unternehmen und Selbstständigen ein Zahlungsaufschub der Sozialversicherungsbeiträge (AHV, IV EO, ALV) gewährt. Die Suva

hat von sich aus vergangene Woche schon entschieden, auf Verzugszinsen bei verspäteten Zahlungen zu verzichten. Zudem werden keine Mahnungen verschickt oder Betreibungen eingeleitet. Dies gilt vorerst bis am 30. Juni befristet und wird je nach Entwicklung der derzeiti-

«Wir fordern von der Zuger Regierung und innovative Lösungen für Unternehmen und Selbstständigerwerbende.» Marc Reinhardt, FDP Kanton Zug gen Ausnahmesituation verlängert. Auch nach Ablauf der Sistierung wird die Suva ihren Versicherten im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben angepasste Zahlungsmöglichkeiten anbieten. Betrieben werden dürfen säumige Zahler bis und mit 4. April sowieso nicht. Den entsprechenden sogenannten Rechtsstillstand im Betreibungswesen hat der Bundesrat am 18. März angeordnet.

Kultur: Auch Laien-Vereinen wird geholfen Weiter können neu auch Personen, die temporär oder in einem befristeten Arbeitsverhältnis stehen, eine Kurzarbeitsentschädigung erhalten. Dies gilt auch für Lehrlinge und Personen, die im Betrieb des Ehegatten oder des eingetrage-

nen Partners arbeiten. Ausserdem ist die Wartefrist für die Kurzarbeitsentschädigung aufgehoben und es müssen nicht erst Überstunden abgebaut werden. Selbstständigerwerbende, die infolge der bundesrätlichen Massnahmen zur Coronabekämpfung um ihr Einkommen gebracht wurden, wird in Anlehnung an die Erwerbsersatzentschädigung ein Taggeld ausgerichtet. Von dieser Lösung können auch freischaffende Künstlerinnen und Künstler profitieren. Weiter bekommen auch Kulturunternehmen, auch jene, die nicht gewinnorientiert sind, Soforthilfe. Zudem werden Laien-Vereine in den Bereichen Theater und Musik mit einem Beitrag für den mit der Absage oder Verschiebung von Anlässen verbundenen Schaden finanziell unterstützt. Für Sportorganisationen hat der Bund 100 Millionen Franken bereitgestellt.

Hilfsmassnahmen: Kanton Zug informiert am Dienstag Der Regierungsrat des Kantons Zug hat in Ergänzung zum Hilfspaket des Bundesrats konkrete Massnahmen für die Zuger Wirtschaft erarbeitet: Ansässige Unternehmen, die durch die ausserordentliche Lage in Bedrängnis geraten sind, sollen Unterstützung erhalten. Der Zuger Regierungsrat informiert heute Dienstag über die Hilfsmassnahmen. Derweil hat die FDP-Kantonsratsfraktion drei Vorstösse im Kantonsrat eingereicht. «Wir fordern von der Zuger

Regierung im Zusammenhang mit der Corona-Krise unbürokratische und innovative Lösungen für Unternehmen sowie für Selbstständigerwerbende», schreibt Marc Reinhardt, Kommunikationsverantwortlicher der FDP Kanton Zug, in einer Mitteilung. Die Partei fordert unter anderem eine unbefristete Anlaufstelle für die Unternehmen und Selbstständigerwerbenden. Zudem wird der Regierungsrat aufgefordert, die Steuern bei Liquiditätsengpässen der Betroffenen aufzuschieben. Etwas, um die Not einiger Unternehmer zu lindern, hat der Kanton schon getan. «Die kantonale Verwaltung tritt auf dem Markt auch als Anbieter und Nachfrager von Leistungen auf. Entsprechend hat der Regierungsrat beschlossen, ab sofort die erhaltenen Rechnungen umgehend zu bezahlen und die Zahlungsfristen nicht auszureizen», sagt Finanzdirektor Heinz Tännler in einer Medienmitteilung. Natürlich würden die internen Prüfungen weiterhin seriös erfolgen, um sicherzustellen, dass Zahlungen auch gerechtfertigt sind. Trotzdem sollten somit Rechnungen schneller bezahlt werden können. Umgekehrt seien die rechnungsstellenden Verwaltungseinheiten gehalten, auf Anfragen von Kunden mit Corona-bedingten Zahlungsschwierigkeiten kulant zu reagieren und im vertretbaren Ausmass grosszügige Zahlungsfristen oder Teilzahlungsvereinbarungen anzubieten, so Tännler.

Lenz Garten AG, Chrüzegg 2 in Baar 041 761 80 00, info@lenz-garten.ch www.lenz-garten.ch

Infos zum Angebot «Schaufenster»: inserate-zugerpresse@chmedia.ch

Alle Läden, die nicht Dinge für den täglichen Bedarf verkaufen, sind zu. Beispielsweise auch Coiffeurgeschäfte. Vielfach sind dies Selbstständigerwerbende. Sie können keine Kurzarbeit anmelden, da dies nur für Angestellte möglich ist. Neu wird ihnen aber mit einer Art Taggeld geholfen. Archivbild: Matthias Jurt


REGION

Zuger Presse · Zugerbieter · Dienstag, 24. März 2020 · Nr. 12

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Serie

Wo die Zeit ihre Spuren hinterlassen hat Der nördliche Teil der Gemeinde Cham ist geschichtlich und archäologisch spannend: Fast alle Epochen der letzten 12 000 Jahre haben dort auf engem Raum ihre Spuren hinterlassen. Benno Furrer, David Jecker und Gishan Schaeren

Diese Tour führt durch eine Gegend, welche stets ein bevorzugter Wohnraum war und die Bedürfnisse der hier lebenden Menschen abdeckte. Ausgangspunkt ist der Chamer Weiler Oberwil an der heutigen Strasse von Steinhausen nach Knonau. Der Weiler gehört zu den wenigen nahezu intakt erhaltenen Bauernsiedlungen des Kantons Zug und bildet eine gemeindliche Ortsbildschutzzone. Im Zentrum von Oberwil steht eine stattliche Stallscheune mit Hocheinfahrt (Oberwil 5). Sie trug noch bis 1877 ein Strohdach. Einige Meter weiter Richtung Niederwil liegt direkt an der Fahrstrasse ein Sodbrunnen, der im Zuge der letzten Strassensanierung wiederentdeckt wurde. Er reicht neun Meter tief auf eine Sandsteinschicht hinunter. Das 1767 erbaute Haus Wiesengrund (Oberwil 6) ist bezüglich Baustil mit den Häusern in Bibersee und Blegi vergleichbar. Der Eingang ist bemerkenswert: Eine zweiläufige Treppe mit schmiedeeisernem Geländer führt zu einer meisterhaft geschnitzten Neurenaissance-Haustür mit geschnitztem Wyss-Wappen und der Jahrzahl 1906.

Der Bibersee ist am Ende der Eiszeit entstanden Weiter geht es nun über die Hauptstrasse Richtung Steinhausen nach Bibersee. Der Weg verläuft in einer leichten Senke, die von durch Gletscher geformten Hügeln (Drumlins) umgeben ist. Hinter der Kuppe zur linken Seite liegt ein Kieswerk. Rechts in der Mitte der

Die Münzen wurden im Oberwilerwald gefunden. Sie stammen aus dem Bodenseegebiet. Im Jahr 2014 wurde in Bibersee dieser Einbaum gefunden. Das sechs Meter lange Boot stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde wahrscheinlich zum Fischen auf dem kleinen See verwendet. Bilder: Amt für Denkmalpflege und Archäologie

Ausflüge in die Vergangenheit

In der Kiesgrube stiess man auch auf Gräberreihen. Die zahlreichen Beigaben aus Bronze und Keramik lassen sich auf die Spätbronzezeit um 1200 vor Christus datieren.

Die Abbauarbeiten in der Kiesgrube Äbnetwald in Cham werden seit 1992 archäologisch begleitet. Senke befindet sich der Bibersee, ein ursprünglich am Ende der Eiszeit entstandener Toteissee. Im Laufe der Zeit ist er allmählich verlandet und 1865 ganz trockengelegt worden. Im Jahr 2014 hat man ihn renaturiert. Die damalige Untersuchung der Seesedimente hat ergeben, dass das Gewässer mindestens 10 000 Jahre alt ist. Botanische Reste in den Sedimentproben lassen auf eine menschliche Besiedelung seit

der letzten Eiszeit schliessen. Die Ausgrabungen im Zuge der Renaturierung des Sees von 2014 brachten in den torfigen und lehmigen Ablagerungen zahlreiche Funde zutage, zu deren ältesten ein menschlicher Schädel aus der Jungsteinzeit (C14-Datierung 2851 bis 2501 vor Christus) gehört, vermutlich derjenige eines Mannes. Gebeine eines weiteren Mannes stammen aus der keltischen Epoche, das heisst

«Archäologischer Reichtum auf engem Raum» Kartenlegende

1

Jungsteinzeitliche Pfahlbausiedlung; hochmittelaterliche Siedlung

2

Historische Wohn- und Gewerbebauten «Seehof» und «Rössli»

3

Gasthaus «Zum Wilden Mann» Buonas

4

Kapelle St. German und «Seehof»

5

Pförtnerhaus und «Neues Schloss Buonas»

6

Schloss Buonas und mittelalterlicher Münzschatz

7

Pfarrkirche St. Verena mit Pfarrhaus, Kaplanenhaus und Sigristen-/Pfrundhaus

8

Schiffswrack von 1817

9

Möglicher römischer Gutshof «Muriweid»

10

Jungsteinzeitliche Pfahlbauten Oberrisch

11

«Chiemen»

1 2 3 4

15

6

8

5 14

Buch

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Steinreihe Chilchberg und Münzschatz

19. Jh.

13

Hofgruppe Ibikon und römischer Münzschatz

14

Weiler Küntwil mit Sägerei am Steintobelbach

15

Binzmühle

10 km, ca. 2-2,5 h Strassen, Geh- und Waldwege, weglos bei Steinreihe auf dem Chilchberg.

aus der jüngeren Eisenzeit zwischen 166 und 39 vor Christus. Weiter fand man zahlreiche Tierknochen, vermutlich Schlachtabfälle. Sie dürften einst in wenig tiefen Gruben entsorgt worden sein, die sich heute im torfigen Boden nicht mehr abzeichnen. Zu den Pferdeknochen, die man ferner entdeckte, passt das Zaumzeug aus Eisen. Bemerkenswert ist zudem eine verzierte Lanzenspitze aus dem Frühmittelalter. Dass im Bibersee während des Mittelalters intensiv Fischerei betrieben wurde, davon zeugen rund ein Dutzend Reusen, Angelhaken und zwei Fischleitzäune. Auch ein rund sechs Meter langer Einbaum aus dem 15. Jahrhundert dürfte mit der Fischerei in Verbindung gebracht werden. Den Archäologinnen und Archäologen gelang es, das Boot in einem Stück zu bergen und zu konservieren. Bei den Untersuchungen stiess man auf einzelne Hölzer, welche Biberfrass aufweisen – ein deutlicher Hinweis auf den namensgebenden Biber. Es ist sogar anzunehmen, dass die Biberdämme für die stark variierenden Seepegelstände verantwortlich gewesen waren, die bei den Ausgrabungen nachgewiesen werden konnten. Bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg stiess man auf einem Acker in der Nähe des Sees auf zwei Beilklingen aus Kupfer, die aus der Zeit um 1800 vor Christus stammen. Ihr identisches Erscheinungsbild und die Metallzusammensetzung lässt darauf schliessen, dass sie hier bewusst deponiert wurden. Entweder als Teil eines Warenlagers oder als Opfergabe.

Der Münzschatz vom Oberwilerwald Nach dem Halt am Bibersee gehts zurück zum Fuss- und Radweg. Nach dem Queren des Wegs kann dem asphaltierten Weg rund 150 Meter

Dieses Goldblech war eine Grabbeigabe, die in der Kiesgrube entdeckt wurde. der Autobahn entlang gefolgt werden. Bei der ersten Abzweigung führt der Weg Richtung Oberwil. Rechts davon auf der Anhöhe liegt der Oberwilerwald. Bei Prospektionen in diesem kleinen Forst in den Jahren 2004 und 2005 stiess man auf einen aussergewöhnlichen Münzschatz. Gut 51 Silberpfennige aus dem 13. Jahrhundert sowie Fragmente eines Keramikgefässes, in welchem die Münzen vermutlich aufbewahrt waren, kamen zum Vorschein. Ein Grossteil entstammt der bischöflichen Münzstätte Konstanz. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit dem Patronatsrecht der Chamer Kirche, das im 13. Jahrhundert der Bischof von Konstanz ausübte. Die Entdeckungstour geht aber noch weiter: Beim ehemaligen Restaurant Kreuz wird die Knonauerstrasse überquert und dem Wanderweg Richtung Maschwanden gefolgt. So gelangt man zum Fusse des nächsten sanft ansteigenden, einst grösstenteils bewaldeten Drumlins. Seit Jahrzehnten wird dort im Gebiet beim Äbnetwald Kies abgebaut. Zutage gefördert wurde aber nicht nur Kies, sondern auch Kulturschätze. Schon 1965 kam dort ein Stosszahn eines Mammuts zum Vorschein. Seit 1992 begleitet die Archäologie den fortschreitenden Kiesabbau. Die Fülle der Funde ist eindrück-

Die Kulturgeschichte des Kantons Zug ist lang und reich. In 18 Erkundungstouren durch die elf Gemeinden des Kantons Zug kann dieser Geschichte nachgespürt werden. Unter dem Titel «Ausflug in die Vergangenheit. Archäologische Streifzüge durch den Kanton Zug» ist ein attraktives Buch über die reichhaltigen archäologischen Fundstellen des Kantons und weitere wichtige bauhistorische Zeugnisse erschienen. Zum Buch gibt es eine kostenlose App für iPhones und Android-Smartphones. Es führt den User GPS-gesteuert zu den besprochenen Wanderungen und ruft an Ort und Stelle mit Audiokommentaren, Text und Bildmaterial in Erinnerung, was im Buch besprochen wurde. ar «Ausflug in die Vergangenheit – Archäologische Streifzüge durch den Kanton Zug», 280 Seiten, erschienen 2019 bei Librum Publishers & Editors LLC, Basel. 35 Franken. Erhältlich unter www.librumstore.com und in der Buchhandlung.

lich: eine Dorfanlage mit Wegen aus der mittleren Bronzezeit, ein Friedhof aus der jüngeren Bronzezeit und ein römisches Heiligtum. Den vorläufigen Schlusspunkt der Entdeckungen setzte 2018 eine als «Kultgrube» gedeutete grosse Grube mit aussergewöhnlichen Funden. Im Zuge der weiteren Abtragungsarbeiten des Hügels dürfte allerdings noch mit weiteren archäologischen Überraschungen zu rechnen sein. In Niederwil endet die Wanderung. Es lohnt sich aber auch, dieses beschauliche Dorf genauer zu betrachten. In dieser Serie publizieren wir monatlich Auszüge aus dem Buch «Ausflüge in die Vergangenheit (siehe Kasten).


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Zuger Presse · Zugerbieter · Dienstag, 24. März 2020 · Nr. 12



































 

 











































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