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Ausgabe #8/März 2017

SO GEHT'S:

IM PORTRÄT:

GRÜNDEN I N T I RO L

Wie ein Tiroler Designer Wolle neuen Sinn verleiht.

WENN FREUNDE UNTERNEHMER WERDEN Fünf Erfolgsbeispiele

STEUER-SP EZIAL Tiroler Steu erexperte

n erklären, mer 2017 w issen müss en

was Untern eh

.

EXKLUSIV-INTERVIEW:

A1-Chefin Margarete Schramböck über die Digitalisierung und Frauen in der IT- und Telekommunikationsbranche

EINE BEILAGE DER


Sommer am See. Wetscher eröffnet am 18. März die neue Gartenmöbelausstellung mit der größten Auswahl an Premiummarken.

rtenfest Einladung zum Ga . März, 11 Uhr am Samstag, 18 ter 05288-60011

© DEDON

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Wetscher Wohngalerien und Werkstätten, Zillertalstraße 30, Fügen / Tirol

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E D I T O R I A L /I N H A LT

37 EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser!

O

ft wird der Standpunkt vertreten, dass Privates und Berufliches zu trennen sind. Anders sehen das viele Start-ups oder Jungunternehmer. Denn oft werden aus Freunden Geschäftspartner. Wir haben Tiroler Unternehmer besucht, die als Freunde erfolgreich die Geschicke einer Firma lenken, und sie nach den Vor- und Nachteilen ihrer Freundschaft für den Betrieb gefragt. Es hat sich gezeigt, dass das Thema Vertrauen eine große Rolle spielt. Ebenso den Sprung ins Unternehmertum gewagt hat Designer Horst Philipp, der dem altbekannten Material Wolle neues Leben einhaucht und damit eine Marktlücke füllen will (Gründer-Spezial ab Seite 16). Eine, die schon ganz oben steht, ist Margarete Schramböck. Die Tirolerin wurde im vergangenen Jahr zum CEO von A1 berufen. Wir haben sie anlässlich ihres Innsbruckbesuchs getroffen und mit ihr über Tirol und ihre Karriere gesprochen (Seite 8). Steuern sind ein Thema, das alle Unternehmer gleichermaßen betriff t. Was es dazu Neues gibt, erfahren Sie von Tiroler Experten ab Seite 37. Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre im neuen Design.

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34

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M AG A Z I N 5

6 8

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KURZ GEFRAGT

Was Chillaz-Gründer Ulf Kattnig motiviert

INFOGRAFIK

34

VOM KONZERN ZUM FAMILIENBETRIEB

Tiroler Rohre feiert sein 70-jähriges Firmenjubiläum

37

STEUER-SPEZIAL

A1-Chefin Margarete Schramböck über Digitalisierung

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AUTOS

GRÜNDEN IN TIROL

62

Von Tirol in die Welt

INTERVIEW

Wie aus Wolle DesignAkustikpaneele entstehen und aus Freunden Unternehmer werden

Was Unternehmer 2017 wissen müssen

Die neuesten Trends aus Genf

KLÜGER WERDEN MIT

Hermann Arnold, Unternehmensgründer und Autor, über Führung

Die Redaktion

IMPRESSUM: top.tirol – Ausgabe #8, MÄRZ 2017 Medieninhaber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel. 0512/58 6020, office@target-group.at, www.target-group.at Mitarbeiter dieser Ausgabe: Thomas Bucher, Sebastian Platzer, Christina Rotter, Marco Lösch, BA, Eva-Maria Hotter, Eva Schwienbacher, BA, Mag. Klaus Erler, Walter Mair, Daniel Feichtner, Hannelore Wimmer • Anzeigenverkauf: Wolfgang Mayr • Coverfoto: A1 • Hersteller: Intergraphik GmbH, Innsbruck Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden. Das Gründer-Spezial entstand in Kooperation mit der WK Tirol, das Steuer-Spezial in Kooperation mit der Kammer der Wirtschaftstreuhänder.

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T O P.T I R O L

Digital Marketing – made in Tirol Digitales Marketing ist ein Handwerk. Ständiges Lernen, Üben und Praktizieren macht einen zum Meister seines Fachs. So pragmatisch packt das Team der p&p Marketing GmbH dieses omnipräsente Thema an. Und mit dieser einfachen wie ehrlichen Einstellung hat es sich das Vertrauen nationaler und internationaler Marken erarbeitet.

H

idden Champions sind international anerkannte und erfolgreiche Unternehmen, die von der breiten Öffentlichkeit selten wahrgenommen werden. Sie zeichnen sich meist durch Innovation und technischen Vorsprung aus und agieren eher unauff ällig im Stillen. Einer von ihnen befindet sich direkt im Herzen Innsbrucks in der Maria-TheresienStraße. p&p Marketing ist als Manufaktur für innovative Kommunikation weit über die Landesgrenzen hinaus tätig und arbeitet unter anderem für die BMW Group, adidas, Meta-

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paper, Ewals Cargo Care, BE-terna und Douglas Österreich. Das zwanzigköpfige Team aus unterschiedlichsten Fachgebieten realisiert erfolgreiche Marketing-Projekte mit Schwerpunkt im digitalen Bereich. Von der strategischen Konzeption über professionelles Design und die Programmierung bis hin zur Online-Kommunikation überzeugen die Experten des p&p-Teams mit intelligenten und – im wahrsten Sinne „merkwürdigen“ – innovativen Lösungen. Manifestation dieser Kernkompetenzen ist die zu hundert Prozent selbstentwickelte Präsentations-Soft-

ware p&p MultiTouch®. Das interaktive Verkaufstool mit TouchSteuerung begeistert inzwischen weltweit Anwender und deren Kunden. Außergewöhnlich ist die einfache Handhabung bei gleichzeitig fast unbegrenzten Anwendungsmöglichkeiten. p&p MultiTouch® erobert von Innsbruck aus die Messestände, POS und Präsentationsräume zahlreicher Unternehmen und Ausstellungsbetriebe bis in die USA und nach Australien.

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ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Mario Eckmaier, Axel Prey, Matthias Lechner sowie das ganze p&p-Marketing-Team lieben und leben ihren Beruf.

© JULIAN HÖCK, MARIAN KRÖLL

p&p MultiTouch® – das in Innsbruck entwickelte innovative Tool zum Präsentieren und Verkaufen – begeistert Unternehmen und deren Kunden von den USA bis nach Australien.


T O P.T I R O L

ULF KATTNIG Mich motiviert: meine Frau und Familie, kreative und positive Menschen, die Natur. Das Klettern ist für mich: ein sehr guter Ausgleich zur Arbeit und die Möglichkeit, Zeit mit Freunden zu verbringen. Der Standort Tirol ist für mich: meine Heimat, meine Menschen und meine Wurzeln

© CHILLAZ

Regionalität und Nachhaltigkeit bedeuten mir: Regionalität im textilen Business ist schwer, dennoch wird Nachhaltigkeit von uns gelebt: vom Zukauf der Fasern übers Färben und neuerdings auch bei den Wascheffekten der Hosen. Hier verwenden wir eine neue Lasertechnologie und verzichten somit auf Chemikalien.

Ulf Kattnig, Geschäftsführer und Gründer des Kletterbekleidungsherstellers „Chillaz“ mit Sitz in Vomp

Ausbildung: Learning by doing in Hong Kong, China, Türkei und an jedem Tag Die Firma wurde im Jahr 2001 gegründet: weil wir uns sicher waren, dass wir bessere Materialien verwenden können als alle anderen bestehenden Marken. Unsere erste Kollektion: Im Keller kreierten wir Damen- und HerrenOberteile – Unisex-Hosen – da müssen wir heute noch darüber lachen. Ein guter Tag startet mit: einem großen Cappuccino mit meiner Frau – dann ab aufs Bike und in die Firma.

Dafür steht Chillaz: Ehrlichkeit, Innovation und tolle Materialien. Wir wollen Kleidungsstücke produzieren, die man am liebsten täglich trägt, auch dann noch, wenn die Teile schon ihre besten Tage hinter sich haben. Wo ich meinen Betrieb in fünf Jahren sehe: Wir wollen in der USA Ähnliches schaffen, wie hier in Europa. Besonders stolz bin ich auf: ... dass man es auch mit Ehrlichkeit und viel Einsatz schafft, den großen Konzernen mit innovativen Produkten die Stirn zu bieten. 5


INFOGR AFIK: EXPORT

VON TIROL IN DIE WELT Was sind die gefragtesten Exportwaren aus Tirol und wohin gehen sie? top.tirol gibt einen Überblick. Exporte 2015 in Euro

Die wichtigsten Märkte 183 Mio. 300,1 Mio.

Niederlande

3,09 Mrd.

Vereinigtes Königreich

180,7 Mio. Polen

Mehr als die Hälfte der TIroler Exporte geht an die drei Nachbarländer: Deutschland, Schweiz und Italien. Gefolgt von Amerika, Großbritannien, China, Niederlande, Polen und Spanien.

Deutschland

675,1 Mio. Vereinigte Staaten

676,4 Mio. Frankreich

1,7 Mrd. Schweiz

1,2 Mrd. Italien 204,3 Mio.

168,2 Mio. Spanien

China

3 Mrd. sonstige Länder

Tirol im Bundesländervergleich 6

1. Oberösterreich 2. Niederösterreich

in Mrd. Euro

33,5

20,4

3. Steiermark

19,7

4. Wien

18,6

5. Tirol

11,5

6. Vorarlberg

9,5

7. Salzburg

9,1

8. Kärnten

7,1

9. Burgenland

2,1 QUELLE: STATISTIK AUSTRIA; WK TIROL


INFOGR AFIK: EXPORT

Die Top 10 Exportschlager

11,5

aus Tirol (im Jahr 2015)

Mrd.

Insgesamt betrug das Exportvolumen Tirols 2015 etwa 11,5 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2016 liegt der vorläufige Wert an exportierten Waren bei rund 5,9 Milliarden Euro.

Das Gros der Exportwaren machen pharmazeutische Erzeugnisse, wie Düngemittel, Medikamente, Seifen, aus. Aber auch eine Fülle an Maschinen und Geräten verlässt Tirol ins Ausland. Platz 4 und 5 belegen Produkte aus der Holz- und optischen Industrie.

1.

2.

3.

2 Mrd.

1,4 Mrd.

Kessel, Maschinen, Apparate und mechanische Geräte (ohne ElektroKomponenten)

5. 608,3 Mio.

Optische, fotografische oder kinematografische Instrumente

QUELLE: STATISTIK AUSTRIA; WK TIROL

Gesamtexporte

Pharmazeutische Erzeugnisse

4. 737,1 Mio.

Holz und Holzwaren, Holzkohle

960,6 Mio.

Elektrische Maschinen, Apparate, Geräte und andere elektrotechnische Waren

6. Zugmaschinen, Kraft wagen, Krafträder, Fahrräder

565,8 Mio.

7. Glas und Glaswaren

479,4 Mio.

8. Kupfer

472,8 Mio.

9. Echte Perlen oder

Zuchtperlen, Edelsteine oder Schmucksteine, Edelmetalle

10. Unedle Metalle

407,4 Mio. 382,9 Mio.

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© FRANZ OSS

„Wir beeinflussen fast alle Menschen“

Margarete Schramböck ist seit Mai 2016 Chefin von A1, dem größten Mobilfunkanbieter Österreichs. Im Interview spricht die gebürtige Tirolerin über die Digitalisierung und ihre Auswirkungen, Karrierechancen für Frauen in der Telekommunikationsbranche sowie die Verantwortung von Großunternehmen für die nächste Generation. DA S INTERVIEW FÜHRTE E VA SCHWIENBACHER.

F

rau Schramböck, Sie sind aus beruflichen Gründen in Tirol. Was führt Sie hierher? MARGARETE SCHRAMBÖCK: Kundengespräche sowie das Thema Breitbandausbau führen mich nach Tirol.

Kommen Sie häufig in Ihre Heimat zurück? Ja, auch sehr gerne. Einerseits aus privaten Gründen, um meine Familie zu besuchen. Andererseits aus beruflichen. Wir haben viele große Kunden in Tirol, und auch viele Mitarbeiter – rund 600 an 15 verschiedenen Standorten, verteilt im ganzen Land. 8

Seit Mai 2016 sind Sie CEO der A1 Telekom Austria. Haben Sie diese Karriere geplant? Nein. Ich habe eine fundierte Basisausbildung an der Uni genossen und dann immer wieder Verantwortung in verschiedensten Unternehmensbereichen übernommen, aber so richtig planen kann man eine Karriere nicht. Welche waren die wichtigsten Schritte für Sie, um ganz nach oben zu gelangen? Ich habe in St. Johann in Tirol das Gymnasium mit neusprachlichem Schwerpunkt besucht und hatte von Wirtschaft nicht wirklich viel

Ahnung. Im Studium der Betriebswissenschaften an der WU Wien habe ich dann das Rüstzeug für Finanzen von der Pieke auf gelernt. Nach der Uni ist es für mich direkt in die Wirtschaft gegangen. Ich habe bei Alcatel begonnen und in diesen sieben Jahren in drei verschiedenen Bereichen Leitungspositionen innegehabt: in den Abteilungen für Finanzen, Technik und Vertrieb. Solche Erfahrungen sind sehr wichtig, um ein Unternehmen zu verstehen und es erfolgreich führen zu können. Als ich zu A1 gekommen bin, habe ich mich zum Beispiel einen ganzen Tag lang mit meinem Management-Team ins Call


T O P.T I R O L

Center gesetzt, um Näheres über den Ablauf der Kundengespräche zu erfahren. Es hat Sie sehr früh in die IT- und Telekommunikationsbranche verschlagen. Was fasziniert Sie an diesem Bereich? Zunächst war es Zufall. Ich wusste zu Beginn nicht, dass der Bereich so spannend ist und man so viel bewirken kann. Die IT- und Telekommunikationsbranche ist jener Bereich, der die Unternehmen im Zuge der Digitalisierung derzeit am stärksten verändert. Und wir sind auch diejenigen, die den Firmen bei den Digitalisierungsschritten helfen. Wir beeinflussen das Leben von fast allen Menschen, sowohl im Privaten als auch im Berufsleben. Stichwort Digitalisierung – derzeit ist der Begriff allgegenwärtig. Doch was bedeutet Digitalisierung für Sie? Für uns als A1 Telekom Austria hat die Digitalisierung bereits 1881 mit der Inbetriebnahme des ersten Wählamts begonnen. Wir haben angefangen, die Kommunikation zu verändern. Und genau das bedeutet Digitalisierung: die Kommunikation und Prozesse zu verändern, zu automatisieren, aber auch zu vereinfachen. Technik soll einfach sein und damit in den Hintergrund treten, sowohl im Unternehmen als auch zu Hause. Digitalisierung ist nicht als einzige Aktion erklärbar, sondern als etwas, was gesamtheitlich in einer Gesellschaft und Wirtschaft passiert. Was sich allerdings geändert hat, ist die Geschwindigkeit, die sich in den letzten drei Jahren enorm erhöht hat. 70 Prozent aller Betriebe

„Digitalisierung ist nicht als einzige Aktion erklärbar, sondern als etwas, was gesamtheitlich in einer Gesellschaft und Wirtschaft passiert.“

zu vergleichen, wie wir vor hundert Jahren gearbeitet haben und es heute tun. Neu ist, wie die Arbeit bewerkstelligt wird. Ein Tischler zum Beispiel erledigt heute 80 Prozent am Computer, 20 Prozent sind physische Arbeit. Die Berufsbilder gibt es weiterhin, sie werden sich aber verändern. Einige Berufe werden verschwinden. Wichtig ist, diese Entwicklung in der Ausbildung der nächsten Generation zu berücksichtigen.

geben an, dass die Digitalisierung ein wichtiges Thema für sie ist und ähnlich viele sagen auch, dass sie noch nicht wirklich wissen, wie sie diese angehen sollen. Und das ist die Aufgabe der IT- und Telekommunikationsbranche: die Unternehmen im Digitalisierungsprozess zu unterstützen. Wer sind aus Ihrer Sicht die Gewinner der Digitalisierung in der Wirtschaft? Im Grunde profitieren alle Mitarbeiter davon, weil die Aufgaben leichter werden. Man braucht nur

Viele fürchten, dass durch die Automatisierung in Folge der Digitalisierung Arbeitsplätze verloren gehen. Muss man also auf Umschulungen setzen, um Verluste auszugleichen? Aus-, Um- und Weiterbildungen vor allem in Bezug auf digitale Skills sind sehr wichtig. Was uns heute oft fehlt, sind Personen, die über die Fähigkeiten verfügen, die Visionen der CEOs umsetzen zu können. Es entstehen derzeit viele neue, spannende Jobs, sowohl innerhalb von Start-ups als ➔

Zahlen und Fakten 2,6 Mrd. Euro Umsatz 2016

886 Mio. Euro

EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen)

A1 in Tirol

A1 ist Anbieter von Internet, Telefonie, TV und IT-Lösungen • 6 Mio. Mobilfunkkunden •2  ,2 Mio. Festnetzanschlüsse •8  .352 Mitarbeiter österreichweit • 75 Shops in Österreich

• 570 Mitarbeiter • 15 Unternehmens­ standorte • 100 Händler • 9 A1-Shops • 3.200 km Glasfasernetz • 750 Mobilfunk­ stationen

• 1 Mio. Euro Sponsoring für Hahnenkammrennen in Kitzbühel • ÖSV-Sponsor für Weltcuprennen in Sölden, St. Anton und Lienz • 25 Mio. Euro BreitbandInfrastruktur­ investitionen 2016

BILDUNG. FREUDE INKLUSIVE.

AKTUELLE SEMINARE

Public Relations-Fachmann/-frau - Zertifikatslehrgang Start am 17. März 2017

C1/C2 Professional English for advanced learners Start am 26. April 2017

Die Kraft der Sprache Start am 14. April 2017

B1 English for work Start am 27. April 2017

Lehre mit Matura – Kurse abends in ganz Tirol Start im September 2017

MS Word im Arbeitsalltag – Kurzauffrischung Start am 3. April 2017

Ausbildung der Ausbilder – für Lehrlingsausbilder Start am 3. April 2017

MS Excel im Arbeitsalltag – Kurzauffrischung Start am 8. Mai 2017

Sprengbefugten-Grundlehrgang Start am 18. April 2017

Betriebliche Gesundheitsförderung Einführungsworkshop am 28. März 2017

Sicherheitsfachkrafttag Am 30. März 2017

BFI Tirol, Ing.-Etzel-Straße 7, 6010 Innsbruck, Tel. 0512/59 6 60, info@bfi-tirol.at, www.bfi.tirol

Gleich n! anmelde 9


T O P.T I R O L

Seit Ihrem ersten Arbeitstag als A1-Chefin sind nun etwas mehr als zehn Monate vergangen. Wie ist es Ihnen in dieser Zeit gegangen? Es ist eine Zeit des Lernens, denn jedes Unternehmen ist anders. Ich lerne von den Mitarbeitern und vermittle diesen wiederum, Dinge neu zu betrachten und zu verändern. Was war die größte Umstellung für Sie nach Ihrem Wechsel zu A1? Die Geschwindigkeit, mit der das Unternehmen unterwegs ist, hat mich teilweise sehr überrascht – im positiven Sinne. Die A1 ist ein sehr dynamisches Unternehmen. Das Consumer-Geschäft ist sehr

Zur Person:

Dr. Margarete Schramböck, geboren 1970 in Tirol, studierte BWL an der WU Wien. Sie startete ihre Karriere 1995 bei Alcatel und hatte mehrere Top-ManagementPositionen inne. 2002 übernahm sie die Geschäftsführung der NextiraOne und später von Dimension Data Austria, wo sie zusätzlich zu Österreich auch den deutschen Markt verantwortete. Seit Mai 2016 ist Margarete Schramböck CEO der A1 Telekom Austria AG.

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Innovationen spielen in der schnelllebigen Telekommunikationsbranche eine Schlüsselrolle, erklärt Schramböck im Interview. © FRANZ OSS

auch in etablierten Unternehmen. Auch bei A1 ist eine Transformation im Gange und neue Arbeitsplätze entstehen. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Leute entsprechend ausgebildet sind. Das passiert bereits recht gut durch die Fachhochschulen, aber auch durch die Universitäten. Wir selbst bieten zum Beispiel Ausbildungsprogramme für Studienabsolventen, das sogenannte Graduate-Programm, und bilden Lehrlinge aus. Seit fünf Jahren gibt es unsere Initiative „Internet für Alle“, die zum Ziel hat, Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren den Umgang mit dem Internet, also Medienkompetenz, zu vermitteln. Was die Vorbereitung auf das Berufsleben betrifft, sind sowohl die Bildungseinrichtungen gefordert als auch die Unternehmen vor allem in unserer Größenordnung.

schnelllebig. Wir müssen sehr nah an den Kunden und am Markt sein. Wie gelingt es, angesichts der Dynamik und Entwicklungen in der Telekommunikationsbranche, am Puls der Zeit zu bleiben? Es gilt, innerhalb des Unternehmens selbst Lösungen zu entwickeln. Dafür sind bei uns spezielle Innovationsteams zuständig, die die aktuellen Trends und Innovationen weltweit beobachten und daran arbeiten, diese im Unternehmen zu integrieren. Bei den

„Entwickler denken vor allem in Nullen und Einsen. Da ist es egal, ob man ein Mann oder eine Frau ist.“ MARGARETE SCHR AMBÖCK, A1- C H EF I N

Innovationen geht der Blick nach Amerika, aber ganz stark auch nach Asien, Stichwort Smart City. Außerhalb des Unternehmens arbeiten wir eng und erfolgreich mit Startups zusammen. Seit Längerem gibt es den A1 Start-up-Campus in Wien, den wir bald auf 5.000 Quadratmeter ausbauen werden. Es wurde zum Beispiel bereits eine Registrierkasse entwickelt, die wir in unser Portfolio aufgenommen haben. Mit diesem Start-up-

Campus schaffen wir uns ein Ökosystem an jungen, innovativen Unternehmern: Wir profitieren von ihrer Innovationskraft und ihren Ideen, sie von unserer Erfahrung, unseren Marktzugängen und Vertriebskanälen. Drittens bestehen Partnerschaften mit den großen Herstellern der Welt. Vor Kurzem waren wir zum Beispiel beim Mobile World Congress in Barcelona (jährlich stattfindende Mobilfunkmesse, Anm.), um zu sehen, was die internationalen Hersteller anbieten. Wir arbeiten nicht nur für unsere Kundenlösungen mit ihnen zusammen, sondern auch für unsere eigenen Technologien. Ich denke dabei an das 5G-Netz. Dafür wurde bereits ein Testlauf durchgeführt. Apropos 5G, wann wird der neue Mobilfunkstandard und LTE-Nachfolger kommen? Zwischen 2020 und 2022. Zunächst gilt es, Standards festzulegen, dann Lizenzen zu vergeben. Schließlich müssen auch die Endgeräte entwickelt werden. Auch die technische Infrastruktur wird angepasst werden müssen. Ja, 5G hat nichts mit LTE zu tun. LTE ist fast flächendeckend in ganz Tirol ausgerollt. Aber 5G ist ganz etwas anderes. Es ist nicht die logische Fortsetzung von 4G, sondern ein komplett neuer Standard. Diesen brauchen wir nicht, um miteinander zu telefonieren, sondern um Daten in Echtzeit zu übertragen. Man braucht 5G zum Beispiel für autonomes Fahren, neue Gesundheitsanwendungen oder Anwendungen in der Industrie.


Die top.tirol Sonderausgabe

Kann dafür die G-Infrastruktur verwendet werden? Nein, es braucht eine neue Infrastruktur. Wir brauchen neue Sender. Das sind keine Sendemasten, sondern Mikrosender, die zum Beispiel in Straßenlaternen oder Telefonkabinen angebracht werden. Aufgrund ihrer Größe sind sie im Straßenbild nicht bemerkbar. Sie haben den Mobile World Congress angeschnitten. Das alte Nokia 10, das dort präsentiert wurde, sorgte für Schlagzeilen. Was sagen Sie dazu? Es ist interessant, dass dieses Handy neu aufgelegt wurde. Bei jenen, die ein sehr robustes Handy benötigen, kann es Absatz finden. Auch in bestimmten Ländern gibt es gewiss Bedarf dafür, für den SmartphoneNutzer ist es allerdings nichts mehr. Generell ist in Barcelona die große Revolution ausgeblieben. Was aber bestimmt Zukunft hat, sind Smartphones mit sogenannter Augmented Intelligence, lernende Systeme sozusagen. Das sind digitale, persönliche Assistenten auf unseren Smartphones, die uns zum Beispiel Hinweise geben, die an unsere Bedürfnisse angepasst sind. Der Vorteil daran ist, dass die Daten teils am Endgerät gespeichert werden, teils in einer persönlichen Cloud. Denn die Frage ist immer, wem die Daten gehören. Daran arbeiten die Hersteller derzeit. Haben Sie abschließend noch einen Rat, den Sie jungen Tiroler Unternehmerinnen mitgeben möchten? Grundsätzlich ist jeder, der ein Unternehmen gründet, sehr mutig. Und Mut ist wahrscheinlich das, was es am meisten braucht. Wenn man eine tolle Idee hat, soll man sich nicht davon abbringen lassen, sie umzusetzen. Man soll die Möglichkeiten wie Start-up-Campi nutzen, Netzwerke aufbauen und dabei auch nach außen schauen, um die eigene Idee weiterzuentwickeln und an die Anforderungen des Marktes anzupassen. Haben Sie die Erfahrung gemacht, dass man es als Frau in Chefposten schwerer hat? Nein. Das hängt wahrscheinlich mit der Branche zusammen. In Österreich werden zum Beispiel die Unternehmen IBM, HP, Microsoft oder Xerox von Frauen geleitet und weltweit gibt es noch viel mehr Beispiele. Woran mag das liegen? Es ist zum einen eine sehr junge Branche, ohne lange Traditionen, die die Geschlechter betreffen. Zum anderen denken Entwickler vor allem in Nullen und Einsen. Da ist es egal, ob man ein Mann oder eine Frau ist. Ich kann nur alle ermuntern, in die Telekommunikations- und IT-Branche zu gehen. Hier gibt es viel zu tun. Hier kann man Karriere machen.

Jahrbuch der Wirtschaft

A1 Telekom Austria

Das Unternehmen ist eine Tochter der Telekom Austria Group. Der Konzern ist Anbieter für digitale Services und Kommunikationslösungen, in sieben Ländern in Zentral- und Osteuropa aktiv und hat rund 24 Mio. Kunden. Hauptaktionär ist das mexikanische Telekommunikationsunternehmen América Móvil (51 %) gefolgt von der Österreichischen Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (28,42 %). A1 ist das größte Unternehmen der Telekom Austria Group mit knapp 2/3 des Umsatzes. Das Hauptquartier der Gruppe befindet sich in Wien.

27. JUNI 2017

110.000

GESAMTA UFLAGE

Tirols auflagenstärkstes Wirtschaftsmagazin als Beilage der Tiroler Tageszeitung

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Vielen Dank für das Gespräch. 11


T O P.T I R O L

MENSCHEN UND MÄRKTE

Heimische Unternehmen und erfolgreiche Veranstaltungen machen Tirol zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort.

PARKHOTEL IGLS UNTER DEN BESTEN

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Die FH Kufstein Tirol ist einer der TopArbeitgeber Österreichs. Das hat das Wirtschaftsmagazin trend in Kooperation mit dem Hamburger Statistikunternehmen Statista, der Bewertungsplattform kununu und dem Karriere-Netzwerk Xing ermittelt. In der Branche „Bildung und Forschung“ kommt die FH Kufstein Tirol auf Platz 15 der besten Arbeitgeber Österreichs, bei insgesamt 70 österreichischen Hochschulen.

© PARKHOTEL IGLS

Am 1. März 2017 wurde im noblen „The Lanesborough Hotel“ in London der UK Condé Nast Traveller Spa Guide 2017 präsentiert. Der prestigeträchtige Spa-Guide der internationalen Luxusreisebranche listet die weltweit besten SPA-Destinationen. Zum exklusiven Kreis der Besten – heuer sind 54 Spa-Hotels rund um den Globus aufgeführt – gehört auch das Gesundheitszentrum Parkhotel Igls in Innsbruck-Igls. Das vielfach ausgezeichnete Parkhotel Igls gehört zu den führenden Gesundheitszentren Europas und arbeitet auf Basis der Modernen Mayr-Medizin.

PIRLO MIT NEUEM GESCHÄFTSFÜHRER Die Pirlo-Unternehmensgruppe hat seit Februar einen neuen Geschäftsführer: Wolfgang Schauer, der in Zukunft gemeinsam mit Rainer Carqueville die Geschäfte des Kufsteiner Verpackungsherstellers leiten wird. Julius Lüthi scheidet aus der Geschäftsführung aus, wird dem neuen Führungsduo aber als Gesellschafter weiterhin zur Seite stehen.


T O P.T I R O L

NEUER GESCHÄFTSFÜHRER BEI EMPL Empl, der Tiroler Hersteller von LKW-Sonderaufbauten, hat einen neuen Geschäftsführer. Josef Empl übergibt das Zepter an Dr. Thomas Lanner. 
Der 51-Jährige absolvierte ein Studium an der TU Wien, arbeitete anschließend als Assistent an der University of Pittsburgh in den USA und an der TU Wien, wo er 1998 promovierte.

© EMPL

Von 1998 bis 2012 war er in verschiedenen Führungsfunktionen im Produktionsbereich bei der Daimler AG in Deutschland, Brasilien und Ungarn tätig. Bereits 2013 stieg er bei der Firma EMPL ein. Dr. Lanner leitet nun das Unternehmen zusammen mit Mag. Heinz Empl (GF Finanz) und Joe Empl (GF Vertrieb/Marketing). Die Firma Empl erwirtschaftete 2016 mit rund 480 Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 130 Mio. Euro.

TIROLER MARKETINGCLUB UNTER NEUER FÜHRUNG Der Tiroler Marketingclub hat ein neues Vorstandsteam gewählt. Dem Verein mit rund 150 Marketingverantwortlichen, Werbetreibenden sowie Mitgliedern aus ähnlichen Branchen aus ganz Tirol stehen nun Martin Reiter, Marketingleiter der Tiroler Versicherung (links), als Präsident und Anita Baumgartner (2. v. l.) von der Skiwelt Wilder Kaiser als Vizepräsidentin vor. Unterstützt werden sie von Gabi Krieger-Wolf (Planetarium Schwaz) als Schatzmeisterin und Marius Wolf (Tirolerin/Moserholding) als Schriftführer.

TIROL

„Tirol goes Ibiza“: Zu diesem Motto eines Idealtours-Gewinnspiels hatte die Klasse 5B der HLW Kufstein ein kreatives Klassenfoto gestaltet. Es konnte die Idealtours-Jury überzeugen. Im Juli werden die 22 Maturanten jetzt auf Kosten von Idealtours eine Woche nach Ibiza geschickt. Direktflüge nach Ibiza ab Innsbruck gibt es ab 14. Mai 2017 jeden Sonntag.

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15.700 © RECHEIS

Millionen Euro

So viel wird das Sanierungsprojekt an der Medizin Uni Innsbruck kosten. Bundes­ immobiliengesellschaft (BIG) und Medizin Uni Innsbruck haben vor kurzem mit der Generalsanierung des Gebäudes in der Fritz-­Pregl-Straße 3 begonnen.

An der Cytastraße in Völs entsteht ein neues BAUHAUS. Das Fachzentrum für Geschäfts- und Privatkunden richtet 15 Fachabteilungen mit einem Sortiment von über 120.000 Produkten für Werkstatt, Haus und Garten ein. Insgesamt entstehen mehr als 10.000 Quadratmeter Verkaufs­fläche.

Präsident Martin Reiter, Vizepräsidentin Anita Baumgartner, Schriftführer Marius Wolf und Schatzmeisterin Gabi Krieger-Wolf (v. l.)

© TIROLER MARKETINGCLUB/IRENE ASCHER

GOES IBIZA

10.000 m2

Tonnen Teigwaren beträgt die jährliche Gesamtproduktion des Tiroler Teigwarenhersteller Recheis am Standort Hall. 2016 verzeichnet Recheis neuerlich ein kräftiges Umsatzplus, kann den Teigwarenumsatz auf 32,7 Millionen Euro erhöhen und behauptet seine österreichweite Marktführerschaft.

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T O P.T I R O L

Mehr Liquidität durch Factoring und Supply-Chain-Finance

Über Intermarket

Die Intermarket Bank ist seit 1971 als rein österreichische Factoring-Bank am Markt vertreten. Mit Hauptsitz in Wien und Büro in Innsbruck bieten wir im Bereich Factoring einen umfangreichen Service in Österreich. Seit Jahresmitte 2011 war die Intermarket Bank AG Teil der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG. Mit Jänner 2017 wurden die Anteile der Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG in die Erste Group Bank AG übertragen.

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Monika Traub Bereichsleitung Vertrieb Österreich

W

as versteht man unter Factoring? MONIKA TRAUB: Factoring ist die Finanzierung von Forderungen, die unser Firmenkunde erst in 30, 60 oder 90 Tagen von seinem Kunden als Eingang verbuchen kann. Dabei geht es stets um Forderungen zwischen zwei Unternehmen. Mit Factoring wird das in der Forderung gebundene Kapital sofort in Liquidität umgewandelt. Der Unternehmer kann mit diesen freien Mitteln seine Lieferanten rasch bezahlen, Skonti nutzen und das Eigenkapital deutlich verbessern. PATRICK GOETZ: Die Intermarket Bank kauft Forderungen an und überweist innerhalb eines Tages bis zu 90 Prozent des Bruttorechnungsbetrages. Dadurch bekommt unser Kunde rasch Liquidität. Den Rest der Forderung erhält unser Firmenkunde, sobald sein Kunde die offene Forderung überweist.

Welche weiteren Vorteile gibt es? TRAUB: Das Factoring-Geschäft ist vom Bankkredit losgelöst, das heißt, es bestehen weitere Möglichkeiten, sich bei der Bank zusätzliche Finanzierungslinien aufzunehmen. Zudem wirkt sich ein Forderungsverkauf positiv auf das Bilanzbild aus. Einen weiteren Vorteil gibt es für Unternehmen, die sich über einen Lieferantenkredit finanzieren: Durch

Patrick Goetz Marktvorstand

mehr Liquidität können Betriebe ihre Lieferanten früher bedienen, wodurch sich wiederum das Skonto ziehen lässt. Wie funktioniert das Factoring? GOETZ: Die Intermarket Bank hat ein eigenes e-factoring-Portal, wo Unternehmen die Debitoren-Daten eingeben sowie Rechnungen und die offenen Posten online übermitteln. Betriebe können bis zu dreimal täglich die Bevorschussung in Anspruch nehmen, die Höhe bestimmt der Kunde. Für Großkunden bieten wir darüber hinaus eine End-to-EndServerlösung an. Gibt es weitere Serviceleistungen? TRAUB: Neben der Finanzierung bieten wir zusätzlich die Risikoabsicherung für Zahlungsausfälle an. Auf Wunsch können Unternehmen auch ihre Debitorenbuchhaltung und ihr Mahnwesen an uns auslagern. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen nutzen diesen Service gerne, da so administrativer Aufwand und Kosten in der Buchhaltung minimiert werden. Wie wird sich der Factoring-Markt künftig entwickeln? TRAUB: Factoring ist in Österreich weiter im Vormarsch. Wir sind in den vergangenen Jahren durchschnittlich um 20 Prozent gewachsen, gemessen am

Jahresumsatz. Im Vergleich zum Rest Europas gibt es jedoch noch Potential, das wir nutzen wollen. Einen ähnlichen Trend sehen wir hier besonders in Mittel- und Osteuropa. GOETZ: Derzeit entwickelt sich neben dem klassischen Factoring eine Reihe von weiteren innovativen Lösungen im Bereich „Supply-ChainFinance“, die sich vielfach digitaler Möglichkeiten bedienen und bei denen es den Kunden ermöglicht werden soll, Betriebsmittel entlang der Lieferkette so effizient wie möglich zu finanzieren bzw. auch Zahlungsausfallsrisiken abzusichern. Inwiefern? GOETZ: Eine in den letzten Jahren zunehmend auch in Österreich immer populärere Variante ist die Möglichkeit, offene Rechnungen auf einer digitalen Web-Umgebung einzulösen. Hier wird üblicherweise mit großen und bonitätsstarken Unternehmen seitens der Bank vorab eine Vereinbarung getroffen, die es seinen Lieferanten ermöglicht, offene und von seitens des Einkäufers bestätigte Forderungen gegenüber diesem Unternehmen vorzeitig zu attraktiven Konditionen durch die Bank „per Mausklick“ zu finanzieren. Vielen Dank für das Gespräch. 

Intermarket Bank AG Am Belvedere 1 1100 Wien Büro für Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Schweiz: Sparkassenplatz 1, Haus B, 1 OG, Zi. E8.126, 6020 Innsbruck Tel.: 0 50 100 28999 Mobil: 0 50 100 628999 E-Mail: mailbox@intermarket.at www.intermarket.at

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

© INTERMARKET BANK AG (2)

Immer häufiger wird Factoring als die alternative Finanzierungsform nachgefragt. Neben Liquidität bieten sich den Unternehmen zahlreiche Vorteile. Monika Traub, Bereichsleitung Vertrieb Österreich, und Vorstand Patrick Goetz dazu im Gespräch.


T O P.T I R O L

KarriereGipfel: Uni trifft auf Unternehmen Der KarriereGipfel, die Karrieremesse der Universität Innsbruck, bietet Unternehmen die Möglichkeit, Kontakte mit potenziellen Arbeitnehmern zu knüpfen. Interessierte Betriebe können sich jetzt ihren Platz als Aussteller sichern. KarriereGipfel

IT&TECHNIK Dienstag, 14. November 2017 10:00 – 15:00 Uhr, Campus Technik

KarriereGipfel

CHEMIE&LIFE SCIENCES Mittwoch, 15. November 2017 10:00 – 15:00 Uhr, Campus CCB © FRANZ OSS

KarriereGipfel

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ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

ie Veranstaltung KarriereGipfel dient als Netzwerkplattform für Absolventen, Studierende, Akademiker und ermöglicht es, die Brücke zwischen Universität und Arbeitswelt zu schlagen. Er findet an drei Terminen im November mit unterschiedlichen branchenspezifischen Themenschwerpunkten an drei Universitätsstandorten statt. Unternehmen bekommen dadurch die Gelegenheit, sich, ihre Branche und die möglichen Berufsfelder zielgruppenorientiert vorzustellen. Zu den Fachbereichen zählen: IT und Technik, Chemie und Life Sciences sowie Wirtschaft. Betriebe und Studierende zusammenführen Die hausinterne Messe gehört zu den Initiativen des Career Service der Transferstelle Wissenschaft – Wirtschaft – Gesellschaft der Universität Innsbruck, die im Jahr 2016 ihre Arbeit aufnahm. Das Career-Service agiert als Schnittstelle zwischen Universität und Berufswelt und stellt Arbeitgebern, Studierenden, Absolventen eine Plattform mit einem breiten Angebot zur Verfügung. Das Ziel ist es, den Wirtschaftsstandort im Einzugsgebiet der Universität zu stärken. Daher werden besonders klein- und mittelständischen Unternehmen (bis zu 249 Mitarbeiter) attraktive Angebote zur Verfügung gestellt. Studierende

WIRTSCHAFT Donnerstag, 16. November 2017 10:00 – 15:00 Uhr, Campus SOWI hingegen erhalten in ihrer Berufseinstiegsund Karriereplanung Unterstützung, zum Beispiel mit einem Online-Jobportal (www. careerservice.at), Bewerbungsworkshops und vielem mehr. Mit diesen Angeboten möchte die Universität Innsbruck dazu beitragen, dass ihre Studierenden den persönlichen Karriereweg möglichst frühzeitig planen können und die mit der Universität in Verbindung stehenden Unternehmen im Recruiting-Prozess schneller passende Kandidaten finden. Platz sichern Der KarriereGipfel ist im vergangenen Herbst zum ersten Mal erfolgreich über die Bühne gegangen. Insgesamt 34 Unternehmen aus verschiedenen Bereichen haben dabei ausgestellt. Auch bei den Studierenden und Absolventen fand das Veranstaltungsformat großen Anklang. Interessierte Aussteller können sich bereits jetzt für einen oder mehrere der KarriereGipfel vom 14. bis 16. November 2017 anmelden.  Alles Infos und Konditionen gibt es unter: www.uibk.ac.at/karrieregipfel

Buchungen bis spätestens 31. März 2017 profitieren von einem Early-Bird-Rabatt in Höhe von 15 % auf den 1. Messetag. Ihre Buchungsanfrage nehmen wir unter www.uibk.ac.at/karrieregipfel gerne entgegen.

Universität Innsbruck Innrain 52 6020 Innsbruck KarriereGipfel@uibk.ac.at

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SCHAF GRÜNDEN IN TIROL

© FRANZ OSS

S TAT T GIPS

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VON DANIEL FEICHTNER

Mit Whisperwool gibt Designer Horst Philipp einem alten Material neuen Zweck: Wolle, die für viele Anwendungen zu minderwertig ist, verarbeitet er zu Paneelen, die das Raumklima verbessern, für angenehmere Akustik sorgen und einen Beitrag zur Müllvermeidung leisten.

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ährlich werden in der EU rund 48,3 Millionen Tonnen Schafwolle entsorgt. Für viele Bauern und Züchter ist sie nicht mehr als ein Abfallprodukt. Die niedrigen Preise, hohen Qualitätsansprüche und der Aufwand, das Material abzutransportieren und aufzubereiten, machen die Weiterverarbeitung oft unrentabel. „Schafe werden vielerorts nur zur Beweidung oder für ihr Fleisch gehalten“, erzählt der Möbeldesigner und Gründer der Design-Agentur Tante Lotte Horst Philipp. Ungeahnte Eigenschaften Philipp experimentiert seit 2006 mit Wolle – einem Bio-HightechMaterial, wie er sagt: „Wolle hat im Innenraum-Design großes Potenzial. Sie ist allergenfrei, antibakteriell, gleicht Luftfeuchtigkeit aus und kann Raumluft filtern.“ Aus dem Bedürfnis, diese Eigenschaften zu nutzen und ein sinnstiftendes, nachhaltiges und ethisches Produkt zu entwickeln, begab sich Philipp auf die Suche nach Einsatzmöglichkeiten für Wolle. Dazu entwickelte er eine Methode, sie zu Platten zu pressen. So entstanden verschiedene Artikel, von Sitzpolstern bis hin zu farbigen, strukturierten Wandpaneelen. Im Fokus lagen dabei primär die Optik und

der Recyclinggedanke. Erst durch Zufall kam er auf einen weiteren Aspekt, der das Material interessant macht: Als er einem Architekten einen Stapel der Paneele zeigte, sprach ihn dieser auf deren schalldämpfende Eigenschaften an. Grüne Alternative „Die gängigen Möglichkeiten, Akustik zu regulieren, sind beschränkt“, meint Philipp. Rigips- oder Akustiklochdecken sind nahezu die einzige Lösung in Büros. In Wohnräumen ist Holz noch eine Alternative. „Außerdem sind viele der dafür eingesetzten Werkstoffe kaum recyclingfähig.“ So fallen bei jedem Umbau oder Abriss Gipsabfälle an – laut einer Hochrechnung der deutschen Initiative Kreiswirtschaft Bau alleine drei Millionen Tonnen 2012 in der EU. Überzeugt, davon dass Wolle nicht nur bessere Eigenschaften als Holz und Gips bietet, sondern auch

„Wolle hat im Innen­­raumDesign großes Potenzial. Sie ist allergenfrei, antibakteriell, gleicht Luftfeuchtigkeit aus und kann Raumluft filtern.“ den Müllberg reduzieren kann, entwickelte Philipp seine Technik weiter. Daraus entstand Whisperwool – 90 mal 90 Zentimeter große und rund zwölf Millimeter starke, unter Hitze gepresste Platten aus einem Gemisch aus Wolle und einer Bindefaser. Ihr Kern besteht aus Wolle, die für andere Anwendungen zu grob wäre und farblich nicht sortiert werden muss. „Also das Material, das sonst niemand will“, sagt Philipp. „Darauf bringen wir ➔

WIR SORGEN WIR SORGEN WIR SORGEN UNS UM SIE SIE WIR SORGEN UNS UM UNS UNS UM UM SIE SIE VORSORGE, CHIRURGISCHE EINGRIFFE, VORSORGE, CHIRURGISCHE EINGRIFFE, THERAPIE UND NACHSORGEEINGRIFFE, VORSORGE, CHIRURGISCHE THERAPIE UND NACHSORGEEINGRIFFE, VORSORGE, CHIRURGISCHE THERAPIE UND NACHSORGEEINGRIFFE, VORSORGE, CHIRURGISCHE THERAPIE UND VORSORGE, CHIRURGISCHE THERAPIE UND NACHSORGE NACHSORGEEINGRIFFE, THERAPIE UND NACHSORGE AUFLISTUNG DER LEISTUNGEN DER AUFLISTUNG DER LEISTUNGEN DER ÄRZTINNEN/THERAPEUTEN/DIENSTLEISTER: AUFLISTUNG DER LEISTUNGEN DER ÄRZTINNEN/THERAPEUTEN/DIENSTLEISTER: AUFLISTUNG DER LEISTUNGEN DER ÄRZTINNEN/THERAPEUTEN/DIENSTLEISTER: AUFLISTUNG • AkupunkturDER LEISTUNGEN DER • AkupunkturDER LEISTUNGEN DER ÄRZTINNEN/THERAPEUTEN/DIENSTLEISTER: AUFLISTUNG • Allergologie ÄRZTINNEN/THERAPEUTEN/DIENSTLEISTER: • Allergologie Akupunktur • ÄRZTINNEN/THERAPEUTEN/DIENSTLEISTER: • Allgemeinmedizin Akupunktur • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • •

Allergologie Akupunktur Allgemeinmedizin Anästhesiologie und Intensivmedizin Allergologie Akupunktur Allgemeinmedizin Allergologie Anästhesiologie und Intensivmedizin Atlasenergetiker Allgemeinmedizin Allergologie Anästhesiologie und Intensivmedizin Allgemeinmedizin Atlasenergetiker Augenheilkunde und Optometrie Anästhesiologie und Intensivmedizin Allgemeinmedizin Atlasenergetiker Anästhesiologie und Intensivmedizin Augenheilkunde und Optometrie Chirurgie Atlasenergetiker Anästhesiologie und Intensivmedizin Augenheilkunde und Optometrie Atlasenergetiker Chirurgie Energetiker Augenheilkunde und Optometrie Atlasenergetiker Chirurgie Augenheilkunde und Optometrie Energetiker Endoskopie Chirurgie Augenheilkunde und Optometrie Energetiker Chirurgie Endoskopie Ernährungsmedizin Energetiker Chirurgie Endoskopie Energetiker Ernährungsmedizin Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde Endoskopie Energetiker Ernährungsmedizin Endoskopie Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde Haut- und Geschlechtskrankheiten Ernährungsmedizin Endoskopie Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde Ernährungsmedizin Haut- und Geschlechtskrankheiten Implantologie Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde Ernährungsmedizin Haut- und Geschlechtskrankheiten Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde Implantologie Innere Medizin Haut- und Geschlechtskrankheiten Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde Implantologie Haut- und Geschlechtskrankheiten Innere Medizin Kinder- und Jugendheilkunde Implantologie Haut- und Geschlechtskrankheiten Innere Medizin Implantologie Kinder- und Jugendheilkunde Kinder- und Jugendpsychiatrie Innere Medizin Implantologie Kinder- und Jugendheilkunde Innere Medizin Kinder- und Jugendpsychiatrie Linergist – Mamilla Pigmentierung Kinder- und Jugendheilkunde Innere Medizin Kinder- und Jugendpsychiatrie Linergist – Mamilla Pigmentierung Kinder- und Jugendheilkunde Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Kinder- und Jugendpsychiatrie Kinder- und Jugendheilkunde Linergist – Mamilla Pigmentierung Kinder- und Jugendpsychiatrie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Neuraltherapie Linergist – Mamilla Pigmentierung Kinder- und Jugendpsychiatrie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Linergist – Mamilla Pigmentierung Neuraltherapie Nuklearmedizin (Schilddrüse) Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Linergist – Mamilla Pigmentierung Neuraltherapie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Nuklearmedizin (Schilddrüse) Orthopädie und Orthopädische Chirurgie Neuraltherapie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Nuklearmedizin (Schilddrüse) Neuraltherapie Orthopädie und Orthopädische Chirurgie Osteopathie Nuklearmedizin (Schilddrüse) Neuraltherapie Orthopädie und Orthopädische Chirurgie Nuklearmedizin (Schilddrüse) Osteopathie Physiotherapie Orthopädie und Orthopädische Chirurgie Nuklearmedizin (Schilddrüse) Osteopathie Orthopädie und Orthopädische Chirurgie Physiotherapie Phoniatrie Osteopathie Orthopädie und Orthopädische Chirurgie Physiotherapie Osteopathie Phoniatrie Plastische, Rekonstruktive und Physiotherapie Osteopathie Phoniatrie Physiotherapie Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie Phoniatrie Physiotherapie Plastische, Rekonstruktive und Phoniatrie Ästhetische Chirurgie Proktologie Plastische, Rekonstruktive und Phoniatrie Ästhetische Chirurgie Plastische, Rekonstruktive und Proktologie Radiologie (CT /MRT) Ästhetische Chirurgie Plastische, Rekonstruktive und Proktologie Ästhetische Chirurgie Radiologie (CT /MRT) Raucherentwöhnung Proktologie Ästhetische Chirurgie Radiologie (CT /MRT) Proktologie Raucherentwöhnung Rheumatologie Radiologie (CT /MRT) Proktologie Raucherentwöhnung Radiologie (CT /MRT) Rheumatologie Röntgen Raucherentwöhnung Radiologie (CT /MRT) Rheumatologie Raucherentwöhnung Röntgen Schmerztherapie Rheumatologie Raucherentwöhnung Röntgen Schmerztherapie Rheumatologie Sportmedizin Röntgen Rheumatologie Schmerztherapie Sportmedizin Röntgen Sportorthopädie Schmerztherapie Röntgen Sportmedizin Schmerztherapie Sportorthopädie Sporttraumatologie Sportmedizin Schmerztherapie Sportorthopädie Sportmedizin Sporttraumatologie Unfallchirurgie Sportorthopädie Sportmedizin Sporttraumatologie Sportorthopädie Unfallchirurgie Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Sporttraumatologie Sportorthopädie Unfallchirurgie Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Sporttraumatologie Unfallchirurgie Sporttraumatologie Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Unfallchirurgie Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Unfallchirurgie Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

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GRÜNDEN IN TIROL

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GRÜNDEN IN TIROL

Do What You Love!

Dr. Andreas Gstrein, seit 10 Jahren Geschäftsführer des Technologieund Wirtschaftsparks in Innsbruck © IVG

oben und unten eine Deckschicht an, die den Paneelen ihre Optik gibt.“ Bislang sind sie in Grau und Weiß erhältlich – theoretisch wären alle möglichen Farben denkbar.

Muss unbedingt immer alles auf Profit ausgerichtet sein? Es sollte nicht in erster Linie darum gehen als Gründer reich zu werden, sondern darum das zu machen was man gerne tut, nach dem Motto „Do what you love!“. Das Unternehmen muss für seinen dauerhaften Bestand aber Gewinne erwirtschaften, weil laufend Investitionen zu tätigen sind.

Und wenn mir aber alle von meiner Idee abraten? Nicht jeder möchte Unternehmer sein, viele Menschen können sich das gar nicht vorstellen, einige werden Ihnen daher alleine schon aus diesem Grund von der Selbständigkeit abraten. Wenn ich mich aber schnell von meiner Idee abbringen lasse, sollte ich es ohnehin bleiben lassen. Wenn man selbst nicht an sich glaubt, wird das auch

Was sind die ersten Schritte bei der Unternehmensgründung? Der Prozess ist schon etwas komplexer, als dass man darauf in einem Satz antworten könnte, aber besonders wichtig ist die Wahl des Teams, mit dem man zusammenarbeiten möchte und der Ort wo man für sein Arbeiten die besten Rahmenbedingungen findet. Ein guter Plan wäre auch nicht schlecht!

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„Wir wollen möglichst nah an der Rohstoffquelle produzieren. Geringere Transportwege sollen das Produkt noch ökologisch verträglicher und effizienter machen.“

kein anderer tun. Aber es geht eher darum Fragen gestellt zu bekommen an die man selbst noch nicht gedacht hat.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

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ann kann man aus seiner Idee ein Unternehmen machen? Die Idee alleine ist noch etwas zu wenig. Bevor man loslegt, sollten folgende Fragen ganz klar beantwortet werden können: 1. Was ist mein Produkt? 2. Wie stelle ich es her? 3. Wem möchte ich es verkaufen? 4.  Wie mache ich Profit? Erzählen Sie am besten einem Vertrauten von Ihrer Idee, Sie werden schnell sehen, ob Sie die Fragen beantworten können oder nicht.

Funktionalität & Design Die Deckschicht hat noch eine weitere Funktion: Sie ist mit einem eigens entwickelten, auf biologisch abbaubaren Produkten basierenden Verfahren flammhemmend imprägniert. So verfügt Whisperwool über alle Zertifikate für den Einsatz im Innenraum und bleibt dennoch ein ökologisch unbedenkliches Produkt. Montiert werden die Platten Stoß an Stoß auf einer einfachen Holzunterkonstruktion mit einem Hohlraum zur Wand oder zur Decke. Dieser verstärkt ihre schallabsorbierende Wirkung und bietet sich an, um Kabel, Lautsprecher oder Beleuchtungselemente – die direkt durch die Platten scheinen – zu verbergen. Da das Material flexibel ist, eignet es sich auch, um Formen wie geschwungene Decken oder Bögen auszukleiden. Zugleich nehmen die Wollplatten auch Schadstoffe wie Formaldehyd aus der Raumluft auf und binden sie. Ebenso wird Feuchtigkeit absorbiert und langsam und kontinuierlich freigegeben, wodurch sie das Raumklima regulieren. Dazu muss nicht die gesamte Decke mit Whisperwool ausgestattet werden: „In ersten Versuchen in Büros und in Hotels hat sich gezeigt, dass ein Drittel der Fläche an der richtigen Stelle ausreichen kann, um zum Beispiel einen schall-


Whisperwool-Paneele können sowohl auf Decken wie auch an Wänden montiert werden. Sie dienen nicht nur zur Beeinflussung der Akustik, sondern auch als Design-Element.

absorbierenden Effekt zu erzielen“, berichtet Philipp. „Damit bekommen die Paneele auch gestalterischen Wert als Design-Elemente.“

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Komplette Wiederverwertung Aktuell stellt Tante Lotte Whisperwool bei einem Karlsruher Maschinenbau-Unternehmen her. Dort ist allerdings bereits eine Fertigungsanlage in Auftrag gegeben, die bald in Tirol ihren Dienst tun soll. „Wir wollen möglichst nah an der Rohstoffquelle produzieren“, meint Philipp. „Geringere Transportwege sollen das Produkt noch ökologisch verträglicher und effizienter machen.“ Und auch für die Wiederverwertung gibt es bereits ein Modell: Tante Lotte könnte gebrauchte Paneele nicht nur zurücknehmen, sondern vielleicht sogar zurückkaufen. Geshreddert und gewaschen können sie mit Wolle und Bindefaser vermischt neu gepresst und so zu 100 Prozent recycelt werden. Gelänge es Whisperwool, sich einen europaweiten Marktanteil von 1,5 Prozent zu sichern, würde das Philipp zufolge einer

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GRÜNDEN IN TIROL

Vermeidung von zwölf Millionen Tonnen Gipsabfällen gleichkommen. Domino-Effekt Und auch für die Schafe – und damit für die Umwelt – bringt Philipps Entwicklung Positives: Können Züchter nicht nur mit dem Fleisch, sondern auch der Wolle zumindest einen kleinen Gewinn machen, wird die Schafhaltung attraktiver. Auf Tirol bezogen könnte das den einen oder anderen Bauern dazu bewegen, zusätzliche Schafe zur Beweidung alpiner Flächen einzusetzen. Das würde nicht nur Böden schonen, sondern auch einen Beitrag zur Steigerung der Biodiversität leisten, meint der Designer. Schlussendlich könnte so ein kleiner Beitrag zur Erhaltung des alpinen Lebensraums geleistet werden. Und vielleicht würde es sogar die eine oder andere zukünftige Lawinenverbauung unnötig machen. „Die Welt verändern werden wir nicht, das ist uns schon klar“, sagt Philipp. „Aber mit unserem Produkt ein kleines bisschen dazu beitragen wollen wir – und können es vielleicht auch.“

„In ersten Versuchen in Büros und in Hotels hat sich gezeigt, dass ein Drittel der Fläche an der richtigen Stelle ausreichen kann, um zum Beispiel einen schallabsorbierenden Effekt zu erzielen“

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H O R S T P H I L I P P, M Ö B E L D E S I G N E R , T A N T E - L O T T E - G R Ü N D E R

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GRÜNDEN IN TIROL

Für ein „Gründen ohne Sünden“ Bei der Gründung eines Unternehmens gilt es viele unterschiedliche Aspekte zu beachten.

O MMag. Dr. Klaus Hilber Steuerberater und Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder

nline-Informationen und Broschüren sind wichtige Hilfen, können eine individuelle Beratung durch einen Profi jedoch nicht ersetzen. Steuerberater sind daher wichtige Ansprechpartner für Gründerinnen und Gründer, um das Unternehmen optimal auf Schiene zu bringen. Steuerberaterinnen und Steuerberater stehen nicht nur in Steuer- und Sozialversicherungsfragen, sondern auch bei der Erstellung des

Business-Plans, bei Finanzierungsfragen oder der Wahl der Rechtsform zur Seite. Die Wahl der richtigen Rechtsform ist eine wichtige und sehr individuelle Entscheidung hinsichtlich der Haftung oder der Versteuerung der zukünftigen Gewinne. Die Rechtsform hat aber auch Einfluss auf die Gestaltung der Rechnungslegung und auf die formalen Anforderungen an den Jahresabschluss.

Gründerservice der Steuerberater-Kammer Als besonderes Service für Gründerinnen und Gründer bietet die Kammer der Wirtschaftstreuhänder, die Interessenvertretung der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, seit  einen -Euro-Gutschein für den ersten Jahresabschluss an. Dieser kann durch den Gründer direkt auf www.niemals-ohne.at/ bestellt und bei einem Steuerberater seiner Wahl eingelöst werden.

Gründen ohne Sünden. Beim Gründen eines Unternehmens kann vieles schief gehen, das man später bereut! Alleine bei Businessplan, Finanzierung, Steuern und Sozialversicherung ist die Beratung und Unterstützung durch einen Steuerberater unerlässlich. Finden Sie Ihren Steuerberater in Ihrer Nähe auf www.niemals-ohne.at oder besuchen Sie die kostenlose Erstberatung der Kammer der Wirtschaftstreuhänder. Finden Sie Ihren Steuerberater: ac h se n . M it u n s w

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GRÜNDEN IN TIROL

Abenteuer Selbstständigkeit Der Sprung in die Selbstständigkeit – Chance und Risiko zugleich. Damit Tirols Neugründer dafür top vorbereitet sind, begleitet das Gründerservice der Wirtschaftskammer Tirol diese in ihren neuen Lebensabschnitt.

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as Gründerservice der Wirtschaftskammer Tirol verzeichnet durchschnittlich 6.700 Beratungen jährlich. Vom Gründerleitfaden über die Gewerbeanmeldung bis hin zum Businessplan versorgen Stefan Scholze und sein Team die Neugründer mit allen wichtigen Informationen, die für einen Unternehmensstart notwendig sind.

Durch gute Planung erfolgreich starten Der Ausgangspunkt für den Start in ein erfolgreiches Unternehmerleben ist die Erstellung eines Businessplans. Dieser beinhaltet die wichtigsten Bereiche der zukünftigen Geschäftstätigkeit. Bei der Erstellung ergeben sich viele Fragen wie z. B.: Habe ich ein tragfähiges Geschäftsmodell? Wie finanziere ich mein Unternehmen? Wir erarbeite ich ein auf die Zielgruppe abgestimmtes Marketingkonzept? Mit der Tiroler Beratungsförderung kann ein Businessplan mit Unterstützung eines spezialisierten Unternehmensberaters erstellt und dafür eine Förderung beantragt werden. Vernetzung als Schlüssel zum Erfolg Die Teilnahme an Veranstaltungen und das Networking mit anderen Jungunternehmern stellt einen erheblichen Mehrwert dar. Hier ist die Junge Wirtschaft der Anlaufpunkt Nummer eins. Durch den Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmern können viele Dinge erleichtert werden.

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Unterstützung mit Rat und Tat Im Zuge der Unternehmensgründung gibt es viele Informationen einzuholen. Das Gründerservice steht als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung. In einer kostenlosen Gründungsberatung werden u. a. Themen wie Gewerberecht, Rechtsformen und Sozialversicherung besprochen. In den meisten Fällen kann auch die Gewerbeanmeldung unbürokratisch an die zuständige Behörde digital übermittelt werden.

Auch die Betriebsnachfolge will geplant sein Doch nicht nur Neugründungen, auch Betriebsübergaben und -nachfolgen sind ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit des Gründerservices. Eine lange und gründliche Vorbereitung ist hier das Um und Auf, denn für beide Seiten muss absolute Klarheit über die Rahmenbedingungen und die konkreten Auswirkungen herrschen. Auch hier steht das Gründerservice der WKT mit Rat und Tat zur Seite.

Gründerservice Leiter: Mag. Stefan Scholze Tel.: 05 90 90 5-2222 E-Mail: gruenderservice@wktirol.at www.wko.at/tirol/gruenderservice

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GRÜNDEN IN TIROL

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FRAGEN AN Mag. Stefan Scholze, Leiter des Gründerservices

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ie viele Beratungen führt Ihre Abteilung pro Jahr durch? Stefan Scholze: Im Jahr 2015 sind in Tirol 2.694 Unternehmen neu gegründet worden. Ein Großteil der Jungunternehmer wurde von der Wirtschaftskammer betreut bzw. beraten.

Mag. Stefan Scholze Leiter des Gründerservices

Welches Thema nimmt den Hauptteil Ihrer Beratungstätigkeit ein? Die Gründungsberatung wird bei uns am stärksten in Anspruch genommen. Die häufigsten dabei gestellten Fragen beinhalten die rechtlichen Rahmenbedingungen (Gewerberecht, Rechtsformen, So-

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zialversicherung, Steuern ...), die wirtschaftlichen Grundlagen und die zentralen Schritte der Betriebsgründung. Welche Tipps können Sie Ihren Kunden geben? Wir raten, möglichst frühzeitig mit der Planung der Gründung zu beginnen, um gut vorbereitet in die Selbstständigkeit zu starten. Die erste Zeit wird so oder so intensiv, da ist es gut, wenn kein weiterer Stress – zum Beispiel durch bürokratische Versäumnisse – entsteht. Ein zweiter Tipp ist, sich mit anderen Jungunternehmern zu vernetzen. Die dabei entstehenden Synergien können beachtlich sein. 

Weitere Services

• Gründungsberatung • Neugründungsförderung • Gründermesse • Gründerworkshops • Veranstaltung: Die optimale Betriebsnachfolge • Sprechtage zu Finanz- und Rechnungswesen und mit Unternehmensberatern • T iroler Beratungsförderung • NeuFöG • Betriebswirtschaftliche Beratungen

ERFOLG! Gründerservice Wirtschaftskammer Tirol Wilhelm-Greil-Straße 76020 Innsbruck T 05 90 90 5-2222 | F 05 90 90 5-51381 E gruenderservice@wktirol.at W gruenderservice.at/tirol


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GRÜNDEN IN TIROL

Die Unternehmerschmiede der Universität Innsbruck und WK Tirol Die Universität Innsbruck und die Wirtschaftskammer Tirol (WK Tirol) haben am WIFI Tirol mit dem InnCubator ein Gründerzentrum eröffnet. Auf der Gründermesse am 31. März 2017 stellen sich der InnCubator und seine Startups vor.

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s begann mit der Idee der WK Tirol, „Innovation und Unternehmertum“ durch einen Lehrstuhl an der Universität Innsbruck zu fördern. Daraus entstand die „Zukunft Tirol“, ein Positionspapier, das im Oktober 2015 präsentiert wurde. Ein Jahr später war diese gemeinsame Idee bereits Realität. Im Sommer 2016 unterzeichnete WK-Präsident Jürgen Bodenseer und Rektor Tillmann Märk die Geburtsurkunde, im Oktober öffnete der InnCubator seine Türen. Ideen verwirklichen Das WIFI wurde zur Destination für junge Wilde, die in der ersten Phase ihrer Produktoder Geschäftsidee Unterstützung und ein Zuhause brauchen. Gemeinsam kümmert sich das Team des Gründerzentrums um alle Anliegen junger Startup-Teams. Darüber hi-

naus werden jungen Talenten Themen wie Unternehmertum und Innovationsprozesse näher gebracht. Bisher wurden elf Teams im InnCubator aufgenommen. Der Co-Working Space ist mit Leben gefüllt und der Austausch zwischen den Teams untereinander, aber auch mit Uni Innsbruck und WK Tirol funktioniert sehr gut. Die Geschäftsideen rangieren dabei von innovativen Holzprodukten für Kinder über eine App, die Musik mit Spracherwerb verbindet, bis hin zu Software/HardwareLösungen in Form einer Smartwall. Außerdem sind bereits fünf Prototypen in den Werkstätten des WIFI Tirol für den InnCubator erfolgreich realisiert worden. Mehrere hundert Menschen besuchten die Veranstaltungen und Workshops rund um das Thema Gründung und Startups. Das gesamte Team rund um den InnCubator ist stolz auf das

schnelle Wachstum und freut sich, mit motivierten und innovativen Machern zusammenzuarbeiten und über die Zukunftsvisionen zu diskutieren. Auf der Gündermesse der WK Tirol am 31. März 2017 werden sich der InnCubator und die Startups des InnCubators vorstellen. Wer nicht so lange warten will, kann den InnCubator im WIFI Campus A Erdgeschoß besuchen oder sich auf www. inncubator.at nähere Infos holen.  InnCubator Robert Schimpf Egger-Lienz-Straße 116, 6020 Innsbruck Tel.: 0590/905-7800 E-Mail: info@inncubator.at www.inncubator.at

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GRÜNDEN IN TIROL

Dein Weg in die Selbstständigkeit: Gründermesse 2017 u bist dabei, ein Unternehmen zu gründen? Gerade in dieser Phase ist es wichtig, den richtigen Weg einzuschlagen und sich das nötige Knowhow zu holen. Die Tiroler Gründermesse 2017 bietet allen Interessierten die optimale Hilfestellung mit fundiertem Wissen von Profis vor Ort. „Austausch und Netzwerken sind gerade für Jungunternehmer besonders wichtig. Der Sprung in die Selbstständigkeit bedarf bester Vorbereitung. Wir freuen uns, allen Gründern hier eine optimale Plattform bieten zu können“, so Stefan Scholze, Leiter des Gründerservices Tirol. Bei der Gründermesse können sich alle Interessierten Informationen aus erster Hand holen und bekommen im Austausch mit Kollegen Impulse für das eigene Unternehmen. Show-Pitching Absolutes Highlight in diesem Jahr: LiveShow-Pitch mit prominenter Jury. Unter dem Motto: „Keep it short and simple – in zwei Minuten auf den Punkt gebracht“ findet erstmals ein Show-Pitching bei der Gründermesse in Innsbruck statt. Marie-Hélène Ametsreiter von Speedinvest, Jurymitglied bei der Puls4

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Bei der Gründermesse stehen dir zu allen Themen rund um die Gründung Expertinnen und Experten vor Ort zur Verfügung, damit du dich auf das Wesentliche konzentrieren kannst: Dein neues Unternehmen.

Show „2 Minuten 2 Millionen“, wird hier ihr Know-how aus der Sicht des Investors miteinbringen und Tipps an die Jungunternehmer weitergeben. Vom Marketing bis hin zum Franchising, über die Finanzierung und die soziale Absicherung, von der Ideenfindung zum eigenen Unternehmen – das und vieles mehr beinhaltet der Weg in die Selbstständigkeit. Alle Teilnehmer der Gründermesse haben die Möglichkeit, an praxisrelevanten Vorträgen und Workshops namhafter Referenten teilzunehmen. 

Wann: Fr, 31. 3. 2017 von 12.30 bis 17:30 Uhr Wo: Wirtschaftskammer Tirol, Wilhelm-Greil-Straße 7, 6020 Innsbruck Bitte melde dich bis 29. März 2017 an: www.WKT.events/gruendermesse17

Gründerservice Wirtschaftskammer Tirol Wilhelm-Greil-Straße 7 6020 Innsbruck Tel.: 05 90 905 - 2222 E-Mail: gruenderservice@wktirol.at www.gruenderservice.at/tirol

EINE ANTWORT. FREITAG, 31.3.2017

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GRÜNDEN IN TIROL

START AHEAD 2017

© BLICKFANG PHOTOGRAPHIE

Mit START AHEAD bietet die Junge Wirtschaft Tirol speziell Startups mit neuartigen Dienstleistungs- und Produktideen Unterstützung bei der Entwicklung ihres Unternehmens.

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lle unsere Unternehmen kämpfen täglich an vielen unterschiedlichen Fronten, Startups haben jedoch neben den klassischen Herausforderungen des Unternehmertums noch zusätzliche Problemstellungen zu lösen, bei welchen wir sie gezielt unterstützen. Die meisten Initiativen und Events im Startup-Bereich stellen Abend- oder Wochenend-Events dar und bieten keine langfristige Unterstützung. „Dieses Manko beseitigen wir, indem START AHEAD die Teilnehmerinnen über einen längeren Zeitraum begleitet und unterstützt“, betont Clemens Plank, der Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Tirol.

Was muss man tun, um dabei zu sein? „Wir starten im Mai einen Call und

alle Tiroler JungunternehmerInnen oder angehende UnternehmerInnen, die eine neue Idee / ein neues Produkt / eine neue Dienstleistung haben oder Bestehendes neu interpretieren wollen, sind eingeladen, sich zu bewerben“, erklärt Plank. Die Bewerber haben die Chance, vor einer Jury ihre Idee zu pitchen, und erhalten gleich ein erstes Feedback zu ihrer Idee. Im besten Fall winkt dann auch eine Aufnahme in das Programm START AHEAD. „Das Programm ist ein toller Unternehmenspush – eine Chance für jedes Tiroler Startup, weiter nach vorne zu kommen und der eigenen Idee einen Kick zu geben!“ 

Die Ausschreibung erfolgt zwar erst im Mai, aber Interessierte können sich an die Junge Wirtschaft Tirol wenden und erhalten dann automatisch alle Informationen mit Start der Bewerbungsfrist. E-Mail an: jw@wktirol.at

START AHEAD Teilnehmer 2016

as hat dir das Programm Start Ahead gebracht? Ich kann ganz klar sagen, dass man sich durch das Programm unternehmerisch und persönlich weiterentwickelt. Warum würdest du anderen Startups empfehlen, sich für das Programm zu bewerben? Ich habe mir von jedem Workshop das rausgeholt, was für mich wichtig war. Das sollte jeder tun, der diese Möglichkeit bekommt.

Wie sehr hat dir das Programm bei der Weiterentwicklung deines Unternehmens geholfen? Enorm. Man bekommt einfach eine bessere Sichtweise auf das, was man vorhat. Man kann sich dadurch auch besser auf die wichtigeren Dinge fokussieren. Warum würdest du dich immer wieder dafür bewerben? Man lernt nie aus. Vor allem wird sehr persönlich auf die jeweilige Situation bzw. das geplante Unternehmen eingegangen.

© GERRY FRANK

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Gezielte Workshops und Beratung Die teilnehmenden Startups können aus speziell abgestimmten Workshops und Beratungsleistungen auswählen, um gezielt ihre Idee voranzubringen. Die Junge Wirtschaft unterstützt sie mit einem breiten Netzwerk und Know-how. Die Workshops und Module von START AHEAD sind speziell auf die Bedürfnisse von Startups ausgerichtet. Und nicht zu vergessen: Da vor allem junge Unternehmen nicht chronisch überfinanziert sind, ist das Programm kostenlos, wenn man sich dafür qualifiziert.

Clemens Plank Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft Tirol

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GRÜNDEN IN TIROL

Erfolgsmodell Genossenschaft: Kooperieren und profitieren! Genossenschaften haben eine lange Tradition, doch auch heutzutage wird die Unternehmensform innovativ und zeitgemäß gelebt.

Sie ist in der Kommunikationsabteilung angesiedelt und soll künftig in enger Zusammenarbeit mit dem Raiffeisenverband Tirol über Genossenschaften und ihre vielseitigen Möglichkeiten informieren.

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Verschiedenste Vorteile In ihrer Struktur ist die Genossenschaft dem Vereinswesen angelehnt: „Diese Einfachheit macht sie als Unternehmensform so attraktiv“, sagt Daniel Wibmer von der RLB-Stabsstelle „Innovative Genossenschaft“. „Als Unternehmen ist sie im Firmenbuch eingetragen und hat eine Umsatzsteuer-Identifi kations-Nummer. Zudem ist sie eine äußerst basisdemokratische Gesellschaftsform.“ Die Genossenschaft eignet sich besonders, wenn sich beispielsweise mehrere kleine Unternehmen zusammenschließen, um gemeinsam Marketing zu betreiben oder beim

Mitglieder und Region fördern Eine Genossenschaft ist ihren Mitgliedern verpfl ichtet und muss ihnen einen Vorteil erwirtschaften. Dieser Förderauftrag steht nur vermeintlich in einem Widerspruch zu einem Gewinnstreben: „Denn eine Genossenschaft ist langfristig nur überlebensfähig, wenn sie wirtschaftlich erfolgreich ist – aber sie muss nicht auf Gewinn ausgerichtet sein“, führt Vorstandsvorsitzender Ortner aus. „Die Tiroler Raiffeisenbanken haben sogar in ihren Statuten festgeschrieben, nicht Gewinne zu maximieren, sondern ihre Mitglieder und die Region zu fördern, zum Beispiel über Sponsoring oder Vereinsförderungen.“

„Grundsätzlich steht dabei nicht das Kapital im Vordergrund, sondern vor allem eine gemeinsame Idee, die mehrere Personen realisieren wollen.“ DR. JOHANNES ORTNER SPRECHER DER R AIFFEISEN-BANKENGRUPPE TIROL

Einkauf gemeinsam bessere Konditionen zu erhalten. Flexibilität für Unternehmen „Die Genossenschaft bietet auch eine flexible Möglichkeit, mit zahlreichen Eigentümern umzugehen, da Mitglieder problemlos ein- oder austreten können“, ergänzt Johannes Ortner. Genossenschaftsmitglieder vereinen im Prinzip zwei Rollen: Zum einen sind sie Eigentümer, zum anderen ebenfalls Nutzer bzw. Kunden. „Das ist eine Besonderheit, denn eigentlich stehen sich diese zwei Positionen im Wirtschaftsleben gegenüber“, erklärt Wibmer. Ein weiterer Vorteil: Bei der Genossenschaft gibt es kein notwendiges Mindestkapital wie bei einer GmbH. „Außerdem ist die Satzung

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Neu gegründet

Stabsstelle „Innovative Genossenschaft“ Um sich in Zukunft noch mehr im Bereich Genossenschaften zu engagieren, hat die RaiffeisenLandesbank Tirol die Stabsstelle „Innovative Genossenschaft“ gegründet.

flexibel gestaltbar und lässt sich so an das jeweilige Vorhaben anpassen“, so Daniel Wibmer. „Diese Flexibilität ist optimal für kooperatives und nachhaltiges Unternehmertum.“

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or 150 Jahren formulierte Friedrich Wilhelm Raiffeisen: „Was einer alleine nicht schaff t, das schaffen viele.“ Seither hat die Genossenschaft nicht an Aktualität und Attraktivität verloren: Österreichweit gibt es rund 1.600 autonome Raiffeisen-Genossenschaften mit über zwei Millionen Mitgliedern. Neben Kreditgenossenschaften zählen Lagerhaus-, Energie-, Wärmeliefer- und Milchgenossenschaften zu den klassischen Beispielen. Darüber hinaus bietet die Unternehmensform auch innovative Lösungsansätze: Moderne Genossenschaften sind unter anderem in den Bereichen für erneuerbare Energieversorgung, regionale Infrastruktur, Wohnen und Pflege im Alter, Crowdfunding oder Car-Sharing zu finden. „Grundsätzlich steht dabei nicht das Kapital im Vordergrund, sondern vor allem eine gemeinsame Idee, die mehrere Personen realisieren wollen“, erklärt Johannes Ortner, Sprecher der Raiffeisen-Bankengruppe Tirol.

Mag. Dr. Daniel Wibmer Stabsstelle Innovative Genossenschaften

Raiffeisen-Landesbank Tirol AG Mag. Dr. Daniel Wibmer Stabsstelle Innovative Genossenschaft Tel.: 0512/5305-12422 E-Mail daniel.wibmer@rlb-tirol.at


T O P.T I R O L

Ein Tiroler Marktführer stellt sich vor

elitec positioniert sich mit fünf Österreich-Standorten als kompetenter Partner für Wärmetechnik und Kabelmanagement – Geschäftsführerin Romana Begher stellt einen der führenden Tiroler Anbieter von Elektroinstallationsprodukten in Österreich vor.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

© ELITEC

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ZUM GESCHÄFTSPARTNER Welche Vorteile bringt es, mit einem Freund eine Firma aufzubauen? Gibt es auch Nachteile? Was sollte man im Vorfeld klären? Über diese Fragen hat top.tirol mit einem Arbeitspsychologen sowie Tiroler Unternehmern gesprochen, die sowohl privat als auch beruflich ein Team sind.

© FOTOGRAF-SALZBURG.AT

T E X T: E V A S C H W I E N B A C H E R

Reinhold Bartl, Psychologe und Organisations- und Teamberater, erklärt, warum eine Freundschaft eine gute Basis für die Unternehmensgründung sein kann.

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peziell in der Start-up-Szene sind es nicht selten zwei oder mehrere Freunde, die eine Geschäftsidee verwirklichen und zusammen ein Unternehmen gründen. Mit diesem Schritt entsteht neben der freundschaftlichen auch eine geschäftliche Beziehung. Eine Freundschaft ist für die Unternehmensgründung zunächst eine gute Voraussetzung, sagt Reinhold Bartl, Psychologe und Organisations- und Teamberater. „Die Freundschaft bedeutet in der Regel, dass man sich aufeinander verlassen kann, Verbindlichkeiten aufbaut und gemeinsame Freuden und Interessen teilt“, weiß Bartl. „Man braucht zunächst keine formale Organisationsstruktur, keine Meetings, keine Agenda, da man sich in einer Vermischung aus Privat- und Berufswelt trifft.“ Konfliktsituationen Schwieriger wird es, wenn das Unternehmen die Anfangsphase überwunden hat und es um die Zukunft des Unternehmens geht. „Wenn es um Richtungsentscheidungen geht, kann es passieren, dass der Vorteil zum Nachteil wird. Es geht plötzlich um Prioritätensetzung, die Verteilung von Gewinnen, Investitionen, Beteiligungen, Einstellungen. Es können sich Organisationsstrukturen

bilden, bei denen nicht mehr klar ist, ob der Freund mein Freund ist oder mein Chef. “ Das Aufkommen dieser Themen und die Rollenunklarheit können die Freundschaft gefährden. Blick von außen Vor der Gründung sollte man sich daher bewusst machen, dass solche Themen auftreten können. „Es ist wichtig zu klären, was man tut, wenn man keinen Erfolg hat, aber auch wenn man erfolgreich ist. Denn der Erfolg kann Dinge ändern, die die Tragfähigkeit einer Beziehung gefährden.“ Bartl wird immer wieder von Freunden aufgesucht, die externe Beratung für ihr Unternehmen suchen. Dabei gibt es Parallelen zu Konflikten in Familienbetrieben, etwa in der Äußerung von Kritik. Grundsätzlich ist eine freundschaftliche Beziehung eine gute Ausgangssituation für den Beginn eines Unternehmens. „Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, sich verlassen zu können“, sagt der Experte. „Gleichzeitig sollte man sich im Klaren sein, dass Freundschaft alleine keinen Erfolg bringt, sondern, dass es auch organisationalen Talents bedarf. Aus Loyalität oder Kulanz etwas zu tun, ist in einer Geschäftsbeziehung nicht unbedingt förderlich.“ 


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BEISPIEL 1:

Eine Gruppe Physiker gründete im Jahr 2000 das Informatikunternehmen Phion AG, das seit 2009 Teil des kalifornischen Unternehmens Barracuda Networks ist. Die Geschäftsbeziehung der Freunde funktioniert, weil sie dieselbe Denkweise haben.

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ennengelernt haben sich die Physiker Wieland Alge, Klaus Gheri und Peter Marte an der Universität Innsbruck. Nach dem Studium folgte der Schritt in die Wirtschaft. Der erste Großauftrag zur Entwicklung einer Firewalllösung für die ARZ führte im Jahr 2000 zur Gründung der Phion AG. „Durch die Freundschaft fallen klassische Machtkämpfe, wie etwa unter Fremden, weg, ebenso

© AXEL SPRINGER

„Eine Frage der Herangehensweise“

Peter Marte, Wieland Alge und Klaus Gheri gründeten gemeinsam die Phion AG, die heute zu Barracuda Networks gehört. (v. l.)

das Misstrauen“, sagt der Entwickler Peter Marte. „Ein Nachteil kann sein, dass sich Entscheidungsprozesse in die Länge ziehen.“ Aufgrund des gemeinsamen Hintergrunds, hätten die Physiker dieselbe Herangehensweise an Problemstellungen. Entscheidend ist auch die Anzahl der Beteiligten, meint Klaus Gheri, Vice President Network Security bei Barracuda Networks: „Mit steigender Kopfzahl wird es problematischer, ein Unterneh-

men gemeinsam zu führen. Zu zweit kann man sich gut absprechen, zu dritt wird es schon schwieriger.“ Ein zusätzlicher Faktor sei der Zeitpunkt der Entstehung der Freundschaft. „Lernt man sich im Erwachsenenalter kennen, ist die Bindung rationaler als etwa unter Jugendfreunden. Das erleichtert das Nebeneinander von einer freundschaftlichen und einer beruflichen Beziehung“, meint der General Manager Wieland Alge.

Infos

Barracuda Networks ist ein US-amerikanischer Hersteller von Sicherheitslösungen für Netzwerke Standorte in Österreich: Innsbruck und Wien Mitarbeiter in Innsbruck: 112

IEREN INFORM ETZT! J H SIE SIC 29


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© FRANZ OSS

BEISPIEL 2: Die ematric-Gründer Rainer Haag (rechts) und Klaus Schröder (Mitte) haben gemeinsam mit Thomas Weiskopf und Hannes Schweigler (nicht im Bild) eine zweite Firma, die ematric systems GmbH, gegründet.

„Zusammen sind wir stärker“ 2007 haben Klaus Schröder und Rainer Haag in Landeck die ematric GmbH gegründet. Inzwischen hat der Ingenieursdienstleister für Automatisierungstechnik zwei Niederlassungen, ein zweites Unternehmen und 58 Beschäftigte.

Standorte: Landeck und Fürstenfeld in der Steiermark Mitarbeiter in Tirol: 58

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hre Idee, zusammen etwas auf die Beine zu stellen, stieß nicht nur auf Zuspruch, erzählt Rainer Haag, der in der früheren Firma von Klaus Schröder tätig war und seither mit ihm befreundet ist: „Viele haben uns auch vor Gefahren gewarnt. Und wir haben in der Tat auch Bekannte, bei denen die Freundschaft in die Brüche gegangen ist. Das war bei uns zum Glück nicht der Fall.“ Eine wichtige Voraussetzung dafür ist Fairness. „Du darfst nicht anfangen, gegenein-

ander aufzurechnen. Zu sagen, ‚hier habe ich mehr geleistet‘, das funktioniert nicht“, sagt Klaus Schröder. Ein Plus sei jedenfalls, dass man sich die Verantwortung teilt, noch dazu mit jemandem, dem man blind vertraut. Schröder: „Wir sind uns bewusst, dass wir zusammen stärker sind. Ich wundere mich immer wieder, wie man es schafft, ein Unternehmen alleine zu stemmen. Ist man zu zweit, kann man sich hin und wieder eine Auszeit nehmen.“

Infos

Die ematric GmbH ist ein Ingenieurdienstleister im Bereich Anlagenbau, Automatisierungs-, Steuerungs- und Regelungstechnik. Zu den Hauptkunden zählen Automobilhersteller, wie Daimler, Porsche, Audi oder BMW, aber auch Tiroler Industrieunternehmen.


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BEISPIEL 3:

Das Persönliche muss stimmen Michael Perlornigg und Christian Steinmayr haben sich über ihre Tätigkeit in unterschiedlichen Unternehmen in der Versicherungsbranche kennengelernt und 2010 beschlossen, gemeinsam eine Firma aufzubauen. © AXEL SPRINGER

Michael Perlornigg und Christian Steinmayr leiten gemeinsam ein Versicherungsmaklerunternehmen in Innsbruck (v. l.).

Naturschlaf – made in Tirol Die Schlafmanufaktur hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, die Schlafqualität ihrer Kunden zu verbessern – mit dem pinura Zirbenschlafsystem.

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chael und mir passt kein Blatt Papier.“ Weiters weiß man um die Stärken und Schwächen des anderen und ergänzt sich. „Ich glaube, dass man fachliche Mankos wettmachen kann, persönliche aber nicht“, so Steinmayr. 

Infos

Steinmayr & Co Insurance Brokers GmbH ist ein Versicherungsmaklerunternehmen. Standort: Innsbruck Mitarbeiter: 15

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

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ls bei mir der Wunsch nach Veränderung aufkam, war für mich klar, dass ich nur mit jemanden etwas gründe, den ich kenne, dem ich vertraue und von dem ich weiß, wie er tickt“, sagt Perlornigg über die Entscheidung, mit Christian Steinmayr eine Firma aufzubauen. Auch für Steinmayr hat die Tatsache, sich die Geschäftsführung mit einem Freund zu teilen, nur Vorteile: „Man kennt sich privat, weiß, was beim anderen gerade los ist, kennt auch die Familie und kann dafür Verständnis aufbringen. Zwischen Mi-

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as Rezept ist einfach und wirkungsvoll zugleich: Individuelle Anpassung, Tiroler Handwerksqualität, Natur pur und die Kraft der Zirbe. „Jeder Kunde hat andere körperliche Voraussetzungen und Problemzonen und braucht deshalb auch ein Schlafsystem, das variabel einstellbar ist. Wenn Rücken, Schultern und Hüften optimal entlastet werden, erholt sich der Körper besser und die Schlafqualität steigt“, erklärt Mairer, Geschäftsführer der Schlafmanufaktur. Es werden ausschließlich Naturmaterialien verwendet. Das Tiroler Zirbenholz spielt mit seinen ätherischen Ölen dabei eine wichtige Rolle und sorgt für den entspannenden Duft. „Wir machen aus dem Schlafzimmer eine Wohlfühloase – Tiefschlaf inklusive.“

Florian Ragg, Klemens und Andrea Mairer in der Schlafmanufaktur Innsbruck Schlafmanufaktur Innsbruck Maximilianstraße 2a, 6020 Innsbruck Tel.: 0660/370 2000 info@schlafmanufaktur.at www.schlafmanufaktur.at

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BEISPIEL 4:

Vom Eisstadion ins Unternehmertum © AXEL SPRINGER

Florian Stern und Stefan Pittl bauten vor vier Jahren gemeinsam das Physiotherapie- und Trainingszentrum E.A.S.T. INN. Sports auf. Dabei profitierten die Ex-Profisportler von ihren Erfahrungen auf dem Spielfeld.

Infos

E.A.S.T. INN. Sports in Innsbruck bietet Physiotherapie, Personal Trainings, Programme für Leistungs- und Nachwuchssportler sowie Gruppenkurse im Slingtraining an. Standort: Innsbruck Mitarbeiter: 5

Die ehemaligen Eishockeyprofis Florian Stern und Stefan Pittl bieten unter anderem Kurse im Slingtraining in ihrem Trainingszentrums an (v. l.).

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ie beiden Tiroler lernten sich mit zehn Jahren übers Eishockey kennen, spielten jahrelang beim HC Innsbruck und sind seither ein eingespieltes Team. Darauf baut ihre Firma auf, sagt Pittl: „Wir bildeten immer eine Verteidigungslinie. Man weiß, was der eine für den anderen

auf dem Spielfeld getan hat. Eishockey ist ein Sport, der mit sehr viel Einsatz, Durchsetzungsvermögen, Willen und Härte verbunden ist. So entsteht eine ganz andere Vertrauensbasis.“ Ihre Geschäftsbeziehung funktioniert zudem aufgrund unterschiedlicher Fähigkeiten. „Stefan ist der or-

ganisatorische Typ, ich bin eher der kreative und mehr auf der Trainingsfläche unterwegs“, erzählt Stern. Um Konflikte zu vermeiden, ist es wichtig, im Vorfeld Eckpunkte zu klären. „Wir machen in allen Belangen halbehalbe. Da gibt es keine Diskussionen“, so Stern.

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BEISPIEL 5:

Freundschaft als Basis Seit sieben Jahren gibt es die Firma SPURart, die Workshops zum Skibauen sowie handgefertigte Ski auf Bestellung anbietet. Der Betrieb funktioniert, gerade weil die Inhaber und Mitarbeiter befreundet sind. © AXEL SPRINGER

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KN Login

Die SPURart-Geschäftsinhaber Peter Pfeifer und Michael Freymann in der neuen Werkstatt in der Höttinger Gasse in Innsbruck (v. l.).

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ichael Freymann hat SPURart als Einzelunternehmen im Jahr 2010 gegründet. 2015 folgte die Umwandlung in eine OG. Seither ist er gemeinsam mit Peter Pfeifer, der von Anfang an dabei war, Geschäftsinhaber. Damals wie heute beschäftigt SPURart je nach Saison eine acht- bis zehnköpfige Gruppe skibegeisterter Freunde. „Die Selbstständigkeit und die Tatsache, mit Freunden zusammenzuarbeiten, hat sicher Vor- und Nachteile. Unsere Firma zeichnet sich aber gerade dadurch aus. Jeder kommt aus einem anderen Bereich, bringt sein Wissen ein und kann sich die Zeit selbst einteilen“, erzählt Freymann. Anders würde die Firma nicht funktionieren, ist auch Pfeifer überzeugt: „Das Schöne ist, dass man niemanden führen muss, sondern jeder sieht, was gerade zu tun ist, und anpackt. Dass wir uns alle gut kennen und verstehen, hilft, stressige Phasen zu bewältigen.“

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Zahlen und Fakten

• 200 – 215 Mitarbeiter (saisonabhängig) • Rund 70 Mio. Euro Nettoumsatz im Jahr 2016 • 78.000 m² Grundfläche in Hall • 1.300 km Rohre und Pfähle werden im Jahr produziert, ca. 100 km davon werden in Tirol verkauft. • c a. 1.200 Stück Rohre und Pfähle entstehen pro Tag

Vom Konzern zum Familienunternehmen Die Tiroler Rohre feiern im Mai ihr 70-jähriges Jubiläum. Der Firmeninhaber Max Kloger spricht im Interview über die jüngste Vergangenheit des Unternehmens, Auslandsgeschäfte und geplante Investitionen.

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DA S INTERVIEW FÜHRTE E VA SCHWIENBACHER.

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INTERVIEW

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err Kloger, Sie haben 2013 die früheren Tiroler Röhren- und Metallwerke aus der Unternehmensgruppe Duktus herausgelöst und übernommen. Haben Sie diesen Schritt in den letzten Jahren jemals bereut? MAX KLOGER: Ich habe es bis zum heutigen Zeitpunkt überhaupt nicht bereut. Ganz im Gegenteil, es war absolut die richtige Entscheidung.

Wie hat sich das Unternehmen, seit es wieder eigenständig ist, entwickelt? Wir haben seit damals einen durchschnittlichen, jährlichen Produktionszuwachs von zehn Prozent und sind infolgedessen von einem Zweischichtbetrieb in den Dreischichtbetrieb gewechselt. Die Umsätze konnten in einem schwierigen Marktumfeld moderat gesteigert werden, während Konkurrenten Rückgänge verzeichnet haben. Worauf ist diese positive Entwicklung zurückzuführen? Durch die Konzentration auf Nischenbereiche ist es uns gelungen, Wachstum zu generieren. Da sind zum einen das Beschneiungsgeschäft, das wir seit 30 Jahren erfolgreich betreiben, und zum anderen die Turbinenleitungen für Kleinwasserkraftwerke sowie die Feuerlöschleitungen für den Tunnelbau. Infolge des tiefen Strompreises sind die Investitionen in die Wasserkraft im abgelaufenen Jahr geringer realisiert worden als geplant. Ich gehe aber davon aus, dass die Projektumsetzungen in diesem Bereich mittelfristig deutlich anziehen werden. Ein weiterer Eckpfeiler unseres Geschäfts sind die duktilen Pfahlsysteme für den Spezialtiefbau. Hier konnten wir unsere Position am Markt international ausbauen. Fast die Hälfte der Produktion der Firma geht ins Ausland. Was sind die derzeit größten Projekte? Wir sind mit unseren Pfahlsystemen zum Beispiel in Afrika unterwegs, um weitere Solarkraftwerke zu gewinnen, haben aber auch Partner in den USA und Australien, um diese Märkte weiterzuentwickeln. Im Rohrbereich sind wir mit

„Als Produzent in Österreich ist es notwendig, ständig zu investieren, sonst wird man von Anbietern aus Billiglohnländern ausgekontert.“ Ausnahme von der Beschneiung auf Mittel-, Süd- und Südosteuropa konzentriert. Bei den Beschneiungssystemen konnten wir Großaufträge bei den letzten olympischen Winterspielen in Sochi und bei den Weltmeisterschaften in St. Moritz gewinnen. Aktuell arbeiten wir an den Olympischen Spielen 2022 in China.

lohnländern ausgekontert. Dem begegnen wir mit Innovationen und einer hohen Effizienz in der Produktion. Die globale Konkurrenz vor allem aus Asien, die nach Europa drängt, ist deutlich spürbar. Von Wasserleitungen wird erwartet, bis zu 100 Jahre lang einsatzund funktionsfähig zu sein. Neben den Material- und den Grabungskosten müssen bei den meisten Baustellen auch die darüber liegenden Straßen erneuert werden, was sehr kostenintensiv ist. Deshalb setzen wir auf höchste Qualität, um eine lange Lebensdauer der Leitungen zu gewährleisten.

Durch den Export besteht Abhängigkeit von Investitionen im Ausland. Inwiefern verspüren Sie die Folgen der Wirtschaftskrise? Es ist richtig, dass wir von Investitionen im Ausland abhängig sind. In der Krise 2008/2009 brachen die Umsätze im Spezialtiefbau auf ein Drittel des Vorjahres ein, während das Rohrgeschäft erst mit einer Verzögerung von rund einem Jahr Rückläufe zu verzeichnen hatte. Im Beschneiungsgeschäft hat der Zyklus weniger mit einer globalen Entwicklung zu tun als mit den lokalen Gegebenheiten. War der vergangene Winter wirtschaftlich erfolgreich, wird investiert. Im Turbinenleitungsbau ist die Investitionstätigkeit von der Höhe des Strompreises abhängig. Nach dem Tief in 2016 wird ein Hoch folgen, zumal in Zeiten der Energiewende der Ausbau der Wasserkraft ein zentrales Thema ist und bleibt. Der Vorteil unseres Unternehmens besteht darin, dass wir verschiedene Anwendungsbereiche mit unterschiedlichen Zyklen haben.

In den letzten Jahren hat es mehrere Eigentümerwechsel gegeben. Werden in diesem Zusammenhang ruhigere Zeiten auf die Firma zukommen? Bei der TRM ist definitiv Ruhe eingekehrt. Wir sind heute ein Familienunternehmen und arbeiten konsequent an der Weiterentwicklung unseres Unternehmens. Unsere Aufgabe ist es, unser Geschäftsmodell nachhaltig weiterzuentwickeln, Erfolg zu haben und damit den Standort und die Arbeitsplätze zu sichern.

Welche Pläne haben Sie für die Tiroler Rohre in den kommenden Jahren? Wir werden in den nächsten drei Jahren 11 Millionen Euro in den Standort investieren. Wir erwarten eine moderate Steigerung unseres Umsatzes und Absatzes und investieren, um unseren Kunden noch bessere Produkte und Dienstleistungen liefern zu können. Als Produzent in Österreich ist es notwendig, ständig zu investieren, sonst wird man von Anbietern aus Billig-

Vielen Dank für das Gespräch.

Heuer feiert das Unternehmen sein 70-jähriges Jubiläum. Gibt es einen Wunsch? Der Wunsch ist, dass wir uns auf diese Art weiterentwickeln, wie wir es seit 2013 getan haben. Die wichtigste Voraussetzung dafür sind unsere Mitarbeiter. Wir sind in den letzten Jahren zu einer eingeschworenen Familie geworden und noch näher zusammengerückt. Unsere Mitarbeiter haben eine sehr hohe Identifikation mit dem Unternehmen.

Zur Person

Max Kloger beginnt 1999 als Produktionsleiter bei den ehemaligen Tiroler Röhren- und Metallwerken, wird 2003 Vorstandsmitglied und anschließend Geschäftsführer. 2013 übernimmt er gemeinsam mit seiner Frau und mit der Unterstützung der Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) die Firma „Duktus Tiroler Rohrsysteme“, ein 100 prozentiges Tochterunternehmen der Duktus S.A. Es folgt die Firmenumbenennung in Tiroler Rohre GmbH und die Einführung des früheren Logos TRM, das für Tiroler Röhren- und Metallwerke steht.

Zum Unternehmen

Die TRM Tiroler Rohre GmbH entwickelt, produziert und vermarktet Rohrsysteme aus duktilem Guss für den Wassertransport und den Spezialtiefbau.

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T O P.T I R O L

Gesellschaft für Steuermanagement Prof. Pircher & Partner Steuerberatungs GmbH

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teuermanagement steht für einen proaktiven Beratungsansatz bei unseren Klienten. Durch laufende Kommunikation mit unseren Kunden lösen wir gemeinsam bereits unter dem Jahr steuerliche und betriebswirtschaftliche Sachverhalte. Dadurch können wir für unsere Kunden laufend eine steueroptimale Situation erarbeiten. Steuermanagement steht des Weiteren dafür, gemeinsam den passen-

Geschäftsführung: Alexander Ried, Bernhard Messner Spezialgebiet: Tourismus & Bauträger

den Digitalisierungsgrad und Beratungsbedarf für unsere Klienten zu erheben, um für die Zukunft gerüstet zu sein und Arbeitsprozesse effizient zu gestalten. Als Mitglied der Treuhand Union und einem starken Bezug zur Universität können wir auf ein österreichweites großes Netzwerk an Experten zurückgreifen und somit ist aktuellstes Fachwissen für uns eine Selbstverständlichkeit.

Liebhabereibeurteilung bei der Vermietung und Verpachtung

1 V  GL. BEISER, LIEBHABEREI IM LICHT DES STABILITÄTSGESETZES 2012, RDW 4/2012, S. 235. 2 VGL. BMF-190300/0015-V/6/2016. 3 V  GL. PIRCHER/MESSNER/ MEUSBURGER, LIEBHABEREIBEURTEILUNG BEI DER VERMIETUNG UND VERPACHTUNG, SWK 6/2017, S. 368.

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auch durch die Wertsteigerung der Vermögenssubstanz (§ 30 EStG)1. Die Aufteilung von Substanz und Früchten auf unterschiedliche Einkunftsarten ändert nichts am wirtschaftlichen Zusammenhang und somit an der Einheitlichkeit der Einkunftsquelle. Dieser wirtschaftliche Zusammenhang wurde unlängst seitens des BMF bestätigt, indem in einer Stellungnahme in einem Beschwerdeverfahren vor dem Verfassungsgerichtshof ausgeführt wird, dass, „zwischen Einkünften aus Vermietung und Verpachtung und den Einkünften aus Grundstücksveräußerung sehr wohl ein sachlicher und

systematischer Zusammenhang“2 besteht. Diese Aussage lässt darauf schließen, dass das BMF seine ursprüngliche Rechtsmeinung aufgegeben hat und zukünftig auch die Wertsteigerung der Vermögenssubstanz in die Prognoserechnung miteinzubeziehen ist 3 . 

Prof. Pircher & Partner Steuerberatungs GmbH Anton-Melzer-Straße 7/I. 6020 Innsbruck Tel.: 0512/589663 alexander.ried@treuhand-union.at bernhard.messner@treuhand-union.at

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it dem 1. Stabilitätsgesetz 2012 wurde die Reinvermögenszugangstheorie auf Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung ausgedehnt. Das heißt, dass seit dem 1. April 2012 neben laufenden Erträgen auch Wertänderungen in der Vermögenssubstanz grundsätzlich steuerhängig sind. Trotzdem verneinte das BMF in der BMF-Info zur neuen Grundstücksbesteuerung vom 3. September 2012 die Miteinbeziehung eines allfälligen Veräußerungserlöses in die Prognoserechnung zur Liebhabereibeurteilung. Eine Investition in eine Mietwohnung rentiert sich einerseits durch laufende Mieterträge (§ 28 EStG), andererseits aber


DAS GROSSE

STEUERSPEZIAL Tiroler Steuerexperten erklären die wichtigsten Änderungen für Unternehmer im Jahr 2017.


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STEUER-SPEZIAL

EDITORIAL

INHALT

Weniger Bürokratie für Unternehmen

MMag. Dr. Klaus Hilber Steuerberater und Präsident Kammer der Wirtschafts­ treuhänder

So wird hierzulande durchschnittlich jede zweite Woche ein Steuergesetz geändert, wir haben in den vergangenen 16 Jahren bei den wichtigsten heimischen Bundessteuergesetzen mehr als 420 Novellen gezählt. Alleine das Einkommensteuergesetz wurde über 100 Mal novelliert. Diese Vielzahl an kaum mehr administrierbaren Regelungen und Ausnahmetatbeständen führt zu Intransparenz und zu einem inakzeptabel hohen bürokratischen Aufwand.

© SHUTTERSTOCK.COM

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ehr denn je gilt, dass Steuervereinfachung nicht nur ein Schlagwort sein darf. 95 Prozent der österreichischen Unternehmen arbeiten mit einem Steuerberater zusammen. Wir sind zu unerlässlichen Beratern für kleine und große Unternehmen geworden, vorwiegend im Rechnungswesen, aber auch bei Investitionsund Finanzierungsfragen. In der Zusammenarbeit bemerken wir immer mehr, dass die österreichischen Unternehmen mit der Administration ihrer steuerlichen Pflichten die Grenze des Zumutbaren überschritten haben.

Sicherheitschip für 40  Registrierkassen

42  Was ändert sich 2017 für Kleinunternehmer?

44  Betriebsübergabe erfolgreich meistern

48  Nutzung des

Firmenautos für Geschäftsführende Gesellschafter

50  Beschränkter Verlustausgleich für Kommanditisten und atypisch Stille

Die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer setzt sich daher seit Jahren für Vereinfachungen in der Administration und für Bürokratieabbau ein. Eine große Entlastung für Unternehmen wäre sicherlich die Zusammenlegung der drei Lohnnebenkosten Kommunalsteuer, Dienstgeberbeitrag und Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag zu einer Lohnsummensteuer, die vorzugsweise vom Betriebsstättenfinanzamt eingehoben wird. Diese Maßnahme würde nicht nur die Unternehmen von der Bürokratie entlasten, damit könnte auch die öffentliche Verwaltung massive Einsparungen im Bereich der Kommunalsteuerabteilungen der Gemeinden vornehmen. MMag. Dr. Klaus Hilber, Präsident Kammer der Wirtschaftstreuhänder

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STEUER-SPEZIAL

R€GISTRI€R-

KASS€ SICHERHEITSCHIP BIS ENDE MÄRZ NOTWENDIG

Im Laufe des vergangenen Jahres mussten zahlreiche Betriebe eine Registrierkasse anschaffen, um die neuesten gesetzlichen Vorschriften zu erfüllen. Nun darf der zweite Schritt nicht vergessen werden, die Frist dazu endet am 31. März. VON KL AUS HILBER

A

lle Betriebe mit mehr als 15.000 Euro jährlichen Umsätzen müssen eine Registrierkasse für die elektronischen Aufzeichnungen der Barumsätze verwenden, wenn die Bareinnahmen pro Jahr mehr als 7.500 Euro betragen. Werden beide Grenzwerte im Laufe des Jahres erstmals überschritten, dann sieht das Gesetz ab dem Monat des Überschreitens noch weitere 40

drei Monate Vorbereitungszeit vor. Danach wird die Registrierkassenpflicht effektiv wirksam und die Registrierkasse muss in Betrieb genommen werden. Diesen ersten Schritt haben die betroffenen Betriebe bereits hinter sich. Nun muss aber noch der zweite Schritt gesetzt werden, weil bis spätestens 31. März 2017 alle Registrierkassen auch noch einen Manipulationsschutz eingebaut haben müssen.

Ob die geforderte Manipulationssicherheit umgesetzt wurde, ist auf den Kassenbelegen erkennbar: Ein QR-Code muss am Beleg angedruckt werden. Um diese vom Gesetz geforderte Manipulationssicherheit umzusetzen, muss eine Signaturkarte in das Kassensystem integriert werden und weiters eine förmliche Inbetriebnahme dieser Sicherheitseinrichtung vorgenommen werden.


STEUER-SPEZIAL

Sie stehen bei uns im Mittelpunkt.

Dazu sind laut dem Bundesministerium für Finanzen folgende fünf Schritte notwendig:

1. Beschaffung einer Signaturein-

heit von einem zugelassenen Vertrauensdiensteanbieter: Kas­ sen­ händler bzw. Kassentech­ niker werden zahlreiche Signatureinheiten vorrätig haben.

2. Initialisierung der Registrier-

kasse: Durch ein SoftwareUpdate wird die Signatureinheit mit der Registrierkasse verbunden. Dieses SoftwareUpdate soll im Normalfall der Kassenhändler bzw. -techniker gemeinsam mit dem ersten Punkt umsetzen.

3. Erstellung des Startbelegs: Die ersten beiden Schritte werden abgeschlossen durch den Ausdruck dieses speziellen Beleges. Zu beachten ist, dass dieser Beleg für jede eigene Kasse zu den aufbewahrungspflichtigen Aufzeichnungen gehört und mindestens sieben Jahre aufbewahrt werden muss.

4. Registrierung über FinanzOn-

line: Als Nächstes müssen über FinanzOnline zwei Anmeldungen durchgeführt werden: Einerseits muss die Registrierkasse in die Registrierkassendatenbank des Finanzministeriums aufgenommen werden und andererseits muss auch die eingebaute Signaturkarte registriert werden. Diese Registrierung können Unternehmer selbst vornehmen, wenn sie

über einen eigenen FinanzOnline-Zugang verfügen. Wenn kein derartiger Online-Zugang vorhanden ist (und das ist sehr weit verbreitet), kann die Registrierung auch der Steuerberater übernehmen. Für die beiden Registrierungsschritte werden folgende Angaben benötigt: • Art der Signatureinheit • Seriennummer der Signatureinheit • Name des Vertrauensdiensteanbieters • A ES-Schlüssel der Registrierkasse • Kassenidentifikationsnummer der Registrierkasse (das ist eine betriebsinterne Nummer, die selbst vergeben werden kann. Zusätzlich sollte man im Vorfeld auch noch eine Bezeichnung für jede der Kassen überlegen, um diese betriebsintern leichter identifizieren zu können – in einem Gastro-Betrieb z. B. „kleiner Speisesaal“, „großer Saal“, „Kellerbar“, „Gastgarten“ …).

5. Belegprüfung des Startbeleges

mit einer eigenen Beleg-CheckApp des BMF: Die Handy-App lässt sich kostenlos herunterladen. Dort erhält man sofort die Antwort, ob alle Schritte erfolgreich waren oder nicht. Diese Prüf-App ist einfach zu bedienen, allerdings muss sie vor dem ersten Gebrauch über die FinanzOnline-Registrierung noch freigeschalten werden. Quelle: BMF – Infobroschüre zur Sicherheitseinrichtung in RK

© MARSONER + PARTNER

Unsere Stärke ist die Teamarbeit. Im Team möchten wir Sie bei Ihren Aufgaben und Problemen unterstützen.

U

nser Leistungsangebot umfasst dabei die Wirtschaftsprüfung inklusive Sonderprüfungen, Erstellung von Jahresabschlüssen und Steuererklärungen, Umgründungsberatung, Merger and Acquisition, Unternehmensbewertung, betriebswirtschaftliche Beratung sowie Buchhaltung und Lohnverrechnung. Die individuelle und persönliche Beratung unserer Klienten ist uns besonders wichtig. Die maßgeschneiderte Lösung Ihres Problems ist uns ein Anliegen. Ihr Nutzen steht bei unserer Arbeit immer im Vordergrund. Davon möchten wir Sie überzeugen. Wir betreuen Klienten der verschiedensten Branchen und Größen – vom internationalen Konzern bis zum kleinen Einzelunternehmen. Dass uns alle Klienten wichtig sind, wird durch die teilweise jahrzehntelange Treue belegt. Für uns ist es auch Ansporn und Freude, dass die meisten Neuklienten auf Empfehlung von bestehenden Klienten zu uns kommen. Das in all den Jahren aufgebaute Wissen stellen wir Ihnen zur Verfügung. Um für Sie am Laufenden zu sein, bildet sich das gesamte Team permanent fort. Das machen aber auch die meisten Mitbewerber – wir gehen daher einen Schritt weiter: Wir möchten die fachlichen Standards setzen und nicht nur nachvollziehen. Dokumentiert wird dies beispielsweise durch die zahlreichen Fachpublikationen und Vorträge unseres Partners Univ. Prof. Dr. Reinhold Beiser. Testen Sie uns einfach und vereinbaren Sie ein kostenloses Informationsgespräch. Marsoner + Partner GmbH Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung Andreas-Hofer-Straße 43, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/574 345 E-Mail: office@marsoner.at www.marsoner.at

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STEUER-SPEZIAL

WAS ÄNDERT SICH 2017 FÜR

KLEINUNTERNEHMER? Seit 1. Jänner 2017 gibt es eine neue Definition für umsatzsteuerliche Kleinunternehmer sowie eine neue Berechnung der Kleinunternehmergrenze: Das betrifft vor allem ausländische Unternehmer sowie Unternehmer mit bestimmten USt-Steuerbefreiungen. VON E VA-M ARIA HOT TER

„Ein Unternehmen wird immer dort betrieben, wo die wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen getroffen werden.“

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Entscheidende Umsatzgrenze Ob ein Unternehmen als Kleinunternehmer gilt, hängt im Umsatzsteuergesetz davon ab, ob ein Grenzbetrag von 30.000 Euro Jahresumsatz unterschritten wird. Liegen die Umsätze darunter, sind diese somit umsatzsteuerbefreit und es muss keine Umsatzsteuer an das Finanzamt gezahlt werden. Grundsätzlich kann der Steuersatz – je nach Art des Umsatzes – 10, 13 oder 20 Prozent betragen. Der Standardfall ist der Normalsteuersatz mit 20 Prozent Umsatzsteuer. Diese 30.000-Euro-Grenze wird als sogenannte Nettogrenze verstanden: „Deshalb wird dieser

© DIE FOTOGRAFEN

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er Begriff Kleinunternehmer wird im Umsatzsteuergesetz definiert und auch in anderen Gesetzen, wo er zum Teil anders heißt, zum Beispiel Kleinstunternehmer. „Gemeint sind jedoch in allen Bereichen Unternehmer, die nur geringe Einnahmen und ein kleines Geschäftsfeld haben“, präzisiert Steuerberater Helmut Schuchter.

Zur Person

Prof. Mag. Dr. Helmut Schuchter ist Steuerberater und Partner bei der Innsbrucker Wirtschafts­ prüfungs- und Steuerberatungs­ gesellschaft mbH & Co KG Stauder Schuchter Kempf.

Betrag von uns umgerechnet. Der betreffende Unternehmer kann also 36.000 Euro Einnahmen (bei 20 Prozent USt) haben, um noch Kleinunternehmer zu sein“, erklärt Schuchter. Je nach zugrundeliegendem Steuersatz kann dieser ausgerechnete Bruttowert aber variieren. Änderungen für Kleinunternehmer Durch das sogenannte Abgabenänderungsgesetz gelten seit 1. Jänner 2017

für Kleinunternehmer folgende Änderungen: Zum einen hat der Gesetzgeber eine etwas abweichende Definition hinsichtlich des Inlandbezugs gewählt, zum anderen gibt es eine neue Berechnung der Kleinunternehmergrenze. Erfolgt sind die beiden gesetzlichen Anpassungen aufgrund unionsrechtlicher Vorgaben. Geänderte Definition Neben der 30.000-Euro-Grenze war für Kleinunternehmer bis Ende letzten Jahres der Wohnsitz oder Sitz in Österreich maßgeblich. Seit 1. Jänner 2017 ist nun zu prüfen, ob der Kleinunternehmer sein Unternehmen im Inland betreibt. „Ein Unternehmen wird immer dort betrieben, wo die wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen getroffen werden.“ Hat beispielsweise ein Volksschullehrer aus Sterzing in Innsbruck eine Wohnung geerbt, die er vermietet, gilt er mit diesen zusätzlichen Mieteinnahmen als ausländischer Kleinunternehmer und muss Umsatzsteuer zahlen. Eine weitere Variante: Der Lehrer kann jedoch auch eine


STEUER-SPEZIAL

Innsbrucker Hausverwaltung mit allen Aufgaben, wie Bankkontoführung, Mieterverwaltung, Abrechnungen, Reparaturen oder Geschäftsunterlagen-Aufbewahrung, betrauen. „Mit neuer Rechtslage ändert sich meiner Meinung nach in dieser Fallkonstellation etwas“, so der Steuerexperte. „Denn ich sehe den Ort der Geschäftsleitung nun bei der Hausverwaltung in Innsbruck, wodurch der Lehrer seit diesem Jahr den Vorteil hat, keine Umsatzsteuer mehr zahlen zu müssen.“ Neue Art der Berechnung Doch es gibt seit 1. Jänner 2017 eine weitere Änderung – im Bezug auf die Berechnung der Kleinunternehmer-Regelung: „Neuerdings werden bestimmte steuerbefreite Umsätze nicht mehr auf die Kleinunternehmer-Grenze von 30.000 Euro angerechnet.“ Ein Beispiel: Ein selbstständiger Arzt hat 200.000 Euro Einnahmen aus seiner ärztlichen Tätigkeit

„Neuerdings werden bestimmte steuerbefreite Umsätze nicht mehr auf die Kleinunternehmer-Grenze von 30.000 Euro angerechnet.“ und vermietet zusätzlich eine geerbte Wohnung, bei der sich die Jahresmiete auf 6.000 Euro beläuft. „Bisher war für die Kleinunternehmerregelung der Gesamtumsatz maßgeblich, sprich 206.000 Euro“, sagt Schuchter. Da dieser Betrag die 30.000-EuroGrenze überstieg, griff die Kleinunternehmerregelung nicht. „Das heißt, die ärztliche Tätigkeit war zwar von der Umsatzsteuer befreit, aber nicht die Mieteinnahmen. Deshalb wurde Umsatzsteuer für die Mieteinnahmen fällig, obwohl sie sich nur auf 6.000 Euro beliefen.“

Vorteile für verschiedenste Berufsgruppen Neuerdings sind für diese Beurteilung, ob die KleinunternehmerGrenze greift, beispielsweise Einnahmen aus ärztlicher Tätigkeit nicht zu berücksichtigen. Daher sind die 200.000 Euro (wegen ärztlicher Steuerbefreiung) und die 6.000 Euro (wegen der nun greifenden Kleinunternehmerregelung) steuerfrei. „Im Grunde erfolgt eine isolierte Betrachtung der Einnahmen“, so Schuchter. Neben selbstständigen Ärzten profitieren auch steuerbefreite Zahnärzte, Psychotherapeuten oder Hebammen von dieser neuen Berechnungsart. Darüber hinaus bleiben unter anderem steuerfreie Umsätze von Bausparkassen- und Versicherungsvertretern, Privatlehrern, Wohnungseigentumsgemeinschaften sowie Umsätze aus Aufsichtsratsvergütungen und Lieferungen befreiter Unternehmer für die Kleinunternehmer-Grenze außer Acht. 

Neue Förderungen ab 2017 Ab 2017 besteht die Möglichkeit, Zuschüsse in Form der KMU-Investitions­ zuwachsprämie und AWS Lohnnebenkostenförderung zu lukrieren. müssen als der Durchschnitt der letzten drei Jahre. AWS Lohnnebenkostenförderung: Hier werden innovative Startups (max. fünf Jahre alt) gefördert. Die Förderung beträgt für die ersten drei förderungsfähigen Arbeitsplätze im ersten Jahr 100 %, im zweiten Jahr 67 % und im dritten Jahr 33  % der bezahlten Dienstgeberbeiträge. Die Einreichung hat sechs Monate vor oder spätestens 24 Monate nach der Schaffung des ersten förderfähigen Arbeitsplatzes zu erfolgen, wobei nicht alle Dienstnehmer (z. B. Lehrlinge) gefördert werden.

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KMU-Investitionszuwachsprämie: Wichtig, der Antrag muss vor Durchführung des Auftrags gestellt werden. Die Zuschusshöhe beträgt bei Kleinunternehmen 15 %, bei mittleren Unternehmen 10  %, wobei jeweils ein Mindestinvestitionsbetrag berücksichtigt wird. Die maximale Fördersumme beläuft sich auf 75.000 €. Gefördert werden materielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen in eine Betriebsstätte in Österreich, welche bei Kleinunternehmen um 50.000 € und bei mittleren Unternehmen um 100.000 € höher sein

Mag. Astrid Graf und Mag. (FH) Daniel Nöbauer Geschäftsführer

augustin+nöbauer+partner Steuerberatung GmbH Mitterweg 16/II Würth-Zentrum 6020 Innsbruck Tel.: 0512/29 44 39 www.fidas-innsbruck.at

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STEUER-SPEZIAL

BETRIEBSERFOLGREICH MEISTERN

Die Übergabe eines Betriebes ist eine komplexe Angelegenheit. Wie man sich am besten darauf vorbereitet und was man alles beachten muss, erklären die Steuerexperten Astrid Graf und Daniel Nöbauer. VON HANNELORE WIMMER

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STEUER-SPEZIAL

Bestens beraten im Stubaital Seit nunmehr über 30 Jahren führt Brigitte Eckhoff-Mair die gleichnamige Steuerberatungskanzlei in Fulpmes im Stubaital.

Zur Person

B

ei einer Betriebsübergabe sind zahlreiche Sachen, wie ein geeigneter Nachfolger, die Kaufpreisfindung und damit verbundene Finanzierung bis hin zu steuerrechtlichen Fragen, zu klären. „Dazu kommt der emotionale Aspekt, nämlich die Übergabe eines Lebenswerkes. Für die perfekte Übergabe braucht man einen gewillten Übergeber plus einen geeigneten Übernehmer und ausreichend Zeit“, erklärt Steuerberaterin Astrid Graf. Doch nicht immer liegen diese Voraussetzungen in der Realität vor.

Individueller Weg Welche Art der Betriebsübergabe – Schenkung, Verpachtung, Verkauf – optimal ist, hängt nicht nur davon ab, wie das Unternehmen aufgebaut und strukturiert ist, sondern auch davon, was man selber möchte. „Damit eine Übergabe erfolgreich abgewickelt werden kann, ist vor allem die Vorlaufzeit entscheidend. Ein frühzeitiger Beginn der Planung und die Entwicklung eines geeigneten Übergabekonzeptes sind von großer Relevanz“, weiß Steuerexperte Daniel Nöbauer.

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Mag. (FH) Daniel Nöbauer und Mag. Astrid Graf sind Geschäftsführer und Steuerberater in der Steuerberatungskanzlei augustin+nöbauer+partner GmbH.

Brigitte Eckhoff-Mair mit Sohn Thomas Eckhoff Steuerberatungs- und Wirtschaftstreuhandkanzlei, Fulpmes

N

eben dem treuen Mitarbeiterstamm ist seit vielen Jahren auch ihr Sohn, Mag. Thomas Eckhoff, der seit dem Jahr 2015 selbst Steuerberater ist, für die Fragen und Wünsche der Klienten da. Die betreuten Klienten decken einen breiten Branchenmix ab, wobei regional bedingt die Schwerpunkte im Tourismus und Gewerbe liegen. Das Leistungsspektrum reicht von den alltäglichen Aufgaben der Buchhaltung und Personalverrechnung über die Bilanzierung und steuerliche Vertretung bis hin zu spezialisierter Beratung in steuerrechtlichen oder betriebswirtschaftlichen Fragen. Besonderes Augenmerk wird auf die persönliche und individualisierte Beratung gelegt. So können mögliche Probleme und Gefahren rasch erkannt und ausgeräumt werden.

In der Vorlaufzeit sollte man sich folgende Fragen stellen: ÜBERGEBER

ÜBERNEHMER

Was will ich?

Will ich das Unternehmen

Ist das Vorhaben umsetzbar?

Welche Kosten fallen an (Steuern, Ablöse)?

übernehmen?

Welche Schritte sind dazu notwendig?

Welcher Zeitplan ist für mich umsetzbar?

Welche Variante ist für mich optimal?

Welche Variante ist für mich optimal?

Brigitte Eckhoff-Mair Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder Am Bichl 2 6166 Fulpmes Tel.: 05225/62030 E-Mail: info@eckhoff.at www.eckhoff.at

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STEUER-SPEZIAL

Kompetente Beratung WT-Achental Steuerberatung bietet professionelle Unterstützung für Ihr Unternehmen.

Wenn klar ist, in welche Richtung sich das Unternehmen in Zukunft entwickeln soll, kann man mit der Planung eines geeigneten Übergabekonzeptes beginnen:

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1. Otto M. Gruber, MBA Steuerberater WT-Achental Steuerberatung e.U.

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eit dem Jahr 1999 bin ich in Achenkirch selbständig tätig, seit 2010 als Steuerberater. Gemeinsam mit meiner Frau, die mir im Bereich Buchhaltung und Personalverrechnung zur Seite steht, betreue ich vorwiegend kleine und mittlere Unternehmen. Neben der Erstellung der Jahresabschlüsse und sonstigen Beratungen erledige ich Lohnverrechnungen und Buchhaltungen selbst. Somit erlebe ich die „Erleichterungen und Vereinfachungen“ in diesen Bereichen – besonders im Personalbereich – nicht nur in der Theorie. Die praktische Umsetzung und Machbarkeit der sich ständig ändernden Vorschriften sowie die fortschreitende Digitalisierung im Rechnungswesen sind für die praxisnahe Beratung meiner Klienten unumgänglich. Neben ständigen berufsspezifischen Weiterbildungen habe ich die beiden Speziallehrgänge „Arbeitsrecht“ und „Sozial­ versicherungsrecht“ der Akademie der Wirtschaftstreuhänder mit Diplom abgeschlossen. Sieben Jahre Tätigkeit im öffentlichen Dienst und drei Jahre in der Informationstechnologie sind Erfahrungen und gleichzeitig eine weitere Basis für eine umfassende und weiterreichende Beratungstätigkeit, über die eigentliche Steuerberatung hinaus. Das persönliche Gespräch mit den Klienten ist mir ein besonderes Anliegen. Es ist für mich selbstverständlich, das Unternehmen selbst kennen zu lernen, vor Ort zu sein, im eigenen Bereich des Klienten („My home is my castle“) mit ihm nicht nur seine steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Belange zu diskutieren, sondern mir auch für anderen Gesprächsstoff Zeit zu nehmen. WT-Achental Steuerberatung e.U. Otto M. Gruber 6215 Achenkirch 493 a Tel.: 05246/6926 Mobil: 0664/2482242

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Zu Beginn muss ein Nachfolger bestimmt werden – entweder aus der Familie oder ein fremder.

2. Dann gilt es, die Voraussetzungen zu überprüfen:

Liegt eine Gewerbeberechtigung vor bzw. ist die Finanzierung geregelt? Innerhalb der Familie müssen auch erbrechtliche Ansprüche geklärt werden.

3. Des Weiteren ist die Art und Form der Übergabe zu bestimmen. Übergabeart Man unterscheidet bei der Art der Übergabe zwischen Verkauf, Verpachtung und Schenkung. Meistens wird das Unternehmen verkauft oder verpachtet. In Familien gibt es auch häufig Schenkungen, wo dem Unternehmen keine oder eine Gegenleistung gegenübersteht, die unter 50 Prozent des Objektwertes liegen muss. Übergabeform Bei Betriebsübergaben kann es vorkommen, dass die Rechtsform geändert wird, sei es auf Wunsch des Übernehmers oder insbesondere bei Familienübergaben auch seitens des Übergebers. Die einfachste Form der Übergabe ist als Einzelunternehmen. Dabei ist zu beachten, dass betriebliche Grundstücke und Gebäude mitübergeben werden müssen, um Steuern zu reduzieren. Ist dies nicht der Fall, gehen sie ins Privatvermögen über und

man muss die stillen Reserven auflösen, die in Folge versteuert werden müssen und die Liquidität belasten. Im Gegensatz dazu ist bei Personengesellschaften wie zum Beispiel einer KG, GmbH & Co. KG eine schrittweise Übergabe möglich, jedoch ist sie steuerlich komplexer, dafür oftmals ökonomischer. Will der Übergeber noch im Besitz von Grundstücken und Gebäuden bleiben, eignet sich diese Form am besten. Seit 2016 fällt bei der Anteilsvereinigung 0,5 Prozent Grunderwerbssteuer (Grest) vom Grundstückswert an. Auch eine GmbH kann die passende Form sein, insbesondere wenn ein Unternehmen hohe Gewinne abwirft und der Kaufpreis dementsprechend hoch ist. Hier besteht die Möglichkeit, die Gewinne nicht auszuschütten, sondern im Unternehmen zu lassen, sofern die Kredite zuerst getilgt werden. Mangels Ausschüttung fällt dann keine Kapitalertragssteuer an.


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Schwierigkeiten in der Praxis

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• kein Übergabekonzept • falscher Zeitpunkt • Übergeber lässt nicht los • je später die Über­g abe, desto schwieriger • Änderungen des Gesetzgebers, die auf Ver­ mögen/Gebäude abzielen • Unternehmensbewertung: Differenzen zwischen Käufer und Verkäufer

Kosten & Steuern Grundsätzlich fallen bei einer Betriebsübergabe Steuern an. Die Höhe kann dabei zwischen 0 und dem Höchststeuersatz variieren, wobei es steuerliche Begünstigungen wie zum Beispiel den Freibetrag gibt.

Eine Übergabe kann auch steuerfrei verlaufen, sofern ein Unternehmen ohne Gebäude und Grund zu Buchwerten übergeben bzw. geschenkt wird. Allerdings ist zu beachten, dass auch innerhalb der Familie Schenkungen über 50.000

Euro innerhalb eines Jahres meldepflichtig sind. Bei Nicht-Meldung muss mit einer Strafe bis zu 10 Prozent des gemeinen Wertes der Schenkung gerechnet werden. 

Pssst...

vertraulich, seriös, mit persönlicher Betreuung

www.bangratz-hagele.at · A-6020 Innsbruck, Lieberstraße 3/III

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STEUER-SPEZIAL

FIRMENAUTOS NUTZUNG DES

FÜR GESCHÄFTSFÜHRENDE GESELLSCHAFTER Besteht für wesentlich beteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer die Möglichkeit, das Firmen-Kfz für private Zwecke zu nutzen, stellt dies eine steuerpflichtige Einnahme für jene dar. VON E VA SCHWIENBACHER

© LUKAS SCHMIED

B Zur Person

MMag. Dr. Philipp Hagele, geschäftsführender Gesellschafter der Bangratz & Hagele Wirtschafts- und Steuerberatungsgesellschaft mbH & Co KG in Innsbruck sowie Gerichtssachverständiger und Fachvor­ tragender

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eim wesentlich beteiligten Gesellschafter-Geschäftsführer, kurz Gesellschafter-Geschäftsführer oder geschäftsführender Gesellschafter, handelt es sich vereinfacht gesagt um jemanden, der die Funktion eines Geschäftsführers innehat und gleichzeitig am Stammkapital der Gesellschaft mit mehr als 25 Prozent beteiligt ist. „In diesem Sinne gilt er aus einkommenssteuerlicher Sicht nicht als Dienstnehmer, sondern bezieht grundsätzlich Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit“, erklärt Steuerberater Philipp Hagele. Bezüge von GesellschafterGeschäftsführern unterliegen der Lohnnebenkostenpflicht, unter anderem der Kommunalsteuer. Die private Nutzung des Firmen-Kfz wird als Teil der Vergütung des Geschäfts-

führers gesehen, weshalb Abgaben und Einkommensteuer anfallen. Neue Rechtslage ab 2017 Für Dienstnehmer gibt es bereits eine Sachbezugsverordnung, die regelt, wie hoch der steuerpflichtige Vorteil aus der Privatnutzung des FirmenKfz ist. Bislang war diese Verordnung für Gesellschafter-Geschäftsführer nicht anwendbar. Doch das ändert sich im Zuge der Steuerreform: Eine Sachbezugsverordnung, die den geschäftsführenden Gesellschafter betrifft, befindet sich derzeit in Ausarbeitung durch das Bundesministerium für Finanzen. Künftig wird diese zur Berechnung der steuerlichen Abgaben und der steuerpflichtigen Einnahmen aus der Fahrzeugnutzung beim Geschäftsführer herangezogen werden müssen, wenn die

Möglichkeit besteht, den Firmenwagen privat zu nutzen. „Nach der bisherigen Auffassung war es zulässig, die steuerpflichtige Einnahme beim Gesellschafter-Geschäftsführer auf Basis der gesamten Kosten des Kfz multipliziert mit dem Anteil der privat gefahrenen Kilometer anzusetzen“, erklärt Hagele. Dieses Berechnungsmodell wird voraussichtlich durch Ansatz des monatlichen Sachbezugswerts, der sich aus den Anschaffungskosten des Kfz ergibt, ersetzt werden. Höhe des Sachbezugs Bis zum Inkrafttreten der Verordnung lassen sich noch keine sicheren Angaben dazu machen, wie hoch der Sachbezug für geschäftsführende Gesellschafter ist. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Höhe des


STEUER-SPEZIAL

Countdown Registrierkasse

Sachbezugs in Anlehnung an die Sachbezugsverordnung für Dienstnehmer grundsätzlich zwei Prozent der Anschaffungskosten des Dienstwagens betragen wird. Ein Beispiel Angenommen, ein Auto kostet 40.000 Euro in der Anschaffung und verursacht jährliche Aufwendungen von 9.700 Euro (eine steuerliche Abschreibung von 5.000 Euro, Treibstoff 1.200 Euro, Versicherung 2.500 Euro, Reparaturen und Instandhaltungskosten 1.000 Euro), die die GmbH steuerlich absetzen kann. Angenommen, der Gesellschafter-Geschäftsführer hat nun durch die Verordnung einen Sachbezug in Höhe von zwei Prozent der Anschaffungskosten des Firmen-

den Sachbezug mindern, sprich sich privat an den Anschaffungskosten und Aufwendungen, die das Kfz verursacht, zu beteiligen.“ Darüber hinaus ist es grundsätzlich möglich, das Auto als Privatperson zu erwerben. „Der Geschäftsführer kann das Kfz dann zwar noch steuerlich absetzen, würde aber das Betriebsausgabenpauschale verlieren, weshalb hier eine Günstigkeitsberechnung anzustellen ist“, weiß Hagele. Eine dritte Möglichkeit betrifft die Rechtsform: „Die neue Verordnung kann man auch zum Anlass nehmen, die Vorteile der GmbH als bisherige Unternehmensrechtsform zu durchleuchten“, rät Hagele. „Denn nicht in jedem Fall ist die GmbH die optimale Rechtsform, was Steuern

„Die neue Verordnung kann man auch zum Anlass nehmen, die Vorteile der GmbH als bisherige Unternehmensrechtsform zu durchleuchten. Denn nicht in jedem Fall ist die GmbH die optimale Rechtsform, was Steuern und Abgaben betrifft.“ wagens zu versteuern, dann betragen die steuerpflichtigen Einnahmen beim Gesellschafter-Geschäftsführer 800 Euro pro Monat, sprich 9.600 Euro im Jahr. „In diesem Fall müsste der wesentlich beteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer die gesamt anfallenden Aufwendungen des Kfz fast zur Gänze versteuern, obwohl die tatsächliche private Nutzung des Fahrzeugs unter Umständen weit darunterliegt“, fasst Hagele zusammen. Handlungsmöglichkeiten Um Steuern zu sparen, gilt es, die Alternativen zu prüfen, rät Hagele. „Eine Handlungsmöglichkeit wäre, eigene Kostenbeiträge zu leisten, die

und Abgaben betrifft. Denkbar wäre zum Beispiel eine Umgründung in eine GmbH & Co KG, bei der der bisherige wesentlich beteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer gleichzeitig Kommanditist wird.“ Dann würde er bei entsprechender vertraglicher Regelung wie ein Einzelunternehmer behandelt werden und könnte die private Nutzung des Firmen-Pkws als Privatentnahme ansetzen und nicht als Vorteil aus dem Dienstverhältnis. Der Sachbezug wäre demnach nicht zu versteuern, sondern nur ein in der Regel günstigerer Privatanteil. „Grundsätzlich ist es aber wichtig, jeden einzelnen Fall individuell zu überprüfen“, empfiehlt Hagele.

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Ihr Kassenbon hat ab 1. April 2017 eine elektronische Signatur aufzuweisen.

Dr. Mag. Hedwig Bendler Kitzbüheler Wirtschafts ­t reuhand­gesellschaft, Steuerberaterin & Wirtschaftsprüferin

To-Do-Liste · Besorgung Signaturkarte über Anbieter, Softwareupdate · Initialisierung Registrierkasse – bisher aufgezeichnete Geschäftsfälle abspeichern – Verbindung Signaturkarte mit Registrierkasse – Einrichtung Datenerfassungsprotokoll, Nullstellung Umsatzzähler, Vergabe Sicherheitsschlüssel & Kassen-­ Identifikationsnummer · Erstellung des Startbelegs, Geschäftsfall mit Betrag null Euro ist zu erfassen · Registrierung Finanzonline Signaturkarte & Registrierkasse (bzw. beauftragen Sie Ihren Steuerberater) · Verpflichtende Prüfung des Startbelegs mit BMF Belegcheck-APP, Feststellung, ob Inbetriebnahme ordnungsgemäß! Kitzbüheler Wirtschaftstreuhandgesellschaft Dkfm. Dr. Karl Koller KG Josef-Pirchl-Straße 18 6370 Kitzbühel Tel.: 05356/6996 www.koller-kitzbuehel.com

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STEUER-SPEZIAL

Gewinnfreibetrag

© WT PEDEVILLA

Ab 2017 wieder mit breiterer Investitionsmöglichkeit

Hannes Pedevilla Steuerberater WT Pedevilla

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er Gewinnfreibetrag steht allen natürlichen Personen bei der Gewinnermittlung eines Betriebes (§21–23 EStG) unabhängig von der Gewinnermittlungsart zu und beträgt bis zu 13 % des Gewinnes. Bis zu einem Gewinn von 30.000 € steht jedem Steuerpflichtigen ohne Nachweis ein Grundfreibetrag von 13  % (somit 3.900  €) zu, für die Geltendmachung eines höheren Freibetrags sind entsprechende Investitionen erforderlich. Begünstigte Investitionen umfassen grundsätzlich abnutzbare körperliche Anlagen bzw. Wohnbauan­leihen (Wandelschuldverschreibungen zur Förderung des Wohnbaus), nunmehr ab 2017 auch wieder alle im EStG § 14 Abs. 7 Z 4 vorgesehenen Wertpapiere (die Einschränkung wurde im Jahre 2014 von der Regierung im Zuge eines Steuerpaketes auf drei Jahre befristet). Die Nutzungsdauer bzw. Behaltefrist beträgt jeweils vier Jahre. Bei Inanspruchnahme einer Betriebsausgabenpauschalierung steht nur der Grundfreibetrag zu. Der Gewinnfreibetrag vermindert auch die GSVG-Bemessungsgrundlage und somit neben der Steuerbelastung auch die Sozialversicherungsbelastung. Der Gewinnfreibetrag wird für Gewinne ab 175.000  € reduziert und beträgt zwischen 175.000  € und 350.000  € 7  %, zwischen 350.000  € und 580.000 € nur mehr 4,5 %, für den darüber hinaus gehenden Teil der Gewinne entfällt der Freibetrag zur Gänze. Der Freibetrag beträgt daher maximal 45.350 €. (Alle Angaben ohne Gewähr.) WT Pedevilla Steuerberatungs GesmbH Innsbrucker Straße 47 6130 Schwaz Tel.: 05242/62 184 E-Mail: office@wt-pedevilla.at www.wt-pedevilla.at

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R E T K N Ä R H C BE S

VEARUSLUSTGLEICH

FÜR KOMMANDITISTEN UND ATYPISCH STILLE Für Kommanditisten und atypisch Stille gibt es einen Systemwechsel im Verlustausgleich, denn es greift die sogenannte „Wartetastenregelung“. VON JOHANNES MARSONER

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isher sind Verluste aus mitunternehmerischen Beteiligungen mit beschränkter Haftung (als Kommanditist oder atypisch Stiller) auch dann gänzlich mit Gewinnen und Überschüssen aus anderen Einkunftsquellen ausgleichsfähig gewesen, wenn die Verluste die voll einbezahlte Hafteinlage überstiegen haben und das steuerliche Eigenkapital insoweit ins Negative gesunken ist. Änderungen für das aktuelle Wirtschaftsjahr Das ändert sich für Verluste aus nach dem 31. Dezember 2015 beginnenden Wirtschaftsjahren, die zumeist ge-

rade abgeschlossen werden: Verluste sind bei natürlichen Personen ohne ausgeprägte Mitunternehmerinitiative und mit einer beschränkten Haftung als Kommanditist oder atypisch Stiller nur insoweit mit anderen Einkünften ausgleichsfähig, als sie die einbezahlte Einlage nicht übersteigen. Übersteigen die Verluste die einbezahlte Einlage, werden sie auf „Wartetaste“ gelegt und sind nur mit künftigen Gewinnen aus derselben Beteiligung ausgleichsfähig. Verzögerter Verlustausgleich Das bedeutet in der Praxis, dass solche Verluste die Einkommensteuer nicht im Jahr der Verlustzuweisung


STEUER-SPEZIAL

Verstärkung für ein starkes Team

Ausgeprägte Mitunternehmerinitiative Diese neuen Regeln gelten jedoch nicht, wenn Kommanditisten und atypisch Stille eine „ausgeprägte Mitunternehmerinitiative“ haben: Wer als Geschäftsführer oder Prokurist der Komplementär-GmbH einer GmbH & Co KG im Firmenbuch eingetragen ist, trägt als Leitungsorgan eine erhebliche Verantwortung – vor allem im Vergleich zu einem Gesellschafter, der nur mit seinem Kapital beteiligt ist. Dadurch entwickelt er eine „ausgeprägte Mitunternehmerinitiative“. Dies wird durch einen sofortigen Verlustausgleich belohnt. Die Verluste werden insoweit auch nicht auf „Wartetaste“ gelegt, als die Verluste die einbezahlte Einlage übersteigen und das steuerliche Eigenkapital ins Negative sinkt. Körperschaften ausgenommen Für Körperschaften greifen die neuen Regeln über „Wartetastenverluste“ nicht. Es kann somit ertragsteuerrechtlich interessant sein, verschiedene Beteiligungen als Mitunternehmer (Kommanditbeteiligungen und atypisch Stille) ertragsteuerneutral

Zur Person

Mag. Johannes Marsoner Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Partner bei der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Marsoner + Partner in Innsbruck

(zu Buchwerten) in eine HoldingGmbH einzubringen. Ein Kommanditist oder stiller Gesellschafter kann also seinen Mitunternehmeranteil übertragen und diesen in eine GmbH einlegen, die ihm selbst zu 100 Prozent gehört. So wird der Anteil nicht mehr direkt gehalten, sondern durch die Gesellschaft. Auf diese Weise können Gewinne und Verluste aus verschiedenen Beteiligungen ohne Begrenzung durch die Regeln über „Wartetastenverluste“ ausgeglichen und verbleibende Gewinne mit nur 25 Prozent Körperschaftsteuer linear (statt mit bis zu 55 Prozent Einkommensteuer) versteuert werden. Eine Klärung der neuen persönlichen Steuerlage mit einem Steuerberater ist bei den komplexen neuen Regeln über „Wartetastenverluste“ zu empfehlen.

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mindern, sondern erst in den Jahren künftiger Gewinne aus derselben Beteiligung. Wer bereits vorher von einem ertragsteuerwirksamen Verlustausgleich profitieren will, kann durch Einlageleistungen sein steuerlich negatives Eigenkapital auffüllen und insoweit „Wartetastenverluste“ mit anderen positiven Einkünften ausgleichen.

© MARSONER + PARTNER GMBH

Für Körperschaften greifen die neuen Regeln über „Wartetastenverluste“ nicht.

Mag. Astrid Graf und Mag. (FH) Daniel Nöbauer Geschäftsführer augustin+nöbauer+partner Steuerberatung GmbH

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rau Mag. Astrid Graf verstärkt neben Herrn Mag. (FH) Daniel Nöbauer die Geschäftsführung der augustin+nöbauer+partner Steuerberatung GmbH. Frau Mag. Astrid Graf ist ausgebildete Juristin und Steuerberaterin mit viel Erfahrung. Als ehemalige Partnerin einer renommierten Steuerberatungskanzlei im Raum Salzburg wird sie als Expertin im Bereich Sozialversicherungs- und Verfahrensrecht das erfolgreiche und hochqualifizierte Team verstärken. Die Kanzlei bietet neben der Steuerberatung ihr Spezialwissen im Bereich Betriebsübergabe, betriebswirtschaftliche Beratung, Sanierungsberatung, Beratung für Gesundheitsberufe und Immobilien an.

augustin+nöbauer+partner Steuerberatung GmbH Mitterweg 16/II Würth-Zentrum 6020 Innsbruck Tel.: 0512/29 44 39 www.fidas-innsbruck.at

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MOTOR

Genfer Auto Der Internationale Auto-Salon Genf ist eine der weltweit wichtigsten Automobil-Fachmessen. 1905 erstmals veranstaltet, präsentiert er jährlich im März nicht nur Abgehobenes auf vier Rädern in Form unbezahlbarer Sportwagen und absurder Luxuswagen. Von 9. bis 19. März werden auf dem inzwischen 87. Internationalen AutoSalon auch Firmen-Fahrzeuge ins Rampenlicht gerollt, die spannend und dynamisch sind wie selten zuvor.

Škoda Octavia Scout

Unternehmerische Intelligenz und ... BMW 5er Touring In Genf feiert die neuen Generation des BMW 5er Touring Weltpremiere. Die fünfte Modellgeneration punktet mit einem neu konstruierten Fahrwerk, Gewichtsreduzierung und vielen teils einzigartigen Detaillösungen. Der Innenraum wurde deutlich größer. Zum Marktstart im Juni 2017 sind vier Motoren verfügbar. Preise ab rund 54.000 Euro.

Robustes Design im Off road-Look, erweiterte Einsatzmöglichkeiten, eine große Motorenauswahl sowie serienmäßiger Allradantrieb: Der neue Škoda Octavia Scout leistet sich einen eigenständigen Auft ritt samt Spurverbreiterung an der Hinterachse. Die Serienausstattung umfasst ein Schlechtwege-Paket, LED-Tagfahrlicht und Heckleuchten in LED-Technik. Für umwelt- und kostenbewusste Unternehmer gibt es den neuen Škoda Octavia als Combi auch in einer Erdgas-Turbo-Version 1,4 TGI.

Opel Insignia Sports Tourer Das Opel-Flaggschiff feiert ebenfalls in Genf Weltpremiere. Die Kombiversion des Insignia kommt im Juli mit verschärfter Optik und einem Ladevolumen von 1.640 Litern auf den Markt. Der Laderaum besitzt eine sensorgesteuerte, automatisch öff nendeund schließende Heckklappe. Die Öff nungshöhe kann programmiert werden. Zum Marktstart gibt es Dieselmotoren von 110 bis 170 PS. Bei den Benzinern können 140 bis 170 PS aus einem 1,5-Liter-Direkteinspritzer geordert werden. Ab Juni 2017 sind vier Motoren verfügbar. Preise ab rund 54.000 Euro.

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MO OTTO ORR M

Salon 2017 ......automobiler Thrill automobiler Thrill

Ferrari 812 812 Superfast Superfast Ferrari Der 800 800 PS PS starke starke Ferrari Ferrari 812 812 Superfast Superfast ist ist Der das bisher bisher leistungsstärkste leistungsstärkste Serienauto Serienauto des des das Unternehmens und und will will mit mit seinem seinem 6,5-Liter6,5-LiterUnternehmens V12 neue neue Maßstäbe Maßstäbe setzen. setzen. Der Der 812 812 Superfast Superfast V12 ist zwar zwar nicht nicht der der erste erste Ferrari, Ferrari, der der hinreißend hinreißend ist aussieht, aber aber immerhin immerhin der der erste erste mit mit elektroelektroaussieht, mechanischer Servolenkung. Servolenkung. mechanischer

Porsche Porsche Panamera Panamera Sport Sport Turismo Turismo Weltpremiere Weltpremiere auch auch für für den den Porsche Porsche Panamera Panamera Sport Sport Turismo, Turismo, der der auf auf dem dem im im vergangenen vergangenen Jahr Jahr erneuerten erneuerten Panamera Panamera aufb aufbaut. aut. Der Der Sport Sport Turismo Turismo macht macht mit mit großer großer Heckklappe, Heckklappe, niedriger niedriger Ladekante, Ladekante, vergrößertem vergrößertem GepäckraumGepäckraumvolumen volumen und und einem einem 4+1-Sitzkonzept 4+1-Sitzkonzept große große Zugeständnisse Zugeständnisse an an AlltagstaugAlltagstauglichkeit lichkeit und und Variabilität. Variabilität. Gleichzeitig Gleichzeitig sorgen sorgen MoMotoren toren mit mit Leistungen Leistungen von von bis bis zu zu 550 550 PS PS dafür, dafür, dass dass das das Th Thema ema „Porsche” „Porsche” nicht nicht zu zu kurz kurz kommt. kommt.

Lamborghini Lamborghini Huracán Huracán Performante Performante Dieser italienisch-deutsche italienisch-deutsche Supersportwagen Supersportwagen Dieser ist gleichzeitig gleichzeitig brandneu brandneu und und ein ein RekordhalRekordhalist ter. 40 40 Kilo Kilo leichter leichter und und 30 30 PS PS stärker stärker als als der der ter. reguläre Huracán, Huracán, hält hält er er den den neuen neuen reguläre Rundenrekord für für Serienfahrzeuge Serienfahrzeuge auf auf der der Rundenrekord Nürburgring-Nordschleife. Die Die Eckdaten Eckdaten Nürburgring-Nordschleife. dazu: Zehnzylinder-Saugmotor Zehnzylinder-Saugmotor mit mit 640 640 PS, PS, dazu: Allradantrieb und und 2,9 2,9 Sekunden Sekunden auf auf 100 100 km/h. km/h. Allradantrieb

Mercedes-Maybach Mercedes-Maybach G650 Landaulet Landaulet G650 Mercedes Mercedeszeigt zeigtin inGenf Genfdas dasMaybach MaybachG650 G650Landaulet. Landaulet. Es Eswird wirdnur nur99 99Mal Malgebaut gebautund undkostet kostetdann dannmindestens mindestens 500.000 500.000Euro, Euro,gerne gerneaber aberauch auch700.000 700.000und undmehr. mehr.Luxus Luxusim im Überfl Überfluss ussund undSechsliter-V12-Doppelturbo Sechsliter-V12-Doppelturboverstehen verstehensich sich da davon vonselbst. selbst.Der Derum um60 60Zentimeter Zentimeterverlängerte verlängerteRadstand Radstand und unddie diePortalachsen Portalachsenmachen machendas das3,3 3,3Tonnen Tonnenschwere schwere Landaulet Landauletuneingeschränkt uneingeschränktgeländetauglich, geländetauglich,fifinanziell nanziell schmerzbefreite schmerzbefreiteBesitzer Besitzervorausgesetzt. vorausgesetzt.

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© DOMINIQUE HUTER (2)

MOTOR

BMW 320D XDRIVE GT

Diesel

Sportlicher Bayer on Tour Der BMW 3er GT ist als Facelift bereits seit Juli am Markt. Seitdem hat er nichts an Attraktivität verloren, ganz im Gegenteil: top.tirol testete mit dem 320d GT eine mehr als spannende Alternative zu anderen 3er-Modellen.

Technische Daten: Motor: TwinPower Turbo 4-Zylinder Antrieb (serienmäßig): Hinterrad Antrieb Testwagen: Allrad xDrive Hubraum: 1995 ccm Getriebe: 6-Gang-SG Leistung: 140 KW/190 PS Testverbrauch: 7,1 l/100 km Preis ab: 45.300 Euro Preis Testwagen: 64.824 Euro

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I

Test: Eva-Maria Hotter

m Zuge des Facelifts des 3er GT wurden außen vor allem die Front- und die Heckschürze überarbeitet. Außerdem sind nun auch in der Schrägheck-Variante der 3er-Modellreihe serienmäßig LED-Scheinwerfer eingebaut. Durch neue Rückleuchten wirkt die Heckpartie breit und flach. Unter der großen Heckklappe verbirgt sich ein Kofferraum, der mit umgeklappten Lehnen bis zu 1.600 Litern fasst. Qual der Wahl. Noch mehr getan hat sich im Motorraum: Seit der Modellpflege stehen neben fünf Diesel- auch drei Benzinmotoren zur Wahl. Zum top.tirol-Test fuhr der 190-PS-Diesel mit 6-GangSchaltgetriebe und Allrad vor. Im Fahrzeuginneren fallen Chromund Lederelemente ins Auge – Top Materialverarbeitung inklusive. Die um sechs Zentimeter höhere Sitzposition als in Kombi oder Limousine ermöglicht komfortables Ein- und Aussteigen.

Auch in puncto Infotainment hat der 3er GT nachgelegt: Das neueste Professional Navisystem kommt erstmals in der Mittelklasse zum Einsatz. Erstaunlich wendig Beim Fahren überzeugt besonders der ECO PRO Modus: Dabei zeigt das Control Display Tipps für eine möglichst spritschonende Fahrweise an – zugeschnitten auf die individuelle Fahrsituation. Je nach gewähltem Modus passt sich auch das

Lenkverhalten an: Im Sportmodus mit Allrad ist der 320d GT erstaunlich wendig in den Kurven. Der 3er GT punktet im Vergleich zu den anderen 3er-Modellen mit einem um elf Zentimeter breiteren Radstand. So gibt es im Fond drei vollwertige Sitzplätze und zudem auch mehr Beinfreiheit. Fazit: Ein sportlicher Allrounder mit viel Platz und Komfort, der sich sowohl als Business- als auch als Familienauto eignet.

Der neue 3er GT macht eine Top-Figur: Durch neue Rückleuchten wirkt die Heckpartie breit und flach.


MOTOR

Bei der E-Mobilität geht was weiter Elektromobilität wird unsere Zukunft und damit auch die Tiroler Wirtschaft markant prägen.

Die Hälfte:

300 %:

Das kostet ein gewerblich genutztes E-Auto im Vergleich zum Diesel im Zeitraum von acht Jahren.

95:

5 Jahre:

Die derzeitige Wachstumsrate bei Neuzulassungen von E-Autos in Tirol.

Dann ist jedes fünfte gewerblich genutzte Auto ein Elektroauto.

Mehr Gramm an CO2 pro Kilometer dürfen bis 2020 laut ­EU-Richtlinie 95 Prozent der Neuwagen der Auto­ hersteller nicht mehr emittieren. Wenn Autoher­s teller weiterhin leistungs­s tarke Dieselfahrzeuge herstellen wollen, müssen sie vermehrt auf Elektrofahrzeuge setzen.

Quelle: Tiroler Wirtschaftsbund. Einen Überblick zu den bisherigen Erkenntnissen, zu Maßnahmen und Forderungen zum Thema E-Mobilität unter: www.wirtschaftsbund-tirol.at

WINTERFREUDE BY BMW.

Freude am Fahren

Symbolfoto

DIE BMW 3er LIMOUSINE MIT xDRIVE.

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MOTOR

Business einmal anders

Es muss nicht immer ein deutscher Kombi sein. top.tirol stellt vier automobile Alternativen für den unternehmerischen Alltag vor, die auch in der Freizeit Freude machen. KIA OPTIMA GT SW: DER HERAUSFORDERER

Benzin Korea macht Kombi: Der Optima GT SW zeigt kaum Schwächen.

Bedarf – auch mal mit echtem Sicherheitsplus zu überholen. Die Automatik schaltet butterweich, die Federung ist härter, aber nicht zu hart, die Verarbeitung tadellos. Wären die Kosten und der recht hohe Verbrauch nicht, hätte dieser Kia das Zeug zum echten Volkswagen.

© FRANZ OSS (4)

Fazit: Der fast perfekte Kombi. Wären hoher Einstiegspreis und teurer Erhalt nicht, man müsste den Koreaner als nervenschonenden Dienstwagen ärztlich verschreiben.¬ (Test: Klaus Erler)

Kia Optima SW GT 2,0 T-GDI

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ollausstattung, gute Verarbeitung, Sahnemotor und Automatik, konkurrenzlose 7-Jahr-Garantieleistung: Der neue Kia GT befindet sich als Kombi auf Augenhöhe mit der lange Zeit als uneinholbar geltenden deutschen Kon-

FORD EDGE: DER BREITE GRAT

kurrenz. Der Slogan „Einsteigen und wohlfühlen“ – anderswo längst marketingmäßig aufgerieben – hat hier nach wie vor seine Berechtigung. 245-Benzin-PS bieten die perfekte Basis, um ohne großes Turboloch wahlweise entspannt zu gleiten oder – bei

Getriebe: 6-Gang-Automatik Leistung: 180 KW/245 PS Länge: 4,85m (vgl. VW Golf: 4,26m) Kofferraumvolumen: 510 l (vgl. VW Golf: 380 l) Testverbrauch: 10,4 l/100 km Preis ab: 26.990 Euro Preis Testwagen: 51.790 Euro

Diesel

Ford Edge 2,0 TDCi 210 PS Titanium Getriebe: 6-Gang-Doppelkupplungsautomatik Leistung: 154 KW/210 PS Länge: 4,81 m (vgl. VW Golf: 4,26 m) Kofferraumvolumen: 602 l (vgl. VW Golf: 380 l) Testverbrauch: 8,6 l/100 km Preis ab: 44.800 Euro (Trend AWD) Preis Testwagen: 62.500 Euro

King of Traction und Autobahn: der größte Ford-SUV Edge

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ersucht man „Edge“ ins Deutsche zu übersetzen, landet man rasch bei „Absturzkante“. Das scheint hier nicht recht zu passen, eher ginge vielleicht noch der „Grat“, an dem man – so vielleicht der Marketinggedanke – dank serienmäßigem Allrad ungestraft entlangbalanciert. Doch auch 56

dabei dank modernster Dieseltechnologie in vertretbaren Grenzen: 8,6 Liter für fast zwei Tonnen schrankhohes Leergewicht gehen in Ordnung. Ansonsten: Das Auto ist seinem Preiszettel entsprechend hervorragend verarbeitet und serienmäßig mit einem intelligenten Allradantrieb ausgestattet. Ebenfalls sehr klug sind die adaptive Lenkung und die aktive Geräuschkompensation im Fahrzeuginneren. dieser Vergleich hinkt, Fords SUV-Flaggschiff ist dazu einfach zu wuchtig. Das muss aber nicht in jedem Fall ein Nachteil sein. Auf der Autobahn, wo er sich ungeachtet seiner geländegängigen Anmutung mit Abstand am wohlsten fühlt, ist diese Masse fahratmosphärisch wichtig. Der Verbrauch hält sich

Fazit: Wer als Unternehmer auf deutsches Prestige verzichten mag, findet hier das perfekte Autobahn-Kilometerfresser-Fahrzeug für alle Witterungen. Einziges Manko: der zu erwartende hohe Wertverlust. ¬ (Test: Klaus Erler)


MOTOR

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RANGE ROVER EVOQUE CABRIOLET: WINTER-OPEN-AIR

as Range Rover Evoque Cabrio ist ein außergewöhnlicher Augenschmeichler für Fans der etwas anderen Optik. Zudem bietet es dank SUV-Genen Fahrspaß das ganze Jahr. Die Oben-Ohne-Ausfahrt bei Temperaturen unterhalb der Null-GradMarke durch Eis und Schnee wird so zur ganz neuen Erfahrung, die überraschend schmerzfrei bleibt: Dafür sorgen bei diesem weltweit ersten SUV-Cabrio in der Premium-Kompaktklasse die gute Zusammenarbeit von Allrad, Windschott und aufgedrehter Heizung. Das vollautomatische Verdeck lässt sich in nur 18 Sekunden bis zu einer Geschwindigkeit von 48 km/h bedienen. Dank fünflagiger Wärmeund Schalldämmung dringt kaum Wind- und Straßenlärm ins Fahrzeuginnere. Das Premium-Cabrio hinterlässt auch im Innenraum einen extravaganten Eindruck. Die Platzverhältnisse sind für den Fahrer und Beifahrer perfekt, hinten fühlen sich höchstens Kinder wohl. Der 180 PS starke Diesel mit 9-GangAutomatik passt optimal zum zwei Tonnen schweren Ganzjahrescruiser und bringt das Drehmoment über den Allradantrieb jeder-

AUDI Q5: EDLES FÜR SMARTE CHEFS

Diesel

zeit sicher auf die Straße. Trotz straffer Fahrwerksabstimmung ist das Evoque-Cabrio komfortabel genug, um auch längere Reisestrecken entspannt zurückzulegen. Fazit: Ein Auo, das polarisiert und das trotzdem jeder und jedem großen Spaß machen dürfte. ¬ (Test: Walter Mair)

Range Rover Evoque Cabriolet Getriebe: 9-Gang Automatik Leistung: 132 kW/180 PS Länge: 4,37 m (vgl. VW Golf: 4,26 m) Kofferraumvolumen: 251 l (vgl. VW Golf: 380 l) Testverbrauch: 8,4 l/100 km Preis ab: 56.500 Euro Preis Testwagen: 74.228 Euro

Oben ohne bei Eis und Schnee: Das Evoque Cabrio ist in seinem Element.

Diesel

© CHRISTIAN HOUDEK

Der neue Audi Q5 macht eine gute Figur: dank neuem quattro-Antrieb vor allem auch im Schnee

Audi Q5 2.0 TDI ultra quattro Design Getriebe: 7-Gang S tronic Leistung: 140 kW/190 PS Länge: 4,66 m (vgl. VW Golf: 4,26 m) Kofferraumvolumen: 550 l (vgl. VW Golf: 380 l) Verbrauch kombiniert (Werk): 5,2 l/100 km Preis ab: 41.850 Euro Preis Testwagen: 63.677 Euro

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ptisch gibt es beim neuen Audi Q5 keine großen Überraschungen, das Plus an Eleganz und Dynamik ist dennoch rundum sicht- und spürbar. Zu den großen Innovationen gehören der quattro-Antrieb mit ultra-Technologie, effizientere Motoren, die Luftfederung mit Dämpferregelung sowie ein umfassendes Angebot bei Infotainment- und Assistenzsystemen. Bei seinem Österreich-Debüt in den verschneiten Weinbergen rund um Wien konnte der neue Q5 als 190 PS starker Zweiliterdiesel mit Allrad S tronic zeigen, was in ihm steckt: Sportlich straff

abgestimmt brachte er auch bei den vorherrschenden schwierigen Witterungsverhältnissen die Kraft mit beindruckender Präzision auf den Boden. Und auch wenn es Trump nicht passt: Der Audi Q5 fährt in einem neu errichteten Werk in San José Chiapa in Mexiko vom Band. Fazit: Wer den perfekten mittelgroßen SUV sucht und dank gutem Geschäftsverlauf nicht nervös auf das Geld schauen muss, braucht nicht weiter zu suchen: Hier ist er! ¬ (Test: Walter Mair) 57


MOTOR

Motor

© SCHLOSSMARKETING

News

Zwei Sportler vor neuen Abenteuern: Ende Jänner hat das Innsbrucker Autohaus Moriggl im Rahmen des Sportsponsorings einen brandneuen Honda Civic an die Tiroler Judoka Bernadette Graf übergeben. „Ich freue mich schon sehr, mit dem flotten Civic in die ungarische Hauptstadt zur Weltmeisterschaft fahren zu können“, strahlte die Tiroler Sportlerin mit dem Honda-Experten Helmut Kofler bei der Fahrzeugübergabe um die Wette.

Sicherer Gewinner Die neue Hyundai-i30-Generation punktet mit geglückter Optik und serienmäßigen Sicherheitsfeatures. Walter Kuen, Verkaufsleiter beim Innsbrucker Hyundai-Partner Denzel-Unterberger, zeigt sich von der dritten i30-Auflage begeistert: „Neben einem Fernlichtassistenten wird der i30 ohne Aufpreis inklusive Frontkollisionswarnsystem, einem Notbrems- und Spurhalte-Assistenten und einer Müdigkeitserkennung ausgeliefert!“ Der ab 17.990 Euro erhältliche i30 bietet fünf Jahre Werksgarantie ohne Kilometerbegrenzung.

© MORIGGL

Große Neugierde herrschte unter den rund 200 geladenen Gästen: Das BMW Group Kompetenzzentrum Unterberger-Denzel hatte Anfang Februar zur Vorstellung einer neuen „Führungskraft“ geladen: Der brandneue BMW 5er stand in den Schauräumen am Innsbrucker Griesauweg. Zur Premiere erschienen FlughafenDirektor Marco Pernetta (v. l.) und Apotheker Jakob Moncher. Betriebsleiter Giovanni di Valentino (Mitte) freute sich über den gelungen Abend.

© AXEL SPRINGER

Neue „Führungskraft“

Moriggl sponsert Judoka

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MOTOR

Erdgasfahrer sind gleich mehrfach im Vorteil rdgasfahrzeuge sind eine echte Alternative: Sie stoßen praktisch keine Feinstaub- und Rußpartikel aus. Auch die Emissionen an Stickoxiden und Kohlendioxid sind vergleichsweise gering. In puncto Verbrauch bieten Erdgasautos einen deutlichen Vorteil gegenüber Benzin- und Dieselfahrzeugen: Für nur rund vier Euro pro 100 Kilometer sind die sehr sparsamen Erdgasfahrzeuge deutlich günstiger unterwegs als Fahrzeuge mit herkömmlichen Antriebsarten. Zudem fördert die TIGAS die Anschaffung eines Erdgasfahrzeugs im Jahr 2017 mit einer „Umweltprämie“ in Höhe von 1.000 Euro. Der Trend zu Erdgasautos wird auch durch ein immer größer werdendes Angebot an serienmäßigen Erdgasauto-Modellen

Erdgasautofahrer tanken günstiger und schonen dabei auch noch die Umwelt.

© TIGAS

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

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Die deutlich geringeren Treibstoffkosten und kaum umweltbelastende Emissionen sprechen für Erdgasautos. Zudem bietet die TIGAS attraktive Förderungen beim Kauf eines Erdgasautos an. namhafter Fahrzeughersteller unterstützt, das von Kleinwagen über attraktive Mittelklassewagen bis zu Nutzfahrzeugen reicht. Zudem ist das Erdgastankstellennetz in Tirol mit 28 Erdgastankstellen flächendeckend ausgebaut. An der Tankstelle an der B169 in Schlitters können Erdgasautos mit dem im Zillertal aus biogenen Wertstoffen aus der Region und damit aus erneuerbaren Ressourcen produzierten Biogas betankt werden. Auch in den anderen Bundesländern und im benachbarten Ausland stehen ausreichend Erdgastankstellen zur Verfügung. Nähere Infos unter der kostenfreien Serviceline 0800 828 829 und auf www.tigas.at.

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MOTOR

Diesel

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2013

2016

Erdgas

2013

2016

2013

Elektro

1.728

880

2016

734

155.224

2013

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149.807

2016

1.546

232.950

2013

816

220.906

Fahrzeugbestand Tirol 2013 und 2016

2016

Hybrid

0

6

2013

2016

Wasserstoff

+ 744 % + 5 %

+ 4 %

Diesel

Benzin

+ 89 % Erdgas

+ 96 % Elektro

Hybrid

Die Daten aus dieser Grafik wurden im Rahmen der Veranstaltung „E-MOBILITÄT FÜR TIROLER UNTERNEHMEN: RECHTLICHE VORAUSSETZUNGEN UND FÖRDERUNGEN“ (gemeinsame Veranstaltung der Sparte Information und Consulting WK Tirol und des Tiroler Autohandels) präsentiert. Quelle: WK Tirol 2017

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T O P.T I R O L

Vertrauen auch Sie dem größten Immobilienmakler Tirols

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Der Erwerb einer Immobilie ist eine der wichtigsten Lebensentscheidungen.

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Wie sehen Sie die Entwicklung am Tiroler Immobilienmarkt? Auch im vergangenen Jahr war eine Steigerung der Transaktionen bemerkbar. Der Immobilienmarkt hat sich auf einem hohen Preisniveau konsolidiert. Derzeit ist sicher ein idealer Zeitpunkt, um Immobilien zu Bestpreisen zu veräußern und den nachfolgenden Generationen finanzielle Unterstützung zu ermöglichen. Warum sollte ein Verkäufer einen Makler beauftragen? Wer von Beginn an einen Experten mit der professionellen Vermittlung

© S REAL TIROL

ie Materie Immobilie wird immer komplexer, sei es in rechtlicher, bautechnischer oder wirtschaftlicher Hinsicht. Daher ist es wichtig, dass der Kunde auf einen seriösen Profi wie s REAL Tirol zurückgreifen kann.

Ingmar Schwabl Geschäftsführer s REAL Tirol

beauftragt, kann nicht nur rechtliche und finanzielle Risiken vermeiden, sondern spart sich viel Zeit und Nerven. Wir übernehmen sämtliche Vermarktungstätigkeiten, begleiten unsere Kunden vom Erstgespräch bis zum Kaufvertrag und bieten Sicherheit auch bei rechtlichen Fragen während der gesamten Abwicklung.

Warum sollte man beim Immobilienkauf auf die Dienste eines Maklers zurückgreifen? Es gibt hier viele Gründe, beispielsweise profitieren unsere vorgemerkten Kaufinteressenten von einem wertvollen Informationsvorsprung, da Sie bereits vor offizieller Bewerbung informiert werden. Auch die Sicherheit ist hier sehr wichtig, so verpflichtet das Maklergesetz zur Information über alle wesentlichen Umstände, die zur Beurteilung des Kaufes/Verkaufes einer Liegenschaft notwendig sind. Diese Informationen fehlen sehr oft beim Privatkauf über Immobilienplattformen.  Sparkassen Real Service Tirol Realitätenvermittlungs-Ges.m.b.H. Sparkassenplatz 5/ II Stock, 6020 Innsbruck Tel.: 05 0100-26357 E-Mail: ingmar.schwabl@sreal.at www.sreal.at

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T O P.T I R O L

FÜHRUNG NEU GEDACHT DA S INTERVIEW FÜHRTE HANNELORE WIMMER

Zur Person

Der Tiroler Hermann Arnold studierte an der Universität St. Gallen Strategie und Organisation. Er ist Mitgründer und war zwölf Jahre Geschäftsführer eines Anbieters von Software und Expertise im Bereich Talentmanagement, der heutigen Haufeumantis AG.

Sie sprechen von der „Entzauberung des Chefs“. Was versteht man darunter und welche Chancen birgt diese? Heute herrscht dieses Heldenbild von Chef vor. Er oder sie muss alles können – und uns alle aus unserer Misere führen. Und natürlich ist er oder sie an allem schuld, was schief läuft. Wir wissen alle, dass dem nicht so ist. Wenn wir diese Mystik vom Chef-Sein wegnehmen, dann können (und müssen) wir alle Verantwortung übernehmen. Was ist hingegen mit dem „Betriebssystem“ eines Unternehmens gemeint? Das Zusammenspiel von Organisation, Menschen und Infrastruktur. Es ist wie beim Verkehr:

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Es gibt Verkehrsregeln, es gibt Fahrer und es gibt Autos, Straßen, Ampeln etc. – das alles zusammen ist ein Betriebssystem. Um dieses zu aktualisieren, sollte man die Mitarbeiter zur Mitgestaltung ermutigen und befähigen. Welche Erfolgsfaktoren sind hier wegweisend? Transparenz, Vertrau-

„Alle im Unternehmen können gestalten – und tun es auch, ob man will oder nicht.“ en, Fehlertoleranz, Einbezug und Kompetenz im Sinne von Können und Dürfen. Alleine darüber könnte man Bücher schreiben. Ein Teil Ihres Buches widmet sich der „Spiralförmigen Karriere“. Was versteht man darunter? Ich trete als Chef zurück und arbeite wieder in dem Team, das ich geführt habe. Nach einer gewissen Zeit habe ich dabei sehr viel gelernt und kann mei-

nen nächsten Karriereschritt nach oben (oder seitwärts) machen. Sie haben selbst ein Jahr lang unter Ihrem Nachfolger und neuem Geschäftsführer gearbeitet. Wie war das? Ich habe noch nie so viel gelernt über Führung – insbesondere, dass es unterschiedliche Führungsstile gibt. Vor allem habe ich auch gelernt, zu folgen. Ein altmodisches Wort. Ich verstehe es nicht im alten, schulischen Sinn, sondern als bewusstes „Jemandem-Folgen“ (Following). Ein Kapitel beschäftigt sich mit demokratischen Wahlen: die Wahl zum Vorgesetzten durch das Personal. Welche Vorteile bietet dieser Vorschlag? Da gibt es sehr viele. Die wichtigsten sind, dass Führungskräfte mehr Rückhalt haben, dass schlechte Führungskräfte früher abgesetzt werden und dass man sich gegenseitig besser zuhört. Vielen Dank für das Gespräch.

Buchtipp

Hermann Arnold: Wir sind Chef – wie eine unsichtbare Revolution Unternehmen verändert, Haufe Verlag, 336 Seiten, 24,95 €

© HAUFE (2)

I

n Ihrem Buch sagen Sie, jeder muss führen und jeder muss folgen – und jeder muss wissen, wann was angebracht ist. Wie kann das funktionieren? HER M A NN A R NOLD: Ja, das ist nicht einfach. Wir leben heute in einer „share-economy“, alles wird geteilt: Katzenvideos, Taxifahrten, Appartements. Einzig Führung scheint unteilbar. Das wird sich ändern müssen. Wir lernen aber erst gerade, wie das funktionieren kann. Wir benötigen zuerst die Einsicht, dann eine gute Absprache und dann viel Übung und Geduld miteinander.


Der neue Audi Q5. Bereit für den Moment. ble

aKomfort, gg aes unt Überlassen Sie nichts dem Zufall. Ganz # gleich ob um Design oder Dynamik geht: Der Audi Q5 überzeugt vom ersten Mit dem Audi Q2 wird vieles anders. Er ist smart, individuell, selbstbewusst und Moment an. Zu den Highlights zählen: die neueste Generation des lässt sich in keine Schublade stecken. Kurz: #untaggable. Ein Newcomer, der mit Allradantriebs quattro, das Audi virtual cockpit sowie die optionale vielen innovativen Technologien und einer neuen, eindrucksvollen Formensprache Luftfederung (adaptive air suspension). aufwartet. Lassen Sie sich überraschen.

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Kraftstoffverbrauch gesamt in2-Emission l/100 gesamt km: 4,4 – 5,7. Kraftstoffverbrauch gesamt in l/100 km: 4,9 – 7,1.CO in g/km: 129 –CO 162. Symbolfoto. 2-Emission

in g/km: 114 – 130. Symbolfoto.


nah. schnell. Immer. #gรถnndir

top.tirol (März 2017)  
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